30.Sept.1909.) Oberntorwall 103. Am Bahnhof 2. lberechtigung gelten Ritglieder. schließlich des Vor. en werden, we: das ihl vorangegangenen sung auf Grund des Juni 1870(.=.= ührung des BundesMärz 1871(.=S. Armenunterstützung erven, wer in dem Jahre wohnt oder begerichts nicht beder körperlicher Geihig sind,(Gerichtsn werden. itgebern, zur Hälfte tzer aus dem Kreise geber, die Beisitzer Arbeiter auf die ässig. ser jeder Kategorie derwahl zulässig ist. echtigt: nzigste Lebensjahr sts Wohnung oder ebensjahr vollendet schäftigt sind oder, tehen, wohnen. ten Personen sind jedsgericht in Ge11 b der Gewerbeder wählbar noch sonstige öffentliche imrecht durch ihre ses Statuts gelten mindestens einen oder zu gewissen ebern stehen im er Leitung eines esselben betrauten gleich, sofern ihr Mark übersteigt. Zuständigkeit des denden sind als eim. Sie erfolgt samte Bezirk des n angesetzt: s. d. Is. 8 Uhr. Is. iße 30. zimmer 31.) und Arbeitvon Wahldes Gewerbe5. September die Stimma Listen vorist. Die VorKamen(die 9 ptember 1912, 30. September r 10 Namen 30. September 30 September destens von je ich einen für Vertreter beß jeder Wähler r mehrere untersodaß erforderchriften beschafft len werden jetzt ei den Gewerbeandt. timmabgabe sich alien(§ 15 des rn von dem beernfalls sie die Bezirks=Vorsteher ; i n P e r s o n u n d usgeübt werden. sten und die Arbeitnehmer chreiberei des bfolgt. -Gerichts. Bierteljährlich #n der Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1., bei täglicher Zusellung in Bielefeld .30., durch Briestrüger 1,42 M. 30. Jahrgang Anzeigengebühr für die einspaltige Petttzeile oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Erscheint sehdimol wächentlch Geichstfasstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. Sistorischer Kalender. 14. August: Grundsteinlegung zum Kölner Dom, 1248.— Vollendung des Kölner Domes, 1880.— Siegreiches Gefecht des VII. und I. deutschen Armeekorps bei Courcelles, 1870.— Die Preußen stehen vor Toul, 1870.— Konvention von Gastein, 1865. Lehren des russischen Generalstreiks. Während zwischen dem sozialdemokratischen Parteivorstande und der Generalkommission der Gewerkschaften der Streit wegen des Massenstreiks tobte, bei dem der Obergenosse Bebel sich manche Blamage zugezogen hat, ist in Rußland zum drittenmal der Generalstreik in Szene gesetzt worden, aber kläglich gescheitert. Dieser Ausgang des dritten russischen Generalstreikversuches sollte den deutschen „Genessen“ eine Lehre sein, wenn sie nicht mit Blindheit geschlagen sind; denn er hat den deutlichsten Beweis dafür erbracht, daß es auch mit diesem neuesten Mittel der Sozialdemokratie, die bestehende Gesellschaft auszuhungern und zu vernichten, nichts ist, daß vielmehr der französische„Genosse" Jautés vollständig recht hatte, wenn er in dem Generalstreik nur ein Spielen mit der Arbeiterklosse, einen Trick erblickte, durch den niemals die Umwandlung aller sozialen Verhältnisse herbeigeführt werden kann. Das Scheitern des russischen Generalstreiks hat auch bewiesen, daß er selbst in dem beschränkten Sinne einer Deohung versagt. In Rußland ist jetzt zur Wahrheit geworden, was vor einiger Zeit ein angesehenes Leipziger Blatt über den Massenstreik als Kampfesmittel schrieb: So lange die Führer auf die unbewußte und durkle Kraft der Dinge mehr als auf das klare Bewußtsein rechnen können, so lange kann der neu geschaffene Mechanismus der Revolution eine gewisse Wirkung ausüben; wenn aber die bürgerliche Gesellschaft beginnt, das Verhältnis zwischen ihren realen Interessen und den politischen Utopien zu erkennen, so muß sie sich zum Widerstand entschließen und dem revolutionären Generalstreik mit allen Mitteln entgegentreten. Auch der französische„Genosse" Jaurés hat darauf hingewiesen, daß in solchem Falle die bürgerliche Gesellschaft Lebensmöglichkeiten suchen und finden, neue Mittel zur Verteidigung selbst mitten in der Unordnung und Zerrüttung des ökonomischen Lebens entdecken wird. Freilich hat Bebel in Jena gefragt, ob man denn nicht um des großen Zieles willen, zur Verteidigung der höchsten Menschenrechte, ein paar Wochen hungern könnte. Aber er hat vergessen, daß zum Umsturz der festgefügten Mauern der bestehenden Ordnung nicht Wochen genügen, und daß Hunger und Elend auch beim Proletariat stärker wirken als sozialdemokratische Parteibefehle.„Genosse“. Heine hat auf dem Parteitage in Jena die Ansicht ausgesprochen, daß der Generalstreik nur die längst ersehnte Gelegenheit zur„Niederkartätschung des Proletariats“ liefern würde. Wenn er damit gemeint hat, daß sich die bürgerliche Gesellschaft für den Generalstreit durch ein Blutbad unter dem Proletariat rächen werde, so ist er sehr im Irrtum, von solchen grausamen Absichten weiß sich das Bürgertum in allen seinen Schichten frei; es greift nicht an, ist aber bereit, sich zu verteidigen, und wenn die Gegner angreifen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn es sich seiner Haut wehrt. Insofern aber hat „Genosse“ Heine vollkommen recht gehabt, daß durch den Generalstreik tausende von Arbeitern dem Hunger und Elend und damit dem Verderben überliefert werden. Indem die Arbeiter die Produktion hemmen, werden sie folgerichtig sich selbst aushungern; um dem Hunger zu entgehen, werden sie zu Raub und Plünderung schreiten und dadurch nur die Abwehrkraft des Bürgertums verdoppeln. So ist es in Rußland geschehen, und so wird es in Deutschland geschehen, wenn Bebel wieder einmal als Prediger des Generalstreiks aufstehen wird. Das haben sicher auch die Gegner des Massenstreiks in der Sozialdemokratie erkannt, und der Ausgang des jetzt kläglich gescheiterten russischen Massenstreiks hat gezeigt, wie recht sie mit ihrer Gegnerschaft hatten. Der Gedanke des Massenstreiks muß aber dazu herhalten, der großen Masse die Augen zu verbinden gegen die Wahrheit, daß die ganze Gedankerwelt der heutigen Sozial demokratie einem von keinem Lufthauche bewegten Sumpfe gleicht. Jedoch wie die Wahlrechtsdemonstrationen schließlich ihre Wirkung bei einem großen Teile der Ar beiterschaft versagten, sodaß erst neulich ein sozialdemokratisches Blatt vor der Wiederholung der Demonstrationen und Protestversammlungen warnte, da die Arbeiter es doch schließlich satt bekämen, immer dasselbe zu hören und zu beschließen, so wird auch das Geschrei nach dem Massenstreik bald genug seine Wirkung unter der Arbeiterschaft verlieren. Das hat jetzt auch der Ausgang des Generalstreiks in Rußland gelehrt. Landlöhne. Ein Schlosser, der sich bei dem Verwalter eines größeren Gutes, das unter der Königlichen Anfiedlungskommission in Posen steht, um eine Maschinenstelle beworben hatte, er hielt zur Antwort, daß er als zweiter Maschinist unter dem Dampspflugmeister des Gutes angestellt werden könne, und daß er später, nachdem er sich bewährt, auf einem anderen Anfiedlungsgute als Dampspflugmeister verwendet werden solle. Dann heißt wörtlich: „An Lohn und Deputat könnte ich Ihnen vorläufig gewähren: 180 Mk. Lohn, 2 Zentner Weizen, 20 Zentner Roggen, 6 Zentner Gerste, 3 Zentner Erbsen, 70 Zentner Kartoffeln, 6 Hausen Streu. Dann ist es Ihnen gestattet, sich eine Zuchtsau und 10—12 Hühner zu halten und eine Milchkuh bei freiem Futter resp. Weide. Falls Sie sich eine Kuh nicht halten, erhalten Sie täglich 2 Liter süße Milch und 2 Liter Magermilch und wöchentlich 1½ Pfund Butter, außerdem freie Wohnung, bestehend aus Stube, Kammer und Bodengelaß. Schließlich erhalten Sie noch ein Stück Gartenland zum Anbau von Gemüse usw. und 120 Quadratruten Kartoffelacker. Er hat sich dann noch Auskunft über einige andere Sachen und namentlich über die Zeit erbeten, auf welche sich obige Angaben bezögen. Die Antwort lautete natürlich: auf ein Jahr. Ein Berliner Blatt bemerkt hier zu höhnisch: „Der Anfragende, Vater von 7 Kindern, hat auf die herrliche Stelle mit 180 Mk. Jahresgehalt verzichtet.“ Dies Blatt ist natürlich kein anderes als der sozialdemokratische„Vorwärts“. Schändlicher kann wohl kaum mit Worten gespielt werden, denn der Satz lautet einfach so, als ob es sich um ein Jahres einkommen von 180 Mark für eine Familie von 7 Kindern handle. Die Leser des„Vorwärts“ sollen natürlich in der ihnen stets vorgepredigten Ueberzeugung bestärkt werden, daß die Landlöhne Hungerlöhne seien. Die Sache gewinnt aber ein anderes Bild, wenn man das Deputat in Geldwert umrechnet. Dann entspricht das jenem Maschinisten ausgesetzte Einkommen einem Mindestwert von 1200 Mk., und dieser Wert ist für das Leben auf dem Lande und besonders in der Provinz Posen mindestens einem Berliner Einkommen von 1500 bis 1800 Mk. gleichwertig. Berechne man doch nur das Deputat in Geld, wie wir es hier auf Grund des Marktberichtes der„Bossischen Zeitung“ vom 4 August tun wollen, und man wird finden, daß wir nicht übertreiben, besonders da wir nur die allerniedrigsten Preise zugrunde legen. Danach berechnen sich: 2 Zentner Weizen mit 17,50 Mk., 20 Zentner Roggen mit 150 Mk, 6 Zentner Gerste mit 42 Mk., 3 Zentner Erbsen mit 22.50 Mk. Die 70 Zentner Kartoffeln berechnen wir nur mit 150 Mk., weil hier die Berliner Marktpreise nicht maßgebend sein können. Weiter: Der Nutzen der 10 bis 12 Hühner erscheint mit 30 Mk. nur gering(10 Schock Eier à 3 Mk., also kein Berliner Preis), aber es mag so sein. Die Milchkuh lassen wir auf sich beruhen, weil wir annehmer, es könne nicht jeder mit ihr umgehen und sie richtig verwerten, und nehmen dafür Milch und Butter in natura Die 2 Liter Vollund 2 Liter Magermilch berechnen wir nur mit 50 Pf. auf den Tag, also auf das Jahr 180 Mk, die Butter das Pfund 1 Mk.(!), also wöchentlich.50 Mk. und jährlich 78 Mk. Die Wohnung rechnen wir ganz schlecht zu 100 Mk., den Ertrag aus Garten und Kartoffelacker zusammen mit 50 Mark; das macht mit den 180 Mk. Barlohn gerade 1000 Mk. im Geldwerte. Im Nutzungswerte steigert sich die Summe aber erheblich für den, der das Deputatgetreide und die Kartoffeln der eigenen Ernte außer zur Ernährung der Familie noch zur Vieh mästung zu verwerten weiß. Wer auf dem Lande lebt und arbeitet, versteht das auch oder lernt es wenigsters sehr bald. Die Zuchtsau wird hierfür das ganz einfache Mittel. Angenommen, sie werfe im Jahre 6 Ferkel, was wieder nur ganz bescheiden ist, so können 4 davon verkauft, 2 aufgezogen und fettgemacht werden, um Fleisch und Fettbedarf für die Familie zu geben. Es liegt auf der Hand, daß damit der von uns berechnete Ertrag des Gesamteinkommens von 1200 Mk. im Jahre noch erheblich überschritten wird. Aus dem Jahresgehalt von 180 Mk. des„Vorwärts“ wird also in der Tat ein Jahreseinkommen von mindestens 1200 M Die Wahrheit steht danach in ganz anderem Lichte, als in dem gleis nerischen Scheine jener höhnischen und verleumderischen Bemerkung von den 180 Mk. Jahresgehalt! sie erkannt und überall auss lebhafteste begrüßt wurden. Der„Staatsanz veröffentlicht das Volksschulunterhaltungsgesetz. Braunschweig 13. Aug. Die amtlichen „Braunschw. Anz.“ melden, daß der Regent, da er auf ärztlichen Rat starke körperliche Anstrengungen vermeiden solle, sich entschlossen habe, die dies jährigen militärischen Besichtigungsreisen aufzugeben. Kiel, 12. Aug. Ueber die vorstehenden Personalveränder ungen an der Spitze der Marine verlautet, daß Groß=Admiral v. Köster Generalinspekteur der Marine bleibt, zum Chef der aktiven Schlachtflotte Prinz Heinrich und zum Chef der Ostseestation Admiral v. Arnim ernannt worden sei. Admiral v. Bendemann, der Chef der Nordseestation, tritt zurück und wird durch Vize=Admiral v. Prittwitz und affron ersetzt, an dessen Stelle Admiral Büchsel tritt. Kiel, 13. Aug. Die für Kiel bestimmten mit dem Dampfer„Borussia" aus Ostasien heimgekehrten Mannschaften, 12 Offiziere und 501 Mann, trasen gestern abend hier ein und wurden von einer überaus zahlreichen Menge jubelnd begrüßt. Der stellvertretende Stationschef v. Prittwitz und Gaffron hielt eine Begrüßungsansprache, die mit einem Hoch auf den Kaiser schloß. Nachrichten. Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 13. August. Der Kaiser und die Kaiserin nahmen gestern vormittag am Gottesdienst in der Schloßkapelle teil und unternahmen später einen längeren Spaziergang. Zur Frühstückstafel bei den Majestäten waren geladen der amerikanische Präsident Butlar und der amerikanische Professor Burgeß. Heute morgen unternahmen der Kaiser und die Kaiserin einen Ausritt. Der Kaiser hörte dann den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts, Wirkl. Geh. Rats v. Lucanus und unternahm später eine Ausfahrt nach Wilhelmstal. Staatssekretär v. Tschirschky und Generaladjutent, General der Kavallerie von Scholl, trafen nachmittags hier ein. Sie folgten einer Einladung zur Abendtafel beim Kaiserpaar nach Escheberg. Der österreichisch ungarische Botschafter von Szögyeny=Marich trifft am 17. d. M. hier ein, um auf Einladung des Kaisers auch in diesem Jahre an dem Hofdiner anläßlich des Geburtstages des Kaisers Franz Josef teilzunehmen. Se. Königl. Hoheit Prinz Heinrich on Preußen vollendet am Dienstag, 14. August, sein 44. Lebensjahr. Der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich wohnten der letzten Aufführung in Bayreuth inkognito inmitten des Zuschauerraumes bei. Sie nahmen die Mahlzeit während der Pause im Restaurant ein, wo Der Aufstand in Afrika. Oberst v. Deimling hat vor seiner Abreise nach dem Süden des Schutzgebietes gelegentlich einer Feier im Swakopmunder Beamtenkafino in einer Ansprache erklärt, er hoffe, daß bald wieder Frieden im Schutzgebiete sei. Daß er diese Hoffnung hegen dürse, sei den Leistungen unter dem ersten Kommandeur, Generalleutnant von Trotha, und dann dessen Nachfolger im Kommando, Oberst Dame, zuzuschreiben. Ihm lägen eigentlich nur noch die Räumungsarbeiten ob, aber wenn der Friede hergestellt sein werde, könne es an den Wiederaufbau des Landes gehen, und alsdann sollten alle, Zivil und Militär, Hand in Hand arbeiten. Die Truppen würden, soweit es in ihrer Macht stände, das ihrige dabei tun. Aus dem Auslande. London, 13. Aug. Die„Daily Mail“ meldet aus Aden: Der tolle Mullah im Somaliland machte einen Einfall in das englische Gebiet. Er erbeutete 10000 Kamele; über 1000 Mann eines treuen Stammes wurden getötet. Petersburg, 11. Aug. 228 Verhaftungen wurden hier von der politischen Polizei seit Montag vorgenommen; außerdem noch 46 Haussuchungen. Ferner wurden 86 Personen aus Petersburg ausgewiesen, 32 nach Sibirien geschickt, 8 Arbeiterrestaurationen geschlossen, 4 Bursaus für Arbeitslose zugemacht und 4 Druckereien geschlossen. Petersburg, 12. August. Wegen der Unterzeichnung des Wyborger Aufrufes sind mehr als 200 vormalige Dumaabgeordnete vor Gericht gezogen. Von diesen gehören zu den Sozialdemokraten 17, zu den Parteilosen 7, alle anderen sind Kadetten. Unter den in Anklagezustand versetzten sind die Namen von Prof. Muromzeff, Prof. Gredeskul und Fürst P. Dolgornkoff zu finden. Moskau, 11. August. Die Parlei der friedlichen Erneuerung versandte an ihre Wähler nachstehenden Aufruf:„Bei den Mitgliedern der Reichsduma, die sich der von der Partei der Volksfreiheit verfolgten Richtung nicht angeschlossen haben, erwachte das Bewußtsein, sich auf der Grundlage eines allgemeinen Programms zu vereinigen und gemeinsam in der Duma ihre An schauungen durchzuführen, wobei das Hauptziel ist, einen neuen konstitutionel! monarchischen Staat zu schaffen. Eine starke monarchische Gewalt, eine Volksvertretung, eine auf dem Rechte fußende Freiheit und Gleichheit aller vor dem Gesetze bilden die Bedingung der Erneuerung Rußlands. Alle Nationalitäten müssen gleiche politische Bürgerrechte genießen. Die höchste Gewalt muß eine starke gesetzmäßige Regierung schaffen, die ohne Willkür aber unbeugsam die landverderbliche alte Ordnung brechen und die am 7. Oktober vorigen Jahres verkündeten Freiheiten verwirklichen muß Verantwortliche Minister bilden die Bürgschaft für eine einheitliche Gesetzzebung und ausübende Gewalt. Hinsichtlich der Agrarfrage fiadet die Gruppe es notwendig, nicht vor der Zwangsexpropriation der erforderlichen Mengen des privaten Besitzes stehen zu bleiben, um ein dauerndes Bauernland zu schaffen. Die Reichsdumagruppe nennt sich Erneutrung und ist ein Feind von Gewalttätigkeit und Willkür, einerlei, von wem sie ausgehen. Nur durch das Gesetz und in dem Gesetze können die Volksbedürfnisse gerechte Genugtuung erhalten.“ Den Aufruf haben unterzeichnet Graf Heyden, Lwoff und Stachowitz. Riga, 11. Aug. Das Mitauer Kriegsgericht verurteilte zwei lettische Revolutionäre zum Tode durch den Strang. Dem Pitersburger Korrespondenten der„Köln. Volksztg.“ zufolge führten die im Lager von Krasnoje Selo vor sich gehenden Manöver heinahe zu einer furchtbaren Katastrophe, da bei allen Truppenteilen unter die Platzpatronen eine große Zahl scharser Patronen gemengt war. Den Zeitungen ist strengstes Stillschweigen auferlegt worden. Mehrere Zivilpersonen wurden verhaftet, die anscheinend Militär zur Durchführung des teuflischen Planes gewonnen hatten.(Durch diese Nachricht erklären sich auch die Gerüchte von einem angeblichen mißglückten Attentat gegen den Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch, die nach einer Petersburger Meldung„amtlich nicht bestätigt werden".) — Aus dem Kaukasus hat die Zentralregierung sehr bedenkliche Nachrichten erhalten. Dort bereitet sich eine Erhebung des gesamten Kaukasus gegen die ru sische Herrschaft vor. Die Garnisonen von Michaolowskaja und Kars sind bereits von der Gärung ergriffen. Peivate Telegramme über die Urruhen im Kaukasus werden nicht durchgelassen. Die dort weilenden Korrespondenten der Residenzblätter wurden verhaftet..denfalls dürfte der Kaukasus zum Herbst der Schauplatz ent. setzlicher Ereignisse werden. Sofia, 13. August. Der mazedonische Bandenführer Sandanski soll in der Nähe von Bistritza aufgetaucht sein, wo sich Fürst Ferdinand gegenwärtig aushält. Er soll erklärt haben, den Fürsten ermorden zu wollen. Die Billa des Fürsten wurde von Gendarmen besetzt, denen es indeß noch nicht gelungen ist, Sandanski zu verhaften. New York, 12. August. Wie dem „New York Herald“ über Willemstadt gemeldet wird, ist Präsident Castro ernstlich erkrankt. Peking, 13 August. Der japanische Minister des Auswärtigen, Vicomte Hajaschi hat die chinesische Regierung davon in Kenntnis gesetzt, daß Japan bereit sei, Kampf. Eine Geschichte aus bewegter Zeit. Von A. v. Liliencron geb. v. Wrangel. 191(Nachdruck verboten.] Wrangels Arbeit in Kissingen war jetzt getan. Er wollte nun nach dem Stations berge, wohin er das Basaillon Kaweczynzki gesandt hatte, um als rechte Flankendeckung zu dienen. Sein Adjutant überbrachte den übrigen Teilen der Brigade den Befehl, auch dorthin zu kommen. Als der General am Kurhause vorbeiritt, stand die englische Familie noch immer auf dem Balkon ihrer Villa. Eifrig winkte man ihm von dort aus zu und diesmal geschah das nicht umsonst. Wrangel drängte seinen Fuchs, die goldfarbene Stute Isabeau, dicht an die Mauerbrüßfung, nahm mit lächelndem Dank das überschäumende Glas und leerte es bis zum letzten Tropfen auf das Wohl der jangen Dam“, die zwischen Befangenheit und freudiger Erregung dem Sieger des Tages auch für seine ferneren Kriegstaten Glück wünschte „Durauf stoßen Sie mit mir an“, rief er ihr stöhlich zu. Der alte Herr füllte von neuem die Champagnerkelche, und klingend trafen sich die Gläser. sich auf die Errichtung eines chinesischen Zollamts in Dalny vorzubereiten, und von ihr verlange, daß sie ähnliche Einrichtungen auch auf den Grenzstationen der Mandschurei treffe, damit der Handelsverkehr auf russischen und japanischen Eisenbahnen auf die gleiche Grundlage gestellt sei. Kolonialpost. Sansibar, 11. August. Von dem Sultan Schabruma liegen keine neue Nach richten vor, die übrigen Rädelsführer— Mohwakkiro, Mkomanire, Omari, Kingalla und Magewa— sollen sich nordöstlich des Mohesi sammeln. Gegen sie gebt, den Sassawara aufwärts, Leutnant von Blumenthal mit einem Zuge der 13. Kompagnie vor. Die portugiesische Grenze wird durch Mannschaften der Polizeiabteilung Ssongea beobachtet. Für die Landschaft Matumbi im Norden des Bezirks Ssongea, die treu geblieben war und dem Johannes 200 Mann Hilfskrieger zeitweise zur Verfügung gestellt hatte, ist das Kriegsrecht ausgehoben worden. In Iraku schreitet die Beruhigung stetig fort. Oberleutnant Abel hat den Rückmarsch nach Maschi angetreten, nur die 5. Kompagnie unter Hauptmann Hirsch verbleibt bis auf weiteres in Jraku. Die 15. Kompagnie unter Hauptmann Wunderlich ist von Mpapua nach Tabora abmarschiert. Kirche, Schule und Mission. (Eine erschreckende Statislik) über schreibt mit Recht die„Pommersche Reichspost“ Ne. 135 ia Stettin die folgenden Ausführungen: Von befreundeter Seite wird uns ein Auszug aus der Statistik des Zentralgefängnisses in Gollnow in Pom mern zur Verfügung gestellt, aus welcher ersichtlich ist, einen wie großen Anteil der Alkoholgenuß an den Ursachen der Ver brechen hat, die in dem erwähnten Gesängnis abgebüßt werden. 1904—1905. Von den 439 Gefangenen verübten ihre Tat in der Trunkenheit, bezw. in den Folgen der Trunksucht 287 Personen d. h. 65,4 Proz. a Von den 128 Körperverletzungen wurden 110=86 Proz. b) Von den 29 Sittlichkeitsverbrechen wurden 16=55,2 Proz. c) Von den 168 Diebstählen wurden 92—54,8 Proz. nachweisbar in der Trun kenheit verübt. 1905—1906. Von den 374 Gefangenen verübten ihre Tat in der Trunkenheit bezw. in den Folgen der Trunksucht 261 Personen d. h. 69,8 Proz. a) Von den 98 Körperverletzungen wurden 87=88 8 Proz. b) Von den 145 Diebstählen wurden 80—55,2 Poz. c) Von den 25 Sittlichkeitsverbrechen wurden 12=48 Proz. nachweislich in der Trunkenheit verübt. Diese Zahlen reden eine deutliche Sprache.“ Garten= und Landwirtschaft. Königsberg i. Pr., 13. Aug.(Die Maul= und Klauenseuche) ist, wie aus Johannisdurg telegraphiert wird, im angrenzenden russischen Kreise Schtschutschin ausgebrochen. Sie herrscht namentlich in der Stadt Schtschutschin und auf dem gleichnamigen Gute. Die Gefahr der Seucheneinschleppung nach den preußischen Grenz ortschaften ist um so größer, als die Berührung des einheimischen Viehes mit dem russischen auf der Weide kaum zu vermeiden ist. Aus Johannisburg hat sich der Kreistierarzt bereits nach den verseuchten Orten begeben, um die nötigen Feststillungen über den Um sang des Seuche herdes zu bewirken. Strenge veterinärpolizeiliche Maßnahmen sind demrächst zu erwarten. Wrangel leerte rasch das seine, winkt noch einmal freundlichen Dank und galoppierte davon. Nur für kurze Zeit hatten die Schüsse geschwiegen Jetzt knatterte von neuem Gewehr feuer, und zwar vom Kirchhof her. Der Angriff der Preußen auf diesen noch von den Bayern behaupteten Platz wurde mit aller Ezergie durchgeführt. Generalleutnant von Zoller versuchte, dem Vorbrechen der Preußen Einhalt zu tun, indem er eine bereitstehende Eskadron des Chevauleger=Regiments zur Attacke beorderte. Tettenborn, der mit fest zusammengebisseren Zähnen das gezwungene Rückwärtsgehen mit gemacht hatte, reckte sich jetzt im Sattel. Seine Augen leuchteten, und in seinen Adern fühlte er wieder die volle Jugendkraft, als er mit seiner Schwadron wie Wettersturm dahinjagte, um den schwer bedrohten Kameraden zu Hilfe zu kommen. Da aber plötzlich stockte der wilde Galopp der vordersten. Die Pferde werden zurück gerissen. Sie bäumen sich hoch auf und bringen Verwirrung in die Reihen der folgenden. „Was gibl'?“ Tettenborn hat es urbewußt gerufen und ist weiter vorwärts gesprengt. über auch er muß sein Tier jetzt zügeln, Handwerk. (Einen goldenen Mittelweg) will die Stadt Dresden bei dem Submissionswesen einschlagen. In Zikunft wird aus den Summen aller abgegebenen Angebote ein Mittelpreis sestgestellt, bei dessen Berechnung jedoch die Angebote außer Betracht bleiben, die den Voranschlag um 10 Proz. übersteigen oder um 20 Proz. unterbieten. Den Zuschlag erhält dann das Angebot, das dem Mittelpreis am nächsten kommt. Das Verfahren soll jedoch nur in Frage kommen, wenn die Z tschlagssumm: den Betrag von 3000 Mk. nicht übersteigt. Lokales und Provinzielles. Bielefeld, 14. August. (Barmer Bank=Verein.) Hinsberg, Fischer& Co. In der gestrigen Aussichtsratssitzung wurde der Haldjahrsabschluß vorgelegt. Der Wirkungskreis und die Umsätze haben sich auch im abgelaufenen Halbjahr vergrößert, sodaß auch für das vergrößerte Kapital ein befriedigendes Jahreserträgnis erwartet werden kann. *(Der Bielefelder Kriegerverein) hielt am Sonnabend eine gut besuchte Generalversammlung ab, in welcher u. a. 21 Kameraden neu aufgenommen sind. Es wurde Bericht erstattet über den Kreisverbandstag in Ummeln und den Westfäl. Abgeordnetentag in Minden. Der nächste Provinzialvetbandstag findet in Gelsenkirchen statt. Das Stiftungsfest wird in althergebrachter Weise am Sonntag, den 2. September aus dem Johannisberg geseiert werden. Am Sonnabend abend findet ein Zapfenstreich statt. (Im städtischen Krankenhause) betrug der Bestand am 30. Jmi 1906, 126 Kearke. Der Zugang im Monat Juli 121. Als geheilt wurden entlassen 98, als gebessert oder aus anderen Gründen 17, es starben 13. Die Todesursache der letz teren war, dreimal Lungenschwindsucht, zweimal angeborene Lebensschwäche, tuberkulöse Hirnhautentzündung je einmal Leberkirthose, Gehirnblutung, Diphtherie, Luggenentzündung, Milzabskeß und Gallensteine und gangränöses Erysipal. Im Bestande verblieben am 31. Juli 124. Tagesdurchschnittsbest ind 128 Kranke. ∆ Schildesche, 18. Aug.(Verschiedenes.) Mit dem Ausbau und der Kanalisierung der Bismarckstraße wird nunmehr begonnen. Die Gartenstraße soll anschließend an die Bismarck straße ebenfalls kanalisiert werden.— Das hiesige Postamt wird voraussichtlich im Oktober nach einem von dem Maurermeister Hufendiek aus Theesen errichteten Neubau an der Wertherstraße in unmittelbarer Näbe des hiesigen Kleinbahnhofes verlegt werden.— Heute vormittag gegen 7½ Uhr wurden durch den hiesigen Polizeisergeanten Bexten zwei Personen in einem Haserfelde an der Augustastraße schlafend angetroffen und festgenommen, weil sie der Landstreicherei verdächtig waren. Eine dieser Personen, welche sich nicht legitimieren konnte, wurde dem Königl Amtsgericht in Bielefeld vorgeführt— Gestern abend intstand in der Wohnung des Arbeiters Peter Kesseler, Götbestraße 62 auf bisher unaufgeklärter Weise ein Zimmerbrand. Durch das sofortige Eingreifen der Hausbewohner konnte das Feuer gelöscht werden.— Am 17. d. Mts. wird durch den Kontrollbeamten der Landesversicherungsanstalt Westfalen im hiesigen Amtsbezirk eine Revision der Quittungskarten stattfi#den. Quittungskarten, Aufrechtungsbescheinigungen, Dunstbücher 2c. sind zu dieser Revision bereit zu halten und dem Beamten auf Verlangen vorzuzeigen. Aus den Kreisen Minden und Lübbecke Minden, 13 Aug.(Achtuhrladenschluß.) Im Friseurgewerbe macht sich eine B wegung für den Achtuhrladenschluß bemerkbar. Im Interesse der denn schreff fällt hier die Höhe ab, und ein breiter Hohlweg macht das Vorwärtskommen urmöglich. Kugeln prasseln auf die Reiter nieder, sie halten im heftigsten Feuer, und„Kehrt— Marsch!“ lautet das Kommando. T ttenborn zieht die Stirn kraus. Ihm poßt das nicht, aber Gehorsam ist Soldatenpflicht. Er wendet sein Pferd und will mit den anderen tückwärts jagen. Da pfeift es dicht neben ihm, und ehe er noch weiß, wie es geschah, fühlt er einen leichten Schmerz in der Seite, und zugleich quillt das warme Blut durch seine Uniform. Ein Streifschuß hat ihn getroffen. Er wankt nicht im Sattel, er kommt mit der Schwadron wieder in die Reservestellung hinein, aber ein Kamtrad bemerkt die Blässe seiner Züge, fieht das rinnende Blut und dringt darauf, daß er verbonden wird. Er läßt es geschehen, nimmt auch den stärkenden Wein, den der Arzt ihm reicht, aber er erklärt mit Entschiedenheit, den Tag heute noch aushalten zu wollen, der Streisschuß habe nichts auf sich. So fleigt er denn wieder auf seinen Schimmel, und schweigend, doch mit unruhig flackernden Augen, harrt er des Auger blicke, wo die Reiter noch einmal zum Kampfe gerufen werden sollen. wie der Gehilsen, ist es wünschenswert, daß er auch in diesem Gewerbe eingeführt wird. Heute findet eine Versamnlung der Friseurgehilfen statt, wozu die Geschäftsinhaber eingeladen sind. Minden, 11. Auz.(Das Infanterie. Regiment Nr. 15) fährt am 21. Auz. mit der Bhn zum Teuppenübungsplatz Senne, um dott bis zum 30. August das Regiment sexerzieren und GesechtsScharfschießen zu erledigen. Dann exerziert das Regiment ebendaselbst im Brigadeverband mit dem Insanterie=Regiment Nr. 55 zusammen; letzteres rückt bereits am 19. August zum Uebungsplatz. Am 8. September wird das Regiment 15 inz Manövergelände transportiert. Das Manöver ist am 22 September beenbet; die Entlassung der Reserven des Regiments erfolgt am 24. September. Minden, 13. Aug.(Caleiumcarbid.) Am 15. August tritt für den Regierungsbezirk Minden eine neue Polizeiverordnung in Kraft, welche die Lagerung von Calciumcarbid und die Anlegung von Acetylenanlagen regelt. Als Neuerung sieht die Verordnung vor, daß in Fahrradgeschäften bei Vorliegen besonderer Verhältnisse die Lagerung von Ca#c umcarbidmengen bis zu 30 Klgr. gestattet werden kann, sofern es sich um licht= und wasserdicht verschlossene Blechbüchsen handelt. Früher wurden nur Mengen bis zu 10 Klgr. gestattet. In Kellerräumen dürfen Carbid nicht lagern. Zur Abnahme von Acetylen= anlagen sind die Ingenieure bei den Dampfkesseluntersuchungevereinen zuständig.— Die gleiche Verordnung ist für den Regierungsbezirk Arnsberg bereits am 1 Juli d. Is. in Kcaft getreten. Minden, 13. Angust.(LandtagsErsatzwahl.) Der Regierungspräsident setzte die Landtagsersatzwahl im Kreise Minden=Lübbecke auf den 22. September fest, nachdem der zum Verwaltungsdirektor der Museen ernannte Landrat Bosse sein Mandat niedergelegt hat. Minden, 13. Aug.(220 Arbeiter der Zigarrenfabrik Leonhardi) haben heute gekündigt. Der Betrieb erleidet keine Unterbrechung, da die Firma eine Fabrik mit Soctiererei in Süddeutschland einrichtet. Minden, 13. Aug.(Ordensauszeichnung.) Verliehen wurde der Kronenorden 3. Kl. dem Bankdirektor a. D. Wark, bisher erster Bankbeamter der Reichsbankstelle Minden. Petershagen, 12. Aug.(Feuer.) Heute morgen ½4 Uhr brannte das Wohnhaus des Oekonomen und Kreistagsmitgliedes Rehling samt Nebengebäuden, in welchen der Erntevorrat aufgespeichert war, gänzlich nieder Lübbecke, 13. August.(Gefunden) wurde ein goldenes Armband und kann auf dem Polizeibureau abgeholt werden. Dielingen, 13. Aug.(Das Kreistierschaufest) rückt näher; eine größere Anzahl Anmeldungen von Vieh und Maschinen usw. ist schon eirgelaufen. Nach den Losen ist eine so große Nachfrage, daß die meisten bereits vergr ssen sind. Die.stkommission und der Festwirt haben mit dem Herrichten des Festplatzes und dem Aufbau der Zelte schon begonnen. Westrup, 13. August.(MilitärMeldungen.) Von der Meldestelle Westrup,— Gasthof Schwarze— werden am Sonnabend, den 18 d. Mts., in der Zeit von 11 bis 1 Uhr mittags Meldungen Zu di ser Zeit leisteten die bayerischen Kompagnien im Kirchhofe verzweifelten Widerstand, doch immer enger wurden sie vom Feinde umschlessen, und um 2 Uhr mußte sich die tapfere Besetzung zur Räumung bequemen. Unter Hurra brachen die Truppen mit gefälltem Bajonett aus dem Tore hervor und bahnten sich,— wenn auch mit schweren Verlusten,— den Weg zu den rückwärts bei Winkels stehenden Truppen. Auch die übrigen bayerischen Bataillone mußten den Rückzug antreten, gedeckt durch das Feuer der Batterie Zeller. Unterdissen hatten sich preußische Schützen gegen den Sinnberg und gegen diese Batterie gewendet, die in vorgeschobener Stellung äußerst gefährdet lag. Da jagte im wilden Schwarm eine Eskadron Chevaulegers den Harg des Sirnbergs hinab. Die Sonne blitzt auf ihren Helmen und beleuchtet die stürmende Reiterschar, die zur Rettung ihrer Batterie eilt und ein herrliches Bild voll Kraft und Schneid abgibt. Eine breite Hecke schiebt sich in den Weg, doch unbeirtt setzen sie in kühnem Sprunge hinüber. Ein Anblick, der jedes Reiterherz emzückt hätte. Aber nun knattert es plötzlich hinter ihnen. Ein Trupp preußischer Schützen hat hinter jener Hicke Deckung gesucht. Sie waren von den und Gesuche 2c. durch entgegengenommen. Aus dem Kre Herford, 8 Augu Kursus.)[Schluß rede sprach der Herr Kruse zu Minden die der Kursus zu der ir Verhältnissen notwendig praktischen Ausbildung schichten auf dem Lan Herr Landrat v. Boer mit den äußeren Angel Schulrat Gehrig aus inneren Leitung des Letzterer führte unter Kursus habe nicht so eine Menge stofflichen mitteln, als vielmehr zur Mitarbeit an der! Aufgaben im ländliche regen. Gerade die in Verbindung, welche i Minden und insbesonder sich zwischen Landwirts in natürlichster Entwickl lesse Herford zu einem Ort für die Abhaltun scheinen. Insbesondere dazu geeignet sein, den lichen Verbindung der mit der ländlich= gewer zu wagen, auf den der minister gelegentlich de verhandlungen aufmerk Groß sei der Drang auch in den breiten Vo freudige Aufnahme, die bildungsschulen, welche kräftigen Anregung de v. Borries im Kreise Winter neu eröffget si Heimarbeitern in der# funden haben, seien ei dafür, daß man diesen mit gesunder geistiger## müsse. Herr Schulrat Verlauf des Kursus nicht Winke seinerseits, sonde samer Arbeit mit den Ku schwierige Problem zu auch nicht so weit, ein usse passenden Plan zi doch mit Sicherheit er: jeder Kursist imstande betlichen Verhältnisse zusammer zustellen. Zu auch der Herr Landra später eine Konserenz m seinem Kreise auberaun Winter hörte man allger in den ländlichen Fortb genügend Rücksicht au Schüler genommen wer aber ist, allen Schülern, in der Landwirtschaft, im Handwerk und in sind, den gewünschten leicht ersichtlich.— En deutung man daher de zeigten die zahlreichen# war auch der Dezernent ministers. Bei seinem seine höchste Befriedigung aus. Namentlich dankt Gehrig für seine sachku Es kann jedem Landleh# nächstjährigen Kursus in genug ewpfohlen werden. Herford, 13. August. Unfall des Einjähr Ueber die Ursachen zu Lehe, der ja auch ein S der Einjährig Freiwillig Opfer gefallen ist, wird Die Kartusche(xplodier in das Geschützrohr. daß sich in dem Rohre n stände von dem vorher befunden haden müssen. schützführer nicht gemerkt Niebaum hatte ge#ade zum Zeichen, daß der# werden könnte, als die Dem Einjährigen wurde Arme abgerissen, ein## Augen, die andern erlitte leichte Verwundungen namens.yffuth ist Leiche des verun lückten hier überführt werden. Herford, 13. August. Im letzten Hefte der köhrre Schulen“ teilt Ge daß seit dem.lasse v# der die sogenannten prüfurgen regelt, bis Reitern übersprungen word nun ein Räckenfeuer nech (3 und Gesuche 2c. durch den Bezirksfeldwebel entgegengenommen. Aus dem Kreise Herford. Hersord, 8 August(Staatlicher Kursus.)(Schluß] Ii der Eööffgungsrede sprach der Herr Regierungspräsident Kruse zu Minden die Hoff ung aus, daß der Kursus zu der in den gegenwärtigen Verhältnissen notwendigen höheren theoretisch= praktischen Ausbildung der breiten Volksschichten auf dem Lande beitragen werde. Herr Landrat v. Bocries zu Herford war mit den äußeren Angelegenheiten und Herr Schulrat Gehrig aus Münster mit der inneren Leitung des Kursus beaufstragt. Letzterer führte unter anderem aus, der Kursus habe nicht so sehr die Aufgabe, eine Menge stofflichen Wissens zu ver mitteln, als vielmehr die Volksschullehrer zur Mitarbeit an der Lösung der sozialen Aufgaben im ländlichen Volksleben anzu regen. Gerade die innige und glückliche Verbindung, welche im Regierungsbezirk Minden und insbesondere im Kreise Herford sich zwischen Lundwirtschaft und Industrie in natürlichster Entwicklung vollzogen habe, lesse Herford zu einem überaus geeigneten Ort für die Abhaltung des Kursus erscheinen. Insbesondere werde der Kursus dazu geeignet sein, den Versuch einer glücklichen Verbindung der landwirtschaftlichen mit der ländlich= gewerblichen Unterweisung zu wagen, auf den der Herr Landwirtschaftsminister gelegentlich der letzten Landtagsverhandlungen aufmerksam gemacht hat. Groß sei der Drang nach Weiterbildung auch in den breiten Volksschichten, und die freudige Aufnahme, die die ländlichen Fort bildungsschulen, welche insolge der tat kräftigen Anregung des Herrn Landrats v. Borries im Kreise Herford im letzten Winter neu eröffget sind, gerade bei den Heimarbeitern in der Zigarrenindustrie gefunden haben, seien ein beredter Beweis dafür, daß man diesem Bildungsbedürfnis mit gesunder geistiger Kost entgegenkommen müsse. Herr Schulrat Gehrig versuchte im Verlauf des Kursus nicht nur durch praktische Winke seinerseits, sondern auch in gemein.“ samer Arbeit mit den Kurfisten dieses äußerst schwierige Prodlem zu lösen. Kam man auch nicht so weit, einen für alle.rhält ussse passenden Plan zu schaffen, so kann doch mit Sicherheit erwartet werden, daß jeder Kursist imstande ist, einen für seine betlichen Verhältnisse passenden Lhrstoff zusammer zustellen. Zu diesem Zwecke will auch der Herr Landrat v. Borries noch später eine Konserenz mit den Kursisten aus seinew Kreise auberaumen; denn vorigen Winter hörte man allgemein die Klage, daß in den ländlichen Fortbildungsschulen nicht genügend Rücksicht auf den Beruf der Schüler genommen werde. Wie schwer es aber ist, allen Schülern, sowohl denen, die in der Landwirtschaft, als auch denen, die im Handwerk und in der Industrie tätig sind, den gewünschten Stoff zu bieten, ist leicht ersichtlich.— Eine wie große Bedeutung man daher dem Kursus beimaß zeigten die zahlreichen Gäste. Unter diesen war auch der Dezernent des Landwirtschaftsminisiers. Bei seinem Abschiede sprach er seine höchste Befriedigung über das Gehörte aus. Namentlich dankte er dem Schulrat Gehrig für seine sachkundige Leitung— Es kann jedem Landlehrer der Besuch des nächstjährigen Kursus in Hagen nicht warm genug ewpfohlen werden. Herford, 13. August.(Zum tötlichen Unfall des Einjährigen Niebaum.) Ueber die Ursachen zu der Katastrophe in Lehe, der ja auch ein Sohn unserer Stadt, der Einjährig Freiwillige Niebaum zum Opfer gefallen ist, wird folgendes gemeldet: Die Kartusche explodierte beim Einführen in das Geschützrohr. Es wird vermutet, daß sich in dem Rohre noch.immende Rück stände von dem vorher abgegebenen Schusse befunden haden müssen. Dies hat der Geschützführer nicht gemerkt Der Einjährige Niebaum hatte geiade den Arm erhoben zum Zeichen, daß der Verschluß geschlossen werden könnte, als die Katastrophe eintrat. Dem Einjährigen wurde der Kopf und beide Arme abgerissen, ein Mann verlor beide Augen, die andern erlitten teils schwete, teils leichte Verwundungen Ein Artillerist namens.yffuty ist ebenfalls tot. Die Leiche des verun lückten Nebaum soll nach hier überführt werden. Herford, 13. August.(Nachprüfung.) Im letzten Hefte der„Monatsschrift für köhrre Schulen“ teilt Geheimrat Köpke mit, daß seit dem Erlasse vom 22. Nevember, der die sogenannten Ergänzungsprüfurgen regelt, bisher im ganzen 75 Reitern übersprungen worden und sandlen ihnen nun ein Räckenfeuer nech. (Fortsetzung folgt) Oberrealschulabiturienten nachträglich das Reisezeugnis einer höheren Lehranstalt mit lateinischer Sprache erworben haben, und zwar 70 das eines Realgynnasiums und 5 das eines Gymnasiums. Weitaus die Mehrzahl hiervon entfällt au die Provinzen Beandenburg, Hannover und Hessen Nassau und auf die Rheinprovinz. Bei 22 Nachprüfungen von Oberrealschule abiturienten mußte auf„Nicht bestanden“ erkannt werden. Herford, 13. August.(Urlaub.) Herr Oberbürgermeister Quentin tritt heute einen 4wöchentlichen Urlaub an. Herford, 13. Aug(Auf dem Wochenmarkte) kosteten Montag das Pfund Butter 110—120 Pfg., Eier 60 Pfg., Erbsen 15 bis 20 Pfg., große Bohnen—4 Pfg, Vietsbohnen—10 Pig., Spinat 10—15 Pfg., Perlzwiebeln 20—25 Pfg., Z viebeln —8 Pfg, Kartoffeln—5 Pfg., weiße Rüben—7 Pfz., Apfel—15 Pfg., Birnen—25 Pfg., Bickbeeren 20—22 Pfg., Kronsbeeren 28—30 Pig., Johannisbeeren 18—20 Pfz., Tomiten 25 Pig, Trauben 50 Pfg., Pfliumen 20—30 Pfg., 1 Kopf Blumenkohl 10—50 Pfg., Wirsing —15 Pig., Weißkohl—15 Pfg., Rotkohl 10—20 Pfg., Salat—5 Pfg., 1 Bund Wurzeln—11 Pfg., rote Beete 10 Pig., Gurken 1 Stück—15 Piz, 1 Schock 50 bis 120 Pfg. Herford, 13. August.(Ein Gemütsmensch.) Zeugnis von seltener Geschäftstüchtigkeit und Gemütstiefe legte dieser Tage ein Lithograph in Brüssel ab, der aus Anlaß einer Todesanzeige, die ihm einer seiner Kunden sandte, diesem folzenden Beileidsbrief zugehen ließ:„Die Nichricht von dem schweren Verluste, den ihr Haus erfahren, hat uns mit aufrichtigem Schmer; erfüllt, und wir drücken Ihnen unsere tiefe Teilnahme aus. Wir bemerken, daß das Zirkular, woein Sie uns die Anzeige vom Tode des Herrn D mitteilten, durch das Haus N. N gedruckt worden ist, und bedauern sehr, daß Sie nicht zuerst sich an uns zur Aufführung dieser Arbeit gewandt haben. Falls sich wiederum in Ihrem Hause ein Todesfall ereignen sollte, werden wir uns glücklich schätzen, Ihnen unser Preisverzeichnis für die Zirkulare zu über. mitteln und sind überzeugt, daß wir in der Lage sein werden, Sie billiger zu bedienen, als unsere Konkurrenten. In der Hoffaung, (s werde sich bald eine Gelegenheit bieten, Ihnen unsere Bedingungen bekannt zu geben, zichnen wir"... usw. Aus dem Kreise Halle. Halle, 13. Aug.(Der Verband der Vereine deutscher Molkerei=Beamten, Besitzer und=Pächter) wird vom 23.—26. August seinen 15. Verbandstag in Hannover abhalten. Ueber 200 Vertreter dieses Faches werden in diesen Tagen in Hannover a wesend sein. Die Vorversammlungen finden im Rheinischen Hof statt. Der Haup versammlung am Sonnabend, 25. August, im Tivolisaale, wird sich ein Festessen anschließen. Für den 26. August ist ein Aufflag nach Harzburg geplant und am 27. August werden die Teilnehmer einer Entalung nach Hildesheim Folge leisten Halle, 13. Aug.(Unlauterer Wettbewerb) Eine Novelle zum Gesetz zur Bekämpfurg des unlauteren Wettbewerbs, die sich hauptsächlich mit der Fage des Ausverkauft wesens beschästigt, soll in diesem Winter zu eroaten sein. Ein gesetzgeberisches Eingreisen wird, wie die„Deutsche Tagesztg.“ meldet, für notwindig erachtet, weil das Reichsgericht sein Urteil, wonach innerhald gewisser Grenzen Nachschübe beim Ausverkauf für flatthaft erklärt sind, aufrecht erhalten hat. Durch den neuen Gesetzentwurf soll der Begriff„Ausverkauf“ genau fest gelegt und das Nachschieben von Waren bei Aut verkäufen ausdrücklich verboten werden. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Wiedenbrück 12. Aug.(Der neu lichen Stecherei zwischen Brüdern) reiht sich in erichrsckender Weise heute eire solche zvischen Vater und Sohn an. Der Heuerling C. Maas hat heute aus noch unbekannten Gründen seinem erwachsenen verbeiriteten Sohne eine leber sgefährliche Messerstichwunde am Unterleibe beigebracht. Arzt und Seelsorger waren bold nachher im Hause nö ig. Aus den Reg=Bez. Münster und Arusberg. Münster, 12. Aug.(Vom Blitz getroffen) wurde gestan mittag eine Beamtin des hiesizen Fernsprechvermittlungsamtes. Die Tlephonistin wollte, als von Dortmund her anscheinend eine Verbindung gewünscht wurde, diese vermitteln. Sie schaltete sich ein, erhielt aber plötzlich einen so hestigen elektrischen Schlag, daß sie alsbald bewußtlos zusammenbrach. Aerztliche Hilse war sofort zur Stelle, und es gelang, die Verunglückte zum Bewußtsein zurückzurufen. E: ist Hoffnung auf völlige Herst=llung vorhanden. Die Ursache des Unglucks ist auf ein heftiges Gewitter zurückzuführen, das gestern mittag in Dortmund losbrach. Der Blitzstrahl war in die Leitung nach Münster gefahren. Münster, 12. Auz.(Neuer Exerzierplotz) Mittels Allerhöchsten Erlasses hat der Kaiser dem Reichsmilitärfirkus das Richt verliehen, die zur Anlage eines Exerzierplatzes für den Standort Münster bei Haus Spital in Aussicht genommenen Geundstück: im Wege der Esteignung zu erwerben. Lüdenscheid, 12. August. Ueber die im Kreise Altena liegenden Talsperren schreibt die Lüdenscheider Handelskammer: Die Ausführung einer neuen Sperre im Listertale mit einem Stauinhalt von 22000000 Kubikmetern, der größten im Kreise Altene, die ein Niederschlagsgebiet von mehr als 60 Quadratkilometern umfaßt, darf als gesichert angesehen werden. Der Gesamtkostenaufwand wird über 8 Millionen Mark betragen. Der Ruhrtalsperrenverein hat eine jährliche Beihilfe von 75000 Mk. zugesagt. Nachdem dieser Verein dazu übergeht, selbst eine Sperre von mehr als 100000000 Kubikmetern im Möhnetal zu errichten, wird auf eine weitere Unterstützung der auf genossenschaftlicher Grundlage zu erbauenden Sperren durch diesen nicht mehr zu rechnen sein Da in dessen in Zukunft genossenschaftliche Talsperrbauten durch Provinzialmittel Unterstützung finden werden, so dürfte auch die Verwirklichung der besonders für die im hiesiegen Bezirk an der Volme noch geplante Kierspetalsperte mit einem Stauinhalt von 12000000 Kubikmetern, welcher nur durch den seitens des Ruhrtalsperrenvereins projektierten Bau der Möhnetalsperre bisher nicht ausgeführt werden konnte, gesichert sein. Der Bau der Kierspetalsperre ist für die gesamte Industrie des Volmetales von der größten Bedeutung. Die beiden anderen Talsperten unseres Bezirks, die Fuelbeckeund Versetalsperre, haben in dem ziemlich wasserreichen Sommer des Vorjahres den zu stellenden Anforderungen sowohl hinsichtlich der Betriebskraft, als auch der Wasserversorgung der Stadt Altena und Lüdenscheid gerügen können. Wie die Erfahrung bei der Fuelbeckertalsperre— der ersten, die nach Inkrafitreten des Gesetzes über die Bildung von Wassergenossenschaften gebaut wurde— gelehrt hat, wird in trockenen Jahren der Stauinhalt zum regilmäßigen Betriebe der im unteren Rahmedetale gelegenen Werke nicht ausreichen, man hat darum in neuerer Zeit durchweg auf größere Sperranlagen Bedacht genommen. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Osnabrück, 13 August.(Ein großer Uhrendiebstahl) wurde gestern am heben Tage hier aut geführt; beim Goldarbeiter Bergmann wurden Uhren, Keiten und Ringe im Werte von 100 0 Mk. gestohlen. Hann Münden, 11. Aug.(Eswaren heute 50 Jahre) verstrichen, seit der eiste— ein P obezug— von hier nach Kassel abgelassen wurde. De Eriffnung des Betriebes fand ollerkings erst am 23 Sept. 1856 stalt Damit wurde das Schlußglied eingefügt in die bedeutendste aller NordSüdverbindungen Deutschlands, in die Eisenbahnverkindung Bremen= bezw. Hamburg Hannover Kasse! F ankfurt a M. Essen 13 Aug.(Hinrichtung.) Heute morgen 6 Uhr wurde hier im Hofe des Landgerichtsgefängnisses vor dem Scharfrichter Reindel mittels Beis die Hinrichtung des #dalbert Sodolewski aus Gladbeck vollzogen, der bekanntlich Ende vorigen Jihres seine .au erdrosselt und dann an die Bettstelle gehängt hat Außer dem Schorfrichter, den Herkerskrechten und dem Schutzversonal, waren noch einige höhere Herren der Stadt anwesend. Berlin, 18. August..r L..“ berichtet aus Groß Lichterfelde: Als gestern die Insassen der Erziehungsanstalt für verwahrloste Mädchen zur Kirche geführt wurden, kam eine mit vier Personen besetzte Automobildroschke und entführte eines der Mädchen. Die entführende Person stürzte dabei hin und wurde sistiert und entpuppte sich als die Mutter des Mädchens, die Männerkleidung angelegt hatte. Die Droschke war inzwischen verschwunden. Bingen, 11. August. Ein interessantes Urteil fällte das hiesige Gericht. Ein Lehrer hatte einen Knaben bestraft. Ein Arzt stellte hierauf ein Zeugnis aus, worin er die Bestrafung als„Mißhandlung" bezeichnete. Darauf ließ der Lehrer den Knaben sofort von dim Bezirksarzt urtersuchen. Dieser bezeugte, daß von einer Miß handlung nicht die Rede sein könne; mit Recht erhob nun der L hrer gegen den A zt Klage wegenBeleidigung, der das Gericht stattgab Der Arzt wurde zu 90 Mk Strafe und zur Tagung der Kosten verurteilt Leipzig, 13. August. Auf dem hiesigen Haupitelegraphenamte ist ein Brand ausgebrochen. Sämtliche telegraphisch: Leitungen sind durchgebrankt mit Ausnahme der jenigen nach Halle und Dresder. Das Feuer intstend durch Kurzschliß. Es wurde sofort gelöscht. Nach 4 Uhr waren die Störungen fast vollständig beseitigt. Cowes, 12 August. Bei der Wettfahrt um den von der Stadt gestisteten Preis nohm auch Kaiser Wilhelms„Meteo:" teil, ohne ader besseres Glück zu haben, als bei der Wettfohrt um den Königspokal. Dies war eine ziemlich all gemeine Eattäuschung, da auch König Eduard und der Prinz von Wales die Fahrt an Bord des„Meteor“ mitmachten und alle Welt is gein gesehen hätte, wenn die kaiserliche Jacht als erste am Ziel angekommen wäre. Trapezunt, 12 August. Nach offizieller Mitteilung sind bisher sechs Pestfälle vorgekommen, woron einer lötlich verlief. Cartagena, 12. August. Durch die hier eingetroffenen Bergurgsmannschaften wurde festgestellt, daß Teile der Ladung des„Sirio“ geraubt worden sind. Die Täter sind bisher unbekannt. („Richt allzu sorsch, Herr Assessor!“) Einen Redakteur, der„Schneid“ hat, besitzt die in Mühlhausen in Thüringen erscheinende Mühlhäuser Zeitung. Die Nummer des Blattes vom 7. d. M. enthält nämlich folgende Briefkasten Notiz, die hoffentlich wirken wird: Briefkasten. Herr Ass ssor! Sie nahmen als Vorsitzender der heutigen Schöffengerichtt sitzung Veranlassurg, vor einer Verhandlung unter Autschluß der Offentlichkeit den von uns beauftragten Berichterstatter mit auszuschließen. Wir ersuchen Sie, von derartigen Neuerungen abzusehen! Unsere verehrten Herren Gerichtsräte und Amtsrichter haben der hiesigen Presse seither das größte Vertrauen entgegengebracht, und diese hat sich desselben auch stets würdig gezeiat. Also ohne Grund nicht allzu sorsch, Herr Assessor! (Eine hübsche Geschichte vom alten Molike) und einem Oberkillner in Basel wird der„Straßburger Post“ erzählt.„Kann ich ein Zimmer haben?" fragte eines Tages ein alter Herr den eleganten Oderkellner eines Gasthofes in Basel. Der feingeschniegelte„Ober" warf einen prüfenden Blick auf den Fragsteller. Hm, Oberlehrer älterer Gattung oder so was, war das Ergebnis seiner Musterung und er ließ den alten Herrn auf Nr. 112, fünf Treppen hoch, führen, ein kleines, sauberes Zimmer mit Bett, Waschtisch, Kommode, Tisch, zwei Stühlen und einem Bilde, auf dem ein riesiger Wilhelm Till einem idiotisch aussehenden Knaben einen Apfel vom Kopfe wegschießt.„Sehr hübsch“, sagte der alte Herr zufrieden, und der Kellner reichte ihm einen Zettel und einen Bleistift.„So, bitte gefälligst auszufüllen.“ Und der alte Heir schrieb mit fester, kraftvoller Handschrift:„Graf Moltke, General= feldmarschall.“ Fünf Minuten später standen der Hotelier, Oberkellner, Unterkellner und Gott weiß wer sonst noch vor dem„alten Lehrer" und baten seine Exzellenz er möge doch hochgeneigtest ins erste Stockwerk umziehen, wo ein geräumiger, kühler Salon mit großem, luftigem Schlafzimmer, Bad und allen sonstigen Bequemlichkeiten seiner sehnsüchtig wartete. Der alte Herr aber erklärte lächelnd, er sei zufrieden und werde bleiben. Literarisches. (Ashelms Geschäfts=Tagebuch 1907, Verlag Ferd. Ashelm, Berlin N. 89. Dieses allseitig als„Tagebuch des Kaufmanns par excellence" bezeichnete Weik ist soeben im IX. Jahrgange erschienen und.präsentiert sich wieder in ansprechendem geschmadvollen Gewande. Der Verlag, unterstützt durch hervorragende Fachleute, hat alles getan, um das Buch auszugestalten und somit zu einem zuverlässigen unentbehrlichen Berater in allen geschäftlichen Angelegenheiten zu machen. Durch verschiedenfarbige, mit Randaufdruck versehene Greifblätter wird das Tagebuch übersichtlich in 5 Teile geschieden: Auskunft über alle Vorkomnisse des kaufmännischen Lebens, Verkehrswesen(Bahn= und Postverkehr), Ortsregister, Verwaltungsbehörden, Gerichte, Notare, Zollämter, die Rechtsanwälte, Banken, Post= und Eisenbahnstationen, sowie Hotels. Weiter si d extra beige. fügt die Zonentarise I und II, eine EisenbahnVerkehrstarte Deurschlards. Somit stellt dieses selten praktiiche Wik für den im Verhältnis zu seinem Werte geringen Preis von Mk. 1 50 wohl mit das Beste dar, was überhaupt auf diesem Sebiete 1. 8 ur hiert. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observato rium Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 14. bis zum Abend des 15. August 1906. Schwache südliche Winde, veränderliche Bewölkung, vielenorts Gewitter, etwas kühler. Uebersicht der Witterung Bielefeld, 14. August 1906. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., hier. Niedrigst. Thermometerstand in der Nacht+ 17 T. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 23 ½9C. Barometer 749 cm. Wind: Süd. Himmel:.deckt. Neueste Nachrichten. Berlin 14. Aug. Der freisianige Abg. Kopsch ist richt nur in der Straf ache wider Götz und Geniss n, sondern auch in der Disziplinar- Untersuchung gegen Jetko von Putrkamer als Zeuge gelaben worden. Er hat demselben mitgeteilt, daß er vom 14. August ab zur Vernehmung bereit sei hat aber auch betont, daß er mit Rücksicht cuf die Immunttät des Rechstages keine Aussagen machen werde und kö ne, die mit der Au übung des parlementarischen Mundate in Zesammerhang stehen. Die„Freis. Zig.“ dimirkt, deß der Abg. Kopsch ihrer VerEffentlichung der Puttkamer=Artik I vollständig fera stehe und die Kolonialbeamten Götz und Schneider absolut nicht kennen. Petersburg, 14. Aug. Hier wurden viele Haussuchungen bei mutmaßlichen Sozialrevolutionären vorgenommen; dabei wurden große Vorräte von Waffen, und Bomben gefunden. Die Regierung glaubt daß sie vieler Mitglieder der sozialrevolutionären Kampfesorganisationen habhaft geworden sei. Gerüchtweise verlautet, daß auf dem Panzerkreuzer„Pamjat Asowe" auch der sozialrevolutionäre Schriftsteller Bunakow verhaftet worden sei. Warschau, 14. August. Der Gehilfe des Depotchefs der Weichselbahnen, Dorofiejaw wurdeerschossen. Der Täter ist entkommen. Heute abend 8¼ Uhr nahm der Herr meine 5o. Ränner= u. Zänglingsve. „St. Johannis“ zu Bieleseln. liebe Frau, unsere teure Mutter und Grossmutter Frau Missionar Luise Olpp Männer-Abteilung. geb. Wagner im 62. Lebensjahr durch einen sanften Tod zu sich in sein himmlisches Reich. Sonntag, den 19. August, abends 8½ Uhr: Vortrag von Herrn Pastor Knolle: Eine Reise durch den Oberharz. Modellefir schon heute. 7 Kingerwagen Hosstellong #% ∆, Iin Grimma gu auter geöffnet. =Abteilung. Herford, den 11. August 1906. Johannes Olpp, Misslonsprediger mit 7 Kindern und 3 Enkeln. Sonntag, den 19. August, nachm. 3½ Uhr: MitgliederVersammlung. Unterhaltung, Vortag, Andacht. Knabenabteilung. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 15. August, nachmittags 4 Uhr vom Trauerhause, Ahmserstr. 113, aus statt. Sonntag, den 19. August, nachm. 4 Uhr: Spielen im Freien. Erzählung interessanter Erlebnisse. Andacht. Der Vorstand. Statt besonderer Anzeige. Heute nachmittag 6 Uhr starb plötzlich am Herzschlag mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder und Schwager Von der Reise zurück Dr. Mohr, Nr. 190. Vierteljährlich in der Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1., bei täglicher Zusellung in Bieleseld .20., durch Briestrüger 1,42 M. M Hermann nonmann Spezialarzt für Chirurgie, Schillerplatz 20, Ecke Rathausstr. im Alter von 68 Jahren. e der e IInehmen Landsitzel geei, netes Tretbar’s reizenden Modelle, System 500, 501 für 30 Mk.; wie der getäfelte Prinzesswagen 47 für 25 Mk.; sechsmal verstellbare Sportsitzliegewagen à Ià 414, 415 und 416 nur 20 Mk.; Rohrprinzesswagen 17 Mk; runde Kinderwagen 12 Mk; Sportwagen 4. 6, 8 und 10 Mk direkt von der Kinderwagenfabrik Julius Tretbar, Grimma 393. 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August: Natl 1740.— Schlacht be Napoleon I. zu Njeccio Scott, Romarschriftstel Nicolaus Lenau, ge Grévy, geb. 1813.— Köln, 1848.— Die gibt sich, 1870. Bielefeld, den 13. August 1906. Grundstück Frau Marie Lohmann geb. Zittlow. Die Beerdigung findet statt, am Donnerstag, den 16. August, nachmittags 4 Uhr vom Trauerhause, Breitestrasse 38. Vorteier 3½ Uhr. am Teutoburger=Walde(herrl. Autsicht gewährend) etwa 15 Minutin von einem Bahnhose entfernt und von Bielifeld aus in 130 Minuen erreichbat, ist billig zu verkaufen. Die Kommunalsteuern betcagen in betr. Gemeinde nur 150% Gefl. Offerten unter Nr 1186 an die Exp d. Blattes Pausleinen Mtr. Mk. 0,50 bei Hugo Ziehm Gebr. Kahter, Papierhandlung Obernstrasse 24. Bekanntmachung. Am Montag, 24. 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Aufsätze stets aktuell, Interessant und vornehm, daher zahlreiche Hnerkennungen aus der gesamien deuischen Zägerwell.— Abonnemenis 1 flk, pro Vlerteljahr nimmt jede Buchhandlung „ und Postanstalt entgegen.— Probrnummern gratis in jeder# Buchhandlung somie vom Verlag„Die Sagd“ G. m. b.., Berlin-Schöneberg, Mühlen-Strasse 8. Verantwortlich für den redaktionellen Teil Hermann Lauge, für den Reklame= und Inseraten=Teil R. Trautmann, Druck und Verlag von A. von der Mühlen, sämtlich in Bielefeld. Herrn Gorkis Cnd Die begeisterte Weltr samte europäische Judent Max'mowitsch Peschkow, namen Maxim Gorki, zu schreibt, gemacht hatte, Schakalinstinkte in seine eine Vorkämpferin der jüdi witterte, steigerte sich bis als Mexim der Bitteref der russischen Anarchie Herrn Arthur Dreyfus für die deutschgeschrieben Zeitlang keinen würdig Herrn Gorki. Es ist no deutsche Schriftsteller ihrer zu dem unwürdigen Rum im Interesse der Revolut zur Rettuna Garbia“ Die russische Regiern Klügeres tun, als den # lassen. Er kam, trotzder # verlassene Frau für ihn unterzeichnet hatte, unbel mit seiner Geliebten,# * Andresewa, nach Berlin, 1 gartenviertel ihm und verzückt zu Füßen fiel. Di Gelder sandte er, soweit schienen an die Anarchi rüstete er sich zur Fahrt # der sicheren Erwartung, Lande der Freiheit ihm, Vizepräsidentschaft, so' doch arden von Dollars antrag russische Anarchie und Moxim der Bittere sie ne Es kam anders, ganz bar wurde, daß Gorki se habe, und daß seine„Beg liebte sei, wurde das Paar nach dem andern verwieser schließlich trennen mußte Amerikaner merkten, daß d ein Anarchist sei, versch Welt, mit Ausnahme natt demokraten und der russi jüdischen Revolutionäre. sellst der in diesem Falleg Berichterstatter des„Berl „Gorkt hat sich von ihm seinerzeit die Denunz zufügte, nicht wieder zu Seine Zuhörerschaft in Städten, die er seither be auf Sozialdemokraten un linge beschränkt, obgleich hielt, Madame Andrejewa Begleiterin mitzubringen. sammlungen bringen aber d Tellersammlungen erfahrun mehr Geld ein, als gerad Plakate verschlingen, und Mal recht zufrieden dar seine Angebetete übe Fonds verfügt, um Wanderleben fortzusetzen.“ Diese wohlverdiente Tä Mox'm Peschkow nicht zun die Jämmerlichkeit seines T gebracht. Vielmehr ist M noch bitterer geworden. Feder in Galle und Kröte für eine New=Yorker M Aufsatz über Amerika, de Dellar aber wenig Anei Die Amerikaner sind näm