-Theater. den 12. Oktober er., fang 7½ Uhr. er Abonnement.— um 6. Male: , d e n 1 3. O k t o b e r e r., fang 7½ Uhr. orstellung Preisen. inig Lear. zu kleinen in 5 Akten von W. Shakespeare. nderwagen in 6 fach en einstellbaren Sportsowie einfache Sportutt direkt von der lerwagenfabrik 1s Tretbar, rimma 393. kburkei“ mich gernu lo on Lungen- und enden m tzuteilen Sohn, jetzt Lehrer. einfaches billiges und des Naturprodutt oon langwierigen Leiden urde umgertl, Batwir ider bei Karlsbad.# ! Achtung! merjäger chwarz zur Vertilgung Räusen, Schwaben, nd Ungeziefer jeder Art. erten in der Exped. derzulegen. harlehen zu 5% bel gibt Kleusch Schönhauser Alle 128 Menken, Zielefeld, nthorwall 4 b. igung sämtl. feiner = Garderoben. GOe n, Buckskins 2c. gibt F. O. Unger. Kallnertheaterstr. 28 losten werd. v. Darl. Keine Vorauszahlung I. Zahnziehen er Zahnerste len Methoden. bieren 2c. arowiez, Zahnkünstler, t. 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Oktober: Kaiser Clandius an Gift gest. 54.— Joachim Murat, König von Neapel erschossen, 1815.— Rudolf Virchow, Naturforscher und Arzt, zu Köslin geb. 1821.— Ausfell aus Paris von den Bayern zurück. geschlagen, 1870.— Kartograph Th. v. Sydow gest, 1873. 14 Oktober: William Penn, Gründer von Philadelphia und Pennsylvanien, geb. 1644. — Uebersall bei Hochkirch, 1758.— Ferdinand VII. von Spanien, geb. 1784.— Niederlage der preußischen Armee bei Jena und Auerstädt, 1806(100jähriger Gedenktag).— Friede von Schönbrunn, 1809. — Julius Jolly, badischer Staatt manr, gest. 1891.— Entscheidungstag in der Schlacht bei Jentai in der Mandschurei, Sieg der Jopaner, 1904.— Herrn v. Möllers Rücktritt vom Handelsministrium, 1905. Jena 1806. Der 14. Oktober ist ein patriotischer Gedenktag eigener Art. Ncht Freudenfeuer auf den Bergen, nicht frohe Festfeiern, nicht Flaggenschmick der Häuser werden uns die Bedeutung dieses Tages verkünden, sondern stille Trauerzüge, die sich unter Glockengeläute nach den Begräbnisplätzen der bei Jena und Auerstädt gefallenen Krieger bewegen, und ernste Erinnerungsseiern in Vereinen und Schulen werden ihn kennzeichnen. Haben die meisten unserer vaterländischen Gedenktage den Chorakter der Freude, des Stolzes, so ist der 14. Oktober ein ernster Tag der Buße. Hundert Jahre sind verflossen, seit das wächtige deutsche Kaiserreich nach tausenl jährigem Bestehen zusammenbrach. Schon am 6. August hatte Kaiser Franz die Krone des Reiches niedergelegt. Er sah sich dazu genötigt, weil die Fürsten am Rhein den Rheinbund unter Napoleons Ob rhoheit geschlossen und dem Kaiser Franz am 1. August durch ihre Gesandten erklärt hatten, daß sie sich unter den mächtigen Schutz des Monarchen gestellt, dessen Absichten sich stets mit dem wahren Interesse Deutschlands übereinstimmend gezeigt hätten. Nachd'm Napoleon dieses Ziel erreicht hatte, trachtete er danach, nun auch Preußen zu vernichter. Meisterhaft bereitete er den Krieg gegen Preußen vor. Indem er die Türku zum Kriege gegen Rußland aufreizte, hinderte er Alexander., den preußischen Monarchen in der Stunde der Not zu unterstützen. Oesterreich, daß auf einen Krieg mit Rußland gefaßt sein mußte, konnte Preußen ebenfalls nicht beistehen. Nachdem die preußische Vorhut schon am 10. Oktober bei Saalfeld, wo der heldenmütige Prinz Lovi: Ferdinand einen ehrenvollen Reitertod fand, geworfen war, kam es am 14. Oklober zu der unglücklichen Doppelschlacht kei Jena und Auerstädt. Das preußische Heer bestand aus etwa 150000 Mann und wurde von dem mehr als 70jährigen Herzog Karl Wilhelm von Braunschweig befehligt. Napoleon selbst zwang bei Jena den Fürsten Hohenlohe eine Schlacht anzunehmen. Diesem war jedoch von dem Oberfeldherrn verboten, sich in ein Gefecht einzulassen, und er hatte deshalb versäumt, die Saaleübergänge zu bes tzen. Napoleon wußte die Versäumnisse des Feindes zu seinem Vorteile auszunutzen und zwang seinen Gegner nach hartem Kampf: zum Rückzuge auf Weimar. Gleichzeitig ersoch ten Davout und Bernadotte bei Auerstäft einen vellständigen Sieg über die Hauptarmee. Der Herzog von Braunschweig wurde gleich beim Beginn des Kampfes tödlich verwundet. Es fehlte daher an der einheitlichen Leitung und man sah sich auch hier zum Rückzuge genötigt, der bald in wilde Flucht ausartete. Wir wissen, daß der Tag von Jena nur der Anfang einer langen Reihe von Dimütigungen und Erniedrigungen war, die über unser Vaterland hereinbrachen. Schon 14 Tage später hielt der Korse seinen Einzug in Berlin. Jahre der Knechtschaft und Verachtung wußte Preußen erdulden. Sicherlich sind wir berechtigt, von Unglück und Mißgeschick des 14. Oktober zu reden, denn tapfer hatten unsere Treppen gekämpft, aber anderseits können wir auch unsere Augen nicht dagegen verschließen, daß hier Cott der Herr selbst seine Hand im Spiele hatte. Er war es auch hier, der die Ge schick; der Völker lerkte. Er wor es, der durch das Unglück von Jena und Auerstädt das preußische Volk, das die Wege der Gottesfurcht und Treue verlassen hatte, und auf den Lorbeeren Friedrichs des Großen ausruhen zu dürfen glaubte, unter seine gewaltige Hand demütigle, um es hernach wieder hoch zu etheben. Ohne Jena kein Leipzig, kein Sedan, keine Wiedereroberung von Elsaß=Lothringen, kein deutsches Reich, kein deutscher Kaiser aus dem Hohenzellernhause! Wenn wir daher jetzt nach 100 Jahren an jenen unglücklichen 14. Oktober zurückdenken, so gescheh: es nicht ohne tiese ernste Buße. Besinnen wir uns auf unsere Pflichten gegen Gott, König und Vaterland, auf daß nicht wieder schwere göttliche Ge richte über uns hereinbrechen. Aber der 14. Oktober sei auch ein Tag aufrichtigen, innigen Dankes gegen Gott, der unser Vaterland nicht durch die schwere Niederlage vernichtete, sondern nur demütigte, um es darauf zu etwas Größerem zu machen, als es früher gewesen war, und der auf die schmachvolle Zeit der Krechtschaft die herrlichen Freiheitskriege folgen ließ, in denen wie zu keiner anderen Zeit die neu erwachten, durch die schweren Trübsale ge läuterten preußischen Tugenden in hellstem Lichte leuchteten, um dann ein halbes Jahrhundert später das deutsche Reich in neuem Glanz und Herrlichkeit erstehen zu lassen. Ueber die Bedeutung des Tages von Jena hat Fürst Bismaick in einer Rede, dort am 31. Juli 1892 gehalten, sich folgendermaßen geäußert:„Der Nam: Jena hat für mich als Sohn einer preußischen Militärfamilie einen schmerzlichen und niederdrückenden Klang. Es war das natürlich, und ich habe erst in reiferen Jahren einsehen gelernt, welchen Ring in der Kette der göttlichen Vorsehung für die Entwickelung unseres deutschen Vaterlandes die Schlacht von Jena gebildet hat. Mein Herz kann sich nicht darüber freuen; mein Verstand sagt mir aber, wenn Jena nicht gewesen wäre, wäre vielleicht Sedan auch nicht gewesen. Die fridericianische preußische Monarchie war eine großartige, in sich einige Schöpfung; aber sie hatte ihre Zeit abgelebt, und ich glaube nicht, wenn sie bei Jena fiegreich gewesen wäre, daß wir einen gedeihlichen Weg nationaler deutscher Entwickelung geleitet sein würden. Ih weiß es nicht; aber die Zertrümmerung des morsch gewordenen Baues— morsch wie die Kapitulationen unserer ältesten und achtbarsten Generäle aus jener Zeit bewiesen haben— schuf einen freien Platz zum Neubau, und das zerschlagene Eisen der altpreußischen Monarchie wurde unter dem schweren und schmerzlichen Hammer zu dem Stahl geschmiedet, der 1813 die Fremdherrschaft mit scharfer Elastszität zurück schleuderte. Ohne Zrsammenlruch der Ver gangenheit wäre das Erwachen des deutschen nationalen Gefühls im preußischen Lande, welches aus der Zeit der tiefsten Schmach und Fremdherrschaft seire ersten Ursprünge zieht, nicht nözlich gewesen.“ Von der 19. General=Versammlung des Evangelischen Bundes in Graudenz. (Forttzung.) Der vierte Tag der Versammlung, der 10. Oktober, bildete den Höhepunkt der harmonisch verlaufenen ersten Bundestagung im deutschen Osten. Er begann wieder in aller Frühe mit Ausschußsitzungen, an die sich um 11 Uhr vormittags die Hauptversammlung im überfüllen„Schützenhause“ anschloß. Nach gemeinsamem Gesang und dem Gebet, das Gereral= Superintendert D. Doeblin=Danzig hielt, wurde zunächst das Antworttelegramm des Kaisers verlesen. Sodann nahm der derzeitige Vorsitzende des Bundes, Oberpfarrer Dr. Wächtler=Halle, das Wort zu einer bemerkenswerten progiammatischen Ansprache. Er erinnerte zunächst darar, daß der Bund soeben das zweite seines Bestehens seiere. Die Grürdung der Väter in Erfurt hat sich als lebenssähig und lebenskräftig erwiesen, und sie hat nicht nur ein gesichertes Dastin und unanfechtbaren Bestand, sondern sie hat sich auch bewährt in fortschreilender, wachsen der Entwickelung.(Beifall.) Wir dürfen die Zuversicht aussprechen, daß der Bund auch weiter wachsen will und wird, daß die Ueberzeugung von seiner Notwendigkeit in immer weitere Kreise hineinwächst und daß wir unsere Grundsätze nicht aufgeben werden noch dürsen, weil sie die Säulen unseres modernen nationalen Lebens, weil sie die höchsten und teuersten Güter des evangelischen Volkes sind. (Lebhafter Beifall) Es hat erst vor kurzm öffentlich wieder ausgesprochen werden müssen, deß der Erangel. Burd ein evangelischer Bund sein und bleiben wird.(Demonstrativer Beifall.) Wir wissen ja, daß eine starke Bewegung durch die Welt geht, die den evangelischen Charakter unserer Bewegung wegspülen und fortwischen möchte. Aber: Evangelische Kon fession und Konfessionalität ist nicht etwas Rückständiges und Ueberlebtes, es ist etwas Neues und bleibt Neues und wird in seirer Kraft und Größe uns immer wieder sähig machen,.tt zu geben, was Gottes ist und dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist.(Stürmischer Beifall.) Und auch in der reich gestalteten Arbeit unseres Volkes werden wir evangelische Christen es beweisen dürsen, daß wir ursere Zeit richtig verstanden haben und ihren Aufgaben gerecht werden.(Beifall) Der Redner weist dann den Vorwurf zurück, daß der evangelische Charakter des Bundes eine weitherzige Auffassung der Dinge ausschließe.„Wir evangelischen Christen haben eine Weitherzigkeit der Auffassung, die weit über den Kirchturm, weil über die Kuppel des Pitersdomes, weit über die höchsten irdischen Kalturhöhen hinüb#eht. (Großer.ifall.) Wr werden nie vergessen, daß wir für den Frieden der Konfessionen wahrhaftig nicht weniger leisten als andere, die sich damit brüsten.(Stürmischer anhaltender Beisall.) Hierauf sp ach der Direktor des Bundes 'e Eveling über das Thema:„Parität als Schlagwort und Prinzip“. Parität ist als staatsrechtlicher Begriff die F stsetzung der Rechtsgleichheit der Staats bürger, unabhängig vom Religions bekenntnis, und als kirchenpolilischer Grundsatz die Feststellurg des Verhältvisses der Religionk gemeinschaften zum Staat. Die Rechtsgleichheit der Staatsangehörigen ohne Röcksicht auf das religiöse Bekenntnis ist eine wertvolle Errungenschaft, durch Versassung und.stz geschötzt. Aber die Maßnahmen der Verwaltung sind den schärfsten Angriffen ausgesetzt. Grundsötzlich ist zu bemerken, daß die Paritäts forderungen der Ultramontanen die Bekleidung von Staatsämtern vom religiösen Bek.nntois wieder abhängig machen wollen, während sie nach der Verfassung davon unabhängig sind. Diese Zahlenparität, die eine konfessionell= proportionell zusammengestellte Obrigkeit verlangt, widerspricht dem Geiste der Verfassung. Nicht die Konfession, sondern die Brauchbarkeit und Tüchtigkeit der geeigneten Männer soll grundsötz'ich für die Anstellung im Staatsdienst maßgebend sein. Eingehender wird die Parität als kirchenpolitischer Grundsotz behandelt und darauf hingewiesen, daß die Gleichbehandlung der verschiedenen Religionsgemeinschaf en nicht gesetzlich festgelegt ist und auch unm öglich durchgeführt werden karn. Menschen mit Wirklichkeitssirn dürfen die Unterschiede der Religionsgemeinschaften und namentlich auch der beiden Kirchen nicht außer acht lassen. Verallgemeinerung von Grundsätzen, die nur auf eine Kirche passen, führt nicht zur Parität, sondern Imparität, die in der unbilligen Anwendung scheinbar gleicher Grund ätze cuf durchaus vrschiedenartige Vrhältrisse besteht. Parität muß ausgleichende Gerechtigkeit üden. Man wird sich zu einer eingehenden staatlichen Spezialgesetzgebung entschließen wöss n, wenn man nicht verschiedenartige Größen mit den silben Maße messen und alles der wechselnden Verwaltungswillkür überlassen will. Im schroffsten Gegensatz zu diesen Forderungen des recht vrstandenen Prinzips der Parität steht der unserm Reichstage vorliegende Toleranzantrag des Zertrums. Untr dem Schein der Religionsfreiheit will er einen Zustand herbeiführen, der mit tücksichtslosestem Egoismus auf die Machtbedürfnisse der katholischen Kirche zugeschnitten ist. Diesem Versuch gegenüber, eine mechanische Gleichbehandlung der Konfessionen herbeizuführen, müssen wir dem verwirrenden Schlagworte„Parität“ dos klare Prinz'p der ausgleichenden Gerechtigkeit, als der rechten Betätigung der Krchenhoheit des Staates und der wahren Parität entgegensetzen.(Stürmischer Beifall) (Schluß folgt.) Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 12. Oklober. Der Kaiser begab sich heute vormittag 8¼ Uhr im Automobil nach Hubertusstock, die Kaiserin mit der Bahn nach dem Neuen Palais. Ende November wird der Kaiser nach einer Meldung aus Bückeburg dort zur Jagd auf Rotwild und Sauen eintriffen. Die Denkwürdigkeiten des Fürsten Hohenlohe sind in der„Deutschen Verlagsanstalt" in Stuttgar.“(2 Bände, 20 Mk., geb. 24 Mt.) soeben erschienen. Versuche des Prinzen Alexander Hohenlohe, die Expedition des Werkes zu inhibieren, blieden ohne Erfolg. Die Zeitungen füllen mit Auszügen aus ihm ganze Seiten. Bieten auch die Aufzeichnungen des dritten Kaozlers wenig sachlich Neues und noch weniger geschichtlich Bedeutendes, so werden sie doch durch das Beiwerk und durch die fabelhafte Offenheit, mit der Fürst Hohenlohe alles mitteilt, was er gehört, erfahren und gemerkt hat, eine starke Ueberraschung hervorrufen, die des peinlichen Beigeschmacks nicht entbehrt. Das ganze wirkt mehr „sensationell“ als aufklärend. Wir behalten uns vor, auf Bedeutsames zurückzukommen. Wie man jetzt hört, ist der Gouverneur v. Lindequist von Südwestafrika nunmehr nach.rlin berufen, er wird demnächst hier eintreffen, um im Reichsktage namentlich die Frage der Entschädigung zu vertreten. Die Bevölkerung dort hatte an den Reichskanzler eine P tition abgehen lassen, welche den Wunsch dazu aussprach, da die Ablehnung der Vorlage im Reichstage eine allzutiefe Wunde schlug. Jetzt ist man diesem Gesuche nachgekommen. Der Herzog von Cumberland hat dem braunschweigischen Staatsministerium von dem Briefwechsel Mitteilung geu Bielefeld. macht, deu er mit dem Kaiser und dem Reichskanzler geführt hat, und diese Mitteilung mit einem Begleitschreiben versehen. In ihm sagt er:„.... Die für die Ablehnung meines Vorschlages angeführten Gründe vermag ich in keiner Rchtung anzuerkernen, denn durch die von mir vorgeschlagene Neuregelung der Regierungsverhältnisse im Herzogtum wird meines Erachtens die Sach und Rechtslage wesentlich verändert, und ganz unerfindlich ist mir, inwiesern die Regierungsübernahme meines jüngsten Sohnes im Herzogtum Braunschweig die Interessen des mächtigen Dutschen Reiches sollte gefährden können. Ich beschränke mich hier nur darauf hinzuweisen, daß der Bundesratébeschluß vom 2. Juni 1885, wie ja auch schon der Wortlaut ergibt, nur gegen mich, nicht auch gegen die Mitglieder meines Braunschweig Lüneburgischen Hauses sich richtet.“ Posen, 11. Oltbr. Die Stellungnahme des Erzbischofs v. Stablewski zur polnischen Schulstreikangelegenheit zeitigte bereits Beweise neuen Auflebens der Bewegung. Der Erzbischof empsing(nach dem„Hann. Cour") aus 324 Ortschiften P kitionen mit 17190 Unterschriften, desgleichen der Kulmer Bischof Dr. Rosentreter 186 Petitionen mit 9016 Unterschriften. Das„Posener Tageblatt“ stellt fest, daß die ganze Obstruk tionsbewegung vornehmlich, wenn nicht ausschließlich das Weik der polnischen Geistlichen ist. Aus dem Auslande. Oesterreich In der Feage der österreichischen Wahlreform ist ein wichtiger Fortschritt zu verzeichnen, indem der mit der Beratung der Reform betraute Ausschuß einen Antrag des Dr. Tollinger auf Einführung des Pluralwahlrechtes oder des Mehrstimmenrechtes für bestimmte Wählerkreise abgelehnt hat. Itatien. Die Verteuerung der Lebensmittel in Italien nimmt immer größere Dimensionen an und hält fast gleichen Schritt mit den Wohnungsmieten. In Rom beschloß die Vereinigung der Molk.reibesitzer, den Milchpreis auf 50 Centesimi pro Liter zu erhöhen. Fleisch ist überhaupt schon fast unbezahlbar.— Und da wird bei uns in Deutschland über„Fleischnot“ geschrieen! Rußland. Aus Anlaß des Aufrufs an die battische Jugend zur Oeganisation des Selbstschutzes sagt ein Kiewer Blatt:„Es muß doch hervocgehoben werden, daß in der ganzen Zit der Wirren nicht ein deutscher Jüngling in revolutionäre Unternehmungen verwickelt gewesen ist. Man muß das dem ungemein fest.n Gefüge der deutschen Familien zuschreiben und dem in hohem Grade heilsamen Eir flaß der deutschen Mutter, die nicht in den Wolken schwebt und nicht mit Petitionen um das allgemeine Wahlrecht durch die Straßen läust, wie es russische Damen tun. Sie ist vielmehr ihren Pflichten treu ergeben und steht als topfere Wächterin an ihrem häuslichen Herde, bemüht, den Kindern von der Wiege ab gute sitliche Grundsätze einzuprägen.“ Seit vielen Jahren ist wohl aus russischem Munde kein ähnliches Urteil laut geworden. Gericht und Rechtsprechung. Bielefeld, 10. Okt.(Strafkammer) 1. Der Landwirt W. R. von Tielge bei Rahden, ein sonst unbescholtener Mensch, war vom Schöffengericht zu Rahden wegen gefährlicher Kö perverletzung zu 8 Wochen Gefängnis und wegen einfacher Körperverletzung zu 25 Mark Geldstrafe ev 5 Tagen Gefängnis virurteilt worden, wogegen er Berufurg eingelegt hatte. Der Fall lag j doch so milde, daß der Gerichtshof glaubte, den Angeklagten noch mit einer Geldstrafe davonkommen zu lassen. Das eiste Urteil wurde ausg. hoben und der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 150 Mark ev 80 Tagen Gefängnis verurteilt— 2. Der Arbeiter I. M. von Minden war mit dem Gelegenheitsarbeiter P. von Minden angeklagt am 14. August d. Is. von dem Kehlenbahnhofe zu Minden etwa zwei Ctr. Briketts gestohlen und verkauft zu haben. Der Gerichtshof erkannle gegen den lisher unbestraften Myer wegen Diebstahls auf 8 Tage G fängnis, sein Freund P. erhielt aber wegen Diel stahls im wiederholten Rückfalle 3 Monate Gefängnis, unter Anrechnung von 6 Wochen Untersuchungshaft.— 3. Der Arbeiter H. W. von Südhemmern war vom Schöffingericht wegen vollendeten Betruges in 2 Fällen und versuchten Betruges in 4 Fällen zu 7 Wochen.färgnis veructellt worden, die Strafkammer stellte zwei vollendete Betrugsfälle, aber nur einen versuchten Betrug fest und verurteilte den Angeklagten unter Aufhebung des ersten Urteils zu 4 Wochen Gefängnis.— 4. Der Tischler H. R von Lübbecke erhielt wegen Diebstahls im wiederholten Rückfalle 4 Monate Gefängnis, worauf ihm von der erlittenen Untersuchungshaft 2 Monate in Anrechnung gebracht wurden. Bielefeld 12. Oktober.(Schwurgericht.) Wegen Brandstiftung hatte sich heute der Fouragehändler Peter Moritzer von Westerwiehe, Kreis Wiedenbrück, vor den Geschworenen zu verant worten. Zu der Verhandlung waren im ganzen 48 Zeugen geladen. Der Argeklagte, ein Mann in den dreißiger Jahren, betrieb schon seit einer Reihe von Jahren ein Fouragegeschäft. Sein Absatzgebiet war hauptsächlich das Kohlenrevier. Er wohnte in der Nähe des Bah hofs zu Westerwiehe, wo er von dem Bahnhofswirt einen Schuppen gemietet hatte. In diesem Schuppen sollen etwa 3000 bis 4000 Zeetner Heu gelagett worden sein, wahrend ein in einer Entfernung von 35 Meter errichteter Heuschober einen Inhalt von etwa 5006 Zentner Heu barg. Längst schon war der Angeklagte in Zahlungsschwierigkeiten geraten und er hatte die Bergisch=Märkische Bank um Eröffgung eines weiteren Kredits in Anspruch nehmen müssen. Einen Teil des Heues, welchen der Heuschober barg. nämlich:000 Zeutrer hatte er an die Firma Küpper in Dortmund verkauft und zwar durch notariellen Vertrag, während die in dem Heuschober lagernden 2000 Zertner an die Bergisch Märkische Bank verpfändet worden war. Im Laufe des vorigen Jahres war denn das Konkursverfahren über sein Vermögen eröffget worden, welches mit Hi se von Küpper durch Vergleich beendet wurde. Das in dem Schuppen sich befindliche Heu war von einem Möllmeier von der Konkursmasse angekauft worden und sollte eben dieser Möllmeier später als Kompagnon in das Geschäft von dem Angeklagten eintreten. In der Nacht nun zum 9 Februar d. J. brannte plötzlich der Heuschober und der Schuppen völlig nieder, trotzdem es sehr nasses Wetter war und den Tag über geschneit hatte und der Schober mit einer Schneekruste überzozen war. Es sollen nun mit Petroleum getränkte Heubüschel in den Heuschober getrieben und das Heu mit Petroleum überschüttet und dann angesteckt worden sein. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, daß er und kein anderer der Brand stifter sei. Der Angeklagte hat dies nicht allein in der Voruntersuchung gegen ihn bestritten, sondern bestreitet auch heute noch jede Brandstiftung. Dann wurden an der Hand des vorhandenen Belastungsmaterials mit der eindringlichen Vernehmung des Angeklagten begonnen. Die Kitte des Indizienbeweises war so erdrückend für den Angeklegten, daß schon nach kurzer Beratung der Wahrspruch der Geschworenen verkündet werden konnte. Nach diesem ist der Angeklagte der Brandstiftung unter Zubilligung mildernder Umstände für schuldig gefunden Der Staatsanwalt beantragte mit Rücksicht auf die Gemeingefährlichkeit des Verbrechens gegen den An geklagten 2 Jahre Gesängnis. Das Urteil lautete auf 2 Jahre und 6 Monate Gesängnis, worauf dem Angeklagten von der erlittenen Untersuchungshaft 3 Monate angerechnet wurden. Nur der Umstand, daß der Angeklagte richt vorbestraft sei und durch seine Tat— die im übrigen als gemeingefährlich zu bezeichnen sei— kein Menschenleben gesährdet, habe den Gerichtshof auf die milde Strafe erkennen lassen. Lokales und Bielefeld, 13 Oktober. ch(Die Reihe der öffentlichen Vorträge,) die unseren Mitbürgern im Winterh albjahr geboten zu werden pflegt, wird diesmal, wie uns mitgeteilt wird, mit einem Vortragszyklus eröffnet, dessen packende Themata ganz gewiß die Aufmerksamkeit aller denkenden Kreise erregen werden. Dr. DennertGodesberg wird in dem lebhaften Kampf, der zwischen naturalistischer und religiöser Weltanschauung entbrannt ist und auf beiden Seiten viel geistige Arbeit zu Tage sördert, als religiös gesinnter Naturwissenschaftler das Wort nehmen und am 20., 21. und 22. Oktober die„Kernfcagen der Weltanschauung“ in 3 Vorträgen naturwissenschaftlich beleuchten: 1. Gott— Dürfen wir noch an ihn glauben? 2..e Welt.— Wie ist sie entstanden? 3. Der Mensch.— Woher? Wohli? Die Vorträge sollen an den genannten Tagen um 8½ Uhr abends im Volktsaal stattfinden. Wir weisen jetzt schon unsere Mitbürger auf diese zeitgemäßen Darbietungen hin. Behandeln ste doch die tiefsten Prodleme, von deren ernster oder oberflächlicher Erfassurg für die Lebens anschauurg des einzelnen wie ganzer Volkskreise unendlich viel abhängt. Und wer diese tiefen Probleme öffentlich in ernsthafter Weise und in gemeinverständlicher Foim eröitert, der wird in allen Lagern gerechte Beachtung fiaden müssen. Wir werden in kurzem noch Näheres über diese Veranstaltung berichten könner. ):(Im städtischen Krankenhause) betrug der Bestand am 31 August d.“. 123 Kranke. Der Zugang im Monat Septem ber 93. Als geheilt wurden entlassen 67, als gebessert oder aus ai deren Gründen 21, es starben 4. Die Todesursache der Letzteren war Lungen=Tuberkulose, Pneumothorex, Lungenentzündung und Diphtherie. Im .stande verblieben am 30. September 124. Tagesdurchschnitisbestand 123 Kranke. §(Lichtbilder.) Ohne Frage wird burch die Technik der Lichtbildervorführungen manchem geboten, was den meisten aus den verschiedensten Gründen sonst wohl nie vergönnt wäre, Länder, Vö.ker und Buhältniss: kennen zu leinen, was toch steis von jeher für Jung und Alt von größtem Interesse Am Sonntag abend bietet sich im Christl. Verein junger Männer wieder eine angenehme Gelegenheit, feine Länderstricken mit ihren Bewohnern, Sitten und Geb äuchen kennen zu lernen. Eine ganz vort: ffiche Serie vorzüglicher Bilder aus„Nu Gugea“ sellen von Herrn Mundle, Lehrer im Barmer Missionshaus, rorgeführt werden. Die einzelnen Bilder wird Herr Mundle näher erklären und so seinen Hörern in Bild und Rede ein Volk vorführen, das gewiß viel Ueberraschendes und Interessantes bieten wird. Der Erlös dieses abends, der Eintritt beträgt 20 Pfg. à Person, kommt der Baimr Mission zu gute, die ja besonders in unserer Stadt einen großen Kreis von Freunden und Görnern hat, die ganz besonders auf diesen Abend aufmerksam gemacht seien. Anfang 8 Uhr. Papenmarkt 2. (Der Johanniskirchenchor) veranstaltet moergen abend 8 Uhr im Gemeindehause einen U terhaltungs Abend. Außer Gesang= und Musik Vorträgen wird Herr Lehrer Beinkmann mit einem plattdeutschen Vortrag aufwarten. Der Reinertrag ist zum Besten des Fernwerks in der Johanniskirche bestimmt. (Aus Bethel) wird uns geschrieben: Recht voll trugen dies Jah: die Weintrauben vor dem Waschhause der Anstalt, es war eine Pracht zu sehen. Es muß dies eine Sorte Reben sein, welche hier gut gedeihen. Hk(Ausstellung.) Aus dem Burcau der Handelskammer zu Bielefeld wird uns mitgeteilt, daß im Sommer 1907 in Amsterdam eine internationale Ausstellung von Handwerks=Werkzeugen stattfinden soll. Diejenigen Firmen, welche beabsichtigen, sich an dieser Ausstellung zu beteiligen, werden hierdurch gebeten, der Handelskammer hiervon Kenntnis zu geben. Hk(Diebstähle an Warensendungen.) Aus dem Bezirk der Handelskammer zu Plauen wird darüber Klage geführt, das schon seit mehreren Monaten an Sendungen über Hamburg nach England, vorzugsweise auf den Linien über GreatGrimsby nach Manchester so vie nach Belfast bedeutende Diebstähle verübt worden seien. Falls im Bezirk der Handelskammer Bielefeld ähnliche Klagen vorzubringen sind, empfiehlt es sich, die betreffende Fälle der Handelskammer Bielefeld mitzuteilen. (Aus dem Theaterbureau) wird geschrieben: Sonntag zum 7. und Montag zum 8. Male geht das Ausstattungstück „Frau Venus“ in Szene. Die Vorstellung am Sonntag beginnt 7 Uhr, am Montag um 8 Uhr. Die vielen Wiederholungen von„Frau Venus" werden zu Neueinstudierungen verwendet und erscheint als nächste Neuheit Hermann Sudermanns überaus iffektvolles Schauspiel:„Stein unter Steinen" am Donnerstag, den 18. Oktober zum ersten Male auf dem Spielplan des Stadttheaters. Aus den Kreisen Minden und Lübbecke Minden, 13. Okt.(Exzellenz von Pilgrim,) der frühere Regierungspräsident des Regierungsbezirks Minden, vollendete gestern sein 85.=bensjrhr. Hausberge, 11 Okt.(Herr Pastor Balke) feiert nach der„Mind. Ztg.“ am 8 November d. J. sein 25jähriges Jubiläum. Holzhausen, 11. Oktober.(Unfall.) Ein bedauernswerter Unglücksfall ereignete sich hier vorgestern. Der Ackerer Hermann S hier hatte auf seinem Hofe angespannt. Plötzlich scheuten die Kühe und gingen durch. ., welcher die Kühe zum Stehen bringen wollte, kam zum Fallen, hierbei wurde er von dem Pfluge so unglücklich in die linke Brustseite getroffen, daß er eine schwere Verletzung erlitt. An seinem Aufkommen wird nach der„Mind. Ztg.“ gezweifelt. Aus dem Kreise Herford. Herford, 12 Okt.(Schulverhältnisse Mindenerstraße.) Zu der zurzeit schwibenden Angelegenheit, die in heutiger Sitzung wiederum das Stadtverordnetenkolle ium beschäftigte, hat der Magistrat den Mtgliedern des Kollegs eine Nchweisung zugehen lassen, aus der ersichtlich st, wieviel Kinder im westlichen Teile der Feld mark(für welchen jtzt die Anwohner einen Abbau verlangen) Wege über 1500 bezw. 2000 Meter zu überwinden haben und wie viele dagegen im östlichen, dem Restteile. 1500 haben im östlichen Teile 88, im west. lichen 33, 2000 Meter im östlichen 25, im westlichen keine. Wohnhäuser sind belegen in einer Entfernung von 1500 Meter im öälichen Teile 48, im wistlichen 22, von 2000 Meter im östlichen Teile 21, im westlichen keine. Es wird aus der Nachweisung gefolgert, daß die Einwohner des östlichen Teiles der Felkmuk mit vielmehr Recht zurzeit einen Abbau verlangen könnten, wie die im westlichen Teile. Das Verlangen dieser Anwohner sei verfrüht. Wenn später die Eebauung rotwendig würde, müßte aber laut„Herf. Krsbl.“ nicht vorn, sondern hinten an der Emterstraße gebaut werden. — In einer Bersammlung gestern abend beschäftigten sich die Interessenten wieder mit der Angelegenheit. Hersord, 13 Okt.(Bismarckturm.) Bis auf weiteres wird von jtzt ab der Turm nur noch Sonntag, Mittwoch und Sonnabend nachmittags geöffnet werden. II Löhne, 12 Oktober.(Sehr enttäuscht) waren die Reisenden, welche gestern abend 11 Uhr den zwischen Löhne und Lübbecke virkehrenden AutomobilOnnibus benutzen wollten. Kurz vor der Abfahrtszeit hatte sich der Chauffeur heimlich von hier entfernt und ist bislang nicht zurückgekehrt. Die wartenden=ssagiere mußten schlicßlich auf die Automobilfahrt vireichten, weil E satz für den verschwundenen Chauffeur nicht zu beschaffen war. Aus den Kreise Halle. 12. Okt.(Fortbildungs. schule.) Der Bezirks Ausschuß hat den beschlossenen Nachtrag zum Ortsstalut für die hiefige gewerbliche Fortbildungsschule dem hiesign„Kreisbl.“ zuso'ge genehnigt. Danach sind alle im Gemeindebezirke Halle sich regelmäßig aufhaltenden und ständig beschäftigten gewerblichen Arbeiter(Besellen, Gehilsen und Lehrlinge) sowie Hudlungsgehilfen und Handlungslehrlinge bis zum Ablaufe des Schuljahres, des der Vollendung des 18. Lebens jahres vorausgeht, verpflichtet, die hierselbst errichtete öffentliche gewerbliche Fortbildungsschule an dn vom Gemeindevorstande festgesetzten Tagen und Stunden zu besuchen und an dem Unterrichte teilzunehmen. + Werther, 12. Okt.(Gerechte Strafe.) Einen recht gefährlichen Menschen abzutun hatte das Kriegsgericht der 15. Division in Köln a. Rh. in seiner Stzung am 11. d. Mts. Glegenheit. Der etwa 24 Jahre alte Gelegenheitsarbeiter Paul Langer, welcher schon bereits einmal vom FüselierRegiment Nr. 40 in Aachen desertiert und dieserhalb mit 8 Monaten Festung bestraft war, hatte sich kurze Zeit nach Verbüßung derselben wieder von seinem Truppenteil entfernt. Auf seinen Wanderund Raubzügen kam er am 19. Sptember 1905 auch nach hier um bei dem Bauunternehmer Bültmann ein mitgeführtes Fahrrad zu verkaufen. Da die Sache verdächtig war, benachrichtigte man den Gendarm Krüger von hier, welcher den p. Langer, da er sich über den rechtmäßigen Besitz des Rades nicht ausweisen konnte, festaahm um ihn dem Königl. Antsgericht in Holle i W. vorzuführen..i seiner Festnahme nannte er sich Heinrich Fillies aus'elefeld, auf dessen Namen lautende Papiere er auch bei sich führte. Auf dem Wege nach Halle kurz vor der Stadt nun zog der Langer plötzlich einen Revolver und schoß auf seinen Tansporteur, worauf er entwich. Schwer verwundet— die Kugel hatte ihren Weg durch den Hals zwischen Speise und Luftröhre genommen— wurde Gendarm Krüger in das Krankenbaus nach Halle gebracht, woselbst er mit Gottes Hilfe und durch aufopfernde Pflege nach etwa 8 Monaten wieder genas. Im Frühjahr d. Is. gelang es, den gefährlichen Merschen endlich festzunehmen. Wegen des Mordversuchs hatte Langer sich gestern zu verantworten. Bereits im Sommer d. Is. ist er vem Schwurgericht in Dortmund wegen Straßenraubes, mehrerer Einbruchsdiebstähle und ähnlicher Straftaten mit fünf Jehren Zuchthaus bestraft worden. Vom Landgericht Paderborn erhielt er ebenfalls wegen verschiedener Enbrüche 2 Jahre Zuchthaus und erst kürzlich ist er wiederum wegen Diebstahls, Hehlerei usw. vom Landgericht Dortmund zu 2 Jahren Zuchthaus verurte lt worden Nußrdem ist Langer wiederholt schon verbestraft und mit Recht als ein gemeingefäh lichr Mersch zu bezichnen. Bei der gestrigen Verhandlung in Kö'n, zu welchr Herr Küger als Zeuge geladen war, gab der Angeklagte den Mordversuch zu Er gestand, daß, obschon er visitiert, es ihm möglich gewesen sei, den Revolver in seiner Hose zwischen den Beinen zu verbergen. Als es ihm klar gewesen sei, kaß seine Entlarvung erfolge u d er als Deserteur erkannt werden würde, habe er versucht, zu entflehen. Ein günstiger Augenblick habe sich aber nicht gesunden. Auch en gewal sames Estreißen des.volcers des Gendarmen sei ihm unmöglich gewisen, da letzterer immer dicht bei itm geblieben und die Hand selbst am Revolder gehabt habe. Nun sei kein Ausweg geblieben und so habe er in einem (A stigen Moment den Krüger niedergeschessen. Nach Zeugenaussagen hal Langer auf seinen Transporten sich in högst cynischer Weise mit seinen„Heldentaten“ gbrüstet. Kein Schloß widerstehe ihm. Heraus käme er, und wenn es sein Leben koste, und ähnliche Sachen mehr..r Vertriter der Anklage beantragte dann auch die köchst zu ässige Strase von 3 Jahren Zuchthaus, nach wechem Antrage dann auch das Gericht wegen Mordversuchs nebst den üblichen Nebenstrafen— zweiter Klasse des Soldatenstandes, Ausstoßung aus dim Heere— erkannte. Der Verbrecher beruhigte sich bei dem Urteile und wurde zur Verbüßzung seiner Gesamtstrafen, wilche sich auf nunmehr 12 Jahren Zuchthaus belaufen in die Strafanstalt Wirden a Rahr überführt. Ein Glück für seine Mitmenschen, auf einige Zeit von einem solchen Auswurf der Menschheit besreit zu sein. Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arusberg. Soest 10 Oktbe.(Magistrat.) In der geheimen Sitzung der Stadtverordneten wurde beschlossen, dem Stadtbaumeister Reuter den Titel Stadtbaurat und den Magisteatsmitgliedern den Titel Stadträte zu verleihen. Bochum 11. Olt.(Unglücksfall.) Auf der Dorstener Straße spelten gestern nochmittag mehrere Kinder't einem R vnver, den sie nicht geladen glaubten. E ner der Knaben legte auf den achtj'hrigen Sohzn des Kanzleiinsp ktors H an. Die Kugel drang dem Knaben in die Brust urd konnte bither auf eperativem Wege noch nicht entfernt werden. Der Zustand Kaaben ist nach dem W.“ sehr bedenklich. Gelsenkirchen, 10 Okt.(Der Buchhalter Krämer) von der Zeche Rhein er.(Sehr entReisenden, n zwischen Löhne iden AutomobilKurz vor der Chauffeur heimlich islang nicht zurück=ssagiere mußten bilfahrt bireichten, wundenen Chauf1r. Hale. fortbildungs lusschuß hat den m Octsstalut für Fortbildungsschule uoige genhnigt. eindebezirke Halle n und ständig beIrbeiter(Besellen, sowie Hudlungsehrlinge bis zum #s der Vollendung vorausgeht, verrichtete öffentliche hule an dn vom itzten Tagen und an dem Unterrichte berechte Strafe.) schen abzutun hatte sion in Köln a. Rh. Mts. Glegenheit. zenheitsarbeiter Paul einmal vom Füselierbesertiert und dieserbestraft war, hatte derselben wieder von Auf seinen Wander19. Sptember 1905 im Bauunternehmer ahrrad zu verkaufen. benachrichtigte man sier, welcher den v. rechtmäßigen Besitz onnte, festaahm um in Holle i W. vorihme nannte er sich , a u f d e s s e n N a m e n sich führte. Auf vor der Stadt nun Revolver und schoß vorauf er entwich. gel hatte ihren Weg peise und Luftröhre rm Krüger in das icht, woselbst er mit spfernde Pflege nach s. Im.ühjahr d. en Merschen endlich Mordversuchs hatte worten. Bereits im n Schwurgericht in übes, mehrerer Einser Straftaten mit bestraft worden. erhielt er ebenfalls 2 Jahre Zuchthaus um wegen Diebstahls, cht Dortmund zu 2 worden Nußrdem verbestraft urd mit icher Meisch zu beerhandlung in Kö'n, Zeuge geladen war, kordversuch zu Er iert, es ihm möglich seiner Hose zwischen Als es ihm klar geung erfolge u d er en würde, habe er günstiger Augenblick Auch en gewal sames endarmen sei ihm unmer dicht bei ihm geRevoloer gehabt habe. nd so habe er in einem ger niedergeschessen. Langer auf seinen cynischer Weise mit stet. Kein Schloß le er, und wenn es Sachen mehr..r agte dann auch die Jahren Zuchthaus, auch das Gericht zen üdlichen Nebenes Soldatenstandes, — eikannte. Der dem Urteile und Gesamtstrafen, wilche n Zuchthaus berden a Rahr überUmenschen, auf einige wurf der Menschheit ter und Arusberg. Ragistrat.) In Stadtverordneten Stadtbaumeister baurat und den Titel Stadt(Unglücksfall.) ie spelten gestern der't einem geladen glaubten. uf den achtj'hrigen us H an. Die in die Brust urd tivem Wege noch Der Zustand des V. sehr bedenklich. t.(Der Buchder Zeche Rheinelbe, der bei den olympischen Spielen in Athen als Sieger den ersten Preis erhielt, soll, laut„Rhein=Westf. Big.“, auf Beronlassung des Kronprinzen die Universt ät Münster besuchen, um dort einen Kursus in der Turnlehre mitzumachen und dann sich die Berechtigung zum eir jihrig freiwilligen Heeresdienst erwerben. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Oldenburg, 11 Okt.(Die erste Landesobstausstellung), veranstaltet vom Verbande der Obst= und Gartenbauvereine des Herzogtums, wurde heute mittaz in Gegenwart der Großher zogin, des Erbgroßherzogs und einer Anzahl geladener Gäste von dem Oekonomierat Oetken= Oldenburg in der Rudelsburg eröffnet. Die Ausstellung ist aus allen Teilen des Herzogtums sehr reichhaltig beschickt und bietet ein umfossendes Bild von dem gegenwärtigen Stande des heimischen Obstbaues, der gerade in den letzten Jahren in unserem Lande einen erfteulichen Aufschwung genommen hat Der bienenwirtschaftliche Zentralverein hat sich mit einer besonderen Honigausstellung beteiligt Aus dem Rheinlande, 10. Okt.(Der Verdacht der Täterschaft in der Mordsache Lake) scheint jetzt doch eine andere Richtung zu nehmen. Am Nachmittage des Mordtages zechten in der Nähe der Zeche Langenbrahm zwei Menschen, wovon der eine auffallende Rehnlich keit mit dem verhafteten Funke hatte. Der eine versuchte die Unmöglichkeit seiner Täterschaft in arff illender Weise klar zu legen und behauptete, daß sein Genosse stits als Waffe einen Stein im Taschentuch trage, mit dem er die Tat vollführt haben könnte. Die Aussage einer Frau aus Bredeney, die von zwei Menschen auf den schwarzen Wge angesallen wurde, wirkt ebenfalls sehr belastend auf diese beiden Menschen. Allgemeiner Getreide=Wochenbericht der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats. Vom 2. bis 8. Oktober 1906. Auf den westeuropkischen Plätzen entbehrt der Marktverkehr in einheimischem Gewächs der um diese Jahreszeit gewohnten=bhaftigkeit, weil sich die Aufmerksamkeit der Landwirtschaft der Hackfruchternte und Heibstbestellung zuwendet, deren langsames Fortschreiten infolge ungünstiger Bodenbeschoffenheit im Auslande vielfach zu ernsteren Bedenken Veranlassung gibt. In Deutsch= land entsprach die Witterurg der Berichtswoche wohl nicht allgemein den Wünschin der Landwirtschaft, im ganzen aber konnte die Ernte der Hackftüchte gut gefördert werden und die Herbst.stillung machte gleichfalls befriedigende Fort schritte. Jafolge dissen haben die landwirtschaftlichen Leistungen wieder nur einen geringen Umfang angenommen. Die lausenden Bedarfsansprüche genügten unter diesen Umständen, um den Forderungen einen kräftigen Rückhalt zu bieten, aber die an einzelnen Märkten hervortretende Ntigung, mit Käufen größere Zufuhren abzuwarten, ließ den Weizenpreis nicht überall den letzten Stand behaupten, zumal sich auch der Export eher abwartend verhält; wo die Vorräte der Mühlen Ergänzung erheischen und ein Zuwarten nicht tunlich erscheinen lassen, mußten indessen wieder kleine Zugeständrisse gemacht werden, auch veranlaßt der ellgemein b friedigende Mehlabsatz zu regelmäßigen Eingriffen, die meist höhere Preise brachten. Im ganzen schließt die Woche für Weizen mit besseren Preisen und auch die Aufnahmefähigkeit für ausländische Provinienzen hat, mit Ausnahme am Rhein, wo ungünstige Wasserverhältnisse erschwerend ins Gewicht fallen, an Lebhaftigkeit nicht virloren, zumal die inlär dischen Leistungen der regen Kauflust nicht genügten. Am Rhein war die Stimmung indessen nicht weniger fest, und große Zurückhaltung auf seiten der Verkäuser vorherrschend. Noch fester kommen die geschilderten Verhältnisse am Roggenmarkte zum Ausdruck wil die Forderungen für russische Ware einen Ersatz für das inländische Produkt nicht gestatten und vielmehr der Export dem In lande wieder manches entzieht. was unter den gegebenen Verhälln ssen empfindlich bemerkdar wird und eine weitere Befestigung auch dort zur Folge hatte, wo die Kauflust für Wizen versagte. Das Zuwarten auf größere Leistungen scheint angesichts noch lange dauernder Feloarbeiten wenig aussichtsvoll und so bequemt man sich den gesteig rten Forderurgen an. deren besonders die Nachfrage Sachsers und Mitteldeutschlands als Stütze dient. Von günstigem Ei fluß auf den Verkehr im Brotgitreide ist auch der allgemein zur Zufriedenheit Anlaß gebende Absatz in Mahlprodukten. Der Berliner Markt vermochte sich dem Einfluß der allgemein wahrnehmbaren Warenknappheit nicht zu entziehen und trug den gegebenen Verhältnissen mit Preisbesserungen Rechnung, die aber im weiteren Veilauf wieder verloren gingen, als die Hoffgung auf das Erscheinen stärkeren Angebots der Unternehmungslust engere Geenzen zog, obwohl vorerst wenig Anzeichen dafür vorhanden zu sein scheinen Die Erfolglosigkeit des zagenden Eingreisens scheint auch die Kauslust für Hafer wieder mehr anzuregen, und es fehlte nicht an Besuchen, das Angebot durch mehr oder minder größere Preiszugeständnisse zu größeren Leistungen anzuregen. Da die Unrentabilität Rußlards anhält, dürfte das Exportgeschäft für den Hafermarkt eine an deuernde Stütze bieten, wenigstens hat sich der Export den erhöhten Forderungen geger über bisher willig gezeigt. Lebhaft bleibt übrigens auch der Begehr nach russischer Futtergerste, deren Qualität allerdings zu Umladungen Verarlassung gibt. Das hinter den Ezwartungen andauernd zurückbleibende und daher teure Angebot inländischer Braugerste lenkt das Interesse immer wieder auf das ausländische Produkt, das inzwischen den großen Vorteil aus der dafür herrschenden festen Stimmung zu ziehen vermag. Da bisher nur die weniger guten Sorten vom Inlande zum Verkauf gelengten, gloubt man auch hier auf das Erscheinen besserer Qualitäten rechnen zu sollen. Mais erferut sich in Mxd und La Plata andauernd fteurdlicher Beachtung des Konsums, der den erhöhten Forderungen keinen Widerstand leistet. Auf dem Weltmarkt haben sich in der abgelaufenen Berichtsperiode schwankungen vollzogen: folgende PreisDiff. in Mk. per 1000kg +1 20 +.00 +1 00 +050 — 0 50 + 1 00 +300 +.00 Vermischtes. Geestemünde, 12. Okt. Der an der Westseite des Handelshasens stehende große E Schuppen, in welchem 6000 von dem englischen Dempfer„Turkestan“ aus Savannah eingebrachte Ballen Baumwolle und eine Partie Oel lagerten, ist in vrzangener Nacht totol niedergebrannt Erst des morgens um 6 Uhr gelang es der Feuerwehr und den Speitzerdampfern, des Feuers Herr zu werden. Ueber die Ursache der Entstehung des Feuers ist nichts bekannt. Goslar, 12. Okt. Amtlich. Von dem Per sone zug 525 entgleisten heute vormittag 11 Uhr 20 Min. zwischen den Bahnhöfen Marienburg und Geoß=Düegen der Post= und ein Personenwagen. Personen sind nicht verletzt worden. Der Verklhr wurde eingleisig aufrecht erhalten. Die Strecke war um 3 Uhr wieder frei. Karlsruhe, 12. Oktober. Einz gestern abend hier abgehaltene, von 400 Buchdruckergehilfen besuchte Mitgliederversammlurg des B zirksvereins Karlsruhe des Allgemeinen deutschen Buchdruckerverbandes erklärte nach längerer Debatte den Buchdruckertarif für unannehmbar. Basse de Terre, II. Okt. Ein heftiger Ausbruch des Mont Pelé auf Guadeloupe hat einen Aschenregen über den ganzen Südosten der Insel nied rgehen lassen. Der Bulkan Loufrièver verhüelt sich andauernd ruhig (Weise Lehre.) Schusterjange: Sie altbeckene Semmeln, Meister?"— r: Jawohl, mein Sohn.,— Schuster= jinge:„Geschieht Ihnen schon recht, warum haben Se sie ncht verkauft, wie sie ftisch waren!“ Neueste Nachrichten. Jena, 13. Okt. Die Verhandlungen wegen Rosa Luxemburg wegen Aufteizung, begangen durch ihre Rede auf dem Jenaer sozial demokratischen Parteitag, findet am 10. November vor dem Landgericht Weimar statt. Paris, 13. Okt. Das jüdische offizielle Organ der Israelitischen Kultusgemeinde veröffentlicht folgende Mitteilung: Es kursieren Gerüchte, daß nicht nur auf englische, sondern auch auf den Pariser Rotschild, welche an der russischen Anleihe beteiligt waren, Attentate geplant seien. Von Seiten der Tempeldirektion wurde deshalb an den Pariser Rotschild die dringende Bitte gerichtet, vorläufig dem jüdischen Gottesdienst feinzubleiben und man hat tatsächlich Rotschild während der letzten jüdischen Feiertage niemals in der Synagoge gesehen. Warschau, 13. Oktbr. Der Streik in Lodz dauert fort. Keine Zeitungen erscheinen. Die TerroJagten alle Fleischhauer aus den Scylachthäusern. Es herrscht daher Fleischmangel. Ein Schutzmann wurde durch drei Unbekannte erschossen. Als der Oberst des Wladimir=Infanterie Regiments Obruschew Dziema die Straße passierte, wurden 4 Revolverschüsse von einem Unbekannten auf ihn abgefeuert. Das Attentat mißlang jedoch. Ein allgemeiner Streik wird für Montag erwartet. Oeffentlicher Dienststelle: Meteorologisches Observato rium Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 13 bis zum Abend des 14 Oktober 1906. Starke südliche Winde, meist trübe, vielfach Regen, etwas kühler. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 13 Oktober 1906 Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., hier. Niedrigst. Thermometerstand in der Nacht+ Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 13 C. Barometer 746 cm. Wind: Süd West Himmel; bedeckt. Kgl. Prouss. Staatemed. *" Wer mit Zeidenstoffen gut bedient sein will, lasse sich unsere Proben kommen. =hlatte Seidenstosse Meter Mk..10 bis.50 Gemusterte Seidenst. Meter Mk..80 bis 15.— Proben portofrei. Genaue Bezeichnung erb. Deutschlands grösst. Spez.-Seldengeschäft „Seidenhaus Michels& Cie ent 8N. 16. Legeiger Strase 41-44=25 Mechen. Seldenstofl-Hoberei in Kreiele Bärmei Bank Veren Glinsberg, Fischer& Co. Blelefeld BIELEFELD. Fernspr. II9 Reichsbankstr. 15 Kapital: Mk. 60000000. Reserven: Mk. 11 400000. Eröffnung laufender Rechnungen mit und ohne Kredit. Annahme von Geldern zur Gutschrift auf provisionsfreien Scheck- Konti mit günstiger Verzinsung. Verzinsung von Geldern, je nach Kündigungstrist(DepositenRechnungen). Diskontierung und Einziehung von Wechseln. 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Bäcker, 2 Böttcher(Geschirr), 1 Buchbinder, 1 Zigarrenmacher, 3 Kartonagenarbeiter, 9 Dachdecker, 1 Eisenhobler, 6 Erdarbeiter, 3 Feilenhauer, 2 Former(Eisen), Kesselschmiede, 12 Klempner, 2 Klempner a. Zentrifug., 2 Korbmacher, 1 Kistenmacher, 1 Knecht, 15 landw. Arbeiter, 18 Maler, Maurer, 2 Maschinenschlosser, Sattler u. Pelsterer, 15 Schneider aus diverse Arbeiten, 8 Schmiede, 10 Schlachter, 1 Schriftsetzer, (Schweizerdegen), 6 Schuhmacher, 8 Stellmacher, 7 Steinhauer, 18 Tischler auf Bau und Möbel, 8 Tischler auf bessere Möbel, 2 Viehwärter, 2 Wagenlackierer, 2 Wagensattler, 1 Weber a. Leinen und Jaquard, 6 Zimmerer. Lehrlinge: Bäcker, Bauschlosser, Buchdrucker, Dachdecker, Drechsler, Gärtner, Klempner, Kunstglaser, Maler, Musiker, Schneider, Tapezierer, Sattler, Schmied. Es suchen Stellung: Boten, Einkasierer, Kellnerlehrlino, Steinbildhaverlehrling, Zuschneiderlehrling Weibliche Abteilung. Es nerden gesucht: Mehrere Dienstmädchen, Haus=, Küchen= und Landmädchen f. hier und ausw, 1 Haus= und Küchenmädten nach Minden, 1 Dienstmädchen nach Herne i.., 1 Küchenmädchen für herrsch. Haus, 1 Flicknäherin, jede Woche 1 Tag, 1 Kochfrau für Herrschaften, 1 Haushälterin für Schloß, 1 jg. Dienstmädchen für auswärts, 1 Tagmädchen, k. zu Hause schlafen, 1 Waschmädchen für Wäschefabrik, 1 Kleidernäherin für auswärts, 1 Haus= und Küchenmädchen, z. 15. November, 1 jg. Mädchen f. ausw, Tüchtige Arbeits= und Stundenfrauen, Mehrere Frauen zum Etikettenkleben, 2 jg Mädchen z. Waschen und Stärken f. Wäschefabrik, 4 Arbeiterinnen für Kartonagenfabrik, Handnäherinnen für Schirmfabrik, Mehrere junge Dienstmädchen, Arbeiterinnen für Seifenfabrik, Arbeiterinnen für Buchbinderei, Weberei, Spinnerei, Maschinenstickerei. Es suchen Stellung: 1 Köchin oder Stütze zum 1. oder 15. Novbr., Mehrere Arbeitsund Stundenfrauen. Bielefeld, den 11. Oktober 1906. 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Trammann, Druck und Verlag in u von der müsten, Peülit ir Bach. S Nr. 24 Zwe Aus der! End Nachdem im schon 12 Missi zogen waren— und nach Cin tember aufs ne Erwacksine im Betsaal die teil fassen virmochte Südwestafrika 4 Czina 5 und! umfaßt 5 jan alten Gebiete z ihren Frauen 1 bräute.d 5 2 Trennungsschme Glauben Prephet Jesaja verlassen dürke „Deine Baumeis Zerbrecher und machen.“ Wäh zur Ausfahrt ru Grenze unseres dem Ovambol unser seit Jah Spiecker in den sein Vesitationer unter dem Ste Gottes Beistand vollführen könn hat er als der der in diese e Geundlagen und Missionsarbeit Jahren arbeiten im nacktesten H nachdem die si bereits 1870 un stämmen einges.: Vorarbeit wäre Ambolande kau 300 Gemeindeg! die Arbeit in de schwierig u. d ltzen Jahren wartung und immer mehr de des Edangeliumt treten dalei die heiten und schlin so wie die Ar sklav'sche Abhänz Meine El hat soviel Liebhaber, noch diese einzige So Unter der Geistlichke eingeführt, daß sie Zuthun in ganze unter dem Namen P bekannt ist. Sie ist mil lange und leicht bren auserlesenen überseei hergestellt. 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Bei allem Trennungsschmerz gings dennoch in ftöh lichem Glauben durch die Herzen, was der Prephet Jesaja K. 49, 17 von dem sich verlassen dürkenden Zion voraulkändete: „Deine Baumeister werden eilen; aber deine Zerbrecher und Veistörer werden sich davonmachen.“ Während wir hier in der Heimat zur Ausfahrt rüsteten, traf von der äußersten Grenze unseres südafrik anischen Gebietes, aus dem Ovambolande, die Kunde ein, daß unser seit Jahresfrist reisender Inspektor Spiecker in den Monaten Juli und August sein Visitationsweik auf den drei Stationen unter dem Stamm der Ooakuanjama mit Gottes Beistund in guter Gesundheit hat vollführen können. Mit prüfendem Blick hat er als der erste Rheintsche Inspektor, der in diese entlegene Gebiete kam, die Geundlagen und die Ausführung der dortigen Missionsarbeit untersucht. Erst seit 15 Jahren arbeiten unsere Sendboten untr dem im nackte sten H identum dahinlebenden Volk, nachdem die fianische lutherische Mission bereits 1870 unter den südlicheren Ovambo stämmen eingesetzt hatte. Ohne diese treue Voratbeit wären unsere 5 Missionare im Ambolande kaum so weit, daß sie schon 300 Gemeindeglieder zählen können. Denn die Arbeit in dem Fiederlande ist besonders schwierig ud entsagungsreich. In den ltzten Jahren jedoch wendet sich die Erwartung und das Vertrauen des Volkes immer mehr den aufgehenden Lichtstrahlen des Edangeliums zu. Nur um so dunkter treten dalei die unsittlichen Lebensgen ohn heiten und schlimmen Ezeverhältnisse her vor, so wie die Armut der Leute und ihre sklav'sche Abhänzigkeit von den Häuptliagen, Bielefeld, Sonnabend, die mit uneingeschränkter Machtvollkommen heit über E gentum, L ben und Tod ihrer Untertanen gebieten. Die Ovambos sind Ackerbauer, nähren sich zumeist von ihrem Kefferkorn und besitzen nur wenig'eh, so daß in schlechten Eentejahren viele Huogers sterben. Perlen, Tabak, Kleider sind das gangbare Geld. In ihren Kornfeldern liegen die ausgedehnten„Weiften“", Wohnstätten, wie sie die Nomadentörker der Herero und Naman niemals errichten würden. Diese Werste sind aus festen Pfehlreihen gebildet; die Gägge sind wie in einem Irgarten mannigfach verschlurgen, und nur der Wegkundige fi det den Zugang zu den einzelnen Gemächern der Bewohner. Man er schweit auf diese Weise Fremden den Zutritt und ist gegen wilde Tiere und Feinde geschützt. Der Oberhäuptling der Ovakuarjama, Nande, mit seinem Bruder Himalua und seiner alten Tante Nekoto, die drei eir flußreichsten Persönlichkeiten, sind den M ssionaren freundlich gewogen und hindern ihre Untertanen nicht am Christwerden. Nande bot dem Jaspektor bei seinem Besuch einen Klappsuhl an und sitzte ihm Portwein vor, den dieser dankend zurückwies, dafür aber das dort gebraute unschädliche Bier kostete. Die Häuptlinge seltst bleiben dem Worte Gottes noch fern, und auch aus ihren großen Wersten ist niemand getauft worden. Aber sie bezeichnen ihre christlichen Untertanen als Leute, die„Verstand bekommen“ haben, und Hamalua bemerkte triffend: „Ihr Lhrer“ jagt nicht nach Wild, ihr seid „Menscherjäger". Lissen wir uns von dem Inspektor den Besuch in der Werft eines wahrheitssuchenden Heiden, des Kaukungua in Oluohua, 2 Reitstunden von der Missiont station Numakunde entfernt, schildern: Zunächst hatten wir mit dem Werftbesitzer und einigen seiner Genossen in dem ungedeckten Empfangs zimmer Einzelbesprechungen an denen ich meine helle Freude hatte. Kaukungua ist noch Heide, aber er versäumt keinen Gottesdienst in Namaku de## Mit Eifer lernt er lesen, sucht auch seine zvei Frauen darin zu unter weiser, obwohl sie, wie er sagt, einen shr harten und dummen Kopf hätten. Mt dem ihm anvertrauten Pfunde wuchert er treu und zeugt, no und wie er kann, von der Wahrh it des Eoan geliums und von dem Heren Jesus. Dabei scheut er weder Spott noch Hohi noch Verso gung von Seiten de: Heiden. Er betet viel und sprach sich darüber sehr schön und verständig Oktober 1906. Meine El Salida hat soviel Liebhaber, daß ich un noch diese einzige Sorte fabrizier: Unter der Geistlichkeit ist sie eingeführt, daß sie ohne mei Zuthun in ganzen Gemeind: unter dem Namen Pastorenzigarrt bekannt ist. Sie ist milde, aromatisa lange und leicht brennend, nur au auserlesenen überseeischen Tabakei hergestellt. Jeder urteilt: EtwaZeines für wenig Geld. 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Nach einer Stunde hatten sich draußin vor der Werft in der Nähe eines grozen wilden Feigenbaumes etwa 100 Heiden gesammelt; fast alle waren ganz nackt. Sie wollten während des Gottesdienstes nicht unter dem Baum, sondern lieber in der Sonne sitzen, weil es ihnen sonst zu kalt würde. Ich verkündigte ihnen das Eoangeli m. ohne einen Txt zu verlesen, da für diese Heiden die Biber ja keine Autorität hat. Dr Missionar dolmetschte. Die Aufmerksamkeit ließ nichts zu wünschen übrig. Kiukungua bat um eine Grocke damit er die Leute bessr zu diesen Wochengottes dienste rufen könne. Itzt tut er es mit einer .öte. Vielleicht erftllt ein Missionsfreund gern diesen berechtigten Wunsch eines edlen Heiden. Tief ergreisend war es, als wir vor dem Gottesdienst in einem kleinen, ab gelegenen Gemach mit diesem Taufbewerber gemeinsem im Sande niederknieten und den Segen des Herrn für das Wort erflehten.“ Wir verstehen es, das eine solche Gebeis vereinigung in eirec heidnischen Werst im Innern Afrikas dem Juspekto; ein sicheres Unterpfand dafür ist, daß die Biumeister dort das Haus auf den rechten Feisen bauen. (Schluß folgt Siebenbürgisch=Sächsische Auswanderung. Man schreibt uns aus Siebenbürgen: Seit den achtziger Jahren des verfless nen Jahrhunkerts hat unt r dem an Zhl sowieso kleinen Völkchen der Siebenbürger Sachsen(noy nicht 220000 Setlen eine Auswanderungsbewegung eingesetzt, die all mählich iu mer weiter um sich gegriffen und in den letzten Jiyren einen solchen Unfang angenomm n hat, deß ganze säck siche#örfer mit.wvölkerung bedroht siad. Ursp Ungliche Urache der Aus vanderung war die plötzlich katastrephengleich hereinbrechende Vernichtung des Weinbaues in den Dö fern des sozenannten Weinlandes durch die Red. laus. Damit war diesen Ortschoften ki. wicht'gste Erwerbeg ielle unterludden. Bald griff ader das Auswanderung fieder gleich einer anstick nden Krankheit um sich: gürstige Nachrichten von Volksgeness n, die, meist in Amerika, zum Teil im westlichen Deutschland als Fibrikarbeiter guten Verdierst sand n dann wiederholtes Fhlschlagen auch der Weizen= und Maikernte, dazu die unerschwinglichen Abgaben in der Heimat für Staat, Kirche und Schule taten das Inrige, so daß es gezenwärtig kaum ein einzigee Dorf im Sicsenland gibt, das nicht wenigstins eir zelne seiner erwerbskräftigsten Männer oder Frauen durch Auswanderung verlo en hat. Der Ausfall ist um so ampfindlicher, als die natürliche Vermehrung der zumeist bäuerlichen Bevölkerung der Sachsen ohnehin eine äußerst geringe ist. Ja.kenntnis der dem sächsischen Volke durch die Ausvanderung drotenden Gefah: hat das Konsistorium der evangelischer Landeskliche in Siesenbürgen kürzlich an sämtliche Pfarrämter eine statistische Arsst llung versandt, dr wir folgende Daten entnehmen: I den letzten drei Jahren(vom 16 März 1903 bis 31. Dezember 1905) wanderten all in nach Amerika 5310, nach Deutschland 1265 Personen aus. Unter den nach Ameriki Ausgewanderten zählte man 669 Kinder, ein Beweis, deß zahlreiche Familien der Heimat auf Nimmerwiedersehen den Rück n gkhthoben. Demgegenüber fällt der Unstard, daß ellerdings in großer Teil der E wachsenen(twi ¼ der Auswaiderer seit 1898) zurückgekehrt ist, nicht sehr ins Gewicht Wohl trnzen die meisten Auswanderer kei ihrer Rückker ziemlich hehe E punisse mit, so daß fie die auf Geund und Haus lasterden Schulden bezahlen, wohl alch neue Bauten arfführen könner, viele haben sich aber bei der schweren Fabrikarbeit drüben unheilbare kö perliche Gebrechen geholt, endere bringen aus dem „freien Amerk." sittliche Anschauungen mit, die das bisher so feste Gefüze der süchsischen Volks gemeinschaft mit moral scher Zustzung besrohen. Und erdlich— die über viegende Mehrzahl kehrt eben überhaupt nicht wieder. Die Zihl der ir folge Auswandrung gegenwärtig Abwesenden beträgt in den Bezirken R pe, Mediasch, Schenk über 10.oz, in den B zirken Mühlbach, He mannstadt, Schäßburg—8 Poz. der gesemten sächsischen Bevölkerung, insgesamt sind gegenrärtig abwesend 14629 Personen, d. h. 6 7 Pozdrgesamten vunge ischen(säg sischen) B völkerung Siebenbürgens. Das Ko sistorium versuthzt durch mannigfache Anregun in auf dem Gebiete der „inneren Mi sio.“ dem U bel zu fteuern, dauernde Bsserung kann aber nur durch wirtsckaftliche Maßnahmen, durch eine systemat'sch geübte I nerkolonisation, durch ein veinünftigeres u. d geretteres Steuersy tem, durch staatliche Fürsorge für die unter Miß#ten, Steuerd uck und allen möglichen Czikinen der Blam'en leidende ländliche Beröknung erreicht werden Photographien, — KinderMoment-Aufnahmen, Familien-Bilder, Vereins-Gruppen, Vergrösserungen, auch künstlerisch übermalt -lietert in anerkanne: bester Ausführung zu mässigen Preisen Hof-Photograph Haeyn- Wilms, Bielefeld. = Fillale in Halle i. W. neben der Kirche. Fernruf 182. Pianos, Harmeoniums, neu und gebraucht, Raten, Miete, kein Laden, daher äußerst billig Weststrasse 91. Darlehne gibt F. O. Unger, Berlin, Wallnertheaterstr. 28 (Rückp.) Unkosten werd. v. Darl. abgezogen. Keine Vorauszahlung. Kh es ertegunr - seusstgömung Arxpiosionen* ausgeschlossen. 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