Amtliches Kreisblatt für den kreis börde Die Schmrten Zeiugt gichectaht dtald außer Feiertags. Bezugspreis M. 2. 40 vierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pfg. mehr. Wöchentl. Gratisbeilage:„Illustrietter Famtlienfreund" u. tägl. Unterhaltungsbatt. Anzeigenpreis: Die siebengespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg., Reklamezeile 50 Pfg. Jeder Rabatt gilt als Kessenradatt und erlischt bei Konkursen, Avangsvergleichen, gerichtlichen Klagen und Nichtbeachtung der gemachten Jahlungsbedingungen. Welthofenes Zeitung Langscheder Zeitung Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Holssz##nne Verbunden mit: Schwerker Tageblatt d Schwerter Anzeiger Erlles uns Alfelles Cagesorgan des Krelles o General-Hnzeiger für den Kreis Görde## Nr. 106. Samstag, den 6. Mai 1916. Alle kreis= und lokalpoltzeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Behanntmachung der Königlichen Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverdindliche Kraft.— „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Abonnenten für jeden mit Tod endenden Unfall geBeöingungen 300 Mk. Unfall. Druck u. Verlag v. Carl Braus. Schwerte=Ruhr Feinsp.62. Telegr.=Adr. BrausSchwerte=Ruhr sssssssssss 48 Jahrgang. TU. Berlin, 5. Mai. Die der amerikanischen Botschaft überreichte Note ist heute mittag amtlich bekannt gegeben. Zunächst auf den „Sussex"=Fall eingehend, wird die Möglichkeit zugegeben, daß das von dem deutschen Unterseeboot torpedierte Schiff in der Tat mit der „Sussex“ identisch sei. Sobald die Untersuchung gänzlich abgeschlossen und ein Irttum des Kommandanten sich herausgestellt, werde die deutsche R gierung die sich daraus ergebenden Frlgerungen ziehen. Dann geht die Note auf die allgemeinen Punkte der letzten amerikanischen Note ein und erklärt, daß es nicht die deutsche, sondern die britische Regierung gewesen sei, die den furchtbaren Krieg unter Nichtachlung aller Völkerrechtsbegrisse auf Leben und Eigentum der Nichtkämpfer ausgedehnt habe, ohne Rücksicht auf die hierdurch sehr geschädigten Interessen und Rechte der Neutralen und Nichtkämpfenden. Das deutsche Volk stehe unter dem Eindrucke, daß die Regierung der Vereinigten Staaten von Deutschland die Beschränkung im Gebrauch einer wirksamen Waffe verlange, während sie sich gegenüber den völkerrechtswidrigen Methoden der Feinde mit Protesten begnüge und unsere Feinde mit Kriegsmitteln aller Art versehe. Wenn trotzd#m die deutsche Regierung zu einem äußersten Zugeständnis sich entschließe, so sei hierfür entscheidend die mehr als hundertjährige Freundschaft, sowie der Gedanke an das schwere Verhängnis, mit dem eine Ausdehnung und Verlängerung des großen Krieges die gesamte Menschheit bedrohe. Von diesem Gedanken geleitet, sei an die deutschen Streitkräfte die Weisung ergangen, auch innerhalb des Seekriegsgebietes Kauffahrteischiffe nicht ohne Warnung und Rettung von Menschenleben zu versenken, es sei denn, daß sie fliehen oder Widerstand leisten. Dabei gehe die deutsche Regierung aber von der Erwartung aus, daß die Unions=Regierung nunmehr bei der großbritannischen Regierung die alsbaldize Beachtung der völkerrechtlichen Formen mit allem Nachdruck verlang;, die vor dem Kriege allgemein anerkannt waren. Sollten die Schritte der Unions=Regierung nicht zu dem gewollten Erfolge führen, so würde die deutsche Regierung einer neuen Sachlage gegenüberstehen, für die sie sich die volle Freiheit ihrer Entschließungen vorbehalten müsse. Die Beurteilung der Antwortnote in Berlin. TU Berlin, 6. Mai. Das„Berliner Tageblatt“ schreibt: Die gestern veröffentlichte Antwortnote der deutschen Rezierung wird in den amerikanischen Kreisen Berlins rorwiegend in optimistischem Sinne beurteilt. Es wird trotz gewissee Einwendungen die Erwartung geäußert, daß ein Bruch zwischen Deutschland und den Ver. Staaten vermieden werden wird. Dieser Auffassung neigen auch vorwiegend die Berliner Vertreter der bedeutendsten amerikanischen Zeitungen zu. —0 Die zweite Mauer. Wir sind nicht mehr auf der stolzen Höhe der Augusttalge von 1914. Wir wollen dies nicht leugnen. Damals war überall freudige Begeisterung, allseitige Einmütigkeit, Opferfreude und Selbstlosigleit vorhanden, Inzwischen haben sich jedoch Deutscher Tagesbericht. Ein deutsches Geschwader warf über den wtb. Großes Haup'quartier, 5. Mai 1916. estlicher Kriegsschauplatz. Auch gestern war die Gefechtstätigkeit an der englischen Front zwischen Armentieres und Arras lebhaft. Bei Givenchy en Gohelle entwickelten sich Handgranaten=Kämpfe um den Sprengtrichter, in den der Feind vorübergehend hatte eindringen können. Südlich der Somme sind nachts deutsche Erkundungsabteilungen in die feindliche Stellung eingedrungen, haben einen Gegenstoß abgewiesen und 1 Offizier und 45 Mann gefangen genommen. Links der Maas drangen unsere Truppen in die vorspringenden französischen Verteidigungsanlagen westlich von Avoucurth ein. Der Feind hatte sie unter dem Druck unseres Feuers aufgegeben. Sie wurden zerstört und planmäßig wieder geräumt. Südwestlich von Haucurth wurden mehrere französische Gräben genommen und Gefangene eingebracht. Ein gegen den Westausläufer der Höhe „Toker Mann“ wiederholter feindlicher Angriff brach völlig zusammen Rechts-von der Maas kam es besonders nachts zu stärkerer Artillerietätigkeit. Ein englischer Deppeldecker mit französischen Abzeichen fiel an der Küste nahe der holländischen Grenze unversehrt in unsere Hand. Die Bahnanlagen im Noblette=und Auve=Tal sowie auf den Flugzeughafen Swift ausgiebig und erfolgreich Bomben ab. Die Luftkämpfe haben im Monat April, besonders in der 2. Hälfte des Monats, auf der westlichen Front einen großen Umfang und wachsende Erbitterung angenommen. An Stelle des Einzelgefechtes trilt mehr und mehr der Kampf in Gruppen und Geschwadern, der zum größten Teil jenseits unserer Linien ausgefochten wird. Im Verlauf der Kämpfe sind im Monat April auf der westlichen Front 26 feindliche Flugzeuge durch unsere Kampfflieger abgeschossen, davon sind 9 diesseits der Froutlinie in unsern Besitz gefallen. Außerdem erlagen 10 Flugzeuge dem Feuer unserer Abwehrkanonen. Unsere eigenen Verluste belaufen sich demgegenüber auf zusammen 22 Flugzeuge, von denen gingen 14 im Luftkampf, 4 durch Nichtrückkehr und 4 durch Abschuß von der Erde aus verloren. Oestlicher Kriegsschauplatz und Balkan=Kriegsschauplatz. Es hat sich nichts von besonderer Bedeutung ereignet. Oberste Heeresleitung. Insassen retteten sich auf neutrales Gebiet. Oesterreichischer Tagesbericht. WTB Wien, 6. Mai. Amtlich wird verlautbart vom 5. Mai: Russischer Kriegsschauplatz Unsere Flieger belegten vorgestern den Bahnknotenpunkt Zdolbunowo, südlich von Nowno, mit Bomben. Im Bahnhofsgebände, in den Werkstätten, im rollenden Material auf den Schienenanlagen wurden Treffer beobachtet. Mehrere Gebäude gerieten in Brand. Gestern wieder überall erhöhte Geschütztätigkeit, vielfach mit Vorfeldgeplänkel. Italienischer Kriegsschauplatz. Am Nombon vertrieben unsere Truppen nach kräftiger Artillerievorbereitung den Feind aus mehreren Stellungen, nahmen über 100 Alpini, darunter 3 Offiziere, gefangen und erbeuteten 2 Maschinengewehre. Im Marmolata=Gebiet wurde nachts eine schwächere seindliche Abteilung am Ostabhang des Sasso Undici versprengt. Sonsi nur mäßige Artillerietätigkeit. Mächte der Finsternis gezeigt, die in Selbstsucht, in Aengstlichkeit, in Zwietracht uns entgegentreten. Wenn es anders geworden ist, so liegt das auf der einen Seite in der menschlichen Natur begründet. Begeisterung ist eine Seelenstimmung, die nur kurze Zeit anhält, aber dann verfliegt. Es muß dann an die Stelle der Begeisterung das ruhige und starke Pflichtbewußtsein treten. Die menschliche Natur an und für sich droht auch immer wieder in Selbstsucht und Streitlust hinabzusinken. Außerdem sind auch noch größere Schwierigkeiten hinzuSüdöstlicher Kriegsschauplatz Nichts Neues. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschall=Leutnant. * Ereignisse zur See. Am 4. Mai vormittags haben unsere Seeflugzeuge Valona, am Nachmittag Brindisi bombardiert. In Valona wurden Batterien, Hafenanlagen und Flugzeugstationen mehrfach wirkungsvoll getroffen, in Brindisi mehrere Volltresser auf Eisenbahnzüge, Bahnhofsgebäude und Magazine, ferner im Arsenal inmitten einer dicht zusammenliegenden Gruppe von Zerstörern beobachtet. Mehrere Bomben sind in der Stadt explodiert. Ein zur Abwehr aufsteigendes feindliches Flugzeug wurde sofort vertrieben. Auf dem Rückfluge wurde weit in Sec der Kreuzer„Marco Polo“ angetroffen und die dicht zusammenstehende Bemannung mit Maschinengewehren wirkungsvoll beschossen. Trotz des heftigen Abwehrfeuers sind sowohl von Valona, als auch von Brindisi alle unsere Flugzeuge wohlbehalten zurückgekehrt. Flotten=Kommando. gekommen. Vor allen Dingen müssen wir hierbei an die Ernährungsfrage denken. Allein die Entbehrungen, die ertragen werden müssen, haben nicht so sehr Verbitterung hervorgerusen als die Einzelbeispiele von Kriegswucher und selbstischer Bereicherung, die gerade die gegenwärtige Not zu diesem Zwecke ausgenutzt hat. Als der Kaiser am 16. August 1914 von Berlin ins Hauptquartier abreiste, um sich an die Spitze seiner Soldaten zu stellen, da teilte er dem Oberbünzermeister von Berlin mit, daß er diesen Wen getrost gehe im Vertrauen auf Gottes Hülfe, im Vertrauen auf Heer und Marine und im Vertrauen auf die starke Einmütigkeit des deutschen Volkes. Gottes Hilfe ist heute mit uns gewesen, und wennn wir das starke Gottvertrauen behalten, so wird uns Eott auch nimmermehr verlassen. Auch unser Heer und unsere Marine haben das kaiserliche Vertrauen in jeder Weise gerechtfertigt. Die Erfolge, die wir auf allen Schlachtfeldern davongetragen haben, sind ein deutlicher Beweis dafür. Daß das kaiserliche Vertrauen auf die starke Einmütigleit des deutschen Volkes gerechtfertigt wird, liegt an uns, die wir hinter der Front sind. Wir müssen alles aufbieten, daß auch diese starke Mauer hinter der Front in keiner Weise wankt und weicht, ebenso wie die Mauer an der Front fest und unerschütterlich dasteht. Die finsteren Mächte, die wirklich hiee und da hervorgetreten sind, müssen zurückgeschlagen werden, und die Vaterlandsliebe und die Selbstlosigkeit und die Einmütigkeit müssen dazu beitragen, daß der starke Siegeswille vorhanden bleibt und nach dem schweren Kampfe der endgültige Sieg davongetragen wird. Wenn jeder an seiner Stelle und in seinem kleinen Kreise mit dazu beiträgt, dann müssen wir siegen, dann werden wir siegen, dann wird die zweite Mauer hinter der Front fest und unerschütterlich bleiben. — Der Krieg gegen Frankreich. Das Ringen um Verdun. Der Berner„Bund“ über die Lage vor Verdun. Der„Frankf. Ztg.“ zufolge weist der militärische Mitarbeiter des Berner„Bund“ darauf hin, daß vor Verdun gegenwärtig an Stelle eines weiteren großen faßbaren Ergebnisses mehr und mehr das Zerreiben der lebenden Kräfte in den Vordergrund tritt. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, bleibt die Operation für die französische Armee, welche sich konzentrischer Artilleriewirkung und doppelseitiger Pressung augzesetzt sieht, bedenklicher, als für die außenstehenden Angreiser, besonders da der Verbrauch an Kräften bei den Franzosen schon vom Beginn der deutschen Offensive an sehr groß war. Die relativ gebesserte strategische Lage des französischen Heeres täuscht dahe: nicht über die Zerreibung seiner vitalen Kräfte. Darüber wird erst die weitere Entwickelung Aufschluß geben, und vielleicht, so urteilt der„Bund“, liegt der Schlüssel dazu an ganz anderem Orte als zwischen Mosel und Maas. Nur eine Demonstration. TU Haag, 5. Mai. Ueber die in Marseille gelandeten etwa 15000 russischen Soldaten wird g:meldet, daß es sich hier um Leute handele, die auf der Grundlage des russischen Heeresgesetzes eingezozen wurden und alle im fernen Osten, insbesondere in den britischen Kolonien lebten. Sie sind nur halb oder gar nicht ausgebildet und nur zu Demonstrationszwecken durch den Suez=Kanal nach Marseille gebracht worden. Die Gruppe russischer Munitionsarbeiter, über die das Londoner Telegramm berichtete, bestehe aus ähnlichem Material; sie umfasse gelernte, ausgebildete Arbeiter, von denen man sich für industrielle Zwecke größeren Nutzen verspricht, als im Falle, daß man sie alo bloßes Rekrutierungsmaterial nach Nußland gebracht hätte. Was die französische Zensur unterdrüft. Die französische Zensur hat den Zeitungen erst jetzt gestattet, die Tagesordnung wiederzugeben, die der am 1. Mai in Paris tagende Gewerkschaftskongreß angenommen hat. Aber auch diee Veröffentlichung durfte nur nach Ausmerzung des solgenden Satzes erfolgen: Die organisierten Arbeiter von Paris und Umgebung beanspruchen für 2 das Recht, mit lauter Stimme ihren Willen zu bebunden, daß sie sich jedem Gedanken einer Zerstückelung der deutschen Nation widersetzen, ebenso wie gegen jeden Plan einer gewaltsamen Erohee rung, die unvermeidlich zur Vorbereitung einer neuen Abschlachtung unter den Völkern führen würde. Das Blatt„L'Oeuvre“, das diesen Satz trotz des Verbots der Zensur bringt, scheint keine besondere Furcht vor der Beschlagnahme oder vor der Zensur zu haben. Französisch=russische Sonderberatungen. bb Amsterdam. 6. Moi. Der Sonderberichterstatter der„Vossischen Zeitung“ drahtet von hier: Wie ich aus London erfahre, finden in Petersburg in der nächsten Woche vertrauliche Beratun(zen zwischen französischen und russischen Ministern statt. Die Verhandlungen sind streng geheim und behandeln außer finanziellen Fragen zwischen Frankreich und Rußland auch die Frage, wie das Kriegsende zu beschleunigen sei. Nach Aeußerungen der französischen Teilnehmer sei es nicht unmöglich, daß, wie die Dinge liegen, der Krieg noch ein weiteres Jahr dauern könne, was nicht erwünscht sei. An den Beratungen nehmen drei französische und drei russische Minister teil. Der Krieg mit Italien. Oesterreichischer Erfolg an der Isonzofront. TU Berlin, 6. Mai. Dem„Berliner Tageblatt“ wird aus dem k. k. Kriegspressequartier gemeldet: Seit die Italiener sich des Gipfels des Col di Lana bemächtigt haben, erneuern ihre Gebirgspatrouillen auf der Südseite des Cordevole wieder ihre Streifen in das vergletscherte und touristisch äußerst schwierige Hochmassiv der Marmolata. Eine dieser Abteilungen wurde von k. und k. Gebirgstruppen am Sasso Undici überrascht und versprengt. Am Nord' flügel der Isonzofront fahren die Oesterreicher und Ungarn mit dem systematischen Ausbau ihrer Nomhon=Stellung fort. Nachdem sie bereits die italienischen Schanzen am West= und Südhang erobert hatten, deckten sie weitere feindliche Verteidigungsanlagen am Südteile mit starkem Geschützfeuer auf und erstürmten sie, wobei sie etwa 100 Alpini und zwei Maschinengewehre als Beute in ihren Händen hielten. Kämpfe an der Tiroler Front. bb Aus dem österreichischen Kriegspressequartiet wird gemeldet: Im Adamellegebiet dauern die Kämpfe mit Alpiniabteilungen an. In der Hauptsache handelt es sich hier um Parforce-Unternehmungen italienischer Alpenmannschaften. Denn gerade jenes Gebiet, in dem diese Abteilungen operieren, ist außerordentlich schwierig; sowohl im Pal de Genova als auch im Pal de Vumo führen ausschließlich sehr beschwerliche und in dieser Zeit außerdem sehr gefährliche Uebergänge über Felswände und Gletscher. Dieses Gebiet ist außerdem noch vereist und verschneit. Die Kämme, die für Übergänge im Pal de Vumo in Frage kommen, sind dolomitenartig gezackt und schwierig, sodaß es für große Truppenkörper ausgeschlossen ist, sich hier festzusetzen. Außerdem wird ein Vorgehen auch noch durch den Umstand erschwert, daß der Gletscher Crozzon di Laris, der zu passieren wäre, von tiefen Schründen und Spalten durchzogen ist. Das Vorgehen der hier angesetzten Alpinimannschaften muß daher als durchaus aussichtlos bezeichnet werden. Haben sie schon an der Tonalestraße keine Erfolge gehabt, so werden sie sie noch viel weniger an dieser Stelle haben. Die vorjährigen Kämpfe auf dem Cresanellagletscher müßten die Italiener bereits dahin belehrt haben. Ein Protest des Papstes. Abermals hat der Papst gegen Verletzung seiner Souveränitätsrechte durch die italienische Regierung protestiert. Es sind nämlich kürzlich mehrere Fälle vorgekommen, daß die Zensur Salandras Schriftstücke der„Acta Apostolicae Sedis", d. h. amtliche Dokumente des päpstlichen Stuhles, die an die Runtiaturen versandt werden, behuss Uebecprüfung zurückhielt. Das gleiche Schicksal erfuhren mehrere Nummern des amtlichen Organs des Vatikans,„L'Osservatore Nomano“, weil sie einige bittere Betrachtungen über die Verschleppung der römisch=katholischen und griechisch=katholischen Bischöfe Galiziens durch die Verbündeten Italiens, die Russen, enthielten. Der Papst betrachtet dieses Vorgehen der italienischen Zensur als einen weiteren Beweis für die Beeinträchtigung der Freiheit des päpstlichen Stuhles. 0 Der Krieg gegen England Die jüngsten Zeppelinangriffe auf England. Der Angriff auf York. Berlin, 6. Mai.„Petit Parisien“ berichtet laut„Deutscher Tageszeitung“ aus London: Die Schäden, welche die letzten Zeppelinangriffe auf die englische Ostküste verursachten, sind in Vorkshire sehr groß. Besonders ist die Stadt York schwer betroffen worden. Unter der Bevölkerung entstand eine Panik, weil zwei Zeppeline beinahe Fünfviertelstunden unaufhörlich die Stadt umkreisten. Das Bombenziel war sehr genau, die Abwehr leider ungenügend, weil infolge des sehr schlechten Wetters der Zeppelinbesuch unerwartet kam. Nur der Regen verhinderte eine allzu große Ausbreitung der Brände. Auch die Umgebung Yorks, wo sich große industrielle Anlagen befinden, litt ebenfalls empfindlich. Die Zensur verhindert die Angaben über die Zahl der Toten und Verwundeten. Norwegen und die englische Blockadepolitik. bb Christiania, 6. Mai. In der Chikagoer „Daily News“ veröffentlicht der Chefredakteur des hiesigen„Morgenbladet“ einen längeren Artikel, in dem er sagt: Früher seien die Sympathien Norwegens auf Seiten Frankreichs und Englands gewesen; die englische Blockadepolitik habe aber in dieser Beziehung einen vollen Umschwung hervorgerufen. Es herrsche heute in Norwegen eine immer noch steigende Bitterkeit gegen England. Es heißt dann weiter: Im Hinblick auf England wünschen wir nicht länger einen Sieg der Alliierten. Der Aufstand in Irland. Das Nacheschwert über Dublin. Das Nacheschwert für den Aufstand in Dublin ist in voller Tätigkeit. Als erstes politisches Opfer ist der Chefsekretär(Minister) für Irland gefallen: Mr. Birrell hat seine Entlassung eingereicht— erhalten. Sodann sind drei Führer des Aufstandes, die die republikanische Proklamation unterzeichnet hatten, nach kurzem Prozeß erschossen, drei andere auf drei Jahre ins Gefängnis geschickt worden. Da nun die Zahl der Rebellen mehr als 5000, die Zahl der Toten in den Spitälern allein 188 beträgt und der angerichtete Sachschaden sich auf mindestens 6 Millionen Mark beläuft, wird die rächende Themis das Schwert noch lange nicht in die Scheide stecken dürfen. Ihr wird Hilfe von einer Seite, an die man kaum gedacht hat: Von einzelnen Nebellen, die sich ergeben haben und jetzt als Angeber aufzutreten bereit sind. Man erwartet aufsehenerregende Enthüllungen. Die Proklamation der„provisorischen Regierung der irischen Republik“ hatte nun folgenden Wortlaut:„Die irische republikanische Brüderschaft erklärt, daß sie ihre Kinder unter die Flagge ruft, um den Kampf für die Freiheit mit Unterstützung ihrer verbannten Kinder in Amerika und trefflicher Bundesgenossen in Europa zu beginnen. Die Republik garantiert eine religiöse und bürgerliche Freiheit und gleiche Rechte für alle Bürger. Wir stellen die irische Republik unter den Schutz des allmächtigen Gottes, wir erflehen seinen Segen auf unsere Waffen und wir bitten, daß niemand, der dieser Sache dient, sie entehren wird". In mehreren Städten der Vereinigten Staaten sind Massenversammlungen von Irisch=Amerikanern abgehalten worden, um den Sympathien für Irland Ausdruck zu geben und für eine Unterstützung Irlands einzutreten. Fortdauer des Kleinkrieges in Irland. TU Notterdam, 5. Mai. Aus London hier eigetroffene Reisende erzählen, daß von einer wirklichen Beendigung des Aufstandes in Irland noch nicht gesprochen werden könne. Der Rest der in Dublin geschlagenen Revolutionäre habe sich auf das flache Land zurückgezogen und setze den mit der Revolution in Dublin gleichzeitig ausgebrochenen Kleinkrieg fort. In den südlichen Grafschaften wird noch heftig gekämpft. Aus Dublin sind Truppenverstärkungen dorthin abgegangen. Nachklänge zu den irischen Unruhen. Der Schaden in Dublin. TU Rotterdam, 6. Mai. Englische Blätter schätzen den in Dublin angerichteten Schaden auf 3 Millionen Pfund Sterling, wovon 30000 Pfund auf Gelder und Gefälle im Postamt entfallen. 149. Gebäude im Werte von 1 100000 Pfund Sterling sind zerstört worden. Die Zahl der Aufständischen. TU Haag, 6. Mai.„Daily Expreß“ schätzt die Anzahl der irischen Aufrührer, die gefallen sind, auf 3000. Am ersten Tage des Aufruhrs hätten 15000 Mann die Waffen ergriffen, am Mittwoch nahm aber nur noch ein Drittel von ihnen am Kampfe teil. Die Verurteilten. WTB London, 6. Mai. Ein Bericht aus Dublin meldet, daß folgende„Sinn=Feiner“ zum Tode verurteilt und erschossen worden sind: Josef Plunkett, Edward Daily, Michael Ohanlon, William Pearse; bei 15 anderen Aufständischen wurde die Todesstrafe in 10 Jahre Zuchthaus umzewandelt. Zwei erhielten 10 Jahre Zuchthaus. In einem Falle wurde die Todesstrafe in 8 Jahre Zuchthaus umgewandelt. Weitere Prozesse sind im Gange. Casement. Köln, 6. Mai. Laut„Kölnischer Zeitung“ hat sich, wie die„Baseler Nachrichten“ aus London erfahren, die Schwester Sir Roger Casements an den Staatssekretär der Vereinigten Staaten Lansing gewandt mit der Bitte, er möge bei der britischen Regierung zugunsten ihres Bruders intervenieren, damit dieser nicht zum Tode verurteilt werde. Lansing habe es abgelehnt, sich mit diesem Ersuchen zu befassen. Mehrheit mit großer Genugluung die Tatsache einer russisch=japanischen Verständigung über verschiedene wichtige Fragen des fernen Ostens. Die wichtigste dieser Fragen ist die Abgrenzung einer russischen und einer japanischen Interessensphäre in der Mongolei und in China. Die japanische Presse ist der Ansicht, daß mit der Abgrenzung dieser Interessensphären der erste und wichtigste Schritt zur japanischen Invasion auf dem Festlande, vornehmlich in der Mongolei und in China, getan worden ist. Sie erklärt nunmehr mit aller Offenherzigkeit, daß die Aufteilung der Monzolei und Chinas in sichtbare Nähe gerückt worden ist. Aus begreiflichen Gründen aber verschweigt die Presse die Art der Abgrenzung der Interessensphären. In Peter burg verzeichnen die politischen Kreise die Verständigung mit Japan über die Einflußgebiete in Ostasien als einen politischen Sieg Rußlands, der allerdings den enzlischen Diplomaten ein füßsaures Lächeln entlocke und keineswegs ihr Wohlgefallen errege. Schweden vor der Entscheidung. Heparanda Vlesberg Seertate Shachoatene Hores Söder Gefle Vorrlang Upsela Harlstad Rag eue Pecce llerne 42 —00— Der Krieg gegen Rußland. Grausamkeiten gegen türkische Gefangene in Rußland. Das Konstantinopeler Blatt„Tanin“ veröffentlicht Briefe türkischer Gefangener, in denen unter Anführung ergreifender Einzelheiten die schlechte Behandlung der türkischen Gefanzenen in Rußland, insbesondere der Verwundeten im Spital von Kars, geschildert wird, das ein wahres Schlachthaus sei. Den Verwundeten werde keine Pflege=uteil; die Verbände würden nur zwei= bis dreimal im Monat gewechselt, schmerzhafte Operationen würden ohne Anwendung der Betäubung durchaeführt, und die Verwundeten stürben dahin. Die Bevölkerung, selbst die Vertreter der gebildeten Klassen, beschimpften die Gefangenen während des Transportes. Russisch=japanische Vetständigung. bb Berlin, 5. Mai. Der„Nationalztg.“ wird von der russischen Grenze gemeldet: Die japanische Presse verzeichnet in ihrer überwiegenden Hllomeser Befestigung der russischen Aalands=Inseln. Stockholm, 6. Mai. Soeben erscheint unter dem Titel„Schweden vor der Entscheidung“ eine Broschüre des Generals Rappe, früheren schwedischen Kriegsministers und Generalstabschefs, der im Kriege 1870/71 auf französischer Seite mitgekämpft hat. Die Broschüre geht von der Absicht Englands aus, Deutschland zu vernichten und zeigt, daß der Einkreisungsring im Norden, also über Schweden, geschlossen werden müsse. Die Befestigung der Alandsinseln sei das Hauptmittel, Schweden unter den Willen der Entente zu bringen. General Rappe fordert daher die unmittelbare Neutralisierung der Inseln. Jetzt sei der Augenblick gekommen, das Recht des Landes zu behaupten, das vor einer Entscheidung für alle Zukunft stehe. —0— Die Lage auf dem Balkan. Neue grobe Verletzung der griechischen Neutralität. TU Athen, 2. Mai.(Verspätet eingetroffen.) Drei französische Kompagnien sind heute mittag in Florina, wie kurz gemeldet, eingedrungen, nachdem sie vorher die Telegraphen= und Telephonlinien abgeschnitten hatten. Von. ihren Spionen geleitet, drangen sie in verschiedene Häuser ein, und nahmen etwa 12 griechische Untertanen fest, von denen sie behaupteten, daß sie Spione seien oder die bulgarische und deutsche Armee mit Lebensmitteln versähen. Gleichzeitig nahmen sie den Sekretär des österreichisch=ungarischen Konsulats in Monastir fest, der auf der Rückreise von Athen war. Die griechischen Lokalbehörden protestierten und verlangten die Auslieferung der Gefangenen, wobei die französischen Offiziere erklärten, sie handelten nach bestimmten Weisungen, und mit den Gesangenen abzogen. Auch die griechische Regierung wird Einspruch erheben. Gewalt gegen Griechenland? TU Sofia, 6. Mai. Eine leitende bulgarische Persönlichkeit teilte mit, daß der Vierverband im Begriff stehe, durch weiteren Druck in der Frage des Landtransportes der serbischen Truppen über griechisches Gebiet Griechenland zum Aeußersten zu treiben und das schon für die nächsten Tage mit einem Bruch zwischen Griechenland und dem Vierverband(gerechnet werden könne. TU Amsterdam, 6. April. In Londoner militärischen Kreisen verlautet, daß ernste Maßnahmen gegen Griechenland erwartet werden. Man nimmt jetzt als bestimmt an, daß der englische Befehlshaber des Mittelmeergeschwaders gemeinsam mit General Sarrail zum Zwang übergehen werde, der vorerst in der Besetzung griechischer Häfen bestehen dürfte. Die Erpresserpolitik der Entente. WTB Bern, 5. Mai. Die„Tribuna“ berichtet zu der Weigerung Gricchenlands, die Serben durch griechisches Gebiet ziehen zu lassen, die Angelegenheit sei damit nicht erledigt, sondern die Entente werde genötigt sein, bei aller Achtung(!) für di: griechische Souveränität das zu tun, was die Vernunft des Krieges verlange; Griechenland werde gezwungen werden, den bitteren Kelch seiner Passtvität bis zur Neige zu leeren. Der standhafte König Konstantin. bb Budapest, 5. Mai.„Est Aiszay“ meldet, daß König Georg von England an König Konstantin ein Telegramm gerichtet hat, in dem der König nachdrücklich darauf aufmerksam macht, daß der letzte Moment gekommen sei, wo der griechische König das Land und die Interessen des gesamten Hellenentums durch die entschlossene und offene Stellungnahme an der Seite der Verbündeten schützen könne. König Konstantin antwortete, gerade die von ihm und seiner Regierung betriebene Politik werde durch die vitalsten Interessen Griechenlands vorgeschrieben und an diesem Standpunkt könne er keinerlei Aenderung vornehmen. Unterzeichnung des rumänisch=bulgarischen Handelsabkommens. TU Wien, 5. Mai. Aus Sofia wird gemeldet: Die halbamtliche„Kambana“ teilt mit, daß der rumänisch=bulgarische Handelsvertrag durch den bulgarischen Gesandten in Bukarest und den rumänischen Finanzminister Costinescu vorgestern unterzeichnet wurde. Amerika und der Weltkrieg. Amerikanische Kriegslieferungen. bb Berlin, 5. Mai. Wir lesen im„Neuyork American“ vom 8. März folgende bezeichnende Notiz: Acht Dampfer fuhren am Samstag(4. März) von hier nach Häfen der Kriegführenden, mit über 100 000 Tonnen Munition und Waffen an Bord, der größten Verschiffung, die seit Kriegsbeginn an einem Tage und in einem Hafen begonnen hat. Der Dampfer„California“ der Anchor=Linie, der französische Dampfer„Rochambeau", der White Star=Dampfer„Cedric“, der italienische Dampser „Napoli“, der White Star=Dampfer„Canopic“ und die englischen Frachtschiffe„Ardcorm“,„Southern= down“ und„Appenine“ bildeten diese Flotte. Die Ladungen enthielten 38 725 Kisten leere Geschosse, 10 224 Kisten Patronen, 1200 Kisten Zündec, 150 Kisten Geschosse, 105 Kisten Bajonette, Gewehre und Nevolver. Den Rest bildeten Gewehrpatronen, Flugzeuge, Gummi, Leder, Maschinen und Automobile. Die„Napoli“ fuhr, nachdem sie 850 Pferde usw. an Bord genommen hatte, nach Gravcsend, um die hochexplosive Ladung von 40 Tonnen Trinitrotuluol an Bord zu nehmen. Der Reichskanzler im Reichshausbalts=Ausschuß. Im Reichstag herrschte gestern schon frühzeitig reges Leben. Auf 10 Uhr war die Sitzung des Reichshaushalts=Ausschusses einberufen, in der der Reichskanzler über die äußere Lage, insbesondere über die deutsche Antwortnote an die Ver. Staaten von Nordamerika Auskunft geben wollte. Die Note selbst war den Mitgliedern des Ausschusses schon um 9½ Uhr übergeben worden, aber nur gegen die unterschriftliche Verpflichtung, den Inhalt streng vertraulich zu behandeln. Die Verhandlungen des Ausschusses fanden in seinem gewöhnlichen Sitzungssaale statt, der sich schon lange vor Beginn der Sitzung füllte. Auch der Präsident des Reichstages, Exzellenz Dr. Kaempf, war anwesend. Kurz nach 10 Uhr erschien der Reichskanzler, mit ihm die Staatssekretäre Dr. Delbrück, von Jagow, Dr. Helfferich, Dr. Kraetke, Dr. Lisco, von Capelle, stellvertretender Kriegsminister von Wandel, Unterstaatssekretär Wahnschaffe und Vertreter der Bundesstaaten. Sofort nach Beginn der Sitzung nahm der Reichskanzler das Wort, um unser Verhältnis zu Amerika darzulegen. Hieran schloß sich eine Besprechung, an der sich Vertreter aller Parteien beteiligten. Die Ausführungen des Reichskanzlers wie die Besprechungen waren im ganzen Umfang streng vertraulich. Vor dem Sitzungszimmer waren strerge Absperrmaßnahmen getroffen. TU Berlin, 6. Mai. Wie der„Frankf. Ztg.“ von hier gemeldet wird, haben sich die Besprechungen im Hauptausschuß über unser Verhältnis zu Amerika in durchaus ruhigen und sachlichen Formen abgespielt; auch die unbedingten Anhänger des verschärften U=Boot=Krieges äußerten sich durchaus ruhig. Aus Stadt und Umgebung. Rückblicke aus den Weltkrieg. 6. Mai 1915. Gegen Libau.—Uebergang über die Wisloka. Bei Ypern machten die deutschen Truppen weitere Fortschritte; die Engländer versuchten, die Höhe 60 bei Zillebeke, einen Brennpunkt der Kämpfe seit Wochen, den Deutschen zu entreißen, wurden jedoch unter. großen Verlusten zurückgeschlagen.— Im Oslen endeten die Kämpfe bei Szadow und Nossinie mit dem Rückzug der Russen, ebenso wurden russische Teilangriffe bei Kalvarja, Augustow und Prasznysz blutig abgeschlagen.— Mit frischem Wagemute gingen die Deutschen auf, Libau los, wo die Pussen zwar Widerstand leisteten, aber auf den Schlag von dieser Seite nicht vorbereitet waren. In weiterer Folge der großen Durchbruchsschlacht in den Karpathen konnte die Armee Mackensen gemeinsam mit der des Erzherzogs Josef Ferdinand die Wisloka überschreiten. Auch im östlichen Karpathenabschnitt wurden verzweifelte Vorstöße der Russen, so bei Ostry zurückgeschlagen. Und zur selben Zeit, da das österreichische Oberkommando dem Heere und deutschen Nr. 106. T. Blall Samstag, 6. Mai 1916. Schwerter Zeitung. Amtliches Kreisblatt. Die Novelle zum Reichsvereinsgesetz. Die vom Reichstag wiederholt gewünschte und von der Regierung zugesagte Novelle zum Reichsvereinsgesetz ist dem Reichstag nunmehr zugegangen. Der Gesetzentwurf schlägt vor, daß dem§ 17 des Vereinsgesetzes ein Auslegungsparagraph 17a folgenden Wortlautes angefügt wird: Die Vorschriften der§§ 3, 17 über politische Vereine und deren Versammlungen sind auf Vereine von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zum Behufe der Erlangung günstiger Lohn= und Arbeitsbedingungen nicht aus dem Grunde anzuwenden, weil diese Vereine auf solche Angelegenheiten der Sozialpolitik oder der Wirtschaftspolitik einzuwirken bezwecken, die mit der Erlangung oder Erhaltung günstiger Lohn= oder Arbeitsbedingungen oder mit der Wahrung oder Förderung wirtschaftlicher oder gewerblicher Zwecke zugunsten ihrer Mitglieder oder mit allgemeinen beruflichen Fragen im Zusammenhange stehen. Hierzu wird halbamtlich folgendes geschrieben: „Der Gedanke, die dem Wesen und den Zwecken der Gewerkschaften und ähnlicher Organisationen entsprechende Betätigung solcher Vereine von den Beschränkungen politischer Vereinsbetätigung frei zu lassen, ist bereits bei den Beratungen über das Reichsvereinsgesetz nicht nur vom Reichstage vertreten, sondern auch von der Regierung in gewissen rGenzen als berechtigt anerkannt worden. Es wurde, wie man dem Berichte über die damalicen Verhandlungen der Reichstagskommission entnehmen kann, ausdrücklich betont, daß„die im § 152 der Gewerbeordnung bezeichneten Angelegenheiten bei richtiger Auslegung des Gesetzes als solche überhaupt nicht politischer Natur seien.“ Zu einer ausdrücklichen Festlegung dieses Gedankens im Gesetz ist es freilich damals nicht gekommen, weil man sich nicht über eine geeignete Formulierung einigen konnte, auch eine besondere Bestimmung nicht für nötig hielt. Die Rechtsprechung und bis zum Kriegsausbruch auch die Verwaltungspraxis hat nun namentlich Gewerkschaften der Arbeitnehmer mehrsach den politischen Vereinen zugezählt und den für diese geltenden Einschränkungen unterworfen. Veranlassung dazu bot die Tatsache, daß die Gewerkschaften sich bei der Förderung der Interessen ihrer Mitglieder mehr und mehr genötigt sehen, sozial= und wirtschaftspolitische Fragen zu behandeln und in der Oeffentlichkeit, in der Presse, bei politischen Parteien, bei der Regierung und bei gesetzgebenden Körperschaften für bestimmte Wege, Formen und Ziele ihrer Lösung einzutreten. Diese Einwirkung auf politische Organe und Körperschaften in Angelegenheiten, die die Gesetzgebung und Verwaltung berühren, ist von den. Gerichten in weitgehendem Umsang als politische Tätigkeit gedeutet worden. Der seit lungem bei den Gewerkschaften aller Richtungen bestehende Wunsch. die genannten Vereine von den Fesseln dieser Auslegung zu befreien, ist während des Krieges besonders lebhaft geworden und hat zu einem Initiativbeschiuß des Reichstages geführt, dem die verbündeten Regierungen nicht zuzustimmen vermochten, weil er auch andere politische des Vereinsrechtes neu regeln wollte. Die Regierung glaubt in der dem Reichstag heute zugegangenen Vorlage, die einen wesentlich deklaratorischen Charakter hat, die Formel gefunden zu haben, die den Interessen der in Frage kommenden Vereine, der Allgemeinheit und des Staates am vollständigsten und zweckmäßigsten gerecht wird. Die Ausgabe der damit beolsichtigten gesetzlichen Regelung besteht darin, auf der einen Seite der sozial= urd wirtschaftspolitischen Betätigung, die in einem— wenn auch allgemeinen oder mittelbaren— Zusammenbange mit den eigentlichen Zieren der Arbeitnehmer und Arkeitgebervereine steht, vollkommene Freiheit zu gewähren auf der anderen Seite zu verhüten, daß eine rein politische Vereinstätigkeit nur deshalb von den Beschränkungen, die ihr sonst im Allgemeininteresse auferlegt sind, frei bleibt, weil die Vereinigung, die sie ausübt, eine Gewerkschaft ist oder auch nur die Etikette einer solchen gewählt hat. Es liegt im Interesse der Gewerkschaftsbewegung selbst, daß sich die ihr angehörenden Verbände auf Wirtschafts= und Sozialpolitik beschränken und von der Behandlung rein politischer Fragen(wie auswärtige Politik, Verfassungn, Wahlrecht) fernhalten. Wird diese Grenze von ihnen verwischt, so darf ihnen jedenfalls daraus kein Anspruch auf eine besondere Vorzugsbehandlung für rein politische Propaganda erwachsen. Die sozial= und wirtschaftspolitische Betätigung ohne die Schranken des politischen Vereins wird den Gewerkschaften und gleichartigen Arbeiter=, Angestellten= und Arbeitgeberverbänden durch den Entwurf in weitestem Umsange ermöglicht. Auch die Behandlung allgemeiner beruflicher Fragen ist eingeschlossen, wenn sie nur mit den wirtschaftlich=sozialen Interessen der Vereinsmitglieder in tatsächlichem Zusammenhange stehen. Die Vorschrift bezieht sich, soweit die in ihr zum Ausdruck gebrachten Voraussetzungen gegeben sind, auf alle Vereine, die dem Geltungsbereiche des Reichhvereinsgesetzes angehören, also nicht etwa nur auf die, deren Mitglieder der Gewerbeordnung unterstehen. Sie greift aber nicht in die sonstige, durch das Reichsvereinsgesetz nicht berührte. Gesetzgebung ein und läßt insbesondere die Vorschriften des Landesrechts, die Verabredungen ländlicher Arbeiter zur Einstellung oder Verhinderung der Arbeit verbieten, unberührt. 000 Der günstige Stand. Und wieder sprach Englands bedeutendster Mann, Den oft schon sein Hoffen getrogen: Die Sache Britanniens läßt günstig sich an, (So wurde noch niemals gelogen). Er stärkte der Freunde gesunkenen Mut Und sagte nur, was sie erfreute, Die Sache der braven Alliierten steht gut, Sie stand niemals besser wie heute! * Sie steht ausgezeichnet, zu Wasser und Land, Erlaubt sich Herr Asquith zu sagen, Wenns auch nicht stimmt, klingt's doch intressant, Man darf nach Begründung nicht fragen. Die Germans sind zwar mit Erfolg offensiv, Doch ist's nur ein Bluff, liebe Leute, Die Sache des Vierverbands geht nicht mehr schief. Sie stand niemals besser wie heute! Was andere melden, das wird nicht geglaubt, Es läßt sich in Worten viel wagen, Zwar haben die Türken die Briten aufs Haupt Bei Kut=el=Amara geschlagen. Das war augenscheinlich ein wuchtiger Schlag, Doch wie man ihn drehe und deute: Zu Wasser und Land stand die Vierverbandssach Noch niemals so günstig wie heute! Zwar ist mancher Rückzug ein wenig fatal, Man wandelt nicht immer auf Rosen, Zwar zieh'n wieder heimwärts vom Suez=Kanal Die irregeführten Franzosen; Dieweil sie der Freund bei Verdun ließ im Stich, Der Freund, der Verluste stets scheute, Nun ruft er: O Franzmann, beruhige dich, Wir standen nie besser wie heute! Zwar dringen schon weit die Zentralmächte vor, Längst haben sie Kurland und Polen, Sie hißten in Frankreich ihr Banner empor, Das ist nicht herunter zu holen. Sie faßten im Osten und Westen viel Grund Und machten gewaltige Beute, Doch ist die Entente ein gar prächtiger Bund, Der stand niemals besser wie heute! So redete Englands bedeutendster Mann, Er pflegt nicht mit Worten zu geizen, Der Deutsche hört schweigend den Redeschwall an, Herr Asquith, du kannst uns nicht reizen. Wir lieben die Tat, drum behalt du das Wort, Und rede und lüge nur weiter, Und ob deine Sache auch gut steht hinfort, Die unsere steht besser! Ernst Heiter. Deuticbes Reich. :: Das Arbeitsprogramm des Reschstags. Die Parteiführer des Reichstages berieten Mittwoch mittag mit dem Präsidenten über die Wiederaufnahme der Plenarsitzungen.: Es wurde beschlossen, die erste Plenarsitzung am kommenden Dienstag um 3 Uhr abzuhalten und, da die meiste Arbeit noch in den Kommissionen steckt, auf die Tagesordnung die ersten Lesungen der neueingebrachten Vorlagen, so der Vorlage über die Feststellung von Kriegsschäden und die Aenderung des Reichsvereinsgesetzes zu stellen. In erster Linie wird am Dienstag jedoch der. schleunige Antrag der Sozialdemokratischen Fraktion auf Einstellung des gegen den Abg. Dr. Liebknecht eingeleitecen Verfahrens und auf Aufhebung der über ihn verhängten Haft für die Dauer der Tagung beraten werden. Im Interesse der Förderung der Kommissionsarbeiten sollen auch die nächsten Plenarsitzungen immer erst um 3 Uhr beginnen und von kurzer Dauer sein. Der Reichstag wird zur Begrüßung der nach Berlin entsandten Vertreter des bulgarischen Parlaments eine Abendfeier veranstalten. (:: Die Erledigung des Liebknechtfalles im Hauptausschuß des Reichstages. Der Hauptausschuß des Reichstages hat, am Dienstag eine längere Aussprache über das Verhalten des Abg. Liebknecht in der Sitzung vom 8. Avril abgehalten. Der Vertreter der Sozialdemokratischen Arbeits=Gemeinschaft empfahl dabei die von ihm eingebrachte Resolution, die lautet: 1. Es ist unzulässig, daß durch das Präsidium des Reichstages die Presse zu beeinflussen versucht wird, einen von ihm selbst festgestellten Bericht über eine Sitzung des Reichstages oder einen Teil einer solchen zu veröffentlichen, zumal, wenn jeder andere Bericht dadurch ausgerschlossen werden soll. 2. Der Herr Präsident wird ersucht, Vorkehrungen zu treffen, daß die Redefreiheit nicht keeinträchtigt und daß der Redner an der Ausübung seines parlamentarischen Rechtes nicht gewaltsam gehindert wird, wie dies am 8. April d. J. gegenüber dem Abgeordneten Dr. Liebknecht geschehen ist. 6 Bei der Abstimmung wurde die Resolution gegen drei Stimmen abgelehnt. :: Günstiges Ergebnis der Viehzählung in Ostpreußen. Das Ergebnis der Viehzählung vom 15. Avril in Ostvreußen ist nach amtlicher Feststellung insosern erfreulich, als es gelungen ist, das Zuchtvieh im wesentlichen durch den Winter durchzuhalten. Die Zahl der Milchkühe war wieder erheblich größer als nach den Russeneinfällen, welche die Provinz einen großen Teil des Rinderbestandes kosteten, und nicht viel geringer als in Friedenszeiten. Auch die Zahl der neuaufgezogenen Kälber entspricht derjenigen des Friedensstandes. Bei den Schweinen wird es längere Zeit dauern, bis die Lücken ausgefüllt werden können. Zusammenfassend wird ausgeführt: Wenn auch fernerhin alle Beteiligten verständnisvoll zusammenarbeiten, wird sich in nicht zu ferner Zeit der Viehbestand Ostpreußens von den überaus schweren Schädigungen erholen und die Aufgabe der Versorgung nicht nur der Provinz selbst, sondern auch anderer, vieharmer Landesteile mit Fleisch und Butter wieder voll erfüllen können. —:: Das Kapitalabfindungsgesetz wurde Mittwoch vom Hauptausschuß des Reichstags in Beratung genommen. Nach dem Regierungsentwurf sollen Personen, die auf Grund des Mannschaftsversorgungs= oder des Militärhinterbliebenengesetzes Ansoruch auf Kriegsversorgung haben, durch Zahlung eines Kapitals abgefunden werden, wenn dieses zum Erwerb oder zur wirtschaftlichen Stärkung eigenen Grundbesitzes dient. Ein „Antrag aller Parteien will, daß alle Kriegsbeschädigten, nicht nur die nach dem Gesetze abzufindenden, durch Kapital wenigstens teilweise abgefunden werden können. Ueber den Gesetzentwurf in Verbindung mit diesem Antrag fand zunächst eine allgemeine Aussprache statt, in der von Abgeordneten aller Parteien besondere Wünsche vorgebracht wurden. Ministerialdirektor Dr. Lewald und General Frhr. v. Langermann und Erlencamp unterstrichen dabei die vom Kriegsminister im Plenum abgegebene Erklärung, daß die Ausführung des Gesetzes ohne jede Rücksicht auf nationale, parteipolitische und religiöse Zugehörigkeit der Beteiligten erfolgen werde. In derselben Richtung bewegt sich eine Erklärung der preußischen Regierung, die Dr. Lewald gegenüber von polnischer Seite ausgesprochenen Wünschen bekanntgab * Schulverwaltung und Frauenkleidung. Mit der Verbesserung der Frauenkleidung befaßt sich jetzt auch die Schule. Die Abteilung für Kirchen= und Schulwesen der königlichen Regierung in Königsberg hat den Kreisschulinspektoren des Bezirkes„Regeln für Varbesserung der Frauenkleidung“ übersandt und sie ersucht, die Regeln zur Kenntnis der Leiter und Leiterinnen von Mädchenschulen zu bringen. Es soll dies auch in den Privatschulen geschehen. Die Regierung erwartet, sagt sie, daß die Aufsichtsbeamten in geeigneter Weise auf die Verbesserung der Heranbildung einer gesunden weiblichen Jugend hinwirken werden. S Seit. Kriegsroman von Charlotte Wilbert. 37 Galant verbeugte sich der Graf, der Schwester Oberin mit herzlichen Worten für ihre gute Pflege und Mühe dankend. Dann folgte er ihr zum Zimmer seines Sohnes. „So, hier wären wir angelangt. Soll ich den jungen Grafen erst vorbereiten?“ „Ach, ich danke, Schwester Oberin; die Ueberraschung wird doch nicht schaden, ihn aufregen?" Lächelnd das Haupt schüttelnd, wandte sich die Oberin zum Gehen, während Graf Gordis leise ins Krankenzimmer seines Sohnes trat. „Vater!“ „Mein Junge!“ Beide lagen sich in den Armen; tiefgerührt von der Freude dieses Wiedersehens war besonders der alte Graf. Lange konnte er kein Wort sprechen, er saß am Bettrande und streichelte immer wieder die bleichen Hände seines Sohnes. „O Vater,“ hub Phili nach einer Weile an,„es ist so gut, daß Du gekommen bist. Ich freue mich so sehr darüber!" Er wußte genau, sein Vater war nur deswegen gekommen, um ihn wegen seiner Verlobung zur Rede zu stellen, um ihm Vorwürfe zu machen. Es würde einen harten Kampf geben, denn er kannte ja seines Vaters Starrsinn und Unbengsamkeit, besonders in Familienangelegenheiten. Dem Vater aber kam gar nicht die Einleitung zu einem zweckmäßigen Gespräch mit seinem Sohne in den Kopf. Er beschäftigte sich angelegentlichst mit dem Drehen seines starken, grauen Schnurrbartes, als wolle er diesen ordentlich zur Fasson bringen. Mit merklichem Stannen betrachtete er Phili.„Wirklich, Junge,“ meinte er endlich mit etwas unsicherer Stimme,„Du hast Dich brillant gemacht, stehst ganz tadellos aus. War Verwundung sehr schwerer Natur „Ja, Vater, es ging auf Leben und Tod. Hätte hier im Lazarett die Pflegerin mich nicht mit so unendlicher Liebe und Sorgfalt gepflegt, wäre ich Freund Hein, der lange Zeit an meiner Seite stand, nicht entkommen!“ „Ja, ja! Die Oberschwester scheint mir auch eine mächtig resolute Person zu sein, ich habe ihr bereits meine Anerkennung ausgesprochen. Ueberhaupt, auch die Lage des Lazaretts ist großartig und gesund angelegt. Du hast ein tadelloses Zimmer, geräumig, hell, luftig, schöne Aussicht, und vor allen mutet einem die Reinlichkeit und Ordnung sehr angenehm an. Wo ist delin Deine liebenswürdige Pflegerin, ich möchte sie gern einmal kennen lernen? „Ja, lieber Vater, dazu dürftest Du wohl in der folgenden Stude kaum Gelegenheit finden. Die Schwester ist mit mehreren Kolleginnen zum Transportempfang neuer verwundeter Kameraden nach Eberg gefahren. Da wird sie schwerlich so bald zurückkommen. Mit steigendem Interesse hatte der alte Graf zugehört.„Ach,“ rief er lebhaft,„ich bin ja doch mit dem Sanitätszug und mit den Pflegerinnen hierher gefahren; die sind schon längst wieder im Lazarett mit sechs Verwundeten!“ Ueber Philis Gesicht flog eine leichte Röte. „Du bist mit den Schwestern gefahren, hast mit ihnen gesprochen?“ „Selbstverständlich! Ach hör' nur zu, was mir da auf dem Bahnhofe in Eberg passierte: Komme ich da mit dem Eilzuge, dem einzigen, den ich von Straßburg aus überhaupt kriegen konnte, um 3 Uhr 55 Minuten in Fberg an und erfahre dort, das der nächste Zug erst in zwei Stunden nach C. abfährt. Du kannst Dir denten, keine angenehme Ueberraschung, da ich doch in dem stockfremden Nest keine Menschenseele kenne. Bald darauf läuft nun Euer Sanitätszug in der Station ein, um aus einem großen Militärzug, der inzwischen auch eingelaufen war. Verwundete zu verladen. Nun wollte ich den Sanitätszug benützen, der gleich wieder nach der Verladung abfahren, abdampfen sollte, aber der Stationsvorsteher hat mir ordentlich Bescheid gegeben, daß durch Militärverbot durchaus keine Zivilpersonen einen Sanitätszug benützen dürfen. Na, was wollte ich machen, da konnte nichts nützen, selbst die liebenswürdigen Fürbitten einer reizenden Pflegerin blieben erfolglos. Und nun, als ich mich schon beinahe in mein trauriges Geschick verbissen, wer kommt da, hoch zu Roß in den Bahnhof hineingeritten. Niemand anderer, als der gute Wielsing in höchst eigener Person. Die Freude des Wiedersehens mit dem alten Kollegen war natürlich groß, ich hatte ihn schon lange, seit meiner Reise nach Ragusa vor 5 Jahren, nicht mehr gesehen. Er sieht übrigens prächtig aus, fidel, lustig, gerade so wie früher noch, als wir beide Söhne der Alma mater in Alt=Heidelberg waren. Jetzt ist er Kommandant von Iberg, was natürlich zur Folge hatte, daß ich sogleich eine Bescheinigung von ihm erhielt, mit dem Sanitätszug fahren zu dürfen. Andernfalls säße ich jetzt noch auf der verflixten Station Iberg und haderte mit meinem Schicksal.“ Phili frug nachdenklich:„So, Du fuhrest mit dem Sanitätszug, dann bist Du sicher auch mit meiner Pflegerin zusammengetroffen?" „Ach, da war eine, ein Prachtmädel, wahrhaftig, sag' ich Dir, eine Lust war es, sich mit ihr unterhalten zu können, ich—“ Phili sprach hastig zwischen des Vaters Rede. „So? wie siehl sie denn aus, Vater?“ „Na, Junge, wie soll ich alter Erdensohn mich denn auf's Aussehen der jungen Mädel be hen? Hübsch war sie, blondlockiges Haar, blaute, treue Augen, zarte, zierliche Gestalt— kiit einem Wort— die Verkörperung einer echt deutschen Jungfrau!" Ueber Philis Gesicht huschte ein leuchtendes Lächeln.„Sie ist's,“ sprach er leise, wie im Traum. „Wer? Was?“ Erstannt sah der Vater feinen Sohn an. „Ach, ich meine, das ist meine Pflegerin, gerade so, wie Du sie eben geschildert hast, sieht sie aus.“ „So! Das ist schade, das ich das nicht schon früher gewußt, da hätte ich ja schon im Zuge allerhand über Dein Befinden erfahren können. Na — meine größte Sorge war vorbei, denn aus Deinem Brief konnte man sehen, daß alle Lebensgefahr beseitigt war. Deine Mutter aber kommt aus. allen Sorgen und Aengsten um Dich gar nicht. raus. Als in den Verlustlisten unter der Rubrik „Schwerverwundet" Dein Name stand, gab es für sie furchtbare Stunden der Aufregung und der Angst. „Wie geht es denn der guten Mutter jetzt?“ K: Voller inniger Besorgnis frug es der jungeOffizier. „Ganz gut, mein Junge, wenn nur das alte Uebel, das Herzleiden, sich nicht immer einstellte, es macht sich jetzt öfters wie sonst bemerkbar.“ Fest und klar richteten sich jetzt Philis Augen auf des alten Grafen Gesicht, als es fest, bestimmt, ohne zu zucken aus seinem Munde kam:„Da hat sich die gute Mutter wohl auch bei meiner Mitteilung, daß ich mich mit Lilli von Brücken verlobt# habe, sehr aufgeregt?“ Nun wars heraus, das erste Wort über den kritischen Gegenstand— Phili selbst hatte es gesprochen. Wohl sah er die drohende Zornesfalte auf des Vaters Stirn, sah die jähe, dunkle Röte seines Gesichtes, aber unentwegt fuhr er fort:„Vater! Ich weiß es, daß Du mit meiner Verlobung nicht zufrieden bist, ich weiß auch, daß Du nur deshalb, einer Aussprache wegen, hierhergekommen bist— aber— ich muß Dir von vornherein fest und bestimmt sagen, daß ich niemals von der offiziellen Verlobung mit Lilli zurücktrete. Ichhalte mein Glück in Händen, ein Tor wäre ich, würde ich es loslassen!“ 235.16 1 ### Darietee„Zum Adler“ ber- Hagenerstraße 14. Humoristisches Konzert der lustigen Rheinländer. #d Enkree 20 Pfg.— Mililür frei.— Bier 10 Pfg. 1761 A. Schalte. Die Bluse ist und bleibt die wirksamste Abwechselung in der Kleidung einer jeden Dame. Daher ist unsere Blusen-Abteilung eine der größten des Hauses. Für alle Preislagen ist gesorgt, jedem Geschmack kann Rechnung getragen werden, alle Stoffe und Gewebe, alle Farben, Formen und Schnitte sind in reichster mannigfaltiger Fülle vertreten.:::::: 3: Vom ganz Einfachen bis zum Besten eine sehr große Auswahl kleidsamer schöner Neuheiten. 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An den Werktagen während der Zeit von 3— 5 Uhr nachmittags ist die Benutzung dieser Badestelle ausschließlich weiblichen Personen vorbehalten, männlichen Personen ist der Zufritt während dieser Stunden verboten. Für die Benutzung de: Ba#d#estelle werden von den Eingesessenen des Stadtbezirks Schwerte Gebühren nicht erhoben. 1755 Schwerte, den 4. Mai 1916. Der Magistrat: Rohrmann. Für das Baden wird eine Siele im Ruhrstusse unmitelbar an dem städtischen Grundstück(Dollenkamp, freigegeben. Als Zugang zu dieser Badestelle darf nur der eingezäunte, von der Iserlohnerstraße ausgehende Pfad benutzt werden. Das Baden an allen übrigen Stellen der Ruhr und im Mühlenstrange ist innerhalb des Stadtbezirks Schwerte verboten. 1756 Schwerte, den 4. Mai 1916. Die Polizei=Verwaltung: Rohrmann. * * 5 Programm für den 6. und 7. Mai. 3 grosse Schlager!! Höchst interessankes, spannendes Drama nach dem berühmten Roman von Sudermann.— 5 Akte. Die Jagd nach dem Glück oder Warren, der Träumer. 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Es werden abgegeben: 1 Pfund alle 14 Tage an Familien bis zu 2 Köpfen einschließlich, 1 Pfund wöchentlich an Familien von 3 bis zu 5 Köpfen einschließlich, 2 Pfund wöchentlich an Familien von 6 bis zu 11) Köpfen einschließlich, 2½ Psund wöchentlich an Familien mit mehr als 10 Köpfen gegen Vorzeigung der Brokkarten=Umhüllung. Schwerte, den 5. Mai 1916. 1762 Der Magistrat. Prianzkartollein! Frühe, und späte Die schönsten Garnituren für Blusen, Kleider und Wäsche sind Hahl=äume. Anleitung zur Verarbei tung von Blusen durch Hohlsäume gratis.. 690 Damenschneider, Hagen i. W. Marienstr. 5. Fernspr. Nr. 2248. Franz Verwey, 1767 empfiehlt L. Weinberg. □ Co wie aus weiter Ferne, meine Frau einen gellenden Hilferuf ausstoßen, dann schlage ich auf den Boden auf und—“ „Na, hören Sie mal, Herr Amtsrichter," unterbrach hier Doktor Kronenbrecher den Erzähler,„Sie wollen uns wohl ein Märchen aufbinden. Sie sitzen ja hier mit gesunden und ganzen Gliedern vor uns und—“ „Warten Sie doch das Ende ab. Den ganzen Aufstieg hatte ich allerdings nur geträumt, aber der Absturz und der Hilferuf meiner Frau waren Wirklichkeit. Bei meinen unruhigen Bewegungen war ich aus dem Bette gestürzt, dabei hatte ich unwillkürlich mit der Hand um mich gegriffen, um einen Halt zu finden, hatte einen Büschel der aufgelösten Haare meiner Frau gefaßt und diese in der Meinung, einen Strauch ergriffen zu haben, bei meinem Fall aus dem Bett krampfhaft festgehalten und ihr ausgerissen. Da meine Frau aber nur ihre eigenen Haare trägt, können Sie sich denken, daß dieser gewaltsame und plötzliche Haarschwund ziemlich schmerzhaft verlief, wodurch ihr gellender Hilferuf wohl erklärlich wird. Durch den Fall war ich natürlich vollständig wach geworden und hatte alle Mühe, meine jammernde Frau zu beruhigen, der plötzlich jede Lust zum Bergkrareln vergangen war. Sie war fest überzeugt, daß hier ein Akt niederträchtiger Bosheit von mir vorliege, und es hat langer Zeit und des Aufgebots meiner ganzen Beredsamkeit bedurft, um mich von diesem unwürdigen Verdacht zu entlasten. Ganz hat sie mir aber nicht verziehen. Von der Hochgebirgstour wurde allerdings nichts mehr erwähnt, aber als wir von der Reise zurückgekehrt waren, hat sie heimlich aus den ausgerissenen Haaren eine geschmackvolle Uhrkette flechten lassen, wie solche im Anfang des vorigen Jahrhunderts Mode waren. Ich habe mich auf Handschlag verpflichten müssen, sie zur ewigen Erinnerung an meine Schandtat bis an mein Lebensende zu tragen. „Ihr Wohl, Herr Amtsrichter!" riefen verständnisvoll die Freunde und stießen mit dem Erzähler an. „Danke, meine Herren," erwiderte Regenwurm, leerte seinen Krug und jügte, auf seine linke Westentasche zeigend, resigniert hinzu:„Hier hängt die schöne Kette!" sunst de Wiiene Alkohol und geistige Leistung. Wie wenig das Gefühl der vermehrten körperlichen Leistungsfähigkeit, das man nach dem Genuß von Alkohol besitzt, den Tatsachen entspricht, beweisen die Versuche, die Prof. Franz Müller in seinem bei Quelle u. Meyer erschienenen Buch„Die Arznei= und Genußmittel“ mitteilt. Die Täuschung über die erhöhte Leistung geht so weit, daß Forscher, die an sich selbst solche Experimente anstellten, aber nicht wußten, ob sie Alkohol bekamen, an diesen Alkoholtagen notierten, sie seien leichter bergan gestiegen, hätten ihr Gepäck müheloser getragen oder mit geringerer Anstrengung Lasten gehoben. Erst bei der Berechnung der Versuchsergebnisse stellte sich dann heraus, daß an diesen Tagen die körperlichen Leistungen durchweg schlechter gewesen waren. Ganz der gleiche Vorgang läßt sich bei den geistigen Leistungen beobachten. So ließ man Setzer, Leute, die gewohnheitsmäßig Alkohol zu sich nahmen, 35 Gramm Alkshol trinken. Sie glaubten alle, besser als sonst gearbeitet zu haben, hatten aber regelmäßig mehr Fehler gemacht als im nüchternen Zustand. In Holland hat man auch die Wirkung des Alkohols bei Schülern festgestellt. Danach ergab sich, daß Kinder, die niemals Alkohol bekommen hatten, verhältnismäßig bessere Zensuren aufwiesen, als solche, die täglich Alkohol tranken. Von 1790 untersuchten Kindern tranken 435 nie Alkohol, 75 regelmäßig täglich. Bei den ersteren verhielten sich die Schulresultate so, daß 34,6 Proz. die Zensur I, 48,8 Proz. die Zensur II, 16,6 Proz. die Zensur III erhielten; von den alkoholtrinkenden Kindern hatten nur 14,7 Proz. die Zensur I, 40 Proz. die Zensur II, 45,3 Proz. die Zensur III. Natürlich schließt völlige Enthaltsamkeit mangelhafte Leistungen nicht aus, und andererseits läßt der Genuß alkoholischer Getränke gute Leistungen zu, aber man sieht doch an diesen Resultaten die durchgehende Verschlechterung im allgemeinen nur der Mittelpunkt des deutschen Buchhandels, sondern des Weltbuchhandels überhaupt. Das beweist eine inhaltsreiche statistische Arbeit von Dr. Paul Roth, die vom Verein der Buchhändler zu Leipzig angeregt wurde. Danach verzeichnet das neueste Leipziger Adreßbuch vor dem Kriege 12394 Buchhändlerfirmen, die ihre Niederlagen in Leipzig haben. 9182 davon sind reichsdeutsche, 1101 haben ihren Sitz in Oesterreich, 319 in der Schweiz. Die übrigen europäischen Länder stellten 1123 Firmen, Amerika 234, Asien 49, Afrika 39, Australien 14. Ueber die Ausdehnung des Leipziger Gesamtbuchhandels läßt sich auf Grund einer Umfrage wenigstens eine annähernde zahlenmäßige Angabe machen. Wenn auch nur 239 Firmen die Fragebogen ausfüllten, so repräsentieren diese Firmen doch etwa zwei Drittel des Leipziger Buchhandels. Von dem auf diese Weise gewonnenen Material sind die Ziffern über den Versand besonders imponierend. Von den Firmen, die den Fragebogen beantworteten, wurden im Jahre 1913 32 154 813 Kg. Bücher per Bahn und 12 897 583 Kg. per Post expediert, im ganzen über 45 Millionen, so daß, da hier nur zwei Drittel berechnet sind, der Versand des Leipziger Gesamtbuchhandels 67½ Millionen Kilogramm Bücher betragen dürfte. Nimmt man nach der Zollstatistik des Reiches an, daß 5 Kg. Bücher im Durchschnitt einen Wert von 4 c haben, so würde sich der Geldwert aller im Jahre 1913 versandten Bücher auf rund 270 Millionen Mark stellen. Für diese Riesenmengen waren für mehr als 1 050000 M Packmaterial nötig. Welch ungeheure Quantitäten dies Packmaterial darstellt, wird an zwei Beispielen veranschaulicht. Sucht man auf Grund der ausgefüllten Fragebogen wieder die Gesamtsumme zu ermitteln, so hatten die verbrauchten Pappen einen Wert von 540000 K und würden, auseinandergehäust, einen Stoß von etwa 12000 Meter Höhe ergeben, also die höchsten Berggipfel der Erde überragen; mit dem verbrauchten Bindfaden, der 204000 A kostete und insgesamt eine Länge von 28 500 Kilometern aufwies, könnte man die Länge der Sibirischen Eisenbahn mehr als dreimal bespannen. Die Gehälter und Löhne, die die 239 Firmen zahllen, betrugen 1913 rund 7 Miltionen Mark, und da dies nur zwei Drittel der Gesamtsumme darstellt, im ganzen 10½ Mittionen Mark. Die Geschäftsräume der betreffenden Firmen umfaßten etwa 16 Hektar, während die Länge ihrer sämtlichen Bücherregale 300 Kilometer betrug. Die Geschäftsräume aller Leipziger Firmen würden danach einen Raum von 24 Hektar bedecken, während die Länge der Bücherregale 450 Kilometer betrüge. Das Postporto der Firmen, die den Fragebogen ausfüllten, betrug 2¾ Millionen Mark. Der Leipziger Gesamtbuchhandel hätte also danach im letzten Jahre vor dem Kriege 4 Millionen Mark an Porto an die Post abgeführt. * Anfüches Areistlan Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 196. Samstag, 6. Mai 1916. N enn ich nur wüßte, weshalb so unfreundlich gegen mich sind“, sagte sie.„In der letzten Nacht hatten Sie es viel weniger eilig, mich hinauszuwerfen. Habe ich mich während der kurzen Zeit, die seitdem vergangen ist, in Ihren Augen so sehr zu meinem Nachteil verändert?“ Sie hatte Ihre Zuflucht zu einem gefährlichen Mittel genommen, und so vollständig war Robert Arenberg die Verhärtung seines Herzens doch noch nicht gelungen, daß er diesem Mittel hätte widerstehen können. „Sie dürfen die Dinge nicht durcheinanderwerfen, Margarete! Wollen Sie mich zwingen, Ihnen zu sagen, daß ich Sie am liebsten bis an das Ende meiner Tage hierbehalten würde, wenn es in meine Macht gegeben wäre, die Dinge nach und zu beeinflussen?“ Sie lehnte sich in die Augen nieder. „Jetzt fangen Robert", erwiderte ian von L. Waldbröl. (15. Fortsetzung.) Sie heute (Nachdruck verboten.) kam, mußte der Friede zwischen ihnen wohl vollständig meinen Wünschen zu gestalten ihren Stuhl zurück und schlug Sie an, Unsinn zu reden, Vetter sie zögernd.„Und ich sehe ein, daß wir auf dem besten Wege sind, aus einem Maulwurfshaufen ein Gebirge zu machen. Lassen Sie uns die Sache also ohne Uebertreibungen und ohne Empfindlichkeiten zu Ende bringen! Ich habe hier wirklich noch allerlei zu tun, wenn ich den beschwerlichen Weg nach dem Heidehause nicht halb umsonst gemacht haben soll. Und ich hasse jede Ueberstürzung. Darum verbieten Sie mir, bitte, nicht länger, den heutigen Tag noch hier zuzubringen! Ich schlase selbstverständlich bei der Frau Jürgensen und mache mich morgen in der Frühe auf den Weg. Wenn Sie dann wirklich noch immer auf Ihrem im Grunde sehr törichten Vorhaben bestehen, mich zu meiner größeren Sicherheit ein Stück Weges zu begleiten, so will ich nichts mehr dagegen einwenden. Den Weg über Mildenburg kann ich nicht nehmen, weil ich das Aufsehen vernieiden möchte, das mein Erscheinen dort jedenfalls verursachen würde. Sind Sie also einverstanden?“ „Was bliebe mir anderes übrig?— Aber Sie versprechen mir, daß Sie sich während des Tages so wenig als möglich sehen lassen und sich erst nach Einbruch der Nacht zu dem Hause der Frau Jürgensen begeben werden?" „Wenn es Sie beruhigen kann, wohl, so will ich es Ihnen gerne versprechen.“ Als Betty etwas später mit der von ihrer Mutter gebackenen Erdbeertorte und dem Schlagrahm hereinwiederhergestellt sein, denn das junge Mädchen machte große Augen, während sie einige Bruchstücke ihrer lebhaften Unterhaltung auffing. „Denke nur, Mutter“, sagte sie nach ihrer Rückkehr schon kurzweg Robert das nicht sehr merkin die Küche.„Sie nennen sich und Margarete oder Grete. Ist würdig?“ „Manche Dinge lernen sich eben sehr schnell, mein Kind! Und wir haben wohl keine Ursache, uns darüber aufzuregen.“ „Aber er könnte doch ganz gut ihr Vater sein. An den Schläfen fangen seine Haare schon an, grau zu werden. Ich habe es deutlich gesehen.“ „Er sieht aus wie ein Mann, der viel erlebt hat — nicht wie ein alternder Mann. Und solche Männer üben oft eine ganz besondere Anziehung aus auf so gescheite Mädchen, wie unser Fräulein Margarete eines ist.“ Nach dem frühen Mittagessen machte sich Margarete nun mit wirklichem Eifer an ihre Arbeit. suchte alle die Bücher zusammen, von denen sie glaubte, daß sie ihrem Vater besondere Freude bereiten würden, und ging mit Bettys Hilfe sofort daran, sie postsertig einzupacken. Nach dem Kassee, den sie wieder bei bester Laune in Robert Arenbergs Gesellschaft eingenommen hatte, schrieb sie einen Brief, und Arenberg übernahm es, ihn auf der Postagentur in Langenhagen abzugeben, da er, wie er sagte, ohnehin einen längeren Spaziergang machen wolle. Auf dem Rückwege traf er mit einem älteren Manne in der Uniform eines Landbriefträgers zusammen, der ihn höflich grüßte, und mit dem er bald in ein freundliches Gespräch gekommen war. Der Mann sagte ihm, daß er Nickel hieße und schon seit vielen Jahren hier seinen beschwerlichen Dienst versehe. Natürlich kannte er jedes menschliche Wesen in weitem Umkreise und gehörte ebenfalls zu den Leuten, die den früheren Bewohnern des Heidehauses eine sehr sympathische Erinnerung bewahrten. Sie plauderten noch, als der Husschlag eines Pferdes Robert Arenbergs Ohr erreichte, und als er einer offenen Halbchaise ansichtig wurde, die in flottem Tempo auf der Mildenburger Landstraße daherkam. Ein schlanker junger Mann im Sportanzuge führte die Zügel „Können Sie den Herrn erkennen, der da fährt?" fragte er den Landbriefträger, und der brauchte nur 90 E a 5 S S S 5SE 5 5. 5 2 8 2 85 S#SSy)S SHpSUEEE S SEESGN GSSSESSES 2" SpEE * 3— E 5 55S 5 S 8n S SSABS S 5 5gg S SCSE 8 5 5 ES R 3 S 05 S * — ** 8 — dem den geht einen Blick in die bezeichnete Richtung zu werfen, um Gewiß kenne ich ihn. Es ist der junge Welcker, von Welcker und Sohn in Mildenburg.“ Die Auskunft stimmte vollkommen mit Robert Arenbergs Vermutungen überein, und er sah zugleich, die Halbchaise in den Weg einbog, der zum Heidehause „Hok ihn der Teufell“ konnte er sich nicht enthalten, sehr vernehmlich auszurufen. Und ohne sich die Zeit zu einer längeren Verabschiedung von neuen Bekannten zu lassen, schlug er mit langen Schritten die nämliche Richtung ein. W e— Schmunzelnd sah ihm der Brieftrager nach. „Sie sind der erste nicht, mein Herr, der jungen Welker diesen frommen Wunsch mit auf Weg gegeben hat", murmelte er,„Na, vielleicht er eines Tages wirklich in Erfüllung.“ Woraus zu ersehen war, daß er mit den eigenen Wünschen des guten Herrn Nickel so ziemlich übereinstimmen mochte. 6. Kapitel. Der Sturm bricht aus. Als Robert Arenberg das Heidehaus erreicht hatte und die Wohndiele betrat, hörte er Margarete Holderegger mit erhobener, vor Entrüstung bebender Stimme „Wie können Sie sich unterstehen, etwas so Unerhörtes zu behaupten?— Wie dürfen Sie es wagen! — Mein Vater ist gesund und wohl.— Wenn er hier Philip Welcker der Jüngere ließ ein höhnisches Lachen vernehmen.. g.. Mein a236, „Erzählen Sie das den Lämmern, mein gnaviges Der Rest des angesangenen Satzes blieb ihm in der Kehle stecken, denn die hohe Gestalt Robert Arenbergs war in der offenen Tür aufgetaucht, und er hatte sich auf eine sehr unzweideutige Weise geräuspert. Sie hier, Herr Welcker?" fragte er mit starker Betonung und mit einem Ausdruck, der nichts weniger als Wohlgefallen erkennen ließ. Dann aber, als er Margarete Holdereggers schneeweißes Gesicht und ihre in Tränen schwimmenden Augen gewahrte, fügte er hinzu: „Hallo, Grete! Was hat's hier gegeben?" Sie flog auf ihn zu und barg ihren Kopf an seiner Schulter, jedes klaren Gedankens unfähig und nur der übermächtigen Eingebung des Augenblicks folgend. „O. Robert, ich bin so glücklich, daß Sie wieder da sind!“ rief sie, seinen Arm mit beiden Händen umklammernd.„Dieser abscheuliche kleine Mensch muß den Verstand verloren haben. Er hat es gewagt, so abscheuliche Dinge zu schwatzen! Er sagt— er sagt— o. Robert, schicken Sie ihn fort— schicken Sie ihn auf der Stelle fort!“ Seiiun Das geistige Gleichgewicht des Herrn Pyuipp Welcker junior hatte eine bedenkliche Erschütterung erlitten. Wenn ihm schon die Vertraulichkeit zwischen den beiden eine gewaltige Ueberraschung bereitete, so brachte es ihn vollends aus der Fassung, sich als einen abscheulichen kleinen Menschen gerade von derjenigen bezeichnen zu hören, nach der er eine so mächtige Sehnsucht gefühlt hatte seit dem Augenblick, wo er aus dem Munde des alten Christian vernommen hatte:„Wenn es nicht Fräulein Margarete Gotter war, die ich im Heidehause gesehen habe, so war es ihr Geist!" Die alte Leidenschaft, die er einst für sie gehegt, war aufs neue in hellen Flammen emporgelodert, und er hatte kaum die Zeit abwarten können, bis die Geschäfte ihm gestattet hatten, den Braunen einzuspannen und sich auf den Fahrersitz der Halbchaise zu schwingen. Auf Dinge, wie er sie jetzt hier j erleben mußte, war er dabei allerdings nicht vorbereitet gewesen. Er mußte sehen, wie sich das Mädchen,## das er liebte, voll vertrauensvoller Hingebung an die Brust eines andern lehnte, und wie dieser andere seinen Arm mit Beschützermiene um ihre Schultern legte. Mit offenem Munde stand er da, während Robert Arenberg sagte: „Ich bedaure lebhaft, daß ich nicht zu Haus war, als Herr Welcker hier ankam. Denn in diesem Fall würde er schwerlich in die Lage gekommen sein, Ihnen einen Verdruß zu verursachen.“ Aber er rafste sich auf, als Arenberg mit herrischer Miene nunmehr ihm sein Gesicht zuwandte und mit mehr Deutlichkeit als Höflichkeit rief: „Begleiten Sie mich hinaus, Herr— und bringen Sie mir draußen das Anliegen vor, das Sie hierher Das war denn doch zuviel für das Selbstbewußtsein des Juniorchefs einer angesehenen Spediteurfirma. So leicht sließ Philipp Welcker sich nicht einschüchtern und verbrüffen. Wer war dieser Fremde, daß er sich herausnahm, ihn zu behandeln wie einen unwen Vu, zim Zrtum, Herr Arenberg!“ erwiderte er mit dem Bemühen, sich in die Brust zu werfen. „Ich habe keinerlei Anliegen an Sie.— Ich hörte von der Ankunt des Fräulein Gotter, und ich kam, weil ich den Wunsch hatte, sie wiederzusehen. Wenn meine Aeußerungen die junge Dame unangenehm berührt haben, so ist das durchaus nicht meine Schuld, denn ich habe nichts anderes als die reine Wahrheit gesprochen. Von einer Absicht, sie zu kränken, war als ob Sie Fräulein Gotter Ihre Gesellschaft in sehr unziemlicher Weise aufgedrängt hätten. Jedenfalls ersuche ich Sie nochmals und zum letztenmal, die junge Dame schleunigst von Ihrer un„Ach was— zum letztenmal!„Sie haben gar keine Veranlassung, mich auf diese unhoftiche Art zu handeln. Ich hatte ein gutes Recht, herzukommen, denn meine Bekanntschaft mit Fräutein Gotter ist nicht von gestern oder vorgestern. Sie wird wohl nicht behaupten wollen, daß sie mich nicht kennt, und wenn es ihr beliebt hat, sich vor dem alten Christian hinter einem falschen Namen zu verstecken, so wird sie mit mir doch wohl nicht dasselbe Spiel treiben wollen.“ O ja, ich kenne Sie gut genug“, brach Margarete aus.„Ich habe oft genug Grund gehabt, mich über Ihre Zudringlichkeit und Unverschämtheit zu ärgern. Und ich bereue es jetzt tief, daß ich meinem Vater Ihre sogenannten Aufmerksamkeiten und Huldigungen verschwiegen habe. Es würde Ihnen dann wohl schon früher ein für allemal die Lust vergangen sein, sie zu Airenberg gab ihr durch einen sanften Druck auf ihre Schulter zu verstehen, daß sie sich nicht weiter aufregen möge. Ruhiger als vorhin sagte er: “„Da dieser junge Mann so schwerhörig ist und sich trotz meiner wiederholten Aufforderung noch nicht dazu verstehen kann, freiwillig zu gehen, so halte ich es für ratsam, liebe Grete, daß Sie ihm zunäch das Feld räumen. Ich werde mich dann sehr schnell mit ihm auseinandergesetzt haben, wie ich dente." Er ließ seinen Arm von ihrer Schulier herabgleiten und öffnete die Verbindungstür, die in den Salon führte. Gehorsam leistete sie seiner Aufforderung Folge, ohne dem mit hochgeröteten Wangen dastehenden jungen Manne im Sportanzug noch einen weiteren Blick zu vergönnen. Sobald er hinter ihr die Tür ins Schloß gedrückt hatte, kehrte Arenberg sich wieder diesem liebensweiten Besucher zu:... 8 MMnnt uic „Ich hofie, Sie sino inzwischen vazu gelangt, sich Ihres Benehmens zu schämen.“ (Fortsetzung folgt.) 2 8 Denkspruch. Die deutsche Nationalität ist wie jede andere Nationalität eine Kraft, welche nicht gewogen, geschaut, geleitet, beschrieben werden kann, weiche da ist, wenn sie wirkt; welche überall da ist, wo in Deutschland etwas wächlt und gedeiht. Paul de lag de. Abgestürzt. Von Otto Schmitz. (Nachdruck verboten.) Eine eingetroffene Postkarte hatte das erste Lebenszeichen von den seit drei Wochen verschollenen beiden Mitgliedern der Freundesrunde gebracht und wanderte nun aus der Hand des einen in die des anderen. „Doch ein paar schneidige Kerls!“ meinte der Maler, die Karte dem Doktor Kampmann weiterreichend.. „Ach was, ich kann diese ganze Kraxelei nicht leiden“ erwiderte dieser.„Sie erinnern sich vielleicht noch, wie vor Jahren ein verrückter Mensch aus purem Uebermut an der Außenseite des Wiener Stephansturmes bis zur Spitze in die Höhe geklettert ist, obschon er das gleiche Ziel weit leichter und ohne Lebensgefahr hätte erreichen können, wenn er die Treppe im Junern des Turmes benutzt hätte. In einem gleichen vorgeschrittenen Stadium der Gehirnerweichung befindet sich meiner unmaßgeblichen Ansicht nach auch jeder Bergfex, der seinen Stolz dareinsetzt, einen Berggipfel auf der ungangbaren Nordseite zu nehmen, wenn er ihn auf der Ost=, West= oder Südseite ohne jedes Risiko erklimmen könnte. Ich vermag deshalb auch den Kraxelleistungen von Doktor Weise und Professor Trommler nicht die Anerkennung zu zollen, die sie anscheinend bei verschiedenen Herren unseres Freundeskreises finden.“ Mit diesen Worten überreichte Doktor Kampmann die Karte seinem Tischnachbar, dem Amtsrichter Regenwurm. „Ich gebe Ihnen vollständig recht,“ pflichtete dieser bei.„Eigentlich sollten derartige halsbrecherische Wagnisse polizeilich verboten werden Wer einmal die Gefahren des Hochgebirges aus eigener Anschauung kennen gelernt hat und selber abgestürzt ist, der sieht sich die Berggipfel, die nicht auf gefahrloser Zahnradbahn erreicht werden können, lieber von unten an, als daß er sein Leben zum zweiten Male leichtsinnig und zwecklos aufs Spiel setzt. Ich spreche aus persönlicher Erfahrung. Ich habe den Schreck noch in den Knochen sitzen.“ „Nanu, Herr Amtsrichter!“ rief lachend Overtentnanr Martersteig.„Machen Sie keine schlechten Witze! Sie wollen uns doch nicht etwa aufbinden, daß Sie mal in den Bergen abgestürzt sind?“. J. 9., Fragie Hast, „Wann sollte das denn gewesen sein: fragte Doktor Kronenbrecher.„Erzählen Sie doch! Mich interessiert das ungemein.“ Jaran Gahs 15 msing 8. „Wie Sie wissen, meine Herren, have ich meine Frau in der Schweiz kennen gelernt und mich dort mit ihr verlobt“, begann Regenwurm, nachdem er sich zuvor durch einen Schluck aus dem frischgefüllten Kruge gestärkt hatte. „Meine bessere Hälfte hegt deshalb für dieses antimonarchische Gebirgsland eine ganz besondere Vorliebe, die ich, offen gestanden, nicht mit ganzem Herzen teilen kann.“ „So, deshalb, Herr Amtsrichter?" riefen verständnisboll die anderen und stießen mit dem Erzähler an. „Danke, meine Herren! Ich komme sogleich nach.— Vor zwei Jahren nun, bei Beginn der Gerichtsferien, lag mir meine Frau so lange in den Ohren, bis ich endlich ihrem Wunsche, die Ferien in den Schweizer Bergen zu genießen, nachgab, wenn auch mit einigem Widerstreben. Meiner Frau war unglücklicherweise ein Buch über die unbeschreiblichen Wunder und Schönheiten der Hochgebirgswelt in die Hand gefallen und von ihr mit Eifer verschlungen worden. Deshalb stand denn auch auf unserem Ferienprogramm als Hauptattraktionsmmmer die Ersteigung irgendeines Bergriesen der Schweiz. Meine Frau hatte lange Zeit sogar zwischen dem Montblanc und der Jungfrau geschwankt, und es hatte erst vieles Zuredens bedurft, bis sie schließlich zugab, daß ihre Gipfelsucht auch mit einer Spitze befriedigt sein würde, die geringere Schwierigkeiten und Gefahren böte. So hatten wir uns denn nach längerem Hin= und Herreden auf den Dent=du=Midi geeinigt, der immerhin für Anfänger als passable Leistung gelten darf.“ „Wir waren bereits zwei Wochen in der Schweiz. Reine unteren Extremitäten waren infolge der anhaltenden langen Fußwanderungen, die meine Frau für unbedingt mötig hielt,„um uns zu tcainieren“, wie gerädert, und ich hatte schon verschiedene Male, wenn ich morgens beim Aufstehen die müden Glieder reckte, Anfälle von Wadenkrampf bekommen." „Ihr Wohl, Herr Amtsrichter!“ riefen verstandnisvoll die anderen und stießen mit dem Erzähler an. „Danke, meine Herren! Ich komme nach.— Inzwischen war der zweite August gekommen, für welchen Tag der große Aufstieg geplant war. Wir hatten uns von Bern aus bereits acht Tage vorher die beiden besten Führer telegraphisch gesichert und hatten am Nachmittag des zweiten August in dem einzigen Gasthaus des kleinen Nestes— sein Name fällt mir augenblicklich nicht ein— Quartier genommen, von wo aus der Aufstieg erfolgen sollte. Das Gasthaus war überfüllt, und wir mußten froh sein, schließlich ein kleines Zimmer mit einem Bett zu bekommen. Ich will zu meiner Schande gestehen, daß mir gar nicht wohl zumute war. Infolge der ungewohnten Strapazen hatte ich schon das Verzfieber, das einen gewöhnlich erst in Höhen von 4000 Metern befallt. Auch meine Frau hatte Migräne und legte sich deshalb mit aufgelösten Haaren zu Bette. Ich konnte lange nicht einschlafen und wälzte mich unruhig hin und her, was mir wiederholte Vorwürfe meiner Frau eintrug, die durch meine Bewegungen ebenfalls im Schlafe gestört wurde. Schließlich fiel ich aber doch in eine Art von Halbschlummer, aus dem ich plötzlich durch ein Klopfen an der Türe und durch die Stimme des Hausknechts aufgeschreckt wurde. Ich erhob mich, weckte meine Frau, und nachdem wir uns in Eile angezogen und bergsportlich ausgerüstet hatten, stürzten wir nach unten, wo die beiden Führer bereits mit Laternen auf uns warteten. Dann ging's hinaus in die Finsternis, auf einem schmalen, erst allmählich, dann stärker ansteigenden Fußpfade. Ich kam mir vor wie ein Nachtwandler. Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Zu veilen glaubte ich, meine Füße wären im Boden festgewurzelt. Ich mußte die unmenschlichsten Anstrengungen machen, um meiner Glieder einigermaßen Herr zu bleiben. Meiner Schätzung nach mußten wir, bereits mehrere Stunden unterwegs sein, aber es wollte nicht hell werden. Meine Frau mit dem einen Führer ging einige zwanzig Schritt voraus. Plötzlich machte mich mein ziemlich wortkarger Begleiter, der bis dahin den Mund fast nicht geöffnet hatte, darauf aufmerksam, daß wir an einer gefährlichen Stelle angelangt seien, denn rechts stürzte der Feisen fast senkrecht wohl dreihundert Meter ab. Ich solle mich deshalb ginz links, dicht an der steil aufsteigenden Felswand halten und den Fuß bei jedem Schritt vorsichtig und sicher aussetzen, damit ich nur nicht ausgleite. Wie es nun gekommen ist, kann ich nicht sagen, aber ich fühlte plötzlich, wie ich mit dem rechten Fuße ins Leere trat. Ich will schreien, aber kann keinen Laut aus der Kehle bringen. Mechanisch taste ich mit beiden Händen in„der Luft umher, wobei ich das Glück habe, einen Strauch zu ergreifen, au dem ich mich krampfhaft anklammere. Aber der Strauch gibt nach, und plötzlich fühle ich, wie ich in die schwarze, unergründliche Tiefe hinabstürze. Ich höre noch ganz ounkel, um Führern für die große der Befreiung des noch unter fremder Macht „Für die Befreiung Galiziens“ eben wie mit Blindheit geschlagen. **(Flaggenschmuck.) Anläßlich des prinzen Wilhelm, des Stegers gegzg. haben die staatlichen und städtischen Gevaaoe unserer Stadt Flaggenschmuck angelegt. **(Schützt die Wälder gegen Feuersgefahr Die Cefahr der Waldbrände hat wieder begonnen. Das trockene, warme Wetter der letzten Tage hal in Verbindung mit dem scharfen Wind das Vbrt, beb boder Bunte, Gszugset ziunen desJahres rach nicht überwuchern, beibd sest, vo.. uuch nicht überwachern, des vergangenen P#.. 6c“ gein. A einigen Orten hat es bereits Waldbrände gegeben, die glücklicherweise Unterdrückt werben **(Reiche Obst= und Spargelernten) Rhein= und Maingau erwartet. Das in über reicher Blüte gestandene Steinobst wird fast noch übertroffen von der Blüte der Birn= und Apfelbäume. Desgleichen hat die feuchtwarme Witterung außerordentlich befruchtend auf die besonders um Mainz und Monbach, Veinihg,ungten jetzt für 50 und 60 Pfg. zu haben ist. Diese Preise werden aber im Laufe der nächsten Tage noch wesentlich weiter fallen. (Für das Kriegswahrzeichen) stifteten ferner ein Kreuz oder ein Schild: Hermann Irle zu Schwerte.— Familie Heinr. Otten zu Schwerte. Oberingenieur Friedr. Färber zu Dortmund. Friedrich Stöcker und Frau zu Gelsenkirchen.— Vereinigung der Sachsen und Thüringer.— Erich Vogt zu Iserlohn. **(Beschaffung von Eisenbahnfahrzeugen.) Fü das laufende Rechnungsjahr läßt die preußi motiven, 1700 Personen=, 400 Gepäck= und 2363 Personen= und 418 Gepäckwagen, sowie 8000 (Merkblat.) Im Reichs=Bostamtzen geis reue Werthiat de besptjud Zoliglangenen in soed, gusgestelt worden. Das Mertblatt ist Schalterräumen der Postanstalten ausgeNohn betist, sei berauf Biuge posezg Malt inr tierische Oele und Fette, Berlin W., Kanonierpreußischen Provinzen vermitteln schaftskammern den Bezug. **(Die Badestelle) in der Ruhr ist vom heuti Tage an geöffnet; die Benutzung derselben ist für Eingesessene des Stadtbezirks frei. Das Mühlengraben ist verboten.(Siehe Bekannt. machung in heutiger Nummer.) (Feldgraue Grüße.) Für die pünktliche J: Schwerter. Unteroffizier Henschel. Erüße aus Feindesland senden die Schwerter Mus tiere v. Köppen, Tiemann, Luedenau, Schneider, Enzian, Seelig, Heidmann, Becker, Wöste, Werth. **(Zum Wucher mit Nahrungsmitteln.) Die vdn Besichtigung am Mitwoch, den 26. d. M., kaufen.,„„ am Milllr, den 26. d. M., Paul Siebert, Speditionsgeschäft, Altes Fischufe: 32/35“. Das sind also 17000 Pfund„nicht mey einwandsfreie“ Wurst! Wie kam es denn, daß sie die Eigenichaft der Einwoniziertischt, ve 4.. Doh jedenfals dadurch, daß v. Persiu, Verkauf gesielt wurde. Auch argage#ie müsen all diesen Dingen jetzt mit aller Engroie zu Leibe gehen. Es ist wirklich besser, die Beren bekommt die ihr(gebührende Nahrung— selbst auf die Gefahr hin, daß einige Händler nicht ganz Preise erzielen, bei denen sie sich vorgenommen hatten, mit dem Verkauf zu beginnen. **(Waldweide bei Schweinen.) Der preußische Landwirtschaftsminister hat in diesem Jahre die Staatsforsten erneut in entgegenkommendster für den Eintrieb von Weidevieh zur Verfügung Die im vorigen Jahre mit der Morhrgtige bei Schweinen gemachten Erfahrungen waren nach Darlegungen des Oekonomierats Zollikofer=Haunover in den„Mitteilungen der Deutschen,Hagte wirtschafts=Gesellschaft“ günstig. Durch den Weid wurde eine Futterersparnis erzielt, die der futterknappen Zeit eine wichtige Erleichterung bot und wodurch nicht wenige Schweine der erhalten oder der späteren Mast zugeführt werde konnten, die sonst vorzeitig hätten abgeschlachtet werden müssen. Am meisten Nahrunz bietet sich in Laubwaldungen oder Waldungen mit gemischtem Bestand, doch empfiehlt sich der Eintrieb in reine Nadelwaldungen, da auch eine geringe Futterersparnis ins Gewicht fällt und der Weidegang außerdem eine gute Einwirkung auf den Gesundheitszustand der Tiere ausübt. Die Nahrung, die die Schweine im Walde finden, besteht aus einer Reihe verschiedener Gräser an lichten Stellen un Weren, aus frischem Laub von Buschwerk niederhängenden Zweigen, aus Futterreisig, Kräuev, Wo vel, ben Zisen, serner verschiebenen röstelen Kasse, zu. wendet werden. Im gerösteten Zustande hält der Kaffee sein volles Aroma nur kurze Zelt. 2., Ge rseter Kasse st troien, am beseger gerzlge osenen Buchen, u den Busgantz niäglichit sen häher die Ergiebigkeit. 4. 20 Gramm geröhetetr müssen peinlichst sauber eilung benenden Oesche„u Fet oder einte echalten werdenz, von eine Hezinträchztigt dus iste Vertinge AunreI, Zafechgereitung ergibe ur ein gutes Getränt, wenn das Wasser richtig kocht, d. h. lebhaft brodelt. Wasser, das schon längere Zeit gekocht hat, ergibt keinen wohlschmeckenden Kasse. Montag, 8. Mai, abends 8—11¼ Uhr:„Wilhelm Dienstag, 9. Mai, abends 7½—10½ Uhr:„ Aiue, Sauterover age. Albert Vorhirzggr, Gin Mittroh, 1o. Moi, aut.199 1.—1gn Wiliam Sommernachtstraum", Lustspiel Ssostesgo:, Mai, abends 7/-=11 Uhr:„Die des Aooro, vezeggg u. Die Praut von Messina“, Trauerspiel von Friedrich Sonnabend, 13. Mai, abends 71—-1013 Uhr:„Der Freischütz“, Oper von Karl Maria von Weber. hl. ** Holzen, 6. Mai.(Beförderung.) Der enisger Feit, den esener Kenz,. eriet erfaßt.) Von einem Unglücksfall wurde Sepshte de Peron, Von den Kiadern der ehezu nahe, wurde von getctet.999— —9— Vermiscotes. * Frauenmord. Dienstag nacht, wurde die 31 Jahre alte Witwe Rovenber 191“ au) raßenzeinigers Ceroo schaublatz gefafenen Sohnung, Wassertorstr. Vertiuy) vor e. Bei der Leiche lagen, 56, tor aufgcsun Durst geplagt, wimmernd von Hunger und„ gung alten Kinder der die beiden 4 und 2 Juu, zier ein PerbreToten. Unzweiselhaft Der außere Befund den verübt worzerz, ale von angewendeter der Leiche zeigt Bo.., aus der Wohnung Oewvalt, vFerßuch über einen größeren Be ein Spartaste.— hundert Mark bares Geld. ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgeStadttheater Dortmund. uno„der, Mart u. Oper. Sonntag, 7. Mai, abends 7½—10¼ Uhr:„HoffErzählungen“, phantastische Oper in drei Aufzügen. gukerslöte“, Oper von W. 91. Hottesdienst Ordnung für Sonntag, den 7. Mai 1916. Kleine Kirche. 8 Uhr: Pastor Wischnath. Große Kirche. 9 Uhr: Beichte. 9½ Uhr: Abendmahl. 11 Uhr: Kindergottesdienst. Westhofen. 9½ Uhr: Pastor Klinker. Kath. Pfarrkirche, Schwerte. Uhr: Stille hl. Messe. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. Monatskommunion der Männer. 8¾ Uhr: Schulmesse. mit Predigt. 10 Uhr: ### P r e d i g t, N a c h m. 2 ½ U h r. M a i a n d a c h t. amt mi. 2½ Uhr. An den Werktagen ist abends 8 Uhr: Ma Werktagen: 6½ Uhr: Stille hl. Messe in der Krankenhauskapelle. 7 Uhr: Schulmesse. Lichtendorf=Sölderholz. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. Hl. Monatskommunion der Frauen und Jungfrauen. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Andacht mit Segen für unsere Krieger. Freitag, 12. Mai, abends 7 Uhr: KriegsMaiandacht. Wetter=Aussichten für mehrere Tage im Voraus. 7.— Schönes Maiwetter, 8.— Wenig verändert. 9.— Schön, warm, später vielfach Regen. 10.— Sonne, Wolken, kühler, vielfach Regen. 11.— Wenig verändert. 12.— Kühl, wollig, Sonnenschein. 13— Wolkig, vielfach Regenfälle. — Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraae Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwert1h. E Kägel. das Kriegswahrzeichen. S KE Statt jeder besonderen Anzeige. Danksagung. 18 Dem Herrn über Leben und Tod hat gefallen, gestern abend 11½ mutter, Grossmutter und Urgrossmutter 188 Bee“ geb. Obeloer im vollendeten 88. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Schwerte, Ergste, Heinzheim, Düsseldorf, Bochum und Mainz, d. 5. Mai 19 Die trauernden Kinder. Die Beerdigung findet statt am Sonntag nachmittag 2 Uhr vom evangel. Krankenhaus unger Mann oder Dame in allen kaufmännischen Arbeiten(besonders auch Stenographie und Schreibmaschine) durchaus gewandt, um Aitsgessen vird auf Wunsch gestelt. Ausführliche Angebote mit Gehaltsansprüchen an C. Rob. Lohmann, G. m. b. H. Westhofen 1. Westf. 1134 Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei der Beerdigung unserer lieben unvergesslichen Tochter Emmi, für die trostreichen am Grabe gesprochenen Worte des Herrn Pfarrer Klinker, sowie auch für die bewiesene Anteilnahme des Lehrerkollegiums sprechen, unsern herzlichsten Dan Westhofen, den 3. Mai 1916. Familie Karl Hövelmann. 1753 W Danksagung. Für die uns in so reichem Masse bewiesene Teilnahme beim Tode unseres lieben, unvergesslichen Sohnes und Bruders sprechen wir hiermit allen Freunden und Bekannten, besondere Verzägrte gr. Grabe nath für seine trostreichen Worte am Grabe unsern herzlichsten Dank aus. Carl Voss nebst Frau und Kindern. Jackenkleider-Mäntel: Bluen· Röcke=Slandschube- Damen-Garch *Schun Trruerfiore- n g Qussohlsenduingen bereitnälligst.#### * B u agen /P P TAVI Horzie empfehlen als vorlreffliches Hustenmillel Millionen gebrauchen sie gegen Fahrplane Ommer 1918 Preis 50 Pfg. Vorrätig in der Buchhandlung CARL BRAUS Schwerte(Ruhr) Grosse Marktstrasse 3—5. 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Halb-Stores 50 Spannstoffe sells in Erbsil oder Allovernet, in hübschen geschmackvolen Auslührungen 175 275 395 550 750 Halb-Stores tells in Allovernet, Erbsiun oder Eiamine, teis mit Spachtel, Grochet oder Handfilet-Arbeit 850 1050 1250 1650 1850 Tüll-Garnituren im Künsler-Oeschmack, halbere, solide Oualishen, in hübschen modernen Zeichnungen, 2 Flügel und 1 Querbehang 550 750 875 1150 13350 Tüll-Garnituren sels Elamine, in hocheleganten Auslührungen mit Köppel- oder FrielEinsätzen und Motiven, oder mit Lochstickerei. 2 Flügel u. 1 Querbehang 1650 1950 2350 2750 2950 Kochelleinen-Garnituren seils mit Posamenten und Cobelinstof-Garnierung 2 Flügel und 1 Querbehang 1200 1450 1750 2050 2600 Madras-Garnituren in elegansen Farden und oparten Zeichnungen. 2 Fllgel u. 1 Ouerbellang 1700 1875 2575 2700 2850 im Künstler-Geschmack, hübsche moderne, kleine Muster, ca. 125 bis 180 cm breit Mieler 85pig. 110 135 155 Spannstoffe Im Künstler-Geschmack, vorzügliche Qualitäten in reizenden Mustern Dieser 175 195 250 295 Gardinen-Mulle es. 125 em breit, Tuplen- und Würtel-Puster Dieter 155 185 195 225 Nadras-Stoffe ca. 130 cm breit, in hiell- und dunkelgrundig. für: Wohn-, Schlaf- und Speisezimmer-Dekorationen Pleter 350 450 575 Tischdecken teils Kochelleinen, oder Faniasie-Gewebe in hübschen Puslern suck 4475 750 1050 1350 Divan-Decken Fantasie-Gewebe, teils Perser- od. Blumen-Muster suck 595 1150 1950 2300 Läuferstoffe teils lute oder Cocos, ca. 67 cm breit Dieter 95pig. 135 185 225 Läuferstoffe telle, Tepesry, Hargern und Velour #e. it em dreit Dieter 245 295 375 525 Bett-Vorlagen teils imit. Perser, Plüsch oder Tapestry suck 95pig. 145 250 430 Wachstuche es. 70, 85 und 10 em breit, in groder Muster-Auswahl Mieser 95 pig. 135 195 255 285 Zubehörteile als Portièren-Garnituren, Gallerieleisten, Zugeinrichtungen für Gardinen, Vitragenstangen, Ringband, Schnüre, Quasteneic. Plüsch-Teppiche Linoleum-Teppiche-Tapestry-Teppiche ca. 135X200 cm ca. 165X235 cm ca. 200x500 cm an 201650 an 219 180 Betten Fertig gefüllte Oberbetten 2800 1 4075 1600 1200 Fertig gefüllte Kissen 725 525 295 295 oder Unterbetten„II/gschläßg 14800 1419:% 4 10::—14- cu. 818880 cm.....(4 5· 378 29 Pastio gofüllte Oberbetten. 13475 gn.. Beitharchande und Inletts Fertig, gefülte Oberbetten oder Unterbetten„2.schläfig[34“ 2550 1800 1400 Dettbarchende und Tnietts in bewährten, guten Qualitäten. Balieten# w eer und ur 50 90 135 175 200 250 325 b 500 Pfurd Daunen teis grat ober rot Pbnt 5 de 66 Dasse lUGTsmahn Bekannte Fahrtvergütung bei Einkäufen von 20 Mark an. Iserlohn. Sonntags ist unser Kaufhaus von ½8 bis ½10 Uhr und von ½12 bis 2 Uhr geüffhet. vorterrschend Perser=Puster jelle HaarearnTeposche 1508200 cm 975, ca. 155X200 cm..... 2130 1930 4600 420 330 25°, Co. 7250 cm.......... 1780 ca. 1658255 cm...... 420 3600 5200 670 550 4800 3900 g.Eg. 200.250 cm..... s...... 2189 Ca. 200X500 cm...... 5830 520 3750 1140 880, 6500: 460 ca. 200.300 cin i......... 250 ca. 2508630 crn..... 2.: 920 6760