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Das hat schon das Schicksal des„Genossen" Göhre gezeigt und wird nun auch an„Genossen“, Maurenbrecher offenbar. Der „Historiker“ Maurenbrecher genoß anfänglich das Vertrauen der Parteileitung und die Gunst Mehrings. Er wurde beauftragt, die Hohenzollernlegende zu schreiben und erklärte, sich darin Mehrings Art zum Muster zu nehmen. Aber nach vollbrachter Arbeit wurde er gerade von Mehring gründlich abgekanzelt. Nun regte sich bei Maurenbrecher der Vergeltungstrieb. Der vielgewandte Mann, ehemals Antisemit, dann Nationalsozialer und hierauf radikaler Sozialdemokrat, trat in das revisionistische Lager über und verfaßte eine donnernde Philippika gegen den Parteivorstand und die Radikalen. Ee hat damit in ein Wespennest gegriffen. Sein Schicksal dürfte für einige Zeit besiegelt sein. Die„Leipziger Volkszeitung“ wirft Maurenbrecher„wissenschaftliche Unreise",„wissentlich unwahre Verdächtigungen“ vor und lehnt es ab, mit ihm sich„in einem Ton zu unterhalten, der nur in solchen Kreisen als witziger Trumpf gekte, die von dem historischen Materialismus nicht die blafseste Ahnung haben. Will man ihm— so schreibt das Mehringsche Blatt— aus irgendwelchen äußeren Gründen(also wohl, um ihm eine materielle Existenz zu schaffen) eine Stelle an der neuen Schule(der Kriegsschule) übertragen, so beschränke man ihn auf die mehr elementarischen Fächer. Wir an unserem Teile wollen, ehe ein fait accompli geschaffen wird, dessen Bekämpfung dann nur zu unfruchtbarem Hader führen würde, solange es noch Zeit ist, den entschiedensten Protest dagegen einlegen, sowohl daß dem Genossen Maurenbrecher die Leitung der neuen Schule, als auch daß ihm der Unterricht in irgendwelchen historischen und ökonomischen Fächern übertragen wird. Damit dürfte dem sozialdemokratischen „Hiftoriker“, Maurenbrecher das Grab geschaufelt sein. Aber auch der„Vorwärts“ nimmt sich den„Genossen" vor und schreibt über ihn unter anderem folgende Schmeicheleien: „Da sich Genosse Maurenbrecher aber ganz und gar nicht als Rekrut, sondern als Generalissimus fühlt, die schwierigsten Probleme der inneren und äußeren Parteipolitik nur so im Handumdrehen löst und verschiedenste Parteiinstanzen gleich Schulbuben abkanzelt, ist es denn doch nötig, ihm das Rohrstöckchen aus der Hand zu nehmen, bevor er sich und anderen am Ende einzedet, es sei ein Marschallstab.“ „Es muß wohl so eigenartig konstruierte Hirne geben, daß sie ganz außerstande sind, ihnen fremde Gedankengänge in sich aufzunehmen. Anders können wir es uns wenigstens nicht erklären, daß Genosse Maurenbrecher trotz aller von uns beigebrachten Tatsachen und Argumente alles das wiederholt, was wir in einer ganzen Reihe von Artikeln widerlegt haben.“ „Genosse Maurenbrecher sollte also zuerst selbst noch einige Jährchen eifrigen theoretischen Studien und praktischer Kleinarbeit obliegen, bevor er den Schulmeister der Partei spielt!“ Maurenbrecher muß also gleich Göhre die Erfahrung machen, daß es nicht so leicht ist, mit den Sozialdemokraten auszukommen, wie diese Schwarmgeister glaubten, die immerhin weit ehrlicher waren als Naumann, der noch heute sich als nationalgesinnter Mann aus. gibt und den Hinterfrontmarschall der Sozialdemokratie Aspielt. Aber Marschall hin, Marschall her. In der Sozialdemokratie herrscht die schwielige Faust. Kriegergräber und Selbstmörderecke in Lothringen Der„Deutsch=Evangel. Korresp.“ entnehmen wir folgende Mitteilungen: In Chätel-St. Germain, einem Dorf an der Bahnlinie Metz Amanweiler Verdun, befinden sich auf dem hinter der katholischen Kirche gelegenen Friedhof Kriegergräber von 1870. Tritt man durch die Pforte des Kirchhofs, so sieht man links vom Eingarg die Gräberreihen aussteigen. Unter ihnen befinden sich drei Gräber französischer Krieger, in dem einen liegen 20, in dem andern 3 den Namen nach Unbekannte, in dem dritten, mit einem Steinkreuz geschmückten Grabe der Bataillonschef im 59 Linien Infanterie Regiment Bochet. Alle diese Gräber sind in den Reihen der verstorbenen katholischen Ortsangehörigen. Aber wo ist denn das Grab der 52 deutscher Krieger, das in den Führern über die Schlachtfelder um Metz angeführt ist? Man muß seinen Platz kennen, um es zu finden! Denn rechts vom Eingang schließt eine haushohe dichte Hecke von Lebensbäumen einen Teil des Kirchhofs für den Besucher ab; nur zwei enge Eingänge zeigt diese Hicke. Gehen wir durch den ersten Eingang, so sehen wir wüstes Gestrüpp, Unrat, zerbrochene Kreuze; es ist die Schmutz und Kompostecke des Friedhofs und zugleich— die Selbstmörderecke. Eine mannshohe Mauer schließt seit einem Jahre sie ab. Gehen wir zum zweiten Eingang, so finden wir dort das deutsche Kriegergrab und neben ihm einige andere Gräber. Dort liegen Protestanten. Vor einem Jahre wurde ein protestantisches Kind hinter dieser Hecke beerdigt; damals war Kriegergrab, Protestantenecke und Selbstmörderecke eine ungetrennte Abteilung nebst Schmutz und Kirchhofsabsall. Auf eine Beschwerde hin ließ der Kreisdirektor die Mauer aufführen und glaubte damit nach seinem Ermessen, die eine Hälfte zu einer für protestantische Krieger und andere Verstorbene genügend würdigen Abteilung umgeschaffen zu haben. Die streng katholische Bevölkerung von Chätal St Germain hält den Friedhof in schönster Ordnung. Daß der Lourdeskultus hier zu Hause ist(von Crätel aus wird aljährlich die Metzer Diözesanpilgerfahrt geleitet), zeigt ein kostbares Familiengrab mit einem Kapellchen, dessen Ferster das Porträt einer Dame zeigt mit der Grotte von Lourdes im Hintergrunde. Die französischen Kriegergräber werden von den Schulkindern geschmückt und gepflegt; deshalb glaubte das Gouvernement von Metz darum ersuchen zu dürfen, man möge sich doh auch des deutschen Kriegergrabes da hinter der Hecke in ähnlicher Weise annehmen. Jedoch vergebens. So bekam der Kriegergräberwärter den Auftrag, für die Bepflanzung mit Blumen zu sorgen, und ihm ist es gewiß zu verdanken, daß jetzt die Protestantenecke, die gegen die gesetzlichen Bestimmungen aufrecht erhalten wird, einen anständigen Eindruck macht. Jedoch— sie bleilbt nebst dem Kriegergrab hinter der Hecke neben der Selbstmörderecke vorborgen, nur dem Kundigen aussindbar.— herumplätschert. Politische Knochener weichung aber ist der Versuch, diese traurigen Vorkommnisse wahlpolitisch nutzbar zu machen. Da veröff nilicht ein„entschieden" liberales Organ aus dem 18. hannoverschen Wahl kreise, den einstens Bennigsen und zuletzt der verstorbene nationalliberale Abgeordnete Sattler vertrat, eine Zuschrift, in der wörtlich zu lesen ist: „Vielmehr dient der sogenannte Kolonialskandal einschließlich der Poddielskischen Angelegenheit sehr dazu, innerhalb des Bürgertums den oppositionellen Geist zu stärken. Sollte der Landwirtschaftsminister bleiben, dann desto mehr. So liegen denn die Sachen für die Freisinnigen recht günstig. Wenn nur der vierte Teil der Nationalliberalen nach links abschwenkt, so kommen die Freisinnigen in die Stichwahl und dann ist ihr Sieg gesichert. Die Zunahme der sozialdemokratischen Arbeiter, die für das Weserufer(Spinnerei, Schiffsbau, Tauwerkfabrikation) zu verzeichnen ist, kann daran nichts ändern. Von nationalliberaler Seite wird bereits „Oho!“ gerufen; man habe auch eine scharfe Kritik geübt. Das ist an sich richtig, aber nicht die richtige Antwort. Derartige Dinge zu verwerten, um sich mit der Ansicht darüber im Wettbewerb von den Wählern herauszustreichen, ist einsach unschicklich. Das sollte man der Sozialdemokralie überlessen, die an Trübseligkliten ihre Freude hat. Bürgerliche Parteien bringen sich herunter, wenn sie ihre Suppe an den Schadenfeuern des Staates kochen wollen, und mehr als andere Parteien der Liberalismus, gleschviel, od er sich„vational“ oder„entschieden" nennt. Und wenn Bwana Tippel und Herr von Podbielski Vatermörder wären, eine Reichstagskandidatur sei, wie sie wolle, sie wird dadurch um kein Haar besser.“ Zur Erklärung des Vorstands der lutherischen Konferenz in Minden=Ravensberg(Nr. 198) sind folgende weitere Zustimmungserklärungen eingeleufen: P. Münter, Werther. P. J. Kuhlo, Bethel b. Bieleseld. Kaufmann Bastert, Ocynhausen. P. Schürmann, Huckarde. P. Siekermann, Mengede. P. Dr. Morgenstern, Hombruch. P. Mendel, Lünen Süd. P. Kuhlmann, Dorstfeld. P. Kuhlmann=Lücen. P. Dons. bach, Dortmur d. P. Koch, Dortmund. Wickel, Kirchmeister in Barop. P. Florin, Brekerfeld. Sup Prieß, Bergkirchen. Sup. Höpker, Kirchlengern. P. D. E. Kühn, Siegen. P. Dütemeyer, Mennighüffen. P. K. Kuhlo, Hüllhorst. P. Richter, Petershagen. Entz, Professor am Königl. Gymn. in Minden. P. emer. H. Keßler, die Prinzessinnen und die fremden Fürstlichkeiten. Die Weihe vollzog der evangelische Militäroberpfarrer in Gegenwart des katholischen Oberpfarrers. Iazwischen feuerte die Leibbatterie im Lustgarten 101 Schuß ab. Nach der Feier nahm der Kaiser den Vorbeimarsch der Ehrenkompegnie ab, während die Kaiserin mit den Damen auf dem Balkon erschten. Der Erbgroßherzog von Baden leidet an einer Netzhautablösung im rechten Auge. Mit Rücksicht auf sein Schonungsbedürfnis wird der achzigste Geburtstag des Großherzogs am 9. September, statt wie bisher und wie beabsichtigt, auf der Insel Mainau in Karlsruhe gefeiert werden. Die Feier wird durchaus den Charakter eines Familienfestes tragen. Es rehmen daher auch nur Fürstlichkeiten daran teil, die zum großherzoglichen Hause in verwandtschaftlicher Beziehung stehen. Es triffen in Karlsruhe ein: das Kaiserpaar, Prinz Heinrich von Preußen, der Prinzregent Albrecht von Braunschweig, Erbprinz Bernhard von Sachsen Meiningen und Gemahlin, sowie Prinz Friedrich Karl von Hessen. Die Souveräne von Bayern, Württemberg usw. werden durch Vertreter ihre Glückwünsche überbringen lassen. Reichskanzler Fürst Bülow nahm heute Rücksprache mit seinen Ministerkollegen. Der Oberpräsident der Rheinprovinz, Freiherr v. Schorlemer, teilte den Kölner Blättern mit, daß er den„Düsseld. N..“ folgende Berichtigung gesandt habe: „Unter Bezugnahme auf die in Nr. 199 Ihrer geschätzten Zeitung unter Lokales gebrachten Mitteilung erlaube ich mir ganz ergebenst zu bemerken, daß die Nachricht von meiner Berufung nach Birlin nicht zutreffend ist, und daß damit auch die Vermutungen entfallen, welche diese Berusung mit der in Aussicht genommenen Nachsolge des Landwirtschaftsministers in Verbindung bringen.“ Der Zentrumsabgeordnete Mooren ist gestern in Bad Wildungen gestorben. Here Mooren, Bürgermeister in Eupen, vertrat im Abgeo dnetenhause seit 1879 den Wahlkreis Bergheim Euskirchen. Budapest, 30. Aug. Der Gemeinderat von Agram hat beschlossen, an den Kaiser Fcanz Josef, „Politische Entartung“. Unter dieser Ueberschrift schreibt die Münchener„Allgem. Zig.“:„Die Affären, die mit dem Berliner Kolontalskandal zusammenhängen, sind unerquicklich genug, und mehr als widerlich wirkt schon das breite Behagen, womit ein Teil der reichshauptstädtischen Presse zur Wonne des Auslandes täglich mit neuen Vermutungen, Halbwahrheiten und haltlosen Sensationsgerüchten in der schmutzigen Wäsche mann, Volmerdingsen. Lehrer Kastrup, Schröttinghausen. Kaufmann Heinrich Schierbaum, Dortmund. Schlossermeister H. Schmidt, Rehme. P. Jungcurt, Schlüsselburg. Reichstags= und Landtogsabgeordneter F. Meyer, Bieleseld. Missionar H. Hegner, Gsstersloh. Kolon Niemeyer, Kolon Kixmöller, Kolon intermeyer, Heuerling Plöger, Heuerling Wehmeyer, Neubouer Wind, Lehrer Westerhold und Lehrer Meyer sämtlich in Baldorf. Hauptlehrer Kirchhoff, Lehrer Folle, Lehrer Lennemann sämtlich in Südlengern und der aus 28 Mitgliedern bestehen de konservative Verein in Südlengern„stimmen dim sehr notwendigen Zeugnis begeistert zu“. Ferner die Presdyterien in Mennighüffen, Volmerdingsen und Schlüsselburg, sowie die sämtlichen Mitglieder des Presbyteriums in Gehlenbick: Pohlmann, Tiemeyer, Niedringhaus, Sütebier, Grote, Siebeking, Gercom .ichenm 5 8 iu p aunr mn..—.. Fcanz Josef, sobald er in Trebinje den Frievenau o. Berlin. F. emer. Mertens, Biele. Boden Bosniens beteitt eine Ahordnung zu feld. P. Oßtermann, Brackwede. P. Dust= mssanden „#entsenben, die ihm die Bitte unterbreiten soll, daß Bosnien und die Herzegowinamit Kroatien vereinigt werden. Der Agramer Gemeinderat hat auch andere koatische Städte aufgefordert, einen ebensolchen Beschluß zu fassen. Rußland. Ein kaiserlicher Ukas verlängert die Wirkung der bestehenden Gesetze detreffend den Schutz der öffentlichen Sicherheit und den verstärkten außerordentlichen Schutz auf die Dauer eines Jahres. Ein zweiter Ukas bevollmächtigt den Finanz= minister, zur Deckung der Ausgaben für die Unterstützung der von Mißernte betroffenen Bezirke eine 4proz. Anleihe im Betrage von nominell 50000000 Rubel auszugeben. Wie die Untersuchung des Attentats gegen Stolypin festgestellt hat, deuten die Uniformsetzen der Attentäter darauf hin, daß die Uniformen im Auslande angefertigt worden sind, woraus man schließen zu können glaubt, daß auch die Attentäter kürzlich erst aus dem Auslande eingetroffen sind. In Moskau wurden die Führer der sozialrevolutionären Gruppe verhaftet. Das Zentralkomitee dieser Gruppe erklärte, an dem Anschlage gegen Stolypin unbeteiligt zu sein. Der Redaktion der Zeitung„Strana“ ging die Mitteilung einer geheimen Gesellschaft zu, daß der Tod des Generals Woliarliarski gerächt werden würde. Die GesellAus dem Deutschen Berlin, 30. August. Heute mittag fand im Zeughause die feierliche Nagelung und Weihe von 28 neuen Fahnen und Standarten statt. Im Lichthofe war ein Altar errichtet. Die Ehrenwache vor dem Zeuchhause stellte die Leibkompagnie des 1. Garderegiments unter dem Kommando des Peinzen Eitel Friedrich. Der Kaiser schlug den ersten Nagel ein. Es folgten die Kaiserin, der Kronprinz, der auch für seinen Sohn einen Nagel einschlug, die Prinzen, schaft, die sich„Tod für Tod“ nennt, „verurteilte" sämtliche revolutionären Führer, daruntr Petrunkewitsch, Roditschew, Miliukow, Heffen und Winawer zum Tode.— Nach Mitteilung englischer Zeitungen aus Odessa wollen die russischen Revolutionäre di ausländischen Konsulate angreifen, um der Regierung Schwierigkeiten zu bereiten, sie seien zu allem fähig und alles sei jetzt möglich. Die deutschen Konsulate sollten zu erst angegriffen werden. Die Konsulate in Odessa haben Polizeiwachen erhalten. — In Mitau hat sich ein neuer Verband von Anarchisten und Kommunisten gebildet, welcher durch Proklamationen die Arbeiter auffordert, ihre Ziele durch Terrorismus zu erreichen.— Eine neu gebildete„nationale Partei“ nimmt nach ihrem Programm eine Mittelstellung zwischen dem Zentrum und der Rechten ein und erkennt die gesetzzeberischen Rechte der Volksvertretung an. Sie verwirft die Gleichberechtigung der Nationalitäten und fordert die Einschränkung der politischen Rechte der Juden und die Ersetzung der Wehrpflicht der Juden durch eine besondere Steuer. Griechenland. Die Köln. Zig.“ meldet aus Athen: Die im griechischen Volke durch die Niedermetzelung der Stammesgenossen in Bulgarien hervorgerufene tiefgehende Erregung flößt der Regierung Besorgnisse ein, so daß die Garnison von Athen verstärkt wurde. An den Straßenecken von Athen ist ein an den König gerichteter Aufruf zu lesen, der verlangt, daß der König sich entschließe, sich an die Spitze der 2½ Millionen freien Griechen zu stellen, um die acht Millionen geknechteten Griechen zu befreien. Kirche, Schule und Mission. (Die Augustkonferenz in Berlin,) Versammlung der Eoangel. lutherischen Konferenz innerhalb der preußischen Landeskirche, zu der sich zahlreiche Geistliche und Laien eingefunden haben, wurde durch einen Gottesdienst in der Matthäikirche eingeleitet. Die Piedigt hielt Herr Generalsuperintendent D. Holtzheuer aus Magdeburg. Esprach in seiner bekannten, sehr entschiedenen und rückhaltlosen bekenntnisfesten Wiise über das Wort aus dem 1. Korintherbriefe(16, 13—14):„Wachet, stehet im Glauben, seid männlich und seid stark. Alle eure Dinge lasset in der Liebe geschehen!“ Er mahnte, fest zusammenzustehen,„um uns mit dem, was wir an Christo haben, im Glauben zu stärken— und um uns von neuem auf ihn in der Liebe zu verbinden.“ Er zeigte, daß es der Apostel Lehre ist, worin es sich verlohnt, beständig zu bleiben. Ueber alle Wenn und Aber kurzsichtiger Bedenken und Einwände triumphiert schließlich doch die Inspiration der Heiligen Schrift.— D. Holtzheuer wies darauf hin, daß die Zeit der Nachgiebigkeit vorüber sei und daß ein gewaltiges Entweder=Oder die Zeit durchdröhne. Allein die klare, überzeugungsvolle Bekenntnispredigt, die keine Vermittelung mit dem Zeitgeist sucht, sei heute zeitgemäß und vermöge die Menschen zur Heilsgewißheit zu bringen.... Aber Männer, denen es gilt:„Gottes Wort und Luthers Lehr virgehen nun und nimmermehr!" dürfen sich gegen fremde Lehre nur verbünden, wenn in ihnen„Liebesflammen lodern auf den Heiland zu“.... Wie begonnen, schloß die Predigt mit der Frage: Wer wird der Sieger sein? und mit der gewissen Antwort barauf: Jesus wird der Sieger sein! Nach Gebet und Segen sang die Gemeinde in der Eeinnerung an den 100. Geburtstag Gustav Knaks dessen Lied:„Laßt mich gehen!"— Im„Askanier“ folgte später eine zwanglose Begrüßungsversammlung. Die Hauptversammlung begann Dienstag vormittag um 9½ Uhr im großen Saale des Evangelischen Vereinshauses in der Oranienstraße. Der Saal war ziemlich stark besetzt Unter den Anwesenden sah wan zahlreiche aus der kirchlichen Bewegung bekannte Männer, Geistliche und Laien. Nach Erledigung von allerhand Geschäftlichem 2c. sprach Superintendent Dr. Matthes aus Kolberg in längerem Vortrage über die in letzter Zeit bekanntlich heiß umsteittene Frage: Die absolute Offenbarung in Christus und die religionsgeschichtliche Betrachtungsweise. Das Ergebnis seiner ausführlichen gedankenreichen Dirstellungen hatte er in Leitsätzen niedergelegt. Nach eingehender Diskussion wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: „Gegenüber dem gegenwärtig mit dem ausschließlichen Anspruch der Wissenschaftlichkeit auftretenden Versuche, das Christentum lediglich als Erzeugnis der natürlichen Geisteseatwickilung zu begreifen und hinzustellen, fühlen wir uns aufs neue zu dem Zeugnisse gedrungen, daß sich Gott allein in seinem eingeborenen Sohne Jesus Christus uns in ganzer Klarheit erschlossen und dadurch dem Glauben volles Heil verbürgt hat. Bei der drohenden Gefahr, daß einfache Christen durch die weitgehende Popularisierung der vermeintlichen religionsgeschichtlichen Ergebnisse in ihrem Glauben beirrt und in der getrosten Zuversicht auf die in der Heiligen Schrift göttlich geoffenbarten Heilswahrheit erschüttert werden: bitten und ermahnen wir die Gemeinden unserer teuren evangelisch=lutherischen Kirche, festzustehen auf dem Glaubensgrunde, den die Väter der Reformation in Einfalt und Lauterkeit gelegt und in Treue mit dem Siegesrufe bekannt haben: Das Wort sie sollen lassen stahn!“ Nach einer Pause nahm Superintendent Liz. Gemmel(Gumbinnen) das Wort zu seinem Vortrage über das Thema: Die Taufe ist doch das Bad der Wiedergeburt. Den vom Referenten aufgestellten Tbesen konnte man sich in allen Einzelheiten nicht allgemein anschließen. nahm aber im Sinne des Vortragenden folgende Er klärung an:„Die Konferenz bekennt sich nach wie vor zu dem Satze: Die Tause ist doch das Bad der Wiedergeburt!" Am Abend fand eine Volksversammlung statt. (Der Evangelische Bund) hält, wie schon mitgeteilt wurde, in den Tagen vom 7. bis zum 11. Oktober in Graudenz, also in der Oftmark, seine diesjährige Tagung ab. Auf seiner Tages=Ordnung stehen folgende Hauptgegenstände: Sonntag. den 7. Oktober: Nachmittags 5 Uhr Eröff nungsgottesdienst, Konsistorialrat Albertz Posen. 8 Uhr Begrüßungsversammlung. Begrüßungen von Behörden und Vereinen. Montag, den 8. Oktober: 10 Uhr Geschlossene Mitglieder=Versammlung. Besprechung des Jahresberichts.'c. Eoerling, D Witte. Warum ein evangelischer Bund auch in der Ostmark? Seminaroberlehrer Braune Schwerin a W. 5 Uhr Festgottesdienst, Pälat von Hermann= Stuttgart. Dienstag, den 9 Oktober: Abzeordnetenversammlung: 1. Grundlinien einer sachlichen Abwehr des Ultramontanismus. Vortrag und Besprechung. 2. Die Förderung der evangelischen Kirche in Oesterreich. Konfistorialrat Dr. Hermens Cracau. 3. Eine Kleinsiedlungsgenossenschaft in der Ostmark. Pfarrer Rosenberg=Latowitz. Montag und Dienstag: Abends 8 Uhr Evangel. Volksversammlungen. Das Einheitsband der evangelischen Deutschen. 1. Seine Voraussetzung— gemeinsame evangelische Kampf. Eine Geschichte aus bewegter Zeit. Von A. v. Liliencron geb. v. Wrangel. 38](Nachdruck verboten.] Am nächsten Tage ging es quer durch den Spessart. Heiß brannte die Sonne, und anstrengend war der Marsch durch das enge Gebirgstal. Auch Werbach lüftete wiederholt den Helm und trocknete mit dem Tuche die Stirn, aber er ließ sich keine Ermüdung merken. Er sah, wie hier und da die Leute matt wurden, und das war für ihn nur ein Sporn mehr, keiner Schwäche nachzugeben. Laufach sollte heute das Ziel sein, und als man etwa die Hälfte des Weges gemacht und einen herrlichen Buchenwald erreicht hatte, wurde eine Ruhepause angeordnet. Sie brachte nicht die erhoffte Erquickung, denn durch den dichten Wald drang kein Windhauch. Schwül und betäubend drückte die Luft hier, während Milliarden von Fliegen und Gnitzen die Menschen quälten und die Pferde zur Verzweiflung trieben. Die Ruhepause wurde abgekürzt, der Marsch wieder aufgenommen. Langsamer als sonst ging es vorwärts bei dieser sengenden Glut, und müde, fast träge schleppten sich die Soldaten weiter auf den steinigen Gebirgswegen. Da sprengte ein Meldereiter heran. Ein Befehl von Goeben wurde Wrangel überreicht. Er sollte sofort mit seiner Brigade eiligst vorrücken, um den Waldessaum nach Hain zu eher zu besetzen als der Feind, die anrückenden Hessen. Wie mit einem Zauberschlage kam Leben in die Abteilungen. Ordonnanzen sprengten hin und her, um Befehle zu überbringen, und wohin die Botschaft getragen wurde, da schien alle Müdigkeit vergessen zu sein, da zeigte sich nur der streng disziplinierte militärische Geist der preußischen Truppen, die für das eigene Ich keine Gedanken mehr haben, sobald die Pflicht ihre Anforderungen an sie stellt. Ja beschleunigtem Marsche ging es vorwärts. Die Husarenschwadron Schmidt hatte bereits bei Hain einen Zusammenstoß mit feindlicher Kavallerie gehabt und sich darauf zurückgezogen. General Goeben, der mit den Husaren vorangeritten war, langte jetzt auch am Waldessaum an und erteilte Wrangel den Befehl, das Gefecht selbständig zu leiten, da er es nur als Zuschauer mitmachen werde. Nun entwarf Wrangel seinen Plan nachk eigenem Ermessen. Er sandte einige KomGüter! Professor D. Scholz=Berlin. 2. Seine Stärkung— evangel. Wachsamkeit! Pfarrer Niembller=Elberfeld. 3. Seine Betätigung — evangel. Gemeinsinn! Stadtpfarrer). Traub Stutt zart. 4. Seine Bewährung— evangelische Teeue! Pfarrer Aßmann Beom berg. Mittwoch, den 10. Oktober: 10 Uhr Hauptversammlung: Parität als Schlagwort und als Peinzip. Direktor und geschäftsführender Vorsitzender Lic. EverlingHalle a. S. 7 Uhr Aufführung des Lutherfestspiels von Devrient. Donnerstag, den 11. Oktober(Danziger Tag): Fahrt über Marienburg nach Danziz. Begrüßung am Kaiser Wilhelm=Denkmal. Un 5 Uhr Evangelische Bundesfeier in der Marienkirche. Ein Gruß dem Evangelischen Bunde, dem Wächter im deutsch=evangelischen Geistesleben. Generalsaperint. D. DoedlinDanzig. Der deutschievangelische Geist als Kraftg uelle und Wegweiser für die wirtschaft: liche Betätigung unseres Volkes. Kirchenrat D. Meyer=Zvickau i.., 7 Uhr Abendessen. Begrüßung der Stadtverwaltung. Garten= und Landwirtschaft. (Verbreitung der Viehseuchen.) Die„Kreuz Zeitung" bringt in einem statisti schen Artikel charakteristische Ziffern für die Verbreitung der Viehseuchen und für den zu ihrer Unterdrückung geführten Kampf. Der Erfolg des Kampfes geht klar aus folgender Tabelle hervor, die sich auf die Maul und Klauenseuche bezieht: Erkrankte Rinder 93919 195 120 710 481 537 969 •2078 1 885 774 430 356 80 739 20 144 11 339 51 895 Weiter wird der zffernmäßige Rachweis geführt, daß die Grenzgebiete die am stäcisten betroffenen Gegenden darstellen. Den durch die Seuchen verursachten Schaden — so heißt es am Schluß— auch nur annähernd zu schätzen, ist schwer möglich. Jedenfalls ist er aber so groß, daß er, da die Seuchenbekämpfung im Janern den Landwirten schwere Opfer auferlegt, ganz energische Maßregeln gegenüber unseren Grenznachbarn rechtfertigt. Würden die Grenzen geöffnet und die scharfen Seuchenbekämpfungsmaßregeln im Innern, die für ein verseuchtes Gehöft jeden Viehverkehr aufschließen, gemildert, so wäre zu befürchten, daß unser wertvoller Viehbestand so durchseucht würde, daß darunter die Fleischversorgung des inländischen Marktes dauernd litte. Bei den großen Anstrengungen und den schweren Opfern der deutschen Landwirtschaft im Interess: der Viehseuchenbekämpfung hat sie ein gutes Recht, einen energischen Schutz gegen die Einschleppung aus Staaten, die eine meist laxere Proxis üben und einen weniger zuverlässigen Beamtenstand haben, zu verlangen. (Für Einrichtung des Obstkellers) gibt der praktische Ratgeber folgende Ratschläge: Es wird ein Gerüst erbaut, welches imstande ist eine Anzahl Ksten zu tragen. Die Kisten werden am besten etwa 60 cm lang, 30 cm breit und 17 cm tief hergestellt, wozu man gehobeltes, 1 ½2 cm starkes Holz verwendet. Der Inhalt dieser Kiste entspricht dem Gewicht von 25 Pfund. Bei der Ernte werden die Kisten an die Bäume getragen. Dort wird das Obst sorgfältig in pagnien auf der Chaussee über Hein vor, andere längs der Höhe des Eisenbahndammes gegen Laufach und warf eine Abteilung südlich der Eisenbahn in die bewaldeten Berge. Die hessische Kavallerie war den Husaren bis an den Eisenbahndamm, die hier von der Straße Lohr Aschaffenburg in einem Tunnel durchbrochen wird, gefolgt. Weiter hatte sie nicht vorzudringen vermocht, denn das Karabinerfeuer der westfälischen Husaren, mit dem sie ihre Stellung verteidigten, wirkte zu nachdrücklich. Als gleich darauf in beschleunigter Gangart die Füsiliere des 55. Regiments anlangten, überschritten diese ungehindert den Damm, entwickelten sich in Kompagniekolonnen und trieben die nur geringen Widerstand leistenden Hessen über Laufach und Fronhofen bis Eisenhammer und Weiberhöhe zurück, wo ihr Brigadegeneral Frey mit seinem Gros eine Stellung bezogen hatte. General von Goeben erteilte nunmehr, da sein Marschziel erreicht war, den Befehl, die Biwaks zu beziehen. Das Füsilierdataillon wurde dem Feinde gegenüber belassen, und die Brigade Wrangel legte außerdem noch ihre Vorposten in einen bei Fronhofen befindlichen vorteilhaften Gebäudeabschnitt. Eine Husareneskadron und ein Bataillon des Redie Kisten gelegt, dann werden die Kisten in den Keller gebracht. Sorte für Sorte kann hier übersichtlich aufgelazert werden, ohne nochmaliges Berühren der Früchte. Durch die Einrichtung mit Kisten, die leicht zu handhaben sind, ist es mözlich, den Keller später zu räumen, ihn gründlich zu säubern und die einzelnen Kisten zu sonnen, zu lüsten und sogar mit Kaltwasser auszuwaschen. Die Holzstärke der senkrechten Stützen ist 12: 12 cm, die Stärke der wagerechten Träzer 8X8 cm für zehn Lagen berechnet.— Gartenfreunde können die Nummer, welche die Beschreibung enthält, vom Geschäftsamt des praktischen Ratgebers im Obst und Gartenbau in Frankfurt a. O. kostenlos bziehen. Gericht und Rechtsprechung. Bielefeld, 29 August.(Ferien=Strafkammer.) 1. Der Fuhrunternehmer F. St. von hier war vom Schöffengericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 30 Mk. ev. 6 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Die Strafkammer stellte fest, daß St. sich in Notwehr befunden habe, hob das Urteil auf und sprach den Angeklagten frei.— 2. Ebenfalls Berufung eingelegt hatte der Knecht W. M. von hier, der den St. bei diesem Vorfalle mit dem Verbrechen der Tölung bedroht haben soll und vom hiesigen Schöffengericht in Anbetracht seiner Vorstrafen zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt worden war. Da er nur Hirabsetzung der Strafe beantragte, wurde seine Berufung verworfen.— 8. Der Pächter F. Sch. von Spexard bei Gütersloh erhielt heute wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung 5 Monate und 1 Woche Gefängnis.— 4. Der 20 Jahre alte Arbeiter J. F. von hier war vom Schöffingericht zu Bielefeld am 30. Mai dss. Is. wegen gefährlicher Körperverletzung zu 4 Wochen Gefängnis verurteilt und hatte Berufung eingelegt, die der Grichtshof verwarf. Lokales und Provinzielles. Bielefeld, 31. August. (Eine Sedanfeier der hiesigen christlichen Vereine) firdet am nächsten Sonntag, den 2. September, abends 8 Uhr, in gewohnter Weise im Eoangelischen Vereinshause statt. Zu ihr sind die Familienangehörigen der Vereinsmitglieder sowie alle, die den Sedantag mit Lob und Dank gegen Gott, der unserm deutschen Volke vor 36 Jahren im blutigen Ringen den Sieg gegeben hai, feiern möchten, freundlich eingeladen. Es wird um möglichst pünktliches Erscheinen gebeten, damit pünktlich geschlossen werden kann. Programme werden ausgelegt bezw. an der Saaltür ausgegeben werden. (Kaiserin Auguste Biktoriaschule.) Herr Direktor Dr. Gerth hat vom Kaiser eine Einladung erhalten, als Gast des Kaisers an der vom.—20. September stattfindenden Seefahrt des„Meteor" nach berühmten Seebädern(unter andern Trouville, Biarritz, San Sebastian, Jersey, Wight) teilzunehmen. (Se. Exzellenz Wirkl. Geh. Reg.= at Dr. Hinzpeter) hat laut„Westf. Zig.“ einer Einladung des Kaisers folgend, der gestrigen Tauffeierlichkeit im Neuen Palais zu Potsdam beigewohnt. (Postsendungen an Soldaten während des Manövers.) Beim Herannahen der Herbstmanöver sei darauf aufmerksam gemacht, daß es für die regelmäßige Besörderung und pünktliche Zustellung der andie Offiziere und Mannschaften der Manövertruppen gerichteten Postsendungen durchaus erforderlich ist, in den Aufschriften der Briefe usw. außer dem Namen und dem Dienstgrad (Regiment, Konpagnie, Eskadron, Batterie usw.) auch den ständigen Garnisonort anzugeben. giments Nr. 15 waren dazu bestimmt. Werbach gehörte dazu. Auf der Wiese am westlichen Ausgange von Laufach richteten sich die Soldaten zum Biwak ein. In der Billa, die dicht daneben lag, und die Tags zuvor Oberst Wildenfels und seine Nichte zum Asyl erkoren hatten, schlug General Wrangel sein Hauptquartier auf. Der Fabrikherr und seine Leute waren eben damit beschäftigt, von ihren Eßwaren an die Hungrigen zu verteilen, als Wrangel in dem Gärtchen erschien und, dem gutmütigen Herrn auf die Schulter klopfend, freundlich meinte, er möchte von den herrlichen Dingen doch auch etwas für ihn und seine Osfiziere zurückdehalten. Sie seien, wie die Leute, verhungert und verdurstet. „Ich glaube es wohl," versicherte treuherzig Herr Wacker,„und will herrichten, was ich noch habe. Alle Achtung, wenn es wirklich richtig ist, daß Sie der General Wrangel sind, der noch am 11. mittags in Kissingen war.“ „Stimmt auf den Kopf, mein guter Freund,“ antwortete Wrangel lachend.„Wir haben eben festgestellt, daß im Spessart noch Chausseen angelegt sind und fühlen unsere Knochen wie unsere Magen. Also mein trefflicher Herr, sorgen Sie gütigst für Quartier *(Der Biele feiert sein diesjährie tag, den 2. Septe Weise auf dem wenige Vereine, di schaft verbunden si Familie wurzeln, Kriegerverein. Se und Volksfeste im Wortes gewesen u. Zukunft bleiben. am Sonnabend ab einen Zapsenstreich, diesem berührten S bringen. Am Sonn Parademufik vor d 2¼ Uhr tritt der abzuholen, um 3 Militärvereine in platz, die Herren versammeln sich kur An die Parade schl die Stadt an. 9 ein Kranzschmuck n Marsch zum Johan angekommen werder dem Verein 25 J Ehrennadeln überre das Nachmittags=Ki schönes und trägt zugleich als Seda Abend fi#det groß nun Jupiter und Aussicht dazu auch diesmal wieder Widerhall in der Alt und Jung zu um einige schöne S Freunde und Kamer m.(Unfall.) von hier versuchte Wilhelms= Platze Pulver zu füllen. des Pulvers entstan dem Knaben das Daumens abriß ur erheblich verletzte. wurde dem Verletzt gelegt. Schildesche 30. karten Revisio Woche beginnt in Schildesche die Qut Brake, 30. Aug beamte.) Der hie karten revidierende am Sonnabend, der bis 2 Uhr in der hi Auskunft in Inval legenheiten zu erteil den Kreisen Dützen, 29. A. beim Fruchtdreschen hilfliche Zigarrenar gestern in das Get Es wurde ihm na linke Arm ausgerisse Mann, der Famil nahme im Minden Lübbecke, 29. Gegen den flüchtige dinand Ronschke au Untersuchungshaft und dessen Sache Schwurgericht verhe seitens des Ersten feld ein Steckbrief Rahden 29. Au Der Weichensteller selbst hat anläßlich 25jährigen Dienstzei Eisenbahner gestift erhalten. Aus dem Herford, 30. errettet) wurde Herrn Lehrer Lepp der Johannisstraße gefallen war. Herford, 30. des Sedantages schule Uhlandst aße Ausflug nach dem Rückmarsche werden der Stadt Fackeln im geordneten Zuge Wege zur Schule d 9 Laar, 30. alter Krieger, servelente) tritt um 2½ Uhr vor d und marschiert mit d Vorantritt der Sch entsalteten Fahnen und assen. Wirs burschen so staubig Reinigungsapparat u Futter.“ *(Der Bielefelder Kriegerverein) seiert sein diesjähriges Stiftungsfest am Sonntag, den 2. September, in althergebrachter Weise auf dem Johannisberge. Es sind wenige Vereine, die so eng mit der Bürgerschaft verbunden sind, so stark auch in der Familie wurzeln, wie gerade der Bielefelder Kriegerverein. Seine Feste sind Familien= und Volksfeste im eigentlichen Sinne des Wortes gewesen und das sollen sie auch in Zukunft bleiben. Das Stiftungsfest wird am Sonnabend abend 8 Uhr eingeleitet durch einen Zapsenstreich, das Verzeichnis der von diesem berührten Straßen werden wir morgen bringen. Am Sonntag mittag 11½ Uhr ist Parademusik vor dem neuen Rathause. Um 2¼ Uhr tritt der Verein an um die Fahne abzuholen, um 3 Uhr stehen die hiesigen Militärvereine in Parade auf dem Schiller platz, die Herren Offiziere und Ehrengäste versammeln sich kurz vorher in der Ressource. An die Parade schließt sich der Festzug durch die Stadt an. Am Kriegerdenkmal wird ein Kranzschmuck niedergelegt und dann der Marsch zum Johannisberg angetreten, hier angekommen werden an 27 Jubilare, welche dem Verein 25 Jahre angehören, silberne Ehrennadeln überreicht. Das Programm für das Nachmittags=Konzert ist ein ausgesucht schönes und trägt dem Charakter des Festes zugleich als Sedanfeier Rechnung. Am Abend fi#det großer Ball statt.— Wenn nun Jupiter Pluvius schönes Wetter schenkt, und Aussicht dazu ist vorhanden, so wird auch diesmal wieder das Stiftungsfest freudigen Widerhall in der Bürgerschaft wecken und Alt und Jung zum Johannisberge locken, um einige schöne Stunden im Kreise lieber Freunde und Kameraden zu verbringen. m.(Unfall.) Ein 12 jähriger Schüler von hier versuchte gestern auf dem Kaiser Wilhelms=Platze eine Patronenhülse mit Pulver zu füllen. Durch Zusammenstampfen des Pulvers entstand eine Explosion, welche dem Knaben das erste Glied des linken Daumens abriß und die innere Handfläche erheblich verletzte. Auf der Feuerwache wurde dem Verletzten ein Notverband angelegt. Schildesche 30. August.(Quittungs= karten Revision.) In der nächsten Woche beginnt in Bauerschaft und Dorf Schildesche die Quittungskarten Revision. Brake, 30. August.(Der Kontroll= beamte.) Der hier z. Zt. die Ouittungskarten revidierende Kontrollbeamte ist bereit, am Sonnabend, den 1. September von 8 bis 2 Uhr in der hiesigen Wirtschaft Segeler Auskunft in Invaliden=Versicherungs=Angelegenheiten zu erteilen. Aus den Kreisen Minden und Lübbecke Dützen, 29. August.(Unfall.) Der beim Fruchtdreschen bei Kolon Bickmeier behilfliche Zigarrenarbeiter Brandhorst geriet gestern in das Getriebe der Dreschmaschine. Es wurde ihm nach der„Mind. Zig.“ der linke Arm ausgerissen. Der bedauernswerte Mann, der Familienvater ist, fand Auf nahme im Mindener Krankenhause. Lübbecke, 29. August.(Steckbrief.) Gegen den flüchtigen Schneidermeister Ferdinand Ronschke aus Lübbick=, über den die Untersuchungshaft wegen Meineid verhängt und dessen Sache schon wiederholt vom Schwurgericht verhandelt worden ist, wurde seitens des Ersten Staatsanwalts zu Bielefeld ein Steckbrief erlassen. Rahden 29. August.(Auszeichnung.) Der Weichensteller 1. Klasse Golück; hierselbst hat anläßlich der Vollendung seiner 25jährigen Dienstzeit das im Vorjahre für Eisenbahner gestiftete Erinnerungszeichen erhalten. Aus dem Kreise Herfort. Herford, 30. August.(Vom Tode errettet) wurde gestern nachmittag durch Herrn Lehrer Lepper ein Kind, welches an der Johannisstraßenbrücke in die Barerre gefallen war. Herford, 30. August.(Zur Feier des Sedantages) unternimmt die Bürgerschule Uhlandst aße am 1. September einen Ausflug nach dem Stukenberge. Auf dem Rückmarsche werden die Schüler am Weichbilde der Stadt Fackeln anzünden und mit diesen im geordneten Zuge die Straßen auf dem Wege zur Schule durchziehen. 9 Laar, 30. August.(Der Verein alter Krieger, Landwehr und Reserveleute) tritt am Sonntag nachmittag um 2½ Uhr vor dem Eo. Vereinshaus an, und marschiert mit dem Verein Diebrock unter Vorantritt der Schachtsiekschen Kapelle mit entsalteten Fahnen und klingendem Spiel und assen. Wir sehen wie die Müllerburschen so staubig aus, also erst etwas Reinigungsapparat und dann ein herzhaftes Futter.":(Fortsetzung folgt.) durch die Stadt, um an der Weihe des Bismarkturmes teilzunehmen. Bünde, 30. August.(Todesfälle.) Die hiefigen Blätter melden folgende Todesfälle zweier Mitbürger: Am Schlaganfall starb gestern der Lehrer Herr Pohlmann, während heute morzen Herr Pastor Mühlenweg nach kurzer Krankheit aus dieser Zeitlichkeit abberufen wurde. Aus dem Kreise Halle. Halle, 30. August.(Ueberfahren.) Von einem Radfahrer überfahren wurde vor dem Hause des Kaufmanns Holstein hier die achtjährige Tochter Ida des Zimmermanns Rieken von Steinhausen. Das Kind erlitt dabei, nach dem Hall. Kesbl.“, eine Gehirnerschütterung. Ob den Radler ein Verschulden triff, wird die Untersuchung ergeben, da Augenzeugen vorhanden sind und die Sache zur Anzeige gebracht ist. Vorgholzhausen, 25. Aug.(Kauf.) Gärtner Steuwe aus Markendorf bei Melle kaufte laut Hall. Krsbl.“ zum Preise von 6000 Mk. von Kolon Delbrügge die an der Chaussee von der Stadt zum Bahnhof Borgholzhausen liegende Besitzung, um daselbst eine Gärtnerei anzulegen. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborr. Gütersloh, 29. Aug.(Viehmarkt.) Der Hindel auf unserw letzten Viehmarkte gestaltete sich recht lebhaft. Für 6 Wochen alte Ferkel wurden 15—18 Mk. erzielt. Bei Stangen bewegte sich der Preis zwischen 40—50 Ml. Schwere Schweine kosteten 80—100 Mk. Für Milchkühe wurden 300 bis 350 Mi gezahlt.(Westf. Ztg.) Gütersloh, 30 Aug.(Abgefaßt.) Von den Einbeechern die im Frühjahr dieses Jahres in das Kontor der Firma Greve und Güth eingebrochen und daselbst außer einem Geldbetrage einen größeren Posten Briefmarken entwendet hatten, ist laut„G. Ztg.“ gestern einer in Elberfeld verhaftet worden. Derselbe ist nach einem dort verübten Einbruch der Polizei in die Hände gefallen. Da noch ein größerer Vorrat an Beiefmarken bei ihm vorgefunden wurden, ist der Verdacht des hier verübten Einbrucht auf ihn gefallen, in einem angestellten Verhör hat er diesen auch eingestanden und roch einen dabei beteiligt gewesenen Komplizen namhaft gemacht, welcher hoffentlich auch bald zur Rechenschaft gezogen werden kann. Gütersloh, 30. August.(Blaues Kreuz.) Am Sonntag, den 2. September, feiert der Blaukreuzverein in Friedrichsdorf sein erstes Jahresfest. Die Fest predizt am Morgen wird Herr General= superintendent Zöllner halten. Die Mitglieder des hiefigen Vereins, soweit sie nicht am Montag Abend zugegen waren, werden hierdurch darauf aufmerksam gemacht. Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arnsberg. Hamm, 29. August.(Pferdemarkt.) Dem von der Landwirtschaftskammer eingerichteten Westfälischen Zuchtviehmarkt für Rind vieh und Schweine, verbunden mit Prämiierung, wird auch in diesem Jahre ein Pferdemarkt sich arschließen. Die Kammer unterstützt damit das Bestreben der westfälischen Landwirte, die in letzter Zeit sich wieder mehr der Vereinheitlichung des Zuchtzieles widmen. Die zur Verbesserung der Zacht von der Kammer eingeführten Pferde kommen aus der Normandie, den Ardennen, No dsrankreich, Oldenburg und Ostfriesland und werden an Oct und Stelle von einer eigens entsandten Kommission aufgekauft. Im vorigen Jahre kamen 64 Pferde zur Versteigerung, welche 65.880 Mk. erbrachten, also durchschnittlich 1025 Mk. Bei j dem der Tiere hat jedoch die Kammer zirka 500 Mk., insgesamt 30000 Mk. zugelegt, da sie im Einkauf bedeutend teuter waren. Beide Veranstaltungen, für welche die Stadt, um die Märkte dauernd an Hamm zu fesseln, demnächst ein festes Gebäude errichten wird, finden am 27. und 28. Sip tember d.?. auf dem großen Exirzeerplatze statt. Für den Zuchtviehmarkt— jedes prämiierte Vieh muß zum Verkauf gestellt werden— sind insgesamt ca. 2000 Mark an Preisen ausgeworfen, außerdem werden in jeder Gruppe zwei Anerkennungen ver teilt. Die Stadt Hamm trägt zu den Kosten des Marktes 900 Mk. bei. Brilon, 29. Aug.(Ausgrabungen.) Im vergangenen Jahre schon wurden auf dem bei Brilon belegenen Vorberge Aus grabungen vorgenommen, die auch ein günstiges Resultat gezeitigt haben. Die hiesige Stadtvertretung hat vor einiger Zeit den Betrag von 150 Mk. bewilligt, als Beitrag zu den Kosten der Ausgrabungen. Am Montag sollen nun, wie es heißt mit 8 Arbeitern, die Ausgrabungsarbeiten wieder aufgerommen werden. Wie die Sage er zählt, lsoll am Borberge ein Nonnenkloster, nach anderer Lesart eine Ritterburg gestanden haben. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Hannover, 30. August.(Eisenbahnunsall) Bei der Einfahrt in den hiest gen Bahnhof stieß der um 2 Uhr nachmit tags von Minden kommende Personenzug bei der Ueberführung der Brüderstraß: auf eine Rangiermaschine, die einen Personenund einen Güterwagen hinter sich hatte. Beide Wagen, die etwas ineinander gescho ben wurden, entgleisten. Zwei Beamte des einfahrenden Personenzuges, der über das Haltesignal hinausgefahren war, wurden leicht verletzt, von den Reisenden hat dagegen niemand Verletzungen erlitten. Ein Hauptgleis war infolge der Entgleisung der Wagen etwa 3 Stunden gesperrt. Gassum, 29. Aug.(Ein tödlicher Unsall) hat sich im benachbarten Dimhausen ereignet. Ein dort beschäftigter Maurergeselle fuhr mit seinem Rade, das keine Laterne trug, auf der Chausse zwischen Großhenstedt und Dimhausen mit solcher Wucht gegen einen ebenfalls unbeleuchteten Lastwagen, daß ihm der Schädel zurschmettert wurde. Der Tod trat laut„M L. Krsbl.“ bald darauf ein. Kassel, 29. August.(Hoftheater.) Die vielumstrittene Frage des Neubaues des hiesigen Hoftheaters ist nach dir„Rh.=W. Zig.“ nunmehr definitiv dahin entschieden, daß der Niubau an der Stelle des jetzigen Auetors errichtet wird. Nich einer Verfügung sollen alle Vorbereitungen so beschleunigt werden, daß mit den AusschachtungsArbeiten für das neue Theatergebäude noch in diesem Herbste begonnen werden kann. Emden, 28 August.(Eine sehr bewegte Fahrt) nach Borkum hatte kürzlich der mit etwa 50 Passagieren von Emden nach der„grünen Insel" abgegangene Dampfer„Kaiser Wildelm“. Gegen 6,30 Uhr, mit einer Stunde Verspätung, verließ der Dampfer den Emder Außenhafen und erlitt bei dem stürmischen, böigen Wetter unterwegs eine Havarie an der Maschine, indem eine der beiden Schrauben gebrauchsunfähig wurde; er erreichte daher erst nach 10 Uhr die Fischerdalje. Da die Einfahrt dort bei dem vorhandenen Maschinenschaden gefährlich und auch dadurch erschwert war, daß eine der beiden Einfahrtsbojen vertrieben war, mußte der Dampfer vor Anker gehen. Die mit der Dampspseife gegebenen Notfigrale wurden von den auf der Reede befiadlichen Schiffin nicht bimerkt, und so mußte der„Kaiser Wilhelm“ die ganze stürmische Nacht in dem hohen Seegange vor seinen Ankern liegen bleiben, was leicht verhängnie voll werden konnte. Die Passagiere befanden sich in einer wenig beneidenswerten Lage; in der Mehrzahl stark unter der Seskrankheit leidend, sahen sie sich großer Gefahr ausgesetzt, falls die Unkerketten dem Arptall der hochgehenden See nicht standgehalten hätten. Als es Tag geworden war, wurden die Notsignale fortgesetzt, aber sie hatten wieder keinen Erfolg und der Kapitän sah sich daher genötigt, die Einfahrt aus eigener Kraft zu versuchen und erreichte dann auch glücklich gegen 8 Uhr morgens die Landungsbrücke. Vermischtes. Berlin 30. Aug. Die Studienreise der französischen Aerzte durch Deutschland hat nur mehr ihr Ende erreicht. Die Herzlichkeit, der die französischen Gelehrten bei urs begegneten, hat in dortigen Blättern warmes Echo gefunden. Kassel, 30. Jug In dem Nachtschnell= zug Hannover= Kassel wurde zwischen Münden und Kragenhof ein un bekannter Reisender, angeblich ein Ungar, im Schlafwagen erschossen. Frankfurt, 80 Aug. Im Bahr hose Kurve ist um 8 Uhr 10 Min. vormittags der Güterzug 890 auf mehrere im Gleise V stehende Wagen aufgelausen. Eiwa 14 bis 16 Wagen sind vollständig zertrümmert. Drei Gleise sind gesperrt. Die Aufräumungsarbeiten werden längere Zeit in Anspruch nehmen. Menschen sind nicht verletzt worden. Der Sachschaden ist erheblich. Wilhelmshafen, 30. August. Das Segelschiff„Georgine“ ist in der Nordsee untergegangen. Die Besatzung durch den Dampfer „Wangeroog“ gerettet. New York, 30. August. Nach einer Depesche des„New York Herald“ aus Tacua(Chile) sind dort und in Arica heftige Erdstöße, die sich bis zur Grenze von Peru erstrickten, verspürt worden. Die Panik sei unbeschreiblich und die Bevölkerung nächtige auf den öffentlichen Plätzen. Der erste Stoß währte 30 Sekunden. New=York, 30 August. Greuliche Szenen spielen sich vor dem Gebäude der falliten Real Estate Trust Comp. ab. Eine wüterde Minge belagerte das Gebäude. Der heraustretende Wharton Hipple, der Sohn des verstorbenen Präsidenten, wurde von der Menge angegriffen, die schrie: Hier kommt der Sohn des Verbrechers der uns berautt:. Wharton wurde zu Boden geworfen und mit Füßen getreten. Die Polizei entriß ihn der Menge und entführte ihn in einem Wagen. Die Menge schrie und tobte weiter, bis sie von der Polizei mit Knütteln verjagt wurde. (Preußischer Beamten Verein zu Hannover und Lebensversicherungsverein auf Gegenseitigkeit.) Lebens Kapital=(Aussteuer= und Militäc= Dienst=), Leibrenten= und Begräbnisgeld VersicherungsAnstalt für alle deutschen Reichs, Statts= und Kommunal= 2c Beamten, Geistlichen, Lehrer, Rechtsanwälte, Aerzte, Tierärzte, Apotheker, Redakteure, Ingenieure und geprüften Baumeister, sowie für Peivatbeamte in gesicherten Stellungen Keine bezahlten Agenten und infolge dessen niedrige Virwaltungtkosten. Versichtrungsbestand Ende Joli 1906: 76874 Versicherungen über 289926 150 Mt. Kapital und 973447 Mk. 80 Pfg. jährliche Rente. Reiner Zugang vom 1. Januar bis Ende Juli 1906: 2313 Versicherungen über 13053850 Mk. Kapital und 61300 Mk. jährliche Rente. Vermözensbestand: 99330000 Mk. (Bisher völlig unbekannte Briefe Napoleons III) werden im soeben erschienenen 1. Heft des neuen Jahrgangs von Belhagen& Klasings Monatsheften veröffentlicht Briese, die eine interessante Episode aus dem Feldzug 1870/71 in ein völlig neues Licht rücken und großes Aufsehen erregen werden. Die schöne Gräfin Luise de Mercy= Argenteau, einer der Sterne am Hofe der Tuilerien und eine wirkliche Freundin Napoleons, näherte sich dem Gefangenen von Wilhelmshöhe und erhielt von ihm den Auftrag: einen dir ekten Versuch bei König Wilhelm, zu dem sie persögliche Beziehungen hatte, zu mochen, um eine Milderung der Kriegs= und Friedensbedingungen zu erlangen. Unter dem Namen einer„Madame Häidel“ reiste sie von Wilhelmshöhe ab, ein Schreiden Napoleons an den König Wilhelm in ihre Kleider eingenätt. Nach einer abenteuerlichen Fahrt traf sie in Versailles ein, erlangte wirklich am 16. Februar eine Audienz bei Bismarck und durch ihn beim König. Dieser nahm den Brief Napoleons entgegen, willigte in eine erbetene Erleichterung des Gefangenenaustausches, lehnte aber eine Milderung der Friedensbedingungen entschieden ab. Damit nicht genug: Napoleon sucht: durch die Gräfin noch einmal Bismarck zu bestimmen,seinem Geschick bei den bevorstehenden Friedensverhandlungen eine günstigere Windung zu geben. Wieder wandte sich die unternehmende Frau an den eisernen Kanzler, erhielt aber dies mal eine ganz kurz ablehnende Depesche, ganz Bismarckischer Art:„Votre allusion aux conditions de la paix me surprend et’empéche de répondre à votre lettre. Cela est absolument impossible.“(Ihre Anspielung auf die Friedensbedingungen hindert mich auf Ihren Brief zu antworten. Das ist ganz unmöglich.) Die Gräfin bemühle sich auch dann noch für die Napoleonische Sache, bis ihr, am 30. Dezember 1871, Napoleon von Ergland u a schreibt:„... im Auzenblick ist nichts zu tun, als die Ereignisse abzuwarten und den Versuch zu machen, ein Plebiszit und bessere Wahlen zu erlangen“. Bis fast zum Tode des Kaisers reicht der meikwürdige Brieswichsel, der wieder einmal bewis, welch: eigentümlichen Persönlichkeiten und Vorgänge hinter den Kulissen der offiziellen Diplomatie ein Rolle spielen können. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observato rium Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 31. August bis zum Abend des 1. Siptember 1906. Still, vorwiegend heiter, trocken, Temperatur nitt erheblich geändert. Bielefeld, 31. August 1909 Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., hier. Niedrigst. Thermometerstandin der Nacht+ II CC. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 16 C. Barometer 75 9 cm Wind: West. Himmel: heiter. Neueste Nachrichten. erlin, 31. Aug. Zu dem Sittlichkeitsattentat im Heringsdorfer Schnellzug ist zu berichten, daß der Täter durch die hiesige Kriminalpolizei ermittelt wurde. Es ist ein hiesiger sehr reicher Fabrikant, der sich mit seiner bildhübschen jungen Frau einige Zeit in Heringsdorf aufhielt und dort Aufsehen erregte. Marienbad, 31. Aug. König Eduard sandte anläßlich der Taufe am deutschen Kaiserhofe herzlich gehaltene Telegramme an den Kaiser und den Kronprinzen. Hamburg 31. August. Dr Sckooner „Acolus“ ist in der Nordste mit 6 Mann .setzung untergegangen. Der Sckooner Umuth“ ist auf der Fahrt von Wisty nach Oskarhama leck geworden und gesunken. Der Kapitän ertrank. Der Schiffskoch starb auf dem Meere treibend vor Erschöpfung. Der Steuermann wurde gerettet. etersburg, 31. Aug. Man erwartet jeden Augenblick, daß in Warschau der Belagerungszustand erklärt wird. In den beiden letzten Tagen ist die dortige Garnison durch 16 Bataillone Infanterie, 12 Kosakensotnien und Artillerie verstärkt worden. Ein weiterer Truppenzuzug steht bevor. New=York, 31. August. Der kubanische Rebellenführer Oberst Asbert droht in einem Ultimatum, das Eigentum der Ausländer anzugreifen, um eine Intervention der Vereinigten Staaten zu erzwingen. N 1615 AuA Antreten zum Zapfenstreich Sounabend, den 1. September, präzise 8 Uhr abends am Klosterplatz.= Der Vorstand. Cv. Jüngl.= und Männerverein St. Pauli. Vereinslokal Paulusstraße Nr. 26. Sonntag, den 2. September beteiligt sich der Verein abends 8 Uhr an der im großen Saale des evang. Vereinshauses. Der Vorstand. Aisädter Junglings= u## Männer=Verein. Lokal: Ev. Vereinshaus. Sonntag, den 2. September 1906, nachmittags 3½ Uhr Vortrag von Herrn Pastor Decius. Thema: Schlacht bei Gravelott. Um zahlreiches Erscheinen wird freundl. gebeten. Abends 8 Uhr Beteiligung an der gemeinschaftlichen Sedanfeier im großen Saale des evangel. Vereinshauses. Der Vorstand. Für Kranke u. Schwache empfehlen unseren garantirt reinen Starkungs wein Samos Shan Portwein l. 110 1205 1.20s F 1 60 5 Adriatglut Jl. 1.60 und andere. Petri Gebrüder, Minden, Bäckerstraße 7. Am Dienstag, den 4. September d. J., morgens 10½ Uhr sollen auf der Weide auf dem Gute Benkhausen 11 Stück Juchtbullen meistbietend gegen Kredit verkauft werden. Diese Bullen sind seitens des landw. Kreisvereins in den Wesermarschen angekauft worden. Die Ankäufer ererhalten für jeden Bullen eine vom landw Kreisverein bewilligte Prämie von 30 Mk. Die Bullen können vom nächsten Sonntag ab auf der Weide auf dem Gute Benkhausen besichtigt werden. Lübbecke, 29. August 1906. Der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Kreis=Vereins. Frhr. v. Ledebur, Landrat. * K Sonntag, den 2. September cr. auf dem Johannisberge Vorm. 11½ Uhr: Parademusik vor dem neuen Rathause. Nachmittags 3 Uhr: Parade der hiesigen Militärvereine auf dem Schillerplatze; anschliessend daran: Festmarsch durchdie Stadt. Nachmittags 4 Uhr: Beginn des Konzertes auf dem Johannisberge. Abends 8 Uhr: Ball. Eintrittspreise für Nichtmitglieder: Für Konzert und Ball 1.25 Für Konzert—.50 Damenkarte—.50 Um zablreichen Besuch wird gebeten. Der Vorstand. Zum Abholen der Fahne tritt der Verein um 2¼ Uhr auf dem Schillerplatze an. Neuheit. Krumeichs Konserven-Krug aus salzglasiertem Steinzeug. Jer c 83 83 Beschreibung und Preise kostenlos. Fabrik=Niederlage Wilh. Oltrogge, Bielefeld. Alle Sorten Kirchlicher Anzeiger Bielefeld. 11. Sonntag nach Trinitatis. Sonntag, den 26. Aug. 1903. Kollekte für das Rettungshaus in Schildesche. Altstädter Kirche. Sonntag. Vorm. 8 Uhr P. Trautermeng. Vorm 10 Uhr Hülfsprediger Decus. Blichte u. Fier d.s heil Avendmahls.— Vorm. 11½ Uhr Kindergottesdienst.— Nachm 4½ Uhr Jungfrauenverein. Adends 6 Uhr Gemeinscheftlicher Gottel dier st P. Murd.— Dienstag, abends 9 Uhr: Bibelstunde im Altstädter Jüngl Verein.— Neustädter Kirche. Vorm. 8 Uhr P. Jordan.— Kollekte für die Mission.— Vorm. 10 Uhr P. Kuhlo.— Beichte u heil. Abendmahl. Kollekt für d. Rettungs haus in Schildesche Nachmittags 1¾ Uhr Kinder gottesdierst.— Nachm. 4 Uhr Jungfeauenverein.— Abends 8½ Uhr Bibelstunde in der Volk halle P Kuhlo— Mittwoch, 3 Uhr Neustädter Frauenver in bei Löllmarns.— Abende 9 Uhr Bibelb.sprechsturde im christl Vrein jung. Männer. Freitag, 8½ Uhr Bibelstunde im B.=Kr. V. im alten Luthersteft. Kirche. Vormittags 8 Uer P. Kotmann— Vorn 10 Uhr Synoda vikar Dr. Wessel. Nachm 2 Uhr Kindergotteldienst Nachm. 4 Uhr Jungfrauen vere'n — Aberds 6 Uhr Abendgottes dienst in der Altstädter Kirche. — Dienstag ½9 Uhr Blaukrenz versammlung.— Mittwoch, abends 9 Uhr Bibelstunde im Jünglings u. Mänrer Verein— Johannis Kirche. Vorm 8 Uhr P. Wessel.— Vorm 10 Uhr P. Knolle. Bichte u. Felei des heil. Aber dmahles. Nachm. 2 Uhr Kindergottesdienst Nachm. 3 Uhr Krabenabteilu g.— Nachm. 3 Uhr Jugendabteilung Nachm 3 Uhr Männer= u. Jüngl.= Veren(Ausflug Sedanf.ier.)— Nachm. 4½ Uhr Jungfrauenverein. — Abends 6 Uhr Gemeinsamer Gottes dienst in der Altstädter Kirche.— Abends 8 Uhr Gemeinsame Feier im Altstädter Vereinshause.— Mittwoch, abends 9 Uhr Bibelstunde im Männer u.d Jünglingsverein.— Donnerstag. Nachm. 3½6 Uhr Johannes: F auenverein im Gemeindehause.— Freitag, abends 8½ Uhr Versammlung d. BlauKreuz=Verein.— Sonnabend, abends 9 Uhr Bidelb sprechung und Gebet. stunde im Ko ferenzzimmer.— Martini Kirche. Vormittags 10 Uhr P. Usener Vorm. 11½ Uhr Kindergottes dieist— Nachmittags 4½ Uhr Jun„frauenverein.— Abends 6 Uhr Gemeinsch fticher Gottesdienst in der Altstädter Krche. — Aber ds 8 Uhr Männer= und Jünglingsverein.— Dienktag, abend ½9 Uhr Bl.=Kr.=V.— Mittwoch, abend 9 Uhr Bibelstun de im Männer= u. Jünclngsverein.— Reformierte Kirche Morgens 10 Uhr P. Mund.— 11½ Uhr Kindergotiesdienst.— Abends 6 U.r Gemeinschaftlicher Gottesdie st in der Alst. Kirche. P. Mund. Zum 2. September empfehlen unser großes Lager Feuerwerkskörpern Petri Gebrüder, kaufe zum höchsten Tagespreise jeden Pesten und erbitte Angebete. R. Laube, Oeynhausen, Südbahn 315 Die Ausführung von: 1. Glaserarbeiten, 2. Auschlägerarbeiten für den Neubau des wilhelm=Augusta=Stift soll vergeben werden. Verdingungsunterlagen sind für je 0,25 Mk. bei unserer Kanzlei II zu beziehen, ebendaselbst sind schriftliche verschlossene Angebote mit entsprechender Aufschrift bis zu den Eröffnungstermiren am Freitag, den 7. September 1906, vormittags einzureichen und zwar für Nr. 1 bis 9 Uhr, für Nr. 2 bis bis 9½ Uhr. Bielefeld, den 30. August 1906. Das Stadtbauamt. Oeffentliches Verkehrs-Bureau Minden. Zimmerstraße 191. Unentgeltliche Auskunft in allen Verkehrsangelegenheiten Einsichtnahme von Karten, Führern usw. Annahme von Beitrittserklärungen zum Verschönerungs=Verein. Evang.-lutherische(altluth.) Gemeinde Bielefeld. Aula der höheren Töchterschule, Viktoriastraße.) Sonntag, Vormittags 10 Uhr Previxtgon##sdienst mit Feier des heitigen Abendmahle. Beichte 1.10 Uhr. Nachmittags ½4 Uhr Cheisterl hre. Kolltie für die P. stotenwitwenkosse. Pastor Görg. Altkatholische Gemeinde. Bielefeld. Sonnlag, den 2. Sptember Got esdienst föllt aus, dafür in Herford Gottesdienst(½9 Uhr in de: Wolde uskapelle.) R. Kundt, Pfarrvetw. Bischösl. Methodisten=Kirche, Hermannstraße 24. Sonntag, vorm. 10 Uhr Predigt. — Vorm. 11½ Uhr Sonntagsschule.— Abenos 6 Uhr Pedigt. Monsag. Abends 8½ Uhr Allianzgebrtstunde. Jedermann ist freundlich eineladen. 3. Jakob, Prediger. S** v. Bergmann& Co., Radeben! ist das beste Haarwasse“, veri hindert Haarausfall, beseitig Kopfschuppen, stärkt die Kopfn.rven, erzeugt einen kräftigen Haarwuchs und erhält dem Haar dieursprüngl. Farbe à Fl. 1.25 M. bei: Fa. Kronenparfüm. Dreseler. Du. Giäl. I. Baudisia u. Maiuaueusun Nierstein a. Rh. 401 bringt zum Versand Ihre hervorragend preiswerte Marke 9Olr Wiersteiner Domthal S0o. 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Ich fordere hierdurch alle Handwerker, welch im Bezirk des Kreises Lübbecke das Schmiedehandwerk betreiben, zur Abgabe ihrer Aeußerung mit dem Bemerken auf, daß nur solche Erklärungen, welche erkennen lassen, ob der Erklärende der Errichtung der Zwangsinnung zustimmt, oder nicht, gültig sind und daß nach Ablauf des obigen punktes eingehende Aeußerungen unberücksichtigt bleiben. Lübbecke, 22. August 1906. Der Kommissar. Frhr. v. Ledebur, Landrat. Die Weinhandlung von Petri Gebrüder Minden 1. W. empfiehlt ihr großes Lager in Moselweinen Kl. 60 Pf.)S Kheinweinen Fl. 60 Pf.7 S Vordeauzwein.§1 70 Pf.) u. bessere Marken. Nur reine Qualitäten. Ihre sind sofort verschwunden, wenn grauen die Dr Kuhn,s giftfreies Nußöl Haare Rutin 60 und Dr. Kuhn's Nuß=Pomade. Nutin 1.benutzen. Die denkbar ein fachste Anwendung. Beachten Sie genau die Firma: Frz.Kuhn, Kronen. Parf, Nürnberg, und verlangen Sie diese hier bei: Upmann, Drog., Bahnhofstr. 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Die junge Eiche Wie auch der giftig Sie wütend mag b Heut' denke deiner Und laß zu ihrer Die Flammenzeicher Wieder begehen fehlt es heute nicht Ansicht vertreten, sich überlebt, die sunken. Selbstoerf nach mehr als ei Erinnerungsfeier a Sieg seit Jahrhund vor sich geht und Zeiten an diesem Aber auch ohne lo ist der Sedantag de patriolischer Erhebu Sechkunddreißig die auf blutgeträt deutsche Einigkeit Vaterlande gehört, blühend und wächt waltiges Bollweik hingestellt hat. A haben uns gezeigt, zu verdanken haben, Jahre vor diesem Jo waren ohne Kopf dem jeder seine Sch gerade vom Nachbar manches erdulden Herzen brannte. De palaste an der S Mächtigste auf de lauschten, und wir w Völklein ohne Plan hat der Sedantag ei Mit dankerfüllten jeder Patriot das große nationale Tat