Die„Schwerter Zetung“ erscheimt säglich auber Feiertags. Bezugspreis M. 2.10vierteljährlich, bei der Post für Bestelgeld 42 Pfg. medr. Wöchentl. Gratsbellage:„Illustrierter Famillenfreund“ u. tägl. Unterhaltungsbatt. Anzeigenpreis: Diessebengespaltene Petitzelle oder deren Raum 20 Pfg., Retlamezell. 50 Plg. Jeder Nabal glt als Kassenraball undertischt bei Konkursen, Zwangsvergleichen, gerichlichen Kiagen und Nichtbeachtung der gemachten Jahlungsbedingungen. Amtliches Kreisblatt Westhofenes Zeitung Langscheder Zeitung Verbunder mit: für den Kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Llolk azeitung Nr. 90. Schwerker Cageblatt ∆ Schwerter Anzeiger Gelles und Altelles Cagesorgan des Grelles c General-Anzeigen für den Kreis Gärde e Gaupt- Ranonerablaß Samstag, den 15. April 1916. aus brig und Ichapolherlichen Berock. nungen für den Kris Hörde erlangen gantz Bekanntmachung der Aöniglichen Regierung durch Verössentlichung in der„Schwerter Zettung“ rechtsverdindtiche Kraft.— „Schwerter Zeltung= gewährt ihren Abonnenten für jeden mit Tod endenden Unfall geBedingungen 300 Mk. Unfall. Druck u. Verlag v. Car Braus, Schwerte=Ruhr Feiasp62 Telegr.Adr. BrousSchwerte=Ruhr 8r er Sohscgene Gefnige dlampfe un der vseertemunilhme 7.1m Worlut Lebhafte Artillerietatigkeit im Westenzund Osten.— Schwere italien. Berluste. „ s ein Rekord. Zirkelt man die Entfernung von den Ein Mabnwort des Städtetages Die verschiedenen schweren Fehler, die bei der Nahrungsmittelversorgung des Reiches gemacht worden sind, und die schmerzlichen Erfahrungen, mit denen die gesamte Bevölkerung dafür hat büßen müssen, haben den Deutschen Städtetag veranlaßt, eine Eingabe an den Reichskanzler zu richten, in der u. a. folgendes ausgeführt wird: Bisher sind alle Maßregeln des Reiches; die auf die Sicherung, sparsame Verwendung und gerechte Verteilung unserer Vorräte an Lebensmitteln abzielten, im Lause des Erntejahres unter dem Drange augenblicklicher Ereignisse und Erwägungen erlassen worden. Nach den mit ihnen gemachten Erfahrungen ist es aber jetzt zur Vorbereitung eines etwaigen dritten Kriegserntejahres dringend erforderlich, für die wichtigsten Nahrungsmittel von vornherein ein Programm festzulegen, das sich auf dieses ganze Erntejahr erstreckt und mit festem Willen durchgeführt wird. Wir erlauben uns, auf das lebhafteste zu befürworten, daß schon die allernächste Zeit, die Monate des Frühlings und Frühsommers zur Ausarbeitung eines solchen Programms benutzt werden, und werden es mit besonderem Danke begrüßen, wenn wir zur Mitarbeit hieran sobald als tunlich herangezogen werden. Im allgemeinen glauben wir, daß die Sicherstellung der Nahrungsmittel je wirkungsvoller sein wird, je mehr sie sich auf die hauptjächlichsten Nahrungsmittel beschränkt. Der Erfolg solcher Maßregeln aber muß sein, daß Stadt und Land gleichmäßig bedacht werden. Die Frage gerechter Verteilung ist für die städtische Bevölkerung von gleicher Wichtigkeit, wie die Vorratsfrage und die Preisfrage. Diesen Gesichtspunkt erachten wir auch hinsichtlich der Brot= und Mehlversorgung für entscheidend. Wir halten es für notwendig, daß die der städtischen Bevölkerung zugeteilte Brotmenge so hoch wie irgend möglich bemessen wird. Deshalb erscheint uns eine Nachprüfung angezeigt, ob die Grundsätze für die Selbstversorgung, Selbstlieferung und ländliche Selbstwirtschaft nicht einer Abänderung bedürfen. Hinsichtlich der Kartoffeln sind wir der Meinung, daß die Sorgen u. Unmöglichkeiten dieses Frühjahrs und Winters sich nicht wiederholen dürfen. Hier vor allem andern ist eine ganz feste Regelung nötig, welche alsbald mit Beginn des Herbstes in Kraft tritt, die volle Versorgung für die Wintermonate gewährleistet und dann vom Mai an den nach dem Ernteausfall verschiedenen Möglichkeiten Reihnung trägt. Für sehr bedeutungsvoll halten wir weiter eine Erfassung der Zuckerbestände, die den deutschen Zuckerreichtum sachgemäß während des ganzen Jahres seinen einzelnen Verwendungszwecken zuführt. Auch die Fleischversorgung der Bevölkerung wird von der bevorstehenden Ernte abhängen, da nur diejenigen Ertrügnisse als Viehsutter zur Verfügung gestellt werden dürfen, die für die unmittelbare menschliche Ernährung nicht erforderlich sind. Aber auch hier bedarf es eines einheitlichen Wirtschaftsplanes vom Herbst an, sofern nicht die Interessen der Städte aufs schwerste benachteiligt werden sollen. Die Anordnung, daß Hausschlachtungen und Notschlachtungen auf das Schlachtungskontingent der einzelnen Gemeinde anzurechnen sind, würde, wenn sie bereits im Herbst bestanden hätte, sicherlich sehr wesentlich zu einer gerechten Verteilung des verfügbaren Fleisches beigetragen haben, während jetzt die Hausschlachtungen im wesentlichen abgeschlossen sind. Von besonderer Bedeutung für die städtische Bevölkerung ist die Erhaltung der Milchkühe. Wir hegen überhaupt die Hoffnung, daß der Regelung der Fleischversorgung sich eine wirkliche Negelung auch der Butter= und Milchversorgung anschließen wird. Bei der Butter ist der jetzige Zustand, wonach in weiten Deutscher Tagesbericht. Großes Hauptquartier, 14. April 1916. Westlicher Kriegsschauplatz. Abgesehen von stellenweise lebhaften, im Maasgebiet heftigen Feuerkämpfen ist nichts wesentliches zu berichten. Angriffsversuche auf dem linken Maasufer erstarben in unserem Artilleriefeuer schon in den Ausgangsgräben. Oestlicher Kriegsschauplathz. Bei der Heeresgruppe des General=Feldmarschalls v. Hindenburg wurden in der Gegend von Garbunowka(nordwestlich von Dünaburg) und südlich des Narocz=Sees begrenzte feindliche Vorstöße blutig abgewiesen. Ebenso blieben bei der. Heeresgruppe des General=Feldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern Unternehmungen russischer Abteilungen gegen die Stellungen am Serwetsch(nördlich von Zirin) erfolglos. Balkan=Kriegsschauplatz. Die gegnerische Artillerie war gestern östlich des Wardar zeitweise tätig. In der Nacht vom 12. zum 13. April warfen feindliche Flieger erfolglos Bomben auf Gewgheli und Bogorodica, östlich davon. Oberste Heeresleitung. Oesterreichischer WB Wien, 15. April. Amtlich wird verlautbart vom 14. April: Russischer Kriegsschauplatz. Gestern standen unserer Linien an der unteren Strypa, am Dujestr und nordöstlich von Czernowitz unter heftigem Geschützfeuer. In der Nacht kam es im Mündungswinkel der unteren Strypa und südöstlich von Buczacz zu starken Vorfeldlämpfen, die teilweise noch fortdauern. Im südlichsten Teil des Gefechtsfeldes wurde die Besatzung einer vorgeschobenen Schanze in die Hauptstellung zurückgenommen. Nordöstlich von Jasnowice drang der Feind gleichfalls in eine unserer Vorstellungen ein, wurde aber durch einen Gegenangriss hinausgeworsen, wobei wir einen russischen Ossizier, 3 Fähnriche und 100 Mann gefangen nahmen. An der von Buczacz nach Czoreckow führenden Straße bemächtigte sich ein österreichisch=ungarisches Streifkommando durch Ueberfall einer russischen Vorposition. Auch gegen die Armee des Erzherzogs Joseph Ferdinand entfaltete die feindliche Artillerie erhöhte Tätigkeit. ländlichen Kreisen keinerlei Mangel herrscht, in den Städten aber vielfach ernste Not besteht, in hohem Maße unbefriedigend. —00— Grey an Willon. Washington 14. April.(Reuter.) Die Antwort Großbritanniens auf die amerikanischen Vorstellungen wegen der Verhaftung von 38 Oesterreichern, Deutschen und Türken von dem Dampfer „China" bei Schanghai wurde vom Staatsdeparte= ment veröffentlicht. In der Note wird die Festnahme damit gerechtfertigt, daß die feindlichen Pressen sich damit beschäftigt hätten, heimlich Waffen zum Versand nach Indien zu sammeln und revolutionäre Anschläge auszuhecken. Wenn den Leuten gestattet worden wäre, in Manila zu landen, würden sie ihr schändliches Werk fortgesetzt und dadurch die Neutralität der Vereinigten Staaten kompromittiert(!!) haben. Grey legt dar, daß das einzige internationale Dokument, das auf den Fall Anwendung findet, die von Großbritannien nicht unterzeichnete Londoner Deklaration sei, in der die Gefangennahme von Personen auf Mitglieder der bewaffneten Macht der Kriegführenden beschränkt werde. Der gegenwärtige Krieg habe aber gezeigt, daß die Methoden, durch welche Großbritanniens Feinde und namentlich DeutschItalienischer Kriegsschauplatz. Dac beiderseitige Geschützseuer wurde, soweit es die Sichtverhältnisse erlaubten, auch gestern fortgesetzt. Am Mrzl. Vrh. bemächtigten sich unsere Truppen einer Vorstellung und schlugen wiederholte Gegenangriffe unter schweren Verlusten der Italiener ab. Bei Flitsch und Ponteba nahm unsere Artillerie die feindlichen Stellungen unter kräftiges Feuer. An der Tiroler Front schritt der Feind an mehreren Stellen zum Angriff. Ein Versuch, sich im Sugana=Abschnitt unserer Höhen beiderseits Novaledo zu bemächtigen, wurde abgewiesen. An der Tonalestraße räumten unsere Truppen heute nacht die Verteidigungsmauer südlich Sperone und setzten sich in der nächsten Stellung fest. Im Adamellogebiet besetzten Alpini den Grenzrücken Dosson di Genora. Südlich des Stilfser Joches scheiterte ein seindlicher Angriff auf den Monte Scorluzzo. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschall=Leutnant. land den Sieg zu erringen suchen, keine Grenzen kennen. Es seien in vielen Teilen der Welt auf neutralem Boden feindliche revolutionäre Auschläge und Pläne zur Zerstörung des Seehandels usw. entdeckt worden. Die Note erinnert an die zahlreichen philodeutschen Verschwörungen in den Vereinigten Staaten und sagt dann, daß das Ansuchen von Freigeleiten für feindliche Ausländer, die aus den Vereinigten Staaten zurückkehrten, nachdem ihre Anwesenheit dem Lande unbequem geworden wäre, auf der Tatsache beruht habe, daß auch andere Personen gefangen genommen werden könnten, als Angehörige der bewaffneten Macht Kriegführender. Grey spricht die Erwartung aus, daß die Vereinigten Staaten angesichts der von ihm angeführten Tatsachen nicht länger daran festhalten werden, daß die Gefangennahme der Deutschen bei Schanghai ungerechtfertigt war. Der Krieg gegen England. Ist die englische Flotte bedroht? Bern, 14. April. Ueber den letzten Zeppelinangriff auf Nord=England entnehmen wir einer Besprechung im„Berner Tageblatt": Friedliche Orte ließen die Zeppeline verschont. Sie haben Wichtigeres im hohen Norden zu tun, Edindurg war ihr letztes Ziel, und wie gesagt, ein Rekord. Zirkelt man die Entfernung von den deutschen Nordseeküsten bis zu den Orkneyinseln im höchsten Norden Großbritanniens ab, so liegt Edinburg auf zwei Drittel des Weges. Von da dis Kirkwall wäre nur noch ein Drittel. Wir wissen nicht, zu welchen Möglichkeiten es die deutsche Luftschiffahrt während des Krieges gebracht hat. Aber Edinburg war eine anscheinend so selbstverständliche Leistung, daß man noch Größeres erwarten kann. Gelingt es einmal, auch das dritte Drittel des bezeichneten Weges zu durchmessen, die alles verheerenden Bomben bis nach dem äußersten englischen Norden durch die Luft zu tragen, so wird die englische Flotte in ihrem angeblich sicheren Versteck aufgestöbert. Man erinnert sich der Mitteilung, die im vorigen Jahre auftauchte, wonach John Bull seine ganze zurückgehaltene Panzermacht zwischen den Orkneyinseln versteckt hält. Man glaubte die Sache nicht recht. Aber da erließ am 6. Oktober die engl. Admiralität eine Bekanntmachung, in der sowohl die neutralen wie die alltierten Schiffe„aufs ernsteste" davor gewarnt wurden, durch den Pentland Firth zu fahren. weil der Aufenthalt in diesem Fahrwasser„die größte Gefahr in sich schließe". Es läge ein Minenseld davor oder in dem Pentland Firth— aber dieser Fjord bildet gerade die Einfahrt zum Scapa=Flow, dem angeblichen Versteck. Wer weiß, vielleicht stellt sich eines Tages heraus, daß der britische Löwe auch in jener Höhle vor dem deutschen Adler nicht mehr sicher ist. Englands ernsteste Gefahr. TU Rotterdam, 14. April. Einer der größten englischen Reeder, das Parlamentsmitglied Houston, erklärte einem Vertreter der„Daily News“, die Frage der Sicherung der britischen Handelsflotte sei so ernst, daß sogar die Frage der Bekämpfung der Zeppeline ihr gegenüber als bedeutungslos zu betrachten. sei. Richt nur hänge von der Beseitigung dieser Schwierigkeiten der Preis der Lebensmittel. für die ganze Nation ab, sondern es handle sich darum, ob es überhaupt möglich sein werde, die Nation auf die Dauer mit hinreichenden Lebensmitteln zu versehen. Houston schätzte die Zahl der seit Anfang des Krieges aus verschiedenen Ursachen versenkten britischen Handelsdampfer auf 950 mit 3 500 000 Tonnen Laderaum. Allgemeine Dienstpflicht in England? TU Haag, 15. April. Der parlamentarische Mitarbeiter des„Daily Telegraph“ berichtet, daß im heutigen Kabinettsrat der englischen Regierung folgende beiden Fragen behandelt werden sollen: 1. Aenderung des Dienstpflichtzesetzes, das sich auf alle Männer, ob verheiratet oder nicht, erstrecken söll: 2. grundsätzliche Aenderung des bisherigen Freilassungssystems. Den Berufen, die bisher von der Dienstpflicht befreit waren, soll dieses Vorrecht genommen werden. England kennt kein Briefgeheimnis. Kopenhagen, 14. April. Nach der„Nationak Tidende“ ist bei der Herausgabe der seiner Zeit von England beschlagnahmten dänischen Post vom Dampfer„Hellig Olav“ sestgestellt worden, daß ein großer Teil der Briefe von dem englischen Zeusor geöffnet worden sind. Englands Wirtschaftskrieg im Frieden. Rotterdam, 14. April. Der„Rotterdamsche Courant“ berichtet: Der Kongreß der enzlischen Handelskammern hat, wie man sich erinnert, seinerzeit der Wunsch ausgesprochen, daß nach dem Kriege von den Schiffen der Länder, mit denen England jetzt Krieg führt, für das Anlaufen englischer Häfen eine Gebühr erhoben werden soll. Die in England erscheinende„Independence Belge“ meldet dazu, daß dieser Vorschlag auf einem Kongreß der Handelskammern sämtlicher Ententestaaten beraten werden soll.: Das Blatt erklärt sich gegen eine solche Mahrozek. England sei zwar vielleicht start zenug, um die Folgen davon zu tragen. Belgien sei es aber sicher nicht. Belgien dürfe die Freiheit seiner Häfen in keiner Weise beschränken. Besonders Antwerpen müsse als Ausfuhrhafen möglicht viel Schiffahrtslinien an sich ziehen. Belgien habe die ausländische Schiffahrt für die Einfuhr der Rohstoffe und die Ausfuhr seiner Erzeugnisse nötig. Verzweifelte Lage in Kut=el=Amara. TU Rotterdam, 15. April. Wie der„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ sich aus London drahten läß:, stellen die aus Mesopotamien beim englischen Kriegsamt eingetroffenen jüngsten Nachrichten die Lage der englischen Armee als eine sehr mißliche dar. Offonsivoperationen seien infolge der ungünstigen Witterung vorläufig unmöglich, so daß bis auf weiteres die in Kut=el=Amara eingeschlossene britische Armee ihrem Schicksal überlassen bleiben müsse. —0 Der Krieg gegen Frankreicb. Zur Lage bei Verdun. TU Genf, 15. April. Den jüngsten Vorgängen im Cumieres=Abschnitt widmen die Pariser Fachkritiker recht unbestimmt gehaltene Erörterungen, weil immer noch der Hinweis fehlt, von welcher Seite den französischen Verteidigern die Hauptgefahr droht. Oberst T. im„Journal“ läßt die Frage offen, ob die Deutschen die Umgehung der Höhe 295 vom Süden, vom Caurettes=Gehölz aus, beabsichtigen, doch möchte Oberst X. auch die nordwestlich von Cumiere erzielten deutschen Fortschritte nicht außer Betracht lassen. Französische Kritit über Verdun. WTB Bern, 14. April. Mit den jüngsten deutschen Erfolgen vor Verdun fertig zu werden, fällt den französischen Militärkritikern schwer. Sie können doch nicht umhin, die deutschen Gewinne zu bestätigen. So sagt General Berthaut im„Petit Journal“:„Trotz blutiger Schlappen gelang es den Deutschen doch, sich an einem Punkte sestzusetzen, der wichtig ist. Wenn es dort weitergeht, so ist ein ernstlicher Vorteil nicht abzuleugnen, jedenfalls, so lange die Deutschen die Initiative in der Hand behalten, haben sie den Vorteil, die Angriffe nach ihrer Wahl fortsetzen zu können. Auch Rousset betont die Initiative auf seiten des Gegners; er fürchtet eine Ausdehnung der Operationen ostwärts und warnt, auf ein Nachlassen zu vertrauen; denn bevor sich der Feind geschlagen gebe oder auf Vorschreiten verzichte, würde er gewiß seinen ganzen Heerbann aufbieten. Die Franzosen sollten sich also keinen Hoffnungen hingeben. Die Kritik im„L'Homme enchaine“ ist arg von der Zensur verstümmelt. Der Kritiker weist darauf hin, wie trotz aller Schlappen die Deutschen den Feind immer zum Zurückweichen zwängen. Die Schlacht werde noch manche Ueberraschung bescheren. Man habe doch schon allerlei lernen müssen. Pariser Raubgesindel in Verdun. Wie ein Kriegsberichterstatter der„Frankf. Ztg.“ meldet, bestätigen französische Augenzeugen, daß die Stadt Verdun unter unserem wochenlangen Feuer stark gelitten hat, daß sie ein Raub der Flammen und Granaten geworden ist, zeitweilig so sehr, daß die französischen Truppen keinen Durchmarsch mehr wagten und auch ihre Quartiere außerhalb suchten. Vergebens bemühte sich die Pariser Feuerwehr, zu löschen und zu bergen. Sie wurde dabei, so ergibt sich einwandfrei aus Tagebuchaufzeichnungen und Aussagen Gefangener, durch Pariser Raubgesindel schlimmster Art lebhaft „unterstützt“, das so frech und schamlos war, daß es Offizieren und Mannschaften auffallen mußte. Es wirft kein gutes Licht auf die vielgerühmte Organisation des Widerstandes durch General Petain, daß ein derartig verbrecherisches Treiben, über das die Kämpfer in der französischen Front mit Recht entrüstet sind, sich unter den Augen des Kommandierenden abspielen kann. Senator Humbert über die französischen Verluste. TUGenf, 15. April. Senator Humbert, der als Mitglied des Armeeausschusses über die wahren Ziffern der französischen Verluste vor Verdun vollkommen unterrichtet ist, bringt im„Journal mit gewohnter Offenheit zur Sprache, daß man die Aufopferungsfähigkeit des französischen Volkes nicht bis zur äußersten Grenze ausnützen solle. An den Verbündeten, namentlich an England, wärc es, in weit größerem Umfange als bisher Frankreich zu entlasten, damit das an Kräftemangel empfindlich leidende wirtschaftliche Leben der Republik nicht der vollständigen Erschöpfung verfalle. Räumung der Stadt Arras. Lugano, 15. April. Aus Paris wird gemeldet: Wegen fortgesetzter Beschießung verfügte der englische Kommandant die Räumung der Stadt Arras von den letzten tausend Einwohnern. Zum Wecbsel im kranzökischen Kommando in Saloniki. a a General Sarrail. ——0000— Die Lage auf dem Balkan. Zu den Forderungen der Entente an Griechenland. TU Budapest, 15. April.„Az Est“ meldet aus Bukarest: Ueber die Pläne der Entente gegenüber Griechenland meldet„Seara“ solgendes: Der englische Gesandte in Athen erschien beim griechischen Ministerpräsidenten und überreichte ihm eine Nole des Vierverbandes, die folgende Forderungen enthielt: Griechenland solle einwilligen, daß portugiesische Truppen auf griechischem Boden landen; Griechenland unterlasse die Annexion des Nordepirus und ziehe seine Truppen von Santi Quaxanta zurück; die Militäcpflichtigen der Ententestaaten, die sich in Griechenland aushalten, sollen der Entente zur Verfügung gestellt werden; Engländern und Franzosen soll der Kontrolldienst in den Postämtern von Saloniki gestattet sein. Wenn Eriechenland in diesen vier Punkten nachgibt, werde England die drei besetzten griechischen seln zurückgeben. Die Note betont besonders, daß Griechenland sich von Feindseligkeiten gegenüber Italien zurückhalten soll.— Nach der Ueberreichung dieser Note fand ein Ministerrat statt, an dem auch der Chef des Generalstabes teilnahm. Die griechische Regierung hat sämtliche Punkte zurückgewiesen. Die feste Haltung Griechenlands. TU Athen, 15. April. Die politische Lage ist unverändert. Die Entente hat, da Skuludis erklärte, nicht einmal im Prinzip über eine etwaige Besetzung der Eisenbahnen Patras—Athen und Athen—Larissa durch die Entente in eine Dislussion eintreten zu wollen, von neuen Schritten abgesehen. Die der Entente nahestehende Venizelopresse läßt verlauten, daß die Entente von ihrem Vorhaben angesichts der starken griechischen Opposition absehen werde. Die Presse betont fast einstimmig, daß Griechenland, falls es weiter als freie Nation gelten wolle, mit jedem Mittel, wenn nötig mit Gewalt, jeden Versuch einer militärischen Besetzung des Innern Griechenlands abweisen müsse.„Skrip“ schreibt: Es ist erklärlich, daß die Entente wegen des fürchterlichen Druckes auf die französische Front und des blutigen Zusammenbruches der russischen Offensive versucht, die Balkanfront durch griechisch=serbische Armeen zu verstärken. Wir sind überzeugt, daß, wenn versucht würde, Patras oder andere griechische Städte zu besetzen, die Armee, ihrer Pflicht entsprechend, und auch das Volk diejenigen vertreiben werde, die unsere Eisenbahnen nehmen und ganz Griechenland in denselben Zustand des Schreckens bringen wollen, wie Mazedonien.“„Nea Himera“,„Embros“ und„Chronos“ äußern sich ähnlich.„Nea Himera“ betont die ungeheure Verantwortung, die auf Venizelos fällt, weil er, jeden Patriotismus vergessend, die Entente verleite, gegen sein Land Gewaltmaßnahmen zu treffen. Der standhafte Skuludis. Die im Drangsalieren der griechischen Regierung unermüdlichen Franzosen und Engländer haben heute zwei neue Beschwerden gegen Skuludis gefunden. Erstens verweigere er den Verbündeten seine Zustimmung zu gewissen, nicht näher anzugebenden Maßnahmen gegen die deutschen U=Boote, zweitens suche er mit allen Mitteln die Mitwirkung der sich auf griechischem Boden befindenden Ueberreste der serbischen Armee an dem französisch=englischen Unternehmen zu verhindern. Die offiziöse französische Presse benutzt diesen Anlaß zu neuerlichen Drohungen gegen das Kabinett Skuludis. Ein vernichtendes Urteil über die SalonikiExpedition. TU Rotterdam, 14. April. Die amtliche„London Gazette“ enthält den Bericht des Generals C. Monroe über die militärische Lage, die er bei seinem Eintreffen im Oktober auf der Halbinsel Gallipoli vorfand. Die Gruppen hielten, so sagte General Monroe, eine Linie besetzt, die alle möglichen militärischen Mängel zeigte. Die Expedition besaß keine Basis, die eine schnelle Zufuhr von Vorräten und Mannschaften ermöglichte. Bei einem Schneesturm im November kamen 200 Mann infolge der Kälte um, und außerdem wurden 10 000 Kranke fortgeschafft. Am Abend des 3. Januar wurde eines der Kriegstransportschiffe, der„Prince George“, mit 2000 Mann an Bord, von einem feindlichei Torpedo getroffen. Der Torpedo explodierte aber nicht. Dies die Hauptpunkte des Berichtes. Er erregt in der englischen Presse das größte Aufsehen. Kräftiger konnte die Expedition nicht verurteilt werden, als die einfachen Berichtworte des Generals. General Simon. dungen stattfanden. Der italienische Militärattachee erklärte, daß die militärischen Bedürfnisse Italiens die teilweise Besetzung und Benutzung des nordepirotischen Gebietes erforderlich machen. Die Besetzung wäre natürlich nur vorübergehend. Leider könnten dieselben militärischen Interessen Italiens eine weitere Ausdehnung Griechenlands im Nordepirus auch in Zukunft nicht gestatten. Weiterhin erklärte der Attachee es für falsch, daß sich Italien in London verpflichtet habe, am Balkanfeldzuge teilzunehmen. Italien bewahre nach wie vor die Freiheit seiner Entschließungen. Der Umschwung in Rumänien Bukarest, 14. April. Demnächst begibt sich eine Kommission ntch Berlin, um industrielle Erzeugnisse und Arzneien für Rumänien einzukaufen. Die Absendung wird mit besonderen Lastzügen erfolgen, welche den Weg in höchstens 5 Tagen zurücklegen sollen. Im Sinne des Versorgungsvertrages zwischen Deutschland und Rumänien ist hier eine Zentraleinkaufskanzlei gegründet worden. TU Budapest, 14. April. Die ungarische Eisenbahndirektion trat mit der rumänischen Eisenbahndirektion in Fühlung wegen der Frage der deutschen Sommerszeit. Demnächst findet hierüber eine amtliche Ermittelung statt. Das deutsch=rumänische Abkommen. WTB Bukarest, 15. April. Das Blatt„Steagul“ begrüßt das zwischen Deutschland und Rumänien in wirtschaftlichen Fragen zustande gekommene Abkommen und teilt darüber folgende Einzelheiten mit: Dem Abkommen entsprechend werden ständige Bureaus in Berlin und Bukarest für den Warenaustausch arbeiten. Die Ausfuhr nach Deutschland erfolgt in Sonderzügen, die den Namen „Carmen“ führen. Für ihre Regelmäßigkeit bürgt die Tatsache, daß 50000 Bahnwagen Weizen in einigen Monaten aus dem Lande gekommen sind. Mit den damals bereits gekauften Vorräten bedeutet dies eine Ausfuhr von 100000 Wagen, was nur dank der bewunderungswürdigen Organisation der Deutschen, Oesterreicher und Ungarn möglich gewesen sei. Der Fall zeige aber auch die Entwickelungsfähigkeit der rumänischen Transportmittel, wenn sie richtig organisiert würden. Rumänien kehrte damit zu einer gesunden Politik zurück. Dies sei der beste Schritt gewesen, den die rumänische Regierung hätte machen können. —00 Der Krieg zur See. Die Italiener in Albanien. TU Athen, 14. April. Aus dem Nordepirus wird gemeldet, daß größere; beunruhigende Truppenverschiebungen der Italiener an der griechischen Grenze beobachtet werden. Die Italiener leuchten jetzt mit großen Scheinwerfern die griechischen Postenketten ab, die weiterhin verstärkt wurden. Auch die Tätigkeit der italienischen Flugzeuge nimmt zu. Nach anderen Nachrichten sind weitere 3000 Italiener an die griechische Grenze geschafft worden, während gleichzeitig in Valona neue LaDer Einspruch gegen die verschärfte Blockade. Aus Rotterdam wird gemeldet: Der Einspruch der vier neutralen Staaten Norwegen, Schweden, Dänemark und Holland gegen die neue englische Blockade=Verschärfung ist am 11. April in London überreicht. Es verlautet, daß der für den 18. April notisizierte Beginn der verschärften Blockade vertagt ist. Deutsche U=Boote vor allen französischen Häfen. Basel, 14. April. Die„Baseler Nachrichten“ melden aus Paris: Belgische Matrosen, die in Havre landeten, berichteten, daß 2 englische Torpedoboote auf Minen liefen, als sie ihrem Dampfer zu Hilfe eilen wollten. Eine andere Meldung besagt, daß die Unterseeboote vor allen französischen Häfen kreuzen und sogar mehrsach in die Mündung der Eironde eingefahren sind. Beitische Verhaltungsmaßregeln gegen U=Boote. TU Kopenhagen, 15. April. Unter den englischen Seeoffizieren hat eine scharfe Bewegung gegen die von der Negierung getroffenen Bestimmungen eingesetzt, die den Kapitänen bestimmte Verhaltungsmaßregeln gegenüber U=Booten geben. Nach diesen Bestimmungen sind die Kapitäne angewiesen, einem Befehl von Unterseebooten, zu stoppen, nicht Folge zu leisten und ihre Waffen anzuwenden. In dieser Anweisung der Admiralität erblicken die Seeleute eine schwere Gefahr für ihr Leben. Sie weisen darauf hin, daß U.Boote bei Angriffen auf hoher See sich nicht um das Schichsal der Besatzung kümmern können und fordern deshalb, daß Fahrzeuge auf den ersten Anruf stoppen und dem anhaltenden U=Boot die Verantwortung für die Besatzung überlassen. Des weiteren wird die Forderung erhoben, daß englische Dampfer unterwegs keine Nationalitätsabzeichen führen sollen, weil es wiederholt vorgekommen sein soll, daß neutrale Dampser deutschen U=Booten englische Dampfer signalisiert haben. Alle Erkennungszeichen englischer Dampfer sollen während der Reise unkenntlich gemacht werden. —000— Der streitbare Wilfon. bb Amsterdem, 15 April. Reuter meldet aus Washington: Präsident Wilson hat bei einem Festmahl der Demokraten, die aus allen Landesteilen zusammengekommen waren, eine Rede gehalten. In dieser sagte er, daß er Gott bitte, daß die Vereinigten Staaten nicht in den Krieg verwickelt werden möchten, den sie selbst nicht gesucht haben. Er fragte aber, ob das Volk bereit wäre, loszuschlagen, wenn die Interessen Amerikas mit denen der Menschlichkeit zusammenstimmen und ob es den Mut haben würde, sich da zurückzuhalten, wo die Interessen der Menschlichkeit nicht berücksichtigt würden. Wilsons Rede wurde häufig durch jubelnde Zurufe unterbrochen. Aus Stadt und Umgebung. Rückblicke aus den Weltkrieg. 15. April 1915. Zwischen Maas u. Mosel.— Flieger über Freiburg. Zwischen Maas und Mosel brachen im Aillywalde französische Angriffe unter deutschem Feuer zusammen, auch bei Flirey wurde der französische Ansturm abgewiesen. In der Nacht waren die Feuerüberfälle auf die Combreshöhe von besonderer Heftigkeit; die Franzosen wandten Rauch=, Nebel= und Stinkbomben an. Im Priesterwalde gelangten die deutschen Truppen in den Besitz eines Teiles der französischen Hauptstellung; der Nahkampf wurde mit Erfolg für die deutschen Waffen fortgesetzt.— Nochmals erschien ein feindlicher Flieger über Freiburg und warf Bomben ab, durch welche eine Anzahl Personen, namentlich Kinder getötet und verletzt wurden. Durch Abwehrkanonen wurde der Angreifer vertrieben.— In Polen wurde ein russischer Angriff bei Petrikau abgewiesen; in den Karpathen kam es im Waldgebirge zu einzelnen Kämpfen.— Auf dem türkischen Kriegsschauplatz versuchten die Engländer vergeblich die Befestigungen der Dardanelleneinfahrt zu beschießen und ebensowenig Erfolg hatte die russische Flotte bei Eregli und Zonguldak. **(Für das Kriegswahrzeichen) stifteten feryer ein Kreuz oder ein Schild: Familie Lokomotivführer Karl Neuert, Männergesangverein „Flügelrad“, Familie Robert Köster, Weichenstellerund Bahnwärterverein und deren Hülfsbeamten, Familie Dr. Steinschulte, Schuhwarenhandlung, sämtlich zu Schwerte. Ferner folgende ehemalige Schwerter Familien: Kunstmaler Karl Haver, Düsselderf; Frau Postrat Heisig, geb. von Heill, Dortmund; Sanitätsrat Dr. Emil Beckhaus, Wattenscheid; Generalmajor Röhrssen und Frau, geb. Brüggmann, Hannover; Familie Apotheker Wirth, Brackwede, Generaldirektor Dr. Hans Berkemeyer, Berlin. Silberne Nägel stifteten: Amtsrichter Dr. Heppe, Gütersloh; Direktor Plentz, Godesberg; Oberlandesgerichtsrat Teitge, Düsseldorf; Direktor Adolf Müller, Düsseldorf=Rath.— Am Sonntag nachmittag 3 Uhr findet die Nagelungsfeier der Sedanschule statt, die dadurch eine ganz besondere Anziehungskraft ausüben dürfte, als bei dieser Feier die Kapelle des Ersatz=Bataillons der 130er aus Hamm mitwirken wird. (Erhebung eines abermaligen Wehrbeitrages.) Nach Ablehnung des sozialdemokratischen Erbschaftssteuerantrages im Hauptausschusse des Reichstages wurde mit den Stimmen der Sozialdemo— Denidan uns Ser#e (Sichreunet! Willkommenste Liebesgabe! NI 34 6, S· S 810 Pfr. Stick Trustfrei! st um das Schichsal und fordern dessten Anruf stoppen die Verantwortung Des weiteren wird lische Dampfer unichen führen sollen, sein soll, daß neuen englische Dampinnungszeichen engder Reise unkenntWilfon. Neuter meldet aus hat bei einem Festallen Landesteilen Rede gehalten. 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Blatt Schwerter Samstag, 15. April 1916. Amtliches Kreisblatt. unsl Serde uusliche etten. ste Liebesgabe! S 810 E 8 10 PEr.Stick. Ierracht vortocrei!. verpackt. 101f Porto! enfahr: Vertichee, Drescen III L cenechern tfrei! Das große Wort. Der großen Worte fallen viel Im Lager der Alliierten, Die sich mit ihrem großen Ziel Nun schon so oft blamierten. Schon lange bringt man Lügen an, Macht Recht und Wahrheit streitig, Mit hohlen Worten tröstet man Sich schließlich gegenseitig. Das große Wort bleibt fort und fort Dort drüben gut im Schwunge; Auch Asquith führt das große Wort Und kämpft mit spitzer Zunge. Herr Asquith weiß auch guten Rat, Als Redner bester Sorte, Er ist ja auch kein Mann der Tat, Er ist ein Mann der Worte. Und Asquith sprach: In jedem Krieg Ist Deutschland das Karnickel, Sein Sieg ist dieserhalb kein Sieg, Wir kriegens doch beim Wickel. Und ist die Aussicht vor der Hand, Auch noch ein wenig trübe, Gefestigt ist im Vierverband Gemeinsamkeit und Liebe. Herr Asquith sprachs! Die Achtung steigt Des Franzmanns vor den Briten, Weil dieser so viel Liebe zeigt, Dem, der für ihn gestritten! Drum bleibt er immer in der Näh' Des Freundes und Alliierten, Und setzt sich fester in Calais Und spielt den Ungenierten. Und Asquith sprach: Das Endziel ist Vernichtung der Barbaren, Ich geb dem Krieg noch eine Frist Von mindestens 5 Jahren. Wir richten dann den Sieg ins Lot, Und siegen nicht die Waffen, Verschreib ich Pest und Hungersnot, Die werden's schließlich schaffen. Ei, wie's Herr Asquith menschlich meint, Doch ist er schlecht beraten, Mit Worten schlägt man keinen Feind, Man schlägt ihn nur mit Taten. Ein großer Mund beim Festbankett, Kann uns nicht imponieren, Das deutsche Schwert macht alles wett, Die Gegner sollen's spüren! Es schlägt den niederträcht'gen Feind Mit seinem Stahl, dem harten, Und wird nicht, wie Herr Asquith meint, Fünf lange Jahr noch warten. Nichts gilt das Wort des Biedermanns, Die Tat genialer Streiter Entscheidet dieser Waffentanz, Vielleicht schon bald! Ernst Heiter. 000 Die Opfer der steuer. Beschlüsse des Haushaltsausschusses. Der Haushaltsausschuß des Reichstages pflegt seit mehreren Tagen Beratungen über die Kriegsgewinnsteuervorlage. Besonders wichtige Beschlüsse wurden dabei am Dienstag und Mittwoc gefaßt. Es handelte sich zunächst um den§, 7 des Geesetzentwurfes, welcher lautet: — Die besondere Abgabe wird nur er hoben, wenn der nach diesem Gesetze festgestellte Vermögenszuwachs den Betrag von 3000 Mark übersteigt. Hier beantragte, die Nationallderalen, die Mindestgrenze auf 10000 Mark heraufzusetzen, das Centrum, sie auf 1000 Mark herabzusetzen. Nach längerer Debatte, in de sich der Reichsschatzsekretär gegen beid: Anträge aussprach, wurde unter Ablehnung des nationalliberalen Antrages gegen die Stimmen der Antragsteller mit großer Mehrheit, entsprechend dem Centrumsantrage, die Mindestgrenze des Kriegsvermögenszu. wachses auf 1000 Mark festgesetzt. § 8 Abs. 1 des Entwurfes, der alle Vermögen unter 6000 Mark von der Gewinnsteuer befreien will, blieb unverändert. Die Abstufung der Steuersätze nach der Höhe des Vermögenszuwachses sowie nach Vorhandensein und Höhe eines Mehreinkommens enthält der§ 9. Die Abgabe soll betragen: für die ersten 20 000 Mark des Vermögenszuwachses 5 v. H., für die nächsten angefangenen oder vollen 30000 Mark 6 v. H., für die nächsten angefangenen oder vollen 50000 Mark 8 v.' H., für die nächsten angefangenen oder vollen 100 000 Mark 10 v. H., für die nächsten angefangenen oder vollen 300 000 Mark 15 v. H., für die nächsten angefangenen oder vollen 500000 Mark 20 v. H., für die weiteren Beträge 25 v. H. Nach§ 10 des Entwurfes wiro dei Vorhandensein eines Mehreinkommens während des Krieges von dem Vermögenszuwachs in Höhe dieses Mehreinkommens das Zweifache der im§ 9 bestimmten Sätze erhoben; unterliegt hiernach der Vermögenszuwachs zum Teil dem einfachen, zum Teil dem zweifachen Abgabengesetze, so sind die doppelten Sätze von den höheren Staffelbeträgen zu berechnen.— Hierzu lagen Anträge der Fortschrittler und der Sozialdemokraten vor, die beide höhere Abgabesätze vorschlugen. Das Centrum forderte eine grundsätzliche Umgestaltung der Vorlage, indem es unter Aufrechterhaltung der Abstufung der Steuersätze für den Vermögenszuwachs gemäß§ 9 des Entwurfes auch eine Abstufung des Mehreinkommens (§ 10) beantragte, mit den gleichen, unabhängig von den in§ 9 bestimmten Abgabe zu erhebenden Sätzen. Dabei sollen Einkommen, welche in den drei Jahren 1914, 1915, 1916 zusammengerechnet den Betrag von 15000 Mark nicht übersteigen, und Mehreinkommen, welche den Betrag von 3000 Mk. nicht übersteigen, der Abgabe nicht unterliegen. Der Reichsschatzsekretär wandte sich gegen diesen Antrag und bat, es bei dem Grundgedanken der Vorlage zu belassen. Mittlerweile ging von nationalliberaler Seite der Antrag ein: § 10. Hat der Steuerpflichtige ein nach den§§ 11 bis 19 berechnetes Mehreinkommen gehabt, so wird von diesem Mehreinkommen eine weitere Abgabe unter Zugrundelegung der Sätze des§ 9 erhoben. In der Debatte erklärte der Reichs[Latzsekretär, die Anträge gefährdeten in ernstlicher Weise das Zustandekommen der Vorlage, da sie einen Eingriff in die Vermögenssubstanz selbst, und zwar in den meisten Fällen in eine ohnedies verminderte Vermögenssubstanz bedeuteten. Ein Mitglied des Bundesrates für das Königreich Jayern erklärte, daß es sich hier um eine Existenzfrage für die Bundesstaaten und schließlich um eine Mediatisierung derselben handle. Er könne deshalb einen weiteren Schritt zur Reichsbesteuerung nicht mitmachen. Doch wurde schließlich der nationalliberale Antrag mit groher Mehrheit angenommen. Am Mittwoch wurdecxotz der Einwände, die der Reichsschatzsekretär machte, anstelle des§ 9 mit Mehrheit der fortschrittliche entrag angenommen, der folgende Abstufungen der Steuer vorschlägt: für die ersten 10 000 Mk. des Vermögenszuwachses 5 v. H., für die nächsten angefangenen oder vollen 20 000 Mark 6 v. H., für die nächsten angefangenen oder vollen 30 000 Mark 8 v. H., für die nächsten angefangenen oder vollen 40 000 Mark 10 v. H., für die nächsten angefangenen oder vollen 100000 Mark 15 v. H., für die nächsten angefangenen oder vollen 300000 Mark 20 v. H. für weitere Beträge 25 v. H. Der sozialdemokratische Antrag, der Abgabesätze von 10 v. H. bis 35 v. H. forderte, wurde abgelehnt. vom östlichen Kriegsschauplatz. Ein holländischer Berichterstatter über die (“ Kämpfe am Narocz=See. Der Berliner Korrespondent des „Nieuwe Rotterdamsche Courant“ Ddrahtet seinem Blatte eine kurze Schilderung der Lage an der Ostfront. Nach seinem Besuch der Hauptangriffsstelle nördlich vom Narocz=See in der Richtung nach Postawy bleibt für ihn als Haupteindruck das russische Trommelfeuer und besonders die grauenerregenden Leichenfelder von Russen vor den deutschen Stellungen.„An zwei Stellen,“ so berichtet der Holländer,„habe ich weit über tausend noch nicht wegg: räumte Tote mit bloßem Auge zählen können. Besonders mörderisch ist de: Kampf gewesen, wo die Russen in die deutsche Stellung eingebrochen waren und daniich völlig wieder hinausgeworfen worden sind. Auf einer großen Wiesenfläche die sich zwischen den Waldstellungen beider Gegner ausdehnt, sind russische Kolonnen niedergemacht, wie sie in breiter Front angriffen. Wo der Einbruch nicht gelung, liegen die Leichen noch bis auf drei Meter von den deutschen Gräben entfernt. Wo der Einbruch gelang, sind die Stellungen völlig verschwunden, weil nach dem russischen Trommelfcuer das deutsche folgte Es kostere doch noch Anstrengung, die Russen hier wieder hinauszuwerfen. Obwohl ihr Trommelfeuer nur kurze Zeit wirkte, war es an dieser Stelle doch vorzüglich geleitet. Man muß seinen Weg suchen zwischen großen Granatlöchern, die ebenso wie die Schützengräben bis zum Rand mit Wasser gefüllt sind. Teutsche Soldaten haben bis zum Bauch in: Wasser stehend bei sechs Grad Kälte Taa und Nacht die Angriffe abgeschlagen. Weiter södlich, wo die Stellungen besser ausgebaut sind, ist die Offensive stellenweise viel richter und fast verlustlos abgeschlagen worden. Bezeichnend für den russischen Augriff war z1. eingehelfen, brochene Russen wußten sich nicht und manche durchgebrochene kleine Abteilung hat sich schließlich mühelos gefangen nehmen lassen. Während unseres Besuches donnerten die Geschütze südlich des Narocz= Sees ununterbrochen, bis er ich an. Donnerstag zum Trommelfeuer steigerte. Mittags schwieg es, und es fanden heftige, aber plansos geführte Angriffe stat: Die Straßen sind hier jetzt grundlos, und heute nacht trat wieder Frost und Schnee ein.“ von den Vorkämpfert. der Kultur. :: In seiner letzten Rede im Deutschen Reichslage hat der Reichskanzler darauf hingewiesen, daß England und seine Verbündeten in dem Bestreben, den Krieg auch auf die deutschen Frauen und Kinder auszubehnen, sich über alle neutralen Rechte hinweggesetzt haben, und daß England sogar so weit gegangen ist, daß es selbst menschenfreundliche Betätigungen amerikanischer Philantropen, wie die Zuführung von Milch an die deutschen Kinder, einfach verboten hat. Eine gleich herz= und rücksichtslose Nichtachtung der Pflichten gegenüber der Menschheit liegt in dem folgenden, jetzt in der Nordd. Allgrieinen Zeitung mitgeteilten Falle vor# Ende vorigen Jahres hatte der deutsche Botschafter in Washington die amerikanische Regierung„ebeten, bei der englischen und französischen Regierung freies Geleit für einen an Knochenfraß todkrank im Knickerboaer=Hospital in Newyork darniederliegenden deutschen Reichsangehörigen zu erwirken. Dieser bedauernswerte Mann, der nach Aussoge des ihn behandelnden Chirurgen nur noch, wenige Monate zu leben hat, hatte den dringenden Wunsch, nach Deutschland in sein Elternhaus geschafft und dort gerflegt zu werden. Wie die ame sikanische Rezierung darauf dem deutsche Botschafter Mitte Februar dieses Jahres mitteilte, haben sowohl die englische wie die französische Regierung das Ersuchen um freies Geleit abgelehnt, und zwar unter Hinweis auf die angebliche Härte, mit der die Deutschen englische und französische Untertanen, einschließlich Frauen und Kinder, behandelt hätten, die in ihre Hände gefallen oder in den Bereich der deutschen Kriegsoperationen gelangt seien. Es erübrigt sich, auf diese bereits des öfteren widerlegten und durch nichts bewiesenen Behauptungen näher einzugehen. Diese Ablehnung des freien Geleits verdient aber festgelegt zu werden als ein westerer Beweis dafür, daß unseren Gegnern jedes Mittel recht ist, um ihre Feindseligkeit auf jedes einzelne Mitglied des deutschen Volkes auszudehnen, und daß sie)abei, wie im Falle„Baralong" und„King Stephen“, nicht nur alle anerkannten Regeln des Völkerrechtes, sondern auch die einfachsten Gebote der Menschlichkeit außer acht lassen. Welt und lk. Ein Einsiedler von 110 Jahren gestorbek. Wie aus Savona gemeldet wird, ist im dortigen Hospiz der älteste Italiener, vielleicht der älteste Mann, dei die Appeninhalbinse überhaupt hervorgebracht hat, gestorben. Er nannte sich Francesco Unico. Bis vor kurzem hatte er als Einsiedler in einer kleinen Waldhütte am Abhange des Vado Ligure gelebt und sich dort hauptsächlich von Pflanzenkost ernährt. In der schönen Jahreszeit wurde er häufig von Wanderern und Ausflüglern besucht und genoß in der Gegend allgemeine Verehrung. In letzter Zeit aber hatte er zu kränkeln begonnen, und so hatte er sich wohl oder übel dazu entschließen müssen ins Tal hinabzusteigen und in Savond seine Aufnahme in das Hospiz nachzusuchen. Natürlich Jedeuteien die in der Stadt verkehrenden elektrischen Bahnen und Kraftwagen ein Erlebnis für ihn. Nun ist er sanft hinübergeschlummert: er hat ein Alter.von ehren grreicht. 1 In eiserner Zeit. Kriegsroman von Charlotte Wilbert. PT Wi 21 ieder ein gegen alle Anstandslehre streitenter Kratzsuß, ein lautes, derbes„Adjüss’, gnä' Fräulu!“ und der„ehrliche Finder" trottete zur Tieppe durch den Korridor und bald knirschte draußen im Gartenweg der Kies unter seinen Füßen. Es schien, als ob sich die kleinen, zierlichen, weißen Steinchen empören wollten, sie, die sonst nur die Last eleganter, feiner Damenschuhchen oder nobler, moderner Herrenstiefel trugen, sollten sich unn von solchen vorsintflutlichen jämmerlichen Stiefeln zertreten lassen. Klirrend fiel das Cartentor in's Schloß und von seiner Arbeit besriedigt, trat der rothaarige Gauner— alias Kriminal=Kommissar Greif— den Heimweg an. An das Feuster gelehm, stand Liane Startell, den Diamant inder Hand. In ihrer Brust tobte ein snuchtbarer Kampf, der sich selbst in ihrem Aeußern abspiegelte. Bleich, matt waren die Züge, glanzlos die schönen Augen, die junonische Gestalt schlaff und gebrochen. O, wie furchtbar waren die letzten Stunden, die sie erlebt! Ihr Mann kam nach Hause, fluchend und tobend, betrunken und — ein Mörder. Stieren Blicks, hohnlachend hatte er ihr erzählt, wie er es dem Perkowitsch, dem alten Schuft, heimgezahlt, wie er geglaubt, die Pläne noch zu finden, und das Schicksal ihn bezrogen. Wie wahnsinnig hatte sie aufgeschrien, als er ihr dies roh in seiner brutalen Art ins Gesicht geschleudert: Der alte Schuift ist tot— tot— erschlagen hab' ich ihn! Sieh her, Weib! Sieh, dort — koit das Blut, sieh, wie es spritzte, als ich ihm den Hammer auf den Kopfschlug. Ha, der Elende! die Papiere, die Pläne! Beirogen hat er mich! Elend betrogen! Verkauft sind sie an die— rusische Regierung, je! Haha, der Wucherer! Alles wur umsonft, umsonst! Hahaha, ich Tor!„GroAchselzuckend bara lie das Gesicht in des Händen.„O Gott, und sie, sie war Mitwisserit eines so furchtbaren, schauerlichen Verbrecheus, sie mußte schweigen, weil der Mörder— zir Galte war." Es packte sie wie rasende Verzeiflung.„Was hatte sie getan? Den, der ihr mit ganzer Seele vertraute— betrogen— bestohhalte emn loses, schändliches Spiel mit seinem edlen Herzen getrieben. Wie oft schon hatte sieles mit andern getan. Warum? Warum? Sie mäßte, sie mußte ja, denn ihr Mann Heury Starzwang sie dazu. Wie mußte sie es mit dem pzron Scheidt machen? Durch allerlei Künste ihrer Koketterie mußte sie ihn in ihre Netze ziehen. Scheidt war bald gefangen von ihrer Schönheit und Anmut. Er war geblendet, überhäufte sie mit Geschenken aller Art, bis dann auf einmal Heary Startell erfuhr, daß Baron Scheidt die gesuchten Papiere gar nicht besaß. Er erfuhr auch, daß die wertvollen Papiere, so zum Beispiel ein tungsplan, für den ihm die französische Regieruhg 100000 Francs geboten— im' Besitze Gesaidtschaftsattachees Graf Brixdorf sei. Sofort miüßt Liane die Beziehungen zu Scheidt abbrechemum nun den jungen Attachee in ihr verderbliches Netz zu locken. Bei dem ersten Zusammentreßen mit ihm hatte Liane schon erkannt, daß dieser Mann ihr seine ganze Liebe entgegenbrachte, es echte und heiße Liebe war. In ihrem Inneeu sträubte sich alles dagegen, auch diesen Mann, des ihr, auf Adel und Reichtum verzichtend, sofort Hetz und Hand anbot, zu hintergehen mit List und Treg. Es gab heftige Austritte mit ihrem Manne, der sie zwang, seinen Willen zu tun, und sie, aus Furcht vor seiner Drohung, hatte es getan, das Schändliche, hatte die Bläne gestohlze Hejng ig esrogen, o Golt!“ Ihr schau Leichter Frühlingswind spielte mit den zarten Blumen, die der Lenz geboren. Sie stand, in Gedanken versunken, am Brunnen. Plötzlich umschlang sie ein fester, starker Arm, eine Stimme flüsterte ihr zärtliche Kosenamen ins Ohr.— Baron Scheidt war es, eine glühende, rote Rose in der Hand.„Für Dich, Rosenkönigin, Du, mein Lieb!“ Sie nahm die Rose aus seiner Hand, dankend, lächelnd, und wollte ihren Duft einatmen, da— plötzlich stockte sie— inmitten der duftigen, zarten Rosenblätter lag wie ein Tautropsen— ein haselnußgroßer— Diamant. Ein wunderbarer Stein. Als sie da erstannt zu ihm aufsah, beugte er sich über ihre zarte, weitze Hand und flüsterte: „Ein kleines Geschenk, für Dich, holdes Kind!" Und sie lachte und strahlte vor Freude, hob janchzend den Edelstein in die Höhe, daß die Sonnenstrahlen sich darin brachen, und es schien, als bräche eine Flammenglut ans dem Diamant, es glitzerte und funkelte in märchenhafter Pracht.— Mit jenem selben Stein hatte sie vergangene Nacht nun diesen neuen Betrug ausgeführt.— besrogen, o Golt!“., chunderte. Fröst“ zog sie den seidenen Schal fester um die Schultern.— * D e r D i a m a n t! V o r i h r e m g e i s t i g e n A u g e s a h sie sich in einem prachtvollen Parke. Hinter herrlichen Taxushecken war der Nixenbrunnen. Lustig u#ticherte das Wasser in dem marmornen Ballin. Schrill klang die Hausglocke durchs Haus, sie aus ihren Träumen reißend. Sie eilte hinunter, öffnete die Haustür und der Briefbote, der unten stand, reichte ihr ein versiegeltes Kuvert. Sie überlas rasch den Absender:„Graf Gordis, Leutuant“ stand in großer, steiler Schrift auf dem weißen, eleganten Papier. 235,16 Sie war neugierig was ihr der junge Offizier wohl schreiben würde und öffnete, wieder oben in ihrem Boudoir angekommen, hastig den Brief. Während sie las, verfinsterte sich ihr Gesicht, alle Farbe war darans gewichen, mit zitternden Häuden hielt sie das Blatt, und als sie geendet, sank sie aufstöhnend in einen Sessel zurück.„O mein Golt, das alles um mich!" Aechzend rangen sich diese Worte von ihren bleichen Lippen. Sie konnte es kaum fassen, nochmals griffen ihre Hände nach dem zu Boden gefallenen Brief sie die kurzen, schneidenden Worte, die stolz und groß von fester Männerhand geschrieben, von dem weißen Papier ihr entgegenstarrten:„Ein trester Freund des Mannes, den Sie in Ihre Netze gelockt, glaubt sich im Recht, wennn er diese Zeilen an Sie richtet. Heute morgen stand dieser Mann seinem einzigen Freunde im Duell gegenüber, und warum? Weil ich ihn warnte vor Ihnen, weil ich ihn zurückreißen wollte aus dem Verderben, in das er blindlings hineingerannt. Ich verwundete ihn am Arm, eben so leicht hätte es sein Leben kosten können. Ich warnte ihn, weil ich ihn vor dem Schicksal des Barons Scheidt— bewahren wollte. Für ein frivoles Spiel ist Graf Brixdorf zu schade! Nur eins sage ich Ihnen, Liane Startell: das Recht einer Gräfin Brixdorf gebührt nur dem Weibe, das stolz das Haupt heben darf im Bewußtsein einer tadellosen Vergangenheit! Können Sie dies, dann werden Sie als Gräfin Brixdorf glücklich. Graf Philipp von Gordis=Breitstein.“ „O. welche bittere Ironie lag in diesen Worten! Blut! Blut! war um sie geflossen, um ihretwillen! Großer Gott, und heute schon sollte Graf Brixdorf erfahren, daß das Weib, dessen Ehre er mit seinem Blute verteidigt hatte, eine Betrügerin, eine schändliche Betrügerin war! In ihrer Brust tobte ein wilder Kampf; das Herz klopfte ihr zum Zerspringen.„Nein,“ schrie sie auf, mit den Händen in das zerwühlte Haar greifend,„nein, nein, ich kann nicht mehr! O Gott, alles, alles soll er erfahren, alles, alles! Sühnen, fühnen will ich! O Gutt, ich war ja nicht so schlecht, ich mußte es ja tun— ich mußte! Ha, die Pläue! Noch heute — sofort, jetzt— willich sie wieder zu ihm tragen, dem ich ste gestohlen! Ha, wie wird er mich von sich stoßen, wenn er erfährt, daß eine Spionin ihn betrogen hat— betrügen mußte!" Sie war aufgesprungen, um die Pläne zu suchen, aber nirgends fand sie— dieselben.„Der Festungsplan? Wo ist er? O, ich— ich glaube— in leine Rocktaschs geltechkt. Großer Gott!“ Aus Welt und Leben. tk Teutsches Geld im bulgarischen Vergbau. Die Anleiheverträge, die die bulgarische Regierung im Jahre 1914 mit der Berliner Diskontogesellschaft abgeschlossen hat, sahen die Umwandlung der staatlichen Kohlenbergwerksbetriebe von Pernik und Bobowdol in eine bulgarische Aktiengesellschaft vor. Diese Gründung ist nunmehr, wie wir der„Östeuropäischen Zukunft"(I. F. Lehmann, München) entnehmen, Tatsache geworden. Sie führt den Namen„Nationale Bulgarische Bergwerksgesellschaft". Das Aktienkapital beträgt 7,10 Millionen Lewa. Außer dem deutsch=österreichisch=ungarischen Bankenkonsortium, das unter der Führung der Discontogesellschaft steht, sind die Bulgarische Landwirtschaftsbank und die Bulgarische Nationalbank in hervorragendem Maße an der neuen Gesellschaft beteiligt. An der Spitze des Verwaltungsrates. dem neben den Gouverneuren der genannten bulgarischen Banken und Vertretern der bulgarischen Staaatsschuldenverwaltung noch eine Reihe anderer angesehener bulgarischen Persönlich#iien aunenore, stehen der Gonverneur der Bulgarischen Nationalbank, Herr Taschakalow, und der Leiter der Discontogesellschaft, Herr Schlieper. Damit ist zumersten Mal unter deutscher Führung das Kapital der Mittelmächte in Bulgarien eingezogen. tk. Feiertstunden deutscher Geschichte. In dieser großen Zeit lohnt es sich, wieder einmal auf die Tatsache hinzuweisen, daß führende Männer, die in heiliger Sache zum ganzen Volke reden wollen, den nichtigen Schmuck des Fremdwortes verschmähen. Mit Recht: In den Feierstunden deutscher Geschichte soll nur deutsches„Wort erklingen. Wie sehr auch vor den Freihe###kriegen das gesellige Leben gerade der oberen Klassen unseres Volkes vom Fremdwort durchseucht war: der lange, von Theodor von Hippel verfaßte Aufruf, mit dem sich Friedrich Wilhelm III. am 17. März 1813 an sein Volk wandte, enthielt nur ein einziges Fremdwort(Existenz). Wilhelm I. und Bismarck gebrauchten, alter Gewohnheit folgend, viele Fremdwörter, aber die Aufrufe, mit denen 1870 der ehrwürdige König zum Kampfe rief, und der erstem kaiserlichen Herrn Im Reichstag widmete, sind, an dem damaligen Sprachgebrauch gemessen, reine Urkunden unserer Sprache. Die Kaiserbotschaft vom 17. Januar 1871„An das deutsche Volk“ ist ein Muster sprachlicher Reinheit. Sie enthält 240 Wörter, von denen nur die eingebürgerten Titel Fremdlinge sind. Würdig reiht sich diesen Perlen deutschen Schrifttums der am 6. August vorigen Jahres veröffentlichte Erlaß unseres Kaisers an sein Heer an. Da tritt kein fremdes Wort zwischen Kaiser und Heer. Den Ausdruck„Furor Teutonicus“, den Millionen unseres Volkes nicht verstanden haben würden, meidet der Kaiser und spricht dafür von dem kriegerischen Geiste unseres Volkes,„der von jeher die Furcht und der Schreckenu nserer Feinde gewesen ist“. In der kühlen Amtssprache des Aufrufes zur Gestellung befiehlt der Kaiser die Mobilmachung, der Erlaß an das Heer dagegen beginnt in reindeutscher und daher feierlicher Sprache:„Nach 43jähriger Friedensarbeit rufe ich die deutsche waffenfähige Mannschaft zu den Waffen.“ So mahnt uns die Form dieses denkwürunen Wriater, a wir i Ulierem Ausdruck die Schlußworte des Erlasses beherzigen: Gedenket, daß ihr Deutsche seid! Die amllichen Behannlmachungen sind in der jetzigen Zeit von ganz besonderer Wichtigkeit; ihre Nichtbeachtung zieht oft sehr schwere Folgen nach sich. Die „Schwerter Zeitung“ (amtliches Kreisblatt für den Kreis Hörde) bringt die Bekanntmachungen aller Behörden in Stadt und Land, sowie der Militärbehörden, darunter eine große Anzahl solcher, die in anderen Blättern nicht zu finden sind. Jedermann muß daher die„Schwerter Zeitung“ lesen! Wer Brotgetreide verfüttert, versundigt sich am Daterlande. 1#. 00 00 □. 0 — 9 C. 9. 9 □0 O. □ □ — □. —: —— 9 □. 9 3 L. □ C0 — . □0 □ 00 00 69 — 9 1— S 00 —. □ — #0 0 S 06 □ S ∆ 9 9 99• O 7 — □. — — .— ——: D a. 00 (—. —— S 00 C C0 □# □ H ∆. 85 65 85 9 SS 9 19 * ∆ E— C0 * a. 9. E * 9 — □ S. □0 (0 0 — 99 5 # Nachruf. Die Amtsvertretung des Amtes Westhofen. Jaickenkleidere Mäntel e.# Dlusen- Röcke- Band# schuhe- Damen-und Kinderhüte-Schleier Trauerflore- Schwarge Kleider-Stoffe- Cnalige)! Mte und Ganatlen. dusnahlsendungen bereikwilligst. Westt (orterabejedem Feste ist der schöne Kuchen den ich immer mitt „Backwunder dem echten Sicherheitebsckpilver bache Zu vermieten: fine 3= und eine 4= Ssaner-Kohaung, zum 1. Mai. 1432 Franz Seligmann. Wostrnung von 2 Zimmern zum 1. Juli zu vermieten. Koch= u. Leuchtgas vorhanden. Karl Klempt 1503 Mährstraße 7. meshtere adenuche Schraffteilen, frei. Zu erfragen in der Geschäftsst. d. Zig. 1511 Evang. Arbeiterund Schwerte. Monaisversammlung Sonntag, den 16. April im Hotel Quadbeck. Tagesordnung: 5½ Uhr: Beitragszahlung für beide Kassen. 6 Uhr: Vereinsangelegenheiten. Um zahlreichen Besuch bittet 1510 Der Vorstand. einen modernen H uunungnu Flnn BlusenKrugen dann sehen Sie sich meine grosse Auswahl an. Sie finden beföstimmt das Richtige in schöner Form und Ausführung. 1300 Kaufhaus Schwerte, Ostenstr. 20. H Ss Hermat daer dach. e [Techpikum ## Mittweida 4 Direktor: Professor Holzt. Höheres techn. Institut f. Elektro- u. Maschinentechnik. Sonderabteilungem f. Ingenieure, Techniker u. Werkmeister. Elektr. I. Masch.-Jiaboratorien.— ik-Werkstätten. ezuchteste Anstalt usrommete F I. Sore. Nach längerer, schwerer Krankheit starb am 13. d. Mts. der Beigeordnete des Amtes Westhofen herr Konther Priearich aus zu Westhofen im 74. Lebensjahre. In uneigennützigster Weise hat der Verstorbene annähernd 10 jahre seines Amtes als Beigeordneter gewaltet. Seine ausserordentliche Pflichttreue, seine Gewissenhaftigkeit, sein aufrichtiger Charakter sichern ihm ein dauerndes und ehrendes Gedenken. Westhofen den 14. April 1916. 1517 Statt besonderer Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 8 Uhr unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Urgrossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante 877 G. Wnn. Henriette geb. Hegenberg im 76. Lebensjahre zu sich in die Ewlgkeit zu rufen. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Familie Friedr. zur Nieden. Schwerte, Hagen, Elberfeld, Essen und Frankreich, den 14. April 1916. Die Beerdigung fndet Montag, den 17. April, nachmittags 2½ Uhr, vom Trauerhause, Hüsingstrasse 13, aus statt. 1512 vorrätig. Buchhandlung Carl Braus Schwerke(Ruhr), Große Markstraße 3—5. uunm: In Silber und Gold Versteigert auf den Pfandverkäufen werden zu den billigsten Preisen 4907 verkauft. DORTMUND Nicolalstr. 5 Balkenstr. 38 beim Bezirks- Kommando Pfandleih-Anstalt u. Eick& Comp. Habe meine Praxis wieder aufgenommen. Prof. Dr. Baumgarten Hagen i. W. 1484 Hohenzollernstr. 2. Telephon 2640. Iildvier und Harmonium=Stimmer und=Reparateur Österhold, früher langjähriger Konzerl1meister, hält sich bestens empsohlen. Meldungen Hotel Sternberg, Fernruf 46, erdeten. 5598 Hleie Feihernge 50 bis 60 Stück Inhalt in ein Postfäßchen in Heringstunke versendet franko per Nachnahme zu Mk. 6,85. Fr. Haase, Trauer-Briefe liefert schnell und sauber kraten, Fortschrittlern und Nationalliberalen ein fortschrittlicher Antrag auf Erhebung eines abermaligen Wehrbeitrages in Höhe von einem Drittel der im Wehrbeitragsgesetze enthaltenen Sätze angenommen. Hierauf erledigte der Hauptausschuß die für die Besteuerung der Gesellschaften einschlägigen Paragraphen des Kriegsgewinnsteuergesetzes und nahm hierzu einen gemeinsamen Antrag der bürgerlichen Parteien an. Die Ueberschrift des Gesetzes wurde geändert in„Entwurf eines Kriegssteuergesetzes“. Damit ist die erste Lesung des Entwurfes beendet. Die Beschlüsse des Hauptausschusses werden für die zweite Lesung zusammengestellt. Damit beginnt der Ausschuß die Österpause.(WTB.) **(Zwei Pfund Zucker auf den Kopf im Monat.) Nach den Ausführungsbestimmungen zu der Verordnung über den Verkauf mit Verbrauchszucker ist der Regelung des Verbrauchs durch die Kommunal= verbände bis auf weiteres eine Zuckermenge von ein Kilogramm monatlich für den Kopf der Bevölkerung zugrunde zu legen.(WTB.) **(Postpersonalie.) Der Postsekretär Sieg ist von hier nach Hannover versetzt worden. **(Eisernes Kreuz.) Dem im Westen kämpfenden Sergeanten W. Wagner, Sohn des Eisenbahnschaffners W. aus der Moltkestraße, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. **(Der Kriegs=Ausschuß für KonsumentenInteressen), dem gegenwärtig 14 Vereine unserer Stadt angeschlossen sind, hat für morgen(Sonntag) nachmittag 5 Uhr eine öffentliche Versammlung in den„Westfälischen Hof“ einberufen. Es soll über das hochinteresante Thema der„Lebensmittel. versorgung und Verteilung in Schwerte" verhandelt werden.„„5 (Feldgraue Grüße.) Fur die pünktliche Uebersendung der„Schwerter Zeitung“, sprechen wir unsern besten Dank aus. Es ist eine wirkliche Freude, im Schützengraben an der Düna durch die Zeitung das Neueste aus der lieben Heimat zu erfahren. Landsturmmann Dietrich Grieb. Die besten Grüße an die liebe Heimat sendet Fahrer Paul Grüll. (Am Freischütz) gibt Sonntag nachmittag die Kapelle des Ersatz=Bataillous des Inf.=Regts. 130 aus Hamm ein Konzert zum Besten des Kriegsliebesdienstes. Der Leiter, Musikmeister Röller, steht von seiner früheren Tätigkeit als Dirigent der Hammer Stadtkapelle hier in bester Erinnerung und dürfte sich das Konzert schon aus diesem Grunde eines regen Besuches zu erfreuen haben. **(Gegen die Lebensmittelhamster.) Das bayrische Kriegsministerium erläßt eine Bekanntmachung gegen die Lebensmittelhamster, denen eindringlich dargelegt wird, daß es, gerade wenn bei einzelnen Verbrauchsgegenständen vorübergehend eine ausreichende Zufuhr fehlt, eine dringende vaterländische Pflicht ist, dem Markt nur das für den eigenen laufenden Bedarf unbedingt Notwendige zu entziehen. Wer dieses erste Gebot für den Sieg in der Heimat nicht beachtet, der schädigt nicht nur seine minderbemittelten Volksgenossen in unverantwortlicher Weise, sondern wird auch zur Ursache gemeingefährlicher Preistreiberei. Es wird darauf aufmerksam gemacht,, daß die militärischen Befehlshaber jederzeit rücksichtslos einschreiten und die aufgestapelten Vorräte zwangsweise dem Markt. wieder zuführen kömnen. Wer Lebensmittel über den Bedarf zzusammengetragen hat, setzt daher nicht: nur seinen guten Namen aufs Spiel, er hat außerdem die Einziehung der Vorräte zu Preisen zr. wärtigen, die den Einkausspreis kaum hecken. Schließlich ergeht die Mahnung, solche Vorräte sofort freiwillig den gemeindlichen Organisationen zur Verfügung zu stellen. * Blesthosen, 14. April.(Beförderung.) Herr Oberieutnant Klug, Sohn des Herrn Sanitätsrats Dr. Kl., wurde zum Hauptmann befördert. Gottesdienst=Ordnung für Sonntag, 16. April 1916. — Kleine Kirche. 8 Uhr: Pastor Terberger. Große Kürche. 9½ Uhr: Pastor Ohlig. 11 Uhr: Kindergottesdienst. Montag, Dienstagg, Mittwoch 5 Uhr: Liturgische Andacht. Kath. Pfarrkirche, Schwerte. 6¼ Uhr: Stille hl. Messe. Passion. 7½ Uhr: Frühmesse. Passion. 8¾ Uhr: Schulmesse. Passion. 10 Uhr: Hochamt. Passion. Nachmittags 2 Uhr: Andacht für die Schulkinder. 3½ Uhr: Aufnahme in die Jungfrauen=Kongregation. 4 Uhr: Schluß der Exerzitien. Predigt und Tedeum. Lichtendorf=Sölderholz. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt.— Ceneral= kommunion des Marien=Vereins und hl. Monatskommunion der schulpflichtigen Kommunikanten und Kommunikantiinen. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorher Palmweihe. Nachmittags 2 Uhr: Fastenandacht mit Segen für unsere Krieger. Stadttheater Dortmund. Sonntag, 16. Aptil, nachmittags 3½—6 Uhr:„Gyges und sein Ring", Tragödie in 5 Aufzügen von Friedrich Hebbel.— Abends 7½—10¼ Uhr: „Der Evangelimann“, musikalisches Schauspiel in 2 Aufzügen von Wilhelm Kienzel. Montag, 17. April, abends 7½—10¾ Uhr:„Wilhelm Tell“, Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrich von Schiller. Dienstag, 18. April, abends 7½—10¾ Uhr:„Carmen“, große Oper mit Ballet in 4 Aufzügen von Georges Bizet. Mittwoch, 19. April, nachm. 4—8 Uhr:„Faust“, der Tragödie erster Teil von Wolfgang von Göthe. mäßigte Opernpreise. Zum 2. Male:„Der Evangelimann“. Sonntag, 23. April,(Ostersonntag), nachmittags 3½—6 Uhr:„Heimat“, Schauspiel in 4 Aufzügen von Hermann Sudermann.— Abends 7½—11½. Uhr:„Lohengrin“, romantische Oper in 3 Aufzügen von Richard Wagner. Wetter=Aussichten für mehrere Tage im Voraus. 16. April: Wolkig, etwas heiter, kühl. 4 17.— Wenig verändert, strichweise Regen. 18.— Ziemlich kühl, sonst wenig verändert. 19.— Wolkig, teils heiter, strichweise Regen.#### 20.— Veränderlich, kühl. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte, Sonntag 16. April ist unser Kaufhaus von ½8 bis ½10 Uhr und von ½12 bis 6 Uhr abends geohner. Pur Ostern empfehlen: Damen-Konfektion, Mädchen-Konfektion, Herren-Konfektion, Knaben-Konfektion, Putz, Modewaren, Handarbeiten, Strümpfe, Unterzeuge, Herren-Artikel, Damen-Wäsche, Schürzen, Korsetts, Handschuhe, Kinder-Wäsche, Mützen, Hüte, Taschentücher, KleiderSesst te stoffe, Waschstoffe, Leidenstoffe. 1507 L12 Zu einem Besuche unseres Kaufhauses, nach Möglichkeit auch an den Vormittagsstunden. laden wir höflichst ein. Iserlohn. Bekannte Fahrtvergütung bei Einkäufen von 20.— Mk. an. M 8 54 71 0 TEI 9 1 E Knaben-Konfektions Imprägnierter Mantel Damen-Konfektion s Knaben-Anzugaus kinstoflen, mit Matrosenkragen und hübschen Knöplen.... Größe 0 Jede weitere Größe 50 Plg. mohr. s Knaben-Anzug stoffen, moderne Form, seitlich zum knöpfen, mit Matrosenkragen und * Knoten, oder aus blauem Cheviot, = zweireihige Form, mit MatrosenS Ueberkragen und Gurt.. Größa0 Jede weitere Größe 75 Pfg. mehr. : Knaben-Anzug garn, moderne Form, mit Matrosen= Ueberkragen, schwarz-seid. Schleile = u. hübsch. Aermel-Abzeichen. Gr. 0 Jede weitere Größe 75 Pig. mehr. s Knaben-Paletot aus solid. CheS viot, zweireihige Form, mit Goldknöpfen garniert.... Gr. 0 Jede weilere Größe 50 Pig. mehr. s Knaben-Paletot aus blauem Cheviot, 2reihige Form, mithübschem Aermel-Abzeichen und schwarzen = Knöpfen.. Gr. 0 Jede weitere Größe 75 Pig,. mehr. 22.50 hochgeschlossene Form, sportfarbig und dunkelgrün, mit Riegel, Sportkragen und aufgesetzten Taschen..... reine Wolle, sportfarbig u. grün, hochgo- 20 K0 schlossene Form, mitaufgesetztenTaschen 90.00 Mädchen-Kleidungs * Wollmusseline-Kleid„ s rot-weiss getupft, mit viereckigem Ausschnitt, Knopf-Garnitur und Schleife, Größe 45 Jede weitere Größe 75 Pig. mehr. s Imprägnierter Mantel a Imprännierter Mantel reine Wolle, braun=grün und blau=grün 2 a Ipr agiiertel Malltei kariert, flotte, jugendl. Form, mit durch- 4B 00, S Wlimgecoling, Kloid gehendem Gürtol, moderner Aermel, Kragen zum Hochstellen, mit Patte 1 0. UU S Wollmusseline-Kleid S Imprägnierter Seidenmantel trägen, mit eingeseisten dermeln, gezogener Rücken u. Knopf-Garnitur, fester Gürtel mit Schlingen rot-schwarz getuplt, m. abnehmbarem weissem Waschkragen.. Größe 45 Jede weitere Größe 75 Pfg. mehr. Covertcoat-Jacke Covertcoat-Jacke Covertcoat-Jacke (Covertcoat-Ersatz) offen und geschlossen zu tragen, durchgehender Gürtel, Schoß mit aufspringenden Falten 16.50 loser Rücken, mit Gürtel, gute, gezwirnte Cusl. 30.00 hochgeschlossen, lose Form, mit breitem Schulterkragen und Stulpen=Aermel, aufgesetzte KK M0 Taschen, mit Patten und Knöplen garniert.., 99.00 Paletot aus hellfarbigem Wollstoff, halblang, lose Form .o0 s Jackenkleid Modewaren s Jackenkleid " Stüart-Kragen 10— g10 gerS kleidsame Formen... 1.909 Z. IU 2.00 S 6Der. 1.10 1.45 = Oglofet aus reinwollenem Fantasiestoff, ganz lose, fesche Form, mit * Talblot reicher Knopf-Garmitur, hochstehender Kragen, mit einfarbigem 56 00 Tuch abgelüttert : Teller-Kragen hübsche Ausführungen * Rips-Kragen * für Jacken, gutsitzende#5 75 Formen. 6J Pf. 1UPI. Unterziehpassen u. m. 55. 9öpr. 1.33 Pf. 5 S„. 6 P1 * Blusen-Westen gpo ger Hyrs eleg. Ausführungen.. 8.90 4.19 0.40 S as OpILZen-Schleifen, gn Dor ha. = Rieter-Kragen„0 60 19 S gute Qualitäten.... IUPf. SU Pf. 1.90 S s Kieler-Garnituren. 1— 1 00 Handschuhe Jackenkleid Jackenkleid Jackenkleid Jackenkleid Jackenkleid blau Blusenform, mit hochstehendem Kragen, Glocken- 09 K0 rock, auf Seidenserge gefüttert.... 40.00 jugendliche Form, mit durchgehendem Gürtel und Faltenschoß, Jacke mit Taschen, Glockenrock, auf Seiden- 0 00 serge geküttert.. 4e, DU zweireihig, jugendliche Form, lose, kurze Jacke, offen und geschlossen zu tragen, aus reinwollenem blau=grün FP 00 gestreiltem Kammgarn-Twill OZ.UU marine und schwarz, Sakkoform, Rücken mit Stoffblenden und Knöpfen, heller, hochstehender Kragen, Glockenrock Bluse Bluse dunkelblau, aus vorzüglichem reinwollenem Kammgarn, loser Rücken mit durchgehendem Gürtel, eingeschnittene*0 00 Taschen und Knopllöcher bleu gepaspelt........ IE.CO aus marine Kammgarn, Blusenform, mit Faltenschoß, offen und geschlossen zu tragen, aufgesetzte Taschen, 90 00 weißer Ueberkragen, Rock mit Sattel und Rüsche... 02.00 marine und schwarz Gabardine, lose Sakkoform, mit hochstehendem Kragen, und Stoflknöpfen, weiter Glocken- OE 00 rock, auf Duchesse gofüttert..... 99.00 3.75 S Wollmusseline-Kleid = blau-weiss gestreift, mit Sattelrock, Taille mit blauem Kragen und Aermel-Aufschlägen Größe 60 Jede weitere Größe 1.00 mehr. s Wollmusseline-Kleid blau-rot getupft, moderne Form, Taille mit weissem gesticktem Ripskragen u. roter Krawatte, Größe 60 36.50 Jede weitere Größe 1.00 mehr. s Mädchen-Kleid aus reinwollenem Cheviot, bleu und marine, glatte Kittelform, mit abnehmbarem weissem Kragen und = Aermel-Aufschlägen.. Größe 45 Jede weitere Größe 1.00 mehr. s Mädchen-Kleid = hellkariert, mit loser, weisser VoileBluse, Falten-Rock, Träger-Form, S Größe 45 Jede weitere Größe 1.00 mehr, 90 S Mädchen-Kleid 06.00S bleu kariert, mit Faltenrock, Taille = mit abnehmbarem, weissem Kragen * und seidener Krawatte. Größe 60 Jede weitere Größe 1.00 mehr. .25 25 15 25 25 aus Baumwoll-Musseline, in Tupfen, Streifen oder schwarz-weiß kariert, mit hübschem Satinkragen, vorn durchgeknöplt.... aus reinwoll. Musseline, hochgeschlossener, moderner Kragen, mit Knöpfen u. Schleifen garniert, in Tuplen-, Schleifen- oder Streublumen-Muster aus reinwollenem Krepp, in vielen Farben, vorn durchgeknöpft, mit buntgestepptem Tellerkragen und Stulpen garniert..... Pf. S s Damen-Handschuhe = Atlas-Qualität, farbig, Damen-Handschuhe * vorzügl. Atlas-Qualität, farbig, 9 chwarz 00 S p, und veid.......... Paar SUPE S = Dalllen-Hanaschuhes 96 S glatt, ohne Naht, merceres yert.s. Paar 1.20 S s Damen-Handschugte#### S glatt, Glacdschnitt.. f.. Paar 1.90 1.00S s Damen-Handschriht 5 DamenHandscluhe rundgewebi, mit verstärk, 19## g. 8yr S S ten Fingergpitzen. Pay 1.20 1.10 L.20 s Damen-Glace-Ha ndschuhe#00 Lammleder........... Paar E.tyS u gier Begenieder).... Pur 3.0 E M, KKostümrock Bluse Voile-Bluse Voilc-Bluse Voild-Bluse Taffet-Bluse Seiden-Bluse Krepp die Chine-Bluse weiß mit Tellerkragen, Vorderteil gestickt, hochgeschlossene Formn weiß, hochgeschlossen, gezogene Passe, mit Hohlsaum und Rückenschluß, Stickereikragen mit Rüsche garniert weiß und rosa, Rückenschluß, mit breiten Quersäumen und Hohlsaum-Garnitur, Kragen mit Banddurchzug.. reine Seide, blau-grün kariert, hochgeschlossen, mit einfarbigem Kragen und flotter Schleile einfarbig, modern gekräuselte Form, weißer Eckenkragen, mit Knöpfen garniert........ * Mädchen-Kleid aus reinwollenem rotem und marine Cheviot, Faltenrock, Taille rund gekräuselt, mit Passe und Knopf-Garnitur.......... Größe 60 Jede weitere Größe 1.50 mehr. Schluptblusen-Kleid = aus gutem, reinwollenem marine, = Cheviot, mit abnehmbarem Kragen, Aermel-Aufschlägen und roter Kra— watte Größe 55 Jede weitere Größe 150 mehr. s Schlupfblusen-Kleid„ s aus vorzüglichem reinwollenem CheS viot, mit Vorderschluß, weillem ab-1# gg s nehmbarem Kragen und schwarz- I0, 311 S seidener Krawatte.... Größe 55 JOsto“ Jede weitere Größe 1.50 mehr. 2 S Mädchen-Kleid blau-grün kariert, moderne Vorm. mit rot besticktem Ripskragen, Knopf“ Garnitur und seidener Krawatte Größe 1054 Jede weitere Größe 2.00 mohr. reine Seide, in weiss, rosa, dunkelblau rot, grün und lila, hochgeschlossene Passenform, mit Hohlsaum und Knopf-Garnitur s Mädchen-Kleid Kostünnrock Kostünock Kostümrock aus Gabardine, blau und schwarz, mit Riegel und Knopf-Garnitur aus reinwollenem Kammgarn, moderne Form, vorne geschlossen, mit Knöplen garniert........ aus reinwollenem Serge, schwarz, mit gekräuselter Passe und Träger aus reinwollenem Kammgarn, flotte Glockenform, mit eingeschnittenen Taschon aus reinwollenem marine Krepp, Rock und Taille bunt gekräuselt, Taille garniert, mit weißem Glasbatist-Kragen...... Größe 105 Jede weitere Größe 2.00 mehr. 31.o0 S Abknoptbarer kinderrock H g aus reinwollenem Cheviot. Mf. 1111 2 S„ Größe 55 GeUO S Jede weitere Größe 75 Pfg. mehr. OEEEÖNLP CHNF KERdGF-ELGOS 7 Grosse Auswahl in allen Preislagen. Sonntag, den 16. April ist das Warenhaus bis 2 Uhr abends geöffnet. — den ganzen Libanon. Der Reisende Ballon fand im Jahre 1550 nur noch 28 Bäume vor, Schultz im Jahre 1755 deren 20 und Richardson 1818 nur noch sieben Zedern. Diese Bäume sind die berühmtesten natürlichen Denkmäler der Erde; die Religion, die Poesie und Geschichte haben sie zugleich geheiligt. Die Heilige Schrift seiert sie an mehreren Stellen; sie sind eines der Bilder, welches die Propheten mit Vorliebe verwenden. Schon Salomon wollte sie zur Ausschmückung des Tempels verwenden, ohne Zweifel wegen des Ruses von Pracht und Heiligkeit, den diese Wunder der Vegetation schon zu jener Zeit hatten. Die Araber aller Sekten beweisen diesen Bäumen eine durch Ueberlieferung sich fortpflanzende Verehrung; sie schreiben ihnen nicht nur eine Vegetationskraft von ewiger Dauer zu, sondern auch eine Seele, vermöge welcher sie Zeichen von Voraussicht geben, die denen des Instinkts bei den Tieren ähnlich sind. Denn sie bewegen ihre ungeheuren Zweige wie Glieder, sie ausdehnend oder zusammenziehend, gen Himmel streckend oder zur Erde beugend, je nachdem der Schnee im Begriff steht, zu fallen oder zu schmelzen; sie wurzeln hoch über der Region, wo jede größere Vegetation aufhört. In jedem Jahrhundert nehmen diese Bäume an Zahl ab; jetzt gibt es deren nur noch sieben, die man ihrem Aeußern nach für Zeitgenossen des biblischen Altertums halten könnte. Um diese alten Zeichen verflossener Jahrhunderte herum, welche uns, wenn sie reden könnten, von so vielen verschwundenen Reichen, Religionen und Geschlechtern erzählen würden, steht ein kleinerer Wald jüngerer Zedern. Jedes Jahr im Juni steigen die Bevölkerungen von Bshirrai, Eden, Kanobin usw. zu ihnen hinauf und lassen dort eine Messe lesen. Auch die Muselmanen rühren nie eine Zeder mit einem schneidenden Instrument an. Es herrscht nämlich die Sage unter ihnen, daß einem Manne, welcher einen solchen Baum fällte, sämtliche Viehherden ausgestorben seien. Jene Zedern haben eine Höhe von 600—1000 und einen Umfang von 30—40 Fuß; ihre grauen Stämme, die sich in Mannshöhe oft in sieben starke Aeste teilen, gleichen einem lebendigen Fremdenbuch, in das die Reisenden aller Länder ihre Namen eingeschrieben haben.“ Tiger, die auf den Leim gehen. Wohl in keiner Gegend Indiens finden sich die Tiger zahlreicher, als in den Dschungeln. Mittel=Indiens, und fast nirgends waren die Eingeborenen ihnen gegenüber wehrloser, als gerade hier. Doch was den Indern an Kraft und vollkommenen Waffen abging, das wußten sie bald durch Schlauheit und List zu ersetzen. Sie gehen ihrem gefährlichen Gegner auf folgende höchst geschickliche Art zuleibe. Wie fast jedes Tier der Wildnis, so hält auch der Tiger seinen bestimmten Strich inne, auf dem er auf Beute ausgeht oder zur Quelle eilt, um seinen Turst zu löschen. In der Jägersprache nennt man diesen Weg den Wechsel des Wildes. Diesen Wechsel nun kundschaften die Eingeborenen aus und treffen hier ihre des„Prauß=Baumes“, einer Art Sycomore, bestreichen dieselben mit Vogelleim und legen sie, mit der klebrigen Seite nach oben auf den Wechsel, auf dem der Tiger fast täglich auszieht. Sobald das Raubtier dann eine seiner Tatzen auf eines der scheinbar harmlos umherliegenden Blätter gesetzt hat, ist sein Schicksal besiegelt. Er versucht zuerst, das unbequeme Blatt von der Klaue abzuschütteln, und da dies erfolglos ist, nimmt er die Zähne, zu Hilfe. Hierbei beschmiert er sich die Nase, tritt nun auch wohl noch auf ein zweites Blatt, versucht mit diesem dasselbe und besudelt sich dann mit dem Vogelleim das ganze Gesicht. Bald kleben ihm die Augenlider zusammen; vor Wut kratzt er nun auf der Erde, klebt sich dadurch die Augen und die Nase auch voll Sand. Er tritt auf immer mehr Blätter, rollt sich in Angst und ohnmächtiger Wut auf dem Boden umher; sein schönes Fell wird ganz verkleistert, sein Kopf erhält eine völlige Kapuze. Schließlich hört und sieht er nichts mehr, wälzt in vergeblichen Bemühungen sich immer mehr auf der Erde umher, wühlt heulend und brüllend tiefe Löcher in den Boden. Sein Gebrüll ist das sehnlich erwartete Zeichen für seine Besieger. Sie kommen herbeigelaufen und können nun ihren blinden und erschöpften Feind mit ihren Spießen und Pfeilen bequem und gefahrlos erlegen. AR elt und Zeit. Das 000 Ein serbischer Patriot über die Schuld seines Volkes. s in Sosia erscheinende Blatt„Voenni Isvestia“ enthält eine erschütternde Erzählung eines serbischen Gymnasialprofessors. Der Professor war Direktor des Badeortes Vragska Banja, wo König Peter in letzter Zeit wiederholt weilte. Der Professor namens Velko Dimitriebic stammt aus Belgrad und verübte kurz nach den von ihm gemachten Mitteilungen Selbstmord. Dimitrievic sagte: Ich verehrte immer die Bulgaren, aber als serbischer Patriot mußte ich sie hassen mein Sohn fiel mir auf dem Schlachtfelde, und nichts blieb mir, als mein Vaterland, das ich nun auch verlieren muß. Ich sprach oft mit König Peter, aber niemals konnte ich den Gedanken los werden, daß Blut an seinen Händen klebe. Wenn er am Gipfel eines Hügels oder am Ufer eines Flusses gleichsam wie ein Gespenst erschien und in Gedanken versunken auf und ab wanderte, mußte ich immer daran denken, daß er von Gewissensbissen geplagt wird und der Schatten König Alexanders vor ihm erscheint. Serbien ist das Land der Mörder. Bei uns werden die Mörder als Helden gefeiert, und unsere heutige elende Lage ist die logische Konsequenz dieser Methode. Paschitsch und König Peter sind nur die Werkzeuge des Verhängnisses, das unseren Untergang beschloß. Unsere staatliche Einrichtung, die auf Lüge beruht, unsere Schulen, unsere Erziehungsmethode und unser Größenwahn haben uns unser Grab geschaufelt. Das Schicksal Serbiens wird ein warnendes Beispiel für die kleinen Staaten sein, denn Serbien wird wahrscheinlich nicht mehr sein. König Peter ließ Alexander ermorden, und Princip ermordete den österreichisch=ungarischen Thronfolger. Das war das Verhängnis Serbiens. Humor. Mit den eigenen Waffen geschlagen. Ein Amerikaner betrat einen deutschen Barbierladen und begann sofort über die deutschen Sitten und Gebräuche herzuziehen. „Hier wird nicht genug spezialisiert,“ sagte er unter anderem,„ihr solltet euch an einen Zweia einer Wissenschaft oder eines Geschäftes halten und euch darin vollkommen ausbilden.“ Der Barbier erwiderte nichts. Er seifte den Kunden tüchtig ein, dann setzte er sich hin und begann die tung zu lesen. „Nun, warum rasieren Sie mich denn nicht?“ fragte der Amerikaner nach einer Weile. „Bedaure sehr, mein Herr,“ entgegnete der Barbier, „hier wird nur eingeseift, zum Rasieren müssen Sie sich in die nächste Straße bemühen.“ D Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 90. Samstag, 15. April 1916. Der Eag der Abrechnung. Roman von A. v. Trystedt. (Schluß.) G— Zuf seinem Lager lag der Baron mit leicht zur Seite geneigtem Kopf wie in erquickendem Schlummer. Doch bald erkannte der Diener, daß es der Schlaf war, aus dem es kein Erwachen mehr gibt. Graf Botho Hochfeld war verschieden. Nun gab es neue Trauer im Schlosse. Der Arzt wurde gerufen und stellte als Todesursache Herzlähmung fest. Auf Befragen der Baronin zuckte er die Achsel. „Die Ursache des schnellen Endes, gnädige Frau? Vielleicht ein Schreck, oder auch heimlicher Gram, hochgradige Erregung, oder— ein Versehen beim Quantum des Schlafpulvers— wer könnte es sagen? Nur die Obduktion der Leiche könnte das feststellen.“ Da fragte die Baronin nicht mehr. Ergeben beugte sie das Haupt und betete für das Seelenheil des Entschlafenen. Obenauf im Arbeitstisch des Verstorbenen lag ein Schreiben mit der Ausschrift: „Von der Baronin nach meinen Tode zu öffnen.“ Darin ordnete der Baron an, seinem Bruder in Amerika sofort Kenntnis von seinem Ableben zu geben. Auch erteilte er ausdrücklich seine Einwilligung zur Vermählung seiner Tochter Edith mit seinem Neffen Magnus, gen. Vollmer. Nur den einen Wunsch sprach er aus, daß Magnus seinen wahren Namen, Adelsprädikat und Titel wieder annehme. Die Baronin hatte ihrem Gatten innerlich niemals nahe gestanden, sie empfand wohl Wehmut und stille Trauer, aber sie beklagte sein Hinscheiden nicht sonderlich, besonders, da Glück und Freude winkten. Sie hatte Magnus damals sehr in ihr Herz geschlossen und war entzückt, daß er nun doch noch ihr Schwiegersohn werden sollte. Edith brauchte von der letztwilligen Verfügung ihres Vaters nichts zu erfahren, wenigstens vorläufig nicht; ohne ihr Wissen kabelte die Baronin ihrem Schwager mit der Bitte, sobald wie möglich mit seinem Sohn zu kommen. Die einzige, welche das Hinscheiden des Barons aufrichtig und schmerzlich beweinte, war Edith; sie hatte nur Liebe und Zärtlichkeit von ihrem Vater erfahren, für sie war sein Tod ein schwerer Verlust. Fassungslos schluchzte sie in sich hinein, als man den Vater unter großem Gepränge zur Gruft seiner Väter trug. (Nachdruck verboten.) Nun fühlte sie sich ganz vereinsamt, denn zur Mutter fühlte sie sich nicht sonderlich hingezogen; mit ihr verknüpfte sie nur ein oberflächliches Verständnis. Als schon alle sich entfernt hatten, tniete sie noch lange in der kleinen Kapelle über der Gruft. Stark duftendes Grün und Blumen lagen zerstreut auf den Steinfliesen des Bodens. Ihr aber war es, als spüre sie noch den Atem ihres Toten. Sie wußte ja, daß es in seinem Leben dunkle. Stunden gegeben hatte, deren Nachwirkung ihn gequält bis ans Ende. Daß ihm wohl war, allem Schmerz und heimlicher Qual enthoben zu sein, beruhigte sie ein wenig. „Ich werde dich nie vergessen, mein lieber, guter Vater," flüsterte sie,„magst du auch gefehlt haben, ein guter Mensch warst du doch, denn ich habe es dir angesehen, du hast dein Unrecht bereut in heißen, ehrlichen Kämpfen... Nun ruhe aus, Gott schenke dir den Frieden, welchen du auf Erden vergeblich gesucht hast.“ Noch in kurzer Andacht verweilte Edith, dann erhob sie sich und ging in den strahlenden Frühlingstag hinaus, gehoben und getröstet. Still gingen die nächsten Tage dahin. Baron Hochfeld hatte in seinem Testament den größten Teil seines Barvermögens der Baronin vermacht. Den Rest des Geldes, sowie das Schloß mit seinen weiten Ländereien erbte Edith. Der Rechtsanwalt ordnete alles in bester Weise. Inspektor und Verwalter blieben als treu erprobte Beamte in ihren Stellungen. Immerhin mußte Edith sich, wenn sie nicht bald heiratete, persönlich um die Verwaltung ihres Besitztums kümmern. Diese Verantwortung lastete auf ihr. Sie wußte noch nicht, wie sie sich mit ihren neuen Pflichten abfinden sollte. Das Schloß erschien ihr in diesen ersten Trauertagen wie ausgestorben. Ueberall fehlte ihr der Vater; wie lieb sie ihn gehabt, und welchen reichen Inhalt er ihrem Leben gegeben, das kam ihr jetzt erst so recht zum Bewußtsein. Da, an einem Vormittag kam ein Kabeltelegramm. Die Baronin las es aufmerksam, mit befriedigter Miene. Dann sagte sie bewegt: „Dein Oheim ist mit seinem Sohn Magnus unterwegs nach Europa, in höchstens vierzehn Tagen können wir sie beide erwarten. Der Papa wünschte es so, Edithchen, und auch, daß wenigstens Magnus hier wieder heimisch wird und als Baron Hochfeld in der Heimat bleibt.“ Da löste sich ein Jubellaut von Ediths Lippen, sie flog auf die Mama zu und küßte sie wie nie zuvor. Dann eilte sie hinaus, auf Lieblingswegen dahin, bis zu einem erhöhten Punkt, von wo aus sie in die Weite schauen konnte. Ihr Blick bemerkte aber weder braune Ackerkrume noch sprossende Saat, sah sie im Geiste doch ein stolzes Schiff auf den grünen Fluten des Ozeans dahingleiten, und auf dem Verdeck mit in die Ferne gerichtetem Blick den Geliebten, dessen Sehnsucht dem Schiff wohl Flügel hätte verleihen mögen. So kam das Glück ihr nun näher mit jedem Tage. sie brauchte nur darauf zu warten. Ihr Mund lächelte selbstvergessen, ihre schönen Augen grüßten das stolze Schiff, welches sie im Geiste erschaute, das ihr den Geliebten brachte. Und wieder gedachte sie dankbaren Herzens des Vaters, der vor seinem Ende alles so wohl geordnet. Ein warmer Lufthauch traf kosend ihre Wangen. Umschwebte sie der Geist des Heimgegangenen? War ihm verziehen worden, der, durch falsche Erziehung irregeleitet, Schuld um Schuld auf sich geladen? Können Jahrzehnte eines musterhaften Lebens selbst das schwerste Unrecht tilgen? „Vor Gott ja!“ sagte Edith tiefatmend und ihren Gedanken unwillkürlich Worte leihend:„und vor den Menschen erst recht, denn so sicher steht keiner, daß er nicht fallen könnte. Glücklich, wem die schwerste Prüsung, die der Selbstverschuldung, erspart blieb! Ende. Krieg und Wetter. Blücher hat den Regen seinen„Alliierten von der Katzbach und von Belle=Alliance“ genannt und damit die hohe Bedeutung der Witterung im Kriege getennzrichnet. In allen Kriegen hat man dem Wetter großen Wert beigelegt, und fromme Männer glaubten in der besonderen Gestaltung der Witterungslage die sichtbare Hand Gottes zu erkennen. So erzählt z. B. Macaulay in seiner Geschichte König Jakobs II. von England: „Das Wetter begünstigte die Protestanten so sehr, daß einige Männer von größerer Frömmigkeit als Urteil fest überzeugt waren, die gewöhnlichen Gesetze der Natur seien unterbrochen worden, um die Freiheit und den religiösen Glauben Englands zu erhalten. Genau vor 100 Jahren, sagten sie, wurde die Armada, unbesieghar durch Menschen, zerstreut durch den Zorn Gottes. Bürgerlich: Freiheit und göttliche Wahrheit waren von neuem in Gefahr, und wiederum fochten die gehorsamen Elemente für die gute Sache. Der Wind hatte stark aus Ost geweht; als der Prinz den Kanal hinabführ, hatte er sich nach Süd gewendet, als er in Torbay landen wollte, war er zu einer Windstille herabgesunken während der Landung und wurde, als diese vollendet, zu einem Sturm, welcher den Verfolgern gerade entgegenwehte.“ Welch ein furchtbarer Feind die Elemente sein können, deren Wüten gegenüber der Kampf der Menschen nichts bedeutet, das bewies der ungeheure Orkan, der am 10. Ottober 1780 auf den westindischen Inseln die kämpfenden Franzosen und Engländer überfiel. Die englischen Kriegsschiffe scheiterten damals bei Martinique; der französische Feldherr aber schickte die 25 Engländer, die dem Tode entronnen waren, dem englischen Gonverneur mit dem Bemerken zurück, er könne sie nicht als gefangen zurückhalten, da sie es durch eine Katastrophe geworden, der gegenüber der Streit der Sterblichen verstummen müsse. Wie günstig bisweilen die Witterung dem einen Teil der Kriegführenden ist, geht aus Goethes Schilderung der Kampagne in Frankreich hervor, der ausführlich erzählt, wei die ununterbrochen herabstürzenden Regen das preußische Heer schließlich zur Umkehr zwingen mußten. Nicht minder begünstigte der furchtbar strenge Winter von 1794/95 die Franzosen, deren Kavallerie auf das festgefrorene Eis sprengen konnte und die eingefrorenen holländischen Schiffe einnahm. Doch der gleichen Naturgewalt erlag 1812 das Heer Napolcons in Rußland, während Rußland wiederum bei seiner Exxedition nach China 1839 durch die furchtbarste Kälte bedrängt wurde. Die Russen hatten sich bei einer Kälte von 32 Grad in Sch eehüt en vergraben müssen, der Skorbut wütete unter ihnen, die Hälfte des Heeres war bereits umgekommen. Da endlich nahte sich der Tag der Erlösung. Mit dem Ausdruck wiederkehrender Hoffnung zeigten die Unglücklichen nach dem Himmel: ein Vogel slog über das Lager, das erste Lebenszeichen nach sechswöchentlicher Totenstarre. Damit trat eine überraschende plötzliche Wärme ein. Solange die Meteorologie als Wissenschaft in den Anfängen stand, war bei der Schilderung solcher „Witterungswunder“ in Kriegszeiten der Phantasie und Legende sreie Bahn gelassen. Doch wies bereits der bedeutende Meteorologe H. W. Dove darauf hin, daß häufig seltsame Erschütterungen der normalen Witterungslage mit großen Kriegen parallel gegangen sind. Im Krimkriege wurde durch ein plötzliches Umschlagen der Witterung die furchtbarste Sterblichkeit hervorgerufen. Bei Sebastopol gingen im November Regenstürze von beispielloser Wucht nieder; zu gleicher Zeit herrschten auf dem Meer furchtbare Stürme, die unter den Schiffen schweren Schaden anrichteten. Das dauerte bis in den Dezember hinein; dann wurde es plötzlich in der südlichen Krim ungewöhnlich warm, und in der Nacht vom 18. zum 19 Januar 1856 fiel ebenso überraschend das Thermometer von 7 Grad Wärme auf 18 Grad Kälte. Jast noch auffälliger waren die Witterungserscheinungen, die den Krieg von 1870/71 begleiteten. Zu Anfang des Jahres 1870 war nach außerordentlich mildem Wetter im Februar die größte Kälte eingetreten. Dem ungewöhnlichen Winter folgte eine das westliche Europa umfassende fast beispiellose Trockenheit. Wie diesmal in Rußland solche Dürre herrscht, daß mit einer Mißernte als sicher gerechnet werden muß, so begann Frankreich damals den Krieg gegen Deutschland ebenfalls mit der Aussicht auf Mißwachs, denn es fehlte seit Wochen an Regen. Die intensive Wärme dauerte bis in den August hinein. Dann aber erfolgten heftige Niederschläge, die von den Truppen zunächst als Erfrischung freudig begrüßt wurden, nachdem sie beim Ausbruch des Krieges unter der hohen Temperatur gelitten hatten. Infolge des plötzlichen Witterungswechsels und des anhaltenden Regens brachen dann aber bei der Belagerung von Metz und Straßburg Ruhr= und Typhusepidemien aus, die den Belagerten noch mehr wie den Belagerern schadeten. Der September brachte günstigere Witlerung, aber im Oktober fielen wiederum ungewöhnliche Regenmassen, und es war fortdauernd tühl. Bis endlich in der zweiten Hälfte des November ein kurzer Nachsommer von wunderbarer Schönheit anbrach, gegen den wieder die im Dezember eintretende Kälte einen heftigen Kontrast brachte. Das Thermometer sank in Deutschland bis zu—23 Grad R, und auch die Kriegführenden empfanden die heftige Kälte, die dann noch bis weit ins Jahr 1871 hin auhielt.—5.— * S5 S 2 E * BgEßes a SE.STSE S. SH S SgESSE SLSUSSEMUILDEELOE O SRLE *.* SN S OEAET S BoSS Denkspruch. Mütter, die ihr euch erquickt an dei Kinder teuren Zügen und mit ahnendem Vergnügen vieles Künst'ge dein erblickt: schaut einmal recht tief hinein und verschaftt uns sichre Kunde: wird der Väter Kampf und Wunde in den Kindern sruchtbar lein? Ludwig Uhland. Die Eisenbahn im Kriege. (Nachdruck verboten.) „Bereit sein ist alles!“ Dies Wort hat Moltke gebraucht, der als erster die unermeßlich gesteigerte Wichtigleit erkannte, die angesichts der neuen Verkehrsmittel, die das 19. Jahrhundert brachte, der erste Aufmarsch der Heere hat. Hier kann in Stunden gewonnen werden oder verloren gehen, was später in Monaten nicht mehr zu erreichen, nicht wiederzugewinnen ist.„Was man von der Minute ausgeschlagen, bringt keine Ewigkeit zurück!“ In seinem Aufsatz„Ueber Strategie“ sagt der Meister der modernen Kriegführung:„Beim ersten Aufmarsche der Armee kommen die vielseitigen politischen, geographischen und staatlichen Erwägungen in Betracht. Ein Fehler in der ursprünglichen Versammtung der Heere ist im ganzen Verlauf des Feldzuges kaum wieder gut zu machen. Aber diese Anordnungen lassen sich lange vorher erwägen, und— die Bereitschaft der Truppen, die Organisation des Transportwesens vorausgesetzt— müssen sie unfehlbar zu dem beabsichtigten Resultat führen.“ Als das wichtigste Mittel für den ersten Aufmarsch hat Moltke als erster die Eisenbahnen erkannt und die richtige Verwertung der neuen technischen Errungenschaften in musterhafter Weise organisiert. Gegen Ende der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts veröffentlichte der damalige Generalstabshauptmann von Moltke einen Aufsatz, in dem er zuerst mit weitschauendem Scharfblick auf die hohe militärische Bedeutung der Eisenbahn hinwies. Während bamals auch noch die leitenden Kreise dem neuen Verkehrsmittel voll mißtrauischer Abneigung gegenüberstanden und man z. B. die Festungen mit den Schienenlinien möglichst umging, statt sie dazu zu benutzen, um die Bahnen zu beherrschen, so rückt Molttes klare Erkenntnis ihre Bedeutung in das rechte Licht; besonders erstaunlich ist das dem Verfasser eigene Wissen über die technischen Einzelheiten nicht nur der deutschen, sondern auch der englischen Bahnen. Mit dieser Schrift kündigte sich bedeutend der Mann an, der dann später durch die geniale Benutzung der Schienenstraßen für die Heeresführung und durch die Schöpfung der Eisenbahnabteilung beim Großen Generalstab und der diesem unterstellten Eisenbahntruppen der Strategie ganz neue Wege wies. Die von Moltke vorausgesehene militärische Bedeutung der Eisenbahnen wurde glänzend bewiesen durch den Krieg von 1866. Obwohl Preußen damals nur zwei Feldbahnabteilungen besaß, waren ihre Leistungen doch ausgezeichnet. Beim Aufmarsch der preußischen Armeen in Böhmen haben die Eisenbahnen die entscheidende Rolle gespielt. Die österreichischen Rüstungen begannen heimlich, aber doch nachweisbar, bereits Ende März, und die Operationsbereitschaft des Feindes mußte für Mitte Juni erwartet werden. Moltke beabsichtigte ursprünglich einen Vormarsch von Oberschlesien her; doch hätte dieser bei den z. T. eingleisigen Linien, die altein vorhanden waren, 50 Tage gedauert. König Wilhelm aber konnte sich nicht schon im Anfang April, wie es notwendig gewesen wäre, zur Mobilmachung entschließen. Die preußische Mobilmachung und der Beginn der Ansammlung preußischer Truppen in Oberschlesien wäre als eine Bedrohung und Herausforderung Oesterreichs angesehen worden, und aus diesen menschlich so edlen Beweggründen zögerte der König immer länger, wodurch sich die militärische Lage von Tag zu Tag zuungunsten Preußens verschob. Oesterreich rüstete, während es die politische Entwicklung der Dinge diplomatisch aufzuhalten suchte, im stillen immer weiter, und am 2. Mai schrieb der so kaltblütig ruhige Moltke:„Ich glaube, daß die Mobilmachung der Armee, will man nicht die Sicherheit des Staates gefährden, nur noch um Stunden verschoben werden darf.“ Am 3. Mai begann denn auch das Rüsten, und nun mußte der nordböhmische Kriegsschauplatz gewählt werden, weil er der preußischen Hauptstadt näher lag und die dahin führenden Eisenbahnlinien die günstigeren waren. Die Eisenbahnlinien sprachen nun das entscheidende Wort; durch sie wurde der großartige Aufmarsch der preußischen Heere ermöglicht, der dann wie ein notwendig sich abrollendes Drama in der Vernichtungsschlacht von Königgrätz gipfelte. Im Deutsch=Französischen Krieg traten die eigentlichen Feldeisenbahnen, die seitdem sehr verstärkt worden waren, schon viel bedeutender in die Erscheinung, und den Eisenbahntruppen gebührte 1870 ihr Teil am Siege und Ruhme des Vaterlandes. Besonders schwierig war es, in Frankreich die 4000 km Eisenbahnlinien, die von den Franzosen vor den Deutschen geräumt worden waren, wieder in Betrieb zu setzen. Das Bahnnetz war an vielen Stellen nachhaltig unterbrochen; es mangelte an betriebsfähigen Lokomotiven; das Betriebspersonal für diese auf französischem Boden errichteten Feldeisenbahnen mußte aus allen deutschen Gauen zusammengeholt werden. Was damals die deutschen Eisenbahner vollbrachten, das war„die aufreibende und doch nicht laut gewordene Arbeit von Männern, die nicht die berauschende Glorie des Schlachtfeldes, nicht der Lobeer des Sieges umgab, die aber ihr Redliches dazu beigetragen haben, dem Sieger den Lorbeer zu erhalten.“ Aus den Erfahrungen des Krieges 1870 erkannte man aber, daß Eisenbahntruppen nicht improvisorisch organisiert werden können, sondern bereits im Frieden als ständige Einheit unter einer Kommandogewalt vereinigt werden müssen. So wurde denn bereits am 19. Mai 1871 ein Eisenbahnbataillon in Berlin aufgestellt, und die Ausbildung und Vermehrung dieses Truppenteiles ließ sich Molike besonders angelegen sein. Heute gibt es zwei Brigaden preußischer Eisenbahntruppen und ein bayerisches Bataillon. Zur Ergänzung der Vollbahnen treten im Kriege die Feldbahnen, die bei 60 cm Spurweite zwar nur ein Viertel so leistungsfähig sind wie die Vollbahnen, sich aber bei Schwierigkeiten im Gelände rascher herstellen und leichter umlegen lassen. Auch der moderne Krieg steht so im wahrsten Sinne des Wortes„unter dem Zeichen des Verkehrs“, und Eisenbahnen wie das neueste Verkehrsmittel, die Autos, haben während des Krieges eine gewaltige Rolle gespielt. Was sie im einzelnen geleistet, wird erst nach dem Kriege in vollem Umfang bekannt und gewürdigt werden. Autos werden in den ersten Tagen eines Krieges die entscheidende Rolle spielen. C. K. Die Zedern des Libanon. Die berühmten Zedern des Libanon, aus deren Holz der Palast des Königs David und. der Tempel erbaut wurde, bedeckten zu den Zeiten Hirams