-Theater. den 2. Jaruar 1906, besdera. 5 Akten v. V. Sardou. fang 7½ Uhr. den 8. Jonuar 1906, r von St. Bernhard. n 5 Akten von Oborn m 1. Ap il ein ätteres, enmaochen einen Haushalt. uu Sanitätscat ertelsmann, Weitherstraß: 4. e Wäsche=Fabrik fabrik. erzenwäsche nach Maß) per 1. Morz ev. f. über, hiige, absolut selbstilende ektrice. kt. nur auf 1. Kraft, its pcakt erprobt u. Tätigkeit Ia Z ugn. Stellung deuernd u. ffert. mit Ang. der Zeugnisabschr. u. eo. & a m p; C o., L e i p z i g. Gadeberg. r der Lagerautöglichst zu räumen vom s 6. Jan. Abteilungen grosse um turisverkauf. Grosse ermässigung liche vorrätige -, Herren=, sen- u. 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Carus, Arzt und Phystolog, ged. 1789.— Die Sklaverei wird in den Vereinigten Staaten von Noedamerika für aufgehoben erklärt, 1865.— Schlacht bei Bapaume, 1871. Friedenspolitik. Als Kaiser Wilhelm II. den Thion bestieg, war allenthalben im Autlande die Anschauung verbreitet, daß er während seiner Regierung vom Ehrgeiz des Eroberers besellt und eine kriegerische Perivde über Europa und die Welt hereinbrechen werde. Nichts von all den Prephezeiungen ist im Laufe der letzten 10 Jahre eingetriffin, im Gegenteil hat der Kaiser keine Gelegerheit vorübergehen lassen, seine friedliche Gesinnung zu betonen. Aber trotzdem ist bei gewissen Mächten ein Rest von Mißtrauen auch heute noch nicht geschwunden und man sagt dem Kaiser kriegerische Allüren nach. Am schärfsten trat dies zuletzt in der Marokkoaffäre hervor, am Bertiver Hofe bestände eine Kriegspartei, welche einen Austrag mit der Waffe wünsche und dazu dränge. Das Verhalten der deutschen Diplomatie hat indessen zur Genüge dargetan, daß man eine friedliche Lösung wolle und nunmehr ist in den letzten Tagen auch eine Aeußerung Kaiser Wilhelms selbst bekanpt geworden, welche an der Seine einen überaus sympathischen Eindruck gemacht hat. Bemerkenswert ist auch, daß die Kaiserlichen Worte von dem der Regierung nahestehenden „Temps“ veröffentlicht worden sind, daß die Mitteilung also vom Auswärtigen Amte selbst herrrührte. Wenn man an der Seine nicht davon angenehm berührt gewesen wäre, bätte man schwerlich wohl der weiten Oeffentlichkeit Kunde von den Worten des Kaisers gegeben, die, wie nunmehr durchsickert, gelegentlich einer Hosjagd dem französischen Militärattachee gegenüber gefallen sind, der sie sofort nach Paris berichtete. Eigentlich hat der Kaiser damit nichts neues gesagt, denn von dieser Gefinnung ist all sein Tun besselt und wenn ein deutsch seindliches Blatt, welchem die kaiserlichen Wolte nicht sehr gelegen kamen, hinzufügt, die Aeußerung sei nicht vollständig wiedergegeben worden, der Kaiser habe noch hinzugefügt, er wünsche einen Frieden, soweit es die Ehre Deutschlands zulasse, so ist dies eigentlich ganz selbstverständlich. Die dertsche Politik ist niemals aggressio gewesen, wenn gleich sie erklätlicherweise auch dem Geiste der Expansionspolitik huldigte, der eben die ganze Welt ersaßt hat. Die Friedensliebe üdte selbstverständlich auch tyren Rückschlag auf die Politik des Dreibundes, der seit seinem Bestehen sich als ein festes Bollwerk des Weltf iedens erwiesen hat, indem die aggressive Politik der Gegner Deutschlanes angesichts der gewaltigen welche sich in diesem Bündnis ausdrückt, im letzten Moment doch noch halt machten. Selbst ein Alexander III, der Deutschland grimmig haßte und in rischen Adsichten das Bändnis mit Frarkreich schloß, scheute sich boßh, es dum Beczasten kommen zu lessn. Unter seinem Nacheiger haben sich die Dirge gebessert. Auch der Zweibund hat seinen überwiegend ageressiven Charakter verloren und die Friedensliebe Deutschlands brachte schließlich auch eive Aor äherung Deutschlands an land zu Wege. Alleedings timität zwischen Deutschlard und Rußland nicht so nach dem Herzen welches aus seiner„glänzenden Isolierung schon seit langem herauszukommen sucht. Man ist ersichtlich an der Temse bemul eine Anräherung an Rußland herbeitzuführen, ob aber dieses Liebeswerben von allzugrop:n Erfolge begleitet sein wird, muß adgewartet werden, denn Rußland wird kaum vergessen können, daß England der Bundesgenosse Japans ist, und zudem Englard nach wie vor in Zentralosien der schärfste Rivale Rußlands ist. Jndessen braucht man hierauf kein allzugroßes Gewicht zu legen, in einem Augenblick, wo in England ein friedliebendes Minisierium die Zügel der Regierung führt. So darf gebefft werden, daß, zumal angesichts der Oonwacht Rußlonds von Osten wohl keine Kriegsstörung droht, daß allenthalben eine friedliche Politik überwiegen wird und daß die Welt unter günstigen Auspizien in das neue Jahr eintritt. Zur Flottenfrage bet neulich der bekannte Pros. Dr. Adolf Wagner in einer Versammlung der Berliner nationalen Siudentenschaft eine vortreffliche Rede gehalten, die wir unsern Lesern nicht vorenthalten wollen, weil sie den Kern der Sache trifft. Der greise Gelehrte wies mit jngendlicher Begeisterurg auf die deutsche Geschichte bin, indem er folgendes ausführte: Der Neid ist es. nur der Neid über unsere Entwicklung, der uns immerfort die Gehässg keit anderer Mächte zuzieht. Was haben wir denn eigentlich getan? Nichts als was nicht andere auch getan haben— das gibt man zu— wir wollen unsere Flotte erweitern. Italien hat seine Flotte, Oesterreich=Ungarn eine in seiner Weise kleine, aber tüchtige Flotte; Frankreich, das uns im auswärtigen Handel lange nicht erreicht, hat die zweite Flotte der Welt; Nordamerika möchte zurächst mindestens Frankreich, dann aber England gleichkommen. Und uns verdenkt man's, wenn wir zum Schutze unseres Handels und unserer Kolonien das Schwert geschliffen und das Pulver trocken halten wollen? Wir sind, so fuhr Professor Wagner sort, auch heute noch Idealisten; nur ein Unterschied ist: wir haben in den letzten hundert Jahren gelernt, daß man, um ideal zu sein, auch realistisch sein muß! Um Kunst, Wissenschaft, Kultur zu pflegen, bedarf ein Volk vor allem der Unabhängigkeit und nationalen Sicherheit. Die zu schaffen, reichte die Philosophie nicht aus, sondern wir brauchen dazu Schwerter und Kanonen. Für uns im 20. Jahrhundert liegt die Zukunft nicht mehr allein im Mutterboden, sondern auch auf dem Wasser! Täuschen wir uns nicht: man gönnt uns nicht einmal den engen Raum, den wir besitzen. Die letzten Seekriege haben gelehrt, daß nur die großen Schiff: mit der besten Artillerie ausschlaggebend sind. Warum würde auch England sonst die größten Panzer bauen? Sollen allein wir uns das nicht getrauen? Wir müssen große Schiffe hiben. Die neue Flotten=Vorlage hat allgemein durch ihre Mäßigung überrascht. Es sind wirklich nur bescheidene Forderungen, die sie stellt. Was wir müssen, sollen vir auc...„„sasten bah. Ncht blaß die Parzerneserunen husen ein Interesse daran. Auch die Arbeiter sollen sich sazen: es ist ihre Sache! Glaubt man, daß England eiwr vor den neutralen Häfen Achtung haben würde, wenn im Kriegsfall unsere Industrieerzeugnisse dort durchgehen und unter fremder Flagge untergebracht werden sollten? Eogland hat ja die humane Entwicklung des Seerechtes seit Jahrhunderten verhindert, so daß es immer noch beim Seeraub bleibt. Die Arbeiter sollen bedenken, daß es sich im Kriegsfall nicht mehr um Aussperrungen und handest, sondern einfach um die Vernich tung unseres Handels und unserer Indastrie. Jeder Führer, der nicht rurch die Parteileidenschaft ganz und gar verblendet ist, sollte das einsehen. Wie steht es nun aber mit unserer finanziellen Tragf Lasten für die Vermehrung sind ja gewiß nicht leicht, aber sie lassen sich durchaue tragen. Sollen wir, ein Vo'k von sechzig Millionen, nicht leisten können, was Frank reich mit seinen 39 Millionen leistet, wo doch kein Volk Europas einen so glänzenden wirtschaftlichen Ausschwung erlebt hat, wie Deutschland? Die deutschen Finanzen sind die besten der Welt! Das sage ich aus bester Sachkenntnis als Fachmann auf diesem Gebiete! Was? wird man fragen, haben wir nicht in 30 Jahren 3½ Milliarden Schulden gemacht, und klagt man nicht überoll? Trotz alledem: wir haben die besten Finanzen der Welt! Wir haben nämlich keine Schulden, die uns Steuern kosten, sondern aus den Ueberschüssen können wir nicht nur die Zinsen decken, sondern auch noch übrig behalten. Auf Preußen gerechnet, bleibt uns nach Verzinsung und Tilgung jährlich noch ½ Milliarde Mork übrig, um, ohne auf Steuern zu greifen, für das Heer verwendet zu werden. Dann bleiben für den Kopf nur nach—7 Mark zu zahlen. Die Franzosen haben 23 bis 24 Mk. zu zahlen, die Briten 30 Mk. Selbst nach den notwendigsten geringen Erhöhungen werden wir dann immer noch verhältnismäßig geringe Steuerlosten haben. Wie die Dinge in der Welt einmal stehen, so können uns die törichten Vorträge der braven, schwärmerischen Frau von Suttner gar nichts nötzen. Professor Wagner schloß mit folgendem Reime, der von ihm sellst herrührt: Starke Flott urd starkes Heer: Schwere Last, doch nicht zu schwer, Wo es gilt die deutsche Ehr. Weit mehr Last die Väter trugen, Die sich mit den Welschen schlugen Um ibr armes Vaterland. Wir, die Enkel, sollten klagen, Könnten solche Last nicht tragen In dem reich geworden Land? Der Gedanke, welche Schand! Die Gewerkschaften und das der Straße“. Der„Correspondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer“, das Ocgan einer der größten und einflußreichsten deutschen Gewerkschaften, richtet eine prinzipielle Absage an die Prepagandisten des„Rechts der Straße". Es heift da: „Unser(ablehnender) Standpunkt wird von uns unter allen Umständen und jedem andern Willen in der Arbeiterschaft gegenüder rücksichtslos aufrecht erhalten, weil wir sonst nicht mehr in der Lage wären, auf einem verantwortlichen Posten in der Arbeiterbewegung wirken zu können. Das ist für uns Prinzspiensache.... Alles was früher als anarchistischer Blödsinn bezeichnet wurde, wird heute als wirksamste Aufgabe der deutschen Arbeiterschaft betrachtet. Die verfahrene, haltlose, in sich zusammenstürzerde Poli ik der sozialrevolutionären Ultras ist am Ende ihres Lateine angekommen und glaubt nun Illusionen an Stelle einer solgerichtigen und erprobten praktischen Tätigkeit setzen zu können.... Man muß sich vor Augen halten, daß die Straßendemonstrationen der Lächerlichkeit verfallen müßten, wenn hinter ihnen weiter nichts stecken sollte. Von ganz allein drängen sie auf den Standpunkt des politischen Massenstreiks.“ Die Fraze: wer wird in dem Kampf auf Leben und Tod der Stärkere sein, ist für den„Correspondent“ zu Gursten der herrschenden Staatsgewalt entschieden, und er fürchtet, daß er enden werde mit der völligen Niederwerfung des Proletariats, der Zirstörurg seiner Organisationen, dem Lahmlegen seines Kampfes auf Jahre hinaus. Nicht die„wahnsinnige, fanatische Scharfmacherei“ dürse das letzte Wort haben, sondern die Gweikschaften als die Träger aller Akionen der Arbeiteuskalt Politische Nachrichten. Aus dem Deutschen Reiche. Berlin, 2. Jaruar. Der Kaiser hat der Stadt Berlin die von ihm versaßten Tabellen über die englische Marine zugehen lassen Die Uebersendung erfolgte zum Neujahrsfeste durch den Oberpräsicenten von Beandenburg. Der Kaiser übernahm das Protekoat des Deutschen Automobilklubs und genehmigte dessen Benennung als„Kaiserl. Automobilklub". Die Großhe=zogin Angstafia von Mecklenburg= Schwerin, die bisherige Protektorin, übernahm das Ehrenprotekiorat. Das Befinden des Großherzogs von Baden hat sich im Luufe der letzten Tage weiterhin gebessert. Seit 2 Tagen ist er vollkommen fieberfrei. Die katarrhalischen Erscheinungen sind im Rückzuge begriffen. Der Graßherzog bringt den größten Til des Tages wieder außerhalb des Bettes zu. Nach einer Meldung aus Paris soll das Erscheinen eines deutschen Weißbuches über die Marckko=Angelegenheit wieder in Frage gestellt sein. Der General der Infanterie von Holleben, zuletzt Gouverneur von Mainz, ist heute früh in Nuumburg gestorben. Friedensgeläut zu Neujahr: Offieiös wird geschrieben: Die Pariser Presse nimmt die vom„Temps“ gemeldeten Friedensworte Kaiser Wilhelms mit erfteulicher Lcyalität ertzegen. Wir können nur wünschen, daß man diesen Anlaß berutzt und für immer auf die bisher so oft angewendete unredliche Taktik verzichtet, das Deutsche Reich, sein Oberhaupt, seine Regierung als europäische Störenfriede hinzustellen. Die Hoffnung der Friedensfreunde wird in Ersüllung gehen, wenn von allen Seiten ehrlich an der Erhaltung des Friedens mitgewirkt wird, ohne Hintergedanken und ohne Verfolgung unberechtigter Ansprüche.— Nach einer Meldung aus Paris sagte König Eduard in einer Unterredung mit dem französischen Kammerpräsidenten Doumer:„Ich habe Gründe zu der Annahme, daß, was man auch auf dem Kontinent glauben möze, keine Nation wirklich daran gedacht hat, den Frieden Europas zu stören, und ich din sicher, deß keine gegenwärtig daran denkt, ihn zu bebrohen.“ Also man hat in England nur davon geträumt und„Träume sind Sckäume“.— Präsident Loubet in Paris sagte in einer Neujahrsunterredung, der Friede, der beim litzten Jahreswechsel im Mittelpunkt aller Wünsche gestanden habe, sei jetzt endlich wieder hergestellt. Der neue Czef des Generalstabes, Helmuth Johannes Ludw'g v. Moltke, ist geboren am 23. Mai 1848 zu Gerstotff in Mecklenburg. Am 12. September 1870 zum Leutnant im holsteinschen Infauterie=Reg. Nr. 86 befördert, nehm er mit Auszeichnung am Feldzuge gegen Frankreich teil und wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klass: dekoriert. Im Juli 1872 wurde Leutnant v. Moltke in das 1. Garde Reciment zu Faß versitzt, war von 1876 bis 1879 zur Kriegsakademie kommar diert, rückte am 15. September 1877 zum Oberleutnant auf und wurde im Mai 1881 als aggregiert zum Generalstabe der Armee versetzt, nachdem er ein Jahr vorher beim Großn Generalstabe kommandiert gewesen. 1882 wurde er zum Adjutanten seines Onkels des Feldmarschalls von Moltke und am 28. April 1891 als Major zum Flügeladjutanten des Kaisers ernannt. Am 18. Oktober 1895 wurde er zum Oberst befördert und im September 1896 Kommandeur des Kaiser Alxinder Garde Grenadier Regimenss. Am 25 Mäcz 1899 erfolgte seire Besösderung zum Generalmajor und Kommandeur der 1. Garde= Infanterie=Brigade unter gleich: zeitiger Wahrnehmung der Geschäfte der Kommendantur in Potidem. Am 27. Janner 1892 wurde General v. Mollke unter Beförderung zum Generalleutnant zum Generalaljutanten und zum Kommandeur der 1. Gardekivision, am 18. Fedruar 1904 zum Generalstabe der Armee kommandiert und zum Generalgzartieimeister erkannt. Dresden, 2. Jan. Die in Dreiden, Leipzig, Chemnitz usw. befürchteten Wieder In Wahlrechtsunruhen in lvesternacht sind ausgeblieben. De schneren gegen Telnchmer an den früheren Demonstrationen verhängten Strafen mögen dazu beigetragen haben.— Die hiesige Strafkammer verurteilte neuerdings den Bauarbeiter Ernst August Steuer wegen Landfriedensbruchs, Aufruhrs, Aufforderung zu tätlichen Angriffen gegen Beamte, schwerer Beleidigung und ruhe störenden Lirms, begangen bei Gelegerheit der Straßenkundgebungen in der Nacht zum 17. Dezember, zu zwei Jahren sechs Nonaten Gesängnis. Der Aufstand in Afrika Der gestern kurz erwähnten kaiserlichen Verordnung vom 26. Dezember über die Einziehung von Vermögen aufständig gewesener Eingeborenen entnehmen wir folgendes: § 1: Das Stammesvermögen solcher Eingeborenen, welche gegen die Regierung, gegen Nichteingeborene oder gegen ardere Eingeborene kriegerisch feindselige Handlungen begingen oder „ bei diesen Handlungen mittelbar oder unmittelbar Beistand geleistet haben, einschließlich der nach der Verordnung betreffend die Schaffung von Ein* geborenenreservaten vom 10. April 1898 gebildeten Reservate kann ganz oder teilweise eingezogen werden. Die Einziehung wird durch den Gouverneur verfügt. Nach§ 2 kann sie auch eintreten, wenn sich der eine Teil eines Stammes feind seliger Handlungen schuldig gemacht hat. Die Einziehung der Vermögen ist, wie es weiter heißt, öffentlich bekannt zu machen. Die Eirgeborenen, die von der Einziehung betroffen sind, können binnen vier Monaten nach der öffentlichen Bekanntmachung beim Gouverneur Eirspruch erheben. Dieser hat das Recht, auf Einspruch hin die Verfügung umzuändern oder aufzuheben. Anderenfalls hat er den Einspruch mit einer gutachtlichen Aeußerung dem Reichskanzler(Auswärtiges Amt, Kolonialabteilung) zur Entscheidung vorzulegen. Die Entscheidung des Reichskanzlers ist endgültig. Sollte die Einziehung des Vermögens unanfechtbar geworden sein oder aufgehoben werden, so hat der Gouverneur dies öffentlich bekannt zu machen. Die öffentlichen Bekanntmachungen gelten mit der Anheftung an die Amtstafel des Gouvernements als bewirkt. Die Eingeborenen verlieren mit der öffentlichen Bekanntmachung das Recht, über das der Einziehung verfallene Stammesvermögen zu verfügen, gleich. zeitig gehen die den Eingeborenen an diesem zustehenden Rechte auf den Fiskus über. Für Verbindlichkeiten der von der Einziehung betroffenen Eingeborenen haftet der Fiskus nur insoweit, als sie aus einem Richtsgeschäft entstanden sind, das sich auf das eingezogene Stammesvermögen bezieht, oder vor der Bekanntmachung der Einziehung des Vermögens abgeschlossen worden ist. Die Erfüllung kann dem Firkus gegenüber nur aus dem eingezogenen Stammesvermögen verlangt werden. Ansprüche auf Ersatz eines durch kriegerisch feindselige Handlungen der Eingeborenen erlittenen Schadens bleiben soweit, als der Geschädigte eine staatliche Hilfeleistung zum Ersatz seines Schadens erhalten hat, außer Betracht. Die Befugnis zur Einziehung von Stammesvermögen steht dem Gouverneur unter der Voraussetzung des§ 1 auch hinsichtlich solcher Eingeborenenstämme zu, die ihre Stammesorganisation verloren haben. Ist die Seeler zahl eines Stammes im Verhältnis zur Größe seines Stammeslandes so gering, daß die wirtschaftliche Ausnutzung des gesamten Stammeslandes ausgeschlossen erscheint, so kann der Gouverneur soviel davon einziehen, als zur Erhaltung des Stammes nicht erforderlich ist. Der Schlußparagraph bestimmt, daß die Verordnung am 1. Februar 1906 in Kraft tritt, und auch soweit Anwendung findet, als vor ihrem Inkrafttreten Handlungen der im§ 1 bezeichneten Art begangen sind. Nächste Postverbindung nach Swakopmund und Lüderitzbucht nach Abgang des Woermann=Dampfers„Ernst Woermann", für Briessendungen mit englischem Dampfer über Kapstadt, ab Southampton am 6. Januar, in Kapstadt am 23. Januar, von da weiter mit nächster Gelegenheit. Ltzte Beförderungen am 5. Januar ab Köln 6 Uhr 1 Min. nachm., ab Oberhausen 7 Uhr 54 Min. nachm. Die nächsten Posten aus Swakopmund, Abgang am 6. und 17. Dezember, sind zu erwarten am 31. Dezember und 7. Januar. Aus dem Auslande. Wien, 1. Jan. Der älteste Sohn des E zzerzogs Otto, der 18jährige Erzherzog Karl, der künstige Thronfolger, erlitt beim Schlittschuhlaufen einen Bruch des rechten Unterschenkels. Seine Wiederherstellung dürfte vier bis sechs Wochen erfordern. Paris, 2. Jan. Im Prozeß gegen die Antimilitaristen wurden im Ganzen 26 Angellagte mit Strafen von 6 Monaten bis zu 4 Jahren Gesängnis bedacht. London, 2. Jan. Der Unterstaatssekretär Winston Churchill, hat an den Führer der Zionisten in England, Jerael Cangwill, ein Schreiben gerichtet, in welchem er seiner vollen Sympathie für das Projekt einer jüdischen Kolonie in Ostafrika Ausdruck gibt. Er gedenkt der Schwierigkeiten des Planes, meint aber, sie würden überwunden werden, und verspricht, sein Aeußerstes zu tun, um Cangwills edle Mission einer festen Heimat für die Juden unter der Flazge der Toleranz und Freiheit in die Wirklichkeit umzusetzen. Petersburg, 1. Jan. Der deutsche Botschafter von Schön und der neu ernannte Militärbevollmächtigte Generalmajor von Jacobi sind heute abend auf dem von der russischen Regierung von Wirballen ab zur Verfügung gestellten Salonwagen hier eingetroffen. Rußland: Eine Bekanntmachung des Ministerrats erklärt, daß die Regierung Beamte, die ihren Absichten Widerstand leisten, fernerhin nicht dulden werde. Ja einem Bahnbezirk, worin der Ausnahmezustand verhängt ist, werden die des Aufstandes, des Hochverrats, der Veranstaltung von Ausständen, der Brandstistung, der Zerstörung von Telegraphen, Telephonen oder Schienenwegen Schuldigen vor einem Kriegsgericht abgeurteilt. In Petersburg dauern die Verhaftungen fort. Am 30. Deizdr. wurden 122 Personen verhaftet. Der sehr zuverlässige Petersburger Korrespondent der „Voss. Ztg.“ bezeichnet in einem Telegramm an sein Blatt die allgemeine innere Lage in Rußland trotz der Niederwerfung des Aufstandes in Moskau als nicht wesentlich günstiger. In Moskau sind nicht die tatsächlichen Leiter der Revolution, sondern bloß deren Unterführer verhaftet worden. Ebenso haben die Petersburger Verhaftungen nur vorwiegend lokales Interesse. Die Unruhen im Lande dehnen sich weiter aus. Ja Nischni Nowgorod wurde die Ruhe wieder hergestellt. Ein hestiger Kampf zwischen Teuppen und Rebellen fand in Gartowa bei Bachmut statt. Die Verluste der Truppen belaufen sich auf drei Tote und zwölf Verwundete. Die Arbeiter hatten dreihundert Tote. 500 Rebellen ergaben sich. Der Kampf dauerte 6 Stunden. In Warschau wurde ein Bombenlaboratorium entdeckt. Eine ganze Gruppe Anarchisten wurde verhaftet. In den Ostseeprovinzen wird jetzt der Aufstand energisch durch Militärgewat unterdrückt. Generalgouverneur Sollohub droht mit der zwangsweisen Verpflanzung ausständischer Lettengemeinden nach den Nordprovinzen Rußlands. Der Dampfer„Wolga“ ist mit 287 Flüchtlingen aus Riga in Pillau eingetroffen, darunter befinden sich 200 Reichsdeutsche. Der Dampfer„Wolga“ kehrt nach Riga zurück. Der Dampfer„Kehrwieder" landete in Memel 57 Passagiere, darunter 47 Reichsdeutsche. Unter den Nichtdeutschen, die beide Dampfer an Bord hatten, befinden sich Oesterreicher, Engländer, Franzosen, Rumänen, Schweizer, Amerikaner und Dänen. In Riga wurde von den Rebellen eine Abteilung Dragoner beim Pferdeputzen überfallen. 11 Drazoner wurden getötet, 14 verwundet. Andre Truppen umzingelten die Rebellen und sorderten die Auslieferung der Waffen und der Führer. Sonst ist in Riga alles ruhig. Saloniki. 1. Jan. Die Polizei entdeckte in Demirhissar in der Nähe von Serres eine Bombenfabrik im bulgarischen Viertel, in der 350 fertige und 1200 nicht fertiggestellte Bomben gesunden wurden. Ferner wurden dort Flaschen mit Nitrogkyzerin, eine Höllenmaschine, elektrische Drähte und eine große Menge Manlicher= gewehre mit Munition entdeckt. Das bulgarische Viertel ist militärisch besetzt, eine große Anzahl von Verhaftungen wurden vorgenommen. Tanger, 2. Jan. Der Sultan von Marokko hat sich mit dem von der spanischen Regierung vorgeschlagenen Datum des Eröffnungstages der Konferenz in Algeciras, dem 16. Januar, einverstanden erklärt. Der Zug des Todes im Jahre 1905. I. Staatsoberhäupter und fürstliche Personen. Alexander, Fürst zur Lippe,+ 13. Jan. zu St. Gilgenberg, 74 Jahre alt.— Karoline, Großherzogin von Sachsen Weimar, i 17. Jan. zu Weimar, 21 J.— Karl Fürst von Hanau, * 28. Jan. zu Kossel, 65 J.— Großfürst Sergius von Rußland, 1 17. Febr.(ermordet) zu Moskau, 48 J.— Leopold, Fürst von Hohenzollern, f 8. Juni zu Berlin, 70 J. — Erzherzog Joseph von Oesterreich, + 13. Juni zu Fiume, 72 J.— Karoline, Gräfin zur Lippe=Biesterfeld, f 10. Juli zu Detmold, 61 J.— Alexis, Landgraf von Hessen= Philipsthal=Barchfeld,+ 16. August zu Herleshausen, 76 J.— Amalie, Prinzessin von Bayern, f 27. August zu München, 71 J.— Adolf, Großherzog von Luxemburg, f 17. Nov. zu Schloß Hohenburg, 88 J.— Prinz Philipp von Belgien, Graf von Flandern,+ 17. Nov., 69 J. Staatsmänner und Diplomaten. Hans, Fihr. von Hammerstein=Loxten, 20. März zu Berlin, 63 J.— Rud. Meinecke, ehem. preuß. Unterstaatssekretär,+ 17. April zu Berlin, 89 J.— Konstantin, Graf zu Stollberg= Wernigerode, ehem. Oberpräsident von Hannover,+ 22. Mai zu Jannowitz, 62 J.— Viltor von Tepper=Laski, ehem. preuß. Reg.= Präsident, f 28. Juni zu Wiesbaden, 61 J.— Hugo Frhr. von Wilamowitz=Möllendorf, ehem. Oberpräsident von Posen, f 80. August zu Schloß Kobelnik, 65 J— Theodor Lohmann, preuß. Unterstaatssekretär, f 81. August zu Großtabarz.— Anton Rothe, ehem Unterstaatssekretär im Reichsamt des Innern, f 27. Okt. zu Kassel, 68 J.— Dr. Karl von Arnim, preuß. Reg. Präsident a..,+ 22. Nov. zu Berlin, 74 Jahre. Heer und Marine. Hermann, Frhr. von Vietinghoff, preuß. Generalleutnant a.., f 6 Januar.— Wilhelm Graf von Moltke, preuß. Generalleutnant, + 12. Jan.— von Livonius, preußischer Generalleutnnat z.., f 22. Jan.— Gustav Herm. von Alvensleben, preuß. General, f 1. Febr.— Heinrich Ritter von Kylander, boyer General,§ 22. März, 65 J.— Heinrich Graf v. Lehndorff, preuß. General. GeneralAdjutant Kaiser Wilhelms I,+ 25 Febr., 76 J. — Alb. von Boauslawski, Generalleutnant, z. D, Militärschriftsteller, F 7. Sept., 81 J.— Paul von Rheinbaben, preuß. Generalleutnt. z. D, 12. Sept., 71 J— Paul von Schmidt, preuß. Generalmajor, Militärschriftsteller,+ 16 Okt., 68 J.— Gustav von Brandenstein, württemb. General, 17. Okt., 75 J.— Michael Dragomirow, russ. General, f 28 Okt., 75 J. — Robert von Xylander, ehemaliger bayec. Bundesratsbevollmächtigter, f 28. Okt., 83 J.— ##dalbert v. Barby, peeuß. General, f 20 Nov., 85 J.— Moritz Deimling. Korvetten=Kapitän, Kommandant des„Tiger", f 20. Novemder zu Schanghai.— Viktor Sacharow, ebem. russ. Kriegiminister, f(ermordit) 5. Dez., 57 J.— Ernst von Hoffbauer, preußischer General z.., F 10. Dez., 69 J. Parlamentarier und Politiker. Ferd. Wallbrecht, Reichstagsabgeordneter und preußischer Landtagsabgeordneter, f 1. April, 65 J.— Theod. Graf Andrassy, ungarischer Parlamentarier, 1 13 Mai zu Pest, 43 J.— Justizrat Vogt, preußischer Lindtagsabgeordneter, + 19. Mai, 50 J.— William'Brien, irischer Agitator und englisches Parlamentsmitglied,+ 28. Mai, 53 J.— Gerhard Stötzel, Reichp##gsabgeordneter, F 1. Juni, 69 J.— Dr. Max Hirsch, preußischer Landtagsabgeordneter, Mitbegründer der Hirsch=Dunckerschen Gewerkvereine, f 26. Juni, 73 J.— Otto Fries, Reichstagsabgeordneter,+ 24. August auf der„Elenor Woermann“, 56. J.— Ludolf Parrisius, freisinniger Politiker,+ 24. August, 87 J.— Eugen Beuillot, französischer Publizist, f 18. September, 87 J. Juristen und Verwaltungsbeamte. Dr. Herm. Hüffer, Professor der Rechte,+ 15. März, 75 J.— Th. Edler von Braun, ehem. Senatspräsident, f 5. Apzil zu München, 74 J.— Herm Dyckhoff, ältester Anwalt in Preußen, f 10. April, 90 J.— Dr. Karl Gutbrod, Präsident des Reichsgerichts, f 17. April, 61 J.— Jos. Strobach, erster Bizebürgermeister Wiens, f 10 Mai, 53 J.— Ludwig von Jolly, Professor der Staatswissenschaft, + 30. Juli, 62. J.— Leop. Freiherr von Leonrod, bayerischer Justizminister a..,+ 6. Oktober zu München, 76 J.— Heinr. Stumpff, Geh. Oberjustizrat,+ 25. Oklober, 67 J. Lokales und Provinzielles. Bielefeld, 3. Januar.(Die konservative Quartalversammlung) findet Mittwoch, den 10. Januar, nachmittags 3 Uhr, im Pörtnerschen Saale zu Enger statt. Txt: Eph. 6, 10—13, darauf: „Aus Zeit und Welt.“ -b-(In der Johannis= Kirche) wurden im Jahre 1905 getauft 378(424) Kinder und zwar Knaben 216(232), Mädchen 162(192); konficmiert 195(223) Kinder und zwar Knaben 96(110, Mädchen 99(113); getraut 111(120) Paare; kirchlich beerdigt 64(82) Personen und zwar männliche 37(39), weibliche 27(43); das heilige Abendmahl nahmen 1896 Personen. Die eingeklammerten Ziffern beziehen sich auf das Jahr 1904. (Altslädter Gemeinde.) In Jahre 1905 wurden getauft 191(181) Kinder, 107 Knaben und 84 Mädchen; konfirmiert 173(178) Kinder, 79 Knaben und 94 Mädchen; getraut 98(94) Paare; kirchlich beerdigt 92(84) Personen, 42 männliche und 50 weibliche. Es kommunizierten 2595(2648) Personen. Die eingeklammerten Zahlen beziehen sich auf das Vorjahr. (Reformierte Gemeinde.) Im Jahre 1905 wurden 126 Kinder getauft, 36 Knaben, 56 Mädchen— 92 Kinder konfirmiert, 41 Paare getraut und 31 Personen kirchlich beerdigt. (An der Oberrealschule) sind ein Oberlehrer und ein Hilfslehrer für Mathemathik und Naturwissenschaften oder Deutsch, Geschichte. Religion, Turnen anzustellen; die Stellen sind bereits ausgeschrieben. (Von den Sonnen= und Mondfinsternissen) ist im Jahre 1906 in Deutschland nur die erste Mondfinsternis teilweise sichtbar. Dieselbe ist eine totale und beginnt am 9. Februar, vormittags 6 Uhr 57 Minuten; die Totalität dauert von 7 Uhr 58 Minuten bis 9 Uhr 36 Minuten; das Ende der Finsternis überKameradschaft. Ein Bild aus dem Soldatenleben von Freifrau Adda v. Liliencron, geb. Freiin v. Wrangel. 63](Nachdruck verboten.) Lotte sah in Gedanken verloren in den dämmernden Morgen.„Was liegt dazwischen! Tiefes Leid und dankbare Freude.“ „Stunden, die man nie vergessen wird," fügte der junge Offizier hinzu. Eine Weile schwiegen sie beide, jeder von ihnen dachte sein Teil. Aber es wurde nicht zu einer drückenden Pause, denn das Schweigen war beredt. Erst langsam fanden sich die beiden wieder zurecht, um ein Gespräch führen zu können, das die nächstliegenden Dinge betraf. „Ich danke Ihnen, daß Sie hier waren. Ihre Nähe in den schweren Stunden brachte mir solche Hilfe, solche Beruhigung.“ So hatte Lotte zu dem jungen Offizier gesagt und diese Worte lagen ihm auf der ganzen Fahlt zum Bahnhofe im Sinn. Der Zug war noch nicht angemelpet, als Nordenbick ankam, und langsam ging er auf dem.h steige auf und ab. Die eben durchleben Stunden hatten sich ihm tief eingeprätt, die.innerung zog ihm nach un: verschärfte den Eindruck. Er sah im Geiste noch einmal Lotte an dem Bette knieen, vertiefte sich in den kindlich gläubigen Ausdruck ihrer reinen Züge, und dabei wurde ihm selbst still und heilig zu Sinn. Dann wieder tauchte das Bild der Frühstücksstunde vor ihm auf mit ihrem poetischen Zauber. Das war ein ganz unerwartetes Ikyl gewesen nach schwerer Sorge, nach Augenblicken phyischer und geistiger höchster Anspannung. Ein schriller Pfiff zerriß die Traumbilder, denen Nordendeck sich hingegeben hatte. Der Zug tollte heran. Aus einem herabgelassenen Fenster blickte Frau Gerbach, verzehrende Angst in dem blassen Gesichte: Der junge Offizier war sofort an ihrem Abteile.„Gott sei Dank, keine Gefahr mehr! Alles hat sich gut gewer det,“ rief er ihr zu, noch während der Zug im Fahren verblieb. Die junge Frau konnte nicht antworten, Tränen stürzten aus ihren Augen. Nordenbeck half ihr beim Aussteigen und gab ihr den Arm. Während er sie zu dem Wagen führte, erzählte er in kurzen Worten den Vorfall und entwarf dann ein möglichst beruhigend gefärbtes Bild der Nacht. Frau von Gerbach saß im Wagen; sie streckte ihre beiden Hände dem jungen Offi zier entgegen, der vor ihr stand. Wie können mein Mann und ich Ihnen jemals genug danken, daß Sie ihm vom ersten Augenblicke des Unfalls an so zur Seite standen!" „Pflicht der Kameradschaft und dabei Hirzenssache, weiter nichts,“ wehrte Nordendick.„Was ich tat, ist nickt der Rede wert, aber samos benahm sich Fräulein Lotte, tapfer wie ein junger Held in allen kritischen Augenblicken. Doch darf ich Sie nicht aufhalten, Sie zählen die Minuten bis zur Heimkehr, und mich ruft der Dienst." Er schloß den Wagenschlag, den er in der Hand hielt, sah noch einen Augenblick dem forttollenden Gefährte nach, ohne sich dabei bewußt zu werden, daß es eigentlich ein Sehnsuchtsgedankte nach seinem eben verlessenen Asyle war, der ihn dazu bewog, und wandte sich dann an seinen Burschen, der, die Sachen seines Herrn über dem Arme, wartend dastand. „Ja, alter Freund, auf offener Straße kann ich doch nicht gut Toilette machen, wir wollen in das unbesetzte Wartezimmer gehen. Um welche Zeit ist Dienst?“ „Um 8 Uhr auf dem Platze beim Kasernen hofe Rekrutenreiten,“ meldete August und übergab den Dienstzeitel, während er seinem Herrn in das Wartezimmer folgte. „Soll ich derweilen Kaffee bestellen?" erkundigte sich der Bursche.„Der Herr Leutnant haben gewiß heute noch nichts gekriegt.“ „Neiu, rein, beruhige dich, August, ich brauche nichts mehr, ich habe schon alles gehabt!“ „Na, wenn's man was Ordentliches gewesen ist,“ äußerte der Bursche. Die Sache erschien ihm zweifelhaft, daher machte er einen neuen Angriff.„Der Leutnant von Köppen ist noch heute früh zu mir in den Stall gekommen und hat zu mir gesagt: „August, daß du mir dafür sorgst, daß dein Herr was Vernünftiges in den Magen bekommt ehe er in den Dienst geht. Der wird eine böse Nacht gehabt haben.“— Na, und nn...“ „Sage ich dir, daß ich so famos gefrühstückt habe, wie noch nie in meinem Leben. Wer weiß, wie mir nach dieser Erfahrung dein Kaffeegebräu jetzt schmecken wird, meinte Nordenbick heiter, während er eilig Toilette machte. August sah ihn ganz verdutzt an. (Fortsetzung folgt.) haupt ist um 10 Uhr 37 Minuten. Die Monkfinsternis ist sichtbar in der westlichen Hälfte Europas, im nordwestlichen Teile Afrikas, im Aklantischen Ozean, in Amerika, im Stillen Ozean, im Nordosten Asiens und auf der Ostküste von Australien. □(Das Ravensberger Streich= quartett) verarstaltet seinen 2. Kammermusikabend am Freitag, den 5. Januar, abends 8¼ Uhr, in der„Eintracht". Das Programm ist ein auserlesen Feines und ist dem rührigen Quartett, welchem wir schon so manchen künstlerischen Genuß verdanken, ein volles Haus recht zu wünschen. m(Aufhebung der Paketbestellung an den Sonn= und Feiertagen.) Vom Februar 1906 ab wird bei sämtlichen Postanstalten— abge ehen vom Weihnachts-, Oster= und Pfingstverkehr und von den durch Eilboten zu bestellenden Paketen— an den Sonntagen und an denjenigen Feiertagen, an denen der Schalterdienst beschränkt ist, eine Paketbestellung nicht mehr stattfinden. Den Paketempfängern die ihre Prkete regelmäßig abholen, ist die Abholung an den Sonntagen pp. während der Schalterdienststunden unbenommen. Auch solchen Empfängern, die sich die Pakete an den Werktagen bestellen lassen, wird— ohne daß Abholungs Ecktärungen bei den Postanstalten niederzulegen sind,— die Abholung an den Sonntagen pp. gestattet, soweit nicht aus zu umfangreicher Abholung wesentliche Unzuträglichkeiten für die Postanstalten entsteben. (Solo=Quartett für Kirchengesang) Nur noch zwei Tage und das von vielen geschätzte Solcquarteit aus Leipzig wird wieder uns sein, uns mit seinem edten Gesang echt evangelischer Kirchenlieder zu erfreuen. Wir werden hier wieder Gelegenheit haben den großen Reichtum, den wir in unsern evangelischen Kircherliedern besitzen, näher kennen zu lernen. Mit einer großen imponierenden Kenntnis der wichtigsten Literatur verbindet der Leiter des Qzarteits, Herr Kantor Röthig, den edelsten Geschmack in der Wahl seiner Programme deren Grund ruht auf Martin Luther, dem Fundament des evangelischen Kirchengesanges; dann fügen sie aus den Gesängen der Meister Eccard, Prätorius, Sella, Schötz, Hasler, Coloisius, Cröper, Bach bis zu Moritz Hauptmann und Albert Becker, den mustkaltschen Bau. Von Kontinent zu Kontinent haben sich die Sänger die höchsten Anerkennungen bereits erworben. Möge ihnen auch diesmal hier in Bielefeld ein dankbarer Willkommen nicht versagt bleiben und vielen das Evangelium verkündigt in der Form des Gesanges, ein reicher Segen zuteil werden. (Die Ravensberger Spinnerei, Akt.=Ges.,) welche bisher wöchentlich 63½ Stunden arbeiten ließ, hat mit Anfang des Jahres die wöchentlich 60stündige Arbeitszeit eingeführt. Dabei sind, um die Arbeiter nicht zu kurz kommen zu lassen, die Akkordlöhne in solcher Weise erhöht worden, daß die Arbeiter den früheren Verdienst erreichen, während die Tageslöhne dieselden bleiben. Die anders lautenden Zeitungsnachrichten sind nicht richtig. (Stadttheater.)„Die Fledermaus, Operette von Johann Strauß, hat Sylvester recht beifällige Aufnahme gefunden. Die Heldinnen und Helden des Abends waren Fräulein Wilhelma als Frau Roselinde von Eisenstein, Fräulein Margreiter als Adele, Stuber mädchen Rosalindens, Fräulein Karl als Prinz Orlofski, Herr Sandhage als Regisseur und Gerichtsdiener Frosch, Herr Platen als Gabriel von Eisenstein, Herr Härting als Gefängnisdirektor Frank Herr Blöcher als.sanglehrer Alfred, Herr Abel als Notar Doktor Falke und Herr Rüger als Adrokat Doktor Blird. Heir Kepillmeister Adolft entledigte sich seiner Aufgabe mit gewohnter Schneidigkeit und Umsicht. m.(Unfall.) Gestern nachmittag gegen 1 Uhr 15 Min. ging auf der Herforderstr. ein dem Hotel„Zur Post“ gehörendes ein spänniges Fuhrwerk durch Hierbei wurde das Pferd eines anderen Besitzers durch Aurennen mit der Wagendeichsel schwer verletzt, während der Führer des durchgehenden Gespanns vom Bock geschleudert wurde und die Schultern verrenkte. m(Fahrraddiebstahl) Am 30. Dezember nachmittags ist vom Hofe des Grundstückes Arndtstraße 7 ein Fahrrad Marke„Corcndia“, gestohlen worden Dasselbe trug die Fabriknummern 15062 und 30301 Der Bestohlene bat auf die Ermittelung des Täters bezw. Wiederherbeischaffung seines Fahrrades eine Belohnung von 10 Mi ausgesetzt. m(Schlägerei.) Der Kellner Christian J. von hier wurde in vergangener Nacht bei einer Schlägerei auf der Breitenstraße derart verletzt, daß seine Ueberführung zum städtischen Krank nhause erfordetlich worde m.(Feuer) Gestern abend um 9 Uhr 37 Min. wurde mit Feuermelder Nr 27 von der Jöllenbeckerstraße aus Feuei gemildet. Die Brand wache fand bei ihrem Entreffen einen weit vor geschrittenen Dachstuhlbrand am Wohngebäude des Wirts Helme, Jöllenbeckerstraße 103 vor. Außer v. renspache waren etwa zwanzig Mann der vie.n keilung der freiwilligen Feuerwehr anwesend und konnte mit zwei Schlauchlinien in 1½ Stunden bewältigt werden.— Um 2 Uhr 25 Min. wurde auf der Brandwache „ Boten gemeldet, daß im Hause des Wirts Roifsmeyer an der Ritterstraße in der 1. Etage Feuer ausgebrochen sei. Das Feuer mußte, da der nächste Hydrant eingefroren war, in der Weise gelöscht werden, daß das Wasser in Eimern herbeigeschefft wurde. Die 1. und 2. Abteilung der freiwilligen Feuerwehr waren zu diesem Blande allarmiert. In 20 Minuten war jede Gefahr beseitigt.— Ein kleines Fruer, welches gestern Nachmittag im Hause Oberntorwall 22 ausgebrochen war, wurde durch die Hausbewohner gelöscht. * Heepen, 3 Jan.(In der Kirchenmeinde Heepen) wurden getauft 450 Kinder. Gestorben sind 179 Personen. Getraut wurden 112 Paare. Konfirmiert wurden 251 Kinder. Am Abendmahl nahmen keil 2508 Personen. ge Aus den Kreises Minden und Lübbers. Minden, 3. Jan.(Abschiedswort.) Herr Landrat Bosse richtet folgendes Abschiedswort an die Kreiseingesessenen: „Nachdem ich mit Ablauf des Jahres 1905 behufs Verwendung in einem anderen Amte aus meiner Dienststellung als Landrat des Kreises Minden entlassen bin, habe ich das mir durch mehr als dreizehnjährige Tätigkeit teuer gewordene Amt mit dem heutigen Tage niedergelegt. Wenn mich auch die Amtsbezeichnung noch längere Zeit mit dem Kreise Minden verbinden wird, so ist die Möglichkeit einer Rückkehr doch nur gering. Ich kann den Kreis, in dem ich die schönsten Jahre meines Lebens zugebracht habe, nicht verlassen, ohne seinen Bewohnern für das Vertrauen zu danken, das sie von Anfang an von meinem unvergeßlichen Amtsvorgänger auf mich übertragen und mir mit den Jahren in immer gesteigertem Maße entgegengebracht haben. Ingleichen habe ich den über=, neben und untergeordneten Behörden und Beamten für ihre Förderung und Mithilfe zu danken, insbesondere aber denen, die ehrenamtlich oder ohne jede omtliche Verpflichtung bereit waren, mit Rat und Tat dem Wohle des Kreises dienen zu helfen, wenn ihr Beistand gefordert wurde. Das fernere Gedeihen des Kreises und aller seiner Teile wird mir, solange ich lebe, eine Herzenssache sein. Minden, den 31. Dezember 1905.“ Minden, 2. Jan.(Auf der Spur.) Wie die„Mindener Zig. hört, ist man den Dieben, die in den Weihnachtsfeirtagen den chweren Einbruch in dem Versandtgeschäft von Endler und Kumpf verübt haben, auf der Spur. Es handelt sich um drei Schlessergesellen, die vor Weihnachten drei Wochen lang in dem Geschäft Arbeiten aus. geführt haben. Sie haben inzwischen das Weite gesucht, ihre Spur führt aber nach Hamburg und Lübeck und wird es wohl bald gelingen, sie dingfest zu machen, wenn dies inzwischen noch nicht geschehen sein sollte. Minden, 3 Jan.(In der Aerztekammer der Provinz Westfalen) sind für die Wahlperiode 1906/1908 für den Regierungsbezirk Minden gewählt: a als Mitglieder: die Herren Sanitätsräte Dr. Walzberg zu Minden, Dr. Lücker zu Pr. Oldendorf, Dr. Huchzermeier zu Bielefeld, Kreisärzte Geheimer Medizinalrat Dr. Schlüter zu Gütersloh und Medizinalrat Dr. Kluge zu Höxter; b. als Stellvertreter: die Herren Samtätsrat Dr. Lohmann zu Bielefeld, Dr. Spengler zu Mennighüffen, Dr. Lauffs zu Padervorn, Dr. Bormann zu Hille, Dr. Baruch zu Paderborn. Minden, 3. Jan.(Fünfzig Jahre) waren am 1. Januar seit Gründung der Kreissparkasse vergangen. Am 1. Januar 1856 wurde sie von dem derzeitigen Landrat Freiherrn von Schlosheim ins Leben gerufen. Dankersen, 30. Dez.(Ueber einen außerordentlichen Erfolg in der Schweinezucht) wird dem„Kreisblatt“ berichtet: Bäcker Burmester hat ein dreijähriges Schwein herangemästet und nun geschlachtet, das 618 Pfund Schlachtgewicht aufwies. Ein Schinken hatte das seltene Gewicht von 76 Pfund. Veltheim, 30. Dez.(Feuer) Heute morgen 10 Uhr wurden die hiesigen Bewohner durch Feueralarm in Aufregung versetzt. Das Wohnhaus des Neubauers Wilhelm Sellig Nr. 180 von hier brannte lichterloh. Jedoch gelang den schnell hinzueilenden Rettungsmannschaften, das Feuer auf den Dachstuhl zu beschränken. Das Vieh und der größte Teil des Mobiliars sind gerettet worden. Die Entstehungsursache ist nicht bekannt. II Ocynhausen, 2. Jan.(Diebstahl.) Vor einigen Tagen wurden einem hiesigen Bürger Goldsachen und Kleidungestücke in bedeutendem Werte gestohlen. Bei einer polizeilichrseits bei den in Mellbergen wohnhaften Eheleuten S. vorgenommenen Haussuchung wurden die gefohlenen Sachen vorgesunden und beschlagrahmt und die diebischen Eheleute ins Gerichtsgefängnis Ocynhausen eingeliefert. Aus dem Kreise Hersor# Hersord, 2. Jan.(Das Ravensberger Streichquartet!) veranstaltet em nächsten Dienstag im Weinklub einen Kammermusik Abend. Das Quartett hat mit seinen Darbietungen bisher viel Lob geerntet und ist ihm auch jetzt wieder ein voller Erfolg zu wünschen. Herford, 2 Jan.(Die Eisbahn) ist jetzt im schönsten Gange. Alt und Jung erfreut sich des gesunden Sports. Sonntag war die Eisbahn allerdings noch recht schwach und brachen auf der Wiese an der Brüderstraße 3 hiefige junge Damen ein und nahmen ein kaltes Bad, welches aber nicht schlimm ablief. Herford, 2. Jan.(Verschiedenes.) Gestern nachmittag entstand im Hause Bäckerstraße 9 ein Kellerbrand, der schnell abgelöscht wurde.— Am Sonnabend Abend wurde der 63jährige Arbeiter Wörmann im Chausseegraben an der Hochstraße tot aufgefunden. Der Bedauernswerte war ein solider Mann und hatte einige Besorgungen gemacht, als er vom Herzschlag überrascht wurde. Herford, 2. Jan.(Auf dem Wochenmarkte) kosteten Montag das Pfund Butter 100—105 Pfg., Eier 80—85 Pfg., Spinat 15 Pfg., Rosenkohl 20—25 Pfg., Schwarz; wurzeln 20—25 Pfg., Wurzeln—5 Pig., Zwiebeln 10—13 Pfg., weiße Rüben 3 bis 4 Pfg., Mäusekartoffeln—5 Pfg., Aepfel 10—20 Pfg., Birnen 10—15 Pfg., Nüsse 25—30 Pfg., Trauben 60 Pfg., Apfelsinen 1 Stück—10 Pfg., Zitt 4 Pig., Sellerie Stück—10 Pfg., Stick rüben Stück—8 Pfg., ein Bund rete Beete 10 Pfg., Kohlradi 10—15 Pfg, 1 Kopf Blumenkohl 20—50 Pfg., Rot kohl 15—25 Pfg., Wirsing 10—20 Pfg., Weißkohl 10—20 Pfz., Endivien 10 Pfg., Braunkohl—7 Pfg., Salet 3 Kopf 10 Pfg., Feldsalat Hand voll 10 Pig. h- Pödinghausen, 30. Dez.(Kolon Grothaus f) Eine hohe ehrwürdige Greisengestalt, die irdische Hülle eines der ältesten Veteranen der konservativen Partei von Minden Ravensberg, des im 75. Lebensjahre gestorbenen Kolons Grothaus hierselbst wurde gestern nachmittag unter großer allseitiger Teilnahme zur letzten Ruhestätte geleitet. Mit seinem Heimgange hat ein nicht nur für seine Familie sondern auch für weitere Kreise reichgesegnetes.ben seinen Abschluß gefunden. Wie der Vollendete in einem Zeitraume von 50 Jahren als Vorsteher und Mitglied der hiesigen Ge meindevertretung gewirkt hat, ist bereits durch amtlichen Nachruf in Nr. 302 dieser Zeitung anerkannt worden, und die Gemeindevertretung hatte es sich nicht nehmen lassen, ihn am Tage seines Begräbnisses noch besonders zu ehren. Auch in seinem Amt als Schiedsrichter und insbesondere als selbstloser Anwalt Aller, die in irgend einer Bedrängnis zum ihm kamen, hat er sein triffendes Urteil und seine reichen Geistesgaben stets in großer Milde zur Förderung der Gerechtigkeit und zum Schutze der Bedrängten walten lassen. Wie oft mußte „Vater Grothaus" bis ins höchste Alter hinein seine in liebevoller Fürsorge scharf die Wahrheit hervorhebende Feder in Bewegung setzen, um die berechtigten Interessen Hilfesuchender auch bei den staatlichen Be hörden mit durchschlagendem Erfolge zu vertreten. Was ihn zu diesem allen tüchtig machte und zumal seine oft bewährte Lebers weisheit hatte er ganz besonders aus dem Worte Gottes geschöpft, in welchm er recht eigentlich zu Hause war. Darum verstand er auch wahrhaft zu trösten und aufzu richten und trat allezeit, wo es galt, für die Sache und Ehre des Herrn mit treuem freimütigen Bekenntnis ein. Es ist uns unvergeßlich, wie er schon vor etwa 30 Jahren in einer Versammlung der gesamten Gemeindevertretung des Amtes Enger gegenüber einer von hochgestellter Seite ausgesprochenen irrtümlichen Ansicht in schlagender Rede nachwies:„Der Pastor gebört mit zur Famisie!" Noch im letztverflossenen Jahre, als es galt, gegen die des ewigen Gottessohnes Ehre antastende Afterweisheit des D. Fischer Bekenntnis abzulegen, war sein Name unter den ersten Unterzeichnern der.klärung der lutherischen Konfererz zu sehen. Unbeschadet seiner bescheideren demütigen Gefinrung dürfen wir in Darkbarkeit und gewisser Zuversicht auf seine nun erblaßten Lppen das Bekenntnis des Apostels Paulus legen:„Ich habe einen guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; hinsort ist mir beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, welch: mir der Herr an jnem Tage, der gerechte Richter, geben wird, nicht mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben.“ II Stift Quernheim, 2. Jmnuar. (Schule.) Der an hiesiger Schule tätige Lehrer Bosse ist nach Westerenger und der Lihrer Engelmann von Westerenger nach hier versetzt worden. Aus den Nachbarprovinzen und Staater. Detmold, 1. Jan.(Landgerichtsrat Bröffel,) bekannt durch den von ihm geleiteten Keacht Prozeß, ist nach längerem Leiden am 30. Dezemher gestorben. Er stand erst im Anfang der fünfziger Jahre und galt als ein Mann von außergenöhnlicher juristischer Begabung. Osnabrück, 2. Jan.(Gegen die Tavakszollerhöhung.) In einer heute hier abgehaltenen Versammlung sprach sich in sachlicher und wirkungsvoller Rede Abgeordneter Wamhoff gegen die Tabak= besteuerung, wodurch eine Schädigung und Beunruhigung weiter Kreise, vor allem auch der Arbeiterschaft, hervorgerufen würde, aus. Mittel für das Reich müßten bereitgestellt werden, man müsse aber in der Wahl der Quellen richtig vorgehen. Schließlich wurde eine Protestresolution angenommen. Vermi Köln, 2. Jan. Heute nachmittag brach in dem Gasthause von Rath hierselbst Großfeuer aus. Eine Frau fand den Erstickungstod, ein dreijähriger Krabe kam in den Flammen um, ein zweijähriges Mädchen erlitt so starke Brandwunden, daß es ins Hospital geschafft werden mußte, und ein Herr, der die Fensterscheiben einschlug, zog sich schwere Verletzungen an der Hand und am Arm zu. Danzig, 2. Jan. Die politische Polizei beschlagnahmte in der Druckerei der polnischen Zeitung„Gozeta Gdankka“ 2500 Exemplare polnischer Liederbücher wegen aufreizenden Jnhalts. Glogau, 2. Jan. Der Waffenhändler Loll in Grünberg wurde unter dem Verdacht des Landesverrats verhaftet. Sagan, 2. Jan. Durch Brandstiftung wurde in der Silvesternacht das Hauptgebände der Dampfziegelei=Aktiengeseilschaft Sturm in Freiwaldau eingeäschert. 100 Arbeiter sind brotlos. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Neueste Nachrichten. Wien, 3. Januar. Wie aus Warschau gemeldet wird, sind im Gouvernement Plosk in den letzten Tagen 60 polnische Gemeindevorstände verhaftet worden. In Wejszkow im Gouvernement Warschau fanden Exzesse zwischen Bahnarbeitern und Rekruten statt. Sie demolierten viele Gebäude, erbrachen und plünderten zahlreiche Läden und zerstörten die Draht: leitungen. Militär mußte requiriert werden. Der Bahnverkehr ist unterbrochen. Moskau, 3. Jan. Der gestrige Tag bot das gewöhnliche Straßenbild; abends sind die Straßen leer. Das Verlassen der Wohnungen nach 9 Uhr ist verboten. In der Nacht wird häufig von den Revolutionären aus dem Hinterhalt auf Patrouillen geschossen. Die Haussuchungen dauern fort. Es kommt auch vor, daß Personen während oder nach ihrer Verhaftung erschossen werden. Die Wiederherstellung des normalen Bahnverkehrs ist eine schwierige Aufgabe. Besonders heftiger Widerstand wurde auf der Kasanschen Bahn geleistet. Aus Moskau wurden 2 Bataillone Infanterie entsandt, welche jede Station einzeln erobern mußten. Dabei kam es zu blutigen Zusammenstößen. Auf 3 Stationen wurden 300 Bahnbedienstete getötet, 17 Bahnbeamte wurden standrechtlich erschossen. Die Kasansche Bahn ist noch nicht in Betrieb. Warschau, 8. Jan. Die Gewaltakte werden fortgesetzt. Ja Skarzyska wurde der Depotchefgevilfe durch zwei Revolverschüsse getb et. Bei Kielce wurde eine gemauerte Brücke in die Lift gesprengt, so daß der Bihnverkehr unterbrochen ist. In Wierzbnik wurde die Station durch Exc denten zerstört, ud die Bahnkasse beraubt. In Lodz dauert der Generalstreik fort. Die Banken und Läden wurden gezwungen, ihre Geschäfte wieder zu schließen. In Dombrowo feiern alle Gruben. Dr. Seiker's Backpultel. WW! frühe Bank. Für die innige Teilnahme, die beim HeimStaut-Thcater! Freitag, den 5. Jonsar 1938 in der„Eintracht mönen gang unseres unvergesslichen Entschlafenen von allen Seiten bekundet worden ist, sagen wir allen, den vielen Freunden des Vollendeten und insbesondere der hiesigen Gemeindevertretung unsern tiefempfundenen Dank. Pödinghausen, den 2. Januar 1906. Familie Grothaus. Mittwoch, den 8. Januar 1906, Die Brüder von St. Vernhard. Schauspiel in 5 Akten von Ohorn Arfang 7½ Uhr. Donnerstag, den 4. Januar 1906 Benefiz für Fräulein Thila Hummel. Harel von II. Kammermusik-Abend des Ravensberger Streich-Quartetts der Iarren Pradel Trauerspiel in 5 Akten E. v. Wildenbruch. Gesangaufführung des nfolge des eingetretenen Frostwetters machen " wir die Hausbesitzer wiederum darauf aufBere##" merksam, daß die Wasserleitungen gegen Frost zu schützen und insbesondere die eu t„Kellerräume geschlossen zu halten sind. Die Wasserwerden zweckmäßig mit einem hölzernen RichSchutzkasten umgeben. Wo die Gefahr des Ein51 frierens vorliegt, sind die Leitungen jeden Abend Feißach Schließen des Haupthahnes durch Oeffnen des gebentleerungshahnes und aller Zapfhähne zu entleeren. werWird in besonders dringlichen Fällen an Sonn= oder wenFFeiertagen oder an Werktagen außerhalb der geEtzpöhnlichen Arbeitsstunden das Auswechseln von ösfer Wassermessern, das Absperren von Straßenleitungen binnind dergleiche erforderlich so wolle man sich Solo=Luartetts f. Kirchengesang aus Leipzig am Freitag, den 5 Januar, abends 8½ Uhr, in der Neustädter Kirche veranstaltet vom Christl. Verein junger Männer, Bielefeld. der Verreu Barkhausen, Knigge, Schulz und unter Mitwirkung der Pianistin Frau Marie Fromm-Kirby aus Birmingham. Programm: 1. F Schubert: Streich-Quartett-moll 2. F. Mendelssohn-.: Variations-sérieuses(Op. 54) für Klavier. 3. C. Davidoff: Quintett(Op. 40) für Klavier, 2 Viol, Bratsche und Cello. Konzertflügel: Grotian-Steinweg Nachf., Braunschweig, Filiale Hannover, Georgstrasse 50. Kartenverkauf bei Herrn Selle. 4 Karten.— Mk. Einzelkarten à.— Mk. Galerie à.— Mk. halbe Preise. Für Schiller “ vergleichen ersorberlich, se woule man sich an bebeine der beim Wasserwerk beschäftigten Personen Karten à 50 Pfg. und ausführliche Programme sind im Vorverkauf zu haben in den Buchhandlungen des Herrn M. Pfetter, Alter Markt, H. Selle, Niedernstraße, Otto Fischer, Gehrenberg 2. Der Ertrag ist für die Arbeit des Vereins und seines Heimes bestimmt. NB. An den Kirchtüren sind abends keine Karten zu haben. Im Bureau des Christl. Vereins junger Männer(schräg gegenüber der Kirche) werden bis 8¼ Uhr noch Karten abgegeben. F. Süaaeterg. Um vor der Lageraufnahme möglichst zu räumen stelle ich vom 2. bis 6. Jan. in allen Abteilungen grosse Posten zum InventurAusverkauf. Briefpapiere d Mittellungen C vorz ist mög aehe ansbenden, deren Namen und Wohnungen hierunter #tingegeben sind: Rohrmeister Franzke, Kaiserstraße 48 Rohrleger Kunze, Kaiserstraße 49 „ Worm, Heeperstraße 118 „ Gruben, Wertherstraße 67 „ Herdram, Wittekindstraße 46 „ Henkr, Kl. Kesselstraße 1. Bielefeld, den 2. Januar 1906. Die Wasserwerks=Verwaltung. öffer kani Am Ein zeit steh bin! Ein M bean d = purkusss Bielefeld. Stadtkreis Bieleseld. Die Einlagen sind als mündelsicher anerkannt. Hypotheken-Ausleihungen. * werden entgegen genommen: in Geschäftslokal: neues im Erdgeschoß— Eingang durch den zum Rathaus, 3. Tür links, An den Wochentagen von 8½—1 Uhr mittags, „„„—6 Uhr nachmittags. An den Sonntagen von 11½—12½ Uhr mittags. Außerbem jederzeit bei den Einnuhmestenen 1 Bürgerweg 32 durch Herrn Avoth.=Besitzer Dr. Ißleib. II. Herforderstr. 82 durch Herrn Apoth.=Bes. L. Müller. Die Verzinsung der Spareinlagen, die am 1. Kassen #tage eines Mozats eingezahlt werden, beginnt mit dem 1. des Einlegemonats. Die Verraitung der Stadtsperkasse. Toerner. ftK Fo. Mlanuer= v. ZungtungsVerein St. Johannis. Sonntag, den 7. Jannar er., abends 8½ Uhr: General=Versammlung. Aufnahme neuer Mitglieder. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Ingend=Abteilung. Sonntag vorm. v. 9¼—9¾ Uhr Gebeisversammlung. Nachm. 3½ Uhr: a. Fortsetzung der Geschichte, d. Schlußandacht Der Lckretär. Knaben=Abteilung. Nachm. 4 Uhr: a. Freie Unterhaltung. b. Fortsetzung der Geschichte. c. Schlußandacht. Der Ordner. mit und ohne Namenaufdruck. Kontobücher etc. in grosser Auswahl vorrätig oder liefert schnell und billig hält „de! Heidenluhn, Mennighüffen. Ebenso liefere ich alle Familien-Drucksachen Visitkarten, Verlobungsbriefe, Hochzeitseinladungen, Glückwunschkarten, Trauerbriefe elegant, schnell und billig. Grosse Preisermässigung auf sämtliche vorrätige Damen=, Herren=, mädchen- u. 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Januar: Mark Baden, gest. 1707. Grimm, Sprachforscher, Mendelssohn, Vbile Gabelsberger, Ersin gest. 1849.— Julius R dramatischer Dichter, gest. Kirchlicher O Oktober D I. Die Zeit Zeit der Scheidung, a lung. Es scheiden Parteien, aber sie sam Anschauungen verwirrer sich auch. Man tritt mit Entschiedenheit auf, oder vermeintliche Jerti neuen Ideen Platz zu soll stürzen, damit da Die Kirche Christi sichtbar wie ein Baum, aber sie wächst. Es ist in ihr, ein Leben, das der Erscheinungen das Christus, ihr Herr, git den Sieg. Dieser Her wachsen, wie es im Unkcaut. Auch die Fei nehmen zu an schlesserheit. Sie könn es auch: unser Weize Rücksichtslosigkeit eines sich um j den Preis ein will, sprechen ste vom glauben der Bibel, rede einem Menschen, wie Biertisch hat man das daß es auf der Kanze Katheder, unter denen di des Evongeliums sitzen, aber die Offenheit, die der es geschieht, ist be Zeit. Die Sozialdemok Presse, die derselben n Lehrmeisterin zu sein. richtig. wenn man m Aberglauden“ der Bil Sittenlehre abtut und verkündet, wie das z.# gewesene Pastor G. 8 letzten Buche tut. Die lautet: Tue, was de Die allgewaltige Natur sie ist der wahre Gott endlich-funden haben, was deine Natur verl Natur Stehlen, Betrüz tne es nur, was ma nannte, das schadet n reden und schriftstellern i reden, ist auch gut. 2 a im Grunde der Mer hat ihm nur ein.ider Was haben wir dies gegenüber zu tun? W Wahrheit und die Way so unversälscht wie in unsre heiligsten Güter in den Schmutz tretei nicht mit um so festere an das Licht ziehn? nicht, den Mögchen an Pap;t an die Krone zu nur immer so hübsch## mit Sammetpföschen al Feinde der Wehrheit lat uns nicht, wenn sie m Rückzrat haben und ur Kon plimenten begleiten Welt nicht meinen, da Charalter schwächt, da himmt, daß ein Christ sichtslose Entschiedenhei um die Vertretung der Bestand der Kirche C