Nr. 242. ##der Geschäftsstelle u. #n allen Postanstalten ., bei täglicher ZuParss in Beleseh 6., durch Brieswüger 1,42 M. Postzeitungsliste Nr. 5381. Bielefeld Montag, 15. Oktober 1906. Jahrgang Anzeigengebühr für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Erscheint lechsmal wöchentlich Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. Zistorischer Kalender. 15. Oktober: Birgil, lateinischer Dichter, geb. 70 v Christo.— Torricelli, italienischer Mathematiker und Physiker, geb. 1608.— Dannecker, Bildhauer, geb. 1758.— Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen, geb. 1795. — Wilhelm v. Kaulbach, Maler, geb. 1805. — Eröffnung der Berliner Universität, 1810.— Koseinsko, gest. 1817.— Turnvater Jahn, gest. 1852.— Feier der Vollendung des Kölner Doms, 1880— Hissung der deutschen Flagge auf den Marschallinseln, 1885.— Fr. Zarncke, Germanist, gest. 1891.— König Georg von Sachsen, gest. 1904. „Denkwürdigkeiten“?! Was aus den jitzt veröffentlichten Denk würdigkeiten des früheren Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe in den Zeitungen wiedergegeben wird, macht einen nicht nur peinlichen, sondern geradezu abstoßenden Eindruck. Man begreift es, daß unser kaiserlicher Herr seinem Unwillen über die Veröffentlichung dieses kleinlichen Klatsches in der Depesche an den Fürsten Philipp Hohenlohe Ausdruck gab. Gerade daß seine gelegentlichen im Plauderton und im Vertrauen auf Dit kection leicht bingeworfenen Aeußerungen in die breite.ffentlighkeit gebracht werden, muß dem Kaiser besonders peinlich sein. Sehr zu bedauern ist, daß Fürst Hohenlohe diese Dinge überhaupt der Aufzeichnung wert gehalten hat, denn es sind wirklich keine Derkwürdigkeiten, sondern Denkunwürdigkeiten. Der greise Fürst hat es ja offenbar ehrlich gemeint und war einer boshaften Gesinnung fern, aber man erkennt, daß er für das Große keinen Sinn gehabt hat und zwar ein geschickter 'plomat war, namentlich wo es sich um Ausgleichungen handelte, daß er aber niemals ein Staatsmann gewesen ist, oder, wenn man ihn doch für einen solchen halten will, dem Fürsten Bismaick nicht bis an die Schäfte seiner Kürassierstiefeln heranreichte. Wir können deshalb nur dem „Reichsboten“ beistimmen, wenn er sagt: „Diese Denkwürdigkeiten stellen die höchsten Regierungskreise in die denkbar ungünstigste Beleuchtung, weil sie den Anschein erwecken, als behandle man dort die wichtiesten Angelegenheiten des Staates nur in der oberflächlichsten, plauderhaften, von persönlichen Sympathien und Antipathien beeinflußten Weise. Man hat davon gesprochen, die Erben Bismarcks sollten als Antwort auf diese Tagebücher mit ihren Ausfällen gegen den Altreichskanzler den dritten Band der „Gedanken und Erinnerungen" veröffentlichen. Das haben dieselben aber wirklich nicht nötig; denn in all diesem Klatsch über Bismarck, der in diesen Denkwürdigkeiten erthalten ist, steht die Gestalt des ersten Kanzlers groß da und wird von keinem von denen erreicht, die sich, wie Hohenlohe sagt, „wie die Schneckönige“ freuen, daß sie seine eiserne Hand nicht mehr über ihren kahlen Häuptern fühlen. Diese Klatschgeschichten aus den höchsten Kreisen in unsere durch die Kosonialskandale, die sozialrevolutionären Umtriebe, die ungünstige internationale Lage Deutschlands und in die über alles weit verdreitete Mißstimmung unserer Zeit hineinwerfen, daß ist ein Zeichen von politischem Unverstand oder patriotischem Leichtsinn, der bei allen errsten Patrioten Born und Entrüstung hervorrufen muß. Man weiß, daß Bismarck seine scharfen Ecken und Kanten hatte, aber man weiß auch, daß er ohne sie dieser eckige Recke ihn auf seinem starken Nacken emportiug zu den Höhen des deutschen Kaiserthrons. Wer Politik in Glacehandschuhen mit leichtem Dinerklatsch treiben und jederwanns Freund sein will, der bleibt besser davon.“ Der Pariser„Matin“ sagt, Bismack sei zwar 1890 überwunden worden, aber seine Politik beseele und lenke gleichwohl die deutsche Politik weiter. Der Kaiser habe Bismarcks Methode zu der seinigen gemacht. Die römische Presse interessiert ebenfalls die durch die Publikation in Deutschland entfesselte Polemik; sie äußert unverkennbare Befriedigung über den verursachten Skandal.„Pepolo Romano“ sagt, Kaiser Wilhelm habe trotz seines jugendlichen Alters bei seiner Thronbesteigung schon in der kritischen Periode des Rücktritts Bismaicks die tiefe staatsmännische Einsicht bewiesen, die später so glänzende Bestätigung erfahren habe. Obgleich es eine widerwärtige Arbeit ist, so behalten wir uns dennoch vor, zur Kenn zeichnung der Gattung gelegentlich etwas von diesen„Denkwürdigkeiten“ mitzuteilen. Von der 19. General=Versammlung des Evangelischen Bundes in Graudenz. (Schluß.) An dritter Stelle begründete alsdann Pfarrer Kremers=Bonn folgende Kundgebung gegen den Ultramontanismus: „Der Essener Katholikentag hat die Losung ausgegeben: Zusammenschluß der Gottund Chiistusgläubigen aller Konfessionen zum Kampfe wider den Unglauben und Umsturz. Demgegenüber geben wir zur 19. Togung des Evangelischen Bundes versammelte Protestanten folgende Erklärung ab: Mit den Christen aller Kirchen und Konfessionen, die in dem Herrn Christo allein das Heil sehen, fühlen wir uns im Geiste eins. Jene Essener Losung aber ist rur eine Wiederholung der seit Gründung der konf ssionellen Zentrumspartei stets von ihr erlassenen Aufforderung zum politischen Zusammenschluß der„gläubigen Christen". Dieses Anfinnen weisen wir als verhängnisvoll für unser Vaterland und unsere evan gelische Kirche zurück. Wir erachten es vielmehr als Gewissenspflicht, unsere evangelischen Volks. genossen und iesbesondere die von jiner Seite als „gläubig", angesprochenen Kreise vor einem Eingehen auf das angebotene Bündnis zu warnen. Denn bei aller Anerkennung der Ehrlichk it, mit der viele fromme Katholiken meinen, uns auf diese Weise die Hand zu bieten, können wir doch in jener Tendenz des Katholikentages nichts anderes erkennen als den geschickten Versuch, die Macht der die römischen Interessen in erster Linie vertretenden Zentrumspartei zu stärken und jene „Freiheit der Kirche" erobern zu helfen, die unvereinbar ist mit den Grundlagen des souveränen nationalen Staates und eine beständige Bedrohung des konsessionellen Friedens bedeutet. Unsere evangelische Losung dagegen ist: Freie Entfaltung der Libentkräfte der Reformation, welche sich von jiher als volks= und staatserhaltend erwiesen haden. Zusammenarbeiten mit allen Schaffensfreudigen, wilche dem Vaterlande dienen wollen, auf allen Gebieten der cheistlichen Gesittung und Volkswohlfahrt. Aber kein Bündnis mit dem Zentrum und keinerlei politische Unterstützung dieser parlamentarischen Interessenvertretung der römischen Kirche. Denn die römische Kirche ist kein Bollwerk gegen Revolution und Umsturz, und„noch jeder politische Verbündete des Ultramor tanismus war schließlich der Betrogene". Diese Kundgebung wurde einstimmig angenommen. Nach einem Festessen im Schützenhause sand em Abend in der Festhalle kortselbst eine Aufführung des Lutherfestspiels von Devrient statt, bei der zahlreiche Graudenzer nicht das hätte durchführen können, was er Bürger mit ihren Frauen mitwirkten. durchgeführt hat.— Keiner van; denen* Donner#tag, den 11. Oktober, zogen in Den ig eine herzliche Begrüßung durch den Vorsitz nden des Darziger Zweigvereins, Pfarrer Brausewetter Danzig, statt, der sich eine Besichtigung der erinnerungsreichen Stadt anschloß. Am Nackmittage entbot in der unvergleichlich gewaltigen und stin mungsvollen Marienkirche Generalsuperintendent D. Doeblin einen„Gruß dim Evangelischen Bunde, dem Wächter im deutsch evangelischen Geistesleben“, und der vielgeliebte und vielgehaßte Führer der Los von Rom Bewegung, Kirchenrat D MeyerZw'ckau, schilderte in seiner machtvollen und tiefgründigen Weise„den deutsch evangelischen Geist als Krastaulle und Wegweiser für die wirtschaftliche Betätigung unseres Volkes“ Ein zwangloses Abendessen im Schützenhause schloß die Danziger und damit die Gesamttagung. Garchgrfahrt hat.— Keiner von au venen, die da hinter seinem Rücken über ihn klatschen und den großen Kaiser Wilhelm bedauern, daß er diesen harten Marn so lange habe ertragen müssen, hätte durchführen können, was Bismarck durchgeführt hat und es zeigt zugleich die Größe seines Königs Wilhelm, daß er die Selbstverleugnung besaß, einen solchen Mann wie Bismaick so lange zu ertragen; er wußte, daß früher Morgenstunde die Bundesmitglieder und Vertreter der einzelnen Haupt und Z veigvereine zum Danziger Tag nach der.ovinzialhauptstadt, dem rordischen Venedig. Eine Rast wurde zur Besichtigung der hochinteressanten Marienburg gemacht, deren Schätz= und Schönheiten unter sach kundiger Führung bewundert wurden. Um 3 Uhr fand im herrlichen Artuehofe zu Aus der Rheinischen Mission. Ende September 1906. (Schluß.) Nach seiner Rückkehr leitete Inspektor Spiecker die Versammlungen der wichtigen Korf=renz der Hereromissiorare, die in Oijimbingwe vom 16. bis 23. September über die Neugestaltung und Erweiterung ihrer Arbeit in Deutsch=Südwest=Afrika berieten. In den beiden Sammellagern Omburo und Oljihaenena hatten die Rheinischen Missionare Kuhlmann und W. Diehl bis zum 1. August 8722 Herero gesammelt; darunter waren ca. 2300 Männer mit ca. 320 Gewehren. Dieser Erfolg fand die Anerkennung der Behörden in solchem Maße, daß Gouverneur von Lindequist Ende Juli noch eine 3. Sammelstelle in Oljosongombe am Waterbera errichten ließ, die dem Missionar I. Olp(Oijimbirgwe) übertragen wurde. Schoa in den ersten Wochen fanden sich dort mit Hilfe des zurückgekehrten Groß manns Timotheus 700 Herero mit ca. 70 Gewehren ein. Da Otjosor gombe viel räher am Gebiet der noch vorhandenen Herero werste liegt, konnte Omburo aufgehoben werden. Ebenso nurde die Sammeltätigkeit in Otsihaenena eingestellt, weil der dortige Missionar von Mitte September ab eine neue Sammelstelle in dem weit im Osten bei Govabis gelegenen Ombakaha einrichten sollte. Daraus kann auch die in missio narischen Dingen auffillend einseitig berichtende südafrikanische Presse ersehen, daß auf Veranlassung des Gouvernements das friedliche Sammeln der zerstreuten Herero auch jtzt noch fortgesetzt wird. Omburo und O jihaenera bleiben von je 20 Herero familien besetzt, die unter Leitung eines Missionas, bezw. Sani älssoldaten die dort gemachten Gartenanlagen weiter#flegen sollen. Die überraschende Nachricht, daß gleichwohl vom 1. September an wieder scharfe militärische Patrouillenritte unternommen würden zur Säuberung des ganzen Feldes von allen Eingeborenen hängt mit dem Weglaufen unterworfener Herero von ihren Arbeitsplätzen, mit mehreren Diebstählen und mit der Furcht ver Ueberfällen zu sammen. Vielleicht hätten zur Herstellung der Ordnung auch polizeiliche Maßregeln genügt. Auch spielt erfahrungsgewäß beim Weglaufen die voraufgegangene Behandlung eine wichtige Rolle. Endlich muß hervorgehoben werden, daß das militärische Vorgehen nur für das Land westlich ron der Linie Oifihaenena=Waterberg angeordnet ist, um hier vollkommene Sicherheit herzustellen. Die östlichen Gegenden bleiben bis auf weiteres für die friedliche Samnelarbeit affen. Zum Schluß sei festgestellt, daß von haben vertrauensvell die Anordnungen des Missionars erfüllt und zum Teil mehr getan, als ein billig denkender Mensch von ihnen erwarten konte. Daß es eine aktive Friedenspartei unter den Herero gibt, ist in erster Linie der evangelischen Mission zu verdanken. Es hat sich gezeigt, daß trotz aller Verirrung ein guter, brauchbarer Kern im Volke vorhanden ist, der bei richtiger Behandlung zum Vorschein kommt. Die verständige Fürsorge für die Eingeborenen ist die wichtigste von allen Kolonialaufgaben. An maßgebender Stelle in Wirdhuk ist dies längst erkannt. Der Otffentlichkeit gegenüber muß dies aber stets aufs neue betont werden. Gott helfe, daß die missionarische Arbeit in Schule und Kirche nicht aus Mangel an Arbeitskräften und Mitteln hinter dem wirtschaftlichen und politischen Wiederaufbau zurückbleiben muß. G. Haußleiter den Herero, die bisher als Boten von Omburo aus ihre Volksgenossen aus dem Felde zurückholten, nur 5 9/0 Christen waren. Die andern waren Heiden. Aber auch sie Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 14 Oktober. Major Fischer, der zweitälteste O fizier des Oderkommandos der Schutztruppe und ehemaliger Vorstand der Bekleidungsabteilung, ist, wie dem„.=.“ mitgeteilt wird, gestern, Sonnabend, aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Gleichzeitig ist das Strafverfahrer, das wegen des Verdachts der Bestechung Ende Juli d. J. gegen ihn anhängig gemacht worden war, eingest Ut worden, da die Ermittlungen, die nahezu ein Vierteljahr hindurch in eingehendner Weise nach dieser Richtung geführt worden sind, strafrechtlich Belastendes nicht ergeben haben. Unberührt bleibt das ehrengerichtliche.rfahren, das gegen den Major Fischer schwebt und darauf begründet wird, daß er Hindlungen vorgenommen hat, die mit seiner Stellung als Ofizier nicht.reinbar sind. Hiefigen Blättern zufolge zweifelt man an amtlicher Stelle nicht daran, daß die Veröffentlichung der Memoiren des dritten Reichskanzlers, für die du Prinzen Alexander die Veranlwortung triff', dessen freiwilligen oder erzwungenen Rücktritt von seinem Amte als Beziekspräsident in Kolmar zur Folge haben wird. In den letzten Tagen haben wiederholt Sitzungen des Sächsischen Gesamtministeriums stattgesunden. Diese Beratungen sind besonders in der nicht sächsischen Pesse eifrig kommentiert und mit einer neuen Wendung in der MontignosoAffaire in Verbindung gebracht worden. Wie wir zi verlässig erfahren, haben allerdirgs verschiedene Sitzungen in dieser An geleger heit stattgefunden, es handelte sich aber nicht um eine neue Wendung, sondern lediglich um die Ausführung von zwei Haup punkten des im Mai 1905 zwischen den Vertretern des Königs und der Gräfin Montignoso geschlossenen Vertrages. Diese beiden Haupspunkte beiri ff.n eine Begegnung der Gräfin mit ihren älteren Kindern, sowie die Ueberzabe der Prinzessin Anna Monica Pa an den sächsischen Hof. Diese Uebergabe an einen Bevollmächtigten des Könics war schon vor einiger Zeit durch die Gräfia angeboten worden und sellte sich bereits im Mai vollziehen; sie verzöger'e sich aber zum Teil infolge des Radunfalles, den die Gräfin damals erlitt. Vollständig erfunden ist die Behauptung, daß der Gräfin eine Geldentschädigung angeboten worden sei, ebenso, daß das Privatleden der Gräfin irgend welchen Anlaß zu Erörterungen gegeben habe. Der nationalliberale Abgeordnete und Vizepräsident des Reichstages, Geh. Regierungsrat Hermann Paasche, etats mäßiger Prosessor an der Technischen Hochschule zu Czarlottenburg, hat seinen Abschied aus dem Staatsdienste genommen. Die hessische Regierung hat, wie uns der Draht meldet, eine Gesetzvorlage au allgemeine Erhöhung der Gehälter für die Volksschullehrer des Groß. herzogtums fertiggestellt. Die Vorlage sieht eine Erhöhung sämtlicher Lehrergehälter vor und wird dem Landtag sofort nach Wiederzusammer tritt zuzehen. Das Höbstgehalt wird nach dem neuen Gesetz 3000 Mk. betragen. Posen, 14. Okt. Am heutigen Sonntage wird von allen Kanzeln der Erzdiözese Enesen Posen ein Rundschreiben des Erzbischofs Stableweki virlesen werden, worin der Erzbischof energisch betont, daß nur der in der Muttersprache den Kindern erteilte Religions= Unterricht erfolgreich und zwick mäßig sei. Stuttgart, 13. Okt. Laut„Sckwäb. Merkur“ ist die Meldung, wonach Prinz Alexander zu Hohenlohe mit der Deutschen Verlagsanstalt zu Stuttgatt nach Bekanntgabe der kaiserlichen Depesche Verhandlungen angeknüpft hätte, die eine vorläufige Inhibierung der Expedition der Mem oiren herbeiführen sollte, unrichtig. Ein Versuch, die Ausgabe des Memoirenwerkes zurückzuhalten, sei nicht gemacht werden. Der Aufstand in Afrika. Die„Tägl. Rundsch.“ druckt einen Brief aus Windhuk vom 12. September ab, der gute Post über die künftigen Ansiedler unseres Schutzgebietes bringt. Es heißt dort u..:„Um einen Ueberblick über die Anzahl der Schutztruppler zu erhalten, welche gewillt sind, nach Beendigung des Krieges im Lande zu verbleiben, ist auf Ansuchen des Gouvernements vom Truppen kommando eine Umfrage bei sämtlichen Truppenteilen angestellt. Bis jetzt haben die eingegangenen Meldungen die sehr erfreuliche Zahl 591 erreicht. Hierunter befinden sich eine Menge Unteroffiziere, auch eine nicht unerhebliche Zahl von Offizieren will als Farmer im Lande bleiben.... Aber auch sonst siad in der Kriegszeit viele Leute ins Land gekommen, die nun dauernd hier bleiben wollen. Die Anträge auf Farmenkäufe haben in allen Teilen des Landes mehr und mehr an Zahl zugenommen. Kürzlich reiste auch ein Beauftragter einer Reihe deutsch russischer Familien nach Europa zurück, nachdem derselbe mehrere Monate das Land bereist hatte. Das Ergebnis dieser Reise war die Auswahl eines größeren Landgebietes im Bezirk Gobabis; dieses Gebiet wurde auch von der Regierung zur Verfügung gestellt. Wahrscheinlich werden die in Frage kommenden Familien im nächsten Frühjahr im Schutzgebiet eintriffen. Diese Hinweise mögen dafür genügen, daß es an Anfiedlern in nächster Zeit nicht fehlen wird.“ Aus dem Auslande. Paris, 13. Oktober. Der Präfekt des Departements Seine Insérieure hat neun weitere Bürgermeister ihres Amtes enthoben, die die von den Lehrern aus den Schulen entfernten Kruzifixe von neuem hatten anbringen lossen. Paris, 12. Okt. Major Dreyfus hat seinen Dienst in der Artilleriedirektion von Vircinnes aufgenommen, wo er speziell die Abteilung für Mobilifierung leitet. Er denkt nicht daran, seinen Abschied zu nehmen, sondern will seine militärische Karriere fortsetzen. Paris, 12 Okt. Die Stämme in der Oase Tafilelt und in den benachbarten Grenzbezirken bereiten einen Kriegszug gegen die französischen Milttär posten vor, der mit Eintritt der Regenzeit beginnen soll. Leiter des Zuges soll ein Verwandter des Sultans von Marokko sein. Paris, 12. Oltober. Die Budgetkommission der Kammer prüfte gestern das Armeebudget für 1907 und strich dabei 30 Millionen an außergewöhnlichen Ausgaben für Kiegsmaterial. Man erinvert sich, daß ein Teil dieser besondern Ausgaben noch auf die Marokkoaffäre zurück zuführen ist. Rußland. Der Oktoberverband erklärt in einer Resolution, daß er streng auf den Grundlagen des Manifestes vom 30. Oktober bleiben und sich nicht unbedingt auf die Seite des Kabinetts stellen werde; doch sehe er unter den gegenwärtigen Verhältnissen das Vorgehen des Kabinetts nicht als einen Verstoß gegen die Prinzipien der Partei an. Den Ausweg aus der gegenwärtigen bedrohlichen Lage des Landes sicht der Verband in der Wahl einer Volksvertretung, die nicht nur den Willen, sondern auch das Verständnis zur Schaffung und Festigkeit konstitutioneller Ordnung und bürgerlicher Freiheit besitzt. Dies Programm des Verbandes macht in Regierungskreisen einen guten Eindruck. Die Regierungs blätter schreiben, alle Freunde einer fried lichen Entwicklung Rußlands werden aus dem Pozramm der Oktobristen die Gewißheit erhalten, daß ihre Ueberzeugung richtig und lebensfähig ist Der heilige Synod hat angeordnet, daß am 30. Oktober in allen Kirchen des Reiches ein Gottesdienst zur Erinnerung an die Errettung Alexinders III. aus Todesgefahr bei dem Eisenbahnunfall von Borki und an das kaiserliche Manifest ein Dankgottesdienst stattfinden soll. Aus dem Ausland eingetroff ne Anarchisten, die eine große Menge Sprengstoff:, darunter 30 Pfund Dynamit, bei sich führten, wurden in Petersburg verhaftet. Aus dem Hafen Libau sind in der letzten Woche 546 Auswanderer in See gegangen. Wie aus Lodz telegraphiett wird, hat der Kriegsbezirkschef den Befehl des Kriegsgouverneurs .tiikau veröffentlicht, demzufolge alle Industriellen, die ihren Arbeitern während des jtzigen Streiks Lohn bezahlen, 3000 Rubel bezahlen müssen oder mit drei Monaten Gefängnis bestraft werden. Derselbe Befehl erging an die Kaufmannschaft. Bei Turch suchung einer armenischen Kirche in Schuscha wurden im Altarraum 29 geladene Bomben, Gewehre, Patronen, Dolche und Säcke mit in Petroleum getränkten Hobelspänen gefunden, die dazu bestimmt waren, die Kirche in Brand zu setzen. In einer anderen Kirche fand man 17 geladene Bomben. Drei Priester sowie mehrere Angestellte der Kirche wurden verhaftet. Spanien. Fünf Bischöfe der Diözese Burgos haben an die Regierung ein Schreiben gerichtet, in dem sie heftig gegen den Liberalismus Widerspruch erheven, und feststellen, daß man den bürgerlichen Gesetzen den Gehorsam verweigern müsse, sobald sie sich im Widerspruch mit den Rechten der Kirche befänden. Auch der Bischof von Tuy stellt fest, daß seine Erklärungen keineswegs einen Widerruf enthalten.— Du werden also die Gerichte doch noch in Tätigkeit treten müssen. Parteibewegung. (Den Polen vereinen des Ruhrgebiets) wurde vom Bischof in Müster der Zutritt zu den Kirchen für ihre Fahnen versagt, falls sie nicht ihre Satzungen änderten und hir fort als Kirchenvereine gelten wellten. Darauf haben 30 von 41 Vereinen den Beschluß gesaßt, 1. sich nur in polnischen Vereinen zusammenzuschließen und sich dort rur der polnischen Sprache zu bedienen, sich auch dieses Recht durch niemanden schmälern zu lassen. 2 Nur Geistlichen, die die polnische Sprache beherrschen, die Aufsicht einzuräumen. 3. Daß nur ein geborener Pole Vorsitzender und Leiter der Polenvereine sein könne. 4 Wenn die Polenvereine sich nicht zum Verdande zu sammenschließen könnten, so wären sie dem Verfall anheimgestellt. 5. Wenn infolge dieses Beschlusses die Fahnen nicht mehr in den Kirchen zugelassen werden sollten, so würden diese Fahnen photographiert, in einem Album gesammelt, mit entsprechender Adresse durch eine Deputation dem Papste in Rom überreicht werden.— Von den anwesenden Vereinen hatten 30 den Beschluß unter zeichnet, während 3 weitere sich die Entscheidung vorbehielten; die nicht vertretenen 8 Vereine sollen zur U terzeichnung aufgefordert werden.— Das bedeutet eine runde Absage an den Bischof. (Zum nationalliberalen Parteitag.) Wie jtzt mitgeteilt wird, sell die Stimmung der„Alten“ gegen die„Jungen“ auf dem Goklarer Parteitag der Nationalliberalen am ersten Verhandlungstage eine derartig gereizte gewesen sein, daß ein Antrag auf Ausschluß der Jugendvereine = wenn man ihn gestellt hätte— mit überwältigender Mehrheit angenommen worden wäre. Aber dann kam der Um chlag. Die halbe Nacht lang sollen, wie die„Deutsche Zeitung" schreibt, die Führer der JungUideralen, die Herren aus Baden und Köln, Leipzig und Dresden, Berlin und Friedenau zusammengesessen und beratschlagt haben. Da fand man denn, daß man den Bogen nicht überspannen dürfe. Und am Sonntag vormit ag hielt dann der berühmte Jungliberale Doktor Warwitz aus Friedenau bei Berlin eine äußerst scharfe Rede, in der er — umschwenkte, abschwenkte, einschwenkte. Auch der Abgeordnete Prosessor Friedberg hatte nämlich vorher den Trennungsgedanken ziemlich deutlich an die Wand gemalt. Die Prteileitung und die beiden purlamentarischen Fraktionen, die nur in dem Anschluß nach rechts alles Heil erblicken, haben also auf der ganzen Linie gesiegt, und die Jungliberalen mußten in ziemlich gedrückter Stimmung den Kampsplatz verlassen. Sie haben es nicht einmal durchsetzen können, daß ihnen von der Parteileitung eine positive Zusscherung gegeben wurde, daß die Pirtei in Westfalen keine Vereinbarung mit dem Z utrum wegen gegenseitiger Sicherung der in ihrem Besitz befi dlichen Reichstags mandate triffen werde. Ein westfälischer Delegierter stellte im Gegenteil ausdrücklich fest, ob die Partei mit dem Zentrum zu. sammengehen werde,„werde sich finden". In manchen Wahlkreisen sei ein Erfolg gegen die Sozialdemokratie ohne Verständigung mit dem Zentrum ausgeschlossen. Gericht und Rechtsprechung. Bielefeld, 18. Oktober.(Schwurgericht.) Unter Ausschluß der.ffentlichkeit wurde heute vor dem Schwurgericht gegen den aus der Strafhaft vorgeführten Gelegenheitsarbeiter Heinrich Lnnenbrügger gt. Fischer von Brackwede verhandelt Der Angeklagte, welcher zurzeit eine wegen Diebstahls erhaltene Gefängnisstrafe versüßt, hat im übrigen schon 10 Jahre Zuchthaus abgesissen. Wie die Beweisaufnahme und das Urteil ergab, hat der Angeklagte am 26. Mai d. Die gnädige Frau. Erzählung von A. Burg. 91(Nachdruck verboten.] „Sie sind nicht erloschen daron— sie haben nach irnen geweint, nicht wahr?“ „Du bist eine kleine Schwärmerin, Inge, ich kann dir in jene Sphären nicht folgen. Siehst du, ich stehe mit meinen beiden Füßen immer fest in der Welt, aber mit dem Weinen hat es wohl seive Richtigkeit. Frau von Sommereck ist eine tief beklagenswerte Frau, und daß sie, nachdem sie einmal nach heißem Kampf überwunden hat, nicht verbitterter geworden ist, sondern freundlich, gerecht und duldsam ihren Weg geht, das ist ein großer Segen, nicht nur für die, die ihr näher treten, sondern auch für sie selbst.“ Und ihr Mann— der Herr v. Sommereck, ist sie Witwe? „Bitte, liebe Inge, sei mir nicht böse; du weißt, ich bin eine wahre, gerade Nitur, und ich weiß nicht, ob es recht ist, wenn ich dir davon erzähle. Frau von Sommerick ist von ihrem Manne geschieden, lange, lange Jahre schon. Sie hat ihn sehr geliebt, die Verhältnisse traten dazwischen, nun lebt sie hier ein stilles, zurückgezogenes Leben. Du wirst sie ja näher kennen lernen, es ist besser, man si det sich allein zueinander.“ „Der arme Junge“, sazte Inge, und sah sich verstohlen noch einmal um.„Wie alt ist er?“ „Hans Ezon von Somm rick ist zwanzig Jahre alt, denke dir, Jage, welch eine tiefe Seelergial für eine Mutter!— Früher tat es ihr immer weh, wenn sie unseren Konrad sah, der allerdings einige Jahre älter ist, sie kam fast nie zu uns, wenn er zu den Ferien daheim war. Aber nun scheint sie auch das überwunden zu haben. Sie hat eben eine große Seele." „Und das Fräulein Reiter, die aus Berlin gebürtig und darauf ungeheuer stolz zu sein scheint?“ „Das ist ihre Gesellschafterin— ebenfall: seit langen Jihren schon. Darin ist man in Sommereck überhaupt p tiiarchalisch Der Herr in mittleren Jahren, der da am Tennisplatz las, ist ein armer Student, der, weil er eben zu viel und zu verschie denes studierte, nie dazu kem, seine Examina zu machen, sondern immer nur„Privatgelehrter“ werden wollte. Dazu fehlen ihm aber alle Mittel, er fror und hungerte Durch Zufall hörte Frau von Sommerick von ihm und lud ihn zu seiner Erholung vor nunmehr zehn Jahren nach Sommereck ein. Er kam hier an mit seinen Büchern und seinem Cello und hat es seitdem nie wieder verlassen. In seiner harmlosen Art fand er.fallen an Hans Egon, und dieser, sonst scheu und furchtsam, faßte Zuneigung zu Doktor Meder. So blieb er hier und ist so eine Art Begleiter für Hans Egon geworden. Der hat rämlich rur eine wirkliche Liebhaberei außer den Kinderspielen, mit denen er sich meist beschäftigt— für die Musik. Nichts erfreut ihn mehr, als Doktor Meders Cellospiel, und so ist auf diese Art allen dreien geholfen. Ein fortgesetztes Zusammensein mit dem Sohne würde die zarte Frau von Sommereck aufreiben, Doktor Meder aber in der Stadt unrettbar Mangel leiden, während er hier in Sommereck ein geregeltes Leben führt. Er hat übrigens schon ein ganz interessantes Werk über vergleichende Sprachforschung geschrieben.“ „Ich hätte nicht gedacht, daß ihr hier so inter ssante Leute hättet, Sophie." „Oho, kleine Inge, meinst du, die interessanten Leute wachsen nur in Berlin?“ Schloß Sommereck lag längst hir ter ihnen der Weg, der nun etwas steil hinanstieg, führte direkt in den Wald. Hohe Buchen, knorrige, dickstämmige Eichen, J. in der Nähe von Brackwede an einer ihm bekannten geisterkranken Frauensperson ein Sittlichke itsverbrichen verübt. Der Gerichtshof erkannte gegen den Angeklagten auf 2 Jahre und 6 Monate Zuchthaus und auf 5 Jahre Ehiverlust. Lokales und Provinzielles. Bielefeld, 15 Oktober. (Allerhöchster Dank.) Ein Gedicht, betitelt:„Prinzessin Viktoria Luise und ihre Kammerfrau“, das vor einigen Wochen in der Sonntagsbeilage der „Neuen Westfälischen Volkszeitung“ abgedruckt wir, ist Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Viktoria Luise eingesandt worden. Darauf hat Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Ihren Allerhöchsten Dank dem Dichter in folgendem Schreiben Allergrädigst aussprechen lassen: „Berlin, den 12. Oktober 1906. An Herrn Korrektor Conrad Strube in Bieseld. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin haben mich beauftragt, Ihnen für das an Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Viktoria Luise von Preußen eingesandte Gedicht den Allerhöchsten Dink auszusprechen. Freiherr von Mirbach.“ (Dem Kontordiener Franz Duhme,) welcher seit 32 Jihren ununterbrochen in dem Geschäfte der Firma A. H. C. Westermann Söhne in Treue und Ehren tätig is, ist von Sr. Moj. dem Könige das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Die Dekorotion wurde ihm am Freitag vom Herrn Oberbücgermeister Geheimen Regierungsrat Bunnemann mit den besten Glückwünschen überreicht. (Belohnungen.) Die den königlichen Reaierungen durch Runderlaß vom 8. Mai 1893 erteilte Befugnis, solchen Personen, welche durch ihr Verhalten bei Löschung von Waldbränden sich Anspruch auf besondere Anerkennung erworben haben, Belohnungen mit der Maßgabe selbstständig zu bewilligen, daß bei jedem einzelnen Waldbrande die Belohrung dea Betrag von 30 Ml. auch dann nicht übersteigen darf, wenn mehrere Personen dabei beteiligt gewesen sind, ist vom Herrn Minister für Lundwirtschaft, Do nänen und Forsten dahin erweitert, daß sie ermächtigt sein sollen, jenen Personen Belohnungen bis zum Gesamtbetrage von 100 Mark für jeden einzelnen Brandfall selbständig zu bewilligen. (Gemischte Ehen.) Der Kuliusminister gibt den nachgeordneten Behörden Kenntnis von einem Beschlusse des Kammergerichts, der sich auf den Begriff der gemischten Ehe im Sinne des Landrechs bezieht. Die Bestimmungen des Landrechts über den den Kindern aus Ehen von Pirsonen verschiedenen Glaubens bekenntnisses zu erteilenden R ligionsunterricht, wonach in der Regel die Kinder in der Religion des Vaters zu erziehen sind, siad demnach nur auf konfessionellgemischte Ehen, d. h. auf Ehen zwischen Angehörigen verschiedener christlicher Konfessionen, nicht aber religiös gemischte Ehn, d. h. auf Ehen zvischen Christm und Nichtchristen, anzuwenden. (Soziale Fürsorge des Eisenbahrministers.) Minister Breitenbach hat zu Gunsten der Eisenbahnarbeiter eine Anordnung getroffen, die beweist, daß er entschlossen ist, auf dem Gebiete sozialer Fürsorge die Wege seines Vorgängers zu wandeln. Während nämlich diejenigen Arbeiter der Eisenbahn, die zu einer militätischen Uebung her angezogen werden, seither für deren Dauer dazwischen am Rande vereinzelte schlankBirken, hier und dort ein dunkler Nadelbaum— das war das Gepräge, das jetzt die königliche Forst annahm. Noch zehn Schritt, und dicht an einer Waldlichturg das idyllische Förstereigehöft, vor dem der Wagen des Forstmeisters hielt. Der alte Herr stand im Gespräch mit dem Förster und zwei Forstaufsehern vor dem Hause, und aus der Haustür trat die jugendliche Förstersfrau, um Sophie und Inge zu begrüßen und zum Eintceten aufzufordern. Schmuck und sauber war(8 im Forsthause. Rehkronen zierten die Diele und das Wohnzimmer, in dem die hübsche Frau für die jungen Damen schnell einige Gläser frische Milch auftrug und den acht Wochen alten Hubertus, das Pitenkind Sophies, mit mütterlichem Stolze präsentierte. „Wie klug er all guckt, nicht wahr, Fräulein Sophie? Ja— ja, das wird ein Staatsjurg;, nach den Kronen sieht er sich schon um, dem stickt mit dem Jägersamen schon der Jäger im Blut!“ (Fortsetzung folgt.) keinen Lohn bezo heirateten Arbeite Jahr im Staate in solchen Fällen gezahlt werder. (In der Al gestern von der Beschluß des Pre zur Kirche bei nur unter Vorzeig sort gestattet wi vom Parramt un geben. We wr Einrichtung berei Ein großer Teil leider die Traus und stö t durch s# halten die heilige *e-(Die Wer Gildemeister& Freitag untir dem Paderstein ihre 7 o ab, welche von 12 770 Stimmen vertre ordnurg wurden gl. schlag gebrachten Div gestellt. Sämtlichen Mitglieder des Auff wieder gewählt. Vorstand überdie 9 Das Wak ist dis an fähigkeit beschäftigt. Austräge übersteigen des vorjährigen Bei Werke somlt eine Be aus, sodaß die Aussich (Kunst= Salon moderne Aueste Diesmal hat sich der jungen beachtenswert stellt. Julius Gerstr 60 Gemälden, Aguai Bielefelder Kunstpul Augenblick muten u fremd an, Gerstmann seits vom Wege den zu wandern gewohnt verschmäht jede Zudi stellt an das Auge# an sein Herz und Gem kurz es ist nicht ganz Was ist ihm die Hau ich antworten, aber klärung geden, um Man muß das Wort Beigeschmacks entklei mann ganz und gar Kunst speicht am über die er sich aus seinen sieht man weite kahl ein Baum, einsam u ein schmaler Wasserst der Ferne verliert. 1 mit seinen roten Dä Auge zu fassen. Das würde den Durschnitt kommt Gerstmann u. Landschaft. Ee umkle Flitter, er dchtet# könnte, allerlei hinzu, und ehrlich; aber mit heezlichen Gefühl entt licher Reize Die WeitBäumestehen wieeinsat Der Bach gleitet, ein dir Ferne entgegen grüßt so warm und schauer traute Eriane Sel gkeiten. Des In geholt, jede Runrce Empfi den mit dim verklärt. Das ist die uns gibt. Ich stehe einen Heimatskünstler für urdeutsch zu erkl Jahren verschiedentlick und hat sich dort reic Umweg mag wichtig sein, aber es ist ein 1 im Norden und sie: auf andern Boden be steht hier ein Talen Heff ungen brechtigt. sich seiner Kunst nicht (Shakespeares gewaltigsten TeagödiSonnabend in urser gültiger Weise in Sze bei unsern Lesern als be ist hier auchzwiederholt hat dahe Gelegn heitz Beistl selbst leittte die prachtvolle, mehrfach de würdige Bilder dar werigstens für das P unvermeidbare viele S Wir konnten d von n# steller der Titelrolle ist gesetzt. Leai muß ra dargestellt, dann hö t n trieben, sucht sich diese ist er matt und kein Urteil verdient der Le mann alles Lob. De kündigend, traten so Charakterfehler Leais, 2 und Eitelkeit, mächtig dann der Wahnsinn in ∆ Steigerung ki. zum bracht. Eber so war Schlußszenen en Arffssung von Eiczel wollen wir nicht rechte Bühnenberühmtheiten sehen, müssen aber sage gestern richt befriedigt wollen wir nicht nah friedigte uns der Na mann, der Edaar des der vornehm von He Gloster Auch Heer dient genannt zu wer Damen war ebenfalls jagen hatten(Frl. Stollb mn Parkett nicht gut zu twede an einer ihm uensperson ein SittDer Gerichtshof erin auf 2 Jahre und 5 Jahre Ehiverlust. ovinzielles. d, 15 Oktober. .) Ein Gedicht, Ziktoria Luise rau“, das vor onntagsbeilage der zeitung“ abgedruckt Hoheit der Prineingesandt worden. it die Kaiserin Ullerhöchsten Dank Schreiben Aller: Oktober 1906. rad Strube in Bieseld. iserin und Königin Ihnen für das an st die Prinzessin eußen eingesandte sten Dink ausvon Mirbach.“ ranz Duhme,) ununterbrochen in A. H. C. Westerd Ehren tätig is, ge das Allgemeine Dekorotion wurde errn Oberbücger= gsrat Bunnemann sen überreicht. se den königlichen laß vom 8. Mai solchen Personen, n bei Löschung Anspruch auf erworben haben, Maßgabe selbstei jedem einzelnen dea Betrag von übersteigen darf, dabei beteiligt geMinister für Lund) F o r s t e n d a h i n itigt sein sollen, ungen bis zum 100 Mark für I selbständig zu der Kuliusminister ehörden Kenntnis Kammergerichts, er gemischten Ede bezieht. Die Bes über den den onen verschiedenen eilenden R ligions= Regel die Kinder zu erziehen sind, nfessionellgemischte schen Angehörigen onfessionen, ncht i, d. h. auf Ehen schichristen, anzudes Eisener Breitenbach hat arbeiter eine Anseist, daß er entiete sozialer Fürigers zu wandeln. en Arbeiter der litätischen Uebung r für deren Dauer ereinzelte schlankn dunkler Nadelspräge, das jetzt Noch zehn Schritt, turg das idyllische der Wagen des im Gespräch mit orstaufsehern vor Haustür trat die im Sophie und m Eintceten aufsauber war(s zierten die Diele dem die hübsche ien schnell einige ig und den acht das Pitenkind tolze präsentierte. sicht wahr, Fräu, d a s w i r d e i n men sieht er sich dem Jägersamen tsetzung folgt.) keinen Lohn bezogen, soll künftig den verheirateten Arbeitern, wenn sie bereits ein Jahr im Staatseisenbahndierste tätig sind, in solchen Fällen zwei Drittel des Lohnes gezahlt werder. (In der Allstädter Kirche) wurde gestern von der Kanzel mitgeteilt, daß euf Beschluß des Preskylcriums der Zutritt zur Kirche bei größeren Trauungen nur unter Vorzeigung von Einlaßkarten hin sort gestattet wird. Diese Karten werden vom Parramt und vom B autpaar ausgegeben..e wr##en, besteht die gleiche Einrichtung bereits in einer Nachbarsta t. Ein großer Teil des Pablikums betrachtet leider die Trauungen als ein Schauspiel und stö t durch sein dementsprechendes Verhalten die heilige Hindlung *e-(Die Werkzeugmaschinen=Fabrik Gildemeister& Co, Akt Ges.) hielt am Freitag unter dem Vorsitz des Heirn Banguier Paderstein ihre 7 ordentliche Generalversammlung ab, welche von 12 Aktionäten besucht war, die 770 Stimmen vertraten. Alle Anträge der Tagesordnurg wurden glatt erledigt und die in Vorschlag gebrachten Dividende von 6% sofort zahlbar gestellt. Sämtliche nach dem Statui ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrats wurden durch Zuruf wieder gewählt. Hierauf berichtete der neue Vorstand übersdie Aussichten des Unternehmens. Das Wek ist bis an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit beschäftigt. Die am 12 d. M. vo liegenden Austräge übersteigen um das Dreifache die jenigen des vorjährigen Bergleichtages und sichern dem Werke somlt eine Beschäftigung auf Monate hinaus, sodaß die Aussicht als günstig zu bezeichnen ist. (Kunst= Salon Otto Fischer. Achte moderne Ausstellung.) Man schreibt uns: Diesmal hat sich der Fischersche Kunstsalon einem jungen beachtensweiten Talent zur Verfügung gestellt. Julius Gerstmann Märchen tritt mit etwa 60 Gemälden, Agzarellen und Pastellen an das Bielefelder Kunstpublikum.— auf den ersten Augenblick muten uns die Wirke des Künstlers fremd an, Gerstmanns Kunst führt ein wenig abseits vom Wege den der Kunstfreund gewöhnlich zu wandern gewohnt ist. Sie ist sehr zart, intim, verschmäht jede Zudringlichkeit und Protzerei und stellt an das Auge dei Beschauers, noch viel mehr an sein Herz und Gemüt die höchsten Anforderungen, kurz es ist nicht ganz leicht, sich ihr zu nähern. Was ist ihm die Hauptsache?„Stimmung“, kann ich antworten, aber ich muß dazu eine kurze Erklärung geden, um Mißverständnisse vorzubeugen. Man muß das Wort Stimmung seines romantischen Beigeschmacks entkleiden. Romantiker ist Geistmann ganz und gar nicht Die Stimmung seiner Kunst speicht am überzeugendsten aus den Bildern, die er sich aus seiner Heimat(Liegnitz) holte. Da fieht man weite kahle Wiesenstriche, hier und da ein Baum, einsam und verloren. Vielleicht auch ein schmaler Wasserstreifen, der sich langsam in der Ferne verliert. Und im Hintergrund das Dorf mit seinen roten Dächern, noch gerade mit dem Auge zu fassen. Das alles ist eigentlich öde und würde den Durschnittsmaler langweilen. Und nun kommt Gerstmann und entdickt die Seele dieser Landschaft. Ee umkleidet sie nicht mit romantischen Flitter, er dchtet nicht, was er wahrscheinlich könnte, allerlei hinzu, er ist naturalist sch getreu und ehrlich; aber mit seinem inter sivin warmen heezlichen Gefühl entdeckt er dabei eine Fülle köst licher Reize Die Weite dür kt ihm groß und keusch, die Bäumestehen wie einsame Helden, vom Sturm gezaust. Der Bach gleitet, ein Bild träumischer Sehnsucht, dir Ferne entgegen und der Himmel dort hinten grüßt so warm und innig herüber, daß dem Beschauer traute Erianerungen aufseigen, Sehnsucht, Sel gkeiten. Des Intimste der Dinge ist herausgeholt, jede Nuarce der Natur durch intensives Empfi den, mit dim sie erfaßt wurde, verstärkt, verklärt. Das ist die Stimmung, wie sie Gerstmann uns gibt. Ich stehe nicht an Julius Gerstmann einen Heimatskünstler zu neuren und seige Kunst für urdeutsch zu erklären. Er ist in den litzten Jahren verschiedentlich(nach Italien hinabgezogen und hat sich dort reiche Arsbeute geholt. Dieser Umweg mag wichtig und viell icht nötig für ihn sein, aber es ist ein Umweg. Seine Kunst wurzelt im Norden und sie wurzelt fest und kann nicht auf andern Boden verpflanzt worden. Zweifeklos steht hier ein Telent vor uns das zu starken Hoff ungen brrechtigt. Auch die Bill felder kürften sich seiner Kunst nicht verschließen köaren. (Shakespeares König Lear,) eine der gewaltigsten Teagödien aller Ziten, ging am Sonnabend in urserem Stadtthaater in mustergültiger Weise in Szene. Den Inhalt dürsen wir bei unsern Lesern als bekannt voraus setzen, das Stück ist hier auchzwiederholt aufge führt worden und man hat dahe Gelege heit zu Virgleichen Herr Direktor Beistl selbst leitete die Aufführung, die durchweg prachtvoll=, mehrfach der photogrephischen Aufnahme würdige Bilder darbot. Der eiste Akt litt, werigstens für das Parkeit, durch das freilich wehl unvermeidbare viele Sprechen nach der Hiaterbühne. Wir konnten d von nichts verstehen. Der Dar steller der Titelrolle ist der Kritik am meisten ausgesetzt. Leai muß rasen, wird er run demgemäß dargestellt, dinn hö t man.r Darsteller habe übertrieben, sucht sich dieser aber zu mäßizen, dann ist er matt und kein richtiger Lear. Nach unserm Urteil verdient der Lear des Herrn Georg St aß. mann alles Lob. Das rotwendig Folgende ankündigend, traten soglich im ersten Akt die Charakterfehler Lears, seine ungezügelte Leidenschaft und Eitelkeit, mächtig hervor. Sehr gut wurde dann der Wahnsinn in seinen Anfängen und seiner Steigerung ti. zum Höhrpunkt zum Ausdruck gebracht. Eberso war Herr Straßmann in den Schlußszenen en ichter Lear. Uebr die Arffssung von Eiszelheiten durch den Darsteller wollen wir nicht rechten. Wir haben den Lear von Bühnenberühmtheiten essten Ranges dargestellt gesehen, müssen aber sagen, daß wir gleichwohl vorgestern recht.friedigt waren. Auf andere Rollen wollen wir nicht naher eingeh n. Besor ders befriedigte uns der Naur des Herrn Adolf Steinmann, der Edaar des Herrn Heinrich Kamm und der vornehm von Herrn Verstl selbst gegebene Gloster Auch Heer Mantius als Edmund verdient genannt zu werder. Das Spiel der drei Damen war ebenfalls gut, doch war, was sie zu sagen hatten(Frl. Stollberg: Regan aus genommen) m Parkeit nicht gut zu verftehen. Allen Freunden unserer Klassiker können wir den Besuch des Theaters bei den Klassikervorstellungen sehr warm empfehlen. m.(Genehmigte Verlosung.) Dem Komitee für Hebung der Zacht gängiger Weger pferde in Baden ist die Erlaubnis erteilt worden, zu der mit Genehmigung der Großherzoglich Badischen Regierung im Jahre 1906 zu veranstaltenden öffentlichen Aus spielung von Pierden und Silbergegenständen auch im diesseitigen Staatsgebiete Lose zu vertreiben. m.(Besichtigung.) Am verflossenen Freitag fand auf dem Kaiser Wilhelms Platze eine Rvsion der Taxameterdroschken durch Polizei-Inspeklor Rose statt. m.(Schweineseuche) Unter dem Schweinebestande des Maureis Wilhelm Echternkamp hier, Feldstraße 18, ist die Schweineseuche ausgebrochev. Unter dem Schweinebestande des Arbeiters Wilhelm Niehaus in Gellershagen Nc. 94 ist die Rotlaufseuche aus gebrochen. Schutzmaßregeln sind angeordnet.— Die Roklaufseuche unter dem Schweinebestande des Fabrikarbeiters Wilhelm Diekn ann, Bauerschaft Schildesche Nr 90, ist erloschen. m(Festgenommen) wurde am Sonnabend auf dem hiesigen Wochenmarkte der Gelegenheitsarbeiter Alexarder K. von hier, weil er der Ehefrau eines hiesigen Arbeiters auf dem Wochenmarkte das Portemonnaie mit 14 Mark Inhalt aus der Tasche genommen hatte. m.(Gefunden) wurde ein Ballen mit Leinwand. m(Zugelaufen) ist ein grauer Pinscher. m(Pflegekinder und Schlaf stellenwesen.) Aus Anlaß des kürzlich stattgehabten Wohnungswechsels wird darauf hingewiesen, daß zum Halten von Pflege kindern gegen Entgelt die polizeiliche Genehmigung nachzusuchen ist, während andererseits beim Vermieten von Schlafstellen gegen Entgelt eine Anzeige auf vorgeschriebenem Formular beim zuständigen Polizeibezirk erstattet werden muß. Schildesche, 13. Oltob.(Eisenbahn unfall.) Gestern abend gegen 6½ Uhr wurde hier an der Bielefelderstraße in der Nähe des Pferdemetzgers Breder der Wagen des Kleinhändlers Köhne hierselbst von dem vorbeikommenden Kleinbahnzuge erfaßt und erheblich zertrümmert. Köhne hatte den mit Kartoff eIn beladenen Wazen unmittelbar im Geleise der Kleinbahn aussichtslos stehen lassen und dürfte denselben auch die Schuld zuzuschreiben sein. Aus den Kreisen Minden und Lübbecke Minden, 15.Okt(Die Einweihung des neuen Regierungsgebäudes) wird morgen, den 16 d.., stattfinden. Wie verlautet, werden der Minister des Innern und der Finanzminister an der Füier teilnehmen. Minden, 15. Oktoher.(Herr Dr. Cornelsen) ist nunmehr zrm Lankrat des Kreises Minden ernannt worden. Minden, 15 Oklober.(Diebstahl.) Nachdem in der Nacht zum 30. September aus einem Schaukasten am Hause der Witw: Todt, Overmarktstraße, 12 Spazierstöcke entwendet wurden, find in der Nicht zum 11 d. M. aus demselben Kasten wiederum 12 Söck: entwendet. Der Kasten ist in beiden Fällen gewaltsam getffiet. Täter und Verdleib der Söck= sind noch unbekannt. Barkhausen, 11. Okt.(Diebstahl.) Am letzten Sonataa find abends aus einem Hause hierselbst 70 Mark in Silber ge stohlen Ja Verdacht kimut eine männliche Pirson von kleiner Figur, welche mit einem I ckettanzug und Filzhut bekleidet war. gemeinde.) Heute morgen wurde im Hauptgottesdienste die Einführung unseres neugewählten Hilfspredigers des Herrn Pastor Cul Gottschalk jin. durch Herrn Sup.rintendenten Höpler=Kirchlengern vollzogen. Schon lange vor Beginn des Gottesdienst's waren sämtliche Plätze der geräumigen Münsterkirche besetzt, sodaß sich viele mit einem Stetp'atz begnügen mußten. Die Feier war eine recht erhebende, ein selten schönes Bild, den Vater neben dem Sohne stehend. Gott der Herr gebe ihm Kraft und den heiligen Geist in die Fußtapfen seines Vaters zu treten und wie dieser in seltener Treue und Hingebung zu wirken, so wird die Münstergemeinde eine leuchtene Kerze mehr haben, die manches Herz erleuchten und vielen zum Segen gereichen wird. „.Lötne, 12. Ok.(Ortskrankenkasse ####elo Mennighüffen.) In der gestrigen im Horstkotteschen Saale stattgefundenen GeneralVersammlung der allgemeinen Ortskrankenkasse Gohf=ld Mennighüffen wurde die Abtrennung des Kirchspiels Gohseld von dem Bezirke der alten Kasse genehmigt. Da wegen der Verteilung des vorhat dinen Reservefonds Miinungsverschiedenheiten herrschten, beschloß man, die Regelung dieses Punktes der Königl. Regierung anheimzustellen. Blotho, 12. Okt.(Auf dem heutigen iehmarkt) wurden für Ferkel 12 bis 15 Mk. gezahlt, Stancen kosteten 40 bis 75 Mk und alte Schweine und Szuen bis zu 160 Mk Gute Milchkühe wurden mit 350—400 Mk. das Stück bezahlt. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Gütersloh, 12 Okt.(Fahrkartenschwindel.) Unter dem Verdacht, gebrauchte Fahrkarten wieder erneuert und unter der Hand verkauft zu haben, wurde gestern abend der hiesige Bahr steigschaffner Hohmann verhaftet und dem hiefigen Amtsgericht zugeführt. Eine Blanko=Fahrkarte, welche für einen Schüler von hier aus nach Rick inghausen ausgestellt war, soll nach der„Güt. Zig" bei Abgabe von angenommen und in eine Rückfahrkarte nach Berlin umgeändert und auch für diese Reise verkeuft sein. Dadurch, daß diese Karte bei der Rückkehr von einem andern Bahnsteizscheffier angenommen wurde, ist der Schwindel aufgedickt worden. des imposanten Bauwerkes durch eigenhändige Abänderung des ursprünglichen Entwurft und sonstige Anordnungen einen bedeutenden Einfluß ausgeübt hat.— Die Minister Delbrück und Breitenbach haden heute mit dem Oberpräsidenten Wentzel, dim Unterstaatssekretär Holle und mehreren Regierungsräten die neuen Hafenanlagen in Harburg eingehend besichtigt. An den Kosten zu den Anlagen sind gegen den Voranschlag 200000 Mk. gespart worden, die eventuell zu einer Ecweiterung der Anlazen verwendet werden sollen. Sodann swurden der Köhlbrand und die Elbe befahren, abends gibt die Handelskammer Harburg ein Festmahl. Nürnberg, 14. Okt. Vor dem hiesigen Schwurgericht ging gestern nach dreitägiger Verhandlung der Prozeß wegen der Ausschreitungen Ausständiger vor der Motorfahrzeugfabrik Union am 17. August, in deren Verlauf der Streikführer Fleischmann von dem Arbeits willigen Thiel in Notwehr tötlich verwundet wurde, zu Ende. Fünf Angeklagtt wurden wegen Körpervirletzung zu Gefäggnisstrafen von ein Monat bis zu einem Jahre und sechs Monaten verurteilt die Frage auf Lindstiedersbruch wurde verneint. Breslau, 13. Okt. Im polnischen Arbeiterverein zu gegenseitiger Hilfe machte der Vorsitzende Krolik Mitteilung von der wachsen den Wahrscheinlichkeit eines Bergarbeiterstreiks in Oberschlesien. Die Siebeneckommission wirde auch an die oberschlesischen Grubenbesitzer ihre Forderung auf 15 Prozent Lohnerhöhung zichten, und, da der Widerstand der oberschlesischen Arbeitgeber vorauszusehen sei, müßte jeder Arbeiter des Streiks gewärtig sein. Budapest, 14. Okt. Heute nacht sind in der Nähe der Waffer fabrik in der Vorstadt Elisabethdo zwei Straßenbahnwagen zusammengestoßen. Hierbei wurden 28 Personen, darunter 6 schwer verwundst. Oeffentlicher Wettervienst. Dienststelle: Meteorologisches Observato rium Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 15 bis zum Abend des 16 Oktober 1906. Rechts diehende Winde, meist trocken, auf den Höhen leichter Nachtfrost. Uebersicht der Witterung Bielefeld, 15. Oktober 1906. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., hier. Niedrigst. Thermometerstaud in der Nacht+ 2 J. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 7 C. Barometer 75,0 cm. Wind: Nord. Himmel: heiter. Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arusberg. Dortmund, 13. Okober.(Schweres rubenunglück) In einem Schacht der Ziche„Borussia“, löste sich beim Ausmauern eines Schachtes ein Ring. Durch das hereinbrechende Gebiege wurden drei Leute, darunter ein Steiger, getötet. Vier Mann wurden verletzt. Aus den Kreise Herford. § Herford, 13. Oktober.(Stadtverordnetensitzung.) Der eingebraczte Antrag, die Zahl der Stadtverordeeten zu erhöhen, sond trotz lethfter Fürsprage keine Annahme. 1150 Mart zum Ausbau des Rkroratshauses werden bewilligt. Die Flucktlinien Päne werden genehmigt. Die Schlachthof= und höhere MädchenschulkasserRechnung gaben nur zu kleinen Monitas Verarlassung. 8 Herford, 13. Okt.(Selbstmord.) Heute nachmittag gegen 4 Uhr wirde der Tischler H. von seinem 14jährigen Sohne auf dim Holzboden erhängt aufgefunden. hinterläßt außer der Wtwe veun unversorgte Kinder Ob Nihrungssorzen oder sonstige gestge Umnachtung den richt fleißigen Mann zu der unglückseligen Tat Veranlessung gegeben hat, bleibt ein Rätsel. Tief zu bedauern und recht betrübend ist es, daß sich derartige Fälle in unserer Stadt in letzterer Zeit des öfteren wiederholen. Sollte wohl nicht die stetig wachsende Religionslosigkeit ein gutes Stück dazu beitragen. 8 Hersord, 14. Oktober.(Münsterden Nachbarprovinzen und Staaten. Essen, 13 Okt.(In der Mordsache Lake) hat die Polizei gestern eine neue Verhaftung vorgenommen und zwar handelt es sich um den Schlosser Niemer. Es ist nach der„Rh. Westf. Ziz.“ einer der beiden Personen, die sich durch ihr Benehwen verdächtig machten und zwar die jenige, welche die größte Aehnlichkeit mit dem zuerst virdächtigten Musiker Funke hat. Wie mitgeteilt wird, trägt Niemer immer einen Stein und einen Gunmischlauch als W ff: bei sich Alßerdem wurde festgest ll, deß sich Niemer abends gewöhnlich im Stad wald umhertreibt. Essen 13. Oktober.(Anläßlich der Vermählung des Fräulein Berta Krupp) wird an die Arbeiter die Srmne von 600000 Mark rerteilt. Vermischtes. Berlin, 13. Okt. Ein schwerer Automobilunfall des Rennfahrers Thaddäus Robl, bei welchem der Weltmeister seldst wie duch ein Wunder unverletzt blieb, nährn d sein Manager Hans Kühnbandner schwer vernundet wurde, er ignett sich gestern, nach dim„.=.“, bei Großenhain i. S. Berlin, 13 Olt Hiesige Blättr wissen zu berichten, daß der Inhaber des Warenhauses Wertheim an einer landschaftlich hervorragenden Stelle des H velufers, südlich Spardaus auf seinem Besitz ein Heine=Denkmal errichten lassen will, dessn Ausführung dem Bildhauer Prof. v. Uechtritz übertragen ist. Berlin, 12. Okt. Der zum Tode verurteilte Raubmörder Hennig hatte Anträge auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt. Diese Anträge sind, wie jetzt bekannt wird, zurück gewiesen worden. Hennig, der im Unter suchungsgefängnis Moabit interniert ist, versucht jetzt hin und wieder den Anschein der Geistes#rarkheit zu erwecken. Zu einer irrenärztlichen Untersuchung ist es bisher nicht gekommen. Erfurt, 18 Okt Auf der Strecke IlmenauGroß Breitenbach entgleisten heute vormittag von dem von Ilmenau um 7 Uhr 52 Min. nech Groß=Br.itenbach abgelassenen gemischten Zuge zwischen Ilmenau und Grenzhammer neun Wagen. Von dim Zugpersonal wurde nieman d, von den Passagieren zwei Personen leicht verletzt, doch ist der Materialschaden unbedeutend. Der Personenverkehr wud durch Umsteigen aufricht erhalten Hamburg, 11. Okt. Für die Eröffnung des neuen Hamburger Zentralbahnhofes ist nunn ehr der 9. Dezember in Autsicht genemmen. Man hofft, daß der Kaiser der Feier beiwohnen werde, zumal er an der Gestaltung Neueste Nachrichten. Berlin, 15. Okt. Bei der Einweihung des Posadowskyhauses in Pankow hielt Staatssekretär Graf Posadowsky eine Rede, in der er ausführte, er habe kürzlich in einer Schrift gelesen, daß Berlin im Jahre 1950 etwa 14 Millionen Einwohner zählen werde. Nach ganz zuverlässiger Wahrscheinlichkeitsrechnung brauche er diesem Erzignisse nicht mehr beizuwohnen. Aver die statistischen Angaben seien ein Fingerzeug, welche ungeheuren Aufgaben dem Staat und allen Gutgesinnten in Zukunft gestellt würden. Selbstsucht und gänzlicher Mangel an sozialem Verständnis bewiesen diejenigen, welche die soziale Fürsorge schon heute beschränkt sehen möchten. Ein jeder müsse nach seinen Kräften für den wirtschaftlich Schwächeren eintreten. Berlin, 15. Okt. Mehr 8000 Buchdrucker nahmen gestern im Zirkus Schumann eine Resolution an, in der der vorgelegte neue Buchdruckertarif einstimmig abgelehnt wurde. Berlin, 15. Okt. Reichskanzler Fürst Bülow hat sich von Homburg aus zum Kaiser nach Schloß Friedtichshof begeben. Berlin, 15. Oktober. Unter großer Teilnahme der Berliner Bvölkerung nahm gestern nach der internationale wettflug in Tegel seinen Anfang. stiegen 17 Ballons auf. Gelnhausen, 15. Oktob. Der Kaiser nahm nach einem kurzen Besuch in Gelnhausen an den Vermählungsfeierlichkeiten des Prinzen Albrecht von Schleswig Holstein mit der Gräfin Ortrud von Isenburg in Meerholz teil und begab sich dann nach Schloß Friedrichshof bei Cronberg. London, 15. Oti. Nach einer Meldung aus Hongkong int das kort ankernde Panzerch ff(?)„Konton“ gestern in.and geraten. Merrete ku dert Pessaziere, vo wiegend Czinesen, sind in den Fommen ims Liben gekommen. Die europlichen Passagere, sowie die Mannschist loarten g####entets gerettet weiden. Die ginze wertvolle Ladung in verloren feke Kinder mehl. Hervorragend bewährt bei Darmkatarrh, Diarrhoe, Brechdurchfall, etc. 0 9. Vereins-Konzert Sonntag, den 21. Oktober, 5 Uhr, auf dem Johannisberg. Leitung: Herr städt. Musikdirektor W. Lamping. Chor: Der gemischte Chor des Vereins verstärkt durch Mitglieder hiesiger Männergesangvereine. Orchester: Das verstärkte städtische Orchester. Solisten: Fräulein Clara Erler. Herr Emil Pinke. Herr Hess v. d. Wyck. J. Hayden: Die Schöpfung. Eintrittskarten zu Mk..—,.—,.— im Vorverkauf bei Herrn M. Pfeffer, Obernstrasse. Generalprobe Sonnabend, den 20. Oktober cr., 8 Uhr Johannisberg unter Mitwirkung sämtlicher Solisten. Eintrittskarten zu Mk..— im Vorverkauf bei Herrn M. Pfeffer, Obernstrasse. Ob Beranntmachung. Die Ausführung der V. Rieselfelderweiterung, einer Bachregulierung von etwa 1000 m Länge mit Wegedurchlaß und eines etwa 540 m langen Zementrohrkanals von 0,30 m durchmesser einschl. Mitlieferung sämtlicher Materialien soll in einem Lose vergeben werden. Verdingungsunterlagen sind bei unserer Kanzlei II für 2,50 Mk. zu beziehen, ebendaselbst sind schriftliche verschlossene Angebote mit der Aufschrift:„Angebot auf Ausführung der V. Rieselfelderweiterung in Heepen bei Bielefeld bis zum Eröffnungstermin am Freitag, den 26. Oktober 1906, vormittags 10 Uhr einzureichen. Bielefeld, den 12. Oktober 1906. Das Stadtbauamt. aimmer-Eir in grosser Auswahl Fritz Tiekötter Möbelfabrik, Niedernstr. 45. Die Spielen Sololt ohne irgend welche Notenkenntnisse und ohne Noten sämtliche Lieder, Tänze, Märsche etc. auf dem Klavier oder der Geige nach den Autsehen erregenden, phänomenalsten Methoden A. Joskhena’s. 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Flechten Hautausschläge. vervon Nur 1 Mark das Los! der XV. Strassburger-Loiterle Ziehung sicher 10. November Günstige Gewinnaussichten Gesamtbetrag I. W v. 39000 Mark Hauptgewinne 12500 Mark 1198 Gewinne zus. Mark 11 Lose 10Mk. Porto u. Liste 25 Ptg,extra. empfichlt das General-Debit I. Stürmer, A. Schweppe. V. Knchane Nacht. 26500 Lose a 1 Mf. 8 Belanntmachung. Die Bahnwirtschaft auf Bahnhof Bielefeld=Ost nebst Wohnung soll zum 1. November 1906 neu verpachtet werden. Die Verpachtungsbedingungen sind gegen Einsendung von 50 Pfg. (nicht in Briefmar'en) von unserem Rechnungsbureau, Zimmer 129, zu beziehen. Bestellgeld ist nicht mit einzusenden. Angebote, dem die durch Namensunterschrift anerkannten Bedingungen beiliegen müsen, sind portof#ei in verschlossenem Umlchlage mit der Aufschrift:„Angebot auf Pachtung der Bahnwirtschaft in BielefeldOst“ bis zum Sonnabend, den 27. Oktov. 1906, vormittags 11. Uhr einzusenden. Die Angebote werden in diesem Termin in Gegenwart der etwa erschienenen Bewerber im Zimmer°5 unseres Geschäftsgebäudes geöffnet werden Hannover, den 6. Oktober 1906. Königliche Eisenbahndirektion. Mk 6,65 Bienenhonig 10 Pfd. Det 430 Tister Käse ftt 10 Pfo. Mk. 3,55; zur P obe 5 Butter u. d 5 Pid Honig oder 5 Pid Buter und 5 Pfd. Käse Mk.25 Sternlieb, Busand haus Tluste 130(via Breslau C. Karstadt, Herford, Bahnhafstr 2, Ecke Kreishausst:. empfieklt sich zur Behandlugg und Hauturankheiten. Sprechtage: Freitags von 9 bis 3 Uhr. Sonaavends von 9 bis 8 Uhr. Sonntags von 9 bis 11 Uhr. Komme auf Best lung auch auswärte. Dringende Pitte um Hülfe für die Hoßnersche Rission. Alle Freunde der Goßnerschen Mission werden hierdurch herzlichst gebeten, diesem gesegneten Liebeswerke durch möglichst viele und möglichst hohe Gaben zu Hülfe zu kommen. Mit den Mehrausgaben des vorigen Jahres in Höhe von 13 683,29 Mark war schon Ende 1905 unser Defizit auf 144 781,21 Mark gestiegen. Wir sind nicht mehr imstande, unsere Missionsarbeit in bisheriger Weise fortzusetzen, wenn die Liebe der Missionsfreunde uns nicht auf's neue die Hände füllt. Wie auch die letzte Visitation 1905=06 bestätigt hat, steht unsere Kols=Mission nach wie vor in erfreulichster Blüte, unsere Arbeit in Assam berechtigt zu den besten Hoffnungen, sodaß diese beiden Missionsfelder jetzt 67321 Getaufte und 17 620 Taufbewerber zählen, und unsere GangesMission mit ihren fünf wichtigen Posten inmitten des ärgsten Götzendienstes muß gehalten werden, bis der Herr auch da die Erntefülle beschert. Eine besonders große Aussendung von Missionaren und Missionsschwestern(20 Personen) mit ihren großen Kosten steht vor der Tür. Mehr als bisher müssen wir für die Schulen tun und besonders für die Pflege des weiblichen Geschlechtes in unseren Gemeinden, wenn nicht breite Massen des Volkes den Jesuiten verfallen sollen. Aber es mangelt uns an Mitteln, allen Aufgaben zu genügen. Doch noch nie ist Goßners Mission verlassen worden. Als ein Denkmal der wunderbaren Barmherzigkeit ihres Gottes und Herrn steht sie da. Zu dem hohen Missionskönige Jesu Christo, unserm Heiland, erheben wir die Herzen und Hände, daß er seine Christenleute, denen die Heidenmission von ihm selbst anbefohlen ist, willig mache zu Opfern der Liebe, die ihm gefällig sind. Gaben der Liebe erbitten wir:„An das Kuratorium der Goßnerschen Missionsgesellschaft, Friedenau bei Berlin, Handjerystraße 19/20.“ Berlin, im Oktober 1906. Das Kuratorium der Goßnerschen Missionsgesellschaft D. Braun, Generalsuperintendent und wirklicher Oberkonfistorialrat. Erster Vorsitzender, Berlin., Matthaikirchstr. 22. Engel, Chefredakteur des„Reichsboten", Berlin SW., Dessauerstr. 37, zweiter Vorsitzender. Brennecke, Kammergerichtsrat, NW., Calvinstr. 8. Gareis, Pfarrer und Kreisschulinspektor, Buch, Bez. Potsdam. Von Hallerstein, Korvetten-Kapitän z..,., Achenbachstr. 4. Möller, Wirklicher Oberkonsistorialrat, Groß=Lichterfelde b. Berlin. D. Dr. Nikolaus Müller, Professor der Theologie,., Nettelbeckstr. 24. Neumann, Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat,., Martin Lutherstr. 2 Ritichte, Rechnungsrat, Groß=Lichterfelde., Dahlemerstr. 12 Nottrott, Pfarrer, Spickendorf b. Landsberg, Bez. Halle. Schaaf, Superintendent in Potshausen(Ostfriesland). Kausch. Missionsdirektor, Friedenau b. Berlin. Römer, Missionsinspektor, Friedenau b. Berlin. Zernick, Missionsinspektor, Friedenau b. Berlin. Hamburger Raffee. Fabrikat täglich frisch geröstet, kräftig und schön schmeckend, versendet in Postkolli v. 9 Pfd. netto an, 4 Pfd. 60 Pfg. frko. u zollfrei gegen Nachnahme. Ferd. Rahmstorff, OttensenHamburg. Pianos, Harmoniums, neu und gebraucht, Raten, Miete, kein Laden, daher äußerst billig Weststrasse 21. Werter derr Schuder!! Ich muß mit Recht sagen. Ihre Rine=Salde ist das einzige Mittel, ais uie gebesen dat und se kans nicht imer genug bezohlt werden. M. 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