* 30 Jahrgang fürdie einspaltige Petttgelle oder deren Ra 12 Pf., 15 Pf., Reklamen 25 Pl. Erscheint sethmngl wüchentlich Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 16. Sistorischer Kalender. Bielefeld Mittwoch, 16. Mai 1906. 16. Mai: Vermählung des Dauphins von Frankreich(Ludwig XVI.) mit Marie Antoinette von Oesterreich, 1770.— Friedrich Rückert, Dichter, geb. 1788.— Napolion macht Benedig zu einer demokratischen Republick, 1797.— Perier, französischer Staattmann, 1832. Die Reichserbschaftssteuer. Mit der Annahme des§ 15, welcher den Betrag der Erbschaftssteuer feststellt, ist am Donnerstag der wesentliche Teil des Reichserbschaftssteuergesetzes in zweiter Beratung zur Annahme gelangt. Allerdings ist dies nicht ohne Widerspruch von links und rechts geschehen und aus dem Zentrum hat Namens einer Minderheit der Abg. v. Savigny seine Bedenken gegen die von der Kommission festgesetzten Beträge der Erbschaftssteuer ausgesprochen, während der Abg. Dr. Spahn den Standpunkt der großen Mehrheit seiner Fraktion vertrat. Es war gegen 5 Uhr als die namentliche Abstimmung über diesen entscheidenden§ 12 stattfand, der nach Ab lehnung der weitergehenden sozialdemokratischen Anträge unverändert nach den Beschlüssen der Kommission mit 216 gegen 40 Stimmen bei 8 Stimmenthaltungen angenommen wurde. Die Minderheit setzte sich zusammen aus der überwiegenden Mehrheit der Konservativen, einigen Freikonservativen und agrarischen Polen sowie aus den etwa 8—10 Mitgliedern bezw. Hospitanten des Zentrums unter Führung des Herrn von Savigny. Die Erbschaftssteuer beträgt demdem Beschlusse des Reichstags I. vier vom Hundert: 1. für leibliche Eltern, 2. für voll= und halbbürtige Geschwister sowie für Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern; II. sechs vom Hundet: 1. für Großeltern und entfernte Voreltern; 2. für Schwieger= und Stiefeltern; 3. für Schwieger= und Stiefkinder; 4. für Abkömmlinge zweiten Grades von Geschwistern; 5. für nneheliche, von dem Vater anerkannte Kinder und deren Abkömmlinge; 6. für an Kindesstatt angenommene Personen und deren Abkömmlinge, soweit sich auf diese die Wirkungen der Annahme an Kindesstatt erstrecken. acht vom Hundert: 1. für Geschwister der Eltern; 2. für Verschwägerte im zweiten Grade der Seitenlinie; IV. zehn vom Hundert in den übrigen Fällen, soweit es sich nicht um einen Erwerb der in§ 14 bezeichneten Art handelt. Uebersteigt der Wert des Erwerbes den Betrag von Urberfleigt der Wert des Erwerbes eine der im Abs. 2 bezeichneten Wertgrenzen, so wird der Unterschiedsbetrag zwischen dem nach Abs. 2 anzuwendenden höheren Satze und demjenigen der vorangehenden Wirtklasse nur insoweit erhoben, als es aus der Hälfte des die Wertgrenzen übersteigenden Betrages des Erwerbes gedeckt werden kann. Die Steuerkommission hat den Gesamtertrag der Reichserbschaftssteuer auf 48 Mill. Mark für das Jahr im Beharrungszustande geschätzt, während für 1906 nur auf eine wesentlich geringere Einnahme gerechnet wird, da die Geltung des Gesetzes sich nur auf 9 Monate erstreckt und nicht noch die Frist für Anmeldung, Festsetzung der Erbschaftsmasse und Stundung der Steuern inbetracht gezogen werden müsse. Die sehr ernsten sozialpolitischen Bedenken, die gerade gegen diese Steuer erhoben worden, sind durch die Kommissionsarbeit nicht beseitigt und auch nicht gemildert, und die Reichserbschaftssteuer stellt ihrer ganzen Art nach sich als das genaue Gegenteil einer SteuerReform dar. Besser konnte man sich schon befreunden mit der am 9. Mai zur Annahme gelangten Tantiemesteuer, obwohl auch diese den großen Fehler hat, daß sie alle Tantiemen, große oder kleine, gleichmäßig besteuert, anstatt sie zu staffeln. Für beide Steuern, die Tantiemesteuer wie die Reichserbschaftssteuer, gilt gleicherweise der von dem Abg. Raab in der Sitzung vom 9. Mai ausgesprochene Grundsatz, daß es eine ganz ungerechte Anschauung ist, alle Einkommen gleichen sich vollständig. Heute unterscheidet man die Einkommen nur nach ihrer Höhe. Die Zeit wird aber kommen, wo man zu diesem Maßstabe einen besseren hinzufügen wird, nämlich den, ob ein Einkommen verhältnismäßig mühevoll erobert werden mußte oder ob es verhältnismäßig leicht einem Glücklichen in den Schoß gefollen ist. Dieser sozialen Grundforderung einer vernünftigen Steuerbemessung ist man bei allen den Reichstag jetzt beschäftigenden Vorlagen geradezu sorgsältig aus dem Wege gegangen. Es ist halbe Arbeit was da getan wird und die Forderung nach einer wirklichen ernsten Steuerreform wird deshalb mit der Annahme dieser jetzt den Reichstag beschäftigenden Gesetze nicht aus der Welt geschafft. III. 20000 Mk., so wird das 1 1/10fache übersteigt er den Betrag von 30000 Mt, so wird das 1 3/10fache 1¾ 10 50000 75000 100000 150000 200000 300000 400000 500000 600000 700000 800000 900000 1000000 der in Abs. 1 bestimmten Sätze erhoben. Die im Absatz 2 geregelte Steigerung beginnt bei den Steuerpflichtigen der I. Klasse erst, wenn der Wert des Erwerdes den 11/10 1 3/10 1 0/10 1%0 1% 1% 2 2 1/10 2 2/10 2 3/10„ 2 1/10 8 910 Goten und Skythen betitelt sich ein Artikel des bekannten Feuilletonisten der„Nowoje Wremja“, Herrn Menschikow, in welchem nach einigen einleitenden, das Verhalten der Russen charakterisierenden scharfen Aeußerungen, wonach sich diese den aufständischen Letten, Esthen, Juden, Polen und Littauern an geschlossen hätten und die einzigen, die für Monarchie und Verfassung ständen, die Deutschen wären, fortgefahren wird wie folgt:„Eine glänzende Lektion geben die Deutschen unserem Patriotismus. Was ist das für ein herrliches Volk! Bei uns lacht man darüber, daß die baltischen Barone sich im Ernst für die einzige Stütze der Tynastie halten, die sie seit den Zeiten Peters III. für eine dem Blute nach deutsche halten. Mir scheint, daß die Deutschen, abgesehen von den Genealogien, ihrer Natur nach ein legitimes, loyales, in der Treue zu ihrem Suzerän, wer es auch sei, ritterlich festes Volk sind. Nicht umsonst hatten sie eine strenge Schule der Lebensverfassung durchgemacht. Es mag schlimm oder gut sein, jedenfalls betrachten sich die Teutonen, wenn der freiherrlichen Freiheiten, trotz der Einführung des russischen Gerichts und der russischen Schule und verschiedener Bedrückungen des Protestantismus haben die Barone wohl die Stirne kraus gezogen, der eine oder andere von ihnen erhob im Auslande ein Geschrei,— aber es gab keinen Perrat. Es kam der schwere, unerträglich schimpfliche Krieg, und alle kleinen unterworfenen Nationalitäten singen an sich zu regen. Sie machten alle gleichzeitig— soweit es in ihren Kräften stand— einen Aufstand, die Litten, die Esthen, die Polen, die Juden, die Finnen, die Schweden, die Armenier, die Tataren. Die Deutschen rührten sich nicht, regten sich nicht." Auch als die Armee und die Flotte im Kriege einen Mißerfolg nach dem andern erlitten hatten und alle Fremdvölker in Entzücken geraten waren, hatten die Deutschen sich der Hetze nicht angeschlossen. „Das werden alle bezeugen, die die russischen Deutschen kennen. Sogar die Deutschen im Auslande waren wohlwollender als alle unsere anderen Nachbarn. Und hätte es sich für die Deutschen auch geschickt, über unsere Niederlagen in Entzücken zu geraten, da im Offizierkorps der geschlagenen Armee eine solche Menge gerade baltischer Ritter waren! Einige von ihnen, wie Graf Keller, erboten sich selbst, Rußland wie ihre leibliche Mutter zu verteidigen, und starben den Heldentod. Als an die Stelle des Krieges im Osten der Partisanenkrieg mit den inneren Feinden getreten war, hat man da auch nur von einer einzigen Bombe gehört, die ein Deutscher geworfen? Von einem einzigen Revolverschuß, den eine deutsche Hand gegeben? Und jetzt, wo die für das erste allrussische Parlament stattfindet, hat ein Deutscher auch nur im Scherz vom Boykott der Duma gesprochen? Mit echt ritterlicher Loyalität sind fast alle Deutschen in Rußland der konstitutionellmonaschischeg. Portei beigetreten. Einstimmig ist dies kluge und ehrliche Volk für die zentrale Grundlage des russischen Staates eingetreten, für Ordnung, für Obrigkeit, für die Freiheit im europäischen Sinne des d. h. für gesetzmäßige, nicht aber wilde Freiheit. Man hat den Deutschen Separatismus vorgeworsen, in Mitau jedoch haben sie allein eine Reichspartei gebildet, während alle ihre Gegner(Letten, Juden, Polen, Littauer und... Russen) eine ganze Reihe von Autonomien fordern. Das ist sehr charakteristisch. Bei uns wird von Zeit zu Zeit ein Geschrei über die Deutschen erhoben. Meine Meinung dagegen ist, daß von allen fremden Völkern, die es auf der hof war die Prinzessin Friedrich Leopold von Preußen anwesend. Abends wurde die Leiche nach Nikolskoe übergeführt, wo die Beisetzung am 19 Mai stattfinden soll. Der Reichskanzler Fürst Bülow empfing heute vormittag den Reichsschatzsekretär Fehrn. v. Stengel und gegen mittag Kultusminister Dr. Studt und hatte mit beiden längere Besprechungen. Die Vorlage über Entschädigung der Ansiedler in Südwestafrika in Höhe von 10½ Millionen geht dem Reichstag in den nächsten Tagen zu. Sie soll noch vor der Vertagung Ende des Monats erledigt werden. Der Abg. Becker(nationallib.) hat im Reichstage eine Resolution eingebracht:„Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstage alsbald einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen den vom Militärdienst Befreiten die Zahlung einer einmaligen eventuell in Raten zu entrichtenden Abgabe nach Maßgabe der Leistungsfähigkeit auferlegt wird. Der Seniorenkonvent des Abgeordnetenhauses machte für die Geschäftsleitung folgende Vorschläge: In dieser Woche sollen noch erledigt werden die Hercynia Vorlage, die Vorlage über die Vorbildung der höheren Verwaltungsbeamten und die Knappschaftsvorlage. Der Donnerstag und der Sonnabend sollen ganz und der Montag der nächsten Woche halb für Fraktionssitzungen freibleiben. Die zweite Beratung des Schulunterhaltungs= gesetzes soll am 22. d. Mts. beginnen und vor Pfingsten beendet werden. Die dritte Beratung folgt dann am 7. Juni. Die„Kons. Korresp.“ schreibt, da die Brauereien den Bierpreis doch um das Doppelte der Steuererhöhung steigern wollen (2.50 statt 1.25 Mk), solle man doch lieber im Gesetz noch in Lesung verdoppeln und dann käme die Erhöhung wenigstens dem Reiche zugute. Dresden, 15. Mai. Der Fürst zur Lippe ist heute vormittag von Dresden wieder abgereist. Aus dem Auslande. Paris, 14. Mai. Nach Pariser Blättern wird in dem neuen Dreysus=Prozeß vor dem Kassationshof, der am 18. Juni beginnen soll, der Generalstaatsanwalt einfache Vernichtung des Urteils von Rennes, nicht aber ein neues Verfahren gegen Dreysus beantragen, während der Berichterstatter des Kassationshofes, Moras, sich dafür gan, allen fremden Böllern, die es auf der sprechen m e. a., sies desir aus: #t gibt, die Deutschen uns am wenigsten deg ven werde, Brihsus unter Aufgebung woses und am meisten unstreitig Gutes g sten Urteits vor emn neues Kriegsgetan haben.“ Politische Nachrichten. Aus dem Deutschen Reiche. Generalität hatte sich ebenfalls dort eingefunden. Darauf fand eine größere Uebung statt. Die Kaiserin wird am Donnerstag Homburg verlassen und mit dem Kaiser in Gießen zusammentreffen, von wo aus das Kaiser paardann zusammen nach Wildpark fährt. er ee emn im uis wonach Peinz Sitel Feiedrich heute auf Piczen Ginritgzug. St fel apierig, sie einmal nach Rutzland dem Truppenübungsplatz von einem Schlag, zwischen dem dersev u ur beinschat s in seinem Dienste Fehend, anfalle betroffen worden sei, meldet Rn. g 1 H. und engtischen Volte gericht zu stellen. Bankett zu Ehren der deutschen Städtevertreter statt, der glänzend verlief. Der Kriegsminister Haldane feierte den veutschen Kaiser und hob dessen F.iedenswunderbare Entwicklung tschlands in erzieherischer und kommerzieller Hinsicht hervor. Eine Rivalität zwischen Deutschland und England könne es nicht geben. Haldane schloß mit einem Hoch auf das deutsche Kaiserpaar. Oberbürgermeister Kirschner=Berlin erwiderte mit Worten der Anerkennung für den Toast des Kriegsministers. Sir John Gorst die Ueberlegenheit Deutschlands in städtischen Einrichtungen. Es sei schwierig, gegangen sind, als in seinem Dienste stehend. Ihre Religion und ihre Moral sind gegen den Verrat, selbst wenn ihre durch den Vertrag anerkannten deutschen Grundgesetze niedergetreten werden. Wieviel man auch Ge der wwert vov erwerbes den niedergetreten werden. Wieviel man auch „ I,von 50000 Mt. übersteigt, mit dem über die Balten schreien mag, ein Verrat S## atz 2 für diesen Wert bestimmten seitens der Deutschen hat bisher nicht statt. gesunden. Trotz wichtizer Beschränkungen anfalle beilessen Weleen fe., meider Wolffs Bureau, das dieses Gerücht vollständig unbegründet ist. Die Leiche der Prinzessin Friedrich Karl von Preußen ist vormittags, begleitet vom Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, mittels Sonderzuges von Gotha in Potsdam eingetroffen. Auf dem Bahnzu finden. Er hoffe, daß, wenn beide Völker kämpfen würden, dies Seite an Seite geschehen würde. Die Wohlfahrt Deutschlands vermehre nur die Wohlfahrt Englands. Heute besuchten die deutschen Städtevertreter beide Häuser des Parlaments, die Westminsterabtei usw. Petersburg, 15. Mai. In einem Adreßentwurf der Duma an den Zaren heißt es: Jede Scheidewand zwischen dem Kaiser und dem Bolke muß beseitigt werden. Die Duma bedauert, daß der Reichsrat zwischen ihr und dem Kaiser steht. Weder Freiheit noch Ordnung kann beseitigt werden ohne Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetze. Daher fordert die Duma die gesetzliche Beseitigung aller ständischen, nationalen und religiösen Vorrechte. Die Duma hält sich berechtigt, zu erklären, daß sie den einmütigen Bestrebungen der ganzen Bevölkerung Ausdruck verlieh, wenn sie die Todesstrafe auch auf Grundlage eines Richterspruches für unzulässig erachtet. Die erste Reichsduma würde ihre Pflicht vernachlässigen, wenn sie nicht ein Gesetz zur Befriedigung der Bedürfnisse der bäuerlichen Bevölkerung, sowie ein Gesetz, das die Bauern vom Drucke der Willkür befreit, schüfe. Ebenso unaufschiebbar erachtet die Duma die Befriedigung der Bekürfnisse der Arbeiterklasse zunächst durch Sicherstellung der Organisationsfreiheit der Arbeiter, ferner die Hebung der Volksaufklärung. Als unaufschiebbar erklärt die Duma auch die Entscheidung der Frage über die Bewilligung der längst reisen Forderungen der einzelnen Nationalitäten. Die Duma erwartet von Sr. Majestät volle politische Amnestie als erstes Unterpfand des gegenseitigen Versändnisses und Uebereinstimmung zwischen Kaiser und Volk.— In Zarizya feuerten bei einem Krawall die Kosaken, 8 Personen wurden verwundet, eine davon tötlich. Natal. Es ist bisher nicht gelungen, Bambach aus dem Busch zu vertreiben. Man stieß auf verlassene Krale, die von den schwarzen Hilfstruppen mit Bergnügen geplündert wurden. Im Uebrigen zeigen diese wenig Kampfeslust. Aus dim in London veröffentlichten Blaubuch über die Lage in Natal ist ein Brief des Gouverneurs hervorzuheben, der vom 16. Februar datiert ist und u. a. aussagt: Der Anthiopianismus, dessen Feldgeschrei lautet:„Afrika für die Schwarzen!“ liefert die Triebfeder dieser ganzen Bewegung. Das in letzter Zeit beobachtete allgemeine Schlachten von Schweinen und weißem Geflügel wurde durch Weisungen aus dem Zululand veranlaßt und sollte eine Probe darstellen, ob die Stämme in Natal auch zuverlässig sein und im weiteren Verlauf auch weitere Befehle ausführen würden. Diese Befehle sollten darauf hinauslaufen, auch alles andere, was weiß sei, nämlich die europäische Bevölkerung, abzuschlachten. Im weiteren führt der Gouverneur dann eine Reihe Anzeichen von bedenklicher Unruhe unter den Kaffern Natals, den Basuto, Swasi und den Eingeborenen von Rhodesien an und bemerkt, alle Nachrichten deuteten auf Dinisulu(Ketschwayos Sohn) und seinen Anhang als die Rädels führer hin. Ztg.“ zufolge die bestimmte Zusage erteilt worden, dahin wirken zu wollen, daß die Abgangszeugnisse der Rektoratschulen die auswärtigen Lehranstalten verpflichten sollen, die Schüler ohne weiteres Examen auf die höheren Klassen zu übernehmen. Der Deputation gehörten an vier Bürgermeister, je zwei aus Rheinland und Westfalen, aus Westfalen die Herren Bürgermeister Basse Camen und Corneli=Ahlen. Kolonialpost. (Deutsch Ostafrika) Das Kaiserliche Gouvernement berichtet aus Dar es Salam solgendes: Die Kompagnie Schönberg operiert seit Anfang Mai am Nembuefluß nördlich Liwale gegen die Matumbileute. Die Verluste der letzteren betrugen in einem kleinen Gefecht 40 Tote und 30 Gefangene. Die 15. Kompagnie Wunderlich stellte eine sichere Verbindung zwischen Vidunda und Mahenge her. Der Fährbetrieb bei Ifakara ist wieder eingerichtet. Die Operationen Johannes im Norden des Bezirks Ssongea nehmen einen günstigen Verlauf. Der Süden von Ssongea erscheint beruhigt. Handwerk. Schule und Mission (Eine Reform und Anerkennung der Rektoratschulen) erstrebte eine Petition, die 76 Städte Rheinlands und Westfalens, welche Rektoratschulen unterhalten, im August vorigen Jahres an das Kultusministerium gerichtet hatten. Man erbat, den Zeugnissen gen. Schulen öffentliche Gültigkeit gewähren zu wollen. Einer Deputation der genannten Stätte, die am Donnerstag beim Kultusminister vorstellig wurde, ist der Rh. Westf. (Ein vergleichendes Studium der Jahresberichte der deutschen Handwerks= und Gewerbekammern) wurde bislang dadurch erschwert, daß die einzelnen Kammern ihren Berichtsstoff nach ganz ver schiedenen Gesichtspunkten anordneten. Um nun- diesem Uebelstande, der sich Parlamentariern, Behörden und auch den Organen des Handwerks selbst bei ihren Arbeiten recht fühlbar machte, abzuhelfen, ist vom geschäftsführenden Ausschuß des Deutschen Handwerks und Gewerbekammertages gemeinsam mit dem Reichsamt des Innern ein Schema ausgearbeitet worden, das die Jahresberichte einheitlicher und damit vergleichbarer gestalten soll. Nach diesem Schema wird zuküaftig in den Jahresberichten an erster Stelle über den Stand der Organisation des Hindwerks, der Handwerkskammern, der Innungen, der wahlberechtigten Gewerdevereine, Vereinigungen usw. berichtet werden. Der zweite Abschnitt soll der Tätigkeit und den Bestrebungen der Handwerkskammern und der übrigen Oeganisationen des Handwerks auf dem Gebiete der gewerblichen, sittlichen und technischen Förderung des Handwerkerstandes, ir sonderheit des Lehrlings=, Gesellenund Meisterwesens, des Innungs= und Genossenschaftswesens und des Unterrichtswesens gewidmet sein. Ein dritter Abschnitt wird die wirtschaftliche Lage des Handwerks und seiner Zweige und ein vierter die Anschauungen und Wünsche innerhalb der durch die Handwerkskammern vertretenen Kreise behandeln. Ausführliche Gutachten, stalistische Arbeiten usw. sollen, sowelt sie nicht bereits unter den vorhergehenden Punkten erörtert sind, in einem fünften Abschnitt vereinigt werden. Es ist zu hoffen, daß das wachsende öffentliche Interesse an den B.strebungen und Arbeiten der Handwerkskammern durch ein derart erleichtertes Studium ihrer Jahres berichte noch wesentlich gesördert werden wird. beim Reichstags wahlrecht fordern sollen; die Verfassungsbestimmungen der Einzelstaaten seien nicht geschont. Diesen Bedenken trat Staatssekretär Graf Posadowsky entgegen. Abg. Preiß (Els. Lothr.) wandte sich gegen die Anwesenheitskontrolle. Als grundsätzlicher Gegner von Diäten bekannte sich erneut Abg. v. Kardorfs(Rp.) Abg. Dr. Spahn(Zir) befürwortete einen Antrag Gröber, die einmal die Verteilung der Pauschalsumme in der Weise will, daß am 1. Dezember 200 M. und danach jeden Monat 100 M. mehr gezahlt werden, und die Abzugssumme für Fehlen auf 25 M. festsetzt. Abg. Liebermann v. Sonnenberg(wirtsch. Vgg.) war mit den Beschlüssen zweiter Lesung einverstanden. Schließlich wurden die Beschlüsse zweiter Lesung mit dem ersten Antrag Gröber angenommm. In der G.samtabstimmung wurde die Vorlage auf Abänderung der§§ 28 und 32 der Verfassung mit 224 Stimmen bei 41 Stimmenthaltungen angenommen, das eigentliche Diätengesetz mit 210 gegen 52 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen. Darauf trat das Haus in die zweite Lesung des Mantelgesetzes zur Reichsfinanzreform ein. Nach kurzer Erörterung wurde§ 1, der die neuen Steuern auszählt, angenommen. Ebenso die§§ 2 und 3, welche die Stundung der Matrikularbeiträge betreffen. Bei§ 4 wurde beschlossen, vom Jahre 1908 an jährlich 3/8 Prozent der Reichsschuld zu tilgen. Damit war die zweite Lesung des Mantelgesetzes erledigt. Mittwoch 1 Uhr: Reichskassenscheinvorlagen. Schluß 5½ Uhr. Aus den Parlamenten Deutscher Reichstag. 103 Sitzung vom 15. Mai 1906, 1 Uhr. Der Reichstag erledigte am Dienstag zunächst die dritte Lesung der Diätenvorlagen. Abg. von Staudy(kons.) teilte mit, die Mehrheit seiner Freunde stimme gegen die Gewährung von Diäten, die vorwiegend der Sozialdemokratie zugute kommen würden. Der Bundesrat hätte Kompensationen Abgeordnetentaus. 67. Sitzung vom 15. Mai 1906, 1 Uhr. Das Abgeordnetenhaus erledigte am Dienstag zunächst die dritte Lisung des Antrages Zedlitz auf Abänderung des Kommunalabgabengesetzes. Abg. Freiherr v. Zedlitz(skons.) beantragte, ertgegen den Beschlüssen zweiter Lisung anstelle des Verwaltungsstreitverfahrens das Beschlußverfahren zu setzen; dieser Antrag wurde jedoch nach kurzer Erörterung gegen die Stimmen der Konservativen abgelehnt und die Vorlage nach den Beschlüssen zweiter Lisung andenommen. Bei der zweiten Lesung des Nebenbahngesetzes nahm der neuernannte Minister der öffentlichen Arbeiten Breitenbach Gelegenheit, sich dem Hause vorzustellen, wobei er unter Beifall betonte, daß er in den Bahnen seines Amtsvorgängers wandeln werde, die preußische Eisenbahnverwaltung auf der Höhe ihrer Aufgaben halten und für das Wohl der Eisenbahner ernstlich sorgen wolle. Die Sekundärbahnvorlage wurde nach unerheblicher Erörterung in zweiter und dritter Lesung an genommen. Dabei gelangte noch eine Resolution der Budget kon mission zur Annahme, wonach die Mittel zur Erweiterung und Vermehrung des Fuhrparks alljährlich aus den Einnahmen der Eisenbahn= verwaltung im Etat gefordert werden. Schließlich erledigte das Haus noch einige Petitionen. Mittwoch 11 Uhr: Befähigung zum höheren Verwaltungsdienst. Hercyniavorlage, Knappschaftsgesetz. Schluß 1/14 Uhr. Ueber künstliche und Kränze. (Aus Minden= Ravensberg.) Sie begruben ein Kind. Ein halbes Jahr war es nur alt geworden. Nun stand der kleine Sarg auf der Dehle des Elternhauses und drum herum standen die traurigen Eltern und Geschwister und im weiteren Kreise die übrige Trausrversammlung. Draußen grünte und blühte der Frühling; wohin man sah, leuchtete Biume auf Biume. Den Sarg, der einen lieben Leichnam birzt, schmückt man ja gerne mit K.änzen. Das find die litzten Liebeszeichen, die man einem teuren Toten bringen kann. Was wäre da natürlicher gewesen, als hinauszugehen und Blumen zu pflücken, Marienblümchen und Veilchen und Vergißmeinnicht und daraus Kränze zu winden für das tote Kind, das ja selbst einer kleinen, verwelkten Blume glich. Aber meint Ihr, es wäre auch nur ein einziges Blumenkränzlein dabei gewesen? Nein, auch nicht eines! Kränze waren wohl da, aber Kränze aus Blech und Draht und Papier; Kränze, die da prahlten und logen:„Wir sind Palmenwedel, wir sind Rosen", und waren es nicht. Sie dufteten nicht, sie rochen nach Lack, sie leuchteten nicht aus lieblichen Blumenaugen, sie rasselten, denn sie waren aus Draht und Pappe, oder sonst aus irgend einem gemeinen Stoffe; gemein darum, weil er log und betrog. Das Kind, das da im Sarge lag, hatte noch nie gelogen und betrogen, es hatte auch noch nicht erfahren, daß Lug und Trug der Welt an der Tagesordnung ist. S wurde ihm doch noch zuguterletzt der Sara vollgepackt mit lügnerischen Kränzen. So weit sind wir gekommen mit unserer Gedankenlosigkeit, daß wir das Unwahre garnicht mehr empfinden, daß wir es am Ende wohl gar noch für schöner halten als das, was Gott in der Natur wachsen und werden läßt. Ich weiß sehr wohl, daß sich manches zur Verteidigung der künstlichen Kränze sagen läßt. Sie halten sich länger wie natürliche Kränze. Um so schlimmer! Denn ebenso lange wie die Kränze hält sich die in ihnen ausgedrückte Unwahrheit. Und dann, schließlich vergehen ja auch diese Drahtgebilde, gibt es etwas Häßlicheres als so ein Grab bedeckt mit den rostigen Drahtgerippen der Kränze? Da sind welke Laub= und Blumenkränze doch noch schöner! Früher herrschte in unserer Gegend die Sitte, einen von den künstlichen Totenkränzen einzurahmen und im Hause aufzuhängen; ich weiß nicht, ob es noch so ist. Wer das gern will, mag es tun, obwohl man jetzt in den Photographien bessere Andenken an seine Verstorbenen hat. Aber müssen denn alle Kränze künstlich sein? Uns Landleuten, denn denen gilt zunächst mein Wort, wachsen ja die Bäume und Blumen beinahe bis ins Haus hinein Selbst im Winter bieten uns die Tannenbäume und das Moos genug des Grünen zu schönen Kränzen. Wie töricht sind wir doch, daß wir dennoch, wenn wir einen Kranz gebrauchen, in die Stadt gehen und aus dem Laden einen künstlichen holen! Sind denn die künstlichen Kränze schöner als die selbstgemichten? Mancher meints ja. Wir müssen lernen, daß nichts schön sein kann, was nicht echt und wahr ist. Wahrheit steht noch über Schönheit! Leute vom Pommernland. Lokales Vieleseld, 16. Mai. (Die monatliche Stunde) findet an Mittwoch, den 6. Juni, nachmittags 3 Uhr, bei Kolon Sielemann in Oldinghausen bei Enger statt. Text: Kol. 1. Vers 21. (Die lutherische Konferenz) wurde gestern nachmittag eröffget. Sie ist sehr gut besucht. Die einleitende Ansprache hielt der Vorsitzende Pastor Möller über Off. 3, 11. Es folgte ein Bericht des Pastor Greve Löhne über die Notenausgabe des Minden Ravensberger Gesangbuchs und hierauf ein Vortrag des Missionsinspektors Hausleiter über die Bedeutung und Aufgaben der Mission für die Zukunft von Südwestafrika. Um 7½ Uhr schloß der erste Tag mit einer Abendandacht. Einen ausführlichen Bericht bringen wir in den nächsten Tagen. #-e-(Militärisches.) Die Ofiziersaspiranten Müller, König, Lindemann, Hockelmann, Th'e, Spork, Weber, an Haack und Lohmann fird zu Vizefeldwebeln der Reserve befördert. (Das Gewitter, das vorgestern nachmittag über unsere Stadt niederging, hat an mehreren Stellen Schaden angerichtet. Der Blitz zerstöcte das Windkreuz mit 21 Roman von Käte Lubowski. Nachdruck verboten. In der dichten Roggensaat können sich bereits die Krähen verst cken. Die breiten Keime des Weizens flattern wie zierliche Fähnchen über der blauschwarzen Erde, deren Schollen noch hier und da hervorschimmern. Jürgen von Gertingen hält den dampfenden Gaul an und sieht aufmerksam den Feldweg herunter, der nach Buchenwalde führt. Seinem scharfen Auge will es erscheinen, als ob in der Ferne unter dem zarten Grün der Buchen ein Riesenpunkt auftaucht, der wie ein mächtiger Vogel hart über dem Wege dahinschießt. Erst ganz allmählich kommt ihm die Ueberzeugung, daß es ein Hund sei, der in tollen Sprlingen heimlich auf Jagd aus geht. In Wahrheit ist es weder Vogel noch Hund, sondern der Schwarzbraune des Grafen Kleist, den der junge Kutscher reitet. Jürgen gibt seinem Pserde die Sporen und läßt es antraben. Vielleicht hat der einstige Vormund ein Anliegen an ihn, das schnelle Ecledigung fordert. Johann übergibt einen Beief, auf dessen Unschlag die Adresse vergessen ist. Hastig reißt er iha auf und liest: „Lieber Jürgen! Nachdem ich während der letzten Tage vergeblich aus Dein Kommen warten mußte, bitte ich Dich heute, sobald es Deine Zeit erlaubt, um Deinen Besuch in Buchenwalde. Meinem Vater geht es nämlich seit einer Woche gar nicht gut. Er behauptet zwar, daß es nichts anderes, als die üblichen Vorboten des alten Podagras seien, die sich dies mal nur in der Jahreszeit geirrt hätten. Aber ich glaube nicht daran. Mir ist sehr unruhig zumute. Gegen die Zuziehung eines Arztes rebelliert Vater heftig. Dir ist seine Abneigung gegen Medikamente aller Art bekannt. Komm und hilf ihn mir umstimmen! Marianne.“ —— Graf Klaus ist keank. Sogar sehr krank. Jürgen sieht es auf den ersten Blick. Sein Gesicht erscheint eingefallen, und auf den Backenknochen brennen scharf abgegrenzte Flecken, wie sie Hitze des Fiebers zeichnet. Er sitzt auf dem altmodischen grünseidenen Sosa, in dessen Kissen zur Mittags zeit bereits zwei Geschlechter der Kleists ihre Sorgen verschliefen. Ihm fliegen nervös die Hände auf und nieder, als ob es Winter sei und der Sturm draußen allzu scharf gehe. Dabei fliegt der Sommer durch das pommersche Land, und der Wind hält den Atem an. Es ist beinahe heiß zu nennen. Der sengende Strahl glüht durch das geöffgete Fenster herein und gleitet erstaunt über die warme Decke, die die Knie des Grafen Klaus schötzt. Jitzt hebt der Kranke matt den Kopf und streckt Jürgen die Hand entgegen.„Hat dich das Mariannchen richtig mobil gemacht, mein Junge? Ach, ha, jetzt verstehe ich erst, weshalb sie sich dem kleinen Inspizierungsgange, den sie an meiner Statt ausführen mußte, durchaus entziehen wollte! Hätte ich von eurem feierlichen Kriegsrate gewußt, wäre ich natürlich selbst gegangen.“ Jürgen unterdiückt ein wehmütiges Lächeln. Es ist die alte Geschichte. Er will sie mit dem künstlich herbeigeführten Humor täuschen. Laut sagt er ruhig:„Ich hatte mir auch so vorgenommen, heute zu dir zu kommen.“ „So, so, und was sollte dein Besach sonst für einen Zweck haben, wenn nicht die übliche Quälerei, die bei dem Mädel und dir ganz allmählich zu einer Art Zwangsvorstellung anwächst:„Ich bitte dich, laß den Arzt kommen!“ Jürgen senkt den Kopf, als blende ihn der helle Strahl.„Das ist eine sonderbare Frage, Onkel Klaus. Du richtest sie heute zum erstenmal an mich. Bin ich dir so sremd geworden, daß du hinter meinem Besuche eine besondere Ursache vermuten mußt?“ „Ja, Jürgen, das bist du. Ich kann mich nicht mehr so recht mit deinem Wesen abfinden. Du hast lange nicht mehr das alte uneingeschränkte Vertrauen zu mir wie in der früheren Zeit. Du schlägst die Auger zur Erde. Wie ist das gekommen? Esis ja kein Unrecht dabei. Du bist ein freier, selbständiger Mensch, der sich seine Freunde suchen kann wo er will. Fliege, wohin du magst. Ich hemme dich nicht. Ich wollte nur um der alten Freundschaft, die deinen Vater und mich einte, wissen, welchen Weg dein Flug nimmt.“ „Ich dachte, mein Weg liege klar und einfach vor jedermanns Blick gezeichnet, Onkel Klaus!“ (Fortsetzung folgt.) Wetterfahne auf dem warenhändlers Heine am riß es herab. Ferner großen Schornstein Dürkopp u. Co., ohne richten. Wie der„Wef wird, ist auf dem Plat am Schlachthose mittags Lehrling vom Blitz getre wurde bewußtlos in seine *(Dem Allgem. de verein) zur Erhaltung im Auslande hat der Mag von 100 Mk. zu einer Iu des Festes des 25 jährigen *(Für eine W stätte) hat der Magist Krankenkassen ein geei Grundstück in der Senne stellen beschlossen. (Postausweiskarte Zeit hat die Postverwaltun deutschen Verkehr eine N die dazu bestimmt ist, bei Postsendungen Weiterunge und auf die wir bei Beg besonders aufmerksam mache die Einführung besonderer karten. Die Karten dien Ausweis an den Postsch gegenüber dem Postbestellp Abtragung von Postanweis Wert und Einschreibsen! dem bestellenden Boten pfänger, der sich durch Vo ausweiskarte ausweisen ka daher der sonst vor Bürgschaftsleistung wirt oder eine and Person nicht. Die haben eine Photographie, ei beschreibung und die eig schrift des Inhabers zu ihre Ausstellung ist eine 50 Pfg. zu entrichten. A st llung sind an die Post Wohnung des Antragst l persönlich unter Vorlegung zogenen, nicht zu dunklen Visitform zu richten. Der bekannte Personen haben andere Pirson oder in Art auszuweisen. Postat ein Jahr, vom Tage der gerechnet, gültig. Postauswe deren Gültigkeitsdauer in Inhabers solche Aenderung die Pholographie oder die bung nicht mehr zutreffen, Ablauf der Frist erneuert Stadttheater.) Mit Schlußeffekt endigte gestern ab Spielzeit und gleichzeitig die 2 unter der Direktion des Her Carmen, Oper in 4 Akter und L Halcoy, Musik von Gemit Signora Franceschina Pr der Titelrolle einen nachhalti die Künstlerin einiges sagen, sager; man muß selbst Zeuge wie sie nicht nur ihre Rolle meisterte, sondern auch die beherischte, um ihr künstlerise wü digen zu können. Obgleich Wort Deutsch sang, war sie heiten auch dem Sprachunku verständlicher Interpret der ei fieur. Vorzüglich wirkte als Klebe als Micaéla, von klein abgesehen, verdiert ihr Gesang Lob. zumal in ihrem Duett mi Rolle war bei Herrn Boß auf da er dem José sowohl gesanglich in anerkennenswerter Weise geregab auch Herr Schink den St und Herr Müller den Zunig hatte noch einmal durch eine Inszenierungen gezeigt, was er leisten vermag: feer haft schöne liche Gruppeswirkungen. Nicht sollen die kunstvollen Tänze Fräulein Dathe und Fräulei großen Beifall fanden. Auch Herrn Kapellmeister Mörike legt Ehre ein. So gestaltete sich## einer eindrucksvollen Abschied Beifall nahm denn auch kein En Lange und die Künstler mußte Malen vor der Rampe erscheine lautes Bravo erscholl und ein Kränze dargebracht wurden 2 sammelte Publikum bezeigte Ditektor durch anhaltende Bei daß man mit den Leistungen d Liturs des Herrn Lange in frieden war m(Durchgegangen.) Christian Usener aus Wetzse gestern von dem hier woh härdler Oberschelp 305.— zahlung eines in Barkhause zuhole den Pferdes erhalten dem überlieferten Gelde durc das Pferd abzuholen. m(Diebstahl.) Einem an seiner Arbeitsstelle, eine der Ravensbergerstraße ein mo loiruhr mit Goldrand g m(Vermißt) wird seit mittag die 32jährige Dienstn Heinemann von hier, nenwedel, wir nicht. Sie ach Lick, sie Blumenangen, us Draht und inem gemeinen og und betrog. ge lag, hatte es hatte auch und Trug in ung ist. So ste der Saz cranzen. So rer Gedankengarnicht mehr nde wohl gar 3, was Gott eden läßt. manches zur Kränze sagen vie natürliche Denn ebenso die in ihnen dann, schließDrahtgebilde, so ein Grab tgerippen der und BlumenGegend die Totenkränzen zuhängen; ich : Wer das man jetzt in iken an seine in denn alle sleuten, denn , w a c h s e n j a ahe bis ins r bieten uns s genug des wir dennoch, ichen, in die Baden einen jänze schöner er meints ja. schön sein ist. hönheit! Zeiieh. 16. Mai. e) findet an tags 3 Uhr, Adinghausen 1. Vers 21. enz) wurde die ist sehr sprache hielt r über Off. des Pastor ausgabe des duchs und ousinspektors eutung und Zukunft von schloß der icht. Einen vir in den OffiziersLindemann, an Haack webeln der estern nacherging, hat angerichtet. dkreuz mit e dich, laß blende ihn sonderbare ist sie heute ich dir so er meinem vermuten klar und gegeichart. is folgt.) Wetterfahne auf dem Hause des Eisenwarenhändlers Heine am Güterbahnhof und riß es herab. Ferner schlug der Blitz in den großen Schornstein der Fabrik von Dürkopp u. Co., ohne viel Schaden anzurichten. Wie der„Wesif. Zig.“ mitgeteilt wird, ist auf dem Platze von Kaupmarn am Schlachthose mittags nach 2 Uhr ein Lehrling vom Blitz getroffen worden. Er wurde bewußtlos in seine Wohnung geschafft. *(Dem Allgem. deutschen Schulverein) zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande hat der Magistrat einen Beitrag von 100 Mk. zu einer Jubelspende anläßlich des Festes des 25 jährigen Bestehens bewilligt. *(Für eine Walderholungsstätte) hat der Magistrat den hiesigen Krankenkassen ein geeignetes städtisches Grundstück in der Senne zur Verfügung zu stellen beschlossen. (Postausweiskarten.) Vor einiger Zeit hat die Postverwaltung für den inneren deutschen Verkehr eine Neuerung getroffen, die dazu bestimmt ist, beim Empfange von Postsendungen Weiterungen zu vermeiden, und auf die wir bei Beginn der Reisezeit besonders aufmerksam machen möchten, nämlich die Einführung besonderer Postausweiskarten. Die Karten dienen als vollgültiger Ausweis an den Postschaltern, wie auch gegenüber dem Postbestellpersonal. Bei der Abtragung von Postanweisungen sowie von Wert und Einschreibsendungen an einen dem bestellenden Boten unbekannten Empfänger, der sich durch Vorlegen einer Postausweiskarte ausweisen kann, bedarf es daher der sonst vorgeschriebenen Bürgschaftsleistung durch den Gastwirt oder eine andere bekannte Person nicht. Die Postausweiskarten haben eine Photographie, eine kurze Pirsonalbeschreibung und die eigenhändige Unterschrift des Inhabers zu enthalten. Für ihre Ausstellung ist eine Schreibgebühr von 50 Pfg. zu entrichten. Anträge auf Ausst llung sind an die Pestanstalt, der die Wohnung des Antragst llers zugeteilt ist, persönlich unter Vorlegung einer unaufgezogenen, nicht zu dunklen Photographie in Visitform zu richten. Der Postanstalt unbekannte Personen haben sich durch eine andere Person oder in sonst zuverlässiger Art auszuweisen. Postausweiskarten siad ein Jahr, vom Tage der Ausstellung ab gerechnet, gültig. Postausweiskarten, während deren Gültigkeitsdauer im Aussehen des Inhabers solche Aenderungen eintreten, daß die Photographie oder die Personalbeschreibung nicht mehr zutreffen, müssen schon vor Ablauf der Frist erneuert werden. Stadttheater.) Mit einem glänzenden Schlußeffekt endigte gestern abend die diesjährige Spielzeit und gleichzeitig die Theateraufführungen unter der Direktion des Herrn Direktor Lange. Carmen, Oper in 4 Akten von H. Meilhac und L Halcoy, Musik von Georges Bizet, errang mit Signora Franceschina Prevosti als Gast in der Titelrolle einen Fachhaltigen Erfolg. Ueber die Künstlerin einiges sagen, heißt gar nichts sager; man muß selbst Zeuge davon gewesen sein, wie sie nicht nur ihre Rolle und ihre Stimme meisterte, sondern auch die gesamte Aufführung beherischte, um ihr künstlerisches Verdienst ganz wü digen zu können. Obgleich die Künstlerin kein Wort Deutsch sang, war sie bis in alle Einzelheiten auch dem Sprachunkundigen ein leichtverständlicher Interpret der eigenartigen Carmenfieur. Vorzüglich wirkte als Gegensatz Fräulein Klebe als Micaéla, von kleinen Unstimmigkeiten abgesehen, verdiert ihr Gesang und Spiel hohes Lob, zumal in ihrem Duett mit Don José. Diese Rolle war bei Herrn Boß aufs beste aufgehoben, da er dem José sowohl gesanglich als schauspielerisch in anerkennenswerter Weise gerecht wurde. Prächtig gab auch Herr Schink den Stierfechter Excanillo und Herr Müller den Zuniga. Herr Meißner hatte noch einmal durch eine seiner großartigen Inszenierungen gezeigt, was er als Regisseur zu leisten vermag: feer haft schöne Bilder und herr: siche Gruppeswirkungen. Nicht vergessen werden souen die kunstvollen Tänze der Balletmeife in Fräulein Dathe und Fräulein Lutschewitz, die großen Beifall fanden. Auch die Musik unter Herin Kapellmeister Mörike legte noch einmal alle ein. So gestaltete sich der letzte Abend zu einer eindrucksvollen Abschiedsvorstellurg. Der Beifall nahm denn auch kein Ende. Herr Direktor Lange und die Künstler mußten zu wiederholten Malen vor der Rampe erscheinen, wihrend ihnen lgutes Bravo erscholl und ein paar sehr große Kränze dargebracht wurden Das zahlreich versammelte Publikum bezeigte dem scheidenden Direktor durch anhaltende Beifallskundgebungen, daß man mit den Leistungen des Theaters unter Leiturg des Herrn Lange in hohem Maße zufrieden war m(Durchgegangen.) Der Knecht Christian Usener aus Wetzlar, welcher vorgestern von dem hier wohnhaften Pferdehärdler Oberschelp 305.— Mk. zur Bezahlung eines in Barkhausen bei Buer abzuhole den Pferdes erhalten hatte, ist mit dem überlieferten Gelde durchgegangen, ohre das Pferd abzuholen. m(Diebstahl.) Einem Arbeiter wurde an seiner Arbeitsstelle, einem Neubau an der Ravensbergerstraße eine silberne Remo loiruhr mit Goldrand gestohlen. m(Vermißt) wird seit Sonntag nachmittag die 32jährige Dienstmagd Auguste Heinemann von hier, welche in der Spiegelstraße bedienstet war. Etwaige Angaben, welche zur Ermittelung der Vermißten dienen können, wolle man bei der Polizei behörde machen. m.(Eingefangen) wurden zwei Terrier, ein Teckel und ein Schäferhund. m.(Fsundsachen.) Eine Brosche, ein Schirm, ein Terrier und ein anderer Hund, letzterer von schwarzweißer Farbe wurden als zugelaufen gemeldet. Schildesche, 15. Mai.(Ueber das letzte Gewitter) berichtet der„Gen.=Anz.“ noch folgende Einzelheiten: Der Blitz schlug in die Schule zu Schildesche, wo ein Blitzableiter demoliert wurde. In Gellershagen wurde ein Kind durch den Blitz leicht verletzt. Bei der Wirtschaft Böke schlug der Blitz in die Leitung der Straßenbahn, so daß eine fast halbstündige Störung eintrat. Die elektrischen Leitungen bei den Wirtschaften von Wve. Voß und Sieker wurden ebenfalls zerstört. Kalte Schläge trafen die Wohnhäuser von Kolon Tönsing, Wertherstraße, des Schlossermeisters Begemann und des Arbeiters Michaelis, Düppelstr., welche aber nur geringfügig beschädigt wurden. 69 Theesen, 15. Mai.(Gewitter) Gestern gegen 3½ Uhr schlug der Blitz in das Wohnhaus des Maurers Hermann Kipp zu Theesen Nr. 65. Der Schlag war ein kalter, der Hausgiebel wurde stark beschädigt. Derselbe Blitzschaden ist an der Scheune der Witwe Bültmann zu Gellershagen Nr. 2 entstanden. Das Gewitter hat im hiefigen Bezirk erheblichen Schaden angerichtet. Viel fach sind die jungen Pflanzen fortgeschwemmt und ist eine vollständig neue Bebauung des Landes erforderlich. Die Hauskeller stehen voll Wasser. Die Kanäle sind verstopft, sodaß die Wassermassen erst langsam abziehen konnten. Isselhorst, 15. Mai.(Sein 25jähriges Dienstjubiläum) feierte am Sonnabend voriger Woche Herr Kantor Eckernkamp. Aus den Kreisen Misden und Lübbers. Minden, 16. Mai.(Ein schweres Gewitter,) das mehrere Stunden anhielt, ging vorgestern nachmittag über Minden vieder. Ströme Regen fiel und Blitz und Donner folgten einander fast unmittelbar. Ein kalter Schlag fuhr in das Hanke'sche Haus an der Hermannstraße. An der Königstraße wurde ein Baum und an der Portastraße ein Telegraphendraht zerstört. An mehreren Stellen drang das Wasser bis zu einem halben Meter Höhe in die Keller, da die engen Kanalrohre, namentlich in den kleineren Straßen, das Wasser nicht aufzunehmen vermochten. Mannigfachen Schaden erlitten Gärten und Felder. Minden, 16. Mai.(Auszeichnung.) Herr Geheimrat Dr. Kriege(Sohn des Pfarrers Kriege hierselltst) im Auswärtigen Amt in Berlin hat die Krone zum Roten Adlerorden 2. Klasse erhalten als Anerkennurg für seine Arbeit in der glücklich durchgeführten Marokko=Frage. Minden, 16. Mai.(An Wechsel stempelsteuer) sind im Monat April eingenommen im Ober= Postdirektions Bezirke Minden 13918 Mk., Münder 10930 Mk., Dortmund 86886 Mk; gegen den Monat April 1905 mehr 942 Mk. bezw. 3640 Mark bezw. 6552 Mk. Die Einnahme an Wechseistempelsteuer im Deutschen Reiche betrug im Monat April 1230980 Mk., gegen den April 1905 mehr 58581 Mk. nicht Sonnabends, sondern Freitags von 5½ bis 9 Uhr nachmittags geöffget. Bünde, 15. Mai.(Fünszig Mark Prämie) Der Jagdschutzverein MindenRaversberg bewilligte laut„B. Zig." dem Gendarm Herrick zu Pr. Oldendorf für bewiesenen Schneid bei der Festnahme des Wilddiebes Hebbeler und die dadurch bewirkte Bestrafung des Hebbeler zu acht Wochen Gefängnis, eine Prämie von 50 Mark. Bünde, 15. Mai.(Ernannt.) Der bisherige Leiter des hiesigen Realprogymnasiums Herr Oberlehrer Adolf Messing ist laut ,,B. Zig.“ Allerhöchst zum Direktor der genannten Anstalt bestellt worden. Aus den Kreisen Wiedenbrick und Poderborn. Gütersloh, 14. Mai.(Erwischt.) Der vor einigen Tagen aus Berlin unter Mitnahme von 11000 Mk. flüchtige Buchhalter Max Riedel ist laut„Gen.=Anz.“ hier heute morgen dingfest gemacht worden und zwar auf die Anzeige eines Metorfahrers hin, der ihn durch das veröffentlichte Zeitungssignalement erkannt hatte. Seine Flucht aus Berlin hat Riedel in einem gemieteten Automobil vollführt und dann von Magdeburg aus ein neu gekauftes Zweirad benutzt. Durch sein verschwenderisches Geldausgeben siel er dem Motorfahrer schon in Bieleseld auf, und veranlaßte der Fahrer dann hier seine Festnahme. Bei Riedel wurden von dem Gelde nur noch ca. 5000 Maik vorgefunden. Gütersloh, 15. Mai.(Auf dem heutigen Vieh= und Schafmarkt) kosteten fette Ochsen 70—72 M., sette Kühe 65—68 M. per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Zugochsen kosteten 350—400 M, tragende und Milchkühe 250—450 M., Jungvieh 120—180 M. das Stück. Das Paar Ferkel kostete 6—8 Wochen alt, 48—60 M., Stangen 60—100 M., größere Schweine 120—180 M. das Stück. Aus den Nachherrosinzen und Staaten. Lemgo, 12. Mai.(Ein schweres Unglück) traf heute in der Frühe den Arbeiter Thaler, als er bei der Beseitigung des anläßlich des Fürstenbesuches am Rathause angebrachten Schmuckes beschäftigt war. Aus ziemlicher Höhe fiel er nach dem Wesif. Volksbl.“ insolge Unvorsichtigkeit von der Leiter und schlug mit dem Kopfe so unglücklich auf, daß er alsbald storh. Marienburg, 14. Mai. Auf der Stricke Ilowo=Marienburg fand hinter Montowo heute nachmittag eine Zugentgleisung infolge Gleisverschiebung statt. Sämtliche Wagen wurden zu einem Trümmerhausen verwandelt. Niemand wurde schwer verletzt. Beide Gleise waren 12 Stunden gespirrt. Hamburg, 14. Mal. 3 Kutter„Jagvar“. „Emilia“ und„Sophie Wbistley“ sind neben eirigen Fischerbooten im Sturm bei Reykjavik auf Island untergegangen. 73 Mann Besatzung estranken. Brüssel, 14. Mai. In Lütlich hat heute ein heftiges Gewitter gewütet, das unberechenbaren Schaden angerichiet hat. Die untere Stadt ist überschwemmt, in den Straßen steht das Wasser bis zur Höhe von 1 1 Meter. Eine 80 Meter lange Mauer ist eingestürzt. Die Tivolibrücke ist ebenfalls zusammengestürzt. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Dreitausend Pilger, die gegenwärtig in Lüttich weilen, können nicht nach dir Heimat zurückkehren. New=York, 15. Mil. Präsident Roosevelt hat dem Sohne von Karl Schurz ein Beileidstelegramm gesandt, das mit den Worten schließt, die Verdienste von Schurz in Krieg und Frieden würden nicht vergessen werden, so lange die Geschichte der Republik bestehe. Literarisches. Deutschland, Monatsschrift für die gesamte Kultur. Herausgegeben von Graf v. Hoensbroech. Verlag von C. A. Schwetschke& Sohn, Berlin. Preis vierteljährlich(3 Hefte) 6 Mk., Einzelheft 2,50 Mk. Das Maiheft dieser in ihrem 4 Jahrgang stehenden Mosatsschrift ist soeben erschienen. Es enthält wieder eine ganze Reihe sehr beachtenswerter Aussätze und Artikel:„Protestantische Unfehlbarkeit",„Die Papstwahl und das Veto der katholischen Mächte",„Die verschiedenen Forschungswege in der Psychologie auf dem V. Internationalen Plychologenkongreß zu Rom“,„Was ist Staatswohl?“,„Goethes Ides des Göttlichen", „Das Hemd der Hexe Ger!",„Rußlands Erbschaft von deutschen Oeden",„Gottesbewuß sein und die letzten Ziele der sceltschen Triebe", „Herakles ia den Dramen des Euripides, Sophokles und Aristophanes“ u. a. m. Besonders die wissenschaftlichen Beiträge haben sich in der literarischen Welt großer Wertschätzung und Beachtung zu erfreuen. Für jeden Gebildeten bietet diese sorgfältig redigierte Monatsschrift eine Fundgrube reicher Belehrung und gediegener Unterhaltung in din Feierstunden.vGapons Ende. Aus den Kreise Herfors. Herford, 15. Mai.(Eine Stadtverordnetensitzung) findet am Freitag, nachm ittag 3 Uhr, statt. Tagesordnung: 1. Antrag des Magistrats betr. Stadtverordnetenersatzwahlen. 2 Desgl. betr. Vergrößerung der Küche auf dem Waldfrieden. 3. Desgl. beir E.höhung des städtischen Zuschusses zur Kasse der Fortbildungsschule um 100 Mk. 4. Desgl. betr. Bewilligung von 1025 Mk. für Herrichtung des Bürgersteigs von der Lübbertorbrücke bis zur W fingschen Besitzung. 5. Desgl. betr. Bewilligung von 1000 Mk. zur provisorischen Einstellung einer Lhrerin an den Schulen Stiftberg I und Fallstraße. 6. Desgl betr. Bewilligung der 4. Unterrichtsstunde für die zweite Fortbildungsschule. 7. Desgl. betr. Bewilligung von 4000 Mk. für einen Entwässerungskanal bei der Schule Stiftberg I. 8 Desgl. betr. Verkauf der Parzelle Flur III Nr. 2328/91 2c. Gemeindebezirk Hirford an den Königlich Preußischen Esenbahnsiskus. 9. Nuwahl eines Mitgliedes der städtischen Schuldeputation. 10. Antrag betr. Entschädigung des Herrn H. Hollmann hier für Abtretung von Terrain zur Straße. Herford, 15. Mai.(Die öffentliche Rechtsberatungsstelle) in Hersord, Waisenhausstraße Nr. 1 ist allwöchentlich Petersburg, 14. Mai. Gapons Leiche wurde, wie schon gemeldet, endlich gefunden, und zwar 50 Minuten von Petersburg entfernt bei dem an der finnländischen Bahn gelegenen Billen. ort Oserki. Dort war am 6. April das zweistöckige Landhaus der Frau Swerschinski von einem brünetten Herrn anfangs der vierziger Jahre für 190 Rubel für den Sommer gemietet worden. Er nannte sich Putilin und bewohnte in Petersburg im Tschernischew Gäßchen eine möblierte Wohnung bei Winogradow. Zwei Tage später erschien ein junger, bartloser Mensch und fragte, ob das Landhaus schon tapeziert und geheizt sei, wie der Mieter befohlen habe. Der Dwornik (Hausknecht) verneinte es, da das Handgeld von 10 Rubel, das von Pulilin gezahlt wurde, zu giring sei. Der junge Mensch kam tags darauf abermals. Putilin begleitete ihn, zohlte 40 Rubel Handgeld und befahl, bis zum 10. April das Lundhaus instand zu setzen. Am 11. Spril erschlen der Mann wieder mit seinem Angestellten, wie der Dwornik annimmt, und befahl, drei Fleschen Bier und ein Weißbrot zu kaufen. Bi seiner Rückkehr fand der Dwornik die Tür bereits geschlossen. Die beiden Ankömmlinge waren nicht sichtbar. Da sich bis gestern der Mieter nicht meldete, wandte sich Frau Swerschinzki an den dortigen Polizeichef Heern Luedorf, mit der Bitte, das Landhaus zu öffnen. Dies geschah, alle Zimmer waren in Ordnung, nur ein oberes G.mach war mit einem Hängeschloß gesperrt, des durch eiserne Ringe gezogen war; einer von diesen fehlte jedoch, so daß das Zimmer rasch geöffnet werden konnte. In einer Ecke dieses Raumes lag ein undefinierbarer Haufen, mit einem schwarzen Pelz urd Biderkragen bedeckt. Von dort ging ein dicker Strick zu einem eisernen Kleiderrichen Als der Pelz entfernt wurde, kam eine vollkommen angekleidete männliche Leiche zum Vorschein in halbgebeugter Stellung, mit einer Schlinge um den Hals Man erkannte in ihr sofort den Ex priefter Georg Gapon. Das Gesicht war ganz braun, die Nase zerschunden, ein Auge ausgelausen, der Mund fest geschlossen. Der Schlips lag am Boden, der Himdkrazen mar geöffnet. Eine Westentasche enthielt ein Retourb.flet nach Oserki, dgestempelt vom 11. April. Der Leiche geruch war nicht sehr staik. Wie der Polizeichef ver mutet, ist Gapon est getötet und dann als Lliche nach Oserki geschafft worden. Beamte der Kriminal polizei zeigten dem Hausknecht verschiedene Photographien, unter denen dieser sofort Putilln er. kangte. Damit ist die Spur der Verbrecher bereits mnidtat. Vernischtes Leipzig, 14 Mai. Bis heute sind in 14 Buchbindereien insgesamt 2800 Mann ausständig. Der Betrieb wird mit zugezogenen Hüfskräften in beschränktem Maße aufrecht erhalten. Die Bewegung greift auf Stuttgart über. Man wird in kurzem mit einer Ausstandoz ffer von über 6000 zu rechnen haben. Der Ausstand ist darauf zurückzuführen, daß die Gehilfen in Leipzig und Stuttgart sich weigern, Streikarbeit für Berlin zu liefern. Briefkasten, Nach Gütersloh. Als bestes Mittel wird geriebene Meerzwiebel, in einen Pfannkuchen gebacken, empfohlen. Kämpferin gegen aufkommende Unkultur. Der von Ihnen eingesandte kleine Aufsotz findet in solchem Maße unsern Beifall, daß wir ihn heute im Hauptblatt bringen. Wir fürchten, daß ihn in der Sonntagsbeilage mancher übersehen könnte. Unsern verbindlichsten Daik für diesen Beitrag! Es war uns übrigens unbekannt, daß die Drahikänze auch hier schon auf dem Lande aufkommen; hoffentlich doch wohl nur sehr vereinzelt! Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 16. Mai 1906. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., hier Niedrigst. Thermometerstand in der Nacht+ 7#. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 11#s Barometer 74.0 cm Wind: Nord West. Himmel: bedeckt. Neueste Berlin, 16. Mai. Bei der Beratung des Gesamtverbandes der Metallindustrie soll die zukünftige Stellung des Verbandes zu den Arbeitern schärfer präzisiert werden. In der Montagssitzung wurde darüber beraten, daß auch die Berliner Metallindustrie sich dem gemeinsamen Vorgehen in Zukunft anschließen werde. Dem Vorgehen des Gesamtverbandes dürften sich auch die kleineren zu ihm gehörigen Vereinigungen anschließen. Berlin, 16. Mai. 43 Versammlungen gegen die neue Schulvorlage, die von der sozialdemokratischen Partei anberaumt waren, waren alle sehr stark besucht. In einzelnen Fällen mußten die Säle geräumt werden. Neumünster, 16. Mai. Die Vertragsrerha dlungen sind gescheitert. Die streikenden W ber weigern sich, die Arbeit wieder aufzunehmen daher wird heute beschlossen, daß die Fabrikauten heute mit der Entlassung aller Arbeiter der Txtilbranch= beginnen. Die Ertlassung erfolgt, sobald j der Arbeiter das argefungene Stück Tuch beeadet hat. Der äußeiste Teimin zur Schließng eller Fabeikeo ist der 23 Mai. Die Zahl der durch die Entlassung Betrofferen, Männer, Frauen und Kinder, beträgt mehr als 8000. Einbildungmacht glücklich! könnte man mancher Hausfrau sagen, die da meint, wenn sie für den Hausputz oder die Wäsche billige Seife kaufe, hätte sie etwas gespart. Sie rechnet aber nicht damit, daß alles viel mehr leidet und verschleißt, als wenn sie die beste Seife dazu nimmt, die es gibt— und das ist die bekannte Luhns Salm=Terp=Kernseife. Viele wirklich erfahrene Hausfrauen gebrauchen seit Jahren zum Waschen und Abseifen nur noch die echte Luhns Seife mit Rotband, welche jegzt in jedem feineren Geschäft zu haben ist. Von Freitag, den 18. bis inkl. Donnerstag, den 24. Mai. — Nur diese 7 Tage.— Preuus Nazareth.]Engerer Spar= und Darlehnskassen-Verein Sonntag(Rogate), 20. Mai, e. G. m. u. H. Jahresfest neung Vilanz am 5t. Dezember 1905. Festgottesdienste: Vorm. 10 Uhr u. nachm. 3 Uhr(Einsegnungsseier) 1. Kassenbestand. Passiva a pus mit einen „ Kaiser=Wilhelm. Kaiser=Wilhelm. Platz. Bielefeld. Freitag, den 13. Mai er., abends 8 Uhr: Große Gala-Premiere 2. Darlehn 3. Guthab in lsd. Rechnung, 4. Wert des Inventars. 5. Einnahmereste.. Mr. 50 515,18 1 240099,51 132482,97 478.— 650,48 D 1. Einlagen... 2. Geschäftsanteile..„ 3. Suldeninlfd. Rechnung, 4. Reservefonds Ende 1904, 5. Gewinn pro 1905 m't einem hier noch nie gesehenen Riesen=Weltstadt=Programm bestehend aus 18 Nummern ohne Pause. erstklassig, direkt Fahrräder, von d. Fabrik ar Private u. Händler v. Mk. 65 an Zubehörteile, von ca. Mr. 4 Luftschläuche von Mk. 2.80 an Reparaturen und billigst. Wer sich auf diese Zeitung bezieht und einen Auftrag von mindestens Mk. 10 erteilt, erhält eine döchst praktische Gratis=Zugabe. Katalog gratis und franko „Schwalbe“ Akt.-Ges Ouisburg-Wanheimerort. Gegründet 1886. 1 250 196,89 1975.— 121 198,85 45 776,37 E G. Seicim Firr--bo: 5079,03 5a. Mk. 1424226,14 Sa. Mk. 1424226.14 Mitgliederzugang 1905: 24. Abgang: 9. Bestand Ende 1905: 395. H. Beimfohr. Drermann. Vogel. Alermann. e Schche Sur., bei täglicher Zu###ung in Bieleseld ##29 M., durch Briesniher 1/40 M. terer=Johann. Bethel. 6. Abonnement-Konzert Barmer Bank-Verei im Assapheum der Anstalt Bethel. Freitag, den 18. Mai 1906. abends 7½ Uhr, ausgeführt vom Städtischen Orchester aus Bielefeld Direktion: Königlicher Musikdirektor Tr. Ochs. Sechser Karten gültig. Einzelkarten zu 50 Pfg. an der Kasse zu haben. neu: Mlle. Tilly Bébé Neu: genannt Die Lövenbraut mit ihren 10 Pracht=Cöwen 10. Gegen Mr. Harris ginannt Der Kanonenkönig. The Barraws Akrobaten. Nen! Die Helden von Port Arthur. Nen! Bankverein zu Werther. Sanar POrdentitze Eisen-DitriolsSeueral=Versammlung Donnerstag, den 31. Mai 1906, nachm. 4 Uhr, bei Herrn Otto Eickhoff, Werther. Lages=Ordnung: Hinsberg, Flscher& Co. Bieleiele BIELEFELD. Fernspr. II9 Reichsbankstr. 15. Kapital: Mk. 60000000. Reserven: Mk. 11 400000. zu engros Preisen Petri Gebrüder, Minden, Fernspr. 79. Eröffnung laufender Rechnungen mit und ohne Kredit. Original Tapanische Infanterie in ihren militärischen Exerzitten 6 Aopsagst, Die Pruerpserde 18 Artilleriepferde, 10 Fuchshengste vorgeführt von Herrn und Frau Direktor Elthoff. gegen guten Lohn für dauernde Beschäftigung gesucht. Arbeitgeber=Verein Ahlen. Ein hur, older junger Mann Mile. G. v. Botoni elegante Schulreiterin. at sen mit seinem Diener John Komischer Jongleurakt in 2 Abeil ner. aus gutem Hause, welcher durchaus ehrlich und zuverlässig ist, für Colonialwaren=Geschäft u. solider Wirtschaft zum 1. Juni oder später gesucht. Offerten unter K. L. 125 (befördert die Expedition die ser Zeitung. Annahme von Geldern zur Gutschrift auf provisionsfreien Gescheitsbericht sa. z Sehek-Kaut ut Vinaiger 1. Sesczugg des Vortandes für das Jahr 1905. Versinuns an# gung über die Gewinnverteilung und die Verzinsung von Gelde vem Vorstande zu erteilende Entlastung. Kündigupgstis: 3. Ergänzungswahl zum Aussichtsrat.etiz: Gepostenr. 4. Wahl der Rechnungs=Revisions=Kommission. 1 5. Genehmigung der Uebertragung von Aktien auf neue Piskontierung und Einziehung Erwerber. von Wechseln. Werther i. W., den 15. Mai 1906. Ausschreibung von Schecke, G. Woltmann.edeein, Kredtbrieten. Vorsitzender des Aufsichtsrats.]“ und Verkauf von Wen. Befreiung garantiert. Prospekt gin Nr. 109 versendet gratis Fabrik(dendenza gratis Fabrik dandenscheinen, verlosten und medizin Aapparate. gekündigten Wertpapieren. Schoene& Co., Frankfurt a. M. Annahme und Verwaltung von Wertpapieren als offene Depôts unter gesetzlicher Haftung. 2 2 Neu! Kleppini?? 2 Neu! Die WonderElefanten vorgeführt von Miß Mary und Herrn Manus. Bekanntmachung. Nachdem die Fluchtlinien der Planstraßen 26—33 2 Der Hluge Haus, II C. 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Kinder unter 10 Jahren zahlen zu din Wochentogs Abend=Vorst lungen auf I. Platz 1 00 Mk, 2. Platz 60 Pfg., Gell rie(St hpletz) 30 Pfg Zu den an allen Wochentagen stottfindenden Proben welche von 10—12 Uhr vormittags stattfinden zahlen Erwachsene 20 Pfg., Kinder unt r 10 Jahren 10 Pfg. Ent ee. Die Zirkuskasse ist geöffnet:"# k Sorzelung“ stattfindet, von vormittags 11—1 Uhr und von abends 6 Uhr ab An Tagen, an welchen 2 Vorstellungen stattfinden: von vormittogs 11—1 Uhr und von 3 Uhr ab unterbrochen den ganzen Tag Alleiniger Zillett=Lotverkauf f z1 den Abeatiger Billett=Lotvertaus Vorstellungen: Zigarrengeschäft Rud. Fiedler, Alter Mark. ### vonnabend, den 19. Rai er, und Conntag, den 20 Mai er., finden je 2 Vorstellungen statt 4 Uhr: wochsere. 8 Uhr:—,VAelseskur Täglich neue, sensationelle Nummern. Hochachtungs voll Pierre Althoff, Direktor u. alleiniger Eigentümer. K leite Schlatzimmer Geld-Darlehne auf Möbel, Wirtschaft u. s. w. gibt Selbstgeber ohne unnötige Vorauszahlung. 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Serunternie ur Seheitungiüshe Nr. 5381. 1k. Mai: Gustav Ado ein, 1632.— Katharina 1 1727.— Schlacht bei Cz jusitz. 1742— Ed. Jenn der Kukpockenimupfung, geb Kirchenstaat wird Frankrei — Prälat Sib. Kneipp, geb. 1821.— Talleyrand gest. 1838— Die Adm kommen unter deutschen Schitz Alfons IX. von Spanien, nahme der Regierung von Spar 1902. Die tapferen N a. 6. In der„Hilfe“ bee nalistische alter ego des Naumann, Herr Eugen nationalliberale Kriegserklät lichen Drohungen zu antwo um die„Ueberzeugungstreu anmutig chassie sozialen zu beweisen, fest. mit ihnen der itzt im Süd — weilende Herausgeber bei den letzten Rlichstag gegen Nationalliberale geste Unterstützung, welche die einigung von den Nationall habe, sei recht mager gewest durch Gegenleistungen reic norden. Seit 1903 sei ab Vereinigung organisatorisch als jemals früher. Die Nationalliberalen möge lät aber sei sie nicht. „Es sei nur— so weiter— daran erinnert, Nationalliberalen im ersten nur fünf Abgeordnete durch Hierauf wird Eugen Katz schreibt drohend, seltsamer: Namen der Gesamtgreppe Vereinigung:„Treiben nur liberalen unserer Partei Politik der blinden Wut, dieser Frontstellung, daß ih der Landwirte oder das Bayern!) bündnisfähig Freisinnige Vereinigung, wer tatsächlich zur reaktiorären für uns vollends jedes Inte Reaktion unter liber aufgehört. Es entsteht daur es nicht die nächste Aufgabe reaktionäre Zwittergebilde zu mögen sich die Wahlkreise in denen eine linksliberale K wenn sie nur wenige tau hunderte Stimmen aufbring den nationalliberalen Bewer für uns das genügende Ueb der Bersenkung versah lassen. Wir würden eine stellung nicht für erwünscht, notwendig halten, wenn die Partei bei ihrem Beschluß ve würde für unsere engeren und die ihnen nahestehenden eine Kleini, keit sein, mit H zur Verfügung stehenden M von„liberaler Einigung" ad führen. Vorläufig halten wir liberalen, insbesondere im Süd für zu vernünftig, als daß sie Politik des Hasses hinreißen möge aber dessen gewiß sein, maßgebenden Stellen in de Vereinigung nicht nur der auch die Macht liegt, auf jede einen entsprechenden Keil zu Aus dieser Kundgebung, d bewußtsein, wie es besonder männern immer eigentümlich wünschen übrig läßt, ist zu er der Freisinnigen Vereinigung u das Dioskurenpaar Barth Nau Mögen die wadelstrümpfleri dieser Parteiregierung noch so