* 5 nig ig empfiehlt billigst. emeier. ung. von ungsbau der II. Bürzewalzten I=Trägern sowie irnhallenneubau der werden. serer Kanzlei II für kr. 3 und 4 zu je schlossene Angebote Eröffnungsterminen 1906, vormittags 1906. Stadtbauamt. obel, el tter 45. KKlen. ume, allerbeste Sorten; jeder Bahnstation. ien billiger. mschulen. ng. im Kaiser Wilhelm es frei werdenden 115, 116, 120, 39, 170, 171 und Monats, Sammelpunkt vor 106. Magistrat. ig. adt Bielefeld, im vom 14. Fe31. März 1906: 149, 171, 182, 421, 442, 469, 747, 772, 778, 921, 922, 941, 916, 1022, 1052, 3, 1190, 1205, 388, 1420, 1422, 950, 1958, 1961, 151. 2177, 2178, 226, 2228, 2229, ges erfolgt am merei. Mit dem Aus der Verzur Nückzahlung Nr. 2308 über September 1905. 1900, Tnd noh„ Mark. //8 96. Magistrat. Nr. 228. Bierteljährlich u der Geschäftsstelle u. in allen Postanstalten M., bei täglicher Zu##lung in Bielefeld 1.20 M., durch Brieswäger 1,42 M. Beiheitungsüche Nr. 5381. Jahrgang Anzeigengebühr für die einwpaltige Petitzeile oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 40 Pf Erischent sehiimnal wüchentlich Geichstostelle Rttterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15 Weien Virteirto Freitag, 28. September 1906. Kalender. 28. September: Kaiser Heinrich VI., zu Messira gest. 1197.— Schlacht be Mühldorf, 1322.— Karl Ritter, berühmter Geograph, gest. 1859— Einweihung des Nationaldenkmals auf dem Nieder= wald, 1883.— Louis Pasteur, berühmter Arzt, gest. 896. Der Erklärung des Vorstandes der lutherischen Konferenz in Minden=Ravens berg in Sachen César sind ferner beigetreten: Pastor Fliedner, Bethel. Pastor Wöhr mann, Herford. Pfarrer W. Brünger, Exter. Spperintendent Höpker, Kirchlengern. H Koch, Nr. 66 Valdorf. Das Presbyterium zu Kirchlengern. Das Presdyterium zu Lahde(einstimmig). Presbyterium und Repräsentation von Dornberg. Bezugnehmend auf den Versuch der Reinoldigemeinde in Dortmund und des Vorstandes der „Freunde der evangel. Freiheil in Rheinland und Westfalen“ den Glauben an die Grund= und Heilstatsachen des Christentums mit wandeldaren zeitgeschichtlichen theologischen Anschauungen cuf eine Stufe zu stellen, erklärt die Evangel.= Kirchliche Vereinigung Iserlohn(160 Mitglieder) in ihrer letzten, sehr gut besuchten Versammlung am 14. September sich einstimmig mit den Ausführungen des Vorstandes der lutherischen Konferenz in Minden=Ravensberg, wie solche in der„Neuen Westfälischen Volis Zeitung“ vom 12. September 1906 zum Abdruck gebracht sind, einverstanden. Die Evangel.=Kirchliche Vereinigung in Iserlohn wünscht, daß diese Erklärung mit dazu beitragen möge, unserer Kirche den wahren Glaubensgrund und die Heilstatsachen des Christentums in Lehre und Amt auch in Zukunft unverfälscht zu erhalten. Der Vorstand der Evangel=Kirchlichen Bereinigung Iserlohn. Ernst Horn. W. Brasse. Aug. Grüber. Harbach. Heinr. Mantze. Friedr. Schnellenbach. Außer etwa 350 Einzelpersonen aller Stände, unter denen neben den Pastoren auch die Lehrer zahlreich vertreten sind, haben sich der Erklärung bisher folgende Körperschaften, Vereine rc. argeschlossen: 2 Kreissynoden: Vlotho Lübbecke. 48 Presbyterien und zwar der Gemeinden: " K. Ritterste Bielefeid. 4%. Barkhausen Bergkirchen Bröninghausen Buchholz Bünde Dankersen Dornberg Eidinghausen Elsoff i. W. Enger Exter Friedewalde Gehlenbeck Gütersloh Hartum Heepen Heimsen Hersord, Johannisgem. Herford, Münstergem. Hiddenhausen Hille Holzhausen II Hüllhorst Jöller bick 6 Repräsentationen Gemeinden: Bröninghausen Buchholz Dornberg Exter(einstimmig) Herford, Münstergemeinde Versmold. 12 Vereine 2c.: Quartalversamlung des Jöllenbecker Kreis. verbandes der Jünglingsvereine Konservativer Verein zu Klichlengern(28 Mitglieder) Vorstand des konservativen Bürgervereins zu Bünde Die Jänglirgsvereine bezw Männer= urd Jünglingsvereine zu Schildesche, zu Stift Quernheim, zu Mahnen, zu Sudbrack, zu Hagedorn(Kr. Herford), zu Buchholz. Der Vorstand der Evangel.=Kirchlichen Vereinigung zu Iserlohn Die Mitglieder des Schulvorstandes zu Hille Vorstand des Evangelischen Lehrervereins in Minden=Ravensberg(200 Mitglieder) Verein für innere Mission in Werther. Isenstedt Kirchlengern Kleinbumen Lahde Lohe Löhne Mahnen Mennighüffen Ovenstedt Petershagen Quernheim. StiftRahden Rehme Rhynern Rietberg Rödinghausen Schildesche Schlüsselburg Ströhen Veldorf Versmold Volmerdingsen Werther Windheim i. Westfalen. und zwar der Dies Verzeichnis läßt deutlich erkennen, daß in Minden Ravensberg eine sehr große Mehrheit dem Konsistorium zu Münster für seine Entscheidurg dankbar ist und geschlossen hinter ihr steht. Um weitere Zustimmungen, besonders auch von Presbyterien wird dringerd ersucht. Erzberger! Die Kons. Korr.“ schreibt:„Allgemach fangen auch die Zentrumzblätter an, von dem Sensationsmacher Erzberger abzurücken. Schüchtern zwai aber sichtlich. Es ist auch tatsächlich ganz unert äglich geworden, wie dieser jugendliche Abgeordnete den Herrn und Meister nicht nur in der Zentrumspartei sondern auch in der Politik überhaupt spielt. Nach allen Richtungen hin droht dieser be triebsame Literat mit&am thüllungen— und wiun er zur R de gestellt wird,„Tneift“ er. Wäre der Reichstag beisammen, so könnte einfach die Frage aufgeworsen werden, ob es nicht an der Zeit sei, eine Untersuchungskommission einzusetzen, um, wie seinerzeit die „Akten“ Ahlwardts, so die„Trümpse“, die Erzberger durchaus in der Hand behalten will, zu prüfen. Unsers Erachtens ist es eine unumgärgliche Pflicht der Zentrumspartei, endlich gegen das Erzbergersche „System“, das zwar materiell einträglich für den Unternehmer sein mag, aber doch allmählich die garze deutsche Presse herabsetzt und das Ansehen Deutschlands über haupt schädigt, wit eller Entschiedenheit vorzugehen. Man wird doch nicht annehmen sollen, die Zentrumspartei habe über Erz berger jegliche Macht verloren—; wenn dem aber so wäre, dann sollte in dieser Hinsicht Farbe bekannt und Herr Erzberger zum absoluten Zentrumsführer gemacht werden. Wenn ein Abgeordneter irgend einer anderen Partei eine parlamentarisch journa listische Proxis ausübte, wie Erzberger, da n würde nicht zuletzt die Zentrumspartei sehr bald geeignete Töne finden, um ihn unmöglich zu machen. Vor kurzem enthüllte bekanntlich ein Berliner Korrespondenzblatt, daß zwei Ber liner Blätter Subvention vom Kongostaate beziehen und dafür kongofr undliche Artikel veröffentlichten. Herr Erzberger habe nach dem Namen dieser Blätter gar nicht gefragt Es sei auch nicht seine Aufgabe, die Namen dieser Blätter zu ermitteln. (Dann darf er aber auch nicht von der Sache reden!) Jitzt bekommt nun die „National=Zig.“ von einer Seite, die von ihr für gut unterrichtet gehalten wird, die Mitteilung, daß es ein Preßbureau der Kongoregierung gar nicht gibt. Ueber Rembrandt als bib lischen Darsteller hielt Herr Pastor Jäger Bethel am Dienstag abend im greßen Saal des Assapheums vor einem vielhunder tköpfigen Publikum einen Lichtbildervortrag, der ein überaus genußreiches Intermezzo des jetzt in Bethel tagenden theologischen Kursus bildete. Von Herrn Pastor Kuhlo's Bläserchor stimmungsvoll eingeleitet zogen an dem Beschaute eine Reihe vorzüglicher Lichtbilder vor über, die der Vortragen de in gedankenreicher Weise erläuterte. Fremd und unsympathisch muten die Werke Rembrandt's diejenigen an der gewöhnt ist, die vollkommene Darstellung der biblischen Gestalten in den Bildern Heinrich Hofmanns oder Plockhorst zu erblicken,— aber wie es ein gutes Zeichen der Zeit ist, daß der Sinn wieder wach wird für die alten, herben Lieder und Choräle, so ist es auch freudig zu begrüßen, daß sich das Verständnis für die herbe, alte darstellende Kunst zu erschließen beginnt. Das Wesen dieser Kunst verkörpert sich in zwei deutschen Meistern: Dürer mbrandt, deren ungemein zahlreiche biblische Bilder uns zeigen, wie mächtig gerade die bidlischen Stoffe das damalige Volksleben beherrschten. Denn Rembrandt, der den meisten vorwiegend nurLals Portraitmaler bekannt ist, hat außer zahllosen Handzeichnungen,— nicht weniger als 110 Gemälde und 70 Radierungen diblischen Inhalts geschaffen, aus denen seine Eigenart weit besser erkennbar ist, als aus den Portraits. Was die Gestalten Rembrandt's oft so unerhört lebensvoll erscheinen läßt ist außer der virtuosen Behandlung des Lichts die packende Charakteristik, die doch nie in Karrikatur ausartet; wenn zwir bei Rembrardt das gefällig Schöne auch vergebens sucher, so verm ssen wir dafür auch dessen Entartung in leere Grazie, der die bidlische Darstillung so vieler Nueren verfallen ist. Im Gegensatz zu den greßen Meistern der italienischen Renaissa ce sind zwei Abschnitte des biblischen Gesamtirhaltes ganz aus Rembrandt's Da stillungskeeis ausgeschlossen: Urzeit und Wiederkunft, Scköpfung und Neuschöpfung. Abgesehen von einer minderweitigen Verkörperung des ersten Menschenpaares beginnt Rmbrandt's Bilder=Bibel mit Abraham, dessen Opferung Isaaks eins seiner dramatisch ergreifendsten und zugleich bekanntestern Werke ist. Wie überhaupt ein Bild schneller zum Verständnis eines Vorgangs führt als Worte, so gibt gerade dieses Bild dem Beschauer einen urmittelbaren Begriff von der Schwere des Opsers und der Größe des Gehorsams, den Abrabam bezeugt Rembrandt hat diese Scene des öfteren abgebildet, wie er es bei seinen Lieblingssujets gerne tut, und man sieht in den mehr oder minder erheblichen Abweichungen so recht das Ringen des Künstlers mit dem künstlerischen Ausdruck. Die Opferung aus der Eremi tage— St. Petersburg wurde im Lichtbilde vorgeführt; die Münchiner Wiederholung, die in der grausam realistischen Haltung des zur Schächtung vorbereiteten Isaak und in der Geberde des bekümmerten und zugleich erschrockenen Vaters mit dem vorigen Bild übereinstimmt, übertrifft dieses noch durch die vollendetere Darstellung des Engels, der sich freier und lebensvoller zu bewegen scheint. Rembrandts zweite Lieblingsgestalt des alten Testaments ist Simson: wir sahen dessen Hochzeit (Dresdener Gallerie) und dessen Blendung(Gallerie Schörborn=Wien), letzteres eine Scene von stättstem Pathos und einem Inhalt, der nicht allein für schwache Nerven ungeeignet ist, sondern auch äst hetisch fragwürdig wäre, wenn nicht das religiöse Bewußtsein daraus hervorleuchtete, wie furchtbar es dem ergehen kann, der von Gott abfällt. In noch größerem Umfang und mit noch innigerer Liebe hat sich Rembrandt der Darstellung neutestamentlicher Szenen zugewandt. Verkündigung und Kindheit finden wir ebenso meisterhaft verbildlicht, wie Gleichnisse und Wunder des Herrn. Der Heiland als Herr über Krankheit und Tod— das ist der Inhalt der beiden Radierungen„Die große Auferweckung des Lazarus“ und„Das Hundertguldenblatt“ oder„Die große Krankenheilung", die in der Schilderung einer innerlich und äußerlich bewegten Volksmenge unübertroffen ist. Ez ist nicht möglich, hier die Fülle der Kreuzeserhöhungen, Kreuzesabnahmen, Grablegungen und Auferstehungsszenen aufzuführen, wie sie namentlich die alte Pinakothek Münchens in alänzender Sammlung vereinigt. Alle diese Bilder sinden sich in besten Reproduktionen zusommengestellt in der von Herrn Buchhändler Fischer (Obernstraße) veranstalteten Rembrandtaus stellung, die jeden Besucher das Verständnis für den Meister roch weiter erschließen wird. Für unser Volk aber wäre die Ausgabe einer von Rembrandts Bildern illustrierten Bibel ein wertvolles und zeit gemäßes Geschenk.— Der interessante Vortrag sand mit dem Liede„Schönster Herr Jesu“ einen feierlichen Abschluß. Dr J. Politische Nachrichten. m D e u t s c h e n R e i c h e Berlin 27 September. Auf das von der Hauptversaumlung des Gustav Adolf=Vereins in Augsburg an den Kaiser gerichtete Holdigungstelegramm ist, nach einem Telegramm aus Augsburg. nachfolgende Antwort eingegangen: „Auf Befehl des Kaisers und Königs habe ich die Ehre, der Hauptversammlung mitzuteilen, daß Se. Majestät sich über das freundliche Gedenken der zu ernster Arbeit dort versammelten wvangelischen Männer sehr gefreut haben, und für die Allerhöchstihm, wie dem garzen König lichen Hause gewidmeten treuen Segenswünsche vielmals danken lassen. Se. Majestat begleiten die Verhandlungen der Hauptversammlung mit lebhaftem Interesse und wür schen der Liebesarbeit der Gustav Adolf Stiftung unter Förde. rung und Fürbitten der gesomten evangelischen Christenheit auch ferner Gottes reichsten Segen. v. Lucanus, Geh. Kabinettsrat“ In Kiel übergab Mittvoch, vormittag 11 Uhr der G.neralinspekteur der Marine, Großadmiral von Koester an Bord des Flaggschiffes„Kaiser Wilhelm II“, woseldst die Admirale und Kommandanten der Fotte sich versemmelt hatten, das Kommando der aktiven Schlachtflotte an Se. Königliche Hoheit den Prinzen Heinrich von Preußen. Während die Flagge des Großadmirals auf dem bisherigen Flaggschiffe niedergeholt wurde, setzte das neue Flottenflaggschiff die Flagge des nunmehrigen Flottenchess. Die salutfähigen Sch ffe im Hafen salutierten die Flaggen. Das bisherige Flottenflaggschiff„Kaiser Wilhelm II“ tritt in den Verband des ersten Geschwaders ein Prinz übergab gestern bereits die Geschäfte des Chefs der Marinestation der Ostsee an den Vizeadmiral v. Prittwitz und Gaffron Dr„Dziennik Berlinski“ tritt jitzt in bezug auf seine Behauptung, daß der Kultusminister mit dem Kardinal Kopp über den Streik der polnischen Schulkinder eine Unterredung gehabt habe, den Rückzug an, indem er erklärt, die bewußte Aussprache der beiden Herren lasse sich zeitlich mit der Obstruktion der Kinder nicht in Zusammenhang bringen. Die„Kreuz=Zeitung meldet:„Unser hochvirehrter und geschätzter Mitarbeiter in der Redaktion Herr Professor Dr. Irmer hat einem an ihn ergangenen Rufe zum Wiedereintritt in die staatliche Unterrichtsverwaltung Folge zu leisten sich entschlossen. Er ist zunächst als Hilfsarbeiter in das Ministerium der geistlichen usw. Angelegenheiten einberufen und hat diese Stellung heute angetreten. In seiner Stellung bei der Krerz Zeitung' ist Heir Professor Irmer auf seinen Wunsch bis auf weiteres beurlaubt" In recht galliger Stimmung bemeilt dozu der liberale Hann. Cour.“: „Die Berufung geschieht jedenfalls, um einem tiefgefühlten Bedürfnis abzuhelfen. Außerhalb des Kultusministeriums wird man freilich meinen, daß die Ideen der„Kreuzztg“ in diesem Ministerium schon ausreicheno zur Geltung kommen. Immerhin trägt diese Blrufung zur weiteren Klärung der Lage bei, und das ist immerhin dankenswert.“ An die Stelle des verstorbenen Geheimrats Sattler ist der bisherige Geh. Staatsarchivar, Geh. Archivrat Dr. phil. Paul Baillen in Berlin zum„zweiten Direktor der Staatsarchive“ ernannt. Im Anschluß an diese Ernennung wurde der Archivar Dr. Kretzschmar, bisher am Königlichen Staatsarchiv in Hannover, an das Königliche Gehrime Staatsarchiv in Berlin versetzt. Braunschweig 27. Septbr. Die vom Landtag beschlossene Resolution zur Thronfolgefrage ist, wie die„LandesZeitung“ erfährt, sofort vom Regentschafte rat dem Reichskanzler in Abschrift mit gleichzeitiger Stellung der entsprechenden Anrede übersandt worden. Staatsminister Dr. v. Otto ist heute mittag zu einer Besprechung mit dem Reichskanzler nach Homburg v. d. H. abgereist.(Hann. C.) Frankfurt a. M, 27. Spt. Die Internationale Konferenz für Krebsforschung wurde heute durch den Vorsitzenden Geh. Rat von Leyden Berlin mit einem Dank, namentlich gegen die Teilnehmer aus England, Frankkeich und Oesterreich geschlossen. In seiner Schlußrede betonte Gehelmrat v. Lysen, daß die Fortschritte in der Erforschung der Krebskrankheit, die dem Tierexperiment zu darken seien, zu der Hoffnung berechtigen, daß es in nicht zu langer Zeit gelingen werde, das Uebel erfolgreich bekämpfen zu können. Aus dem Auslande. Wien, 26. Sept. Der Wahlreform ausschuß des Abgeordnetenhauses nahm heute nach längerer Debatte den Paragraphen 23 der Reichsratswahlordnung an, der die Bestimmungen über den Wahlakt enthält, und zwar gemäß der Regierungsvorlage mit einem Zusatzantrage Kramarz betriffend die Zulassung der Vertrauensmänner aller wahlbeteiligten politischen Parteien zum akte Nach Annahme des Paragraphen 24, der von der Konstituierung der Wahlkommissionen handelt, wurde die Verhandlung abgebrochen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung wurde über die§§ 25 bis inkl. 35 der Reichsratt wahlordnung beraten, die das Wahlstrutinium, sowie die Bestimmungen für das für Galizien beschlossene Provortionalwahlsystem enthalten: Die Paragraphen wurden ohne nennenswerte Abänderungen angenommen. Morgen wird die Beratung forsgesetzt. Wien, 27. Septbr. Die Arbeiten des Wahlreformausschusses gehen so gut voran, daß man für Sonnabend die Schluß sitzung erwartet. Als schwierige Punkte blieben allein übrig die Frage des Mehrstimmenwahlrechts und die Wahlkreiseinteilung in Böhmen und Mähren, die bekanntlich zurück gef wurden.— Der regierende Fürst Georg zu Schaumburg= Lippe ist aus Bückeburg hier eingetroffen. Haag, 27. Sept. Amtlich wird gemeldet, der Fürst von Tabanau auf Bali hat sich samt seiner Familie bedingungslos ergeben. Paris, 25. Sept. General Picquart wurde zum Divisionsgeneral ernannt. Das Dekret erscheint anfangs Oktober. Rußland. Aus der Fülle der vorliegenden Nachrichten, die zumeist wieder Raub= und Mordanfälle enthalten, heben wir folgende Meldungen hervor: Die„P. T.=A.“ meldet: Der hiesige Korrespondent der„Frkf. veröffentlichte in diesem Blatte eine Mitteilung einer dritten Person, wonach Ministerpräsident Stolypin die Ansicht ausgesprochen hätte, daß die Anarchie in Rußland durch Terrorisierung der Massen bekämpft werden könnte. Wir sind ermächtigt, zu erklären, daß der Ministerpräsident niemals irgend jemandem gegenüber eine derartige Ansicht geäußert hat.— Wie die Blätter melden, sind im Gouvernement Kutais ernste Unruhen ausgebrochen. Der Landbevölkerung ist eine Frist von acht Tagen zur Eatrichtung der Staatssteuern gestellt worden. Auch im Gouvernement Tampow entstanden Unruhen. Die Verwaltungsbehörden haben die Verhängung des außerordentlichen Schutzes nach gesucht.— In Peterhof wurde eine Dame arretiert, die sich als gefährliche Anarchistin erwies. Sie wurde unter starker Eskorte in der Petersburger Festung interniert. 10 Gendarmen zu Pferde begleiteten den Wagen. In Kronstadt gelang es ebenfalls, 14 Revolutionäre zu verhaften, die eine Hausdruckerei zur Verbreitung auf rührerischer Schriften besaßen. Auf der Batterie 4 in Kronstadt liegen 100 Matrosen in Ketten, die ihre Abfertigung zur Zwangs arbeit in Sibirien erwarten.— Im Kreise Jamburg des Gouvernements Petersburg sucht eine Bande von Esthen die Bevölkerung zu terroristeren dadurch, daß sie Brandstiftungen auf den großen Gütern verübt. Sie hat das bereits in acht Fällen getan. Zu den geschädigten Gutsbesitzern gehören: Baron Möller, Guts besitzer Sakomelski, Fürst Obolenski und Frau v. Giers. Der Aufenthaltsort der Bande ist noch nicht ermittelt. Kreta, 25. Sept. Eine Athener Depesche meldet: Prinz Georg hat gestern aberd Kanea an Bord der„Psara“ verlassen. Bewaffnete Kreter versuchten, die Abfahrt des Prinzen zu verhindern. Die internationalen Truppen schritten ein und gaben Schüsse ab, die von Kretern erwidert wurden. Die Bevölkerung begrüßte den P inzen mit Zurufen. Britisch=Indien, 25. Sept. Bei dem im Dezember zu erwartenden Besuche des Emirs von Afganistan wird die indische Regierung die Gelegenheit gründlich benutzen, um ihrem Gaste einen starken Eindruck von der englischen Macht beizubringen. Der Emir soll zunächst die historischen mohammedanischen Städte Lahore, Delhi, Agra und Lucknow ansehen. Daran anschließend sollen die hauptsächlichen Sikbstätte besucht werden, vor allem Patiala. Nach fernerer Besichtigung der Hindustaaten Gwalior und Aimere würde der Emir sodann in Calcutta die englische Regierungestadt kennen lernen und in Bombey und Karachi Gelegenheit erhal ten, sich von der Bedeutung des englischen Handels überzeugen. Havanna, 27. Septhr. Die gemäßigte Partei ist dahin übereingekommen, eine Kommission zu ernennen, um mit den Aufständischen über die Friedensbedingungen zu unterhandeln. Die Entscheidung in den strittigen Punkten soll Kriegssekretär Taft und Unterstaatesekretär Becon über. lassen werden. Die gemäßigte Partei hat die Bedingung fallen lassen, daß die AufKändischen die Wafsen zuerst niederlegen müssen. Kirche, Schule und Mission. (Die 58. Hauptversammlung des Gustav Adolf=Vereins) wurde am Dienstag nachmittag mit einer feierlichen Begrüßung seitens der kirchlichen und städtischen Behörden im goldenen Saale des Rathauses in Augsburg eröffnet. Mit besonders herzlichen Worten begrüßte Oberbürgermeister Hofrat Wolfram die Versammlung. Der Vorsitzende des Deutschevangelischen Kirchenausschuss's und Präsident des Evangelischen Oberkirchenrates zu Berlin, Voigts, überbrachte die Grüße dieser Behörde, der Präsident des dayerischen Landeskonfistoriums, v Schneider, diejenigen der protestantischen Kirche Boyerns. In glänzen: der Rede erwiderte der Vorsitzende Dr. Pank mit einem Rückblick auf die große Geschichte Ausburgs, insbesondere auf das hier abgelegte Bekenntnis und auf den hier abgeschlossenen Religionsfrieden. Abends fanden in zwei Kirchen zahlreich besuchte Gottesdienste statt. An den Kaiser wurde ein Huldigungstelegramm gerichtet. Der Hauptfesttag, der 26. September, wurde durch einen Festgottesdienst in der überfüllten Barfüßerkirche eingeleitet, bei dem Generalsuperintendent Kaftan aus Kiel die Predigt hielt. Demnächst eröffnete Geheimer Kirchenrat Pank die erste öffent: liche Versammlung mit einer längeren Ansprache unter Bezugnahme auf die großen resernatorischen Erinnerungen Augsburgs. An Festgaben in Geld wurden 25963 Mk. überreicht, von denen 15000 Mk. von den Evangelischen Augsburgs und 10963 Mk. von ganz Bayern aufgebracht sind. (Erbliche Belastung und ethische Verantwortung,) über dieses Thewa wird in dem vom Zentral=Ausschuß für Innere Mission in der Universität zu Berlin vom 2. bis 12. Oktober ver anstalteten 2. apologetischen Instruktions= kursus Herr Pfarrer Dr. von Rhoden, Hauptagent der Rheinisch westf. GefängnisGesellschaft zu Düsseldorf, eine dreistündige Vorlesung halten. Der Kursus bezweckt, auf Grund streng wissenschaftlich behandelter Themata zu zeigen, daß das Christentum sich den verschiedenen Ploblemen des modernen Geisteslebens gegenüber behauptet und bewährt hat. Zur Behandlung gelangen u. a.: Geschichtliche Lehren aus den jüngsten Revolutionsbewegungen(Prof. Schiemann, Berlin), Probleme der modernen Frauenfrage(Pastor Mahling, Frankfurt a. M.), Heidenm ssion und Kolonisation (Missionsinspektor Liz Axenfeld, Berlin). Vorlesungsverzeichnisse 2c. sind zu beziehen durch den Zentral Ausschuß für Innere Mission, Berlin W. 35, Genthirerstr. 38. Aus dem Umsturzlager. (Der sozialdemokratische Parteitag) schob die Alkoholfrage wieder einmal auf die lange Bark. Bebel erklärte: Nicht aus Animosität nehmen wir eine ablehnende Stellung gegen die Anträge ein. Wir wissen, daß wir um die Alkoholfrage nicht herum kommen. Es ist dringend notwendig, daß der Parteitag sie erörtet.(Lebh. Beifall.) Ich wehre mich nur gegen die Verpflchtung, die man hier dem Parteivorstand auferlegen will. Können wir etwa einen Punkt der jetzigen Tagesordrung zu Gunsten der Alkoholfrage zurückziehen?(Zuruse: Nein! Nein!) Bis zum nächsten Partei tage kann es noch große Ereignisse geben. Wir müssen dann Gelegenheit haben, diese zu besprechen. Ich bitte daher, alle Anträge nur dem Vorstand zur Berücksichtigung zu überweisen. Ich werde silbst dafür eintreten, daß sie zu gelegener Zeit behandelt werden. (Lebh. Beisall.) Der Parteitag beschließt im Sinne Bebels und vertagt sich dann auf morgen früh 8½ Uhr. Gericht und Bielefeld, 22. September.(Strafkammer.) Der Händler W. J. von Halle kauft schon seit langen Jahren Butter in Halle und Umzegend auf, die er dann in Bielefeld und auf dem Bielefelder Wochenmarkte umsetzt. Eine bei einem Abnehmer von J. entnommene Butterprobe ergab, daß dieselbe mit einem Farbstoffe gefärbt und einen großen Prozentsatz Wasser enthielt. Als sich nun der Angeklogte am 8. März d. Is wiederum auf dem Wochenmarkte einfand, wurden ihm 78 Pfund Butter kon sisziert und dem hiesigen Urtersuchungsamt übergeben. Es stellte sich heraus, daß sämtlicher Butter ein Farbstoff zugesetzt war und daß die Butter, die höchstens 10—12 Prozent Wasser enthalten darf, einen salpeterhaltigen Wassergehalt von 88 in einigen Stücken sogar 39 Prozent aufwies. Das Schöffengericht zu Halle, hatte den Angeklagten ob seines gemeingefährlichen Treibens zu 4 Wochen Gesängnis und zu einer Geldstrafe von 500 Mark ev. 50 Tagen Gefängnis verusteilt. Bei alle diesen erdrückenden Belastungsbeweisen hatte der Angeklagte doch noch Berufung eingelegt, die jedoch als unbegründet verworfen wurde.— Der Referendar H. hat sich über das schroffe Benehmen eines Schutzmanns aufgeregt und zu ihm gesagt:„Sie sind ja ein ganz gewöhnlicher Schutzmann.“ Diese Aeußerung hatten ihm eine Anklage wegen Beamtenbeleidigung eingebracht. Das Schöffengericht hatte H. freigesprochen und die Amtsanwaltschaft hiergegen Berufung eingelegt. Die Strafkammer war der Arsicht, daß in den Worten„Sie sind ja ein ganz gewöhnlicher Schutz mann“ eine Beleidung zu erblicken sei aber ebenso beleidigend sei das Benehmen und die Aeußerung des Schutzmannes dem Herrn H. gegenüber gewesen. Da die Beleidigung auf der Stelle erwidert sei, so habe der Kompensationsparagraph Anwerdung gefunden. Aus diesem Grunde wurde das erste Urteil aufgehoben, der Angeklagte zwar der Beleidigung schuldig gesprochen, aber für straf frei erklärt. Lokales und Provinzielles. Bielefeld, 28 September. (Die nächste christlich= konservative Quartalversammlung) wird am nächsten Sonntag, den 30. September, (Erntedankfest), nachmittags 4¼ Uhr in Rotenhagen bei Werther im Hause des Kolons Wölke abgehalten werden. Biblischer Text: Joh. 6, 24—29 (nicht Joh. 5, 44; 6, 29). Darnach Vortrag aus Zeit und Welt. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Wegen der wenig gür stigen Zugverbindung mit Bieleseld mußte eine spätere Stunde als sorst üblich für den Anfang gewählt werden. Dies wird aber Niemanden von der Teilnahme abhalten, da Mondschein die H imkehr begünstigt. Um zahlreiche Beteiligung wird dringend gebeten. X(Navensberger Rennverein.) Der Nennungsschluß für das Herbstrennen am 7. Oktober hat die größten Ecwartungen weit übertroffen, da für die 6 Rennen nicht weniger als 94 Nennungen eingegangen sind. Einen derartig günstigen Nennungsschluß hat der Verein bisher noch nicht zu verzeichnen gehabt, es ist deshalb am übernächsten Sonntag auf der herrlich gelegenen Bahn in Quelle ein hervorragender Sport zu erwarten. Dies ist besonders erfreulich, weil dadurch der Verein, der in diesem Jahre von neuem sehr große Kosten aufgewendet hat, um die Aclage, speziell das Geläuf noch weiter zu vervollkommnen und dieselbe zu den besten unter den ersten Rennplätzen zu machen, große Anerkennung gefunden hat, die ihn anspornen wird, auf der eingeschlagenen Bahn weiter zu schreiten. Ein landwittschaftliches Rennen findet diesmal nicht statt, weil die Herren aus der Landwirtschaft für ein Herbsirennen infolge der starken Beanspruchung ihrer Pferde durch die Feldbestellung keine Neigung hatten, dagegen ist für das nächste Jahr beim Frühjahr= und Sommer=Rennen wieder je ein landwirtschaftliches Rennen in Aussicht genommen. (Stadttheater.) Die vielen Vorbereitungen zu dem großen Ausstattungsstück„Frau Venus" sind nun ziemlich beendet. Erstaufführung dieses überaus iffektvollen Werkes am Sonntag, den 30. September. Das Orchester stellt die Stadtkapelle. Die vorkommenden Tänze sind von den Balletmeisterin Frl. Tillz Svensson einstudirt. Die zweite Aufführung dieses sehenswürdigen Stückes ist für Montag angesetzt. (Buchen=Verwendung.) Vom Herrn Minister für Landwirt chaft, Domänen und Forsten ist folgender Runderlaß ergangen: Da sich die Verwendung von Buchenholz zu Dielungen in allen Fällen, in denen gut gepflegte, trockene Riemen sachgemäß verlegt wurden, bewährt hat, bestimme ich für den Bereich der Staatsforstverwaltung, daß künftig bei jedem Neubau eines Dienstwohnhauses und ebenso bei einer etwa notwendig werder den Erneuerung der Fußböden in Dienstwohnungen ein Zimmer, und zwar dakjenige, das am meisten benutzt werden wird, mit einem Bucher riemen=Fuß. boden auf Blindboden zu versehen ist, falls nicht besondere Schwierigkeiten ausnahmsweise entgegenstehen sollten. (Kursus für Hufbeschlaglehrschmiede.) Der Herr Regieru gspräsident macht bekannt, daß der nächste Kursus für Hufbeschlaglehrschmiede in Paderborn am Mittwoch, den 10. Oktober v. J. beginnen wird. m.(Bißverletzungen durch tolle oder der Tollwut verdächtige Tiere.) Aus dem Jahre 1905 sind in Preußen 368(1904 365) Verletzurgen von Minschen durch tolle oder tollwutverdächtige Tiere zur amtlichen Kenntnis gekommen, von denen Kaben sie Schen dasgkbönnement Ernedert! Im Bielefelder Stadttheater ging am Mittwoch, und zwar zum ersten Male, das Trauerspiel Hebbels„Die Nibelungen“ in Szene; gegeben wurden die beiden ersten Abteilungen der Trilogie: „Der gehörnte Siegfried" und„Siegfrieds Tod“. Die Wahl eines so gehaltvollen Werkes, welches nicht nur an die Regie große Anforderungen, sondern auch den Künstlern zwar sehr dankbare, aber auch recht sch wierige Aufgaben stellt, läßt erkennen, welche hohen Ziele die Direktion unserer Bühne sich gesteckt hat. Wir wollen gleich von vornhereia betonen, daß dieses ernste Streben der Leitung vorgestern durch einen vollen Erfolg der Aufführung belohnt wurde. Was den Inhalt des Stückes betrifft, das Hebbel auf Grund des bekannten mittelhochdeutschen Epos der„Nibelungennot“ geschaffen hat, so dramatifiert die Trilogie die Wandlung von dem jüngeren, heroischen Heidentum ins Christentum. Voll von Bewurderung für das großartige Epos hat der Dichter 7 Jahre ernstester Arbeit an die Umsetzung desselben in sein Riesendrama von 11 Akten gesetzt. Es ist ein Werk von be wundernswerter Einheit, großartig in der Anlage, hinreißend und erschütternd in einzelnen Szenen, z. B. bei der Auzeinandersetzung zwischen Brurhild und Kriem hild, zwischen Hagen und Kriemhild, vor allem in der Schlußszene der 2. Abteilung (Kriemhild an der Leiche ihres Gatten). Wie gewaltig erscheint die ungeheure und doch menschlich verständliche Figur des grimmen Hagen.— Trotz treuer Anlehnung an die Handlung des Epos hat Hebbel sie tatsäch lich doch umgestaltet, und zwar infolge seiner besonderen Auffassung vom Begriff des „Tragischen"(das Individium wird in dem Korflikt seiner Eigenart mit Zeit und Welt zerrieben, es macht sich durch sein Wollen stärker geltend, als die Welt verträgt.) Was er abgesehen von dieser Umgestaltung des Mythus sonst noch selbst erfunden, z. B. Volkers begeisterte Erzählung vom Nibelungenhort, gehört zu dem Schönsten, was wir besitzen.— Bei der Aufführung, die, wahrscheinlich wegen des gleichzeitigen Konzerts des Kaim=Orchesters, nicht so besucht war, wie sie es verdient hätte, erweckten naturgemäß Heinz Bernecker als Siefried, Georg Straßmann als Hagen, Kamilla Wolff als Kriemhild und Melly Stollberg als Brunhild ganz besonderes Interesse. Der erstere bot eine sehr beachtenswerte, abgerundete Leistung, die bei größerer Figur vielleicht noch mehr zur Geltung gekommen wäre. Auf ebendieselbe Anerkennung hat G. Straß mann als grimmer Hagen Anspuch. In Kamilla Wolff lernten wir eine sehr be fähigte Künstlerin kennen, die sich bemühte, die durch die ganze Skala von Empfindungen hindurch von den zarten Regungen erster Liebe bis zum Ausbruch höchster Leidenschaft in der Kirchgangssz ne und zuletzt in ihrer Kemenate durch maßvolles Spiel und Wahrheit der Dar stellung zu fesseln. Doch blieb ihre dramatische Gestaltungskeaft sich nicht immer gleich.— Is Melly Stollberg als Brunhilde trat das Wal kürenhafte, Uebermenschliche dieser Figur recht eindruck voll in die Erscheinung. Herr Direktor Berstl, der die Aufführung inszeniert, hatte die Ausstattung an Kostümen, Rüstungen, Weffen usw. recht glänzend gestaltet. Köln, 26. S.pt, Zwei unsichere Heerespflichtige, die zur Eidableistung deim Inf. Reg Nr. 153 in Kilk eingeliefert werden sollten, überfielen den Transportführer und flüchteten. Nich wiederholten ergebaislosen Halt=Rufen gab der Transportführer mehrere Schüsse ab. Ein Deserteur brach in die Brust getrossen, zusammen. Er wurde in das besssme. Lazarett gebracht; der andere wurde in Arrest abgeführt. Trier, 25 Sept. Beim Brande eines Hauses in dem Eifeldorfe Arlof kam eine Mutter mit ihrem fünfjährigen Knaben um; ein anderes Kird erlitt schwere Brandwunden. Wildungen, 26 Sept. In der Mordaffäre der Frau Vogel(„Die Leiche im Koffer“) ist den Blättern zufolge eine interessante Wendung eingetreten. Die Leiche der Frau Vogel war der obersten Medizinalbehörde ausgehändigt worden, die ihr Gutachten über die vorhandenen Strangulationsmerkmale an dem Leichnam zu erstatten hatte. Die Sezierung hatte nämlich seiner zeit festgestellt, daß der Eemordeten die Zunge aus dem Munde gehangen hat und dadurch Strangulation wahrscheinlich sei. Das Gutachten der obersten Medizinalbehörde lautet auf Vorliegen einer Strangu= lation. Die Anklage gegen den verhafteten Möbelhändler Myer wird insolgedessen auf Mord und Raub erhoben werden. (Der letzte Wille.) Mancher Bräu tigam macht an seinem Hochzeitstage eigent lich ein Testament; denn sein„Ja“ am Altar ist eigentlich sein litzter Wille. 323= 87,8 Pr impfung noch Paste Verletzten kam es wut; sämtliche Krankheit, bei 3 vol impfung vorgeiomm 3 Fällen die Sch dernoch der Erfo'g Pasteur auch im I ordentlich günstig dem Prozentverhält: den verschiedenen K geht. Es starben = 093 Pozent, 8= 17,8 Prozent lagen der Tollwut Pozent, von den Prozent, von den Prozent. Diese 8 in wie hohem M Pasteur einen Schr der Tollwut gewähr m.(Ueberfall. von hier wurde in auf der Straße am unbekannten Pirson handelt. m.(Einbruch) selbst wurden in der 6 Flaschen Portweit aus dem Keller geste den Kreisen Minden, 26. St prüfung.) In Gymnasium abgehalt Oberpeimaner Kar hier, Karl Mal Friedrich Preis Zeugnis der Re Minden, 26 S. Gestern vormittag des Reichspostamts des Geheimen Ober des Geheimen Postra Die Herren besichtigt direktionsgebäude. Minden, 27. S der ministeriell gene der Kriegervereine. tage des preußischen am 14. August 190 einem Kreiskriegerverb der Vorstand des wolle dahin wirken, Vereinen des Lank nehmigung zur Füh zogen wird, wenn verbande ausscheiden. dem Vorstande er## keinem Zweifel, daß Fahne tragen, die de gehören und haben Unterstützung der und auch des dal minister ums gefunder schon errlicht, daß wird für die Zeit preußischen Lindesv. bereits viele Fälle vo hörden auch älteren Fall aus verschiedene entzogen ist, wir wer er angenommen, die — Dieser Antrag genommen. Hieraus si welche wegen Nichtani schlüsse aus dem Lan auch der Fahnenführu Aus den Hersord, 28. Se. kasse) beibt wegen und der Kassenrevisiol Werktagen eines jeden 28. und 29 Septem Herford, 27. S Der bisherige Rats Dr. Lange ist als un auf sechs Jahre bestä Enger, 27. Set Verliehen ist dem P inspektor Karl Niem! Herford, der Rote A Bünde, 27. Sept bisher durch Fräulei Lehrerstelle wird mit halbjahres durch He nommen, der aus se hier in gutem Andenk I Melbergen, Der auf einer Ge Reisende B. von hier werdens des Kutschwa aus, wobei er erhebli I Kirchlengern, hiesige Jungfrat tigt im Monat Dezem Verlosung zum Besten Kirche zu beschaffenden anstalten. halten werden. 6, 24—29 29). Darnach selt. Um zahl1. Wegen der ng mit Bielefeld als sorst üblich den. Dies wird lnahme abhalten, kehr begünstigt. wird dringend kennverei n.) a Herbstrennen en Ecwartungen 6 Rennen nicht ingegangen sind. nungsschluß hat t z u v e r z e i c h n e n ernächsten SonnBahn in Quelle erwarten. Dies #il dadurch der sre von neuem bet hat, um die noch weiter zu zu den besten en zu machen, hat, die ihn schlagenen Bahn dwittschaftliches statt, weil die für ein HerbstBeanspruchung bestellung keine für das nächste Sommer=Rennen tliches Rennen n Vorbereitungen *„Frau Benus" aufführung dieses n Sonntag, den stellt die Stadtize sind von den vensson einstudirt. sehenswürdigen g.) Vom Herrn Domänen und erlaß ergangen: Buchenholz zu in denen gut ichgemäß verlegt ime ich für den rwaltung, daß eines Diensteiner etwa notung der Fußin Zimmer, und meisten benutzt cher riemen=Fuß. rsehen ist, falls ten ausnahmseschlaglehr: ierur gspräsident ste Kursus für Paderborn am v. J. beginnen durch tolle chtige Tiere.) d in Preußen 1 von Minschen htige Tiere zur en, von denen * E wumses ere wurde in eim Brande se Arlof kam ünfjährigen 3 Kird erlitt In der Mordie Leiche im zufolge eine ten. Die Leiche sten Medizinaldie ihr GutStrangulationszu erstatten nämlich seineremordeten die ngen hat und hrscheinlich sei. Medizinalbeeiner Strangu= den verhafteten solgedessen auf werden. Rancher Bräu itstage eigent in„Ja“ am Wshle. 323= 87,8 Prozent, sich der Schutzimpfung noch Pasteur unterzogen. Bei 11 Verletzten kam es zum Ausbruch der Toll wut; sämtliche Erkrankten erlagen der Krankheit, bei 3 von ihnen war eine Schutz. impfung vorgenommen worden. Obwohl in 3 Fällen die Schutzimpfung versagte, ist dernoch der Erfo'g des Impfverfahrens nach Pasteur auch im Jahre 1905 als außerordentlich günstig zu betrachten, wie aus dem Prozentverhältnis der Gestorbenen von den verschiedenen Krankheitsgruppen hervorgeht. Es starben von 323 Geimpften 3 = 0 93 Pozent, von 45 nicht Geimpften 8= 17,8 Prozent. Im Jahre 1904 erlagen der Tollwut von den Geimpften 1,5 Pozent, von den ärztlich Behandelten 7,7 Prozent, von den nicht Behandelten 11,7 Prozent. Diese Zihlen zeigen wiederum, in wie hohem Maße die Impfung nuch Pasteur einen Schutz gegen den Ausbruch der Tollwut gewährt. m.(Ueberfall.) Die Handelsfrau Sch. von hier wurde in der Nacht zum 28 d. M. auf der Straße am Güterbahvhof von zwei unbekannten Pirsonen überfellen und miß handelt. m.(Einbruch) Dem Kaufmann B. hier selbst wurden in der Nacht zum 27. d. M. 6 Flaschen Portwein im Werte von 15 Mk. aus dem Keller gestohlen. II Kirchlengern, 27. Sept.(Besitzwechsel) Die Besitzung des Kaufmanns Müller hierselbst ging durch Kauf in den Besitz der Gebrüder Kranz in Horsthöhe über. II Klosterbauerschaft 27. September. (Unfall.) Beim Orstverladen auf Bahnhof Kiichlengern glitt der Landwirt=Friedrich Detert von hier aus und stürzte von der Rampe auf das Pflaster, wobei er eine Gehirnerschütterung und eine erhebliche Ver blutung des Kopfes erlitt. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Gütersloh, 27. Sept.(Ein städtischer Arbeitsnachweis) wird hier am 1 O'tober d. Is. errichtet. Gütersloh, 27. Spt(Voglu. Wolf A G.) Der Aussichtsrat hat beschlossen, für das am 1. September abgelaufene Geschäftsjihr 1905/06 die Verteilung einer Dividende von 11 Proz.(t. B 7 Proz) vorzuschlagen. Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arusberg. Aus den Kreisen Minden und Lübbecke Minden, 26. Sept.(Abiturienten prüfung) In der heute am hiefigen Gymnasium abgehaltenen Prüsung haben die Oberpeimaner Karl Dießelhorst von hier, Karl Mals aus Blotho und Friedrich Preiß aus Unterlübbe das Zeugnis der Reife erhalten. Minden, 26 S.pt.(Hoher Besuch.) Gestern vormittag trof der Staatesekretär des Reichspostamts Krätke in Begleitung des Geheimen Oberpostrats Granzow und des Geheimen Postrats Lehmann hier ein. Die Herren besichtigten das reue Oberpostdirektionsgebäude. Minden, 27. Sipt.(Entziehung) der ministeriell genehmigten Fahnenführung der Kriegervereine. Auf dem Abgeordnetentage des preußischen Landeskriegerverbandes am 14. August 1905 in Kiel wurde von einem Kreiskriegerverbande der Antrag gestellt, der Vorstand des Landeskriegerverbandes wolle dahin wirken, daß auch den älteren Vereinen des Landesverbandes die Genehmigung zur Führung der Fahne entzogen wird, wenn sie aus dem Landes verbande ausscheiden.— Hierauf wurde dem Vorstande erridert:„Es unterliegt keinem Zweifel, daß nur solche Vereine eine Fahne tragen, die dem Landesverbande angehören und haben wir bereits hierbei die Unterstützung der hohen Staateregierung und auch des dabei beteiligten Kriegs minister ums gefunden.— Wir haben dadurch schon errüicht, daß die Fahne nur erteilt wird für die Zeit der Zugehörigkeit zum preußischen Lindesverbande, euch liegen bereits viele Fälle vor, wo durch die Be hörden auch älteren Vereinen von Fall zu Fall aus verschiedenen Gründen die Fahne entzogen ist, wir werden dem Antrage, falls er angenommen, die richtige Form geben.“ — Dieser Antrag wurde einstimmig an genommen. Hieraus solgert, daß die Vereine, welche wegen Nichtannahme der Kieler Beschlüsse aus dem Landes verbande austreten, auch der Fahnenführung verluftig gehen. Aus dem Kreise Herford. Hersord, 28. Sept.(Die Kämmereikasse) beibt wegen des Bücherabschlusses und der Kassenrevision an den letzten beiden Werktagen eines jeden Vierteljahres, also am 28. und 29 September geschlossen. Hersord, 27. Sept.(Personalie.) Der bisherige Ratsherr und Sanitätsrat Dr. Lange ist als unbesoldeter Beigeordneter auf sechs Jahre bestätigt worden. Enger, 27. Sept.(Personalien.) Verliehen ist dem Pfarrer und Kreisschulinspektor Karl Niemöller zu Eager, Kreis Herford, der Rote Adlerorden 4. Kl. Bünde, 27. Sept.(Besetzung.) Die bisher durch Fräulein Reinking verwaltete Lehrerstelle wird mit Beginn des Winterhalbjahres durch Herrn Bakemeyer übernommen, der aus seiner früheren Praxis hier in gutem Andenken steht. I Melbergen, 27 Sept.(Unfall.) Der auf einer Geschäftstour befindliche Reisende B. von hier siel infolge Defektwerdens des Kutschwagens aus diesem heraus, wobei er erhebliche Verletzungen erlitt. II Kirchlengern, 27. Septbr.(Der hiesige Jungfrauenverein) beabsichtigt im Monat Dezember cc. eine öffentliche Verlosung zum Besten einer für die hiefige Kirche zu beschaffenden neuen Ocgel zu veranstalten. Münster, 26. Sphr.(Die soeben erschienene Chronik der Universität Münster) verzeichnet einige erreähnens werte Ansche ffungen für ihre Jostitute und Sammlungen: Durch eine außerordentliche Bewilligung von 2000 Mk., die durch den Staatshaushalt für 1906 erfolgle, konnten einige der sehr starken Lücken in den Beständen des Kabinetts für mittelalterliche und neuere Kunst, ramentlich in der Abteilung der Glasbilder(Diapositive) aus gefüllt werden, wobei hauptsächlich die ita ienisch= Kurst des M telalters und der Rena ssurce berücksichtigt wurde. Vom Kaiser wurde ein Ex mpler der gelegentlich der Einweihung der Wittenberger Schloßkirche hergestellten bronzenen Medaille als Gescherk überwiesen. Zur Vermehrung der Bücherbestände wurde vom Universitäts=Kuratorlum ein einn aliger Zuschuß von 400 Mk gewährt Dortmund, 27. Septbr.(Eine Erhaltung der Fehmlinde) au der alten Stelle ist ausgeschlossen, da der Hügel, auf dem sie steht, in der Haup zufahrtsstraße zum neuen Bahnhof vorplatz liegen würde und dort ferner erhebliche Niveouveränderungen notwendig sird. Es ist beschlossen worden, die Linde nach dem anstaßinden Königswal in bereits bestehende Anlagen zu verpflanzen und dort auch die Steinbank und den steinernen Tisch, die unter der Linde stehen, wieder aufzustellen. Der Stamm der Linde ist übrigens vollständig eingegangen. Nur aus den Wurzeln treibt sie Schößlinge. Auch sind ältere Ableger derselben an O.t und Stelle vorhanden. Auf Geund der bekannten Kadirettsordre Friedrich Wilhelm IV wurde die Linde bei dem Bahnhofsbau zu Anfang der sechziger Jahre geschoot. Eickel, 27. Sept.(Die Polizei ver haftete; die Ehefrau Krause, die versucht haben soll, ihrem Manne den Hals abzuschneiden. Sie wurde dem Amtsgerichte Bochum zugsführt Aus dem Ruhrrevier, 26. S piember. (Zur Lohnbewegung der Berg arbeiter) erläßt mit Bezug auf den am Sonnabend in Essen von der Siebenerkommission gefaßten Beschluß der Vorstand des alten Bergarbeiterverbandes eine Erklärung an die Verbands mitglieder, in der es heißt:„Mit odigem B=schluß hat die Siebenerkommission dem drängenden Ver langen der Kameraben, die flotte Geschäftszeit auch für die Kameraden auszurutzen, Rechnung getragen. Welcher Art die Forderungen sein werden, wird demnäcst die Siebenerkon mission in einer weiteren Stzang festlegen, bemerken wollen wir aber, daß die Lohrforderung auf alle deutschen Berg reviere sich erstrecken soll. Inwieweit des Ausland eingreifen wird, wird die nächste Zukunft lehren. Wir richten nun an die deutschen Bergarbeiter die driugende Bitte, keine voreiligen Schritte zu unternehmen. Die Führung der Lohnbewegung muß unbedingt in die Hände der Verbände gelegt werden. Nur so kann die gerechte Sache der Bergarbeiter auf Erfolg rechnen. Was auch vorgehen mag, in der Lohnbewegung muß erst die Weisung der Führung eingeholt werden. Strengste Disziplin und vor allen Dingen Vertrauen zu der Führung. Das sei die Losung aller Beteiligten.“ Zum Schluß warnt der Vorstand vor Abwanderung aus fremden Revieren in das Ruhrrevier. dreijähriges Kind dadurch, daß die Hütte von Spielkameraden gleichen Alters angesteckt wurde, so daß das Kind so schwere Brandwunden erlitt, daß es kurz darauf starb. Elberfeld, 27. Sept.(Von einem Bureaukratenstückchen) weiß ein hiesiger Einwohner zu erzählen. Er hatte aus der Sommerfrische heraus einer Reihe hie siger Bekandten Ansichts postkarten gesandt. Da er dem vorgedruckten Gruße nur seinen zufügte, hielt er, wie dies auch zulässig ist, eine Besörderung als Drucksache für ausreichend, strich auf der Adresserseite das Wort Postkarte aus und ersitzte es durch Drucksache. Dennoch mußte er bei seiner[Rückkehr erfahren, daß seine sämtlichen Karten mit Strafpotto belegt worden waren, weil er zwar das Wort Postkarte ausgestrichen, aber die fremdländischen Bezeichnungen, wie Post card, Carte postale, Briefkaart und wie sie sonft heißen, stehen gelessen halte. Duisburg 26 Sept.(Auszeichnung) Dim Lehrer Brentjes, der im per gangenen Jahre bei einem Brande in der Münzstraße seine Mutter und seine Schwester rettete, wurde vom Oberbürgermeister die Rettungsmedaille am Bande überreicht. Vermischtes. Die„Boss. Zig.“ meldet aus Paris: Im Pyrenäenstädichen Laruns, dem Geburtsorte des Husaren=Wachtmeisters Guindey, der im Gefecht von Saalfeld den Prinzen Louis Ferdinand vom Pferde stach, wurde am hundertsten Jahrestage des tragischen Ereignisses die Büste des Soldaten enthüllt. Das 10. Husaren=Regiment, dem Guindey angehörte und das gegenwärtig in Tarbes steht, wollte zur Enthüllungsfeier eine Offiziers= und Mannschaftsabordnung entsenden. Der Brigadegeneral Reverard gestattete dies jedoch nur unter der Bedingurg, daß die Abordnung in bürgerlicher Tracht und nicht in Uniform erscheine, da man mögliche deutsche Empfindlichkeit schonen wolle. Stettin, 2.. Sept. Gegen hundert Schüle: des Vorortes Pommerensdorf rotteten sich zusammen und kämpften mit Knütteln und essern. Einer schoß seinem Kameraden mit einem Revolver ins Gesicht und verletzte ihn Hrer.„Die Polizei verhaftete eine große Anzahl der Bereiligten. Greiz, 27. Sept Gestern sowie heute gegen 2 Uhr nachmittags wurden in einem Teile des nördlichen Vogtlandes heftige wellenförmige, von Süden nach Norden gehende Erderschütterungen mit ungewöhnlich starkem Rollen verspürt. Madrid, 26. Sept. Schreckliche Unwetter wüteten in den Provinzen Alicante, Granada und Murcia. Es traten Ueberschwemmungen ein. Zahlreiche Häuser sind eingestürzt. 25 Leichen sind bereits in der Kirche geborgen. Ja so! Student:„Würden Sie wohl dieses Kommersbuch kaufen?"— Buchhändler: Bedaure sehr, ich kaufe n ur ganze Bibliotheken!“— Sruvent:„Entschuldigen Sie, das ist ja auch meine ganze Bibliothek!“ (Slänzend widerlegt.)„Diese SchwammMeeresgrunde haben doch ein schreckliches Dasein!“—„„Was wollen Sie? So undg feühhiäche s. 9 einsach auf ine Austernbank (Uebel angebrachte Redensart.)„Ich habe schon wieder einen bösen Hals!“—„„Nehmen Sie den ja nicht auf die leichte Achsel!" (Im Bildgeblieben) Student(schreibend): „Kannst du es übers Herz bringen, mich so lange dem Trockenen sitzen zu lassen?“— Onkel: „Gewiß, ich habe von anderer Seite gehört, daß du Gefahr läufst, zu versumpfen!“ „(Auf dem Jahrmarkt.)„Meine Herrschaften! Wenn Sie etwas Dauerhaftes, etwas Unverwüstliches, was für die Ewigkeit haben wollen, dann kaufen Sie diesen Kitt— gehen nach Hause, hauen alles in Stücke und kleben es mit diesem Kitt zusammen!“ am 24./9. 48—49 41—42 36—87 am 24./9. 43—44 37—39 31—34 48 41—42 36—87 4—45 39—40 38—39 32—34 am 24 9. 49 43—44 38—39 46 39—40 Schlachtviehpreise gewicht aus Grund amtlicher Marktberichte zusammengestellt Berichten bearbeitet von der Lentralstelle für Biedverwertung der Preußtischen Laudwtet schaftskammern Berlin W., Kötheuer Straße 39. Hannov. Dortm Essen Ochsen. a) vollfleischige, ausgeNästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt(mind. 12 Ctr. Lbg.) b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete.... c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere d) gering genährte jeden Alters Bullen. a) vollfleischige, ausgemästete bis zu 5 Jahren b) vollfleischige jüngere c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere d) gering genährte jüngere und ältere Kalben und Kühe. a) vollfleischige, ausgemästete Kalben höchsten Schlachtwertes b) vollfleischige, ausgemästete Kühe hochsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Kalben d) mäßig genährte Kühe n. Kalben.. Kälber. a) Doppellender b) feinste Mast.(Vollmilchmast) und beste Saugkälber c) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber d) geringere Saugkälber u. älteres, gering genährtes Jungvieh(Fresser) Schafe. a) Mastlämmer u. jüngere Masthammel b) ältere Masthammel. c) mäßig genährte Hammel u. Schafe(Märzschafe) Schweine. a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen bis zu 1¼ J. v) nteischige c) gering entwickelte sowie Sauen 35—37 44—45 38—41 32—35 77—8 75—76 73—74 26—28/32—34 45—46/45—46 40—4140—41 36—38/34—36 29—31|28—29 — 76 78 68—65/62—64 59—62|57 60 54—5851— 55 40—42 42 17—38 30 31 75 73—74 73—75 67—72|67-71 Vorstehende Preise verstehen sich für 100 Pfd Lebendgewicht, bei Schweinen mit 20% Tara. D amtlichen Schlachtgewichtpreise sind mittelst der an gegebenen Schlachtprozente umgerechnet. Literarisches. Neue Kirchliche Zeitschrift. In Verbindung mit D. Th. Zahn und vielen lutherischen Theologen herausgegeben von W. Engelhardt. Leipzig. A. Deichert. Monatl ein Heft von ca. 80 Seiten. 2.50 Mk. pro Quartal. VII. Heft: D. Ihmels: Jisus und Paulus.— Hollensteiner: Harnack und Bousset.— Lic Dr. Hunginger: Das Frömmigkeitsideal der Junitatio Christi.— Lie. Dr. J. Böhmer: Eine Reform des Patenamts. VIII Hift: D. Ed. König: Neueste Verhandlungen über den Dekalog.— Lic. G. Stosch: Der Tugendbegriff im Kural des Tiruvalluver verglichen mit dem Weisheitsbegriff in den Sprüchen Salomos.— Kretschmer: Ein Beitrag zur Gliederung der sozialen Ethik.— D. W. Vollert: Die Entscheidung der Konkordientormal in der Lehre von der Glaubensgerechtigkeit in art. III. besonders gegenüber der Oftandrischen Lehre.— Van Wyk: Dogmengeschichte und Katechismus.— Wir machen wiederum aus diese ausgezeichnete theol. Zeitschrift nachdücklichst aufmerksam. Auch diese beiden Hefte enthalten ganz vorzügliche Aufsätze, die jeden theologisch und kirchlich Inter esierten auss Höchste sesseln müssen. J. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Barmen, 26. Sept.(Zur Oberbürgermeisterwahl sind folgende drei Bewerber in engere Wahl gestellt worden: Bürgermeister Voigt: Rreors, Beigeordneter Dr. Bertram Krefeld, Beigeordneter Dr. Hartmann=Barmen. Die definit ve Vorwahl findet am Dienstag nächster Woche statt Krefeld, 26. Sept.(Beim Spielen in einer Hundehütte) verunglückte ein Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observato rium Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zeit von Abend des 28. bis zum Abend des 29. Sept. 1906. Veränderliche Winde, nebelig, um Mittag heiter, trecken, auf den Höhen leichter Nachtfrost. Uebersicht der Witterung Bielefeld, 28. September 1906. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., hier. Niedrigst. Thermometerstandin der Nacht+ 2½ Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ Barometer 76,5 cm. Wind: Süd=West. Himmel: bedeckt. Neueste Nachrichten. Gotha, 28. Sept. Die durch die Presse gehende Behauptung, die Regierungen der thüringischen Staaten würden gemeinsam den Reichskanzler zur Oeffnung der Grenzen im Interesse der Linderung der Fleischnot auffordern, ist nach Erkundigungen an maß gebender Stelle vollständig unwahr. Beschluß der thüringischen Staaten existiert nicht. München, 28. Sept. Der Großherzog von Hessen weilt seit einigen Tagen inkognito unter dem Namen eines Grafen von Starkenberg in München. Seine Anwesenheit hängt mit der Darm städter Künstlerkolonie zusammen. Kopenhagen, 28. Sept. Die Nationaltidende veröffentlicht heute eine Aufsehen erregende Mitteilung, daß Zar Nikolaus und Familie noch vor Mitte Oktober dem dänischen Königshof einen Besuch im Schlosse Fredensborg abstatten werde. Diese Mitteilung wird durch eine dem Hofe nahestehende Seite bestätigt mit dem Hinzufügen, daß dierussische Kaiserin=Witwe anläßlich der bevorstehenden Ankunft des Zaren ihre Abreise von hier aufgeschoben habe. Wien, 28. Sept. Aus Carnowitz wird gemeldet, das österreichische Justizministerium gab dem Verlangen Rußlands, den Paul Ncolojiw, der ein mißlungenes Attentat gegen den Gouverneur plante und verhaftet wurde, keine Folge, obwohl eine Konvention zur Auslieferung politischer Verbrecher zwischen Oesterreich und Rußland besteht. Nicolojew wurde sofort in Freiheit gesetzt und ist sofort nach Zürich abgereist. Petersburg, 28. Sept. Aus Odessa wird gemeldet: Wegen der Mordtaten und Ueberfälle schwar. zer Banden und der fürchterlichen Anruhen sandten die Juden eine Abordnung zum Chef des Militärbezirks Kaulbars. Dieser versprach für die Aufrechterhaltung der Ruhe zu sorgen, fügte aber hinzu, ich warne Sie, kommt ein Mitglied des Verbandes des russischen Volkes zu schaden, so wird Blut in Strömen fließen. Fernspr. 724.) Erstes und größtes Spezial=Haus für noderne Heren=, Jünglings= und Kuaben8—10 Niedernstr. 8—10. Bielefeld. Kleidung, serig und uach Roßz,[Feinspr. 724. Nahe der Altstädter Kirche. Die Herbst- und Winter-Saison eröffne ich am heutigen Tage mit einer reichen Auswahl hervorragender Neuheiten in fertigen Garderoben und Stoffen für die Maß-Abteilung. 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