30. Jahrgang Anzeigengebühr Ar dieeinspaltige Petttzelle oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 P/., Reklamen 25 Pl. Erscheint sehhmel wüchentiich Beschühastelle Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 16. Montag, 8. Januar 1906. Sisterischer Kalender. 8 Januar: Schlacht bei Deutsch Brod; leg der Hussiten über Kaiser Sigismund, 1422. + Salileo Galilei, berühmter Physiker und #athematiker, gest. 1642— Hans v. Bülow, sgezeichneter Pianist, geb. 1830— Stenograph tolze, gest. 1867.— Dorf Danjoutin bei elfort wird von den Deutschen erstümt, 1871. Kirchlicher Quartalbericht. Oktober=Dezember. III Im Anschluß an unsern vorigen Artikel ilen wir an dieser Stelle noch mit, daß se Blätter in diesen Tagen die Nachricht rachten, daß sich in mehreren Orten des heinlandes„Vereine für evangelische Freieit" gebildet haben, deren Mitglieder ohne weisel Anhänger der neuen Religion sind, belche eine Frucht der modernen Theologie st. Man kann diese Tatsache mit Genugtung begrüßen. Je klarer die gegenwärtige Situation, um so besser für die Sache des Blaubens. Vielleicht kommt man auf dem Bege dieser Vereine dahin, den Versuch zu hagen, eine neue Kirche zu bilden. Wir äitten in der Tat dagegen nichts einzubenden. Was die Herren unter evangelischer reiheit verstehen, ist stadtbekannt. Mit er Freiheit, von der Christus und seine postel sprechen, mit der Freiheit, in deren Dienst Luther die babylonische Gefangenhaft der Kirche zerbrach, hat jene Freiheit sichts gemein, denn sie kennt nicht das in Hottes Wort gebundene Gewissn.„Es st der höchste Akt menschlicher Freiheit, daß sie sich willig dem Behorsam gegen die höchste Autorität rgibt.“— Die höchste Autorität ist Bottes Wort und alles, was sich nicht unsedingt darunter beugt, gerät notwendig in ine unwürdige Abhängigkeit von Menschen. Werdet nicht der Menschen Knechte!“ rust er Apostel. 4 Aus diesem Grunde weisen wir auch dieenigen zurück, welche es für zeitgemäß salten, der Frau eine andre Stellung in ser Kirche einzuräumen, als sie nach der heiligen Schrift haben soll. Wir haben üher Gelegenheit gehabt, uns gegen das Reden und Beten der Frauen in relig'ösen Persammlungen auszusprechen, wir siid evenso ntschiedene Gegner der Bestrebungen, die arauf hir zielen, den Frauen das Stimmrecht, as Wahlrecht in der Kürche zu geben. Ran sagt, die Frauen gehen am flißigsten ur Kirche, an vielen Oten fehleg, die Ränner so gut wie ganz, soll die fcrostkändige Frau nicht Einfluß haben auf die Bahl eines Predigers, unter dessen Kanzel De jeden Sonntag sitz? soll ihre Stimme icht gehörtwerden in Gemeindeangelegenheiter, vo ihr Rat von großem Wert sein kunn? Lie Männer, welche mit ihrem Glauben der Schrift stehn, den Boden der Schrift stürzen. Und zwar unter der Fahne des Evangeliums! In der strefflichen Zeitschrift „Frauer hülfe, Blätter für Frauenarbeit und evangelische Gemeinde“, die wir bei dieser Gelegenheit gein empfehlen, lesen wir: „Machen wir Erist mit dem Wahlspruch des Thomas von Kempen: anna nesciri!— zu deutsch: laß es Deine Liebhaberei sein, verborgen zu bleiben“— das ist evingelisch. Und in einem Artikel mit der Unterschrift: „Der Frauenhülfe Herz und Hände“ werden als die Gebiete, in welchen die Frau wirken soll, bezeichnet: Armentflege, Kinde##flege, Krankenpflege, Seelenpflige, Pflege der Teauernden. Haben die.auen etwa daran noch nicht genug? Wenn unsre Leser frazen, ob denn diese Sache wirklich so ernstlich in Ecwägung gezogen sei, so wollen wir nur darauf hinweisen, doß auf der letzten sächsischen Provinzialy#ode über folgenden Antrag verhandelt worden ist:„Wahlberechtigt sind alle selbständigen, Kirchensteuer zahlenden, über 24 Jahre alten weiblichen Mitglieder der Gemeinde, wenn sie dies schriftlich beantragen und zugleich das Gelübde eines religibsen und kirchlichen Lebens ablegen.“ Der Antrag ist eingebracht worden von den Vorständen von 8 evangelischen Frauenverbänden: 1. des Deutsch= evangelischen Frauenbundes, 2. der Berliner kirchlich sozialen Frauengruppe, 3. des Vereins christlicher Lehrerinnen, 4. des evangelischen Diakonievereins, 5. des Frauenbundes zur Hedung der Sittlichkeit, 6. des Vereins eim für jurge Mädchen“, Hamburg, 7. des Lehrerinnenvereins für Hinterpommern, 8 des evangelischen Fröbelseminors in Kassel. Der Antrag wurde mit nur 67 Stimmen gegen 63 abgelehnt. Demnach ist mit Sicherheit zu erwarten, deß er bei der nächsten Tagung, also in drei Jahren, wiederholt werden wird. erlassen können, wenn es sich um die christiche Sitte und um kirchliche Ordnungen andelt, näre urbegreiflich, wenn es nicht eider so viele Männer gäbe, die sich dem nglisch= amerikanischen, methodistischen süssen nicht zu entziehen vermögen, wenn es sicht eine urserer Zeitkrankheiten wäre, unter len Unständen und mit allen Mitteln twas zu schaffen, wodurch man meint der #irche aufhelfen zu köanen. Da überspringt an leichten Hergens die klaren Vorschriften es Neuen Testaments und der sorst so epriesene Apostel Paulus muß sich sagen issen, daß seine Anschauungen für unsere suit nicht mehr passen Er schckte den atlaufenen Sklaven Ouesinus, ais er ihn atte tausen können, seinem Herrn zurück #ad sagte ihm: Thue deine Pflcht! In userer Zeit heißt es: emanzipiert auch vor surem Herrn und fordert euer Recht. at das Weib in die Stille, in die Ver sorgenheit gewiesen, heute will man eranziehn und in den Strudel der Parteien Wer die Wahrheit ist ein„Hochverräter an der Sache des Volkes“. c. C. Diesen Satz stellt der„Vorwärts“ auf. der allerdings in dieser Hinsicht sich keines „Hochverrats“ schuldig macht; denn er lügt mit vollendeter Vertuosität. Es ist auch ungeheure Seitenheit, wenn ein anberes sozialdemokratisches Blatt über die russische Revolution seinen Lesern die Wahrheit sagt. Die„Proletarier“ mössen in dem Wihne erhalten bleiben, daß die russischen„Frei heitshelden“ von Sieg zu Sieg sortschreiten; denn nur auf diese Weise kann auch in Deutschland eire revolutionäre„Begeisterung“ erzeugt werden. Man kann es aso begreifen, daß der„Vorwärts“ außer sich geraten ist. da„Genosse“ Edmund Fischer=Zittau in seinem Organ„Der arme Teufel“ einmal ausspricht, was ist, daß er also rundweg die Niederlagen der russischen Revolutionäre zugibt und auch den Be hauplungen widerspricht, daß das russiiche Heer ganz zum Volke übergegangen sei. Der„Vornäts“ verspottet Fischer als „Wippchen in Zittau" und schreibt, seine Ausführungen seien vollendeter Hoch verrat an der Sache des Volkes. Die„Sache des Volkes"! Welch toller Humbug wird von der Sozialdemekcatie mit dieser Phrase getrieben! Rosa Luxembu g. Stadthagen, Medring usw. als Sachwalter des Voke:! Man braucht das bloß aus zu sprechen, um den Wider finn solcher Phrasen aufzudick n; denn nicht einmal das sozial demokratische„Volk“ ist mit dieser Art von Sachwaltern einverstanden. Die Lupziger Volkszeitung“ übrigens leugnet die Nederlagen der russischen Reb.llen nicht so vollständig wie der„Vormärts“; aber sie weiß die Sache so zu drehen, daß die deutschen Sozialrevolutionäre durch diese Mißerfolge nicht entmutigt, sondern eher ermutigt Das Mehringsche Blatt schreibt werden. Fämich:„„Hmaigr Nr. 844 „Die Niederlage der Dezemberrampfer isr nicht die erste, die die russische Revolution erleidet, wohl aber die grötzte. Die Revolution war unbesiegbar und unwiderstehlich, solange sie mit ihren eigenen Waffen kämpfte, mit dem Generalstreik. Sie erlitt aber Niederlage auf Niederlage, sobald sie den Zarismus mit seinen Waffen zu schlagen unternahm, mit physischer Gewalt. Im Straßenkampf hat die Soldateska Väterchens noch immer gesiegt. Ohne Frage: der Militarismus ist in Rußlard erschüttert und der Geist der Rebellion ist in ihm trotz Moskau sehr lebendig. Aber diese Erschütterung ist nicht durch Straßenschlachten erfolgt. Man weiß vielmehr, daß die sogenannte russische Regierung derartige Straßenschlachten seit langer Zeit zu provozieren suchte, um in ihnen den Geist der Truppen zu„bessern". Ob es trotz dieser Umstände klug war, das Mittel des bewaffneten Aufstandes zu ergreifen, können wir von hier aus nicht beurteilen, da sich die Meldungen im einzelnen noch zu sehr wider sprechen. Aber das eine ist gewiß: ob Sieg, ob Niederlage, die Moskauer Dezemberschlacht wird in der russischen Rivolution nur eine Episode sein.“ Mehring und mit ihm alle offiziellen sozialdemokratischen Parteistrategen sind der Meinung, der politische Massenstreik sei das Universalmittel, durch welches die Sozialrevolution siegreich sein werde. Die russische Revolution aller hat sich info'g: anfänglicher Schwäche der Regierung folgendermaßen entwickelt:„friedliche“ Straßendemonstrationen und Massenversammlungen, porti Ue politische Steeiks, Generalstreiks, beweffete Aufruhre. Wer kann daran zweifeln, daß angesichts der frech aufwieglerischen Sprache der sozialdemokratischen Prisse sich die Massenstreik bewegung bei uns anders entwickeln werde wie in Rußland, wofern ihr nicht gleich im Beginn mit aller Rücksichtslosigkeit entgegengetreten würde? Die sozialdemokratischen Revolutionshetzer legen es ja darauf an, die Arbeiter zur Mißachtung der Staats gewalt und zur Widersetzlichkeit gegen sie aufzuwiegeln. Sie bleiden freilich— genau wie die eigentlichen Führer in Rußland— in Sicherheit un hüten sich, ihr kostbares Leben aufs Spiel zu setzen; das hat man in Dresden gesehen. Mögen nur die Arbeiter sich hüten, den sozialdemokratischen Hetzparolen Folge zuleisten und den urwahren Schilderungen der russischen„Heldenkämpfe“ in der sozialdemokratischen Presse Glauben zu scherken. Verkündigung des Endes der„Fleischnot“. Einer der lautesten und hitzigsten Rufer im Streite um die„Fleischrot", der Breslauer Oberbürgermeister Dr. Bender, hat vor acht Tagen die Fleischteuerung amtlich für beendigt erklärt. Die Breslauer stätt schen Arbeiter baten ihn un Gewührung von Teuerungszulagen und hatten in einer Versammlung einem sozialdemokratischen Redner zugestimmt, der ihnen empfahl, wenn sie abgewiesen würden, sollten sie mit d m Magistrat„russisch reden“. Herr Bender halte elle Ursache, über diese Agitation und auch über die Auswahl der „Deputierten“ ungehalten zu sein; drei von diesen.putierten waren#asarbeiter, deren Lohn im Laufe des vorigen Jahres zweimal erhöht worden war, die beiden Wortführer erhalten jährlich 1158 und 1260 Mk. Die Wihl solcher Deputierten bed utete eine Herausforderung, und dem Oberbürgermeister kann es nicht verübelt werden, daß er ihnen gegerüber die Autoritä: der Stadtverwaltung zu gebührender Geltung brachte. Dieser täusliche Streit der Breslauer hat aber eine politische Bedeutung, die Herrn Bender nicht in gleich günstigem Lichte erscheinen läßt. Te: amtliche Bnicht über den Empfung der Arbeiterdeputation am 30 Dez mber weiß über die von den Bitt stellern vorgetragenen Glünde nichts zu melden Das Beeslauer sozialdemokratische Blatt aber verschweigt sie nicht. Nach seiner Darstellung hat der Wortführer der Arbeiter gesagt:„Herr Oberbürgermeister, Sie haben doch selbst auf dem Städtetage anerkannt, daß eine Fleischteuerung vorhanden ist, und doch wollen Sie uns eine Teuerungs= zulage nicht gewähren?" Die Rede Dr. Benders, auf die sich der Sozialdemokrat hier beruft, liegt wenige Wochen zurück. Damals forderte der Städtetag mit allen Stimmen gegen die eine des sehr verständigen Weißenselser Bürgermeisters die Sus pendierung zollpolitischer und veterinärpolizeilicher Gesetze wegen angeblicher„Fleischnot“ man wollte nach Art der Bären in der Fabel die Fliege mit einem Felsblock erschlagen. Herr Bender war damals nicht klüger als die Mehrheit. Heute dürfte er einsehen, wessen Arbeit er auf dem Städtetage verrichtet hat: die Sozialdemokratie zitiert ihn gegen ihn selber. Seine Antwort auf die verfängliche Frage lautete:„Ja, die Fleischpreise sind aber schon wieder billiger geworden und werden noch billiger werden.“ Mit dieser Eklärung ist der Städtetag, ist Herrn Benders Rede auf dem Städtetage und ist überhaupt die ganze Fleischnotagitation so gründlich gerichtet und abgetan, daß wir nichts mehr hinzuzufügen brauchen. (Kreuz Zeitung.) Marokko und das deutsche Dem„Hann. Cour.“ wird aus Berlin geschrieben: Das deutsche Weißbuch soll bekanntlich zu Anfang der kommenden Woche dem Reichstage zugehen. Ueber seine Gestalt und seinen verautsichtlichen Inhalt ist in den letzten Tazen schon mancherlei durchgesickert, und soviel darf auch nach unserer Kenntnis der Dinge als sicher gelten: die Dokumente, die man der deutschen Oeffentlichkeit vorzulegen gedeikt, werden das Ergebnis einer sehr sorgfältigen, sehr peinlichen Auslese datstellen. Hier und da— intra muros et extra— hat man während dieser gar zu langen, schleichenden Kuisis unserer Regierung vorgeworfen, auf französische Empfindlichkeiten nicht genügend Rücksicht genommen und ohne Not die verletzt zu haben, die in einem künftigen System europäischer Politik(wofür man heute schon vielleicht besser sagt: Weltpolitik) unsere eigentlichen.fährten hätten sein mössen..e weit diese Vorwürfe berechtigt sind und ob das Kalkul überhaupt zutrifft, mag in diesem Zusammenhange auf sich beruhen. Soviel steht jedenfalls fest: gegenüber dem deutschen Marokto Weißbuch wird man solche Anklagen kaum aufrecht erhalten können. Vielmehr ist vorauszusehen, daß es seine Farben mit Recht tragen und ungemein unschuldig sein wird. Man hat an hiesizen amtlichen Stillen(und wohl nicht zu Unrecht; dem französischen Geldbuche den Vorwurf gemacht, daß seine Öff nheit nur scheinbar war; daß es an einer bestimmten Stelle plötzlich die Schleier niederwallen ließ und so kein zuteffindes Bild der Vorgäege vermittelte Diese Mängel auszugleichen ist augenscheinlich die bevorstehende deutsche Publikation bestimmt. Sie will gewisse Lücken autfüllen; wenn man so will: die Einseitigkeiten der französischen Dekumentensammlung ein wenig korrigieren. Aber sie wünscht sehr dringlich, alles zu vermeiden, was von neuem Oel ins Feuer gießen, Aufsehen erregen und überall Verstimmungen wecken könnte. Aus diesem Grunde publiziert die deutsche Regierung auch kaum den zehnten Teil der Skripturen, die sich in diesen unerfreulichen neun Monaten in ihren Schrärken angesammelt haben. Unter der Hand mag sie dann wohl vertraulich auch die anderen Dokumente, die unsere Rechtsansprüche dartun, der französischen„zur gefälligen Kenntnisnahme“ unterbreitet haben. Der in das id gab Alsir ein gegen. d hier gestern einer ie von Eine itigten liedses " 700 Daily r Erch zur Japan bernd Rord. sind. hende rsnot Krieg und Zahl man 1, die daß st ist daß andle stauumst, in!“ Frau mehr nustbere aul Jan. ahrbeit, den von nten men hält von sik“, und sten eine n“ ack. us tiv: 4s•3 * g. eien 2 de 2 en 9. * er le ie 1 e*. 2 0 u Noch einmal: Die Enten des„Vorwärts“. Dim„Vorwärts“, der sich auch noch heute wieder in üblen Verdrehungskünsten versuchte, läßt die„Nordd. Allgem. Zig.“ heute folgende wohlverdiente Stäuhung zu teil werden:„Nur mit Widerwillen unterziehen wir uns der Pflicht, die tendenziösen Behauptungen des„Vorwärts“ über das Verhältnis der Eisenbahnverwaltung zum Kohlensyndikat nochmals richtig zu stellen. Ee erkühnt sich jetzt zu der Urterstellung, daß eine Einigung zwischen der Eisenbahnverwaltung und dem Syndikat erst nachträglich, vielleicht erst infolge seiner Notiz getreffn worden sei. Auch dieser letzte Versuch, seinen Reinfall zu vrdecken, ist ihm gänzlich mißlungen. Wir sind auf Grund amtlicher Informationen in der Lage, demgegenüber bestimmt zu erklären, daß die Nachlieferung der Rückstände an Dienstkohlen zu den bisherigen Vertragspreisen vom Syrdikate niemals abgelehrt, vielmehr schon Mitte Dezember v. J. bis zum Schluß des Etatsjahres(31. März) ausdrücklich zugesichert worden war.— Für die infame Verlächtigung des„Vorwärts, die Eisenbahnverwaltung lasse unberechtigterweise 50000 Mark in die Taschen der Kohleninteressenten fließen, hat zu keiner Zeit auch nur die Spur eines Anlasses vorgelegen.“ Politische Nachrichten. Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 7. Januar. Prinz Adalbert von Preußen, der dritte Sohn unseres Kaiserpaares, wird sich, den ursprünglichen Dispositionen entgegen im Frühling dieses Jahres nicht einschiffen, sondern zur Kräftigung seiner Gesundheit einen mehrwöchigen Aufenthalt an der Riviera nehmen. Cerüchtweise verlautet, daß, da England, Amerika und Frankreich auläßlich der Eröffnung der Marokkokonferenz Kriegsschiffe in die Nähe des Beratungsortes entsenden werden, auch die deutsche Marine sich mit der Absicht trägt, einer Kreuzerdiv sion nach dem Mittelmeere zu entsenden. Dem Abgeordnetenhause wird einer Zeitungsmeldung zufolge nach seinem Wiederzusammentritt außer dem Etat der Entwurf zugehen, der einen neuen Kredit für die Verbesserung der Wohnungsverhältnisse der Arbeiter und gering besoldeter Beamten fordern wird, und sodann das Gesetz, das den Eigentümern land= und sorstwirtschaftlich genützter Geundstücke die Befugnis zur Festsitzung einer Verschuldungsgrenze gewähren soll. Mit der Einbringung der Sekundärbahnvorlage wird es noch etwas dauern, da bekanntlich die Vorarbeiten für die Fertigstellung der in der Vorlage zu behandelnden einzelnen Streckenforderungen stets längere Zeit in Anspruch nehmen. Die angekündigte Konferenz betreffend die Reform der höheren Mädchenschulen, an der auch Frauen teilnehmen wirden, soll am 23 Januar im Kultusministerium stattfinden. In München tagte unter dem Vorsitze des Ersten Bürgermeisters v. Borscht eine von mehreren tausend Personen besuchte Versammlung, um eine Kundgebung für freundschaftliche Beziehungen zwischen dem Deutschen Reiche und England zu veranstalten. Hierzu war auch der englische Gesandte Tower erschienen. Acht Redner betonten die Notwendigkeit freundschoftlicher Beziehungen vom kulturellen, wirtschaftlichen, wiss nschaftlichen, politischen, kommerziellen und Arbeiterstandpunkte aus. Zum Schlusse wurde einstimmig eine Reso lution angenommen. Graf Galen, der Führer der westsälischen Zentrumspartei, ist auf Burg Dinklage, wie die„Köln. Volksztg““ meldet, gestorben. Er war von 1874 bis 1904 Reichslagsabgeordneter. Die sächsische Polizei hat jetzt auch eine von bürgerlich liberaler Seite in Aussicht genommene Wahlrechtsversammlung verboten. Erfurt, 6. Jan. Sämtliche Tabak= interessenten von Erfurt und Umgegend richteten an den Reichetag eine Petition gegen die geplante Tabaksteuer. Der Aufstand in SüdwestAfrika. Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, der Präsident der Deutschen Kolonialgesellschaft, fordert in einem Schreiben die Abteilungen der Gesellschaft auf, dazu die Hand zu bieten, daß die zur Entlassung kommenden„Südwestafrikaner" nach ihrer Rückkehr in die Heimat in Stellungen untergebracht werden, die ihnen die Aussicht bieten, sich eine Ex stenz zu gründen. Zu vermittelnder Tätigkeit hat sich der Deutsche Kriegerbund bereit erklärt.— Der Prinzregent von Bayern hat für hervorr agende Leistungen anläßlich des Krieges in Südwestafrika eine große Reihe von Ordensauszeichnungen verliehen. Verluste: Reiter Michael Wiedemann, beim Ueberfall der Pferdewache bei Warmbad schwer verwundet, Beckenschuß; am 2. Jmnuar 1906 im Lazarett,Warmbad infelge der Verwundung gesterben. Aus dem Auslande. Budapest, 7. Jm. In Debreczin, wo die Untersuchung wegen der Mißhandlung des Obergespans Kowacs energisch fortgesetzt wird, erfolgten gestern drei neue Verhaftungen, nämlich die des Redakteurs Bekassy des Stadtrepräsentanten Kassel und des Akvokaten Rery Außerdem wurde von hier eine polizeiliche Kommission entsendet, der eine größere Abteilung Militär und Gendarmerie beigegeben war.— Auf dem Bahnhof in Klausenburg wurden 15 Kisten, enthaltend Repetirgewehre und Munition, argehalten. Nach dem unbekannten Absender wird eifriest gefahndet. Frankreich. In Rom ist ein Weiß buch des Vatikans über die Trennung von Kirche und Staat in Frankreich ausgegeben worden. Es besteht aus einem Expo'é und 47 Belegen. Das Expo'é enthält eine Vorrede und neua Kapitel nebst einem Anhang. Wie zu der gleichen Frage ferner aus Rom berichtet wird, ist man im Valikan entschlossen, der Opposition gegen die Annahme des franösischen Trennungsgesetzes, die sich in einem sehr großen Teile des Klerus und der Katholiken Frankreichs kandgibt, in keiner Weise Rechnung zu tragen. Der Heilige Stuhl werde selbst verständlich nicht ausdrücklich erklären, daß er das Gesetz ecceptiere, aber die Mitglieder des französischen Episkopates würden die Weisung erhalten, sich dem Gesetze zu unterwerfen, wenn auch nicht sofort und gleichzeitig, so doch nach und nach. Diese Stellungnahme des Vatikans sowie andere Umstände deuten darauf hin, daß ein lebhafter Kampf zwischen Regierung und Klerus in Frankreich kaum zu erwarten sein dürfte. London, 6. Jan. De: Arbeitsminister John Burns teilte in einer Rede mit, das Kriegsamt werde in den Landesteilen, wo die größte Arbeitslosigkeit herrscht, 20 Bataillone für die Miliz anwerben lassen. Rußland. Die„P.=.“erfährt von zuständiger Seite, es habe sich herausgestellt, daß Komitees, in deren Namen Arbeiter und Angestellte verschiedener Uaternehmungen Befehl zur Einstellung der Arbeit erhielten, garnichtexistieren und derattige Streikbefehle von einzelnen Revolutionären ausgehen, welche Arbeiter terrorisieren. Da die Revolutionäre für den 22. Januar errst: Ereignisse ankündigen, beschloß die Mehrzahl der Fabrikdirektoren, ihre Fabriken bis dahin zu sperren. Gapon fordert in einem langen Brief das russische Arbeiterproletariat auf, jeder blutigen Gewalttätigkeit zu entsagen, die errungine Posttion zu befestigen und zur Arbeit zurückzukehren. Ueber 17 Kreise, die zum sibirischen Militär=Bezirk gehören, und welche die sibirische Bahn durchschneidet, ist der Kriegszustand verhängt worden. Die„Köln. Zig“ erhält eine Zischrifl aus Odessa, wonach ein Fünftel der zur Unterstützung der schwer geschädigten jüdischen Bevölkerung aus dem Auslande eingelaufenen namhaften Summen zur Bewaffnung der Mitglieder des sozialrevolutionären Vereins „Bund“ und zur Anfertigung von Bomben verwendet wurden. Der Gewährsmann der„Köln. Zig." warnt ramentlich die deutschen Spender, vorsichtig zu sein, und nur solchen Komitees Geld zu senden, die es dem Zwecke zuführen, wofür es bestimmt ist. Die von dem Moskauer Aufstande verursachten Verluste werden auf zwei Millionen Rubel beziffert In Bessarabien und im Gouvernement Grodno find Bauernunruhen ausgebrochen. Der Dampfer„Wolga“ ist am Sonnabend mit 224 Flüchtlingen aus Riga abgefahren. New=York, 5. Januar. Es gilt als ziemlich sicher, daß der Ausschuß, der die Verhältnisse der Versicherungs=Gesellschaften zu untersuchen hat, einen Gesetzentwurf nach dem Muster des deutschen Versicherungsgesetzes einbringen wird, das der Gouverneur des Staates New York in seiner Jahresbotschaft an die Legislatur als mustergültig bezeichnet. Washington, 5. Jmn. Das Staatsdepartement erhielt Nachrichten aus San Domingo, die melden, daß der Aufstand tatsächlich beendet sei. Kolonialpost. (Südkamernn.) Aus Berlin wird gemeldet, die Zustände in Südkamernn seien in keiner Weise besorgniserregend, man sollte deshalb alle aufregenden Berichte unterlassen. Der Kommandeur der Schutztruppe hält die aufgebotenen Mannschaften nicht nur für hinreichend zur Unterdrückung der Unruhen, die Kolonialverwaltung ist sogar der Ueberzeugung, daß die neuerdings bewilligte Verstärkung der Schutztruppe um zwei Kompagnien in kurzer Zeit aufgegeben werden kann. Sie erklärt, daß die Ausgaben für diese künftig wegfallen. Die Berechnung der Streilkräfte der Stämme in dem betriffenGebiete— sie werden auf 10000 Mann geschätzt— ist müßig, da diese Stämme nur vereinzelt in Aktion treten. Die Verwundung des Leutnants Förtsch, die vor wenigen Tagen berichtet wurde, hat man auch fälschlich mit diesen Unruhen in Zusammenhang gebracht, sie ist im Norden der Kolonie auf einer Strafexpedition erfolgt. Der Offizier ist inzwischen, am 22. Dezember 1905, seinen Wunden erlegen. Lokales und Provinzielles. Bieleseld, 8. Januar.(Die konservative Quartalversammlung) findet Mittwoch, den 10. Januar, nachmittags 3 Uhr, im Pörtnerschen Saale zu Enger statt. Text: Eph. 6, 10—13, darauf: „Aus Zeit und Welt.“ (Zum Bahnhofsbau.) Herr Bahnhofsrestaurateur Geist muß das jetzige Bahnhofsgebäude am 1. Oktober d. J. räumen, für den Bau eines pcovisorischen Empfangsgekäudes sind 30000 Mt. vorgesehen. (Bielefelder Maschinenfabrik, vorm. Dürkopp u. Co.) In der Sitzung des Aussichtscats wurde die Dividende auf 26 Proz. festgesetzt bei 170000 Mk. Abschreibung. Die Generalversammlung wird am 31. Imuar stattfiaden. (Eine hochinteressante Arbeit) wird zur Zeit in unserer Sonntagsbeilage veröffentlicht:„Wie das älteste Mindener und das älteste Ravensbergische Gesangbuch entstanden sind. Von Prefessor P Eckheff in Wandsbick.“ Der Anfang wurde Sonnabend, den 6. Inn. gebracht. Wir machen auf diese Arbeit besonders aufmerksam. (Für Hausbesitzer an elektrischen Straßenbahnen) erging eine wichtige einschneidende oberlandesgerichtliche Entscheidung. Ein Hauseigentümer hatte laut „Rh. W. Ztg.“ die Berechtigung des Straßenbahnunternehmers bestritten, die Drähte zur Stütze der elektrischen Leitung mittelst Rosetten an seinem Hause zu befestigen. Die Bestimmung der in der Stadt geltenden Straßenpolizeiverordnung legt dem Hauseigentümer die Pflicht auf, die Anbringung dieser Rosetten, sowie der Hausnummern an ihren Häusern zu dulden. Das Oberlandesgericht hat dagegen die Weigerung des Hausbesitzers für unberechtigt erklärt. Nach§ 109 des B. G. B. ist der Eigentümer zwar berechtigt, soweit nicht Gesitz oder Rechte Dritter entgegenstehen, andere von j der Einwirkung auf sein Eigentun auszuschließen. Diese Bestimmung findet aber soweit keine Anwendung, als die gesetzlichen Bestimmungen über die Benutzung sremden Eigentums im fremden Interesse entgegensteht. Durch Einführung der Duldungspflicht bezüglich der Rosetten räumt sie der Bahn ein Mitbenutzungsrecht an den anliegenden Häusern zu bestimmten Zwecken ein, das erfolge im öffentlichen Interesse, da dadurch das Aufstellen von Masten vermieden würde. *(Ordensverleihung.) Dem Herrn Vorsitzenden des Gewerbegerichts, Landgerichtsdirektor Löher ist der Königliche Kronenorden III. Klasse Allerhöchst verliehen. e-(Der Gautag des MindenRavensberger Turngaus) findet am 25. Februar im Konzerthause hier statt. m.(Einen guten Fang) machte am Sonnabend Nachmittag der Polizeiposten an der Gütersloherstraße, indem er den zu Fuß von Brackwede kommenden Versicherungsinspektor August Brock, der wegen'eler Betrügereien, die er hier im vorigen Jahre verübt hatte, steckbrieflich verfolgt wird. Bei seiner Einlieferung in das Polizeigefängnis wurde ferner festgestellt, daß er der Hauptanführer einer Einbrecher= und Beandstistergesellschaft gewesen, welche in den letzten Wochen in Dortmund und Hamm auf etwa Kameradschaft. Ein Bild aus dem Soldatenleben von Freifrau Adda v. Liliencron, geb. Freiin v. Wrangel. 66](Nachdruck verboten.) „Nun, und? Was war'?“ „Gestern nachmittag, es war schon durkel, gehe ich auf dem Promenadenwege, und ein paar Schritte vor mir der Rathmann. Mich wunderte es, daß sich ein so feiner Herr zu ihm gesellt hatte und so eifrig mit ihm sprach. Ich konnte die beiden ganz gut erkennen, denn die gingen sehr langsam und gerade durch den Laternenschein. Ich war dicht an sie herangekommen, da zeigte der Rathmann auf das Haus vom Hauptmann von Gerbach und sagle zu dem andern: „Des da ist der Leutnant von Nordenbeck, der den Myir abfaßte, wie er den Aufruf einschmagzelte“ Der Herr Leutnant sprachen mit dem Toltor in der effenen Haustür und Kannen zas; im Hellen, man konnte jeden Zug erkennen Der Rathmann wandte sich mii iu mu scheu um und erkannte mich wohl vnu auch stehen geblieben und sah zum Leutnart geruber, bemerkte es aber duich, daß der Ruhmann seinen Begleiter himlich austießz, kann aber stramm stand wie ein Licht mit einem Gesichte, als ob er kein Wässerchen trüben könnte, und hatte doch eben so ganz unerlaubt hämisch ausgesehen. Ich trat an ihn heran und gab ihm noch einen Auftrag für die Kaserne. Da hatte ich doch wenigstens die zwei auseinander gebracht.“ Nordenbeck vermochte es nicht, sich eines unangenehmen Eindrucks bei dieser E zählung zu erwehren. Er wollte das aber nicht zeigen. „Schließlich ein Vorwurf kann Rathmann hier nicht treffen“, meinte er achselzuckend. „Ich traue ihm nicht über den Weg", platzte Fssei herass.„Er ist zweimal vor bestraft, und wenn er sich jetzt auch macht, verlessen kann man sich nicht auf ihn.“ Der junge Offizier legte ihm die Hand auf die Schulter.„Sie sind ein treuer und ein wachsamer Mensch, Fessel. Wir wollen zusammenhalten und die Augen aufmachen, eber nicht viel über die Gschichte reden Auf Sie kann ich mich verlassen. Sie fird mit Leib und Seele Soldat und königstreu“ „Ja, Herr Leutnant, und so soll's bleiben bis zuetzt“ Nordenbeck nickte.„Kepitulieren Sie nur immer weiter, und lassen Sie sich nicht so bald dem Regiment abtrünnig machen, wenn elwa eine Herzallerliebste Sie weglocken wollte.“ „Ich habe keinen Schatz Das ist nichts für mich.“ „Oho!“ meinte der junge Offizier lachend, „die rechte noch nicht gesunden?“ „Das wird wohl auch nie passieren. Man denkt sich so was zurecht, aber unsereins kriegt so was doch nicht, und darum läßt man lieber die Finger daron.— Haben der Herr Leutnant noch was zu.fehlen?“ Fissel stand stramm. „Ich darke. Nein. Und das mit dm Zusammenhalten, das wollen wir anstreben. Ich rechne dabei auch auf Ihre Hülfe.“— Die schöne Thekla ließ am nächsten Tage den jungen Husarenoffizier deutlich ihre Ungnade fühlen wegen der tags zuvor versäumten Reitstunde. Sie zeigte wenig Interesse für die Gerbach'sche Familie und konnte es ebensowenig begreifen, daß Nurdenbeck einen vierzehntägigen Urlaub zu Weih nachten genommen hatte. Sie fühlte, daß bei dem jungen Offizier eine Erkaltung eingelreten war, und wollte ihn wieder zu ihren Füßen niederz vingen. Z vischen kokettem Schmollen und neckendem Spiele streute sie ihre verführerischen Blicke, ihe verheißungsvolles Lächeln, aber sie vermochte nicht, die Schranke zu durchdrechen, die der jange Ofizier durch eine gewisse Zurückhaltung aufgerichtet hatte. Zum ersten Male war es bei dem schönen Mädchen mehr als eine belustigende Unterhaltung, dieses Heranziehen von Nordenbeck. Ihr Herz mit seinem leidenschaftlichen Schlage war dabei beteiligt, sie wurde sich dessen bewußt in den Tagen, als sie empfand, daß er sich nicht mehr schrankenlos ihrem Zauber hingab. Aber fiegesgewiß und jetzt auch mit ihrem ganzen Herzen dabei, wollte sie diesen Zustand wonnigen Verstricktseirs bei Nordenbeck zuröckufen; und wie sollte ihr daß unmöglich sein, wern sie willens war, ihm zugleich Heiz und Hand zu geben! Nordendeck kam in dieser Zeit täglich zu Gerbachs, meist freilich nur flüchtige Minuten, denn er war gerade jetzt dienstlich viel in Anspruch genommen. Lotte sah er nur sehr selten, sie hielt die lebhafte Knabengesellschaft von dem Krankenzimmer fern und hatte sich daher ganz in den anderen Flügel des Hauses mit den Kindern zurückgezogen. Frau von Gerbach hatte nun freie Zeit, sich der Pflege des geliebten Mannes zu widmen, dessen Besserung erfreuliche Fortschritte machte. (Fortsetzung folgt.) 20 Stellen nicht nur raffinierte Einbruchsdiebstähle aufführte, sondern auch außerdem noch zur Verluschung ihres gemeingesährlichen Treibens Feuer angelegt hatte. Im des Verhasteten wurden 21 verschiedene Schlässel vorgefanden, die er nach eigener Angabe bei siinen Diebstählen benutzt hatte. Frner hatte er eine goldene Damenuhr und mehrere goldene Ringe bei sich.— Jedensolls ist durch die rechtzeitige Festnahme dieses Burschen hier mancher vor Schaden bevahrt worden. m.(Wegen Bedrohung und Sachbeschädigung) wurde der aus Italien sstarmende Terrazzoarbeiter Pratesi festgenommen. Derselbe hatte, nachdem er mit seinem Arbeitgeber, einem hiesigen Maurermeister, in Streit geraten war, diesen mit Totschlazen bedroht, ihn bis ans Haus verfolgt und dort eine Haustürscheibe ein geschlagen. m.(Wechselsälscher und Zechpreller.) Der Handlungsgehilfe Heinrich V. von hier wurde eingeliefert, weil er sich in mehreren Wirtschaften der Zechprellerei schuldig gemacht hatte. In seinem Besitz wurden mehrere gesälschte Wechsel auf den Numen Fechtel vorgefunden und gibt der Festgenommene zu, auf einer Stelle— allerdiegs vergeblich— den Versuch gemacht zu chaben, den Wechsel zu versilbern. m.(Unfug.) In der Zeit vom 29. v. Mis bis zum 2 d. Mts. sind in der Realschule mehrere Fensterscheiben im Werte von 17.— Mark zertrümmert worden. Anscheinend geschah der Bubenstreich unter Benutzung einer Schleuder, da mehrere kleine Metallkugeln in der Schule aufgefunden worden sind. i- Stieghorst, 7. Jan.(Pastor Neuhoff.) Heute morgen um 3 Uhr starb unerwartet der Pasto: der Gemeinde, H. Neuheff, im Alter von 35 Jahren. Er war schon länger an der Brighischen NierenKrankheit leidend und wollte gerade einen dreimonatlichen Urlaub antreten, wovon er Genesung erhoffte. Er war der erste Pastor der im Jahre 1900 neu errichteten Gemeinde, welcher er schon vorher 2 Jahre als Hilfsprediger gedient hatte. Aus den Kreisen Minder und Lübbekt. Minden, 8. Januar.(Antispiri tistische Vorstellungen) Dr. Epstein wird am Dienstag und Mittwoch in der Tonhalle zwei Vorstellungen veranstalten. Dieser Herr erklärt die spiritistischen Wunder in ganz plausibler Weise und läßt es beim Erläutern seiner oft sehr schwierigen Ex perimente auch nicht an humorvollen Bemerkungen fehlen, so daß er das Publikum bis zum Ende des Abends fesselt. Die „Lespziger Zeitung“ schreibt u..:„Wahrhaftig, wenn Dr. Epstein nicht selbst lächelnd die Natürlichkeit alles Gezeigten zugestanden hätte, man könnle am Ende an Dinge zwischen Himmel und Ede glauben, von denen sich unsere Schulweisheit nichts träumen läßt.“ Minden, 8 Jan.(Der Regierungs rat Steinbrück) in Minden wurde zum zweiten Mitgliede des Bezirksausschusses in Minden auf Lebenszeit ernannt. Porta, 4. Jan.(Die Kettenbrücke.) Der Eigentümer der hiesizen Kettenbrücke ist seitens der Regierung zur gründlichen Renovierung der Brücke aufgefordert worden. Oeynhausen, 4. Jan.(Der Kontroll= beamte Herr Pflügge) hierselbst ist unter Beförderung zum Landessekretär zum .-April nach Münster versetzt. Kreise Herfeck. Hersord, 6 Jan.(Vereinstätigkeit.) Auf die plattdeutschen Vorträge des Gewerbevereins am Montag haben wir schon hiagewiesen. Am Montag Abend 8½ Uhr beginnt auch die Sanitätskolonne bei Aecker einen neuen Unterrichtskarsus, wie biehe von Herrn Dr. Brücher geleitet. Am Donnerstag Aberd aber wird Fräulein Pruia Müller Harnover vom Deut'ch Evangelischen Frauenb#nd einen Verbevortrag halten und später eine Ortsgruppe Herford gründen. Bünde, 6 Jan.(Das Allgemein Ehrenzeichen) erhielten: Ligermeister Heinrich Wulfmeier bei der Firma E Schulze in Ennig'oh, Werkmeister Heinrich Niestrath bei der Firma Steinmeister Wellensiek in Bünde und der Heuerling Friedrich Unterbrink in Steinlake. m. Bünde, 5. Jan.(Kirchliches.) Im Jahre 1905 wurden in der evangel. Kirchengemeinde Bünde 682 Kinder geboren, 342 Knaben und 340 Mädchen; kor firmiert wurden 387 Kinder, 191 Kneben und 196 Mädchen; getraut wurden 151 Paare und gestorben sind 274 Personen, 131 männliche und 143 weibliche. Durch den Uekerschuß an Geburten hat sich die Seelenzahl um 408 Personen vergrößert, so daß die Gemeinde jetzt ca. 19000 Seelen zählen würde. X Bünde, 7 Imnuar.(Gegen die Tabaksteuer vorlage.) Nach eingehender Ecläuterung seiner ablehnenden Stellungnahme zur Tabaksteuervorlage seitens des Vertreters unseres Reichstags= Wahlkreises, des konservativen Abg. Meyer=Bielefeld, und Berichterstattung seitens des Heern Fabrikanten W. Schöning Vlotho, des besten Kenners der Tabalsteuerfrage, nahm die heutige Massenversammlung im„Stadtgarten“ zu Bünde einstimmig folgende Resolution an: Mehr als 3000 am 7. Januar in Bünde versammelte Männer aller Berufe und Parteien aus dem Kreise Herford erklären, daß die Annahme der ron den verbündeten Regierungen beantragten Tabaksteuervorlage für die auf die Verarbeitung von ausländischem Tabak argewiesene westfälische'garren-Jadustrie von verhängnisvollster Wirkung sein würde. Von den 27000 Arbeitern des westfäl. Zigarren-Industriebezirkes würden mindestens 10000 brotlos und die übrigen in ihren Lohn= und Erweibsverhältnissen schwer geschädigt werden, da durch die Zollerhöhung für den ausländischen Tabak die Fabrikation der 5 Pfennigs= Zigarre und eines großen Teils der 6 PfennigsZigarre hier unmögsich gemacht und damit aufs neue eine bedeutende Verschiebung der Fabrikation zu Gunsten von Säddeutschland eintreten würde; im verstä kten Maße noch infolge der vorgesehenen weiteren Erhöhung des 1879 bereits verdoppelten Zollschutzes für inländischen Tabak. Auch für die anderen Erwerbsstände, insbesondere für die mit unserer Industrie erg verwachsene Landwirtschaft, würde eine unabsehbare Schädigung eintreten durch Ent wertung von Grund und Boden, großen Ausfall an Gemeindesteuern, Verringerung der Absatzmöglichkeit aller Produkte und damit der Verfall der hiefigen, durch glückliche Verbindung von Industrie und Landwirtschaft gescheffenen, gesunden wirtschaftlichen Verhälmnisse unausbleiblich sein. Die Versammlung richtet daher an den deutschen Reichstag die dringende Bitte, jeder Zollerhöhung auf Rohtabak seine Zustimmung zu versagen. r- Mennighüssen, 5. Jan.(Kirchlich statistisches.) Im Jahre 1905 wurden in der Kirchengemeinde Mennighüffen: ge boren und getauft 219 Kinder(im Vorjahre 1904: 250), 114 Knaben(130), 105 Mädchen(120). Konfirmiert: 136 Kinder(135), 63 Knaben(60), 73 Mädchen (75). Getraut: 61 Paaie(49). Beerdigt: 115 Personen(128), 53 männl. (59), 62 weibl.(69). Zum heiligen Abendmahl zingen: 4269 Personen(4307), 1928 Männer(1973), 2341 Frauen(2334). Die Seelenzahl beträgt 6465(6249). zwar an 252 Tagen bestrahlte, aber nur au 67 in seiner vollen Grazie; an 185 Tagen dagegen verhielt es sich wetterwendisch launenhaft und 113 Tage lang ließ es, unerbittlich tücksichtslos gegen alternde Beobachter, sein Dasein überhaupt nur nebelhaft ahnen.— Die Jahrestemperatur betrug daher im Mittel nur+ 8,62 Gr. C; die mittlere Nachttemperatur+ 4,87 Gr. C und die des Tages+ 12,87 Gr. C.— Die Extreme der Nacht icmperatu: bewegten sich zwischen— 13,0 Ge. C. 1. bis 2. Jan.) und+ 18,0 Gr C.(1. bis 2. „); die der Tagtemperatur zwischen— 5,0 Gr. (1. Jan) und+ 32,0 Gr. C(30. Juni).— Die natütliche Beränderlichkeit der Luftströmung bewirkte, daß nach deren Fluidumsgrade nachstehende Punktation in der Prädomination sich ergab: SW 328, S 214, NE 193, W 179, E 160, SE 136, NW 106 und N 97. Aus dem Kreise Halle. H. Bersmold, 6. Jan.(Meteorologisches.) An der hiesigen Station wurden im Jahre 1905 innerhalb der 6 Monate Mai bis Sept mber und November an 25 Tagen bez. Nächten 45 elektrische Entladungen(23 Nah. und Ferngewitter, sowie 22 Wetterleuchten) beobachtet. Das erste(schwache) Gewitter entwickelte sich am 7. Mai 6,30 p.., das letzte am 25. September 4,02 h. p. m; das eiste Wetterleuchten zeigte sich am 19. Mai 9,0 h.., das letzte aber am 27. November 4,32 h. a. Rücksichtlich dieser elektrischen Erscheinungen folgten im Mai 3 an 2 Tagen resp. Nächten; im Juni 16 an 8, im Juli 16 an 7, im August 6 an 5, im September 8 an 2 und im November 1 an 1 Tage bez. Nächten— Die atmosphärischen Niederschläge in ihrer flüssigen sowohl als auch starren Form lieferten in 180 Tagen 768,8 mm atmosphär. Wasser(132,3 mm mehr als im Vorjahre); dem nach erhielt dies mal jede Boder fläche von 1 qm 7 hl 68,8 1, jedes ar 768 hI 8 l, jedes ha 76880 h! Regenwasser; nach alter Weise per Morgen 1·612.25 hl oder per Schiffelsaat 13074,83 hl Inbstracht der Niederschlogetage ergibt sich folgende Monatsreihe: Mai mit 9, Februar und September mit je 12, Juni mit 18, Januar und November mit je 14, August und Dezember mit je 15. April mit 17, Juli mit 18. März mit 19 und Oktober mit 22 Regentagen; dahingegen nach ter Niederschlogsmenge ändert sich die Monatsreihe wie folgt: Mai mit 18,2— Nov mber mit 30,0 — Februar mit 39,0— Dezember mt 40,5— Januar mt 51,6— April mit 55,5— August mit 689— September mit 70,3— März mit 74.9— Juli mit 883— Juni mnt 1 1,4 und Okober mit 130,2 mm. Damit im Zusammen hang als Begleit= und sonstige Naturerscheinungen, wurden im Laufe des Jahres teils nachts, teils tags 23 Schneefälle, 1 Schneegestöber, 6 Hagel. 1 Graupel, 15 Rauhreit, 86 Reif, 99 Tzu, 63 Nebel bezw..drauch, 4 Glatieis, 46 Sturm, 3 Moorrauch, 1 Soinenhof, 8 Monohöse, 6 Rigenbogen und am 17. November 7,03—.17 h. p. 1 Polarlicht beobachtet.— Die mittlere Lustfeuchtigkeit im Jahre betrug 72,83 Proz; ihre Ex rime betrugen 48 Proz(17 Jan.) und 99.oz.(8. Dezbör).— Von den 36 Dekaden des Jchres waren 8 naß, 16 frucht und 12 tro en.— Der Barometerstand im Jahresmittel betrug 755 42 mm; seine Extreme am 5. Oktober und 11. Dezember dagegen betrugen 787,2 und 774,6 mm— Die Tagesbeleuchtung gestaltete sich in solcher Weise, daß das liebe Tagesgestien unsein schkönen Beziek (1. Juli); C Aus den Nachbarprovinzen und Stasten. Salzusten, 5. Jan.(Jagdunfall.) Der Forsteleve R. von hier hatte auf der Jagde bei Externsteinen das Unglück, daß beim Uebersteigen eines Zaunes sich sein Gewehr entlud und der ganze Schrotschuß ihm in den Oberarm drang. Der herbeigerufene Arzt aus Horn legte den ersten Verband an, worauf der Verletzte nach dem Landkrankenhause in Detmold gebracht wurde. Essen, 6 Jan.(Lehrerinnen.) Die Städte unserer Pcovinz berufen in immer stäckerem Maße Lehrerinnen zur Besetzung neuer oder erledigter Schulstellen. Namentlich ist dies seit der Gründung der LehrerinnenSeminare in Essen, Duisbucg, Elberfeld, Barmen, Krefeld und Düsseldorf der Fall. Der prozeatuale Anteil der Lehrerinnen an Lehrstellen stieg nach der„Ry. W. Ztg.“ von 1886 bis 1901, also in einem Zeitraum von 5 Jahren, in Essen von 36 auf 40, in Duisburg von 6 auf 12, in Krefeld von 28 auf 82, in Elberfeld von 14 auf 19, in Barmen von 20 auf 24, in Düsseldocf und Gladbach ist der Anteil unverändert geblieben, in Remscheid fiel er von 20 auf 19. Solingen, 4. Jm.(Neue Steuernart.) Die Stadtverordnelen beschlossen, eine Steuer auf Geschäftsfilialen einzuführen, die sich auf ein halbes Prozent vom Eitrage belaufen soll. Die Geschäftsmiete und die Personenzahl sollen dabei berechnet werden. Essen, 7. Jan.(Genickstarre.) In der G meinde Hamborn wurden neun Fälle von Genickstarre festgestellt. Die Regierung entsandte einen Kommissar. Berlin, 6. Januar. Voraussichtlich nächstes Jahr soll der Betrieb der Wannseeb ahn elektrisch werden. Man will offenbar hier noch mehr E fahrungen sammeln, um dann auch zum elektrischen Betriebe der Stadtbahn überzugehen, den die Berliner sehnlichst wünschen. Berlin, 5. Jan. Die Riesenstation für drahtlose Telegraphie, die die Reichspost. verwaltung in Norddeich herstellen läßt, wird in diesem Frühjahr fertiggestellt sein.— Nach den endgültigen Feststellungen des städtischen statistischen Amtes beträgt die Einwohnerzahl Groß Berlins, d. h. Stadt Berlin und 29 Vororte, 3016228. Dresden, 5. Imnuar. Wegen Beteiligurg an der Wahlrechtsdemonstration wurde der Arbeiter Pappelbaum mit 3 Monaten Gesängris und drei Wochen Haft bestraft. Kleve, 2. Januar. Nach dem Vorbilde der Garrisonen Memel und Lindau, die alljährlich poctische Grüße wechseln, haben die nordwestlichste Garnison Kleve und die südöstlichste Garnison Pleß in Schlesien ge legentlich des dies jährigen Jahreswechsels Glückwünsche getauscht. Das hier garnisonierende Jafanteriebataillon erhielt folgendes Glückwunschtelegramm: „Es reichen um die Jahreswenke Südost— Nordwest sich treu die Hände. Hie Pliß hie Kleve! quer durchs deutsche Land Sein'n uns're Grüße heut' euch zugesandt. Viel Glück dem Klever Bataillon! Dies wünscht die Pleßer Etkadron. 2. Esk. Ulanen 2 Pleß.“ Worauf dieses alsbald folgenden Gegengruß folgen ließ: „Im neuen Jahre fest und treu Südost— Nordwest verbunden sei. Der Kameradschaft sta kes Band Umschließ Pleß und Kleverland. Hepphexp Hurra die Erkadron Ruft laut das Klever Bataillon. 5. Bataillon Inf. Regt. Nr. 56.“ Rom, 4 Jan. Der preußische Gesandte am Balikan Freiherr von Rotenhan überreichte im Auft age Kaiser Wilhelms dem Papst den Schlußband des aus Reichs mitteln herausge gebenen Werkes über die Sixlinische Kapelle Den Gesandten begleiteten der Referent des Sixtinawerkes im Reichkamt des Innern Geh. Ober Regierungsrat Dr. Kaufmann, sowie der Verfessr des Werkes De Steinmann. Die Entsendung eires Vertreters der Richsregierung ist als besondere Aufmerksamkeit gegen den Papst aufzusassen. Nachdem der Gesandte dem Papst das Weik als Geschenk des Kaisers überreicht hatte, dankte der Papst in warmen Worten. Hierauf bielt Dr. Kaufmann eine italienische Ansprache, wnein er das liberale Entgegenkommen der Päpste gegenüber der deutschen Wissenschaft hervorhob und die Bedeutung der Herausgabe des Sixt nawe##s betocte, das, ein Wunderwerk der Kunßt, der Nach wlt auch dann noch erhalten sein werde, wenn die Feskn nicht mehr silbst für sich sprechen werden. Dr. Kaufmann berichtete, der Kaiser habe den letzten Band mit großer Befriedigung empfangen, und sprach die Hoffnung aus, auch der Papst möze ihn gern entgegenrehmen. Der Pepst dankte den R dner durch wieder holten Här dedruck und betonte unter anderem, daß der Vatikan ein Haus aller sei, das den Forschern der garzen Weit offen stehe. Zur Zeit seten im vatikanischen Archiv fast sämtliche Nationen vertreten. Der Papst ließ sich alsdann durch Dr. Steinmann das Werk im einzelnen vorlegen und erklären und gab häufig seiner hohen Befriedigung Ausdruck. Alsdann nahm auch der Kardinalstaatssekritär ein Exemplar aus der Hand des Gesandten entgegen. Paris, 7. Januar. Nach aus Madrid hier eingetroffinen Drahtmeldungen stürzte gestern im dortigen königlichen Theater während einer Aufführung von„Fausts Verdammung“ eine von vierzig Zuschauern besetzte Estrade ein. Eine Person wurde getötet, drei schwer verletzt. London, 7. Jan. Einem noch unbestätigten Berüchte zufolge ist auf der Höhe von Niedses in Dampfer gesunken. Es heißt, 700 Personen seien hierbei umgekommen. (Hungersnot in Japan.) Der„Dally #elegraph" berichtet aus Toklo, daß nach der Erklärung des ausländischen Komitees, das sich zur Unterstützung der von der Hungersnot in Japan betreffinen Bevölkerung gebildet hat, annäbernd drei Millionen Menschen in den drei Nordprovinzen von schwerster Hungersrot bedroht sind. Es wird erklärt, daß, wenn nicht zureichende Maßnahmen getroffen werden, die Hungersnot mehr Menschenleben kosten werde als der Krieg mit Rußland. Die Regierung trifft an Ort und Stelle Vorkehrungen Angesichts der großen Zahl der von der Hungersnot Betroffenen vermag man einer Rigierungserklärung schwer zuzustimmen, die besagt, daß die Hungersnot nicht so ernst sei, daß Auslandshülfe nötig wäre. Die Hungersnot ist mehr als ernstlich, sie ist kritisch. Es scheint, daß die japanische Regierung von falschem Nationalstolz beeinflußt ist. (Benutzte Gelegenheit) A.(im Restauant):„Wenn du jetzt so spät nach Hause kommst, wird's eine ordentliche Garbinenpredigt absetzen!“ — B.(vergrügt):„I bewahre! Meine Frau spricht ji schon seit acht Tagen nicht mehr mit mir!“ Literarisches. Das Daheim, in dem zurzeit der in musikalischen Kreisen spielende, glänzend geschriebere Roman„Der fremde Vogel“ von Paul Oskar Höcker erscheint, eröff iet das am 6. Jan. mit Nc. 14 beginnende Qtartal seines 42. Jahrgangs mit einer neuen großen belletristischen Arbeit, dem das Juristenleben„vor und hinter den Kul ssen“ schildernden Roman„Im Dienst“ von Friedrich Jacobsen. Die neuen Abonnenten werden über die Vielseitigkeit dieses in vornehmen Geist geführten Blattes erstaunt sein: es enthält nicht weniger als sechs in sich abgeschlessene, von ersten Fachleuten redigierte Beilagen:„Hausmusik", „Sammler Daheim“,„Hausgarten“,„Frauen= und Kinder Daheim",„Spielecke", im Briefkasten „Rechtseat" und„Gesundheitsrat“, sowie eine ständige„Auskunftsstelle sür Reiseangelegenheiten“. Den aktu.Uen Ereignissen folgt die sehr geschmackroll arrangierte, reich illustrierte Beilage„Aus der Zeit— für die Zeit". Der illustrativ: Schmack entspricht dem vornehmen Charakter dieses ichtn Fam lienblattes. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 8. Januar 1966. Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., hier Niedrigst. Thermometerstand in der Nacht+- 2 ec. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.+ 3 e8. Barometer 73,2 cm. Wind: Süd-Ost. Himmel: bedeckt. Neueste Nachrichten. Berlin, 8. Jan. Ein Parteitag der Zentrumspartei fand gestern statt. Der von etwa 3000 Personen besuchte Parteitag wurde vom Abgeordneten Wellstein eröffnet. Abgeordneter Trimborn gab die Stellungnahme des Zentrums zur neuen Steuervorlage kund. Derselbe ist gegen eine Erhöhung der Tabaksteuer, ausgenommen für Zigaretten und die feineren Zigarren, gegen die Quittungssteuer, die Fahrkartensteuer, ausgenommen die Besteuerung der Fahrkarten I. und 2. Klasse, gegen die Erbschaftssteuer bei Erbschaften bis zu 150000 Mark und gegen das Maximum der Matrikularbeiträge. Berlin, 8. Jaruar. Zu dem deutschen Weißruch über Marokko erhält der„L..“ folgende Mitteilungen: Das Hift besteht aus 40 Seiten, die 26 Stücke enthalten. Es gibt in der Hauptsach; die Berichte der deutschen D pemsten in Pacis, Tanger und F: wieder sow it die Publikation opportum erscheint und zur Ergänzung des französischen Gelbbuche netvendig war. Besonders eingehend sind die diplomatischen Aktionen Deutschla### und Frankreichs selbst behandelt. Ja kas Weirtuch ist feiner überrommen worden eine Reide von Mtieitungen aus dem Gelbbuch, die in dem sich nunmehr ergeb nden Zosammenhange verständlich erscheinen wirden. Hierbei ist besonders daran gedacht worden, dem Reich#tag einen besonderen Einblick in die Marokkooffäre zu gewähren. Ein weiterer, ziemlich eingehender Pessas beschaftigt sich mit dem Konferenzgedarken und seiner Realisierung. Das Weißbuch schließt den wesentlichen Inhalt mit dem 8 Jali 1905 mit dem Tage, an dem zwischen den deutschen Botschafter Fürsten Radolin und Rouvier der erste Ekkord hergestellt war; das he ßt, als an die Stelle privoter Dineräußerungen Delcissé; eine im diplomatischen Sinne korrekte Verhandlung trat. Heute morgen 3 Uhr entschlief Frieden nach längerem Leiden, der Pfarrer Heinrien Neunenl im 36. Lebensjahr. Seine vorangegangene Braut hat er nur wenig über ein Jahr überlebt. Stieghorst, den 7. Januar 1906. Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11. Januar statt. Die Feier beginnt nachm. 3 Uhr. Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, heute morgen 3½ Uhr meinen inniggeliebten unvergesslichen Mann, unsern treusorgenden Vater Schwiegervater, Grossvater und Onkel, den Kolon Sotthes-Wiederhersthotts gent. Siekmann nach kurzem, sehr schweren Leiden im fast vollendeten 73. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Niederjöllenbeck, den 6. Januar 1906. Die Beerdigung findet em Donnerstag den 11. Januar, nachmittags um 1 Uhr vom Trauerhause aus statt. Auf Aittergut Werburg bei Spenge sind zu haben: 5000 Stück verschulte Eichenpflanzen, à 60 Mark. 2000 Stück verschulte amerikan. Roteichen. à 70 Mark. 500 Stück Ahorn, 50—60 Mk. 30000 St. verschulte Fichten(Krontannen), à 10 Mark. Diese Pflanzen zeigt an Gutsaufseher Niermann. Werburg. den 5. Januar 1906. Llandesamts-Nachrichten vom 2. bis inkl. 6. Januar 1906. Geburten: a) Söhne. Arbeiter Heinrich Oberschelp. Buchbinder Alex Brinkhoff Spinnerei=Arbeiter Konrad Klemme. Buchbinder Bernyard Schippmann. Maler Wilhelm Kracht. Eisendreher Rudolf Hellmann. Geschäftsführer Ernst Dröschel. Konditor Robert Rhönisch. Eisendreher August Haselhorst. Arbeiter Heinr. Jürgen Lehrer Karl Demberg. Tischler Heinrich Friedrichsmeier. Gärtner Wilh. Müler. Schlosser Heinrich Wirum. Tischlermstr. Heinrich Niggebrügge. b) Töchter. Buchbinder Heinrich Haukötter. Bureaugehülfe Friedrich Lorenz. Uhrmacher Friedrich Böckelmann. Postassistent Friedrich Holz Straßenbahnschaffner Adolf Kehl. Maurer Hermann Brandt. Instrumentenmacher Karl Diestelkamp. Spinnerei=Arbeiter August Motzkus. Bäcker und Konditor Friedrich Zierenberg. Kaufmann Gustav Thomßen. Arbeiter Karl Kleist. Tischler Konräd Spiegel. Aufgeboten: Schlosser Hermann Bentlage, Siechenmarschstr. 34 und Klara Deppe, Salzuflen. Arbeiter Friedrich Bornemann, Ed. Windhorststraße 16 und Charlotte Kreie, Wildungen. Eisendreher Karl Fratz, Schildescherstr. 95 u. Marie Siekmann, Brackwede. Postbote Wilhelm Vollmer, Bahnhofstr. 13 u. Luise Schmidt, Dorotbeenstr. 9. Schriftsetzer Friedrch Stiens, Kaiserstr. 129 und Paula Tepel, Burgstr. 19. Arbeiter Christian Krüger, Siekerwall 1a und Johanne Windmann daselbst. Geschäftskassierer Georg Löffner, Mellerstr. 61 u. Friederike Hirschmann daselbst. Kaufmann Emil Fiedler, Webereistr. 28 und Philomena Fiedler daselbst. Verehelicht: Braurei=Direktor Erich Büttner und Helene Laux. Arbeiter Johann Siebrasse u. Pauline Bergmann. Steindrucker Hugo Kassing und Karoline Kott. Magazinverwalte Louis Brömmel und Lina Bergmann.; Sterbefälle: Siebmacher Karl Niestrath, 77 I. Produktenhändler August Kröger, 38 J. Arbeiter August Krause, 36 J. Verm Leyrer Quakernak, Charlotte geb. Rahne, 85 J. Ver v. Arbeiter Pellmann, Anna geb. Hildebrand, 70 J. Verw. Arbeiter Simonemeyer, Luise geb. Fliegner, 64 J. Verw. Arbeiter Bentlage, Sophie geb. Querl, 62 J. Ehefrau Arbeiter Johle. Friederike geb. Hülsmann, 30 J. Anna Kuloff, 1 J Eduard Olderdissen, 3 M. Erna Hoffmann, Unfallrentene npfänger Wilh. Kampmann, 67 J. Ehefrau Generalagent Schroeder, Emilie geb. Augustin, 72 J. Die Geburt eines Knaben zeigen dankerfüllt an Hermann Huchzermeyer u. Frau Marie, geb. Bansi. Herford, den 7. Jan. 1906. „ scher Hlotten=Herein Ortsgruppe Bielefeld, Stadt und Land. Donnerstag, 11. Januar 1906, abends 8½ Uhr, im ev. Volkssaal, Bahnhofstraße Staut Theater! Montag, den 8. Januar: Benefiz für Herrn Karl Rüger Robert und Vertram oder Die lustigen Vagabunden. Gesangsposse in 4 Abteilungen v. G. Raeder. Dienstag, den 9. Januar 1906, Frühlingsluft. Operette in 3 Akten nach Josef Strauß von E. Reiterer. Sr. Erzellenz des Herrn General v. Lieber über: „Die nationale Bedeutung der Wehrkraft Deutschlands zur See“. Eintritt frei. Nichtmitglieder willkommen! Ev. Jüngl.= und Männerverein St. Pauli. Vereinslokal Paulusstraße Nr. 26 Montag, den 8. Jannar er., abends 9 Uhr: Suche zu Ostern für meine Bäckerei und Konditorei einen . Veronks-Konzort Tehrling unter günstigen Bedingungen. W. Ostermann, Bielefeld, Nebelswall Nr. 9. Sonntag, den 14. Januar 1906, nachmittags 5 Uhr, im Stadt-Theater. Tüchtiges braes Vienstmäbchen, Leitung: Herr städtischer Musikdirektor W. Lamping Orchester: Das wesentl. verstärkte städt. Orchester. Solist: Her Konzertmeister Bram-Eidering. welches sich auf die bürcerliche Küche veisteht, wegen Verbeiratung des bisherigen nach 9jähriger Dienstzei gesucht per Februar. Stelle gut urd dauernd. Zu erfragen in dr Expedit on d. Zig. Zum 1. April suche ein tüchtiges Mädchen, welches im Kochen erfahren ist und Hausarbeit mit übernimmt. Frau Josef Brendgens, Bielefeld, Rohrteichstr. 36. Programm: F. Mendelssohn-Bartholdy: Ouverture,„Meeresstille und glückliche Fahrt“. Joh. Brahms: Konzert für Violine mit Orchester. Joh. Seb. Bach: Präludium und Fuge in-moll für Violin-Solo. M. Reger: Sinfonietta. Eintrittskarten zu Mk..—,.—,.—,.—,.50 Mk. bei Herrn M. Pfeffer, Obernstrasse. Ein gut empfohlenes, tüchtiges Kachrnmnöchen Die Abonnenten werden gebeten, ihre Eintrittskarten bei Herrn M. Pfeffer bis Mittwoch, den 10. d. Mts., zum 1. April gesucht von Frau Otto Delius, Bergstraße 5. unter Vorzeigung ihrer Abonnements-Karten abzuholen. Gebildetes Fraulein „„* in allen häuflichen Arbeiten erfahren, als Sütze der Hausfrau gesucht per 15. Febr. Tüch iges Dienstmädchen vorhanden. Drei Kinder von 7 kie 13 Johren, an genehme Häuslichkeit, Familien= anschluß, eigenes Haus in schöner, fieier, gesunder Lage. Angebote nebst näheren Angeben, Photogrophie und Ansprüchen be fördert die Exped. d. Zeiturg unt. L. M. 100. Sonnabend, 13 Januar, abends 8 Uhr, im Stadt-Theater. Obiges Programm unter Mitwirkung von Herrn Konzertmeister Bram-Eldering. Eintrittskarten Mk..—, Schülerkarten 50 Pfg. Wohnung, 5 Räume, im III. Stock, oder 4 abgeschlossene Räume im I. Stock, zum 1. April zu vermieten. 80. leiden und ihre Heilung.— Schritt hierüber mit 100 amtlich beglaubigten Dankschreiben von Geistlichen beider Konfessionen, Juristen etc. vollständig umsonst durch A. Stroop, Neuenkirchen Nr. 116. Kr. Wiedenbrück, Westt.— Betrifft auch Wucherungen und Geschwufste jeder Art, Ansteckungen und Vererbung von Krebs, Zusammenhang von Gallenstein und Krebs, sowie Blutreinigung. Postkarte genügt. Geehrter Herr! Ich litt seit 14 Jahren an einem Beinschaden, habe sehr viele spielige Kuren gemacht, aber ohne Erfolg. Auf Ihre„RinoSalde" aufmerksam gemacht, nutzte ich diese und din mit ihr z frieden. Die Salbe wird wohl auch in den Apotheken zu haben sein. Rositz, 28./8. 1904. E. Tiegel. Wachs, Naphtalan je 15, Walrat 20, Benzoefett, Venet. Tern Kampferpflaster, Perubalsam je 5. gelb 30, Chrysarobin 0,5. Eige Zu haben in den Apotheken, bes. Aschoff’sche Apotheke, Nie. dernstrasse 3. Man achte genau auf die Original. packung weiss-grün-rot und die Firma Rich. 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Zimmerstr. Nr. 19. Fernsprecher Nr. 292. Männliche Abteilung. Es werden gesucht: 3 Ackerknechte, 3 jung: Fäcker, 3 Bauschlesser, 1 sebtt Dachdecker, 4 Efen'ormer, 3 Feilenhauet, 3 Drechster, 1 la dw. Arbeiter samile 1 Milchkutsther 16—17 Jahre, 1 Metallschleiser, 2 Scmiede auf Wasenbau, 3 Schneider a. Korsekt, 3 Schuhmacher, 2 Scweizer, 2 Tischler auf bess. Mösel, 3 Viehwä ter, 4 Tischler auf Bau und Möbe!, 8 Zimmerer. Lehrlinge: Bäcker, Bildbauer, Tachdecker, Klmpner, Kinstglas r, Schmede, Schneider. Schreiber, Schuifisitzer, Steindrucker, Tapezierel Zimmeler. Es suchen Stellung: Bauarbeiter, Boten, Enkassierer, Fabrikarbeiter, Mauter, Maler, Portier, Nachtwächter, Tischler= lehrling. Weibliche Abteilung Es werden gesucht: 1 perf. Weiß äherin für ausw. gute Bezahlung bei strier Sianon, 1 H a u t m ä d c h e n f ü r a u s w ä r t s, 1 Köchin für Pensionat Güterkloh, 1 jg. Hausmädch n sofolt, 1 tücht. Dienstmäcchn für Pfarrbaus 1 Hausmädchen s. Saisor Pyrmont, 2 Zmmermädchen[u: Saison Oynhausen, 1 ältere Verson die kochen kann f Lin haushalt Nähe Belefeld, 1 Wamsel s. gr. Baveinhof am liebsten Bauert tochter 1 Dienstmädchen für Haushalt ohne Kied. 1 2. Wä terin oder älteres Kindermädch., 1 Haus u. Füchermädchen f. heirsch. Hau“, 1 junge Köchin j. Holl ausw, 2 tuchtige Mädchen für Mtz,erei uswäls, mehrere Landmadchen, mehrere Hais u d Kücher mädchen f bier u d ausw, 1 Haushalt Lehrling. 1 Lyndhaushält rin klnn einfache Frau sin, mehee Arbie innen für Weberei, mehrere Arbeiterin. f. Buchdruckerei mehrere Arbeiterinzen für Buchbir derei, m hrere Arbeiterinnen f. Kortonagenfabrik. Es suchen Stellung: 1 Haushälteria m. brillt. Zeugn. 1 Haushälterin od Stütze f ruh. Haush.lt, 1 Haushälte ia f. bücg. Haus, 1 ältere Haushälterin für Arbeit-Hauebalt, 1 Arbeiteftau für leichte Beschafigung, 1 perf. Köchin zum 1. 4, 1 Kinderfteul. mit Töchee=Schulbildug auch Mesikurt riich, mehrere Arbeitsund Stundenfcauen. Vi lifeld, den 8 Januar 1906. 9 Januar: Gra burg, geb 1724— bezühmter Chirurg g Gesecht der Deutschen — Napoleon III. — König Biktor 0 gest 1878.— Dölli und Kuchenhistoriker, Kirchlicher Oktober Zu der Frage vo registrieren wir zwe vergangene Biertelja wurde der Versuch und die reformiert einzigen unierten G Die Parrer der Ge gefördert zu haben. an dem Widerspruch geformierten G. wir uns darüber, d schwächung des klart Gemeinden für eine Ein uniertes Glau nlcht, man müßte d Glaubensbekenntnis ide geschicktliche ### unser Konsisto ####habt hat, zu diese Stellung zu neha word. n. Dagegen er bisher refort irchen- und Staats schlüsse ihrer klei terien, hinfort von inen Gebrauch mi nur noch als„e meinden zu bezei sücklich bemerkt, de dem Bekenntnis un tellung der Kircher r niederhessischen #absichtigt ist. Als hen geben die G usotz„reformier!“ inden Mißverständt preußtschen Unt schen-führt habe u sorsckub leiste, daß formierten Gemein nd Cilvinismus erde durch den ab ind gar die Tatsa pzenanrte reformie sit der lutherischen Bekenntnis habe, ne onfession und Apoll uthere Katechil mus in unserer Zeit un Sammlung aller Ei itest. lug der tren schen. Wir mössen sie krichlichen Verhäll sekannt sind,* um ) O b g l e i c h sabn int es der den Bek kirche Klarhe Seite, und n saß sie in de hiter Berufus essisch refe utherisch für eine#### konze sion, m sie Altpre der„lut slärte man a ormierte Kir d die Beha undlein der er Sakramen sahren ein so agesehenen„ habe die K 5. Sonntags wrise gesproch er einflußreich Aegst verewi