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Gelehrter, gest. 1784.— Waldeck, preußischer Staats mann, geb. 1802.— König Wilhelm reist nach dem Kriegsschauplatz, 1870. Franz Liszt, Klaviervirtuos und Komponist, gest. 1886. Tielesetb Dienstag, 31. Juli 1906. Großpolnische Hetzerei in Schlesien. Nachdem vor kurzem der polnische Strazverein in Kattowitz eine große Versammlung abgehalten hatte, wird jetzt in Oberschlesien in tausenden von Exemplaren ein Flugblatt der„Straz“ durch die großpolnischen Kommissare und deren Agenten verteilt. In diesem Flugblatte wird zunächst die Frage„Was ist die Straz?“ dahin beantwortet, sie sei ein von den und für die Polen gegründeter Verein, der den Zweck hat, die„Seinigen“ in nationaler, rechtlichpolitischer und sozialer Beziehung zu schützen und zu slützen.„So wie die Deutschen ihren„Ostmarkenverein"(H. K. T.) haben, der das Polentum bekämpft und aktiv gegen die Polen vorgeht, so hat die Straz das Polentum auf jeden Schritt zu schützen, wobei wir jedoch nicht aktiv, sondern lediglich passiv(2) hervortreten.“ Die Hakatisten sind, wie weiter ausgeführt wird, Mitglieder des Ostmarkenvereins, der vor 12 Jahren in Posen durch die Gutsbesitzer Hausemann, Kennemann und Tiedemann gegründet wurde.„Der Hakatismus zählt in ganz Deutschland an 40000 Mitglieder. Dieser Verein unterstützt und führt deutsche Handwerker in polnische Gemeinden ein, siedelt Aerzte, Rechtsanwälte, Kaufleute und Industrielle an und trachtet danach, überall die Polen zu verdrängen.(?) Der Hakatismus begann im vorigen Jahre einen Fonds, den„Ostmarkenschatz“, zu sammeln, dessen Zinsen dazu bestimmt sind, das Deutschtum zu unterstützen und das Polentum zu verdrängen.“ Die pekunjären Mittel der„Straz" belaufen sich nach dem Flugblatt auf nur einige Tausend Mark(22!), da sie erst einige Monate besteht.„Es gibt“, so heißt es weiter,„im Preußischen Okkupations.= gebiet(!) vier Millionen Polen; wenn wir die Frauen und Kinder abzählen, bleiben noch 400000 volljährige, polnische Männer; bei den letzten Reichstagswahlen im Jahre 1903 wurden 347000 polnische Stimmen, also von über 25 Jahre alten Männer, abgegeben. Wenn wir alle der Straz angehörten und 1 Mark jährlich für die gegenseitige Unterstützung zahlen würden, so hätten wir eine jährliche Einnahme von 347000 Mark. Die mehr Begüterten müßten mehr zahlen. Das geschieht auch; denn die Reicheren haben versprochen, 10, 50, 100 und mehrere 100 Mark beizusteuern. Schulter an Schulter müßten wir stehen, und wir gelangen so weit, daß wir jährlich Hunderttausende sammeln. Daraus entstehen uns dann unschätzbare Vorteile.“ Die Tätigkeit der„Straz" besteht nach diesem Flugblatte darin, den Landwirten, die genötigt sind, ihren Boden zu veräußern, oder die ihr Eigentum vergrößern wollen, Mittel und Wege zum Verkauf oder Ankauf zu weisen, ohne Verlust für die Allgemeinheit, indem sie gleichzeitig mit Auskünften über verdächtige Personen und vorgeschobene Käufer dienen wird, ohne damit die Interessen der diesem Zweck speziell dienenden Geschäfte schädigen zu wollen. Ferner polnische Industrielle und Kaufleute zu unterstützen durch die Verbreitung der gesunden Losung„der Seine zu den Seinigen“ nicht nur auf seiten der Kaufenden, sondern auch auf seiten des Kaufmanns und Handwerkers, die der„fremden Konkurrenz“ standhalten müssen. Weiter will die„Straz“ unter der polnischen Bevölkerung inbezug auf die wirtschaftliche und soziale Lage der Arbeiter belehrend wirken und gleichzeitig die gebührenden Forderungen der polnischen Arbeiter schließlich unterstützen; schließlich dem Feldarbeiter den Kampf ums Dasein durch Belehrung über seine Pflichten und Rechte erleichtern und gleichzeitig für die Besserung der Lage der Saisonemigranten eintreten. Nach einer Aufzählung dessen, was die „Straz“ bisher schon-für ihre Mitglieder und für die Stärkung des Polentums im allgemeinen getan hat, wird fleißig die Werbetrommel gerührt und in begeisternden Appell an das polnische Nationalgefühl zur „gemeinsamen Verteidigung des bedrohten Polentums“ aufgefordert. Die Deutschen in der Ostmark werden daher versuchen müssen, der Wühlerei des Polentums durch Gegenmaßnahmen einen Damm zu setzen, wenn nicht die großpolnische Feuersbrunst immer wilder um sich greifen soll. Von den Grabgewändern Kaiser Karls. Im„Reichsanz.“ veröffentlicht der Direktor des Kunstgewerbe= Museums, Geheimrat I. Lessing einen Aussatz, der sich nochmals mit der am 17. Juli erfolgten Oeffnung des Schreines Karls des Großen im Dom zu Aachen und der Untersuchung der darin aufgefundenen romantischen Seidenstoffe befaßt. Neben den technischen Angaben über die Funde soll die Darlegung sichtlich dazu dienen, den Eingriff in die Ruhe des großen Kaisers, den man in weiten Kreisen schmerzlich emp. funden hat, so gut es geht, zu rechtfertigen. Wir finden aber nicht, daß das überzeugend gelingt. Denn wenn die jetzige Ruhestätte der Gebeine auch nicht das ursprüngliche Grab, sondern ein Reliquienschrein ist, so bleibt sie doch eine für die wahre Pietät gleich geheiligte Stätte, welche zu flören der Wissensdrang über die Seidengewebe nicht ausreicht und entschuldigt. Ein Grabgewand wird von Lessing selbst ja auch als ein direkter Bestandteil des alten wirklichen Grabes vermutet, während das andere allerdings nicht ein viel späteres sein kann, da es der fizilianischen Weberei, die erst im 12. Jahrhundert anhebt, angehört. So sehen wir das Erfreulichste an der Publikation des„Reichsanzeigers“ in der Erklärung, daß wenigstens eine öffentliche Ausstellung der Gewänder in Berlin, wie sie Prof. Lessing im„Lokalanz.“ selbst seinerzeit als möglich ankündigte, bestimmt ausgeschlossen ist. Wenn die öffentliche Kritik wenigstens ihre Unterlassung erreicht hat, so ist das schon genug. In den Hauptsachen lautet die Lessingsche Darlegung: Karl der Große hat das Münster in Aachen gebaut, von dem der Kuppelbau, das Oktogon, in seiner Grundform erhalten ist und jetzt wieder in vollem Schmuck des Goldmosaiks hergestellt wird. Das Münster wurde 804 durch Papst Leo III. geweiht, 814 wurde Karl der Große hier bestattet. In der Mitte des Oktogons unter dem großen von Friedrich Barbarossa gestifteten Kronleuchter findet sich auf dem Boden die Inschrift Carolo Magno, aber diese Inschrift stammt aus späterer Zeit und bezeichnet nur eine Vermutung. Die wirkliche Stelle des Grabes war und ist bis heute nicht bekannt. Man nimmt jetzt an, daß ein kapellenartiger Anbau bestanden habe. Das Aachener Münster wurde durch die Einfälle der Normanen 881 schwer verwüstet. Ob hiervon auch die Gruft des Kaisers betroffen wurde, steht nicht fest. Im Jahre 1000 soll das Grab durch Otto III. geöffnet und alsbald wieder geschlossen sein. An diesen keines sicher verbürgten Vorgang knüpften sich phantastische Erzählungen: die Leiche des großen Kaisers sollte aufrecht auf einem Throne gesessen und den Eindringling mit strafendem Blicke angesehen haben. Obgleich eine derartige Form der Beisetzung fernab von christlichem Gebrauch auch liegt, so hat sich die Vorstellung wohl ausgrund alt germanischer, heidnischer Gebräuche wie der Bestattung des Alarich auf seinem Rosse oder der Wickingerfürsten auf ihren Schiffen unauslöschlich fest im Volke erhalten, im Rathause zu Aachen ist sie in einer herrlichen Freske von Rethel, im Germanischen Museum zu Nürnberg von Wilhelm Kaulbach gemalt. Auch die Sage vom Kaiser Barbarossa gehört in den Bannkreis ähnlicher Ideen. Sicherlich ist die Leiche des Kaisers in einem Sarkophage beigesetzt worden, wahrscheinlich in dem antik römischen Marmor=Sarkophage, der jetzt noch im Münster zu Aachen steht, und der, nach der Legende, den Sockel für die sitzende Leiche gebildet haben soll. 1165 wurde Karl der Große durch Papst Paschalis selig gesprochen. Da dieser als Gegenpapst Alexanders III. nicht allgemein anerkannt war, so blieb auch die Selig sprechung des Kaisers nicht unangefochten; für Aachen blieb sie in voller Geltung. Die Gebeine des Kaisers bekamen hierdurch die hohe kirchliche Bedeutung; bereits 1166 enthob sie Kaiser Friedrich Barbarossa der Gruft und legte sie zunächst in einen hölzernen Schrein in Mitte der Kirche nieder, aber ging alsbald daran, einen kostbaren Schreiy aus Edelmetall anfertigen zu lassen, den Kaiser Friedrich II. vollendete, indem er in feierlicher Weise 1215 den letzten Nagel einschlug. Dieser herrliche, von Meister Wibert gefertigte Schrein ist ein Hauptwerk deutscher Goldschmiedekunst, fast zwei Meter lang, in Form einer Kapelle in dem Typus der zahlreichen uns erhaltenen rhein. Reliquienschreine. Der Schrein stand Jahrhunderte über dem Hochaltar, wurde als dann in die Sakristei und zuletzt in die nach 1800 ausgebaute Schatzkammer jedermann zugänglich versetzt. Die Gebeine, die keineswegs geordnet waren, wurden nach allgemein üblicher Art in kostbare Seidentücher gehüllt, im übrigen wurden sie, wie alle Reliquien im Mittelalter, ohne Rücksicht auf die Persönlichkeit, als Heiligtümer behandelt, die auch stückweise ihre sakrale Bedeutung behielten. Man entnahm im dreizehnten Jahrhundert den Schädel und brachte ihn in einer silbernen Büste zur Verehrung, ein Schienbein wurde 1630 vom Kaiser Karl IV. erhoben und in ein prachtvolles goldenes Reliquiar gelegt, 1841 ein Armknochen von Ludwig XI. von Frankreich in ein armförmiges Reliquiar getan. Diese drei Teile befinden sich alle in der Schatzkammer zu Aachen. Eine Eröffnung hat auch zur Zeit Napoleons I. stattgefunden.(Schluß folgt.) Dunkeln verrinnen wird. Wir können vielmehr versichern, daß sofort nach Einlauf der Denunziation von der maßgebensten Stelle die Anweisung ergangen ist, rücksichtslos durchzugreifen. Die Untersuchung wird von dem Kriegsgerichtsrat Dr. Sölle von der Garde Kavallerie=Division geführt. Wie weit das Verhältnis des Reiches zur Firma Tippelskirch einer Revision zu unterziehen sein wird, läßt sich im Augenblick noch nicht absehen. Sollten sich Momente ergeben, die zur strafrechtlichen Verfolgung des Majors führen, so wird selbstverständlich auch der Lieferungsvertrag zwischen dem Staate und der Firma Tippelskirch vorzeitig zu lösen sein, weil dann feststehen würde, daß die Firma mit Hilfe des Majors den Staat übervorteilt hat. Fischer, der übrigens schon lange Jahre im Kolonialamt tätig war— schon 1892 als junger Oberleutnant— galt in seinem Resort, dem Bekleidungsamt, als unbedingte Autorität. Der Fall Fischer. Die Verhaftung des Majors Fischer— das muß festgestellt werden, um irrige Vermutungen abzuschneiden— hängt nicht mit der bisher im Kolonialamt schwebenden Untersuchung zusammen. Major Fischer ist auf die Denunziation einer Dame hin am 20. d. M. vom gegenwärtigen Chef des Oberkommandos der Schutztruppen, Oberstleutnant Quade, nach kurzem Verhör in seinem Bureau verhaftet worden. Es spielen da offenbar allerlei unglückliche Familienverhältnisse hinein; die Frau des Majors soll, ohne gerade eine Verschwenderin zu sein, weit über ihre Verhältnisse gelebt haben. Das hat dann den Major, der sonst über leidliche Bezüge zu verfügen hat, zu immer neuen Anleihen bei der Firma Tippelskirch veranlaßt. Die Gesamtsumme der Darlehen, deren Einzelbeträge sich auf 2000 bis 3000 Mk. belaufen, sollen, wie ein hiefiges Mittagsblatt erklärt, nahezu den Betrag von 100000 Mk. erreichen. Wie dem aber auch sein mag, man kann gewiß sein, daß diese unendlich traurige Affäre nicht im Ein baltisches Urteil über die Auflösung der russischen Reichsduma. Man schreibt uns aus den baltischen Provinzen:„Was kommen mußte, kam! Der Reichstag ist aufgelöst, Goremykin entlassen und der energische Minister des Innern Stolypin an seine Stelle getreten. In den haltischen Provinzen atmet man auf. Endlich ist der Schönrednerei der selbstgefälligen kleinen Mirabeaus ein Ziel gesetzt worden, endlich hat die Regierung bewiesen, daß sie noch da ist und nicht in der unwürdigsten Weise mit sich spielen läßt. In den deutschen Kreisen Rußlands, nicht nur in den baltischen Provinzen, ist man überaus zufrieden, auch aus Petersburg meldet eine Depesche, daß man mit Genugtuung diesen Ausgang aus unhaltbaren Zuständen begrüßte und das Militär seine kaisertreue Gesinnung demonstrativ zeigte. Die Oppositionskreise freilich werden murren und die Revolutionäre sich zur Wehr setzen, wenn aber die Regierung Energie mit Gerechtigkeit verbindet und sich keinen Rückfall in die Gewohnheiten der alten korrupten Bureaukratie des ancien regime erlaubt, so wird man mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen können, daß die Regierung die Oberhand behalten wird. Die Ernennung Stolypins kann als ein ungemein glücklicher Griff bezeichnet werden, da er für einen ebenso energischen, wie resormfreundlichen und gerechten Mann gilt, der selbst den Dumaleuten Achtung abnötigte. Auf das Eine freilich kommt alles an „Niemals darf die Auflösung der Duma die Besorgnis rechtfertigen, daß nun alles wieder beim Alten bleiben werde. Gerade die loyalen und konservativen Elemente des Reiches bauen fest darauf, daß die Parole in den sieben Monaten der parlamentlosen Zeit lauten wird: Reformen auf allen Gebieten, endgültiger Bruch mit bureaukratischer Chikane und Korruption und Gerechtigkeit Hand in Hand mit unerschütterlicher Festigkeit im Kampf für staatliche Ordnung gegen die Revolution. Hoffentlich wird dieser gutgläubige Optimismus unserer russischen Landsleute nicht doch noch zu schaden. Nachrichten. Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 30. Juli. Der Kaiser wird morgen(Dienstag) nach Beendigung seiner Nordlandsreise in Swinemünde eintreffen. Am gleichen Tage wird auch die Kaiserin, die zurzeit an Bord ihrer Jacht„Iduna“, eine Kreuzfahrt in der Ostsee unternimmt, in Swinemünde erwartet. Wie man weiter aus Warnemünde meldet, ist die„Iduna“, mit der Kaiserin, der Prinzessin Viktoria Luise und den Prinzen Okkar und Joachim an Bord, heute von dort nach Saßnitz in See gegangen, von wo morgen die Fahrt nach Swinemünde fortgesetzt werden soll. Wie nach dem„B. T.“ aus Wien verlautet, soll dem Kaiser Franz Jose die erste Patenstelle dei dem Sohne des Kronprinzen angeboten werden. Auch bei dem Deutschen Kronprinzen übernahm Kaiser Franz Josef die erste Patenstelle, er ließ sich damals durch den Erzherzog Karl Ludwig vertreten. Die Begegnung Kaiser Wilhelms mit dem König von England wird nach einer Meldung des„Daily Graphic' im Anschluß an die Enthüllung des LandgrafenDenkmals in Homburg auf Schloß Friedrichshof stattfinden, wo der König auf dem Wege nach Marienbad zu einer rein privaten Zusammenkunft mit dem Kaiser seine Reise unterbrechen werde.— Man beachte: zu einer„rein privaten!“ Ein Leser der„Voss. Ztg.“ bestätigt dem Blatt durch eine Zuschrift aus Norderney, daß Fürst Bülow, der täglich an dessen Wohnung vorüberreite, vorzüglich aussehe und daß sein Gang leicht und elastisch sei. — In den letzten Tagen hat das Kanzler= paar als Gäste bei sich gesehen: Fräulein Margot von Tschirschky, Schwester des Staatssekretärs des Auswärtigen Amts, und ihre Nichte Frau von O'Byrn, den deutschen Gesandten in Brüssel Grafen Wallwitz und den Legationsrat von Jagow. Der Minister für Handel und Gewerbe hat dem deutschen Landwirtschaftsrat auf die Beschlüsse, die er in seiner diesjährigen Vollversammlung über die Kalilager gefaßt hat, mitgeteilt, daß der Anteil des Staates an der Förderung der Kalisalze durch den Erwerb des Kaliwerks der Gewerkschaft Hercynia in letzter Zeit eine erhebliche Verstärkung erfahren habe, und hoffentlich demnächst durch die Anlage einiger neuer Kaliwerke auf eigener Gecechtsame des Fiskus noch weiter werde vermehrt werden können. Die Frage der Einführung eines Kaliausfuhr zolles habe durch den ablehnenden Beschluß der Steuerkommission des Reichstages ihre Erledigung gefunden. Abgeordneter Dr. Müller=Sagan ist am Montag vom Untersuchungsrichter in Sachen wider Goetz und Schneider verkommen worden. Der Untersuchungsrichter zeigte, wie die„Freis. Zig" berichtet, ein durchaus korrektes und liebenswürdiges Verhalten. Dr. Müller=Sagan konnte, so berichtet dieses Blatt, natürlich nur betonen, daß er die angeschuldigten Beamten nicht kenne. Aus Sansibar wird gemeldet: Die Reichstagsabgeordneten sind auf dem Dampfer„Kronprinz“ in bester Gesundheit hier eingetroffen. Im Roten Meere herrschte eine furchtbare Hitze. 40 Grad C. waren nichts Ungewöhnliches. Fünf Fälle von Hitzschlag kamen an Bord vor. Im Indischen Ozean wehte ein Südwestmonsun außerordentlich heftig, so daß der Dampfer zwei volle Tage Verspätung hatte. Kiel, 30. Juli. Die aktive Schlachtflotte verlängert ihren Aufenthalt in Norwegen bis zum 3. August, um an der Feier des Geburtstages König Haakons teilzunehmen. Aus dem Auslande. Wien, 30. Juli. Das„Reichsgesetzbl.“ wird morgen den am 9. März zwischen Oesterreich= Ungarn und der Schweiz abgeschlossenen Handels Vertrag, das Viehseuchenübereinkommen und die die Ratifikation betreffende Erklärung veröffentlichen. 30. Juli. Die Leibärzte der Königin erklären das Befinden der Königin für durchaus zufriedenstellend. Bulletins werden daher nicht mehr veröffentlicht. Bern, 30. Juli. Die Handelsvertragsverhandlungen mit Frankreich führten heute zu einer Verständigung. Danach dauert der status quo bis zum 20. November fort. Beide Regierungen verpflichten sich, die Genehmigung ihrer Parlamente einzuholen und bis spätestens zum 20. November zum Austausch der Ratisikationen zu schreiten. Dänemark. Bei einer Tafel zu Ehren der anwesenden Mitglieder des isländischen Altings kündigte der König an, er beabsichtige im nächsten Jahre Island zu besuchen. Er sprach dabei die Hoffnung aus, daß ihn auf seiner Reise ein Ausschuß des dänischen Reichstags begleiten werde. London, 30. Juli. Oberhaus. Bei der General=Debatte über die Marineangelegenheiten erklärt der erste Lord der Admiralität, Lord Tweedmouth, die Vorschläge der Regierung ständen völlig im Einklang mit den wahren Interessen des Landes. Deutschland u. a. hat, so erklärt Lord Tweedmouth, sein Bauprogramm nicht inne gehalten, und erst heute morgen habe ich Nachricht erhalten, daß das erste der deutschen Kriegsschiffe nicht vor Anfang Dezember auf Stapel gelegt wird. Außerdem war für uns noch die Erwägung maßgebend, daß wir durch die Manöver dieses Jahres in schlagendster Weise die große und unmittelbare Wirksamkeit unserer Flotte bewiesen haben. Im weiteren Verlaufe der Sitzung kommt Goschen auf den Zweimächte Standard zurück und gibt zu, daß eine französisch=deutsche Kombination sehr unwahrscheinlich sei. Wenn aber England in einen Krieg geraten würde, würden seine Freunde unbequeme Neutrale sein. Bezüglich der Haager Konferenz erklärt Redner, die unglückseligen Rüstungsausgaben in Europa seien nicht auf Eitelkeit oder das Verlangen nach Ruhm zurück zuführen. Jene, welche glaubten, daß irgend etwas, was auch immer bei der Haager Konferenz herauskommen möge, daß aufhalten würde, was Kaiser Wilhelm für seine Mission halte, namentlich soweit es die Ausdehnung der Macht Deutsch= lands betreffe, gäben sich Illusionenshin. Petersburg, 29. Juli. Premierminister Stolypin gibt trotz des ersten Mißerfolges die Hoffnung auf Bildung eines Koalitions= kabinetts nicht auf. Er unterhandelt mit mehreren Politikern, darunter Stachowitsch, und verspricht die energische Durchführung des Manifestes vom 17.=30. Oktober. Auch eine Amnestie werde in Aussicht gestellt, von der nur die Mitglieder der Kampfgenossenschaft und die Bombenwerfer ausgenommen sein sollen. Nach Moskauer Meldungen haben sich einige Führer der„Partei friedlicher Reformen" zum Eintritt in das Kabinett Stolypins unter folgenden Bedingungen bereit erklärt: Einberufung der Reichsduma spätestens im September dieses Jahres, keinesfalls erst am 5. März, Erweiterung der Kompetenz der Reichsduma und Einschränkung der Befugnisse des Reichsrats, Reorganisation der Gerichte, Aufhebung des Kriegszustandes und des außerordentlichen verstärkten Schutzes, Abschaffung der Todesstrafe durch kaiserlichen Ukas, Reform der Semstwo=Institutionen, Gleichstellung der Juden, Zulassung der nichtrussischen Sprachen in den Geenzländern zum Gebrauch bei den niedersten Behörden, Ausarbeitung von Gesetz Entwürsen betreffend bürgerliche Freiheiten behufs Einbringung in der nächsten Dumasession, Amnestie, wenn auch keine vollständige, Agrarreform au Grund des Kutlerschen Projektes. Diese Bedingungen soll Stolypin akzeptiert haben; er soll auch den Kadetten Kutler ins Kabinett berufen wollen.— Gegen die Einberufung des fünften Kongresses der konstitutionell demokratischen Partei in Moskau werden seitens des Ministeriums des Innern keine prinzipiellen Bedenken erhoben. Das Ministerium erklärte die Schließung sämtlicher Klubs der Kadetten in Petersburg für eineg aus Gründen der Aufrechterhaltung der Oednung erfolgt, nicht um die fernere Tätigkeit der Partei zu behindern. Petersburg, 28. Juli. Die Kommission des Eisenbahndep irtements zur Prüfung der Frage des Baues der Armur Eisenbahn sprach sich für eine unverzügliche Fortsetzung der Transbaikalbahn bis Prokowskaja am Zusammenflusse von Schilka und Argun auf Kosten der Regierung aus. Petersburg, 30. Juli. In den Hofkreisen von Pitersburg wird erzählt, der Zar habe die Auflösung der Reichsduma und die Einberufung einer neuen Duma auf den 5. März nur unter der Bedingung genehmigt, daß die Dumabei anhaltender Ruhe der Bevölkerung schon vor obigem Termin wieder einberufen werde. Sollten die nach Abschluß der Ernte befürchteten Agrarunruhen ausbleiben, so seien die Neuwahlen schon im Oktober nicht ausgeschlossen. Petersburg, 30 Juli. Die Agrarunruhen haben sich auch auf das Gouvernement Pskow ausgedehnt. Petersburg, 29. Juli. General Stössel hat ein Gesuch eingereicht in dem er um die Formierung einer neuen Unteruchungskommission bittet, da er die bestehende Parteilichkeit anklagt, weil sie nur Zeugen vorgeladen habe, die gegen ih: stimmen. Warschau, 30. Juli. In der Stadt Sochaczew(Gouvernement Warschau) wurde der Kreishauptmann Bmago erschossen. Der Täter entkam. Nischni Nowgorod, 28. Juli. Die diesjährige Messe ist eröffget worden, sie ist im allgemeinen nicht schlechter besucht als im Vorjahre; die Kleinhändler sind besser, die Großhändler schwächer vertreten. Die Zisuhr von Waren aus Sibirien ist in diesem Jahre geringer. Kirche, Schule und Mission. Eine Geschichte aus bewegter Zeit. Von A. v. Liliencron geb v. Wrangel. 10(Nachdruck verboten. „Ist ein Soldatenkind, versteht alles, ist ebenso hungrig auf detaillierte Mitteilungen wie unsereiner und auch stumm wie ein Fisch, wenn es sein soll.“ Inge nickte dem Onkel dankbar zu und watete gespannten Blickes auf die Erörierungen. Mit halblauter Stimme, als fürchte er einen Lauscher, erzählte der Major.„Zoller hat seine Truppen in drei Gruppen geteilt. Graf Pappenheim soll den rechten Flügel der Aufstellung bilden und die Linie Friedrichshall—Waldaschach besetzt halten. Den linken Flügel wird Ribaupierre kommandieren und die Verteidigung von Kissin gen übernehmen. Die übrigen Truppen bleiben als Reserve dem Divisionär verfügbar.“ Nachdenklich strich Wildenfels durch seinen langen Bart.„Das Defilee bei Kissingen ist für uns überaus günstig gelegen— das linke Saale User ist so steil und hoch, daß es weithin das andere Ufer beherrscht. Wahrhaftig, wir können einem etwaigen Angriff ruhig entgegensehen.“ Wendelhorst nickte zustimmen. „Alle Vorkehrungen sind zur Sicherung getroffen. Waldaschach ist besetzt und zur Verteidigung eingerichtet. Friedrichshall, die Salinengebäude, die Gradierhäuser, das sind alles Punkte, die mit Truppen belegt werden sollen, denn von dort aus können Plänkler das Ufer entlang vorgehen und auch das Badgebäude decken. Wie gesagt, mit dem Zerstören oder Verbarrikadieren der Brücken ist man bereits fertig, und nur der leichte hölzerne Steg zwischen Lindesmühle und Villa Vay ist noch belassen, um nicht allen Verkehr abzuschneiden. Sobald es ernst wird, bricht man auch den ab. Auf der Terrasse des Sinnberges, dem Kaskadentale gegenüber, östlich vom Stein hofe, sollen vier Zwölspfünder von der Bat terie Schuster auffahren, so daß das ganze Saaletal und die Brückenauer Straße von dort bestrichen werden kann. Eine Schwadron der Chevauleger wird als Bedeckung dienen, und vielleicht steckt dein Neffe bei jener Eskadron. Nun, was sagst du zu diesen Dispositionen?“ „Hertlich, vortrifflich!" ereiferte sich Wildenfels.„Die kaiserliche Haupkarmee hat bei Königgrätz zu Kreuze kriechen müssen, aber wir Bayern werden uns schon halten.“ „Heffen wir das Beste,“ meinte (Die Kinderheiraten und Kinderwitwen) bilden ein dunkles Kapitel aus dem indischen Volksleben. Welchen Umfang es hat, läßt die folgende in einer Hinduzeitung zu Kalkutta erschienene statistische Zusammenstellung ahnen. Jn der Provinz Bengalen, also nur in einem Teil des indischen Kaiserreiches, leben 433 Kinderwitwen, die noch im ersten Lebens jahr stehen, 576 zwischen 1 und 2 Jahren, 651 zwischen 2 und 3. 1756 zwischen 3 und 4, 3861 zwischen 4 und 5, 34705 zwischen 5 und 10, 75590 zwischen 10 und 15, 142871 zwischen 15 und 20 Jahren, also über 260000 Witwen, die noch nicht das Lebens alter erreicht haben, das wir Europäer überhaupt erst als das heiratsfähige ansehen. Viele von diesen unglücklichen Geschöpfen haben ihren„Ehemann“ nie gekangt und müssen doch wegen seines frühzeitigen Todes ihr Leben lang einsam und der allgemeinen Verachtung preisgegeden bleiben. Wie viel Elend bergen diese Zahlen! und Vielefeld, 28. Juli.(Ferien=Strafkammer.) 1. Ein böser Raufhandel, in dem vas Messer wieder seine Rolle gespielt, hat sich der hiesigen Zimmerdem Fuhrmann A. D. und dem vierball ges der abgesplalt. Jt einen Siehbierhaue veramen sie Streit. Beim Hinausbefördern aus dem Lokale hat D. schon das Misser gezogen, und den beim Hinaustransportieren verruigten Büscher in Kopf und Rücken gestochen. 9. Hatte das gezückte Messer erhoben, um damit den Z. zu stechen. In demselben Augenblicke, als der Schlag niedersaufte, wurde Z. von anderen Personen zujückgerissen. Wenngleich der Stich fehl ging, so traf derselbe den höher stehenden Z. so stark im Kniegelenke, daß derselbe sofort zusammenbrach und ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Der Gerichtshof erkannte gegen den Messerhelden wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung auf 1 Jahr und 2 Wochen Gefängnis und brachte ihm darauf 2 Wochen von der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung.— 2. Der Gelegenheitsarbeiter A. K. von Brackwede wurde wegen Diebstahls im wiederholten Rückfalle und Unterschlagung zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt.— 8. Der Arbeiter H. Sch. zu Bielefeld erhielt als Dieb im wiederholten Rückfalle 6 Monate Gefängnis.— 4. Eine durch den Polizeisergeanten Niedermeyir im Halemeyer'schen Gehölze zu Brake vorgenommenen Razzia hatte den Gelegenheitsarbeiter G. B. von Schildesche und den Malergehilfen H. St. von Herford zur Strecke gebracht. Noch in der Nacht vor diesem Kesseltreiben war bei dem Wirt Böke in Milse eingebrochen und zwei Liter Liköre gestohlen worden. Ein Einbruch bei dem Wirt Frehe in Brake war durch die Wachsamkeit des Wirts verhindert worden. Die Strafkammer stellte fest, daß B. sich an dem Einbruchsversuche bei Frehe beteiligt hat. Er erhielt als Dieb im wiederholten Rückfalle 9 Monate G.sängnis, in dem andern Einbruchsfalle erfolgte seine Freisprechung. Gegen St. versagte die Beweiskraft, er wurde freigesprochen.— 5. Auf der Anklagebank erschien der Handlungsgehilfe E. F. von Topiau. Derselbe war vom hiesigen Schöffengericht wegen Betrugs zu 6 Wochen Gefängnis bestraft. In der Berufungsinstanz wurde er freigesprochen.— 6. Der kaum 18 Jahre alte Arbeiter C. V. von Herford erhielt wegen einfachen Diebstahls 8 Tage Gefängnis.— 7. Der Wrt W H. zu Herford war angeschuldigt, sich im Dezember 1903 12 Flaschen Eisenlikör erschwindelt zu haben. Das Schöffengericht zu Herford hatte ihn in der Sitzung vom 17. Mai dss. Is. für schuldig gefunden und wegen Unterschlagung zu einer Geldstrafe von 60 Mk. ev. 10 Tagen Gesängnis verurteilt. In der Berufungsinstanz wurde der Angeklagte freigesprochen. Lokales und Provinzielles. Bielefeld, 31. Juli. (Flottenmanö ver.) Ueber die dies jährigen Herbstmanöver der Flotte werden jetzt folgende Einzelheiten bekannt: Die Manöder dauern vom 1.—14. September. Sie beginnen am 1. September in der Ostsee. Etwa vom 8. September ab weilt dann die Flotte in der Nordsee, und damit erreichen die großen Herbstübungen, denen der Kaiser an Bord des Kaiserschiffes„Hamburg" beiwohnt, ihren Höh pankt. Jn den Tagen des 13. und 14. September wird es zwischen Helgoland und der deutschen Küste zu einer großen Setschlacht kommen, die sich bis zur Elbmündung bezw. bis zur Cuxhavener Reede hinziehen dürfte und bei der dann auch die Küstenforts der Elbmündung mitwirken werden, zu deren kriegsmäßiger Besatzung die Einziehung von 3000 Reseivisten der 4. MatrosenArt Uerie=Abteilung vorgesehen ist. (Die Schonzeit) für Rebhühner, Wachteln und schottische Moorhühner endigt in diesem Jahre im Regs. Bezirk Minden am Wendelhorst und trat nun seinen eiligen Rückzug an. Der alte Herr ging nachdenklichen Schrittes durch das Zimmer. Inge, den Kopf auf die gefalteten Hände gestützt, verharrte regungslos in der Stellung, wie sie den Mitteilungen des Majors gelauscht hatte. Ihre Wangen glühten, und die verschiedensten Gedanken jagten ihr durch den Kopf. Kein Zweifel, die nächsten Tage schon mußten einen Kampf bringen, den sie in unmittelbarer Nähe miterleben sollte. Das war Grund genug, ihr Blut in unruhige Wallung zu versetzen. Aber noch ein brennender Wunsch beschäftigte sie. Mutter Gertrud hatte sie neulich beim Abschied gebeten: Komm bald wieder Töchterchen, die Kräfte lassen bei mir jetzt rasch nech. Ich meine immer, ich mache es nicht mehr lange, und möchte noch so manches mit dir besprechen. Dieser Tage war es Inge unmöglich gewesen, sich frei zu machen. Der Onkel, der von seinen Schmerzen geplagt gewesen war, hatte sie nicht von der Seite gelassen, und heute, wo er sich wieder wohl fühlte, behielt er sie ebenso entschieden um sich, erfand alle möglichen Dienste für sie, hatte immer Neues mit ihr zu besprechen und erklätte ihr, daß sie ihm jtzt unentbehrlich sei. Inge hatte das mit hoher Befriedigung erfüllt, aber es fesselte sie zugleich so fest an den alten Herrn, daß es immer schwieriger für sie wurde, ihrem Verlangen, Mutter Gertrud aufzusuchen, nachzukommen. Wendelhorsts Mitteilungen drängten sie zu raschem Handeln. Morgen schon konnte der letzte Steg abgerissen werden, der über die Saale führte, und darn war für sie jeder Verkehr mit der Lindesmühle abgeschnitten. Mutter Gertrud aber mußte und wollte Inge noch sprechen, bevor sie mit dem Onkel Kissingen verließ. Die Tage, die hinter einem Gefecht lagen, waren gänzlich unberechenbar, also nur rasches Handeln konnte zu dem erwünschten Wiedersehen führen. Morgen in aller Frühe wollte sie nach der Lindesmühle gehen, dann dachte sie, zwischen acht und neun Uhr schon zurück zu sein. Der Onkel, der seine Brunnenpromenade stets allein machte, würde sie keinen Augenblich vermissen. So konnte sie ihrer Pflicht genügen und zugleich Mutter Gertruds und den eigenen Wunsch befriedigen. Zu diesem Entschlusse war sie eben gekommen, als der Onkel an sie herantrat. (Fortsetzung folgt.) 19. August. Für Fasanenwild(Hähn diesem Ithre als der gesetzliche Tern (Die Erteilu Urlaubs) an Arbeiter und Post sekretär des Reichspos Der Urlaub beträ Dienstzeit bis zu als 10 jähriger Die sollen vollbeschäftig verhältnis stehende P# Der Urlaub wird v# Postdirektionen erlei *(Aus der Der Ankauf des stücks in Senne II Mark für das städt genehmigt.— Als städtische Gaswerk aus Bromberg geHandelsfachschu städtischen Schulen Schulgelde des für zugleich vier oder pflichtig sind, ausg städtischen Fo.stausse am 1. Oktober in die städtische beonzene worden.— Zu den August hat der Mag der Stadt Bielefeld 69 Schildesche, 3 keit.) Die Baulust i sehr groß. Bis jetzt Neubauten und 32 zur Anmeldung gekom praktische und der Wohnhäuser gebaut, u verhältnisse im Laufe werden. 68 Schildesche, 3 hiesigen Johann letzter Zeit wiederholt daß Personen— au hiefigen Johannisbach baden, sodaß das Sch Kleinbahn reisenden v# hierzu bemerkt, daß Verordnung das Bade den Behörden eingeri Strafe verboten ist. 8 Gellershagen und Häuserbezeic von Jahr zu Jahr an den Gemeindeweg Orientierung, sollen Straßennamen und bezeichrung erhalten. längerung der Bielese soll auch hier Jöllenbe Weg von der Wirtsa Schloßhof zu soll g benannt werden. Der schaft Pipping nach soll„Feldstraße" von der Jöllenbeckerstr. hagener Schule bei# mit„Schulstraße" ben Aus den Kreisen M Minden, 30. inspektion.) Die Königl. Gewerbeinspel bis auf weiteres wie Montags von 11—1 1. Sonntag im Mor vormittags. Minden, 29. Jul Gestern abend zwischer kam auf dem Hu Firma I. C. C. B Feuer aus, kessen Selbstentzündung der werden kann. Dank vorhandenen Löschvor Geschäftspersonal wurk kurzer Zeit von zwe und die Gefahr weitere Gebäudeteile 6 alarmierten Wehren— werker Abteilung— wenig mehr in Tätigke Minden, 28. J. Dieser Tage waren seitdem die Köln= M verstaatlicht worden ist. Oldendorf, sprecher.) Der P'ar Fernstr chlinie in der Postamt in Pr. ab vier Wochen aus. Gehlenbeck, 28. Freitag, den 20. beiter, die im Moore ###tlich durch eine eigen everrascht. Es war nd ein merkwürdiger Gewelcher sich später alse Nachtem der Ballon g Erde erreicht halte, gela 19. August. Für das Birk=, Hasel= und Fasanenwild(Hähne und Hennen) bleibt in diesem Ichre als Endpunkt der Schonzeit der gesetzliche Termin(15. Sept.) bestehen. (Die Erteilung eines jährlichen Urlaubs) an Postboten, TelegraphenArbeiter und Postillone ist vom Staatssekretär des Reichspostamtes angeordnet worden. Der Urlaub beträgt bei einer 5 jährigen Dienstzeit bis zu 7 Tagen und bei mehr als 10 jähriger Dienstzeit 10 Tage. Auch sollen vollbeschäftigte, nicht im Beamtenverhältnis stehende Personen Urlaub erhalten. Der Urlaub wird von den zuständigen OberPostdirektionen erteilt. *(Aus der Magistratssitzung.) Der Ankauf des Kriegerschen Grundstücks in Senne II zum Preise von 13 500 Mark für das städtische Wasserwerk wurde genehmigt.— Als Ingenieur für das städtische Gaswerk ist Ingenieur Harms aus Bromberg gewählt.— Für die Handelsfachschule ist die für die andern städtischen Schulen geltende Befceiung vom Schulgelde des fünften Schülers, wenn zugleich vier oder mehr Kinder schulgeldpflichtig sind, ausgeschlossen.— Dem städtischen Fo.staufseher Jähne, welcher am 1. Oktober in den Ruhestand tritt, ist die städtische beonzene Gedenkmünze verliehen worden.— Zu dem Rennen am 12. August hat der Magistrat einen Ehrenpreis der Stadt Bielefeld gestiftet. 69 Schildesche, 30. Juli.(Bautätig keit.) Die Baulust ist in diesem Jahre hier sehr groß. Bis jetzt sind im ganzen 50 Neubauten und 32 An= bezw. Umbauten zur Anmeldung gekommen. Besonders werden praktische und der Neuzeit entsprechende Wohnhäuser gebaut, wodurch die Wohnungsverhältnisse im Laufe der Zeit recht günstige werden. 68 Schildesche, 30. Juli.(Baden im hiesigen Johannisbache.) Es ist in letzter Zeit wiederholt Klage darüber geführt, daß Personen— auch Bielefelder— im hiefigen Johannisbach an der Kleinbahnstrecke baden, sodaß das Schamgesühl des mit der Kleinbahn reisenden verletzt wird. Es wird hierzu bemerkt, daß nach einer PolizeiVerordnung das Baden, außerhalb der von den Behörden eingerichteten Badestellen bei Strafe verbolen ist. 8 Gellershagen, 30. Juli.(Straßenund Häuserbezeichnung.) Infolge des von Jahr zu Jahr zunehmenden Anbaues an den Gemeindewegen und zur besseren Orientierung, sollen die einzelnen Wege Straßennamen und neue Hausnummerbezeichrung erhalten. Und zwar: Die Verlängerung der Bielefelder Jöllenbeckerstraße soll auch hier Jöllenbeckerstraße heißen. Der Weg von der Wirtschaft Dröge nach dem Schloßhof zu soll als„Schlofhofstraße" benannt werden. Der Weg von der Wirtschaft Pipping nach dem sogen. Schulweg soll„Feldstraße“ heißen und der Weg von der Jöllenbeckerstraße bei der Gelers hagener Schule bei Birkemiyer vorbei mit„Schulstraße" benannt werden. Heuerling Struckmann und Möller in Gehlenbeck, mit großer Mühe denselben festzuhalten. Er wurde alsdann seines noch übrig gebliebenen Gases entleert, zusammengerollt und nach Gehlenbeck geschafft, wo er von etwa 100 Zuschauern in der Pohlmannschen Wiese besichtigt wurde. Der Ballon, welcher die stattliche Länge von 14 Meter und Breite von 3—4 Meter hatte, trug die Aufschrift„Ballon van hed Reg. Genietroppen Utrecht, Holland.“ Am Dienstag erschien auch ein Leutnant von den Genietruppen aus Utrecht, welcher mit einem Rade dem Ausreißer gefolgt war, um denselben wieder in Empfang zu nehmen. Nunmehr stellte es sich heraus, daß die Fesseln des Ballons bei einer Uebung des Regiments von einem Artillerie=Geschosse durchschlagen waren. Hierdurch gelang es dem Ballon, eine Fahrt ins Preußische zu unternehmen. Aus den Kreisen Minden und Lübbeke Minden, 30. Juli.(Gewerbe inspektion.) Die Sprechstunden auf der Königl. Gewerbeinspektion in Minden sind bis auf weiteres wie folgt festgesetzt: a) Montags von 11—1 Uhr; b) an jedem 1. Sonntag im Monat von 9—10 Uhr vormittags. Minden, 29. Juli.(Groß=Feuer.) Gestern abend zwischen 6 und ½7 Uhr kam auf dem Hu und Strohboden der Firma I. C. C. Bruns am Trockenhof Feuer aus, kessen Entstehen nur auf Selbstentzündung der Vorräte zurückgeführt werden kann. Dank schneller Bedienung der vorhandenen Löschvorrichtungen durch das Geschäftspersonal wurde das Feuer nach sehr kurzer Zeit von zwei Seiten angegriffen und die Gefahr des Umsichgreifens auf weitere Gebäudeteile gehoben, so daß die alarmierten Wehren— bis auf. die Hand werker Abteilung— verhältnismäßig nur wenig mehr in Tätigkeit zu treten brauchten. Minden, 28. Juli.(Gedenktag) dieser Tage waren 25 Jahre verflossen, seitdem die Köln= Mindener Eisenbahn verstaatlicht worden ist. Pr. Oldendorf, 30. Juli.(Fernsprecher.) Der P'an über den Bau einer Fernstr chlinie in der Lnkestraße liegt bei dem Postamt in Pr. Oldendorf von heute ab vier Wochen aus. Gehlenbeck, 28. Juli.(Ballon.) Am Freitag, den 20. d. M. wurden Ar. beiter, die im Moore beschäftigt waren, F###licgh, zurch eine eigentämliche Erscheinung Vverrascht. Es war nämlich in den Wolken ein merkwürdiger Gegenstand bemerkbar, welcher sich später als ein Ballon entpuppte. Nachtem der Ballon gefallen und fast die Erde erreicht halte, gelang es den Arbeitern Aus den Kreise Herford. Herford, 30. Juli.(Das Schützenfest) hat bisher einen schönen Verlauf genommen. Herr Major Dresing schoß auf Schießnummer 1 das Szepter und wurde später zum König proklamiert. Herr Fabrikant Schünheff schoß die Kcone und Herr Leutnant Deppe den Reichsapfel. Herford, 30. Juli.(Steuertermin.) Die Hebetermine zur Zahlung der für das zweite Vierteljahr des Rechnungsjahres 1906 fälligen Staats-, Kreis=, G meinde und Kirchenabgaben, sowie der Schulgelder finden vom 1. bis 15 August 1906, diejenigen der Feuersocietätsbeiträge und Viehseuchenabwehrkosten für das Rechnungsjahr 1906 vom 1. bis 10. August 1906, vormittags von 8 bis 12½ Uhr statt. Wir machen hierauf mit dem Bemerken aufmerksam, daß Steuerpflichtigen, welche nicht längere Zeit auf Abfertigung im Kassinlokal warten wollen, empfohlen wird, schon in den eisten Tagen zu zahlen, da erfahrungsgemäß je näher der Ablauf der Hebetermine heranrückt, der Zudrang zur Kasse immer größer wird. Bünde, 28. Juli.(Lohnbewegung.) Der Ausstand der Sortierer und Hilfsarbeiter bei der Firma Steinmeister u. Wellenfiek hat heute nach 14tägiger Dauer sein Ende gefunden. Hunnebrock, 30. Juli.(Feuer.) Sonrabend nachmittag gegen 3 Uhr ertstand in dem dem Neubauer Ricke gehörenden Wohnhause auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise Feuer, welches dasselbe nebst anstoßendem Stallgebäude vollständig einäscherte. Die Hunnebrocker Wehr war zur Stelle. Nachts um 2 Uhr wurde dieselbe abermals alarmiert. Der Schaden ist durch Vuisicherung gedickt. Diebrock, 31. Juli.(Schulsache.) Die durch Einberufung des Lehrers Recksiek zum Militä dienst freiwerdende Lehrerstelle ist dem Lehrer Schröder in Hille zum 1. Oktober übertragen worden Derselbe hat schon früher 3½ Jahre diese Stelle verwaltet und war allgemein beliebt. Ostkilver, 28. Juli.(Blutvergiftung.) In tiefe Trauer ist die Familie des Polizeidieners Bennker von hier versetzt. Der 21 Jahre alte Sohn Wilhelm, welcher bei dem Schneidermeister Grothars in Rödinghausen als Gesill: beschäftigt war, bekam vor einigen Tagen ein Pickel auf die Oberl ppe. Jedenfell: durch Zerkratzung des Pickels schwell die Lippe derartig an, daß ärztliche Hilfe n Anspruch genommen weiden mußte. Die Blutvergiftung ist all m Anschein nach aber schon zu weit vorgeschritten gewesen, denn obwohl vom Arzt eine Operation vorgenommen wurde, ist heute der Tod eingetreten und hat ein blühendes Merschenleben dahingerafft. Wieder eine Warnung zur Vorsicht. Aus den Kreise Halle. Werther, 30. Juli.(Reinigt die Bäche.) Alle Uferbesitzer sind verpflichtet, die gründliche Räumung der Bäche und Gräben im hiesigen Amtsbezirke bis spätestens zum 1. September d. J. zu bewirken. Namentlich ist Kraut, Schilf und das zu nahe dem Ufer stehende Holz und Gesträuch zu entsernen. Die Ufer sind vorschrifts mäßig abzuschrägen und die Ufermauern wieder in ordentlichen Zustand zu setzen; auch ist die Breite und Tiefe der Wasserläufe so herzustellen, daß sie der Vorflut durchaus entsprechen. Brücken, Wge und Waschbänke missn vorschriftsmäßig angelegt sein. Zuflüsse von Abgängen aller Art, welche das Bachwasser verunreinigen, oder es für das Gedeihen der Fische ungeeignet machen, müssen sorgfältig abgestellt werden. Säu mige verfallen in eine Polizeistrafe bis zu 30 Mk. und erfolgt die Räumung außerdem im Exkutionswege auf ihre Kosten. Wochen in Angriff genommen werden. Den Bau wird Wasserbauinspektor Preiß von der Dortmund= Emskanal=Verwaltung in Münster leiten, zu dessen Unterstützung Regierungsbaumeister Schneuzer aus Berlin nach Münster versetzt wurde. Münster, 30. Juli.(Die Prüfungs kommission für die ärztliche Vorprüfung) ist durch Ministerialerlaß vom 20. Juli d. J. in der medizinisch= propadentischen Abteilung der hiefigen Universität eingesetzt worden. Damit hat nunmehr die Einrichtung des medizinisch= propadentischen Untexrichts bis zur ärztlichen Vorprüfung den Abschluß gefunden. Gelsenkirchen, 30. Juli.(Heute nachmittag wurde ein Polizeisergeant,) der einen entsprungenen Fürsorgezögling festnehmen wollte, von diesem durch Revolverschüsse so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Herne, 30. Juli.(Besach aus Paris.) Fünf der Geretteten von Courrières, Nemy, Pruvost Vater und Sohn, Berthou und Dubois, trafen heute nachmittag zu einem privaten Dankbesuch hier ein. Morgen spricht Nemy in öffentlicher Versammlung. Von der deutsch französischen Grenze aus sandten die Geretteten ein Begrüßungstelegramm an den Deutschen Kaiser. Herne, 80. Juli.(Die Polizei verhaftete einen Zimmermann,) der vor zwei Jahren nachts in einem Dorfe unweit Wirl den 60 Jahre alten Handels mann Stickmann erschlagen und die Leiche auf einen Düngerhausen geworfen hatte. Der Verhaftete gestand die Tat ein. Wattenscheid, 30. Juli.(Stur; aus dem Fenster.) Der Monteur Meunier stürzte aus einem Fenster des Stockwerks eines Hauses in den Hof. Er war sofort tot. Bochum, 30 Juli.(Erhängt) Im Krankenhaus Bergmannsheil erhängte sich ein Arbeiter aus Bochum=Süd. Das Motiv dürfte Schwermut sein, da der Mann bereits seit einem Jahr im Krankenhause schwer bettlägerig war. Aus den Nachbarprovinzen und Staaten. Osnabrück 29 Juli.(Der gemeinnützige Osnabrücker Bauverein) hat hier vor dem Johannistore ein für 110 Häuser bezeichnetes Terrain erworben, um dasselbe mit praktisch eingerichteten, haupsähzlich füc die Bedürfaisse des Arbeiterund Handwerkerstandes berechneten Wohn häusern zu besetzen. 36 Häuser vorwiegend Ensamilienhäuser, die mit Gärten versehen siad, hat man bereits fertiggest Ut. Den Mi tern ist Gelegenheit geboten, durch regel näßig fortgesetzte Abträge mit der Zeit in den Besitz eines eigenen Hauses zu kommen. Solingen, 29 Juli.(Die Barmer Bergbayngesellschaft) die arch Besitzerin der von Barmen durch das Mors bachtal nach Müngsten führenden Kleinbahn ist, hat die Konzession zum Bau der Kleirbahn Müngsten Krahenhöhe Solingen erhalten und wird in allernächster Zeit mit den Vorarbeilen für die Bahn beginnen. Die Gesellschaft erhält für den Bau dieser Stricke eine Staatsbeihilse von 30000 Mk. Die neue Bahnlinie erhält in SolingenKrahenhöhe Anschluß an die Kleinbahn Krahenhöhe Burg, die von der Westdeutschen Eisenbahngesellschaft in Köln gebaut wird. Vermischtes Bad Soden, 29. Juli. Die Frau des Hofschauspielers Wolfram in Kassel ist beim Radfahren gestürzt und gestorben. 30. Juli. Auf dem hiesigen Bahnhofe an der Larrielterstraße wurde soeben ein cnell., mit drei Personen von dem BadeZüch. übersahten. Ein Rann## eichter auder schwer verletzt, ein Knabe Breslau, 28. Juli. Aus zahlreichen Gegenden Schlesiens treffen Nachrichten über enorme Schähen ein, welche die Nonne anrichtet. Bedeutende Waldflächen sind dem Raupenfraß bereits zum Opser gefallen. In den Forsten bei Aushrsptet, hrmesig di: Ronnenplage besonders empfinblich bemerkbar macht, wurden in der vergangeren Nacht gegen fünzig Feuer zur Verbrennung der Schmitierlinge angezündet. „Kog., 29. Juli. Im Prozeß Maseagnis gegen das Konservatorium Pesaro, das entschied der Appellhof in Rom, daß das KonserOeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: „ Nachen fervaterinn Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Wagd des 31. Juli bis zum Abend des 1. August Veränderliche Winde, zunehmende Bewölkung, stellenweise Gewitter. Nachts wärmer, Tags kühler als am Vortaze. Uebersicht der Witterung. Mitgetelt von. 3. Jul 1906. Fr. Böckelmann Ww., hier. Niedrigst. Thermometerstand in der Nacht+ 17 C. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 22 Barometer 75,5 cm. Wind: Ost. Himmel: heiter. Aus den Rez=Bez. Mänser und Arusberg. Münster, 29. Juli.(Der Bau der zweiten Schleuse) bei Münster wird, wie wir hören, schon innerhalb weniger Berlin, 80. Juli. An dem heutigen Todestage des Fürsten Bismarck richten alle deutschgesinnten Männer der Nation in ernster Wehmut und Einkehr wieder ihre Gedanken und Herzen hin zu der waldumrauschten Grustkap. lle, die, was sterblich an dem größten staats männischen Geiste der deutschen Erde und an dem Reichs. schmied der deutschen Einheit war, in heiliger Stille birgt. Möchte von ihr ein Strom der nationalen Buße und Elneuerung ausgehen, wie er unserem Volk wohl zu keiner Zeit mehr not getan hat, wie heute, wo das Erbe der Bismarck schen Epoche mehr und mehr in innerer AufAustösurg begriffen ist! Lübeck, 30 Juli. Die Bürgerschaft genehmigte heute einstimmig das von dem Senat vorgelegte Gesetz, betreffend das Verbot der Serien= und Prämienlosgesellschaften mit den von der Bürgerschaftskommission beantragten Uebergangsbestimmungen, nach denen es den Losgesellschaften gestattet ist, ihre Geschäfte innerhalb eines Jahres abzuwickeln. Köln, 29. Juli. Die erste Walder holungsstätte der Stadt Köln im Königsforst wird am 1. August in Benutzung genommen. Sie besteht aus einer gesäumigen, soliden Baracke, inmitten der Taurenwaldungen. Die Anstalt ist bestimmt für Genesende und Leichterkrankte. Elberfeld, 30. Juli. Von der Straßenbahn wurde gestern auf der Königstraße der Arbeiter Wilkat beim Aufspringen auf den Wagen überfahren und getötet. Ruhrort, 80. Juli Gestern fiel ein unde kannter 16jähriger Bursche in das Eisenbahnbassin und ertrank. Ruhrort, 30. Juli. In Walsum wurden vorgestern mehrere Zentner verdorbenen Fleisches beschlagnahmt, die für einen Metzger in Alstaden bestimmt waren. Der Metzger, der Neueste Nachrichten. Berlin, 31. Juli Der„Lok. Arz.“ dementiert die gestrige Meldurg, die Anzeige gegen den Major Fischer sei von dessen Frau und dem Vetter erstattet worden; sie sei auch nicht, wie von anderer Seite berichtet wurde, aus Subalternbeamtenkreisen und den Vorgesitzten des Mius herbeigeführt. Die Anzeige gegen den Major sei vielmehr von ganz anderer Seite gekommen. Frau von Tippelskirch war es, die den ersten Anstoß zu dem jetzt schwebenden Verfahren gab Gleichzeitig mit der seit 2 Jahren von ihrem Gatten getrennt lebenden Frau von Tippelskuch machte ein Vitter des Herrn von Tippelskirch der Kolonial= behörde die Meldung von den eigentümlichen pekugichen Bezehungen zwischen dem Chef resp keive den verschiedenen Teilhabern or F ma Tpp lekirch und dim Verstard der Bekleidungsabteilung beim Oberkemmando der Schutztruppe. Gleich noch Engaig der vorerwähnten Melung wurde Fischer einem größeren Verhör seitens seiner Vorgestzen unterworsen und dann soforti Haft geronmen. Dies geschah vor rurmeer 10 Tagen. Desgleichen mußte sich auch Heer von Tixpelskrch einer mehrstündigen B.frigung unterziehen. Des Geld wurde dem Majoc stets al Darlehen gegeben, das anfangs auch, als die Sunmen noch klein waren, zurückgezahlt wurde; aus den kleineren wurden aber schließlich Ende der 90er Jahre bedeuten de„Der ehen“, auf deren Rückerstattung von den Spend rn von vornherein gar nicht gerechnet wurde. Dieser Sperder gab es mehrere, sie te#rutierten sich aus den p.kuniär an der Firma Tppelskirch Jatrressierten. Es sill bereits tavgewiesen sein, daß die Bewilligung zu h hen Peisen an die Firma Tppelekirch durch Bestechung erreicht wurde, so daß dem Staate das Recht zustehen dürfte, den roch laufenden Vertrag mit der Firaa vor der Ablauftfrist zu kündigen, oder zu ösen. Weiter kön der„L=A.“, der Kaiser habe telegraphisch rücksicht sloses Durchgreifen in der garzen Ang=legenheit befohlen. E; wäre daher nicht unmöglich, daß auch gegen den Obersten Ohnesog wegen schlechter O tentierung über seine Untergebenen eingeschritten würde Odessa, 31. Juli. 700 den Moskauer Arbeitervereinigungen angehörenden Arbeiter, die bereits 6 Wochen streikten, versammelten sich gestern im Alexanderpark. Die sofort erschienene Polizei, sowie Militär umringten die Arbeiter und forderten von diesen, sie sollten sich durch Unterschrift verpflichten, heute die Arbeit wieder aufzunehmen. 150 Arbeiter, die sich weigerten, wurden arretiert, um morgen aus der Stadt ausgewiesen zu werden. tersburg, 31. Juli. Die Meldung, daß der Zar gewillt sei, ein Kadettenministerium zu berufen, ist irrig, denn in Peterhof war man gerade davon überzeugt, daß ein Kadettenministerium Rußland verderben werde. Gute Reise! Du kannst auf Reisen für Dein Geld Fast alles wie zu Hause kaufen; Vermeide drum, die schöne Welt Mit schwerem Rucksack zu durchschnaufen. Man giebt Dir Beeisteak überall Und meistens auch ein warmes Bette; Doch nimm Dir mit auf jeden Fall Die Lieblings-Cgarette Salem Rleikum! 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Haferstroh 100 Weizenstroh 100 Heu 100 25—30 8 5—15 20—25 5—15 8 5—10 4.50—5.— Verantwortlich für den redaktionellen Teil Hermann Lauge, für den Reklame= und Inseraten=Teil R. Trautmann, Druck und Verlag von A. von der Mühlen, sämtlich Postzeitungsliste Nr. 5381. 1. August: Erst Uri, Schwyz und Kaiser Maximil König Heinrich II 1589.— Seeschlad Brasilien erklär von Portugal, 18 Dichter, gest. 1884. Geschichtsschreiber, gest. in den balli Ein baltischer Nach den entsetzlich denen fast 300 Sch Besitzer zum Opf Mutterlande die die baltischen Brüd vergessen wird es 2 wie alle Hände sich die furchtbar schwer Hilfe und Teilnahm die in den zwanzig Alexander III. der Schule und ihre Justiz genommen wi lich vermißt worden in den baltischen P Mut wieder die Ha ihrer zerstörten Mai die ersehnte traf die Priva Unterrichtssprache Es war zwar weit als der Monarch jahres in Aussicht und sonstigen Kom vor die Unterhaltu weigert, den deuts staatlichen Rechte ab der Gymnasien, der baltischen Ritterscha aber man hat es Hand private deutse Um das zu ermöglich Männer in Liv=, C gründung von„Ddie sich u. a. die E nierung von private gestellt haben. Di Estland trat ein verein" ins Leben, 14 Ortsgruppen Schul= und Hilfsv Namen„Deutscher nahm, und in Kur Deutschen in Kurlar iesen Vereinigungen Livland gehören ihr Personen an. Ein ga schulen und Bürgers deutschen Mann soll chon ins Leben tre zasien und Realschule: als freilich erst spö Absicht ist die Err ssuren in Dorpat u Riga in Aussicht gesihliotheken, Lesehall ehört dazu viel Ge die niederträchtigen armten Lande nicht dier öffnet sich ein den Zusamme illionen Deut and, die an eine uind deutschem Polyte s shreiseminaren nich sind als die baltisch euen deutschen Verei e nicht weniger wirtschaftlichen ##d der Kräftigung ng durch Bevorzug bei Einkauf, Bestellur #estellt, da es selbst der ar geworden ist, daß