Nr. 21. Brseichrich en der Geschäftsstelle n. an allen Postanstalten 1., bei täglicher Zustellung in Bielefeld 1,20., durch Briefträger 1,42 M. Postzeitungsliste Nr. 5381. 30. Anzeigengebühr für dieemspaltige Petitzeile oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 25 Pf. Erscheint sechsmal wichentlich Geschäftsstelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. Bielefeld Donnerstag, 25. Januar 1906. 25. Januar: Kaiser Heinrich IV. im Schloßhos zu Canrssa(25—27. Joruar) 1077. — Die Festung Longwie, seit 9 Tagen von den Deutschen beschossn. kopituliert, 1871.— Schlacht bei Dogali in Abessinien, Niederlage der Italiener(25— 26) 1887.— V. E. Becker Komponist, gest. 1890. Moderne Brunnenvergiftung. (Aus der„Deutschen Reichspost“.) Brunnenvergiftung galt zu allen Zeiten für eines der schändlichsten Verbrechen und wurde demgemeß strerg bestroft. Dagegen wird unser Volk, koch und nieder, ungestraft geistig vergiftet durch die Ergüsse jenes schwarzen Quelle, der überall flußt, der Presse, teilweise auch durch die Erzeugnisse der„Kunst": Theater, Bildwerke, Zeitängen urd Zeitschriften, Vorträge, Bücher träuseln fort und sort Gist in Strömen in die Seele unseres Volkes. Die schlimmen Folgen kommen immer mehr an den Tag und erfüllen jeden wahren Volkssreund mit ernster Sorge. Einst redete man mit Hochachtung und Bewunderung von der Sittenreinheit, Keuschheit und ehelichen Treue, durch die gerade die Deutschen sich vor anderen Nationen auszeichneten. Seit Jahren aber scheinen viele nur darauf hinzuarbeiten, daß dieser Ruhm begraben werde Wer heutzutage in unser Volk und sein Treiben in Stadt und Land hineinsieht, wird finden, daß es im Punkte der Sittlichkeit und Zucht reißend abwärts geht. Wenn nun Tingeltangel, Schundromane, atheistische Zeitungen u. dergl. Tag für Tag dieses Berstörungswerk treiben, so sshte— möchte man meinen,— wem irgend das Volks wohl noch am Herzen liegt, an seinem Teil nach Kläften entgegenarbeiten. Hier bedeutt allein eine entschiedene Reaktion den wahren Fortschritt, ist darum Recht und Pflicht jeden Volksfreundes. Aber was erleben wir? Ein geseierter Schriftsteller und Doktor der Theologie(11) früher Pfarrer, Gust. Freussen, läßt ein Buch erscheinen, das in seinem Teil träftig bei dieser modernen Brunnenvergistung mithilft. Seinem neuesten Roman gab er den Namen„Hilligenlei"— heiliges Land. Aber niemand braucht davor seine Schuhe auszuziehen; man kann nur den Rat geben: beiritt es nicht und rühr's nicht an! Ernste Leute, die's betreten haben, sagen uns: „man wird darin zwischen Ekel und Ent rüstung hin= und hergeworfen.“ Von großer Enttäuschung, Schmerz, Ekel und Entrüstung, die beim Lesen des Buchs über sie gekommen, sprechen verschiedene Reensenten in ernsten Zeitschriften. Der betannee Schriftsteller und Evangelist S. Keiler schreibt zum Beispiel: „Uns ist es schmerzlich, das im schillernden Gewand kür stierischer Form solches Gift in unser Volk getragen wird.“„Unnötige Lüsternheiten werden mit Behagen breit getreten.“„Wer wird die Erschlagenen meines Volks, die durch solche Lehren an Leib und Seele verdorben werden, wieder lebendig machen!?“ Ein anderer ehrenwerter Rezensent spricht von einem„heißen Sonnenkitzel, den manche Gestalten.s Buchs erw.cken müssen.“ Jn der Tat, man weiß nicht, für wen man sich mehr schämen soll, für den bekühmten Autor, der solche Speise der gebildeten Welt zu dielen wagt, oder für das gebildete Publikum, auf dessen verdorbenen Geschmack dabei gerechnet ist und zwar leider bicht vergeblich. Von einem Buchhändler konnte man hören: kein Buch sei vor Weihnachten so sehr begehrt worden, wie =Hiligenlei“. Was hilft's, wenn es in einer das Buch preisenden Rezension in der „Shristl. Welt“ heißt; nur auf„sehr reise und ernste Leute“ sei es berechnet. Aber jeder Bacsich kann es kaufen oder entlehnen und jeder unreise junge Mensch kann es erlaubter oder verstohlerer Weise in die Hand bekommen. Wenn wenigstens ein Totenkopf auf dem Buch zu sehen wäre, wie in den Avotheken der Giftkasten und in den Arzneifläschchen das Gift häufig durch einen großen Totenkopf kenrtlich gemacht ist! Und nicht gerug, daß der Inhalt des Buchs in sittlicher Hinsickt in hohem Maß anstößig ist, nun findet sich auch noch„das Leben des Heilands“ hineinverwoben Mir fiel dabei unwilllürlich das Wort des rraven Balentin im„Farst“ ein:„Laß unsern Herin Gott aus dem Spaß!“ Das Leben des reinen und heiligen Menschensohnes in solcher Unrabmung! Und das bringt ein früherer Pastor fertio. Kein Wunder, wenn wir Pfarrer und Theologen auf wechsendes Mißtrauen stoßen! Und was erlaubt sich Frerssen vom Heiland zu sagen? Unter anderem: Seine Natur sei nicht ganz frei von Bösem gewesen, wahrlich eine kicke Behauptung dem gegenüber, an dem die ernstesten und tiefesten Geister bisber keinen Flicken entdeckt haben. Weiter: Jesus gehe in keirer Tat und keinem Gedanken über das Maß hinaus. Man möchte fragen: Hat Freussen denn einmal nüchtern und unbefangen die Evangelien gelesen? Und das soll Ergebnis streng historischer Wisserschaft sein! Gehl's dem Meister so, was Wunder, wenn auch ein Apostel wie Paulus keine Gaade findet. Nach Frenssen ist er ein historischer kranker Tropf, der die Hauptschuld trägt, daß das Christentum so gesälscht und ertartet der Welt überliefert worden ist. Ich glaube, von Paulus werden noch Segensströme ausgehen, wenn der Verfasser von„Hilligenlei“ längst vergessen ist. Was aber Freissn dem Apostel vorwitft, dessen macht er sich selbst schuldig: soll doch Jesus zur großen Sünderin in Simeons Haus gesagt haben: „Gott hat dich lieb, so wie du bist, behalt du ihn auch lieb, auch wenn du dich aus deiner Sünde nicht herausfindest. Nun geh! Weine nicht so!“ Als ob ein solcher Jesus auch nur einer Dirne zu einem neuen Leben hätte heisen können. Hätte Jesus so gelehrt und der Sünde gegenüber so ein Auge zugedrückt, so wäre er wohl kaum ans Kreuz geschlagen worden; auch wäre der Glaube an einen solchen Jesus nie und nimmer der Sieg geworden, der die Welt überwunden hat. Noch eins: Keller sagt: „Für alle glaäbigen Theologen und Missionare, für die Millionen gläubiger Laien in aller Welt fällt(in Hilligenlei) keine ehrendere Bezeichnung ab als die:„Unwissende oder Heuchelel." Is das nicht ein dreister Schlag ins Gesitzt von unzähligen errsten, wahrheits liebenden gewissenhaften Theologen, Pfarrern und Laien! Es ist die immer wiederkehrende Unart und Ueberhebung der modernen Freigeisterei, daß sie die Andersdenkenden kurzweg für rückständige Schwachköpfe oder für Heuchler erllät. Es wäre nachgerade am Platze, daß der deutsche Pfarrstand einmütig gegen eine derartige Beleidigung lauten Protest erheben würde. Im übrigen helfe wer kann, unser Volk gezen diese moderne Brunnenvergiftung schützen! Ich weiß wohl, in gew ssen Kreisen ist Freussens Roman mit Beifall begrüßt und entsprechend gepriesen worden. Wir staunen darüder. Ein ganz gutes Gewissen haben die Lobredner doch nicht; wenigstens fiadet Lic Schian in der„Christlichen Welt“ es für nbtig. Freissen gegen die fromme„Meute“ in Schutz zu nehmen, die sich bereits aufmache, über ihn herzufallen. Wir lassen uns dadurch nicht abhalten, unsere Meinung offen auszusprechen und wissen uns dabei trotz allem in guter Gesellschaft. „Vielleicht“— mit diesem Urteil S Kellers mögen diese Ausführungen schließen—„liegt etwas Heilsames darin, daß jetzt viele unter unseren Gebildeten erkennen, wohin es führt, wenn man mit Offenbarung und Wunder, Glauben und Gebet bricht.“ Möge diese Erkenntnis vielen aufgehen! Kornwestheim. Pfarrer Nestle. Zum Spott sogar der Sozialdemokratie hat sich das Berl. Tageblatt“ gemacht. Der Mossesche Freisinn, der vor dem roten Sonrtag wie Espenlaub gezittert hatte, weiß jetzt ganz genau, daß gar keine Gefahr vorlag und daß die militärischen Vorbereitungen der Regierung ein homerisches Gelächter im deutschen Volke und im „kultivierten Auslande" verdienten. Mit Recht schreibt hierzu der„Vorwärts“: „Mag das„Berl. Tagebl.“ sich noch so sehr auf den Helden hinausspielen, es bleibt ihm von den Arbeitern unvergessen, wie es wochenlang gegen die Wahlrechtsdemonstrationen der Arbeiterschaft gehetzt, sie den Behörden als Anfang der Revolution denunziert hat! Erst als dann die Armee mobilisiert und mit scharfen Patronen ausgerüstet wurde, eist als die Batterien kriegkbereit ausgefahren wurden, erwachte wiederum der liberale Mannesmut des Mosse Freisiurs!“ Ausnahnsweise dürfte der„Vorwäris“ einmal das Rechte getroffn haben. Politische Nachrichten. Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 24. Jaruar. Heute abend hielt das Kaiserpaar im Rittersaale des Schlosses Defiliercour für die Herren vom Militär ab. Anwesend waren die Prinzen und Prinzessinnen, die Hofstaaten nebst Umgebung und Gefolge. Zuerst deft'ierten die Generale und Admirale, dann das Ofizierkorps. Im Auftrage des Kaisers drückte heute der Fügeladjutant von Chelius dem hiesigen brasilianischen Gesandten die Teilnahme des Monarchen an der Katastrophe des Liniensck ff.s„Cqudaban“ aus und bat den Gesandten, diese Kundgebung auch dem Präsidenten der Republik Brasilien zu über. mitteln. Das Herrenhaus wird sich am Freitag wieder bis Anfang März vertagen. Für morgen erwartet man dort eine große Sozialistendebatte. Die Herren von Manteuffel, Graf Mirbach usw. richten, wie wir erfahren, an die Staatsregierung solgende Jaterp.llation:„Erscheint(s der Staatstegierung möglich, vaterlandsfeindliche Unternehmungen der Sozialdemokratie mit Mitteln der bestehenden Gesetzgebung erfolgreich zu bekämpfen?“ Am Donnerstag soll die Interpellation besprochen werden. Der Geschäftsordnur gskommission des Ab geordnetenhauses lag eine Anfrage des Abgeordneten Bosse(kons) über die Erledigung seines Mandats vor. Die Kommission entschied, daß das Mandat des Herrn Bosse, der bisher Lundrat in Minden war und jtzt in das Kultusministerium berusen ist, noch nicht erloschen sei, da er im Kultusministerium vorläufig nur krmmissarisch beschäftigt werde. Der Bund der Landwirte wird am 12. Februar wie üblich im Zirkus Busch seine Jahres Heerschau abhalten. Von den Gegenständen der Tagesordnung heben wir die solgenden hervor: Den Geschäftsbericht für 1905 wird Dr. Hahn erstatten; über die„sogenannte Fleischnot“ wird ein Herr Aus dem Winkel=Bozau sprechen; Herr v Oldenburg=Januschau hat sich das Thema„Unsere Handelsbeziehungen zu den Nichtvertragsländern“ erkürt, und Herr Dr. Oertel soll über die„Reichssteuervorlagen“ sprechen. Wie Professor Schiemann in der„Weser Zeitung“ mitteilt, wären zahlreiche lettische und jüdische Revolutionäre nach Deutschland und speziell rach Berlin geflüchtet. Sie treten wahrscheinlich mit falschen Pässen auf, und die Vermutung liegt nahe, daß sie auch einen Teil ihres Raubes mit herübergebracht haben. Da das ostasiatische Kreuzergeschwader sich nur aus zwei großen Kreuzern gegenwärtig zusammensetzt, und auch die Zahl der kleinen Kreuzer beschränkt wurde, kam vor einiger Zeit bereits die St llung des zweiten Admirals dieses Flottenverbandes zur Einziehung; jitzt soll aus denselben Gründen auch fortan die Stelle des Chefs des Admiralstabes beim Geschwader in Wegfall kommen. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, soll ein fünfter Nachtragsetat für Südwestafrika in Vorbereitung sein, da sich herausgestellt habe, daß der 4. Nachtragsetat mit seinen 30 Millioren nicht ausreiche. Die neue Nachtragsforderung sell erst Anfang März gestellt werden, da man die Summe, die noch fehlt, erst genau ausstellen muß. Auch sollen Entschädigungen für die Farmer im neuen Nachtragsetat gefordert werden. Bei der Volkszählung am 1. Dezbr. sind nach vorläufiger Feststellung im Großherzogtum Baden 2000032 Pirsonen eimittelt worden, also 140174 oder 75 Prozent wehr als vor fünf Jahren. Seit dem Bestehen des Großherzogsums, also seit 100 Jahren, hat sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt. Der Aufstand in Südn Afrika. Das Oberkommando der Schutztruppe wird in allernächster Zeit dem Oberst von Deimling übertragen werden. Eine deutsch englische Eisenbahn in Südafrika von Maseking nach Gibeon ist bekanntlich seit larger Zeit lebhaft erwogen worden. Zu t äherer Untersuchung des Planes wird demnächst eine Kommission abgesandt werden, der auf deutscher Seite der bekaurte Hauptmann Franke und Herr v. Uslar=Gleichen, Landrat in Apenrade, angehören. Die Kommission tritt am 27. Januar die Ausreise von Southampton nach Kapstadt an. Landrat v. Uslar wird auch im Auftrage der Rgierung nach Wasserquellen suchen. Er besitzt darin große Erfahrung. Aus dem Auslande. Wien, 24 Januar. Die N. Fe.:.“ meldet, der Versuch des Ministerpräsidenten Gautsch, das Kabinett durch Heranziehung Derschattas und Pacaks als Minister ohne Portefeuille zu ergänzen, müsse als gescheitert betrachtet werden, da die Tschechen Bedingungen für den Einteitt Paciks stellten, die im Hinblick auf den Widerstand der Deutschen nicht erfüllt werden könnten. London, 24. Jan. Nach den bis 8 Uhr abends vorliegenden Wahlergebnissen sind gewählt: 816 Liberale, 39 Arbeitervertreter, 135 Unionisten, 81 Natioralisten. Die Lberalen gewannen bis jetzt 159, die Arbeitervertreter 32, die Unionisten 10 Sitze. Petersburg, 24. Jan. Nachrichten aus Livland zufolge hat ein Teil der dortigen Bevölkerung, eingeschüchtert durch das energische Vorgehen der Teuppen, die Waffen niedergelegt und die Führer ausgeliefert; diese wurden erschossen. Ein anderer Teil der Bevölkerung flüchtete in die Wälder. Am 22 Januar wurden in Fellin 45 im kriegsgerichtlichen Verfahren zum Tode veruiteilte Personen erschossen. Petersburg, 23. Jan. In Dschankoi (Gouvernement Taurien) wählten die Tataren 11 Delegierte für einen in Moskau zusammentretenden allmuselmanischen Kongreß. Sie beanspruchen die Rückgabe der Wokufgüter an die Tataren, ferner das Recht für alle Tataren in der Keim, Mitglieder in die geistlichen Behörden zu wählen, und die Umwandlung der Krimschen Division in ein Krimsches TatarenRegiment. Mitau, 24. Januar. Aufständische aus Livland überschritten die Düna und gelangten nach Tornsdorf, wo sie die Kessen der Verwaltung beraubten und die amtlichen Schriftstick: verbrannten. Sie zerissn feiner Bilder des Kaisers, die sie vorfanden, und nahmen die Verwaltungsstempel mit sich Madrid, 24 Jan. König Alfons reiste, nur von den Generalen de Pichco und Bakciran begleitet, heute morgen nach San Sebastian und besuchte von dort die Prinzessin von Battenberg, die mit ihrer Mutter in der Billa der Peinzessin Friederike von Hannover weilt, um sich mit ihr zu verloben. Algeciras, 24. Jan. Die Marokkokonferenz nahm in ihrer heutigen Sitzung sämtliche Artikel des Entwurft, betreffend den Waffenschmuggel, mit sehr geringen Aer derungen an. Morgen nachmittag 3 Uhr wird eine Kommissionkversammlung statt firden, in der lediglich die Fraze der Steuereingänge in Arge ff genemmen wird. Ein Widerspruch zwischen Vertretern zweier Mächte erfolgte bei der Bespeechung der Bestimmungen über Waffenläden, die auf Enpfehlung des diplomatischen Korps in Tanzer in den Städten durch einen Firman des Saltans eingerichtet werden sollen. Der englische Vertreter Sir Arthur Nicoslon machte den Vorschlag, statt Enpfehlung die Worte„einstimmige Empfehlung" zu setzen. Der Vorschlag bilde eine so ernste Abweichung von.n bestehenden Gesetzen, daß man bei seinem Wortlaute nicht vorsichtig genug sein könne. Graf Tattenbach widersprach dieser Ansicht mit der Erklärung, daß man, wenn ernstlich eine Niuerung eingeführt werden solle, keine Bedingungen aufstellen dür fe, die es einem einzelnen Lande ermöglichen, die Durchführung der gewünschten Reform zu vereiteln. — Der Reutersche Korrespondent sazt, daß dieses Verhalten des deutschen Delegierten besonders in französischen Kreisen überrascht habe. New=York, 24. Januar. In Ein verstärdnis mit allen an Venezuela intereisierten Mächten dürste Frankreich vorerst nur kleinere Häfen blockieren, jedoch nicht La Gucyca und Puerto Cabello. Totio, 23. Jan. Die Hungersnot hat eine erschreckliche Höhe erreicht. Es sterben täglich Hunderte vor Hunger vud Kälte. Tokio 22. Jan. Das Budget für das kommende Rechnungsjahr sieht eine Gesamtausgabe von 1030 Mill. Im to:, in welcher Summe ordentliche Aus gaben von 230 Millionen enthalten sind, denen 240 Millionen ordentlicher Einnahmen gegenüberstehen. Der Fehlbetrag von über 790 Millionen soll durch Kriegssteuern und durch Beräußerung überschüssiger Kriegsbestände sowelt gedickt werden, daß noch ein Fehlbetrag von 430 Millionen verbleibt, der durch Anleihe zu decken wäre. Im Hinblick auf gewisse finanzielle Arrangements wird sich indessen der Gesamtbetrag der aufzu nehmenden Anleihe nur auf etwa 200 Millioren Ien belaufen. dem Umsturzlager. (Mehrings„Leipziger Volksztg.“) Kameradschaft. Ein Bild aus dem Soldatenleben von Freifrau Adda v. Liliencron, geb. Freiin v. Wrangel. 79](Nachdruck verboten.) Dieser Goldiegen sollte ihm sicher sein, so lange er als gut empfohlener O fizier keinerlei dumme Streiche mache. In einem solchen Falle aber— und darauf steifte sich der alte Herr— würde ihm nicht nur die Zu lage, sondern auch die zugesagte Erbschaft enzzogen und einer jüngeren Linie der Familie zugewendet werden. Mit dem schuldigen Respekt begrüßte der junge Offizier die Tante, in fröhlichster Stimmung schüttelte er die Hand des Onkels und verkündigt: die Verlobung Hansels, d ssin„kam— sah— flegte“ er in lebhaften Farben schilderte. Sein warmes, ungebundenes Wesen brachte jedesmal neues Leben und Bewegung in die gleichförmigen Tage der alten Herrschaften und wandelte den vornehm müden Ausdeick ihrer Züge in einen freundlich interessierten. Mitten in seiner Rede wurde Nordenbeck unter brochen. Eine schlarke Hand schob die dunklen Samtportieren zurück, und über die Schwelle trat strahlend und lächelnd die Sitene seiner heimatlichen Garnison, Freiin würdigt den„roten Sonntag“ unter dem Titel„Der Tiger als Asse“. Es heißt darin u..:„Das blutdürstige Tigertier, das auf dem Sprunge lag und gestern seine Klauen in den starken Nacken der Arbeiterklasse schlagen zu können heffte, ist um die Befriedigung seiner Raubtierinstinkte gekoamen. Die sozialdemokratische Manneszucht hat einen glänzenden Triumph geseiert.“ Und dann geht es weiter in Alkorden wie: Insamie; Vorbereitungen zum Massaker; tierisch rohe Barbarei der deutschen Gesellschaftk zustände; die Horden, die den Schrei der Massen nach Recht mit dem Knattern der Gewehrsalven ersticken wollten; deutsche Kartätschen, Bluthunde usw.— Die sozialdemokratische Ruppigkeit treibt da ihre edelsten Blüten. Parteibewegung. (Folgende Entschließung) ist in den meisten Berliner Bürgervereinen gesaßt und an die Komprom'ßparteien des Abgeordneterhauses gesandt worden:„Wir richten an die Königliche Staatsregierung die Bitte, daß sie allen von der revolutionären Sozialdemokratie eingeleiteten. gegen das Gesitz verfteßenden oder die öffentliche Ocdnung und Sicherheit bedrohenden Dimon strationen energisch entgegentreten werde, und daß die zügellosen Angr.ffe der sozialistischen Prisse auf unsere staatlichen und kirchlichen Einrichtungen, sowie unsere hochstehenden Staatsbeamten streng geahndet werden." Aus den Parlamenten. Deutscher Reichstag. 27 Sitzung vom 24. Januar 1906, 1 Uhr. Der Reichstag hielt heute bei schwachem Besuch Schwerinstag ab. Zunächst wurde der Initiativ. antrog des Zentrums, betieffend die Gewährung von Tagegeldern in dritter Lesung nach unwesentlichen Bemerkungen des Abg. Hoffmann(Soz) angenommen. Er folgte die erste Beratung des Gesetzentwurss über die Freiheit der Religionsübung(Toleranz= antrag des Zentrums) Den Eatwurf begründere Abg. Dr. Bachem mit dim Hinweise, daß die Vorlage jitzt zum dritten Male vorgelegt werden müsse, obwohl der Bandesrat die vorlieginden Mißstände längst anerkannt habe.— Abg. Dr. David(Soz) kennzeichnete die zusimmende Haltung seiner Partei, welche rur dem§ 4 Bedenken entgegenbringe, da dieser die obligatorische Teilnahme am Religionsunterricht verlange Staatssekretär Graf Posadowsky betonie, die zuffassung des Hauses gegenüber dem vorliegenden Gesetzentwurf habe sich mehrfach geändert. Wenn der Bundesrat kisher noch nicht Zustimmend zu dem Entourf Stellung genommen habe, so dürfe das nicht als unsteundliches Verfahren gegenüber dem Reichstage aufgesaßt werden. — Abg. Frhr. Heyl zu Herrnsheim(nat.) trat für die Belassung dieser Maierie bei der Landesgesetzgebung ein, seine Partei könne dem Entwurf nicht zustimmen— Abg. Henning (kons) verwarf den zweiten Teil des Entwurfs; in weiten Kreisen des evangelischen Volkes sei man der Ulberzeung, daß dieser Antrag eine Schädigung der evangelischen Kirche unvermeidlich mache.— Abg. Dr. Müller=Meiningen(se Bp.) war für den ersten aber gegen den zweiten Absatz des Eotwurfs.— Abg. v. Kardorff(Rp) bat dus Zentrum seinen Antrag, als den tonfessionellen Frieden störend, zurückzuziehen. Nach weiteren Reden vertagte sich das Haus. Donuerstag 1 Uhr: Kleinere Vorlagen. Schluß 6 Uhr. Herrenhaus. Berlin, 24. Januar. Das Herrenhaus beendete heute die zweite .sung des Gesetzentwurfs über die Vorbereitung zum höheren Verwaltungsdienst. Die Kommission empfiehlt durch den Berichterstatter Annahme des Gesetzes Nach längerer Ditkussion wurde das Gesetz mit großer Meh heit angenommen. Es folgt dann noch die Beraturg des Entwurfs über Errichtung eines Landgerichts in Krefeld. Dann vertagte man sich auf morgen 1 Uhr. Taekia von Wolfefelde. Leuchtend hob sich ihre glärzinde Erscheinung in dem meergrünen Seidenkleide von dem dunkeln Hintergrunde ab. Ihre schillernden Augen blickten den jungen Ofizier mit einem ganz eigenen, verheißungsvollen Ausdruck an, und neck#nd fragte sie:„Was sagen Sie dazu, Herr von Nordenbeck? Ist das nicht. eine Ueber raschung?“ Ja, eine Ueberraschung war das, so groß und so völlig geglückt, daß der junge Ofäzier aufsprang und völlig verwirtt das schöne Mädchen anblickte, während eine heiße Blut welle ihn bis in die Stirne stieg. „In der Tat, mein gnädiges Fräulein, auf diese Freude, Sie hier zu sehen, konnte ich nicht rechnen,“ sagte er. Sie hatte sich einen Augenblick an seiner Ueberraschung geweidet und das heiße Rot, das ihn übergoß, als ein Fammenzeichen seiner Enpfi dungen hingenommen, die ihr entgegerjubelten. Bei seinen Worten flog ein Schatten über ihre Züge. War er denn nicht hier, nur weil sie es ihm geboten hatte? Da mußte er doch ahnen weshalb sie ihm damals ein so gebieterisches„Sie müss n kommen!" zugerufen hatte, und sein Erstaunen bei ihrem Anblick konrte nur be beuten, daß er sie nicht sofort hier erwartet hatte. Abzeordnetenhaus. 14. Sitzung vom 24. Januar 1906, 11 Uhr. Die Fortsetzung der allzemeinen Besprechung über den landwirtschaftlichen Eiat gab einer großen Reihe von Rednera Veranlossung, einzelne Würsche zu befücworten. So lenkte Abg. v. Saldern (kons.) die Erösterung auf die amtlichen Veröffentlichungen über die Kornpreise. Diese entsprechen den heutigen Verhältnissen nicht m hr, während vie genaueren Angaben der Zentralstelle der Lundwirtschaftskammern der amtlichen Autorität antraten. Die Adgz. Wolff=Mitternich(Ztr.) und Glatzel(natl) verlangten Förderung des Wegebauis auf dem platten Linde. Die Abgg. Engelsmann(natl) und Dasbach(Zir) sorderten im Interesse des Weinbaues scharfe Kellerkoatroll: durch besondere Beamte im Hauptamt. Auch die Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes sand mehrere Befürwocter. Minister v. Podbielski gab auf alle diese Wünsche entgegenkommende Ecklärungen ab. Der Titel Ministergehalt wurde hierauf bewilligt. Im weiteren Verlaufe der Eörterung kam es namentlich zu einzehinden Bemerkungen über das ländliche Unterrichtswesen. Abg. Hirt(kons.) stellte als Ziel hin, jedem Kreise eine eigene Winterschule zu schaffen. Nich witteren Reden bat Minister v. Podbielski bei der Shaffung obligatorischer Fachschulen vorsichtiz zu sein. Das vom Abg. Hirt gesteckte Ziel werde hoffentlich in 15 Jahren erreicht sein Während aber der Minister die Landwirtschaftskammern als Teäger dieses Unterrichts wesers hinstellte, bat Abg. Kreth(kons.), der Staat möge hier wenigstens die ärmeren Provinzen unterstützen. Un den großen Kommissionen Beratungszeit zu schaffen, findet die nächste Sitzung eist am 31. Januar statt. Schluß 4½ Uhr. und Rechtsprechung. Bielefeld, 23. Jmuar.(Strafkammer.) Wegen ve suchter Nötigung bezw. Beleidigung hatten sich der 81 Jahre Handelsmann C.., dessen 56 Jahre alter Sohn, der Tischler O. uno der Tiechlergeselle H.., sämtlich zu Sende wohnhaft, zu verantworten. Der 20 Jihre alte H. P hatte sich ohne Wssen seines Viters in eine aus wärtige freie Krankenkasse aufnehmen lassen und eine Eintrittsgebüh: von 2 Mk. gezahlt. Als Großoater und Viter davon Wind dekimen und ihnen auch erzählt worden war, daß sie einer Sch vindelkass: zum Opfer gefallen, waren si: sehr entrüstet und versuchten dem Kassierer dieser Kass: beim nächsten Eescheinen am 2. Sepiember v. Js. das Geld wieder abzutreiben. Zi diesem Zvecke stellten sich Großvater, Vater und Sohn mit Kaüppel und Himmer bewaffget, vor der Tär bezw vor dem Kissierer auf und versuchten unter nicht mßz werstehender Weise, unter Drohung und Beleidigungen, den Kassierer zur Herausgabe des eingezahlten Geldes zu rötigen Nitürlich war von alle dem, was der Zeuge bekundete, nichts wahr. Der Gerichtshof hielt die Angeklagten jedoch fü: überführt und verurteilte den Geoßvater zu einer Gelestcafe von 5 Mk. ev 1 Tig Gesängnis, den Vater wegen versuchter Nötigung und Beleidigung zu einer solchen von 30 Mk. ev. 6 Tagen Gesäggnis und den Sohn wezen versuchter Nötizung zu einer solchen von 10 Mk ev. 2 Tagen Gesängnis.— Der Schutzmann H. O. zu Bände wurd: wegen Mißhindlung im Amte zu einer Geldstrafe von 30 Mt. ev. 6 Tagen Gesängnis verurtellt— Der Zigarrensortierer E K. aus der Bünder Feldmark, war am 5. Dezember v. J. vom Schöfftggerich zu Bünde wegen Diebstahls zu 4 Wochen Gesangnis verurteilt worden. Gegen dies s Urteil hatte K. Berufu1g eingelegt. Das erste Ucteik wurde aufgebeden und der Angeklagte freigesprochen.— Der Lehrling A. F. und der 16 Jahre alte Zegarrenarbeiter H. F. von Spenge waren vom Schöffengericht zu Hersord jeder mit einem Vecweise bestraft worden Die Berufungsinstang erkannte auf Verwerfung der Berufungen. und Provinzielles. Bielefeld, 25. Jan.(Kaisergeburtstagsfeier.) Am nächsten Sonntag abends, pünktlich um 8 Uhr beginnend, feiern die hiesigen Evangelischen Jünglingsvereine, der Christlich patriotische Männer= verein und die konservative Partei im Ev. Volkssaal gemeinsam den Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs. Die Festrede wird Herr Hauptlehrer Anders wollt; sie es nicht annehmen, mockte er sagen, was er wollte. Die Klugheit gebot ihm ja dise Woite. „Der Mensch liebt die Abwechslung.“ antwortete sie leichthin.„Ich sehnte mich ranach, die Kleinstadt für kurze Zeit einmal wieder mit der Großstadt vert#uschen zu können. Außerdem spiett in des Oakels Hause das Brautpoar jetzt eine so große Rolle, daz andere Sterbliche nicht dagegen au kommen können. Das ist auf die Dauer langweilig, und da flüchtete ich mich hierher, wo ich immer die liedenswürdigste Aufnahme fiede.“ Sie küßte mit einem reizenden Lächeln der Gräfin die Hand und legte ihren Arm in den des Grafen. „Sie wissen, mein gütiger Witt, wie es mich beglückt, Gast Ihres Hauses sein zu dürfen,“ sagte sie, und ihre Stimme klang dabei unendlich einschmeichelnd.„Heute sind wir ja ganz unter uns beim Diner, da darf ich gleich Besch'ag legen auf den ehrenvollen Platz an Ihrer Seite.“ Der Diener hatte die Flügeltüren geöffget, man ging zu Tsch. Nordenbick hatte rasch seine volle Fassung wiedergewonnen. Er wunderte sich üder sich selbst, daß Theklas Erscheinen ihn nicht in Wellenbrinke aus Jöllenbeck halten, das Schlußwort Herr Pastor Weinholtz sprechen. Alle Freunde sind mit ihren Familiengliedern herzlichst eingeladen. Es wird zur Verweidung von Störungen und damit um 10 Uhr geschlossen werden kann, um pünktliches Erscheinen dringend gebeten. (Frau Luise Modersoha) ist im Alter von 70 Jchren gestocben. Sie wur lang: Jahee Vorstandsdane im„Viterlägdischen Frauenverein“ und hat sich mit der Pflege der verwundtten Keieger im Feldzuge 1870/71 den Luisenorden erworben. st(Landwirtschaftlicher Kreisverein.) Am verganzenen Dienstag fand im Modersohnschen Lokale hierselbst die erste diesjährige GeneralBersammlung des hiesigen lando. Kreisvereins statt Der Besuch war ein recht guter, und wurden die Verhandlungen in Abwesenheit des Herrn Geheimrat. Landrat von Ditfurth, durch Herrn Er. Nacke. Beake geleitet. Vor Eintritt in die Tazesordnung verlas der Vorsitzende ein Schreiben, durch welches dem Herrn Landrat und dessen Familie die herzlichte Teilnahme des Vereins zum Ausbruck gebracht wurde. Versammlung gab durch allseitige Zistimmung zu dieser Auslassung zu erkennen, daß der landw Krei##vrcein mit seinem Vusizenden, der nun fast 31 Jahre das Vereinswohl geleitet und gesördert hat, durch Bande herzlicher Liebe und Verehrung verbunden ist— In die Tagesordaung dann eintretend, wurde das Protokoll der vorigen Versammlung verlesen und genehmigt. Als neue Mitglieder waren angemeldet und wurden auszenommen folzende Herren: die O konomen Louis Brandt und Gustao Becker in Bielefeld, Hinney und Heinr. Lütgert in Ummeln, Osthus jun. II in Sinne I, Piepenbrock urd Zöllner in Isselhorst, Rottmann in Gellershagen. Hierauf wurden die zahlreichen Eingänge verlesen und besprochen, dem Antrage des Obstbauvereins, der lanow Kreisverein möge ihm die auf den Ohstbau bezüglichen Schriften und Werke leihweise überlassen, wurde entsprochen und 75 Mark zur Unterstützung der Gohfelder Haushaltungsschule bewilligt. Ferner wurde beschlessen, durch den Vorsitzenden bei der Kzl. Gestütsverwaltung in Warendorf zu beantrage;, daß für den hiesigen Kreis eine mit gusen Hengsten besetzte Dickstation mög: wieder einn=richtet werden. Für Auswahl eines passenden Octs und für die nötigen Einrichtungen der Station soll eine Kommission, bestehend aus den Herren Landeat von Ditfurth, Otosom Paul Meyer zu Selhausen, Olkonom Uym yer zu Belzen, O konom Behrling, Oekonem Nolting, Oekonom E) Nicke, Oekonom Meyer zu Bentrug und Ockonom Miyer zu Hollen Sorge tragen. Herr Gast. Baade Bechterdissen beleuchtete sodann in läggerer Auslassung die Lige des heutigen Milchhandels und zeigte, wie gegen früher die Pcoduktionskosten durch Steigerung der Biehpreise, durch die hohen Dienstboten= und Ardeitslöhne usw so erheblich gestiegen sind, daß ein Milchverkauf zu früheren Preisen sich nicht allein nicht rentiere, sondern bedeutenden Schaden verursache. Diese Erkeantnis habe zur Bildung eines Michproduzenten Vereins geführt, der schon jetzt über 200 Mitglieder zähle und die Eehönung der Michpreise anstrebe. Versammlung simmte den Auslassungen des Vortragenden in allen Stücken zu. — Herr Georg Upmeyer referierte nunmehr über den Ausfall der im verflossenen Sommer statt: gehabten und nach dem süglichen und westlichen Teile des Vereinsbezirks dirigierten landwirtschaftl. Exkursion. Nachdem der Heer Reserent den Verlauf der Exkursion eingehend vorgeführt hatte, sprach er sein Urteil dahin aus, daß die Veraustaltunz im allgemeinen als eine sehr gelungene zu bezeichgen sei, die gezeigt habe, was der Smdboden bei sorgfältiger Kultur zu leisten instande ist, daß aber für die Zikunft die großartige Bewirtung der Teilnehmer auf den besichtigtes Höfen in Wegfall kommen oder doch wesentlich eingeschränkt werden müsse, weil dadurch zu große Kosten und namentlich für die Frauen grope Mühen und Listen verursacht würden. Versammlung konnte sich dieser Wahrheit nicht verschließen und wird künftig sich danach richten. Es wurde beschlossen, in diesem Sommer wiederum eine solche Exkursion zu veranstalten und zwar diesmal nach dem östlichen Teile des Vereinsbezirks. Zur Einrichtung und Dicektion der Rundfahrt wurde eine Kommision gewählt, die aus den Herren Amtmann Bullrich, Aug. Meyer zu Sellhausen, Meyer zu Heepen, Ludolph, Obermeyer, Gust. Baade, Möler, Rob. Nacke und Speckmann bestehen soll. Als Zeit wurde der Anfang des Monats Juli Ke den Wonnerausch versetzte, der ihn unfehlbar einige Wochen früher bei solcher Gelegenheit umfangen hätte. Er war ehrlich genug, sich das einzug stehen. Uabewußt gewann sein Wisen dadurch eine noch schärfer hervortretende Zursckhaltung, als es in litzter Zeit schon der Fall gewesen war. Ec wihmete sich mit einem wahren Fuereifr der Unte haltung mit seiner Tante und sorgte dafür, daß keine Pause in dem Gespräche einteat. Thekla ihrerseits tat es ihm gleich in äußerer Gemessenheit, ja, sie behanzelte ihn sogar mit einer gewissen Kälte. Nur hin und wieder flimmte ein Blick, ein Wort zu ihm hinüber, das die Schrarke durchbrach, die sie zwischen sich gestellt hatten. Auch sie schien sich ausschließ ich mit dem Geasen zu beschäftigen, wenigstens vur ihm gilt die bezaubernde Liebenswürdigkeit. Wis sie innerlich empfand, das behielt das schöne Märchen für sich, denn wenn sie wollte verstand sie auch, sich zu beherrschen. Für den Abend waren bereits Billets zu der Aufführung von„Carmen“ im Opernhause beforgt. Ja einer Loge des ersten Ranges nahmen die beiden Damen die Vorderplätzt ein, die Herren wollten sich hinter ihnen.tzen.(Fortsetzung folgt.) bestgesetzt. Nachdem durch den Rendanten mit# geteilt war, daß die Vereinskasse über große Mittel zuginblicklich nicht verfügen könne, wurde beschlessen, # in diesem Jahre von der Veranstaltung einer Tier# schau abzusehen und alle Mittel für das folgende " Jahr aufzusparen. Damit war die Tazesordnung ####rschöpft und der Vorsitzende schloß mit Dank für zahleiches Erscheinen die Verhandlungen. (Luther=Festspiele.) Immer näher zuckt die Zit zu den in Bethel(Assapheum) g planten Luther=Festspielen Prachtvolle Kostüme und Dekorationen, find schon seit einigen Tagen eingetroffen eine Menge rühriger Hände sind unermüdlich zätig, um die litzten Vorbereitungen zu taffen, die Proben sind im vollsten Gange, so daß für kommenden Sonntag eine wirklich gute Eröffaungs=Aifführung in sichere Aussicht gestellt werden kann. Es sollte niemand versäumen, die Festspiele zu besuchen, umsomehr als durch die niedrigen Eintrittspreise einem jeden die Möglichkeit dazu gegeben wird. Besonders erwähnen möchten wir auch noch an dieser Stelle, daß in den all gemeinen Aufführungen Kranke nicht zugegen sino. Für die Anstalt Bethel findet am Dieustag, den 30. Januar eine besondere Aufführung statt, zu der auswärtige Besucher # keinen Zutritt haben. Die Vorstellungen Jauern bis gegen 10 Uhr, so daß die von „ auswärts kommenden die letzten fahrplanmäßigen Züge zur Rückfahrt benutzen können. ∆(Kaiser Geburtstagsfeier.) Am kommenden Sonntag, den 18. d.., nachmittags 4½ Uhr, gedenkt der Christl. Verein junger Männer, Papenmarkt 2, den Geburtstag unseres lieben Landesvaters Sr. Majestät des Kaisers und Königs zu begehen. Dis deutsche Volk dürfte sich besonders an dem Geburtstage seines Kaisers erinnern, was für eine hohe Gunst es im Vergleich ee une. auf dem Throue des Vaterlandes zu wissen, der in jeder Weise als ein leuchtendes Vorbild seinem Volke vorangeht. Wahrlich, n u n s e r e H e r z e n m ü s s e n h ö h e r s c h l a g e n i m PE majestätischer Weise für sein Volk als ein rechter Landesvater sorgt, arbeitet und wirkt, deß keinem, auch der kleinsten Hütte Flilde und Wohlfahrt nicht mangle. Friern wir darum in rechter Dankbarkeit den Geburtstag unseres Kaisers, daß es bei aller Fröhlichkeit an der einen Heuptsache„dem Gedenken" unseres Kaiserhauses nicht sehle. Alle Freunde und Bekannte, Frauen und Männer sind zu dieser Feier freundlichst eingeladen. Schildesche, 23. Januar.(Typhus.) Nachdem die Typhusepedemie in Schildesche erloschen ist, sind in letzter Zeit in Gellershagen wieder neue Fälle aufgetreten. In der Fimilie des Maurers Georg Schneider ist laut„Westf.'.“ der Ehemann selbst seit etwa 2 Monaten an Unterleibslyphus rkrankt und im städ ischen Krankenhause zu Bielefeld unter gebracht, während ein Kind jetzt wieder an derselben Krankheit dort untergebracht werden mußte. Ein anderes Kind ist bereits gestorben. #us den Kreisen Misder Minden, 25. Januar.(Der hiesig Musikverein) bereitet mit Elser die Au führung der„Zauberflöte“ von Mozar vor. Er gedenkt diese Oprem 6 Februa i goten Sale den„Aeseutiet“ uit Mitwi kung namhafter Solisten konzertmäßi zu Gehör zu bringen. Da auch der Cho in den Herren= und Damenstimmen erfreu licherweise eine bedeutende Berstirkung er #fahren hat, so verspricht das III Konze des Vereins unter der rührigen Leitung de KKöniglichen Musikdirektors Herru Fran Zein gutes Gelingen(.=L. Krsbl) Minden, 25. Jm.(Dtemilitärisch Kaisergeburtstagsfeiet) wird Fieile Neavend 5 Uhr mit einem Zapfenstreid sämtlicher Spitlleute der Garnison eingeleitel Die Begleitmannschaften stellt das Inf..t Nr. 15 Am 27 Januar ist 7½ Uhl morgens„Wecken“, um 10 Uhr Goltes ldienst in de: Mart nikerche und im Dom Parade zu Fuß sänt licher Taoppen der Garrison auf den imernspletz. Bei dem Hurra begin t ein hatterie des Feid=Art. Regts. 58 mit dem Salutschi ßen. Aufstellung der Batterie au #.. Frerneivlatz vor der Kaserne des Jaf E 15, II. Juf=Regr. 15 holt und nagt die Fahnen ab. Nach der Parade Paro'e Ausgade“ auf dem Smeonspletz=. Perole Ausgabe spielt das Em#ter#ope des Feld Art. Regts. 58 ### schiechtem Wetter fällt die Prrade aus; 2. Fappen haben dann Appels in be Kaumen abzuhalten und auf die BeTages hinzuweisen. #ggage 20 Jan.(Auszeichnung.) enalor 8. hit den Beigeordneten und o engr#.: W Meyer hierselbst den Königl. ensven 4 Klasse verlichen. Der Orden .rin Meyer gestern in der Stzung des Magistrats, an der auch Stadtv. Vorsteher Rechtsanwalt Bahre teilnahm, durch den Landral Freiherrn v. Ledebur mit einer Ansprache, in welcher der langjährigen Verdienste des Herrn Meyer um die Stadt besonderer Erwährung geschah, ftierlichst überreicht.(Lübb. Krebl) Lübbecke 19. Im.(Volksbibliothek) Die unter Aufscht der Freiin Karoline v. d. Rick in Obernfelde stehende Volksbibliothek, die in den letzten Iihren durch Staats= und Kceismitteln unterstützt wurde, hat nach einer durch die Biätter gehenden Mitteilung einen Bücherbestand von 2983 Bänden. - Niederbecksen, 22. Jan.(Kaisergeburtstagsfeier des Christlichpatriot. Männervereins Niederbecksen.) Am Sonntag, den 21 Imuar, feierte der Verein unter sehr großer teiligung seiner Mitglieder und Feeunde den Geburtstag Sr Mejestät des Kaisers und Königs. Um 3 Uhr wurde an der Schule zum Abholen der Fahne angetreten, dann gings im geordneten Zuge und unter klingen dem Spiele zum Festlokal. Erkffiet wurde die Feier durch den Posaunenchor mit dem alten Niederländischen Volksliede:„Wir treten zum Beten", worauf gemeinsam: „Viter kröne du mit Segen“ gesungen wurde. Der Vorsitzende virlas alsdann ein Schriftwort, den 21. Psalm, und der Chor antwortete mit dem Choral:„Lobe den Herrn den mächtigen König der Ehren“ Nach einer Dekiamation:„Behüt dich Gott“ hielt nun Herr Redakteur Lange die Festrede. Mit einem Rückolck auf die großen weltgeschichtlichen Ereignisse, die sich im Monat Imnuar für Preußen und Deutschland abgespielt haben, beginnend, zeigte der Festredner unter Hinweis auf die marok kanische Angelegenheit, die im Sommer vorhanden gewesene Kriegsgefahr und die russische Revolution, daß für unsern Kaiser das vergangene Jahr überaus ernst gewesen ist, es ihm aber auch Freuden besonders in der kuiserlichen Familie gebracht hat. Der Redner schülderte dann Art und Wesen des Kaisers. Der Kriser sorgt unermüdlich für sein Land und Volk und träzt eine Verantwortungslast so schwer wie keiner seiner Untertanen. Wir haben an ihm einen starken Hort des Feiedens, der Religion, der Zucht, Sitte und Oednung und ein Vorbil) in allen diesen Dingen und schulden ihm Nacheiferung, Bitte,.bet und Fürbitte mit Danksagung, Liebe und Treue. Nich di ser eingehenden Charakterzeichnung des Kaisers zeigte der Redner, wie in den Kämpfen vor Le Maus und an der Lisaine im Januar 1871 die deutschen Truppen ihrem Kaiser und dem Vaterlande in heldenmütiger Tepferkeit die Treue bis in den Tod bewiesen haben. Redner schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Se. Majestät, worauf von der Versammlung die Nationalhymne gesungen warde. Nach einem Kaffeetrinken folgten der„Kaisergruß“ von Ueberwasser und eine Aufführung: „Franz Göbel als Soldat“. In dieser wurde vor Augen geführt, wie ein chriklicher Jüngling auch beim Militär Freunde fiadet und gerade ein früherer starker Spötter sein bester Freund wird. Nach der Deklamation „Mit Gott für Kaiser und Vaterland" und dem Vortrag einiger Lieder durch die Gesangabteilurg(peach Herr Pastor Cremer das Schlußwort über 2. Tim. 1, 7. Der Cyristl. patr. Mägnerverein hätte nicht nur den Zveck dann und wann Feste zu seiern, sondern sein Ziel sei, religiösen und patriolischen Sina im Volke zu tfligen und zu fördern, gestützt auf den Glausen an Jesum Christum. Möge auch diese Feier dazu beigetragen haben. Zam Schluß wurde roh der Vers:„Der ewig reiche Gott“ gesungen und dann in fröhlichster Stimmung der Heimweg angetreten. Ans dem Kreise gerielt. Hersord, 24. Im.(Das endgültige Ergebnis) der Volkszählung stellt sich wie folgt. Es wurden gezählt 14092 männ liche, 14739 welbliche und 13 Milttärpersonen, 2929 bewohnte und 50 unbewohnte Gebäulichkeiten, 5605 Hiushaltungen, 259 einzeln lebende Persoten, 23 logierende Fcemde und 13 in Anstalten b firdliche Personen. Die Zunahme gegen die letzte Volkszählung, bei der 25109 Prsonen gezählt wurden, beträgt demnach 14 Prozent. Hiddenhausen, 24. Jmn(Pferdezuot.) Von heute ab hat das Königliche Westfälische Lundgestüt Wirendorf auf der Deckstation Hiedenhausen, beim Wirt Wortmann daselbst, folgende Beschäler aufgestellt: 1. Uef, v. Mexmmilian, brann, Oldenburger; 2. Landlord, v. Normal, Fuchs Hannov#rauer. Der.epteis beträgt 12 Mark. Aus dem Kreise Halle. Halle, 22. Jan.(Landwirtschaftliche Versammlung.) Am Sonnabend, den 13. d. M. fand bei Witwe Brune eine Versammlung des landwirtschaftlichen Lokalvereins Halle statt. Die Rechnungslage ergab eine Einnahme von 796,87 Mt. urd eine Ausgabe von 263 39 Mk, so daß ein Kassenbestand von 533.48 Mk. verbleibt. Der hohe Kassenbestand rührt von dem Verkauf der Wage auf dem hiesigen Marktplatze her und soll in der Sparkasse verzinslich angelegt werden. Es folgie alsdann ein Vortrag des Kreistierarztes Bührmarn über:„Das seuchenhafte Verkalben oder Verwersen der Kühe. Dasselbe hat seine Ursache in einer Gebärmutterschleimhautentzündung der Tiere. Charakteristisch für diese Erkrankung ist die Absonderung eines weißen Schleimes aus der Sheide. Derselbe ist äußerst ansteckend. Gelanzt dieser Shleim in die Sheide gesunder Tiere, so entzündet sich bei diesen gleichfalls die Gebärmutterschleimhaut, so daß auch bei ihnen das seuchenhafte Verkalben auftritt. Wird ein krankes Tier von einem Baillen gedickt, so erfolgt ebenfalls die Uebertragung der Keankheit durch den Bullen, falls er andere, wenn auch gesunde Tiere deckt. Auf diese Weise kann die Krankheit außerordentlich rasch um sich greifen. Die Bullenhalter sollten darum keine Kuh mit dem gefährlichen Schleimausfluß zur Deckung durch ihren Bullen zulassen. Die Versammlung beschließt angesichts der großen Ansteckungsgefahr und des enormen Schidens, der dadurch den Viehbesitzern zuzefügt werden kann, daß jedem Ballenbesitzer eine vom Kreistierarzt Bührmann ausgearbeitete gedruckte Warnungstafel, welche zugleich die entsprechenden Verhaltungs= und Schutz maßregeln enthält, zum Aufhängen im Stalle ausgehändigt werden soll.— In der nächsten Virsammlung soll Obstbauminspektor Hagemann aus Herford einen Vortrag über„Pflanzung und Pflege der Obstbäume mit Berücksichtigung der richtigen Sortenwahl“ halten, während Hofbesitzer Austmann=Steinhagen über„Geldanleihn bei der Deutschen Lundschaft“ sprechen wird. (Kreisbl.) + Werther, 25. Javuar.(Feuer.) Gestern abend gegen 11 Uhr brach in dem von dem Zigarrenarbeiter Sail Gehring bewohnten Gebäude des Neuhauers Sewirg hier, Theenhauserstraße, auf unbekannte Weise auf dem Boden Feuer aus, wodu: das.bäude bis auf die Umfassungswände zerstört wirde. Mobiliar ist sämtlich gerettet. Das Gebäude war bei der Vaterländischen FeuerVersicherungs=Gesellschaft Elberfeld versichert. Satstehungsursache ist u bekannt. Aus dem Reg.= Bez. Münster uus Steshe. Münster, 22. Jan.(Auch ein Vergnügen) Ein eigenartiger Aublick bet sich heute morgen den Anwohnern des Martinküchplatzes. Jedem der dort stehenden Bäume, denen vor kurzem die Krone gestetzt war, hatte ein Witzbold einen— Hut aufgesetzt; der Sicherheit halber waren sämtliche Hüte noch festgenagelt Jedenfalls bei dem regnerischen und stürmischen Weiter für den Turnkünstler eine recht passahle Leistung. Salzkotten, 24 Jan.(Eisenbahn= unfall.) Laut einer amtlichen Meldung überfuhr gestern abend 10 Uhr der Güterzug 6462 Teil 2 auf Bahnhof Salzkotten das auf Halt stehende Einfahrtssignal und lief auf den auf Gleis 2 stehenden Güter zug auf. Der Materialschaden ist erheblich. Ein Bremser wurde liicht verlitzt. Enigleist sind die Lokomotive des Gäterzuges 6462 und zehn Güterwagen. Die mesten si.d stark beschädigt. Das Haupgleis ist gespertt. Der Prsonenverkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Das sädliche Hauptgleis ist voranksichtlich in 9, das rödliche in 24 Stunden frei. Dortmund, 23. Januar.(Ein vernünftiger Beschluß) Die Vorstände sämtlicher Vereine in Brockel beschlessen, in diesem Sommer ein gmeinsames großes Volksfest zu begehen, dagegen die einzelnen Feiern fallen zu lessen. den Nachdorproninzen uud Staulet Detmold 21 Im.(Der Landtag wiro dem Vinhmen des„Wistf. Volksbl.“ nach auf Mute Februrr einderusen wo den. Od für die beiden erledigten Mandate der Ib Klasse der Residenz Detmold und der II Klasse der Scädte Detmold, Lage und Horn bis dahin Nuwahlen vor genomnen sind, mag dahin gestellt bleiben, ist aber wohl anzunehmnen. Das Wohlgesetz vom 8. Juni 1876 besagt in§ 17, faß, wenn Mitglieder des Landtages im Laufe der L gislaturperiode ausscheiden, die Ersatzwahlen innerhalb 6 Wochen vorzunehmen sind. Mit dem Geh. Justizrat Hunnäus und dem Amisgerichtsrat Sieg sind die beiden Juristen aus dem Landtage geschieden; es ist doher wohl arzunehmen, daß werigstens ein Jurist als Kandidat aufgestellt werden wird. Bis jetzt wenigstens besanden sich immer mehrere Juristen im Landtage. Wilhelmshaven, 23. Jan. Die Arbeiter der kaiserlichen Werft verlangen bei Androhung des Ausstandes eine Lohnzulage bei neunstündiger Arbeitszeit. London, 24. Jm. Nich einer Meldung aus Vkocia(Beitisch Kolumbien) vom 21. de. Mts. ist der amerikanische Dampfer „Valencia“, der zwischen San Franziéko und Paget Sound verkehrt, bei Kap Beale auf Grund geraten. 60 Personen sird ertrunken. 100 Personen befiaden sich noch an Bord, und zwar in gefährlicher Laze. Hilfe ist abgesandt worden. (Ueber das abnorme Winterwetter.) das gegenwärtig in ganz Europa herrscht, teilt ein englischer Meteorologe einige interessante Beobachtungen mit. Wie bei uns, so strahlte auch in Ergland in diesen Tagen die helle Sonne, und die Temperatur war von der gewöhnlichen Januarkälte weit entfernt.„Auch im Süden Englands verzißt man ganz, wie der Schnee ausfieht, und die Weihnachtskarten mit Schnee= und Eisbildern waren in diesem Jahre ganz d plociert. Aus Biarritz kommen Kagen über große Hitze; in Montreux ist das Wetter schmutzig, feucht und warm wie im April. Der Besuv ist übrigens wieder tätig und läßt drei Laoaström: ausfließen. In der Schweiz ist das Wetter so warm, daß der Sch ne vurschwunken ist. während aus Wien von Staubstülmen und Erdbeben berichtet wird. Aadererseits beklagen sich die Reisenden in Aegypten über kaites Wetter, bessen Temperatur niedeiger ist als seit 25 Jahen. Zu gleicher Z it wird aus Australien berichtet, daß die Sommersaison durch ganz ungecöhnlich strenge Kälteverioden empfindlich gestört worden ist. Das Eintreten von Staubstürmen in.sterreich,— wahrscheinlich haben sie auch weiter sülich stattgefanden— weist darauf hin, daß ganz SüdEuropa von einer atmosphärischen Bewegung getirffen ist, die die wirme Luft urd den Staub der Sohara hergeführt hat. Zveifellos besteht auch zwischin der ötlichen und westlichen Hubkigel ein Zisammenhang in den Bedingungen des Wttere; sie verhalten sich immer entzegengesetzt.“ Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 25. Januar 1936. Mitgeteilt von Fr Böckelmann Ww., bieNiedrigst. Thermomterstand in der Nacht— 61°C. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.— 5½5. Barometer 75,3 cm. Wind: Süd. Himmel: heiter. Neueste Nachrichten. Berlin, 25. Jan. Die heute im Herrenhaus zur Verhandlung gelangende Interpellation lautet wie folgt: Erscheint es der königlichen Staatsregierung möglich, die vaterlandsfeindlichen Unternehmungen der Sozialdemokratie mit den Mitteln der bestehenden Gesetzgebung erfolgreich zu bekämpfen? — Nach der im Reichstae zur Verteilung gelangenden Denkschrift über die Entwickelung des deutschen Kiautschon=Gebietes haben sich die Einnahmen in diesem Schutzgebiet im letzten Jahre fast verdoppelt. — Nach dem„Vorwärts“ wurde der verantwortliche Redakteur der „Märkischen Volksstimme, Perner, in Forst wegen eines an der Spitze der Sonntagsnummer stehenden Aufrufes an die preußische Arbeiterschaft gestern vormittag verhaftet. Hamburg, 25. Jan. Durch die Erschütterung bei den Schießübungen mit den großen Küstengeschützen erfolgte auf Helgoland ein neuer Felssturz. Odessa, 25. Jan. Meldungen aus Bessarabien zufolge dauert die Gährung in den Nordbezirken fort. In Süd Bessarabien eherrschen Bauern= Aufstände. Die Stadt Komrot befindet sich im Aufruhr. Die dortigen Truppen reichen zur Wiederherstellung nicht aus, sodaß Infanterie zur Verstärkung nach dort abgesandt wurde. Jede gute Heu fau.iß, daß sie in vir Fällen##rartheiten rorheugen kann, wenn si rechter Zit die Eatwickiurg ven Kia kheie hindert. Eies der besten Hausmittel ist in vin solchn Fällen Scotts Emussion die zue Has sache aus dem feinsten Redizinallebert an best aud Lebertran, der durch das derrädete Sent Verfahren von seinen Nachteilen, wie Unv. tda## keit und widerlich m Gesa mack, gänzlich befreit Scotts Emussion wird von uns ausschließlich im gre verkauft, und zwar nie lose nach Gewicht oder Maß, son nur in versiegelten Originalflaschen in Karton mit und Schutzmarke(Fischer mit großem Dorsch auf dem nuc Scott& Bowne, G. m. b.., Frankfurt a. M. Bestandteile: Feinster Medizinal=Lebertran 130.0,#i Giycerin 50,0, unterphosphorigsaurer Kalk 4,3, unterp## phorigsaures Natron.0, pulv. Tragant.0, feinster an Gummi pulv..0, destill. Wasser 123,0, Alkohol 11,0. H aromatische Emuision mit Zimt=, Mandel= und Gaultde# Gei de8 Trapfen.—— Stadt-Theater. Donnerstag, den 25. Januar 1906 Benefiz für Herro Karl Pisten. Der Vogelhändler. Operette in 8 Akten von C. 3 Uer Anfang 7½ Uhr. Freitag: Keine Vorstelung Fahnen- und Fahnenstoffe F. Buddeberg. Von Sonntag, den 28. Januar bis 4. Februar „"„ täglich Aufführung des Reformations-Festspieles HOUAn Luther □C von Hans Herrig im Vereinshaus P HYITET Assapheum der Anstalt Bethel. Etwa 150 Mitwirkende PVII unter Leitung des Regisseurs M. Halter aus Hannover.— Tatfers Anfang punkt 7½ Uhr, Ende gegen 10 Uhr. Strassenbahnverbindung nach allen Richtungen. Preise der Plätze:.50,.—,.50 Mk. in allen durch Plakate kenntlichen Vorverkaufsstellen. Numerierte Plätze nur in Helmichs BuchIn einer Nacht versa winden Lommer sprossen, gelbe u. roie Flecken, Mitesser bei Gebrauch von Dr. Kuhns Edelweiß Creme, M.50 u 60 Pig. Viele Anerkennungen. Tpmanns Drog. Bahnhofstraße. handlung und Buchandlung der Anstalt Bethel. Alles nähere sagen die Plakate. Geld=Darlehne,%, gibt reell. Leuten Otto Kleusch, Berlin. Schönhauser Allee 128.(Rückporto Bekanntmachung. Altsalter Junglings- auf Lokal: Ev. Vereinshaus. Conntag, den 28. Jannar, abends 8 Uhr, im Ev. Volkssaal, Bahnhofstr.: Kuser=Geburtstagsfeier. Unsere Mitglieder werden gebeten, sich mit ihren Familien zu beteiligen. Der Vorkand Ev. Manner- u. ZunglingsVerein St. Johannis. Hierzu ladet ein Der Vorstand Verein junger Männer, Papenmarkt 2 Sonntag, den 28. Januar 1906, nachm. 4½ Uhr: Kaiser=Gebertstagsfeier. Deklamationen, Chorgesänge Musikvorträge, turnerische Aufführungen, Ansprachen 2c. 2c. Jedermann ist herzlich eingeladen. Ausführliche Programme à 20 Pfg. berechtigen z. Eintritt. Der Vorstano. Geldsucgengen ande und es Verlangeng e tranko Prospekt. Bruno Lemme. Berlin S. v 11. Darlehne an Reldenkende gibt Selbstgeber. Schneeweiss, Boria, Rothenowerstr. 38. Rückv. lauchmigt in Rheinland, Westiare, Hessen-Nassau. Tiehung., 8. u. 9. Jehr. 1906. Strassburger Geldlotere 8331 Geld-Gewinne, zus. M. 50sses Hauptgewinne: 80000 30 000 Lose à.30., Porto u. Liste 30 Pl. extra. gupichlen nach den erlaubten Oebisten Gust. Pfordte, Eesen(Ruhr). Carl Heintze, Berlin., Unter den Linden# n durch Fichste benntächen Laogeschälte 9280 Sonntag, den 28. Januar cr., abends 8 Uhr: Dejmigen Vok schullehrer und Kandioaten des Volksschusamtes we'ch; ihre Besähigung füc das Sch lamt ia vorschriftsmäßiger P usuig rachtewiesen haben und idrer aktiven Deuf pflicht richt als Enjädriz Freiwillige zu gerüger #e sichti#en, haden sich falls sie ihre Einst. lung zum 1. April im ouisch.n, bis zum 1 März cr. desseitigen Geschält'zimmer an den Woch ntagen von 9½—10 Uh vorm ttags zur außerterminlichen Rust iu g zu milteg. Mi den, den 29. Januar 1906 Königl. Bezielskommando Conntag, d u 28 Januar, abends 8 Uhr: Kaiser=Gebuitstagsfeier im Ev Volkesaal, Bahnhofstr. 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Schlusswort: Herr Pastor Weinholz. der Der Vorstand konservativen Partei. Iltis und[Flügel des neuen Systems werden in kurzem lieferbar. Steinmarder Aeltere Instrumente umgearbeitet werden. kauft Otto Wust, Th. Mann& Co. Kürschner, am Bismarckdenkmal. Piano-Fabrik Bielefeld, Oberntorwall 29. wird niemals der Erfolg bem Gebrauch von Steckenpierd Teerschwesel Seife von Bergmann & Co., Radebeul mit Schutzmarke Steckenpferd. Es ist die beste Seife gegen alle Arten Hautunreinigkeiten und Hautaus schläge, wie Mitesser, Finnen, Pusteln, Blütchen, rote Flecke, Flechten 2c. à St. 50 Pfg. bei L. Schaefer. Bielefeld. Petri Gebrüder, Minden. .Petric 2u Am Tonntag, den 28. Jannar 1906, abends 8 Uhr, findet im evang. Bahnhofstraße rheumatische Griederschmerzen: beste Einreivung ist das spezifisch gegen die Krankheiteursache, nicht bloß hautreizend wirkende In Apotheken Flaschen zu Mi..20 u..—. Teaes läges die Frier des Sr. Maj. des Kaisers u. Königs statt, zu welcher unsere Mitglieder mit ihren erwachsenen Angehörigen hiermit freundlichst eingeladen werden. Der Vorstand. Visiten=Rarten. A von der Mühlen, Bielefeld, Ritterstr. 43. MIRTRAR Am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers und Königs, Sonnabend, den 27. d. Mts., ist die KreisSparkasse 9„ Bielefeld, den 25. Januar 1906. Das Kuratorium d. Kreis-Sparkases. 9 Kce Bekanntmachung. 7 Die Ausführung von Pflasterarbeiten bezw. Lieferung der Pflastersteine für den Ausbau der Meindersstraße zwischen Wittesind= und Siegfriedstraße soll in 4 Losen zwischen Willerind= und Siegstiebstraße son ur 2 Tosen vergeben werden und zwar: Los 1 Lieferung der Bordsteine, „ II„„ Packlagesteine, „ III„„ Pflastersteine, „ IV„„ Pflasterarbeiten. Verdingungsunterlagen sind bei unserer Kanzlei II zu.25 Mk. für jedes Los zu beziehen, ebendaselbst sind schriftliche verschlossene Angebote mit entsprechender Aufschrift bis zum Eröffnungstermin am Donnerstag, den 1. Februar 1906, vormittags 9 Uhr, einzureichen. " Bielefeld, den 22. Januar 1906. Stadtbanamt. #S D gebr. n 6 O Zum 1. April far de Präpa sarder köche des Retungsbauses zu Scildesche ein cheißtlich gesinntes .66 Küchrnmnöchen, KK S Bielefeld. Warenhaus für Lebensmittel. Bahnhofstrasse 19a. Fernsprecher 970. nicht unter 18 Jahren gesucht. Gate.legenheit das Kochen zu lernen. Meldungen an-au Pastor Siebold sen., Be##el## Bieleseld Ich suche zum 1. April für Küche und Wäsche ein tüchtiges Mädchen. Frau Doktor Feldmann, Eckardtsheim, Bez. Minden. 3000 Mk. zu leihen gesucht, bis zum 1. Dezember 1906, gegen öfache Sicherheit. Offerten unter J. 201 an d. Erpehz d. Blattes erbeten. liefert billigst A. von der Mühlen. Große Vollheringe, per Dtd. 47 Pig. Durchreifer Limburger Käse, per Pfd. 48 Pig. Suppennudeln, alle Sorten, per Pid. 19 Pfg. Abgelagertes Rüböl, per Liter 43 Pfg. Weißer Kandis, per 9p. 34 Piz. Versüßtes Gelee, dr#fb. 20 Pf: Braune Schmierseife, per Pid. von 10 Pfg. an. 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Nachdem Pfarr unheimliche Lage, befindet, mit all am Himmel stehr er fort: Es ist bitter,#s# Tcäumen gerissen erweist man unse Dienst, wenn man ohne jede verschöne sehen. Das Gered der Sozialdemokra der Nation und führenden Stände genehmen Schlaf genug angestiftet. die sozialistischen F nationale Wehrkra Heeresfolge der## in Frage stillen tischen Gegner zun schwächte Stellung gilt es, den Sch reiben und jeder entsagen. Stöck wenn er jüngst de „Sie vertreten gal Sie sind eine ir Partei!“ In Deutschland die sch ist eine Tatsache, Vorgängen der ständiger mehr erklärt aber dieses Erde tut so vie unser deutsches 8 in seinen Schulen, der Armee, gibt Hand, stellt ihn jedem anderen St ihn mit seinem S seiner Fürsorge Grabe. Mut der gebung hat dasD ins Dunkle gewag kein zweiter Staat die für die arbeit: Mitteln gebracht guferlegt werden, Milliarden. Und zufriedenheit, diese die von keinem D rauschende Sieges wenn heute Staa in dasselbe große das Geheimnis er Einer der einste Vertreter unserer dor kurzem im derselben Frage be vor allem auf# legen zu wüssen: alten Polizeistaate