Nr. 123. Vierteljährlich in der Geschäftsstelle u. an allen Postanstalten 1., bei täglicher Zustellung in Bielefeld 1,20., durch Briefträger 1,42 M. 30. Jahrgang Anzeigengebühr für die einspaltige Petitzeile oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Erscheint sechsmal wöchentlich Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. 28 Mai: Kirchenversammlung in Konstanz eröffnet, 1414.— Grorg I. König von England, zu Hannover gest. 660.— Daniel Desoe, Verfasser.s Robirson, geb. 1661.— Pitt, der jüngere, englischer Staatsmann, geb. 1759.— Oskar von Redwitz, Dichter, geb. 1823.— Hans Markart, Maler, geb 1840.— E. W. Hengstenberg, großer akademischer Lihrer der evangelischen Theologie, gest. 1868.— Lord John Russel, englischer Staatsmann, gest. 1878. Die Zukunft Afrikas. Der Aufstand in Natal stellt sich immer mehr als der Vorläufer einer großen Aufstandsbe wegung der südafrikanischen Schwarzen dar, und alle aus den englischen Kolonien kommenden Berichte rechnen mit der Wahrscheinlichkeit, daß auch die Swasi und ins besondere die Basutos bei nächster Gelegenheit zum Aufruhr schreiten werden. Auch darin herrscht unter allen Kennern der Verhältnisse nur eine Stimme, daß die immer frecher hervortretende Unbotmäßigkeit der Schwarzen eine Folge des Burenkrieges ist, und daß die englisch: Soldateska hierfür die Verantwortung trifft. Die englischen Soldaten trugen namentlich dadurch zur schweren Schädigung des Ansehens der weißen Rasse bei, daß sie auf den Farmen die Schwarzen gewissermaßen als Herren behandelten und die Buren vollkommen ignorierten. Daß die Verleihung des Stimmrechts an immer breitere Kreise von Farbigen, mit denen man die Buren in den neuen Republiken niederzustimmen gedenkt, diesem Fehler die Krone aufsetzt, ist zu bekannt, als daß es noch besonders betont zu werden brauchte. Mit Entsetzen erkennt man aber jetzt in Natal und Kapland, daß gerade die Kap=CairoBahn, auf die man so große Hoffnungen für die Festigung der britischen Alleinherr= schaft über Afrika gesetzt hatte, am allermeisten dazu beigetragen hat, die bis dahin noch einander befehdenden schwarzen Stämme zu einigen, ja, daß die äthiopische Bewegung, die jetzt den ganzen Erdteil zu überziehen droht, gerade von diesem Bahnbau ihren Ausgangspunkt genommen hat. Als vor zehn Jahren der„Chartered Company“ es gelungen war, den Matabelehäuptling Lobengula niederzuwerfen, glaubte man, daß südlich des Zambesi nun die Zeit aller Kaffernkriege vorbei sei. Man übersah dabei aber, daß bei dem Ausbau der Strecke von Mafeking nach Buluwoyo und Salisbury die Angehörigen der bis dahin friedlichen Stämme als Arbeiter einander nahe kamen, und daß dann der fertige Schienenweg die gesamte Kaffernwelt bis zu den Waschonas hinauf in Berührung und unmittelbare Verbindung setzte. Neben dieser sozialen Ursache lief jene religiöse Bewegung nebenher, die von Amerika aus über Liberia in die Negerwelt hineingetragen ist, und die in der Forderung gipfelt: Afrika den Schwarzen. Insbesondere wurde nach dem Frieden von Vereeneging durch schwarze Wanderprediger aus Nordamerika diese Lehre durch das ganze Land getragen, und der ungeheure schnelle Erfolg, den diese Propheten hatten, zeigt das Gefährliche der Lage. Denn die Tätigkeit der„Aethiopier“, deren Lehre sich als ein wunderliches und widerliches Gemisch biblischer Schlagworte und altheidnischer Götzenvorstellungen darstellt, kommt allen schlechten Eigenschaften der dünkelhaften Kaffern in einer nur zu verhängnisvollen Weise entgegen. Die Erkenntnis dieser ungeheueren Gefahr bringt andererseits die gesamte weiße Bevölkerung Südafrikas zur Einsicht der Gemeinsamkeit ihrer Interessen und immer deutlicher prägt sich dabei ein starker Unabhängigkeitssinn und Widerstand gegen die britische Zentralpolitik heraus. Auch hier wirken die Greuel des Burenkrieges in einer für England verhängnisvollen Weise nach, da der anständige Teil der englischen Farmer das furchtbare moralische Unrecht, das den Buren angetan ist, erkennt und mit nationaler Beschämung empfindet. Aus der Verschmelzung von Buren, Engländern und sonstigen Europäern gewinnt die alte Forderung des vereinigten Südafrika eine ganz andere Bedeutung als die Ccil Rhodes und Chamberlain ihr ursprünglich beigelegt hatten. Die vereinigten Staaten von Südafrika, die hier zu ertstehen scheinen, würden sicherlich alles andere eher sein, als abhängig vom britischen Imperialismus. Bei dem staik entwickelten Natiovalbewußtsein der Aethiopier aber wird der Kampf gegen die farbige Welt zunächst entbrennen und von Englands Stellung in diesem Kampfe wird für die politische Gestaltung Afrikas sehr viel abhängen. Montag, 28. Mai 1906. Nachrichten. Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 27. Mai. Die Abreise des Kaisers von Pröckelwitz nach Marienburg und Danzig ist auf Montag, 7 Uhr früh, festgesetzt. Der Kaiserbesuch in Cadinen ist endgültig aufgegeben worden. Der Kronprinz wohnte in Beelkow der 350jährigen Jubelfeier der Zugehörigkeit des Kreises Beeskow=Storkow zum Hohenzollernhause bei. Der König von Sachsen hat aus Anlaß seines Geburtstages eine Amnestie erlassen. Unter den 64 begnadigten Gefangenen sind 28 Zuchthäusler, worunter 3 zu lebenslänglicher Strafe verurteilt waren, 2 Männer und 1 Frau, die bereits 44, 19 und 26 Jahre verbüßt hatten. Vom Bundesrat wurden der Entwurf eines Gesetzes wegen Aenderung einiger Vorschriften des Reichsstempelgesetzes, der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Ordnung des Reichshaushalts und die Tilgung der Reichsschuld, und der Entwurf eines Gesetzes betreffend die Ausgabe von Reichskassenscheinen angenommen. Der Reichstag hielt gestern drei Sitzungen ab. Die damit verfolgte Absicht, eine Vertagung bis zum 13. November zu erreichen, wurde indessen nicht erreicht. Unter Führung des Zentrums lehnte das Haus nämlich die 4 schwarzen Kompagnien für Ostafrika, den Bau der Bahnlinie Kubub= Keetmanshoop, die Eatschädigungssumme von 10 Millionen Mark für die Arsiedler in Südwestafrika und schließlich in dritter Lesung das selbständige Reichskolonialamt ab. Durch den letztgenannten Beschluß wurde eine unmögliche Situation geschaffen und damit noch eine Sitzung am Montag notwendig. Am Montag um 12 Uhr findet eine Besprechung von Mitgliedern der Budgetkommission mit anderen Abgeordneten statt, darauf Fraktionssitzungen der einzelnen Parteien und um 2 Uhr beginnt die Plenarsitzung des Reichstages. Dem Kaiser und dem Reichskanzler wurde von den Vorgängen telegraphisch Mitteilung gemacht. Große Entrüstung herrscht im Zentrum und in der Linken über den Obersten v. Deimling, der über die unverständige Forderung, den Süden unserer südwestafrikanischen Verständigung mit den National liber alen erzielt werden wird. Eine Berliner Korrespondenz schreibt: Die Position des Kultusministers Studt hat sich, wie wir erfahren, wieder vollkommen gefestigt, so daß ein Ausscheiden aus dem Amt, das früher mit Bestinmiheit nach Schluß des Landtages erwartet wurde, nicht mehr zu denken ist. Die Wahlprüfungskommission des Abge ordnetenhauses erklärte heute die Wahl des Abgeordneten Dr. Iderhoff(freikons 2. Aurich) mit 11 gegen 2 Stimmen für ungültig. Wie der„Reichsanz.“ bekannt gibt, wird der Kolonialrat berufen, am Montag, 18. Juni, im Sitzungssaale der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts zusammenzutreten. Um den Entwurf für eine einheitliche Anordnung sowie für neue Fahrdienstvorschriften der deutschen Bahnen festzustellen, tagt der„Fr. D. Pr.“ zufolge, mehrere Tage in Coburg eine nouferenz von Vertretern des Reichseisenbahnamts sowie der deutschen Staats= und Privatbahnen. Die Verhandlungen in der Metallindustrie dauern in Breslau noch fort. Der Verband der Metallindustriellen des Bezirks Leipzig trat ein stimmig dem Beschluß des Gesamtverbandes bei, 60 Proz. der Arbeiter am 2. Juni auszusperren. Verluste: Unteroffizier Friedrich Meyer im Feldlazarett Bethanien an Skorbut gestorben. Am 4 Mai bei Rooisoleg verwundet: Oberleutnant Eenst Molière. Am 19 Mai d. J. auf Patrouille nördlich Kanns gefallen: Leutnant Kurt Enaler, Herzschuß; Reiter Friedrich Fincke, Kopfschuß. Ferner: Reiter Adolf Lietz, im Feldlazarett Kalsloutein an Typhus gestorben. Aufstand in SüdwestAfrika. Wie der„Reichsbote“ erfährt, schweben zwischen der deutschen und der Kapregierung Unterhandlungen über die Auslieferung Morengas. England ist nicht geneigt, den Bandenführer auszuliefern, da es ihn als politischen Verbrecher behandelt, der nicht ausgeliefert zu werden braucht. Er ist nach englischer Meinung ein deutscher Untertan, der sich gegen die deutsche Herrschaft aufgelehnt hat. Deutscherseits betrachtet man dagegen Morenga als gemeinen Verbrecher, der an der Spitze einer Raubbande Mord und Raub verübt hat und bei seinen Raubfahrten nicht politische Zwecke im Auge hatte, sondern aus Rache und Raublust gehandelt hat. Beide Anschauungen stehen sich also schroff gegenüber. Zur Auslieferung seitens Englands dürfte es nicht kommen, da England sich verpflichtet hat, Morenga in absolut sicherem Gewahrsam zwei Tagemärsche von der Grenze zu halten. Die deutsche Regierung kann nichts dagegen einwenden, es fragt sich nur, wie lange die Internierung dauert, ob sie wirklich ausbruchsicher ist und ob Morenga nicht über kurz oder lang doch wieder Raubzüge unternimmt. Völlig sicher ist man also vor dem Rebillen noch immer nicht. Der „Reichsbote“ bemerkt hierzu:„Doppelt merkwürdig berührt es aber, wenn angesichts dieses englischen Verhaltens die deutsche Diplomatie in Sachen Morengas eine besondere Befriedigung über das englische„Entgegenkommen“ empfindet und zum Ausdruck bringt. Wir werden immer bescheidener und werden uns England gegenüber wohl nach Saben unrirr mu höherer Direktive nächstens noch die Gefühle Kolonien aufzugeben, in starke Erregung Portugals oder Spaniens angewöhnen müssen.“ geriet und mit schneidender Stimme in das)— Wenn wir eine respektablere Flotte Haus hineinrief, er werde aus dem Süden nicht hinausgehen, es sei denn, der Kaiser befehle es ihm. Unserer Meinung nach kann man das dem kapferen Offizier nicht verargen und werden zahlreiche Deutsche seine Gefühle vollkommen verstehen und auch teilen. Das Abgeordnetenhaus hat das Schulunterhaltungsgesetz am Sonnabend in zweiter Lesung unter Ablehnung des nationalliberalen Antrages zu§ 40(dem Rektorenparagraph) nach den Kommissionsbeschlüssen angenommen. Es ist so gut wie sicher, daß vor der 3. Lesung auch noch eine hätten, würde unsre Diplomatie doch viel leicht die Bismarckschen Kürassierstiefel anziehen. Ohne sie aber ist ein energisches Auftreten, wenn koloniale Differenzen in Frage kommen, kaum möglich. Das Knirschen des inwendigen Menschen beim„Reichsboten“ verstehen wir vollauf. Mit dem Postdampfer„Alexander Woermann“, der am Freitag aus Deutsch=Süd westafrika zurückgekehrt ist, kamen 17 Offiziere und höhere Militärbeamte, sowie 200 Unteroffiziere und Mannschaften, darunter 13 Verwundete, in die Heimat zurück. Aus dem Auslo Wien, 27. Mai. In hiesigen politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die im Laufe des heutigen Tages zwischen Wekerle und Hohenlohe stattfindenden Verhandlungen wegen der Frage des autonomen Zolltarifes zu einem Kompromiß führen werden. Wien, 26. Mai. Der Kaiser hat dem preußischen Generalstabschef v. Moltke das Großkreuz des Leopoldsordens und dessen Adjutanten Hauptmann Dommes den Orden der Eisernen Krone dritter Klasse verliehen. Budapest, 26. Mai. Das Abgeordnetenhaus wählte Julius Justh zum Präsidenten. Rom, 27. Mai. Es wird bestätigt, daß Tittont nach ansänglicher Weigerung, sich entschlossen hat, das Portefeuille des Aeußern zu übernehmen, sodaß die Ministerkrisis als gelöst betrachtet werden kann. Die neue Ministerliste wird erst Dienstag oder Mittwoch veröffentlicht werden. Mitglied des Kabinetts wird auch Gionturco, ein unabhängiger Konservativer und einer der bekanntesten Juristen. Er war bereits dreimal Justizminister und einmal Unterrichtsminister und wird jetzt das Portefeuille des Bautenminister übernehmen. Rom, 26. Mai. Die für den Weltpostkongreß bevollmächtigten Vertreter der Staaten unterzeichneten heute die neue internationale Postkonvention. Die Regierung ließ an die Teilnehmer am Kongreß Erinnerungsmedaillen verteilen. England. Im Oberhaus antwortete auf eine Anfrage, betr. Einschränkung der Rüstungen der Unterstaatssekretär des Auswärtigen Lord Fitzmaurice folgendes: Die Regierung hoffe, daß, falls die Ereignisse in Europa nicht eine ganz unerwartete und ungünstige Wendung nähmen, es der Regierung im nächsten Jahre möglich sein werde, einige Verminderungen der Ausgaben vorzunehmen; es sei jedoch schwierig, einen einheitlichen Maßstab für die Herabsetzung der Rüstungen zu finden. Er habe vor kurzem wahrgenommen, daß ein deutsches Blatt, welches die Erklärung des Staatssekretärs Grey besprach, äußerte, England solle sich vor Augen halten, daß die Herabsetzung der Rüstungen für die Völker, die am Rande des europäischen Kreises liegen, leichter sei, als für die in der Mitte liegenden. Dies stelle er nicht in Abrede. Auch sei es nicht Englands Sache, über andere zu Gericht zu sitzen, aber es könne, während es die vorhandenen Schwierigkeiten anerkenne und versuche, die Lage der anderen zu verstehen, Einspruch erheben gegen jede weitere Vermehrung der Flottenrüstungen durch irgend eine europäische Macht unter dem irrtümlichen Eindrucke, daß England versuche, Vorbereitungen zu irgend einem großem Schlage zur See oder zu einem Angriffsakte zu treffen, und daß die fremden Bölker genötigt seien, noch weiter zu rüsten, um sich nicht allein gegen alte, sondern auch gegen neue, unerwartete Gefahren, die von England kämen, zu schützen.„Wir haben das Recht, zu protestieren, weil von England kein Augriffsakt geplant wird und keine solche Handlung von dem englischen Volke geduldet werden würde. Die Regierung lehnt es ab, sich daran hindern zu lassen, daß sie, sei es vor, sei es während der Haager Konferenz, irgend wilche Vorschlöge macht, falls die Zeit dazu gürstig ist. Petersburg, 26. Mai. Ministerpräsident Goremykin verlas heute in der Duma die Erklärung der Regierung. Ihre Hauptpunkte bestehen in folgendim: Den Terroristen kann unter keinen Umständen Amnestie gewährt werden. Wegen politischer Vergehen auf administrativem Wege Verhaftete werden befreit, in Anklagezustand Versetzte den Gerichten übergeben. Der Kriegs= und Ausnahmezustand könne nicht aufgehoben werden. Das Prinzip der Unantastbarkeit des Privateigentums wird bei der Lösung der Agrarfrage aufrechterhalten. Zur Aufbesserung der Lage der Bauern sind Kron= und Kabinettsländereien zu benutzen. Die Duma hörte die Erkärung mit eisigem Schweigen an, darauf folgte eine wilde, leidenschaftliche Debatte, die mit der Annahme einer Resolution gegen 7 Stimmen schloß, in der die sofortige Entlassung des Ministeriums und seine Eesetzung durch ein Ministerium aus der Dumamehr= heit gesordert wird. Petersburg, 27. Mai. Der gestrige Beschluß der Duma hat in Regierungskreisen, weil erwartet, keine Ueberraschung hervorgerufen. Man ist der Ansicht, daß selbst, wenn der Zar ein anderes Kabinett aus Mitgliedern der Duma berufen sollte, dasselbe ebenfalls die allzuweitgehenden Forderuagen der Duma absolut nicht bewilligen könne. Weiter ist man überzeugt, daß die gemäßigten Elemente der Duma es nicht auf einen offenen Korflikt mit der Krone werden ankommen lassen, sondern bestrebt sein werden, mit der Regierung ein Kompcomiß einzugehen, damit die drohenden Gefahren beschworen werden. wurde ferner die soziale Ausgabe und die Kirche, Schule und Mission. (3. internationale Konferenz der Zungfrauenvereine 2c.) In den Tagen vom Mai d. Is. fand in Paris im Heim des christlichen Vereirs junger Männer Rue de Trévise 14 die dritte internation ale Konferenz der Jungfrauenvereine und christlichen Vereine junger Mädchen statt. Unter den etwa 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die aus allen Erdteilen zu dieser Konferenz zusammengekommen waren, war auch Deutschland mit der verhältnismäßig stattlichen Zahl von nahezu 90 Delegierten vertreten mit dem Vorsitzenden des deutschen Verbandes, Pastor Burckhardt=Berlin, und eine Reihe anderer Geistlichen(während die anderen Länder nur durch Frauen vertreten waren), einer Anzahl von Bertreterinnen deutscher Diakonissenhäuser, der Vorsitzenden des deutschevangelischen Frauenbundes, Fräulein Paula Müller Har nover, Frau Ufer Barmen, Frau Oberbürgermeister Lauter=Karlsruhe, Gräfin von der Recke=Vollmarstein= Kraschnitz u. a. m. In den Hauptverhandlungen die 4½ Tag in Anspruch nahmen, wurde das große welt: umfassende Werk der christlichen Fürsorge für junge Mädchen aller Stände und Berufe nach den verschiedensten Seiten hin beleuchtet und zur Darstellung gebracht. Nach din Berichten, die über die Fortschritte und die besondere Ausgestaltung der Arbeit in den einzelnen Ländern gegeben wurden, verhandelte man eingehend über einzelne besonders wichtige Zweige der Arbeit, wie die Bahnhofsmission, die Diakonissenarbeit, die Arbeit an den Fabrikmädchen, den kaufmännischen Angestellten, den Studentinnen, den gebildeten Töchtern u.., den letztgenannten gegenüber sehen es die Jungfrauen, und christlichen Vereine junger Mädchen als eine.sonders wichtige Aufgabe an, die Kräfte und Talente unserer gebildeten Töchter in die rechten Bahnen zu lenken, ihr Verantwortlichkeitsgefühl zu schärfen und sie zu befähigen, die ihnen verliehenen Gaben nach besten Kräften für ihr eigenes Wohl und zu Nutz und Frommen ihrer Mitmenschen zu gebrauchen, und der Erreichung dieses Zieles soll in Zukunft besondere Aufmerk samkeit gewidmet werden. Besonders eingehend Missionspflicht der evangelischen Jungfrauenvereine besprochen. Inbezug auf die soziale Aufgabe, die schon in dem vierfachen Ziel der Jungfrauenvereine, geistlich, erziehlich, sozial, gesundheitlich auf die unter ihrem Einfluß stehen den jungen Mädchen eiezuwirken, an bedeutsamer Stelle genannt ist, wurde von der Weltkonferenz eine Entschließung angenommen in der im Hinblick auf die gegenwärtige Entvicklung des industriellen Lebens in großen Städten und die Veränderung, welche dadurch in der sozialen Lage der jungen Mädchen und im Volksleben hervorgerufen wird, den einzelnen National=Komitees empfohlen wird, dem Studium der sozialen Verhältnisse der junzen Mädchen besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Das Bewußtsein von der Missionspflicht soll im Hinblick auf die große Not der heidnischen Frauenwelt in den Vereinen ebenfalls mehr als bisher betont und die Aussendung von Missionsarbeiterinnen, insbesondere für die Arbeit unter den Frauen in den oftasiatischen Ländern ins Auge gefaßt werden. Eine Missionsversammlung am Abend eines der Konferenztage, in der außer Missionkarbeiterinnen aus verschiedenen Ländern auch der Direktor der Pariser Missionsgesellschaft, Pastor Bögner, sprach, diente dazu, die Herzen für diese wichtige Aufgabe zu erwärmen und zu begeistern. Besonders betont wurde auch die Notwendigkeit, zur Vertiefung und Förderung der Jungfrauenvereins. Arbeit berufsmäßige Sekretärinnen anzustellen, die nach gründlicher Ausbildung als Leiterinnen größeren Jungfrauenvereinen dienen und den einzelnen Vereinen in größeren Landesgebieten durch Besuchsreisen sördernd und helfend zur Seite stehen sollten. Die Verhandlungen der Konferenz waren getragen von dem Geist christlicher Liede und herzlicher Einmütigkeit zwischen den Vertreterinnen aller Länder, die nie von einem Mißklang gestört wurde und von Tag zu Tag in gesteigertem Maße zum Aus druck kam, so daß wohl alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen bleibenden Segen und Gewinn von diesen schönen Tagen davongetragen haben. Davon gab besonders deutlich Zeugnis die gemeir same Abendmahlsfeier, die am Abend des Sonntags vor dem letzten Konferenztage alle Delegierten in der Kapelle der französisch= reformierten Gemeinde vereinigte und in der deutsche, französische und englische Geistliche, jeder in seiner Sprache, das Abendmahl austeilten. Und ebenso zeigte sich dies in den geselligen Vereinigungen aller Konferenzteilnehmer in St. Cloud sowie an den Abenden der Konferenztage, zu denen die christlichen Vereine junger Mädchen von Paris sowie einige Damen der Pariser Komitees und des Weltkomitees hatten Einladungen ergehen lissen. Die Leitung sämtlicher Sitzungen wechselte zwischen den verschiedenen Ländern, völlig in Frauenhand und war eine ausgezeichnete. Während der Tagung versammelten sich die Teilnehmer an jedem Morgen nach den drei Hauptsprachen getrennt zu einer Bibelstunde. Mit allgem. Fleude wurde die Ein ladung angenommen, welche für den nächsten Kongreß(1910) vom deutschen National= Komitee erging. Eine besondere Freude wurde den deutschen Teilnehmern an der Weltkonferenz noch dadurch zu teil, daß von Ihrer Majestät der deutschen Kaiserin, der hohen Protektorin der deutschen evangelischen Jungfrauen=Vereine, auf ein während der Konferenztage abgesandtes Huldigungstelegramm eine freundliche Antwort eintraf. Speichern ist hergestellt. Als Unterbau zu dem Anschlußgleise wurde ein 300 Meter langer Steindamm aufgeschüttet. Am Strand: bei Syfang wurden drei Dynamitschuppen errichtet. Handwerk. Kolonialpost. N PC(Kiautschou.) Die private Bautätigkeit war in Kiautschou während des letzten Jahres außerordentlich lebhaft. In Tsingtau wurden 22 europäisch: Wohn= und 5 Geschäftshäuser gehaut, darunter eine dritte Schlächterei und Wurstfabrik sowie eine Apotheke. 16 größere Echeiterungs- und Umbauten sind vorgenommen worden. Es entstanden 25 Werkstätten und sonstige gewerbliche Anlagen, darunter ein Ziegelosen, eine Seifer siederei, zwei große Rindviehund Schweinestallungen, sowie 19 Nibengebäube und 16 Lagerschippen. Tapautau erhielt einen Zuwachs von 15 Wohn und Geschäftshäusern, sowie ein großes chinesisches Theater. Die Schantung=Eisenbahngesellschaft baute für ihre chinefischen Beamten drei Wohngebäude. Auf dem Petroleum=Lagerplotze bei Sautschutan sind zwei neue Speicher und ein Wohngedäude entstanden; Gleisanschluß von den Molengleisen zu diesen (Der geschäftsführende Ausschuß des Deutschen Handwerks= und Gewerbekammertages) hielt am 22. und 23. d. Mis. seine 2. diesjährige Sitzung in Leipzig ab. Der von der Geschäftsstelle des Kammertages erstattete Gischäftsbericht zeigte, daß die Arbeiten des Kammirtages dauernd an Umfang zugehmen und zum Teil auch bereits erfteuliche Erfolge gezeitigt haben. Aus den Verhandlungen sind folgende Punkte von allzemeinerem Interesse hervorzuheben: In letzter Zeit waren verschiedene handwerksmäßig betriebene Schlossereien, die sich mit der Herstellung eiserner Baukonstruktionen beschäftigen, als unter die einer besonderen Genehmigung bedürfenden gewerblichen Anlagen(§ 16 R. G..) fallend erklärt und da sie diese Genehmigung nicht hatten, bestraft, bezw. zur Aufgabe dieses Geschäftszweiges gezwungen worden. Von einer Kammer wurde deshalb gewünscht, daß handwerksmäßige Betriebe von den Bestimmungen des§ 16 nicht betroffen werden sollten. Der Ausschuß lehnte eine Weiterverfolgung dieses Antrages ab, da'###e Handwerksbitriebe dann der Vorteile des § 23 R. G O. nach dem aus dem Nachb rrecht einer behördlich genehmigten Anlage gegenüber niemals auf Einstellung des Gewerbebeiriebes geklagt werden kann, entbehren würden.— Die vom Kölner Kammertage beschlossine Erhebung über die Notwendigkeit der nachträglichen Einführung einer Uebergangsbestimmung in das Involidenversicherungsgesetz betr. Selbstversicherung selbständiger Handwerker soll in der Weise durchgeführt werden, daß in den einzelnen Kammerbezirken Stichproben vorgenommen werden. Ene allgemeine Erhebung ist für die Kammern infolge der hohen Kosten ausgeschlossen.— Da der Staatssekratär des Reichsamts des Innern sich der von verschiedenen Parteien des Reichstogs erhobenen Forderung auf Schaffung eines Reichshardwerks blattes gegenüber ablehnend verhält, beschloß der Ausschuß, eine Erweiterung der „Mtteilungen des Deutschen Handwerks= und Gewerdekammertages“ ins Auge zu fassen und zu diesem Zwecke gegebenenfalls mit geeigneten Ver lags fiemen in Verbindung zu treten. Ferner wurde beschlossen, die Frage der verwandten Gewerbe, die sowohl für die Befugnis zur Anleitungen von Lehrlingen, als auch für den Zusammenschluß verschiedener Gewerbe zu Zwangsinnungen von Wichtiakeit ist, einer Bearbeitung zu unterziehen. Ebenso soll auch die Frage de: Lehrvertrags= und Lehrbriefsformulare der Innungsverbände, deren Anerkennung durch die Handwerks= und Gewerbekammern oft formale Bedenken entgegenstehen, in Verbindung mit diesen Verbänden geregelt werden.— Endlich wurde noch beschlossen, bei den einzelnen Kammern eine Umfraze über die Mißstände zu halten, die sich bei den Kunstgewerbe= und Handwerkerschulen in mehrfacher Hinsicht herausgestellt haben. stürmischem Beifall der Linken erwiderte Abg. Dr. Müller=Sagan(ses. Vp.), wenn ein Herrscher so spreche, lasse man es sich gefallen; lue es ein Regierungskommissar, so sei das Soldateska. Schließlich wurde die Weiterführung der Bahn Lüderitzbucht=Kubub nach Kertmanshoop mit 185 gegen 95 Stimmen abgelehnt und auch sonst die umfassenden Abstriche der Kommission gutgeheißen, also auch die 10 Millionen für die geschädigten Farmer abgelehnt. In der dritten, ¾6 Uhr beginnenden Sitzung wurden beim Militäretat auf Antrag des Abg. v. Elern(kons.) die in zweiter Lesung abgelehnten Zulagen für die patentierten Oberstleutnants bewilligt, hiagegen blieb es bei dem ablehnenden Beschlusse hinsichtlich des neuen Dienstgebäudes für das Reichsmilitärgericht. Ueberraschend kam die Adänderung zweiter Lisung hinsichtlich des neuen Reichskolonialamts. Das Reichskolonial= amt wurde in namentlicher Abstimmung mit 142 gegen 119 Stimmen bei 9 Stimmenthaltungen abgelehnt. Das unerwartete Ergebnis brachte das Haus in solche Verlegenheit, daß es schließlich vorzog, sich bis zum Montag 2 Uhr zu vertagen, um bis dahin den Ausweg aus der schwierigen Situation zu finden. Schluß 8 Uhr. Herrenhaus. 16. Sitzung vom 26. Mai. Das Herrenhaus erledigte am Sonnabend Petitionen und nahm die Novelle zum Steuergesetze entgegen den Kommissionsvorschlägen in der Fassung der Abgeordnetenhausbeschlüsse an. Parlamenten. Leute vom Pommernland. Deutscher Reicsta 112 Sitzung vom 26. Mai 1903, 1 Uhr. Der Reichstag wollte sich am Sonnabend bis zum 13. November vertagen und erstrebte dieses Ziel durch sehr ausgedehnte, auf drei Sitzungen verteilte Beratungen. In der ersten, vormittags 11 Uhr beginnenden Sitzung wurde der Antrag auf Vertagung bis zum Herbst angenommen, ebenso ohne erhebliche Erörterung in zweiter Lisung der Handelsvertrag mit Schweden. Die zweite, auf mittags 1 Uhr anberaumte Sitzung nahm zunächst den Handilsvertrag mit Schweden in dritter Lesung an und befaßte sich dann mit dem Ergänzungsetat für Afrika. Dabei kam es noch einmal zu lebhaften, z. T. leidenschaftlich errerten Erörterungen. Die vier für Deutsch=Ostafrika geforderten schwarzen Kompagnien wurden nach kurzer Beratung abgelehnt. Bei den Forderungen für Deutsch Südwestafrika warnte der Leiter des Kolonialamts Erbprinz zu Hohenlohe, den Süden der Kolonie aufzugeben, da sonst dort ein Herd neuer Unruhen geschaffen werde. Abg. Dr. Arendt(Rp.) trat für die Regierungsforderungen ein, ebenso Abg. v. Staudy (kons.) Unter anhaltendem Lärm der Linken meinte Oberst v. Deimling, er kehre in den nächsten Tagen nach Südwestafrika zurück und solange er das Kommando der Schutztruppen führe, werde der Süden der Kolonie nicht aufgegeben. Unter Abgeordnetenhaus. 73. Sitzung vom 26. Mai 1906, 1 Uhr. Das Abgeordnetenhaus führte am Sonnabend die zweite Lesung des Volksschulunterhaltungsgesetzes in ausgedehnter Sitzung zu Ende. Die Beratung setzte ein bei dem virlumstrittenen§ 40 b. Berufung der Rektoren. Minister Studt nahm zunächst Veranlassung, mit großer Schärfe der Aeußerung des Abg. Kopsch vom letzten Freitag entgegenzutreten, nach der der Minister die Mehrzahl der Lehrer als Atheisten und Sozialisten hingestellt habe. Abg. Schiffer(nl.) begründete den nationalliberalen Antrag der den Gemeinden die bisher ein selbständiges Recht auf Berufung der Riktoren hatten, dieses Recht wahren will. Ministerialdirektor Schwartzkopff bezeichnete es als notwendig, daß die Unterrichtsverwaltung eine stärkere Eiowirkung auf die Besetzung der Reilborenseln erthelte. Abg. Dr. Irmer(kors) hielt die Fassung des Antrages für unannehmbar, er hoffte jedoch eine Verständigung bis zur drittin Lesung. Ebenso äußerte sich Abg. Dr. Dittrich(Ztr.). Schließlich wurde der nationalliberale Antrag mit 150 gegen 111 Stimmen abgelehnt und der § 40 nach den Kommissionsbeschlüssen unter Ablehnung auch eines freifinnigen Abänderungsantrages angenommen. Der Rest der Vorlage wird im wesentlichen nach den Kommissionsbeschlüssen angenommen. Annahme fand auch eine Resolution der Konservativen auf Neuordnung der Lehrerbesoldung. Am Schlusse der Sitzung wurde der Staatsvertrag wegen Kanalisierung des Main einer Kommission von 14 Mitgliedern überwiesen. Roman von Käte Lubowski. 28](Nachdruck verboten.] Jürgen hält inne. Seine Hände falten sich, ein Beten ist in ihm:„Laß sie nicht wollen, großer Gott, laß sie„nein“ sagen.“ Sie steht nicht mehr so starr wie zuvor. In ihren Augen liegt zwar noch das ver ängstigte des zerrissenen und gequälten Kindergefühls, das um den Vater bebt, aber es ist, als sei bei seinen Worten in ihr weißes Gesicht eine Blutwelle gestiegen. „Und nun weiß er es plötzlich?“ flüsterte sie scheu. Er ringt nach Worten. Ihre schmalen Hände fliegen hin und her, und ihr Körper neigt sich zu ihm. Ein heißes Danken steht in ihren Blicken. Jürgen sucht sich die Antwort zusammen. Wenn er nur nicht wahnsinnig wird! Sein Kopf brennt, und seine Gedanken wollen ihm nicht gehorchen „Er weiß— es immer noch nicht“, sagt er rauh.„Aber er wird es nun bald erfahren. Hast— du— ihn— lieb,— Marianne,— lieb gevug, um dereinst sein Weib werden zu können?“ Sie hebt die Augen frei zu ihm empor. Ein jauchzendes Verheißen leuchtet ihm daraus ertgegen. Ein jibelndes„Ja“, das keiner Bestätigung durch Worte bedarf. Der Schmerz der Tochter beugt sich der starken Frauenliebe, die der erwachende Mädchenstolz so lange herunter halten mußte. Da weiß er, daß sie die Liebe bereits kennt, und daß sein Gebet vorher vergeblich gewesen ist. Er neigt den Kopf auf die Brust und sagt heiser:„Ich verstehe deine Antwort, und ich danke dir im Namen dessen dafür, den sie angeht. Mach ihn glücklich— deinen Hans Heinrich!“ Die Sonne ist fort, das Zimmer liegt im Dämmern.— Nebenan röchelt im festen Schlafe der Todkranke. Marianne will sich zur Tür wenden und hinausgehen. Aber es hält sie etwas fest. Ein Schall, der zum Toben wird. Ein Wahnsinn, der die Klarheit sprach, eine Schmach auf ihr Verheißen! Das Toben zerreißen die Winde in tausend Stücke. Aus jedem einzelnen wächst wiederum ein neuer Schall heraus, und jeder schreit es ihr in die Ohren, schlägt es in ihr zuckendes, zurückgewiesenes Herz. „Mach ihn glücklich, deinen Haus Heinrich.“ So— war das also gemeint! Aber sit will sich losreißen, hinauffliegen in die Höhen der Wahrheit und flehen: „Nicht so, nicht so. Laßt mich doch los!“ Statt dessen muß sie in die Tiefen des Dunkels hinunter. Sie stolpert und bricht mit leisem Acchzen auf dem Teppich zusammen. Jürgen stürzt zu ihr hin und hebt das zurückgesunkene Haupt mit den geschlossenen Augen zu sich emper. „Das große Glück auf den schrecklichen Schmerz, das war wohl zuviel für si.“ denkt er dabei. Ihr goldenes Gelock liegt vor seinen Augen. Ihr Mund ist zusammengezogen wie im Krampf und die Hände trotzig geballt, als müßten sie sich gegen etwas wehren. Sie ist in seiner Gewalt, sie wird nichts fühlen,— wenn er sie jetzt küßte. Nein!— Nur auf die Arme wird er sie heben müssen. Aber es ist keine Sünde dabei und kein Begehren. Das schläft. Die Tränen, die ihm unaushaltsam aus den Augen ftürzen, waschen sein Herz rein von dem Hasse, den er in dieser Stunde gegen den Glücklichen empfunden hat.—— Graf Klaus schläft immer noch. Es ist längst drei Uhr vorüber. Tante Berta wartet schon eine Stunde auf sein Erwachen. Marianne ist wieder zu sich gekommen. Sie steht neben dem alten Fräulein und Bielefeld, 28. Mai. (Zur Kundgebung für die Konfessionsschule.) Wir werden gebeten, im Interesse der Wahrheit nachfolgende Erklä ung mitzuteilen: Herford, den 27. Mai 1906. An die Schriftleitung der„Neuen Westf..=Zig.“ Bielefeld. In Nc. 122 Ihrer Zeiturg vom letzten Sonnabend weisen Sie aus falsche Nachrichten im Herforder Kreisblatt“ über Ihre Versammlung hin. Wir erklären hiermit, daß wir mit diesen Nachrichten nichts zu tun haben. Der geschäftsführende Ausschuß der Versammlung am 11. April. Es bedaif wohl kaum der Versicherung, daß wir die Herren vom„Geschäftsführenden Ausschuß" mit der Verbreitung von s sicht in das stille, weiße Gesicht des einzigen, dem sie sich nach der Unterredung mit Jürgen anvertrauen kann. Mit unsäglicher Anstrengung hält sie sich aufrecht. Sie hat so furchtbare Angst, daß Jürgen in ihr Herz sehen wird, wenn sie nochmals die Besinnung verlielt. Jürcen steht am Fenster des Krankenzimmers, abseits von den beiden Frauen, und sieht mit brennenden Augen über das flache Land. Von dem Krankenlager kommt ein tiefes, beinahe wohliges Aufatmen her. Graf Klaus ist erwacht. Er hat uahezu vier Stunden geschlafen. Das kann die enteilende Kraft wohl für eine Weile in ihrer Flucht aufhalten. Sein erster Blick muß auf Tante Berta fallen, die sich auf des Doktors Rat, den trotz der Uebermüdung die innerliche Unruhe nicht schlafen ließ, an das Fußende seines Bettes gesetzt hat, um durch ihre sichtbare Gegenwart seinem Gedächtnisse sofort zu Hülfe zu kommen. Er streckt matt die Hand nach ihr aus. Da erhebt sie sich und geht so nahe zu ihm, daß sie seine kalte, zitternde Rechte in die ihre nehmen kann. (Fortsetzung folgt.) verwirrenden falschen direkte Verbindung ge diesen Nachrichten stehe Glocken hatten läuten hö wo sie hängen.— V Sonderzug nach Hi rechtzeitige Eintreffen ermöglicht. Näheres (Pfingst=Eisenb Anlaß des Pfiagstfest vermehrten Eisenbahno Anzahl Sonderzüge vo der Feierlage, deren Stationen einzusehen Reisen empfiehlt es sie zu benutzen, da diese ereeichen wie die fahrp Nachzüge. -e-(Eine Abschi des scheidenden Kgl. R rats Herrn Bußman Sonnabend der Eisen! Brackwede in Richters( Mitglieder mit ihren 2 eingefunden hatten. A eine ganze Anzahl Bea Stationen zu dieser Fei der Leitung des Oberbah Brack bede entwickelte si äußerst gemütlichen, we gemeinschaftliche Gesäng träge mit einander abw bildete den Schluß der Bußmann, welcher seit 6 Betriebsinspektion vor zum 1. Juni nach Hal seinem Nachfolger ist He zur Zeit im Minister ernannt worden. Der Stationsgebäude ist eb Herren entworfen, an wohl kaum im nächsten kann. (Auszeichnung.) 2 der Jünglingsvereine H wie die„Güt. Zig.“ er Auszeichnung zuteil gew. Würdigung seiner lange somkeit in der Jünglir sonders Soldatenmission Sr. Maj stät dem Kais Kconenorden 4. Klasse 1 (Die Platzkarten sowte die für die Benutzu zu lösenden Zuschlagskart werden von der Fahrk freit bleiben, da sie 1 „Fahrla sweise" anzuseh soll n die von der„Inte wagen Gesellschaft“ in d Zizen zur Erhebung gele Zuschläge der Steuer un m.(Versicherung brand.) Aus dem versicherungsfonds werde: an Rotz, Lungenseuche fallenen Pferde und Rin gewährt. Zur Aufbrinz wird von den in Frage besitzern eine Abgabe erh Jahre für jedes Pferd(P esel, Maultiere einschl. d Pfg. und für jedes Stück Ballen, Kühe, Rinder u Pfg. festgesetzt ist. 2 Biehbestand am 1. Juni Tage durch Polizeibeamt Der detr. Polizeibeamte den Versicherungsbetrag durch die nachträgliche Kasse den Viehbesitzern k. stehen. m.(Schlägerei) nachmittag in einer Wittsch straße stattgesundenen Sch Zimmermann K. von den einem scharfen Instrument m(Gestohlen) wur dem Arbeiter K. von hier schlossenen Kommode mitt von einem größeren Geld Von den Tätern fehlt bis Ferner wurde einem hie Inhalt seiner Geschäftskass Täter wurde der stellenlos Nawza ermittelt und fesig m.(Rohe Tat.) In 27. d. Mis. wurde dem die in seinem Garten am liche Laube nebst Sitzbäl weise zerstört. Auch wur mit den Wurzeln aus der Täter konnten noch nicht m(Eingeliefert) wi wegen Diebstahls und Vern jugs. Eine Person fand Polizeioddach. den Kreisen Misde Minden, 28. Mai. personalie.) Zum Bata verwirrenden falschen Nachrichten nicht in direkte Verbindung gebracht haben. Hinter diesen Nachrichten stehen wohl Leute, die die Glocken hatten läuten hören, jedoch nicht wußten, wo sie hängen.— Von Enger wird ein Sonderzug nach Herford fahren, der das rechtzeitige Eintreffen zu der Versammlung ermöglicht. Näheres unter Enger. (Pfingst=Eisenbahnverkehr.) Aus Anlaß des Pfiagstfestes mit seinem stark vermehrten Eisenbahnverkehr verkehren eine Anzahl Sonderzüge vor, während und nach der Feiertage, deren Fahrplan auf allen Stationen einzusehen ist. Bei weiteren Reisen empfiehlt es sich, stets die Vorzüge zu benutzen, da diese die Anschlüsse sicherer erreichen wie die fahrplanmäßigen oder aar Nachzüge. -e-(Eine Abschiedsfeier) zu Ehren des scheidenden Kgl. Regierungs= und Bau rats Herrn Bußmann veranstaltete am Sonnabend der Eisenbahnverein BielefeldBrackwede in Richters Garten, wozu sich die Mitglieder mit ihren Damen sehr zahlreich eingefunden hatten. Außerdem waren noch eine ganze Anzahl Beamte der benachbarten Stationen zu dieser Feier erschienen. Unter der Leitung des Oberbahnhofsvorstehers HornBrack bede entwickelte sich die Feier zu einer äußerst gemütlichen, welche durch Festreden, gemeinschaftliche Gesänge und komische Vor träge mit einander abwechselten. Ein Tanz bildete den Schluß der Festlichkeit. Herr Bußmann, welcher seit 6 Jahren der hiesigen Bettiebsinspektion vorgestanden hatte, ist zum 1. Juni nach Halberstadt versetzt, zu seinem Nachfolger ist Herr Hofmann, welcher zur Zeit im Ministerium beschästigt ist, ernannt worden. Der Plan für unser neues Stationsgebäude ist ebenfells von diesem Herren entworfen, an dessen Ausführung wohl kaum im nächsten Jahre gedacht werden kann. (Auszeichnung.) Dem Nationalsekretär der Jünglingsvereine Herrn Helbing ist, wie die„Güt. Zig.“ erfährt, eine ehrende Auszeichnung zuteil geworden. In gerechter Würdigung seiner langen gesegneten Wirk somkeit in der Jünglingsvereins= und be sonders Soldatenmissionsarbeit ist ihm von Sr. Maj stät dem Kaiser und König der Kconenorden 4. Klasse verliehen worden. (Die Platzkarten der D Züge), sowte die für die Benutzung der Schlafwagen zu lösenden Zuschlagskarten(sog. Bettkarten) werden von der Fahrkartensteuer befreit bleiben, da sie nicht als eigentliche „Fahrla sweise" anzusehen sind. Dogegen soll n die von der„Internationalen Schlaf wagen Gesellschaft“ in den Expreß(Loxas) Zitzen zur Erhebung gelangenden besonderen Zuschläge der Steuer unterworfen sein. m.(Versicherung gegen Milzbrand.) Aus dem bezzl. Provirzial versicherungsfonds werden den Besitzern der an Rotz, Lungenseuche und Milzbrand ge fallenen Pferde und Rinder Entschädigungen gewährt. Zur Aufbrinzung dieser Beträge wird von den in Frage kommenden Vlehbesitzern eine Abgabe erhoben, die in diesem Jahre für jedes Pferd(Pferde, Esel, Maul esel, Maultiere einschl. der Fohlen) auf 30 Pfg. und für jedes Stück Rindvieh(Ochsen, Ballen, Kühe, Rinder und Kälber) auf 20 Pfg. festgesetzt ist. Maßgebend ist der Biehbestand am 1. Juni, der an diesem Tage durch Polizeibeamte festgestellt wird. Der detr. Polizeibeamte ist auch berechtigt, den Versicherungsbetrag zu erheben, damit durch die nachträgliche Zahlung bei der Kasse den Viehbesitzern keine Umstände entstehen. m.(Schlägerei) Bei einer gestern nachmittag in einer Wirtschaft in der Webereistraße stattgesundenen Schlägerei wurde der Zimmermann K. von den Brüdern Sch. mit einem scharfen Instrument verletzt. m(Gestohlen) wurde am 25. d. M. „ Arbeiter K. von hier aus einer unverschiossenen Kommode mittelst Nachschließens von einem größeren Geldbetrage 20 Mark. Von den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur. Ferner wurde einem hiesigen Barbier der Inhalt seiner Geschäftskasse gestohlen. Als Täter wurde der stellenlose Tischler Z. aus Nawza ermittelt und festgenommen. m.(Rohe Tat.) In der Nacht zum : d. Mis. wurde dem Zuschneider Fr. die in seinem Garten am Bürgerweg befi dd. liche Laube nebst Sitzbänken mutwilligerweise zerstört. Auch wurden die Blumen mit den Wurzeln aus der Erde gerissen. Die Täter konnten noch nicht ermittelt werden. m(Eingeliefert) wurden 3 Personen breag Diebsahls und Verübung groben UnBau. Eine Person fand Uaterkommen im Pollz obdach. ernannt: Major v. Westernhagen, aggregiert dem Inf.=Regt. 55 unter Versetzung in das 6 Pommersche Ins.=Regt Nr. 49.— I: eine Hauptmannsstelle des Genrafstabes der Arnee eingereiht ist der beim Generalstab aggregierte Haupmann Freiberr v. Esebeck, bisher kommandiert zur Dienstleistung beim Generalstabe des 7. Armeekorps, unter Belassanz bei diesem Generalstabe.— Freiher v. Fürstenberg, Oberleutnant im Jnf.=Regt. Ne. 55 ist auf ein Jahr zur Dienstleistung als Ocdonnanz= offizier beim Fürsten zur Lippe abkommandiert.— Zu Oberleutnants sind befördert die Leutnants: Settemaier, Hellwig und Kuhn im Jas.=Regt. Ne. 15.— Vim 1. Juni ab auf ein Jahr zur Dienstleistung kommandiert: Freiherr v. Ledebur, Leutnant im Jaf. Regt. Nr. 50 zum Westf. Train Bat. Nr. 7.— Zum Oberstleutnant besördert: v. Printz, Major und Eskadron= Chef im Hus.=Regt. Nr. 8 als aggregiert zum Hus.=Regt. Nr. 9 versetzt.— Zum Eskadron Chef ernannt: der Rittweister erhardt im Hus.=Regt. Nr. 8.— Ein Patent seines Dienstgrades verliehen: Quassowsky, Rittmeister und Komp.= Chef im Train=Bat. Ne. 7.— Zi Leutnants besördert sind die Fähnriche Weinert und Haines im Ins. Regt. Nr. 158. Befördert zu Fähnrichen sind die Unteroffiziere Pobescu im Jaf.= Regt. Ne. 7 und der Oberjäger v. Frese im Jäg.=Bat. Nr. 15, Roggensack im Wests. TrainBat. Nr. 7.— Leutnant Reinking im Inf. Regt. Nr. 55 wurde auf sein Gesuch zu den Reserveoffizieren des betr Truppenteiles übergeführt. Minden, 28. Mai.(Obstbäume.) Das„M. L Kisbl.“ schreibt: Der reiche 'ütenschmuck der Obstbäume und besonders der Apfelbäume ist vorüber. Fast alle Obst sorten und namentlich die Apseldäume haben reichlich Frucht angesetzt. Leider machen sich die Obstschädlinge, z. B. der Frost panner(Cheimatobia brumata) wieder sehr bemerkbar und man sieht an der Kreischaussee Stemmer-Friedewalde eine greße Anzahl Apfelbäume, an welchen die Blätter kahl abgefressen sind. Auch der Apfelblüterstecher Anthonomus pomorum), der Apfelwickler und die Obstmade(Carpocapse pomonana) und andere mehr, treiben ihre Zrstörungswerke, so daß hierdurch der Obstsegen, welcher zu erwarten, in Frage gestellt wird.— Um nun diese Schädlinge nach und nach zu vertilgen, ist totwendig daß die Obst äume gepflegt und rechtz itig im Juni Raupenringe, sogen. Fanggürtel, um die Bäume gelegt und diese mit Brumalaleim bestrichen werden. Bad Oeynhausen, 22. Mai.(Vom Bade) Heute wurde die vierte amtliche Kurliste herausgegeben. Dieselbe verzeichnet 3100 eingeschriebene Badegäste und 1060 Durchgereiste; zusammen 4250 Personen. An Bädern sind bis jetzt verabreicht 21622. Dementsprechend ist auch der allgemeine Verkehr hier ein außerordentlich lebhafter.— Die hie sige Apotheke, bisheriger Besitzer Herr Dr. Weiß, ist nach der„Westf. Ztg.“ für den Preis von 450000 Mark an zwei Apotheker verkauft wo den.— Die Uebergabe hat mit dem Beginn der Badesaison stattgesunden. Jetzt soll auch noch eire zweite Apotheke und zwar an der Bahnhofstraße eingerichtet werden. Aus den Kreisen Wiedenbrück und Gütersloh, 25. Mai.(Stadtpark) In der heute abgehaltenen Stadtverordnetensitzung ist ein für unsere Stadt bedeutungsvoller Eatschluß zur Entscheidung gekommen. Mit großer Majorität wurde nach dem „Gen.=Anz.“ das von dem Meier Künnepeter aus Sundern der Stadt angebotene er. 35 große Stück Land, teils mit Buchen und Eichen bewachsen, zum Preise von 2500 Mark pro Morgen angekauft. Ausschlaggebend für diesen Kauf war der Umstand, daß ein Teil der Bürgerschaft zu diesem Zweck ca. 23000 Mark gezeichnet hat, um so den Geundstock für einen zu schaffenden Stadtpark anzulegen. Gleich zeitig wurde auch der Ankauf des Osthusschen Hofs in Sundern zum Preise von 30 Wrl beschlossen, der dem Zweck eines Sialtwulds dienen soll. Münster, 25. Mai.(Zu Ehrenbürgern) der Stadt Münster warden lt. „Rh.=W. Beg. in geheimer Sitzung der Stadtverordneten die Herren Kultusminister Dr. Studt und Ministerialdirektor Dr. Althoff durch einstimmigen Beschluß des Kollegiums ernannt. Die beiden Herren haben sich um die Uaiversität Münster besonders verdient gemacht. Dortmund, 25. Mai.(Anleihe.) Die stadt Dortmund beabsichtigt in der nächsten Zeit eine neue Anleihe von 25 bis 30 Millionen Mark aufzunehmen, die, auf die nächsten drei Jahre verteilt, für den Ankauf der Straßenbahn, Ecweiterung des Elektrizitäts= und Wasserwerkes, die Hafenbahn, den Bahnhofsneubau und Volksschulen ver werden soll. Ferner befindet sich kt. „Rh.=W. Ztg.“ ein Entwurf, betriffend Ver größerung des Louisenhospitals in Arbeit, der für die Gebäudeabteilungen dieses Krankenhauses je einen Pavillon mit 150 Betten vorsieht und etwa 3 Millionen Mark verlangt. Die Anleiheschulden Dortmunds die zurzeit 52 Millionen Mark betrogen, werden sich in den nächsten Iihren auf etwa 80 will onen Mark erhöhen. Etwa 3/8 dieser Summe ist heute in gewerblichen, zum Teil gewinnbrirgenden Anlagen inve stiert. Altena, 24. Mei.(Der heutige 5. Verbandstag des Westdeutschen Tierschutzverbandes) war stark besucht. Eine scharfe Debatte schloß sich an den Vortrag von Krämer Hilchenbach über das fahren beim Schlachten auf dem Lande. Referent verwaif das Schächten und verlangte beim Schlachten Schuß= oder Bolzen apparate. Rabbiner Dr. David Bochum verteidigte das Schächten und verlangte, daß man auf das religiöse Empfinden von 200000 Juden, die in Deutschland leben, Rücksicht zu nehmen habe. Kreistierarzt Dr. HeffchenLüdenscheid, Hölter=Düsseldocf und der Referent traten ihm scharf entgegen. Der Verbandstag nahm den Antrag Krämer an. HölterDüsseldorf sprach dann gegen das Halten von Stubenvögeln, besonders von einheimischen Singvögeln.(Rh.=W. Ztg.) Soest, 24. Mai.(Genickstarre.) In das hiefige St. Marien=Hospital sind zwei 16 bezw. 18 Jahre alte Mädchen, die auf einem Gute in Wigerirghausen bedienstet waren, als an Genickstarre erkrankt eingeliefert worden. Der Zustand des jängeren ist sehr bedenklich. sestgenonmen, die Aktien des„Credito ne“ gefälscht und bei Banken und iten in der Umgebung Mailands untergebracht haben. Die Schadensumme soll sich auf mehrere Millionen Lire belaufen und die Verh ftung einer angesehenen Persönlichkeit der Mailänder Handelswelt bevorstehen. Konstantinopel, 26. Mai. Der Sultan empfing heute Prosessor v. Bergmann in Audienz. Die Operation an der Priazessin Refie wurde infolge von Jotrigen nicht ausgeführt; faus der Sultan bis Montag seine Zustimmung hierzu nicht erteilt, kehrt Professor v. Bergmann wieder nach Berlin zurück. Wien, 26. Mai. Der Demonstrations= zug gegen die Konsumvereine war 8000 Mann stark. Zwei schwarzgelbe Standarten wurden vorangetragen, welche die Inschriften:„Nieder mit den Konsumvereinen, Schutz dim Handelsstand, hoch der Mittelstand" trugen. Unter Rufen: Hoch Lueger! zog man zum Parlament, dessen Ramp= durch Gendarmen abgesperrt war. Als Wachleute versuchten, den Demonstranten die Fahne zu entreißen, entstand ein erbitterter Kampf wobei mit Stöcken aus die Polizei eingeund mit Steinen geworfen wurde. Einer Gruppe gelang es, einen Wachmann in die Menge hineinzugrren und abzuschneiden. Dieser Wachmann warve fürchterlich geprügelt. Mit blanken Säbeln wurde der schwer bedrohte Mann wieder befreit. Der christlich soziale Abg. Steiner, der in die Menge geraten war, erhielt eine leichte Schnittwunde an der Hand, dem cheistlich=soz alen Abg. Axmann wurde der Hemdkragen und die Krawatte Der Polzei gelang es, die Fahnen auf die Rampe zu bringen, worauf die Menge die Rampe stürmte. Dieser Kampf während dessen die Wache wiederholt von ihren Säbeln Gebrauch machte, dauerte 20 Minuten. Die Christlich=Sozialen holten endlich einige antisemitsche Abgeordnete aus dem Saal, worauf Lueger von der Polizei die Auslieferung der Fahnen verlangte; doch gelang es erst dem sozialdemokratischen Abg. Schumeyer, von der Potizei die Fahnen zurückzuerhalten, worauf er sie den Demonstranten überreichte, die sich unter Führung Luegers, der selbst eine Fahne trug, von der Rampe auf die Ringstraße begaben und sich dort zerstreuten. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 28. Mai 1906. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., hier. Niedrigst. Thermometerstand in der Nacht+14 Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+16 0 .. Barometer 75,6 cm. Wind: Süd=West. Himmel: bedackt Aus den Kreisen Minden und Lübteks. Minden, 28. Mai.(Militär: personalie.) Zum B ataillonskommandeur Au den Jroin## 8 Herford, 26 Mai.(Auszeich nung) Aus Anlaß ihres Abganges von der städtischen höheren Mädchenschule ist der Oberlehrerin Fräulein Muffilmann von Ihrer Maj stät der Kaiserin eine Prachtbibel als Geschenk zugegangen. C Herford, 26. Mai.(Visionsmarkt.) Die Budenplätz= zur Vision werden am Mittwoch, den 13. Juni, nachmittags 3 Uhr vergeben werden. Herford, 26. Mai.(Als Fleisch beschauer) für den 3. Schaubezirk(Radewiger Feldmark von der Engerstraße bis zur Werre) ist Herr Maurerpolier Hermarn Steffen, Benterweg 363, angestellt und vereidigt worden O Enger, 27. Mai.(Ein Sonderzug nach Herford) wird von der Kleinbahnverwaltung am 30. Mai im Anschluß an den um .02 Uhr hier aus der Richtung Jöllenbeck eintreffenden Kleinbahn zug eingelegt werden. Dadurch wird das rechtzeitige Eintreffen zu der im Schützenhofe zu Herford um 3¼ Uhr stattfindenden Versammlung der Freunde der Evangelischen Konfessionsschule ermöglicht. Der Zug wird auf allen Stationen halten. Auch für passende Rückfahrt wird gesorgt. Aus den Nechber#roniazen uus St#### Detmold, 23. Mai.(Das Automobil!) Mit dem Beginn der Saison, wo die Automobile und Motorräder die Landstraße bevölkern, mehren sich auch die Unglücksfälle. So wurde am Mittwoch ein Junge in der Limgoer Straße von einem Automobil erfaßt und eine Stiecke weit mit fortgeschleift. Dem Kinde waren die Haare glott von der einen Seite des Kopfes abrasiert außerdem trug es bedeutende Wunden im Gsicht und an den Händen davon. Der Junge mußte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben.— Am selben Nachmittag warde nach dem„Westf. Volksbl.“ ein Pferd der Möbelfabrik Beneke vor einem heraspustenden Motorwagen scheu und ging durch Dies ereignete sich vor der„frischen Qull=“ in Hiddesen. Von hier bis in die Nähe des Mausoleums, wo der Wagen um kippte, raste das Pferd die Cjaussee hirunter. Bei dieser Gelegenheit wurde eine Spiegelscheibe im Weite von annähernd 50 Mark zertrümmert. „Berlin,, 26. Mai. Die Witwe Gugen nichters in gestern abend in Kreuznach, wo sie bei ihrem Sohne weilte, an Typhus gestorben. Weißenfels, 26 Mai. Der Streik der Braunkohlenarbeiter ist nach e nem heute nachmittag gefaßten Beschlusse der Ausständigen beendet worden. Am Montag wird die Arbeit allgemein wieder aufgenommen. Mailand, 25. Mai. Nach Berichten hiesiger Blätter wurden in Pavia verschiedene Individuen e Berlin, 28. Mai. Nachdem Sonnabend der Reichstag das selbständige Reichskolonialamt abgelehnt hat, wird seitens der Regierung oder einer der Mehrheitsparteien heute eine Vorlage eingebracht werden, die ein selbständiges Unterstaatssekretariat für die Kolonien empfiehlt. An der Loslösung der Kolonialangelegenheit vom Auswärtigen Amt wird in der Vorlage festgehalten. Ueber Einzelheiten hierzu meldet der „Lok. Anz.“ u..: Aus der besonderen, mit einer gewissen Selbstständigkeit verbundenen Stellung des neuen Unterstaatssekretärs für die Kolonien dürfte sich eine höhere Dotation des Postens zu anderen Unterstaatssekretariatsstellen von selbst ergeben, ob man 5000 oder 10000 Mark mehr fordern wird, dürfte erst nach der heutigen Vorbesprechung mit den Parteiführern zu ersehen sein. Ebenso wird während der Unterhaltung festgelegt werden, ob man dem neuen Chef der neuen Kolonien 2 oder 5 Direktoren unterstellt. Es entsteht die Frage, ob der Prinz Hoherlohe sich entschließen wird, die Stellung eines Unterstaatssekretärs anzunehmen. In den leitenden Kreisen vertraut man daß er das Opfer aus sachlichen Gründen auf sich nehmen wird. Wien, 28. Mai. Nach der gestrigen Audienz beim Kaiser, an der beide Ministerpräsidenten sowie Goluchowsky teilnahmen, bestätigte Weckerle dem Korrespondenten des Berl. Tagebl., daß zwischen den beiven Regierungen eine völlige Einigung über die Konfliktsfragen erzielt wurde. Die Einzelheiten des mokommens werde Weckerle am Dienstag im ungarischen Abgeordnetenhaus mitteilen. Soviel wolle er schon jetzt sagen, daß der Ausgleich zwischen Oesterreich und Ungarn in Zukunft auf der Grundlage des Handelsvertrages abgeschlossen werden wird, und daß die Verhandlungen zur Erzielung eines Ausgleichs auf dieser Basis bereits eingeleitet sind. KA Bergährteste Nahrung für „GExUnde u. magen##nkranke Kinder Kn ieieider Honiguciie(Kareimenguche.) Das beste Heilmittel bei Lungenleiden, Asthma, Bronchialkatarrh, Heiserkeit, Skrofulose, Verschleimung, Rehlkopfleiden, Verdauungsstörungen u. s. w. Dreher Heinrich Kopsmeyer, Bielefeld, Bleichstraße 104 wurde nach einer verhältnismäßig kurzen Trinkkur von seinem schweren Lungenspitzenkatarrh geheilt und arbeitsfähig, nachdem er in Lippspringe als ungeheilt und arbeitsunfähig entlassen war. Karolthensp. adel(besunuhelts-Talernasser!, Die Wasser sind erhältl'““. 9* c antue 2 Die Wufset nl erhaltlich in den Apotheken, Trogenhandlungen, Wiltschaften oder bei dem Generalvertreter E. Schürmann, Herforderstr. (Hellingskrug) Teleson Nr. 940. Herforderstrahaen n au der Vetriebsleiter Werning zu Schilbesche, Schildesche=Bielefeld. Heute, Dienstag u. Mittwoch nachmittag zwischen 4 und 7 Uhr müssen die Festkarten für das Jubiläum und die Karten für die verschiedenen Gedecke abgeholt werden, und zwar im Schulgebäude, Brüderstrasse 6, Torweg, rechts. Frieda Langelütke, Schulvorsteherin. Haupt=Arbeitsnachweis Bielefeld. Zimmerstr. Nr. 19. Fernsprecher Nr. 292. #: Nur Werktags geöffnet. v. Rechtsberarungsstelle, Männliche Abteilung. Es werden gesucht: Bachiur.... 1: Bäckr, 1 Caron:, 1 Böttcher, 4 Zlgarrenmacher, 5 Drechsler, 3 Dachdicker, . Eisenformer, 2 Eiserdreher, 2 4 Hausdlen g 1 Horizontalbohter 2 landwirichastl. Maler, 12 Maurer, 2 Maschir Schuhmacher, 18 Schneider, 2 Schweizer, 8 Stillmacher, 8 ler f. Bau u. Möb.l, 4 Tapezierer Dekoratture, 2 Viehwärter, 2 19 Ziegler.. 6 Simmerlut, Wer sein Kind lieb hat, badet es in flüssigem Kleienextrakte Kleiolin, das dem Wasser die schädliche Härte nimmt. Erhältlich in Drogerien und Apotheken. Aerztliche Anerkennungen zur Verfügung. Chemische Werke G. m. b.., (vorm. Dr. C. Zerbe), Freiburg i.., Weisstrasse 100. —Lehrlinge: Bildhauer, Dachdecker, Wösts, Klempnr, Kunstglaer, „Tater, Saitier, Schmi d. Schneider Teprzierer und Dekorateure. Deutscher Ostmarken-Verein Ortsgruppe Bielefeld. " u1g— C. Karstadt, 2. Herford, Bahnhofstr. Ecke Kreishausstr. empfiehlt sich zur Behandlung in grosser Auswahl Uhr, am Montag, den 28. Mai 1906, abends 8½ im kleinen Saale der Erholung. 1. Bericht des Vorstandes. Umwahl des Vorstandes. Wahl zweier Vertreter im Gesamtausschuß. 3. Bericht über den Kampf um deutschen Ostmark. 4. Verschiedenes. den Boden in der Fritz Tiekötter Möbelfabrik, Niedernstr. 45. Umständehalber wird auf so baldalsmöglich ein einfaches, gesundes junges Mädchen Reese. N 9 4— 113 8 rF Terrariumglas mit Laubfrosch und Leiter und allem Zubehör, auch ein Paket Samen von in diesem Behälter raschwachsenden Pflanzen 2 dieser kompletten Terrariengläser Mk. .50,— 4 St. M..— Dank seiner genügsamen Nahrungsweise— genaue Anleitung liegt bei kann man sich jahrelang an dem interessanten Tiere erfreuen an seinen Lebensmanieren sich ergötzen: er wird bald ein lieber Hausgenosse, und es ist und Hautkrankheiten. Sprechtage: Freitags vn 9 bis 3 Uhr. Sonnabends von 9 bis 8 Uhr Sonntags von 9 bis 11 Uhr. 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Aziz wird abgesetzt, 1876. Die Antwort Kabir Es konnte niemand russische Kabinett die den Zaren als eine trachten und behand „Nowoje Wremje“ ließ Freitage veröffentlichte daß Gorcmylin eine wort geben und die F politischen Amnestie, w duma aufgeworfen und wort auf die Begri Kaisers aufgenommen zurückweisen würde. D dabei begründet erweise weite Kreise des zu radikalen Ausschreitung mit Mißbilligung und stehen. Sehr ansehnli schaft verurteilen es mi in der DumaAdresse billigt werden, und## in unverkennbarem Zu neuerdings wieder eine Verbrechen gegen Gegner der Terroristen gierung hätt sich mit 3 friedlichen und wohlge völkerung gegen die srecher Mordbuben zu würde den allerschwe: wenn sie durch die Ert diese Anarchisten noch und Schein einer stag umkleiden wollte. Im muß sie die Terroristen gerichtlich verfolgen und der erkannten Strafe freilich liegt es mit d dem Verwaltungswege v# denen gegenüber eine so boten erscheint. Diese he Arspruch auf die Gnade vor allem auf ein Weiter wird die Regieru: gehen können und nam Zustand in den Grenzge Umständen zur Ausnahmegesetze. Wer vorgefaßten Meinung f die gegenwärtige Wirklich Rußland unbefangen in sich in der Tat, wie re richtig ausgeführt wur nehmung nicht verschließe halb in weiten Kreisen sellschaft mit großem## Abgange des Reichsrats Kenntnis genommen, der einsichtsvoller wie entschi Und andererseits kann# sorgnis auf die Gegen welche die Torheiten und montaden der Dumamehr Hiere, hervorgerufen ha sonders beängstigenden Nachricht von einer 2 Gardeoffiziere gegen die 2 auf eine Diktatur Trepo hinausläuft, und es heiß sozenannte Sternpartei gleichen Richtung wirke. man annehmen, daß der Unbesonnenheiten durch di#