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Veerteiihhirig ##nde Geschäftsstelle u. un allen Postanstalten ., bei täglicher Zu#ung in Bieleseld ##., durch Bries#äger 1,42 M. Dienstag, 30. Oktober 1906. 30. Oktober: Gustav Adolf besteigt, 17 Jahre alt, den schwedischen Thron, 1611.— Schlacht bei Hanau, 1813.— Louis Napoleons Putsch in Straßburg, 1836.— Unter drückurg des Aufstandes in Wien, 1848. — Dänemaiks Verzicht auf SchleswigHolstein in Wien, 1864.— Die preußischen Garden fiegen bei Le Bourget, 1870.— Manifest des Zaren, das der Duma gesetzgeberische Rechte verleiht. Witte wird Premierminister, 1905. Der Verein„Die junge Garde“. Die Sozialdemokratie, die in der Ersindung immer neuer Kampsmittel gegen das stehende Heer fast unerschöpflich zu sein scheint, hat im Beginn dieses Jihres eine Oeganisation der Jugend unter dem Namen „Die junge Garde“ ins Leben gerufen und diesen an sich schönen, ehrer vollen Titel einer Vereinigurg gegeben, die mit einer Garde, wie wir sie auf den französischen Schlachtfeldern kennen gelerrt haben, nicht das geringste zu tun hat, sondern weit davon entfernt, heißen Haß gegen den sogenannten Militarismus einsaugen soll. Die deutsche Sozialdemokratie folgt darin nur ihren Schwestern anderer Länder, denn seit einigen Jahren schon bestehen in Oesterreich und Italien Vereine, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die jungen Rckruten gegen das stehende Heer und die Dienstrflicht aufzureizen, ja selbst in der freien Schweiz sind öffintliche Aufreizungen zum Ungehorsam vorgekommen; am meisten Erfolg scheint das Vorgehen dieser Wühler in Frankreich gehabt zu haben. Wenn die deutsche Sozialdemokratie, die an Vaterlandslosigkeit alle ausländischen Genossen weit übertrifft,— das lehren die Reden im Reichstage, wo man z. B. die Hercro verherrlicht und unsere eigenen braven Käuper schmätt— in diesem Punkt nach klappt, so kann dies wohl nur da in liegen, daß bei uns außer bei den Sozialdemokraten von einer Purteinahme, geschweige von einem Haß gegen die Armee nicht die Rede sein kann, und daß unsere Jugend der Sozialdemrktatie noch nicht„reif“ erschien. Wie dem auch sei, an der Tatsache, daß auch die Jugend organisiert werden soll, kann nicht mehe gezweifelt werden. Die Aufgabe des Vereins besteht darin die Armee in den Auzen der stellungspflchtigen Jugend herabzusetzen und sie zum Ungehorsam oder gar zum Eidbruch aufzuflacheln. Wie die„junge Garde" bearbeitet wird, läßt ein Werk erkennen, das die Sozialdemokeaten unter ihr verbreiten. Ein Bid auf dem Hift Umschlage zeigt, wie ein Ofizier einen Soidaten mißhardelt, und ein anderes, wie französische Offiziere sich im Revolverschießen üben, indem sie weibliche Personen al. Scheibe benutzen. Das des Werkes.önt seine Außinseite, der In halt läßt sich in die wenigen Worte zu sammenfassen„Nieder mit dem stehenden Heer und statt dessen Begründung einer Volksmiliz im sozialdemokratischen Sinne, das heißt einer Miliz, die an Stelle der heutigen militärischen Disz'plin ein auf Seltstzucht und Pflichtgefuhl beruhendes Zusammenwirken setzt.“ Nun was die Sozialdemokratie unter Selbstzucht und Pflichtgefühl versteht, das wissen wir alle, und somit werden wir uns für den Tausch herzlich bedanken. Im weiteren sammelt das neue Werk alle Anklagen gegen das stehende Hier und spitzt diese nach seinem Gefallen zu. Den Besitzsosen wird erzählt, daß sie dem Staate fast umsonst dienen müssen gegen sich selbst, und daß sie bei einem Kriege gegen den äußeren Feind für die herrschenden Klassen ihr Blut vergießen, ohne jemals für sich Früchte zu ernten. Doch genug davon! Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß der Staat mit allen gesetzlichen Mitteln jeder öffntlichen, das heißt in diesem Sinne bekannt gewordenen Wühlerei entgegentreten wird. Aber damit ist es allein nicht getan. Solche Lehren, wie sie hier ausgestreut werden, sind ein schleichendes Gift, das nur dadurch in seiner Wirkung beschränkt werden kann, daß alle treuen Bürger, jeder an seiner Stelle, darauf bedacht ist, unsere Jugend durch Worte und Beispiel mit patriotischem Geist zu erfüllen, um sie vor Vergistung zu schützen und dem Staate zu erhalten. Hier ruhig zusehen und die Jugend preisgeben, hieße fost Verrat üben an seinen eigenen Kindern; wir Alten werden die Herrschaft der Sozialdemokratie nicht mehr erleben und unsere Kinder ebensowenig, wenn wir Alten unsere Pflicht und Schuldigkeit tun. Die Regierung und der polnische Schulstreik Die polnischen Reichstag abgeordneten v. Grabski und Graf v. Mielzynski haben ein Telegramm an den Kultusminister gerichtet, in dem sie die„sofortige Beseitigung der kulturwidrigen Arreststrafen(der streikenden Kinder nämlich) sorderten, worauf Herr v. Studt ihnen wie folgt geantwortet hat: „Die Aufhebung der Arreststrafen gegen die Schulkinder, welche die bestehende Schulordnung verletzten, lehne ich ab. Kultur wikrig ist die Hetzarbeit, welche die Väter der Schulkinder dazu verführt, litzteren Ungehorsam gegen Anordnungen der Schul behörden zur Pflcht zu machen. Diese An ordnungen werden mit allen gesetzlich zulässigen Mitteln durchgeführt werden.“ Die„Nordd. Allg. Ztg.“ begleitet die Verkffentlichung dieses Telegramms mit folgender hochoffiziöser Note:„Wir vert ffentlichen diese Antwort, um zu zeigen, daß die Unterrichtsverwaltung nicht daran denkt, den polnischen Forderungen auch nur in einem Punkte nack zugeden. Die Staatsregierung wird ruhig, eb.r nachdrücklich, der polnischen Bevölkerung zim Bewußtsein bringen, daß in der deutschen Volksschule nicht leidenschaftliche Agitatoren das entscheider de Wort führen, daß vielmehr diejenigen wohl erwogenen Aro dnungen welche im Intcresse der Bevölkerung und des Staatswohles notwendig find, ohne Schranken durchgeführt werden.“ Sowohl die Antwort des Kultul ministers an die edlen Polen als auch dar hoch offiziöse Begleitwort wirken erfrischend und sind, von den polnischen und Zeutrums kreisen abgesehen, allenthalben lebhafter Zustimmung sicher. Zur polnischen Schulangelegenheit ist ferner noch folgendes zu melden: Die vatt kanische Korrespondenz des„Corriere dilla Sera“ schreibt zum Besuch des Herrn von Tschirsly im Vatikan: Der Vatikan selbst werde,„ohne den polnischen Klerus zu desavouieren, in diesem Zwischenfall mit Mäßigung und Takt Mittel und Wege anzuraten wissen, welche zur Vermeidung der Zwietracht zwischen der Krche und der Reichsregierung notwendig sind.“ Hoffentlich hat die deutsche Regierung die Vermittlung des Popstes nicht angerusen. Sie ist stark genug, ihre Autorität ohne dies zu wahren.— Gegen den Lehrer Duczmal in Lojewo wurden nicht, wie gestern gemeldet 12 sondern nur ein Flintenschuß abgegeben, als sich der Lehrer eben auskleidete, da gegen wurden ihm sämtliche Feusterscheiben eingeworfen. Die Gemeinde muß jetzt zur persönlichen Sicherheit des ellzemein sehr beliebten Lehrers zwei besoldete Wächter anstellen. Goluchowski und Aerenthal. Die„Nred. Allg. Ztz“ schrei t über die Ministerkrise in Oesterreich Ungarn: In Deutschland gedenkt man in der Stunde da Graf Goluchowiki ja aus Beweggründen, die mit der auswärtigen Politik außer Zusammenhang stehn, das von ihm so ehrenvoll und erfolgreich versehene Amt niederlegte, gern der bundestreuen Gesinnung, die er vom ersten Tage seiner ministeriellen Wirksamkeit bis zu seinem Ausscheiden in Worten und Taten unverbrüchlich bekundet hat. Vor dir weitesten Oeffentlichkeit trat diese Gesinnung zulitzt noch auf der Korferenz in Algeciras zu tage. Ueber den Rahwen der eigentlichen politischen P obleme hinaus hat Graf Goluchowtki ein offenes Auge auch für die wirtschaftlichen Bedürfnisse Oesterreich= Ungarns bewiesen. So bleibt sein Name mit der jüngsten Geschichte der Donau monarchie ehrenvoll verbunden und wird auch in Deutschland einen guten Klang behalten.— Zum Nachfoiger des Grafen Golrchoweki ist der bisherige Botschafter Oesterreich Ungarns in Pitersburg, Freiherr v. Aehrenthal, ernannt worden. In unseren politischen Kreisen, ebenso in zahlreichen deutschen Blättern, ist die Ernernung des Freiheren v. Aehrenthal zrm Minister mit Cympathie und Vertreuen aufgerommen worden. Sind auch die bundesfreundlichen Beziehungen zwischen dem Reiche und O sterreich Ungarn durch Irteressen und Tradition so nohl begründet, daß von einem Wichsel in der Leitung der Geschäfte eine Aendirung in der Geundrichtung der Politik nicht zu erwarten ist, so bietet doch die Persönlichkeit des Freiherrn v. Aehrenthal eine neue .währ für die ungeschwächte Fortdauer des von treuer Bundesgenossenschaft getragenen gegerseitigen Verbältriss 8. Der neue französische Minister des Auswärtigen, Herr Pichon, machte einem Redekteur des Petit Parisien“ interessants Mitteilungen über die französische auswärtige Polotik. .r Minister erklätte u. a, es scheine vielfach die Ansicht vorzuhertschen, daß es einem Minister möglich wäre, die auswärtige Politik von heute auf morgen in andere Bahnen zu leiten und des Sysem der Allianz und Sympathien zu anderen Wächten zu ä dern. In einer D mokratie, wie die unsrige, regiert die öff ntliche Meinung Uebrigens wird die Pottik eines Lindes wie Frankreich nicht durch Liunen geregelt und auch nicht dem Wunsche des einen oder anderen entsprechend asgeändert. Sie wird geregelt durch die allgemeinen Bedingungen der Geschichte und die sortdauerrde Ent wickelung der Dinge. Frankreich hat eine Alltanz mit Rußland urd ein beezlichee Einvernehmen mt England geschlossn Es wird der russischen Allianz treu bleiben und auch dem guten Einvernelmn mit England und Italien. Was die übrigen Nutonen betrifft, so wollen wir sympathische oder höfliche Beziehungen mit allen zu erhalten suchen. Wir wollen niematden bedrohen und auch niemn den hindernd in den Weg treten Es hieße uns mißverstehen, und uns andere Pläne unterschieben als diejenigen, welche wir verfolgen. Ich hatte irgendwo gelesen, daß die Ueberrahme der Geschäfte durch das jetzige Kadinett Krieg bedeutet. Ich weiß nicht ob es der Mühe lohnt, eine solche Lächerlichkeit zu widerlegen in dem Augenblick no Frankreich mit der Reorganisation seiner inneren Angelegenheiten beschäftigt ist, und politische Frazen seine Aufmrisamkeit bean pruchen, sollte es kriegerische Tendenz an dev Tag legen und die friedliche Diplomatie, welche Frankreich die jetzige moralische Gewalt und das Pestige eingebracht haben. Eine solche Behauptung lei einsach lächerlich. tische Nachrichten. Aus dem Deutschen Reiche Berlin, 29 Oktober. Der Kaiser empfing gestern mittag im Neuen Palais bei Potsdem den russischen Minister Iswolski und verlieh ihm das Großkreuz des Roten Adlerordens, dessen Insignien er ihm nach der Frühstückstafel persönlich überreichte. Heute vormittag beginnen die Konferenzen des Ministers mit dem Reichskanzler. Im Kolonialverein zu Halle a. S. hielt Geheimrat Dernburg eine Rede, in der er betonte, daß er sich bei der Uebernahme seines Amtes sehr wohl der hohen Verantwortung bewußt gewesen sei. Soviel könne er schon jetzt sagen, daß für einen einzelnen Menschen es unmöglich sei, das zu erfüllen, was Deutschland erwarte. Aus dem Geist der deutschen Nation heraus und durch Generationen hir durch müsse das Werk sich aufbauen, das die Kolonialfreunde im Deutschen Reiche anstreben.„Möge, nachdem wir 22 Jahre Kosonial Politik getrieben haben“, so sagte Dernburg,„unter den deutschen Männern endlich die Anschauung schwinden, daß unsere Kolonien nur ein unnützes Spielwerk seien.“ Der jüngstverstorbene Landekökoromierat Ring hat nur ein Alter von 56 Jahren erreicht. Der Name des Verblichenen ist auf das innigste verknüpft mit der Bewegung auf landwirtschaftlichem Gebiete. Lange Jahre leitete er als Vorsitzender den Teltower landwirtschaftlicher Krei verein und stand an der Spitze der Milchzentrale, seiner Lieblingsscöpfung. Er war Mitglied der Landwirtschaftr kammer und zahlreicher anderer landwirtschaftlicher Kö perschaften. Parlamentarisch war er in den Jahren 1893 bis 1903 als Vertreter des Keises Teltow=Beeskow= Storkow im preußischen Abgeordnetenhause tätig. Der Abgeordnete und Viaepäsdert des Reichstages, Abgeordneter De. Paasche, kann am heutigen 29. Oltober den Erinnerungstag begehen, da er vor 25 Johren zum ersten Male in das Parlament eintr#t. Im Jahre 1881 wurde er in den Reichstag für den Wahrkreis Rostock gewählt. Das erste Unterseeboot der deutschen Marine hat sine Prodefahrten mit der von der Germaniewerft gestellten Besatzung begonnen. Die Marincoffiziere und Mannschaften werden erst bei den Abnahmefahrten an Bord geben. Das Boot hat die Bezeichnung„U 1“ erhalten, woraus mit Sicherheit zu schließen ist, daß die Marinebehörde rach ersolgreichen P obefahrten bei dem Reichstage mit Forderungen für weitere U Boote kommen wird. Der Aufstand in Afrika. Auf der Verfolgung der am 12. Oktober zwischen Holpm und Sandpüt geschlagenen Hottentotten übe fi Hiuptmarn Siebert am 23 Oktoder eine statte Bande nordwestlich Kouchanas mit der 3. Kompagnie des 2. Feldregiments und der 8 Batterie. Nach ei stündigem Gefecht floh der Gegner und ließ 4 Tote, 10 Gewehre und 30 Reittiere zurück Vei Gerät und Munition wurde erbruret. Haup mann Siebert setzte die V rfolgung sort. Am Nachmittag wurden die Hottentotten nochmals eingeholt und nach dreisstünd gem Kampf auseinandergesplengt. Auf deutsche: Seite waren keine Verluste. Aus dem Auslande. Paris, 27 Okt. Wie verlautet, ist die Regierung dohin schlüssig geworden, daß die Kirchen, falls sich die Kultusvereinigungen nicht bis zum 11. Dezember gebildet haben, unte: Sequester gestellt werden. Auf die Abhaitung des Gottesdienstes werden das Gesetz von 1881 und das Versammlungsrecht Anwen ung finden. Auch sollten jene Priester, weiche das Gesetz betriffend die Oeganisation des Gottes dienstes in Frankreich nicht averkennen, des französischen Staatsbürgerrechts verlustig gehen. Eventuell sollen sechstausend Priester, welche nur ein Jahr gedient haben, ein zweites Militärjahr nachdienen.— Der Bischof von Bordeaux erklärte die schon gebildeten Kultus=Bereinigungen als schismatisch und kirchenfeindlich. Paris, 29. Okt. Die Meldung, Iswolski habe hier die Frage eines neuen russischen Anlehens aufgeworsen, wird vom „Temps“ dementiert. Rom, 28 Okt. Der Papst übersandte der Baronin Tschirschki sein Bild mit folgender Widmung:„Meiner teuren Tochter Maria Tschirschly und allen ihren Lieben erteile ich den apostolischen Segen und wünsche alles Gute.“ London, 29 Okt. Der Generaladjutant Kaiser Wiihelms, Generalleutnant v. Löwenfeld, der gestern im Auftrage des Kaisers hier eingetroffen wac, überreichte heute mittag in Clarerc= Hoase den Herzog von Connaught, der vom Kaiser während der großen preußischen Manöver zum Generalfeldmarschall ernannt worden ist, den Feldmarschallstab. Rußland. Der Stadthauptmann von Petersburg gibt durch StraßenAnschlag bekannt, daß morgen, am Jahres tage des Manifestes des Kaisers, keinerlei öffentliche Kundgebungen geduldet werden, und daß diese, wenn es sein müßte, mit Waffengewalt unterdrückt werden würden. Aehnliche Bekanntmachungen wurden in der Provinz erlassen. Die Partei der friedlichen Erneuerung hat heute die gesetzliche Anerkennung erhalten.— Der Gorvirneur von Odessa hat mit Rücksicht auf die bevorstehende Rekeutierung proklamiert, daß die Verbreitung des Wyborger Aufrufs unter den Rekruten mit dem Tode bestraft werden soll. Die Rekruten werden bis zur Entsendung in ihrem Truppenteil festgehalten. Die Zahl der wegen des Bombenattentats und Ueberfalls auf den Geldtransport in Petersburg bisher verhafteten Personen beträgt 20 Petersburg 27. Okt Das MarineMinisterium beabsichtigt in nächster Zeit den Bau von zwei Panzerschiffen von über 20000 Tonnen. Der Marineminister hat deshalb die dazu erforderlichen Kredite im Ministerrat beantragt. Der Bau der Schiffe soll von einer russischen Werft aus. geführt und die Kredite auf vier Jahre verteilt werden. Der Finanzminister und der Reichskontrolleur haben sich bereit erklärt, die Kredite zu bewilligen. Kreta. Der neue Oberkommissar Zaimis hat eine allgemeine Amnestie für die Teilnehmer an bewaffneten Ansammlungen und für die wegen politischer Vergehen Verfolgten erlassen. Die Unzufriedenen sind daher aus den Bergen in ihre Heimatsorte zurückgekehrt. Persien. Das junge„Parlament“ steht bereits im Korflikt mit der Regierung. Ein von ihm ausgearbeiteter Entwurf der Grundgesitze ist vom Schah vorläufig nicht sanktioniert worden. Das Ministerium hat einen Gegenentwurf vorgelegt, der für den Staatsrat weitgehende Vollmachten beansprucht. Dieser Entwurf hat bei der Reformpartei große Erregung hervorgerufen. New=York, 27. Oktober. In San Francisco verweigerte ein Richter einem Japaner die erbetene Nuausstellung seiner bei der Erdbebenkatastrophe verbrannten Bürgerpapiere mit dem Bemerken, die Ja paner seien Mongolen, also nicht bürgerrechtsfähig. Parteibewegung. Die gnädige Frau. Erzählung von A. Burg. 201(Nachdruck verboten.) Gebhard deutete mit der Hand, die er frei hatte auf den Jüngling.„Hans Egon hat mich gesucht, ist Doktor Meder fortgelaufen— hat wohl die Turmtür offen gefunden und durch seinen Freudenausbruch, meiner ansichtig zu werden, das gnädige Fräulein erschrickt.— Sie hat jedenfalls eine der schmalen Stufen verfehlt— Gott sei Dark, daß wir schon so weit waren—“ Sophie war vorläufiz keines Wortes fähig, auch ihre sonst so ent chle ssine Art war durch den Schreck vollständig gelähmt. Da erschien— zu ihrer größten Er leichterung— der Gärtner nebst seinem Gehilfen im Rahmen der Tür. „Hier Ebert— faß mal mit mir das gnädige Fräulein vorsichtig an, daß wir sie drüben zum Schloß kriegen— du, Hermann, redest dem Junker gut zu und versuchst, daß du ihn in seine Wohnung bekommst oder wädige Fean pie belommen—. einen furchtbaren Schrid voraus,“ erklärte Sophie, „Frau von Sommerick und meine Mutter (Konservative Bersammlung.) Am Donnerstag, den 1. November, abends 6 Uhr findet eine konservative Versammlung in Erter im großen Saale des Hura Gastwirts Ehlebracht statt, in der Herr Reichs= und Lindtagsabgeordneter Meyer=Bielefeld reden wird. Gericht und Rechtsprechung Bielefeld, 27. Okt.(Strafkammer.) Die Ezefrau des inzwischen verstorbenen Kolons Johann, geborene Schl, von Hamlingdorf wurde wegen Beleidigung zu einer Gesamtstrafe von 50 Mark event. 10 Tage Gefängnis verurteilt.— 2 Der Nähmaschinenhändlir R. S. von Brackwede wurde von der Anklage wegen versuchter Erprissung freigesprochen.— 3. Der Arbeiter Adolf B. und der Z garrenarbeiter August B. von Dützen waren am 23. August d. Is. vom Schöffengericht in Minden wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt, Adolf B. auch noch wegen Beleidigung bestraft, und zwar mit 2 Monaten und letzterer mit 1 Monot Gefängnis. Gegen dieses Urteil hatten die Angeklagten, die ihre Unschuld beteuerten, und der Staatsanwalt, der eine strengere Bestrafung forderte, Berufung eingelegt. Sie hatten aber alle keinen Erfolg aufzuweisen, denn ihre Berufung wurde als unbegründet von der Strafkammer verworfen. Lokales und Provinzielles. Vielefeld, 30 Oktober. (Ehrungdes Wirklichen Geheimen Rats Dr. Hinzpeter.) Aus Berlin wird von gestern gemeldet: Das Kultusministerium beauftragte den Bildhauer Friedrich Freese aus Berlin mit der vom Kaiser befohlenen Herstellung einer Marmorbüste von Geheimrat Hinzpeter für die Nationalgalerie. *(Einen Landschaftsgärtner,) dem die Verwaltung der städtischen Waldungen und die Leitung der gärtnerischen Arbeiten in den städtischen Anlagen übertragen werden soll, anzustellen, hat der Magistrat beschlossen. Die Anstellungsbedingungen sollen noch festgesetzt werden. (Kunst Ausstellung.) Eine beachtenswerte Sonder=Ausstellung hat der Fischersche Kunstsalon seit Mittwoch voriger Woche veranstaltet. Es sind dies ca. 30 Gemälde und Zeichnungen des Dresdener Kunstmalers Carl Freiherr von Ledebur. Seine Motive sind meistens seiner westfälischen Heimat entnommen. Seine Eigenart besteht in einer nicht gerade gewöhnlichen Verbindung strenger Zeichnung mit starker Farbenfreudigkeit. Sie kommt den drei Gebieten, aif denen er sich am meisten betätigt, der Landschaft, dem Interieur und dem Portrait, in gleichem Maße zugute und zwar so, daß man kaum entscheiden kann, für welche von ihnen seine Begabung am stärksten ist. In allem was er zur Schau gestellt hat, ist er durchaus intim; man fühlt es allen seinen Arbeiten an, mit welchem Behagen sie er erfaßt und oft mit größter Subtilität durchgeführt hat. Seine Portraits sind flott heruntergemalt, der alte Pastor D. von Bodelschwingh schaut fröhlich in die Welt hinein. Rahig und vornehm wirkt das zart gehaltene Bildnis einer Feau von Kyceu, deren weißes Haar zu der eleganten, schwarzseidenen Toilette trifflich paßt. Außerordentlich fesselnd ist ein Bild„Das Suchen" betitelt, ein an einem Tisch sitzendes junges Weib, den Blick auf ein aufgeschlagenes Buch geheftet. Eine herrliche weite Landschaft und ein tiefblauer H mmel breiten sich dahinter aus und ver leihen der in sich versunkenen Frau einen fast madonnenhaften Reiz. Unter den sonst ausgestellten Arbeiten fallen eine„Bauerndiele",„Weg durchs Kornfeld" und eine humorvolle Landschaft mit Kühen auf, die sämtlich durch den starken, in ihnen zum Ausdruck gebrachten Stimmungsgehalt einnehmen. vorzubereiten“ Sie wollte durch die schmale Tür das Freie gewinnen, da wurde das einfollende Licht durch einen Schatten ver dunkelt. Angelika stand, wie hergeweht— im Rahmen der Tür, und ihre zitternde Stimme fragte:„Was ist geschehen?“ Gedhardt, der mit dem Gärtner gemein sam Inge jetzt auf eine von litzterem schnell aus dem Garten herbeigeholte Trage gelegt hatte, gab kurzen Bescheid. Angelika sagte kein Wort— sie erbleichte jäh, dann trat sie auf die Gruppe zu, nahm den kostbaren Schal, den sie umgehängt hatte, ab, legte ihn zusammin und schob ihn Inge so behutsam als möglich unter das Köpschen:„So— Gebhard— nun tragt das gnädige Fräglein ins Schloß— in mein Ankleidezimmer— ich komme sofort.“ Der Gärtnerbursche stand scheu zur Seite, als Frau von Sommereck auf Hans Egon zuschritt, der sich, unbewußt irgend etwas Ungewöhnliches empfiidend, ganz in die dunkle Mauericke geflüchtet hatte.— Sie strich mit ihrer zarten, kühlen Hand die blonden Haare aus seiner heißen Stirn und redete ihm begütigend zu:„Gh mit Herma in wieder hinaus— Hans Egon— sieht du, Hermann nimmt dich mit— er wird dir v.(Die Versammlung des Eoang. Bundes) am Sonntag abend im Esang. Volkssaale war erfceulicherweis: sehr zahlreich besucht. Herr Pistor Waubte eröffgete die Versammlung mit einem warmen Begrüßungswort, darin er das Glück und den Segen des häuslichen Lebens schilderte. Darauf sprach Pistor Henricl=Bochum in überaus fesselnder Weise über das angekündigse Thema:„Deutsches Familienleben vor und nach der Reformation.“ Er zeichnete zunächst in kaappen, klaren Zügen ein kulturhistorisch hoch interessantes Bild von dem Familien leben im 14 und 15. Jahrhundert, zeigte, wie das erzwungene römische Priesterzölibat, die Ezelosi gkeit der zrhlreichen Mönche und Nonnen vielfach zu sehr bedeaklichen Gcscheinungen führte, wie überhaupt die in der dogmatischen Lehre der römischen Kirche hervortretende Geringschätzung des ehelichen Lebens und die übertriebene Hochschätzung des ehelosen Lebens, desgleichen die Beichsprex's der römischen Kirche vielfach in sehr übler Weise auf das Familienleben des deutschen Volkes eingewirkt habe. Wohltuend berührte der sittliche Ernst und feine Takt, mit welcher der Redner diese dunkeln Partien streifte. Er wies ferner darauf hin, wie die Reformation auch darin luftreinigend und bahnbrechend gewirkt habe, daß Ehe, Familie, Hius durch sie wieder ihre schöne, gottgewollte Stellung und Wertschötzung gefunden haben. Un dies konkret und anschaulich zu machen, gab er eine überaus liebliche Schilderung von dem Familienleben und der Häuslichkeit De. Martin Luthers und zeigte, wie damit für das deutsche Haus, die deutsche Jugend, ihre Erziehung und Schule eine neue geseguete Zeit begonnen habe.— Wir sind gewiß, daß alle Zahörer mit dem größten Interesse dem inhaltreichen, formvollendeten Vortrage gefolgt sind. Zum Schluß gab Pistor Vorster einige Mitteilungen über die litzte General Versammlung des Evang. Bundes in Graudenz, verglich diese Versammlung mit dem vorhergehenden Katholikentag in Essen, teilte auch den interessanten Wortlaut der Telegramme mit, mit denen Se. Majestät unser Kaiser die Huldigungen des Katholikentages selbst beantwortet hatte und die Hu digung des Evangel. Bundes durch Herrn v. Luc inus halte beantworten lessen und schloß mit einem Weckeuf an das evangelische Bewuß sein, das allezeit der Grund unwandelbarer Königstreue auch in dunkeln Zeiten bleiben wird. Zam Schluß wurden die nötigen geschäftlichen Dinge, Bestimmung von zwei Rechnungsrevisoren, Neuwahl resp. Wiederwahl des bisherigen Vorstandes aufs kürzeste erledigt. Zum Gelingen des schönen Abends hat das freundlichst und freiwillig angebotene Mitwirken des Pauluskirchenchors ganz wisentlich beigetragen. Ihm gebührt dafür herzlicher Dank. 8)(Bilder aus der Japanischen Mission.) Vor einer zahlreichen Zuhörerschaft hielt Fil Huhold, eine im Dienst der englischen Mission stehende Dame, am Sonntag abend im großen Saal der Volkshalle einen Lichtbilder Vortrag. In interessanter Weise schilderte sie ihre mannigfachen Erlebnisse in den Schulen der wißbezierigen Japaner, ihre Arbeit an den Polizisten, denen sie zugleich mit der englischen Sprache die Bibel bringt, an den Medizinern, die alle Deutsch lernen. Zugleich entrollte sie einige Bilder von den Sitten und Gebräuchen der noch stark im Heidentum befindlichen Japaner— gibt es doch in einer Stadt nicht weniger als 4000 Götzentempel!— von der ihnen eigenen Todesverachtung, von dem bewußten zeigen, wie groß die Birnen schon sind Hermann, sonst nicht der Gescheiteste, hatte mit einem Mal einen klugen Einfall. Er griff in die Tasche seines blauen Arbeitskittels und brachte einen noch unreisen großen grünen Apfel zum Vorschein— Hans Egon wurde aufmerksam, er nahm den Apfel in die Hind, lächelte und schicke sich an, mit Hermann zu gehen. „Sie bringen den jungen Herrn sicher zu Doktor Meder, nicht wahr?" Hermann lachte über das ganze Gesicht, so erfreute ihn sein Sieg und das Vertrauen der gütigen Hirrin. „Aber gewiß doch, gnädige Frau, ich werd's dem Junker schon virständlich machen, wenn nicht, gehen wir erst in den Spaliergarten—. Angelika lächelte schmerzlich, als sie die beiden gleichaltrigen Jünglinge zusammen verschwinden sah— dann eilte sie ins Schloß, wo man Jage soeben auf die begieme Chaiselongue des Ankleidezimmers gebettet hatte. Der Gärtner wußte auch zu berichten, daß des Sanitätsrats Wagen noch vor fünf Miauten vor dem Lobsfelder Schulhause gehalten habe, und eilte sofort, den Arzt zu benachrichtigen Ja ihrer st.llen, sicheren und wohltuenden Weise bemühte sich oder unbewußten Sehren nach dem wahren Soit, von den Martern, die trotz der„Relig'onsfreiheit" die jungen Christen vielsach zu erdulden haben. An allem zeigte sie das allmähliche siegreiche Vordringen des Christentums, wofür besonders die Schulen'it ihrem freiwilligen Religionsunterricht eine segensreiche Stätte bieten, vor allem aber die Tätigkeit einer Schar von 20 chrißlichen Japanern nebst 4 Missionaren im litzten Kriege: wie sie vorher auf den Bahnhöfen unermüdlich den abfahrenden Soldaten Testamente und Traktate verteilten, Lieder aus der Missionsharfe gesungen, wie sie dann mit den Truppen vorgerückt sind, vor den Schlachten mit ihnen gebetet, Verwundete getröstet und bei diesen schon so manchen schönen Erfolg ihrer schweren Arbeit sehen durften. Ein weiteres großes Wirkungsfeld waren die Lazarette der gefangenen und teilweise verwundeten Rassen, unter denen sich auch manche Deutsche befanden. Was für ein Gefühl mag es für letztere gewesen sein, in so liebevoller Weise in der Muttersprache angeredet zu werden! Es würde zu weit führen, die Freuden und Linderungen, die diesen armen Gefangenen durch Verarstaltungen aller Art(Gartenseste, Weihnachtsbescherung) seitens der Missionarin bereitet wurden, zu schildern. Für die große Liebe, die dieses gensreiche Arbeit wirkt, wollen auch wir dankbar sein und der Mission an unserm Teil helsen, das Evangelium allen Heiden zu verkünden. Stadttheater.„Der kleine Lord“, ein Lustspiel in 3 Akten von Hodgson Burnett nach ihren gleichnamigen Roman dramatisiert, wurde von einem gut besetzten Hause sehr beifällig aufgenommen Der 1. Akk spielt in New York, wo die Witwe Errol, die Schwiegermutter des Grafen Dorincourt in England, mit ihrem Knaben Cradric lebt. Da die beiden älteren Söhne des Grafen keine Kinder hinterlassen haben, soll der Nachkomme des dritten Sohnes, der Neffe Cadric, Erbe sein. Dieser kann sich nur schwer trennen von seinen Freunden, dem Krämer Hobbs, dem Stiefelputzer Dick u. a, fügt sich aber dem Wunsche der Mutter, die den Großvater, trotzdem der sie haßt und ihren Mann einst vrstieß, ins beste Licht stellt, damit Ladric ihn liebt und mit bestem Vorurteil zu ihm kommt. Der 2. und 3. Akt versetzen uns nach England in das Schloß des Grasen. Die Mutter begleitet zwar ihren Sohn, wird auch vom Schwiegervater standesgemäß unterhalten, darf aber nicht mit im Schlosse wohnen. Allein Cadric, Der kleine Lord, ruft im Leben seines Großvaters, des eingefleischten Aristokraten, der in Standesvorurteilen versunken ist, eine wahre Umwälzung hervor. Das Eis des Standesstolzes schmilzt unter dem Einflusse des sonnigen Wesens und des vorurteilsfreten, liebevollm Sichgebens des Enkels, Härte und Haß machen der Liebe Platz. Freundlich gestaltet sich von nun an das.ben der Schwiegertochter, der Diegerschaft und der Einwohner der Grafschaft.„Lehrt Lieben, das heißt: liebt!“ In diese Worte möge die Idee des Lustspiels gekleidet sein.— Unsere Theaterleitung ist in der glücklichen Lage, dieses Stück, das Wiederholung verdient, in ihr Repertoir aufnehmen zu können, da sie in Fräulein Grundner eine ausgezeichnete Darstellerin der Titelrolle besitzt. Ihr Spiel war reizend. Nicht minder prächtig war Fräulein Stollberg als Witwe Errol. Von allen übrigen Rollen, die sämtlich gut durchgeführt wurden, haben wir noch besonders die der Herren Steinmann(Graf Dorincourt) Straßmann(Advokat Havischam) und Heberling(Krämer Hobbs) hervor. Mit der Leitung dis Garzen hat Herr Steinmann alle Ehre eingelegt. (Aus dem Theaterbureau) wird uns geschrieben: Ein hochinteressantes theatralisches Ereignis stcht unseren Karstfreunden für Montag, den 5. November, bevor. Rosa Poppe, die gefeierte Heroine des Berliner Königlichen Schauspielhauses, wird an diesem Abend im Ensemble mit den bekannten Berliner Künstlern Roderich Arndt(Kgl. Schauspielhaus) Margarethe Hübler(Deutsches Theater)#dele Werra (Berliner Theater) Paul Pauly(Schiller= theater) Franz Stephans(Deutsches Theater) 2c. ein einmaliges Gastspiel absolvieren und bei dieser Gelegenheit.cino(Schillers) Drama„Phaedra“ zur Darstellung bringen. Der B Uetverkauf für diese Vorstillung, die bei erhöhten Preisen stattfindet, bezinnt Mittwoch. Aus den Kreisen Minden und Lübbecke. Minden 30. Okt.(Frecher Diebstahl.) Angelika um die ohnmächtize Inge, man leck rte ihre Kleider, wusch das G sicht und die Schläfen mit kölnischem Wasser, bis endlich wieder einige Farbe auf die Wangen zurückkehrte und sie die Augen mit einem tiefen Seufzer ausschlug. Sie sah von einem zum andern— dann erst kehrte das Geschehene in isr Bewußtsein zurück—„Ach ja, ich war ungeschickt— ich trat fehl und fiel von der Treppe— ich glaube— Gebhard fing mich auf—“. Sie wollte sich bewegen, aber schmerzvoll schrie sie auf.„Mein Fuß tut sehr weh.“ sagte sie klägl'ch. Die Forstmeisterin ergr ff eine auf dem Tische liegende große Schere und schnitt gewandt, ohne zu fragen, welcher Fuß gemeint sei, die Stiefel und Strüwpfe von beiden Fißen— das rechte Bein und der Fuß waren stark geschwollen. „Gis der Doktor kommt, legen wir hier kalte Unschläze auf," bestimmte die energische Dame, die oft bei plötzlichen Unglückt= und Krankheitsfällen im Doefe die erste Hilfe leistete,„weiteres kann er bestimmen.“ So kam es, daß Sanitätsrat Cispar, der den Gärtner getroffen halte, als er eben zum Dorf hinausfuhr, alles wohlvorbereitet traf. als er vor Jages Liger stan).(Forts. f) Einem Einjährig=Frein Freitag vormittag, al befand, aus seiner W burgstraße eine filber Goldrand nebst einer ein Portemonnaie mit entwendet. Der Täter Uhr von der Qzartie Wohnung betroffen, er Bruder des Einjährig entschuldigt, daß er, o# sofort in das Zimmer geben habe und weiter eben mit der Bahn ar nicht gewußt, an wen sollev. Der Wirtin derart glaubwürdig ersch dann gleich noch KeffZimmer gebracht hat. Einjährige vom Dienst hat sich herausgestellt,d geblichen Beuder, der si entfernt hatte, in besag worden war. Der 2 40jähriger, etwa 1,75 mit dunklem Anzuge, du starken herabhängendem frischem vollem Gesicht Minden, 30. Okt. Hubertusjagd) wur abend abgehalten. Ein Ritern, meist Artillerieo am Mittag auf der Wi Brücke eingefunden, um d suchssagd zu veranstalte Galopp gings unter der bahn= und der Straßenb entlang, über Gräben un voran, das Feld geschlosse hinter der Schützenhalle gewann Leutnant von Lud Artillerieregiment die Fül samosem Anlauf hob er die Jngd ihr Ende err Hallali geblasen und an Damen der übliche Hub Von der bunten Brücke a Personen dem interessan gesehen. Minden, 30. Okt. leihung.) Der Reicht licht die Verleihung des zeichens an den prusio wagenmeister Jakob Ge und den pensionierten Bah Franke zu Dankersen in Schaumburg. Bad Oeynhausen, 2 baumeister.) Laut,O Magistrat den Architel Schultze aus Beomberg Stadtbaumeisterpost ein Jahr berusen. Herr Stadtbaum ister in Myslo wärtig als technischer Polizeipräsidium in Berli: Antritt wird voraussicht November erfolgen. Aus den Kreise Herford, 29. Olt. verordneten): Ausschu Donnerstag nachmittag 6 Herford, 29. Okt. an der Werre.) Am St wurde die Ehefrau des Anstiftung und der Arbe hier wegen Mordes in nommen und dem Richter umfangreiche Untersuchung die beiden Pusonen so Festnahme geboten ersch einer Reihe von Jahren haftete Frau verwerfliche Ermordete, der solches## und dieserhalb sehr oft verursachte, hatte sich Tiunke ergeben. Odglei redlich für seine Familie Frau unb quem genorden. diese befreundeten Frauen daß sie eine Belohnung g jemand ihren Mann beseit tage hatte in Abwesenheit Teinkgelage stattgefunden, Kepfe der Frau ein teufl Als der ebenfalls betrunk. der Heimkehr sein Abendb. wurde er von seiner Frau am Werreufer zu schnei Rückkunft verlangte die Fr die tiefer am Flusse stänk wollte damit bis zum warten, wurde aber von drängt, die Raten noch zu besorgen und schließlich unterm Arme gefaßt und zur Werre führt, geleitet. dem Parre auf dem Fus Gange ist Brockjeld nicht u Beide Pirsonen bestreiten Einem Einjährig=Freiwilligen wurden am Freitag vormittag, als er sich im Dienst befand, aus seiner Wohnung in der Lex burgstraße eine silberne Zylinderuhr mit Goldrand nebst einer silbernen Kette und ein Portemonnaie mit 135 Mark Inhalt entwendet. Der Täter ist vormittags 9½ Uhr von der Qzartierwirtin in besagter Wohnung betroffen, er hat sich daan als Bruder des Einjährigen ausgegeben, sich entschuldigt, daß er, ohne sich anzumelden, sofort in das Zimmer seines Bruders begeben habe und weiter erwähnt, er sei soeben mit der Bahn angekommen und habe nicht gewußt, an wen er sich hätte wenden sollev. Der Wirtin sind diese Angaben derart glaubwürdig erschienen, daß sie ihm dann gleich noch Kaffee und Brödchen ins Zimmer gebracht hat. Nachdem dann der Einjährige vom Dienst zurückgekommen ist, hat sich herausgestellt, daß er von dem angeblichen Beuder, der sich inzwischen längst entfernt hatte, in besagter Weise bestohlen worden war. Der Täter soll ein zirka 40jähriger, etwa 1,75 Mtr. großer Mann mit dunklem Anzuge, dunklem Haar, dunklen starken herabhängendem Schnurrbart und frischem vollem Gesicht sein. Minden, 30. Okt.(Die OffiziersHubertusjagd) wurde hier am Sonnabend abgehalten. Ein Feld von ca. 40 Ritern, meist Artillerieoffizieren, hatte sich am Mittag auf der Wiese an der bunten Brücke eingefunden, um die übliche Hubertussuchssagd zu veranstalten. In gestrecktem Galopp gings unter der bunten, der Esenbahn= und der Straßenbrücke her die Weser entlang, über Gräben und Hecken, der Fuchs voran, das Feld geschlossen hinterher. Gleich hinter der Schützenhalle auf Kanzlers Weide gewann Leutnant von Ludwiger vom hiesigen Artillerieregiment die Führung und in ganz samosem Anlauf hob er aus. Damit hatte die Jngd ihr Ende erreicht Es wurde Hallali geblasen und an die Reiter und die Damen der übliche Huberlusbruch verteilt. Von der bunten Brücke aus haben zahlreiche Personen dem interessanten Schauspiel zuPspz„„(Mind. 3t6) Miaden, 30. Ott.(Ordensverleihung.) Der Richsanzeiger veröffentugt vie Verleihung des Allgemeinen Ehren zeichens an den pinsionierten Eisenbahnwagenmeister Jakob Geldschmidt, hier, und den pensionierten Bahnwärter Heinrich Franke zu Dankersen im Kreise Grasschaft Schaumburg. Bad Oeynhausen, 26. Okt.(Stadtbaumeister.) Laut,O yah. Anz.“ hat der Magistrat den Architekten Georg R. Schultze aus Beomberg für den hiesigen Stadtbaumeisterposten probeweise auf ein Jahr berusen. Herr Schultze war früher Stadtbaum ister in Myslowitz und ist gegenwärtig als technischer Hilfsarbeiter beim Polizeipräsidium in Berlin beschäftigt. Sein Antritt wird voraussichtlich schon am 1. November erfolgen. forschungen ergaben jedoch, daß der Rock, den Lachmann an jenem Abend getragen, mit Blut besudelt ist, auch hat die verhaftete Frau laut„Herf. Kreisbl.“ im Untersuchungsgefäagnis dem Lachmann zugerufen:„Hermann, laß Dich nicht verblöffm, ich verra'e keinen, es gehören Beweise dazu.“ Herford, 29. Oktob(Auf dem Wochenmarkte) kosteten Montag das Pfund Butter 120—125 Pfg., Eier 75—85 Pfg, Spinat 10—12 Pfg., 8 viebeln—10 Pfg, Rosenkohl 25—30 Pfg., Schwarzwurzeln 25—30 Pfg., Wurzeln—4 Pig, Kartoffeln —4 Pfg., Aepfel—10 Pfg, Birnen —10 Pfg, Trauben 30—40 Pfg., Tomiten 25—30 Pfg, Zvetschen—6 Pfg., 1 Kopf Blumenkohl 10—50 Pfg., Wirsing, Wißkohl—15 Pfg., Rotkohl—20 Piz.. Salat—5 Pfg., Braunkohl—6 Kopf 10 Pfg., 1 Bund rote Beete, weiße Rüben, Kohlrabi 10 Pfg., Wurzeln 10 Pfg., Rettige, Radieschen 5 Pfg, Steckrüben 1 Stück 5 Pig Sellerie—8 Pfg., 1 Zentner Aepfel 6,00—.00 Mk., Kartoffeln.00—3,50 Mark, 1 Shock Weißkohl 3,00 Mark. Bünde, 29. Okt.(Die Preise für junge Schweine) sind nach der ,B Ztg.“ etwas herabgegangen und augenblicklich ist das Angebot größer als die Nachfrage. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Gütersloh 29 Ottover.(Bei dem Brande) des Gehöfts des Kolons Zimhagen ist leider ein Menschenleben zu beklagen. Die vor Beginn des Brandes nur allein im Hause anwesende geistesschwache Person, die Witwe Jansen, die als Haushälterin tätig war, ist in den Flammen um gekommen. Nachdem man sie nach dem Brande nicht mehr bemerkte, sachte man unter den Trümmern und fand sie als verkohlte Leiche. Wie das Feuer entstanden ist, ist bisher noch unbekannt. Gütersloh 29 Oltober.(KirchenKonzert) Am nächsten Sonnabend, den 3. November, wird der Musikverein im Verein mit dem evangel. Kirchenchor abends 8 Uhr ein großes Kirchenkoazert veranstalten. Das Programm ist künstlerisch sehr feinstianig zusammengestellt von dem Dirigenten, Heren Musikdirektor Christiansen, und hat das Kirchenjahr zum Gegenstand, dergestalt, daß die Hauptfeste in Motetten, wirkungsvollen Gesangksolls und Orgelstücken musikalisch zum Ausdruck kommen. der Gendarm einen Schuß in den Arm. Mehrere andere Personen wurden leichter verletzt. Einer der Exzedenten wurde virhaftet. Elberseld, 27. Oktober.(Ueber die Bekämpfung der Unkeuschheit) mit besonderer Berück ichtigung der verderblichen Wirkung der unsittlichen Literatur beschloß die Kreissynode Elberfeld eine Resoluton, die den Städten Elberfeld, Cronenberg und Ronsdorf zugehen soll. Die Eiberfelder Sy rode zieht aus Ersahrungen der Seelsorge, insonderheit der Gesängnisseelsorge ven Schluß, daß Zucht und Sitte in Haus und Familie durch schwere Mißstände gefährdet sind. Besonders die erscheeckind: Z inahme der Sitt lichkeits verbrechen an Kindern erfüll: die Sy tode mit großen Sorgen. Zur Unterdrückung der Uasittlichkeit und des Verbrechens empfiehlt die Synode, auf die der Völlerei, der Unzucht und dem Verbrechen dienenden zahlreichen Lokalen mit weiblicher Bedienung und auf die Nachlcisés ein schärferes Aug; zu haben, da sie die Teaffpunkte von Dirnen, Zuhältern, Glücksspielern und Taschendieben seien. Die Sygode empfi hlt weiter in scharfer Weise gegen diese Lokale vorzugeben.(R5 W. 38.) Vermischtes. den Kreise Herford. Herford, 29. Okt.(Eine Stadtverordneten) Ausschuß= Sitzung findet Donnerstag nachmittag 6 Uhr statt. Herford, 29. Okt.(Die Mordtat an der Werre.) Am Sonnabend nachmittag wurde die Ehefrau des.mordeten wegen Anstiftung und der Arbeiter Lachmann von hier wegen Mordes in Untersuchung genommen und dem Richter übergeben. Das umfangreiche Untersuchungsmaterial war für die beiden Pursonen so belastend, daß die Festnahme geboten erschien. Schon seit einer Reihe von Jahren betrieb die ver haftete Frau verwerflichen Umgang. Der Ermordete, der solches nicht dulden wollte und dieserhalb sehr oft häusliche Szenen verursachte, hatte sich cus Kummer dem Trunke ergeben. Odgleich er immer noch redlich für seine Familie sorgte, war er der Frau unb guem genorden. Mehrfach hatte diese befreundeten Fcauen gegenüber geäußert, daß sie eine Belohnung geben würde, wenn jemand ihren Mann beseitige. Am Mord tage hatte in Abwesenheit des Mannes ein Teinkgelage stattgefunden, worauf in dem Kepfe der Frau ein teuflischer Plan reiste. Als der ebenfalls betrunkene Brockfeld nach der Heimkehr sein Abendbrot verzehrt hatte, wurde er von seiner Frau gebeten, Weiden am Werreufer zu schneiden. Nach der Rückkunft verlangte die Frau dickere Weiden, die tiefer am Flusse ständen. Der Mann wollte damit bis zum anderen Morgen warten, wurde aber von seiner Frau gedrängt, die Ruten noch am selben Abend zu besorgen und schließlich von seiner Frau unterm Arme gefaßt und in die Twegte, die zur Werre führt, geleitet. Lachmann folgte dem Parre auf dem Fuße. Von diesem Gange ist Brockseld nicht mehr zurückgekehrt. Beide Personen bestreiten die Tat. NachAus den Nachbarprovinzen und Staaten. Osnabrück 27. Okt.(Die Lohnbewegung der Zigarrenarbeiter) dauert an. Das Angebot der Firma I. Walken horst in Werther auf best mmte B garrersorten 25 Pfg. zuzulegen, ist von den Arbeitern abgelehnt worden. Die Firma Wessel u. Wachtmann in Oenabrück hat auf sieben Sorten 50 Pfg., auf die übrigen 1 Maik zugelegt Die Firma Schöning in Blotho bewilligte auf 2 Sorten 75 Pfg. und auf alle übrigen 50 Pig In Lppstadt dauert der Ausstand bei der Firma Knippenberg u. Linden fort. Die Sottierer der Firma C. R. Schlüter Sohn in Osnabrück haben ihre Kündigung eingereicht. Bei den Firmen Donnerbeig, A Beff u. Co, sowie Izel brink in Oknabrück sind die Arbeiter eden fallz um Lohnerhöhung eingekommen. Weiter wird mitgeteilt, daß bei der hiesigen Firma Donnerberg nachdem die Einigungsverhand lungen gescheitert sind, sämtliche Arbeiter die Arbeit niedergelegt haben. Essen, 27. Okt.(Zur Bergarbeiterbewegung.) Un seiner Belegschaft vor Augen zu führen, in welchem Maße die Durchschnittslöhne der Belegschaft in den letzten Jahren gestiegen sind, bringt der Kölner Bergweiksverein eine Zusammen stellung der Durchschnittslöhne für die Zeit April 1903 bis September 1906 durch An schlag zur allgemeinen Kenntnis. Aus der Zusammenstellung geht nach der„Rh.=Wesif Ztg.“ hervor, daß gegen die niedrigsten Löhne, welche seit dem Jahre 1900 gezahlt wurden, bis zum März 1905 die Böhne für die Kohlenhauer um Mk 0,34= 700 pCt., die Löhne für sämtliche Bergarbeiter um Mk. 0 25= 616;C. zugenommen haben und bis zum letzten Monat September eine Steigerung der Löhne für die Kohlen hauer von Ml. 092— 18,93 pCt, der Löhne für sämtliche Bergarbeiter von Maik 0,66— 16 26(:. stattgefunden hat. Köln 29 Otober.(Blutige Ausschreitung) In Heerlen belästigten in einem Restaurant drei aus.stfaien zuge reiste angetrunkene Bergleute die Gäste und gaben mehrere Revolverschüsse auf die Anwesenden ab. Ein Gendarm feuerte hierauf ebenfalls Schüsse ab, wodurch zwei unbeteiligte Personen sofort getötet wurden. Ein anderer Gast erhielt eine Schußwunde im Gesicht, einer der Bergleute einen Rivolverschuß ins Bein, Kerlin, 29. Okt. Bei Rathenow wurde eine weinliche Pe son von 36 Jahren vom Zuge überBohnbos Oebksfelde demn Gleisen des Lähnhofs Preil... wurde ein verunglückter Resender tot aufgesunden. „Köln, 27. Oktober. In einem Hause in der Echaafenstraße fand man die Leiche des Schlossers Säct, die in einen Sack genäht und vollals Ballen verpackt mit einer Begleitadresse nebst Bestimmungsort Frankfurt a. M. versehen per.„Man nimmt einen Giftmord an. Repolts Seliebte, eine Arbeiterin, ist seit Sonnabend ver schwunden. 29. Okt. In Dreidorf kam der Deutsche Klawitter mit dem Polen Ciemny in Streit; die Unterhaltung drehte sich angeblich um den polnischen Schulstreik. Hierbei erschlug Klawitter seinen Gegner. Hamburg, 29. Okt. Heute früh sind hier und in Altona die Besatzungen der Fischdampfer, außer den Kapiänen, Steuermännern und ersten Maschinisten, in den Ausstand getreten Die von See kommenden Dampfer werden entlöscht und dann von der Besatzung verlassen. 26 Okt Zwei Vergiftungen von Kindern durch Nachtschatten haben hier ereignet. Ein fünsjähriger Junge und ein elsichalteriges Mädchen naschten im Garlen, Blätter erzählen, Beeren eines NachtDer Krabe ist gestorben, das Wätchen vilicht zu ritten. „Würzburg, 26. Okt. Heute beging in n tzingen die Witwe Barbara Kühnert ihren 105. tag Die Greisin ist noch rüstig und verfügt über einen gesunden Appetit. Sie erzählt noch gerne von der Zeit, wo Franzosen und Russen die fränkischen Lande durchzogen. 29. Okt. Der König von Sachsen ist mit seinen beiden ältesten Söhren nachmittags 3½ Uhr hier eingetroffin um an der Vermählungsfeier des Prinzen Johann Georg von Sachsen teilzunehm n. Batavia, 29 Okt. In Barupu auf Celedes ist der Häuptling Puargtiku mit 900 Anhängern gefangen genommen worden. Es ist dabei vel Beute in die Hände der niederkandischen Truppen gefallen. New York, 29.“t Einelektrischer Zug der Penny vania Etenbahn stürzte gestern nachmittag durch die offen: Zug brücke bei Pleasant ville(New 9 scy) in das zwischen Arlant'c City und dem F stlande liegende.wässer. Eire große An zahl Personen büßten bei dem Unfall ihr Leben ein. 44 Persoren wurden bis Muternacht geborgen Man 'aubt, daß noch 25 bis 50 Leichen im Wssr liegen. (Kniages Umgang'mit Menschen) scheinen sich die Herren vom Verlage als auch der Ridaktion des„Ararchift“ gerade richt zur Rchtschnur zu rehmen, wenn sie Briefe schreib n. Das mußte jemand erfahren, der das Blatt abon iert und ein Vierte jahr gelesen hatte. Als er dasse be trotz Abbestellung weiter erhielt, machte er die Expeditior höflich darauf aufmerksam, doch fortan von der Zusudurg abzusehen, er habe sich nur orientieren wollen und jtzt sei er gesättigt vom Anarchit mus. Darauf erhielt er dem„Vorwärts“ zufolge folgenke Zuschrift: Werter Herr! Im Besitze Ihrer Karte vom vorigen Monat beeilen wir uns, Ihnen mitzuteilen, daß wir hocherfreut waren zu lesen, daß ein halbjähriges Studium der anarchistischen Press; gerügt hat, um Ihren anscheinend zerrütteten Geisteszustand zu realisieren. Durch den Satz„Daß Sie von u sirer Presse jetzt genug haben," lassen Sie uns ein Lob zuteil werden, welches wir kaum verdienen. Sollte d ssen ungeachtet, wie es der Fall zu sein scheint irgend eine Ecke in ihrem Schädel noch richt völlig gesund sein, so empfehlen wir Ihnen einen halbjährigen Aufenthalt im Herzberge zu nehmen. Im übrigen werden wir uns erlauben in nächster Zeit durch ein paar hand und schlagfeste Genossen die Rechnung für die hal jährliche Behandlung einziehen zu lassen. Sollten Sie der eventuellen Massage unserer Genossen nicht bedürfen, so ersuchen wir um Einsendung des B trages. Sie schulden uns.64 Mk. In aller Ehrsurcht zeichnen Verlog und Redaktion des„Anarchist“ (Vorwurf) Witwe(schluchzend zum Arz'): „Nun ist mein guter Mann doch gestorben, ach, Herr Dok or, da hätten Sie ihm zuzuterletzt auch nicht noch's Bier zu verbieten brauchen" Literarisches. Der Kunstwart. Rundschau über Dichtung, Theater, Musik bildende und angewandte Künste mit Bildern und Noten. Herausgegeben von Ferdinand Avenarius, verlegt bei Georg D. W. Callwey in Munchen. Vierteljährlich(6 Hefte) 3,50 Mk. In ganz neuem Gewande erscheint jitzt der Kunstwart zu Beginn seines 20. Jahrgangs. Im ganzen Bervollomapen einer noch geschmackgest deicst er auch dußerlih einen noch geschalaubeuleren Umschlag. An den Jahrgasog nuen G## firner zu erkennen, daß auch inhalt#is:.“ an der Vroolkommnung gearbeitet wiro; dies guli nicht zum Mindesten auch von den beigegebenen Kunstbeilagen, die einen prächtigen Schmuck jeder Bildermappe bilden. Der Kunstwart ist der beste Wegweiser zu den Quell n, aus denen ein unerschöpflicher Born der Freude und Gehuheten Keb: für jeden , M t o t i e n f l i e ß t, A n r e g e n d, n i e m a l s f a c h m a n n i s c h langweilig führt er zu rechtem Schauen und Fühlen anleitend zu frohem Genießen. Das zeigen die litgrax'schen Beiträge, zu denen wieder die besten ## vrkannten Mitarbeiter des Kunstwarts beigesteuett haben. So hat der Kunstwart seit nunmehr 19. Jahren eine außerordentlich große Gemeinde auer Beoildeten um sich gesammeli, er bildet jetzt gewissermaßen eine Z nteale der deutschen ästhetischen Der gering bem ssene Preis bei der Fülle des Gebotenen und der Gediegenheit der Ausstattung läßt es erklärlich erscheinen, daß der Kunstwart eine so ungeheure Verbreitung gesunden hat und daß die Zahl seiner Abonnenten in stetem Wachsen begriffen ist. Der Segen, der von einer so ernst am Volkswohl mitarbeitenden Zeitschrift, sowie von den zahlreichen mit ihr in Verbindung stehenden„Kunstwart Unternehmungen“ ausgeht, ist natürlich jetzt noch gar nicht abzuschätzen. Jedenfalls ist aber die Verbreitung des Kunstwaits selbst ein recht beredtes Zeichen für seine erfreuliche Wirksamkeit auf dem Gediete ästhetischer Kultur. Man Verlange beim Verleger oder bei irgend einer Buchhandlung Probehefte.-vatent Liste geschützter Erfindungen westfälischer Erfinder, heraus gegeben vom VerbandsPae=Bureau Brust, Filiale Bielef ld, Klosterplatz, Telefon 610. Den Abonnenten dieser Zeitung wird Rat und Autkunft in Patentangelegenheiten kostenlos erteilt 1. Patent= Anmeldungen. 428 Ziehseder mit Vorrichtung zum Anzeichen der Strichstärke. Bernh. Hunsemann, Tetekum i. W. 51e Tcomptte mit Stimmzug zvischen den Bentilen und dem Schall.ohr. Zus. z. Anm. P. 29261. Jos. Köhler, Hagen i. W. PatentErteilungen. 63b Durch Federdruck und beim Zurückhalten der Türe. Durch Zurückschieben der Deichsel in Tätigkeit treter de Wagenbremse. Friedrich Engelbrecht, Ennigloh b. Bünde. 161 Gebrauchsmuster. 21e Hebelschalter für Staikstrom mit auf einer Walz: aus Isoliermaterial angeordneten Kontak federn Rich. Giersiepen, Barmen, Appellstr. 10. 34e Vorrichtung zum Aufhängen und Niederlassen der Tragstangen von Gardinen usw. mit Simsleiste für Lambreguins dergl. Franz Arens, Bochum, Alleestr. 22. 474. Gelenkiger Riemenverbinder mit mittels Nosen einseitig begrenzter Drehfähigkeit. Jos. Böcker, Untergrüne b. Iserlohn. 471 Säurefestes Rohr mit innerem Anstrich aus Bitumen=Emussion. Jul Krümpelmann, Datteln i. W. Oeffentlicher Dienststelle: Meteorologisches Observatorium Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 80 bis zum Abend des 31 Oktober 1906. Starke südliche Winde, veränderliche Bewölkung, zunächst trocken, später Niederschläge. T mperatur nicht erheblich geändert. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 80 Oktober 1906. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., hier. Niedrigst Thermomiterstand in der Nacht+ 5 Thermameterstand um 10 Uhr vorm.+ 9 e. Barometer 74 6 cm. Wind: Süd Oft. Himmel: heie Nachrichten Berlin, 30. Okt. Das Befinden des Kaisers gibt zu keinerlei Besorgnissen Anlaß. Die leichte Erkältung des Monarchen bedingt nur, daß der Kaiser sich zur Zeit nicht einem anhaltenden Aufenthalt im Freien aussetzt. Die Krankheitserscheinungen dürften in wenigen Tagen behoben sein. "— Am Sonntag hatte Herr von Iswolski nach einer Unterredung mit dem Reichskanzler und dem Unterstaatssekretär Dr. v. Mühlberg dem Auswärtigen Amt einen längeren Besuch abgestattet. Köln, 30. Okt. Der„Kölner Ztg.“ zufolge wird aus Berlin telegraphiert: Nach den bisher hier vorliegenden Nachrichten streiken zur Zeit etwa 40000 polnische Schulkinder. Greiz, 30. Okt. Nicht weniger als 50 Einwohner von umliegenden Ortschaften von Greiz hatten sich wegen Verhöhnung kirchlicher Einrichtungen vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten. Am dritten Osterfeiertage hatten sie dadurch Unfug getrieben, daß sie am hellen Tage eine Bierleiche beisetzten, wobei ein imitierter Pastor und ein Küster mitwirkte. Die beiden letzteren erhielten wegen öffentlicher Beschimpfungen kirchlicher Gebräuche und Einrichtungen 2 Monate bezw. 6 Wochen Gefängnis. Die übrigen kamen mit Gefängnisstrafen von ein bis drei Wochen hinweg. Stadt-Theater. Dienstag, den 30. Oktober 1906, Anfang 7½ Uhr. Stein unter Steinen. Mittwoch, den 31. Oktober 1906. Anfang 7½ Uhr. Zum 4. Male: Der Abt von St. Vernherd. Vor-Anzeige: Montag, den 5. November 1906, Einmaliges Gesamtgastspiel der Kgl. Preußischen Hofschauspielerin Ress Poppe mit ihrem Ensemble. Phaedra. Erhöhte Preise. Billetverkauf beginnt Mittwoch. (1Petn ### Sonntag, 4. November, abends 8½ Uhr im Vereinslokal General= Teesammtung. Tagesordnung: Cv. Ränner= u. Jünglingsverein „St. Johannis“ zu Bielefeld. Johanniskirchplatz 3. Conntag, 4. November er., 1. Festspielfond. Bericht über die Ausschußsitzung in Kassel. 3. Arbeitsplan für den Winter. 4. Verschiedenes. Die Mitglieder werden zu zahlreicher Beteiligung freundlich und dringend eingeladen. Der Vorstand. NB. Vom Kassierer werden auch Mitglieder=Beiträge erbeten. Tapisserie-Ausstellung! Den Empfang sämtlicher in diesem Jahr erschienenen u. ganz besonders vielseitigen Neuteiten der Taosserie- Brauche beehre ich mich anzuzeigen und lade zum Besuch meiner in übersichtlicher Weise abends 8½ Uhr: Außerordentliche Aufnahme. Alle stimmberechtigten Mitglieder werden gebeten, vollzählig zu erscheinen. Nachm. 3½ Uhr: MitgliederGeschichte; Indacht. Knabenabteilung. Nachm. 4½ Uhr: Unterhaltung; Geschichte: „Holf“; Andatzt. Ravensberger Streich-uartett. Barkhausen, Harbaum, Schulz und Pradel. I. Kammermusik-Abend u 12. November in der„Eintracht“ Kanst-Salen Otto Fischer geordneten Austelbag von Damen höfl. ein. Alekänder Kompe Verein junger Männe Bielefeld, Papenmarkt 2. Sonntag, 4. November er., Aeltere-Abteilung. abends—8½ Uhr: Freie, gesellschaftl. Unterhaltung; 8½—9¼ Uhr: a. Bericht von Herrn Bansmann über: Die III. Allgem. deutsch. Christl. Techniker=Konferenz zu Frankfurt a. M. am 6. und 7. Oktober. b. Bericht von Herrn Walkenhorst über: Die Herbst=Konferenz des Verbands gläubiger Handlungsgehülfen für Deutschland zu Dortmund am 7. Oktober. 9¼—10 Uhr: Mitglieder= Versammlung und Aufnahme neuer Mitglieder. Jugend-Abteilung. Nachm.—6½ Uhr: Mitgliederversammlung und Bericht der Delegierten von der Helferkonferenz in Essen. Jeder junge Mann ist freundlichst eingeladen. Der Vorstand. Kollektiv-Ausstellung Karl Freiherr von Ledebur Dresden. Eintritt 25 Pfg. Obernstrasse 8. Zur geneigten Kenntnisnahme für Cigarettenraucher! Für die infolge des Cigarettensteuergesetzes erheblich verteuerten importierten Cigaretten flnden Sie vollwertigen Ersatz in Salem- Aleikum-Cigaretten. Dieselben sind nach orintalischem System mittels Handarbeit, unter Verwendung der gleichen Rohmaterialien, wie die Im Ausland erzeugten Cigaretten hergestellt, und genügen den höchsten Ansprüchen. Preise der Salem Aleikum-Cigaretten: No. 3 4 5 6 S 10 Sat esten: das Stück 3½ 4 5 Toon Mal= und Beichrnschult Käthe Braun Kl. 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Oktober geburt der christlich des Evangeliums. nicht nur d einzelnen Christen. hoch und wert? Pfund, mit dem e schämen sich seiner holen ihn nur im anderen vergraben i und wollen nichts Freilich dieser Sche Gefäßen, in geringer in den Jüngern I aller. Zeiten, in d Länder, in den Hel blutiger Wahlstatt. Gemeinden in der 8 aber, was sie am Schetz besitzen. Ir Anstalten und Arbeit der Liebe ohne Lohn der gue Kern, der desto herrlicher bervot Schale war. Die bergen das Himmelr heit ist unsere Kraft. die Kast Gottes ir belebt die Toten, sie sie treibt die Trägen, User Schotz wird un heit hat allezeit urd Aber wir verzagen Geist der Besreiung der Finsterais und e und Stelenfrieden dur anders wird das Se Welt befreit als durch Handel Ein stoizes Gefüh eives jeden Deutschen auf den Aufschnung, und der deutsche Har! genommen haben. A Anfängen, haben sie sie in der Weit ernorbei deutsche Außenhat del der Welt einnimmt u britischen zurücksteht, von rund 12 Millia Milliarden Mark des er werigstens zu 2/3 err Mit ebenso berechti Deutschland auch auf Handelsflotte blicken, Fleiß geschaffen hat, Die schnellsten Fahrten Schiffen gemacht, und von rund 15 v. H. so englische und frar zösisch Handels flotte weist im Har delt flotten die Während die englischen und Dampfer, eine von 506 Tonnen habe Schiffe 560 Tonnen gro größe der deutschen D 1066 Tonnen gegen n englischen Dempfer. 12000 Tonnen Brut dampfern, die es in im Jahre 1905 gab, das größte die„Kaiseri mit 25000 Tonnen, an