Nr. 140. Vierteljährlich in der Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1 M., bei täglicher Zusellung in Bielefeld 1.20 M., durch Briesträger 1,42 M. Postzeitungsliste Nr. 5381. 3e Jahrgang Anzeigengebühr fürdie ein Pett= zeile oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Erscheint sechsmal wöchentlich Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. Bielefeld Montag, 18. Juni 1906. Sistorischer Kalender. 18. Juni: Kaiser Friedrich der Rotbart, zu Rom gekrönt, 1155.— Reichsversammlung in Augsburg, 1530.— Schlacht bei Fehrbellin, 1675.— Schlacht bei Kolin, 1757.— Schlacht bei Waterloo, 1815.— General v. d. Tann, geb. 1815.— Gründung der Rheinisch=Westfälischen Gefängnisgesellschaft, 1826.— Ende des deutschen Rumpsparlaments, 1849.— Besetzung Dresdens, 1863.— Enthüllung des Kyfshäuserdenkmals, 1896. Eine englische Zustimmung zu der deutschen Grenzüberschreitung in Südwest. Aus Johannesburg, 20. Mai, wird der„Welt Korrespondenz“ geschrieben: Die hiesige„Sundey Times“, die sich nicht gerade durch Deutschfreundlichkeit kennzeichnet, brachte am 13. d. Mis. unter der Ueberschrift„Neutralität“ einen Aufsatz, der so unparteiisch geschrieben ist, daß es sich lohnt, seinen Inhalt näher kennen zu lernen. Es handelt sich um die Grenzüberschreitung der deutschen Abteilung bei der Verfolgung des Bandenführers Morenga. Die deutschen Truppen seien Morenga hart auf den Fersen gewesen. Dieser habe die Grenze überschritten und sei zehn Meilen in das Kapgebiet hineingeflüchtet.„Da erschienen die Deutschen(hot.and dusty), um sich den Mann zu langen. Aber ein Kappolizist reitet daher und warnt, sie seien auf neutralem Gebiete und müßten umkehren. Der deutsche Offizier, der die Führung hat, lehnt ab, was nicht unnatürlich ist(not unnaturally). Meilenweit hat er den Hottentotten verfolgt durch Graß, so hoch, daß es bis an den Pferdekopf reicht, und er geht nicht zurück, bis er Morenga hat. Dazu ist er entschlossen, während ihm der Grenzsoldat eine Vorlesung über die Elemente des Völkerrechtes hält. Als diese Unruhen in Deutsch= Südwestafrika ausbrachen, behandelte sie das Kapministerium als wirklichen Krieg. Es sprach über die Pflichten Neutraler und verbot die Unterstützung der Beteiligten. Es verhielt sich gegen Morenga, Witboi und andere ungewaschene Plünderer, als seien sie echte Kriegführende, statt eines Haufens farbiger Aufrührer. Es handelte sich nicht um die Befiegung eines „Volkes, das rechtlich um die Freiheit steitt“ — wie die Redensart lautet—, sondern um ein Gebiet, das durch einen Vertrag zwischen England und Deutschlano viesem überlassen war. Es ist nie klar gewesen, warum Kapland den Deutschen die Hülfe versagte. Ein Trupp Irregulärer, Holländer und Briten, die im Kriege gewesen waren, hätten dort in kurzer Zeit aufgeräumt. Es wäre ein nützliches Zugeständnis an Deutschland gewesen, mit geringsten Kosten verknüpft(at a minimum cost) und es wäre das vermieden worden, was zum Unsinn und zu einem häßlichen pläzedenz geworden ist. Genau genommen ist hinfort j dem farbigen Mörder, wenn er nur im stande ist, einige Gewehre und eine Handvoll Banditen zusammenzubringen, erlaubt mit allen Rechten einer kriegführenden Macht aufzutreten. Keine Einmischung ist zulässig und„Neutralität“ muß gegen ihn beobachtet werden. Eben jetzt erleidet Südafrika die Strafe für diese Torheit. Dem Widerstande des Schwarzen gegen den Weißen in Damaraland ist sofort der des Eingeborenen in Britisch=Südafrika gefolgt. Er hat sein Nachrichtenwesen und erfährt manches über das endlose Ringen. Seit Juni 1904 sind die Kaffern im nördlichen Transvaal unruhig, und der jetzige Aufstand in Natal steht unmitteldar im Zusammenhang mit den Unruhen in Deutsch= Südafrika. Welche und wie viele Fehler auch immer die deutschen Verwalter begangen haben mbgen, sie helfen doch mit am Werke des weißen Mannes in Südafrika. Aber sie tun es allein, und die andere Regierungen sehen sich den Spaß an, als ereigne er sich in einem anderen Weltteil. Die Kavregierung muß mit der Torheit aufhören, die sie seit vier Jahren mit dem Völkerrecht treibt. Dieser Kampf ist ein gemeinsamer Schaden und als solcher zu behandeln.“ Solche Meinung über die Lage ist sehr beachtenswert. Eine Rede des Kardinals Die„Kölnische Zeitung“ meldet: Auf die Mitteilung des Reichstagsabgeordneten Nacken bei dem zu Ehren des Kardinals Fisscher in Eschweiler veranstalteten Festmahl, daß auch Nichtkatholiken an der Ausschmückung und am Festmahl beteiligt seien, sprach der Kardinal diesem seinen besonderen Dank aus. Er dürfe von sich sagen, daß er zu allen seinen Mitbürgern, wes Glaubens sie auch seien, eine herzliche Zuneigung habe, und daß er bestrebt sei, mit ihnen im besten Einvernehmen zu leben. Immer hat es mich, so fuhr der Kardinal fort, in tiefster Seele geschmerzt, wenn ich von konfessioneller Verhetzung hören mußte. Das schmerzt mich nicht nur als Bischof, sondern es verletzt auch mein Vaterlandsgefühl. Ich meine, daß in unserem gemeinsamen deutschen Vaterlande, das nun einmal durch Gottes Zulassung konfessionell gespalten ist, alle diejenigen, die auf dem pofitiven Boden des Christen tums stehen, gerade jetzt, wo ein schlimmer Geist durch unsere Gaue geht, alle Ursache haben, Besseres zu tun, als sich gegenseitig zu verhetzen. Sie sollten immer darauf bedacht sein, das Gemeinsame und Einende, nicht das Trennende in den Vordergrund zu stellen und gemeinsam sich zusammenzufinden gegen den Geist der Auflehnung und des Umsturzes, der ankämpft gegen den Gottesglauben, gegen die bürgerliche Ordnung und unser gemeinschaftliches Vaterland. Diese Mahnung ist lobenswert, möge sie vor allem von den Glaubensgenossen des Heren Kardinals beherzigt werden. Wie aber stimmt es mit dieser Mahnung, daß Kardinal Fischer selbst in seinem Pastoralschreiben vom 19. März 1903 seinen Geistlichen den Syllabus eingeschärft und ihn als„Prüfstein unserer Zeit" bezeichnet hat,„an dem man erkennen könne, was mit der katholischen Wahrheit übereinstimme und was nicht!" Der Syllabus verhält sich zum konfessionellen Frieden, wie der Wolf zum Schaf; der eine frißt das andere auf. Will also Kardinal Fischer den Frieden, so darf er den Syllabus nicht zum „Prüsstein“ machen. Dieser hohe geistliche Herr meint es unzweiselhaft gut, aber wir stehen hier wieder einmal vor dem bekannten „Zwiespalt der Natur", aus dem auch die wohlwollendsten katholischen Kirchenfürsten sich nicht herauslösen können. Freisinn u. Sozialdemokraten. Die„Leipziger Volkszeitung“ hatte kürzlich den Urheber des verruchten Bombenattentats zu Madrid eifrig in Schutz genommen und es für begreiflich erklärt, daß der„rächende Arm“ eines der unzähligen Opfer des Ausbeutungssystems sich gegen„den spanischen Parasiten von Gottes Gnaden" gekehrt habe.„Mag man uns deshalb immerhin „verrohte Verteidiger des Madrider Mordbuben“ schelten, das soll uns wenig kümmern. Schließlich ist die Gesellschaft des Madrider Attentäters immer noch besser als die kapitalistischen Massenmörder und ihrer Zuhälter von der bürgerlichen Presse.“. So die „Leipziger Volkszeitung“. In freisinnigen Blättern wurde diese Auslassung mit Entrüstung verzeichnet, dabei aber bemerkt, daß die sozialdemokratische Parteileitung der Gemeinschaft mit den L.ipziger Ausschreitungen ablehnen werde. Hierauf jedoch entgegnete der„Vorwärts“, er könne die „beruhigende" Versicherung geben,„daß die „Leipziger Volkszeitung“ nur in einer besonderen Form die allgemeine Auf fassung der Partei wiedergegeben“ habe. Uns lehrt diese Bestätigung nichts neues, die begetstert zustimmende Stellungnahme der gesamten deutschen Sozialdemokratie zur russischen Revolution mit allen ihren Scheußlichkeiten hat längst den Beweis erbracht, daß die sozialdemokratische Parteileitung sich mit dem revolutionären Mordgefindel der ganzen Welt identifiziert. Nicht ohne Bedeutung ist es aber, daß auch der Freisinn nun endlich über das wahre Wesen der Sozialdemokratie zur Einsicht gelangt. So schreibt die„Breslauer Zeitung" zu der Auslassung des„Vorwärts“: „Diese Erklärung ist ganz außerordenlich wertvoll, wenn auch nicht neu. Kenner der Sozial demokratie wußten längst, daß diese Banden nur auf eine Gelegenheit lauern, mit Mord und Gewalt ihren Zukunftsstaat einzurichten, und daß nur die Ohnmacht sie davor bewahrte, ihren Neigungen freien Lauf zu lassen. Man war im Bewußtsein dieser Ohnmacht meist auch so vorsichtig diese Neigungen nach außen nicht zu verraten, ja— namentlich in gerichtlichen Verhandlungen— wurden sie direkt abgeleugnet. Seit den letzten Reichstagswahlen aber ist dieser Revolutionspartei der Kamm so gewaltig geschwollen, daß sie vielfach glaubt, sich keine Zügel mehr anlegen zu brauchen und frei von der Leber wegreden zu können. Das ist hier nun wieder einmal geschehen, und wir haben hier einen wertvollen, unanfechtbaren Beweis, daß die Deutsche Sozialdemokratie eine Partei ist, die Mord und Aufruhr als berechtigte Mittel zur Erreichung ihrer politischen Zwecke offiziell anerkennt. Daß diese Kundgebung weitere Folgen haben muß, liegt auf der Hand“ Die sozialdemokratische Presse schweigt im allgemeinen über diese Angelegenheit. Nur die Breslauer„Volkswacht", ein dem Mehringschen Blatte kongeniales Oegan, läßt an dem freifinnigen Blatte ihre Wut aus und droht, daß die sozialdemokratischen„Mordbanden“, den Freisinn bei den Stichwahlen sitzen lassen würden. Das wäre aber auch noch auszuhalten! Die Reichstagsersatzwahl in Tarnowitz hat dem Zentrum eine neue schwere Niederlage beigedracht. Solange hat diese Partei die polnisch- nationale Bewegung begünstigt, bis diese stark genug war, sich auf eigene Füße zu stellen und ihren bis herigen Gönnern einen Tritt zu versetzen. Aehnliche Erfahrungen hat in dem oberschlesischen Wahlkreise die Sozialdemokratie gemacht. Was für Mühe haben sich die„Genossen“ gegeben, die edlen Polen einzufangen. Selbst von ihren inter nationalen Grundsätzen sind sie abgewichen, um mit polnischer Hilfe Mandate zu erschnappen. Nun hat die Sozialdemokratie im Beuthener Wahlkreise rund 4000 Stimmen, nicht weniger als 40 pCt., gegen 1908 eingebüßt. Im Lichte der Nachwahlen nimmt sich der berühmte Dreimillionenfieg nicht mehr sehr imposant aus. Woher der Umschwung in Beuthen? Die sozialdemokratische Presse gesteht es selbst ein: noch rücksichtslosere Demagogen als die Sozialdemokraten haben im Wettbewerb gesiegt. Bisher hätten die Polen— so schreibt der „Vorwärts“— keine zugkräftige Agitation und Kandidaten gehabt, deshalb hätten sie ihre Stimmen der radikalsten Partei gegeben, das sei die Sozialdemokratie. Jetzt aber, wo sie„einen Demagogen ersten Ranges“ als Kandidaten aufgestellt hätten, habe das nationale über das soziale Bewußtsein bei den polnischen Arbeitern gesiegt.— So also sieht es um einen großen, wohl den größten Teil der sozialdemokratischen Dreimillionen: Wählerschaft aus, auf welche sich die Sozialdemokratie als„stärkste Partei" stützt. Aehnlich schreibt die Breslauer„Volkswacht“ unter Bezugnahme auf verschiedene Zischriften aus dem Beuthener Wahlkreise, dort sei man sich klar darüber gewesen, daß die Stimmen von 1898 und 1903 die Stimmen der Unzufriedenen gewesen seien, die heute in dem Radikalpolen ihre oppositionelle Vertretung zu finden hofften. Eine recht imposante Parlei, die Sozialdemokratie, die nichts weiter darstellt als ein Sammelbecken, in das sich bei den Wahlen aller Schlamm der Unzufriedenen ergießt. Politische Nachrichten. Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 17. Juni. Der Kaiser kam am Freitag Abend 10 Uhr in Hinnover an, nahm dort Sonnabend vormittag eine Militärbesichtigung vor und fuhr nachmittags auf der alten Heerstraße durch die Lüneburger Heide im Automobil nach Hamburg. Abends traf er in Harburg ein, wo er nach festlicher Begrüßung an Bord der„Hamburg“ ging. Nach einer Fahrt nach Helgoland wird sich der Kaiser am 20. d. M. auf den kleinen Kreuzer„Leipzig“ einschiffen und durch den Kaiser Wilhelm Kanal nach Kiel zur Kieler Woche fahren. Prinz Eitel Friedrich besuchte mit seiner Gemahlin die landwirtschaftliche Ausstellung. Obwohl der Aufenthalt des Fürsten Bülow auf Norderncy bis Ende der dortigen Saison, also bis Anfang November, dauern soll, dürften doch kurze Unterbrechungen der Kur nicht ausgeschlossen sein. Wie die„Post“ mitteilt, liegt es in der Absicht des Reichtkanzlers, dem Kaiser im Laufe des Sommers, wenn möglich, über Fragen der inneren und äußeren Politik persönlich Vortrag zu halten. Eine Reise des Fürsten in das kaiserliche Hauptgzartier, wahrscheinlich nach Kiel oder Hamburg, soll noch stattfinden, bevor der Kaiser die Nordlandfahrt antritt. Die Leiche des in Afrika ermordeten Bezirkshauptmanns Hennig v. Burgsdorff ist am 17 d. M. in Hamburg eingetroffen und wird am Sonnabend, den 23., in Hohenjesar(Kr. Lebus) in der Familien= grust direr v. B. beigesetzt werden. Die Leiche war von den Hottentolten in einer Höhle verborgen worden, wurde aber später von Deutschen gefunden und beerdigt. Die Hottentotten hollen den Leichnam aus dem Grabe wieder heraus und drachten ihn in die Höhle zurück Später ist er noch einmal beerdigt und noch einmal hervorgeholt, dann aber vach Eingesargung durch den Missionar Spellmeyer nach Gibeon gebracht worden, wovor seiner Absendung nach Deutschland unter geistlicher Leitung des genannten Missionars eine Leichenfeier staltfand. Ein Zweifel an der Identität des Leichnams mit v. B. ist ausgeschlossen, da sich Uhr und Zigarettenetui noch bei der zur Mumie zusammengetrockneten Leiche befanden. Zu der Beisetzungsfeier wird auch der frühere Gouverneur Leutwein erwartet. Die„Post“ hatte gestern erzählt, daß sich ein Postbote in Haft befinde, der der ozialdemokratischen Geheim Organisation die Briese überliefert, die er unterschlagen hätte. Der„Vorwärts“ bemerkt dazu berichtigend: Es sei allerdings ein Briefträger Ende März in Untersuchungshaft genommen, und zwar weil man ihn im Verdacht hatte, dem„Vorwärts“ Briefe und Drucksachen übermittelt zu haben. Die Untersuchung hätte aber die völlige Unschuld des Postboten und die Haltlosigkeit der Anschul digung ergeben. Darauf sei der Postbote am 29. Mai aus der Untersuchungshaft entlassen. Vor wenigen Tage sei Anklage gegen ihn erhoben worden, aber lediglich, weil ein paar Geschäftsdrucksachen nicht bestellt und er sich dadurch eines Vergehens schuldig gemacht habe. Die Expedition des Kommerzienrat Bos ist in Abessinien eingetroffen und daselbst vom Kaiser Menelik wohlwollend aufgenommen worden. Stuttgart, 16. Juni. Die Kammer der Abgeordneten hat heute das Landtagswahlgesetz in der Schlußabstimmung mit 71 gegen eine Stimme, bei einer Stimm entbaltung, an genommen. Aus dem Auslande. Prag, 17. Juni. An der Demonstration der Bergarbeiter in Brüx beteiligten sich 18000 Personen. Die Versammlung mußte vom Regierungsvertreter aufgelöst werden, da die Mitteilung, daß bloß eine Erhöhung der Krankenunterstützungen genehmigt würde, die anderen Forderungen aber abgelehnt würden, erbitterte Scenen hervorrief. Die Zugänge zur Stadt, wohin die Demorstranten ziehen wollten, sind von Gendamerie und Kavallerie abgesperrt. Stockholm, 16. Juni. Hier erregt man sich über die Landung russischer Truppen auf den den bottnischen un stanischen Meerbusen beherrschen Aalomisinseln. London, 18. Juni. Die englischen Flottenmannöver im Kanal haben begonnen. Eines der charakteristischsten Merkmale der Operationen war die Flucht des feindlichen Geschwaders von Queenborough nach der Enge von Dover, wo die Schiffe sich trennten, der verteidigenden Flotte entkamen, sich dann aber wieder zu einer Macht vereinigen konnten, die sich nunmehr gegen das Geschwader bei der Insel Alderney wandte. Rußland. Ueber die politischen Zustände in Rußland sind in Wien sehr bedrohliche Nachrichten eingetroffen. Es wird ein Wiederaufflammen der Revolution gefürchtet, was um so bedenklicher erscheint, als die Vorgänge in der Duma bewiesen haben, daß die Bauerschaft sich der Revolution anschließen würde. Die Judenmetzeleien in Bialistok halten an, die Nachrichten darüber leiden aber wohl an Uebertreibung, denn es ist schwer zu glauben, daß über 600 Juden getötet und verwundet wurden und 6000 Juden in die benachbarten Wälder geflohen seien. Truppenverstärkungen finden fortgesetzt statt. Ueber die Stadt wurde der Belagerungszustand verhängt. Auch in Grodno und Rajewo und in Odessa herrscht Panik. Ebenso wird aus Minsk, Proskow und Berditschew gemeldet, daß sich eine Bewegung bemerkbar macht, welche Exzesse gegen die Juden befürchten läßt. In Sebastopol haben die Behörden umfassende Maßnahmen getroffen, sodaß Judenmassakres nicht zu befürchten sind. Der griechisch=rumänische Konflikt, der soeben zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten geführt hat, hat seinen Ursprung in der blutigen Verfolgung, der die(rumänischen) Kutzo wallachen in Mazedonien seitens der Griechen ausgesetzt sind. Japan. Nach einer Meldung des Bureau Laffan aus Tokio herrscht in ganz Korea Aufsässigkeit. Aufrührer Banden haben die Häuser der im Lande wohnenden Japaner angezündet, und die japanischen Frauen suchten in Ssoul Zuflucht. Chinesische SeeRäuber sollen sich bei diesen Unruhen beteiligen und japanische Kriegsschiffe sollen abgesandt worden sein, um die Ordnung herzustellen. Wie die Meldung behauptet, häufen sich die Anzeichen, daß der Kaiser von Korea in der Abwesenheit von Marquis Ito eigermächtig vorzugehen suche. New=York, 16. Juni. Nach Meldungen aus Ro Grande City fand an der amerikanischen Grenze eine erbitterte Schlacht zwischen Amerikanern und Mexikanern statt. Der Gouverneur Lanham von Texas sandte ein Detachement Truppen, um die Ruhe wieder herzustellen. Eine Privatdepesche bestätigt die Nachricht und meldet, mehrere Amerikaner und Mexikaner seien getötet. New=York, 17. Juni. Präsident Roosevelt läßt eine neue Fleisch= beschau=Vorlage von Beamten des Agrikulturdepartements anfertigen anstatt der jtzigen der Kongreßkommission. In der neuen Vorlage wird die gerichtliche Aufhebung von Eatscheidungen der Jaspektoren ausgeschlossen und eine Bestimmung zur Kontrolle der Regierungsetikette getroffen. In einem Schreiben an Wadsworth sagt Roosevelt, daß alle Aenderungen des Komitees zur Senatsvorlage Verschlechterungen seien und so abgefaßt waren, um die Uebel im Schlachthauswesen nicht auszurotten. Wadsworth antwortete, der Präsident sei auf dem Holzwege in der Beurteilung der Vorlage und bedauert, daß Roosevelt die Aufrichtigkeit des Agrikultur=Komitees bezweifele. Der abessinischen Regierung haben nach einer Meldung des„Temps“ aus Dschibuti gegen 40 den deutschen Missionen in Palästina angehörende deutsche Handwerker und Syrer ihre Dierste angeboten Die Ankömmlinge sollen in Schoa gute Aufnahme gefunden haben dank dem Eirflusse, den eine mit einem Deutschen aus Palästina verheiratet: Abessinierin bei der seit dem Tode von Ras Makonnen allmächtig gewordenen Kaiserin ausübe. Aus dem Umsturzlager. (Wie sozialdemokratische Statistik aussieht), kann man aus einer Statistik entnehmen, die der„Vorwärts“ jüngst über den Welthandel veröffentlicht hat. Das führende Blatt der Genossen hat sich dabei für Deutschland um die nette Summe von 4250 Millionen verrechnet, und die Zahlen für Rußland, das allein nach Deutschland 1905 Werte von 1459 Millionen Mark ein= und ausführte, fehlen ganz. Und solche Leute rühmen sich wissentschaftlicher Genauigkeit und Gründlichkeit. Nein, das vorliegende Beispiel beweist von neuem, daß die ganze sozialdemokratische„Wissenschaft" nichts ist als ein tendenziöses Gewebe, durch das die armen betörten Arbeiter irregeführt werden. Aus den Herrenhaus. 21. Sitzung vom 16. Juni 2 Uhr. Am Ministertisch: v Bethmann=Hollweg, Studt. Das Herrenhaus erledigte zunächst einige kleinere Er twürfe und setzte dann die allgemeine Besprechung des Volksschulunterhaltungsgesetzes fort. Die Erörterung verlor sich stark in Einzelheiten, während am Freitag die grundsätzliche Beurteilung der Vorlage überwog. Oberbürgermeister Struckmann=Hildesheim erkannte an, daß die Bedenken seiner Freunde durch die Abgeordnetenhausbeschlüsse im wesentlichen beseitigt seien, bedauerte aber, daß auf dem Lande nicht die Kreise mit der Verwaltung der Schulen betraut seien. Prof. Bierling Greifswalde betonte, die Anhänger der Simultanschule machen dem Entwurf zu Unrecht den Vorwurf, die Simultanschule sei nicht genügend berücksichtigt. Oberbürgermeister Bender Breslau hätte es litber gesehen, daß beide Schularten da, wo sie einmal bestehen, dauernd festgelegt würden; auch seien die Juden den Vertretern der christlichen Konfessionen gleichzustellen. Kultulminister Studt: Die Bedenken des Vorredners können in der Kommission besprochen werden. Schon heute aber muß ich ausdrücklich feststellen, daß die Unterrichtsverwaltung auch gegenüber der Selbstverwaltung der Kommunen den Rahmen ihrer rechtlichen Befugnisse nicht überschritten hat. Graf Botho zu Eulenburg: Die Bedenken des Herrn Bender kann ich ebensowenig für berechtigt halten wie die des Herrn v. Korclelski. Nach meiner Meinung kann das Gesetz nur zum Frieden dienen. Graf v. Wedel=Gödens bedauert im Interesse Hannovers, daß nicht auch die lutherische und reformierte Kirche berücksichtigt worden ist. Frhr. v. Durant tritt für die Konfessionsschule ein und bittet bei den Staatsbeihilfen nach Möglichkeit auch die Gutsbezierke zu berücksichtigen. Nach weiterer Debatte wird die Vorlage einer Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Die nächste Sitzung wird erst nach Schluß der Kommissionsberatung festgesetzt. Schluß 4¼ Uhr Gericht und Bielefeld, 16. Juni.(Schwurgericht.) Vorsitzender: Herr Landgerichtsdirektor Löher, Vertreter der Staatsanwaltschaft: Herr Staatsanwalt Dr. Dommes. Vor dem Schwurgericht hatte sich heute der Tischler August Südmeyer von Rodenbeck bei Minden zu verantworten. Die Anklage lautete auf Urkundensälschung, Meineid, Siegellösung und Pfandverbringung. Da weitere Beweisanträge von dem Angeklagten gestellt, die nicht abzulehnen waren, wurde die Sache bis zur nächsten Schwurgerichtsperlode vertagt. Lokales und Provinzielles. Bielefeld, 18. Juni. (Das Jubiläumsfest des Christlichpatriotischen Männervereins) wurde gestern unter Beteiligung hiefiger und auswärtiger Vereine gefeiert. Im Festgottesdienst in der Altstädter Kirche predigte Herr Generalsup rintendent Zöllner=Münster in die Herzen ergreifender Weise. Bei der Nachmittagsversammlung im festlich geschmückten Evangel. Volkssaal hielt nach einer Ansprache des H.rrn W. Bökenkamp Herr Prof ssor Prenzel=Wetzlar die Festrede Witere Ansprachen folgten, hervorgehoben seien die des Herrn Regierungs=Präsidenten Dr. Kruse, des Herrn Geh. Regierungsrats Bunnemann und des Verbandsvorsitzenden Rektor Bohnenkamp= Minden. Eindrucksvoll waren der von Herrn Aschoff gesprochene Prolog und die Worte einer jungen Dame bei der Uebergabe eines Ehrengeschenks der Frauen an den Verein, bestehend aus einem hübschen Fahnenbande und Schärpen für die Fehnenträger. Das schöne Fest wird noch lange in angenehmer Erinnerung sein und den Verein neue Kraft und neuen Mu: ver leihen. Näherer Bericht folgt. (Isthohes Alter ein Entlassungsgrund?) Diese Frage unterlag jetzt einer Prüfung vor dem Berliner Kaufmannsgericht. Ein 56 Jahre alter Reisender hatte bei seinem Engagement einen Vertrag unterzeichnet, in dem er sich verpflichtete, später weder in Deutschland noch in Oesterreich= Ungarn ein gleichattiges Geschäft zu gründen oder bei einer Konkurrenzfirma als Reisender einzutreten. Nach 3½ jähriger Tätiskeit erhielt er seine Kündigung, und zwar nach seiner Ansicht lediglich wegen seines Alters. Es gelang ihm aber, bei einer Konkurrenzsiema wieder Stellung zu finden. Nun erhob sein früherer Czef gegen ihn Klage beim Kaufmannsgericht mit dem Antrage, daß dem Reisenden seine Tätigkeit bei der Konkurrenzfirma sofort verboten werde bei einer Konventionalstrafe von 10 Mark pro Tag des Ziwiderhandelns. Das Gericht erkannte nach der„Rh. W. Zig.“ zwar die Rechts gültigkeit des s. Zt. zwischen den streitenden Parteien abgeschlossenen Vertrages an, kam aber trotzdem zur Abweisung des Klägers. Der Beklagte, der sich über 3 Jahre lang in die Branche eingearbeitet habe, könne seines Alters wegen nicht ohne weiteres aufs Pflaster gesetzt werden. Das Alter sei kein Eatlassungsgrund. Ferner müsse in Betracht gezogen werden, daß der Entlassene eine Familie mit vier Kindern zu ernähren habe und dabei nicht über genügende Sudsistenzmittel verfüge, um sich eine andere Position schaffen zu können. In diesem Falle fiide auch der§ 56 des Handelsgesetzbuches Anwendung, wonach die Konkurrenzklausel wegfalle, wenn einem Angestellten von seiner Firma ohne triftigen Grund gekündigt werde. (Für die Vergebung von Leistungen und Lieferungen) im Bereich der ReichsPost= und Telegraphenverwaltung sind soeben neue allgemeine Bestimmungen erlassen worden. Die Grenzen des überschlägigen Wertes der Gegenstände, welche freihändig vergeben werden können, ist von 1000 auf 3000 Mark erhöht. Bei der Auswahl der Unternehmer soll nach Mözlichkeit gewechselt werden. Der Zuschlag darf nicht ohne wei eres auf ein Mindestangebot, sondern nur auf ein in jeder Beziehung annehmbares, die tüchtige und rechtzeitige Ausführung gewährleistendes Gebot erteilt werden. Es fird nur Bewerber zu berücksichtigen, welche die erforderliche Sicherheit für bedingungsmäßige Ausführung und für Erfüllung ihrer Pflichten bieten. Bei gleicher Preisstellung sind die im Orte der Ausführung oder in der Nähe wohnenden Gewerbetreibenden vorzugsweise zu berücksichtigen, wenn sie die Arbeiten im eigenen Betrieb ausführen. Liegen gleichwertige Angebote vor, so erhalten die jenigen Handwerker de Vorzug, die zur Führung des Meistertitels berechtigt sino. Die Grenze der Vertragssumme, bis zu der auf Sicherheitsleistung verzichtet werden kann, ist von 5000 auf 10000 Mk. erhöht.— Man ersteht, daß diese Vorschriften durchaus mittelstands freundlichen Charakter tragen, was aufs lebhafteste zu begrüßen ist. 0°(Besitzwechsel.) Die KaiserWilhelmplatz und Wilhelmstraße belegenen Besitzungen der Erben Schmiesekamp wurden durch Vermittelung des Bielefelder Immobilien= und Hypotheken=Bureau Knehans& Schmeltzer an den Vorschuß=Verein zu Bielefeld(v. 1.7. ab Gewerbebank zu Bielefeld) e. G. m. d. H. verkauft. (*)(Bielefelder Schützengesellschaft.) Der neue Vorstand besteht aus folgenden Herren: Oberst: Carl Delius, Major: Carl Dickertmann, Hauptmann Adolf Strurck, Hauptmann Franz Radmacher, Hauptmann Franz Sprick, Hauptmann Carl Modersohn; ferner Gottfr. Thumel, Heinr. Hirz, Georg Schmidt, Paul Dedekind, Carl Katzer, Otto Hilbert, Heinr. Busch, Willi Wiegand, Willi Hahn, Richard Wehn, Carl Benteler, Ernst Ziegler, Walther Uebing, Max Hirschfeld, Heinrich Brünger, Hugo Kottlow, Jos. Brendgens, Herm. Plate, Carl Stratemann, Wilh. Hüttemann, Wilh. Kampmann, Heinr. Sürig, Emil Echterbecker, Chr. Knebel, Emil Schlingplässer, Wilhelm Nagel je., W. Rahtert, Carl Buschmann, Franz Hennig. K Bethel 13. Juni.(PosaunenGaufest.) Das große Vereinsfest im Walddom der Anstalt Bethel am Sonntag, 15. Juli, scheint sehr zahlreichen Zuspruch zu finden, indem die Anmeldungen zu demselben sich schon recht mehren. Da es sich jedenfalls um Tausende handelt, welche dort Leute vom Pommernland. Roman von Käte Lubowski. 421(Nachdruck verboten.] Elftes Kapitel. Ein furchtbares Unwetter bricht über Bornhagen los. Schwefelgelbes Leuchten am Himmel fließt auseinander und schüttelt blanke, hartgesrorene Schlossen herunter. Anfangs haben sie die Form und Größe wie Bohnen. Aber sie wachsen an, ballen sich in der Luft zu einer Größe zusammen, die alles, was grünt und reift, zerschlägt, knickt oder gänzlich vernichtet. In wilder Aufregung stürzten die Leute vom Felde heimwärts. Am flinksten erwiesen sich dabei die halbwüchsigen Kinder, die unter des alten Kunzes Aufsicht die Steine vom Dresch absammelten. Die Mädchen haben die kurzen Ueberröcke als Schutzhüllen über die Köpfe geschlagen. Die Jungen werfen die Weidenkörbe, die zur Bergung der Steine dienten, darüber, so daß die verhitzten, geängstigten Gesichter hervorschauen. Der Inspektor Kunze ist der einzige, der seinen Gang nicht beschleunigt. Gleichmäßig, mit steifen, langen Schritten, seiner alten Gewohnheit treu, stapft er vorwärts. Je mehr ihn die harten Bälle schmerzen, desto wohler wird ihm. Er hat sich, seitdem sein Junge in die Nacht hinausflächtete, brennend nach einer Hand gesehnt, die ihn so züchtigt, daß er ein Recht hat, zu schreien. Die Hand der Gottheit ist noch viel zu weich und zu nachsichtig mit ihm. An dem alten Kunze vorbei saust in wilden Sprüngen die Hammelherde dem Stall entgegen. In der Ferne schluchzt Miene Degels verzweifelte Stimme:„Min Farken! Ach du leiwer Gott! Butscheken— butsch— butsch — butsch. De oll Nodopp von Hemken is ne Op. Kunn dei sei ne bi Tiden rinnebringen? Butscheken— butsch— butsch — butsch Sie hat in dieser Stunde völlig vergessen, daß sie, als ihres einstigen„Bölketreckkinds“ Wirtschafterin, nicht mehr das geringste mit dem herrschaftlichen Borstenvieh zu schaffen hat. Als das Wetter losbrach und Hemkens Mutter nach ihrem Jüngsten schrie, der auch richtig kam und die Ferkel ihrem Schicksal überließ, hat sie sich die Sackschürze um die Ohren gebunden und ist aufs Feld gestürzt. Die Anhänglichkeit für ihre einstigen Pflegebefohlenen trieb sie dazu. Die Gewalt des Unwetters steigert sich mit jeder Minute. Seit einem Jahrzehnt ist kein ähnliches Hagelschauer über Bornhagen und Umgegend niedergegangen, keiner, der so radikal den Schweiß der heißen Tage und die Gebete der Nächte, die als stolze in Erfüllung gegangene Erhörung auf den Feldern ihrer Frucht entgegenreifen, zuschanden gemacht hätte. Jürgen von Gertingen ist soeben von dem Rundgange durch die Ställe zurückgekommen. Er hat sich überzeugt, ob das Vieh auch alles beieinander ist. Jetzt steht er am Mittelfenster seines Arbeitszimmers und sieht auf den Gutshof hinaus. Die Schlossen hüpfen immer noch in tollem Tanze durcheinander. Sie springen an die Scheiben, sie schlagen die Vögel von den Bäumen herunter und die Hühnerglucken, die in gackernder Angst ihre verlorenen Küchlein zusammenlocken, von den weiten Maschen des Drahtzaunes herab. Jürgen legt die Hände vor die Augen. Die Hoffnung und Mühe eines ganzen Jahres zerrinnt in dieser grauenvollen Stunde vor seinen Blicken. Und doch macht er sich immer wieder klar, daß er keinen Grund hat, niedergebrochen zu sein. Der Erneuerungsvertrag und die fälligen Raten sino ja dem Bruder gottlob! noch zur rechten Zeit übergeben. Warum also gewährt er dem beklemmenden Angstgefühl Einlaß in sein Herz? Es muß sich als grundlos erweisen. Die Hagelgesellschaft wird, nachdem sie zehn Jahre ohne Eatgelt den hohen Beitrag von Bornhagen eingestrichen hat, gerecht sein und den entstandenen Schaden auf Heller und Pfennig ersetzen. Mehr beansprucht Jürgen nicht. Dann wird schon alles wieder ins Lot kommen. Nur von den kleinen Besitzern der umliegenden Rentengütchen, die den schlichten Titel„Bauer" nicht mehr hören mögen, wird nach dem heutigen Tage manch einer Knecht werden müssen. Zehn Jahre lang ist kein Hagel in diese Gegend gekommen. Das hat sie sicher gemacht. Sie haben die hohen Prämien gespart und heimlich über die dummen Großgrundbesitzer gelacht. Die wenigen, die sich trotzdem halten können, werden noch heute zum Agenten Polenz nach Porzin laufen, um für das nächste Jahr im voraus zu zahlen. So sind die Leute vom Pommernland. Wenn das Unglück geschehen, haben sie allemal einen Sack voller Weisheit und Vorsicht.— Wenn Jürgen annimmt, daß er allein in seinem Arbeitszimmer ist, so irrt er. Fräulein von Silkenbrach stand bereits zehn Minuten hinter dem Sinnenden und sah mit ihren klugen, hellen Augen aufmerksam zu ihm herüber.(Forts. folgt.) Schanmast Achenmusik darbieten für alle Leser dieser 8 lohnen. Wie aus d# Bethelbuchhandlung à 1 lichen Programm her## uralte Rolandslied, wi schätzen der Bibliothek seiner kernigen Urform gegeben werden. Es am Schluß des Vormitta wahrscheinlich an die 8Festgemeinde für den? eingeübt werden. Dabei vertretenen Gemeinden und Lippes der überze bracht werden, wie sch musikalisches Volk nei und die Hoffaung bestek teilnehmer nachher zu und Kautoren keine R sie mit ihnen am Schl die uralten herrlichen: und so wiedererobern großen Verdruß. Den Rat zu Stand und W man die schlechten Liede soll. Das„Melodienb sangbuch mit 342 Melod in der Urform) ist in à 40 Pfg.(10 Ex. à Wer schon vorher das einem schönen Tonsatz bezw. Posaunenchor, ot monium genießen will, gnügen schon für einen das betreffende Notenble handlung der Anstalt 1 Pfg.(nicht 5 Pfg., gramm steht). Schildesche, 16. J. digung.) In verga 12½ Uhr wurden dem Bussiek hier, Heeperstra Fensterscheiben im Wei eingeschlagen. Der Täter aber man ist ihm auf Minden, 18. Juni. netentag des Westfe Verbandes) findet, n geteilt wurde, in dieser am 14 Juli statt. A Juli, abends 8 Uhr, „Rosental“ Kait. Sonn netentage, beginnen die Delegierten um 12½ falls im„Rosental“.! Tagesordnung findet un schaftliches Festessen da 5 Uhr wird eine gemei Porta Westfalica unter sichtigung des Kaiser Gleichzeitig fiadet im Gartenkopzert statt, dem großartiger Fest= Komm Sonntag, den 15 Jul Krieger= Verband Mind 25 jährigen Bestehens ei Verbandsfest, für welche und vielversprechendes sicht genommen ist. Feldgottesdienst statt 1 sich die Parade sämtlich Simronsplatze ab, wele Festzug durch die Stadt Frühschoppenkonzert im 2 Uhr beginnt das F. 3 Uhr großes Doppelk findet der Festball statt. Kreis=Krieger= Verband bereit erklärt, auf Wu (gegen Zihlung oder wärtige Kameraden bere meldungen für Schlasg 6 Juli dem Verb Minden eingereicht sein. Minden, 18. Juni. tum) Ein junger Li Gegend von Hasbergen nach einem Dienstmädche er, da und da sei noc haben, und er machte um es zu mieten. Er t dem Mädchen zu Hause ob die Tochter zu ihm bei beiden eine merkwü wegs unsreundliche U.b zurufen; bereitw lligst er Tochter ihr Einverständ schien abgemacht. Sich wendend, sagte der Landn „Na über den Lohn werk werder!“ erstaunte aber sich nunmehr die Situat „Wat!" rief erbost die meen's, Du wullst se to hebb':! Nee, as Deeri schall se nich deer'n!“ evangelisch deutsche den Glauben stärkende Kirchenmusik darbieten werden, so wird sich für alle Leser dieser Zeilen der Besuch gewiß lohnen. Wie aus dem schon jetzt in der Bethelbuchhandlung à 10 Pfg franko erhältlichen Programm hervorgeht, wird u. a. das uralte Rolandslied, welches in den Bücherschätzen der Bibliotheken vergraben lag, in seiner kernigen Urform der Gemeinde zurückgegeben werden. Es wird dasselbe nämlich am Schluß des Vormittagsgottesdienstes mit der wahrscheinlich an die 8—10 tausend zählenden Festgemeinde für den Nachmittagsgottesdienst eingeübt werden. Dabei soll auch für die zugleich vertretenen Gemeinden Minden Ravensbergs und Lippes der überzeugende Tatbeweis erbracht werden, wie schnell unser liebes hochmusikalisches Volk neue Melodien erlernt, und die Hoffgung besteht dabei, daß die Festteilnehmer nachher zu Hause ihren Pastoren und Kautoren keine Ruhe lassen, bis auch sie mit ihnen am Schluß der Gottesdienste die uralten herrlichen Kernmelodien einüben und so wiedererobern, dem Satan zum großen Verdruß. Denn dann wird Luthers Rat zu Stand und Wesen gebracht, wonach man die schlechten Lieder mit guten totsingen soll. Das„Melodienbuch“ zu unserm Gesangbuch mit 342 Melodien(fast ausnahmslos in der Urform) ist in allen Buchhandlungen à 40 Pfg.(10 Ex. à 30 Pfg.) zu haben. Wer schon vorher das alte Rolandslied in einem schönen Tonsatz für gemischten Chor bezw. Posaunenchor, oder Ocgel oder Harmonium genießen will, kann sich das Vergnügen schon für einen Pfennig verschaffen; das betreffende Notenblatt kostet in der Buhhandlung der Anstalt Bethel nämlich nur 1 Pfg.(nicht 5 Pfg., wie auf dem Programm steht). 33 Schildesche, 16. Jani.(Sachbeschädigung.) In vergangener Nacht gegen 12½ Uhr wurden dem Seidenweber Ludwig Bussiek hier, Heeperstraße Nr. 20 3 große Fensterscheiben im Werte von 4,50 Mark eingeschlagen. Der Täter ist zwar entkommen, aber man ist ihm auf der Spur. den Reeisen Men#s S Minden, 18. Juni.(Der Abgeordnetentag des Westfälischen KriegerVerbandes) findet, wie schon früher mit geteilt wurde, in diesem Jahre in Minden am 14 Juli statt. Am Freitag, den 13. Juli, abends 8 Uhr, findet Festkonzert im „Rosental“, Kait. Sonnabend, am Abgeord netentage, beginnen die Verhandlungen der Delegierten um 12½ Uhr mittags, ebenfalls im„Rosental“. Nach Erledigung der Tagesordnung findet um 3 Uhr ein gemeinschaftliches Festessen daselbst statt. Gegen 5 Uhr wird eine gemeinschaftliche Fahrt zur Porta Westfalica unternommen, dort Besichtigung des Kaiser Wilhelm=Denkmals. Gleichzeitig fiadet im„Kaiserhof“, Porta, Gartenkovzert statt, dem sich um 8 Uhr ein großartiger Fest= Kommers anschließt. Am Sonntag, den 15 Juli, feiert der KreisKrieger= Verband Minden anläßlich seines 25 jährigen Bestehens ein größeres Krieger. Verbagdsfest, für welches ein umfangreiches und vielversprechendes Plogramn in Aussicht genommen ist. Es findet morgens Feldgottesdienst statt Um 12 Uhr spielt sich die Parade sämtlicher Vereine auf dem Simionsplatze ab, welcher sich dann der Festzug durch die Stadt anschließt. 1 Uhr Frühschoppenkonzert im„Rosental". Un 2 Uhr beginnt das Fest ssen mit Damen, 3 Uhr großes Doppelkonzert, anschließend findet der Festball statt. Der Vorstand des Kreis=Krieger= Verbandes Minden hat sich bereit erklärt, auf Wunsch Schlafquartiere (gegen Zihlung oder kostenfrei) für aus wärtige Kameraden bereit zu halten. Anmeldungen für Schlasquartiere müssen bis 6 Juli dem Verbands=Vorstande in Minden eingereicht sein. Minden, 18. Juni.(Ulkiger Jer tum) Ein janger Landmann aus der Gegens von Hasbergen war auf der Suche nach einem Dienstmädchen. Schließlich hörte er, da und da sei noch ein Mädchen zu haben, und er machte sich schleunigst auf, um es zu mieten. Er traf die Mutter mit dem Mädchen zu Hause an. Seine Frage, ob die Tochter zu ihm kommen wolle, schien bei beiden eine m#rkwürdige, aber keineswegs unsreundliche Uberroschung hervorzurufen; bereitw lligst erklärten Mutter und Tochter ihr Einverständris und die Sache schien abgemacht. Sich bereits zum Gehen wendend, sagte der Landmann noch beiläufig: über den Lohn werden wir schon einig werdet!“ erstaunte aber nicht wenig, als sich nunmehr die Situation völlig änderte. „Wat!" rief erbost die Mutter aus:„Wi meen's, Du wullst se to'a Fro(zur Frau) hebb':! Nee, as Deern(als Dienstmagd) schall se nich deer'n!“ sprachs und schlug voller Wut hinter dem Bestürzten krachend die Tür ins Schloß.(Rh.=W. Zig.) Minden, 18. Juni.(Postpersonalten.) Versetzt sind Herr Postassistent Pohlmann von Halle(Wes.) nach Minden und Herr Telegraphenassistent Gernet von Bielefeld nach Berlin(Haupttelegraphenamt). In den Ruhestand getreten ist Herr Ober=Postassistent Beisen in Bielefeld. K Porta, 17. Juni.(49. Bezirkstag des Minden=Lippischen Verbandes Gabelsbergerscher Stenographie) Unter zahlreicher Beteiligung fand heute hier im Hotel Kaiserhof(Vodegel) der 49. Bezirkstag des Verbandes Gabelsbergerscher Stenographen von Minden und Lippe statt. Aus allen Octen des Bezirks waren die Teilnehmer erschienen, wie wohl kaum an einer Tagung zuvor. Vormittags 10 Uhr begann die Delegierten Sitzung. Vertreten waren Bethel, Bielefeld, Brackwede, Bünde, Enger, Halle, Herford, Jöllenbeck, Gütersloh, Detmold, Horn i. L., Minden, Schildesche, Lübbecke, Belefelo, Kaufm. Verein von 1888. Die Vertreter=Versammlung beschäftigte sich im wesentlichen mit inneren Angelegenheiten, Propaganda usw. Aus dem Bericht des Vorsitzenden geht hervor, daß auch im letzten Berichtsjahr der Verband sehr erfreuliche Fortschritte gemacht hat. Er umfaßt jetzt 22 Vereine mit annähernd 800 Mitgliedern. Neu ausgenommen wurden die Vereine Dermold, Holn i. L., Schüler. Verein Schildesche, Lübbecke, Kausm. Verein von 1888 in Bielefeld. Die Bezirkskassen=Rechnung wurde geprüft und richtig b.funden. Die Vorstandswahl ergab Wiederwahl des bisherigen Vorstandes, H. Husemann, Gütersloh, Vors., C. Steffen, Bielefeld, 2. Vors., Pannhorst, Brackwede, Kassierer, Gertz, Gütersloh, Schriftführer. Die Frage der Teilung des Bezirks wegen seiner Größe wurde verneint. Bei Besprichung der allgemeinen Lage der Stenographie in Deutschland wurde noch festgestellt, daß außer Oesterreich, Bayern, Sachsen, Oldenburg, Coblenz und Gotha, die seit Jahren das Gabelsbergersche System unter Ausschluß aller anderen Systeme eingeführt haben, jitzt auch Hessen dem Gabelsbergerschen System den Vorzug gegeben hat. Das Preisschön= und Richtigschreiden hat eine außerordentlich gute Beteiligung aufzuweisen. Von 40 Arbeiten konnten über 25 mit Preisen bedacht werden. Im Wettschreiben, das ebenfalls eine gute Beteiligung faod, konnten in den Abteilungen 60—200 Silben 18 Preise, darunter 5 erste Preise und außerdem eine ganze Anzahl lobende Anerkeinnungen verteilt werden. Der Festvortrag des Herrn Lehrer Wöhrmann=Bielefeld fand begeisterte Aufnahme. Anschließend erfolgte Preisverteilung und dann der gemütliche Teil. Erst mit den Abendzügen trennten sich die Teilnehmer von dem schönen Feste. Der Ort der nächsten Bezirkstagung ist Bielefeld. Oeynhausen, 14 Juni.(Vom Bade.) Nach der letzten ausgegebenen„Amtlichen Kurliste" betrug die Zahl der Eingeschriebenen bis zum 11 Juni 6013, die der Durchgereisten 6900. Die Bäderzahl beläuft sich auf 54153. Die Liste Nr. 14 des Vorjahres verzeichnete bis zum 12. Juni 5705 Eingeschriedene, 5692 Passenten und 49293 Bäder. Hartum 14. Juni.(Brandstifter.) Unter dem Veroacht, die in letzter Zeit so häufig in der Gemeinde Nerdhemmern vorgekommenen Brände entfacht zu haben, wurde nach dem„B. G.A“ heute der domizillose Gelegenheitsarbeiter Ostermeyer durch den Polizeisergeanten Kray verhaftet und durch den Gendarm Ronde dem Königl. Amtsgericht in Minden zugeführt Den Bemühungen der hiefigen Beamten ist es gelungen, Beweismatertal zu schaffen, durch welches Otermeyer nahezu als überführt gelten kann. Ostermy#r ist ein vielfach vorbestrafter, arbeitsscheuer Mensch, der sich schon seit 25 Ithrea umdertreibt. In der hiesigen Gegens und speziell in Nordhemmern ist er sehr bekannt. deu Ferche B#### Herford, 16 Juni.(Drelßig Jahre) im Dienste der Firma Wegener stehr jetzt der Maurer Müller und fehlte es aus diesem Anlaß nicht an mancherlei Ehrungen. X Herford, 16 Juni.(Pferdemusterung) Die Termine an 12. Juli sind geändert und finden in folgender Reihenfolge statt: Ostkilver, 9 Uhr, Kreuzung der Chaussee bei Breitensträter, Westkilver, 10 Uhr, beim Fruerwehrturm im Dorfe, Rödinghausen, 11 Uhr, beim Feuerwehrturm im Dorfe, Schwenningdorf, 12 Uhr, Chaussee in Siendorf. Herford, 16. Juni.(Werre=Ufer.) Am Montag und Dienstag(18. und 19. Juni) wird die Werre abgelassen und können Uferarbeiten usw. in dieser Zeit gut vorgenommen werden. Herford, 16. Juni.(Zum ersten Beigeordneten) wurde von der Stadtverordnetenversammlung Herr Justizrat Brand. Herr Beigeordneter Budde, dessen Amtsperiode am 12. Oktober abläuft, lehnte eine Wiederwahl hohen Alters wegen ab. + Herford, 17. Juni.(Vision.) Reges Leben herischte heute in Herfords Mauern, die Vision übte ihre alte An ziehungskraft aus und zog Männlein und Weiblein aus Stadt und Nachbarschaft ja oft aus weiter Ferne an. Da das Wetter günstig war, dürsten die Geschäftsleute ein gutes Geschäst gemacht haben, was wir auch für die übrigen Tage hoffen wollen. Dünne, 13 Juni.(Todesfall.— Neue Orgel) Vorgestern wurde der Senior unseres Peesbyteriums Kolon Ernstmeier zu Grabe geleitet. Er hat ein Alter von 86 Jahren erreicht.— Am vergangenen Sonntag wurde die neue Orgel, erbaut vom Orgelbauer Ackermann in Lage i. L., eingeweiht. Sie hat 19 Register. Mitte Juli soll die Bemalung der Kirche beginnen. Aus dem Kreise Hale. Halle, 16. Juni.(Die diesjährige Synodal=Missions= Konferenz) ist hier am kommenden Mittwoch, den 20. d. Mis., 3 Uhr nachmittags, im Saale der Frau Brune. Die biblische Ansprache wird Pastor De. Schmitz Versmold halten. Dann folgt der Vortrag des Missionsinspektors Pastor Kriele=Barmen über „Chinas Erwachen“ Aus den Kreisen Wiedendrät und Paderder# Rheda, 16. Juni.(Ertrunken) ist hier gestern in einem Wassergraben das 1½ Jahre alte Söhnchen der Eheleute Beinkmann in Nordrheda. Das Kind war nach der „G. Ztg.“ von der Mutter mit aufs Feld genommen und von dieser, als sie es vermißte, als Leiche im Graben gefunden worden. Münster, 14. Juni.(Genickstarre.) Der vor 14 Tagen an Genickstarre erkrankte Soldat des hiesigen Infanterie Regts. Nr. 13 ist nunmehr der Krankheit erlegen. Weitere Krankheitsfälle siad nicht eingetreten. Soest, 14 Juni.(Bubenstück) Vom Stadtpurk aus wurde gestern nachmittag gegen den nach Lippstadt ab Soest 6,20 Uhr fahrenden Personenzug ein Stein geschleudert, welcher durch ein offenstehendes Fenster in ein Abteil zweiter Klasse niedersiel. Da das Abteil besetzt war, ist es als ein Glück zu bezeichnen, daß keine Personen verletzt wurden. Dortmund, 16. Juni.(Die Kaiserswerther Schwestern) haben gestern ihren Dienst im städtischen Krankenhause eingestell: und Dortmund verlassen. Da neue Schwestern ausreichend nicht zu haben sind, so herrscht nach der„Rh.=W.=Zig.“ augenblicklich große Not an Schwestern, obwohl sich Frauen aus der Stadt schon zur V=kügung gestellt haber. Dortmund, 16. Juni.(Das Urteil im Prozeß Hüger) wurde heute mittag gefällt. Es lautete auf Freisprechung und zwar nahm das Gericht an, daß der Oberst a. D Hüger bei Abfassung seiner Beoschüre „Wie es meiner Petition im Reichstage erging", sich in einem krankhaften Zustande besunden habe, der seine Willenskraft aus schloß; es wurde daher nach dim Gutachten des Sanitätsrates Dr. Murmann nach§ 51 des St.=Ges.B. auf kostenlose Frei sprechung und Einziehung der Platten erkannt. Lüdenscheid, 15. Juni.(Das entführte Kind.) Das vor 14 Tagen durch den Arbeiter Mertens entführte 6 Jahre alte Kind der Eheleute Cran ist nunmehr als Leiche in einem Walde bei Caswipper aufgesunden worden. Der Unmensch hat nach der„Rh. W. Zig.“ zunächst das Kind getötet und sich dann erhängt. Die kleine Leiche wurde in der Nähe des Ortes gefunden, an dem man auch die Leiche des Mertens fand. Lüdenscheid, 13. Juni.(Verun glückt.) Beim Putzen eines R volveis erschoß sich der Werkmeister Baukhoge. Es war ihm unbekannt, daß die Waffe geladen war. Frankfurt a. M., 16. Juni. Eine hier stattgefundene Versammlung der Fleischermeister Frankfurts und Umgebung beschloß, den Preis für Schweinefleisch wieder um 10 Pfennig pro Pfund zu erhöhen und im deutschen Fleischergewerbe bevorstehende weitere Preiserhöhungen für die allernächste Zeit anzu. kändigen.„„„.„(Hann. C.) Zürich, 15. Juni. Bei polizeilichen Haussuchungen in den Wohnungen hier leb nder Russen wurden Anleitungen zur Sprengstoff und Bombenherstellung, ferner ein Laboratorium mit fotigen Sprengstoffen gesunden. Laibach, 17. Juni. Hier und in der ganzen Krain wurden heftige Erdstöße verspürt. Tokio, 17. Juni. Das japanische Transport schiff„Poyostomi Maru“ ist in der Nähe der Boy von Korea auf eine Seemine gestoßen. Von der 62 Mann starken Besatzung konnten nur 12 gerettet werden. Das Schiff ist gesunken. New York, 17. Juni. Der vorgestern nacht erfolgte starke Erdstoß in San Francisko verbreitete allgemeinen Schrecken. Er richtete keinen neuen Schaden an, brachte aber die Ruinen, die von der Katastrophe noch stehen, ins Wanken, von denen viele mit donnerndem Krachen einstürzten. Die Stimmung der armen Leute, die noch hausenweise in Zelten kampieren, ist aufs neue verschlechtert und sie beginnen zu verzweifeln. (Die neuen Fahrkarten.) In den B.llettdruckereien der Staatsbahnverwaltungen wird an dem Neudruck der vom 1. August dieses Jahres ab zu versteuerndin Fahrkartn mit Hocheruck gearbeitet. Für die 21 Direktionslezieke sino 10 Billettdruckereien im B.trieb. Für den Feiertagsverkehr wurde an einem Tage mehr als 1 Million Fahrkahrten gedruckt, die höchste bisher erzielt: Tagesleistung. Die fertigen Fahrkaiten werden in sinnreich konstruierten Zählmaschinen, die nach je 100 Spatien ein Glockensignal geben, zu Päckchen von je 100 Stück aufgehauft, wobei der Zähler i. dem Nummeraufdruck der Karten eine besondere Kontrolle hat. Die Päckchen werden dann verschultet und in Kisten als Dienstgut an die betreffenden Stationen versankt. Literarisches. Erziehung zur Sittlichkeit. Vortrag gehalten in der Ortsgruppe des deutschen evang. Frauenbundes zu Bielefeld. Ein offenes Wort an Mütter und Eczieher von Arnold Waubke. Verlag von Otto Fischer, Bielefeld. Preis 20 Pfg. Solch' ein Vorirag ist eine Tat, seine Drucklegung und Herausgabe ein Beidienst. Wohl auf keinem Gebiete tut Klärung und Aufklarung dringender not als auf dem der sexuellen Erziehung, in keinem Punkte wird teils aus Gleichgiltigkeit, teils aus mangelnder Einsicht, mihr gesündigt, als in diesem. Das mit dem alten Systeme des Vertuschens und Verschweigens, des wohlfeilen und bequemen Gehenlassens gründlich gebrochen werden muß, ist längst unter allen Einsichtigen klar. Aber wie nun desseimachen? Wem diese Frage am Herzen liegt, der greife getrost zu diesem auf kerngesunden, sittlichen Anschauungen ruhenden, aus praktischer Libenserfahrung erwachsenen Schriftchen. Es wird ihm reichere Ausbeute gewähren und enthält auf wenig Seiten mehr Goldkörner wahrer Erzieherweisheit als manches dickleibige Buch. Wo es nicht bloß gelesen, sondern in Tat und Leben umgesetzt wird, da kann der Segen nicht ausbleiden. Wmr. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 18. Juni 1906. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww Niedrigst. Thermometerstand in der Nacht+ 15 eS. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 22—. Barometer 75,7 cm Wind: Ost. Himmel: t.ilw bedickt. Warschau, 18. Juni. Den Oberbefehl über Rialistok Stadt und Kreis für die Dauer des Kriegszustandes hatte General= gouverneur General von Bader, Kommandeur der 4. Kavalleriedivision, übernommen. Obwohl die ganze Nacht zum Sonntag bis früh 6 Uhr die wechselseitige Schießerei fortdauerte, wurden nachts die Militärposten zurückgezogen. Viele jüdische Familien sind flüchtig nach Wolkowysk und Grodno. Auf den Bahnstationen wurden verdächtige Aufwiegler verhaftet. Aus Wilna werden Lebensmittel beschafft. Denjenigen Juden, welche die Stadt betreten wollen, wird jetzt ohne weiteres die Ge nehmigung dazu gegeben, auch wird ihnen die Gefahrlosigkeit dieses Besuches garantiert. In Lodz und Czanstochau fürchtet man gleich. falls den Ausbruch von Unruhen, da Polizei wie Truppen dort ein herausforderndes Benehmen zur Schau tragen. Zwischen Krosniewice und Klodawa wurde gestern die Kalischer Post beraubt. Der Postillon, zwei Sol daten und zwei Pferde wurden hierbei erschossen. In der Prater Vorstadt erschossen sechs junge Anarchisten einen Oberschutzmann und dessen Frau. Moskau 18 Juni. Das 136. Dol'sche Kosak=nregiment fordert die Abseordneten der Rich duma für das Dongebiet auf in der Doma den Krieg###ninist=i zu trt#p.rp, was die Regierung bezüzlich der Koctn zu unt riihmen gedenkt, ob diese Hruse geschickt wrrden sillen oder wer die mittellosen Frauen und Kinder er gmten sell Die Do' chen nosak n, vom dreijänigen Poltzeistenst#ein aus äußerste ermüdet und ganzich umert. 2 So nien verwergerten bere t: die Erfüllung ihrer Dienstpflichter. Die Orenburger Kosaken beschlossn, diese Inlerpellation zu unterflützen. Die Torschen Kosaken verhalten sich noch reserviert. Die Magen= und Darmkrankheiten der Säuglinge sind sehr häufig die Folge einer ungeeigneten Ernährung. Ein vorzügliches Nährmittel für magen= und darmkranke Kinder ist Kufeke's Kindermehl.— mit Ausschluß der Milch, in Wasser gekocht— weil es die in der Muttermilch enthaltenen Nährstoffe im richtigen Verhältnisse besitzt und sogar die Krankheitskeime im Darme erstickt: es bietet den Darmbakterien einen schlechten Nährboden dar und wirkt direkt gärungswidrig. Bei größeren Kindern mit chronischen Diarrhöen hat sich Kufeke's Kindermehl als Nährmittel gleichfalls sehr gut bewährt. Nach dem Krankheitsverlaufe wirkt es appetitanregend und kräftigend und wird seines Wohlgeschmackes wegen von Kindern jeden Alters gern genommen. Größeren Kindern gibt man es vorteilhaft mit Kakao vermischt. Installations-Fachausstellung moderner Gas- und Wasser-Apparatt für Küchs und Haus Nr. 141. vom 28. Juni bis 3. Juli 1906 in Bielefeld, veranstaltet vom „Westdeutschen Verbande selbständiger Installateure, Klempner und Kupferschmiede“ in den Räumen des Konzerthauses Gielefeld, Obernterwall. Ehrenpräsidium: Herr Oberbürgermeister Geh Regierungsrat Bunnemann. Beachtung und Besuch der Ausstellung wird dem verehrlichen Publikum ergebenst empfohlen. Sämtliche modernsten Apparate, von den einfachsten bis zu den elegantesten, sind betriebsfertig angeschlossen. Histaricher Vrein ür die Gnaschast Rauansbterg, Mittwoch, den 20. Juni: Fahrt nach Lemgo. Ankunft Lemgo 3.33. Ankunft Bielefeld 9.53. Abfahrt Bielefeld nachmittags 2.10. Rückfahrt Lemgo abends 8.40. Die Mitglieder, besonders auch die auswärtigen, und ihre Damen werden zur Teilnahme freundlichst eingeladen. Der Vorstand. Brietpapiere Rechnungen P Postkarten * Mitteilungen Converts mit und ohne Namenaufdruck. Kontobücher etc. hält in grosser Auswahl vorrätig oder liefert schnell und billig August Heidemann, Mennighüffen. Ebenso liefere ich alle Familien-Drucksachen Visitkarten, Verlobungsbriefe, Hochzeitseinladungen, Glückwunschkarten, Trauerbriefe elegant, schnell und billig. 6, den 20. Juni, nachm. 3 Uhr im Saale der Frau Brune=Halle Sy Shnobal= Missions=Konferenz. 1. bibl. Ansprache: Pastor Dr. Schmitz=Versmold. 2. Vortrag des Missionsinspektors Pastor Kriele=Barmen über: Chinas Erwachen. Es wird freundlich engeladen. Münter, Pfarrer. An 3. Juli, 4. nah. Trin., nachm. 3 Uhr, gedenken wir das 54. J des Rettungshauses zu Schildesche auf dem Festplatze in der Anstalt zu feiern. Mangelssorf, P. Die Ausführung der Zimmerarbeiten für den Erweiterungsbau der 2. Bürgerschule soll vergeben werden. Verdingungsunterlagen sind bei unserer Kanzlei 2 für 0,75 Mark zu beziehen, ebendaselbst sind schriftliche verschlossene Angebote mit der Aufschrift:„Angebot auf Ausführung von Zimmerarbeiten für den Erweiterungsbau der 2. Bürgerschule" versehen, bis zum Eröffnungstermin am Freitag, den 22. Juni 1906, vormittags 9 Uhr einzureichen. Bielefeld, den 16. Juni 1906. Das Stadtbauamt. Am Mittwoch, den 20. Juni er., nachm. 4 Uhr anfangend, soll das Gras in den Baumeister's Wiesen in Deppendorf. ca. 18 Scheffelsaat meistbietend gegen Kredit verkauft werden. Käufer laden ein Werther, den 11. Juni 1906. Woltmann& Johanning. Sommirfrischen! uns bis heute stets reichliche Mittel zur Verfügung standen, so sehen wir uns dennoch veranlaßt, bei dem anhaltend hohen Bankdiskont vom 1. Juli d. Js. ab den Zinssatz für tägliche Gelder im Interesse eines Teiles unserer Mitglieder auf 3% zu erhöhen. Wir vergüten daher vom 1. Juli er. ab folgende Zinssätze: auf Scheck-Konto(ohne jede Kündigung) 3% für Einlagen mit täglicher Kündigung 3% für Einlagen mit viertelj. Kündigung für Einlagen mit halbjähr. Kündigung 3 ½% Wir bemerken dazu, daß sämtliche Einlagen vom Tage der Einzahlung bis zum Tage der Abhebung voll verzinst werden. Vorschuss-Verein zu Bielefeld, eingetr. Genossenschaft m. beschr. Haftpflicht. gez. H. Lübke. Lindewirth. Kaden=Hhosian Ssichaige dei Literich. 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Der Familie en Das sind aber kein blätter, wie sie die andere zu Tausenden bringt, in denen unse führlich regelmäßig Ehebruch und ande schichten täglich vor A Sogar die Inserate durchsetzt von solcher selbst dem Erwachse Unwillen ins Gesich Romanen unterm S besseres sagen. Fort mit dieser Häusern, sie unterhäl dirbt den Charakter. Der Familie en Hat nicht jeder I die Pflicht, seiner Fa sation haltende Press endlich seinen Kindern gesund zu reichen? Wir bitten unsere Werbet für 6 Jeder konservative Ve und jedes cht muß unsere Zeitung Unsere Parteifreund sehr viel tun. Die Geschäftsstelle weiter, dazu gehört unsere Parteifreunde auffordern, weil diese sind als wir, ihre Nachbarn ur zum Halten unserer Z empfehlen von je Monats bei uns 8 bestellen, und diese an Freunde verteilen letzten Tagen dann Rundgang zu machen, zu erreichen. Es empf Mal die Bestellung be die Hand zu nehmen. Der Familie end! Das ist die Neue Westfälische und Mindener Geschäftsstelle Bielefell Preis vierteljährlich dem den Bringerlohn. Verantporlich für den redakionelen Tel Hermann Lange, füre den Rellane und Inseraten=Teil R. Trautmann, Druck und Verlag von A. von der Mühlen, sümtlich in Bielefeld. Ann auf zur Die C