*. P. Ber alt an Stickstoff. vorzüglich für Kartoffeln. ntner ohne Sack F a., abrik, bei der 1838 gegr. Versicherungs-Anstalt sicherungsanstalt. „, Altersversorgung, für Studium, Militär Anfnahme ohne ärzt. ersuchung nbezug ohne Lebens. on der Direktion ngungen. Strengste te kostenfrei bei Id, Obernstrasse 52. Käumen om 1. April 1906 immer 29. ungen louverts tobücher etc. oder liefert H. sachen Hochzeitsan. Trauerbillig. ichten. mit Faß—— Mk. 49,90 Mk. Abnahme ne im Ottober. Vorm. Kaffee good 38¾ G. pr. Dezer. Dez. 54,50. loto 51,00 B.— los 7,10 B. 50, pr. April 55 75, Leinöl pr. Marz St. Raffin., Type weiß, April 19¾., pr. pr. April=Mai 21, g. pr. März 16., April Mai 15 7/8 B. 39 75, pr. Arril 9. Stetig. r. Zuckermarkt. Rendement neue 95, per April 17,00, 17,60, per Dezember Kornzucker 88 Grad 5 Grad ohne Sack ohne Faß 17.87½ Gem. Raffinade mit .12½ 1725. Transit s. an Bord er April 1695 Gd August 17,50 Gd., 10 Br. Stetig. Bielefeld. 30. Anzeigengebühr für die einsvaltige Petitzeile oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 Pf., Retlamen 25 Pf. Erscheint sechsmal möchentlich Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. 15. März: Julius Caesar wird ermordet, 44 vor Chr.— Kolumbus, von der Entdeckung Amerikas zurückgekehrt, läuft im Hafen von Palos ein, 1493.— Napoleon I. wird König von Italien, 1805.— Paul Heyse, Dichter, geb. 1830— Cherubini, italienischer Komponist, aen. 1842— Eröffnung der internationalen Arbeiterschutzkonserenz, 1836 „Funfmiuiarbentridut“ an die Landwirtschaft hat das„Berliner Tageblatt“ entdeckt. Die Sache ist sehr einlach. Im Jahre 1904 erntete die deutsche Lan wirtschaft 10 Millionen Tonnen Rogzen und 43 jMillionen Tonnen Weizen und Spelz. Dr Roggenzell ist um 15, der Weizerzell um 20 Mk für die Tonne erhöht worhen. Folglich wird die devtsche Landwirtschaft für ihre Roggenernte 15 X 10 Mill= 150 Millionen Mk. und für ihre Weizenernte 20 X.3= 86 Mll. Mr., zusammen also 236 Mill Mk. Mehrertrag erzielen. Der erhebliche Teil der Ernte, der zue Saat und zur Fütterung benutzt wird, und für den ein Mehrertrag überhaupt nicht in Betracht kommt, wird, wohl der Einfachheit halber!, außer Rechnung gelassen. Jenen falsch berechneten Mehrertrag mit 20 kapitalisiert, erhält man 4720 Mill. Mi., einschließlich der übrigen Zollerhöhungen weit über 5 Millarden Mk. Um diesen Betrag wird sich nach der Versicherung des Beiliner Tageblatts“ der Wert des landwirtschaftlichen G und und Bodens erhöhen. „Das ist der kepitalisierte Tribut, den die deutsche Industrie der deutschen Landwitt schaft zu zahlen hat.“ Die Kreuz=Ztg." bemerkt hierzu: Das Papier ist geduldig und die Zahl der natven Leser nicht gering, die alles für bate Münze nehmen, was ihnen gebruckt vorgesetzt wird. Wer gesunden Menschen verstand besitzt und die geschäftliche kennt, wird sich durch solche phantastische Berechnungen das Urteil nicht truben lassen. Bei einer eigenen Erzeugung von.4 Mill. Ton. Weizen belies sich die deutsche Einzuhr nur auf 1,7 Mill. Ton., bei einer eigenen Erzeugung von 10,1 Mill. Ten Rogg'n die deutsche Einsuhr nur auf 112000 Ton. Da ist es doch ganz klar, daß die Preise zum sehr wesentlichen Teile nach dem Arsfall der heimischen Ernte bestimmt werden. Weder die heimische noch die sremde Landwirtschaft ist kartelliert. Angebot und Nach frage können daher durch künstliche Emgriffe nicht beeit flußt werden. Maßgebend ist steis der große Prodozent und nicht der keine. Würde Deutschland nur 112000 Ton. Roggen ernten und 10,1 Mill. To. eihsühren, so könnte die Berechnung des Oesiner Tagebiaties“ vielleicht richug sein. de Phastaste des Blattes hat sich wieder einmal überschlagen, sie kann nur Heiterkeit errezen. Er ist möglich, daß einwal bei einer sehr schlechten deutschen Ernte die Getreidepreise im den vollen Betrag des erhöhten Zelles Rtigen, es ist ebenso möglich, daß bei einer guten Ernte in Deutschland der erhöhte Hou nicht im mindesten zu ver püren ist, veil das Ausland den Zoll auf sich nehzmen muß, um Absatz zu finden. Daß nebenbei Holle unter Umständen dazu führen, den Veltmarkspreis zu drücken, so kaß die Eiikurgen der Zölle für inländischen Konsum schezu ausgeglichen werden, ist schon ost nach gewiesen. Wihrscheinlich wird die deutsche Land virtschaft ihren G treidebau erwiitern, ihr Eiträgnis an Korn vermeyren. Di Preise werden sich nach den heimischen Be dätnissen schten. Und vor allem ruck Deutsch#and eem nationalen Ziele näher, das Frarkreich schezu erreicht, England dagegen zu seinem Vielerrio Donnerstag, 15 März 1906. Schaden auigegeben hat: vöglichste Unab hängigkeit der heimischen Vollsernährung rom Auslande. Dieses Ziel ist den freisinnigen Fraktionspolitikern und ihren Sonderinteressen allerdings eine ganz gleich##ütige Sache. c. c. Zur Warenhaussteuerveranlagung in Preußen veröffentlicht die„Zettschrift des königl. preuß. Bareaus“ folgende Tabelle: in der Provinz 1901 Ostpreußen 2 Westpreußen 2 Berlin 20 Brandenburg 7 Pommern 3 Posen 1 Schlisien 10 Sachsen 7 Schlei w. Holstein 4 Hannover 3 Westsalen 5 Hessen Nessau 8 Rheinland 37 18 22 Am(imStaate 109 73 weitem nicht so groß war, wie die neuerliche Atnahme in der Provinz Ostpreußen. Ins besondere im Rheinlande Steuerpflichtige 1903 2 15 7 3 3 1 8 5 0 1904 1 2 11 12 4 2 8 4 4 2 5 ist zwar für das Berichte jahr ein wesentlicker Ausschweng im Warenhausgewerbe bemerkbar, doch ist hier die 1904 veranlagte Jahretst uer noch nicht halb so hoch wie im Jahre 1901. Auf dem platten Lande wurden im Berichtsjahre einigermaßen bebeutende Wuenheut steuerbetröge nur innerhalb der P ooinz Schiesien, und zwar im oberschlesischen In dustriegebiete, veranlagt. Ospreußen Westpreußen Berlin Brandenburg Pommern Posen Schlesien Sachsen Schlesw.=Holstein Hannover Westfalen Hessen-Nassau Rheinland 8— 1904 4000 32500 839014 138000 54 816 8000 167200 29172 72653 36642 50 750 128047 404711 u. 3073105 1959 220 1965 005 Hiernach ist 1905 gegen dos Vo jahr die Gesamszahl der veranlagten Betriebe um 9, d. i. um 12 3 v.., dagegen die jährliche Steuer um 81755 Mk., aiso nur um 1,6 v. H. g stiegen. Gegin das eiste Veranlagungsjahr seht aber das neueste Veranlagungsergebris sehr erheblich zurück, nämlich hinsichtlich der Zahl der Steuerrflichtigen um 27, d. i. 24 8 o H. und bezüglich des Steuerbetrages um 1 08900 Mi. oder 36.1 v. H. Auf die Landbezirke entfallen nur 5 (1903 6) zur Wanrenhausst uer veranlagte Beiriebe mit einer Steuer von 62250 Mk (73 500 Mk). Abgesehen von Hoyenzollers, wo das Warenhaussteuergesetz nicht gilt, fand 1904 in 13 Regierungsbezirken birnen, Marienwerder, Köslin, Stralsund, Bromberg. Erfurt, Hilderheim, Stade, Os nabrück, Aurich, Mindes, Kassel und Kob lenz) keine Veranlagung zur Warenhaus steuer stalt. Was die einzelnen Landesteile betrifft, so finden wir im Berichtejahre den de merkenswertesten Rückgang an Steuer bei gleichzeitiger erheblicher Verminderung der warenhaussteuerpflchtigen Betriebe im Stadtkreise Berlin; andererseite ist der dort im Duchschnitte auf ein struerpflichtiges Warenhaus ertfallende Stererbetrag, welcher 1903 mit 63382 Mk. roch um 3766 Mk gegen der jenigen des ersten Veranlagungsjahres zurückblieb, 1904 auf 76274 Mk., d. i. gegen das Vorjahr um 203 Hundertteile, also ein Fünftel, in die Höhe gegangen. Im Gegensatz zu Berlin haben sich in der Provinz Brandenburg sowohl Zahl wie Gesamtsteuer der veranlagten Warenhausbetriebe beträchtlich, und zwar über die betreffenden Zffern von 1901 hinaus, vermehrt; hierbei kommen in erster Linie die Vororte Berlins in Frage, in denen den Berliner Waienhäusern eine zunehmende Konkurrenz erwachen ist. Auch sonst ist neuerdings mehrfach— in Westpreußen, Posen, Schleswig=Holstein und Hessen=Naffau — die Steuersumme der erstmaligen Veranlagung überholt worden, dagegen hat sie in Schlesien, Sachsen und Hannover einen weiteren Rückgang erfahren, der aber bei Was kostet Rußland die Revolution? Der Petersburger Professor Migulin per öffentlicht einen neun Spalten langen Aufsatz, den er„Vor dem Barksrolt" betitelt, und in dem er Schätzungen der Verluste bringt, die Rußsand bis heute durch die Revolution erlitten hat. Soiche Schätzungen sind schon nach Schluß der Moskauer Tragödie von anderen mit mehr oder weniger sicherer Grundlage aufgestellt; Migulin schätzt den Schaden höher als sie. Wir lassen die nackten Zahlen folgen: Direkter Schaden: 1. der Brand von Bak 100 Millionen Rabel, 2. 500 niedergebrannte Göter 50 MiU.., 3. der Hafen von Odessa 50 Mill.., 4. zerstörte industrielle Alagen 45 Mill.., 5 60 geplürderte Städte, Fleck.n und Dörfer, einschließich Kitw, Odessa, Rostov, ohne Moskau 60 Mill. R, 6. Materialschaden von Heer und Flotte 50 Königlichen Mill.., zusammen an direktem Schaben 350 Mill. R. Indirekter Schaden: Verluste der Eisenbahnen durch verringerten Güterverkehr 40 Mill.., 2. Verluste der arbeitenden Klasse durch Ausstände 200 Mill. ., 3. Ueberführung von Kopitalien ins Ausland durch Flüchtlinge 200 Mill.., 4. Verluste infolge von Irsolvenzen und Kreditverkärzungen 100 Mill. R, 5. Goldalfluß infolge der Uebersiedelurg russischer Famitien ins Ausland 100 Ml.., 6 Zurückziebung von Eirlagen russtscher Firmen 100 Mll., zusammen aus indi ektem Schaden 740 Mill. R. Diese Scötzung des indirekten Schaders mag im Eirzeinen arfechtber sein, hingegen ist der direkte Schaden kaum zu hoch bemissen, es dürften sich vielmehr bei genater Abschätzung, die namentlich auf dem Lan###e noch nicht möglich ist, noch bedeutendere Summen ergeben. Den Berlust an Staats und Jadustriepapieren schätzt Migulin auf mindestens eine Milltarde Rubel, so daß nach seiner Anrsicht der der Volkswirtschaft bis heute zugesügte Schaden zwei Milliarden überschreitet. breitet, wie sie sein müßten. Denkt an die Geschichte des Deutschen Volkes Lernt aus den Großtaten Eurer Väter! Aber kernt nicht weniger aus den schweren Schicksalsschlägen, die unserem Vaterlande nicht erspart geblieben sind Hundert Jahre seit einem der t übsten Unglückstage siod vergangen, der unser Volk betroffen hat. meine die Schlacht bei Jena im Jahre 1806. Ihr olle wißt von dieser Schlacht und von dem großen Unglücke, was sie über das ganze deutsche Volk gebracht hat. Lerrt daraus erkennen, daß wahres Gottvertrauen ollein die Stütze im Unglücke ist. Das Unglück kommt, wo wahre Religiosität fehlt, wo man Gottesfurcht nicht kennt. Drum haitet an Eurem Gotte fest. Wenn Gott mit uns ist, wenn wir mit wahrer Liebe und Vertrauen zu ihm aufblicken, können wir getrost der Zukunft mit allem, was sie bringt, entgegensehen, möge auch die ganze Welt sich gegen uns zusammentun.“ Wie Berliner Blätter mitteilen, soll der Kaiser beabsichtigen, das Schloß Hohenbuchau bei Gecrgenborn am Rhein, des sich im Besitz des Freiherrn v. Klauskopf befindet, zu kaufen. Es sollen bereits eitens des Hofmarschallamts Verhandlungen mit dem Besitzer argekaüpft sein. Als Kauspreis werden 5 Millionen Mark genannt. Ob der Kaiser das Schoß für sich und seine als Erholung stätte oder für einen der Priazen zu erwerben beabschtigt, steht dehin, wie denn auch eine Bestätigung der Nachricht abzuwarten bleibt Dim Geueral der Kavallerie Freiherrn Bissing, kommandierendem General des 7. Armeckoeps, wurde vom König das Kreuz und der Stern der Komture des Haukordens von Hohenzellern Der Aufstand in SüdwestAfrika. Veriuste: Am 8. März 1906 im Gefecht bei Pillabrist gefallen: Ultero fizier Max Kretzschmar; schwer verwunbet: Gefreiter Johann König, Reiter Wilhelm Schultze, Unteroffizier Konra) Kinbinger. Leicht verwundet: Leutnant Johannes Mannhardt, Sergeant Gustao Bendzko, Gefreiter Mex Luchs, Reiter Bruno Heerling. Ferner: Gefreiter Karl Hense, am 8 März 1906 im Feldiazarett Beihanten an Herzschwäche gestorben. Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 14. März. Das Linienschiff„Kaiser Wilhelm II.“ mit dem Kaiser an Bord ist, wie aus Wilhelmshaven hierher gemeldet wird, heute nachmittag 3 Uhr von dort aus unter den Kläugen des Musikko ps der 2. Matrosendivision nach Helgoland in See gegangen. Der kleine Kreuzer„Medusa“, folgte dem Kaiserschiff. Abends traf dasselbe vor Helgoland ein und ging unter dem Salut der Batterien hinter der Düne vor Anker. Die Insel ist reich beflagst. Wann der Kaiser sich an Land begibt, ist noch unbestimmt. Das Weiter ist böig, die See bewegt. In seiner Ansprache an die MarineRekruten in Wilhelmshaven sagte der Kaiser: „Ihr geht Gefahren entgegen, die der Landbewohner nicht kennt. Darum müßt Ihr bei allen Schicksaleschlägen doppelt gerüstet sein, mit Pflichttreue, Pflichtfreudigkeit und Gottvertrauen. Ich weiß, Ihr denkt in Eurem Innern: Wir sind sromme Jungens, wir wissen, was wir zu tun haben. Solches Selbstvertrauen ist gut muß aber gepaart sein mit Gottesfurcht, wahrer Religiosität, Pflichttreue und Berufsfreudigkeit. Gottes furcht und Religiosität aber sind leider nicht so verdem Auslande. Budapest, 13. März. Der Ministerprästoert Fejeroary hielt heute an eine Deputation aus Neu Pest eine Ansprache, worin er erklärte, die Koalition habe Rechte des Königs, der die Verfassung mit peinlicher Teeue bewahrte, angetastet. Da sei ein Konfliktentsanden, der das Land aufs tiefste schädige. Er werde alles aufsieten, um den Umtrieben der Koatition, die sich bemühe, die angestammte Treue der Nation zu dem Könige zu erschüttern, entgegenzutreten. Er halte es für seine Pflicht, so lange an seinem Pletz zu bleiben, bis die Ordnung wiederhergestellt sei. Die Regierung sei Aberzeugt, daß dies nur durch das allgemeine Stimmrecht b wirkt werden konnte. Er hoffe auf die Mitwirkung des Volkes gegen die Koalttion. Paris, 14. März. In der Deputiertenkammer verlas heute Minister präsident Sarrien die Erklärung des neuen Ministeriums Es sei Aufgabe der Regierung, eine Einigung aller Republikaner herbeizuführen. Die Regierung sei entschlossen, die seit Gründung der Republik erreichten Er ungenschaften auf dem Gebiete der Verweltlichung des Staates zu schätzen und die Durchführung aller Gesetze sicherze stillen, fie sei der Demokratie aufs tiefste ergeben. Sie beadsichtige, besonders in den Fragen, die Nordafrika berühren, die von ihren Vorgäggern befolgte Politik fortzusetzen, und habe die Heffgung, daß die französische Diplomatie die naße und endgültige Regelung der sch webenden Schwierigkeiten unter Wahrung der Interessen Frankreichs zu Ende führen werde, ohne irzerd eine andere Macht zu schädigen. Die Reeierurg halte treu an dem Bündnis mit Rußland und den bestehenden Freundschafter. Die Kammer nahm darauf mit 305 gegen 197 Stimmen ein Vertrauensvotum an. Paris, 13 März. Dim Figaro zufolge hat die Verwendung von Truppen dei der Inventar= Aufrahme der Heeresverwaltung bisher 2000000 Franks g kostet. Rußland. Der Ministerrat besch'oß #renge Maßregeln zum Schutze der Inden. Der deutsche Unterten Johannsen, der vor Verhäugung des livländischen Kriegszustandes einem Schutzmenn den Säbel abnahm, wurde vom Rigaer Kriegsgericht zum Tode verurteilt. Marokkokonferenz. Die am 14. d. Mie. abgehaltene Kommissionssitzung beschästigte sich wiederum mit der Polizeifrage, in der die Verständigung über die Organisation in Casablanca gesördert werden konnte. In Madrid hat, wie von dort gemeldet wird, die frauzöstsche Unnachgiebigkeit in der Bark und Polizeifrage den übelsten Eindruck genacht. Sozar die franzosenfreundliche Epcca' tadelt die Regierung, daß sie sich mit Frankreich schon zu weit eingelassen habe. Eine rein diplomatische Unterstützung, wie sie die Konserativen beabsichtigt, hätte völlig genügt; jitzt lause man Gefahr, sich mit Deutschland zu überwerfen und sich gleichzeitig den Haß Marolkos zuzuziehen. Die im Heere weitverbreitete Corresonder c a Militär“ schreidt:„Frankreich hat uns gegenüber immer eine unaufrichtige unedle Politik verfolgt, hat uns bei jder Gelegenheit zu hintergehen versucht und versucht das noch, indem es urs eine Binde vor die Augen legt, damit wie fallen oder irregehen. Frantreich treibt ein Doppelspiel. Wir dürfen ihm nicht trauen. Wir müssen aus seiner Haltung zwar Nutzen ziehen, aber unter tiesem und seibst feindlich innerem Vorbehalt, damit wir im Korfliktssalle die Freiheit haben, uns nach der Seite zu neiger, die uns am meisten paßt, ohne neutral zu bleiben, ohne auf die heuchlerischen Versprechungen einer Nation zu hören, welche uns verführen und unschät ich machen will“ Nordamerika.„Morning Pest“ meldet aus Wastzington, daß dm Präsidenten Roosevelt in ziemlich scharf gehaltener Form von den Kohlengrubenbesitzern der Wink gegeben worden sei, daß er nicht den Versuch machen solle, zwischen ihnen und den Bergleuten zu vermitteln, fallz ein Ausstard euzbrechen sollte. Wenn die Leute zum Ausstande entschlossen wären, so müßten sie auch die Folgen ih#es Vorgehens tragen. Aus den Puriamenten, Deutscher Reichrleg. 65. Sitzung vem 14 März 1936, 1 Uhr. Der Reichstag hielt am Mittwoch wie üblich Schwerinstag ab und widmete ihn zunächst dem Initiat vantrage der freisinnigen Vereinigung auf Beseitigung der landesgesetzlichen Beschränkungen des Vereinsrichts der Frauen Den Antrag begründete Abg. Dr. Pachnicke, der unter Hinweis auf die freieren landesgesetzlichen Bestimmungen im Süden und unter Bezugnahme auf die stark. Vermehrung der Bildungsstätten der Frauen für diese auch größere Ellbogenfreiheit in Bezug auf das Vereinsrecht forderte. Abg. Bassermann(nl.) erklärte sich mit dem Antrage einverstanden. Es bestehe wenig Aussicht, zu einem Richsvereinsgesetz zu kommen. Unbedenklich aber sei, ein zelne Punkte des Vereinsrechtes reichsgesetzlich zu regeln. Abg. Sindermann (soz.) bat die Antratsteller, nicht auf halbem Wige stehen zu bleiben, sondern den Frauen auch das politische Stimmrecht zu gewädren. Als Freund des Antrags trat schließlich noch Abg Dr. MüllerMeiningen(srs. Bp.) auf, der die Annahme im Interesse des sozialen Friedens und Fortschrittes defürwortite. Da die Rechte urd das Zeutrum nicht das Wort ergriffen, schloß die Beratung. Der Antrag wurde al genommen. Es folgte die Beratung eines Initiativantrags der Polen, der eine dem Sinne des§ 130 des Strafgesetzbuches widersprechende Interpretation der Begriffe Gefährdung des öffentlichen Friedens sowie Aufreizung zur Gewalttätigkeit beseitigen will. Zur Begründung des Antrags verwies Abg. v. Chrzanowski auf die schlechten Erfahrungen, die die Polen mit§ 180 gemacht haben. Wegen der Aeußerung, im polvischen Volke glaube man allgemein, die Richter urteilen mala fide wurde Redver vom Bizepräsidenten Grasen Stolberg zur Ordnung gerusen. Zur Illustration der vol nischen Beschwerden waien auf dem Tisch des Hauses zahlreiche in Prozessen berührte Bilder und Ansichtskarten niedergelegt, die aufnerksame Betrachtung fanden. Abg. Stadthagen(Soz.) forderte Beseitizung des Paragraphen. Abg. Dove(srs. Vaz.) trat für den polnischen Antrag ein, ebenso Dr. Bachem, der seine Bemerkungen zu scharfen Angriffin auf die preußische Polenpolitik zuspitzte. Nuch weiteren Reden der Abgg. Jessen(Däne) und Bruhn(D. Rsp.) wurde der Antrag angenommen. Das Haus vertagte sich. Donnerstag 1 Uhr: Fortsetzung der Beratung des Nachtragsetats zum Kolonialetat. Schluß 5 Uhr. Pastor Jägers Vorträge. Der gestrige Vortrag von Herrn Pastor Jäger behandelte den Tixt der biblischen Völkertasel und der Erzählung vom ba'y lonischen Tur ban(Geresis, Kapitel 10—11). In Turmsorm erbauten die Chaldäer und Bahysonier ihre Heiliglümer, deren größtes und ältestes der durch amerikanische Ausgrabungen zutage geförderte Tarm des Bel zu Nipur ist. Die übereinander liegenden Trüchmerschichten von 23 Städten umfassen eine—5000 jährige Geschichte. Der Tempel besteht gerade in seiner ältesten Anlage aus Backsteinen und Asphalt. also jenen Materialien, die der bibiische Bericht beim Turmbau erwähnt. Aus der Gleichheit dieses Materiols mit dem der an gleicer Stelle ausgegrabenen älteßen Siadtmauer und des gleiwaltrigen hochentwickelten Kanalisationssy#kems geht die von mancher Seite bezwufelte Einheitlichkeit von Stadt und Tempel hervor, wie auch an der Einheitlichten des ganzen Bericht.s vom Kapitel 11 nicht zu zweiseln ist. Die Turmform des Tempelz symbolisiert das Hinaussteigen der Menschheit zum Himmei; der Aufbau geschah in sieben Etagen — entsprechend den sieben Planeten—, auf deren oberster der Prtester durch Zaubersorweln die Gottheit in seinen Willen zu zwingen meinte, wogegen sich diese im Sinne urseres biblischen Berichtes wehrt. Auch die Erinnerung en die Zeistörung dieses Turmes durch Grwitter hat sich noch in der außerbiblischen Literatur erhalten. Ueber den einheitlichen Ursprung aller Spracheu besteht heute ebensowenig ein Striit wie über denjenigen der Mythelogien, die alle von der bakylonischen Mythologie aus verständlich werden. Der Gesichtskreis der Völkertafel des 10 Kapitels umfaßt die Mittelmeerländer mit den Grerzen Spanien, Nubien, Persien und Kaukasus, innerhalb deren sich mächtie Völkerwanderungen vollziehen, wie sie sich auch später während der ganzen Geschichte vellzogen haben, ohne bis jetzt zum Abschluß zckommen zu sein. Als ältester Herrscher Babels wird der Jäzer Nimrod genannt; Inschriften feiern unter diesern Namen einen Löwerjäger und an den Palästen von Niniveh wiederholen sich Darstellungen eines Löwentöters. Wenn diese später semitischen Lirde ursprünglich von dem Hamiten Nimrod beherrscht sein sollen, so entspricht dies vollkommen den Ergebnissen der Geschichtssorschung, die als die Ureinwohner Babyloniens die Sumerier, ein Volk der turanisch moagolischen Rasse erweist, das erst später von den Semiten abgelöst wurde. Die biblische Völkertasel will nicht etwa alle Völker aufzählen, sonst würde sie nicht in der Aufzählung meist bei der zweiten Generation abdrechen; sie will vielmehr die Noahnachkommen nur skizzieren, um eine Richtung genauer zu verfolgen, nämlich die, die auf Ahraham führt. Die Völkertafel ist den Köaigslisten egyptischer urd baky lonischer Itschriften zu vergleichen, deren Wesen darin übereinstimmt, daß sie von weit zurückliegenden schwankenden Erinnerungen nur das Markanteste festhalten und aufzeichnen. Daß bei derartig summarischem Erzählen durchaus geschichtstreu verfahren werden kann, ist für die egyptischen und baky'onischen Urkunden durch spätere bestätigende Funde erwiesen worden, und was Egypten und Balylon recht ist, ist auch Israel billig. Die Fortsetzung der interessanten Vorträge wird erst nach dem Ostersest erfolgen. Dr. I. Lokales und Provinzielles. Bieleseld, 15 (Die stiftische höhere Töchterschule) erhielt vom Hof Marschallamt ein Bild des Kasserpaares mit den Unterschriften der Majestäten zur Ausschmückung der Aula. Gleichzeitig wurde in dem Begleitschreiben der Dank ausgesprochen für die Flottenspende und der patriotische Sinn der Schülerinnen gerühmt. (Westsäl.=Lipp Vereinsbank.) Der Abschluß für das Jahr 1905 ergibt einschl. des Vortrags aus dem Vorjahre, nach einer vorweg in Höhe von 30000 Mi bewirkten Rückstellung in Konlo Korrent Rechnung einen Reingewinn von 509452 51 Mk.(450545.69 Mark) Der auf den 9 April einzuberufenden Generalversammlung wird vorgeschlogen. dem Reser vefonds 24145 49 Mk(20 224 63 Mark), dem Spezialreservesonds 40000 Mk. (40000 Mt) zuzuführen, auf InventarRechnung 10000 Mk.(5107,36 Mk) und auf Barkgebäude= Rechnung 10000 Mark 693740 Mt) abzuschreiben, und auf das im Jahre 1905 erhöhte Kapital eine Dividende von 7 Proz(6 Proz) auszuschütten. Nach Bestreitung der Tontieme an Aussichtsrat und Vorstard verbleiben als Vortraz 42 953,60 Mark(26 542,80 Mk.). (Stadttheater.) 6 Vorstellung im Sudermann= Zyklus:„Das Glück im Winkel“. — Wiedemann, Rektor an der Mittelschule einer kleinen Kreisstadt Norddeutschlands, führt mit seiner zweiten Frau Elisabeth und seinen drei Kindern aus erster Ehe: der blinden, gemüt vollen Tochter Helene und zwei lebhaften, etwas zügellosen Knaben, ein glückliches Familienleben. Eiisabeth hatte als gänzsich virstorbene, arme Waise in der Familie des Freiherrn von Röcknitz gelebt und Wiedemann geheiratet, um den Nach stellungen des jungen v. Röcknitz, eines Uebermenschen, der gewohnt ist, überall seinen Willen durchzusetzen, zu entgehen. Auch Röcknitz verheiratet sich, und zwar mit Bettina, einer Freundin Elisobeths. Beide b suchen Wiedemanns und tr ffen dort zusammen mit Dr. Orb, einem Kreisschulir speltor, wie er nicht sein soll, mit Frau Orb, die ganz zu ihrem Manne paßt, und mit dim recht sympathischen Dangel, dem zweiter Lihrer an der Schule. Orb hatte schon bei einem früheren Besuch das Glück der Eheleute Wiedemann angezweifelt, da der Rettor eine bessere Stellung haben könnte, wenn er die seinem Bildungszange entsprechenden Prüfungen bestanden hätte. und Frau Wiedemann wohl sch werlich mit den b. schränkten Verhältnissen zufrieden sei. Orb, der dem Rektor und Dangel gegenüber den Vorgesetzten mächtig herauskehrte, erhielt von Elisaberh eine gehörige Zurechtweisung und schied mit verhaltenem Grimmn. Auch in der fraglichen Gesellschaft erfahren Wiedemanns eine verlitzend herablossende Behandlung seitens der Orbs. Röckeitz, der auch nicht an„das Glück im Winkel“ glaubt, überredet seinen Freund Wiedemann, ihm bei der Verwaltung seiner Güter als Administrator oder Pächter behlflich zu sein Der harmlose, gut mütige Wiedemann ist bereit; Elisabeth aber ahnt den wahren Grund des Anerbietens und lehnt ab, wird aber von dem Lästling so umgarnt und betört, daß sie, was früher nie geschehen, ihm sich an den Hals wirft und ihre Liede gesteht. Nun mehr ist sie ein Spielball in seinen Händen. Röck iitz scheint das Spiel gewonnen zu haber. Da tritt eine Wendung ein. Elisabeth, die in der Verzweiflung über ihre Treulesigkeit in den Tod gehen will, hat mit ihrem Manne eine ungewollte Aussprache und wird von seiner Güte und dem eigenen festen Entschluß, einem neuen Leben, einem neuen„Glück im Winkel“ entgegengeführt. „Mir ist, als sähe ich dich heute zum erstenmale!“ so schließt Elisabeth, und Wiedemann:„Morgen ist mein Haus rein!“— Das Gute stegt im Kampfe mit dem Schlechten!" Diese Idee ist offenbar dim Stück zugrunde gelegt und mit allen möglichen Mitteln durchzeführt, mit Mitteln, die durchaus vicht alle unsern Beifall fioden. Das Schauspiel ist ein Gemisch von guten Einzelheiten mit viel„Komödie“.— Die Inszenierung machte Herrn Garrison alle Ehre und die Darstellung den Künstlerinnen und Künstlern, vorab Fräulein Winter(Elisabeth), Fräulein Crusius(Heleue) und Fräulein Kahlenberg(Frau v. Röckeitz), nicht minder Herrn Mannstädt(Wiedemann), Herrn Härting(v. Röcknitz), Herrn Garrison (Dr. Orb) und Herrn Kämmerer(Dangel). F äulein Kania und Fräulein Alberta waren ein paar prächtige Rangen(Fritz und Emil Wiedemann) Ganz am Platze waren ferner Fräulein Stolla(Frau Oct), Frau Brede(Lebrerin Göhre) und Fräulein Hamann(Dienstmädchen bei Wiedemann). Aus der Kreisen Aiasre zur Tu. Minden, 15. März.(Wegen Beleidigung des Herrn Hestermann in Petershagen) in drei Zeitungsartikeln wurde der verantwortliche Redakteur der Minde ner Zeitung', Fr. Klink, vom hiesigen Schöffengericht zu eirer Geldstrafe von 250 M: verurteilt. Minden, 15. März.(Das Weserschiff„Minden 47“) wurde dieser Tage, nachdem es die Hameler Weserschleuse passiert hatte, von Hechwasser erfaßt und dem uneren Wehre zugetrieben, vor dem es quer über dem Flusse in sehr gefährlicher Lage liegen blieb Das Schiff ist nach dem„M. L. .edl.“ durch Dampfervorspann ohne Schaden wiener freig macht worden. Otterndorf, 12. März.(Blehverkäuse und Viehpreise) Die zahlreichen Besitzänderungen im Landgehiete unseres Kreises zum 1. Apeil bedingen große Biehund InventarAnktionen im Laufe dieses Monats Es werden in den nächsten Tagen etwa 150 Pferde, zum Teil bervorragendes hanr oversches Zuchtwaterial, sowie über 400 Stück Rindvieh verkauft werden.— Die Schweine sind so enorm im Preise, daß z. B. 4 Wochen alte Ferkel zu 20 Ml. nicht einmal mehr zu haben find (Mind. Ztz.) Bad Oeynhausen, 13. März.(Zur Bahnhoffrage) wird dem„W. V“ von hier geschrieben: Unser Südbahnhof soll lediglich Büterbahnhof und unser Nordbahnhof ausschließlich für den Personenver kehr unseres Badeortes reser viert werden, das ist das neue Stadium, in welches dem Veriuhmen nach unsere Bahnhofsfrage getreten ist deren Lösung wir bestimmt im rät sten Jahre entgegen sehen dürfen. Wohl werden berechtigte Zweifel laut, wie die bei Ausführung dieses Pojekts notwendig werdendes Kreuzusgen der neu anzulegenden SchteuenDer Sonnenfalter. Eine historische Erzählung von M. von Buch. 8) Nachdruck verboten. Di erklang draußen auf der Straße plötzlich lautes Ressegestampf und Trompeten geschmetter. Das Regiment der Garbe-du Corps kehrte von einer Falddienstüdung zurück. Es war ein prächtiger Anbück des Königs Elitetrupp:! Ausgesucht stattliche Leute auf edlen Pfeeden, und beiden, weder Rossen noch Rutern, sah man besondere Ercüdung nach deim strengen Dierste an. Als das Reziment den König am Fensier erblickte, ging eine Bewegung durch die Reihen. Augen link. Die Trompeter setzten ihre Jastrumente an den Mand, der Paukenschäge: ließ die Trommelpöck; donnernd auf das Kurbzell saufen, der Standattenträger senkte grußend die Fahne. Korig Friedrich saluticrie darkend; ein uchten in den scönen blauen Augen. Der Standartenträger war Freiherr von der Teeuck! Feiedrich hatte ihn scharf ins Auge gefaßt. Dies.sicht trüzt nicht— unmbglich— schien der Monarch sagen zu wollen. Eine halbe Stunde später schickte er seinen Pagen in das Quartier des Freiheren von der Trerck mit dem Befehle, dieser möge zum Könige kommen. Einem Befehle des Königs war sofort naczukommen. Trenck folgte dem Pigen auf dem Fuße, urd zwar noch in der Uniform, in der er die Felddienstübung mitgemacht, nur die Stiefel hatte er wechseln können. Als ihn der Kammerdiener meldete, wurde Trenck sofort vorgelassen. „Ich habe Izn rufen lessen," begann der König,„um—.“ Er bemerkte in der Brutttasche des jungen Mannes ein Buch, unterbrach sich plötzlich und fragte:„Wahat Er da? Irgend einen Kammermädchen roman?“ Trenck lächelte ein wenig „Etist kein Kammermäschenroman, Maje stät, sondern es ist die Antigone von Sophokles.“ „Hm—“ Friedrich nickte.„Esistschön daß Er die gelehrten Studien, die er einst auf der Universität betrieben hat, nicht ganz vernachlässigt. Wie lange liegt diese Zeit zurück?“ „Fau sichs Jahre, Majestät. Ich war dreizehn Jahre geworden, als mich meine Lehrer für tüchtg genug fanden, die Uni versität Königsberg zu beziehen.“ „So, so,“ machte Friedrich.„Aso die Antigone liest Er nach der anstrengenden Uedung in Freien. Das ist recht, das liebe ich.“. Und man sah es an dem Ausdrucke seiner Zige, welche Freude er bei diesen Worten empfaad. Ee war stolz auf Tunck, dem die Natar so reich: Gaben verliehen hatte. „Mojestät,“ entgegnete der junge Garde du Co ps,„man muß die Zeit benutzen; wir haben oft in acht Tagen nicht so viel Stunden zur Ruhe übrig gehabt.“ „Beklag' Ee sich nicht. Ich habe oft in einem Monate nicht eine Stunde," sazte der Herrscher.„Bedenk' Er das. Und nun geb' Er mir das Buch.“ Tenck reichte das Gewünschle seinem köntglichen Gevieter. Dieser blätterte darin, ging an den Schreibtisch, nahm einen Bleistift und machte in dem Buche einige Anmerkungen. Drun reichte er es an Freiherrn von der Teeuck zurück. „Merke er sich, welche Stelle ich darin angestrichen habe,“ sagte Friedrich, und dann den in strammer, dienstlicher Haltung vor ihm Stehenden mit einem raschen Bicke messend, fuhr er fort:„Ich habe Ihm noch etwas zu sagen. Ich habe von dem Duell gehört, das Er mit dem Leutnant Kötteritz ausgefochten hat Herr! in Dreiteufelsnamen, wie kommt Er dazu, sich in deartig: Händel verwickeln zu lassen? Ich habe gehört das Er als Sudent gerauft hat. Das mochte hingehen, allein in meinem Dienste bulde ich dergleichen nich!! Ich kann die Renommisten und Duellanten nicht leiden. Merk Ee sich das!“ Eine Pause entstand. Da fragte der König, und der Ton seiner Stimme war mitder:„Kann Er in dieser Affäre irgend etwas zu seiner Verteidigung und Rechtfertigung anführen?“ .eiherr von der Trerck sah mit einem raschen Bick= auf. „Majestät, das Duell war nicht meine Schu.d," betenerte er.„Es war mein Gegner, der Hä del suchte. Anklagen will ich nicht, obgleich ich verschiedene Beweise habe. Aber das kann ich behaupten: man hat mir mit diesem Duell eine Falle gestellt.“ (Fortsetzung folgt.) Pränge für die Einführung der Personenzüge von Vlotho in den Nocdbahnhof einerseits und die Umlettung der nach Minden bestimmten Güterzüge vom Südbahnhof auf die alte Köln—Mindener Elsenbahnstrecke andererseits bewerkstelligt werden sollen; doch gibt es für die heutige Technik derartige Unmöglichkeiten wohl kaum noch. Nunmehr soll auch endlich die bislang nur eingleisige Srecke Löhne—Hameln, an welcher unser Sadbahnhof liegt, und welche seir Sperrung des Altenbekener Tunnels nicht nur mit Güterzügen, sondern auch mit D Zügen mehrbelastet ist,— auch angesichts des Sprem berger Eisenbahnunglück:— zu einer zweigleifigen Linie ausgebaut werden; noch vor kurzem hat zu diesem Zweck: eine Bereisung der Strecke durch den Elsenbahn=Präsidenten in Kassel staitgefunden. (*) Oeynhausen, 14. März.(Katasteram:.) Herr Katasierkontrolleur, Steuerinsp kor Kretschmer in Bad.ynhausen ist vom 1. April ds. Is. in gleicher Diensteigerschaft nach Elberseld versetzt und mit der Verwaltung des Katasteramtes in Bad Oy hausen der Katasterkontrolleur Wimmer, bieger in der Geheimen Kalkulatur II des Fironzministeriums, beauftragt worden. Ans dem Kreise # Herford, 14. März.(Der Beamtenverein) veranstaltet am Sonttag nachmittag 4 Uhr im kleinen Saale des Schutzenhofes seine erste Unterhaltungsftier. Außer Konzert und Liedervorttäge wird Paßor Schengberg noch einen Vortraz halten über„Minster Karl Feeiherr von Stein“. I Herford, 14. März.(Verschiedeues.) Die für 1905 ausgestellten Radfaßrerkarten dehrlten auch für 1906 ihre Gul#igkeit, ein Untausch ist also nicht erforderlich.— Durch Magsstrat und Stadtverordnete wurde die Känmereikasse einer unvermuteten Revision unterzogen, wobei alles in Ordnung befunden wurde. Ostkilver 13 März.(Fortbildungsschule.) Am Dennerslog findet in der Schule I hierselbst die Schlu###üfung der ländlichen Fortbildungschule statt. Die längliche Fortbildungsschule wird von 34 Schülern besucht. Die Ellern der Schüler werden zu der Schlußpeüsung eingeladen. „- Wallenbrück, 15. März.(Goldene Hochzeit) Fünfzig Jahre sind in diesen Tagen vergangen, sett Herr Pächter Tieckann N. 3 hier, eine weit bekunnte Persönlich keit, mit seiner Frau das Band der Ehe knipte. In sektener Ferische und Rüstigkeit gediakt das Inpelpa#r am Freitag die soldene Hochzeit zu feiern. Eine ansehnliche königl. Eorengabe dazu ist bereits eingetreffen Aus dem Kreise Hekr. ch Vorgholzhausen, 14 März.(Einen Karkofen) beabsichtigt die Firma E. Farth mern hier anzulegen. Die Beschreibungen, Zeichauigen und Päne liegen auf dem Bureau des Kreisausschusses zur Einsicht ens. 6 Vorgholzhausen, 14. März. (Schiedsmann) Der Lehrer Friedrich pachtgelder) Die Liste der an die G undbesitzer der Gemeinde Werther zu vertellenden Jagdvachtgel##er liegt in Sadte vo Erheramt zur Einsicht der Beteiligien effen Aus den Kreizer Wiedenbrüc uns#herzec). Paderborn, 13. März.(Das Sennelazet) wud in der kommenden Monaten eire unzewöh lich lange dauernde und sta ke Bllegung von Milltär erfahren, und zwar wird in diesem Jahre winiger Kav=lletie, aber erheblich wehr Insarterie als im Bo jhre, das Lager beziehen. Soweit bisher sistaestellt— kleine Abänderungen sind richt ous #schlissen— werden laut„Westf. Volk###ol##nde 10 grteie in die Senne kommen: 23 Marz bis "#in 2 Kompaanien Reserveossiziers. asplranten des VII:me=ko ps 29. März bis 25. April zwei desgl XI Amme.korps 19. Prstz,# 3 Mai Juf Regt. 55(Härer, Vteitseio, Detmold). 20. April bis 3. Mai Krügtstork Reserve Ins.=Regt. XI Ammee .55, 7 Mai bis 1. Juni Juf Regt. 16 Ligga 53(Köin). 10. Mai bis 23 Mai #rnz stgz Reserve Ins=Regt VII. Armee (Päager) bis 80 Juni Iuf=Regt 18 56.7, 8„Joui bis 3. Jui Irs=Regt. .##. 21. Juni bis 11. Juli Feldart.= 9#te: 7 Wes!) und 43(W.l) 8. Juli bis Inf Regter. 94(Weimar Eisenach, 96(Attenburg, Gera Rusolstadt) 13. (Kos1.. 2: Au ust Feldart. Regter. 23 9) und 59(Ab.n) 30 Juli bis 16 Aug (Mü heim.;) 108(Padeiboro) und 159 bis 16 August (Slahge(Loin Deuz) und S Sepiengt, aburg). 4. August bis Feldart.=Regter. 27(Mainz) und 63 (Frankfurt Main). 18. August bis 8. September Ins.=Regt. 55(Hörter, Bielefeld, Detmold). 21. August bis 8. September Ins.=Regt. 15 (Minden). 14. August bis 6. September UlanenRegt. 5(Tüsseldorf) 24. August bis 6 Sept. Hus.=Regt. 11(Krefelt). 11. September bis 24. September Kriegsstark. Res Ins.= Regt. VII. Armeekorps. Die Zahl der in der oben angegebenen Zeit nach dim Sennelager kommenden Truppen wird rund 30000 Mann betragen, eine Ziffer, die bisher dort noch nicht erreicht worden ist. Gütersloh, 13 März.(Besell schaftsabend.) Am Sonntag abend hatte der Evangel. Jünglingsverein einen Gesell schaftsabend, sogen. Missionsaberd veranstaltet. Herr Pfarrer Wegener berichtete in seiner Einleitungsansprache, der er Psalm 22 28 bis 32 zugrunde legte, über die Missionkarbeit in Südafrika, den erfreulichen Fortschritten berselben auf den verschiedenen anderen Missionsgedieten, wie Niederländisch Indien, Sumatra, Nias und Neu= Buinea. Herr Missionar Hegner schilderte anknüpfend an Jes. 53, 12 die Anfange der Missionsarbeit an den Hottentolten in Südafrika vor etwa 100 Jahren, dabei das Ledensbild des um diese Zeit lebenden Hottentotten, des gefürchteten Räuberhauptmanns und späteren treuen Christen Christian Afrikaner ausführend. Das Schlußgebet sprach Herr Pastor Wegener. Deklamationen, Gesang znd Posausenvorträge waren dem Abend angepaßt. Der Ertrag der abgehaltenen Kollekte war für die eben errichtete neue Missionsstation in Läderitzbucht bestimmt. Möge bei den Teilnehmern der Missionssinn und die Missionsliebe neue Anregung erfahren haben.(Gät'g) Aus dem Res.=Se, Münster und Aeusser: Münster, 13. März.(Der Räuber von Woldeck,) der den Ackerer.sseling überfallen hat, ist anscheinend jitzt dingfest gemacht. Am Freitag Nachmittag ginz der Keiminaspolizei die Meldung zu, daß ein gewisser Heinr. B, eine der Polizei nicht unbekannte Persönlichkeit, sich im Besitze der dem überfallenen Ackrer Wsseling abzenommenen Uhr befinde. Die Polizei nahm B. darauf sosort fest und führte ihn dem Untersuchungsrichter zu. Die vor einigen Tagen auf die Ermittelung des Täters aus gesetzte Besohnung von 500 Ml. ist also prompt von Erfolg gewesen. Münster, 13. März.(Ertrunken.) Gestern ertrank im Dorimund Ens Kanal der jagendliche Arbeiter Beüggemann, der im Uebermet in voller Kleidung ins Wasser gespetingen war, um seire Schwimmkunst zu zeigen.— Heute worgen gegen 11 Uhr verunglückte gleichfalls durch Ertrinken in der Wirte bei Handorf der Stationsgehilfe Keusch von hier. Wiederbelebn geversuche blieben erfolg'os. Ob ein Unglück:foll vorliegt, konnte nicht festgestellt werden. Dortmund 13 März.(Verbrüht.) Die zw ijährige Tochter der Eheleute Hermann Schliebs in der Falkenstraße stßlt „Rh. W. Ztz.“ einen im Fiur stehenden Eimer wir heißem Wasser um und fiel in das Wasser. Sie erlitt deraetige Blandwunden, daß sie verschied. Dellwig bei Fröndenberg, 12. März. (Ein großer Einbruchsdiebstabl) wurde in der vergangenen Nacht hierselbst beima Pfarter Lunge verübt. Die Diebe haben anscheinend das Küchenfenster ein gesrück und gelangten hierdurch in Küche und Keller, die sie eründlich austäumten. Schwelm 12. März.(Verzweiselte Tat.) Erschossen hat gestern nachmittag der Fabrikant Ernst., Johaber einer Esen zußerei und Maschinenfabrik, seine zwei Kinder, einen Knaben von 8 und ein Märchen von 9 Jahren und sich selbst. Seine Galtin ist mit dem jis#sten Kinde sot einigen Tazen abwesend. Als Grund wird Eisersucht bezw. Familier zwist angezeb n B Hamm, 12. März.(Die vierte Gencralversammlung des Eo. kirchl. Erziehungsvereins der Provirz Westsaien) fand heute hier statt. Es waren dazu Deputierte aus fast sämtlichen Syzoben der Provi##z erschienen. Der Vorsitzende, Pastor Siebold in Bittzel bei Bielefeld, berichtete, daß im ganzen z. Z 1538 Kinder unter der Aussicht des Vereins Känden. Von diesen sind 686 von Armen verwaltungen, Ortsgruppen des Vereins und von Privaten dem Verein überwiesen, während 852 Kinder durchs Gesetz der Fürsorgeerziehung unter stellt sind. Der Verein hat es sich zur Aufgebe gemacht, außer den ihm von dem Landethauptmann überwiesenen Fürsorg zöglingen auch alle di jenigen Kinder aufzunehmen und momöglich in Familien unterzubringen, welche durch ein Verschulden der Enern nicht in der Familie bleiden können, oder welche sons. halb oder ganz verwaist sind und für weiche sonst ein underes Unterkommen erfordnlich ist. Im Jahre 1905 sind 206 Kinder dem.rein übern iesen und davon 180 in Familien= erziebung gebrockt worden aus fast allen Teilen der Povinz Westfalen. Der Verein hat aber zur Aufnahme siner Zöglinge auch außer dem E ardtshaus“ in Bethel, in welchem die meisten Kinder vorläufig unt rgebracht werden, noch neun andere Anstalten benutzt. Asyle, Rettungshäuser, Krankenhäuser 2c. Die Kinder und Jugendlichen sind in 365 Octen der Provinz untergebrocht und fast sämtlich von dem Vorsitzenden besucht worden. Der Verein verwaltet über 56000 Mark Spar kessenzelder für seine Zöglinge und hat einen Jayresetat in Einnahme und Ausgabe von üter 51000 Mark. Er hat eine reiche, gesegnete Wirksamkeit bisher entfaltet und ist es zweckn äßig, daß alle, welche ein gutes Unterkommen für gefährdete, evangelische Kinder suchen, sich an den Borsitzenden des Vereins, Pastor Siebold in Bethel bei Bieltfeld, wenden, welcher in der Lage ist, für Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren gute Familienpflege nachzuweisen, wobei die be triffenden Ueberweisungsstellen nur ein jährliches Aussichtsgeld für die Kinder zu zahlen haben In vielen Fällen— in denen es doch nötig ist— gelingt es nicht, die in überaus trüben häuslichen Verhältnissen dim Verderben entgegen gehenden Kinder dem Fürsorge Ecziehungs=Gesetz zu unterstellen; wohl aber würde es nicht unschwer gelingen, den§ 166 des B. G. B. in Anwendung zu bringen. Daraufhin können mit Hilfe des Erziehungsvereins jährlich noch einige Hunderte von Kindern den traurigen Berh'ltnissen entnommen und in gute Ecziehung gebracht werden, wenn zumal die Kommunalverwaltungen sich der Hilfe des Vereins bedienen wollten. Um das Jateresse für den Verein in weiteren Kreisen zu wecken, wurde beschlossen, die Generalversammlung in Zukunst an verschiedenen Octen der Provinz abzuhalten und womöglich mit öffertlichen Volks. versammlungen im Interesse der Kinderrettung zu sectten Aus den Nachberororinter##d Steulen Olvenburg, 13 März.(Oberintendant Meinardus.) der, wie wir s“. meldeten, am 15. Dezember v. Is. seinen hundertsten Geburtetag feierte, ist gestern vormittag gestorben. Duisburg, 12 März.(Unter gegangen.) In der vergangenen Nacht ist auf dem Rhein zwischen der Werthausener Fähre und der Hütte Vukan der Ratdampfer Karlsrube IX unterzegangen; die Mannschaft konnte sich retter. In werlichen Ostseegebiet liegen mehr als 10 Segelschiff: auf dem Strand, zum Teil völlig verloren. Der Kreis Heine krug in Ospreußen wurde von einm großen Hochwasserunglück heimgesucht. Der Mark platz der Stadt Heidekrug steht unter Wessec. Noch schwerer werde das 16 Moorkolonisationsgebiet betroffen Eine gtoße Anzihl Törser, darunter die Kolonie Bismarck, befinden sich in gößter Wassersnot. Die Bewohner waren gauz unvorbertitet und mußten auf die Böden der Häuser flüchten, von wo etwa 100 am Dienstag gerettet werden soarten. Das Vieh stand mitertief im Wesser und fror as. Auf der vor der Elbe gelegenen Nordsteinsel Neuwerk wurken alle Deiche überflulet und schwer beschätigt Auf 800 Meter Länge wurde ein 20 M ter breiter Landstreifen weggerissen. Amsterdam Dordrecht und Vlissingen wu den teilweise bbeeschwemmt, die holländische Prooin; Seeland steht unter.sser, der Essen batngerkehr is unterbrochen und die Berbindung mit Eggland über Viisingen un möglich Der von Hell noch Ret erdam bestiu mte Dampfer„Colna“ ist un zweifelhaft an der holländischen Küse gesurken. Der Kapitäg und 6 Mann au den von einer Fischersch##ck gelendet; zwölf Mann, darunter die übrigen Ofiziere, blieben an Bord und sind wahrscheinlich mit dem Schiff unter gezangen. Stettin, 14. Mä z. Raubmörder ergriffen! Die„Onseezeitung“ meldet: Heute vo mutag wollte hier in der Ar dist aße ein Schutzmann einen Fahrraddieb sestnehmen. Dieser schoß und vermundete den Beamten an der Wange. Man stürzte sich auf den Dieb, schlug ihn nieder und brachte ihn zur Polizi wache. Dort fand man in seinen Taschen einen Heimatsschein und Pfandschein auf den Namn Hennig, Berlin. Der Verhaftete gestand, der Raubmörder Heunig aus Berlin zu sein. Hernig hatte hier zwei Wodaungen zueist unter dem Namen Morten: Oto Fuchs am 27 Feberar, dann am 6. März unter dem Namen Otto Forkmann. Wahrscheinlich hat er dann roch ette dritte Wohnurg gehobt Bei einem der Witte hat er in einer Nach die Wolnung heimlich verlassen und dabet einen Spegel und eine Uhr gestohlen. Außrdim 28 Mk. Bargeid bei ihm gefueden Die Polizei nimmt an, daß die in letzter Zut hier ror## kom menen Einbruchsdiedstähle Hennig zu: Last zu legen si#d New Yoik, 14. März. Der in Hovolulu eingetrffene Dampfer„Sierra“ meldet, daß ein storker vulkanischer Ausbruch auf der Insel Sawait(der westlichste de Samon I seln) stattg= funden und drei Dörser vom Erdboden weggesegi habe. Ein Lav strom in einer Beeite von ¾ englichen Meilen fluße dem Meere zu. Die Regie ung habe einen Dompfer entandt und die Frauen und Kinder außerhalo des Ge# fahrenbereiches gebracht. (Zum Grubenunglück in Courrièret) wird vom. 18. d M. gemeldet:„Alle Mann schaften der deutschen Retiungekolonne sind wohlauf. Sie kihren norgen dis auf neun Mann von der Hibernia zuük“ Ferver vom 14 d..: Die deutschen Rettungsmannschaften setzten in Grube 2 die Bergurg der Leichen fort. Vormittags wurden 22 Lechen rekognosziert. Im gaizen sind bis jzt 223 Lichen zutage gesördiet worken. J. einer Galerie sind 105 Leichen aufgefunden worden. Wegen der Verwesung der Leichen ist das Innere der Gruben fast unzugänglich, und die Rettungsmannschaften schwanken, ob sie die Arbeiten sortsetzen sollen. Der Präsekt hat angeorknet, daß bie zutage gesörderten Llichen in Billy Montigny nur eine Stunde larg ausgestellt bleiden dürfen und dann sogleich eingesargt und beerdigt werden sollen. Die Deutschen arbeiten une müdlich, allge mein bewundert und von den in Comriétes anwesenden Ministern beglückwünscht. Nach einer Meldung des„B. T“ ist in den Minen von Courrié#es, Dourges und Ostricourt ein Ausstand ausgebrochen. Die Bergleute fordern eine 10piozentige Lohnerhöbung. Essen(Ruhr), 14. März. Der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter spendete der„Essener Volk=ztg.“ zufolge für die Opfer der Katastrophe in Courrières 5000 Mark. (Eine gute Seele.) Als es mit seiner jungen Frau gar nicht mehr ging, ergagierte der Doktor Meier eire Köchin. Als diese am ersten Tage am Herd stand und die Frau Doktoe hereintrat. sagte sie:„Was meinen'. geä Frau, wenn ich heut das Essen auch'a bißl nerpfuschen tär' ... der Herr wär' dann vielleicht milder gestimmt gegen Sie?“ (Aus Tirol.) Lehrer:„Wer weiß, was abdieren ist?“— Schüler:„A Dirn is a Viehroge" Literarisches. Mütterliche Reformgedanken. Von E. von Oeitzen, geb von Thadden. Verlag von Fr. Bahn, Schwerin. Preis Mk. 1 60, geb. Mi 240. Das ist ein gesundes, verständiges und darum auch eguickendes Buch, das die seit dem Erscheinen ihrer prächtigen„Entenrike" und anderer nicht mir der töstlicher hintervor merscher Gschichten bekannte und beliebte Verfasserin allen denen schenkt, welchen in urserer so zeformsüchtigen, aber auch vielfach resormbedürftigen Zut das Herz oft bange werden will Hier deck eine feinfühlige Hand Schäden und Mängel nicht nur auf, um sie zu kruisieren, sondern um zu ihrer Beseitigung die besten Ratschläge zu erteilen. Brieslasten. W. Für heute für beide Blätter seider zu spät. Redaktion war schon geschiessen Größere Sachen nüssin siets am vorhergehenden Tage in uisern Hänzen sen Der Diuck der Zeitung beginrt um 12 Uhr mittags. der Witterung. Bielefeld, 15. März 1906. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., hier. Niedrigst. Thermometerstand in der Nacht— 3 ½°3 Thermometerstand um 10 Uhr vorm. 0#c Barometer 75,5 cm. Wind: Süd. West. Himmel: bedeckt. Neueste Nache# Berlin, 15. März. Nach einer dem„Vorwärts zugegangenen teilung ist die bekannte sozialdemokratische Agitatorin Rosa Luxemburg, die sich Anfang März in Warschau aufhielt, dort verhaftet und in das Staptgefängnis gebracht worden. Eine bestimmte Anklage gegen sie ist noch nicht erhoben worden. — Der, Vorwärts“ veröffentlicht an der Spitze seiner heutigen Nummer einen Aufruf zu einem zahlreichen Besuch der am 18. März stattfindenden Versammlungen. Es heißt darin: Die historische Aufgabe des Proletariats sei es, die im Jahre 1848 vom Bürgertum mit Hilfe der Arbeiterklasse bereits auf kurze Dauer gewonnenen Völkerrechte nunmehr von niuem zu erringen und für alle Zeiten zu sichern. Die Märzfeier soll eine Wahlrechte demonstration sein, ebenso wichtig, wie die des 21. Januar; sie soll zeigen, daß die Arbeiterklassen ihre Rechtlosigkeit in Preußen als empörende Schmach empfinden. Lille, 15. März. Den vereinigten Bemühungen der deutschen und französischen Rettungsmannschaften gelang es gestern, weitere 53 Tote zu bergen. Einige der Deutschen sind an den Folgen der Rauchvergiftung erkrankt. Der Präfekt bestimmte, daß die Leichen wegen der bereits eingetretenen Verwesung sofort bestattet werden sollen. Insgesamt sind bisher 223 Leichen gefördert worden. Bei Schacht 5 haben die Bergungsarbeiten gestern abend begonnen. Ein Arbeiter, der eingestiegen war, erklärte, er sei auf einen Hausen Leichen von mindestens 300 Mann gestoßen. Wenn Hausputz ist groß: Reinmechen begimt: das Putzen, A..schen, Fegen, Wschen, Schrubden, Kietz n, Scheuern, dann beway.t sich, wie schon seit langen Jahren, dahei am besten der bekannte Luhns Wisch Extiakt mit#otem Baud. Ee magt das Wasser wech wie Rign wasser und ergin eine äußerst mude, spaisam, billige Abwosch=Liuge, die zu ellm benutzt werden kann Zweckmaßigeree wie Luhne gio; es bis jtzt nicht. In j dem bessnten G schäft zu haben; wenn etwa noch nicht, so wolle man direkt an Luhn= Seifenfabrik in Baimen schkreiben, dann wird Ihnen sofort die nächste Verkaufsste#e mitgetillt Vorsicht.im Eintauf! Stadt-Theater. Donnerstag, den 15. März 1906. Benesiz für Fräulein Steift Margreiter. (Zum ersten Male.) Die Schützenliesel. Operette in 3 Akten von L. Stein und C. Lindau. Musik von E. Eisler. Anfang 7½ Uhr. Freitag: Keine Vorstellung Die geseierte Diva Frl Mia Werber, die erste deutsche Operettensängerin wirdam nächsten Dienstag in(Die Geisha), Mitt woch(Das süße Mädel) und Donnerstag(Die Puppe) gastieren. Bllets hierzu sind von heute ab an der Theaterkasse zu haben. Altsädter Jungliugs= und Männer=Herein. Lokal: Ev. Vereinshaus. Sonntag, den 18. März er., abends 8½ Uhr: Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. —6½ Uhr Schlußandacht. Der Ordner. Jedermann ist willkommen. abends 8¼ Uhr, Familienabend (Theeabend). Die Witg ieder sowie Freunde des Vereins si d herzl. eingeladen. Der Sonntag, den 18. März cr., abends 8½ Uhr im großen Saale des Volkssaales Lichtbilder= Vorführung: Die alte Reichsstadt Nürnberg mit begleitendem Vortrag. (Der bereits angekündigte Vortrag üder„Marokko" kann nicht stattfinden, da die betr. Bilderserie leider vergriffen ist.) Eintritt 20 Pfg., Kinder unter 14 Jahren 10 Pfg. Der KüchenEinrichtungen Tv. Männer- v. LüngungVerein St. Johannis. Sonntag, den 11. März er., abends 8 Uhr: Vertrag liefert sehr preiswürdig Fritz Tiekötter Möbelfabrik, Niedernstr. 45. von Herrn Pastor Mund. Thema: „Himmel und Hölle“ Was hat sich der Ehrist darunter zu denken? Jedermann, Männer u. Frauen, werden hierzu herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Der Vorstand. Jugend=Abteilung. Nachm. 3½—5 Uhr: Spiele im Freien auf dem Spielplatz der 10. Bürgerschule. —6 Uhr Fortsetzung v. Ben Hur. —6½ Uhr Gemeinsame Andacht Um zahlreiches und pünkliches Erscheinen bittet Der Jugendordner. Aeltere Abteilung. Nachm.—5 Uhr: Freie Unterhaltung und Spiele. —6 Uhr Fortsetzg der Geschichte. Veranurmachung. Meiner verehrten Kundschaft in Stadt und Land zur Nachricht, daß sämtliche Sämereien für Feld, Wiesen, Wald und Garten in frischer keimfähiger Ware und in großer Auswahl am Lager sind und halte mich bei jetzt eintretendem Bedarf bestens empfohlen. Friedr. Riemeier, 9 en gros Samenhandlung en detail Bielefeld, Jahnsplatz 3 früher Inl. Frieber. Ia. Sangl= und Ainemerte Et. Pauli. Vereinslokal Paulusstraße Nr. 26. Sonntag, den 18. März er., auf den Lebenstall bei der 1838 gegr. PreussischenRenten-Versicherungs-Anstalt in Berlin. Oeffentliche Versicherungsanstalt. Einkommenserhöhung, Altersversorgung, Kapitalversicherung für Studium, Militärdienst, Aussteuer. Anfnahme ohne ärztliche Untersuchung Portofreier Rentenbezug onne Lebenszeugnis unter den von der Direktion zu erfahrenden Bedingungen. Strengste Verschwiegenheit. Kapifajen Ghehl. Verein junger Manner Parenmarkt 2 Sonntag, den 13. März er., abenks 8 Uhr im großen Saal der Volkshalle: Volks=Familien=Abend. (Amrum=Abend) Ausführliche Programme sind vorher im Verein oder abends am Eingang zu haben. Eintritt 20 Pfg. Jedermann ist herzlich zu diesem Abend eingeladen. Jugend=Abteilut Nachn. 4½ Uhr: Freie Zusammenkunft. Abends 8 Uhr: Beteiligung am Amrum=Abend. Der Vorstand. Näbere Auskunft, Tarife und Prospekte kostenfrei bei: Potthoff& Castanièn in Bielefeld, Obernstrasse 52. Bekanntmachung. und soll Die Lieferung von Drucksachen, Schreib Zeichenmaterialien für das Rechnungsjahr 1906 in 2 Losen vergeben werden und zwar: Los I Lieferung der Drucksachen, „ II„„ Schreib= und Zeichenmaterialien. Verdingungsurterlagen sind bei unserer Kanzlei II für 0,25 Mark zu beziehen, ebendaselbst sind schriftliche verschkossene Angebote mit der Aufschrift:„Angebot auf Lieferung von Zeichenmaterialien" bis zum Eröffnungstermin am Freitag, den 23. März dieses Jahres, vormittags 9 Uhr einzureichen. Bielefeld, den 12. März 1906. 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