Vierteljährlich ##der Geschäftsstelle n. in allen Postanstalten 1 M., bei täglicher Zu#ellung in Bielefeld 1.20 M., durch Briefträger 1,42 M. Postzeitungsliste Nr. 5381. I ara! Bielefeld Dienstag, 28 August 1906. Historischer Kalender. 28. August: Augustinus, zu Hippo gest. 480.— Kaiser Heinrich I. schlägt die Ungarn bei Merseburg, 933.— Oxenstierna, schwedischer Reichskanzler, gest. 1654— J. W. v. Goethe, geb 1749.— Professor Gottfried Müller, klassischer Altertumsforscher, geb 1797. — J. J. Simrock, Dichter, geb 1802.— Graf LeoTolstoi, geb. 1828.— Mitscherlich, berühmter Chemiker, gest. 1863.— K J. A. Mittermaier, Rechtslehrer, gest. 1867.— König Viktor Emanuels II. Besuch in Berlin, 1902. — Zum Fall César. Pfarrer César aus Wesental(Sachsenheimar) ist zum Pfarrer der Dortmunder Reinoldi=Gemeinde erwählt, aber vom Konsistorium nicht bestätigt worden, weil sich in dem mit ihm abgehaltenen Collogusum herausstellte, daß er die Gottessohnschaft Christi, wie dieselbe in der Schrift und im Bekenntris der Kirche gelehrt wird, nicht anerkenne, daß er nichts wissen will von der Sühnekrast des Todes Christi und daß er die Auferstehung am dritten Tage und das leere Grab für ungeschichtlich erklätt. Wir heben nur die Hauptanstöße heraus.— Natürlich wird die Entscheidung des Konsistoriums von freisinniger Seite her angegriffen. Man tut so, als ob nur das westfälische Konfistorium mit„Ausländern“ eine Prüjung ihres kirchlichen Standpunktes vornehme. Das ist einfach nicht wahr. Man tut auch so, als ob eine solche Prüfung eine ganz veraltete Einrichtung sei. Das ist wieder nicht wahr. In dem Kirchengesetz vom 1 5. August 1898,§ 12, Absatz 3, heißt es:„Bei dem Uebertritt eines im geistlichen Amte einer anderen deutschen Landeskirche angestellten Geistlichen hat das Konsistorium durch ein Colloquium festzustellen, deß er für den Dienst in der Landeskuche geeignet ist, falls es nicht hier über anderweitig unterrichtet ist." Dieses Gesetz ist ziemlich genau acht Jahre alt. Wir würden es für garz ur verantwortlich ansehen, wenn ein preußisches Konsistorium sich zumal in diesen Zeiten nicht aufs sorgfältigste vergewisserte, ob einem„Ausländer“ die„Anstillungsfähigkeit zuerkannt werden kann. Man denke an die schweren Aergernisse, die z. B. in der bremischen Landeskirche vorgekommen sind. Man denke auch an die einmütigen Beschlüsse der letzten west fälischen Provinzial=Synode betr Wahrung des Bekenntnisstandes von Seiten des Kirchenregiments. Es wäre dem Konsistorium bezw. auch dem Vorstand der wesisälischen Provinzial=Synode gewß lieber gewesen, wenn im Colloquium sich ein anderer Befund ergehen hätte und die Wahl glatt hätte bestätigt werden können; aber auch ein Konsistorium kann offenkundige Tatsachen nicht aus der Welt schaffen. Und diese Tatsachen waren der Art, daß das Konsistorium und der Synodal=Vorstand die Wahl nicht mit gutem Gewissen bestätigen konnten.— Man Pfarrer César habe seine anstößigen Ansichten nicht auf der Kanzel vorgetragen. Weiß man das so genau, daß er das wirk lich nie getan hat? Es kommt doch nicht nur auf die eine Wahlpredigt an. Und jedenfalls, wer gibt dem Konfistorium eine Bürgschaft, daß er auch in Zukanft der Gemeinde seine Verneinungen nicht ins Gesicht werfen wird? Und falls er das täte, so wären dem Konsistorium, wenn es ihn bestätigt hälte, die Hände gebunden. César könnte dann mit Recht einwenden, er habe doch von vornherein seinen Standpunkt ehrlich dargelegt. Durch die ihm trotzdem erteilte Bestätigung sei sein Standpunkt durch das Konfistorium legitimiert worden. Das Konsistorium hat richtig gehandelt, als es den Pfarrer César ablehnte. Und wenn die kirchlich liberale Presse mit Scheltwocten und Drohungen gegen das Konsistorium vorgeht, so wird dasselbe wissen, daß die überwiegende Mehrheit unserer west: fälischen Gemeinden und Pfarrer auf seiner Seite steht. Zum Mordangriff gegen Stolypin wird noch folgendes gemeldet: In das Piter= und Paul Hospital wurden 24 Leichnahme und 22 Verwundete geschaff:; drei von dem letzteren sind beim Verbande gestorben; außerdem sind noch drei ari Spätabend gestorben. Die Gesamtzahl der durch die Explosion Getöteten beträgt mithin dreißig. Unter den Toten befindet sich das Mitglied des Ministerrats Chwostow. Von den Tätern sind nicht, wie zuerst gemeldet, alle vier, sondern drei durch die Explosion getötet worden, der vierte ist verhaftet. Getötet sird außer General Samjatin, Zeremoniemeister Waronin und Chwostow auch Fürst Nakaschidze, der Hauptmann der Gendamerie Fedorow, der Polizeibeamte Kasartzew, sowie Wachen, Diener und Boten. Unter den Verwundeten definden sich zwei Ministerialbeamte und ein General der Artillerie. Der Zastand der Verwundeten Tochter Stolypins ist ziemlich normal und eine Amputation vorläufig nicht notwindig. Die Staatspoli zei will, wie dem Petersburger Korrespon denten der„Voss. Z'g.“ mitgetrilt wird, aus beschlagnahmten Papieren erfahren haben, daß die Moskauer Terroristenzentrale eine Reihe von Einzelmorden hochstehender Persönlichkeiten plant, wovon die Anschläge von Sonnabend und Sonntag nur ein Anfang gewesen seien. Der Koiser richtete gestern nach dem Attentat an Stolyvin nachstehendes Telegramm:„Ich finde keine Wore, um meine Entrüstung auszubrick n. Ich darke Gott, daß er Sie beschützte, und hoffvon ganzem Herzen, daß Ihr Sohn und Ihre Tochter wieder hergestellt werden, und ebenso auch die übrigen Verwundeten. Nicolaus.“— Stolypin erhielt auch Telegramme von den Großfürsten Wladimir, Constantin, Alexander, sowie den Großfürstinnen Eiisabeth, Eugenie und dem Grafen Witte. Die Apothekerinsel, auf der sich das entsitzliche Drama abspielte, liegt im Norden der Ciy von St. Petersburg im Mündungsdelta der Newa. Auf ihr haben eine Anzehl wohlhabender Leute, unter ihnen auch DeutschRussen, sich Sommerwohnungen(russische Datschen) errichtet, die dicht am Ufer der Newa erbaut sind. Zwischen ihnen befinden sich verschiedene große, villenartige Sommersitze mit prächtigen Parks, die dem Staate gehören, aber den einzelnen Ministern mit ihren Familien vom Mai bis August zum Sommeraufenthalt dienen. Sie sind nach der Kaistraße hin, die an der Newa ent lang führt, durch hohe Eisengitter abgesperrt, hivter denen sich die wachthaber den Militärposten sowie Schutzleute aufhalten. „Unstimmigkeiten“. auf dem Essener Zentrumstage. Die Ansprache des Kardinals Bannutelli in der vierten öffentlichen Versammlung des Essener Kaiholikentages enthielt nach der deutschen Uebersetzung, wie sie in der Zentrumtkorrespondenz wiedergegeben wurde, folgende Sätze: „Sie(die„bewundernswürdig organisierte Schar“, der Teilnehmer am Zentrumstage) stehen groß da in den Augen des Heiligen Vaters, weil Sie, mit solcher Klugheit geschmückt, gern und bereitwillig auf das Wort Ihrer Bischöse hören und in Ihrem ganzen Vorgehen, möge es sich auf die Religion, auf bürgerliche oder soziale (Christliche Gewerkschoften?) Angelegenheiten beziehen, ihrer und des Heiligen Stuhles Autorität sich unterordnen. Darum gebührt Ihnen auch das Lob, das derselbe Apostel ausspricht:„Euer Gehorsam ist bekannt geworden." Daß Sie, verehrte Herren, diesen königlichen Weg, den Sie bis dahin gewandelt sind, niemals verlassen werden, verbürgt Ihre erprobte Umsicht und Beständigkeit im Handeln.“ Dazu schreibt das„Rheinische Zentrums blatt“, die Köln. Volkszeilung": „Von urterrichteter Seite wird uns mitgeteilt, daß die Uebersetzung dem wirklichen Wostlaut der Ansprache nicht entspreche. Es ist auch nicht anzunehmen, daß der Herr Kardinal„Gehorsam“ und„Unterordnung“ unter die kirchlichen Autoritäten unterschiedslos nicht nur in religiösen, sondern auch in„bürgerlichen und sozialen Angelegenheiten“ in Anspruch genommen haben sollte. Niemand wird bestreiten, daß es eine Menge Angelegenheiten bürgerlicher und sozialer Art gibt, in denen ihrer Natur nach„das Wort der Bischöse" und„die Autorität des Heiligen Stubles" nicht entscheiden kann und nicht entscheiden will.“ Doch, dock! bemerkt dozu nicht übel der, Hann. C.“ Die Erleuchtung ist der„unterrichteten Seite" wohl eist nachträglich gekommen. Kardinal Vanrutelli hat eben ganz unbefangen der reinen und unverfälschten Doktrin Ausdruck gegeben, ohne in diesem Possus genügende Rücksicht darauf zu nehmen, daß die Kurdgebungen des Zentrumtages zurzeit in usum Delphini ausgefeilt sein sollen. Es ist das ja pinlich für die Regisseure, aber das hilft nichts. Nach einer unwahrscheinlich klingerden, späteren Mit teilung der„Kön. Volks Zig.“ wären die einschrenkenden Worte:„soweit es die Religion berühr!“ in der Rde des Kardivals sortgeklieben. Mancher wird jtz vielleicht einen schwerwiegenden Grund erkenren, aus dem wir der christlichen Gewerkschaftsbewegung gegenüber eine gewisse Vorsicht besbochten. Zur Erklärung des der lutherischen Konferenz in Minden=Ravensberg(Nr.198) haben heute ferner ihre Zustimmung erklärt: Kolon Apenbrink, Kommerzienrat Gottfr. Bansi, Geschäftsführer R. Trautmann, Faktor H. Beckmann sämtlich in Bielefeld. P. M. Siebold=Bethel. Rektor Hark, Lehrer Goldstein und Lehrer Hogrebe sämtlich in Gütersloh. Kantor Rasche, Lebrer Oevermann, Lehrer Meyer, Selle Nr. 56, Kolon Fründ Nr. 4, Kolon Obermeyer Nr. 6, Fründ Nr. 50, Gemeindevorsteher Hummert, Kammeyer, Müller Busse, Brammeyer Nr. 37, Knobbe Nr. 23. Grote, Eggert Nr. 32, Rendant Fischer sämtlich in Gehlenbeck. Landrat Frhr. von Lededur in Crollage. Pfarrer Schlüpmann zu Mahnen. Hülfsgeistlicher P. Männel, Kartor Schwazmeyer, Lehrer Fernholz, Lehrer Brinker, Apotbeker Seemann, Buchbinder Schomburg, Maler Kreft, Uhrmacher F. Grosse Wostmann, Bäcker F. Lindemann, sämtlich in Hiddenhausen. Ferner die Presbyterien von Lohe, Eidinghausen, Mahnen und Hiddenhausen. se Nachrichten. Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 27. August Der Kaiser sowie die Kronprinzessin von Griechenland und Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen sind gestern abend mittelst Sonderzuges von Kronberg abgereist und heute früh im Neuen Palais eingetreff.n, wo sie von der mit der Prinzessin Vitioria Luise schon Sonntag früh zurück gekehrten Kaiserin empfangen wurden. Der Kronprinz und die Kronprinzessin sind, von Oels kommerd, heute morgen wieder im Marmorpalais eirgetroffen.— Laut Hosansage findet die Taufe des Sohnes des kronprinzlichen Paares Mittwoch nachmittag 6 Uhr im Neuen Palais bei Potsdam statt. Das Kconprin zerpaar wird zur Teilnahme an den Herbsthosjagden auf mehrere Tage wieder nach Oels zurückkehren. Während der Kaiserparade nimmt der Kronprinz in Beeslau Wehnung. Die Kronprinzessin erfreut sich der besten Gesundheit und unternahm in Oels bei schönem Wetter fast täglich zu Fuß und zu Wagen mehrstündige Ausflüge, während der Kronprinz mit Ecsolg der Pirsche auf Böcke oblag. Der englische Kriegsminister Haldane wird mit seinem Adjutanten Oberst Ellison in den nächsten Tagen in Berlin eintr fiin, um als Gast des Kaisers an den Tauffestlichkeiten in unserm Herrscherhause teilnehmen. Der in Marienburg tagende deutsche Ostmarkenverein sandte an den Kaiser folgendes Huldigungstelegramm:„Tausende deutsche Männer aus allen Teilen des Reiches, darunter zahlreiche Anfiedler, die in Marienburg, dieser durch das Anderken an die Kalturarbeit des deutschen Ordens geweihten Stätte, zur Feier eines Deutschen Tages versammelt find, bringen Eurer Mojestät, dem erhabenen Schirmherrn der Ostmark, ihre Huldigung dar. Sie geloben treue Mitarseit zur Erhaltung des Deutschtums auf der durch die Fürsorge preußischer Könige und der Väter Fleiß für alle Zeiten deutschen Ecde. Kennemann, Tiedemann, Bieler.“ An den Reichskanzler Fürsten Bülow gelargte gleichfalls ein Telegramm zur Absendung, das„dem unermüdlichen Vorkämpfer des Deutschlums“ galt. Der Kaiser antwortete darauf:„Ich habe den freundlichen Gruß des auf historischer Stätte versammelten Deutschen Oimarken= vr ins mit Freuden entgegengenommen und spreche allen dortigen Patrioten meinen wärmsten Dank mit der Versicherung aus, daß ich die Treue und anerkennenswerte Arbeit auch ferner mit meinen besten Wünschen begleiten werde. Wilhelm R.“ Das Telegramm des Reichskanzlers lautet: „Ich danke dem Deutschen Ostmarkenverein für sein freundliches Begrüßungstelegramm. Festentschlossen, an der bisherigen Ostmarken= Politik fesizuhalten, rechne ich auf die treue Mitarbeit der dortigen Deutschen, um die dem Deutschtum im Osten gesteckten Ziele zu erreichen.“ Der französische Minister des Innern Clemenceau, ist heute abend 9¼ Uhr aus Dresden hier eingetroffen. Berlin soll im November einen Massenbesuch aus Frankreich erhalten, und zwar auf Betreiben der Deutschen Friedensgesellschaft, die zunächst die Geretteten von Courr è#es eingeladen hatte, denen sich nun andere französische Deutschenfreunde anschließen sollen. Bither liegen 1500 vorläufize Anmeldungen vor. Mit Königlicher Genehmigung kann in Zukunft auch beim 60jährigen Ehejubiläum solchen Jubelpaaren, die bereits anläßlich der goldenen Hochzeit mit einem Gnadengeschenk bedacht worden sind und deren Verhältnisse sich inzwischen nicht gebessert haben, bei fortdauernder Würdigkeit abermals ein Geldgeschenk von 50 Mark aus dem Königlichen Dispositionsfonds bei der Generalstaatskesse gewährt werden. Zur Fraze der Errichtung eines deutschen Konsulats in Lodz erfährt die„Köln. Ztg.“, daß diese Frage die amtlichen Stellen seit geraumer Zeit beschäftigt. Es bestehe Autsicht, das Ziel zu erreichen, immerhin seien noch manche Schwierigkeiten zu überwinden. Für die möglichste Befriedigung der unter den gegenwärtigen Umständen dringlichsten Wünsche der Reichsdeutschen in Lodz ist durch Entsendung des K des Generalkonsulats Freiherrn v. Lerchenfeld aus Warschau gesorgt worden. Ja dem Gesetzentwurf zur Regelung des Geheim nittelwesens, der sich in Vorbereitung befindet, sind besondere Geheimmittelkammern vorgesehen, in denen Aerzteschaft, Pharmazie und chemische Industrie gleich mäßig vertreten sein sollen. Die Kammern werden im geordneten öffentlichen Gerichtsverfahren, bei dem insbesondere auch der Fabrikant des zu prüfenden Medikaments in ausgiebigster Weise zu Worte kommen soll, ihre Entscheidungen treffen. Großbeeren, 26 August. Bei der heutigen alljährlichen Siegesfeier der Schlacht bei Großbeeren wurde das von der Stadt Berlin auf dem Windmühlenhügel bei Groß beeren errichtete Großbeerendenkmal feierlich enthüllt. Der Aufstand in SüdwestAfrika. Nachdem Hauptmann Bech am 18. Aug. eine starke Abteilung Hottentotten bei Noibis südlich der Naraod Berge ge schlagen hatte, setzte er mit seiner Abteilung die Verfolgung ununterbrochen fort. Er stellte den Gegner am 22 August bei Aos im Dak Rivier in den östlichen Aus läufern der großen Karasberge und war ihn aus starker Stellung. Die Verfolgung wird sortgesetzt. Die Verluste des Feindes sind noch nicht zu übersehen. Unsererseits wurde ein Reiter schwer und einer leicht verwundet. Im Südwesten des Schutzgebietes griff Hauptmann von Bentivegni am Nachmittage des 20 August in der Gegend zwischen Violsdrift und Uhabis eine Bande von etwa 50 Hottentotten an. Der Gegner war anscheinend im Begriff nach dem großen Fischfliß zu ziehen. Ee floh nach kurzem Gefecht in die Oranjeberge und ließ einen Vorrat von Kleidern, Proviant, Lagergeräten und Manition in unseren Händen. Die deutsche Abteilung hatte zwei schwer und zwei leicht Verwandete. Bentivegni verfolgte den Gegner bis an den Ocavj= und stellte fest, daß er über den Fluß auf englisches Gebiet geflühtet war. Der Kappolizei wurde hiervon Mitteilung gemacht.— Oberst von Deimling ist in Ramansdrift eingetroffen. (Postsendungen) werden am 30. August nach Swaropmund und Lüderitzbucht befördert. Schlußzeit in Hamburg am 30. d., abends S Werig##ce“ nd Swakopmund und mit Reichspostdampfer„Feld marschall“, ab Hanburg am 1. September nachmittags. Schluß in Hamburg am 1. September 11 Uhr vormittags. Briessendungen mit Nachversand für Reichspostdampfer„Feldmarschall“ (vergl. Nr. 3) über Antwerpen. Ltzte Beförderung am 4. September ab Köln 10 Uhr 45 Minuten abends. Die nächsten Posten aus Swakopmund, Abgang am 1. und 4. August, sind zu erwarten am 26. August. Aus dem Auslande. In der Schweiz wird jetzt sehr energisch gegen die Sozialdemokratie vorgegangen. Die Züricher Regierung hat das Streikpostenstehen verboten. Darauf versuchten es die„Genossen" zuerst mit einem Generalstreik, allein damit fanden sie bei den Arbeitermissen keinen Anklang. Dann wollten sie durch Umzüge die Bürzerlichen und die Regierung erschrecken. Wenn der Massenschritt der Arbeiterbataillone erdröhnt, so dachten sie, fällt unseren Gegnern das Herz in die Hosen und sie gewähren dann, was wir fordern. Auch diese Rch nung zeigte sich als falsch. Eie Regierung verbot den Demonstrationsumzug, der auf einen Sonntag geplant war. Er fand auch nicht statt, und der Umzug, der dann am Dienstag in Szene gesetzt wurde, verlief ganz harmlos, der Erfolg blieb ganz aus. Und nun schritt der Regierungsrat fest ein und verbot alle Straßenund Massenkundgebungen, die sich gegen die von den Behörden anläßlich der gegenwärtigen Arbeitseinstellungen und damit in Verdindung stehenden Mußnahmen richten. Haag. 27. Aug. Der Generaladjutant des Deutschen Kaisers, General= Leutnant v. Moltke ist hier eingetroffen, um der Königin im Namen des Kaisers ein Geburtstagsgeschenk zu überreichen. Paris, 27 Aug.„.écle“ erfährt, daß die zweite Vollversammlung der französischen Bischöfe auf den 4. September festgesetzt ist. Am 26 und 27 Oktober werde in Perigueux ein Kongreß der katholischen Juristen stattfinden, der sich mit der Frage des Trennungsgesetzes und der Frage der Kultusverein gungen beschäftigen werde. Rußland. Gleichzeitig mit dem Mordangriff gegen Stolypin ist ein anderer, naher Vertrauter des Zaren, der soeben von ihm erst wegen seiner Treue öffentlich belobte Kommandeur des Semenofftkyschen Regiments, General Minn, gegen abend in Peter hof ermordet worden. Der General befand sich auf dem Bahnhof mit seiner Familie, als ein junges Mädchen sih ihm näherte und sünf Reoolverschüsse auf ihn abfeuerte, die den General in den Rücken trasen. Frau Minn faßt: das Mädchen bei der Hand, das sofort verhaftet wurde. Sodann zeigte die Verhaftete der Polizei eine auf dem Bahnhof liegende Bombe und bat, sich in acht zu nehmen. General Minn verstard sofort. Bei der verhafteten Mörderin wurde eine Brovningpistole mit 4 abgeschossenen Patronen vorgefunden, ferner ein Paß auf den Nimen der aus Peusa stammenden Bäuerin Sophie Larionow.— In Wirschau wurde der stell vertretende General Gouverneur General Wonljarliarski, als er in einer Droschke durch die Wiejskastraße fuhr, von Unbekannten erschossen. Der G neral wurde von 4 Kugeln tödlich getroffen. Die Möcder „ entkommen.— Ja einer Vorstadt vo Riga wurden in einer P ivatwohnung 24 Bomben, 8 Pyroxilingeschosse sowie viel Sprengmaterial vorgefunden. Eine Patrouille#reitelt: einen geplanten Ueber fall auf eine staatliche Branntweinniederlage. Fünf an dem Ueberfalle beteiligte Personen wurden erschossen.— In Helsingfors hat die dortige Abteilung der Staatsbank ihre Tätigkeit eingestellt. Bilbao, 25. Aug. Die Arbeit ist in den meisten Fabriken wieder ausge nommen worden; der Ausstand der Berg arbeiter dauert unverändert fort. 27. Aug. Auf den Rat des Kadinetts hat Präsident Palma von dem Elasse einer Amnestie Abstand genommen. Die Regierung teilt mit, daß das frühere Kongreßmitglied Carlos Mendieta, Führer der Aufständischen in der Pcovinz Santa Clara, gefangen genommen wurde Mendieta trug, als er gefaßt wurde, 8000 Dollars bei sich. Oberst Aranda, der Mendieta begleitete, wurde ebenfalls gefangen genommen. Südafrika. In einer Depesche der „Daily Mul“ aus Johannesburg heißt es, man habe Grund, anzunehmen, doß die Rechsregierung auf die dreißig Millionen Pfund, die den Beitrag der Transvaal= und der Oranjeflußkolonie zu den Kriegskosten ausmachen, zu verzichten beschlossen habe, dagegen empfiehlt, daß die Transvaalkolonie eine Anleihe von vier Millionen Pfund Sterling für Hebung des Ackerbaues und der Anfiedelung auflege. Parteibewegung. (Herr Erzberger) schreibt und spricht unentwegt weiter. In seinem schwädischen Leibblatt entwirst er in seiner Weise eine Geschichte der vier Kolonialdirektoren und in Hagen hat er dieser Tage seine Angeiffe in Kolonialsachen wiederholt, besonders auch gegen die Firma Woermann und ihre winne. (Eine neue Mittelstandsvereinigung) Wie das in Wiesbaden erscheinende„Neue deutsche Handwerkerblatt“ erfährt, ist von dem Zentrumsabgeordneten Euler Bensberg und dem Handwerkskammersekretär Dr. Schvalenberg=Dessau die Er richtung einer Mittelstandsvereinigung in Form einer Aktiengesellschaft angeregt worden. Nihere Einzelheiten über diesen merkwürdigen Gründungsversuch sind bisher noch nicht bekannt geworden. (Der Professor Dr. W. Bölsche.) naturalistischer Philosoph und Anhänger Häckels und Darwins, ist aus der evange lischen Kirche ausgetreten und hat damitseinen Schritt getan, welchen Professor Häckel immer noch vermieden hat, trotzdem auch er im schroffsten Gegensatz zur christlichen Kirche steht. Professor Bölsche begründet seinen Austritt in der„Deutschen Kultur“, indem er u. a. schreibt: „Die Abkehr von der Kirche aus religiösen Gründen, aus religiösem Tiefenbedütfnis: das ist nicht mehr ein Kampf, es ist eine einfache, schlichte Handlung neu keimenden Lebens, das nicht mehr fragt, nicht mehr hadert, sondern handelt. Das religiöse Tiesenleben ist ein Produke weder unserer Ueberlegung, noch unserer Wünsche. Es ist ein Naturstrom, der uns durchrauscht, und der sich durch die Zeiten sein Bett gräbt, wie er will. Lange Zeit ist er quer durch die Kirche geflossen. Dieses Bett ist versandet. So gräbt er sih ein neues außerhalb.“ Vivat sequens! Genossen, besonders in den Vororten von Berlin, eifeig tätig, um auch die Erziehung der Kleinsten in die Hinde zu bekommen. Es haben sich freie Kindergärten in verschiedenen Orten gebildet, in denen die sozialdemokratische E ziehungsmethode zur Anwendung gelangt. Ja dieser Woche hatte der Kindergarten von Charlotten= burg in einem Lokal in der Berliner Straße ein Kindersest veranstaltet, bei dem Reichstagsabzeordneter Adolf Hoff nann die'strede ielt. Ge predigte den Kampf los von der Kirche und ermahnte die Eliern, den verderblichen Einfluß der Schule durch geeignete Mittel zu bekämpfen. Im Girten wurden die Kinder mit Reigen und Spielen unterhalten. Eine Ausstellung Frödelscher Arbeiten war im Saale zu besichtigen. Die weitere Ausdehnung der freien Kindergäcten, auch in der Reichshauptstadt, düefte nicht lange auf sich warten lassen.(Reichsb.) Gericht und Rechtsprechung Kampf. Aus dem Umsturzlager. (Rot ist die„Farbe der Liebe“.) Eine Dame aus Nürnberg schreibt dem „Fränk. Kurier“ folgend s:„Als ich vorgestern Abend zwischen 6 und 7 Uhr über die Sieben Zeilen ging, beobachtete ich vor mir einen 65 Jahre alten Arbeiter, welcher, von einer ebenfalls bejahrten Frau begleitet, offeabar von der Arbeit kommend, friedlich nach Hause ging. Plötzlich kam ein etwa 30jähriger Arbeiter auf den Alten zu packte ihn an der Brust und schüttelte ihn wiederholt heftig, trotzdem letzterer und auch die alte Frau baten, ihn doch gehen zu lassen, zog.dann einen dicken Gummischlauch aus dem Rock und schlug damit unbarmherzig auf den alten Mann ein. Dieser wehrte sich zwar mit einem seiner Frau abgenommenen Stück Abfallholz, konate sich aber den rohen Angreifer auf die Dauer doch nicht vom Leibe halten, so daß er von diesem zu Boden geschleudert wurde. Aufs höchste empört über diese gemeine, erdärmliche Hindlungsweise, rief ich den umstehenden arbeitern zu, warum sie nicht einschritten und dem alten Manne beistünden. Darauf erhielt ich zur Antwort, der Alte sei ein Streikbrecher, dem geschehe ganz recht. (Ein Fest der roten Babies.) Mit der Oeganisation der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter sind die Organisationsbestrebungen der Sozialdemokratie noch nicht abgeschlossen. Seit einiger Zeit sind die Bielefeld, 25. August. Ferien=Strafkammer. 1. Der Kolon H. T. von Senne I und dessen Bruder, den bei ihm wohnenden Ackersminn C. T. zu Senne I, waren wegen Mißhandlung der Frau T angeklagt. Der Gerichtshof nahm gefährliche Körperverletzung an und erkannte gegen den rabiaten Ehemaan auf eine Geldstrafe von 100 Mk. ev. auf 20 Tagze Gefängnis. Da gegen den Beuder keine gefährliche Körperletzung festgestellt und von Seiten der Frau kein Strafantrag gestellt war, mußte er freigesprochen werden.— 2. Der Arbeiter A. Sp. von hier erhielt wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen 9 Monate Gefängnis.— 8. Der Stellmacher Chr. F. von Totenhausen bei Minden war am 21. Juli ds. Is. vor dem Schöffengericht zu Minden angeklagt im Januar ds. Ir. in dem Königlichen Heisterholz einen gefällten Eschenstamm entwindet zu haben. Das Schöffengericht hatte angenommen, daß der Baunstamm aus Virsehen ausgeladen und hatte den Aigeklagten freigesprochen, wogegen die Staatsanwaltschaft Birufung eingelegt hatte. Die Strafkamner hielt ein Bersehen für nicht vorliegend und verorteilte den Angeklagten unter Aufhebung des ersten Urteils wegen Dieb3 Tagen Gefäggnis.— 4. Der Arbeiter W W. von Minden, war vom Schöffengericht zu Minden wegen Körpervirletzung unter Berücksichtigung seiner Vorstrafen zu 4 Monaten Gifängnis verurteilt worden. Hiergegen hatte der Angeklagte unter der Behauptung, daß er in Notwehr gehandelt habe, Berufung eingelegt. Die Strafkammer stellte in einem Fall: vermeintliche Notwehr auf Seiten des Angeklagten fest und sprach ihn in diesem Falle frei. Wegen der zwei andiren Fälle erhielt er 3 Monate und 14 Tage Gefängnis.— 5. Der Kolon Chr. N zu Hartum bei Minden war vom Schöffengericht von der Anklage der Beamtenbeleldigung freigesprochen worden. Gegen dieses Urteil war von Seiten der Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Die Strafkamner hob das erste Urteil auf und verurteilte N zu einer Geldstrafe von 40 Mark ev. 8 Tigen Gefängnis. Eine Geschichte aus bewegter Zeit. Von A. v. Liliencron geb v. Wrangel. [Nachdruck verboten.] „Ich wollte, wir säßen erst in Burgau,“ unterbrach sie der Onkel,„aber nur geschwind, krame deine Siebensachen zusammen. Hernach magst du mir von eurer Expedition erzählen.“ An der Tür wandte sich Inge noch einmal um.„Wir begegneten vor Kissingen der Brigade Wrangel, die hier einziehen wollte. Weißt du, ob das geschehen ist?“ „Versteht sich. Mit klingendem Spiel sind sie eingerückt. Habe das selbst erlebt, wie die jauchzenden Truppen an Falkenstein und Goeben vorbeimarschierten, und wie die beiden Herren dem Wrangel gratulierten zu den schönen Gefechten seiner Brigade. Er mags wohl verdient haben, das Lob, aber weh tuts unsereinem doch, was man hier sehen und hören muß!“ „Bleibt denn die Wrangelsche Brigade hier in Kissingen?" fragte das junge Mädchen die Türklinke hin und her durch ihre Hand gleiten. „Gott bewahre! Die ist schon wieder Pez., lautete die Antwort,„auch in der erangz uf Haumaburg. „Onkel“, sagte Jnge nach kurzem Zögern, „mir ist es sehr lieb, daß wir heute reisen. Auch ich mag richts mehr sehen vom Krieg und Kriegsleuten.“ Lokales und Provinzielles. Bielefeld, 28 August. (Die elektrische Straßenbahn) hatte nach der„Westf. Zig.“ am Sonntag durch die Beack oeder Kirmes eine Tageseignahme von 3105 Mk. Dies ist seit Esöffaung der Bahn die größte Tigeseinnahme. (Aufenthaltszeit im Speisewagen der D Züge.) Das Fahrpersonal der preußisch hessischen Staatsbahnen ist angewiesen worden, streng darauf zu achten, daß Reisende dritter Kasse nicht länger in den Speisewigen verweilen, als zwecks Einnahme von Speisen oder Getränken angemessen erscheint. Nach Ablauf dieser Zeit sin) die betriffenden Pursonen in höflichee Form auf: zufordern, ihre Plätze im Abteil wieder zu besetzen, und zwar auch dann, wenn im Speisewagen noch genüzend Platz vorhanden ist, also andere Reisende von der Benutzun g des Speise vagens nicht abgehalten wirden Sechstes Kapitel. Mit militärischer Pünktlichkeit erschien der Oberst um 7 Uhr vor der Tür seiner Billa und schalt nicht wenig, daß Johann noch damit beschäftigt war, die Koffer zuzuschließen, und Inge, die Plaidriemen umzulegen. Fünf Minuten später fuhren alle drei ab. Die Nacht wurde in Schweinfurt zugebracht, und wirklich ging am andern Morgen ein regelrechter Zug, der die Reisenden nach Karlstadt brachte. Johann trieb glücklich einen Wagen auf, und die Fahrt begann. Die Sonne brannte, und der Staub, den die Räder aufwirbelten, wurde geradezu unerträglich. Wildenfels fühlte längst, daß er sich mehr zugemutet hatte, als er eigentlich leisten konnte. Aber er wollte das nicht zugeben und saß steif zurückgelehnt, ohne ein Wort zu sprechen, im Wagen. Gegen zwei Uhr war Lohr erreicht. Der Oberst bestand trotz seiner Erschöpfung darauf, mit dem Zuge, der in einer Viertelstunde abgehen sollte, weiter zu fahren. Er wetterte aber nicht wenig, wie er erfuhr, daß der Zug nur bis Laufach ginge, weil die hessischen Truppen, die um Aschaffenburg ständen, Beschlag auf diese Strecke gelegt hätten. Ergrimmt und ratlos zugleich wandte sich Geschiate gu. Jage.„Das ist ja eine nette Geschichte, stögnte er.„In dem Nest, dem Laufach bleiben wir sitzen, und wer weiß, wann und wie wir da herauskommen." Doch sein„weiblicher Kamerad“ zeigte bei dieser Erklärung keineswegs ein entmutigtes Gesicht.„Was tut's? Wir werden schon irgendwo unterkommen. Und weißt du,“ fuhr sie lebhaft fort,„ich habe einen rettenden Gedanken. In Laufach wohnt der reiche Fabrikherr Wocker, mit dem du geschäftlich zu tun hattest, als er bei uns in Burgau war. Der wird uns aufnehmen.“ Wildenfels fühlte sich durch diesen Vorschlag neu gestärkt und stimmte ihm in erwachendem Lebensmute bei. Der Zug ließ nicht lange auf sich warten und brachte die müden Reisenden ohne Schwierigkeit bis nach Laufach. Die Abenddämmerung senkte sich bereits herab, als sie dort ankamen. Für Geld und gute Worte gelang es dem findigen Diener, auch hier für seinen Herrn eine Fahrgelegenheit aufzuspüren, und so langten denn die unerwarteten Gäste zur späten Stulde bei dem Geschäftsfteunde des Obersten an. Die Villa, ein stattliches zweistöckiges Gebäude, lag am westlichen Ausgange von Laufach auf einer kleinen Anhöhe, hart an der Chaussee. Vor dem Hause dehnte sich eine wate Wiese aus, und in dem wohlgepfligten Garten plätscherte ein Springbrunnen, der angenehm: Kühle verbreitete, Rankenrosen umzogen den Balkon des Hauses. Das Ganze bot ein Bild des Friedens und Behagens. Der Hausherr kam den Ankommenden in gewinnender Herzlichkeit entgegen. Seine Damen waren in einem Ostseebade, aber er versicherte, daß seine tüchtige Wirtschafterin die Hausfcau vertreten und alles auf das beste einrichten werde. Seine eiste Sorge war, den alten Herrn mit Hilfe Johanns zu Bett zu bringen und ihm eine kühlende Erfrischung zu reichen. Der Oberst drückte dem gütigen Wirt dankbar die Hand.„Es ist ein wahrer Segen, daß wir hier bei Ihnen eingekehrt sind,“ murmelte er.„Weiß der Himmel, ich konnte nicht mehr weiter.“ „Nun lasse ich Sie guch nicht eher weg, bis Sie wieder ganz auf dem Posten sind,“ versicherte der Fabrikherr voll herzgewinnender Freundlichkeit.(Fortsetzung folgt.) würden. Die Veranl fügung sollen mehrere in denen Reisende dr lang bei einer Flasche billigen Getränk im Spi * Bewilligung von Meisterkursen in Magistrat auf drei Beitrag bewilligt. *(Stadttheate! beginnt am Sonntag, mit dem Schauspiel„ Garderodengelder wero Kasse erhoben und wir für Abonnenten von mäßigt. *(Genehmigter Antrag des engeren Ar verwaltung hat der Me Maurer Weisheit, die 43 und Burgstraße geschlossenen Kauf geneh m.(UnbefugtesW Schießen.) Der Ma hier, Oelmühlenstraße 6 gebrach, weil er in d Sonnabend am Kaise: einen Maurer zwei blin hatte. Er will von den worden sein. Die Waffe wurde beschlagnahmt, w schein nicht besaß. m(Verhaftet) wi Arbeiter Wilhelm St. vo 185, weil er dringend So intag Abend bei eine Ap ubrink'schen Wirtschaf straße einen Buchdrucker lebensgefährlich verletztz m.(Fahrraddiebf radhändler Dont, Gehrei wurde am Mittwoch oder Woche aus seiner unvers# ein neues Damenfahrrad trug die Bezeichnung„E Fabriknummer 56401. m(Schwindlerin.) Johanne Sch. aus Salzu diesen Tagen heimlich al der Friedrichstraße ohne Kostschuld zu entrichten. aus dem Logis ihr nicht ftücke mitgenommen und der ihr zu: Begleichung Rechnung übergeben wo schlagen, indem sie sich Quittung bediente. 60 Schildesche, 27. A Unfall.) Gestern aben wurde der Ziegeleiarbeiter meyer aus Mosebeck bei in einer hiesigen Ziegelei der Nähe des Elektrizität feld von einem Wagen üb verletzt und hilslos wurde gehenden Personen aufgest hiesize Krarkenhaus gesch hat schwere Kopfverletzun, Rippenbrüche davongetrage Aufkommen gezweifelt wir jetzt festg stellt werden konnt des Fuh werks, welcher ermittelt ist, die Schuld 1 Wagen nicht mit einer Lat# Aus den Kreisen Minde Minden, 28. inspektor Große 1. September ab m des Katasteramts II worden. Minden, 28. Aug. 25jährigen Beruf Hofbuckdruck=rei von hierselbst seierten am S setzer Karl Remme Engel. Im Setzerse ein einfacher, würdiger Minden, 28. Aug. Von etwa 1000 A. hiesige Firma Fritz L falen beschäftigt, hatten zum 25. d. Mts. wegen Forderungen ihre Kü während die übrigen 50 ihre Arbeit fortsetzen zu „=L. Krsbl.“ hört, ist noch ein Streik vermie welche gekündigt hatten Ablauf der Kündigung lungen rachgesucht, welt ständigung zwischen Arbeitern geführt haben. Minden, 28. Auguf des Maurerstreiks.) Dauer ist der Maurer Am Sonnabend fand ei Arbeitgeber und Arbeitne haben, statt und in der e wurde. Von beiden S gegenkommen gezeigt.### hilfsarbetter erhalten lat würden. Die Veranlassung zu dieser Verfügung sollen mehrere Fälle gegeben haben, in denen Reisende dritter Klassen stunden lang bei einer Flasche Bier oder sonst einem billigen Getränk im Sp ise wagen gesessenhatten. * Bewilligung) Für die Veranstaltung von Meisterkursen in Dortmund hat der Magistrat auf drei weitere Jahre einen Beitrag bewilligt. *(Stadttheater.) Die Wintersaison beginnt am Sonntag, den 23. September, mit dem Schauspiel„Julius Cäsar“. Die Garderodengelder werden in Zakunft an der Kasse erhoben und wird das Harberobengeld für Abonnenten von 20 auf 15 Pfg. ermäßigt. *(Genehmigter Ankauf.) Auf Antrag des engeren Ausschusses der Armenverwaltung hat der Magisteat den mit dem Maurer Weisheit, die Häuser Sparenberg 43 und Burgstraße 14 betreffend, ab geschlossenen Kauf genehmigt. m.(Unbefugtes Waffentragen und Schießen.) Der Maler Heinrich G. von hier, Oelmühlenstraße 67, wurde zur Anzeige gebrach, weil er in der Nacht zum letzten Sonnabend am Kaise: Wilhelmsplotz= auf einen Maurer zwei blinde Schüffe abgefeuert hatte. Er will von dem letzteren angefallen worden sein. Die Wuffe nebst Platzpatronen wurde beschlagnahmt, weil G. einen Waffenschein nicht besaß. m(Verhaftet) wurde der 19jährige Arbeiter Wilhelm St. von hier, Bleichstraße 185, weil er dringend verdächtig ist, am So intag Abend bei einer Rauferei vor der Ap ubrink'schen Wirtschaft in der Herforderstraße einen Buchdrucker durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt zu haben. m.(Fahrraddiebstahl) Dem Fahrradhändler Dont, Gehrenberg 24 wohnhaft, wurde am Mittwoch oder Donnerstag voriger Woche aus seiner unverschlossenen Werkstätte ein neues Damenfahrrad gestohlen. Dasselbe trug die Bezeichnung„Bielefeldia“ und die Fabriknummer 56401. (Schwindlerin.) Die Arbeiterin Johanne Sch. aus Salzuflin verschwand in diesen Tagen heimlich aus ihrem Logis an der Friedrichstraße ohne ihre Logis= und Kostschuld zu entrichten. Außerdem hat sie aus dem Logis ihr nicht gehörige Kleidungsstücke mitgenommen und einen Geldbetrag, der ihr zu: Begleichung einer Schuhmacher= Rechnung übergeben worden war, unterlagen, indem sie sich einer gesälschten Quittung bediente. 60 Schildesche, 27. Auz.(Schwerer Unfall.) Gestern abend gegen 11 Uhr wurde der Ziegeleiarbeiter Herm. Kampmeyer aus Mosebeck bei Detmold, welcher in einer hiefigen Ziegelei beschäftigt ist, in der Nähe des Elektrizitätswerkes in Bielefeld von einem Wagen überfahren. Schwer verletzt und hilslos wurde er von vorübergehenden Personen aufgesunden und in das .„Krarkenhaus geschaft. Kampmiher schwere Kopfverletzungen und mehrere Rippenbrüche davongetragen, sodaß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Soweit bis jetzt festg stellt werden konnte, soll dem Fährer des Fuh werks, welcher jedoch noch nicht exmittelt ist, die Schuld triffen, zumal der Wagen nicht mit einer Laterne versehen war. sofortige Zulage von 2½ Pfg. pro Stunde und von 1. April 1907 ab weitere 2½ Pfennig Der Lohn der Maurer stellt sich jetzt auf 42½ Pfz., derjenige der Hilfsarbeiter auf 32½ Pfg. für die Stunde. Bacsein) 3“ Aug(In Prozes Dachsern) ist nunmehr ein neuer Verhandlungstermin auf Freitag, 28 September, vor dem Oberkriegsgericht in Münster angesetzt worden. Lübbecke, 26. Aug.(Zwangsinnung.) Nachdem bei dem Regierungs=.äsidenten der Antrag auf Bildung einer Zvangsinnung für das Schmiedehandwerk im Bezirk des Kreises Lübdick: gestellt worden ist, hat dieser laut„Bielef. G..“ den Landrat in Lübbecke zum Kommissar für die Ermittelung der Mehrheit der beteiligten Handwerker ernannt. Pr. Oldendorf, 23 Aug.(Gewitter.) Heute mittag entlus sich hier ein heftiges Gewitter, von strömendem Regen begleitet. Der Blitz fuhr in das von dem Heuerling Jockheck bewohnte Mietshaus des Kolons Thase Nr. 25 Schröttinghausen, welches bis auf den Grund niederbrannte. Das Mobiliar und Vieh konnte rechtzeitig gerettet werden; letzteres sowie das Haus wiren versichert. Während des Gewitters wurden außerdem mehrere Telephosleitungen und Bäume vom Blitze schwer beschädigt. Schnathorst 25. Aug.(Der Kaufmann Karl Kirchhoff) hierselbst ist von dem Heren Regierungspräsidenten in Minden widerruflich als Versteigerer für den Lädbecke öffentlich angestellt worden. I Seynhausen, 27. Aug.(Jugendliche Rowdys.) Deei Kinder, welche von den Eliern mit einem Handwagen ausgeschick. wurden, um Kohlen zu holen, wurden in der Nähe des Südbahnhofs von vier 12—14 jährigen Jungens überfallen und untersuchten deren Taschen nach.ld. Als sie solches bei den Kindern nicht vorfanden, mißhandelten sie die Kinder und warfen ihren Handwagen in den Graben. Wie verlautet, handelt es sich hier um dieselben Taugenichtse, welche erst kürzlich in der hiesigen katholischen Kirche in so überaus skandalöser Weise ihr Unwesen getrieben haben. Es ist höchste Zeit, daß den vielversprechenden Burschen ihr sauberes Handwerk endgültig gelegt wird. Aus den Kreisen Miaden und Läbbeke. Minden, 28. Aug.(Der Steuerinspektor Große in Halle) ist vom 1. September ab mit der Verwaltung des Katasteramts II hierselbst beaustragt worden. Minden, 28. Aug.(Das Fest ihrer 25jährigen Berufstätigkeit) in der Hofbuckdruckerei von I. C. C. Bruns hierselbst seierten am Sonnabend die Schriftsetzer Karl Remmert und Hermann Engel. Im Setzersaal der Firma fand ein einfacher, würdiger Festakt statt. Minden, 28. Aug.(Verständigung) Von etwa 1000 Arbeitern, welche die hiesige Firma Fritz Leonhardi in West. falen beschäftigt, hatten rund 500 Arbeiter zum 25. d. Mts. wegen Ablehnung gestellter Forderungen ihre Kündigung eingereicht, während die übrigen 500 Arbeiter erklärten, ihre Arbeit fortsetzen zu wollen. Wie das „=L. Krsbl.“ hört, ist in letzter Stunde noch ein Streik vermieden; die Arbeiter, welche gekündigt hatten, haben kurz vor Ablauf der Kündigungsfrist um Verhandlungen rachgesucht, welche zu einer Verständigung zwischen der Firma und den Arbeitern geführt haben. Minden, 28. August.(Beendigung Maurerstreiks.) Nach monatelanger Dauer ist der Maurerstreik nun beendet. Am Sonnabend fand eine Sitzung, an der Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilgenommen haben, statt und in der eine Einigung erzielt wurde. Von beiden Seiten wurde Entgegenkommen gezeigt. Maurer und Bauhilfsarbeiter erhalten laut„M'.“ eine Aus dem Kreise Herford. Herford, 27. Aug.(Fernsprechnetz.) Der Plan über den Bau einer neuen Fernsprechtinie in Herford liegt bei dem Postamt in Hirord von heute ab 4 Wochen aus. Herford, 27 Aug(Auf dem Wochenmarkte) kosteten Montag das Pfund Butter Eier 60—65 Pfg., Erbsen 15—18 Pfg, Vietsbehlen—12 Pig., große Bohnen 4 Pig, Spinat—10 Pfg. Kartoffeln—4 Pfg., Zviedeln—8 Pfg, Apfel—10 Pfg, Bernen—10 Pfg Zeintrauben 40 Pig., Pflzumen—25 Pig., Tomzten 25 Pig, Bickveeren 20—25 Pfg., Kronsbeeren 28—30 Pfg., 1 Kopf Blumenkohl 10—50 Pfg., Wirsing—10 Pfg., Weißkoyl—10 P/g., Rorkohl 10—25 Pfg., Salat—5 Pig, 1 Bund Wurzeln—10 Pfg., Kohliabi 10 Pfg, rote Beete 10 Pig., Porr#e 5 Pfg., Seblerie 1 Stück—8 Pfg. Steckrüden—10 Pig., Gurken 1 Schock 125—200 Pfg, 1 Stück 10—20 Pfg., 1 Zeutner Kartoff ln 2 50—3,00 Mk. II Kirchlengern, 27. Aug.(In der heutigen Sitzung der Schulvertrelungen) wurde beschlossen, die hiesige Schule durch#richtung zweier Abbauschulen und zwar je einer: im Nordosten und Nordwesten der Gemeinde zu entlassen. Zurst soll die neue Schule im Nordwesten gebaut werden und sind die Verhandlungen bezüglich Erwerb eines Bauplatzes bereits eingeleitet. Gohfeld, 27. August.(Kalter Schlag.) Bei dem kürzlich hier niederg gangenen Gewitter schlug ein sogen kalter Blitzstrahl in die Scheune des Landwicts F hierselbst. I Löhne 27. Aug.(Einquartierung) Auf dem Rückmarsch aus dem Manöver gelände werden am 28 September mit voller Verpfligung eingfartiert: in Mennighüffen ein Abteilungsstab und eine Batterie, in Obernbeck eine Batterie und in Häver eine Batterie vom Minden'schen Feldartillerie= Regiment Nr. 58. gul. der in jedem Falle Haupigebäade des Lagers liegen müssen, mag nun das Lazer nah der nächstliegenden und bisher allein geltenden Aanahme nach Osten oder wie 9e#., Peossessor Dr. Kepp sit der Fest. Ruuug der Tore für mözlich hält, nach Süden orientiert sein. Hier hat sich nun beß uis gleice, bige Tusahe eraeben, " sec greichgerichtete und gleichartig: Spuren von Innenhauten aus zwei verschiedenen Perioden des„Großen Kastell!" finden(abgesehen von den Spuren des Feld Soie, daß also bei der Eeweiterung des eine Erneuerung der Innenbauten stat gefunven hat, wodurch die Deutung der unvollständigen Spuren begreiflicherweise erschwert wied. Ehe man über Art und Ocientierung der Gebäude urteilen kann, muß erst eine erheblich größere Fläche abgedeckt sein.(Ro. W. Ztg.) 25. August.(Tödlich verunglückt) sind laut„Ry. W. Ziz.“ der Z mmermann Siepenkötter und der Vorwalzer Kampmann. Ersterer fiel durch mehrere Elagen eines Neubaues und brach das Rück zrat, letzterem drang bei der Arbeit auf der Westfälischen Union ein glühender Draht in den Körper. Beide erlagen nach gtalvollem Schmerzenslager ihren Verletzungen. Hagen, 24. August.(Selbstmord.) Auf der Eisenbahnstrecke zwischen Haspe und Hagen hat sich heute ein junger Mann von einem Eilgüterzuge überfahren lassen. Kopf und Beine wurden ihm vom Rumpfe getrennt. Bochum, 27. August.(Die franzöischer Ordensauszeichnungen,) die den#rtern von Courrières verliehen worden waren, sind denselben jetzt im Bei sein des Werksdirektoriums von Abgesandten der französischen Botschaft in Berlin überreicht worden.(Hann..) zweiter Keffr war mit Mitt'on gefüllt. Ein anderer entgielt B iese, aus denei hervorging, daß die#mden oon Haubueg aus nach den rusischn Olsepcovinze: geschickt werden sollten Wie aus den Betesschaften hervosgeht, sind zahlreich: Sorengsteff: uner der Decka#resse Hoffnaan Der verhaftete Rasse mucht den Engruck eines gebildeten Mannes. Der .'.“ wird grmeldet: Der Verhaftete, Schiiffsttur Favart, wohnte seit vier Wochen unangemeld t in Himbu g. Er steht sest, daß er mehrfach Waffinsendungen nach den russischen Ost eehäfen abgehen ließ. oder Huftmietel zu: Herst=llun von Bomben hai man aber bei ihm nicht gesunden. Deputierte Michele Torraca, ein bek innter Prszicge ist von Monte Curnera bi Alagna uvgestürzt; er ist tot. Amsteidam, 24. August. Bei einer Staatsbohrung in Hileneveen in der Provinz NordBrabant wurde in einer Tiefe von 894 Metern eine neue große Kohlenformation angetroffn; bei 937 Meter Tiefe wurde eine gute Schicht von 60 Zintimetern angehohrt. Die Reaierung wied die Bohzung bis 1100 Meter Tiefe Kopenhagen, 25 Auz Die Legung eines Kahe!“ zwischen Island und Farör ist um Vonnerstag vollendet worden. Die Kabel#rbindung wird am 27. d. M. für die öffentliche Seautzugg, eröffiet wirden, doch werden vorläufi, nur Telegtamme mit Seydisfjord ausgewechselt Perden, Löonen, da die 1sändische Lindlinie nach eihision erst im Luufe des Monats Sepiember PSih. weiden kunn.8806 Louis(Senegambien), 25. Aug. Durch Uebe: schwemmungen sind fast alle Häuser i1 Kayes zerstört. Eine große Anzahl Eingeborener ist ertrunken. Die Strömung st, ganze Ortschaften fort und zerstört die „isendeg essu sich auf 20 MlErstenzmiteln. von emnztboenen sehit ei an Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arusberg. Haltern, 25. August.(Ausgrabungen.) de seit Anfang August im Innern des „Großen Kastells betriebenen römischen Ausgrabungen, welche in diesem Jahre leider empfindlich unter Arbeitermangel zu leiden hatten, erstreckten sich bislang auf die Feststellung und Verlauf der vom Nordior hereinkommenden Straß: R eerse Aufdeckang von Innenbauten ungenbricklich ist man zu der Freilegung und Untersuchung einer Stelle übergegangen, den Nachbarprovinzen und Staaten. Detmold, 27. Aug.(Zum Teuto burger Waldfest aus der Grotenburg) hatten sich gesteru zahlreiche Turner von nah und fern eingefunden. Das Wettturnen begann um 10 Uhr und bestand in Weithochspringen, Stabhochspringen, Kagelstoßen, Gewichtstemmen und Laufen. Trotz dem der Boden infolge des sehr starken Regens am vergangenen Sonnabend das Turgen bedeutend beeinträchtigte, wurden doch noch gläszende Resultate erzielt. Geturnt warde nach der Wetturnordnung der deutschen Turnerschaft. Von 86 Turnern erhielten 44 ei#en Kranz. Vor der Preis verteilung hielt der Gauvertceter des lippischen Turngaues, Herr Flege, eine sehr zu Herzen gehende Ansprache, in der er die Turner zu fernerem mutigen Tun aufforderte zum Segen der deutschen Turnerschaft. Sein dreifaches„Gut Heil“ galt der deutschen Turnerschaft. Detmold, 26. Aug.(Die Beisetzung der Prinzessin Pauline) fi der am Mitt voch Nachmittag statt. Pyrmont 27 Aug(Denkmalsenthüllung) Gestern nachmittag fand unter Beteiligung vieler Vereine des Krises die feierliche Euhüllung des Königin Luise Gedenksteins am Königsberge statt. Duisburg, 25. August.(Strenge Strafe.) Das hiesige Schöffengericht verurteilte heute den Holzträger Kirl Kamp aus Duisburg wegen Streikvergehens zu der für solche Vergehen höchsten zulässigen Strafe von 3 Monaten Gefängnis. K. stand während des letzten Holzträgerstreiks Streikposten und versuchte den arbeitswilligen Holzträger Kowald am 4. Juli d. Is. am Wintgens'schen Holzgeschäft von der Arbeit abzuhalten, indem er ihm durch die Worte: „Wenn Du heute abend aus der Arbeit kommst, schlage ich Dich tot, Du verdammter Hund!“ bedrohte und beleidigte. Hierauf bewurf er ihn noch mit großen Steinen. Bei der Abmessung des Strafmaßes berücksichtigte das Gericht das überaus maßlose Vorgehen der Streikenden gegen die Arbeits willigen gerade bei diesem Streik (95 Wesf. Ba) Oeffeutlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observato rium Aachen. Voraussichtliche Witterung für de Zeit vom Abend des 28 bis zum Abend des 29. August 1906 Mäßige östliche Wlade, vorwiegend beiter, trocken, Nachts kuhler, tags wärmer als am Vortage. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 23 August 190? Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., hier. Niedrigst. Thermometerstandin der Nachi 7½ C Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 11½°C. Barometer 76 3 cm Wind: Nord West. Himmel: heiter. Berlin, 27. August. S. M. S. hat auf Requisition des Kaiserlichen.schäftsträgers in Santiazo zur Unterstützung der durch das Erdbeben geschädigten Deutschen mit einem chilenischen Kriegsschiff ein Detachement nach Valparaiso geschickt. Das Schiff seldst, das in Talcahuano dockte, ist am 25 d. M. nach Valparaiso in See gegangen. Hamburg, 27. August. Eine russische Bombenfabrik wurde hier entdeckt. Gestern abend gelang es einem Beamten des Kriminalreviers Billwaerder Ausflat, einen Russen zu verhaften, der sich mit der Fabrikation von Bomben befaßte. Ein großes Lager von Waffen und viele Briesschaften wurden beschlagnahmt. In einem Koffer wurde ein Revolver vorgefunden. Neueste Nachrichten. Berlin 28. Auzust. Eine 50 Mrin starte#####n oltendande ist auf britisches .bit übergerreten. Düsseldorf. 28. Auz Iu der Regietung nahestehenden Kreisen glaubt min, daß es sich bei der telegraphischen Berufung des Oberpräsidenten Freiderrn von Schorlemer nach Berlin um die Nachso geschaf für den: Minister von Podbielekt dandelt.(??) Hamburg 28 Atgust. Zar Virhaftung des russicchen Reoolutionäts ist zu erwähner, daß bei der Logiswirtin die Verhasteten am Montag ein Brief einlief, der amtlich gekff et wurde und ein achtseitiges Schreiben in rusichr Speache enthielt, dessen Urbersetzung nähere Aufschlüsse geben du fte. Dr Verhafteie erklärse, das Sch eiben sei für ihn nicht bestimmt. London, 28. Aug. Wie aus Petersburg telegraphiert wird, ent. deckte die Polizei eine weitverzweigte Verschwörung zum Zwecke eines allgemeinen bewaffneten Aufstandes im ganzen Lande. Das Komplott wurde von einer großen Verbindung von Revolutionären ausgearbeitet, die beabsichtigt hatten, Massenmorde von Beamten ins Werk zu setzen, um den Erfolg zu sichern. Viele der Bedrohten wurden rechtzeitig gewarnt und flohen. Petersburg, 28. Aug. Ein kaiserlicher Ukas ordnet soeben den Verkauf von Kronländereien und kaiserlichen Latifundien mit Ausnahme der wenigen, die speziell Privatzwecken dienen, an landarme Bauern an. Die deutsche Regierung soll beabsichtigen, bei der russischen Regierung für die Verluste deutscher Staatsangehöriger durch die revolutionäre Bewegung Schadenersatz zu beantragen. August. Nach zehnstündiger Belagerung gelang es den Truppen endlich, das von ihnen mit Maschinengewehren beschossene Haus mit den Anarchisten einzunehmen. Man fand in der Wohnung die Leichen eines gut gekleideten Mannes und einer Frau, die durch Militärkugeln getötet worden waren. Die anderen Mitschuldigen waren anscheinend schon geflohen. Larcs anger Miung, Bieleseld, Papenmarkt 2. Sonntag, den 2. September 1906, Herbst=Ausflug der Jugend=Abteilung. Antreten im Vereinsgarten morgens 7 Uhr. Abfahrt nach Bad Oeynhausen Rückfahrt von Bad Salzuflen. Ankunft 10 Uhr Abends. Fahrpreis 1,30 Mk. Anmeldungen werden bis spätestens den 31. August entgegen genommen. Hierzu ladet freundlichst ein Der Vorstand. Ich bin bis Anfang September P 8 Perreist. Alb. Gramtz, Zahntechniker, Bielefeld, Viktoriastraße 11. 00 Reise zurück Dr. Oebbeke, Spezialarzt für MagenDarmkrankheiten, Viktorlastrasse 35. und Ger 2. empfehlen unser großes Lager SedahrsterSonntag, 2. September, abends 8 Uhr im grossen Saale des Evangel. Vereinshauses an der Altstädter Kirche. Programme an den Saaltüren. Alle Freunde der Sedanfeier werden mit ihren erwachsenen Familiengliedern zur Teilnahme eingeladen. Das Fest-Komitee. Feuerwerkskörpern Petri Gebrüder, Minden. Craus- Aabiäuns Lotere Ziehung 6. Oktober Baar GELD sofort für sämtl. Gew. mit 90 3918 Gew. Gesamiwert m. 80000 1. Up: M 20000 2. ½8y: M. 10000 3. Haapt. M. 5000 M. 45000 HauptGew. 912 Gew. zusam P Lose al Mh. J u. Liste 30 Pf extra en grosempfichlt d. General-Debit J. Stürmer, Tangstrs 16.5en detall zu haben bei A. Schindelbauer, Viktoriastr 1. 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Christlich=patriotischer Männer=Verein Bielefeld. Am Sonntag, 2. September, nachmittags T. Uslug nach dem Jägerkrug(Sedanfeier). Abmarsch punkt 3 Uhr bei Kolon Ummelmann. Auf dem Rückmarsch: Kinderfackelzug. Fackeln werden im Jägerkrug bereit gehalten. Zu zahlreicher Beteiligung ladet ein Der Vorstand. In aparten Formen und reicher Auswahl liefert sehr preiswürdig Fritz Tiekötter Möbelfabrik, Niedernstr. 45. Bekanntmachung. Das Obst im Obstgarten am Fuße des Sparenberges soll am K 7 Mittwoch, den 29. August 1906, Jagdgewehre " nachmittags 3 Uhr(Drillinge an Ort und Stelle baumweise öffentlich meistbietend ver- Hämmerlesslinten kauft werden, wozu Kauflustige hiermit eingeladen werden.##### tau#: Bielefeld, den 23. August 1906.(Hugontenstlien aller Art Der Magistrat.(Patronen etr. — Settegeetter. empfiehlt zu billigen Preisen Heinr. Eckhardt, Bekanntmachung. Die in den städtischen Markthallen am Kaiser=Wilhelm= Platz am 1. September ds. Is. frei werdenden Stände Bielefeld, Gehrenberg 16. Preiscourante gratis. Nr. 29, 30, 115, 116, 128, 130, 139 und 175 sollen am Donuerstag, den 30. d.., mittags 1 Uhr an Ort und Stelle öffentlich versteigert werden. Sammelpunkt vor dem Stande Nr. 115. Bielefeld, den 24. August 1906. Der Magistrat. Toerner. Geld-Darichen zu 5% auch auf Möbel gibt Kleusch, Berlin, Schönhauser Alle 128. Rückporto. Ein junges Marchen Bekanntmachung. der Verkauf einer großen Partie Caselbirnen an den Kreisstraßen des Bezirks Heepen findet statt am Freitag, den 31. August ds. Is.. vormittags 9 Uhr bei Wirt Hassebrock in Heepen anfangend. Bielefeld, den 27. August 1906. Das Kreiswegebauamt. findet zum 1. Oktober als Stütze der Hausfrau gute Stellung auf einem Hofe in Lippe. FamilienAnschluß. Gehalt nach Uebereinkunft. Nachzufragen in der Expedition dieses Blattes. Bekanntmachung. Mit Genehmigung des Herrn Regierungs=Präsidenten zu Minden und im Einverständnis mit der Kgl. Eisenbahndirektion Hannooer haben wir heute den Straßenbahnbeamten=Oberkontrolleur Heinrich Rehm von hier zum Kleinbahnpolizeibeamten für die Bielefelder E und die dazugehörigen Anlagen ernannt. Bielefeld, den 22. August 1906. Die Polizei-Verwaltung. gez. Stapenhorst. wäschtam besten: hier zum„Bergman n& Co, Radebenl Straßenbayng ist. das beste Haarwasse;, vert hindert Haarausfall, beseitigKopfschuppen, stärkt die Kopfnrven, erzeugt einen kräftigen Haarwuchs und erhält dem Haar dieursprüngl. Farbe à Fl..25 M. bei: Fa. Kronenparfüm. Dreseler. Parkasst Bielefeld. Garantieverband: Stadtkreis Bielefeld. Die Einlagen sind als mündelsicher anerkannt. Hypotheken-Ausleihungen. * O werden entgegen genommen: Geschäftslokal: neues im Erdgeschoß— Eingang durch den Torbogen zum Rathaus, 3. Tür links, An den Wochentagen von 8½—1 Uhr mittags, „„„—6 Uhr nachmittags. An den Sonntagen von 11½—12½ Uhr mittags. 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Beide sind Augen des sozialdem vorstandes zur Behandl Themas genugsam qual auch bereits sechs fast u sätze verfaßt, die die Gri rate bilden und auf Parteitage zur Diskussil sollen. Die Parteileitung und mit Recht, daß die 2 sein würden, sich in der über die fast zwei Resolution schlüssig zu öffentlicht deshalb dieses stück„so zeitig, daß die und Genossen Zeit haben, Vermutlich sell auf Ber „Leitsätze" zu einer knap lution hingemiikt werden. „Das Ziel der Erziehr der erste Leitsotz, nicht ei# religiöser oder moralischer ist den im Flußse der ge wickelung maßgebenden F# Linie ökonzwischen Triebkre den Zeit unterworfen.“ es habe bisher an einer sierten öffentlichen Erziehun heit des Volkes gesehlt, ziehung sei vielmehr## Klassenerziehung geivesen. herrschenden KKlassen eine gute Bildung gegeben, Klassen aber entweder ohne gelassen oder ühnen nur einer für die jewei sorm unerläßlichen technisch geräumt. So sei die Voll einem Mittel zum Zwe Prosits, sendern auch zu e instrument behuss Förderr: Interessen des Kapitals Sozialismus solle nun erziehung beseitigen. Wandel zu schoffen, wird dal öffentliche Erziehung beim und von hier aus Knaben gemeinsam und in steter Ar sozialen Arbeitsprozeß du körperlichen und geistigen leiten, bis sie als vollentwie und mit vollem Verantwortli# in die soziale Gemeinschafte Wenn man bedenkt, auf seitigen, lediglich dem Klassen ödesten Materialismus angelagen die sozialdemokratisch beruht, so kann man sich vor Individualitäten sich daraus was für ein Verantwortlich sie erwerben würden. Nach schwall der ersten beiden Li die realen Forderungen### kratischen Programms. Wil