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Historischer Kalender. 8 Mai: Sieg der Jeanne d'ürc bei Orleans, 1429— Karl II vom englischen Parlament als König eingesetz; Ende der englischen Republik, 1660.— Pombal, portugiesischer Minister, Feind der Jesuiten gest. 1782.— Chemiker Antoine Lavoisier, in Paris quillotiniert, 1794.— Justus Liebig, Chemiker, geb. 1803.— Prinz Albrecht von Preußen, geb. 1837.— Revolutionäte Erhebung in Düsseldorf, Elberfeld und Breslau, 1849.— Londoner Protokoll, das Schleswig=Holstein den Dären ausliesert, 1852.— Wißmanne obert das Lager Buschiris, 1889.— St. Pierre auf der Insel Martinique zerstört, 1962. gemacht hat. Oder sollen sie auswechsen unter dem vollen Einflusse des Evangeliums von Jesu Christo in evangelischer Luft, in evangelischer Freiheit und als beste Frucht evangelischen Glauben, eine evangelische Lebens= und Weltanschauung mit hinaus. nehmer? Wir sagen gewiß letzteres, dann aber dürfen wir uns unsere evangelische Volksschu'e nicht nehmen lassen und wehr, wie anderswo, heißt es hier: Deutsches, preußisches evangelisches Volk, wahre Deine heiligsten Güter. Bielefeld Dienstag, 8. Mai 1906. Wie die Simulunschale auschen wurde. (Den evangelischen Haus vätern zur Beherzigung empfohlen.) I. In Moers hat am 23. April Prof. W. Weber aus Wesel in einer konservativen Versammlung einen bemerkenswerten längeren Vortrag über„die konfessionelle evangelische Volksschule und das Schulunterhaltungsgesetz“ gehalten, dem wir nach dem Bericht der Moerser„Dorfchronik und Grafschafter“ folgendes entnehmen: „Die Theoretiker unter unseren Geguern wollen nur die Simultanschule, weil sie dieselbe für die bessere und unsern Verhältnissen angemessenere halten, sie wollen sogar zum Teil eine Simultanschule, die, wenn auch keinen konfessionellen, evangelischen oder katholischen, so doch christlichen Charakter tragen soll. Ihre Sätze sind: 1. In der Simultanschule finden beide christliche Konfessionen ihr volles Recht in dem getrennten konfessionellen Religionsunterricht; 2. die übrigen Fächer haben mit der Konfession nichts zu tun und können ebensogut, ja besser betrieben werden ohne konfessionelle Scheidung der Lehrer und Schüler; 3 die Simultanschule wird dazu beitragen, den konfessionellen Riß, der nun einmal durch unser Volk geht, zu schließen, oder doch durch Gewöhnung der Kinder an gegenseitige Verträglichkeit und Toleranz unschädlich zu machen. Diese Sätze wollen wir einer kurzen Püfung unterziehen. Da ergibt es sich nun allerdings schon aus dem bisher gesagten, daß die evangelische Kirche bei der Simultanschule ihre Rechnung nicht findet. Allenfalls wohl die katholische, sie kann sich wenigstens, das wird noch das folgende ergeben, vortrefflich damit abfinden, aber die evangelische nicht. Die evangelische Kirche, das wollen wir nun freilich hier gleich heroorheben, obgleich es eigentlich selbstverständlich ist, das sind nicht blaß die Pastoren und Prediger, das find wir, die evangelischen Väter und Mütter, das sind unsere Brüder und Schwestern, das sind unsere Kinder, das ist unser evangelisches Volk. Man hat es freilich ganz vortrefflich verstanden, besonders für solche, die nicht selber zu denken gewohnt sind, die Sachlage zu verschieben und es so darzustellen, als handele sich bei der Simultanisierung der Volksschule lediglich darum, der angeblichen Herrschsucht der Geistlichkeit, der Herrschaft der Kirche, die Schule aus den Fingern zu reißen, und da helfen und schreien dann wirklich unter dieser Firma eine Masse guter Leute mit und begeistern sich für die Simultanschule und merken nicht, wie sehr sich ins eigene Fleisch schneiden. Nein, Du evangelisches Volk, tua res agitur, um Deine eigene Sache, um Dein Fleisch und Blut, um Deine Kinder handelt es sich. Sollen sie notdürftig ein paar Katechismussätze, ein paar bibl. Geschichten und Liederverse lernen, das kann zur Not die Simultanschule leisten, so lange sie der religionslosen Schule noch nicht Platz Das wird noch klarer, wern wir nun die zweite Behauptung der Gegner prüfen, daß die übrigen Fächer der Volksschule außer dem Religionsunterricht mit der Konfession nichts zu tun hätten und ebenso gut, ja besser ohne Räcksicht auf dieselbe betrieben werden könnten, wie das die Simultanschule verlangt und verlangen muß, weil sie eben auch den katholischen und womöglich den jädischen Kindern gerecht werden soll. Gewiß es gibt kein katholisches ABC und es gibt kein evangelisches Ein mal Eins. Aber mit diesen Binsenwahrheiten ist die Sache doch nicht erletigt. Schon in der Geographie dürfte die Sache bedenklich werden. Die Wartburg wird doch, wenn Thüringen, wenn Eisenach durchgenommen wird, nicht unerwährt bleiben können. Soll da nun der Lehrer zwar erwähnen, daß sie der Sitz der hl. Elisabeth gewesen, nicht aber, daß dort im Jahre 1520 Dr. M. Luther, der Resormator, mit des Reiches Acht und Aberacht beladen, eine Zuflucht gefunden, daß er dort sein größtes Werk, von dem bis heute unermeßlicher Segen aus geht, die Uebersetzung der hl. Schrift begonnen? Wir dürfen eben nicht vergessen, daß in der Simultanschule auch katholische Kinder gleichberechtigt neben den evangelischen sitzen und daß sie ihr gutes und von ihrer Kirche eifersüchtig gewahrtes Recht besitzen, nichts zu hören, was sie nur im Entferntesten verletzen oder irritieren könnte. Ihnen aber ist Luther nicht der Reformator, sondern der abtrünnige Irrlehrer, ihnen seine Ueber. stzung der Bibel ein ketzerisches Werk. Und nun gar die Geschichte. Die Gegner sagen wohl, wir gehen auf die konfessionellen Auffassungkunterschiede nicht ein, wir betreiben die Sache rein wissenschaftlich, halten uns bloß an die nackten Tatsachen. Ein vortrefflicher Grundsatz— für die Forschung, aber nichts wert für die Volksschule. Hier muß Goethes Wort maßgebend sein, das Beste an der Geschichte und das eigentlich Bilbende ist die Begeisterung, die sie erregt. Nun, ich hebe einmal ein Faktum heraus aus der älteren vorreformatorischen deutschen Geschichte, Kaiser Heinrichs IV. Demütigung zu Canossa vor Popst Gregor VII. Uas Evangelische wird immer eine innere Entrüstung durchzittern, ob dieser jammervollen Erniedrigung des Herrschers vor dem herrschsüchtigen Priester und auch unsere Kinder sollen das Gefühl haben. In der Simultanschule aber darf das nicht zum Ausdruck kommen. Und nun gar erst die Reformationsgeschichte. Gewiß man kann sich an die bloßen Tatsachen halten:„Am 31. Oktober 1517 schlug Luther die 95 Thesen an, am 18. April 1521 stand er vor dem Reichstag zu Worms, weigerte sich seine Lehre zu widerrufen und ward in die Reichsacht erklärt.“ Das ist allerdings ganz korrekt, ganz den Tatsachen entsprechend, aber auch ganz wertlos und ganz oberflächlich. Letzteres, weil es der eigentlichen geschichtlichen Bedeutung des Vorgangs, daß hier ein Mann, gegenüber der Kirche, gegenüber der Welt, gegenüber der Macht sich lediglich auf sein Gewissen und seinen Gott beruft:„Hier stehe ich, ich kunn nicht anders, Gott heife mir“, nicht gerecht wird und nicht gerecht werden kann, ganz wertlos im pädagogischen Sinne, weil solche Darstellung keine Begeisterung, weder für roch gegen, wicken kinn. Ich könnte weiter reden von der Geschichte unseres preußischen Staates, unseres Hohenzollernschen Herischerhauses, beide so eng verschwistert und verflochten mit der Geschichte der Reformation und der evangelischen Kirche, daß das Beste und das Tiefste, das Begeisterndste und das Bilderste daraus wegbleibt, wo dies unterdrückt werden muß. Ich wende mich zum deutschen Unterricht. Seine Grundlage muß— Schillersche Dramen können doch in der Volksschule nicht gelesen werden— seine Grundlage muß das Lesebuch sein, welches ja über haupt in der Volk=schule und für die häusliche Lektüre der Kinder eine überaus wichtige Rolle(pielt. Haben Sie, m. H, schon einmal ein Lesebuch für Simultanschulen gesehen? Es gibt deren ja auch gute und reichhaltige, aber sie alle lassen unbefriedigt, wegen dessen, was nicht darin steht und richt darin stehen darf. Ich erinnere mich aus meiner Jugend, mit welcher Freude und welchem Interesse wir die Schilderung von Luthers Familienleben, von Lathers Arbeit an der Bibelübersetzung lasen, ferner die Erzählung, wie der große Kurfürst die Hugenotten, Friedrich Wilhelm I. die B Uertaler in seine Staaten aufnahm. Das alles muß den simultanen Lesebüchern fern bleiben, auch ebenso Kaiser Wilhelms I. herrlicher Brief an Papst Pius IX mit dem schönen Bekenutais des Kaisers, daß er als evangelischer Christ in dem Verhältnis zu Gott keinen anderen Mittler kenne, als unsern Herrn Jesus Christus allein. Kurz wir müssen sagen, gerade den wichtigsten für die Bildung und Lebensanscheuung bedeutendsten Fächern ist in der Simultanschule das Herz ausgebrochen, ihnen kann allein die konfessionelle Schule gerecht werden und darum wollen wir sie behalt n. Auch wir finden das Verbolten der„vereinigten Lideralen“ urqual fizierbar. Diese „Wasserstie fler" und„Wadelstrümpfler“ sind zu einer Hilfstruppe der Sozialdemokratie, zu Schrittmachern des Umsturzes herabgesunken und haben sich damit des Rechtes zu den staatserhaltenden Parteien gerechnet zi werden, ohne Scham begeben. Er wäre nur in der Ordnung, wenn die Nationalliberalen wirklich die Konsegienzen daraus ziehen würden Die Stichwahl in ist, wie gemeld.t, zu Gunsten der Sozialdemokratie ausgefallen, deren Kandidat mit einer geringen Mehrheit der jenigen der natio alliberalen Partei geschlagen hat. Litzterer hatte alle Chancen des Sieges für sich; aber die„vereinigten Liberalen“, d. h. Demokraten und Freisinnler jeder Schaltierung, hatten die Parole, für den sozialdemokratischen Gegenkandidaten Berthold zu stimmen, ausgegeben und die große Mehrheit ihrer Anhänger ist ihnen gefolgt. Die treibende Kraft war dabei die„Freisinnige Vereinigung". Man kang es den Nationalliberalen nicht verargen, daß sie über diesen Verrat geradezu empört sind. Die„Natl Korr.“ droht mit einer gründlichen Revision ihrer Beziehungen zur freisinnigen Vereinigung. Noch deutlicher aber spricht sich eine Darmstädter Korrespondenz des„Hann. Cour.“ aus.„Der Kampf“, heißt es darin,„hätte im Folle einer Einigung sämtlicher liberalen Parteien gegen die Sozialdemokratie glänzend gewonnen werden müssen. Die Klust, die der Linksliberalismus durch seine Stichwahlparele zwischen sich und den übrigen bürgerlichen Parteien gegeben hat, wird nicht leicht überbrückt werden können. Ein Zusammen gehen zwischen Nationalliberalen und„vereinigten Liberalen“ ist wenigstens für abseh bare Zeit ausgeschlossen. Das erklärte schon in der nationalliberalen Wahlversammlung der Vorsitzende der nationalliberalen Partei Dr. Osann II unter dem stürmischen Bei fall aller Anwesenden mit den Worten: „Ein Vergessen dieses Verrats an der Sache des Bürgertums gibt es für uns nicht.“ Die Neue wird also der Stichwahlparole der„vereinigten Liberalen“ sehr bald folgen, und, was das Bedauerlichste ist, der Wahlkreis Darmstadt Großgerau wird auch 1908 mit Sicherheit der Sozialdemakratie wieder zufallen.“ Nachrichter Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 7. Mai Morgen mittag trifft der Kaiser, von Donaueschingen kommend, zu einem kurzen Besuch des Großherzogpaares von Baden in Karlsruhe ein. Von dort begibt er sich nach den Reichslanden. Am 18. d. Mis. kehrt der Kaiser nach Homburg v. d. H. zurück und begibt sich an demselben Tage in Begleitung der Kaiserin und der Prinzessiz Viktoria Luise nach Wiesbaden. Am 20. Mai vormittags wird der Kaiser zur Erinnerung an den Tag, an dem er im Jahre 1888 seine damalige Brigade, die 2. Garde Infanterie Beigade, seinem Vater am Schlosse von Charlottenburg vorbeiführte, die Brigade auf dem Döberitzer Truppen übungsplatz exerzieren. Am gestrigen Geburtstage des Kronprinzen fand in Potsdam auf der Matrosenstation bei dem Kronprinzenpaare Abendtasel statt, wozu Prinz und Prinzessin Eitel Friedrich, Prinz August Wilhelm und das Offizierkorps des ersten Garderegiments mit seinen Damen geladen waren. An die Tafel schloß sich ein von der Kapelle der Garde du Korps ausgeführtes Promenadenkonzert und Feuerwerk. Herr Breitenbach, Prasident der Eisenbahndirektion Köln, wurde zum Eisenbahnminister ernannt. Der neue Minister, geb. am 16. April 1850 in Danzig, gilt als einer dee bedeutendsten technischen Oeganisatoren im Eisenbahndienst. Zi den Gesetzentwürsen, die in dem gegenwärtigen Sessionsabschnitte, d. h. bis zur Vertagung des Reichstags, nicht mehr verabschiedet werden können, gehört auch der Entwurf betr. die Sicherung der Forderungen der Bauhandwerker, den der Bundesrat in seiner letzten Sitzung nach jahr elangen Vorver handlungen genehmigt hat— vorausgesetzt, daß der Entwurf jetzt überhaupt noch im Reichstage eingebracht wird. Wahrscheinlich wird er ebenso wie der Ertwurf betr. die Berufsvereine und wie die Novelle zum Börsengesetz bis zur Herbstsession zurückgehalten werden. Gutem Vernehmen des„Hann. Cour.“ nach soll die Sicherung der Forderungen der Bauhandwerker in der Weise erreicht werden, daß der Bauunternehmer eine Kaution zu hinterlegen hat, die die Forderungen der Bauhandwerker zu deckn imstande ist, oder daß die Forderungen an erster Stelle ins Geundbuch eingetragen werden, so daß fi: bei einer späler etwa notwendig werdenden Subhastation nicht ausfallen können. Eine Generalstabsreise durch den Harz wurde heute von 22 Offizieren, unter ihnen Prinz Friedrich Wilhelm, Major im Großen Generalstabe, angetreten. Die Herren fuhren von hier nach Seesen, wo sie die Pferde bestiegen und den Ritt durch den Harz über Grund, Zellerfeld, Clausthal nach Goslar begannen. Die taktischen Studien dienende Reise ist auf acht Tage verechnet. Die nächste Plenarsitzung des Herrenhauses ist nunmehr auf Freitag, den 25. Mai ds Is, nachmittags 2 Uhr, mit den Beratungsgegenständen Wahlrechtsverlagen und Petitionen festgesetzt worden. Kiel, 7. Mai. Das erste Geschwader hat am 5. Mai um Skagen, das zweite Geschwader am 6. Mai durch den Kaiser Wilhelm Kanal die Uebungsreise nach der Nordsee angetreten. Aus dem Auslande. Budapest, 7. Mai. Nach den nunmehr vorliegenden sämtlichen 413 Wahlergebnissen entfallen auf die Kossuthpartei 240, auf die Verfassungspartei 74, auf die Klerikalen 30 und auf die Nationalitäten, einschließlich 12 Sachsen, 38 Sitze. Stichwahlen sind in 13 Bezirken erforderlich Der Rest der Neugewählten entfällt auf verschiedene Fraktionen. In fünf Bezirken wurden die Wahlen für ungültig erklärt und Neuwahlen angeordnet. Wien, 7. Mai. Die chinesische Studienkommission ist heute früh hier eingettoffen. Paris, 7. Mai. Der König von England ist heute vormittag nach London zurückgereist. Paris, 7. Mai. Bis jetzt sind von den gestern stattgehabten 589 Wahlen 583 Ergebnisse bekannt. Davon sind 428 endgültig entschiedene Wahlen und 155 solche, bei denen Stichwahlen erforderlich sind. Von den Gewählten entfallen 263 auf den radikalen Block. Dem Antiblock gehören an 55 gemäßigte Republikaner(sog Progressisten), und 110 Nationallisten und Konservative. Die radikalen Blätter jubeln über den Sieg des Blocks. London, 7. Mai. Im Unterhaus erklärte heute der Parlamentsuntersekretär Rurciman namens der Regierung auf eine Anfrage:„Wir wurden von der deutschen Regierung benachrichtigt, daß kein Grund für die Zeitungsmeldung vorliegt, daß das Vorgehen der Pforte bezüglich der ägyptischen Grenze irgend eine Ermutigung erhalten hat.“ Petersburg, 7. Mai. Der Kaiser verfügte die Aufhebung des Ministerkomitees. In Jekaterinoslow wurde der Generalgouverneur Jeoltanowsky von sechs Unbekannten, die zu gleicher Zeit ihre Revolver auf ihn abschossen, getötet. Die Mörder sind entkommen. In Zentralsudan wurde von den britischen Truppen nach einem fiegreichen Straßenkampf der König von Hadeijia, der mächtigste Herrscher dieses Teils des Sudan, gefangen genommen. Washington, 7. Mai. Das Staats departement erhielt vom amerikanischen Konsul aus Guadeloupe telegraphisch die Meldung, daß schon seit Wochen wegen der französischen Parlamentswahlen dort Aufruhr herrsche und die Stadt sich in den Händen des Mob befinde. Von San Dominzo sind amerikanische Kriegsschiffe nach Guadeloupe beordert. Aus den Parlamenten. Deutscher Reichsiag 96 Sitzung vom 7. Mai 1906, 1 Uhr Der Reichstag führte am Montag zunächst die zweite Lesung der Zigarettensteuervorlage zu Ende. Eine Reihe von Paragraphen wurden nach unerhiblicher Erö terung in der Fassung der Kom missionsbeschlüsse angenommen. Bei§ 32 kam es zu längeren Erörterungen über einen Antrag der Sozialdemokratie: Personen, die als Arbeiter oder Arbeiterinnen in der Zigarettenindustrie gearbeitet haben und innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des Zigarettensteuergesetzes durch Einschränkung der Produktion, oder durch Verlegung der Fabriken, oder durch Uebergang vom Handbetrieb zur Fabrikation mittelst Maschinen arbeitslos werden, sollen Entschädigung erhalten. Nachdem Abg. Molkenbuhr(Soz) diesen Antrag begründet hatte, betonte Staatssekretär Frhr. v. Stengel, der Antrag sei von übertriebenen Befürchtungen diktiert. Ein Zusammen hang zwischen diesen Steuergesetzen und etwaigen Arbeiterentlassungen könne nicht behauptet werden. Zudem führe der Antrag zu unabsehbaren Konsequenzen in Staat und Kommune. Die Abgg. Jgeger(Zir.) und Held(ul) wandten sich gleichfalls gegen den Antrag, während ihn Abg. Graf Mielczynski(Pole) sich zu eigen machte. Der Rest der Vorlage wurde im wesentlichen nach den Kommissionsbeschlüssen angenommen. Das Haus wandte sich zur zweiten Lesung der Noville zum Reichsstempelgesetz, wobel es sich zunächst um die Frachturkunde handelte. Abg. Lipinski(Soz) bekämpfte diese Steuer als verkehrsseindlich. Auch Adg. Kämpf(frs. Vp.) hielt es für bedenklich, dem Handel eine weitere Last aufzubürden. Auf die Frage des Ridners, warum das Börsengesetz noch nicht an den Reichstag gelangt sei, erwiderte der Staatssekretär, hier sei das Reichsamt des Innern zu ständig. In der weiteren Debatte beantragte Abg. Kämpf(frs. Bp.) den Abschnitt über die Frachturkunden an die Kommission zurückzuverweisen. Staatssekretär Frhr. v. Stengel betonte, der Antrag sei gleichbedeutend mit dem Nichtzustande kommen der Reichsfinanzreform noch in dieser Session. Der Antrag auf Rückverweisung wurde abgelehnt, die Bestimmungen über die Frachturkunde mit einer vom Abg Grafen Kanitz beantragten Erweiterung, nach der auch der Verkehr mit ausländischen Flußhäfen in das Gesetz einbezogen wird, angenommen. Dienstag, 1 Uhr: Fortsetzung und Reichserbschaftssteuer. Schluß 6 Uhr. Abgeordnetensaus. 61. Sitzung vom 7. Mai 1906, 1 Uhr. Das Abgeordnetenhaus führte am Montage zunächst die erste Lesung der Sekundärbahnvorlage zu Ende. Auch dieser Teil der Beratung gab noch zahlreichen Abgeordneten Veranlassung, die Bahnwünsche ihrer engeren Heimat zu befürworten. Darauf wandte sich das Haus Initiativanträgen zu. Ein Antrag der Abgg. v. Schenkendorff (nl.) und Gen. auf Förderung des Handfertigkeitsunterrichts beantragte die Kommission zur Berücksichtigung zu überweisen. Abg. v. Schenkendorff(nl.) erkannte an, daß der preußische Staat allmählich schon erhebliche Mittel für den Handfectigkeitsunterricht in den Etat eingestellt habe, diese Mittel haben aber mit der Entwicklung nicht gleichen Schritt gehalten; der Antrag besitze hohe nationalwirtschaftliche Bedeutung. Nach kurzer Erörterung wurde der Antrag zur Berücksichtigurg überwiesen. Ein Antrag der Abgg. Brütt(fkons.) und Gen., der Reorganisation des landwirtschaftlichen Instituts der Universität Kiel sordert, wurde nach kurzen Reden der Abgg. Engelbrecht(fkons.) und Wolgast(srs. Vp.) zur Erwägung überwiesen. Ein Antrag des Abg. Eickhoff(frs. Vp.) forderte pensionsfähige Zulagen an die Direktoren der sechsklassigen höheren Lehranstalten. Der Antrag wurde der Regierung zur Ecwägung überwiesen. Nach Erledigung von Petitionen vertagte sich das Haus auf Dienstag 11 Uhr. Sckluß 4 Uhr. Gericht und Rechtsprechung. Bielefeld, 5. Mai.(Strafkammer.) 1. Der Schreinerlehrling H. W. von Arnsberg erhielt wegen Betruges in 5 Fällen 6 Monate Gefängnis und wegen Angabe eines falschen Namens 3 Tage Haft. Aufgrund seiner schlechten Führung war eine Empfehlung zur bedingten Begnadigung ausgeschlossen.— 2. Der arbeiter J. J. aus Gütersloh erhielt wegen Fahrraddiebstahls in drei Fällen und wegen Unterschlagung einer Quittungskarte eine Gesamtstrafe von 8 Moraten Gefängnis, worauf ihm 1 Monat von der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht wurde.— 3. Der Arbeiter H. H. von Herford war vom Schöffengericht zu Herford wegen Diebstahls zu 1 Woche Gefängnis verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatte der Angeklagte Berusung eingelegt. Diese wurde mit der Maßgabe verworfen, daß der Angeklagte wegen Fundunterschlagung mit 1 Woche Gesängnis bestraft wurde. — 4. Der Zahnarzt A. K. von Minden, jetzt zu Harburg wohnhaft, hat im Jahre 1902, als er bei dem Zahnaizt Kühl in Minden als Gehilfe tätig war, etwa 4 bis 500 Mk., die er für seinen Prinz'spal nach und nach vereinnahmt hatte, unterschlagen. Bei der Strafzumessung wurde die Notlage, in der sich der Angeklagte zur damaligen Zeit befunden zu haben scheint, berücksichtigt, andererseits aber auch, daß es sich hier um einen groben Vertrauensbruch handelt. Der Gerichtshof Leute vom Pommernland. Roman von Käte Lubowski. 15](Nachdruck verboten.] Ordentlich träumerisch sah er aus, der kalte Spckulant, nie er sich an diesem hellen, kühlen Septembermorgen zu seiner soeben aus dem Hause kommenden Frau wandte und in leichtem Unterhaltungstone sagte: „Sag mal, wie steht sich eigentlich unsere Trude mit denen da drüben?" Die zarte Frau, die im Aeußeren so gar nicht zu dem robusten Manne paßte, sah ihn prüsend von der Seite an, als sie jetzt antwortete:„Meinst du mit der Marianne von Kleist, den jungen Grafen oder dem Feitz Kunze?“ „Unsinn, du weist ganz gut, wen ich meine— die Bornhagener Jungen natürlich.“ Frau Ernestine lächelte vielwissend.„Das ist durchaus nicht so natürlich, Gottfried. So viel ich aus ihren kindlichen Erzählungen entnehme, hat sie den Fritz am liebsten. Vielleicht, weil er am meisten von ihrer Art hat!“ Auf Pachowakis Stirn zeigt sich eine helle Röte.„Du weißt ganz gut, Ernestine, daß der Inspektorjunge bei meiner Frage überhaupt nicht in Betracht kommt. Was bezweckst du also mit den spitzen Reden.“ „Spitze Reden nennst du das? Werd nur nicht allzu übermütig, Gottfried. War war denn dein Vater und der meine? Sind wir damals im Grunde genommen nicht glücklicher gewesen als heute, damals, als wir noch Freunde hatten, die genau so arm, genau so verhetzt und geängstigt waren wie wir? Zeig mir heute doch mal deine Freunde. Eine feine Gesellschaft! Sie kemmen alle mit krummen Rücken und Stiefeln, denen man förmlich das Rückwärtsschreiten ansieht, zu dir, wenn sie dich brauchen. Aber, wenn sie dir irgendwo draußen, wo du nicht der Gebende bist begegnen, gehen sie steif und stolz an dir vorbei, und mit den Füßen, die sie jetzt in eleganten von deinem Gelde erstandenen Lackstiefeln haben, versetzen sie dir am liebsten einen Tritt.“ „Und em Ende nehme ich ihnen dann doch, gefällig, wie ich nun einmal bin, die Ausführung der beabsichtigten Bemühung ab. Ich verstehe das Treten denn doch noch ein Teilchen besser, als sie. Aber laß uns endlich einmal frei von der Leber weg sprechen. Die Vogelstraußpolitik beobachte ich nur Fremden gegenüber. Hast du schon erkannte gegen K. wegen Unterschlagung auf 4 Monate Gefäugnis.— 5. In der Berufungsinstanz wurde die Arbeiterin A. E von Minden, die vom Schöffengericht zu Minden wegen Diebstahls mit 3 Tagen Gefängnis verurteilt worden war, freigesprochen. Lokales und Bieleseld, 8 Mai (Statistisches von den MilitärVereinen.) Der Kreiskriegerverband hatte am 1. Januar 1906 in 27 Vereinen, einschließlich 71 Ehrenmitgliedern, 4094 Mit glieder, unter denen sich 662 Kriegsveteranen befanden. Die Vereine halten am 1. Januar zusammen ein Vermögen von 80431 Mi., wozu noch das Inventar im Werte von 12595 Mk. hinzukommt, insgesamt also 93026 Mk. Sie haben im Jahre 1905 ausgegeben: an Unterstützungen 6304 Mark, an Sterbegeldern 4033 Mk. und an Begräbniskosten 2414 Mk., in Summa 12 751 Mk. Der Bielefelder Kampfgenossenverein hatte am 1. Jan. 1906 ein Vermögen von 17947 Ml., dazu Wert des Inventars 1000 Mk, in Summa 18947 Mark. An Urterstützungen hat er 1905 ausgegeben 705 Mk., an Sterbegeldern 495 Mk. und an Begräbniskosten 675 Mk., in Summa 1875 Ml. Bei einem Bestand von 250 Mitgliedern kommen auf das einzelne Mitglied 7,50 Mk., gegen 3 17 Mk. im Kreisverbande, der bei 4028 Mitgliedern 12751 Mk. Unterstützungen 2c. gewährte. Auf jeden Kampfgenossen kommt ein Vermögensanteil von 72 Mk. gegen 20 Mk. im Durchschnitt des Verbandsvermögens und zwar bei Nichtanrechnung des Javentars. N.(Musikvereinskonzert.) Das fünfte und letzte dieswinterliche Konzert unseres Bielefelder Musikvereins war wiederum Bach gewidmet. Gibt es einen würdigeren Abschluß einer Reihe guter Konzerte, als Bachs Hohe Messe in H-moll? Sie wird das hohe Lied der Musik bleiben, selbst Beethovens Missa solennis wird durch die wunderbare Klarheit der Bachschen Musik überstrahlt. Welch ergreisende Chöre: Das Incarnatus, Qui tollis 2c Die Aufführung dieses großen und technisch schwierigen Werkes war durch sorgfältige Vorbereitung unseres Herrn Musikdirektors Lamping eine mustergütige. Das philharmonische Orchester aus Dortmund(leider ist unser städtisches Occhester durch die Oper in Anspruch genommen) verdient das Prädikat„ausgezeichnet". Von den sehr tüchtigen Solisten desselben erwähnen wir nur Herrn Konzertmeister Schmidt=Reinecke als eines feinfühligen Geigers. Die Gesangssolisten Frau Cahabley=Hinken, Frl. Philippi, Herr A. Kohmann und Herr Heß van der Wyck standen durchweg auf der Höhe künstlerischen Vermögens, ohne welches Bach nicht zu singen ist. Die architektonische Struktur der Bachschen Arten ist spröde und verlangt von dem Sänger eine gehörige Dosis Sensibilität. Frl. Philippi, hier bereits bekannt, entledigte sich ihrer Aufgabe auf das Beste, ihre Partnerin, Frau Cahnbley Hinken überraschte durch großen und freien Vortrag. Herrn A. Kohmanns Tenor bewältigte die schwierigen Figuren seiner Partien dank seiner biegsamen, sympathischen Stimme ganz vortrefflich, wie auch des Herrn Heß seriöser Baß, unterstützt von feinem musikalischen G.hör und einem prächtigen, satten Ton in Verbindung mit deutlichster Aussprache der schwierigen Partien durchaus gerecht wurde. Der gemischte Chor verdient ungeschmälertes Lob, ihm verdanken gewiß viele Zuhörer das innere Ergriffensein, wenn das entzückende Qui tollis oder das erste Kyrie in die Herzen drang oder wenn das Gloria zum Mitjubilieren hinriß. Hoffentlich beschert uns der Musikverein recht bald wieder die Hohe Messe. *(Aus der Magistratssitzung.) Dem Ehrenhauptmann der freiwilligen Feuerwehr, Herrn Th. v. d. Nahmer ist für seine langjährige auf opfernde Tätigkeit im Dienste der Feuerwehr die große silberne Denkmünze verliehen worden.— Der vom Bauausschuß vorberatene Plan und Kostenanschlag für die Umgestaltung der Straßen und des Platzes vor dem neuen Rathause und Theater mit Asphaltplatten ist vom Magistrat genehmigt. Danach soll die St aße vor dem Rathause und Theater mit Asphaltplatten belegt, von der Brunnenstraße zur Rathausstraße eine Fahrwegverbindung in Stein einmal erlebt, daß ich etwas fragte und erstrebte, ohne dabei die Erreichung eines bestimmten Zieles im Auge zu haben. Na, siehst die wohl. Du schüttelst energisch, und wenn ich nun geradezu die Trude dem Spiele mit den Bornhagenern entgegentreibe, so muß ich auch hier—“ Sie unterbricht ihn heftig, um seine Rede zu vollenden:„Ein Geschäft verfolgen.“ „Ganz recht, Ernestine— ein Geschäft. Und zwar eines der besten ud einträg lichsten, das ich jemals erstrebt habe. Ich habe dir einmal in einer schwachen Stunde erzählt, daß ich vor dreißig Jahren als Bettlei junge an die Eingangstür des Bornhagener Schlosses geklopft habe. Der grüne Wagen des Vaters rastete damals ein wenig auf der Wiese, auf der die Trude jetzt mit den Grafenkindern spielt. Ich hatte zwei Tage von ein paar Brotkrusten geledt. Mich hungerte also. Großes Schloß— großes Brot, dachte ich und ging hin. Irgend jemand hat mir damals auch ein Stück herausgereicht. Niemand ahnt natürlich, daß ich mit dem halb verhungerten und zerlumpten Topfflickersohne von dazumal identisch bin. Bloß ich hab immer noch die Scham darüber im Halse. Hier und da pflaster angelegt und die übrigen den Schillerplatz vor dem Rathause begrenzenden Straßenteile umresp. neugepflistert werden. Der Platz selbst soll wie die übrigen städtischen Promenaden in fester Kiesschüttung hergestellt und mit einer Gehbahn in Mosaik Kleinpflister versehen werden. Die Baumreihe an der Wistseite des Platzes bleibt erhalten. Die Gesamtkosten betragen 88000 Mk. (Der Mörder Vinke) aus Herfocd, der bekanntlich Frau und Kinder hingemordet hat und sih hier im Gefängnis besand, ist am Sonnabend in Begleitung von zwei Transporteuren in die Provinzialircenanstalt nach Lengerich gebracht worden (Stadttheater) Der Spielplan hat eine abermalige Aenderung dahin erfahren, daß infolge zahlreicher an die Direktion gelangter Gesuche am Freitag, den 11. Mai 1906 eine nochmalige Aufführung von Wagners„Die Meistersinger voln Nürnberg" stattfindet. (Stadtttheater.) Die Meistersinger von Nürnberg, jine aus der Kulturgeschichte des Mittelalters bekannte Dichtergemeinschaft, haben durch Richard Wagner in seinem nicht klassifizierten Musikdrama mit gleichem Titel, welches als Sonntagsvorstellung in Szene ging, eine künstlerische Darstellung erfahren, die uns mit den Sitten und Gebräuchen dieser Zunft, auch mit der Art, wie die Meister ihre Kunst pflegten, bekannt gemacht. Wohl war es von der Direktion des Stadttheaters ein kühnes Unternehmen, die Aufführung dieser Oper zu wagen, aber es ist wohlgelungen und verdient in jeder Beziehung vollste Anerkennung. Zvar schien es bei dem herrlichen Wetter des prächtigen Frühlingstages ein Opfer, die freie Natur mit dem Theater zu tauschen; doch die begeisterten Kundgebungen des B.ifalls vom zahlreichen Publikum bewiesen, daß niemand den Wunsch bereute und das Interesse bis zum Schluß der 4¾ stündigen Vorstellung wach blieb. Die Leistuagen der Mitwickenden waren eben derart gute, daß sie jeden in ihren Bann zwangen. Vorab ist hier Herr Schenk zu nennen, der die sehr umfangreiche Rolle des Hans Sachs durchführte. Die schöne, volle und reine Stimme des Künstlers gewährte einen ungetrübten Genuß und zeigte bis zum Ende keine Ermattung; dazu arbeitete er im Spiel die Figur des bedeulenden Meisterstagers in seiner graden bürgerlichen Ehrsamkeit so packend aus, daß Herr Schenk für seine hervorragende Leistung uneingeschränkte Zustimmung verdient. Neben ihm war Herr Voß (Walter von Stolzing), dessen Stimmorgan in diesem Monat reichlich bemessene Strapazen auferlegt worden sind, wohl auf dem Plane. Die liebliche Erscheinung von Fräulein Klebe, ihr trefflicher Gesang und hingebendes Spiel machlen die Dami zu einer sehr sympathischen Eva. Deren Vater(Veit Pogner) fand in Herrn Müller einen angemessenen Vertreter. Herr Diener(Stadtschniber Beckmesser), sorgte durch reiche Mimik, gewandtes, manchmal die Karrikatur stark streifendes Spiel, für stellenweise Erheiterung; desgleichen Herr de Leeuwe als Sachsens Lehrjunge. Den kleineren Partien widmeten sich Frl. v. Radkiewicz, die Herren Kuhlmann und Davidson mit gutem Erfolg. Herr Kapellmeister Eduard Möricke hatte die Oper gründlich einstudiert und leitete sie in seiner impulsiven Art mit großer Sicherheit und Festigkeit, Sänger und Orchester an seinen Taktstock fesselnd. Herr Meißner führte die Regie und hatte lebendige, farbenprächtige und wirkungsreiche Bührengruppen arrangiert. Das Publikum benahm sich während des Vorspiels zum 3. Akt teilweise nicht nach den Regeln des Anstandes, die für das Theater Gültigkeit haben. (Zurückstellen) mußten wir auch heute mehrere Berichte aus Stadt und Provinz, sie werden morgen gebracht werden. m.(Reinigt die Straßenrinnen!) Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß auf Grund des§ 4 der Polizei=Verordnung vom 28. August 1875 an sämtlichen Straßen und Wegen des Stadtbezirkes die befestigten Straßenrinnen und Gassen von den Anliegern der Straßen täglich bis auf Widerruf mit reinem Wasser und zwar vor 9 Uhr morgens gründlich ausgespült und gereinigt werden müssen. Für einzelne einfallende Regentage kommt diese Anordnung in Wegfall. m.(Fahrraddiebstahl) An 6. d. M. wurde aus dem unverschlossenen Kellerflur des Hauses Keiserstraße 40 a ein Fahrrad brennt sie und frißt und sticht und wird nicht früher still und satt werden, bis unsere Trude durch die nämliche Tür, aus der ich die Bettelgabe empfing, als Frau Gräfia in das Bornhagener Schloß einzieht.“ „Um Gottes willen, was redest du da? Das Kind ist kaum acht Jahre alt. Es gibt so viel zu erspekulieren und zu verhandeln, daß du dein eigenes Fleisch und Blut aus dem Spiele lassen solltest." „Das verstehst du nicht, Ernestine. Wo bei d.m Manne der Verstand sitzt, habt ihr Frauen die Rührseligkeit. Die verhält sich wie das Wasser zum Feuer. Lassen wir sie zu mächtig anwachsen, bekommen wir unsere Geschäfte nicht gar. Ungares verdirdt zuletzt den besten Magen und den solidesten Charakter. Hätten wird außer dem Mädel noch einen Jungen, redete ich kein Wort über die ganze Geschichte. Den bugsierte ich schon allein dorthin, wohin ich ihn haben wollte— nämlich als Herrn und Besitzer in das Bornhagener Schloß. Bei dem Mädel aber brauche ich deine Hilfe. Du mußt es auf irgend eine Weise fertig bringen, daß sie in unser Haus kommen.“ (Fortsetzung folgt.) Dürkopps„Dlar 40 Ml. entwen Hausftur des ner Nr. 15542 Wer m.(Fundsa (Persizner), 2 2 eine goldene Dar Brackwede, kauf der Gem den Hof der Ww. bäumer in Brack ve — zirka 90 Sche mittelung des B Hypotheken Bürea an die Gemeinde 69 Schildesch Genern nachmitte Haler Holz der zu Nienhagen, Ziegler Feitz Ber erhängt aufgefunl Altenhagen wohnh Tat konnte nicht 60 Brake, 7. Sonnabend, den als Schweizerlehr! Freitag eingetroff Mader aus seine Ne. 2 nach Ent bares Geld aus e sowie eine Weste, beitshose heimlich des Diebes konn werden. Aus der Kreise Minden, 8. M Donnerstag, nach Uhr, sah man hie der in nordöstliche Höhe die Stadt Ldsztg.“ meldet nu Hiddenserborn in wiesen dieser Luft Insassen, 3 Herr um 12 Uhr in D hatten eine Höchstl reicht. Bis auf der in Nebel ge überall klar und ging glücklich von wohl geborgen, wu horsten aus zurück. Minden, 8. M Der Magistrat for Zinsen der Göben werber auf, ihre A d. Is. bei ihm ein Rothenuffeln, glückt.) Heute Lebensjahre stehend Kemena hierselbs Brunnen gefunden ein Unglücksfall vor Kleinenbreme Eia schweres Ger nachmittag über selbe war mit m Regengüssen beg'e verschiedenen Stel vernichtet haben. Wassermassen nie konnten, fliß das bestellte Land. D nech der„M. Zig. wird aber nicht so Herford, 7. markte) kostete 110—120 Pfg 75—80 Pfg., barber 10—15 Wurzeln 4—5 Pfg., 1 Kopf E kohl 80—60 P 1 Bündchen R 1 Stück 5—12 10 Pfg, Gurk Kartoffeln 1 Ze Herford, 5 fahrtstage) wieder eine Son Bei der allgemein ist auch diesmal zu erwarten. Herford, 5 Im Apcil wurde 94 Kühe, 5 R Schweine, 41 S Ziegen geschlachte April 1905. D kam auf die Freit von 154 Tieren nahme: 1803,65 wie im vorigen wurden verkauft en den Schillerplatz n Straßenteile umder Platz silbst soll omenaden in fester mit einer Gehbahn hen werden. Die des Platzes bleibt stragen 38000 Mk. e) aus Herfocd, inder hingemordet ngnis besand, ist eitung von zwei oinzialirrenanstalt rden. er Spielplan hat dahin erfahren, die Direktion geg. den 11. 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Ein Damenkragen (Persizner), 2 Transmissionslagerböcke und eine goldene Damenuhr. 38=49# Brackwede, 7. Mai.(Grundstückskauf der Gemeinde Brackwede.) Die den Hof der Ww. Oberbrakenfiel gen. Voßmerbäumer in Brack vede umschließenden Ländereien — zirka 90 Scheffelsaat— sind durch Vermittelung des Bielefelder Inmobilien= und Hypotheken Büreau Knehans und Schmeltzer an die Gemeinde Brack vede vurlauft. 69 Schildesche, 7. Mai.(Erhängt.) Genern nachmittag wurde hier im sogen. Haler Holz der am 10 September 1865 zu Nienhagen, Amt Schötmar, geborene Ziegler Feitz Berkemann an einem Baume erhängt aufgefunden. B ist ledig und in Altenhagen wohnhaft. Das Motiv zu dieser Tat konnte nicht festgestellt werden. 60 Brake, 7. Mai.(Diebstahl.) Am Sonnabend, den 5. ds. Mis., hat sich der als Schweizerlehrling erst am vergangenen Freitag eingetroffine 18jährige Setzer Max Mader aus seiner Arbeitsstelle zu Brake Ne. 2 nach Entwendung von 20 Mark bares Geld aus einem verschlossenen Koffer, sowie eine Weste, Uhrkette, Hemd und Arbeitshose heimlich entfernt. Der Verbleib des Diebes konnte bisher nicht ermittelt werden. von der trigonomeirischen Abteilung der Königlichen Lindesaufnahme gesetzten Mar! steine und die darüber befiadlichen Hy.gerüste beschädigt worden sind. Ei ist uut festgestellt worden, daß durch Umpflägen und Eggen der Marksteinschutzflächen Verrück un sen und Beschädigungen von Mirksteinen instanden sind. Die Marksteinschußfläße, d. i. die kreisförmige Bodenfliche von 2 Qzadratmeter um den Markstein, gehört dem Fiskus und darf vom Pflage nicht berührt werden. Zewiderhandlungen wirden mit Beldstrafe oder mit Hast bestraft. Kleve b. B., 3. Mai.(Wald brand.) Ein etwa vier Morgen großer Waldbestand, bestehend aus Rottannen und Föhren, welcher dem Hofbesitzer Hibighorst gehört, wurde durch Feuer vernichtet. Durch die umsichtigen Maßnahmen des Hegemeisters Pohl auf der Ravensburg wurde nach dim„Hall. Kreisbl.“ eine weitere Ausdehnung des Braades verhindert. Aus der Kreiser Mirden u34 Minden, 8. Mai.(Luftballon.) Am Donnerstag, nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr, sah man hier einen großen Lustballon, der in nordöstlicher Richtung in bedeutender Höhe die Stadt überflog. Die„Sch.=L. Ldsztg.“ meldet nun, daß gegen 5 Uhr bei Hiddenserborn in den sogenannten Bornwiesen dieser Lustballon gelandet ist. Die Insassen, 3 Herren und 1 Dame, waren um 12 Uhr in Düsseldorf aufgestiegen und hatten eine Höchsthöhe von 2700 Meter erreicht. Bis auf den Teutoburger Wald, der in Nebel gehüllt, war die Aussicht überall klar und deutlich Die Landung ging glücklich von statten, der Ballon, auch wohl geborgen, wurde vom Bahnhof Kirchhorsten aus zurückbefördert. Minden, 8. Mai.(Göbenstiftung.) Der Magistrat fordert die zum Bezug der Zinsen der Göbenstiftung berechtigten Bewerber auf, ihre Anträge bis zum 20. Mai d. Is. bei ihm einzureichen. Rothenuffeln, 4 Mai.(Verungläckt.) Heute morgen ist der im 81. Lebensjahre stehende Neubauer Friedrich Kemena hierselbst als Leiche in seinem Brunnen gefunden worden. Vermutlich liegt ein Unglücksfall vor.(M.=L. Krsbl.) Kleinenbremen, 5. Mai.(Unwetter.) Ein schweres Gewitter entlud sich gestern nachmittag über unsere Gemeinde. Dasselbe war mit mächtigen und anhaltenden Regengüssen begleitet, welche die Saat an verschiedenen Stellen mehr oder weniger vernichtet haben. Da die Gräben die großen Wassemassen nicht so schnell abführen konnten, fliß das Wasser über das teilweise bestellte Land. Der enst indene Schaden ist nech der„M. Zig.“ noch nicht zu übersehen, wird aber nicht so bedeutend sein. Anz dem Kreise Herford, 7. Mai.(Auf dem Wochenmarkte) kosteten Montag das Pfund Butter 110—120 Pfg, Eier 45—50 Pfg, Spargel 75—80 Pfg., Spinat 12—15 Pfg, Rha barber 10—15 Pfg, Zwiebeln 7—10 Pfg., Wurzeln 4—5 Pfg., junge Kartoffeln 20 Pfg., 1 Kopf Salat 12—15 Pfg., Blumen tohi 80—60 Pfg., Rotkohl 15—30 Pfg., 1 Bündchen Radieschen 10 Pfg, Sellerie 1 Stück 5—12 Pfg., rote Beete 5—6 Stück Lars, Gurken 1 Stück 30 Psg, alte Karl#ssem 1 Zentner 3,60—4,00 Mk. Herford, 5. Mai.(Am Himmelfahrtstage) veranstaltet die Kleinbahn wieder eine Sonderfahrt nach Votho=Rinteln. Bei der allgemeinen Beliebtheit dieser Fahrten ist auch diesmal wieder eine rege Beteiligung zu erwarten. Herford, 5. Mai.(Schlachthof.) Im Apcil wurden 7 Ochsen, 20 Bullen, 5 Rinder, 302 Kälber, 258 Schweine, 41 Schafe, 18 Pferde und 4 Ziegen geschlachtet. 51 Tiere mehr wie im pril 1905. Das Fleisch von drei Tieren kam auf die Freibank. 193 einzelne Organe von 154 Tieren wurden vernichtet. Einnahme: 1803,65 Mk., 154,15 Mk. mehr wie im vorigen April. 314 Stangen Eis wurden verkauft. Aus dem Rez.=Bez. Münser und Trusterz Münster i. W., 4. Mii.(Der West fälische Bauernverein) hielt heute im Hotel Moormann seine Vorstands und Ausschußsitzung ab. Aus dem von Genesalsekretär Dr. Satthoff erstatteten Geschäfts bericht geht hervo:, daß im letzten Jahre das Bauamt des Wistfälischen Bauernvereins so stark in Anspruch genommen wurde, daß man in Bochum für das Industrie= gebiet eine Zweigstelle einrichten mußte. Haftpflichtversichert sind zur Zeit 12270 Landwirte. Das Vereinzvermögen beträgt 370000 Mark. Die Pcovinz leistet Bürzschaft in Höhe von 150000 Mark. An Euschädigungen wurden im verflossenen Jahre 26 450 Mark gezahlt. Der Verband ländlicher Genossenschaften der Provinz Westfalen zählt zur Zeit 719 angeschlossene Genossenschaften, darunter 513 Spar= und Darlehnsvereine. Die ländliche Zentralkasse hatte im Jahre 1905 einen Kassen umsatz von 106 000000 gegen 92000000 Mark im Vorjahre. Die Zahl der Genossen beträgt 527. Die Westfälische Zeutcalgenossenschaft zählt 449 Mitglieder mit einer Gesamthaftsumme von 803000 Mark. Bei einem Gesamtumschlage von 8 708 527 Mark(einseitig) hatte die Zentralgenossenschaft im letzten Geschäftsjahr einen Gewinn von 70579 Mark entsprechend 0,81 Prozent des Umschlages zu verzeichnen. Das eigene Vermögen beträgt über 250000 Mark. Der Westsälische Bauernverein zählt etwa 30000 Mitglieder. Soest, 5. Mai.(Jubiläum.) Aus Anlaß der Fiier des 75 jährigen Bestehens der Provinzial=Taubstummenanstalt am 30. d. M. wollen die ehemaligen Schüler und Schülerinnen sowie Freunde und Gönner der Anstalt ein würdiges Festgeschenk machen und auch den Grundstock zu einem Kapital zur Ecrichtung eines Altersheims für Taub stumme zur Verfügung stellen. Witten, 3. Mai.(Hohe Erbschafts steuer.) Im Dezemver vorigen Jahres starb hier die Witwe A, die sicher nie gewußt hat, daß sie ein nach Hunderttausenden zählendes Vermögen besaß, denn sie lebte in übergroßer Sparsamkeit Die Steuerbehörde sorgte nach dem Tode dafür, daß sie nun mehr zu ihrem Gelde kam. Die Aufstellung hat Mühe genug gekostet. Itzt wurde der Universalerbe zunächst zur Zahlung von 20000 Mark Erbschaftssteuer aufgefordert. Dortmund, 5 Mai.(Die Besoldung der städtischen Volksschullehrer) ersordert für das neue Rechnungs jahr eine Summe von 1 254385 Mark. Hiervon entfallen auf die Zahlung des Grundgehalts und der Mietsentschädigung 899930 Mark und auf den Wert der freien Dienstwohnungen 18070 Mark Altena, 5. Mai.(Infolge des Sinkens der Viehpreise) haben die hiesigen Metzger das Schweinefleisch pro Kilogr. von 2 Mark auf 1,80 Mark herabgesetzt Detmold, 5. Ma.(Jewitter und Ueberschemmungen.) Das schon gemeldete gesteize Gewitter hat sehr großen Scheden verursacht. In Detmold setzte der wolkenbruchartige Regen namentlich die Leopold= und Schülerstraß: unter Wasser. Vom Papenberge und Lungenfelde wälzten sich große Wassermassen durch die Gärten gegenüber dem neuen Eymnasium in die Holnsche Straße, große Massen von Schlamm, Eede und Feldfrüchten mit sich führend. Die Hornsche Straße, bei der Einmündung in die Leopoldstraße, bildete einen großen See. Das Wasser stand fußhoch. Mit großer Gewalt nahm es dann seinen Weg durch die Leopoldstraße, die es in wenigen Minuten vollständig unter Wasser setzte. Die Gartenkulturen in dem betroffenen Bezirk sind vollständig vernichtet, die Muttererde ist weggeschwemmt. Heute bedeckt fußhoher Schlamm die sonst so sauberen Straßen. Bückeburg, 4. Mai.(Landtag.) Ueber die am Mittwoch geschlossene Session des Schaumburg=Lippischen Landtags schreibt die„Sch.=Lipp. Landesztg.“ u. a.: Die Session umfaßte 16 Sitzungen, die sich auf drei Monate verteilen. Dazu kamen mehrere Dutzend Ausschußsitzung. Fünfwichtige völlig neue Gesetze kamen zustande: die drei Steuergesetze, das Berggesetz und die Städteordnung. Dazu kommen der Etat, eine Reihe kleinerer Vorlagen, Petitionen 2c. Dadurch erreichte der Landtag fast die doppelte Dauer wie gewöhnlich. Obernkirchen, 5. Mai.(Todesfall.) Infolge Schlaganfalles starb gestern früh Sanitätsrat Dr. Baldewein. Der Verstorbene war eine allgemein beliebte Persöglichkeit und hatte sich auch um die Gemeinde hochverdient gemacht. Barmen, 5. Mai.(Durch die Schleppe ums Leben gekommen) ist ein Landwirt von Radevormwald. Auf dem hiesigen Bahnhof stürzte er, als er auf ein langwallendes Damenkleid trat, zur Ecde. An den Folgen der erlittenen Gehirnerschütterung ist er gestorben. Duisburg, 7. Mai.(Stenographie.) In den Tagen vom 12.—14. d. Mts. wird in Duisburg der 9. Verbandstag des Rhein.=Westfäl. Verbandes für National= Stenographie tagen und zwar in den Räumen der Getreidebörse. Das Protektorat über den Verdandstag hat Herr Oberbürgermeister Geh. Regierungsrat Lehr übernommen, auch hat sich ein Ehren Ausschuß aus den angesehensten Kreisen Duisburgs gebildet. Eingeleitet wird der Verbandstag am Sonnabend, den 12. Mai, durch eine Sitzung des Verbandsvorstandes und die Versammlung der Vereinsvertreter. Sonntag vormittag findet öffentliches Wett schreiben und im Anschluß daran eine öffentliche Festve simmlung statt, in welcher der Ehrenvorsitzende des Verbandes, Herr Jos. Wilms=Aachen, einen Vortrag halten wird über das Thema„Stenographie und Recht schreibung". Nachmittags findet eine Dampfer fahrt durch die Duisburger und Duisburg Ruhrorter Hafenanlagen und abends ein vom Duisburger Verein für National Stenographie veranstaltetes Abenofest statt. Lens, 7. Mu. Die Arbeit in Kohlenbecken von Pas de Calais ist überall wieder ausgenommen wocden. Der Ausstand ist vollkomnen beendet. Wien, 6. Mai. Geoßes Aussehen erregt hier die Entdeckung eines Diebstahls von Sdelsteinen aus einem historischen Schmucke, welcher im kaiserlichen Kunstmuseum ausbewahrt wurde und dem Goldschmied Sturm anvertraut war. Dieser scheint seit langer Zeit die echten Steine durch falsche ersetzt zu haben. Durch den Virkauf der Steine und Perlen verriet er sich (Der Silberschatz im Schlosse Basedom.) Unter dieser Spitzmarke berichtet der ,B. L.=unz.“: Auf dem zum gräflich Hahnschen Fideikommiß gehörigen Schlosse Basedow bei Malchin, das im vorigen Jahre von dem zurzeit in Madrid weilenden Fürsten Adolf Wrede gepachtet worden ist, fand vor kurzem auf die Denunziation eines entlassenen Dieners beim Landgericht Beilin Haussuchung durch das zuständige Landgericht Güstrow statt, bei der silbernes Tafelgerät aus sechs und Tischwäsche aus neun Hotels gefunden und beschlagnahmt wurden. Allein aus dem Pariser Hotel d'Orsay stammen 58 Bratenplatten, 9 Saucièren, 11 Gemüseschüsseln, 4 Salzfässer, 12 Milch und Kaffiekannen usw. Von Hotels sind der„Kaiserhos“ und das sotel“, von Münchenern der„Bayrische Hof“ in Mitleidenschaft gezogen. Fürst Wrede und Gemahlin wurden in einem Hotel bei Madrid ermittelt. Der Erste Staatsanwalt aus Gästrow hat das Schloß versiegeln lassen. Gegen die Hausdame Frl. Weidig wurde ein Haftbefehl erlassen. Sie soll eine falsche Aussage zu Gunsten Brotherren gemacht haben. Unter den Silbersachen wurden zwei Lötkästen mit Handwerkszeug gefunden. Der Diener Glase, der die Anzeige erstattet hat, ist wegen versuchter Erpressung unter Anklage gestellt und verhaftet worden. Glase beschuldigt die Fürstin, daß sie in den Hotels die Silbersachen ungewaschen und mit Speiseresten habe verschwinden lassen. New York, 6 Mai. Ein großes Eisenbahnunglück ereignete sich gestern in Pennsylvanien. Bei einem Zusammenstoß von zwei Zügen auf der nach dem Städtchen Petersburg führenden Linie wurden 14 Personen getötet und 50 verlitzt. Deei Stunden vorher wurden auf der Hauptlinie der Pennsylvaniabahn 27 Waggons zertrümmert. Mißverstandene Instruktionen sind die Ursache bei beiden Unfällen. Briefkasten. Nach Dorstfeld. Sagen wir also:„Das Heldertum des modernen Heidentuns." Besten Gruß! Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 8. Mai 1906. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., bie: Niedrigst. Thermometerstand in der Nacht+-) Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 16 1/8 C Barometer 75.5 cm Wind: Ost. Himmel: heiter. Aus den Kreise Halle. Halle i. W., 7. Mai.(Erhaltung der trigonometrischen Marksteine.) ist wiederholt vorgekommen, daß die Aus den Nachbersrovinzen uus Stäcter Detmold, 5 Mai.(Der letzte Akt im Diesseitsprozeß) fand heute vor der Strafkammer des fürstlichen Landgerichts statt. Bekanntlich war die Revision des privatbeklagten früheren Redakteuts der „L ppischen Landeszeitung", Emil Neumann, verworfen, während die des Prioaiklägers, Vizepräsident des Lippischen Landtages, Fabrikant Hoffmann in Salzuflen, in einem Falle stattgegeben war. Heute wurde noch mals gegen Redakteur Neumann verhandelt. Der Gerichtshof erkannte nach 3½kündiger Verhandlung auf dieselbe Strafe in dem angezogenen Falle, wie in der Vorinstanz, nämlich auf 300 Mark Geldstrafe. Jas gesamt wurde der Verurteilte in der Vorinstanz zu 1300 Mark Geldstrafe und Tragung sämtlicher Kosten verurteilt. Berlin, 4. Mai. Unter den in San Francisco umgekommenen Personen befinden sich, wie die„Nordd. Allg. Zig.“ mitteill, folgende mit deutschklingenden Namen: Johann Berg, William Bock, Jacob Bucker, Frank Burger oder Murger(235 Gearystraße), Frau Marie Debrunner, Enger oder Engen, Berta Fobian, Mox Fenner, Getie oder Gets oder Getz(16 und Valentiastraße), Henry Hansen, Meyer Hermann(?), N. A. Hestle, Emma Kittner oder Dittner oder Hittner, Rudolf Krutzer oder Krauser, A. Merkle, Meyeis, George Nicolas, Rigard Nasse, Benjamin Oderwitz, Johanna Reiche, Herr und Frau N. O. Rentzer, N. R. Rosenfeld, Benjamin Schartan, Hemy Schumacher,(A) George Walker und Paul Zinke(Zeinke). Breslau, 7. Mai. Ein schweres Pistolenduell fand am Sonnabend bei Breslau zwischen einem Kaoaller#eoffizier und einem Rechtskandidaten stitt, wobei der Leutnant durch einen Schuß in den Unterleib kampfunfähig gemacht wurde. Sein Zustand ist hoffnungslos. Der Grund ist ein in einem Breslauer Restaurant entstandener Streit wegen einer Chansonette. Fürstenwalde, 7. Mai. In einer am Sonnabend stattgehabten Versammlung der Mitglieder und Spareinleger des hiesigen Spar= und Vorschußvereins e. G. m. b. H wurde festgestellt, daß im Laufe der Jahre durch frühere Mitglieder des Borstandes und Aussichtsrats Unterschlagunger, Wechselsälschungen und Betrügereien im Betrage von 361000 Mark vorgenommen worden sind. Der frühere Vorsitzende des Vereins, Kaufmann Karl Thieß, wurde verhaftet. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Nach Ansicht der Sachverständigen wir) es eventuell möglich sein, den Verein zu halten. Neueste Berlin, 8. Mai. Fürst und Fürstin Bülow unternahmen gestern nachmittag einen etwa einstündigen Spaziergang im Tiergarten. Köln, 8. Mai. Die Shüler der drei oberen Klassen der höheren Schulen in der Rheinprovinz werden am 5. Juai von Köln mit einem Sonderzug eige fünftägige Fahrt zur Flottenbesichtigung nach Hamburg, Kiel und Friedrichsort antreten. Die süddeutschen folgen in kurzen Zwischenräumen. Der Andrang ist sehr flark. Mailand, 8. Mai. Ja Tuein demonstriert#n gestern 15000 streikende Textilarbeiter. Kavallerie zerstreute die Leute. Ein Soldat wurde verletzt. Viele Schaufenster wurden zertrümmert. Die um fassendsten Vorsihtsmaßregein wurden getroff.u. Von Verc=lli ist ein Kavallerieregimert nach Turin abgegen gen. Wien, 8. Mai. In Hofkreisen wurde gestern bekannt, daß Kaiser Wilhelm dem Kaiser Franz Josef am 6. Juni in Wien einen Besuch abstatten wird. Kaiser Wilhelm wird mit großem Gefolge kommen und es handelt sich um einen offiziellen Besuch von politischer Bedeutung. Man geht nicht fehl in der Annahme, daß der Besuch der Initiative des deutschen Kaisers entsprungen ist und daß beide Monarchen den Wunsch hegen, nach den politischen Vorgängen, die sich seit Algeciras abgespielt haben, von neuem die Festigkeit des deutsch österreichischen Bündnisses zu dokumentieren. Dies wird auch dadurch kundgetan, daß der Generalstabschef Graf Moltke einige Tage vorher nach Wien kommen wird, um im Gefolge des Kaisers Franz Joseph den Manövern in Bruck an der Leita beizuwohnen. Sie haben ihn noch nicht ausprobiert, des halb empfehlen wir Ihnen, heute noch in nächsten Geschafte zu fordern: Luhns Wasch=Extrakt mit Rotband. Sie werden bald einsehen, daß man mit wenig Geld eine fettige, sparsame, milde Lauge bereitet, wie sie jede tüchtige Hausfrau gerne zum Hausputz und zum Waschen hat und womit man slott voran arbeiten kann. Echten Luhns gebrauchen jetzt fast alle erfahrenen Hausfrauen und ist infolgedessen auch überall in jedem besseren Geschäft heute zu haben. Siadt-Theater. Dienstag, den 8. Mai 1906, (zum letzten Male) Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg Große, romant. Oper in 8 Akten von R. Wagner. Anfang 7½ Uhr. Mittwoch, den 9. Mai 1906, Extravorstellung zu kleinen Preisen; zugleich 22. Abonnementsvorstellung Der Tronbadour. Oper in 4 Akten von G. Verdi. Freitag, den 11. Mai 1906 Auf Verlangen! Die Meistersinger von Nürnberg. Letzte Vorstellung: Dieustag, 15. Mai 1906. Blusen Waschblusen Musselinblusen Wollblusen Flanellblusen Seidenblusen Grossartige Blusen-Ausstellung in der I. Etage. — P. Budusuerg Ev. Männer= u. JünglingsHerein St. Johannis. Sonntag, den 13 Mai 1906, abends 8½ Uhr: rtrag von Herrn P Waubke. Thema: Frei und doch gebunden. Herzlich ladet dazu alle Mit glieder und Frau de des Vereins ein Der Vorstand. Jugend=Abteilung. Nachmittogs 3½—5 Uhr: Spiele im Freien auf den Spielplatz der X. Bürgerschule. Nachmittags 5½ 6½ Uhr: Mis sions vortrag von Br. Zurbeiden Wanderungen von Bthel nach Afrika und deren Fo'gen. Nachmittags 6½—7 Uhr: Gemeinsame Andacht. Knabenabteilung. Nachmittags 4—5½ Uhr: Unterhaltung durch Spi.ke. Naa mittags 5½- 6½ Uhr: Siehe Jugend=Akteitung. Nac mittags 6½—7 Uhr: Gemeinsame Andacht. Freunde und Mitglieder sind herzlich willkommen Der Jugendordner. Seicgenhertskauf. Ich verkaufe, so lange der Vorrat reicht, einen grossen Posten weit unter Preis eingekaufter Gardinen nur gute, fehlerfreie Qualitäten, abgepasst und vom Stück in crème und weiss zu auffallend billigen Preisen. Sämtliche in der Saison sich angesammelten Gardinen-Reste habe ich zu billigsten Preisen zum Zerkauf ausgelegt. Fandeuerg. err den 13. Mai er.: O* Ausflug rach Kuranstalt Quelle(Flach) nahe der Station Brackwede. Sammelplatz an der städtischen Badeanstalt. Abmarsch präzise 3 Uhr. Z1 zahlreicher Beteiligung ladet ein Der Vorstand. Koffee urd Gebäck ist auf Wunsch zu heben. Bund der Landwirte. Provinzial=Versammlung für Westfalen am Donnerstag, den 10. Mai, nachmittags 5 Uhr im großen Saale des evangelischen Vereinshauses in Herford. Eröffnung und geschäftll. Mitteilungen Herr Wahlkreisvorsitzender Detring=Herford. Die Westsälische Landwirtschaft und die Wirtschaftspolitik des deutschen Reiches Herr Dr. Diedr. Hahn, Mitglied des Hauses der Abgeordneten. Die Interessengemeinschaft des Bundes der Landwirte mit den übrigen Berufsständen, Herr P. Buhl=Unna. Um recht zahlreiches Erscheinen unserer Mitglieder und Freunde bittet Der Vorstand des Bundes der Landwirte. RSSSE C 15 Amerin. Treßz-Aristauglas. Unereicht hoher Glanz! Viele aparte Formen! Spezialität von: F. Consbruch, Obernstraße 9. 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Kauflustige werden hierzu ergebenst eingeladen. Die Verkaufsbedingungen und der Lageplan werden im Termin bekannt gegeben und können vorher im Rathaus, Zimmer 29 eingesehen werden. Bielefeld, den 17. April 1906. Der Magistrat. Toerner. Von heute ab täglich jTischen Sparger von der Döhrener Spargel=Plantage Elisenruh ferner Ausverkauf sämtlicher Frucht= u. wegen Umzug zu billigen Preisen. E. W. Ostmann, Hagenbruchstraße. Chriftl. Fantasie-, Luxusmöbel, Kerein junger Bielefeld, Papenmarkt 2. Sonntag, den 13. Mai 1906, sowie jede Art Einzelmöbel empfiehlt billigst Fritz Tiekötter Vormittags 10 Uhr: Festgottesdienst in der Neustädter Kirche. Festprediger Herr Garnisonpfarrer Cliche-Cöln. Nachmittags 3 Uhr: Festversammlung nur für Männer und junge Leute. Thema: Möbelfabrik, Niedernstr. 45. Bekanntmachung. „Was wollen die Christlichen Vereine junger Männer?“ Riferent: Herr Oberstleutnant a. D. Ulrich von HasselBerlin. Kaffeepause. (à Person 50 Pfg) 2c. 2c. Abends 8½ Uhr: Versammlung für Männer und Frauen. Thema: „Was braucht unsere Zeit?“ Die Ein= und Verkaufsgenessenschaft eingetr. Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht zu Spenge, hat sich durch Beschluß der Generalversamnlung vom 28. Februar 1905 aufgelöst. Der unterzeichnete Vorstand fordert die Gläubiger hiermit auf, sich bei den Liquidatoren der Genossenschaft zu melden. Spenge, den 3. Mai 1906. und Verkaufsgenossenschaft eingetr. Genossenschaft mit beschr. Haftpflicht. Fr. Grafahrend, Gräfe, Dickenhorst. Referent Herr Oberstleutnant a. von Hassel und Hrr Bundesagent Jahnfrüchte. Eintritt frei! Ausführliche Programme sind im Sekretariat des Vereius wie bei der Hausverwaltung, Papenmarkt 2 zu haben. Der Sielereider Schreibstung. Zimmerstraße 19. Fernsprecher 292. Anfertigung von schriftl. Arbeiten aller Art mittels Hand und Schreibmaschine. Adressen, Abschriften, Vervielfältigungen G. Bussieck, Blhndor: Ambulatorium für Herz-, Nervenund Hautkrankheiten. Spezialbehandlung f. 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Bohnen Vitsbohnen Erbsen Rüben Wurzeln ur 1.) pr. 1 Pfd.1—1.05 0—75 5—80 90 0—75 0—90 70— 75— 70— 70— 50—55 —60 5—10 pr. Bund, nuie „„„ alte Kartoffeln p. 1 Pfd., neue „ 1„ 4l Blumenkohl pr. Stück Kopfsalat„„ 45 5 * 4 10 Kappus Rotkohl„„ Wirsing„„ Steckrüben„„ Kohlrabie„„ Gurken Kartoffeln 150 Roggenstroh 100 Pfd. Haferstroh 100„ Weizenstroh 100„ Heu 100„ bld—88 —6.— KMascha mit) e Waschlambesten) See ## eimn Postanstalten S. ias bascher d. ###., bei täglicher Zu ###uug in Bielesel ### N., durch Brieer 1.42 M. Sistoris. 4. Mai: Frie sich in Regensburg: — Friedrich Wi fürst, gest 1688 Stifter der erneuerte gest. 1760.— Fri 1805.— Georg# 1843.— Seegefe die die eim (Den evangeli Beherzig Aber, und dar 3. Sotze unserer ranz? Es kann werden, daß unte dungen und Spa durchziehen, der kor der schwerwiegend je und je gewesen Wie schön wäre wenn Protestanten Volke sich besser vei dem lebendigeren Vaterlandes, ja B schieden denkende u kenner eines Chr ständen und die g gemeinsam angriffer zu solcher gegense führen helfen, wen Bekenntnisse zusam: setzte, sie so dazu stehen, über dem T das schätzen zu lert samem Gute besitzen es sicher, die manch Protestanten den G schule nachlegen mö lehrt, daß eben die wohl allenfalls die gewesen ist, nie ihr im ersten Viertel d unter dem Drucke schweren Zeit der§ dem Eirflusse des tionalismus neuerw. Konfessionen in uns gemeinsamen christ! geworden waren, entstand die nassau ja auch heute nor bleiben soll. Wenn spätere Zeit des wi nillen Haders ohn überdauert hat, un ist, da hat dies doch Grund, daß jene dem Namen nach S lichkeit konfessionelle die Konfession des Habitus der Schu Kinder bezw. ihrer spricht. Als aber des vorigen Jahrhu schen Regiment die und hin und her im da hat das nicht bitterem Streit gef Ruhe geworden im eingeführten Simuli andern beseitigt Schulen wieder he quique, der alte pre eden auch auf die richtige: Jedem da die katholische, uns gellsche konfessionelle G. C. Veranwortlich für den redaktionellen Teil Hermann Lange, für den Reklame= und Inseraten=Teil R. Trautmann, Druck und Verlag von A. von der Mühlen, sämtlich in Bielefeld. - Dienst Eine Führer Frauenbewegung gibt in der von geleiteten„Gleich