Nr. 188. Vierteischrich in der Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1., bei täglicher Zupellung in Bielefeld .20., durch Briestrüger 1,42 M. 30. Jahrgang Anzeigengebühr fürdie einspaltige Petttzeile oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Erscheint sechsmal wöchentlich Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. Sistorischer Kalender. 19. August: Schlacht bei Hochstädt im spanischen Erbfolgekrieg, 1704.— Einnahme von Mexiko durch Cortez, 1521.— Sieg Andreas Hosers über die Franzosen am Inselsberg, 1809.— Rudolf von Gneist, geb. 1816.— Canove, italienischer Bildhauer, gest. 1822.— Pont à Mousson und Nanzig werden von den Deutschen besetzt, 1870.— Ausweisung der Deutschen aus Frankreich, 1870.— Nordensjöld, Nordpolforscher, gest. Vieleteld Montag, 13. August 1906. Japans Vordringen auf dem Festlande. Als Japan im Frieden zu Portsmouth sein Kriegsziel nicht völlig erreichte, wurden manche Stimmen laut, die den Friedensvertrag nur als einen Woffenstillstand ansahen und einen neuen Waffengang zwischen den Rivalen des fernen Ostens in baldige Aussicht stellten. Der Zusammenbruch der russischen Militärmacht infolge der inneren Wirren gab indes Japan volle Freiheit, die vorgesetzten Ziele auf friedlichem Wege zu erreichen. Alle die großen Vorkehrungen, die es rastlos nach dem Kriege getroffen hat, lassen darauf schließen, daß es wohl die im Kriege als größten Siegespreis errungene Vormachtstellung in Ostasien aufrechterhalten und festigen will, daß es aber an einen neuen Angriffskrieg auf absehbare Zeit nicht denkt. Die Stellung, die es militärisch inne hat, genügt vorderhand dem Selbstbewußtsein des japanischen Volkes. Japan ist dadurch in der Lage, bestimmend in die Entwicklung der ganzen politischen Verhältnisse des fernen Ostens einzugreifen und alle Seemächte zu veranlassen, mit seiner Wehrkraft in Zukunft sorgsam zu rechnen. Wie groß der Einfluß dieser jüngsten Großmacht schon jetzt ist, kann man daraus entnehmen, daß sämtliche großmächtlichen Heere und Flotten der Welt die japanischen Kriegsleistungen zum Prüfstein der eigenen Leistungsfähigkeit machen und Deutschland sogar die eigenen Reglements, die die Japaner von Sieg zu Sieg geführt haben, einer durchgreifenden Revision unterzogen hat. Bei der Bedeutung, die Japan damit auf die Gestaltung der politischen und wirtschaftlichen Weltlage gewonnen hat, erscheint es angezeigt, die Fortschritte, die es seit dem Kriege gemacht hat, einer näheren Würdigung zu unterziehen. England zog die ersten Konsequenzen aus der veränderten Machtlage in Ostasien, es schloß noch 2 Jahre vor Ablauf des alten Bündnisses einen neuen Vertrag mit Japan, der ihm des letzteren Heer für seine asiatischen Pläne und seinen dortigen Besitz zur Verfügung stellt, und der Japan sichert, seine Vormachtstellung in Ostasien in Ruhe auszubauen. Der Vertrag schützt vorderhand die weiße Rasse davor, daß sich Japan zum Vorkämpfer der gelben Rasse aufwirft. Er wird indessen nur so lange halten, bis Japan die erforderliche Kraft hat, auch gegen England seine asiatischen Pläne durchzusetzen. Von Mißtrauen ist der Vertrag nicht ganz fern, da nach Artikel 5 keiner der Kontrahenten mit irgend einer anderen Macht besondere Abmachungen treffen darf. Der Ausbau von Singapore aber zum großen englischen Flottenstützpunkt wurde mit Recht als ein „Trutz=Japan“ aufgefaßt. Der Ausbau der Flotte und die Heeresvermehrung, die sofort nach dem Friedensschluß einsetzten, lassen darauf schließen, daß Japans Bestrebungen auf volle militärische Selbständigkeit allen seefahrenden Nationen gegenüber hinauslaufen. Das Ziel der Kriege Japans sowohl mit China wie mit Rußland war, festen Fuß auf dem Kontinent zu fassen. Die erreichten Festlandsbesitzungen, Korea und die Liantong=Halbinsel, bilden nur eine Etappe in den Festlandsbestrebungen, ein Siedelungsgebiet für den Ueberschuß der Bevölkerung. Das Hauptstreben geht dahin, sich China politisch, militärisch und wirtschaftlich abhängig zu machen. Ist dies erst gelungen, so werden die übrigen Länder der gelben Rasse Japan von selbst anheimfallen. Derartige Expansionsabsichten werden ja niemals eingestanden oder selbst dem verbündeten England offenbart werden, denn sie bergen den Kor flikt mit letzterem in sich, sie gehen aber aus dem ganzen friedlichen Vordringen Japans auf dem Festlande hervor. Die japanische Flotte zählt zurzeit an modernen Schiffen 13 Linienschffe, 2 Küstenpanzerschiffe, 9 große Panzerkreuzer, 14 geschützte Kreuzer, 97 Torpedofahrzeuge und 7 Unterseeboote, im Bau sind 4 Linienschiffe von über 19000 Tonnen Wasserverdrängung, 5 große Panzerkreuzer, 4 geschützte Kreuzer, 10 Torpedofahrzeuge und 12 Unterseeboote. Das Gesamtbudget der Marine für 1906/07 beläuft sich auf 182 4 Millionen Mark. Es stellt in Aubetracht der von dem Lande bereits gebrachten Opfer hohe Anforderungen an den Patriotismus des Volkes. Das japanische Heer ist in dem Inselreich wegen Knappheit der Mittel vorläufig nicht vermehrt worden. Es besteht hier wie vor dem Kriege aus der Garde und 12 Liniendivisionen mit Angliederung einer selbständigen Kavallerie= und einer Feldartillerie Brigade, dem Okkupationskorps von Formosa und einem Kolonialregiment. Dagegen sind für das Festland vier neue Divisionen(13 bis 16) in der Gesamtstärke von 100000 Mann gebildet worden, von denen zwei die Besatzung von Korea(13 und 15) ausmachen, die 14. in Port Arthur und auf der Kwantung Halbinsel steht und die 16. die Südmandschurei besetzt hält und nach Räumung derselben am 15. April k. J. die Eisenbahnschutzwache in Stärke von 12000 Mann stellen und mit dem Rest die Liautong Halbinsel besetzen wird. In allen größeren und strategisch wichtigen Plätzen von Korea und der Liautong Halb insel sind Kasernen für die dort stationierten Truppen im Bau, die vorgeschobenen Festungswerke von Port Arthur sind verbessert und erweitert, ihr permanenter Ausbau ist noch im Gange. In Nord=Korea wird gegenüber Wladiwostock die Tumenlinie durch Forts gesichert. Die strategischen Bahnen von Söul nach Widschu und Wönsan sind dem Verkehr übergeben, die Fortsetzung der Linie Söul-Widschu nach Liaujang an der Bahn Mukden=Dalny ist in Arbeit. In Korea führt der Kaiser und seine Regierung unter dem japanischen Protektorat ein Scheindasein, Japan herrscht autokratisch, soweit das koreanische Volk es sich gefallen läßt. Vorderhand sind Empörungen noch an der Tagesordnung und die Truppen müssen oft mit Waffengewalt Ruhe schaffen. In der Südmandschurei ist bis vor kurzem die Tür für den Handel der fremden Nationen verschlossen gewesen, dafür wurde das Land mit zollfreien japanischen Waren überschwemmt. Nun wird sich wohl der Chinese an diese Waren gewöhnt haben und die fremde Konkurrenz ist nicht mehr zu fürchten. Japan läßt aber auch die Nordmandschurei und das russische Küstengebiet, sowie die Mongolei eifrig bereisen und Propaganda für die japanischen Waren und Pläne machen. Söhne der halbunabhängigen mongolischen Fürsten besuchen bereits japanische Schulen. Vor allem aber ist das friedliche Vordringen in China erfolgreich gewesen, wo die Japaner eine erstaunliche Geschicklichkeit im Verdrängen des Einflusses der europäischen Staaten und der Union an den Tag legen. Sie haben sich des Unterrichtswesens und der ganzen geistigen Entwicklung des Vierhundert Millionenreiches bemächtigt. Auf der Kriegsschule in Paotingfu wird nach übersetzten japanischen Reglements, die selbst Uebersetzungen deutscher Reglements sind, unterrichtet, woran fünf japanische Offiziere beteiligt sind. Jede der sieben Divisionen der neuformierten nationalen Peiyang Armee zählt etwa 20 Offiziere 50 Unteroffiziere aus Japan. Sämtliche größeren chinesischen Zeitungen werden von Japanern redigiert und in denselben die japanischen Gesichtspunkte verbreitet. Die europäischen Instruk toren sind sämtlich aus der Schule und der Truppe verdrängt worden. Der japanische Kaufmann und Händler überschwemmt das Land und japanische industrielle Anlagen tauchen bereits vielfach in den Großstädten auf. Den weißen Nationen ist in dem Japaner ein gefährlicher Konkurrent in China entstanden, dessen erfolgreiche Bekämpfung nur durch größte Energie und festes Zusammenhalten aller Europäer zu erreichen ist. Auch Tonking=Annam und Siam sind, so schreibt der Hann. Cour.“ als wertvolle Objekte für das japanische Ausbreitungsbedürfnis in Arbeit genommen, siamesische Offiziere sind nach Japan kommandiert und japanische Instruktoren in Siam tätig. Seldst den Eingeborenen Auf ständen in Lozon sollen japanische Agitatoren nicht fern stehen. Für Deutschland macht sich die Machtverschiebung in Ostasien insofern schon fühlbar, als der Absatz der deutschen Industrie in China, abgesehen von der Provinz Schantung, bereits zurückzeht. Die volle Erkenntnis dieser„gelben“ Gefahr, die sich in dem friedlichen Vordringen Japans auf dem Kontinent offenbart, wird den Beteiligten hoffentlich die Mittel zur Abwehr der drohenden Schäden an die Hand geben. Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 11. August. Währerd der Fahrt von Essen nach Wilhelmshöhe hörte der Kaiser den Vortrag des Chefs des Militärkabinitts, und unternahm später einen Spaziergang. Der„Köln. Zeitung" zufolge wird der Kaiser am 16. Oktober zur Enthüllung des Kaiser WilhelmDenkmals nach Bonn kommen. Ein Vortrag des Reichskanzlers beim Kaiser wird, wie jetzt auch noch von anderer Seite bestätigt wird, tatsächlich stattfinden. Ueber den Tag steht jedoch noch nichts fest. Der Kronprinz hat sich unter dem Inkognito eines Grafen von Geldern zum Besuch der Festspiele nach Bayreuth begeben. Die Kronprinzessin unternahm heute ihren ersten Ausflug nach der Geburt ihres Sohnes. Die Kronprinzessin fuhr in einem offenen Wagen in Begleitung einer Hofdame. Auf dem Rücksitz saß die Amme mit dem jungen Prinzen. Der Ausflug ging vom Marmorpalais nach Barnstedt. Ueber einen zur Taufe des kaiserlichen Enkels nun doch bevorstehenden Amnestieerlaß wird der„Danz.'.“ berichtet, daß im Ministerium daran lebhaft gearbeitet werde. Es heißt in der Mitteilung:„Von einer Seite, die als unterrichtet gelten muß, wird behauptet, daß schon bei der Geburt des Erstgeborenen des Kronprinzen eine Amnestie bestimmt in Aussicht genommen gewesen sei, daß es sich aber als unmöglich herausgestellt habe, rechtzeitig über den Umfang der Amnestie und damit über die von ihr betroffenen Personen die erforderlichen Verfügungen zu treffen, zumal der Kaiser gerade seine Nordlandfahrt angetreten hatte, so daß ein Vortrag der Ressortminister nicht wöglich war. Ueber den Umfang der Amnestie und über die Kategorien von Vergehen, die sie treffen soll, wird natürlich erst der kaiserliche Erlaß selbst Auskunft geben, da die letzte Entscheidung darüber beim Kaiser liegt. Immerhin darf man hoffen, daß die eigentlich politischen Vergehen einschließlich der Majestätsbeleidigungen darin einbegriffen sein werden.“ Die Landtagsersatzwahl im Wahlkreise Berlin III ist auf den 27. November anberaumt, eine eventuell erforderliche Stichwahl auf den 4. Dezember. Die Taufe des Sohnes des Herzogs Eduard von Sachsen Koburg=Gotha wird Anfang September stattfinden. An der Feierlichkeit nehmen auch der König von Dänemark und die Königin von Holland teil. Ob der Kaiser und die Kaiserin bei der Tause anwesend sein werden, ist noch nicht bestimmt. Der Prinz wird den Namen Ernst erhalten. So hieß bekanntlich der letzte Herzog von Koburg=Gotha. Wilhelmshaven, 10. Aug. Der größte Teil der aktiven Schlachtflotte ist heute mittag zu kurzem Aufenthalt hier eingetroffen, um Vorräte an Kohlen und Proviant aufzufüllen. Die aktive Schlachtflotte hatte während der ganzen Nacht bei Helgoland manöveriert und setzte heute morgen die Uebungen vor der Jade fort. Nach Schluß der Mar över nahm die Flotte mit Ausnahme der Linienschiffe der„Wittelsbach"= und„Braunschweig"=Klasse Kurs nach der Jade. Zuerst trafen die Schulflotille und die Kreuzer hier ein, später folgten die Linienschiffe der„Kaiser"= und „Brandenburg“ Klasse. Während die Mehrzahl der Kreuzer und die Torpedoboote in den Hafen einliesen, blieben die Linienschiffe auf Reede verankert. Sie nehmen morgen früh Kohlen aus Prähmen über. Der Aufstand in SüdwestAfrika. Die nächste Beförderung für Pakete nach Swakopmund und Lüderitzbucht, jedoch erst nach Abgang des Woermanndampfers„Eduard Woermann"(letzte Beförderung für diesen Dampfer ab Berlin Lehrter Bahnhof für Pakete am 14. August, 11 Uhr 58 Min. abends), findet statt mit Extradampfer„Lotte Menzell,“ ab Hamburg am 17. August abends, in Swakopmund etwa am 16. September. Schluß in Hamburg am 17. August, 2 Uhr nachmittags. Aus dem Auslande. Wien, 12. Aug. Der hier zu Besuch weilende Domkapitular Ernst Philipp von Arenberg aus Eichstädt in Bayern ist gestern nachmittag während einer Droschkenfahrt unter noch nicht aufgeklärten Umständen gestorben. Konstantinopel, 12. Aug. Die Nachrichten über das Befinden des Sultans lauten fortwährend widersprechend, jedoch vorwiegend ungünstig. Da nicht weniger als vier Bewerber um den Thron da find, nämlich: der Bruder des Sultans Mohamed Reschad, die beiden Söhne des jetzigen Sultans Prinz Mohamed Selin und Prinz Mohamed Burhan, sowie der Sohn des Sultans Abdul Aziz Prinz Jussuff Izzedin, so dürfte ein eventueller Thronwechsel nicht ohne schwere Erschütterungen vor sich gehen. Konstantinopel, 11. Aug. Ein amtliches Communigré über die Krankheit des Sultans ist nicht veröffentlicht worden, was als ein Zeichen der Verschlimmerung angesehen wird. Das Gerücht, daß der Sultan im Sterben liege, bestätigt sich nicht. Auch die Todesnachricht ist falsch. Die Krankheit angeblich Urämie. Petersburg, 10. Aug. In den nächsten Tagen wird ein kaiserliches Manifest erwartet, worin die Uebergabe von Apanagengütern an die Agrarbank zum billigen Verkauf an die Bauern verfügt wird. Amtlich wird bestätigt, daß die Agrarunruhen in den Gouvernements Poltawa und Wladimir bedenklichen Umfang annehmen. Das Gut der Gräfin Uwarow im Kreise Muron wurde von Bauern zerstöit. Die Lage Finlands wird hier mit großer Besorgnis betrachtet. Es ist bezeichnend, daß auf dem finnischen Bahnhof ständig ein Militärzug zur Abfahrt nach Finnland bereit steht. Auf Veranlassung der Regierung wird die Freiwilligenflotte ihre Tätigkeit bedeusend erweitern und zu diesem Zwecke neue Schiffe im Gesamtwerte von etwa 10 Millionen Rudeln erwerben. Nachdem nun das Ministerkabinett vollzählich geworden ist, wird der Minister=Präsident Stolypin in engste Beziehungen zu den Semstwos treten und hat zu diesem Zwecke die Fürsten Orbeliani und Tschelnokow nach Petersburg beordert, wo gestern die erste Korferenz stattfand. Stolypin bezeichnete die Meldung von seinem angeblich bevorstehenden Rücktritt als jeder Begründung entbehrend, seine Stellung sei unerschüttert Die Auffindung von Bombenfabriken in Petersburg und Moskau hat große Beunruhigung in Regierungskreisen hervorgerufen. Man befürchtet ein Attentat gegen den Zaren. Der Zar hat iofolgedessen auch die Absicht, mit seiner Familie 14 Tage nach Krasnoje=Selo hinauszuziehen, um den Manövern der Garde beizuwohnen, defioitiv aufgegeben. Odessa 10 Ang. Die Tochler eines General=Leutnants, Barbara Prince, traf heute hier ein und wurde, da sie eine Freundin der Töchter des Generals Kaulbars ist, von diesem im Hotel besucht und in das Haus des Generals zu Mittag geladen. Als sie mit dem Kaulbarsschen Damen das Haus verließ, entsiel ihrem Strickbeutel eine Bombe, die aber nicht explodierte. Gleich darauf ergriff sie aus ihrer Tasche einen Revolver und erschoß sich, nachdem sie erklärt hatte, sie sei aus Petersburg gekommen, um das auf den Tod des Generals Kaul= bars lautende Urteil der Kampforganisation auszuführen. Rio de Janeiro, 12. Aug. Präsident Pennan, welcher sich auf einer Reise durch Südbrasilien befindet, hielt in St. Catharina eine Rede, in der er die angebliche deutsche Gefahr als Phantasiegebilde bezeichnete. Er könne erklären, daß die deutschen Bürger von denselben Idealen beseelt seien wie die Brasilianer selbst. Der jetzige Bautenminister Dr. Müller sei ein Sohn deutscher Eltern, trotzdem besitze Brasilien keinen größeren und patriotischeren Bürger. Die Bevölkerung deutscher Abstammung empfing den Präsidenten Pennan mit lebhaften Sympathiekundgebungen und erklärte sich mit ihrem Vaterlande zufrieden. Montevideo 11. Aug. Staates kretär Root landete hier, von der Bevölkerung lebhaft begrüßt. Bei einem ihm zu Ehren veranstalteten Bankett hielt der Minister des Aeußern eine Rede und trank zum Schluß auf die panamerikunische Brüderschaft. Root erwiderte mit Dankesworten für die Gastfreundschaft Uruguays und trank auf das Wohl der Regierung. Kolonialpost. (Verkehrswege in Kamerun.) Im April erkundete Hauptmann von Stein einen neuen Verkehrsweg vom Njeng nach der Ostgrenze, und zwar st lte er fest, daß der Dume, ein Zufluß des Kadei zweifelkohne eine brauchbare Wasserstraße vom Njong bis zur Ostgrenze bildet. Bei seiner Berutzung wird lediglich ein Zwischentransport von—12 Stunden notwendig. Ferner fand im Apcil und Mai Hauptmann Scheunemann zur E tlastung der seitherigen Poststraße Kribi—Kam—Lomie eine neue Straße nördlich des oberen Dja. Er stieß dabei lediglich in der Niemlandschaft Bamvom zwischen Nojo= und Mooofliß auf Widerstand. Die Bamvoms wurden bei Aleuma geschlagen, worauf sich die übrigen Stämme jener Gegend ebenfalls unterwarfen. Unter Benutzung dieser neuen Straße wird von jetzt ab der ganze Verkehr mit der neunten Kompagnie über Ersi—Jsunde—Alonolinga—Ebolobingon—Malögle stattfinden. Gericht und Rechtsprechung. Bielefeld, 11. August.(Ferien=Strafkammer.) Der Maurer W. B. und Dreher W. W. von Heepen Nr. 23 sind mit dem in einer Wiese beim Mähen beschäftigten Knecht W3 von Heepen Nr. 9 ins Handgemenge geraten. Die beiden ersten behaupteten, daß sie von den als gewaltätig bekannten., als sie die Wiese passierten, mit erhobener Serse angegriffen seien. Nach den vorliegenden ärztlichen Attesten scheint es, als ob W. die auf dem linken Handrücken konstatierte Wunde von der Sense erhalten hat. Aber dem beschuldeten Angreifer H. ist böse mit gespielt worden. Dim Gerichtshose war es nicht möglich, ein klares Bild über die Sachlage zu gewinnen und sprach alle drei von der Anklage der gefährlichen Körperverletzung frei, nur bezüglich der Bedrohung mit der Sense hielt der Gerichtshof den H. für überführt und verurteilte ihn zu 1 Monat Gefängnis.— Der 31 Jahre alte Schuhmacher M. Sch. von Herford war angeklagt, im Jahre 1905 einen Schinken, zwei Liderhäute, Hühnerfutter und einige Brote, welches alles von dem Anstalkbäcker der Anstalt Schweichel gestohlen worden war, für billiges Geld aufgekauft und sich dadurch der Hehlerei schuldig gemacht zu haben Er wurde wegen Hehlerei zu 8 Wochen Gefängnis verurteilt.— Wegen Betruges im wiederholten Rückfalle hatte sich der Malergehilfe E. St. von Herford zu verantworten. Um sich das nötige Kleingeld zu verschaffn hat er im Jahre 1903 sich drei Krankenkassenscheine zu verschaffen verstanden, die er mit dem Namen Dr. Kopp unterzeichnet hatte. Auf diese gefälschten Krankenscheine hat er dann von der Ortskrankenkasse in Herford 22,18 und 18 Mk. Krankengeld bezogen. Der Schwindel ist aber schließlich entdickt worden und erhielt der Angeklagte heute von der Strafkammer wegen Urkundenfälschung im einheitlichen Zusammenhange mit Betrug im wiederholten Rückfalle 3 Monate Gefängnis. Lokales und Bielefeld, 13 August (Die diesjährigen Herbstübungen des 7 Armeekorpf) beginnen verhältnismäßig sihr spät und zwar die eigentlichen Bewegungen am 10. September..s zu diesem Zeitpankte werden die Truppenteile teilweise auf den Uebungsplätzen untergebracht und in den Garnisonen größere Uebungen abgehalten. Die Beigade Maröver dauern drei, die Divisions=Manöver vier und die eigentlichen Korpsmanöver nur drei Tage. Die Uebungen der 13. Division finden vom 14—18. Sept mber bei Paderborn und Lichtenau, die der 14. Division ebenfalls vom 14.—18 September bei Meschede und Büren statt. Das Korpimanöver wird vom 20—22. September zwischen Paderdorn und Soest abgehalten. Der Grund des späten Beginnens soll darin liegen, daß bis zum Beginn der Uebungen die Felder größten teils abgeerntet sind und alsdann Flur schäden so weuig wie mö zlich gemacht werden. Die Entlassung der Mannschaften des 7. Armeekorps muß bis zum 30. Spt. erfolgen. U ber den 30. Spt. hinaus dürfen keine Mannschaften zurückgehalten wirden. Die Neueinstellung der Rkeuten beginnt am 12 Oktober d. Is. (Justiz= Personalie) Herrn Landgerichtspräsident Barre hier ist der Charakter als Geh. Oberjustizrat mt dem Range der Räte zweiter Klasse verliehen worden. Herrn Landgerichtsrat Ahlemann hier ist der Charakter als Geh Justizrat verliehen. H.(Jahresfest der Anstalt Bethel) Bei dem schönsten Sommerwetter fand gestern das Jahresfest der Anstalt Bethel statt. Den Festgottesdienst eröffnete Herr Pistor Kähler 10 Uhr morgens in der schönen geräumigen Waldkirche durch Gebet und feierlicher Liturgie. Dann bestieg Herr Pisto: Arend aus Volmarstein die Kanzel und hielt eine herrliche, deutlich verständliche Festrede. Nachmittags 3 Uhr eröffgete Herr Pastor Fritz von Bodelschwingh den Festgottesdienst, und Herr Konsistorialrat Culemann aus Münster hielt eine ganz bedeutende Festrede, die gewiß vielen Christen erweckend und belehrend gewesen ist. Christen sollen ernst und freudig in ihrem Hirzen und keine Kopfhänger sein, und in allen Lebenslagen nie die Freude an ihrem Heiland verlieren, das sei die Grundlage für wahres Christentum. Zum Schluß erstattete der alte Herr Pistor von Bodelschwingh den Jahresbericht. (Ravensberger Rennverein.) Das gestrige Rennen hat, begünstigt durch das überaus schöne Wetter, einen ganz hervorragenden Verlauf genommen und kann die Rennleitung mit dem Ersolg gewiß zufrieden sein. Wir möchlen behaupten, daß der Besuch gestern stärker war wie am Eröffnungsrennen, die Zihl der Zaungäste war sicher größer, man merkt, der Sport wird popalär in Bielefeld. In 1. Teutoburger Flachrennen stellten sih 4 Pferde dem Starter. Das Feld bleibt die ganze Bahn beisammen, an der letzten Hürde aber kommt Leben hinein, Augsburg wird von Gasch ganz vorzüglich gesteuert und geht vor Pericles unter Wulfert als erster durchs Ziel gefolgt von Urisorm und Königin. Der Totalisator zahlt 25 für 10 Mk. Sieg. Platz 19 resp. 17 für 10 Mk., Gesamtsumme 2690 Mk. Im 2. Verkaufs Jagdrennen stellen sich drei Pferde, C. Lückes Imita übernimmt unter Wulfert die Führung und flegt wie sie will trotz heißen Endkaupses. No Lidy wird zwar von Graf Schmisings Waldersee nach der ersten Runde einmal bedrängt, zeigt aber dann doch ihre volle Ueberlegenheit vor Waldersee, dem die Fahrt von 3200 Meter zu lang ist. Siegwette 20 für 10 Mt. Umsatz 2390 Mk. Im 3. Offizier=Jagd. rennen stellen sich vier Pferde. Bei geschlessenem Felde verpaßt Leutnant Lahnsen mit Rajah nach vier Fünftel Runde eine Hürde. Schneidiger Endkampf zwischen Rubens unter Graf Nayhaus und Gloster unter Leutnant Gonnermann, welche im toten Rennen enden. Dritter wird Fortuna unter Graf Schweinitz. Gloster erreicht die Wage nicht mehr, sondern bricht vom Hitzschlag getroffen 50 Meter vorher zusammen. erholt sich nach einigen Stunden aber wieder sehr gut. Sieg 31 resp. 11 Mk. für 10 Mk., Platz 22 resp. 17 für 10 Mk. Gesamtumsatz 4305— Mk. Des 4. Union KlubJagdrennen vereinigt 5 Pferde. Mirabeau bricht gleich anfangs aus, Cherty Cobler verpaßt die erste Runde sodaß nur noch Kreppwöc, Little Kohn und Trara in Betracht kommen. Kreppwör führt, wird aber in den letzten 25 Längen vom Little Kohn sicher geschlagen. Sieg 26 für 10 Mk., Plotz 13 resp. 13 für 10 Mk. Unsatz 4235.— Mk. In 5 Stiftungspreis=Jagdrennen stellen sich 3 Pferde. Hawai springt sehr schwer, scheut dann und gibt das Rennen auf, Corea führt und fiegt trotz heißen Endkampses sicher vor Botenfrau. Sieg 18 für 10 Mk. Umsatz 3350.— Mk. Das Landwirtschaftliche Trabrennen brachte 6 Pierde an den Start. Lüttgerts Ella zeigte sich auch diesmal allen überlegen und kam als erste ein, gefolgt von Mirklinghaus's Ella, Grafahrends Felix und Ludolphs Espana. Sieg 16 für 10 Mk. Platz 12 resp. 17 für 10 Mk. Umsatz 2585— Mt. (2. Bezirks= Verbands= Uebung der Freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz des Regierungsbezirks Minden.) 412 Mann hatten dem Rise nach Bielefeld Folge geleistit und die auf der Sparenburgpromenade aufgestellte und unter dem Befehl des Herrn Kolonnenführer Lippold stehende Parade machte einen herzerg tickenden Eindruck. Jung und alt stand in Reih und Glied, alte Krieger von 64, 66 und 70, aber auch China und Afrikakämpfer zeigten ihre Orden= und Ehrenzeichen, wie auch die Rettungsmedaille nicht fehlte. Zur Uebung stelbst standen 56 Bahren und 12 Transportwagen zur Verfügung. Die Uebung fiel ganz vorzüglich aus und klappte alles sehr gut, sodaß es Sr. Exzellenz v. Perthes leicht war, bei der Kritik nur Lob zu spenden. Als Ehrengäste wohnten der Uebung bei: General der Infanterie Exsellenz v. Perthes, Vertreter des Kaiserl. Kommissars, aus Berlin; Oberregierungsrat Junge, Vertreter des Regierungsptäsidenten, aus Münster; Geheimer Regierungsrat Landrat v. Ditfurth; Geheimer Regierungs und Medizinakrat Dr. Krummacher-Münstec; Geheimer Regierungsrat Bomers aus Bückeburg; Regierungsrat Kludius, Vertreter des Oberpräsidenten, aus Münster, Bezirkskommandeur Oberst Niemeier= Bielefeld; Kommandeur des 2. Bataillon Juf. Regt. Nr. 55 Freiherr von Heimroth= Bielefeld; Stabsarzt Dr. Schulz; Bürgermeister Dr. Stapenhorst=Bielefeld; Staktrat Heringhaus; Stadtverordneter Dr. Holtmeyer usv. Die Kritik fand auf dem Burzhof statt. Nchmittags sand auf dem Johannisberge ein gemeinsimes Essen statt, welchem sich ein Konzert der Kap.lle des Nissruischen Feldartillerie Regiments Nr. 27(Ocanien) aus Mainz anschloß. Eewähnt sei noch, daß die Kolonne mit den Festgästen photograp zisch aufgenommen und somit ein schönes Ander ken an die so schön verlaufene Uebung geschaffen wurde. Aus den Kreisen Minden und Lübbecke Minden, 11. August.(Festnahme.) Der von der königlichen Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen Diebstahls im Rückfalle steckbrieflich verfolgte Arbeiter Friedr. Gutkowekt aus Palschau wurde gestern hier ergriffen und dem hiesigen Gerichtsgefängnis zugeführt Minden, 11. Aug.(Das Steigenlassen von Papierdrachen) gehört zu den Spielen, die unsere Jugend alljährlich mit dem Eintreten des Spätsommers vornimmt. Oft kommt es da vor, daß sich die Drachen in die Drähte der Fernsprech= und Straßenbahnleitung usw. verwickeln, wodurch manche Uaannehmlichkeiten hervorgerufen werden. Man halte die Kinder dazu an, derartige Spiele nur auf freien Plätzen vorzunehmen. Minden, 10 August.(Personalie.) Der Amtsrichter Sarrazin, hier, wurde zum Amtsgerichtsrat ernannt. Petershagen 10 Aug.(Vom Seminar.) Auf Antrag des Herrn SeminarMusiklehrers Schwal'm hierselbst ist dssen Versetzung nach Königsbeig(Neumark) rückgängig gemacht. -0- Lohe, 11. August.(Zu dem Unglück,) daß den Torfhändler Richardt bei der Dreschmaschine am vorigen Montag betreffen hat und wovon auch in dieser Eine Geschichte aus bewegter Zeit. Von A. v. Liliencron geb. v. Wrangel. 181[Nachdruck verboten.] Aber nun?— Wieder verschob sich das Bild. Die Soldaten horchten plötzlich auf, leerten hastig die Kannen, die sie angesetzt hatten, oder warfen sie wohl auch gleich zur Seite, während die Offiziere mit lautem Kommandowort ihre Abteilungen zusammer schlossen, und die Befrackten einen eiligen Rückzug antraten. Wildenfels vernahm deutliches Signalblasen, das von den verschiedenen Ecken des Ortes wiederholt wurde. Er brauchte sein Gehör nicht anzustrengen, jeder Ton schellte deutlich zu ihm hinauf, denn seine Fensterscheiden hatten Schüsse zertrümmert Vor dem Kursaale sammelte sich das Bataillon. Eiligen Laufes strömten aus den Straßen immer mehr Soldaten herbei. Der Helm wurde fester aufgedrückt, das Säbelkoppel und die Patronentaschen zurecht gerückt und das Gewehr mit sicherem.iffe gefaßt. So nun standen sie im Kurgarten auf dreiht in langer Linie. Die Offiziere lusterten die Front.„Still gestanden!“ #rde kommandiert. .n mehrstimmiger, undeutlicher Ruf spallte von der Straßenecke her. Es klang wie eine Begrüßung. Der Oberst stieß das Fenster auf und lehnte sich hinaus. Dort hinten standen die gefangenen Bayern, preußische Soldaten bewachten sie, und diese mußten es gewesen sein, die dem General, der eben herangaloppierte, ein Hurra zugerufen hatten. Der eine von ihnen wies mit dem Arm auf diesen hin, und aller Köpfe wandten sich noch dem Davonreitenden rach. Dem Finster des Obersten schräg gegenüber hielt jtzt der General seinen Fuchs an. Der Adjutant blieb einige Schritte zurück. Wie aus Erz gegossen, in militärisch strammer Haltung standen die Glieder der Jafanteriekolonne vor ihrem Vorgesetzten. Der winkte ihnen mit der Hand einen Gruß zu.„Jungens“, rief er,„das habt ihr brav gemacht, ich danke euch dafür! Ihr habt einen tapseren Feind vor euch, der uns das Slegen schwer macht, aber ihr habt euch nicht irs Bexzorn jigen lassen! Macht euch auch ferner so gut, daß ich mich weiter an euch freuen kann. Und nun Gott befohlen! Der Tanz geht gleich wieder los. Wir wollen ihn mit Ehren bestehen.“ Die Worte waren so warm gesprochen, daß man fühlte, sie konnten kein bloßes L ppenwerk sein. Eine verhaltene Bewegung klaig hindurch und machte den Eindruck dieser Anrebe noch wirksamer. Stürmisch war der Jubel, der immer von neuem ausbrach, mit dem die Soldaten ihrem General antworteten. Auch Wildenfels wischte sich verstohlen eine Träne aus den Augen: die Rede, und vorzüglich die Anerkennung, die den Boyern gezollt wurde, hatte ihn bewegt. Auf dem Balkon der nebenan liegenden Villa erschien die englische Familie, die dort das Quartier während der Badesaison bezogen hatte. Die Tochter, einen gefüllten Champaznerkelch in der Hand, beugte sich weit vor, während Mr. Smith, ihr Vater, die Champagnerflasche schwenkte. Der General winkte dankend, machte eine bedauernde Bewegung mit den Schultern, rief aber zugleich fröhlich hinauf:„Heben Sie mir das köstliche Naß auf, ich hole es mir nachher" und verschwand gleich darauf in eine Seitenstraß:. Wildenfels wandte sich langsam zu seinem Diener, der hinter ihm stand. „Johann“, sagte er,„ich glaube, das wird der Wrangel gewesen sein, von dem General Tann mir erzählt hat. Die Holsteiner sollen in der Kampagne 48 und 49 sich mit Begeisterung von ihm haben führen lassen, weil er ein Herz für sie gehabt hat. Na, und diesen Leuten merkte man auch an, daß sie mit ihrem General durch dick und künn gehen würden.“ Der Oberst hatte richtig geurteilt. Es war General Wrangel gewesen, der eben zu dem Bataillon Kaweczynski gesprochen hatte und nun in die Stadt zuröckeitt, um weitere Befehle zu erteilen. Nach der Einnahme ro Kissingen, als er eben für die Erquickung seiner Leute Sorge trug, wer ihm die Meldung gebracht worden, daß die Beyern sich auf den hinter Kissingen gelegenen Höhen festsetzen wollten. Zugleich erhielt er auch den Befehl Goebens, seine Truppen zu sammeln und sofort die südlich gelegenen Berge, die Winterleite und den Stationsberg, zu säubern. Ganz leicht war das nicht in der Geschwindigkeit zu bewerkstelligen gewesen, denn die Soldaten, die nach einem Trunke lechzten, waren im ganzen Städtchen zersteeut und hier in Küche und Keller 'taucht, um ihren Durst zu löschen. Doch die Signale wie Kommandorufe lockten bald auch die letzten Säumigen auf ihren Posten. (Fortsetzung folgt.) Zeitung berichtet wurde, ke mitgeteilt werden, daß Maschine ausrutschte und Hand der Trommel zu Gück im Unglück war den er in der Hand be Maschine fiel, was zu F Treibriemen alflog und bald still stand. Wäre dann würde die Berletzu geworden sein, wenn# erfolgt wäre. Freilich auch jetzt der Schaden für dem die Hand abgenon Sein Geschick erwick all Aus den Kreis Herford, 8 August. Kursus.) Vom 9. Juli für Lehrer an ländlichen der Prov nz Westfaken in Herford der 2. staatliche nahmen an demselben 21 Regierungsbezirk Minden, und 5 aus Arnsberg t bezweckte eine methodisch bildung und eine sachAusbildung der Kurfift nicht nur einen Einblick allgemeine und besondere sie sollten auch einen Ueberdlick betreff des St das die eigentlichen land rufsanst ilten durchzuarbe sie einen Maßstab für d die ländliche Fortbildung Fachkundiges bieten kann mit das sach= und fachku ländlichen Fortbildungsso abgrenzt und möglichst ar werde. Zu diesem Zu Kursist einen von dem Münster entworfenen N westfälischen ländlichen mit den dazu gehörigen gehändigt. Der Sieffvert Kursus war in Kürze fol und besondere Methodik: Mürster i. W.(25 Stun nische und organische Che Berückichtigung der Dün Dr. Köpfer Hagen i. 2 3. a) Ackerbaulehre, und Bodenbearbei ung und Ger# Besichtigung der landwirtsch holle: Orkonomierat Dr. S (12 Stunden); b) Botani schi llehrer C oer=Lüdingha c) Pflinzenkeankheiten, und Vakteriologisches: Obe Herfo.d(4 Stunden); Direktor Schulz Soest(10 und Gartenbau: Provinzial Hagemann=Herford(4 St zucht: a) Zoologie, b, Tie Dr. Nuumann Herford(14 Milch, ihre Gewirnung Direktoe Dr. Klopfer=Ha d) Krankheiten und Seu# Otermann Herford(6 Stul lehre: a) Volkswirtschaftlic wisen, Gesetzeskunge; b Bu Schulz Soest(11 Stund un Planzeichnen: Overl Hersord(6 Stunden). folgende landwirtschaftlich Fabrken besichtigt: die Hellmann und die Höse von in Blake, die Mustergefli Saatgutwirtscheft von dissen, die Haushaltungs das König'. Bad Oyihau fadrik von Miyer in Biauerei von Gebr. Uckern der Schlachthof, die Masch mutte garten, die Böck lmann, die Wäschek bach u Co., die Schokolal Weinberg, die Kakesfabri das Gesangnis in Herfor Herford, 11. Aug.( Feldmärker) sp ach sit am Feitag abend mit a gegen das große Karalp#t fihlt für das Geld lie Schulen zu bauen. Herford, 11. August. erschütternde Botsch morgen die Familie des Heinrich Niedaum in tie Bei dem entsttzlichen U. gestern in einm Firt! hu der jüngste Sohn sprechender junzer Mann, gefunden. Die Bevölkert nimmt innigen Anteil an vor Gram gebeugten F. mit ihr den frühen He blichenen, der allen, die lieb und teuer gew sen if Bünde, 9 Aug(9 Bei der Firma Steiume Zeitung berichtet wurde, kann zur Erläuterung mitgeteilt werden, daß derselbe auf der Maschine ausrutschte und im Fallen mit der Hand der Trommel zu nahe kam. Ein Glück im Unglück war es, daß der Besen, den er in der Hand hatte, zuvor in die Maschine fiel, was zu Folge hatte, daß der Treibriemen alflog und das Räderwerk alsbald still sland. Wäre das nicht geschehen, dann würde die Verletzung noch schlimmer geworden sein, wenn nicht gar der Tod erfolgt wäre. Freilich traurig genug ist auch jetzt der Schaden für den Verunglücklen, dem die Hand abgenommen worden ist. Sein Geschick erwick allgemeine Teilnahme. Aus den Kreise Herford. Herford, 8 August.(Staatlicher Kursus.) Vom 9. Juli bis 4. August fand für Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen der Provnz Westfaken in der Realschule zu Herford der 2. staatliche Kursus stalt. E. nahmen an demselben 29 Lehrer aus dem Regierungsbezirk Minden, 17 aus Münster und 5 aus Arnsberg til. Der Kursus bezwickte eine methodisch=didaktische Weiterbildung und eine sach= und berufskundliche Ausbildung der Kursisten. Diese sollten nicht nur einen Einblick gewinnen in die allgemeine und besondere Methodik, sondern sie sollten auch einen genauen Ein= und Ueberdlick betreffs des Stoffzebietes erhalten, das die eigentlichen landwirtschaftlichen Berufsanst ilten durchzuarbeiten haben, damit sie einen Maßstab für das gewinnen, was die ländliche Fortbildungsschule Sach und Fachkundiges bieten kann und darf und da mit das sach= und fachkundliche Gebiet der ländlichen Fortbildungsschule aufs schärfste abgrenzt und möglichst anschaulich behandelt werde. Zu diesem Zwecke erhielt jeder Kursist einen von dem Schulrat Gehrig in Münster entworfenen Normalplan für die westfälischen ländlichen Fortbildungsschulen mit den dazu gehörigen Lehrbüchern ausgehändigt. Der Stoffverteilungsplan für den Kursus war in Kürze folgender: Allzemeine und besondere Methodik: Schurat Gehrig Mürster i. W.(25 Stunden). 2. Anorga nische und organische Chemie mit besonderer Berückichtigung der Düngerlehre: Direktor Dr. Köpfer Hagen i. W.(15 Stunden). 3 a) Ackerbaulehre, und zwar Bodenkende, Bodenbearbei ung und Gerätkunde ein chließ ich Besichtigung der landwirtschaftlichen Maschinen holle: Orkonomierat Dr. Schleh Münster i. W. (12 Stunden); b) Botanik: Landwittschaftsschi llihrer C oer=Lüdinghausen(8 Sunden); c) Pflinzenkeankheiten, Begetationestörung und Vakteriologisches: Oberlehrer Dr. SchulzHerfo.d(4 Stunden); d) Pflanzenkau: Direktor Schulz Soest(10 Stunden); e, Obstund Gartenbau: Provinzial Obstbau Insp ktor Hagemann=Herford(4 Stunden). 4. Viehzucht: a) Zoologie, b, Tierzucht: Oberlehrer Dr. Neumann Herford(16 Stunden); c) die Milch, ihre Gewirnung und Verweitung: Direktoe Dr. Klopfer=Hagen(3 Stunden); d) Krankheiten und Seuchen: Kreistierarzt Otermann Herford(6 Stunden). 5. Betriebelehre: a) Voikswirtschaftliches Genossenschaftswisen, Gesetzeskunge; b Buchführung: Direktor Schulz Soest(11 Stunden); e) Feldmissn un Planzeichnen: Overlehrer Dr. Schulz Hersord(6 Stunden). Daneden wurden folgende landwirtschaftliche Betriebe und Fabriken besichtigt: die Düngerfabrik von Hellmann und die Höse von Nacke und Heckemeck in Blake, die Mustergeflügelzuchtal stalt und Saatgutwirtscheft von Vogelsang in Hovldissen, die Haushaltungsschale in Gohfeld, das König'. Bad Oythausen, die Magarine. fadrik von Miyer in Lppinghausen, die Biauerei von Gebr. Uckermann in Schweicheln, der Schlachthof, die Maschinenhalle, der.stmutter garten, die Zigartenfabrik von Gebr. Böck lmann, die Wäschekonfektion von Elsbach u Co., die Schokoladenfabrik von Gebr. Weinberg, die Kakesfabrik von Drüge urd das Gesangnis in Herford.(Schluß folgt.) Herford, 11. Aug.(Der Verein der Feldmärker) sp ach sihz in seiner Sitzung am F eitag abend mit aller Entschiedenheit gegen das große Karalpeej kt aus und empfihlt für das Geld lieder Straßen und Schulen zu bauen. Herford, 11. August.(Durch eine erschütternde Botschaft) wurde heute morgen die Familie des Herrn Fabrikanten Heinrich Niedaum in tiese Teauer versetzt. Bei dem enistzlichen Unglücktfall, der sich gestern in einm Firt bei Lhe ereignete, hu der jüngste Sohn Karl, ein vielver sprechender junzer Mann, einen jähen Tod gefunden. Die Bevörkerung unserer Stadt nimmt innigen Anteil an dem Schmerz der vor Gram gebeugten Familie und deklagt mit ihr den frühen Heimgang des Verblichenen, der allen, die ihn räher gekannt, lieb und teuer gew sen ist. Bünde, 9 Aug(Lohnbewegung) Bei dir Fuma Steinmeister u. Rentsch hier und in Hiddenhausen haben die Arbeiter nach abgelaufener Kündigung die Arbeit niedergelegt. Die Arbeiter der Firma Gebr. Hoffbauer legten ebenfalls die Arbeit nieder. Bünde, 11. Aug.(Einbruch.) Ja der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, zwischen 12 und 1 Uhr, wurde bei dem Kaufmann W. Dahlkötter hier eingebrochen. Der anscheinend hausbekannte Dieb nahm seinen Weg durch eine Stalltür, gelangte von da in die Scheune und in den Flur, wo er mittels Brecheisen die Ladentür öffnete. Ungefähr 20 bis 30 Mark Geld, welches zum Wechseln bestimmt war, fielen in seine Hände, außerdem nahm er für etwr 3 Mark Schokolade mit. Rödinghausen, 10. August.(Anstellung) Der Lehrer Julius Pohlmann hierselbst ist vom 1. d. Mts. ab endgültig angestellt. Schwenningdorf, 10. August.(Gewitter.) Gestern nachmittag entlud sich über unserer Gemeinde ein schweres Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen. Der Blitz schlug in einen, beim Wohnhause des Kolon Röhr Ne. 21 hierselbst stehenden Baum, richtete weiteren Schaden aber nicht an. Der Baum soll jetzt schon zum dritten Male vom Blitz getroffen sein. Blotho, 9. August.(Blitzschlag) Heute nachmittag gegen 5 Uhr schlug der Blitz in das Haus des Neubauers und Mosorbootsfahrers Schäffer(Uffeln 228), indem er einen Giebelbalken entlang fuhr und ihn dabei zersplitterte. Die meterlangen Späne flogen bis über die Chaussee. Auß.rdem war keine Verletzung am Hause zu bemerken. Westerenger, 12. Aug.(Schwerer Unglücksfall.) Bei dem Motor Rennen, daß bei Gelegenheit des Radfahrerfestes veranstaltet wurde, geriet das fünsjährige Kind des Malermeisters V. unmittelbar nach dem Endziel vor ein Motorrad und wurde eine Strecke mitgeschleift. Nach etwa 30 Minuten erlag es seinen Verletzungen. Aus den Kreise Hale. Halle i., 11. August.(Der Wilhelmsorden,) den der Kaiser bei seiner Anwesenheit in Essen der Frau Margarete Krupp verliehen hat, ist die dritthöchste preußische Auszeichnung. Im Range stehen darüber nur der Schwarze Adlerorden und der Orden Pour le merité Er wurde bikanntlich am 18. Januar 1896 vom Kaiser Wilhelm II.„zum bleibenden Andenken an die Kaiserproklamation in Versa lles und zur Arspirrung. im Sinne seines Großvaters mitzuarbeiten an des Volkes Wohl, wie er dies in der Botschaft vom 17. November 1881 vorgezeichnet hat,“ gestiftet. Der Wilhelmsorden, der aus einem an langer goldener Kette zu tragenden medaillonför migen Kleinode mit dem Bildnis des Kaisers Wilhelm I besteht, hat nur eine Klasse und kann sowohl an Mä ner wie an Frauen verliehen werden. Zu den weiblichen Inhabern des Wilhelmeordens gehört u. a. auch die Witwe des Freiherrn von StummHaiberg. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Paderborn. Gütersloh, 11. Aug.(Der Minister der öffentlichen Arbeiten) hat angeordnet, daß alle außerg wöhnlichen Eleig nisse im Eisenbahnbstriebsdienste, wie der kürzlich erfolgte Raubansall in einem fehrenden Zuge bei Rathenow, die geeignet fir d, öffentliches Auf ehen zu erregen, sowie Fälle vorsätzlicher.fährdung von Eisenbahrzügen, ihm stets unverzüglich telegraphisch zu melden sind. Brockhagen, 11. August.(Schule) Anstatt einer Wohnung für einen unver heirateten Lhier will die Schulvetwalturg lieber eine Fimilienwohnung bauen und die daduich entstehenden Mehraufwendungen selbst ausbringen. Der Bauplotz für die neue Schule soll angekauft werden. Paderborn, 10. Aug.(Verschiedenes) Gestern mittag entgleiste von dem um 11 52 Uhr von Piderborn nach Beilon fahrenden Personenzuge die Lokomotive zvischen Wewer und Borchen. Prsonenund Muerialschaden ist nicht entstanden.— Auf dem Liboriberg war während des Livor'marktes eine in einer Bude gezeigte Riesenschlange von etwa 6 Meter Länge in der Nacht verschwunden und der B sitzer glaubte, daß sie gestohlen war. Gestern früh wurde sie indes im Keller des benachbatten Hauses Wilhelmstraße 1 zusammen gerollt aufgefunden, natürlich zum nicht geringen Schrecken des Mädchens, das Kohlen holen wollte. Man schickte zur Poliz i und mit Hilfe verschiedener An wohner gelang es, das Reptil, ohne daß es Schaden anrichtete— giftig ist es nickt— in einen Kasten zu bringen. Die Schlange befindet sich jetzt in polizeilichem Gewahrsam, bis der Besitzer sie abholt.— Der Reichsmilitärfikkus läßt das Quellengebiet der Lippe zur Zeit für die Wasser: leitung des Truppenübungsplatzes Senne mehr erschließen, damit die Stadt Neuhaus und die dortigen Kasernen an die Leitung angeschlossen werden können. Aus dem Reg.=Bez. Münster und Arusberg. Münster, 11. August. Die Ueberfälle auf Mädchen mehren sich im Münsterlande in den letzten Wochen derart, daß man den Einwohnern abseits und einsam liegender Häuser nicht dringend genug ans Herz legen kann, doch ja halberwachsene und erwachsene Mädchen nicht allein im Hause zu lassen. Zur Warnung kann auch der Uebersall dienen, der gestern in den Baumbergen verübt worden ist. Dort war ein 14jähr. Schulmädchen nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr allein im elterlichen Kötterhause. Ein anscheinend dem Arbeiterstande angehörender fremder Mensch drang in's Haus, fiel das Mädchen an, vergewaltigte es und machte sich aus dim Staube. Die Muiter, die in der Nähe auf dem Acker beschäftigt war, sah, wie ein Fremder anscheinend von ihrem Hause kam. Bösel ahnend, lief sie nach Hause und fand das arme Mädchen in bedauernswertem Zustand. Schnell sitzte si: die Nachbarn von dem Ueberfall in Kenntnis, und diese begaben sich auf die Suche rach dem Unhold. Sie erwischten ihn gegen Abend in der Billerbecker Gegend und brachten ihn nach Nottuln in's Gefängnis, wo er die Tat olsbald eingestand. Bei dem Menschen fand man Einbrecherwerkzluge und ein langes Messer.— Ein weiterer Ueberfall ist auch am Montag in der Bauerschaft Heller bei Appelhülsen versucht worden. Dort drang ein gut gekleideter Unbekannter bei einem Bauern ein und betäubte die erwachsene Tochter, die in der Buckstube war, mit einem chloroformgetränkten Taschentuche. Anscheinend war dieser Eindringling aber nur ein Dieb, denn als er alle Türen und Fenster am Wohnhaus verschlossen fand, schnitt er, wohl aus Aerger, dem betäubten Mädchen mit einer auf der Fensterbank liegmnden Schere das Haar ab, fügte ihr aber weiter kein Leid zu. Die Spur dieses Eindringlings ist verloren gegangen, da der Uebeltäter von den Angehörigen leider zu spät zur Anzeige gebracht worden ist. Doch bekräftigt auch dieses Ereignis wieder die zu Eingang unserer Mitteilung ausgesprochene Mahnung und Warnung, die wir ein dringlich wiederholen. Dortmund, 11. August.(Wie Bürgermeister Lichtenberg,) so wird demnächst auch Stadtrat de Weldige Cremer aus dim Verwaltungsdienst austreten, um in die Dienste einer Privat Gesellschaft(Terrain Gesellschaft) einzutreten. Bochum, 11. August.(In vergargener Nacht) wurden in Expendorf auf der zum Bochumer Verein gehörenden Ziche Engels burg die elektrische Oberleitung zerschnitten. Die Täter sind noch nicht erwittelt, si: haben 60 Meier Kabel mitgenommen. 20 Meter ließen sie zurück, da sie ifferbar bei der Arbeit gestört wurden Die Täter dürften Fachleute sein, da der Strom 2000 Volt stalt ist. Der Schaden beträgt etwa 1000 Ml. Die Ennfahrt der Bergleute wurden wegen der Diebstahls 1½ Stunde verzögert. Schwerte, 11. August.(Der hier vor vier Wochen festgenommene Juwelendieb S. Bös,) auf d ssin Ercreifung die Gießener Strofkommer 500 Mf. Belohnung gesetzt hatte, wurde von der ge nannten Strafkammer zu 10 Jahren Zicht haus, Ehrverlust und Stellungnahme unter Polizeiaussicht verurteilt. In Berlin. Kön, Gießen uso. war der Verurteilte als Diener in Stellung und stahl überell wert volle Gold und Silbersachen. In Gießen stahl der Gauner beim Kommerzienrat Buderus allein für 20000 Mark Wertsachen. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Essen, 11. August.(Verweigerte Einfahrt.) Aus Brüssel kommt hute morgen die drahtliche Meldu g, daß 30 im Ausstandsgebiet Jumet eir getroffene westsälische Bergleute, die unter polizeilichem Schutz zur Zeche Zeutre geführt wurden, die Einfohrt weigerten, als sie erkannten, daß sie zum Streikbrechen dienen sellten. Die streiker den Bergl ute bereiteten ihren Cva ionen. Vermischtes. Berlin, 12. August. Professor von Bergmann wurde dem Vernehmen nach rach Konstantinopel berufen, um eine Operation an dem Sultan vorzunehmen. Berlin, 11. Arg. Bei dem gestrigen Großfeuer in der Kronenstraße wurde ein Schaden von anrähernd einer Million Mark angerichtet Verbranft ist u. a. auch eine wertvolle Zimmereimitturg, die heute rach dem Schlosse in Schw rin gehen sollte. Bei kem Brand verunglückte ein Obeesmarw.himarn Gotha, 11 Au ust Sämtliche hiesige Brauereien machten inseige Beykotts durch das Geaerkschaftskartell die Bier preiserhöhung rückgängig. Hamburg 10 Aug In der Raubmordaffäre in Talenberg wird jetzt noch ein vierter, der Muttäterschef; dringerd verdächtiger Mensch, und zwar dr in Schönwald Löhmn geborene 28 Jahre alte Se denw der Joses Pohl gesucht. Zw.i der Roubmö de: sollen sih gestern nacht in ultona umhergetrieden haben. Cuxhaven, 10. August. Der russische Torpedojäger„Schreiler" trof vom Mitt=lmer kommend, wo er stationiert war, hier ein und legte in den Neuen Hases an um dort für die.iterfahrt sinen Kohle vurct zu ergänzen. Das Schiff, das nahez die Größe unserer Hochseetorpedoboote hat, erreicht mit seinen beiden Maschinen nur eine Geschwindigkeit von 21 Seemeilen. Die Besatzung beträgt 52 Mann. Der „Schneller“, der durch den Kaiser Wilhelm Kanal nach Libau zurückkehrt, macht mit seinen vier kleinen Schornsteinen und den beiden hohen Masten für Funkentelegraphie einen imposanten Eindruck. Lübeck, 11. August. Die Arbeitgeber verweigern seit sechs Monaten den bis dahin streikenden, jetzt zur Unterwerfung bereiten Tischlergesellen die Wiedereinstellung, bevor nicht ein langfristiger Tarif angenommen und der Arbeitsnachweis der Innung anerkannt ist. Leipzig, 10 August. Von den 2200 Buchbindergehilfen Lopzigs konnten nach beendetm Streik 750 nicht wieder eingestellt werden, einmal, weil sich infolge des monatelang währenden Ausstandes die Arbeitsgelegenheit vermindert hat, und während desselben auch zahlreiche Arbeitswillige eingestellt wurden, die nun wieder zu entlossen, die Prinzipale keinen Grund sehen. Den nicht wieder eingestellten Gehilfen dürfte nichts übrig bleiben, als anderwärts Arbeit zu suchen. — Im Ausstand befinden sich noch 800 Lithographen und Steindrucker, 250 Metallarbeiter der Maschinenfabrik Mansfeld und 130 Metallarbeiter und=Arbeiterinnen der Stahlfederfabrik Leo in Leipzig Plagwitz. Koblen:, 11. August. Oberkonsistorialrat Grundschöttel, von 1892 bis 1904 Präsident des Konsistoriums der Rheinprovinz, ist in verflossener Nacht im Alter von 68 Jahren gestorden. Eberswalde, 11. August. Im HeringsdorfBerliner Schnellzug ist auf das Dienst mädchen eines Berliner Juristen, das in einem Abteil 2. Klasse mit einem Herrn allein fuhr, ein Sittlichkeitsattentat velübt worden. Der Täter ist entkommen. Düsseldorf, 12. August. Das Kriegsgericht verurteilte den Unteroffizier Theodor Lechtenfeld von der 10. Kompagnie des 16. InfanterieRegimints zu Mülheim a. Rhein wegen fortgesetzter Mißhandlung Untergebener zu 2½ Monaten Gefängnis. (Gut angebracht) Frau(empört zu ihrem Gatten):„Was, den Sommerhut könnte ich noch tragen, sagst du? Neulich bin ich ja im Theae sogar direkt ausgefordert worden, ihn abzusetzen!“ Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Meteorologisches Observato rium Aachen. Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 14. bis zum Abend des 15. August 1906. Mäßige südliche Winde, zun hmende Bewölkung, zunächst trocken, später Niederschläge, etwas wärmer. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 13. August 1906. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., hier. Niedrigst. Thermometerstand in der Nachi+14 C. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 18 CC. Barometer 753 cm. Wind: Süd West. Himmel: heiter. Neueste Nachrichten. Norderney 13 August. Reichkanzler Fust Bülow wird sich em kommenden Feeitagz on dar kaiserliche Heflazer in W lhelmehöge begeben. Bochum 13 Auzust. Der alte Berzarbetterverband hatte gestern an mheeren Oten des Rh reviers Versemmlungen anberaunt, in lenen das Th.ma: Das Urteil im Borussi= Pozeß und wer sind die wirk lich Schuld'gei? verhandelt wurde Die in Essn Wststatt, habte Versammlung, in der der Reichstagsabgeordnete für Bochzum, Hué, referiette, nahm eine Resolution ar, die dagegen pottsteit, daß die Arbeiter als eigentlich Seuld ge oder Mitschuldige an dem Tode der umgekommenen 39 Beraleute bezeichnet wurden. Um volle Klarheit übrdie Zistände auf der Zche B urussia zu scheffn, fordert ki: Versammlung de Stacts anwuttchaft auf, gegen die Bergard utr Zutung“ oder gegen Hié neoen der anklagere= Kage zu ehe#en. Helsingfors, 13. August. vom Kriegsgericht zum Tode verurteilten Leutnants Kahansky und Emiljanow, sowie 5 Soldaten wurden noch gestern erschossen. Die vernommenen Zeugen erklärten, daß der Aufruhr in Sveaborg von langer Hand vorbereitet sei. Sofia, 13. Aug. In Rustschuk und in Karnobat in Ostrumelien fanden gestern antigriechische Meetings statt, wobei es zu Ausschreitungen gegen die Griechen und griechischen Läden kam. Aus Anchialos, einer kleinen Stadt am Schwarzen Meer, wird hierher telegraphiert, daß anläßlich des gestrigen Meetings eine regelrechte Schlacht zwischen Griechen und Bulgaren entbrannt sei, die auf beiden Seiten schweie Opfer forderte. Fast die ganze Stadt steht in Flammen, und es besteht die Gefahr, daß sie völlig eingeäschert wird. K gesunde u. magendarmkranke Kinder. Ie Nach mehrjähr. prakt. Tätigkeit ich mich hierselbst, Niedernstrasse habe 10 0 I e 8e 15 Geri Spurnässt, Hirirseld Spiegelstrasse 1. als Arzt niedergelassen u. halte Sprechstunden: Vorm.—10, Nachm.—4. Bielefeld im August 1906. Dr. med. Richard Mummert, prakt. Arzt. Niedernstrasse 15. —# und Darlehnskasse für den Landkreis Bielefeld. Einlagebestand 44½ Millionen Mark. 8p; II. Ergänzungswahl.(Wahlperiodebis 30. Sept. 1909.) A. für die Arbeitgeber: 1. Heinrich Kuhlmeier, Klempnerm., jetzt Rentner, Oberntorwall 108. 2. Friedrich Gildemeister, Fabrikant,„„ Am Bahnhof 9 3. Fritz Remte, Wirt, Umenstraße.— R. für den Arbeitnehmer: Pries Heinrich, Bauarbeiter, Friedrichstraße 11. Bezüglich der Wählbarkeit und der Wahlberechtigung folgende Bestimmungen des Ortsstatuts: § 6. gelten ½5## Gemeinsame Spar##den Stadtkreis und 71 1 Allgemeine Erfordernisse für die Mitglieder. 3 Annahme von Spar- Einlagen. S; Ausleihung von Darlehen. KARMHeT im modernen Stil empfiehlt billigst Fritz Tiekötter Möbelfabrik, Niedernstr. 45. Ehe Sie ein Piano oder Harmonium kauen, neu oder gebraucht, besichtigen. Sie das Lager Weststraße 21. auf 2. gute Hypothek per sofort zu leihen gesucht. Nur von Selbstgeber. Angebote unter E. S. Nr. 7123 an die Expedition dieses Blattes. Haupt=Arbeitsnachweis Bieleseld. Zimmerstr. Nr. 19. Fernsprecher Nr. 292. Nur Werktags geöffnet. Arbeits achweis(manni. Junger Mann, 24 Jahre alt, militärfrei, praktischer Landwirt, sucht zum 1. Oktober oder später Stelle als Verwalter. Gefl. Offerten an die Exped. d. Blattes unter A. 9806 erbeten. eshe älteres williges, akurates, Mädchen, od. alleinst. Frau z. Zimmer rein. und leichter Pflege einer Dame nach Löhne z. 1. Oktober gesucht. Lohn monatlich 10—15 Mark. Meld, an die Geschäftsstelle d. Zeitung. Ew. Wohlgeboren! 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Bäcker, 2 Drecheler 15 Erdarbeiter, 2 Elsendreher, 2 Feilenhauer, 2 Installateure, 18 Klempner, 4 Maurer, 4 Sattler und Polsterer, 2 Stneider auf Korsektion, 1 Schweizer, 8 Tischler auf Bau u Mösel, 2 Tischler auf Modelle, 1 Müller, 20 Arbeiter für Zementfabr ik, 4 Bausalosser, 2 Böttcher schur), 8 Dachdecker, 5 Eisenformer, 1 Elektrononteur, 1 Glaser 2 Kesselschmiede, 15 landw. Arbeiter, 10 Maler, 2 Metall dreher, 6 Schneider auf divers. Arbeit, 18 Schmiede, 6 Schuh macher, 2 Steinhauer, 14 Tischler ouf bessere Möbel, 4 St llmacher, 12 Zigler, 2 Barbier, 2 Tapzierer u. Dekorateme. Lehrlinge: Bäcker, Bauschlosser, Dachdecker, Gärtner, Kunstglaser, Maler, Schmied, Tepezieter u. Dekorateur Bildhauer, Buchdrucker, Drecksler, Klempner, Schneider Sattler. Es suchen Stellung: Boten, Einkassierer, Böttcher, Killnerlehrling. Weibliche Abteilung. Es werden gesucht: Mehrere Haus=, Küchen=, Kinder und Zweitmädchen, sofort bis 1. 10. Haushaltlehrling schlicht um schlicht, 1 Haushälterin oder Stütze für Bonn, 300 Mk., 3 Reis damen für Privatkundschaft 1 jg. Dienstmädchen für Gasthof, Mehrere Arbeiterinnen für Spinnerei, Mehrere Arbeiterinnen für Weberci, Mehrere Arbeiterinn n f. auswärts. Metallfabrik, Mehrere Landdienstmädchen u. Arbeiterinn 1 perfekte Haushälterin f. Schloß 1 eifah. Kindermädchen n. Münster i.., 1 Dienstmädchen f. Anstaltshaus in der Senne, Mehrere Arbeiterin f. Buchdruck, 1 Ver käuferin für Kolonial= u. Drogen geschäft zum 1. 10., 1 Köchin oder Küchenmädchen, s. g. St., 1 Pesson welche plätten versteht, zur Beaussichtigung f eine Anstalt, 1 Lehrmädchen für Papiergeschäft, 5 Arbeiter. f. Emailliewerk ausw. Es suchen Stellung: 1 Haushälterin m. vorzüglich. Zeugnissen, nur Bielefeld geht auch als Kinderfr., 1 Kunststickerin, Geschäft od. Privat 1 schlichte alte Kinderfrau für Nachm., Mehrere Arbeitsfrauen, 1 Nachmittagsaushülfe, 1 13 jähr. bess. Mädchen zum Kinderbeauf sichtigen in den Herbstferien, 1 Haushaltlehrling nach Bielefeld. Bielefeld, den 1. August 1906. Der Verwalter. Schiebeck. 1888 aamp; Geöffnet: An den Wochentagen vormittags von 9 bis 1 Uhr, nachmittags von 3 6 Uhr, sowie an jedem ersten und Sonntag im Monat vormittags von bis 12 Uhr. 3 letzten### Zum Mitgliede des Gewerbegerichts— einschließlich des sitzenden und der Stellvertreter— soll nur berufen werden, we: das dreißigste Lebensjahr vollendet und in dem der Wahl vorangegangene, Jahre für sich oder seine Familie Armenunterstützung auf Grund des Gesetzes über den Unterstützungswohnsitz vom 6. Juni 1870(.=G, Bl. S. 360.) und des Gesetzes, betreffend die Ausführung des Bundesgesetzes über den Unterstützungswohnsitz vom 8. März 1871(.=S. S. 130) nicht empfangen oder die empfangene Armenunterstützung erstattet hat. Als Beisitzer soll nur berufen werden, wer in dem Bechsfigt in e Jahre wohnt oder Desgleichen sollen zu Mitgliedern des Gewerbegerichts nicht berufen werden, Personen, welche wegen geistiger oder körperlicher Gebrchge gu den Amnte nicht, geiger o.— Vchricher dr. Personen, welche zum Amt eines Schöffen unfähig sind,(Gerichtsversassungs=Gesetz§8 31, 32), können nicht berufen werden. 11½ Unterempfangsstellen 2 in Bielefeld Bürgerweg 44a und Herforder K. #straße 130(Pottenau), Brackwede, Dornberg,## 8 8. Beisitzer. Die Beisitzer müssen zur Hälfte aus den Arbeitgebern, zur Hälfte aus den Arbeitern entnommen werden. Die Beisitzer aus dem Kreise der Arbeitgeber werden mittels Wahl der Arbeitgeber, die Beisitzer aus dem Kreise der Arbeiter mittels Wahl der Arheiter guf die die 2 Gadderbaum, Heepen, Isselhorst, Schildesche, K Jöllenbeck, Ubbedissen. se Das Kuratoriun der Kreis=Sparkasse. 885 a##ebelter mittels Wahl der Arbeiter auf Dauer von 6 Jahren bestellt. Wiederwahl ist zulässig. Alle drei Jahre scheidet die Hälfte der Beisitzer jeder Kategorie aus und wird du ch neue Wahlen ersetzt, wohei Wilderwahl zulässig ist. K VE ist gelungen. 1. Arbeits achweis(männl. u weibl Abteilung), 2) Schreibstube 3. Wohnungsnachweis, g öffrei v.—12½ Uhr u. v.—6 Uhr Rechtsberarungsstelle, Verkehrsbureau, geöffnet 9½—12½ und —6 Uhr Es gibt keinen besseren als Trültzsch’s NaturZitronensaft aus frischen Früchten ohne Alkohol und Zuckerzusatz. Zu Küchenzwecken, Bereitung erfrischender Limonaden und mit bestem Erfolge angew. Zitronensalkul gegen Gicht, Rheuma, Fettsucht, Magen=, Hals= und Gallenleiden usw., lange haltbar. Probefl. gratis und franko oder den gereinigten Saft von ca. 60 Zitronen.50. von ca. 120 Zitronen à 6 Mk. franko nur echt mit Plombe H. T. 14 gold. Medaillen. Heinr. Trültzsch, Berlin., Boyenstr. 38. Lieferant fürstl. Hofhaltungen. Zur Teilnahme an den Wahlen sind nur berechtigt: a) solche Arbeitgeber, welche das fünfundzwanzigste Lebensjahr vollendet und im Bezirke des Gewerbegerichts Wohnung oder eine gewerbliche Niedetlassung haben, b) solche Arbeiter, welche das fünfundzwanzigste Lebensjahr vollendet und in dem Bezirke des Gewerbegerichts beschäftigt sind oder, falls sie außerhalb dieses Bezirks in Arbeit stehen, wohnen. Die in§ 6 Abs. 3 dieses Statuts bezeichneten Personen nicht wahlberechtigt. Mitglieder einer Innung, für welche ein Schiedsgericht in mäßheit des§ 81 b Nr. 4 und der§§ 91 bis 91 b der GewerbeOrdnung errichtet ist, und deren Arbeiter sind weder wahlberechtigt. snd wählbar noch § 10. Das Reich, der Staat, die Gemeinden und sonstige öffentliche Verbände, sowie juristische Personen üben ihr Stimmrecht durch ihre gesetzlichen Vertreter aus. Als Arbeitgeber im Sinne der§§ 8 bis 9 dieses Statuts gelten diejenigen selbständigen Gewerbetreibenden, welche mindestens einen Arbeiter(§ 2) regelmäßig das Jahr hindurch oder zu gewissen Zeiten des Jahres beschäftigen. Den Arbeitgebern stehen im Sinne der bezeichneten Bestimmungen die mit der Leitung eines Gewerbebetriebes oder eines bestimmten Zweiges desselben betrauteu Stellvertreter der selbständigen Gewerbetreibenden gleich, sofern ihr Jahres=Arbeitsverdienst an Lohn oder Gehalt 2000 Mark übersteigt. Die durch§ 1, Abs. 1, Ziffer II a und b der Zuständigkeit des Gewerbegerichts unterstellten Hausgewerbetreibendenden sind als Arbeiter wahlberechtigt und wählbar. Dreschmaschinen-Besitzern empfehle ich: Ia. Kernleder-Treibriemen Baumwolltuch- u. Kamelhaar-Treibriemen Nähriemen und Verbinder Packungen s: Spiral-Schläuche Ia. Maschinen-Oele bewährte Zylinder-Oele Maschinen-Fette und alle übrigen technischen Bedartsartikel. 51 Bielefeld Inh.: Ingenieur Wilh. Vehring. Technisches Geschäft Oel-Import Reichspoststr. 8. Wilhelmstrasse 9. — Fernsprecher 141.— § 11. Wahl der Beisitzer Die Wahl der Beisitzer ist unmittelbar und geheim. Sie erfolgt nach den Grundsätzen der Verhältniswahl. Der gesamte Bezirk des Gewerbegerichts bildet einen Wahlbezirk. Is. Uhr. Bekanntmachung betr. die Wahlen zum Gewerbe=Gericht. Für die mit Ende September ds. Is. in Gemäßheit des 8 Absatz 2 des Ottsstatuts für die Gemeinde Stadt Bielefeld ausscheidenden und bereits früher ausgeschiedenen Mitglieder des Gewerbegerichts ist Neuwahl bezw. Ergänzungswahl erforderlich. I. Neuwahl.(Wahlperiode bis 30. September 1912.) A. für die Arbeitgeber: I. Erich Delius, Fabrikant, Wertherstraße 1 c. 2. Ernst Delius, Dampfmühlenbesitzer, Bürgerweg 8. 3. Robert Wittenstein, Fabrikant, Wertherstraße 17. 4. August Tiemann, Fabrikdirektor, Oberwallstraße 16. Karl Dornbusch, Fabrikant, Bergstraße 21. 6. Ernst Rein, Fabrikant, Herforderstraße 38. 7. Herm. Breden, Fabrikant, Am Fußbach 5. 8. Otto Delius, Fabrikant, Bergstraße 6. 9. Hugo Rempel, Fabrikant, Löbellstraße 2. Stu B. für die Arbeitnehmer: 1. Uffmann Gustav, Metallarb., jetzt Reisender, Altenschild.=Weg 55. 2. Rüter Gottlieb, Metallarbeiter, Herforderstraße 244. 3. Hermann Franz, Bürstermacher, Siekerstraße 10. 4. Dannenhaus Heinr., Holzarbeiter, Herforderstraße 129. 5. Wisbar August, Textilarbeiter, Heimweg 3. 6. Mirow Otto, Maschinenmeister, Bielsteinstraße 17. 7. Geißler Emil, Buchbinder, Ehlentrupperweg 24. 8. Husemann Herm., Metallarbeiter, jetzt Privatmann, Ehlentr.=Weg 20. 9 Rüter Wilhelm, Handelshülfsarbeiter, Kreuzstraße 3. Zur Vornahme der Wahlen wird Termin angesetzt: Für Arbeitnehmer auf: Mittwoch, den 26. September d. Is. Donnerstag, den 27. September d. Freitag, den 28. September d. Is. je von Mittags 12 Uhr bis Abends 8 Für Arbeitgeber: Sonnabend, den 29. September d. Is. vormittags von 10—12 Uhr. Wahllokal für Arbeitnehmer: Evangelischer Volkssaal, Bahnhofstraße 30. Wahllokal für Arbeitgeber: Gewerbegerichts=Sitzungssaal(Rathaus, Zimmer 31.) Alle Wahlberechtigten—. Arbeitgeber und Arbeitnehmer werden hiermit zur Einrichtung von Wahlvorschlagslisten an die Gerichtsschreiberei des Gewerbegerichts(Rathaus, Zimmer 19) bis zum 5. September d. Is. mit dem Hinweise aufgefordert, daß die Stimmabgabe bei den Wahlen auf die in diesen Listen vorgeschlagenen wählbaren Personen beschränkt ist. Die Vorschlagslisten für Arbeitgeber müssen 12 Namen(die 9 ersten für die Wahlperiode bis zum 30. September 1912, die 3 letzten für die Wahlperiode bis zum 30. September 1909) die Vorschlagslisten für Arbeitnehmer 10 Namen (die 9 ersten für die Wahlperiode bis zum 30. September 1912, der letzte für die Wahlperiode bis zum 30 September 1909) enthalten, sie müssen sämtlich mindestens von je 20 Wählern unterzeichnet sein und ausdrücklich einen für weitere Verhandlungen bevollmächtigten Vertreter bezeichnen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß jeder Wähler nur eine Vorschlagsliste unterzeichnen kann, hat er mehrere unterschrieben, so wird sein Name auf diesen gestrichen, sodaß erforderlichenfalls an Stelle der gestrichenen andere Unterschriften beschafft werden müssen. Im Gegensatz zu den früheren Wahlen werden jetzt keine Wahllisten aufgestellt, auch wird nunmehr bei den Gewerbegerichts=Wahlen das Proportional=Wahlsystem angewandt. Bei der Wahl selbst überreichen die zur Stimmabgabe sich meldenden Personen einen Zettel über ihre Personalien(§ 15 des Statuts) als Legitimation, der bei den Arbeitnehmern von dem bezüglichen Arbeitgeber unterschrieben sein muß, andernfalls sie die Legitimationszettel von dem zuständigen Polizei=Bezirks=Vorsteher beglaubigen lassen müssen. Das Wahlrecht kann nur in Person und durch Abgabe eines Stimmzettels im Wahltermine ausgeübt werden. Die Formulare für die Vorschlagslisten und die Legitimationszettel(für Arbeitgeber weiß, für Arbeitnehmer grün) werden unentgeltlich auf der Gerichtsschreiberei des Gewerbegerichts(Rathaus, Zimmer 19) verabfolgt. Bielefeld, den 9. August 1906. Der Vorsitzende des Gewerbe-Gerichts. I. Hauschildt, Amtsgerichtsrat. Verantwortlich für den redaktionellen Teil Hermann Lauge, für den Reklame= und Inseraten=Teil R. Trautmann, Druck und Verlag von A. von der Mühlen, sämtlich in Bielefeld. Vierteljährlich #der Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1., bei täglicher Zu#ellung in Bielefeld .20., durch Briestrüger 1,42 M. Postzeitungsliste Nr. 5381. Sistorisch 14. August:# Kölner Dom, 1248 Kölner Domes, Gefecht des VII. u korps bei CourPreußen stehen vi vention von Gast Lehr russischen( Während zwischen Parteivorstande und der Gewerkschaften Massenstreiks tobte, Bebel sich manche B ist in Rußland zum streik in Szene geset gescheitert. Dieser Ausgang Generalstreikversuches „Genessen“ eine Leh mit Blindheit geschla den deutlichsten Bewe es auch mit diesem Sozialdemokratie, die auszuhungern und zu daß vielmehr der Jautés vollständig re dem Generalstreik un Arbeiterklosse, einen niemals die Umwar Verhältnisse herbeigesu Scheitern des russisa auch bewiesen, daß schränkten Sinne ein In Rußland ist jetztz was vor einiger Leipziger Blatt über Kampfesmittel schrieb: auf die unbewußte u Dinge mehr als auf rechnen können, so la schaffene Mechanismus gewisse Wirkung ausü bürgerliche Gesellschaf hältnis zwischen ihren den politischen Utopier sie sich zum Widerstan revolutionären General entgegentreten. Auch nosse" Jaurés hat da in solchem Falle die Lebensmöglichkeiten su Mittel zur Verteidigun Unordnung und Zerrüt Lebens entdecken wird. Freilich hat Bebel man denn nicht um willen, zur Verteid Menschenrechte, ein könnte. Aber er hat Umsturz der festgefüg stehenden Ordnung ni und daß Hunger un Proletariat stärker wi kratische Parteibefehle hat auf dem Parteitag ausgesprochen, daß d die längst ersehnte Gel kartätschung des Proleta Wenn er damit gemein bürgerliche Gesellschaft durch ein Blutbad un rächen werde, so ist er solchen grausamen Abst Bürgertum in allen es greift nicht an, ist verteidigen, und wenn dürfen sie sich nicht wi seiner Haut wehrt. „Genosse“ Heine vollk daß durch den Genera Arbeitern dem Hunger mit dem Verderben über! die Arbeiter die Produktis folgerichtig sich selbst a Hunger zu entgehen, u