Nr. 195. Vierteljährlich #nder Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1., bei täglicher Zu8928. in Belesed) Jahrgang Anzeigengebühr für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Erscheint sechsmal wöchentlich Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. Sistorischer Kalender. 21. August: Wilhelm IV., König von England, geb. 1765.— Der französische Marschall Bernadotte wird zum schwedischen Tror folger erwählt 1810.— John Tyndall, Natursorscher, geb. 1820.— Adaldert v. Chamisso, Dichter, gest. 1838.— Wiederherstellung des Kapparlaments, 1902. Sozialdemokratische Hanswurstiaden. Vor zwei Jahren drängte die Berliner „Anarcho-Sozialisten“ unter Führung des Herin Friedebeig zu einer Politik der Streß: und der blutigen Tat. Herr Bebel schnauzte sie wüterd an als Verräter an der Sache des Proletariats. Dann aber wuchs ihm mit dem Arschwellen der russischen Nevolution der wilde Löwenmut, und in Jena schwang er selbst das blutige Banner des politischen Generalstreiks. Als aber die Berliner Polizei sich auf dem Posten zeigte, und der 21. Januar, den die Roten als Juhrestag des Gaponsonntag zu einim Gewaltstreiche benutzen wollten, in harmlosester Weise verlief, kroch er ängstlich aus seiner weitgorgeschobenen Stellung wieder zurück. Und als er mit Entsetzen erkennen mußte, in welcher Weise er sich vor seiner Partei und aller Welt mit diesem ekelhaften Wechsel von Großwäuligkeit und Feigheit blamiert habe, vergriff er sich an der ihm von der Gewerkschaftskommission anvertrauten Abschrift des Verhandlungsprotokolles vom Februar und veröffentlichte dies. Lieber den Vor wurf des ungeheuren Vertrauensbruches, lieber die Preisgabe der Einigkeit von Gewerkschaften und Parteileitung, lieber die Preit gabe der inneren Schwäche der Partei, als daß der Arbeitermasse klar werden dürfe, in wie unerhörter Weise sie beschwindelt und betrogen, in wie frevelhaftem Leichtsinn im Jaruar mit ihrem Leben, ihrer wirtschaftlichen Existenz, mit der Durchführung des Parleiprogramms gespielt sei! Die ganze Partei ist damit als Esel in der Löwenhaut, für ewige Zeiten bis auf die Krochen blamiert! Man würdige nur folgende beide Aussagen: Silberschmidt(Seite 7 des Protokolls): Nach einer eingehenden Diskussion, in der beide Teile ihre Ansichten aussprachen, erklärte Bebel, daß er sich die Sache so vorste, daß die Partei ebenfalls alle Ursache habe, den politischen Massenstreik, wenn irgend möglich, zu verhindern. In Deutschland lägen die Verhältnisse so, und besonders in Preußen— litzteres sei ein ganz besonderer Staat, wie er in der Welt kaum wieder vorkäme—, daß eine glückliche Lösung des politischen Massenstreiks nicht gut möglich sei.(Hört! hört!) Es sei daher der Parteivorstand auch schon in der letzten Zeit allen derartigen Versuchen, einen Streik in Szene zu setzen, entgeger gitreten(Erneutes Hört! hört!), so in Sachsen, ebenso in Hamburg und Preußen, von wo bestimmte Vorschläge kamen, und insbesondere in Berlin. Es Mözlichtestens des Parteivorstandes, daß nach Wassenbreeder Inszenierung eines politischen Massenstreites entgegenzuwirken sei.“ Maurer Päplow(Seite 29): Auch der Parteivorstand hatte vor Jena wissen mussen, daß der preußische Staat nicht vergleich bar ist mit Rußland, daß Preußen Deutschland so ungeheuren Waffen ausgerüstet ist, daß jeder Massenstreik, jede Vorbereitung zur Revolution niedergeschlagen würde. Die Erkenntnis kam dem Parteivorstand reichlich spät, kurz vor dem 21. Januar.(Sehr gut!) Das zeugt nicht dafür, daß die Parteileitung in guten Händen ist.“ Bemerkenswert waren auch die Ausführungen des Geweikschaftsführers Hué, daß die Sozialdemokratie nicht zu scheinen wage, was sie sei. „Uasere organisatorischen Kräfte entsprechen nicht unseren öffentlichen Aeußerungen, und weil wir das wissen, befinden wir uns in einem fortgesetzten Korflikte mit uns selbst!" Der Gastwirtsgehilfe Poecksch erinnerte an ein„aus gezeichnetes“ Wort, das ein Genosse gelegentlich des„Vorwärts". Konfliktes gesprochen hat und das lautete:„Es tritt die Erscheinung zutage, daß, während in Rußland diejenigen, die die Radikalsten sind, dem Henker am allernächsten stehen, in Deutschland diejenigen, die die Radikalen spielen, am allernächsten den Gehältern von 5000 bis 6000 Mark stehen.“ Dienstag, 21 Diese innere Verlogevheit der Sozial demokratie findet auch in anderen Aeußerungen Tag für Tag ihre klassische Bestätigung So hat kürzlich der Genosse Helphant alias „Parvus“ einen Brief an den Genossen Walfisch geschrieben, in dem er ihm mitteilt, daß man ihn nach Stbirien zu spedieren wünsche. Allzusehr könrte man das der russischen Regierung nicht einmal übel nehmen. Die Leipziger Volkszeitung“ stimmt nun einen Dithyrembrs auf Parvus an, in dem es heift: „Wenige Tage vor seiner Abreise nach dem kampfdurchtosten Vaterlande hatten wir noch einmal die Freude, ihn zu sehen: die prachtvollen Augen glühend in unbändiger Kampfeslust, jeder Nerv dieses herrlichen Temperaments angespannt in revolutionärem Enthusiasmus. Jeden Hinweis auf die Gefahren, denen er entgegengehe, wies er achselzuckend zurück; wie unser alter Liebknecht, so hatte auch Parvus„keinen Sinn für die Gefahr".„Wir sihen ihn noch vor uns, wie er auf dem Stuttgarter Parteitage das Wort ergriff und die Hand an dem vom Podium herabwehenden roten Freiheitkbanner— allen Verwässerern zum Trotz das Evangelium des revolutionären Sozialismus verkündete. Es war ein unvergeßlicher Mament.“ Diese Begeisterung ist billig, dern Parous hat einen recht seinen Sinn für die Unan nehmlichkeiten von Sibirien. Der Schreiber in Leipzig aber steht den„Gehältern von —6000 Mark jedenfalls väher als dem Herker.“ Alle diese Helden wollen wohl mit dem bunten Loppen revolutionären Scheinhelden tumes und mit dem Lorbeer demagogischer Ersolge sich schmücken, aber die Gefahr selbst scheuen sie wie Pest und Rattengist. Für die Eitelkeit dieser Sitzpschast ist auch die Mitteilung bezeichnerd, welche die sozialdemo kratische Jourvaltstin Lily Braun in dem Zeitgenosser.=Lexikon„Wer ist'?“ gibt. Sie veröffentlicht darin ihren altadeligen Stammbaum, den sie mit Stolz auf den lustigen König von Westfalen, Jerome Bonaperte, zurückführt. Er sei, so behauptet sie, ihr Urgroßvater. Da die Biographien auf den genauen Angaben der Zeitgenossen selbst be ruhen, so dürfte die königliche Abkunft der Genossin über jeden bürgerlichen Zweifel erhaben sein. Und warum auch nicht? Der gewissenlose Leichtsinn dieser vom Schweiße der Arbeiter schmarotzenden und mit dem Schckale dieser Betörten frech spielenden Demagogen hat etwas von dem lachenden Zynismus des in Rotwein badenden Königs von Revolutions Gnaden: Morgen wieder lustik! worden. Es wurde nämlich ein Antrag eingebracht, der den gerechten Bestrebungen der russischen Arbeiter die Sympathie aussprach Ein routinierter Parlamentarier hätte wohl einen Abänderungsantrag eingebracht, der Mißdeutungen ausschloß. Die Delegierten des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter sagten sich einfach: für gerechte.strebungen der Arbeiter treten wir immer gern ein, und so stimmten sie der Resolution zu.“ Wie Herr Mumm dann weiter mitteilt, hat das„Reich“ längst eine Erklärung der Delegierten veröffentlicht, durch die sie sich dagegen verwahren, irgendwie für die russische Revolution ein getreten zu sein. Wir bedauern, daß sich unter dem uns von gewerkschaftsfteundlicher Stelle zuge sandten Material diese Verwahrung nicht befindet und wir uns von dem Vorgang demrach kein klares Bild machen können. Bisher hatten wir eine Zustimmung zu„den gerechten Forderungen“ stets so verstanden, wie sie auch wohl bisher immer gemeint gewesen ist, nämlich als eine Erklärung, daß wan die Forderungen für gerecht hält, und nicht als eine Beschränkung auf denjenigen Teil der Forderungen, der gerecht ist. So hat offenbar auch der sozialdemokratische Gewerkschaftt führer Hué und seinem Bericht gemäß auch die„Cons. Correspondenz“ die Sym pathiekundgebung des Londoner Bergarbeiterkongresses aufgefaßt. Wundern kann man sich darüber schließlich nicht. Wenn sich nun die christlichen Bergarbeiterführer gegen diese Auffassung verwahrt haben, so kann man das nur mit Befriedigung registrieren. Schließlich bemerken wir noch, daß wir um der Solidarität willen, die zwischen den christlichen Gewerkschaften in Minden=Ravensberg und der christlichen Gewerkschaftssache im Allgemeinen besteht, die Augen vor demjenigen nicht zudrücken können, was die meist ultramontanen auswärtigen Gewerkschaftsführer, die tatsächlich die Führung des Ganzen in der Hand haben, in ein zelnen Fällen tun, und daß wir das Ganze überhaupt nicht nach dem MindenRavensbergischen kleinen Teil beurteilen dürfen. Nachrichten. Der Gewerkvereinchristl. BergArbeiter auf dem Londoner Kongreß. (Verspätet, weil der Redakteur dieser Zeitung für längere Zeit verreift war.) In Nr. 151 gaben wir unter der Ueberschrift:„ist es möglich, ist es wahr?“ einen auf Mitteilungen des sozialdemokratischen Ge werkschaftsführers Hué fußenden Artikel der „Conservativen Correspondenz“ wieder, nach dem die Delegierten des Gewerkschaftsvereins christlicher Bergarbeiter auf dem Kongreß in London einer Sympathiekundgebung für die rossische revolutionäre Bewegung zugestimmt hätten. Am Schlusse dieses Artikels fordert die Cons. Corr.“ im Jateresse der gesamten christlichen Arbeiter=Bewegung ringendst schleunige Aufklärung. Wie wir einer Auslassung des Lizentiaten Mumm ent nehmen, ist diese Aufklärung in der Zeitung „Das Reich“ schon gegeben gewesen, als der Artikel der„Cons. Corr.“ erschien. Man wird deshalb fragen müssen, weshalb diese davon nicht Notiz genou men hat. Vielleicht wird man das nach Beendigung ihrer vierwöchentlichen Ferien jetzt erfahren. Lic. Mumm schreibt im„Reich“ über die in Rede stehende Sympathiekundgebung: „Man möchte meinen, es sei hier den christlichen Gewerkschaften eine Falle gestellt Zu Herrn v. Podbielskis Die„Nordd. Allgem. Ztg.“ schreibt: „Wie wir hören, hat der Reichskanzler und Ministerpräsident das von uns erwähnte Schreiben des Herrn Landwirtschaftsministers vom 13. August zum Gegenstande eines eingehenden Vortrages bei S. M. dem Kaiser und Könige gemacht. Dieser hat daraufhin in Uebereinstimmung mit dem Antrage des Fürsten Bülow erklärt, daß er auf Grund der Ausführungen des Herrn Ministers vom 13. d. Mts. zurzeit nicht in der Lage sei, über die Frage der Entlassung Sr. Exz lenz v. Podbielski aus dem Staatsdienste eine befi nitive Entschließung zu fassen.“ Bisher war nicht bekannt, daß ein Schreiben des Herrn v. Podbielski an den Ministerpräsidenten vom 18. August datiert war. Herr v. Podbielski hatte von seinen Beziehungen zu Tippelskirch der„zuständigen Stelle" rechtzeitig Mitteilung gemacht und ihre Billigung erhalten. Eine Entlassung des Landwirtschaftsministers unter den jetzigen Umständen wäre zugleich eine Verurteilung der zuständigen Stelle, die ja längst von seinen Beziehungen Kenntnis hatte. In wie weit nun durch die neueste Ecklärung der „Nordd. Allg. Ztg.“ der Stand der Dinge für Herrn v. Podbieltki günstiger geworden ist, läßt sich zur Zeit nicht beurteilen. Man muß die definitive Königliche Entschließung abwarten. Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 20. August Die Schwester der Kaiserin, Herzogin Ferdinand von Schleswig=Holstein ist in Wilhelmshöhe eingetroffen. Der Kronprinz wird, wie eine Korrespondenz wissen will, in wenigen Wochen das Kommando seiner Schwadron des Regiments der Garde du Corps abgeben und zum Generalstab kommandiert werden. Der am 27. Juli 1888 geborene fünfte Sohn des Kaiserpaares, Prinz Oskar, soll am 31. August in feierlicher Weise vom Kaiser in das erste Garde=Regiment zu Fuß eingestellt werden. Die Kronprinzessin weilte am gestrigen Sonntag zum ersten Male wieder in Berlin und rahm des Abends mit dem Kronprirzen, nach dessen Rückkehr vom Steglitzer Radrennen, den Tee im Kronprinzenpalais ein. Am Abend kehrte das Krooprinzenpaar nach Potsdam zurück Prinz Eitel Friedrich traf gestern vormittag in Weilburg zur Tausendjahrfeier der Stadt ein und wurde am Bahnhof von den Behörden empfangen und auch von einem Abgesandten des Großherzogs von Luxemburg begrüßt. Vormittags 9½ Uhr fand ein Festgottetdienst statt, dem der Prinz beiwohnte. Nach Beendigung der Festlichkeiten, die auch einen glänzenden historischen Festzug in sich schlossen, trat der Peinz um 7¾ Uhr abends die Rückreise an. Reichskanzler Fürst Bülow ist heute vormittag von Wilhelmshöhe wieder in Norderney eingetroffen. Der Staatssekretät des Auswärtigen Amts, von Tschirschky, ist gestern aus Wilhelmshöhe wieder in Berlin eingetroffen. Der Chef der Reichskanzlei, Wirkl. Geh. Oderregierungsrat von Loebell, hat Wilhelmshöhe verlassen und ist wieder in Berlin eingetroffen. Er hatte täglich vorund nachmittags Vorträge beim Reichskanzler Fürsten Bülow uns wurde am Sonnabend zur kaiserlichen Tafel gezogen. Graf und Gräfin Witte sind in Franksu t a. M. eingetroffen. Sie fahren, wie der„Rh. Kur.“ meldet, einer Einladung des Kaisers folgend, nach Wilhelmshöhe. In den Ausweisen über die Ausprägungen auf den deutschen Münzstätten fällt eine Münzsorte durch den hohen Betrag der eingezogenen Stücke auf, es ist das Fünfzigpfennigstück. Von dem insgesamt zur Ausprägurg gelangten Betrage dieser Münzsorte in Höhe von 127,1 Millionen Mark waren bis Ende Juli 26,6 Millionen Mark eingezogen. Die Ausprägurg der neuen Fünfzigpfennigstücke wird, wie die Monatsausweise der Reichs münzstätten ergeben, eifrig gefördert, aber die Neuprägung hat der Einziehung bisher nicht ganz folgen können. Wenn jedoch, wie in den letzten Monaten, für 1½ bis 2 Millionen Mark Fünfzigpfennigstücke weiter neu zur Ausprägung gelangen, wird auch bald der Zeitpunkt erreicht sein, zu dem das alte Fünfzigpfennigstück ganz aus dem Verkehr herausgezogen sein wird. Das neue hat sich namentlich wegen der besseren Randriffelung im Verkehr eine größere Beliebtheit als das alle errungen. Ein Arzt als Direktor einer Strafanstalt ist nach der„Dtsch. Med. Wochenschr.“, wenn auch vorläufig nur kommissarisch, in Münster ernanrt worden, und zwar in der Person des bisherigen Arztes der Irrenabteilung der Strafanstalt in Mürst.r Dr. Pollitz. Es ist dies der erste und sehr erfreuliche Fall, daß einem Arzte eine solche Stiellung übertragen wurde, für die gerade der Arzt, wenn er sonst der rechte Mann ist, in hervorragendem Maße für geeignet gehalten werden muß. Die„Nordd. Allg. Zig.“ meldet, daß der Verweser des deutschen Generalkonsulats in Werschau, Freiherr v. Lerchenfeld, am 14. August auf der Straße von einer russische Offizieruniform tragenden Person angefallen wurde und zwei Faust= schläge gegen die Schläfe erhielt, worauf der Angreifer in einer Droschke davonfuhr. In Petersburg sei der Ueberfall auf die Weisung der deutschen Regierung alsbald diplomatisch zur Sprache gebracht worden, worauf die russische Regierung der deutschen Botschaft in einer amtlichen Note Tags darauf ihr lebhaftes Bedauern über den Angriff ausdrückte und zugleich mitteilte, daß dem Generalgouverneur von Wirscheu schleunigst die Weisung zugegangen sei, die energischsten Maßregeln zur Aufklärung des Vorfalles zu ergreifen. Außerdem machte der Generalgouverneur von Warschau Freiherrn o. Lerchenfeld anläßlich des Vorfalles einen Besuch. Geestemünde, 20. Aug. Die gestrige in Wulsdorf tagende Vertrauensmänner versammlurg des Bundes der Land wirte stellte einstimmig den Hofbesitzer Klaeveman=Ankeloh als Mittelstandskandidaten für die bevorstehende Nach wahl im 18. hannoverschen Reichstagswahlkreise auf. Aus dem Auslande. Haag, 19. Aug. Königin Wilhel mina der Niederlande und der Prinzgemahl Heinrich begeben sich Anfang September zu mehrwöchigem Aufenthalt nach Mecklenburg. Kopenhagen, 18. Aug. Wie mehrere dänische Blätter übereinstimmend zu melden wissen, sind Bestrebungen im Gange, welche die Erbauung eines jütländischen Kanals zwischen Nord= und Ostsee be zwecken. Es haben in den letzten Tagen bereits mehrere Konferenzen dänischer und englischer Großfinanziers in Kopenhagen stattgefunden. In der dänischen Provinz presse wird darauf hingewiesen, daß nur durch einen jütländischen Kanal, der im Kriegsfall drohenden Sperrung des deutschen Nordostseekauals vorgebeugt werden könne. Frankreich. Minister Clemenceau äußerte sich in Karlsbad gegenüber einem Vertreter des„New.York Herald“ dahin, daß die päpstliche Enzyklika eine offene Kriegserklärung sei; wenn der Vatikan glaube, daß der Staat sich zu neuen Verhandlungen veranlaßt sehen werde, so sei er in einem schweren Irrtum besangen.— In Marseille wurde ein italienischer Schuh macher Cyrillo Francesco, der sich Giovanni Kucenzo nannte, verhaftet, nachdem man in seiner Wohnung Material zur Herstellung von Bomben gefunden hatte. Man vermutet, daß ein Attentat gegen den Präsidenten Fallières, der am 15. September in Marseille erwartet wird, gep'ant war. Frarcesco gehört einer Gesellschaft meist italienischer Anarchisten an, von denen bereits mehrere aus Frankreich ausgewiesen worden sind. Petersburg, 19. Aug. Der Ministerrat beschäftigte sich in seiner ersten Sitzung mit den Grundzügen des politischen Programms und begann die Prüfung der Gesetzentwürfe, die der Reichsduma nach ihrem Wiederzusammentritte vorgelegt werden sollen. Der Ministerrat wird ferner die Maßnahmen prüsen, die vor dem Zusammentritt der Duma ergriffen werden sollen.— Im Gouvernement Minsk zündeten Bauern das Gut ihres Duma=Abgeordneten Chomentowski an, weil er keine Landverteilungszusage mitbrachte.— In Insowka fand eine von Tausenden von Arbeitern der Wjatkaer Gruben besuchte Versammlung statt Zwei Schwadronen Dragoner begannen die Menge auseinanderzutreiben. Aus einem Hinterhalt fielen Schüsse. Daraufhin gaben die Dragoner fünf Salven ab. Viele Arbeiter wurden getötet oder verwundet und 18 Rävelsführer verhaftet. Es herrscht große Erregung. Sofia, 18. August. Von der türkischbulgarischen Grenze sind Verwicklungen zu erwarten. Türkisches Militär in Stärke eines Regiments besetzte bulgarisches Territorium bei Schdrapalnitza, worauf der bulgarische Kriegsminister die Konzentrierung einer Infanterie=Brigade samt Artillerie und Kavallerie anordnete mit dem strikten Befehl, das türkische Militär um jeden Preis zu verdrängen. Aus Küstendil wird hierher telegraphiert, daß die Türken, der bulgarischen Uebermacht weichend, das Grenzterritorium bei Schdrapalnitza fluchtartig verlassen mußten.— Der Ministerrat beschloß, sämtliche durch Brand zerstörte Häuser in Anchialo noch vor dem Winter auf Staatskosten wieder aufbauen zu lassen. 6000 griechische Familien haben Bulgarien verlassen. Türkei. Die Berliner türkische Botschaft erklärt die von einem deutschen Blatte gebrachte Meldung, es liege Grund zu der Annahme vor, daß demnächst eine Kundgebung des Sultans erfolgen werde, durch welche Prinz Burhan Eddin zum Thronfolger ernannt werden wird, als jeder Begründung entbehrend. Spanien. In Chiclana bei Cadiz brachen bei Erhebung von Steuern Straßenunruhen aus. Der Bürgermeister wollte die Menge beruhigen, wurde aber mit Steinen beworfen. Die Bürgergarde gab darauf Salven ab, wodurch fünf Personen schwer verletzt wurden. 13 Verhaftungen wurden vorgenommen. Kolonialpost. (Eine Afrika=Denkmünze.) Nach der„N. mil.=pol. Korr.“ sind Vorarbeiten für eine Afrika=Denkmünze an den zuständigen Berliner militärischen Stellen im Gange. Der Gedanke einer Erinnerungs medaille für die deutschen Mitkämpfer im Herero= und Hottentolten=Aufstande sei von dem obersten Kriegsheirn selbst ausgegangen. Einzelheiten stehen noch aus. Ein Vor schlag geht dahin, daß Spangen mit der Jahreszahl den eigentlichen Kombattanten für jedes Jahr des aktuellen Aufenthalts in Südwestafrika verliehen werden sollen. Diese Spangen wären auf dem Bande zu teagen. Für diesen Modus dürfte das englische Beispiel aus dem Burenkriege maßgebend sein. Außer 22 Spangen für erfolgreiche Gefechte wurde den Inhabern der„South= Aftican=Medal“ für jedes in Südafrika verbrachte Kriegsjahr je eine Spange(mit 1899, 1900, 1901, 1902) verliehen. weiter folgende Beschlüsse gesaßt:„Der 22. landwirtschaftliche Genossenschaftstag erblickt in der Anbahnung eines direkten Geschäftsverkehrs zwischen den ländlichen Kreditgenossenschaften und den Kommunalsparkassen die Gefahr der Zersplitterung für die wohlbewährte derzeitige genossenschaftliche Oeganisation. Er beschließt daher, allen diesbezüglichen Anträgen und Bestrebungen entgegenzutreten, dagegen alle Maßnahmen zu fördern, welche geeignet erscheinen, den derzeitigen genossenschaftlichen Zusammenschluß für die Zukunft zu erhalten und zu stärken“ Ein Antrag, der die erhöhte Liquidität der Einzel- und Zentralgenossenschaften zum Ziele hat, wurde an den nächsten Genossenschaftstag überwiesen. Weiter wurde beschlossen:„Unstimmig keiten zwischen den von den Genossenschaften geführten Mitgliederverzeichnissen und den gerichtlichen Listen sind unstatthaft und zu vermeiden, wenn die Verzeichnisse lediglich auf Grund der diesbetreffenden gerichtlichen Benachrichtigungen genau geführt und letztere auf ihre Richtigkeit stets vom Genossenschafts vorstande geprüft werden. Die Verbände haben die Pflicht, darauf zu halten, daß dies geschieht, und daher dauernd die Mitgliederverzeichnisse der Genossenschaften zu prüfen, ob sie mit den gerichtlichen Listen übereinstimmen. Ihre Revisionsbefugnis legt den Verbänden diese Pflicht auf; sie muß ihnen aber auch mit Rücksicht auf ihre Zentralkassen zugemutet werden, weil diese ein lebhaftes Interesse daran haben, daß die Mitgliederverzeichnisse der Einzel=Genossenschaften genau geführt werden. Tatsächliche Unrichtigkeiten kommen in den Listen der Gerossen ebenfalls vor und sollten berichtigt werden. Sie aufzufinden und ihre Berichtigung zu veranlassen, ist auch eine Pflicht der Verbände und ihre Revisoren.“ Kerner wurde beschlossen, allen Genossenschaften und deren Zentralen zu empfehlen, mit aller Energie und in geeigneter Weise die Organisation des Bezuges landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte weiter auszubauen und alle Maßnahmen zu ergreifen, welche geeignet sind, die Landwirtschaft von jeder schädlichen Bevormundung frei zu machen.— Der letzte Punkt der Tagesordnung beteifft ländliche Volkshochschulen. Die Versammlung nahm dazu folgende Resolution an: Die ländlichen Volkshochschulen als Anstalten, die Wirtschafts und Bürgerkunde in engster Verbindung mit dem Leben auf dem Lande unter der erwachsenen Landjugend verbreiten wollen, die Unterricht und Erziehung für das praktische Leben auf das engste verbinden, sind wohl geeignet, das Leben auf dem Lande zu be fruchten und zu befördern, besonders auch das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen.— Geheimrat Haas bringt folgendes Antworttelegramm zur Verlesung:„Seiner Königl. Hoheit Großherzog Oldenburg. Ich habe mich über das freundliche Gedenken des unter Eurer Königlichen Hoheit Protektorat dort zusammengetretenen, deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaftrrages sehr gefteut und bitte Eure Königliche Hoheit, meinen wärmsten Dank selbst entgegenzunehmn und ihn den Vertretern der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften gütigst zu übermitteln. Meine herzlichsten Wünsche begleiten die Beratungen des Genossenschaftstages. Wilhelm I..“ Mit Schluß und Dankesworten schloß Geheimrat Haas darauf den 22. deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaftstag Gericht und Rechtsprechung. Garten= und Landwirtschaft. (Steigende Viehpreise.) Aus allen Teilen des Reiches laufen Meldungen ein, wonach die Viehpreise während der letzten Märkte um 5 bis 6 Mk. gestiegen sind. Speziell in Süddeutschland macht sich, wie die„Deutsche Fleischer=Zeitung“ meldet, ein großer Viehmangel bemerkbar, so daß Münchener Fleischer Innungen sich gezwungen sehen, aufs neue bei der Regierung vor stellig zu werden. Dementsprechend wurde für den kommenden Dienstag eine Ausschußsitzung einberufen, um die Fleischpreise den Viehpreisen entsprechend zu erhöhen. Auch in Berlin und Leipzig sind die Preise um etwa 8 Mk. pro Zentner gestiegen. (22. Deutscher landwirtsch. Genossenschaftstag in Oldenburg.) Es wurden Bielefeld, 18. August.(Ferien=Straf= kammer.) 1. Der 20 Jahre alte Fabrikarbeiter A. M. von Jöllenbeck, war vom Schöffengericht zu Bielefeld von der Anklage gemeinschaftlicher Mißhandlung freigesprochen worden, weil die Beweisaufnahme nicht genug Material für seine Schuld zu Tage förderte. Gegen dieses Urteil war von Seiten der Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt Das erste Urteil wurde aufgehoben und der Angeklagte M. wegen gefährlicher Körpergerlatzung zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt.— e##ischler und Zimmermann C. B. von Mustholte, jetzt zu Bochum wohnhaft, erhielt wegen Aufforderung zur Uebertretung des§ 217 des Strafgesetzbuchs 2 Monate Gefängnis.— 3. Der Klempnerlehrling C. G. von Gütersloh, welcher früher im Rettungshause zu Schildesche untergebracht war und sich jetzt in der ZwangsMoorburg befindet, erhielt wegen Diebstahls 1 Monat.fängnis und wurde der bedingten Begnadigung empfohlen. Kampf. Eine Geschichte aus bewegter Zeit. Von A. v. Liliencron geb. v. Wrangel. 25][Nachdruck verboten.] Das Mädchen hatte dazu genickt und ihm warm die Hand gedrückt. Sie fühlte sich dem Onkel jetzt innig verbunden. Durch den Ernst der Tage war bei diesem die Wichtigkeit, die er seiner eigenen Person gern beilegte, völlig zurückgetreten. Er dachte, lebte und handelte zum Besten anderer, und das war zu einer Qulle des Verständnisses geworden für ihn und Inge. Länger, als es der Ungeduld der jungen Gräfin lieb war, dauerte es, bevor die eng lische Familie zum Aufbruche fertig war. Endlich hatte man alle Vorbereitungen getroffen und machte sich auf den Weg. Auf einem Handwagen fuhren die Diener etliche Körbe und Kiepen nach, die mit lauter trefflichen Sachen vollgepackt waren. Außerdem aber belud sich noch jeder einzelne der kleinen Gesellschaft reichlich mit allerhand verheißungs vollen Paketen. Heiß brannte die Sonne, aber wen kümmerte das heute? Man dachte kaum daran, wie sengend ihre Strahlen waren, und wie lang sich der Weg bis nach Winkels ausdehnte. Das Durchkommen in den Straßen Kissingens hatte seine Schwierigkeit, sie waren mit Truppen und Wagen überfüllt. Ueberall zeigten die Häuser Spuren der Kugeln; heruntergestürzte Gesimse, zerbrochene Fensterscheiben und eingeschlagene Torflügel redeten von dem verzweifelten Straßenkampfe. Endlich hatte man sich durchgearbeitet. Doch nun, hart vor Kssingen, schien man in eine Art Lager hineingekommen zu sein, jedenfalls in einen Plotz den marschierende Truppen zu einem augenblicklichen Ruheflick erwählt hatten. Ein burtes Bild breitete sich vor den Ankommenden aus, das Inge in seinen Einzelheiten gar nicht so schnell erfassen konnte. Ruhend oder plaudernd saßen Infanteristen auf den Rändern der Chausseegräben. Einige Uebereifrige brachten noch dieses oder jenes an ihren Sachen instand oder reinigten ihr Schuhzeug von dem Staube der Landstraße Die Chaussee wie das daneben liegende freie Feld war in malerischem Durcheinander mit Gruppen von Infanteristen und Kavolleristen bevölkert. „Sehen Sie nur! Sehen Sie nur!“ rief die junge Engländerin lachend und zeigte auf einen Husaren, der ein Schwein an eine eiserne Kette gelegt hatte und diesen Vierfüßler trotz seines Schreiens und Sträubens Infanterie=Regiments Ne. 26 in Magdeburg, ist zum Oberst und Regimentskommandeur des Jufanterie Regiments Graf Bülow von Dennewitz(6. Wests.) Ne. ernannt. m.(Unfall.) Beim Neubau der Schule an der Rohrteichstraße stürzte gestern morgen 8 Uhr ein Arbeiter von einer Leiter ab und zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu. Nachdem demselben durch Heren Dr. Stohmann die ferste Hilfe zuteil geworden war, erfolgte dessen Ueberführung durch die Feuerwache nach seiner Wohnung. m(Diebstahl.) In einem Hause an der Ulmenstraße wurde am 18. d. M. aus einer unverschlossenen Kommode eine silberne Hercen=Remontoir Uhr mit Kette gestohlen. Eine der Tat dringend verdächtige Frauensperson wurde zur Anzeige gebracht. m.(Einbruchsdiebstahl.) Ju vergangener Nacht wurden in der Schuhfabrik Kröger u. Meyer in der Herforderstraße 7 Paar Herren Chevreaux Agraffen Stiesel, 5 Paar Herren=Chevreaux Kaopf=Stiefel, 13 Paar Herren-Boxcalf Stiefel gestohlen. Besichtigung des Tatortes ergab, daß die Diebe vom Bahndamm her mittelst einer Leiter auf das Dach der Fabrik gelangt und von dort aus durch ein Fenster eingestiegen sind. Die besohlene Firma hat auf die Ecmittelung der Täter 30 Mark Belohnung ausgesetzt. m(Rechtsfahren,) solange keine betlichen Hindernisse entgegenstehen! Diese Bestimmung gilt nicht nur für Fuhrwerke und Kcaftfahrzeuge aller Art, sondern auch für Radfahrer und ist im Interesse der ordnungsmäßigen Abwickelung des Verkehrs streng zu beachten Aus Anlaß wiederholt notwendig gewordener Bestrafungen wird hierauf besonders hingewiesen. m.(Der Milzbrand) unter dem Pferdebestande des Milchhändlers Heinrich Schulze, hier, Kamphof 61, ist erloschen. m.(Die obrigkeitliche Genehmigung) zur Vertreibung von Losen im ganzen Bereich der Monarchie ist der Geldlotterie zur Echaltung des Siebengebirges und der Lotterie des Lausitzer Renn= und Pferdezuchtvereins in Kottbus erteilt worden. m.(Als gefunden) angemeldet wurden 20 Briefmarken, 1 Herrenschuh, 1 Damenportemonnaie mit geringem Inhalt, desgl. mit größerem Inhalt, 1 Fahrrad. m(Als zugelausen) wurden zwei Terrier gemeldet. 69 Schildesche, 20. August.(Selbstmord.) Heute gegen mittag erhängte sich in dem Hause Hirforderstraße 2 der Arbeiter G. L. Das Motiv zu dieser Tat ist in Trunksucht zu suchen. L. hinterläßt Frau und 4 Kinder. Wie noch bekannt sein dürfte, hat sich im selben Hause erst vor einigen Wochen ein Arbeiter F. erhängt. 60 Gellershagen, 20. Aug.(Fahrraddiebstahl.) Am vergangenen Sonnabend, den 18. d. Mis., wurde hier auf dem Schloßhofe dem Arbeiter Gustav Horstkötter aus Sieker sein Fahrrad entwendet. Der Täter, welcher heute vormittag in Bielefeld verhaftet wurde, hatte das Rad bereits für 20 Mark verkauft und war auch schon im Besitze eines weiteren gestohlenen Rades. Lämershagen, 20. Aug.(Bestohlen) wurden vor einigen Tagen Herrn Puls, hier, aus einem Koffer 300 Mark. Jetzt hat man laut„Westf. Zig“ den Täter erwischt, es ist ein in der Nichdarschaft wohnender Schulknabe, der das Geld für Näschereien nach und nach ausgeben wollte. 240 Mark wurden bei ihm vorgefunden und dem P. zurückgeg hatte er bereits aus ist erstattet worden. hinter seinem Pferde herschleifte.„Was bedeutet das?“ fragte Inge verwundert. Unerwartet kam die Antwort von einer anderen Seite. Ein älterer Offizier war an die jungen Damen herangeritten, legte grüßend die Hand an den Helm und erklärte:„Unsere braven Jungen mußten gestern barbarisch hungern. Was sie aber in Winkels an Eß barem eroberten, und was darauf nicht in der großen Vertilgungsschlacht unterging, das schleppen sie mit. Aber," unterbrach er sich in plötzlichem Erkennen,„irre ich mich nicht, so sind das ja meine Freudenspender von gestern.“ Die junge Engländerin nickte freudig errötend und suchte eifrig in ihrem Kördchen nach dem silbernen Becher, den sie, wie gestern, für den General füllen wollte. Ihr Vater war auch schon herzugekommen. „Indeed— General Wrangel! Habe Sie at once erkannt,“ versicherte er höchst vergnügt. Ein gegenseitiges eingehendes Begrüßen, Händeschütteln, sowie heiteres Fragen und Antworten fand statt. Inge hatte sich abgewandt. Was ging das sie an? Dazu war sie nicht hinaus. gegangen. Und doch, sie konnte es nicht hindern, daß bei Nennung des Namens „Wrangel“ vor ihrem geistigen Auge die schlanke Gestalt des Freiherrn von Werbach auftauchte. Er gehörte ja zu den Truppen des Generals. Ob er jetzt auch hier war? Ob sie je ergründen könnte, welchen Talisman er trug? Ueberstürzend drängten sich diese Fragen durch ihren Kopf, und nur um ihnen zu entfliehen, zwang sie sich, auf die Unterhaltung zu hören, die an ihrer Seite geführt wurde. „Was mache Sie hier?“ hörte Inge Mr. Smith in seinem gebrochenen Deutsch fragen. „Why komme Sie not herein in Kissingen?“ „Weil mir, als ich hier eintraf, der Befehl zuging, so lange zu rasten, bis ich weitere Weisungen erhalten würde," antwortete der General. Der Fragesteller konnte sich noch nicht beruhigen.„Aber why? Warum das?“ drängte er. Wrangel lachte.„Das„Warum fragen“ verlernt der Soldat. Der hat einsach den Befehlen seines Vorgesetzten zu folgen. Wir warten hier, und wenn wir darüber schwarz werden sollten, bis wir Befehl erhalten, weiter zu rücken.“ (Fortsetzung folgt.) Aus den Kreisen M Minden, 21. Aug santerie= Regimen um in der Senne zu dort ins Manöverfeld Minden, 21. Aug meine Ehrenzeich steller Erfmeier in Uebertritts in den worden. Minden, 21. Aug Sonnabend ist das Wi Bente im Grünen Stall niedergebrannt. gerettet werden. Ein Hafer und Heu sind v Minden, 21. A diebstähle.) Freita 8 Uhr wurden ein Fal mit niedrigem Rahmen bogener Lenkstange m griffen und schwarzen 90 Mark und ein alt 181601 im Werte wendet. Halden Kreis L4 (Aufbesserung der Der„Wests. Zig.“ wird Auf Aaregung der K Minden ist in fest Kreises Lüdbecke das G auf 1200 Mark und 180 Mark pro Altersst hiefige Schulvertretung jedoch nicht zustimmen deshalb, das Grundgeh auf 1200 für alle drei und eine pensionsfähig die erste Lehrerstelle hie der Adbauschule zu Iln zu gewähren, die Alte dem früheren Satze v# Stufe bestehen zu lasse hat die Genehmigung d gefunden und sind som stelle und die der Abb für jüngere Lehrer die Regierungsbezirk Mind von Bieltfeld. Aus den Kre Herford, 20. Aug. Motore kommen.) findet auf der Strecke L. ver=Minden=Hirford Bu Tourenfahrt mit kleine Die ersten Kraftwagen bereits gegen Mittag beteiligten Kreiseingesess die Mindener und Biele Tage tunlichst feeizulass werke und Kinder zurüc glückefälle vermieden we Herford, 20. Aug. Die nächste Sitzung den 12. August, nach Biermanns Restaurant 1. Vortraf: Uesp ung ur der Wärme und des M schäftliches. Herford, 20. Aug. markte) kosteten Mon 120—125 Pfg., Eier 6 15—18 Pfg., Vietsbohl Bohnen—4 Pfg., S Kartiffeln—5 Pfg., Schalotten 15—20 Pfg., Birnen—10 Pfg., Pf Bickbeeren 20 Pfg., 8 Pfg., Tom iten 25 Pig Pfg., 1 Kopf Blumen Rotkohl 15—25 Pfg, B Wirfing—10 Pfg., 1 Bund Wurzeln—1 10 Pfg. Kohlrabi 10— 5 Pfg., Reitige—10 P —8 Pfg., Gurken 5— 100—225 Pfg. Bünde, 20. Aug. Heute vormittag trafen und eine Batterie des Of Regiments Nr 62, vo hier ein und nahm in Baynhof und einzelnen Stadt Qtartier. Morge schaften auf Hameln zu, übungen stu finden werd Ennigloh 20. Aus wurde nach dem.B. 2 gesellen Bödeke hierselbst lengern ein Fahrrad in Mark. Dem Täter ist Ferner sollen am Sonn zwei Fahrräder gestohlen dem Kreist Werther, 19. Aug.(1 wvertretung) hat in it 16 in Magded Regimentslegiments Graf Bests.) Ne. 55 bau der Schule gestern würgen ner Leiter ab lbeinbruch zu. een Dr. Stoh. geworden war, urch die Feuertem Hause an 8. d. M. aus e eine silberne ette gestohlen. htige Frauensracht. .) Ja verer Schuhfabrik Herforderstraße raffen Stiefel, pf=Stiefel, 13 estohlen. Bedaß die Diebe einer Leiter angt und von gestiegen sind. e Ecmittelung na ausgesetzt. age keine betn! Diese Befuhrwerke und sern auch für der ordnungshrs streng zu olt notwendig hierauf ber dem Pferdenrich Schulze, e Genehon Losen im ist der Geldsiebengebirges r Renn= und rteilt worden. ieldet wurden ), 1 Damen= ahalt, desgl. nb vurden zwei (Selbsterhängte sich der Arbeiter Tat ist in terläßt Frau it sein dürfte, vor einigen st. g.(Fahr= zenen Sonnde hier auf er Gustav ein Fahrrad r heute vorvurde, hatte verkauft und es weiteren Bestohlen) herrn Puls, Nark. Jetzt n T ä t e r e r Nachdarschaft i3 Geld für jeben wollte. vorgefunden es Namens Auge die on Werbach en Truppen hier war? schen Talisiese Fragen n ihnen zu die UnterSeite gee Inge Mr. itsch fragen. Kissingen?“ der Befehl ich weitere wortete der noch nicht um das?“ um fragen“ einsach den vgen. Wir der schwarz erhalten, ig folgt.) und dem P. zurückgegeben, das übrige Geld hatte er bereits ausgegeben. Strafanzeige ist erstattet worden. Aus den Kreisen Minden und Lübete. Minden, 21. Aug.(Das 15. Insanterie= Regiment) ist gestern ausgerückt, um in der Senve zu üben und darauf von dort ins Manöverfeld zu gehen. Minden, 21. August.(Das Allgemeine Ehrenzeichen) ist dem Weichensteller Erfmeier in Porta anläßlich des Uebertritts in den Ruhestand, verliehen worden. Minden, 21. August.(Feuer.) Am Sonnabend ist das Wohnhaus des Arbeiters Bente im Grünen Weg Nr. 16 nebst Stall niedergebrannt. Das Vleh konnte gerettet werden. Eine Quantität Roggen, Hafer und Heu sind verbrannt. Minden, 21. August.(Fahrrad= diebstähle.) Freitag abend gegen 6 bezw. 8 Uhr wurden ein Fahrrad Marke Schwalbe mit niedrigem Rahmenbau, nach oben gebogener Lenkstange mit beschädigten Korkgriffen und schwarzen Felgen im Werte von 90 Mark und ein altes Dürkopprad Nr. 181601 im Werte von 30 Mark entwendet. Halden Kreis Lübbecke, 19. August. (Aufbesserung der Lehrergehälter.) Der„Wests. Zig.“ wird von hier geschrieben: Auf Aaregung der Königl. Regierung in Minden ist in fest allen Gemeinden des Kreises Lüdbecke das Grundgehalt der Lehrer auf 1200 Mark und die Alterszulage auf 180 Mark pro Altersstufe festgesetzt. Die hiefige Schulvertretung glaubte diesem Satze jedoch nicht zustimmen können und beschloß deshalb, das Grundgehalt von 1050 Mark auf 1200 für alle drei Stellen zu erhöhen und eine pensionsfähige Stellenzulage für die erste Lehrerstelle hier und für die in der Adbauschule zu Ilwede von 900 Mark zu gewähren, die Alterszulage jedoch auf dem früheren Satze von 140 Mark pro Stufe bestehen zu lassen. Dieser Beschluß hat die Genehmigung der Königl. Regierung gefunden und sind somit die erste Lehrerstelle und die der Abbauschule in Ilwede für jüngere Lehrer die best dotiertesten im Regierungsbezirk Minden, mit Ausnahme von Bieltfeld. Aus den Kreise Herford. Herford, 20. Aug.(Straßen frei— Motore kommen.) Am 24. Aug. d. J. findet auf der Strecke Lüneburg Celle Hannover=Minden=Hirford Bielefeld eine internat. Tourenfahrt mit kleinen Motorwagen statt. Die ersten Kraftwagen werden voraussichtlich bereits gegen Mittag hier eintreffen. Den beteiligten Kreiseingesessenen wird empfohlen, die Mindener und Bielefelderstraße an diesem Tage tunlichst fceizulassen, namentlich Fuhrwerke und Kinder zurückzuhalten, damit Unglückefälle vermieden werden. Herford, 20. Aug.(Lehrerverein.) Die nächste Sitzung findet am Mittwoch, den 12. August, nachmittags 4 Uhr, in Biermanns Restaurant statt. Tagesordnung: 1. Vortraf: Ursp ung und Träger des Lichtes, der Wärme und des Magnetismus. 2. schäftliches. Herford, 20. Aug.(Auf dem Wochenmarkte) kosteten Montag das Pfund Butter 120—125 Pfg., Eier 60—65 Pfg., Erbsen 15—18 Pfg., Vietsbohnen—7 Pfg., große Bohnen—4 Pfg., Spinat 10—15 Pfg., Kartiffeln—5 Pfg., Zviedeln—8 Pfg, Schalotten 15—20 Pfg., Aepfel—15 Pfg., Birnen—10 Pfg., Pflaumen—20 Pfg., Bickbeeren 20 Pfg., Kronsbeeren 28—30 Pfg., Tom iten 25 Pig, Trauben 40—45 Pfg., 1 Kopf Blumenkohl 10—50 Pfg., Rotkohl 15—25 Pfg, Weißkohl—10 Wirfing—10 Pfg., Salat—5 Pfg., 1 Bund Wurzeln—10 Pfg., rote Beete 10 Pfg. Kohlrabi 10—15 Pfg, Radieschen 5 Pfg., Reitige—10 Pfg., Sellerie 1 Stück —8 Pfg., Gurken—10 Pfg, 1 Schock -ise be. 441 8 Bünde, 20. Aug.(Einquartierung.) Heute vormittag trafen ein Abteilungsstab und eine Batterie des Ostfcies. Feldartillerie= Regiments Nr 62, von Melle kommend, hier ein und nahm in den Straßen am Baynhof und einzelnen Wirtschaften in der Stadt Qtartier. Morgen rücken die Mann schaften auf Hameln zu, woselbst Regiments. übungen siu fieden werden. Ennigloh 20. Aug.(Gestohlen) wurde nach dem„B..“ dem Schlossergesellen Bödeke hierselbst gestern in Kirchlengern ein Fahrrad im Werte von 100 Mark. Dem Täter ist man auf der Spur. Ferner sollen am Sonnabend Abend noch zwei Fahrräder gestohlen sein. mittag stattgefandenen Sitzung den Bau des neuen Postgebäudes mit 5 gegen 3 Stimmen beschlossen. Der Bau wird nach dem„Biel..=.“ neben die jetzige Post zu stehen kommen. Das Grundstück, dem Kaufmann David Goldschmidt gehörig, kostet 18000 Mk.; die Gesamtkosten sind auf 56000 Mk. inkl. 1 Prozent Amortisation veranschlagt. Die jährliche Mete beträgt 2400 Mi; darnach muß die Stadt jährlich 450 Mk. zuschießen. Ferner wurde eine vorläufige Jnstandsetzung der Rosenstraße vorgesehen; dieselbe soll im nächsten Iihr ganz neu gebaut werden. Gegen die noch bekannt gegebenen Jahresrechnungen wurde kein Einwand erhoben. Aus den Kreisen Wiedenbrüc und Paderborn. Gütersloh, 18. August.(Tierschaufest) Am nachsten Donnerstag wird das Tierschaufest des Landwirtschaftlichen Lokalvereins auf dem Westheermannschen Koro nate in Nordhorn gefeiert. Der Vorstand des Vereins und die verschiedenen Kommissionen haben seit Wochen die Vorbereitung zu einem guten Gelingen des Festes in umfassender Weise getroffen. Uater den Landwirten scheint für die Ausstellung viel Jnteresse vorhanden zu sein, konnten doch in der Vereinsversammlung am Donnerstag abend etwa 20 neue Mitglieder ausgenommen werden. Hiernach dürfte mit Gewißheit feststehen, daß die Ausstellung am Donnerstag ein übersichtliches Bild von dem Viehstande hiesiger Gemeinde wie auch von den landwirtschaftlichen Produkten ergeben wird. Auch die Mitglieder des Ziegenzuchtvereins werden sich an der Ausstellung beteiligen. An Prämien werden verteilt: für Pferde 250 Mk., für Rindvieh 650 Mk., für Schweine und Ziegen 250 Mk., für Produkte 100 Mk. zusammen 1250 Mk. Mit ersten Preisen können nur solche Tiere bedacht werden, die mind stens 6 Monate vor der Ausstellung in dem Besitz der Aussteller gewesen sind. Hierzu wurde in der letzten Sitzung noch beschlossen, daß diese Bedingung auf den 1, 2. und 3. Preis bei allen Tiergattungen Anwendung firden soll.— Das Vieh muß morgens 8 Uhr zur Stelle sein, um 9 Uhr beginnt die Prämiierung. Mittags findet ein Festessen statt. Um 4 Uhr nachmittags findet ein Verkauf von eingeführtem Zuchtvieh statt. Auf dem Festplotze konzertiert das hiefige Stadtorchester. Wir verweisen noch auf das in heutiger Nummer abgedruckte ausführliche Festpeogramm.(Güt. Ztg.) Aus den Reg.=Bez. Münster und Arnsberg. Soest, 17. Aug.(Unfall.) In Ruploh geriet heute vormittag ein beim Lundwirt Jandrees bedienstetes Mädchen beim Mähen in die Messer einer Mähmaschine, wodurch es sehr schwere Verlitzungen davontrug Die Bedeuernswerte wurde dem St. Marienhospital hierselbst zugeführt. Lippstadt, 15. Aug.(Lippstadt als Badeort.) Wie das„Lppstädter Kreisblatt" von gut unterrichteter Seite erfährt, soll nunmehr mit der Errichtung des Thermalbades am Kreuzkamp Ernst gemacht und die Friigstillung so gefördert werden, daß mit.m 1. Juni nächsten Jahres das Bad eröffnet werden kann. Mit einer unserer ersten Baufirmen ist kontraktlich vereinbart worden, daß bis zum genannten Zeitpunkte das Kurhaus sowie eine An zahl Villen, die als Pinsionshäuser dienen sollen, fertig gestellt sind. Von der Größe des neuen Bades legt wohl am besten die Tatsache Zeugnis ab, daß das Kurhaus 250 Badezellen enthalten soll und die dort gleichzeitig geplanten Park= und Waldanlagen eine Fläche von 150 Morgen einnehmen werden. Daß unsere Stadt durch diese Anlagen nur gewinnen kann, liegt klar auf der Hand haben, jetzt wieder hannoverisch zu werden. Erst als ihn die Gemeindevertreter darauf aufmerksam machten, daß er in diesem Falle auch nach dem Anschluß an Hannover ein Preuße bleibe, stimmte er laut„Rh=W. 8. den Anschlußbedingungen zu mit den Worten: „Na, denn is es gaud; de Hauptsake is, dat wi den Kaiser beholt!“ Uerdingen, 18. Auz.(Milchanstalt.) Ja der letzten Stadtratssitzung teilte laut „Rh.=W. Ztg.“ der Vorsitzende mit, daß die aus Anlaß der filbernen Hochzeit des Kaiserpaares von der Stadt eingerichtete Milch anstalt zur Besorgung guter Säuglingsmiich, insbesondere auch für unbemittelte Kreise, sich eines ganz außerordentlichen Zuspruchs erfreue, so daß eine Erweiterung schon erforderlich sei. Die Kosten hierfür wurden von der Versammlung bewilligt. Essen, 17. August.(Rückgang des Konsums alkoholischer Getränke.) Der Einfluß der gegen übermäßiges Teinken und speziell gegen zu starken Bier= und Brannt weinkonsum gerichteten Bewegung macht sich nach der„Rh-W. Zig“ im deutschen Zollgebiet(einschl. Luxemburg) insofern geltend, als der berechnete Verbrauch an Bier auf den Kopf zurück zegangen ist von 125 Liter in 1900 auf 117 Liter in 1904; der Beanntweinverbrauch ging von 6,3 Liter in 1900 auf 6 Liter in 1904/05 zurück.— Dabei kann erwähnt werden, daß der Totalverbrauch im Zollgebiete sich in den letzten Irhren ziemlich auf gleicher Höhe gehalten, der Zuckerverbrauch aber zuzenommen hat. De: Salzverbrauch ist von 17,7 Kilogr. in 1900 aus 18,7 Kilogr. in 1904 gestiegen. Essen, 20. Aug.(Der 53. Katholikentag) wurde gestern unter dem Geläut sämtlicher Glocken der katholischen Kirchen mit einem Pontifikalamt in der Mänster kirche eröffnet. 43000 Mitglieder der katholischen Vereine waren eingetroffen. Am Burgplatz ließ Kardinal Dr. Fischer den gewaltigen Festzug an sich vorüberziehen. Er übermittelte den Teilnehmern den aposto lischen Segen des Papstes und erteilte ihnen seinen bischöflichen Segen. Tausende wohnten der Begrüßungsfeier in der Festhalle bei. Landgerichtsdirektor Laasmann er öffnete sie mit einer Ansprache, in der er versicherte, dem Unglauben gegenüber werde man unerschütterlich feststehen zu Thron und Altar. Es folgten dann Reden des Oderbürgermeisters Holle Essen, des Grafen Vietinghoff=Scheel=Wien, des Justizrats Custodis Köln u. A. In der heutigen öffentlichen Sitzung hielt der Präsident Reichstags Abgeordneter Gröber, seine Antrittsrede. Alsdann teilte Kardinal Fischer=Köln mit, daß er den Papst gebeten habe, den Kardinal Vannutellt hierher zu entsenden. Dieser werde am Mittwoch eintreffen, um der Versammlung den Segen des Papstes zu spenden. Hierauf ertellte Kardinal Fischer den oberhirtlichen Segen Nunmehr refe rierte Landtagsabgeordneter Dr. Porsch über die Schulfrage. Später wurde die Antwort des Kaisers auf ein heute morgen abgesandtes Huldigungstelegramm verlesen, das folgendermaßen lautet: „Schloß Wilhelmshöhe.“ Ich habe den freundlichen Gruß der dort versammelten deutschen Katholiken gern entgegengenommen und mich aufrichtig über die Versicherung gefreut, daß die Generalversammiung der Versöhnung der Korf ssionen und sozialen Gegersätze zu dienen bestrebt sein wird. Für diese Kundgebung treuer Ergebenheit spreche ich meinen wärmsten Dank aus. Wilhelm I..“ Die Verlesung des Telegramms wurde mit jubelndem Beifalle ausgenommen, worauf der Präsident ein dreifaches Hoch auf den Kaiser ausbrachte. Die Versammlung warde segen 8 Uhr geschlossen. noch einen Ausflug nach Potsdam und Wannsee gemacht haben. Sonnabend abend sand ein Kommers im Restaurant„Alt Bayern“ statt, der auf die französischen Gäste wegen des ungewohnten deutschen Studertenkomments einen großen Endruck machte. Bei dem Kommers hat sich ein povisorisches Komitee für internationale ärztliche Studienreisen konstituiert, das die Bildung eines definitiven Komitees vorbereite: soll. Plauen i. V, 20. Aug. Der„Voigtl. Anz.“ meivet aus Zeulenroda, daß dort innerhalb dreier Tage drei Mitglieder der Familie eines Hutmachers an Vergiftung gestorben sind. Die Familie halte in einem kupfernen Kessel zuberliteten Gurkensalat genossen. Norderney, 20. August. Drei badende Damen und ein Kind wurden vom Strome fortgerissen, aber durch ein Rettungsboot gerettet. Die Wiederbelebungsversuche waren laut„H..“ bei drei Personen erfolgreich, bei einer älteren Dame dagegen anscheinend vergeblich. Köln, 20. August. Amtlich. Auf der Station Call fuhr gestern morgen eine Drucklokomotive so heftig auf den Schluß des Schnellzuges 152, der nach Trier ging, daß der letzte Persovenwagen in den davorstehenden Postwagen gedrückt wurde. Zwei Personen erlitten Beirbrüche, mehrere andere wurden leicht verletzt. Der Betrieb ist nicht gestört. Der Post= und Personenwagen sind zertrümmert. Brüssel, 19. Aug. In Gent wurden die Diebe entdeckt, die vor einiger Zeit im Kursaal von Ostende der Baronin Höllriegel ein Perlenkollier im Wert von 2300000 Franken gestohlen hatten. Es sind zwei Kaff ehauskellner, die bereits verhaftet worden sind und die Tat gestanden haben. Auf einen dritten Mitschuldigen wird gefahndet. Das wertvolle Halsband wurde bei der Schwiegermutter eines der Diebe, die die Herkunft urd den Wert nicht abnte, wiedergefunden. Für die Entdeckung der Diebe war eine Belohnung von 30000 Franken ausgesetzt worden. New York, 20. Aug. Nach einem aus Fort de Frarce hier eingelaufenen Telegramm sind auf der Insel Martinique mehrere heftige Erdstöße wahrgenommen worden. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observatorium Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 21. bis zum Abend des 22. August 1906. Mäßige südliche Winde, abnehm nde Bewölkung, stellenweise leichte Niederschläge, nachts kühler, tags wätm r als am Vostage. Uebersicht der Wieterung Bielefeld, 21. August 1906. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., hier. Niedrigst. Thermometerstand in der Nacht+14 Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+19°C. Barometer 75.6 cm. - Wind: Süd West. Himmel: bedeckk dem Kreise Werther, 19. Aug.(Unsere Stadtwertretung) hat in ihrer gestern nachAus den Nachbarprovinzen und Staaten. Hameln, 17. Aug.(Interessante Funde) Wie die„Deister= und Weserzeitung“ mitteilt, wurden bei den Arbeiten für die Sch.ffoarmachung der Hamel verschiedentlich Kaochenreste gefunden, deren .öße darauf schließt, daß sie von prähistorischen Tieren stammen. Die interessanten Funde werden dem hiesigen Museum überwiesen weiden. Hannover, 17. Aug.(Ergötzliches Intermezzo.) Auf einer kürzlich abgehaltenen Gemeindeversammlung in einem Vororte Hannovers, in der es sich darum handelte, den Anschluß dieses Vorortes an Hannover zu erzielen, spielte sich ein ergötz liches Intermezzo ab. Ein diederer Grund besitzer war durchaus nicht dazu zu bewegen, bei der Abst mnung seine vielen Stimmen für den Anschluß an„Hannover“ abzugeben. Er meinte, nachdem er nun schon vierzig Jahre preußisch sei, und die Regierung des Kaisers ihm sehr gefalle, keinen Grund zu Zum Erdbeben in Südamerika. In Valparaiso ist nach einer Depesche des Nordd. Lloyd das Geschäftsvieltel vollständig zerstört. Ein Teil der deutschen Familien hat sich an Bord der dort im Hafen liegenden Dampfer der Bremer Roland Linie„Lamber!" und„Turpin“ begeben. Ganz Chile und Bolivia wurden von dem Erdbeben heimgesucht. Nach einem New Yorker Telegramm werden die Verlufte in Bal. paraiso auf 50 Millionen Pfund Sterling(1 Allarte, Nach) gisigzt. Berlin, 29. Aug. Bei der hiesigen chilenischen Gesandtschaft ist heute folgendes Tele gramm des Ministeriums des Auswärtigen aus Santiago de Chile eingegangen: Am 16 August, abends, wurden die Plovinzen Balparaiso und Talca von Erdbeben heimgesucht. Der Verlust an Menschenleben ist nicht bedeutend, der Schaden an Eigentum in Valparaiso bedeutend, in Santiago de Chile weniger bedeutend. Oeffentliche Ordnung ungestört Behörden und Prioate tragen für alle Bedürfnisse der auswärtigen Vertreter und deren Famlien Sorge. Berlin, 20. August. Die französischen Aerzte haben Berlin verlassen, nachdem sie gestern Neueste Nachrichten. Berlin, 21. August. Reichstagsabgeordneter Dr. Ablaß wurde, nach dem „Boten aus dem Reser gebirge“ am Montag nachmittag in der Kolonialaffäre von dem Untersuchzungsrichter ds Landgerichts in Hieschbera in Schl sien kommissarisch vernommen. Es handelt sich zunächst um den Fall Patkamer. Er wurde Dr. Ablaß zugemutet seine G währsmänner zu nennen und auch die Art der Herkunft sines Materials zu nennen; auch dieses Ansinen lehnte Dr. Ablaß ab. Di ser Vernehmung soloß sich an eine weitere Vernehmu g des Abgeordneten in der Unersuchungesiche gegen die Beanten des Knonialants Sötz, Schneider und Genessen. Hier stellte sich D. Ablaß auf den Standpunkt, das er zunächst von dem Zeugnis verweigeringsrecht des Verteidigers der Angeklagten Gebrauch mache, betonte aber außerdem, daß er auch hier das M terial, werches er als Reichstagkabgeordneter erhalten habe, nicht preisgebe. Ee lehn: deshalb die Herausgabe seiner Verteidigungsakten, sowie auch der Reichötagsekten ab. Herauf wirde dem Dr. Ablaß die gerichtliche Beschlagnahme in Auesicht gest Ut. London, 21. Aug. Nach einem Telegramm der New Yorker„Trib.“ wurden in Los Andes 800 Personen verschlungen, in Melipilla 200, nur wenige entkamen; bekannt sei, daß in Valparaiso 500 Menschen umgekommen seien. Der amerikanische Gesandte telegraphiert aus St. Jago, man könne die luste an Menschenleben in Valparaiso noch nicht schätzen, doch seien sie enorm. Carlos Edwards, einer der Eigentümer der Zeitung „Mercurio“, berichtet, man halte in Anbetracht des weiten Gebietes die Verluste an Menschenleben für ziemlich gering, aber auf einer Station allein hätten fünfzig Tote gelegen. New=York, 12. August. Valparaiso ist nur noch eine große Ruine. Vina del Mar mit 2000 Einwohner, Quirine mit 2500 Einwohner, Limache mit 6500 Einwohner, Guillota mit 10000 Einwohner und alle Ortschaften ringsherum sind zerstört. Die Einwohner kampieren in den Bergen, die Nahrung ist rar. Die administrativen Gebäude und das Victoriatheater in Valparaiso sind bis auf die Fundamente vernichtet, S KinderMomentAufnahmen. Familienbilder Vereinsbilder Vergrösserungen, liefert in anerkannt bester Ausführung bei mässigen Preisen Hof-Photograph Haeyn-Wilms Bielefeld, Oberntorwall 23. Fernruf 182. 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Hierdurch vird einerseite der im GHortendienst ingenden Gemeinde, eine lange Jahre andauernde Strung veruracht und andrereits auch der Uner: schied zwischen unserer Ravensbergischen und der imn Rheinisch-Westiälischen Prorinzialgesansbuche Arierten Sanzesweise zn einer unüberbrichbaren Hlut genacht Es wird hiernach den einzelnen Gemeinden über. lassen bleiben misen, für. weiche Ausgabe die eich entscheiden wollen. Das Gesangbuch ist durch alle Buch- u. Papierhandlungen zu beziehen. Velhagen& Klasing. Vertikows, Spiegel und Stühle empfiehlt als besonders gut und preiswürdig Fritz Tiekötter Möbelfabrik, Niedernstr. 45. Mötelfabrik u. Dekorationsgeschäft Wilh. Barkey Schillerplatz 20a Fabrik Waldhof 2. Wohnungs-Einrichtungen in allen Preislagen Grosse Auswahl in einzelnen Holz- und Polstermöbeln, Dekorationen, Teppichen etc. Eigene Polster- und Dekorations-Werkstätten Feinste Referenzen.— Dehrjährige Garantie. Slelerelder Schreibstube. Zimmerstraße 19.— Fernsprecher 292. 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August Heer und Soz Die„Antisozia Korrespondenz Schärfe gegen die nei gewordene Forderung, Sozialdemskratie auch dadurch aufzunehmen, der Instruktionsst die nötige Belehrung z Sie bemerkt, ein solg die Sozialdemokratie in zur Diskussion stellen. Organ, das sich ausschli der Sozialdemokratie ge eine genaue Kenntais de demokratie nicht abzuspre mittel als unzweckmäßig wirft, so ist das an sich der allseits vorhandene nicht, es kommt eben de geschlagene Weg der rie Die„Kreuz=Zeitul Angelegenheit folgendes: Organismus der Arme andersartigen Tätigkeits den neu Eintretenden inne kann vielleicht niemand wer mit höherer Bildun ganz jugendlichem Lebens Freiwilliger in das Heer das schon von dem ge noch viel mehr von de kann das z. B. leicht beim Gespräch der Mar die heimischen Verhältn die bürgerliche Berufest den Hintergrund treten, Leute dient ihnen gewöh seitiger Uzerei. Woher übergehende Verdrängung dankenkreises? Wesentli das gewaltige Getriebe sonstige Welt ein in Ganzes darstellt, das sei und Aufgaben lebt. Diese des Heeres, verstärkt no Armee der Kommandog Kriegsherrn untersteht, di Regierungsgewalt de: Land gemäß gesetzten Schranke hat wesentlich dazu bei Deutschland zu dem zu —„zu dem ganz bes wie er in der We vorkommt", wie Be geständnis bei den Eri politischen Massenstreik Aus solchen Erwägn grundsätzlich von dem ferngehalten. Die M kein Wahlrecht zum Re tage, die Teilnahme an und Versammlungen untersagt. Mag man daß die Sozialdemokratie, lagen der Staatsordnung keine Daseinsberechtigung doch nicht bestreiten, Bekämpfung der sozialt lehren ohne eingehende schaftspolitische Erörtern ist. Man verstehe uns redend darf der Soldat darüber im Zweifel gel die Pflicht unweigerlichen dieselbe ist, ob er gegen