Art 7 K 37.30 30. Jahrgang Anzeigengebühr für die einspaltige Petitzelle oder deren Raum 12 Pf., für auswärts 15 Pf., Reklamen 25 Pf. Erscheint lethhmel wüchentlich Ritterstr. 43. Fernsprecher Nr. 15. Dienstag, 2. Januar 1906. Lillorischer Kalender. 2 Januar: Gregor VII. verbietet das Lesen der Bibel, 1 80.— Christian Rauch, Bildhauer, geb 1777.— Lavater, zu gest. 1801.— Friedrich Wilhelm IV., Körig von Preußen, stirbt; Wilhelm I besteigt den Thion, 1861.— Mézières eigibt sio den Deutschen, 1871— Kapitulation von Port Arthur, 1905. Zur Jahreswende. Ein ereignisreiches Jahr scheidet von uns. Ernst ist die Lage, in der wir uns befinden und ernsten Zeiten gehen wir entgegen. Darum aber brauchen wir keinesfalls mit Pessimismus und Bangigkeit auf die Zukunft zu blicken, sondern können mit Vertrauen auf den allmächtigen Gott, der uns auch in dem jetzt zu Ende gehenden Jahre so gnädig geführt hat, mit Zuversicht auf die gerechte Sache und auf die Macht und Stärke unseres Valerlandes den kommenden Dingen ent gegensehen. Wir haben in der Jahresfrist, die sich dem Ende zuneigt, Gutes und Schlimmes erfahren. Wir waren Zeugen der letzten dlutigen Kämpfe im fernen Osten; aber wir konnten uns doch auch eines ungeahrt raschen Friedensschlusses zwischen Rußland und Japan freuen, eines Friedens, an dessen Zastandekommen unser Kaiser hervorragenden Anteil hatte. Wir haben mit tiefer Trauer, aber auch mit erhebendem Dankgefühle den Tod so manches Helden beklagt, der fern in Südwest= und Ost=Afrika im Kampfe mit den Eingeborenen sein Leben für das Vaterland lassen mußte. Aber wir haben die stolze Freude gehabt, das entbehrungsreiche, tod##s mutige Vorgehen unserer Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften in unseren Kolozialgebieten von Ersolg gekrönt und das Ende der Aufstände in nächste Nähe gerückt zu sehen. Neidische und rachsüchtige Nachbarn hatten ein Bürdnis geschlessen, um Deutschland zu überfallen. Sie suchten durch besonbere Abmachungen in der Marotkofrage das Deutsche Reich zu isolieren und zu de mütigen. Unserer Regierung gelang es, die Intrizuen geschickt zu enthüllen und unserem Lande den gebührenden Respekt zu verschaffen. Frankreich mußte sich nicht nur zur Teilr ahme an der Marokko=Konferenz bequemen, sondern sah sich auch gezwungen, dem Minister Delcafsé, dem Kriegsschurer gegen Deutschland, den Lauspaß zu geben. Aus seinem Munde erfuhren wir, in wie unmittelbarer Kriegsgefahr wir in diesem Sommer gestanden haben. Ist auch das gegenseitige Mißtrauen zwischen den beteiligten Ländern noch nicht völlig geschwunden, hat auch die auswärtige Lage ihren Ernst beibehalten, so dürfen wir uns doch der Hoff=ung hingeben, daß es den Anstrengungen unseres Kaisers und seines obersten Ratzebirs, des Fürsten Bulow, gelingen wird, den Frieden zu erhalten. Die trübe Finanzlage im Reiche hat uns in dem zu Ende gehenden Jahre schwere Sorgen gemacht. Aber auch hier eröffnet sich ein Lichtblick für die Zukunft; denn die Finanzvorlazen, mit deren Beratung der Reichstag run beschäftigt is, müssen und werden, wenn auch nicht zu einem völlig befriedigenden, so doch zu einem annehmbaren Ergebnis führen. Zudem sehen wir im kommenden Jahre dem Inkrafttreten der neuen Handelsverträge auf Grund unseres neuen Zolltarifes entgegen und dürfen hoffen, daß daraus vor allem der deutschen Land wirtschaft, dann aber auch der deutschen Industrie und dem deutschen Handel Segen erwachsen wirb. Auch in dem verflossenen Jahre hat es an heftigen Agitationen gegen unsere Schutzzollpolitik nicht gefehlt. Die sogenannte Fleischnot ist von den Groß handels= Interessenten, unterstützt durch die agrarfeindliche Demagogenpresse, zu einer ungeheuren Volks verhetzung ausgenutzt worden; jedoch an der F stigkeit der Regierung, der aufrichtiger Dank seitens der Landwirte gebührt, scheiterten alle diese Machenschaften. Das Jahr 1905 war an Arbeitskämpfen so reich wie keines seiner Vorgänger. Seit dem„Dreimillionen= Siege“ ist das Machtgefühl und die Anmaßung der soz aldemokratischen Organisationen ins Ungeheuerliche gewachsen. Zugleich aber nahm innerhalb der Sozialdewokratie der Radikalismus derart überhand, daß jetzt sozialdemokratische wie gewerkschaftliche Führer ind Pe sorgane die heuchlerische Maske abwerfen und offen die Revolution vorbereiten. Die überaus trostlosen Vorgänge in dem benachbarten russischen Reiche haben die deutschen Sozialrevolutionäre in einen förmlichen Taumel versetzt. Die sozialdemokratische Presse stat das ihrige, unter Hinweis auf die russischen „Freiheitshelden“ die deutsche Arbeiterschaft zur Mißachtung der Staatsgewalt aufzuwiegeln. Schon ist, dank dieser Aufwiegelungen, in Dresden Blut geflossen; aber noch viel einster werden die Folzen sein, wenn die organisierten Arbeiter sich dazu mißbrauchen ließen, gemäß dem Ukas der roten Internationale zur Verherrlichung der russischen Revolution am 21. oder 22 Januar„auf die Straße zu gehen“. Die maßlose Dreistigkeit, mit welcher die sozialdem okratischen Führer gegenwärtig auftreten, bezweckt, dem Proletariat den Glauben beizubringen, daß die herrschende Gewalt von einer blassen Furcht vor der unüberwindlichen Sozialdemokratie beseelt sei. Dieser Glaube wird aber schwer enttäuscht werden, wenn die„Genossen" zur Tat übergehen wollen. Zwar sind Reden, wie wir sie von dem badischen Führer der nationalliberalen Gesamtpartei und von dem Staatssekretär, des Innern im Reichstage gehört haben, geeignet, als Ausdruck der Furcht vor sozialdemokratischen Demonstrationen mißbraucht zu werden; aber das können sich die Sozialdemokraten immerhin gesagt sein lassen, daß der Abwanderung der Lehrer und Lehrerinnen vom Lande nach der Stadt und vom Osten der Monarchie nach dem Westen entgegen zutreten beabsichtigt wird. Die Revision oes Lehrerbesoldungsgesetzes ist bekanntlich einer späteren Zeit vorbehnlten. Er gehört serner hierhin die Summe von 2 Millionen Mark, die im Extraordinarium für Volksschulbauten in den Provinzen Westpreußen und Posen sowie im Regierungsbezirk Oppeln flüssig gemacht werden soll. Besonders mannigfaltig aber dürsten sich die Neuforderungen im Etat der Eisenbahnverwaltung gestalten, für die nachträg lich noch 17 Millionen Mark für im Eiatejahre 1905 angeschaffie dezw. anzuschaffende außeretatsmäßige Betriebsmittel zu bewilligen sein werden. Für die Beschoffung von Betriebswitteln wird der Etat für 1906 nicht weniger als 160 Millionen Mk. vorsehen. Ist doch auch bei den Eisenbahndebatten der letzten Zeit im Abgeordnetenhause zur Bewätigurg des Verkehrs von den verschiedensten Seiten die Erweiterung der Betriebsmittel gefordert worden. Zwei Millionen werden zur Verbesserung der Signaleinrichtungen eingleisiger Strecken angesetzt sein. Das Extraordinarium der Eisenbahnverwaltung wird besonders reich ausgestattet sein, es wird sich auf 146 Millionen Mark belaufen. Wenn man bedenkt, daß es 1897 98 erst mit 49 Millionen Mark ausgestattet war, so wird man den Fortschritt, der hier gemacht ist, ziffernmäßig abschätzen können. Selbstverständlich werden nicht bloß Kultusund Eisenbahnetat, sondern auch die Etats der anderen Ressorts Neuforderungen auf weisen, so derjenige der Handels= und Gewerbeverwaltung im gewerblichen Fachschulwesen, für Rechtschutz usw., der der Justizverwaltung für Vermehrung der Rchterstellen, für die Teilnahme an den staatswissenschaftlichen Kursen usw., der der Bauverwaltung für Neubauten u. a. m. guich beute vocz bos belgufz.., Gest ersten Sitzune des Wort gilt: Der Deutsche falcheer Ere, sonst nichts auf der Welt. In dieser Gottesfurcht und in der Zuversicht auf unser Recht und auf unsere Kraft wollen wir das neue Jahe beginnen. Treu unserew Kaiser und Landesfürsten, ergeben unserem Vaterlande und in dem Bewußtsein gegen äußere undinnere Feinde gerüstet zu sein, wollen wir den kommenden Ereignissen mit Ruhe und Gottvertrauen entgegenblicken. Möge der allmächtige Gott uns auch in dem neuem Jahre gnädig sein und Kaiser und Fürst, Vaterland und Volk unter seinen Schutz Schtrm nehnen! Der preußtsche Staatshaushaltsetat für 1906 ist im Entwurfe fertiggestellt. Er enthält wieder eine Fülle von Neuerungen, dürfte jedoch, offiziöser Aeußerung zufolge, größere Ueberraschungen kaum bringen. Wohnungsgeldzuschüsse für die Unterbeamten eine Erhöhung erfahren werden, ist bereits bekannt, war auch nach dem man im Reiche in ähnlicher Weise vorgegangen war, selbstverständlich. Das bereits im Abgeordnetenhause in Beratung genommene Schulunterhaltungsgesetz wird, sein Zustandekommen vorausgesetzt, in seinen sinanziellen Wirkungen erst im Etat für 1907 zur Erscheinung sommen, jedoch wird auch schon der Etat für 1906 einige auf die Schulverhältnisse bezügliche Aenderungen aufweisen. Dahin gehört in erster Reihe die Einstellung einer Summe von rund 3 Millionen Mark, durch die die insbesondere auf dem Lande bestehenden schlimmsten Härten und Ungleichheiten besoldung beseitigt werden sollen, sowie Eesten Eigung#s Abzeordnetenhauses nach den Weihnachtsferien vom Finanzminister Frhru. von Rheinbaben eingebracht und näher begründet werden. Da im Abgeordnetenhause die Absicht besteht wie im Vorjahre auch diesmal die Diepositionen für die Etatsberatung im voraus festzustellen, so ist zu erwarten, daß auch der Etat für 1906 ebenso wie der dierjährige rechtzeitig im Landtage fertiggestellt werden wird. Die rote Internationale hat einen Aufeuf erlassen, in welchem die Sozialdemokraten aller Länder aufgefordert werden, am 22. Januar oder wenigstens am Vorabend(Sonntag) Massenversammlungen abzuhalten und womöglich Umzüge zu veranstalten. Der Zwick dieser Demonstration ist angeblich, den Jahrestag des 22 Januar zu feiern, an dem Gapon, der feige Revolutionsheld, einen Mass. numzug in Petersdurg veranstaltete, der zu einem großen Blutbade führte. In Wirklichkeit soll aber die internationale Massendemonstration auch in den übrigen Ländern der organisierten„Genossen" zu revolutionärem Handeln anspornen und gew'ssermaßen eine Prtade über die Mannschaften darstellen, die as Kern der Operationstruppen für den Fall eines Generalstreiks zu betrachten sind. Die Herausforderung der roten Internationale ist eine unerhört starke. Wir sind jedoch der feiten Ueberzeugung, daß ihr bei uns in Preußen werigstens mit starker Faust entgegengetriten werden wird. Die Arbeiter dürfen auch nicht einen Augenblick darüber im Zweifel gelassen werden, daß Bebel und Singer unter keinen Umständen die Macht besitzen, der öffentlichen Ordnung zu trotzen und der Staatsgewalt ein Schnippchen zu schlagen. Bebel und Singer haben als deutsche Delegierte die revolutionäre Kund1 gebung der Internationale unterzeichnet; sie — die als Abgeordnete immun sind und auch sonst wohl für die Sicherheit ihrer werten Personen Sorge tragen wersen— werden allein die Verantwortung überneimen müssen, wenn die frech angezettelte Messendemonstration üble, vermutlich sehr üble, Felgen für die Beteiligten haben wude. Eine recht bemerkenswerte, für unsere Versöhnungs politiker lehrreiche Stelle in dem internationalen Aufrufe lautet:„Das garze (russische) Reich ist von einer fortdauernden Revolution ergriffen. Ausstände folgen auf Ausstände. Keine Monatsfrist verstreicht, ohne daß neue Anstrengungen dem Zaren Zugeständnisse entreißen, die seinen endgültigen Sturz bereiten und unvermeidlch machen." Die Taktik der Zugeständnisse hat sich in der Tat gerade in Ruß ano als södernd für die Revolution erwiesen. Mögen die Zug ständnisse durch Massendemonstrationen, Gewaltiaten oder bloße Drohungen erzwungen werden so sind sie doch immer nur ein Zeichen der Sch räche und dienen zur Ermutigung für ein weiteres, schärferes revolutionäres Vorgehen. Rußland, Deutschland und England. Zar Eenennung des Herrn v. Schön zum deutschen Botschafter in Petersburg schreibt die„Nowoje Wremja“:„Die Ernennung v. Schöns, der in nahen persönlichen Beziehungen zum Deutschen Kaiser steht, ist ein Zeichen dafür, daß Wilhelm II ein offenes freundschaftliches Verhältnis zu Rußland zu schätzen weiß und die in letzter Zeit zwischen beiden Mächten erfolgte und durch die Entrevue von Hjörko bektäftigte Annäherung zwischen beiden Staaten noch weiter festigen will. Die Wahl des neuen deutschen Botschafters scheint uns eine sehr glückliche zu sein. Herr v. Schön genteßt den Ruf einer sehr klugen Per sönlichkeit mit großem politischen Horizont. Außerocdentliche diplomatische Begadung hat er wäyrend der kurzen Zeit seines Aufenthalts in Kopenhagen dargetan. Es gelang ihm während dieser Zeit, das dänische Königshaus mit den Hohenzollern, zwischen denen wegen Schleswig=Holstein äußiist katte B ziehungen destanden, zu versöhnen. Dieses bedeutende Verdienst ist wohl der Hauptgrund dafür, daß die Wahl gerade cuf Herrn v Schön gefallen ist. Die Ernennung des letzteren fällt fast mit der Ecnennung Sir A. Nicholsons zum englischen Botschafter zusammen. Die ihm gegedenen Direktiven sind sohr ähnlich denjenigen Herrn v. Schöas. So wird denn Pstersburg zu der Arena eines Wettstreits zweier bedeutender Diplomaien um eine Annäherung an Rußland. Es braucht nun wohl kaum betogt zt werden wie ernst der gegenwärtige Augendlick ist, und wie wichtig nach all den von uns gemachten Fehlern jetzt eine Ausnutzung der politischen Lage im Interesse Rußlands ist. I? aber auf eine solche zu heffen, so lange das Ministerium des Aeußern in seinem jitzigen Personalbestande erhalten bleibt?“ Eines Kommentars bedarf diese AusLofung vict. Politische Nachrichten. Aus dem Deutschen Berlin, 1. Jaruar. Aus Anlaß des Jahreswechsels hat der Kaiser dem Regenten von Braunschweig ein Glückwunsch=Telegramm zuge hen lassen. In demselben gedenkt der Kaiser mit warmen Worten der Aufnahme, die er hier gefunden hat. Der Schluß des Telegramms, den das amtliche Blatt ist, zu veröffentlichen, lautet:„Mit lebhafter Freude gedenke ich meines jüngsten Braunschweiger Aufenthalts und der freundlichen Aufnahme an Deinem Hofe, wie der patriotischen Haltung der Berölkerung des treuen Braunschwiiger Landes. Nochmals herzlichen Dank! gez. Wilhelm I..“ Die vom„Temps“ berichteten Worte Kaiser Wilhelms betonten noch besonders, gerade wie die Rede des Prinzen Ludwig von Bayern,„la paix avec’honneur“(den ehrenhaften Frieden). Diese charak teristische Selle fehlt in dem Berichte des „Teaps“. Die Kaiserdeputation der Halloren ist in Berlin eingetroffen, um, einem alten Brauche gewäß. dem Kaiserpaare, dim kronprinzlichen Paare und den Prinzen und Prinzessinnen des königlichn Hauses die .ujihrs=Glückwünsche und Geschenke der Salzwirkerbrüderschaft zu Thal in Halle a. S. zu überbringen. Die Abordnung ist dies mal zusammengesetzt aus den Siede Meistern Richard Puppe(als Sprecher), Paul Moritz III. und Willi Frosch. Die Geschenke der Brüder schaft bestehen in etwa 100 Pfund hallescher Schlackwuist, Sooleiern, Salz und einem von einer Hillenserin gefertigten Neujahrsgedicht. Bei der kaiserlichen Familientafel am Neujahrstage wurden die in zierlichen Körbchen untergebrachte Wurst und die Sooieier als besondere Vergünstigung in einem Zwischengange von den Halloren selbst aufgetrage Wie die„Parole“ mitteilt, haben Seine Majestät der Kaiser und König dem ersten stellverkretenden Vorsitzen den des Deutschen Kriegerbundes, Hauptmann d. L. Westphal, die nachgesuchte Veradschiedung aus Allerhöchstem Kriegsdienst unter ausnahmsweiser Verleihung des Charaktere als Major in Gnaden gewährt. Der Großherzog von Baden ist seit einigen Tagen an Bronchialkatarrh erkrankt und hütet das Bett, sein Befirden erregt aber bei den Aerzten keine Besocgnit. Dem kürzlich verstorbenen früheren Unterstaatssekretär des Reichsschatzamtes Fischer widmet der„Reichsanz.“ folgenden Nachruf:„Dem Heimgegangenen ist eine lange und ehrenvolle Beamtenlaufbahn beschieden gewesen.... Er hatte sich durch hohe Sachkunde, insb sondere auf allen Gebieten des Reichssteuerwesens, durch scharfes Urteil und großen Fleiß hervorragend betätigt, und sich namentlich auch in den beiden leitenden Stellungen beim Reichsschatzamt(zuerst als Direktor, von 1901 ab als Unterstaatssekretär) als ein Beamter von besonderer Tüchtigkeit und seltener Arbeitskraft erwiesen. Seiner Diensttätigkeit wurde infolge einer durch einen bedauerlichen Unglücksfall hervorgerufenen Krankheit im April d. J. ein vorzeitiges Ziel gesetzt. Der Allerhöchsten Aneckennung hatte von Ficher sich wiederholt zu erfreuen gehabt. Die letzte Auszeichnung durch Verleihung des Charakters als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat„Exzellenz“ erhielt er im Dezember 1904.“ Der Evangelische Oberkirchenrat veranstaltet, der„T..“ zufolge, vom 10. bis 20. Januar einen Instruktionskursus „zur Einführung in das Verständnis der sozialen Frage und des Anteils der evangelischen Kirche an ihrer Lösung". Es sollen Vorträge gehalten werden, Besprechungen der Teilnehmer und Besichtigungen stottfinden. Die Vorträge finden in Berlin im Landeshause, Matihätkirchstraße, statt. Dieser Kursus ist der erste dieser Art, die Anregungen dazu sind auf der letzten Generalsynode gegeben worden. Nach den Meldungen der letzten Tage ist die Wagengestellung in den Kohlenbezirken, die sich in der ersten Hälfte des Monats besonders im Ruhrbezirke günstiger gestaltet hatte, wieder nicht urerheblich hinter dem Bedarfe zurückgeblieben. Die Schwierigkeiten werben begreiflich, wenn man erwägt, daß im laufenden Monat von der Staatseisenbahnverwaltung an allen Gebrauch stellen zusemmen bis zu 18000 Wagen, das ist 28 v. H, mehr verlangt werden als zu der gleichen Zeit im Vorjahre. Einer solchen Steigerung in den Anforderungen hat von der Eisenbahnverwaltung allerdings nicht entsprochen werden können, obwohl auch ihre tatsächlichen Leistungen ganz erheblich die des Vorjahres übersteigen. Im November wurden 197633 offene Wagen, das ist rund 13 v.., für Rüben sogar über 32 v. H. mehr gestellt als im vergangenen Jahre. Uebrigens werden zur Zeit in jedem Monat etwa 1600 neue Wagen in den Betrieb gestellt. In Hamburg ist der Kampf um das hamburgische Wahlrecht in ein neues Stadium getreten. Der parlamentarische Ausschuß hat einen ausführlichen und sehr sorgfältig geardeiteten Bericht über seine Beratungen und deren Ergebnisse der Bürgerschaft zugehen lassen, der in seinem allgemeinen Teile fast noch eindringlicher als die Senatsvorlage die sozialdemokratische Gefahr schildert, die die Handelsstadt Hamburg ihrem Niedergang entgegenführe, wenn nicht rechtzeitig dem drohenden Einfluß der Sezialdemokratie auf die hamburgische Gesetzgebung durch eine Aenderung des Wahlrechts vorzebeugt werd:. Die wesentliche Aenderung gegenüber der Sinatsvorlage ist das vom Ausschuß beantragte Zveiklassenwahl ystem, während der Senat drei Klassen vorgeschlagen hatte. Es wird damit gerechnet, daß die der zweiten Klasse zuge wiesenen 24 Mandate der Sozialdemekratie zufallen. In der Hamburger Börse wurde eine Versammlung abgehalten, die sich zu einer imposanten Kundgebung für freundschaftliche Beziehungen zwischen Deutsch= land und Englanb gestaltete Dresden 29 Dez. 1905. Der während der Straßendemonstrationen in der Nacht zum 17. Dezember verhaftete 21 jährige Metalldrucker Ernst Alwin Schreiber aus Scharferstein wurde heute von der 6. Strafkammer wegen Aufruhr und Aufreizung lum tätlichen Angriff, wegen schwerer Beamtenbeleidigung und Straßenlärms, sowie wegen unbefugten Tragens eines Dolches zu drei Jahren Gesängnis und zwei Wochen Haft verurteilt. Der Aufstand in SüdwestAfrika. Der„Reichsanzeiger“ veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung vom 26. Dezember über die Einziehung von StammesVermögen aufständisch gewesener Ein geborenen im Schutzgebiet. Verluste: Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Reiter Georg Hollenbach ist am 26. Dezember 1905 im Lazarett zu Gochas am Typhus gestorben. Aus dem Auslande. Paris, 1. Jan. Der Bautenminister hat eine Kommission ernannt, welche ein Prej kt für einen Kanal aus arbeiten soll, der den atlantischen Ozean mit dem Mittelmeer verbindet. Der Minister will das Projekt baldmöglichst der Kammer unterbreiten. Paris, 30. Dez. 1905. In dem Prozeß gegen die Antimilitaristen wurde das Urteil verkündet. U a. wurde Professor Hervé zu 4 Jahren und Urbin Gobier zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Nach der Urteilsverkündigung kam es zu einem Tumult, die Angeklagten ergingen sich in Beleidi gungen und Drobungen gegen Richter und Geschworene. Dann sangen sie im Verein mit anwesenden Freunden revolutionäre Lieder. Nach Verlassen des Gerichtsgebäudes begleitete eine große Menschenmasse die Verurteilten unter den Rusen: Nieder mit der Armee, nieder mit dem Vaterland. Ekam dabei zu einem Zusammenstoß zwischen den Demonstranten und der Polizei, wobei mehrere Verhaftungen vorgenommen wurden. Frankreich. Die Pariser katholischen Blätter veröffentliche Auszüge aus einem binnen kurum erscheinenden Weißbuche des Vatikans. Das Weißbuch sucht nach zuweisen, daß die Schuld an dem Bruche zwischen dem Vatikan und der frarzösischen Republik die verschiedenen Ministerien seit Waldeck=Rousseau treffe. In entschiedener Weise wird sodann der Vorwurf zurückgewiesen, daß der Heilige Stuhl die fran zösische Republik bekämpft habe. Er habe im Gegenteil vieles zu Gunsten der Repablik getan. Schließlich wird erklärt, daß Frankreich, wie übrigens auch die anderen Mächte, auf Grund internationaler Verträge wohl das Recht des Protektorats im Orient habe, aber die Möglichkeit, die Missionen anderer Nationalitäten, katholische Anstalten und eingeborene Christen zu beschützen, könne ihm tatsächlich nur durch den Willen des Heiligen Studkes gebeten werden. Montenegro ist in die Reihe der Versassungsstaaten getreten. In Cetinje wurde die(erste montenegrinische Skuptschtina mit einer Thronrede eröffnet, die dem Lande verheißt, daß das verfessings mäßige Regiment, das die bisherige patriarchalische Regierungs weise abgelöst hat, eine weitere Entwicklung im Geiste des Fortschritts bringen werde. Möge sich diese Verheißung erfüllen. Rom. 30 Dez. Zu Unterstaatssekretären sind heute ernannt worden: Inneres Deputierter Fecta; Aeußeres Deputierter Marchese di Rugeano, Justiz D putierter Luigi Rossi; Finanzen Deputierter Girolama del Balze; Schatz Fasc=; Krieg General Vorro; Marine Konteradmiral 'anco; Unterricht Deputierte: Zirmen; Post und Telegraphen Deputierter Mira. London, 29 Dez. Die Kommission, sie eingesetzt war, eine Untersuchung über die Armeelieferungen während des urenkrieges anzustellen, hat am Mittsoch diese Uatersuchungen abgeschlossen, nachem sie zu der Ueberzeugung gekommen war, oß eine gerichtliche Verfolgung einer Arzahl von Offizieren unvermeidlich ist. Die Namen der Betriffenden sind noch nicht bekannt gegeben worden, die Verhandlungen werden jedoch öffentlich geführt werden. Die Auesagen der Zeuzen in Südafrika waren besonders schwer belastend. Ener der Lieferanten erkärte, es sei ganz unmöglich gew.sen, ohne Bestechung über Lieferungen für die Armie zu verhardeln. Es wird noch einige Wochen dauern, ehe der une quickliche Prozeß begint. Rußland. Das„Petersb. Tel.=Bureau“ meldet, die revolutionäre Bewegung in Rußland könne gegenwärtig als gebrochen angesehen werden. Sie sei vor der Gewalt zurückgewichen und habe sich bei der Be völkerung in Mißkredit gesetzt. In Petersburg veröffentlicht die Regierung ein amtliches Kommunique, in welchem es heißt: „Die verschiedenen revolutionären Verbände erklären ihren Blättern, daß sie angesichts des Mißerfolges der von ihnen organisierten Aufstände sich entschlossen haben, ihre Tätigkeit einzustellen, um für den Beginn des kommenden Jahres eine allgemeine Erhebung ins Werk zu setzen. Diese Erklärungen sind geeignet, ängstliche oder schlecht unterrichtete Personen einzuschüchtern. Die Regierung erklärt daher, daß sie jetzt entschlossen sei, jede aufrührerische Bewegung energisch zu unterdrücken und vor keinem Mitiel zurückzuschrecken, um einen Aufstand niederzuschlagen. Die Einwohner von Petersburg werden hierdurch aufgefordert, sich nicht einschüchtern zu lassen, für den Fall, daß aus Morkau geflüchtete Aufständische in Petersburg ihre Tätigkeit fortsetzen sollten.“— In Moskau kehrt allmählich die Ruhe wieder ein, doch wurde noch bis zum Sonntag an einigen Purkten gekämpft. Man schätzt die an dem Aufstand beteiligt gewesenen revolutior äre auf 50000. Der Ausstand wurde hauptsächlich durch die Petersdurger Garseregimenter nieder geworfen. Der Kern des Heeres scheint überall dem Zaren treu geblieben zu sein. In Geschäftshaus des Buchdruckereibesitzers Sytin hatten sich 600 Revolutionäre, hauptsächlich Setzer, mit Bomhen, Reoolvern, Mitrailleusen versehen verbarrikadiert. Die Druckerei wurde von drei Seiten mit Militär umringt und mit Artillerie beschossen. Aus dem Gebäude wurde mit Bomben geantwortet. Als die Revolutionäre einsehen, daß ihre Lage krit sch wurde, setzten sie das Gebäude in Brand und dank der entstandenen Panik gelang es ihnen, durch eine Seitengesse zu entkommen. In den Flammen sind viele Arbeiterfamilien und zahlreiche andere Personen, die im Hause wohnten umgekommen. Der hierbei zerstörte Wert wird auf mehrere Millionen Rudel beziffert. Am Sonntag wurde das Haus Kuprinski, in dem sich zaylreiche Revolutiogäre verborgen hielten, von den Truppen erstürmt. Die Fabrik Scmid, in welcher die Revolutioväre ihr Hauptgaartier aufgeschlagen hatten, ist von Artillerie in Bland geschossen worden, desgleichen mehrere Häuser, wobei eine Anzahl Revolutionäre verbrannten. Es wurde festgestellt, daß die revolutionären Führer die Banden organisiert und die Argriffspläne ausgearbeitet haben, ohne sich jedoch persönlich am Kampf zu beteiligen. In allen großen Druckereien wird wieder gearbeitet. Unterm 1. Januar wird aus Morkau gemeldet: Die Zahl der bei den Kämpfen im Staatsviertel Presuaja umgekommenen Revolutionäre wird auf 2000 angegeben, die Zahl der Berwundeten beträgt 5000 und die der Verhafteten über 1000. Die Artillerie ging so energiich vor, daß fast das ganze Biertel einem Schutthausen gleicht Die Bevölkerung unterstützte vielfach das Militär bei seinem Vorgehen zegen die Revolutionäte mit Rat und Tat. Der Geschäftsverkehr nimmt langsam wieder normale Formen an, auch die Trambahn verkehrt wieder regelmäßig, nur der Bahnverkehr erleidet noch Stockungen.— Aus den Ostseeprovinzen wirw gemeldet: In Riga hat am 29. Dez. ein heftiger Straßenkampf stattgesunden, bei dem die Revolutionäre Erfolg hatten. Ja Reval wurden 70 Vertreter des Kongresses der Landgemeinden, in Moskau alle Mitglieder des sozialistisch= revolutionären Komitees verhaftet. Der Andrang Kameradschaft. Ein Bild aus dem Soldaterleben von Freifrau Adda v. Liliencron, geb. Freiin v. Wrangel. 62 (Nachdruck verboten.) Nordenbeck konnte das durch die geöffnete Tür beobachten. Ec sah auch Lottes Profil und die dunkeln Wmpern, die auf der bleichen Wange ruhten. Allmählich verschwamm das Bild vor seinen Augen, und auch er versank in leisen Schlaf. Als er wieder erwachte, suchte sein erster Blick das Mädchen, das nicht mehr im Sessel saß. Vorsichtig stand er sauf und ging leise zur Tür. Was er da sah, ersüllte ihn mit einem Gefühle heiliger Andacht, wie er es als Kind gekannt hatte, wenn seine fromme Mutter an seinem Bette knieend das Abend gebet gesprochen hatte. Die Wimpern wurden ihm feucht. Er hielt gleichsam den Atem zurück, um durch keinen Laut die feierliche Stille zu stören. Der Wärter Lschlief, aber Lotte wachte. Sie kniete am Bette, den Kopf auf die efalteten Hände gestützt. Unendlich lieblich, kindlich und rein war der Ausdruck des blassn Gesichts. Inniges Flehen, gläubiges Vertrauen sprach aus den grauen Augen. Nordendeck schaute wie gebannt auf sie hin, und was dabei durch ihre Seele zog, darüber war er sich selbst nicht klar. „Lotte!“ Wie ein Hauch klang der Name durch die Stille. Er weckte drei Menschen aus ihrer Versunkenheit. Der Wärter erwachte und zog sich leise um nicht von Gerbach bemerkt zu werden, hinter dessen Bett zurück. Durch Lottes Körper lief ein Zittern. Der freudige Schreck drohte sie zu übermannen. „Fassung,“ raunte ihr Nordenbick zu, der hereingetreten war.„Nun, Gerbach, Sie hatten etwas Kepsweh, was macht der Schädel?“ erkundigte er sich völlig harmlos und setzte sich zu ihm.„Ich ging vorbei und wollte mal bei Ihnen einschauen. Da Sie selbst auch noch ruhen, so habe ich nichts dagegen, hier in diesem bequemen Stuhl erst mein Mittagsschläschen zu halten. Machen Sie nur auch die Augen zu, und dann wollen wir sehen, wer den andern durch Schnarchen ftört.“ Nordenbeck hatte absichtlich so lang gesprochen, um Lotten Zeit zu lassen, sich zu fassen. Er beobachtete sie scharf. Sie hatte das Gesicht in den Händen vergraben, er sah nur den blondlockigen Kopf und den langen Zopf, der auf dem Beden schleifte. Jetzt hob sie den Kopf. Sie hatte ein Lächeln heraufgezwungen. „Theodor, nun mußt du dich sputen, zu schlasen. Du sollst ja zeigen, daß du was im Schlafen leisten kaunst!" Gerbach tastete nach seinem Kopfe.„Es ist doch was passirt!“ „Nichts von Bedeutung,“ wehrte Nordenbeck,„davon sprechen wir nachher, wenn wir ausgeschlafen haben. Fräulein Lotte, ich glaube Sie tun gut, uns jetzt der Nachmittagsruhe zu überlassen.“ Ee machte ihr ein unmerkliches Zeichen mit dem Kopfe und wies auf die Nebenstube hin. Sie gehorchte ohne Widerrede. Tiefe Stille senkte sich von neuem auf das Kraukenzimmer, diesmal aber belebt durch die regelmäßigen Atemzüge des Hauptmanns, der wirklich eingeschlafen war. In dem fahlen Grau des dämmernden Morgens standen Lotte und Nordenbeck, beide blaß und überrächtig und doch mit glücklichen Gesichtern neben dem Arzte. „Danken Sie Gott, der die Sache so gnädig gewandt hat,“ sagte der alte Herr. „Das Schlimmste ist überwunden, nun können wir hoffnungsfreudig in die Zukunft sehen.“ „Wellen Sie mir noch Obdach gewähren, Fräulein Lotte, bis ich zur Bahn muß, um Ihre Sawester zu empfangen?" bat Nordenbeck, als der Arzt sie verlassen hatte. Lotte lächelte ihm zu.„Ich habe dafür gesorgt, daß Sie sich erst noch etwas stärken können.“ Da saßen sie nun zu zweien am Kaffeetische, auf den die Hängelampe ihren hellen Schein warf. Im Ofen prasselte das Feuer, das Wasser im Kessel brodelte und Lotte schaltete in hausfräulicher Würde zwischen Tassen und Kannen umher. „Urgemütlich!“ sagte der junge Offivier und lehnte sich mit einem Seufzer des Behagens in den Stuhl zurück, während er zusah, wie Lotte seine(Kaffestasse zurechtmachte. Wär hätte uns vor 24 Stunden gesagt, daß wir hier so sitzen würden!“ meinte Nordenbeck und nahm die Tasse aus des Mädchens Hand. (Fortsetzung folgt.) deutscherussischer Flüchtlinge nach Deutschland läßt nach. Drei deutsche Bürger in Riga gerieten in einem Lokal in einen politischen Wortwechsel mit drei Unbekannten. Diese verschwanden, kehrten aber nach einiger Zit mit 12 bis 15 bewaffneten Männera wieder und führten die Deutschen aus dem Lokal. Sie verbanden den Bürgern die Zuzen und brachten sie ungehindert an die Prriphetie der Stadt. Dort wurden zwei von den Teutschen ein fach nieder geschossen. Der Dampfer „Lioland“ traf mit 76 Flüchtlingen in Lüdeck ein. Durch ganz Ospreußen ist jetzt die Hilfeaktion wohl organisiert.— Von sonstigen Meldungen aus Riß land notieren wir noch, daß die Dom browaes Eisenbahnbrücken der WienMoskauer Bahn in die Luft gesp engt wurde und in Kiew, wo der Streik der Arbeiter wächst, aber all: Parteien Witte ut.rstützen fortdauernd Massenverhaftungen stattfinden. Tanger, 30 Dez. Der Vertreter des Sultans für auswärtige Argelegenbeiten ist von dem spanischen Gesandten amtlich davo# in Kenntnis gesetzt worden, daß die Marokkokonferenz am 16. Junuar in Algeciras eröffatt werden soll. Kirche, Schule und Mission (Aus Alttschau in Niederschlesten) wird vom 28. Dez mber gemeldet: Heute fand in dem Bersaal der Anstalt„Kommet zu Jesu“, eine Vorstandssitzung satt. In derselben fand für die Leitung der Gesamtanstalt die Wahl eines Geistsichen der Landetkirche statt. Mit 6 gegen 2 Stimmen erhielt die Majorität Herc Pastor Ernst Mühe in Mynburg(Prigritz) Sohn des bekannten ehemaligen Dompredigers Mühe in Niumburg a. S. Mt dieser Wahl endet die Arbeit des nun hochbejahrten Hausvaters Ruhmer, der dieses Werk in Verbindung mit mehreren frommen Männern grügdete und darselbe bis itzt 38 Jahre hindurch leitete.— Die in Rede stehende Anstalt ist auch in un erem Leserkreise b kannt, deshalb wird diese Nechricht interessieren. Aus dem Umsturzlager. (Rote Neujahrswünsche.) Die Bielefeider sozi#ldemokrat sche„Volke wacht; dringt einen auf das Motiv:„Es ist eine Lust zu leben“ gestimmten Neujadr##artikel, von dem wir ohne Kommentar den Schluß zur Bachtung höher hängen. Nach Anei,nung des Falls des noch nicht erlegten russiichen Bären fährt das Blatt fort: „Und nun frazen wir die Genessen: Wäre nicht die Lage der p oletarischen Kämpfer in Rußland weit günstiger, wenn hier in PreußenDeutschland als Rückhalt ein Heer von sünf Millionen organisierter Proletarier stände, anstatt daß nur eben erst die erste Million überscheitten ist? Aber das Versäumte kann und muß nachgeholt werden, denn es ist keine Frage, früder oder später wird die russische Bewegung der deutschen dringend benötigen. Wir aber, wie schon bemerkt, stehen hier in Preußen=Deutschland auch vor schicksalt schweren Zeiten. De Widersinn, daß ein Industcieland von einer agrarischen Junkerelique regiert wird, wird sich zur völligen Unmöglichkeit zusp tzen, und das wird geschehen mit dem Inkrafttreten der neuen indust=iefeindlichen und industrieschädlichen Hundelsverträge. Wir werden unter der Wi kung dieser von den„staatserhaltenden" Parteien ins Leben gerusenen Handelsverträge eine revolutionäre Bewegung aller Industriearbeiter, auch der christlichen, denen die„christlichen“ Parteien das Brot und Fleisch verteuert haben, erleden, daßeseben eine wahre Lust für uns Volksverheter sein wird, zu leben. Und da gilt es, zu arbeiten und zu organisieren, denn wenn auch Begeisterung nicht auf Flaschen gezogen werden kann, so ist es doch möglich, revolutioväre Energie in organisirte Kraft umzusetzen Mit diesem Gelobris wollen wir vergnügt in das neue Jahr hineinspazieren. Es muß, wenn es zum Zusammen bruch der Junkerberrlichkeit in Preußen Deutsch land kommt, die Organisation des Proletariats so mächtig sein, daß niemand ihm mehr die Diktatur streitig zu machen wagen darf.“— Gut gebrüllt, Löwe! Lokales und Bielefeld, 1 Jan.(Jubiläum.) Am 1. Jaruar 1906 beging Herr Gerichtsvoll zieher L. Meichelt hier sein 25 jäbriges Jubiläum als Gerichtsvollzieher beim Amtsgericht Bielefeld. (Zählung der Eisenbahnreisenden.) Als Zähltaze an welchen bei allen Zügen mit Personenreisenden gezählt werden, sind bestimmt worden: der 21. 22. und 23 Januar, der 21 22. und 23. Februar, der 17., 18. und 19 März und., 4. und 5 Epril 1906. hr.(In der letzten Repräsenkanten: Sitzung der Allstädter Kirchengemeinde) wurden für Inventar der beiden neuerbauten Gemeindehauser bis zu 7000 Mark bewilligt. Außerdem wurde die Zu rimmung zur Auflassung einer zur Kaiserstraße entfallenen Grundfläche an die Stadt gegeben. (Einschränkung des Betriebs.) Die Firma Kusemann und Comp. (Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen) hier selost hat ihren Fabrikvetrieb, um der Ueber produktion in ihren Spezialactikeln zu begegnen, mit dem heutigen Tage eingeschränkt. bew. zum Teil für einige Zeit gänzlich st llgelegt. (Kirchliche Nachrichten der Neustädler Gemeinde.) In Jahre 1905 wurden 376(391) Kinder gekouft 195 Knaben, 181 Märchen; 134 Paare(144 getcout; 99 beerdigt. Konficmiert wurden 265 Kinder(274) 122 Knaben, 143 Mädchen. Die Zahl der Kommunikanten detrug 3339(3275). Die Seelenzahl be träzt cr 15600. Im Marienstift 42 sieche Frauen in 11519 Pflegetagen verrflegt. Im Lutherstift beirug die Za#l der Pfleglinge 315 die Pflegetage 31591. In den beiden Volksküchen wurden zus. 56629 1 guten Essens verabreicht. Den Kindergotiesdienst besuchten durchschnittlich 1300 Kinder. In der Garnisongemeinde wurden 6 Kinder getauft(); 2(6) Paare getraut; 2(2) Kinder kor#fi##miert. Die Zahl der Kommaunikanten betrug 895(880). Die ein geklammerten Zahlen beziehen sich auf das Vorjahr. hr.(Kirchliche Statistik) Im Jahre 1905 wurden getauft in der Paulu= gemei de 401(376) Kinder, 202 Knaven 199 Mädchen, in der Prteusgemeinde 154 (161) Kinder, 69 Knaben 85 Mädchen; konfirmiert in der Paulusgemeinde 238 (209) Kinder, 127 Knaben 111 Mädchen, in der=teusgem inde 90(95) Kinder, 46 Knaben 44 Mälchen; getraut in der Paulusgemeinde 140(148) Prare, in der Petrusgemeinde 44(45) Paare; kirchlich beerdigt in der Pauiusgemeinde 105 (120) Personen, 55 männliche 50 weibliche, in der Petrusgemeinde 27(31 Personen, 14 männliche 13 weibliche. Das heilt#e Abesdmahl haben geftiert 3341(2840) Personen, 1225 männliche und 2116 weibliche. (Der Kartenbrief) scheint nun doch bald seinem Schicksal verfallen zu sein. Von Jahr zu Jahr wird er weniger vom Publikum begehrt. Jo den wenigen Monaten seiner ersten Ausgabe, 1897, waren über 6 Millionen Stück abgesetzt werden. Im ersten vollen Jahre stieg deren Verbrauch auf mehr als 8 Millionen. Schon im Jahre 1899 wurde aber nur die Hälfte davon, etwas über 4 Millionen, verlangt Im Jahre 1900 fiel die Zahl weiter auf 3 Millionen, 1901 auf 2½ Millionen. 190/2 war der Verkauf um weitere 174000 zurück. gegangen. Wohl die Ankündigung seines Endes verschaffte dem Kartenbrief 1903 wieder etwas mehr Interesse. Es wurden 17000 Stück mehr als im Jahr vorher verkauft. Das vorlitzte Johr, 1904, bringt eber wieder einen weiteren Rückgang un 25 000 Stück. Insgesamt wurden 2426035 verkauft Die Zahl ist verschwin###end klein gegen die Gesamtzahl aller übrigen Wertzeichen, die in demselben Jahre fast 3¾ Milliarden betrug. Aklein an Fünspfennig marken wurden über 1 Mlliarde, an 8 pfenntgmarken 935 Millionen abgesetzt. Alle übrigen Wertzeichen, selbst hohe Werte bis zu 5 Mk., finden von Jahr zu Jahr steigenden Absatz. Allein der Kartenorief wird immer weniger verlang:. Es besteht zwar noch nicht die Absicht, die Karteabriefe abzuschaffen. Das wird sich aber im Lause der Jahre von selbst ergeben. m.(Eingeliefert) wurde eine Perso: wegen Diebstahls und zwei Bettler, ferner eine Person wegen sinnloser Trunkenheit und zwei Ruhestörer. m.(Ein wertvoller Pinscher) wurde am Tage vor Neujahr als herrenlos einge fangen und nach dem Schlachthofe verdracht, wo er gegen.stattung der Futterkesten und des Fanggeldes vom rechtmäßigen Besitzer abgeholt werden kann. m.(In der Silvesternacht) entstand gegen 4 Uhr morgens auf der Bahnhof straße eine Schlägerei, bei welcher einer der beteiligten Per onen durch einen Stoß mit dem Messer ein Ohr fast vom Kepfe getrennt wurde. Ein Polizeideanter nahm die beiden Haupttäter, welche ihm Widerstand leisteten, fest. Zwei beurlaubte Soldaten unterstützten ihn hierbei.— Der Lützow= straße 9 wohnhafte Kaufmann Hermann Schr. wurde in derselben Nacht etwa um 3 Uhr in der Bahnhofstraße bewußtlos aufgefunden. Ein hirzugerufener Arzt orbrete die Ueberführung des Bewußtlosen in das städtische Krankenhaus an. Dort ist er, wie festgestellt ist, bis jetzt noch nicht Bewüßtsein gelangt. Schildesche, 1. Januar.(umtssache.) Der Oberpräsident hat dem„Gen. Anz.“ den ihm unterbreiteten Vorschlag, das hiesige durch einen Ehre#amtmann verwalten zu lessen, mit Ricksitzt auf die Lage des Amtsbezirks abgelehut Aus der Kreisen Wiazer zul Läbhesl. Minden, 1. Javuar.(Die kom missarische Verwaltung des Landrattamt Minden) ist dem Hearn RegAssessor Dr. Cornei#en in Saletzwig vem 1 Januar 1906 ab übertragen.— Der schidende zum Vrwaltungedirekto dr Königlichen Miseen in Verein ersannte H rr Bsse hai die kom#m ssarische Vrwaltung os Lanbrate mi Mindeu am 1 Onoter 1892 übernommen und wurde am 20 Tpil 1893 zum Landrat ernannt Das Mon###t# de Herra Bosse ale Berteeter des Wahitr:3nr Miden=Lütb ck: im preußeschen Abgeo d netenhause erlöscht mit seiner.nernung in Bertin. Ee wird ulso eire Esz#ahl stattzu fie dn haben. Minden, 2 Janrar.(Personalien.) Rezierungssekretär Homeyer ist vom 1. Januar 1906 ab ti: Keissek etärselle bei dem Königlichen La########mte in Wedenbrück üdertragen.— Der Buleau Hlftarbeiter bei dim biesigzen##krattomte, Regierung= zivil up r umerar Krüger, ist vom 1. Jmnuar 1906 ab an das Overp äsidium in Mänster versetzt, und Regierungsbureaueictar Beyrmann dazu ausersehen, in der bisherigen Sulle der ersteren heim hiesigen Laadratsomte beschäftigt zu werden. Minden, 2 Jau.(Bersammlung.) Am 7 Innnae fi##det hier eine Bus#mallung der Tab.k- Janteressenten aus dem Wahlkreise Minden= Lubbecke statt zur Stellun; nohme gegen das Tibatsteuergestz. Der Ruchttagsabgeordnete Stelern ann hat sein Ecscheinen zugesagt Barkhausen, 29. Tez.(Diebstahl.) Am 1 Wei####teie sind abenös in der bi figen Gemeinde entw ndet: eine gbidene Damenuhe auf dere Kapsel auf der Außen: seite zwei Biumcen ein raviert find; eine lang: golkene De###tie, besteherd aus engen.iebern, mit einfachem Schieber, weichr auf einer Stelle eingebruck: ist; eine kurzere gollene Damerkeite mir Schieber, ein gold ner Ring mit Geanatsteinen(der Rirg hut an zwei Stellen Rsse) und ein rotlesernes Premonnaie mit Inhalt.— Die Räume, in welchen di: gestohlenen Gegenstande lagen, wa en unverschlossen. (Kreisbl) Au dem Hirie Pi Herford, 2. Im. Bestätigt) wurde die Wahl des Herrn Rat herrn Brand zum Beigrordneten der Stadt Herford. Herford, 2. Jur.(Sgützengesellschaft.) Das Winterfer. findet am Sonntag, nachmitags 3½, Uhr bezionene, Rtatt. Aus den Nachdarprssiuzer und Ettetez. Bückeburg 30. Dez.(Die Wahlen der ubgeordneten) zum schaumburgleppischen Lan###age sind, wie das Furstliche Winist rium bekannt gibt, aus den 12. Januur underaumt. Frankfurt a M, 80. Dez. Nach einer der „Frankf. Zig" aus Brüssel zuzegangenen Meldung kam infolge einer Vermittelung des Königs Leopold ein Uebereinkommen zwischen dem Prinzen Philipp von Coburg und der Prinzessin Louise zustande. Danach wird die Ehescheidung ausgesprochen wegen Unvereindarkeit des Gemüts. Beide verzichten auf eine gegenseitige Anklage und verbrennen alle kompromittierenden Dokumente. Die Prinz ssin wird in nächster Zeit eine Begegnung mit ihrem Vater haben, sie erhält eine Erhöhung ihrer Apanage Charlecoi, 1. Jan. Die Delegierten der Bergarbeiteroet bände, welche 25000 Arbeiter des hiesigen Beckens vertreten, heiten gestern eine Konserenz ab, in der solgende Resolution beschlossen wurde.##gesichts der dauernden Preissteigerung der Kohle und der vorhandenen geringen Vortäte ist es notwendig, das rationale Komne der Bergarbeiter, für die Bergbezirke Belgiens ei zuberufen, um enbgültige Maßnahmn zu treffen. Diese Resorution deutet dar auf hin, daß ein Ausstand geplant ist, falls die Löhne nicht bedeutend erhöht werden. (Dilemma.) Ein Mann sagte zu seinem Freunde, der sich verheiraten wollte:„Ich vermute, ich soll ruch beiden Glück wünschen: aber da ich beine Blaut nicht kenne, kann ich dir nicht gratulieren, und anderseits kenne ich dich zu genau, un der Braut gratulieten zu können.“ Literarisches. Christliches Kunstblatt für Kirche, Schule und Haus. Herausgegeben von David Koch. Verlag von J F. Steirkopf in Stuttgart. Jährlich 12 Hifte 6 Mr. Wer längere Zeit das Christliche Kunstblatt nicht gesehen hat, sollte nicht versäumen, es nach der völligen Umgestaltung, die es eurch den neuen Herausgeber, David Koch, erfahren hat, wieder einmal zu prüfen. Allgemein ist das Lob über das Geschick, wie Koch es verstanden hat, die Zeitschrift modernen Bedürfaissen anzupassen. Er hat das Progremm in bemerk ntwerter Wise erweitert und verfolgt die Kunst auch im Zusammenhang mit padagogischen Fragen mit großer Aufmerksamkeit und seinem Verständnis. Wer's versäumt hat, den möchten diese Zeilen dafür erwärmen, das Blatt feiner nicht zu ignori##en, sondern sich vom Verlag zum mindesten ein Probeheft kon men zu lossen. Das Blatt ist es wert, daß wir es unterstützen und daraus lernen. Uebersicht der Witterung. Bielefeld, 7. Januar 1966 Mitgeteilt von Fr. Böckelmann Ww., hier. Niedrigst. Thermometerstand in der Nacht— 8(6. Thermometerstand um 10 Uhr vorm.—7 ec. Barometer 75,9 cm. Wind: Ost. Himmel: heiter. Nachrichten. Berlin, 2. Jan. Die Neujahrsfeier bei Hose wurde um 8 Uhr morgens durch das große Wecken eingeleitet. Der Kaiser traf bald darauf im kaiserlichen Automobil mit dem Kronprinzen und dessen Brüdern, sowie mit dem Prinzen Heinrich im Schlosse ein. In der Schloßkapelle hatten sich unterdessen die Mitglieder des hohen Adels, der Reichskanzler und die Bundesratsbevollmächtigten, die Generalfeldmarschälle und die Ritter des Schwarzen Adler= ordens, sowie die Generalität und Admiralität versammelt. Der Kaiser trug die große Generalsuniform mit dem Bande des Schwarzen Adlerordens. Die Predigt hielt Herr Oberhosprediger Dryander. Nach dem Gottesdienst fand im Weißen Saale Gratulationskur statt, währenddem im Lustgarten der übliche Neujahrssalut abgegeben wurde. Gegen 12½ Uhr begab sich der Kaiser zu Fuß nach dem Zeughaus, wo die Nagelung und Weihe einiger neuer Feldzeichen vorgenommen wurde. Nach der Feier fand die übliche Paroleausgabe statt. Die Parole lautete: Königsberg=Berlin. Hierauf wurde eine Reihe von Auszeichnungen bekannt gegeben. Im kaiserlichen Schloß fand nach der Paroleausgabe Frühstückstafel beim Kaiser statt, an der auch Prinz Arnulf von Bayern teilnahm. — Generalleutnant v. Moltke ist vom Kaiser an Stelle des ausscheidenden Generalobersten Grafen von Schlieffen zum Chef d Generalstabes der Armee ernannt worden. Generaloberst Graf Schlieffen erhielt den Schwarzen Adlerorden mit Bril lauten und wurde à la suite des Generalstabes der Armee gestellt. Asch in Eömn 2 Jun. Der Wberstrett gone.##nsionen en, nachdem in der Fobk###anbert u. Söene alle Arbei er ertassn wurden, weche die Arbeit nicht weder aufneh###en dürsten. Ja den üor gen Favriken wud die Arbeit eingestellt werden Moskau 2 Jmn Hier hätt die Be#rhigung an. Di Rvoutio äre sind vollständig entmutigt. Dr Eisenbahnverkehr wird durch Truppen wieder vollständig i takt gebracht werden. „Er is wirklich aufgelebt!“ Dem kleinen sieben Jahre alten Alois Puder und seiner neunjährigen Schwester hat Scotts Emulsion außerordentlich gute Dienste geleistet, wofür der folgende Brief ihrer Mutter den besten Beweis liefert. Schweidaitz, Flaischerstraße, den 6. Fedr. 1905. Im Juni letzten Jahres traten ganz plötzlich bei meinem siebenjährigen Sohn Alois Krämpse auf, mit denen er bsher nie dehaftet gewesen wai Die Anfälle wiederholten sich in Zwischenräumen von einigen Wochen, was den Kleinen recht herunterbrachte. Von Bekaneten auf Scotts Emulsion aufmerksam gemacht, geb auchie icn dieselbe dann zur Kräftigung des Ku des und sah mit Freuden bald guten Eifolg Er ist wirkich aufgeleot seit dem Gebrauch von Scotts Emulsion und fühlt sich woyl urd besund. Auch meinem teunjährigen Töchteraen, welches sehr klutarm u. d imm r ohne Appetit war, hat die Emussion sehr gut getan; dei appet## hat sich sehr g hoden und das Kind si ht shr mohl aus Hochagtungsooll(gez.) Frau M. Puder. Dieser Brief erklärt, wie unbegrenzt die Wirksamkeit von Scotts Emulsion ist. Scotts Emulsion ist ein bewährtes Kräftigungsmittel, und ein gekräftigtes Körpersystem vermag Krankheitsanfällen mit Leichtigkeit zu widerstehen. Scotts Emulsion vermehrt und bereichert das Blut, bildet gesundes Fleisch, kräftigt die Muskeln und belebt den Appetit. Scotts Emulsion wird von uns ausschließlich im großen verkauft, und zwa nie lose nach Gewicht oder Maß, sondern nur in versiegelten Originalflaschen in Karton mit unserer Schutzmarke(Fischer mit großem Dorsch auf dem Rücken). Scott& Bowne, G. m. b.., Frankfurt a. M. Bestandteile. Feinster Medizinal Bevertran 150,0, prima Giycerin 50,0, unterphosphorigsaurer Kalk 4,3, unterphosphorigsaures Natron 2,0, pulv. Tragant.0, feinster grab Gummi pulv..0, destill. Wasser 126,0, Alkohol 11.0. pie“. gromatische Emuiston mit Zimt=, Mandel= und Gaulihe### Oel je 9 Tropfen Statt besonderer Anzeige. Heute morgen 5 Uhr ist unsere geliebte Schwiegermutter, Grossmutter, Urgrossmutter und Tante Frau Lehrer Quakernack Charlotte, geb. Rahne im 86. Jahre ihres Lebens selig heimgegangen. Bielefeld, Osnabrück, Milwaukee, den 1. Januar 1905. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 4. Januar, nachmittags 3½ Uhr vom Sterbehause, Kaiserstrasse 41, aus statt. Vorteier 3 Uhr. Christlich=patriotischer Männer=Verein Bielefeld. Dienstag, den 2. Jansar er., abends 8½ Uhr präzise: Vorstandssitzung. Der Vorstand. Eishente-Gesehschaft-Bielelein K. G. Stadt-Theater. Bei dieser Temperatur kommt die Kaffeekanne zu Ehren. Das hat aber eine sehr bedenkliche in Bielefeld (früher Westfäische Bank) Volleingezahltes Aktienkapltal M. P0000000, Reserven M. 12000000 empfiehlt sich zur der wird jeden Tag aufs neue darnach Verlangen tragen. Versuchen Sie's mal. Vermittlung von Bankgeschäften aller Art, Gesangauführung des Eröffnung von laufenden Rechnungen, Diskontierung von Wechseln, Aufbewahrung u. Verwaltung von Wertpapieren Einlösung von Coupons, verlosten u. gekündigten Wertpapieren, Checkverkehr. Zinsvergütung auf Geldeinlagen solo=Quartetts f. Kirchengesang aus Leipzig am Freitag, den 5 Januar, abends 8½ Uhr, in der Neustädter Kirche veranstaltet vom Christl. Verein junger Männer, Bielefeld. je nach Kündigungsfrist bis zu%. Die Verzinsung erfolgt vom Tage der Einzahlung bis zum Tage der Abhebung. Vermietung von Schrankfächern in diebes- u. feuersicherer Stahlkammer unter eigenem Verschluss der Mieter. Karten à 50 Pfg und ausführliche Programme sind im Vorverkauf zu haben in den Buchhandlungen des Herrn M. Pfefter, Alter Marke und Herrn Otto Fischer, Gehrenberg 2, sowie im Bureau des Vereins, Papenm. 2. Der Ertrag ist für die Arbeit des Vereins und seines Heimes bestimmt. N½. An den Kirchtüren sind abends keine Karten zu haben. Im Bureau des Vereins(schräg gegenüber der Kirche) werden bis 8¼ Uhr noch Karten abgegeben. An- und Verkauf von Wertpapieren an in- und ausländischen Börsen zu den günstigsten Bedingungen. Bekanntmachung. Die für das Jahr 1904 und 1905 ausgestellten Radfahrkarten bleiben auch für das Jahr 1906 in Geltung. sodaß es einer Erneuerung nicht bedarf. Bielefeld, den 16. Dezember 1905. Die Polizei-Verwaltung. Ider Rino=Salbe it eine Wundersalbe. Seit 1½ Jahren litt ich an einer lupusartigen Flechte, unter Anwendung aller erdenklichen Mi tel. Seit Gebrauch Ihrer Salbe bin ich geheilt. Es ist gut, daß die Salbe in den Apotheken zu haben ist. München, 25./8. 04. M. Lange. Dr. Stapenhorst. Bielefelder Schreibstube. Zimmerstraße 19. Fernsprecher 292. Anfertigung von schriftl. Arbeiten aller Art mittels Hand und Schreibmaschine. Adressen, Abschriften, Vervielfältigungen. Um Aufträge wird freundlichst gebeten. Disitten=Karten. A. von der Mühlen, Zielefeld, Ritterstr. 43. Wachs, Naphtalanje 15,Walrat 20, Benzoefett, Venet. Terp, Kampferpflaster, Perubalsam je 5, Eigelb 30, Chrysaborin.5. Zu haben in den Apotheken bes. Aschoff'sche Apotheke, Niedernstrasse 3 Man achte genau auf die Originalpackung weisgrün-rot und die Firma Rich Schubert& Co., Weinböhla u. weise Fälschungen zurück. Standesamts-Nachrichten vom 27. bis inkl. 30. Vezember 1905. Garl Sahimälls: Zahnrechniker, eisisfeld, Bahnhofstr. 25. Anfertigung von Künstl. sovie Kronen- und Brückesarbeiten unter Garantie des tadellosen Sitzens. Plombieren mit jedem bewährt. Fflllungsmaterial. Plombieren und Zahnziehen such für KrankenkassenMitglieder Zum Färben grauer oder roter Haare Kuhn's Nuß=Extrakt Mi 1,50, attestiert giftfrei Kuhns Nuß. öl Nutin 60 und 100 Pfg Kuhna Pomade Nutin. Echt nur v. Franz Kuhn, Kronenp., Nürnberg. Hier: M. Up. manns Drog., Bahnhofstr. Pausleinen Mtr. Mk..50 bei Hugo Ziehm Bedr. Kahter, Papierhandlung Obernstrasse 19.) Dienstag, den 2. Jaruar 1906, Drama in 5 Akten v. V. Sardou. Anfang 7½ Uhr. Mittwoch, den 8. Jonuar 1906, Die Brüder von St. Bernhard. Schauspiel in 5 Akten von Oborn Sucke zum 1. Ap il ein ätteres, erfahrenes für einen kleinen Haushalt. Frau Sanitätscat Dr. Bertelsmann, Bielefeld, Wertherstraß 4. 10 Grad Kälte— in Bielefeld! Für nnsere Wäsche=Fabrik fobrik. nur sseinst. Herzenwäsche nach Maß) suchen wir per 1. Morz ev. f. über, tücht. umsichtige, absolut selbstständig arteitende Direktrice. Seite, weil Kaffee bekanntlich nicht günstig auf Herz, Nerven und Magen einwirkt. Wer auf seine Gesundheit bedacht ist, sieht sich deshalb nach einem anderen Getränk um, das den gleichen Zweck ohne bedenkliche Nachwirkung erfüllt. Das ist— Kathreiners Malzkaffee, der beWir reflekt, nur auf 1. Kraft, welche bereits pcakt erprobt u. über bisher. Tätigkeit Ia Z ugn. ausw. kann. Stellung deuernd u. angenehm. Ausf Offert. mit Ang. der Geb.=Aispe Zeugnisabschr. u. eo. Pbotogr. an Finder& Co., Leipzig. haglich und dauernd erwärmt, frei von jeder Schädlichkeit ist und dabei einen würzig=anregenden Kaffee=Geschmack und Kaffee=Duft besitzt. Dieser wird ihm durch ein besonderes Verfahren verliehen. Jeder erwärme sich also einmal bei dieser Kälte mit dem echten„Kathreiner“!— Wer sich diesen Genuß, der im besten Sinne des Wortes unserem Wohlbefinden dient, einmal geleistet hat— und es kostet wenig (Nachdruck verboten.) Geburten: a) Söhne. Urbeiter Gustav Nucklies. Arbeiter August Sahrhage. Kupferschmied Karl Althoff. Arbeiter Friedrich Strohdiek. Maschinenmstr. Alwin Heuermann. Schneider Bernard Fielstedde. Kassenbote Aug. Ruwe. Bildhauer Karl Harnisch. Maler Hermann Wellenbrink. Schuhmacher Konrad Eilert. Eisendreher Friedr. Zimpel. Schneider Wilheln Pielsticker. Hausdiener Hermann Grafhorst. Schlosser Wilh. Wilkening. Straßenbahnschaffner Otto Wasser. b) Töchter. Eisendreher Karl Heidemann. Tischler Heinrich Lamm. Postbote Wilhelm Bergmann. Buchdrucker Friedrich Hoffmann. Tapezierermeister Erich Hoffendahl. Eisenbahnlichtwärter Karl Pepper. Arbeiter Wilhelm Wehmeyer. Generalagent Wilh. Lücking. Arbeiter Wilhelm Echterhoff. Schuhmacher Otto Böhm Eisendreher Wilhelm Timpe. Tischler August Niedermeyer. Arbeiter Adolf Krämer. Telegraphensekretär Friedrich Bothe. Müller Wilhelm Grübel. Hausdiener Karl Heckewerth. Schlosser Heinrich Freise. Glasarbeiter Nikolaus Flecken. Arbeiter Wilh. Klem ne. Schlosser Robert Banze. F. Buddeberg. Um vor der Lagerautnahme möglichst zu räumen stelle ich vom 2. bis 6. Jan. in allen Abteilungen grosse Posten zum InventurAusverkauf. Grosse Preisermässigung auf sämtliche vorrätige Damen=, Herren=, mädchen- u. KnabenKonfektion. 25% Rabatt auf grosse Posten Seidenstoffe, Besätze, Kinderschürzen Kinder-Woll- u.„Waschkleider und sämtliche Kleiderstoffreste. Dankbarkeit 1 Aufgeboten: Architekt Hermann Martini, Hamm i. W. und Karoline Alvei, Wittekindstr. 1. Konditor Adolf Pape, Rohrteichstr 41 und Luise Lütgert, Ulmenstr. 6. Arbeiter Heinrich Rühse, Osnabrückerstr. 45 und Auguste Griewatz, Brackwede. Arbeiter Heinrich Kranzmann, Jöllenbeckerstr. 46 u. Emma Kestenus, Neuenkirchenerstr. 18. Hausknecht Friedrich Möller, Heimweg 4 u. Adele Schlewing, daselbst 13. Schriftsetzer Wilh. Leyser, Bürgerweg 83 u. Berta Stadie, Welle 13 zwingt mich, gern u. unentgeltlich Hals-, Bruft-- und Lungenleidenden jeglicher Art mitzuteilen, wie ich durch ein einfaches, billiges und erfolgreiches Natur###u von meinem qualvollen Leiden befreit worden bin. Lehrer Baumgarti in Krammel obei Aussig(Elbe). Verehelicht: Schriftsetzer Otto Dreyer und Elisabeth Hoffmann. Militär= Büchsenmacher Heinrich Frank u. Friederike Mühlemeier. Photograph Hermann Aue u. Josephine Barloh. Schaufenster=Dekorateur Wilh. Bentlage und Emilie Davidsohn. Eisendreher Hermann Steinkrüger u. Henriette Schürmann. Eisendreher Hermann Vornholz u. Helene Dreyer. Kaufmann Karl Kindermann u. Emma Gudereit. Sterbefälle: Königl. Baurat a. D. Ernst Büscher, 75 J. Rentner Hermann Lindemann, 69 J. Schneidermeister Johann Möller, 61 Jahre. Invalidenrentenempfänger August Niekamp, 53 J. Invalidenrentenempfänger Heinrich Baumann, 42 J. Arbeiter Wilh. Kottke, 28 J. Rektor Seelmann, Auguste geb. Köhne, 75 J. Zerw. Fabrikant Bitter, Charlotte geb. Helling, 63 J. Helmut Löschmann, 47 J. Paula Biermann, 2 M. Ruty Windel, 28 T. Hedwig Wittköpper, 19 J. Heinrich Koring, 18 T. Martha Kalinsky, 13 T. Knab Zimpel, 1 J. Plätterin Pauline Schneider, 20 J. Ehefrau Arbeitr Borghold, Karoline geb. Walkenhorst, 32 J. Künstlicher Zahnersat. Zahnziehen schmerzlos unter Garantie Plombieren, Zähne reinigen etc. Kassenmitglieder werden von mir auch behandlt. Billigse Preise. S. Klarowiez, Kaiserstraße 119. Verantwortlich für den redaktionellen Teil Hermann Lange, für den Rellame= und Joserater=Teil Wilh, Pahde, Druck und Verlag von A. von der Mühlen, sümtlich in Bielefeld. Nr. allon Postanstalten 9., bei tüglicher Zu##ug in Bielcted 5220., durch Briet##hnr./42 M. Nr. 5861. 3. Januar: Cicer Kurfürst Joachim II 1571.— Johannes schreiber, geb. 1752.— und Physiolog, ged. 17 wird in den Vereinigten für aufgehoben erkl bei Bapaume, 1871. Frieden Als Kaiser Wilhel: stieg, war allenthalt Anschauung verbreitet, Regierung vom Ehrg sellt und eine krie Europa und die Well Nichts von all den Laufe der letzten 10 Gegenteil hat der K vorübergehen lassen, se zu betonen. Aber ir Mächten ein Rest von noch nicht geschwund Kaiser kriegerische schärfsten trat dies zu affäre hervor, am eine Kriegspartei, wel der Weffe wünsche u Verhalten der deutsch dessen zur Genüge da friedliche Lösung woll den letzten Tagen Kaiser Wilhelms sel welche an der Sein pathischen Eindruck gei wert ist auch, daß von dem der Reg „Temps“ veröffentlicht Mitteilung also vom? herrrührte. Wenn u davon angenehm be bätte man schwerli Oeffentlichkeit Kunde Kaisers gegeben, die sickert, gelegentlich ei zösischen Militärattac sind, der sie sofort Eigentlich hat der Ka gesagt, denn von d sein Tun besselt ur seindliches Blatt, w Wolte nicht sehr gel die Aeußerung sei gegeben worden, der zugefügt, er wünsche es die Ehre Deutschle eigentiich ganz selbstoe Politik ist niemals a gleich sie erklärlicher der Expansions politik ganze Welt erfaßt Friedensliebe üdte iyren Rückschlag auf bundes, der seit sei ein festes Bollwerk wiesen hat, indem di Gegner Deutschlanes Mackt, welche sich in drückt, im letzten M machten. Selbst ei Deutschland grimmig rischen Adsichten das schloß, scheute sich do kommen zu lessn haben sich die Dirg Zweibund hat seinen Charakter verloren Friedensliebe auch eine Aor äherur land zu Wege.## timität zwischen nicht so nach dem welches aus seiner schon seit langem Man ist ersichtlich eine Annäherung an ob aber dieses Liebe Erfolge begleitet seit