Nr. 218. Vierteljährlich in der Geschäftsstelle n. allen Postanstalten M., bei täglicher ZuLchung in Bielefeld 20 M., durch Briefträger 1,42 M. ## 30. Jahrgang Anzeigengebühr für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Erscheint sechsmal wöchentlich Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. Bielefeld Montag, 17. September 1906. * nimmt der Briefträger die Bestellung der Zeitung für das nächste Quartal an. Es genügt auch eine mündliche Bestellung bei der nächsten Postanstalt oder eine schriftliche Notiz an diese Anstalt unfrankiert in den Briefkasten geworfen, so kommt am nächsten Tage der Briefträger, nimmt die Bestellung an und erhebt den Betrag. Niemand unserer bisherigen Leser darf die Zeitung aufbestellen. Leider vergißt ein Teil der konservativen Parteikreise oft gar zu sehr, daß es eine politische Ehrenpflicht und Klugheit ist, das erste und wichtigste Mittel politischer Wirksamkeit, die Presse, als beste Waffe im politischen Kampfe, gebrauchsfähig zu halten, die Parteizeitung zu unterstutzen und zu fördern. Nehme man sich doch ein Beispiel an der Opferwilligkeit und Werbetätigkeit eines sozialdemokratischen Arbeiters für sein Parteiblatt und seine Parteiorganisation. Werben auch wir für unsere Zeitung. Es geht in einzelnen Gemeinden vorwärts, warum nicht überall? Neue Westf. Volks=Zeitung und Mindener Post kosten nur 1 Mark pro Vierteljahr. Wir bitten unsere Leser, das Abonnement sofort zu erneuern. Die Geschäftsstelle. Sistorischer Kalender. 17. September: Elisabeth, Königin von England, geb. 1533.— Schlacht bei Breiten= feld, Sieg Gustav Adolfs über Tilly, 1631.— Schiller entflieht aus Stuttgart nach Mannheim, 1782.— Leopold v. Gerlach, Generaladjutant Friedrich Wilhelms IV., geb. 1790.— Serrano, spanischer General und Staatsmann, geb. 1810.— Eröffnung des Mont CenisTunnels, 1871.— Rudolf v. Ihering, Rechtslechrr, gest. 1892. Beitrag zur Eingeborenenfrage in Afrika. Dem Briefe eines rheinischen Missionars in Deutsch Südwestafrika entnehmen wir die folgenden sowohl die Missionsfreunde wie die Kolonialpolitiker interessierenden Mitteilungen. Die Eingeborenenfrage ist bekanntlich nicht nur in unseren afrikanischen Kolonien, sondern in ganz Afrika, besonders auch in den unter englischer Herrschaft stehenden Ländern Natal und Transvaal brennend geworden. Der Missionar schreibt uns: Wir(in Deutsch=Südwestafrika) stehen jetzt im Zeichen des Wortes von Schiller:„Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen. Seid einig— einig— einig!“ Es regt sich und bewegt sich. Das tote Kriegshandwerk hört immer mehr auf. Neuer Schaffensdrang und mut und Freudigkeit entstehen in den Gemütern der Alten. Zwar die Alten bleiben trotz des abschlägigen Entscheides in der Entschädigungsfrage; aber das Alte stürzt. Zu diesen Alten, das stürzt, rechnet man auch die Tätigkeit der Mission. Törichte Zeit und noch viel törichtere Menschen! Sie leugnen die letzte Möglichkeit hinweg, die einzig und allein imstande ist, eine gesunde Entwickelung auf allen Gebieten in unserer Kolonie anzubahnen. Es gilt doch ein Mittel zu finden, um ein rechtes Verhältnis zwischen Weiß und Schwarz zu schaffen;—— welches das ist, dar über wird man, so lange als es eine Eingeborenenfrage gibt, sich streiten. Unser Gouverneur steht vor der Frage richtig, wenn er gleich in den ersten Tagen seines Hierseins in Windhuk bei Gelegenheit einer Gemeinde. Versammlung sagt, daß Kirche und Schule die rechte Grundlage abgäben, auf der sich eine segensreiche Entwickelung der Kolonie vollziehen könne. Auch in Südwestafrika hat man das Verständnis für das Wesen des Christentums gar sehr verloren. Weil man den Kern nicht mehr hat, kann man die Schale. nach Belieben modeln.„Konfessionalismus“ heißt sie jetzt; die äußere Foim will man doch wahren. Welch' eine Halbheit! Wann wird man das Wort des Herrn wie eine Donnerstimme von fein und nah hören:„O daß du kalt oder warm wärest!“ In der Heimat haben unsere Freunde im Kampf gegen die Simulian= schulen den Sieg davon getragen; aber möchten wir doch jetzt die Stimme des Wächters auf Zion vernehmen:„Wach auf, der du schlässt, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten!" Das gilt auch uns Missionaren. Man höre auf zu klagen über Defizits und Versäumnisse! Gott scherke uns für die Zukunft einen weiten Blick, für die Gegenwart ein weites Herz, aber ein enges Gewissen. Es wird Euch wohl lieb sein, etwas aus der Presse der südafrikanischen Eingeborenen zu hören. Das in einem großen Missionsinstitut Südasrikas in englischer Sprache herausgegebene Monatsblatt ist eine wahre Fundgrube von Stoff über die Eingeborenenfrage. Ja ihm wird aus der Eingeborenenpresse folgendes mitgeteilt:„Die weitverbreitete Abneigung gegen die Poll- Taxe*) hat eine dunkle Wolke über unser schönes Natal gebracht. Täglich werden Eingeborene wegen aufrührerischer Gespräche und Handlungen verhaftet, es werden Soldaten und Freiwillige mobil gemacht, die Regierung bereitet sich vor, um für den Fall, daß diese Wolke plötzlich platzen sollte, gerüstet zu sein. In diesen dunklen Tagen sollten deshalb doch alle Führer des eingeborenen Volkes ihren ganzen Einfluß einsetzen, daß die Gesetze befolgt werden und die Ordnung aufrecht erhalten wird. Daß wir mit unserem Volke sympathisieren, wenn ihm die Poll=Taxe nicht behagt, ändert an der Sache nichts. Es ist jetzt unsere Pflicht, den Gesetzen des Landes zu gehorchen und unser Volk dahin zu beeinflussen, daß es dies ebenfalls tut. Wir glauben zuversichtlich, daß aus diesem allen Gutes kommen wird. Wir müssen bei unserem Volke darauf hinwirken, daß es seine inneren Kämpfe auf rechter Grundlage aussicht. Wie wir von der„Ilange“(so heißt die Eingeborenen=Zeitung, der das englische Monatsblatt dies entnommen hat) glauben, daß das Recht durch moralische Mittel immer durchgeführt werden kann. Wir glauben richt daran, daß es Nutzen schaffen wird, wenn man irgend eine Ursache herbeizieht, um mit Gewalt vorgehen zu müssen. Wir wollen lieber unermüdlich und immer wieder unsere Ansprüche vor die Behörde bringen, aber nie unsere Zuflucht zur Gewalt nehmen. Erst vor kurzem haben wir einige Männer kennen gelernt(Marschall Campbell, Frank Churchhill und Sir David Hunter), die gekommen sind, um die Sache unserer Erziehung und des christlichen Unterrichts zu unterstützen. Diese Männer gehören zu den leitenden Bürgern nicht nur Natals, sondern auch von ganz BritischSüdafeika. Sie sind gewonnen worden, unser Streben nach besserem Unterricht kräftig zu unterstützen. Wis wir tun sollten, ist daher einzig die Erziehung, sie müssen wir durchführen, bis der Sieg errungen ist. Wir haben unsere Schulen, unsere Kirchen und unsere Rechte, und es ist unsere Pflicht, mittelst dieser auf Verbesserung unserer Lage hinzuarbeiten, so daß wir wenigstens so viel dazu beitragen möchten, diese Kolonie(Natal) unter ein Gesetz für alles Volk zu bringen. Dies *) Poll=Taxe wird die englische Kopfsteuer genannt. Ihre Einführung auch für die Eingeborenen hat diese in solcher Weise erregt, daß es im letzten Sommer in Natal zu einem Aufstand der Zulus kam, der mit Waffengewalt niedergeworfen werden mußte. D. Schr. können wir nur durch unermüdliche Arbeit und unerschütterlichen Glauben an Gott, der uns beistehen wird, fertig bringen. So wird die dunkle Wolke an unserem Volk ohne Schaden vorüberziehen.“ Die„Izwi Labantu“, ein anderes Blatt in Natal, schreibt unter dem 22. Mai 1906, indem sie die Eingeborenen dringend auffordert, keine Zeit zu verlieren, ihre Sache vor das englische Gouvernement zu bringen, folgendes:„Die fundamentale Frage ist die der Gouvernementspolitik, die aber von dem britischen Ministerium entschieden werden muß. Und diese Entscheidung, das ist klar, wird bestimmend sein für den zukünftigen Stand des schwarzen Mannes unter der Verfassung, die Transvaal und seinen Nachbarstaaten gegeben werden wird. Welches aber für die Eingeborenen die Aussicht sein wird, wenn eine unglückliche Bestimmung getroffen werden sollte, das zu mutmaßen überlassen wir denkenden Merschen. Eine ernstere Frage und kritischere Zeit als die gegenwärtige können wir uns daher nicht vorstellen. Wir sagten, daß es Sache des englischen Parlamentes sei, die Entscheidung für das Schicksal der Eingeborenen und anderen Farbigen dieses unsers Kontinents zu treffen; diese Entscheidung wird aber sehr beträchtlich be einflußt werden durch den Bericht der Untersuchungskommission, in der bis heute die Eingeborenen, durch Eingeborene natürlich noch, nicht vertreten sind.“ Zu diesen Auszügen aus der Eingeborenenpresse Natals bemerkt der Missionar in Deutsch Südwestafrika, dem wir sie verdanken schließlich:„Is, Afrika wacht auf und schüttelt sich. Wir werden noch Dinge erleben, die sich unsre Eingeborenenfresser nie haben träumen lassen. Wir wissen aber, daß das deutsche Reich und Volk nur, wenn es fest auf Gottes Wort gegründet ist, bestehen und den Sieg über andere Vö'ker behalten wird. So lehrt es uns die Geschichte und wir wollen dem nach sinnen.“ Aus dieser Zischrift ersehen wir mit besonderer Freude, daß unsre Missionare arbeitsfreudig und mutig in die Zukunft blicken. Der Schreiber arbeitete seither unter den Naman, wird aber in Zukunft eine Hererogemeinde haben. Ferner ist aus ihr deutlich zu erkennen, daß die Eingeborenen nur zum Teil unter dem verderblichen Einfluß der äthiopischen Bewegung stehen, und endlich, daß es unter den gering geschätzten, von manchen als„Pav'ane" bezeichneten Eingeborenen Männer gibt die nicht nur mehr Christentum sondern auch weit mehr Einsicht und Verstand haben als viele Weiße. c c Ein nationalliberaler Verteidiger Naumanus ist— natürlich im badischen Musterländle — erstanden. A. Fritze=Rastatt veröffentlicht in dem führenden nationalliberalen Blatte Badens, der„Badischen Landeszeitung“ einen fulminanten, zum Teil persönlich zugespitzten Artikel gegen den Verein Deutscher Studenten, der den sozialdemokcatischen Helfershelfer endlich von seinen Rockschößen geschüttelt hat. Es heißt in diesem Artikel: „In Baden ist gerade diese Politik Naumanns bei den letzten Landtagswahlen praktisch mit dem besten Erfolge durchgeführt worden; und wer es ehrlich meint, der kann mit gutem Gewissen behaupten, daß er durch die Unterstützung der Sozialdemokratie ein gutes Stück Arbeit dadurch geleistet hat, daß er der Entwicklung der schlimmsten Reaktion einen Riegel vorgeschoben hat.— Diese Politik Naumanns wie der badischen Liberalen ist von vielen Seiten und vor allen Dingen von der norddeutschen Presse scharf getadelt worden. Aber dazu sind ja die Kämpfe der Geister da, um ausgesochten zu werden, und wo ehrlich Meinung gegen Meinung streitet, da dient es nur zum Wohle der Gesamtheit zur Klärung und Kräftigung der eigenen Ansichten. Die Gegner Naumanns haben den sachlichen Boden der öffentlichen Aussprache verlassen und den Angriff auf die Persönlichkeit Naumanns ausgedehnt. Sie haben zur Entscheidung über die schwierige politische Frage der Stellungnahme zur Sozialdemokratie eine studentische Versammlung angerufen, welche zu allem anderen, aber nicht zur Eatscheidung über schwierige politische Probleme geeignet ist, und haben dortselbst in einer Abstimmung eine Resolution durchgebracht, die Naumanns Politik als antinational bezeichnet und ihn zum Austritt aus dem Verein dautscher Studenten veranlassen sollte. Jetzt ist also das Urteil gefällt und Naumann wie die badischen Liberalen wissen, daß sie unrecht gehabt haben und nicht mehr würdig sind, zu den Reihen der nationalen Männer gezählt zu werden. Es ist unerhört, daß sich eine Versammlung von jungen unerfahrenen Studenten zum Richter aufzuspielen wagt über erprobte und im nationalen Arbeiten alt gewordene Männer, die ihre Arbeitskraft zum Wohle einer gesunden fortschrittlichen Weiterentwicklung unserer Nation opfer Allerdings wollen wir auch so ehrlich sein, Jugendlichkeit als Entschuldigung zu betrachten. Dann fallen aber alle Vorwürfe um so schwerer auf die älteren Mitglieder des Vereins deutscher Studenten zurück und auf die Alten Herren, die, um ihre politische Ansicht durchzusetzen, ihren ganzen Einfluß auf das unschuldige Gemüt des Aktivitas geltend gemacht haben.“ Daß sich die badischen Block=Nationalliberalen mit dem von der nationalliberalen Gesamtpartei nichts weniger als hochgeschätzten nationalsozial freisinnigen„Parteiverderber“ solidarisch erklären, ist nicht mehr als recht und billig. Das schamlose Werben der Block Führer um bürgerliche Stimmen für die Sozialdemokratie zwingt jene Herrschaften an die Seite der Barth=Naumann und— Bebel. Aber kompromittierend für die nationalliberale Gesamtpartei ist diese Auslassung aus dem Musterländle unbedingt. Hat doch die„Badische Landeszeitung" den Artikel an leitender Stelle und ohne Einschränkung veröffentlicht. Was sagt denn aber die nationalliberale„Jugend“ zu der hier ausgesprochenen Mißachtung der„Jugend lichkeit"? In Baden ist ja der Jungliberalismus zu Hause— freilich gilt dort als Jugendlicher, der schon das Schwabenalter überschritten hat. In der Frage der Fleischverteuerung haben uns Norddeutschen die Bayern schon längst ein nachahmenswertes Beispiel gegeben. Während bei uns sowohl das Publikum als auch die Fleischer sich von den Großhändlern und ihren Organen an der Nase führen lassen, ist man in Bayern zu der Ueberzeugung gelangt, daß der Groß=Zwischen= handel allein die Fleischverteuerung verursacht und fö mlichen Wucher treibt. In der bayerischen Kammer haben alle Parteien mit Einschluß der Sozialdemokratie gegen diesen Zwischenhandels=Fleischwucher kommunale bezv. staatliche Hilfe verlangt. Bei uns darf es noch immer ein so dreistes Sonderinteressenblatt wie die„Fleischerzeitung“ wagen, Regierung und Agrarier für die Fleischverteuerung verantwortlich zu machen und ihre Lügen mit Unterstützung der freifinnigen Presse in Umlauf zu setzen. Man sollte sich das Vorgehen der bayerischen Gastwirte und Metzger zum Muster nehmen, die bei dem Münchener Magistrat darüber vorstellig geworden sind, den ganzen Fleisch= zwischenhandel zu beseitigen. Der Münchener Oberbürgermeister, der diesem Antrage nicht abgeneigt ist, wird demnächst mit dem Minister Freiherrn von Feilitzsch über diesen Gegenstand konferieren und hoffentlich zu einem günstigen Ergebnis kommen. Wo bleibt demgegenüber Berlin? Wo bleiben die anderen Großstädte? Sie lassen nicht nur die Fleischspekulanten ihr gemeingefährliches, wucherisches Wesen weiter treiben und die Konsumenten weiter belügen, sondern sie begünstigen noch solche Machenschaften. Die Bürgerschaft sollte da einmal die Sache gründlich in die Hand nehmen und sie in Bezirksvereinen zur Sprache bringen. Auch die Fleischermeister hätten ein dringendes Interesse an der Beseitigung des schmarotzenden Zwischenhandels. Politische Nachrichten. Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 16. September. Der Kaiser hat an den König von Sachsen ein aus Liegnitz vom 13. September datiertes Hanbschreiben gerichtet, in dem er seine„Befriedigung über die vortreffliche Haltung und den ausgezeichneten Zustand" der sächsischen Truppen im Manöver ausspricht. Der Dank Sr. Maj. des Kaisers: Die zahlreichen Beweise der Liebe und treuen Anhänglichkeit, die mir und der Kaiserin und Königin, meiner Gemahlin, während unserer Anwesenheit im schönen Schlefien von allen Seiten entgegengebracht worden sind, insonder heit der erhebende Empfang, den uns meine Haupt= und Residenzstadt Breslau bereitet hat und der herzliche Willkomm, den ich in der Stadt Liegnitz gefunden, haben mich mit hoher Genugtuung erfüllt, und kann ich aus der Provinz nicht scheiden, ohne unserem wärmsten Dank hierfür erneut Ausdruck zu geben. Auch ist es mir eine aufrichtige Freude gewesen, bei der Parade am 7. September die nach Tausenden zählenden Abordnungen der Kriegervereine zu erblicken, die zum Teil aus weiter Ferne herbeigeeilt waren, um sam Ehrentage des 6. Armeekorps ihren obersten Kriegsherrn zu begrüßen. Ich beauftrage Sie, dies zur Kenntnis der Provinz zu bringen, und füge gern hinzu, daß ich auch die vortreffliche Aufnahme, die den Truppen trotz der erheblich gesteigerten Einquartierungslast überall zu teil geworden ist, auf das dankbarste anerkenne. Liegnitz, 13. September 1906.(gez.) Wilhelm R An den Oberpräsidenten der Provinz Schlesien. Der Minister des Kgl. Hauses v. Wedel veröffentlicht im Reichs= und Staatsanzeiger“ einen Nachruf für Se. K. H. den Prinzen Albrecht. Am Schlusse heißt es nach Mitteilung einiger Daten aus dem Leben des Prinzen:„Mit solcher vielseitigen Wirksamkeit wußte der Prinz künstlerische Tätigkeit zu verbinden. Ausgestattet mit hoher musikalischer Begabung, schuf er eine Reihe ausgezeichneter Kompositionen, unter denen insbesondere seine Märsche eine hervorra gende Stelle einnehmen. Endlich fand er auch Zeit, sich mit der Verwaltung seiner ausgedehnten Besitzungen in Schlesien, im Rheingau und in unserer Kolonie Ostafrika eingehend zu beschäftigen. Seine warme Vaterlandsliebe, sein ritterlicher Sinn und sein Wohlwollen gegen alle, die ihm nahe traten, sichern ihm in den weitesten Kreisen ein gesegnetes Andenken." Die Leiche des Prinzen ruht in der Uniform seines Schwedter Dragoner=Regiments Nr. 2 im Sarge. Heute morgen ist der Sarg geschlossen worden. Ununterbrochen treffen kostbare Blumenspenden ein. Zur militärischen Leichenparade sind kommandiert das Füfilierregiment Nr. 38 aus Glatz, das Leibkürassierregiment aus Breslau und eine Abteilung des Feldartillerieregiments Nr. 42 aus Schweidnitz. Die Leichenparade kommandiert Generalmajor Jordan, der Kommandeur der 21. InfanterieBrigade in Schweidnitz. Die Großherzoglich= badischen Herrschaften sind gestern nachmittag 3 Uhr, von Mainau kommend, in Karlsruhe eingezogen. Nach Begrüßung auf dem Bahnhofe und Vorstellung der anwesenden Herren wurde die Fahrt nach dem Schlosse durch die herrlich geschmückten Straßen angetreten. Im ersten offenen Wagen fuhren der Großherzog und die Großherzogin, umjubelt von einer vieltausend Kampf. Eine Geschichte aus bewegter Zeit. Von A. v. Liliencron geb. v. Wrangel. 44](Nachdruck verboten. Neuntes Kapitel. Nach den Aufregungen, die Oberst von Wildenfels in den Tagen von Kissingen und Laufach durchgemacht halte, fand er es für notwendig, sich und den Seinen noch eine Erholung zu gönnen. Auch erschien ihm Burgau doch nicht gefeit vor jeglichen Waffenlärm, der sich an dem Tage von Aschaffen burg ziemlich nahe an das Asyl der Seinen herangezogen hatte. Der alte Herr war völlig befriedigt von seinen Kriegserfahrungen und sehnte sich nun nach Ruhe. Daher siedelte er kurz entschlossen mit den Seinen nach Wiesbaden über, das zu dieser Zeit nicht nur die Zufluchtsstätte aller derer wurde, die der Krieg aus den Bädern vertrieben hatte, sondern vor allen den Verwundeten eine Heilquelle für ihre Leiden bot. So kam es, daß auch Tettenborn hier weilte, und vielleicht war dieser Umstand ein Grund mehr, daß der Oberst, der diesen Neffen ganz besonders in sein Herz geschlossen hatte, sich für Wiesbaden entschied. Elsy köpfigen Menschenmenge. Der Großherzog und die Großherzogin sahen vortrefflich aus und befanden sich in sichtlich froher Stimmung. Abends fand eine Reihe von Fest banketts verschiedener Korporationen statt. Herzog Ernst von SachsenAltenburg begeht heute auf Schloß Hummelshain seinen achtzigsten Geburtstag. Der„Reichs Anzeiger“ gedenkt seiner in einem sympathischen Artikel. Dem Vernehmen nach wird der Herzog aus Anlaß dieses Tages eine Amnestie erlassen, und außerdem allen Altenburgern, welche das 80. Lebensjahr überschritten haben, aus seiner Privatschatulle ein Geldgeschenk überweisen lassen. Auf Wunsch des Herzogs finden besondere Festlichkeiten nicht statt. Holländische Blätter teilen mit, daß die Königin Wilhelmina von Holland sich bei einem Dresdener Gyndkologen in Kur begeben will. Der Herzog von Connaught besichtigte gestern in Rathenow das Husarenregiment, dessen Chef er ist. Der stellvertretende Kolonial=Direktor Dernburg hat sich zur Audienz beim Kaiser nach Breslau begeben. Das„Militärwochenblatt“ meldet: Ohnesorg, Oberst beim Oberkommando der Schutztruppen, ist unter Entsetzung von seiner Stellung als außeretatsmäßiges militärisches Mitglied des Reichsmilitärgerichts der Abschied mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubnis zum Tragen der Uniform bewilligt.— Quade, Oberleutnant im großen Generalstabe, kommandiert zur Dienstleistung beim Oberkommando der Schutztruppe, ist aus dem Heere ausgeschieden und als Chef des Stabes beim Oberkommando der Schutztruppen angestellt, er ist gleichzeitig zum außeretatsmäßigen militärischen Mitgliede des Reichtmilitärgerichts ernannt. Die„Kölnische Volkszeitung“ schreibt: Der Kardinal= Fürstbischof von Breslau wird in der Presse, nachdem ilm der Schwarze Adlerorden verliehen worden ist, allgemein als Kardinal v. Kopp bezeichnet. Das ist vicht richtig. Die Kardinalswürde ist eine so hohe, daß sie alle anderen Titel konsumiert, auch z. B. den Doktortitel, ebenso aristokratische Würden. Wie man„Kardinal Bonaparte“ sagte und„Kardinal Rampolla“ spricht(der eigentlich Marchese Rampolla de Tindaro heißt), so wird man auch in Zukunft den Breslauer Oberhirten einfach als „Kardinal Kopp“ bezeichnen müssen. Braunschweig, 15. Sept. Der braunschweigische Landtag ist auf den 21. September einberufen worden. Die Wahl des neuen Regenten soll unmittelbar nach dem Leichenbegängnis vorgenommen werden. Die durch die Zeitungen gehende Nachricht, die Wahl könne erst nach einem Jahre erfolgen, war nicht richtig. Sie kann und wird vielmehr in kürzester Zeit vollzogen werden. Braunschweig, 15. Sept. Der verstorbene Regent Prinz Albrecht, dessen stille, aber umfangreiche Wohltätigkeit wenig in die Oeffentlichkeit gedrungen ist, hat, wie aus den bisher vorliegenden Meldungen zu schließen ist, in seinem letzten, vor einigen Jahren errichteten Testamente den von ihm reichlich unterstützten mil den Stiftungen und Wohltätigleitsanstalten namhafte letztwillige Zuwendungen zugedacht. Aus naheliegenden Gründen verbietet sich voreilige Bekanntgabe der Höhe dieser Zuwendungen; nur so viel sei festgestellt, daß die wohltätigen Zuwendungen des verstorbenen Regenten bedeutend zu nennen sind. jubelte und geriet in helles Entzücken, als sie schon am ersten Tage in Wiesbaden die Entdeckung machte, daß die englische Familie Smith aus Kissingen sich auch nach dem jetzt vielumworbenen Wiesbaden zurückgezogen hatte. „Why! Is sich great joy, daß man widder shake hands kann mit so charming Leut,“ meinte Smith, das Haupt der Familie, und schüttelte der Reihe nach jedem einzelnen aus dem Wildenfelsschen Hause die Hand. Er besorgte dieses Geschäft so nachdrücklich und doch so maschinenmäßig, daß er in seinem Uebereifer die Sache auch bei Johann fortsetzen wollte, doch dieser zog sich bei der Annäherung respektvoll hinter seine Herrschaft zurück. „Very angenehm, indeed“, lispelte Mrs. Smith und neigte den schlanken Hals zum Gruß, fühlte sich aber erst dann„quite comfortable“, als sie mit Frau von Wilden fels auf den schönen Spazierwegen hin und her wandern und sich in ihrer geliebten Muttersprache frei bewegen konnte.„Das dreadful Deitsch zerbrikt my poor tongue, wenn ik mit dir Oberst spreke muß“, hatte sie Wildenfels erklärt, der diese Auseinander. setzung mit dröhnendem Lachen beantwortete. Die junge Generation Smith war den AnDer Aufstand in SüdwestAfrika. Eisenbahnbau: Nach einer der Deutschen Kolonialzeitung“ aus Lüderitzbucht zugegangenen telegraphischen Meldung war am 14. September die Eisenbahn im Oberbau bis über Kllometer 100 gediehen. Verluste: Seit 16. August d. J. bei Gamsmund vermißt: Unteroffizier Friedrich Ehlers, Gefreiter Gustav Stückle. Außerdem Reiter Karl Schmidt im Lazarett Keetmanshoop an Nierenentzündung gestorben. Aus dem Auslande. Wien, 15. Sept. Wiener Morgenblätter vom heutigen Tage melden übereinstimmend, der Herzog von Cumberland werde gegen die vorgesehene Wahl eines neuen Regenten staatsrechtlichen Protest beim Bundesrat einlegen. Paris, 16. Sept. Durch Verhaftung ihrer Söhne wurden mehrere hiesige Persönlichkeiten von Rang und Namen schwer getroffen. Die Polizei verhaftete wegen Falschmünzerei und Vertrieb von falschen Münzen Studenten, junge Künstler, Schriftsteller, den Herausgeber einer literaischen Revue und andere Personen. Man schätzt die Zahl der Kompromittietten auf nahezu hundert. Rußland, 16. Sept. Sonnabend abend ist General Trepow in Peterhof gestorben. Der Tod erfolgte abends 6 Uhr in einer Villa in Peterhof infolge eines Schlaganfalls, während er vor dem Mahle der Ruhe pflegte. Trotzdem offiziell als Todesursache Schlagfluß gemeldet wird, erklären gut informierte Persönlichkeiten, daß Trepow an Gift gestorden sei, welches ihm von seiner Dienerschaft beigebracht worden sei. Der Koch und der Kammerdiener Trepows sollen verhaftet sein.— Aus den Provinzen wird gemeldet, daß die Feldgerichte in vielen Gouvernements bereits in Tätigkeit sind. Der militärische Generalstaatsanwalt General Pawlow ordnete an, daß zu Vositzenden und Richtern der Feldgerichte ausschließlich Frontoffiziere ernannt werden sollen.— Das erste Feldgerichts Todesurteil, gegen den Studenten Masurin in Moskau, ist bereits vollzogen worden.— Die„Kadetten" beschlossen trotz des Verbots den Kongreß in einer finnischen Stadt am 21. September abzuhalten.— Der Metropolit Antonius von Petersburg hat im Auftrage des Synods ein Sendschreiben an die Bischöfe erlassen. Darin heißt es: Zum Kampfe gegen die Feinde der Kirche und des Staates sei noch erforderlich die moralische, christliche Einwirkung, und diese sei Aufgabe der Seelenhirten. Bei den bevorstehenden Wahlen würden viele Bürger ihre Seel sorger um Rat bitten, wen sie wählen möchten. Die Geistlichen sollten sich nur nach den christlichen Gesetzen der Liebe und Wahrheit richten, und die Sorge für das Wohl der Kirche und des Vaterlandes maßgebend sein lassen.— In der lutherischen Kirche zu Riga fand in Gegenwart von Vertretern der Stadtverwaltung und des Adels sowie unter großem Andrange der Schuljugend ein feierlicher Gottesdienst aus Anlaß der Wiedereröffnung der deutschen Schule in den baltischen Provinzen statt.— Nach einer Zusammenstellung der russischen Zeitung „Stimme der Wahrheit“ wurden in Rußland von Mitte bis Ende Juli dieses kommenden freudig entgegengefllattert, die 17jährige Bella an der Spitze, und dann die ganze achtsprossige Stufenleiter der Mr. und Miß Smith bergab bis zum Baby bei der nurse, sie alle drückten in mehr oder minder kräftigen Tönen ihre stürmische Begrüßung aus. Elsy mischte in diesen volltönenden Akkord sehr harmorisch ihr zwitscherndes Lachen und ihre jubelnde Stimme. Aber auch Inge, deren Blässe selbst den Onkel in letzter Zeit beunruhigt hatte, zeigte eine erwachende Lebhaftigkeit, die bei ihr völlig abhanden gekommen war. Den Grund dieses plötzlichen Aufflackerns ahnte niemand, denn keiner dachte daran, daß dieses nichts anderes war als ein Auf leben der Erinnerung, die den letzten Tag in Kissingen vor Inge zurückzauberte. Der Oberst war in allerbester Laune, hatte er doch alle und alles um sich, was sein Herz begehrte, denn auch Wendelhorst, sein unzertrennlicher Kamerad von Kissingen her, hatte sich hier eingefunden, und nun konnte er, wie dort, mit diesem„ein vernünftiges Wort“ reden, unter seinem„hübschen Weibertroß", wie er die Seinen nannte, als Pascha regieren und aus gesundheitlichen Rücksichten auch sein Zwerchsell in Bewegung setzen, was jedesmal geschah, wenn ihn Mr. Jahres 143 Attentate ausgeführt von denen 12 mißlangen. Es kamen bei diesen Attentaten 65 Menschen ums Leben, während 66 verwundet wurden. Von Mitte bis Ende August waren 470 Attentate zu verzeichnen, von denen 26 fehlschlugen. Bei diesen Anschlägen kamen 179 Menschen ums Leben, und wurden 265 verwundet. In den beiden letzten Juliwochen konnten 115 Raubüberfälle verzeichnet werden, von denen 8 mißlangen, während 30 Ueberfälle ihren Unternehmern die Summe von 151319 Rubel eintrugen; bei 78 Fällen ließ sich der Raubertrag nicht feststellen. Für die entsprechenden Perioden im August steigern sich die Raubüberfälle schon auf 164 bei 23 mißlungenen. 90 Ueberfälle lieferten den Räubern einen Ertrag von 340 893 Rubel, in 51 Fällen blieb die geraubte Summe unbekannt. Riga, 16. Septbr. Der Fabrikant Alfred Busch, ein Reichsdeutscher, wurde in seinem Kontor beim Abzählen von Geld von bewaffneten Unbekannten, die mit Gewalt eindrangen, ermordet und beraubt. Die Täter entkamen. Der deutsche Generalkonsul berichtete den Fall dem deutschen Botschafter in Petersburg, um entschiedenes Vorgehen bei den deutschen Behörden zu veranlassen. Außer dem deutschen Konsul hat sich auch der englische an die Botschaft in Petersburg gewandt, damit diese bei der russischen Regierung Vorstellungen erhebe, den unhaltbaren Zuständen in Riga endlich ein Ende zu machen. Konstantinopel, 15 Sept. Geheimrat v. Bergmann hat den Sultan endlich genau untersucht. Der Sultan leidet an einer Krankheit, die nicht unheilbar ist und sich zurzeit in der Abnahme befindet. Auch die Tochter des Sultans, die Herr v. Bergmann nochmals untersucht hat, ist jetzt vollkommen genesen. Dieser erfreuliche Ausgang der schweren Erkrankung soll noch in besonders feierlicher Form öffent lich bekannt gegeben werden. Herr v. Bergmann sowie sein Assistent Dr. Bier, der ihn auch auf der ersten Reise begleitet hat, erfreuen sich besonderer Aufmerksamkeiten des Sultans und des türkischen Hofes. Balkanländer. Aus Sosia wird über türkische militärische Vorbereitungen berichtet: In Adrianopel sind bereits mehr als 800 türkische Geschütze angekommen; und täglich treffen dort türkische Truppentransporte und Munitionssendungen ein. Von den Geschützen wurden etwa 600 nach Saloniki weiter befördert. Ebenso gehen von Konstantinopel Munitionstransporte unmittelbar dorthin. Die Straßen nach der bulgarischen Grenze zu werden in Stand gesetzt und für Fuhrwerk gebrauchsfähig gemacht. Athen, 14. September. Die durch die „N. Fr. Pr.“ gebrachte Nachricht, daß der griechische Gesandte in Konstantinopel beauftragt gewesen sei, der Pforte eine gemeinschaftliche Offensivbewegung gegen Bulgarien in Vorschlag zu bringen, ist mit allen darüber verbreiteten Einzelheiten vollständig aus der Luft gegriffen und wird hier von der griechischen Regierung amtlich in Abrede gestellt. Washington, 15. Sept. Kriegssekretär Taft und Unterstaatssekretär Bacon begaben sich als Vertreter der Vereinigten Staaten nach Kuba, um die Bedingungen ausfindig zu machen, unter denen jeder mögliche Beistand zur Beruhigung des Landes geleistet K oder Mrs. Smith' mit ihrem Kauderwelsch ergötzte. Tettenborn hatte sein Quartier nicht weit von der Wildenfelsschen Familie aufgeschlagen. Er wohnte mit einem Kameraden zusammen, einem bayerischen Reiteroffizier, der, ebenfalls verwundet, hier seine völlige Genesung erhoffle. Es war natürlich, daß die junge Welt viel zusammen war, und Inge, so schwer ihr das auch wurde, konnte sich nicht ganz diesem Kreise entziehen, wenn sie sich auch, soviel es anging, zurückzog. An einem der ersten Tage im Augustmonat brachte der Kellner einen Brief für Gräfin Hartenberg, der dieser von Burgau nachgeschickt war Die Jugend spielte gerade Krocket; da aber die Gegenpartei jetzt tätig war, so t.at Jige etwas seitwärts und erbrach dann das Schreiben. Sie glaubte sich unbeobachtet, doch Tettenborn ließ sie nicht aus den Augen. Ee sah, wie alle Farbe ihre Wangen verließ, und kam rasch an sie heran. „Hast du eine schlechte Nachricht bekommen?“ fragte er und sah mit einem finsteren Blick auf das Blatt, das Jage in zitternden Händen hielt. (Fortsetzung folgt.) werden kann. D Moines“ ist mi bereiten Schnel nach Havanna al ständischen sollen von Havanna gesch andergesprengt Südafrika Aus daß die Regierung zu der Republik Trai in der Höhe von 4 bewilligte. Andere beamte erhielten ei Gesamthöhe von 38 Lokales und Bielef **(Buchführun werker) sind berei von der Handwerkska anstaltet. Es wird Handwerk und Gen führung, sowie Gesché wechsel, Wechsellehre Teilnehmer aus eine auch Kalkalation gel werden bei genügende 10 Mark Schulgeld in denen für solche vorhanden ist, wolle kammer Bielefeld wei Weitere veranlaßt. *e-(Das Gausp Ravensberger Tur in Wiedenbrück abgehalt der am Vormittag he leiden, sodaß der Besuc rege war, wie man diese sollte doch dazu übergehe eine frühere Jahreszeit, ginn der Schulferien zu einer bedeutend größeren zumal man jetzt schon imn Witierung zu rechnen die auswärtigen Turne Wiedenbrück ein und n zu den Freiübungen Auf Dreikampf der 1. und 2 Hürdenlauf, Dreisprung die Wettspiele anschlossen. Wetturnen konnten 8 T kranz geschmückt werden folgendes: Den 1. Prei Minden mit 19½ P; 2. Eintracht Bielefeld, 18 Gütersloh 17½ P.; 4. 16 P.; 5. Paul Delbr feld 15½ P.; 5. Aug. feld, 15½ P.; 6. Schm 15 P.; 6. Vogeler=M ball siegte die Turngeme Turngemeinde Minden u Schleuderball fiegte die gegen den Turnverein 4 war gegen 6 Uhr beende m.(Gesindewech Gefindeordnung fällt städtische Gefinde an Kalendervierteljahres, nicht ausdrücklich verei hat also am Dienstag, zu erfolgen. Das a an diesem Tage solan Dienste zu leisten, all sichtigung seiner Antri m.(Ein Zimmer folge Explodieren einer am Sonnabend nachmi Hause Detmolderstraße mädchen des Viehhänd die 15jährige Johan hier erlitten mehrere ihre Ueberführung in haus erforderlich macht 69 Schildesche, 1 seuche.) Unter folgen ist die Rotlaufseuche a Arbeiter Beckmann zu esche 6, Kolon Wil Gellershagen Nr. 15 ebendaselbst, Zimmer: Bauerschaft Schildesch Gottfried Brinkmann z straße 46, Maurer Po Potthoff, beide Gellers Sehöste is die Gehöft Aus den Kreisen M Minden, 17. Se Baukommission) 5 Kreishauses nach gierungs=Baumeisters zur Ausführung zu bri Minden, 17. Sept. ersatzwahl) für der Lübbecke findet am September, statt. Wie hört, ist die überwie Wahlmänner bereit, u Abgeordneten, H Bosse wiederzuwd konservativer, sondern Seite. Wir würden, die Wiederwahl mit Fr da Herr Geheimrat Bof in seinen Interessen u kennt, als Landrat u te ausgeführt Es kamen bei ums Leben, wurden. Von st waren 470 en, von denen sen Anschlägen s Leben, und In den beiden 115 Raubden, von denen Ueberfälle ihren von 151319 Fällen ließ sich illen. Für die August steigern auf 164 bei 23 e lieferten den 340 893 Rubel, eraubte Summe r Fabrikant chsdeutscher, u Abzählen von annten, die mit det und beDer deutsche ete den Fall erin Petersrgehen bei den nlassen. Außer sich auch der in Petersburg der russischen n erhebe, den in in Riga ichen. ept. Geheimrat sultan endlich ltan leidet an inheilbar ist ahme befindet. Jultans, die untersucht hat, iesen. Dieser eren Erkrankung her Form öffent Herr v. BergDr. Bier, der e begleitet hat, erksamkeiten des Hofes. sofia wird über Vorberei ldrianopel sind kische Geschütze en dort türkische itionssendungen rden etwa 600 edert. Ebenso KunitionstransDie Straßen zu werden in verk gebrauchs. Die durch die sricht, daß der ntinopel beaufeine gemeinegunggegen zu bringen, ist en Einzelheiten ift gegriften schen Regierung Kriegssekretär Bacon begaben nigten Staaten ingen ausfindig mögliche BeiJandes geleistet 1 Kauderwelsch ttier nicht weit ie aufgeschlagen. den zusammen, r, der, ebenfalls e Genesung erdie junge Welt nge, so schwer sich nicht ganz n sie sich auch, An einem der at brachte der fin Hartenberg, chgeschickt war rocket; da aber *, so t.at Jage ch dann das werden kann. Der Kreuzer„Des Moines“ ist mit fünf landungsbereiten Schnellfeuer=Geschützen nach Havanna abgegangen. Die Aufständischen sollen in einem Gefecht südlich von Havanna geschlagen und auseinandergesprengt sein. Südafrika Aus Pretoria wird berichtet, daß die Regierung zwanzig früheren Beamten der Republik Transvaal Pensionen in der Höhe von 4000 Pfd. St. jährlich bewilligte. Andere frühere Regierungsbeamte erhielten einmalige Zahlungen in Gesamthöhe von 38000 Pfd. St. Lokales und Provinzielles. Bielefeld, 17 September. **(Buchführungskurse für Handwerker) sind bereits seit einigen Jahren von der Handwerkskammer in Bielefeld veranstaltet. Es wird in demselben eine für Handwerk und Gewerbe praktische Buchführung, sowie Geschäftsführung und Schrift wechsel, Wechsellehre und soweit genügend Teilnehmer aus einem Fach vorhanden sind, auch Kalkalation gelehrt. Für diese Kurse werden bei genügender Teilnehmerzahl etwa 10 Mark Schulgeld erhoben. In Orten, in denen für solche Kurse ein Bedürfnis vorhanden ist, wolle man sich mit einem entsprechenden Antrage an die Handwerkskammer Bielefeld wenden, welche dann das Weitere veranlaßt. e-(Das Gauspielfest des MindenRavensberger Turngaues), welches gestern in Wiedenbrück abgehalten wurde, hatte sehr unter der am Vormittag herrschenden Witterung zu leiden, sodaß der Besuch des Spielfestes nicht so rege war, wie man dieses sonst gewöhnt ist. Man sollte doch dazu übergehen, die Gauspielfeste in noch eine frühere Jahreszeit, nach Möglichkeit vor Beginn der Schulferien zu legen, was entschieden zu einer bedeutend größeren Beteiligung führen dürfte, zumal man jetzt schon immer mit einer unbeständigen Witierung zu rechnen hat. Gegen 8 Uhr trafen die auswärtigen Turner zu Fuß kommend in Wiedenbrück ein und nahmen nach kurzer Pause zu den Freiübungen Aufstellung. Dann folgte der Dreikampf der 1. und 2 Abteilung, bestehend in Hürdenlauf, Dreisprung und Kugelstoßen, dem sich die Wettspiele anschlossen. Von den 52 angetretenen Wetturnen konnten 8 Turner mit einem Eichenkranz geschmückt werden. Das Ergebnis war folgendes: Den 1. Preis erhielt Paul Stapff Minden mit 19½ P; 2. Ruenholl, TurnklubEintracht Bielefeld, 18 P.; 3. Karl Cramer= Gütersloh 17½ P.; 4. H. Neuhaus=Bünde Paul Delbrügge, Turngem. Bielefeld 15½ P.; 5. Aug. Heise, Turngem. Bielefeld, 15½ P.; 6. Schmahl, Einigkeit Bielefeld, 15 P.; 6. Vogeler=Minden 15 P. Im Faustball siegte die Turngemeinde Bielefeld gegen die Turngemeinde Minden mit 35:86 Punkten. Im Schleuderball siegte die Turngemeinde Bielefeld gegen den Turnverein Gütersloh. Das Spielfest war gegen 6 Uhr beendet. m.(Gesindewechsel. Nach§ 42 der Gefindeordnung fällt die Antrittszeit für städtische Gefinde auf den 2. Tag des Kalendervierteljahres, falls etwas anderes nicht ausdrücklich vereinbart ist. Der Anzug hat also am Dienstag, den 2. Oktober d. I. zu erfolgen. Das abziehende Gefinde hat an diesem Tage solange der alten Herrschaft Dienste zu leisten, als es diese um Berück sichtigung seiner Antrittspflicht leisten kann. m.(Ein Zimmerbrand) entstand infolge Explodieren einer Spiritus Kochmaschine am Sonnabend nachmittag gegen 6 Uhr im Hause Detmolderstraße Nr. 84. Das Dienstmädchen des Viehhändlers Meyersohn, sowie die 15jährige Johanne Schlingmann von hier erlitten mehrere Brandwunden, welche ihre Ueberführung in das städtische Krankenhaus erforderlich machte. 69 Schildesche, 15. Sept.(Rotlaufseuche.) Unter folgenden Schweinebeständen ist die Rotlaufseuche ausgebrochen: Bei dem Arbeiter Beckgann zu Bauerschaft Schildesche 6, Kolon Wilhelm Bültmann zu Gellershagen Nr. 15, Maurer Scheele, ebendaselbst, Zimmermann Haselhorst zu Bauerschaft Schildesche Nr. 15, Maurer Gottfried Brinkmann zu Schildesche, Goethestraße 46, Maurer Poggenpohl und Mauter Potthoff, beide Gellershagen 13. Ueber die Sehöste isn die Gehöstsperre verhängt. Aus den Kreisen Minden und Lübbecke Minden, 17. Sept.(Die KreisBaukommission) beschloß den Bau eines Kreishauses nach den Plänen des Regierungs=Baumeisters Kanold unverkürzt zur Ausführung zu bringen. Minden, 17. Sept.(Die Landtagsersatzwahl) für den Wahlkreis MindenLübbecke findet am Sonnabend, den 22. Sepiember, statt. Wie das„M.=L. Kesbl.“ hört, ist die überwiegende Mehrheit der Wahlmänner bereit, unseren bisherigen Abgeordneten, Herrn Geheimrat Bosse wiederzuwählen, nicht nur auf konservativir, sondern auch auf liberaler Seite. Wir würden, schreibt das Blatt, die Wiederwahl mit Freuden begrüßen, da Herr Geheimrat Bosse, der unseren Kreis in seinen Interessen und Wünschen genau kennt, als Landrat und als Abgeordneter ihn mit ganzer Kraft und mit Erfolg vertreten hat. Wir meinen auch, daß der Kreis seinem alten Landrat Dank und Vertrauen schuldig ist; beides würde sich durch eine möglichst einstimmige Wiederwahl am besten kund tun. Das ist auch unsere Meinung. Minden, 17. Sept.(Außer Ver solgung gesetzt.) Durch(Entscheidung des Königl. Landgerichts Bielefeld in der Strafsache gegen Herrn Zigarrenfabrikant H. Althoff hierselbst ist dieser wegen der Beschuldigung, einen ihm am 7. Okt. 1905 vor dem Königl. Amtsgericht Minden auferlegten Eid wissentlich falsch geschworen zu haben, außer Verfolgung gesetzt. Die Kosten des Verfahrens werden der Staatskasse auferlegt. Die von dem Angeschuldigten zur Abwendung der Untersuchungshaft gesorderte Sicherheit von 3000 Mark ist für frei erklärt. Minden, 17. Sept.(Kreishaus.) Mit dem Bau des neuen Kreishauses ist bereits begonnen. Die Maurerarbeiten werden vom Bauunternehmer Usadel ausgeführt. Wie die„Mind. Ztg.“ vernimmt, sind die Angebote so ausgefallen, daß eine Ueberschreitung des Kostenanschlages nicht zu befürchten ist. Minden, 17. Sept.(Schwerer Unall.) Aus Uchte wird gemeldet: Heute morgen zwischen 4 und 5 Uhr entstand in dem Gehöft des Bierverlegers Reckeweg Feuer. Durch das einstürzende Gebälk kam eine im Abfüllraum stehende Kohlensäureflische ins Feuer. Dieselbe erhitzte sich und explodierte und die auseinanderfliegenden Eisenteile rissen dem Arbeiter des R. beide Beine weg. Der Schwerverletzte wurde mit dem ersten Zuge der Kleinbahn nach Minden ins Krarkenhaus gebracht, wo er gegen 10 Uhr unter den gräßlichsten Schmerzen starb. Reck weg selbst erlitt einen Beinbruch. Das Haus ist in Trümmer gelegt.(Mind. Big) Aus dem Kreise Herford. Herford, 17. Sept.(Der LehrerVerein) für Hersord und Umgegend hält Mit woch nachmittag 4 Uhr eine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag über: Eberhard von Rochow. Herford, 15 September.(Friedrichs= ymnasium.) Heute sand die mündliche Reiseprüfung am Gymnasium unter dem Vorsitze des Direktors statt Die 4 Prüflinge, die in die Reifeprüfung eintraten, bestanden sie. Laut„H. K.“ sind dies Bunte aus Enger(Bankfach), Hübner aus Herford (Theologie), Kuse aus Hemmerde bei Hamm (Landwirt) und Oldemeyer aus Spenge (Baufach). Spradow, 15.Sept.(Fortbildungs= schule.) Dem Vernehmen des„Bünder Tagebl.“ nach soll hier in diesem Winter eine ländliche Fortbildungsschule gegründet werden. Junge Leute, welche geneigt sind, an dem Kursus teilzunehmen, wollen sich umgehend bei dem Hauptlehrer Herrn Koldewey daselbst melden. Dreyen, 14 Sept.(Feuer.) Gestern nachmittag gegen 3¼ Uhr brannte das Wohnhaus Dreyen Nr. 21, Fräul Minna Biermann gehörig, vollständig nieder. Das Haus ist versichert; die Möbel, welche teilweise verbrannt sind, waren nicht versichert. Die Ursache des Brandes ist nach dem„Bünd. Tagebl.“ im Umgehen von Kindern mit Streichhölzern zu suchen. Bünde, 15. Sept.(Herr Pfarrer Baumann,) dem seit mehr als 30 Jahren die Verwaltung der Kreisschul Inspektion Bünde Rödinghausen nebenamtlich übertragen war, hat vach der„B. Ztg.“ bei der Königl. Regierung zu Minden die Entlassung als Keeisschul Inspektor beantragt und wird zum 1. November aus diesem Amte scheiden. Geschäftes, sowie die Arbeitsräume desselben. Der Deckel des Albums ist von einer Myrtenranke umgeben mit in Altsilber getriebenen Blüten. Im oberen linken Felde steht das Buchdrucker, rechts das Buchhändlerwappen; letzteres trägt die Inschrift:„Habent sua fata libelli“(Bücher haben ihre Schicksale), in der Mitte ist das Verlagszeichen der Firma(Psalm 24, 7. 8) angebracht. Das Ganze ist kunstvoll in Leder getrieben und eine Meisterleistung der BuchbindereiKunstanstalt G Fritzsche in Leipzig. Die einzelnen Photographien sind von Flächenzeichnungen begleitet, auf deren rechter Seite öffentliche und private Anstalten, zu denen das Jubelpaar direkt oder indirekt in Beziehung steht, abgebildet sind. Die Entwürfe zum ganzen lieferte der junge ausstrebende Künstler Wilhelm Pötter von hier. Gütersloh 15. Sept.(Kultivie rungsarbeiten.) In den nächsten Wochen werden behufs Kultivierung von Oedländereien und Ausführung sonstiger Erdarbeiten in den Bauerschaften Kaltenstroth=Spexard etwa 50 Gefangene aus Bochum in Spexard eintreffen. Dieselben sollen in feuerfesten Stahlbaracken untergebracht werden. Für Kattenstroth Spexard sind bis jetzt 260 Morgen Heide zur Urbarmachung angemeldet. Wie nach der„Westf. Zig.“ verlautet, sollen demnächst im Kreise Wiedenbrück ca. 150 Gefangene mit Kultivierungsarbeiten be schäftigt werden. Aus den Reg.=Bez. Münser und Arusberg. Lippstadt, 14. Sept.(Die Unteruchung über das Eisenbahnunglück) auf dem Bahnhof Beckum=Ost hat als unzweifelhaft ergeben, daß das Unglück bös willig durch das Umlegen der Weiche herbeigeführt worden ist. Auffällig ist, daß ein gleicher Anschlag auf einen Personenzug der Stricke Lippstadt=Warstein zwischen den Stationen Anröchte und Erwitte vor einigen Tagen verübt worden ist. Der Attentäter demolierte die Weiche und stellse sie so, daß der Zug entgleiste. Glicklicherweise ist hier kein weiteres Unglück vorgekommen, nur hatte der Zug drei Stunden Verspätung. Die Unersuchung ist eingeleitet. (Gerf. Voltsbl.) Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Osnabrück, 14. Sept.(Ein schwerer Jagdunfall) ereignete sich nach der „Rh. W. Ztg.“ in der Nähe von Belm. Der Chef der hiesigen bekannten Großfirma Karl Gosling, Hermann G., wollte bei der Jagd einen Zaun übersteigen. Hierbei entlud sich das Gewehr und zeischmetterte ihn den rechten Oberarm. Ahrweiler, 14. Sept.(Der Historische Verein für den Niederrhein) wird seine diesjährige Herbstversammlung Mittwoch, den 3. Oktober, in Altenahr abhalten. Ein Extrazug wird die Teilnehmer in Remagen erwarten und sie um 9,15 Uhr nach Ahrweiler bringen. Essen(Ruhr), 16. Sept.(Feuersbrunst.) In Hammertal bei Blankenstein zerstörte eine von vergangener nacht bis mittag währende gewaltige Feuersbrunst ein Wohnhaus und das große Holzlager der Firma Blankennagel vollständig. Der Schaden beträgt etwa 100000 Mark. Aus den Kreise Hale. + Werther, 17. Sept.(Erhängt) hat sich gestern vormittag gegen 11 Uhr die Ehefrau des Neubauers und Schlachte#s K. in Schrötinghausen an der Treppe im Haus flur als der Ehemann einen Augenblick im Nachbargebäude weilte. Was die in den 60ger Jahren stehenden Frau zu dieser Tat veranlaßt hat, war nicht zu ermitteln, da die Eheleute im besten Einvernehmen lebten und keine Nahrungssorgen hatten. Aus den Kreisen Wiedenbrüc und Paderberr. Gütersloh, 16. Septbr.(Der Inhaber der Firma C Bertelsmann,) Herr Johs. Mohn und seine Gemahlin, feierten gestern in Tabarz das Fest der silbernen Hochzeit. Aus Anlaß dieser Feier hat das Personal des Hauses dem Jubelpaar ein eigenartiges aber finniges Andenken überreicht. Es besteht nach der „Güt. Zig.“ aus einem prächtigen Album, enthaltend in photographischen Gruppenaufnahmen die sämtlichen Angehörigen des Vermischtes. Berlin, 15. Sept. Die Polizei hat in den letzten Tagen zahlreiche Haussuchungen bei Anar= chisten vorgenommen. Mehrere der gefährlichsten Anarchisten sind verhaftet worden. In Berlin, Breslau, Frankfurt und Düsseldorf fanden Haussuchungen statt. Dresden, 15. Sept. Infolge eingetretener Besserung des Wasserstandes nehmen von morgen ab die Elbschiffahrtsgesellschaften den regel mäßigen Schiffahrtsbetrieb wieder auf. Salzwedel, 15. Sept. Der Kommandeur der 7. Division, Generalleutnant v. Bernhardi ist heute vormittag im Manöver bei einem Angriffe der 16. Ulanen gestürzt und überritten worden Er liegt zurzeit in Beetzendorf. Straßburg, 16. Sept. Auf der Kirmes von Jony aux Arches skandalierten Besucher aus Frankreich. Ein Gendarm führte den Rädelsführer gefesselt ab. Vor dem Gefängnis überwältigten aber nachfolgende Freunde des Verhafteten den Gendarmen, fesselten ihn und sperrten ihn ein. Ein zweiter hinzukommender Gendarm wurde kampfunfähig geschlagen. Die Täter fuhren hierauf mit Fahrrädern, nach Frankreich zurück. Genf, 14. Sept. Die Polizei verhaftete drei russische Studenten, deren Auslieferung von der russischen Gesandtschaft verlangt wird unter der Vorgabe, daß sie am 12. April 1906 in Douchetsk 315000 Rubel gestohlen hätten. Die Verhafteten leugnen. London, 14. Sept. Die Herzogin von Connaught überfuhr, im Automobil von Bagshot nach London fahrend, einen zwölfjährigen Knaben, der schwer verletzt wurde. Die Herzogin hob den Knaben auf und fuhr ihn ins Hospital, wo sie selbst den Aerzten Handreichung leistete. Der Knabe ist gestorben. Paris, 13. Sept. Alle Versuche, die Ingenieure Maiche mit seinem Apparat für drahtlose Telephonie bisher anstillte, sind gelungen. Der berühmte englische Physiker William Crookes kam jüngst eigens nach Saint Germain, um die Verbesserungen zu erproben, die Maiche vorgenommen hatte. Der neue Maiche=Apparat, der ohne Zwischenstelle bis zu 600 Meter Entfernung über allerlei Hindernisse und Hügel hinweg funktioniert, besteht aus zwei Eisendrähte enthaltenden Holzrahmen mittlerer Größe, dem Geberrahmen und dem Empfängerrahmen. Durch einen Transformator eigener Erfindung erfolgt die Stromvermittelung von Rahmen zu Rahmen. Ein gewöhnlicher Mikrophon vervollständigt den Apparat. Man hört zwar immer noch schwach, aber genügend deutlich. New York, 15. Sept. Das Bundesgericht in San Francisco verurteilte die Transatlantische Feuerversicherungs Gesellschaft in Hamburg im ersten Prozesse zur Zahlung der vollen Versicherungssumme. Weitere Prozesse sind anhängig. „New York, 16. Sept. Frau Longwood, die Tochter des Präsidenten Roosevelt, welche sich nach Colombo im Staate Chio begeben hatte, um dort der Enthüllung eines Denkmals für Mac Kinley beizuwohnen, wurde von Weibern angegriffen, welche ihr die Kleider zerrissen und sie beschimpften. Frau Longwood mußte in einen Laden Fichter,###. Pelizei eintraf und sie aus ihrer mißlichen Lage befreite. Stbläte.)(Aus dem Lokalbericht eines Gialtes,„In all diese unheimliche Ruhe aber klingt die silberhelle Stimme des Säuglings hinein, der einzige Lichtpunkt, der dem gebeugten Großhatz: in der Nacht seiner Schmerzen hoffnungsvoll Uebersicht der Bielefeld, 17. September 1906. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., hier. Niedrigst. Thermometerstandin der Nacht+ 9 C. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+17 CC. Barometer 75,4 cm. Wind: Süd=West. Himmel: bedeckt. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observato rium Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 17. bis zum Abend des 18. Sept. 1906. Veränderliche Winde, abnehmende Bewölkung, Nachlassen der Niederschläge, Temperatur nicht erheolich geändert. Neueste Nachrichten. 17. Sept. Unter dem Verdacht der Erkrankung an der Genickstarre sind gestern 2 Soldaten vom Eisenbahner=Regiment in das Garnison= Lazarett in Tempelhof eingeliefert worden. Petersburg, 17. Septbr. Ein kaiserlicher Ukas ordnet an, daß diejenigen, welche die Wehrpflicht verweigern, mit dem Verlust der persönlichen und Standesrechte und Einstellung in die Korrektions- und Arrestanten Abteilung auf 6 Jahre oder Verlust der Standesrechte und 4—6 Jahre Zwangsarbeit zu verurteilen sind. Petersburg, 17. Sept. Nach einer Meldung aus Samara haben aufständige Bauern das Gut Arshanow geplündert und niedergebrannt, sowie die Beamten ermordet. An der Plünderung beteiligten sich auch die Weiber. Im Kampfe mit den Gutswächtern wurden viele Bauern getötet oder verwundet. Die Bauern waren mit Bomben bewaffnet; viele ex plodierten aber nicht, da sie ins Wasser fielen. Nach Arshanow ist Militär abgegangen. Odessa, 17. September. Aus Sebastopol wird gemeldat, daß Admiral Skrydloff aus Besorgnis vor großen militärischen Unruhen den Prozeß der Aufständischen an das Militargericht in Otschakow abgegeben hat. Auch unter den Matrosen soll die Gährung sehr groß sein. Warschau, 17. Sept. Die Geheimpolizei entdeckte in der Loschnostraße einen Hauptsitz des hiesigen sozialistischen Komitees. Sie verhaftete sieben Mitglieder und beschlagnahmte verdächtige Dokumente sowiemehrere fertige Bomben. In der hiesigen Zitadelle wurden zwei vom Kriegsgericht verurteilte politische Verbrecher durch den Strang hingerichtet. Das Eiweißwasser bei Brechdurchfall erfüllt nicht den Zweck, dem erkrankten Kinde eine leicht verdauliche Nahrung zuzuführen, da der größte Teil des Eiweißes von dem erkrankten Darmkanal überhaupt nicht ausgenommen wird, sondern unverändert im Stuhlgang abgeht, während der geringe, im Darm veränderte Teil durch die Krankheitskeime zu Peptonen umgewandelt wird, welche für die Ernährung des Körpers nicht mehr zu brauchen sind, dagegen aber den Krankheitskeimen einen sehr günstigen Nährboden darbieten. Eine bessere Ernährung bildet die Darreichung von Kufekes Kindermehl in Wasser, da das in demselben enthaltene Eiweiß für die Krankheitskeime einen schlechten Nährboden darbietet und ebenso wie die Mineralstoffe sebst von dem erkrankten Darme leicht aufgesogen wird und ernährend wirkt, um so mehr, als die in dem Kufeke=Kindermehle vorhandenen Nährstoffe dem Körper in demselben Verhältnisse zugeführt werden, wie durch die Muttermilch. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres teuren Entschlafenen sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, sowie den Vereinen Grosse Jubiläums-Lotterien Ziehung 6. Oktober Badl GELD herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johanne Taubert geb. Kralemann. sotort für sämtl. Gev. mit 90% 3918 Gew. Gesamtwert u. 80000 1. kgurr. M. 20000 2. Usy: M. 10000 3. Fgpr. M: 5000 M. 45000 Die Gräf. v. Baudissin“. Nierstein a. Rh. 401 bringt zum Versand Ihre hervorragend preiswerte Marke 9ol- Wiersteiner Donttal Stangenim Fass von 30 Liter an bezogen per Liter Mk. 1.— ab Nierstein. Probekiste v. 12 Fl. Mk. 15.— Frachtfrei jeder deutschen Eisenbahn-Station gegen Nachnahme oder Voreinsendung des Betrages. ca. 50 Stangen pr. 1 Kilo=Dose Mk. 1.15, Schnittspargel pr. 1 Kilo Mk. 0.75 u 0.90, versendet, bekannt la. Qual., franko, inkl. Verpackung. Walter Hotopp, Braunschweig, Heinrichstr. Besaandmachang Der Verkauf der von der Landwirtschaftskammer für die Provinz Westfalen eingeführten 45 Stuten und Stutfohlen warmblütigen Schlages findet am Donnerstag, den 27. September nachmittags 3 Uhr auf dem großen Exerzierplatz zu Hamm i. W.(Ostenallee) statt. Die Verkaufsbedingungen sind kostenlos von der Geschäftsstelle der Landwirtschaftskammer zu Münster i. W., Schorlemerstraße Nr. 6, zu beziehen. Von derselben Stelle ist das Verzeichnis der Pferde vom 15. September an gegen Einsendung von 30 Pfg. erhältlich. Die Besichtigung der Pferde ist am 26. September 1906 von 2—5 Uhr nachmittags gestattet. ##e 3 ut. 11 Lose 10 M. Porte LUSealmh.( u. Liste 30 Pf extra. en grosempfichlt d.General-Debit I. Stürmer Strassburg I. E. J. Sturmer, Langstr. 107. en detall zu haben bei A. Schweppe. W. Knehans. Ehe Sein Biane dter Harmonium kaufen, neu oder gebraucht, besichtigen Sie das Lager Weststraße 21. Die Vorführung der einzelnen Pferde erfolgt am vtember vormittags von 9 Uhr ab. Belanntmachung. 27. Septentut vvimungs von 9 Uhr ab. Münster, den 4. September 1906. Der Vorsitzende der Landwirtschaftskammer für die Prov. Westfalen Freiherr von Landsberg, Wirklicher Geheimer Rat. Während des Umzuges, am Montag und Dienstag, den 17. u. 18. September, bleibt mein Geschäft geschlossen! Otto Fischer, Kunst- und Buchhandlung, Gehrenberg 2. Am 1. Oktober tritt ein neuer Winterfahrplan unseres Bezirks in Kraft, welcher schon jetzt bei allen Stationen unseres Bezirks eingesehen werden kann. Aushangfahrpläne der Direktonsbezirke Cassel und Hannover zum Preise von 60 Pfg. sowie Taschenfahrpläne(enthaltend den Bezirk Hannover nebst den wichtigeren Anschlußstrecken) zum Preise von 20 Pfg. das Stück sind vom 30. d. M. bei allen Fahrkartenausgabestellen unseres Bezirks zu haben. Hannover, den 8. Sept. 1906. Königliche Eisenbahndirektion. KLETOLIN Terreist vom 17. September bis 8. Oktober Dr. Fromm Frauenarzt. 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