Amtliches Kreisblatt Die„Schoerter Jelung“ ersheimt ügich auber Feiertags. Bezugspreis M. 2.10oierteljährlich, bei der Post für Bestelgeld 42 Pfg. medr. Wöchenl. Gratsbellage:„Ilustriere= Jamileufreund“ u. tägl. Unlerhaltungsbalt Anzeigenprels: Diesiebengespaltene Peitzelle oder geren Raum 20 Pfiz., Neklamezeile 50 Pig, Jeder Rabatt gllt als Kassenradatt undertscht bei Konkursen, Zwangsvergleichen, gerichlichen Klagen und Nichtbeachtung, der gemachten Jahlungsbedingungen. 6 Westhofenes Zeilung F-ssch Langcheder Zeitung Verbunder mit: " uiueder Zeitung * Aplerbecker Zeitung Schwerter Halbzzeitung d Schwerter Cageblatt O Schwerler Anzeiger Gelles uns Aitelies Lagesorgan des Krelles o Generzl-Anzeiger für den Kreis Börde# breis urd lekupolstgelichen Derordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königlichen Regierung durch Verösenlichung in der„Schwerter Jeitung“ rechtsverdindliche Kraft.— Die Schwerter Zeitung“ gewähr idren Tbonnenten für jeden mit Tod endenden Unsal geBeöngungen 300 Mk. Unsall. Druck u. Verlag v. Car Braus, Schwerte=Ruhr Feiasp 62.Telegr.=Adr. BrausSchwerte. Ruhr Nr. 78. Samstag, den, 1. April 1916. 43. Jahrgang. Volles Vertrauen in die FJununst! Erstürmung des Dorfes Malancourt. Drei englische Doppeldecker abgeschossen. Rampfpause an der italienischen Front. WTB Berlin, 31. März. Im Hauptausschuß machte der stellvertretende Kriegsminister v. Wandel u. a. eine Reihe vertraulicher Ausführungen über unsere Verluste, Ersatzverhältnisse und Munitionsversorgung, die bewiesen, daß wir mit vollem Vertrauen der weiteren Entwickelung des Krieges entgegensehen können. Deutscher Tagesbericht. Wieder einer! Der Verbrauch an führenden Männern übersteigt im Lager unserer Feinde nachzerade alle Begrifse. Eben erst mußte der französische Kriegsminister Gallieni, auf den seine Landsleute sehr weitgehende Hoffnungen gesetzt hatten, vorzeitig abgesägt werden, da kommt jetzt aus Petersburg die überraschende Meldung, daß sein dortiger Kollege General Poliwanow„auf Ansuchen“ entlassen worden ist und in dem Chef der Intendantur General Schuwajew einen Nachfolger erhalten hat. Man ist beinahe versucht, an das Bestehen einer geheimen Abmachung zwischen den beiden Verbündeten in Ost und West zu glauben des Inhalts, daß, wenn bei einem von ihnen ein menschliches Unglück in hohen oder häcften Amtsstellungen passiert, der andere für eine Art„Pendant“ zu sorgen habe, damit das schöne Gleichgewicht schmerzlicher Enttäuschungen nicht gestört werde; denn Poliwanow löste ungefähr zur gleichen Zeit seinen würdigen Vorgänger Suchemlinow ab, als der wackere Herr Millerand durch Gallieni ersetzt wurde, und ähnliche Erscheinungen haben sich auch in anderen Ministerregionen der beiden Länder zugetragen. Wenigstens eine kleine Genugtuung für Russen und Franzosen; in dieser Beziehungg klappt das Bündnis, das im übrigen seinen Hauptzweck so gar nicht erfüllen will. Was Herrn Poliwanow Knall und Fall aus dem Amte getrieben hat, darüber liegen noch keinerlei nähere Mitteilunzen ror. Sollte ihn das Schicksal seines Vorgängers Suchomlinow in Angst und Schrecken versetzt haben, des Mannes, der dem deutschen Militärattachee in Petersburg noch sein Ehrenwort dafür verpsändete, daß in Rußland keine Mobilmachung im Gange sei, als die Heeressäulen des Zaren schon an die Grenzen aufgebrochen waren? Des Mannes, der schon im Mai 1914 den Franzosen zurief, Rußland sei bereit, erzbereit, ob sie es auch seien? Und der jetzt wegen vollkommener Vernachläffigung der Kriegsbedürfnisse vor den Untersuchungsrichter des Reichsrats verwiesen werden ist? Oder macht man den General Poliwanow, dem der Ruf eines tüchtigen Soidaten mit starker Hand voraufging, für die Schwierigkeiten verantwortlich, die neuerdings in den Geschütz= und Munitionsfabriken des Reiches entstanden sind, für die unruhige Haltung der Arbeiterschaft, die dazu nötigte, die gewaltigen Putilow=Werke in Petersburg von heute auf morgen in staatliche Verwaltung zu übernehmen? Das wäre denkbar. Die Russen sind ja eben jetzt in ihrer großen Offensive begriffen, bei der sie nach den Berichten unseres Hindenburg mit Menschen und Munition gleich verschwenderisch umgehen. Bis jetzt sind alle ihre Opfer wiederum vergebens gebracht; aber die neue Führung an diesem Frontabschnitt— wenn wir nicht irren, der alte Kuropatkin mandschurischen Angedenkens— scheint dies. mal nicht locker lassen zu wollen, da wäre ein Versagen des Nachschubes an Granaten und Patronen allerdinzs ein schlimmes Verhängnis. Ein schlimwtb. Großes Hauplquartier, 31. März 1916. Westlicher Kriegsschaupla An vielen Abschnitten der Front lebte die beiderseitige Attillerietätigkeit während des gestrigen klaren Tazes merklich auf. Westlich der Maas wurde das Dorf Malancourk und die beiderseitigen anschließenden französischen Verbindungsanlagen im Sturm genommen. 6 Offiziere und 322 Mann sind unverwundet in unsere Hand gefallen. Auf dem Ostufer ist die Lage unverändert In den französischen Gräben südlich der Fest Doumonk entspannen sich kurze Nahkämpfe. Die Engländer büßten in Lustkämpfen in der Gegend von Arras und Vopaume drei Doppeldecker ein; zwei von ihren Insassen sind tot. Leutrant Immelmann hat dabei sein 13. feindliches Flugzeug abgeschossen. Oestlicher Kriegsschauplatz Die Russen beschränkten sich auch gestern auf starke Beschießung unserer Stellungen an den bis her argegriffenen Fronten. Balkan=Kriegsschauplatz. Die Lage ist unveründert. Oberste Heeresleitung. Oesterreichischer Tagesbericht. WTB Wien, 1. Aptil. Amtlich wird verlautbart vom 31. März: Russischer Kriegsschauplatz und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Infolge der ungünstigen Witterung ist eine Kampfpause eingetreten. Der Stellrertreter des Ehefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschall=Leutnant. Englische Unzufriedenheit mit der Pariser Konferenz. Ueber das Ergebnis der Pariser Konserenz verlautet zwar in englischen Regierungskreisen noch nichts, immerhin lassen aber im Schatzamt gefallene Aeußerungen darauf schließen, daß nur wenige der englischen Wünsche die Billigung der Verbündeten gefunden haben. Aus Antrag Englands wird nun in allernächster Zeit eine Konferenz der Finanz= minister der Verbündeten stattfinden. mes, aber doch auch wieder ein echt russisches, oder konnte jemand wohl im Ernst glauben, daß selbst der stärkste Mann in Rußland aus die Dauer gegen. den eingeborenen Schlendrian des Landes aufkommen würde? In besserer Zeit hat man deutsche Ehrlichkeit, deutschen Geist und deutsche Kraft gegen die bekannten— sagen wir— Untugenden des Moskowitertums zu Hilfe gerufen. Jetzt aber hat man diesen„fremdstämmigen“. Eigenschaften den Krieg erklärt, man hat für sie im Reiche des Jaren keine Verwendung und ist entschlossen, wo sie sich etwas eingenistet haben, sie mit Stumpf und Stiel wieder auszurolten. Wir wollen und können diesen eigenartigen Reinigungsprozeß natürlich nicht stören. Der verabschiedete Kriegsminister wird sich vielleicht schon seine Gedanken darüber machen, aber auf dem Wege, der nun einmal beschritten ist, gibt es vorerst ganz gewiß kein Halten mehr, und wir können diesem Schauspiel lediglich mit stiller Schadenfreude zusehen und dem frommen Wunsche: Wohl bekomms! Heute Poliwanow, der Kriegsminister, gestern Chwostow, der Minister des Innern. Beide waren als Hoffnungen des Landes begrüßt worden, und sind nun gestürzt und abgetan, zum verbrauchten Eisen geworfen, erledigt. Vergebens rüttelt Rußland an seine Fronten, um die eisernen Ketten zu sprengen, die seine militärischen Kräfte gefesselt halten, und im Innern türmen die Schwierigkeiten sich zu Haus! Von wem kann es da noch Erlösung hoffen? Die Verbündeten sind alle mit ihren eigenen Nöten vollauf beschäftigt. Wo ist der andere„Zar=Befreier“, der das arme Volz wieder zuz Ruhe bringt. In Kreisen, die der englischen Regierung nahestehen, ist man infolge der aus Paris kommenden Meldung seit gestern der Ansicht, daß der Krieg schnell seinem Ende entzegen gehen werde. Ueber die unklare Haltung der russischen Politik gegenüber den Verkündeten war man in Paris allgemein unzufrieden. Der Krieg gegen Frankreich. Trübe Stimmung in Paris. Wie Reisende erzählen, ist die Stimmung in Paris sehr krübe. Das Volk sei überzeugt, daß die Operationen an der Westfront niemals befriedigend enden könnten. Die Befreiung Belgiens würde etliche Millionen Soldatenleben fordern. Das Beispiel von Verdun gäbe einen Maßstab dafür. Außerdem erfuhr Paris durch eine Indiskretion, daß der italienische Ministerpräsident Salandra ledizlich mit der Absicht nach Paris kam, die Beteiligung Italiens auf der Westfront und am Balkan abzulehnen. Die allgemeine Ansicht ist, daß sich die Konferenz ledizlich mit den Bedingungen für den kommenden Frieden beschäftigt habe, weil die Interessengegensätze sehr groß sind. Bedrohung der Franzosen in Bethincourt. TU Berlin, 1. April. Der Kriegsberichterstatter der„Berliner Morgenpost“ meldet unterm 31. März: Der linke Flügel der französischen VerdunArmee hat einen neuen Stoß erhalten, der an seinen Fundamenten rüttelt. Schon am Dienstag waren unsere Truppen, die die Höhen nordwestlich von Malancourt stürmten, bis in die ersten Häuser des Dorses vorgedrungen. Bereits zwei Tage später ward am vorgestrigen Donnerstag der planmäßige Vorstoß auf das Dorf Malancourt selbst anzesetzt, ganz nach der seit Wochen von unserer Heeresleitung geübten Methode des sorgfältig vorbereiteten Einzelangriffs, der zugleich die Vermeidung allzu schwerer Verluste bezweckt. Nun ist das Dorf Malancourt ganz in unserer Hand. Um den Wert dieses Erfolges zu ermessen, muß man sich vor Augen halten, daß gerade diese kleinen Ortschaften im Vorgelände von Verdun die stärksten und raffiniertesten Befestigungen aufweisen, die erst von der Artillerie gründlich zertrommelt werden müssen. Trotzdem findet die stürmende Insanterie oft noch Ueberraschungen vor, deren es Herr zu werden gilt. Mit dem Orte aber konnten die Unserigen noch die anschließenden französischen Befestigungen östlich und westlich in Besitz zu nehmen. Der halbkreisförmige Sack, der am 20. März entstanden war, ist erheblich verkleinert. Emnfindlicher noch als vorher ist die seindliche Stell. in Bethincourt bedroht. Die Beschießung von Reims. Paris, 1. April. Reims wird neuerdings wieder sehr heftig beschossen. Am Montag fielen nicht weniger als 500 schwere Eranaten auf die Stadt. —— Was gehl in Holland vor? Die Alliierten verlangen von Holland die Grenzsperre gegen Deutschland. TU Haag, 1. April. Die Ententemächte haben an die holländische Regierung die Aufforderung gerichtet, die Grenze gegen Deutschland für jeden Warenverkehr zu sperren. Diese Aufforderung hat angeblich den Charakter eines Ultimatums. Es ist anzunehmen, daß dieser Schritt der Entente in Paris in der gemeinsamen Konferenz beschlossen wurde. An der Börse in Rotterdam und Amsterdam herrschte gestern panikartige Aufregung. Diese Aufregung wurde dadurch gesteigert, daß mehrfach Besprechungen zwischen den leitenden holländischen Persönlichkeiten der Militär= und Marineverwaltung stattfanden. Gerüchtweise verlautet, daß jeder militärische Urlaub aufgehoben sei. Gleichzeitig gehen Gerüchte über andere militärische Maßnahmen um. England verlangt den Durchmarsch durch Holland? WTB Berlin, 1. April. Das„Tageblatt“ meldet aus dem Haag: Die holländische Regierung traf Maßnahmen, da England den Durchmarsch durch Holland verlangte. Militärische Vorbereitungen im Haag. TU Haag, 1. April. Das offiziöse Korrespondenzbureau teilt folzendes mit: In der gestrigen Sitzung der Zweiten Kammer am Nachmittag wurde eine Entscheidung noch nicht getroffen. Nachdem gestern nachmittag die gewöhnliche Sitzung des Ministerrats getagt hatte, wurde heute eine außerordentliche Sitzung des Ministerrats abgehalten. Ueber den Grund der Spannung wurden bisher amtliche Mitteilungen nicht gemacht.— In den holländischen Großstädten, Amsterdam, Notterdam und Haag sind die wildesten Gerüchte im Umlauf. Man ist überzeugt, daß die ausgesprochene Politik der niederländischen Regierung tatsächlich die gewesen ist, die Neutralität gewissenhaft zu wahren, aber unter keinen Umständen eine Verletzung der Neutralität zu dulden; in einem solchen Zalle würde Holland unzweiselhaft zu den Waffen Freisen. " Ein Dementi? WTB Amsterdam, 1. Auril.„Telegraas“ meldet aus dem Haag, daß die Regierung alle Güterwagen zur Beförderung von Militär requiriert habe.— Dem Haager Korrespondenzburean wird von maßgebender Seite mitgeteilt, daß die Berichte, wonach alle erteilten Urlaube zurückgezogen und alle Güterwagen requiriert seien, unrichtig sind. E, wird hinzugefügt, daß es nicht möglich sei, alle phantastischen Gerüchte ähnlicher Art zu bementieten, XU Frankfurt, 1. Aprik. Die im Haag umlausenden Gerüchte, wonach England bei der holländischen Regierung wegen eines Durchmarsches sondiert habe, werden, wie der Korrespondent der „Frankfurter Itg.“ an maßgebender Stelle erfähr:, als unwahr bezeichnet.— Weiter wird gemeldet, daß das Kriegsministerium nur bestrebt sei, die Armee auf die vollste Höhe zu bringen, um für alle Fälle gesichert zu sein. —000— Der Krieg mit Italien. „Es geht etwas vor...“ Berlin, 31. März. Wie die„Nat.=Ztg.“ der „Neuyorker Staatsztg“ entnimmt, kehren viele wehrfähige Italiener nach Amerika zurück. Sie sind sämtlich mit italienischen Regierungspässen versehen. Man hat ihnen erklärt, sie könnten ruhig zurückreisen, da man sie nicht benötige. Das Neuyorker Blatt fügt seiner Meldung noch hinzu, daß auch andere Anzeichen darauf hindeuten, es gehe in Italien etwas vor, von dem man sich hier nichts träumen lasse. So haben die italienischen Amerikafahrer, die daheim zum Truppentransport beschlagnahmt waren, ihre Amerikafahrt wieder aufgenommen. —000000— 11 Der Krieg gegen England. Drohende britische Ministerkrise. Haag, 1. April. Der Londoner Korrespondent der„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ berichtet: Carson, der gestern nach seiner Genesung in sehr bedeutsamer Weise durch die hauptsächlichsten konservativen Organe begrüßt wurde, hat sofort die Leitung der Bewegung der verheirateten Mannschaften übernommen, die jetzt als die dringendste Gefahr für die Rezierung angesehen wird. Es sei daran erinnert, daß in der vorigen Woche der unionistische Kriegsausschuß, der 150 Mitglieder zählt, davor zurückgeschreckt ist, für die wirkliche allgemeine Dienstpflicht einzutreten, ähnlich wie es der liberale Kriegsausschuß gemacht hat, was dem Einfluß Bonar Laws zuzuschreiben ist. 113 Schisse vom 25. Februar bis zum 8. März versenkt. bb Lugano, 1. April. Aus Lugano wird gemeldet, daß in der Zeit vom 25. Februar bis zum 1. März nicht weniger als 58 Handelsschiffe mit insgesamt 75 000 Tonnen, und vom 1. März bis 8. März 55 Handelsschiffe mit insgesamt 78 000 To. versenkt worden sind und seither noch eine ansehnliche Menge weiterer Schiffe folgte, 0 erreichen, hat vollständig Schiffbruch erlitten. Japans offizielle Kreise haben das Ersuchen Rußlands sehr kühl ausgenommen und sich geäußert, daß Japan mit der langen Dauer des Krieges sehr unzufrieden sei und bei Kriegsbeginn es nicht für möglich gehalten habe, daß der Krieg so lange dauern werde. Japan leide darunter außerordentlich, da der ganze japanische Handel und die Industrie unterbunden seien. Japan würde einen Friedensschluß mit großer Freude begrüßen und denke nicht daran, durch aktive Teilnahme am Kriege diesen zu verlängern. Die Lage auf dem Balkan. Der Kampf an der griechisch=mazedonischen Grenze. Bern, 31. März.„Petit Parisien“ meldet aus Saloniki: Die Deutschen rücken langsam vor, ohne Widerstand der griechischen Truppen zu finden, die sich vor ihnen entsprechend den im Namen der griechischen Regierung von Oberst Rallis am 9. Dezember abgegebenen Erklärungen zurückziehen, wonach die Deckungstmoppen der griechischen Armee sich vor den Kriegführenden zurückziehen und das Kampffeld offen lassen müssen. Die Bulgaren sollen gleichfalls an mehreren Punkten griechisches Cebiet betreten haben, ohne irgendeinen Widerstand zu begegnen. Gestern dauerte die Kanonade in dem Abschnitt von Matsikowo den ganzen Tag an.(„Frankf. Ztg.“) Deutsche Flugzeugangriffe auf Saloniki. WTB Sofia, 31. März. Der Generalstab teilt mit: Am 27. März bombardierte ein Geschwader von 15 deutschen Flugzeugen den Hafen von Saloniki und das englisch=französische Lager in der Nähe der Stadt. Es wurden 800 Bomben abgeworsen, die großen Schaden anrichteten. Die Flieger beobachteten eine Explosion in einem unmittelbar am Bahnhof gelegenen Depot, sowie eine zweite auf einem feindlichen Schiff. Feindliche Flugzeuge versuchten einen Angriff gegen die deutschen Flugzeuge; der Versuch blieb jedoch ohne Ergebnis. Vier von den englisch=französischen Flugzeugen wurden zur Landung gezwungen, die übrigen mußten den Rückzug antreten. * —00000— Der Krieg gegen Rußland Bevorstehendes Ende der russischen Offensive. Der Petersburger Korrespondent des„Temps“ bereitet darauf vor, daß die Operationen an der russischen Front wahrscheinlich mit Rücksicht auf die Schneeschmelze bald vollständig aufhören oder wenigstens viel von ihrer gegenwärtigen Heftigkeit verlieren werden. 100000 Flüchtlinge in Petersburg. Bei der Regelung der knapp gewordenen Lebensmittel wurde bei der Zählung der Petersburger Bevölkerung das Vorhandensein von 100 000 Flüchtlingen festgestellt. * Japan lehnt eine weitere Kriegsbeteiligung ab. bb Wien, 1. April. Die„Allgemeine Zeitung“ meldet aus Kopenhagen: Die Mission des Großfürsten Georg Michaelowitsch in Tokio, um dort die Entsendung japanischer Truppen nach Europa zu Aus Stadt und Umgebung Rückblicke auf den Weltkrieg. 1. April 1915. Feindliche Flieger im Westen.— Karpathenschlacht im Osten. In zwar stiller, aber würdiger Weise wurde an diesem Tage Bismarcks 100. Geburtstag gefeiert. Während im Westen über dem Breisgau und Schwarzwald feindliche Flieger sich wichtig machten, ohne indes sonderlichen Schaden anzurichten, wurde im Osten die große Karpathenschlacht gekämpft. Zwar fabelten die russischen Berichte wieder von großen Erfolgen, indes standen solche Berichte in krassem Widerspruch zu den wahren Tatsachen. Diese werden von einem militärischen Kritiker dahin zusammengesaßt, daß man die Karpathenschlacht als das Grab des russischen Heeres bezeichnen könne. Die in dieser Schlacht von den Russen verlorenen Gefangenen werden auf 100 000, die Toten und Verwundeten auf 500000 Mann veranschlagt, was bei der unerhörten Vergeudung von Menschenmaterial, wie solche in Rußland üblich, recht gut möglich erscheint.— Die Oesterreicher machten auf Cetinje einen ziemlich erfolgreichen Fliegerangriff.— Das„Emden"=Landungskorps hatte auf seinem Marsch durch die Wüste mit einem im englischen Solde stehenden Arabertrupp heftige, bis zum 3. April dauernde Kämpfe zu bestehen. (Himmelserscheinungen im Aprik.) Die Tageslänge nimmt in diesem Monat von 12 Stunden 55 Minuten bis auf 14 Stunden 49 Minuten zu. Die Auf= und Untergangszeiten der Sonne sind nach mitteleuropäischer Zeit am 1. April 5 Uhr 43 Min. und 6 Uhr 38 Minuten, am 10. d. M. 5 Uhr 23 Minuten und 6 Uhr 53 Minuten, am 20. April 5 Uhr und 7 Uhr 11 Minuten und am 30. d. M. 4 Uhr 39 Minunten und 7 Uhr 28 Minuten.— Den Mond, der als Neumond am 2. nachmittags verschwunden ist, sehen wir in den nächsten Tagen als zunehmende Sichel. Am 10, nachmittags 4 Uhr befindet er sich im ersten Viertel, und am 18. morgens 6 Uhr haben wir Vollmond. Das letzte Viertel erreicht unser Trabant am 24. mitternachts.— Von den Planetenerscheinungen ist folgendes mitzuteilen: Der Merkur wird in den letzten Tagen des Monats am nordwestlichen Abendhimmel bis zu einer halben Stunde sichtbar. Die Venus können wir als Abendstern den ganzen Monat hindurch im Nordwesten finden; sie ist etwa 4 Stunden lang zu sehen. Die Sichtbarkeitsdauer des Mars nimmt im Laufe des Monats bis auf 5¾ Stunden ab; er geht bereits vor Tagesanbruch unter. Der Jupiter bleibt in diesem Monat unsichtbar. Der Saturn endlich, der zu Ansang des Monats noch 6¾ Stunden zu beobachten ist, wird am Ende des Monats nur noch etwa 4 Stunden zu sehen sein. **(Vom Kriegswahrzeichen.) Für das Kriegswahrzeichen stifteten ferner ein Kreuz oder ein Schild: Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Schwerte, Oberbauarbeiterverein, Schwerte. Familie Rektor Berensmann, Schwerte. Familie A. Overweg, Reichsmark. Haus= und Grundbesitzerverein, Schwerte. Familien Walter BerensmannGreve, Schwerte. **(Im Silberkranz.) Am gestrigen Tage konnten die Eheleute Ludwig Vollmer und Frau, Mathilde geb. Schreier, an der Ostbergerstraße, das Fest der silbernen Hochzeit feiern. Wir gratulieren bestens! (Hörder Kreisbahnen.) Die der Allgemeinen Lokal= und Straßenbahngesellschaft gehörigen Hörder Kreisbahnen erzielten im Jahre 1915 ein Gesamtergebnis von 545 959 Mark, das sind 86 410 Mark weniger als im Vorjahre. Der Rückgang in den Einnahmen, der im Vorjahr eingesetzt hatte, machte sich im Geschäftsjahr 1915 zunächst unvermindert geltend und hielt, wenn auch allmählich abnehmend, in der zweiten Hälfte des Jahres noch an, weil es nicht möglich war, die stark eingeschränkten Betriebsleistungen den vorliegenden Verhehrsbedürfnissen entsprechend wieder zu verstärken. Der Einnahmerückgang beträgt rund 14 Prozent. Durch die Anlage einer Unterführung an der Straße Hörde—Brünninghausen an der Kreuzung der Staatsbahn wurde es ermöglicht, die westlichen Linien des Hörder Kreisbahnnetzeg in schienenfreie Verbindung mit den übrigen Strecken zu bringen.„ **(Freischütz=Konzert.) Auf das morgen nachmittag am Freischütz von Frau Magda WerthMaikranz in Verbindung mit ersten Opernkräften veranstaltete Konzert sei auch an dieser Stelle nochmals aufmerksam gemacht. Das reichhaltige Programm verspricht einen sehr genußreichen Nachmittag, sodaß ein Besuch des Konzerts nur empsohlen werden kann. **(Mütterabend.) Am Dienstag, den 4. April, findet wieder, wie alljährlich, in der Aula der Töchterschule ein vom Jugendbund veranstalteter „Mütterabend“ statt, zu dem die Mütter der jungen Mädchen, sowie alle, die sich für Jugendpflege interessieren, herzlich eingeladen sind. Da die früheren Mütterabende den Teilnehmern noch in angenehmer Erinnerung sind, dürfte sich auch die diesjährigs Veranstaltung wieder kegen Besuches zu erfreuen haben. **(Erhöhte Brennspirituspreise) werden vom 1. April an für private Selbstverbraucher in Krast treten, nachdem kürzlich bereits die Preise für motorische und gewerbliche Zwecke erhöht worden sind. Die neuen Preise für Brennspiritus sind pro Hektoliter Raum zu 90 Prozent 50½ Mark, pro Hektoliter Raum zu 95 Prozent 53½ Mark, und pro Liter in Flaschen und Kannen zu 90 Prozent 47 Pfennige, zu 95 Prozent 50 Pfennige. Die Flaschenabsüllungsstellen sind verpflichtet, ihren Brennspiritus mit einem Aufschlag von 5 Prozent zu verkaufen. Während die Preisheraufsetzungen für motorische Zwecke 27 Pfennig bezw. 27½ Pfg. betragen, belaufen sich die Preiserhöhungen für alle anderen Kategorien auf 10 Pfennig pro Liter. **(Gefahren der Straße.) Der 5jährige Sohn des Fabrikarbeiters Kersten aus der Beckestraße kam gestern vormittag so unglücklich unter einen die Straße passierenden Milchwagen, daß er außer Hautabschürfungen im Gesicht eine erhebliche Verletzung am linken Knie erlitt. Gottesdienst=Ordnung für Sonntag, 2. April, 1916. Evang.=reform. Gemeinde. 9 Uhr: Vorbereitung. 9½ Uhr: Pastor Terberger, hl. Abendmahl. Evang.=luth. Gemeinde. 9½ Uhr: Pastor Ohlig. 11 Uhr: Kindergottesdienst. Gemeinde Westhofen. 9½ Uhr: Konfirmation, Pastor Klinker. 4 Uhr: Nachfeier. Kath. Pfarrkirche, Schwerte. 6¼ Uhr: Stille hl. Messe. 7½ Uhr: Abholen der Erstkommunionkinder. 8 Uhr: Hochamt. Feier der Erstkommunion der Kinder. 10 Uhr: Schulmesse. 11 Uhr: Stille hl. Messe mit Predigt. 2½ Uhr: Dankandacht. Lichtendorf=Sölderholz. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. Hl. Monatskommunion der Frauen und Jungfrauen. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2 Uhr: Andacht mit Sezen für unsere Krieger. Stadttheater Dortmund. Sonntag, 2. April, nachmittags 3½—6¼ Uhr:„Die selige Exzellenz“, Lustspiel in 3 Akten von Rudolf Presber und Leo Walter Stein.— Abends bis 10 Uhr:„Der fliegende Holländer“, romantische Oper in 3 Aufzügen von Richard Wagner. Montag, 3. April, abends 11¼ Uhr:„Faust“ der Tragödie 1. Teil von Wolfgang von Goethe. Dienstag, 4. April, abends 7½—10 Uhr:„Mona Lisa“, Oper in 2 Akten von Max con Schillings. Mittwoch, 5. April, abends 8—9¾ Uhr:„Jedermann", das Spiel vom Sterben des reichen Mannes, erneut von Hugo von Hoffmannsthal. Donnerstag, 6. April, abends 7½—10¼ Uhr:„So machen's alle“, komische Oper in 2 Aufzügen von W. A. Mozart. Freitag, 7. April, abends 7½—10¼ Uhr:„Die große Pause", Lustspiel in 4 Akten von Oskar Blumenthal und Max Vernstein. Sonnabend, 8. April, abends 7½—10½ Uhr:„Der Waffenschmied von Worms“, komische Oper mit Ballet in 3 Aufzügen von Albert Lortzing. Sonntag, 9. April, nachmittags 3½—6 Uhr:„Seine einzige Frau", Lustspiel in 3 Akten von Julius Magnussen.— Abends 7½—10¼ Uhr:„Polenblut“, Operette in 3 Bildern. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte K 1299 Sonntags ist unser Kaufhaus von 8 bis von ½12 bis 2 Uhr geöffnet. empfehlen: 10 und Damen-Konfektion, Mädchen- Konfektion, Herren- Konfektion, Knaben-Konfektion, Garnierte Damen-Hüte, Garnierte KinderHüte, Modewaren, Korsetts, Handarbeiten, Handschuhe, Strümpfe, Unterzeuge, Schürzen, Damen-Wäsche, KinderWäsche, Kleiderstoffe, Sammete, Seidenstoffe. Sssssss Sehr große Auswahl. Bekannte Fahrtvergütung bei Einkäufen von 20 Mark an. Iserlohn in ihren kühnen Heldenfahrten. Auf Grund der amtlichen Berichte und der Erzählungen Beteiligter dargestellt von Friedrich Frei. Preis 20 Pfg. — Habe die vor einiger Zeit bekanntgegebenen Preise für Lumpen, Knochen, Strickwolle, Papierabfälle, Akten, Conservendosen, Gummiabfälle elc. nochmals zer ganz bedeulend erhöht. Jeder kann viel Geld verdienen, wenn er seine sämtlichen Abfälle zur bestmöglichsten Berechnung nur abschickt an 1311 F’. Strothotte, Hörde Wiesenstraße 23/29. Fernruf 321. 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Im erflossenen Jahr ist das auch in beträchtlichem Imfang geschehen. In diesem Jahre sollten in noch erstärktem Umfang Zuckerrüben für Brennereiwecke angebaut werden. Schon die Preisverhältsisse weisen darauf hin; Saatkartoffeln sind teuer Ind schwer zu beschaffen, die Aussaat für Zuckeriben ist also sehr viel billiger und auch die Behaffung des Samens macht keinerlei Schwierigsiten. Hierbei handelt es sich aber um den Anu solcher Zuckerrüben, die nicht für die Verbeitung auf Zucker bestimmt sind. In dem Rundschreiben vom 17. Dezember 1915 egen Verstärkung des Zuckerrübenbaues ist nachücklich darauf hingewiesen worden, daß wir zur rzeugung der zur Volksernährung nötigen Zuckerenge nicht nur die zu Friedenszeiten übliche släche mit Zuckerrüben anbauen müssen, sondern bs es im allgemeinen Interesse liegt, diese Fläche weit als irgend möglich zu vergrößern. Kein Korgen Zuckerrüben darf also der Zuckergewinung entzogen werden. Aber die Brennereibefrüher keine Zuckerrüben gebaut haben, auch gar keine Rüben zur Zuckergewinnung bliefern können, weil Zuckerfabriken in erreichhrer Lage nicht vorhanden sind, verfügen vielfach per Böden, auf denen die Zuckerrüben gedeihen, #id von dieser Möglichkeit sollte in diesem Jahre hr Schonung der Kartoffelbestände im weitesten Imfang Gebrauch gemacht werden. Auch bei der Aussaat der Kartoffeln wird mögichst sparsam verfahren werden müssen. Da die esjährigen Kartoffeln ungewöhnlich groß sind, irf man sich die Mühe des Zerschneidens nicht versießen lassen. Das man mit zerschnittenen KnolIn volle Erträge erzielen kann, ist jedem Landhirt bekannt. Aber die Arbeit ist in der dringenin Bestellungszeit unbequem, und wenn die vorindene Saat ausreicht, vermeidet man gern diese sehrarbeit. Bei den heutigen Preisen wird das erschneiden der großen Knollen gewiß sich lohnen; Interesse der Schonung des Gesamtbestandes llten daher überall dort die Saatkartoffeln zernitten werden, wo nur ungewöhnlich große nollen zur Verfügung stehen. Bereits in dem hen angeführten Rundschreiben ist berechnet worn, daß bei entsprechender Sparsamkeit bei der ussaat im ganzen Reich leicht eine Menge von 750 000 Tonnen oder 35000000 Zentner KartofIn gespart werden können. Das Verfahren des erschneidens der Saatknollen ist jedem Landwirt läufig, da sich aber in der Kriegszeit auch Nichtindwirte mit Kartoffelpflanzen besassen, erscheinen Die Heerführer Eichhorn und Worrsch 90 welche in diesen Tagen ihr 50jähriges Dienstjubiläum feiern können. iebe, die einige Fingerzeige nach dieser Richtung angezeigt. Die Kartoffel ist ein zusammengedrängter unterirdischer Stammteil. Am unteren, dem sogenannten Nabelende, findet sich die Nabelnarbe, d. h. die Stelle, an der die Knolle an den unterirdischen Kriechtrieb angewachsen war. Am anderen Ende, der Spitze oder Krone, sitzen in großer Zahl die triebkräftigsten Augen der Knolle. Wenn man also beide Schnitt=Teile zur Saat verwenden will oder muß, schneidet man vom Kronenende nach dem Nabelende zu. Will man nur die eine Hälfte zur Saat verwenden, schneidet man dazu das Kronenende ab und verwendet das Nabelende zu wirtschaftlichen Zwecken. Will man noch mehr teilen, was bei besonders wertvoller Saat möglich ist, so muß man darauf achten, daß an jedem Teilstück mindestens ein Auge sich befindet. Wenn man einige Tage vor dem Auslegen schneidet, überziehen sich die Schnittflächen noch vor dem Auslegen mit Wundkork, der sie vor Fäulnis schützt. Die mit den Schnittflächen nach unten ausgelegten Teilstücke können aber auch unmittelbar nach dem Zerschneiden ausgelegt werden. Auf allen leichten, trockenen und warmen Böden ist das Schneiden unbedenklich, nur auf ganz schweren und feuchten Böden besteht die Gefahr, daß einzelne Schnittstücke in Fäulnis übergehen und nicht keimen. Die Landwirtschaftskammer für die Provinz Pommern hat ein mit Abbildungen versehenes Flugblatt über das Zerschneiden der Saatkartoffeln herausgegeben und in zahlreichen Exemplaren verbreitet, auf das an dieser Stelle besonders hingewiesen wird. 90— Vermischtes. tk. Oesterreich=Ungarn als Reiscziel. Wohin soll nach dem Kriege gereist werden? Die meisten romanischen Gebiete sind zunächst so gut wie verschlossen. Wandert, ihr Wandervögel, in die Karpathen, nehmt, die Mandoline mit, laßt euch in den Waldstarren von den Zigeunern etwas vorspielen! Klettert, ihr Bergsteiger, nicht nur wie bisK her in Tirol und den Dolomiten, sondern auch weiter östlich bis nach Steiermark und zum Karst und badet euch dann in dem breiten, sonnigen Plattensee! Fahrt, ihr Kunstsucher, in die schönen, geheimen Winkel, zu den Schlössern und Kirchen, zu den traulichen Stadtbauten, beseht euch Prag mit seinen Merkwürdigkeiten, Krakau mit seinen Altertümern, Graz, das schöne und stolze! Es gibt dort überall Gotik sowie Barock und manches treffliche moderne bilde. Setzt euch in Passau auf die Donau und laßt euch bis zur Kaiserstadt tragen und dann wieder nach Gran und zur glänzenden Burg und Stadt von Ofen und Pest! Besucht aus völkischem Interesse die Versprengten in der Zips oder in Siebenbürgen oder bei Stuhlweißenburg. Sagt, ihr Besitzer von Automobilen, eurem Chauffeur, daß die Kaiserstraßen glänzende Linien sind, und versucht, ihr Jäger und Reiter, ob nicht gerade für euch die Beskiden oder Bosnien noch Freuden bergen, die sich im allzu zuvilisierten Westen nicht finden. Beseht euch, ihr geheilten Krieger, die Schlachtfelder des größten Gebirgskampfes der Weltgeschichte! Wenn jährlich ein Hunderttausend Reichsdeutscher mehr als bisher ins treue Nachbarland rollen, so wird das bei allem Vergnügen, das es bringt, auch politisch sehr wertvoll sein: denn dort sind die Menschen noch offener als in den alten, verwöhnten Fremdenländern. Ich erinnere mich, indem ich schreibe, an manche herrliche Stunde vom polnischen Kamm in der Tatra bis nach Dalmatien hin. Wie leuchtete der Abend bei der Donaufahrt nach Budapest! Und wie volkstümlich echt war der Tanz oben auf der Koralp in Steiermark! Also glückliche Reise! Wetter=Aussichten für mehrere Tage im Voraus. 2. April: Wolkig, teilg sonnig, gelinde, strichweise Regen. 3.— Veränderlich, milde. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. KraaDruck u. Verlag von Carl Braue, beide in Schwert „Deutsche Scharfschützen in einem Gutshause an der russischen Frant, benktan uns Sendet Salem Gold Zigaretten. Willkommenste Liebesgabe! Preis NI 3K 4 56.810 à S 6 8 10 Pfd Stück mißte Sie, Liane! Als Sie den Salon verließen, war es mir, als schwände mit Ihnen die lebenibringende Sonne, es kam mir alles öde und leer vor, und— da ging ich, Sie zu suchen; ich hatte Glück, denn ich fand ja die schöne„Elfenkönigin“ Fast hätte Brixdorf laut auflachen mögen ob dieser komischen Antwort, die so wenig zu Lianes Aussehen, zu ihrem Wesen und dem Komfort, in In eiserner Zeit. Kriegsroman von Charlotte Wilbert. „Und was wirst Du num tun?“ E Ein höllisches Grinsen verzerrte das Gesicht hier— allein!“ des Pseudodieners.„Was ich tun werde? Das,] Er sah ihr tief in die Augen, als wollte er auf dem sie lebte, paßte. Doch als es nun bebend von was jeder gescheite Mensch tun würde. Ich bin kein dem Grund ihrer Seele lesen. Sie hielt seinen Blick den Lippen kam:„O. Sie können es freilich nicht Narr, den man an der Nase herumführt. Der Alte ruhig aus, ohne mit einer Wimper zu zucken und ahnen; doch, wissen Sie nicht, daß nicht alle, die soll sich hüten die Zeichnungen zu verweigern. Ich wies dann lachend hinaus durchs Feuster.„Sehen das Aussehen eines Glücklichen haben, es immer 94 s/c) 2:# Pahl Mahrigens Sie diese Pracht da draußen? Ist es nicht ein ein= sind?“ ziges, herrliches Bild?“! Da faßte er rasch ihre Hände und preßte seine „Nein,“ erwiderte Brixdorf leise,„Sie sind das Lippen darauf.„Liane, Elfenkönigin, Du Süße, herrliche, wunderbare Bild und das da draußen Hoscez.9 Du! Du darfst so nicht sprechen, nein, Du ist der Rahmen zu dem Bilde.“ Ihre Sammetau/ sczreckt spooflte Ziane ihm entflieben doch nen ungen. Wig emer Wscg gerzrg rg# gen lachten ihn an. Plötzlich faßte er ihre Hände amgrschreat wonle Emne ihm enstiehen, voch Lianes Arm.„Also nochmals, Weib! Mache vor= und sie innig ansehend, sprach er:„Meinen herz= Gelcdorf, seiner nicht mehr mächtig, fiel vor ihr wärts, Du siehst, jede Minute ist kostbar. Die lichsten, heißesten Dank für jenes Lied. O, welches auf die Knie:„Liane, bleibe, höre mich an! Ofliehe tiefe Gefühl können Sie in Ihre Stimme, in Ihr nicht, Liane!“ Glauben Sie mir, holde ElfenköniUnd das Weib mit den traurigen Augen erwi= Herz bei seinen stürmischen Küssen.„O Gott, wenn derte:„Ich dachte darüber nach, wie doch das Le= er ahnte, wenn er wüßte, in welcher Absicht sie ihn ben so schwer, so unendlich schwer ist!" lumgarnt hatte. O Gott!“ Siedend heiß stieg ihr werde ihn schon kirre machen. Pah!— Ueorigens fahre ich schon morgen Abend nach Berlin, um den Alten in seiner Versteckbude zu treffen. Ohne die Pläne komme ich nicht zurück!“ Ein düsteres, glühendes Feuer loderte bei diesen Worten aus seinen Augen. Mit einer raschen Bewegung packte er Kriegslage wird immer bedenklicher. Also an das Werk, schleunigst!" Noch ein zwingender, scharfer Blick und Startell verließ das Zimmer. Auf Lianes Lippen lag ein häßliches Lächeln. 1 Nun gut!" flüsterte sie,„es sei, die Pläne, die * Graf Brixdorf in seinem Besitz hat, sind übermorIgen in meiner Hand. Ich bin ja Sklavin, ich muß gehorchen!“— Sie brach von dem blühenden RoAsenstock eine duftende Knospe, steckte sie an den Ausschnitt ihres Kleides und verließ das Boudoir. Im Vorzimmer drang das luftige Lachen der Gesellschaft an ihr Ohr. Sie trat an das Fenster, schob die Damastvorhänge zurück und schaute sinnend hinaus in den Park, in eine Welt voll SonnenSpiel legen! gin, Sie, Sie haben mich— mich— bezaubert. Liane machte lachend ihre Hände aus den seinen los und rief:„Aber Graf! Ich bin doch keine Hexe?“ „Doch— Du— Sie sind eine Hexe, keine alte, giftige, nein, nein, eine herrliche, kleine, holde Zauberin, die mir das Herz rein verhext hat!“ Wieder lachte sie. Nach außen war sie das lachende, unbefangene Mädchen, aber in ihrem Innern war sie das gequälte, mit sich ringende Weib. Noch einen Augenblick zögerte sie, das falsche, trülicht, voll duftender, herrlicher Blumenkinder. Sie gerische Spiel weiterzuführen. Da stürmten auch hörte nicht, daß jemand ins Zimmer trat, hörte schon wie Furien die Gedanken an ihren Mann, nicht, daß ein leiser Tritt sich ihr näherte; erst als an ihre baldige Abfahrt nach Paris, an alles keine bebende Stimme dicht neben ihr sagte„Elfenkönigin“, wandte sie erschreckt den Kopf und blickte in das bleiche, erregte Gesicht Franz von Brixdorfs.„Nun,“fragte sie lachend,„haben meine lieben Gäste mich vermißt?" ###. Dichter trat der Graf an sie heran.„Ich verdas, auf sie ein und zwangen jede edlere Regung nieder.„Sie mußte," sagte sie sich,„ich muß, ich bin sein rechtliches Weib, ich muß gehorchen!" Leise, sich zu ihr beugend, frug Graf Brixdorf: „Au was denkt die schöne„Elfenkönigin“ denn so erust!“ Sie blieb stehen und verbarg ihr erglühendes Gesicht in den Händen. Da sprang Graf Brixdorf auf, nahm zärtlich die Hände von ihrem Gesicht und zog die leise Widerstrebende an die Brust. Er nahm ihr Kinn in die Hand, hob ihren Kopf zu sich empor und sah ihr tief in die Augen.„Liane, Elfenkönigin, sage, hast Du mich lieb,“ fragte er leise dicht an ihrem Ohr. Und Liane Startell hauchte, die Augen niederschlagend, errötend:„Ja, ich— ich liebe Dich!“ Erglühend barg sie den Kopf an seiner Brust. Wie ein Jubelruf kam es da von des Mannes Lippen.„Liane! O Gott! Ist es Wahrheit? Ist es kein trügerischer Traum? Du, Du herrliches, holdas Blut in die Wangen.„O. wenn es noch Zeit gewesen wäre, sie hätte alles Trügerische abgeworfen. Aber es war nutzlos, es war zu spät. Ihr Gatte und ihre eigene schwere Schuld zwangen sie!" Franz von Brixdorf hatte ihr einen schmalen Goldreif mit einem leuchtenden Rubin an die Hand gesteckt, die er mit unzähligen Küssen bedeckte: „Trage diesen Ring als Pfand meiner Liebe und, Du, meine schöne, holde Braut, olaß nicht zu lange Zeit vergehen, bis ich Dich mein für immer neunen darf— mein— mein Weib!“ Sie stand neben ihm, er hatte den Arm liebkosend um thre Schulter gelegt.„Sage es, Geliebte!" Sie zitterte. Eiskalt lief es ihr nun über den Rücken. Schon oft hatte sie ein interessantes Liebesabenteuer erlebt. Leicht, lachend, siegessicher war sie stets dabei gewesen. Des Grafen Liebe aber war keine wild aufflammende Leidenschaft, das war echte, tiefe Liebe und das verwirrte Liane. Noch immer bat er um Autwort, da schlug die Augen zu ihm auf und flüsterte:„So wird das doch nicht gehen können.“ „Doch, doch, Liebste. Wir geben noch heute unsere Verlobung offiziell bekannt und in drei Wochen sind wir fürs Leben vereint— Mann und Weib!" Noch einmal küßte er sie heiß und innig, dann gingen sie langsam Arm in Arm zum Musiksalon. „Was wird das für eine prächtige Ueberraschung jetzt geben!“ flüsterte er ihr vor der Tür zu. Sie nickte lachend, aber es war ihr sonderbar des Wesen, Du, Du liebst mich? Er preßte sie an befaugen zu Mute. 235,10 sich, während Liane die weißen, weichen Arme um Erstannt, fragend sah die Gesellschaft auf die ihn schlang, mit ihren Lippen seinen Mund be= Arm in Arm Eintretenden. Da rief Graf Brixdorf rührte und leise, selig lächelud flüsterte:„Dich— mit einem leuchtenden Blick auf die errötende LiDich liebe ich!“ ane:„Ich habe das Glück und die Ehre, der verFast eutzwei sprang ihr das wildschlagende ehrten Gesellschaft meine Braut vorzustellen!“. Frühjahrs=Konirollversammlungen 1916 im Landwehrbezirk II Dortmund, Zu den Kontrollversammlungen haben zu erscheinen: 1. Sämtliche in der Kontrolle des Bezirkskommandos II Dortmund stehenden Mannschaften, alse a) die Mannschaften des Veurlaubtenstandes des Heeres und der Marine. einschließlich der Ersatzreservisten. d) die Mannschaften des gedienton Landsturms, c) die Mannschaften des ungesienten, ausgehobenen LandKurms, 274 L 9) die ausgehobenen beziehungswise täuglich besundenen sogenannten D U.=Mannschaften, die nach dem 81. Dezember 1875 gedoren sind und e) die ausgehohenen Redruten und die als Rekruten bereits eingestellt gewesenen, aber zur Disposition der Ersatzbehörden wieder entlassenen Mannschaften(Erläuierungen Iisser 8),„ 4264 Frenden G. 2. alle dem Heere oder der Marine angenbrenben Ppersenen, die sich zur Erholung. wegen Krankheit oder aus einem andern Grunde auf Urlaub befinden und soweit marsofähig sind, daß sie den Kontiollplatz erreichen können.(Erläuterungen Hisser e.) Ungedienker Landsturm Jahrgang 1869—1883 am Mittwoch, den 19. April. 2.45 nackw.. 19 Wwisime Ungedienler Landsturm Jahrgang 1881—1897 am Allwoch, den 19. April, 4.00 nachm. Die sogenannten D-U=Mannschaften(geciente und ungeoienle) am Millwoch, den 19 April, 5,15 nachm. Stadt Schwerte und Amt Westhofen. Schwerle, Wirtschaft„Im Reiche des Wassers". Provinzial=Insanterie der Jahresklassen 1883—1915 am Mittwoch, den 19. April, 9.00 vorm. Jen dux Getresel. Sämtliche übrigen gedienten Mannschalten der Jahresnlassen 1888—19•5 und Ersatzreseroe der Jahresklassen 1902 bis 1915 am Mittwoch, den 19. April, 10,00 vorm. Ungedienter Landsturm Jahrgang 1869—1882 am Millwoch. den 19. April, 11,15 vorm. Ungedienter Landsturm Jahrgang 1889—1897 am Mittwoch, den 19. Aprll, 1.00 nachm„ignse. JJianf.) Die sogenannten D=U.=Mannschaften(gebtenle und ungeviente) am Mittwoch, den 19. April, 2,00 nachm. Erläuterungen 1. Die Mannschaften haben in ordentlichem und sauberem Anzuge zu erscheinen und 5 Minuten vor der befohlenen Zeit im Kontroll=Versammlungslokal nach Anweisung des Bezirksfeldwebels anzutreten. Die Versammlungen finden in 2 Gruppen statt: Stadt Hörde. Phönix“, Eingang am Burgkor zum Phönix. Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1888—1895 am Donnerstag, den 6. April, 8.°0 vorm. Provinzial=Insaaterie der Jahresklassen 1893—1901 am Donnerslag, den 6. April, 9.45 vorm. Provinzial=Infanierie der Johresklassen 1902—1915 und Ersatzreserve der Jahresklassen 1902—1915 cm Donnerstag. den 6. Aprik, 11.0 vorm.(4 t 3.2 Schr es. Sämtliche übrigen gedienten Mannschaften der Sohresklassen 1888—1915 am Donnerstag. den 6. April, 12,15 nachm. Die sogenannten D.=U.-Mannschaften(gediente und ungediente) am Donnerstag. den 6. April, 1,80 nachm. Ungedienter Landsturm Jahrgang 1869—1874 am Freilag, den 7. April, 8. 30 vorm. Ungedienter, Lanzsturm Jahrzang 1875—1880 am Freitag, den 7. Aprli,ge### borm. 4666 1687 am Erei Ungedienter Lanosturm Jahrgang 100.—1S## am Fleiag, den 7. Apil, 11.40 vorn. 1698 166: im Ungedienter Landsturm Jahrgang 1005—109. um greitag, den 7. April, 12,15 mittags. Amt Aplerbeck mit Ausnahme der Gemeinden Sölde, Holzwickede, Hengsen und Opherdicke. Aplerbeck, Wirtschaft Schulle„Holel zur Post“. Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1888—1898 am Sonnabend, den 8 Aptil. 1.45 nachm Provinzial=Insanterie der Jahresklassen 1899. abend, den 8. April, 3,15 nachm. Sämtliche übrigen gedienten Mannschaften der Jahresklassen 1888—1915 am Sonnabend. den 8. April. 4.30 nachm. Ersatzreserve der Jahresklassen 1902—1915 und die sogenannten D.=U.=Mannschaften(gediente und ungedientes sämtliche alle militärischen gehören —1915 am SonnStöcke, Schirme, drennende Zigarren 2c sind vorher abzulegen. Militärpässe, Urlaubspässe, kurz Papiere sind mitzubringen. 2. Die zur Kontrolle befohlenen Mannschaften g für den ganzen Tag der Kontrollversammlung zum aktiven Heere und zur Militärgerichtsbarkeit. 3. Die Jahresklasse ist auf dem Deckel des Militärpasses oder Landsturmscheines zu ersehen. Für Mannschaften des ungedienten Landsturms, die eingezogen gewesen sind und jetzt einen Milttärpaß haben, ist nicht die auf ihrem Passe vermerkte Jahresklasse maßgedend, sondern das Gedurtsjahr, z. B. ein Mann der 1887 geboren ist, die Entscheidung Landsturm gehabt hat, im Februar 1915 eingestellt und im August 1915 enklassen ist, hat sich mit dem Jahrgang 1887 des ungedienten Landsturms zu gestellen.„„ 64., 6 am Gerastt, 4.„Sämtliche übrigen Mannschaften aller Wassengallungen“ im Sinne obiger Bekanntmachung sind: Garde(mit Ausnahme des gedienten Landsturms), Verkehrstruppen, Jäger, Kavallerie. Feldartillerie, Pioniere, Train, Sanitäts= und Belerinärpersonal, Fußartillerie, Marine. Als Krankenträger ausgebildete Mannschaften der Insanterie und Jäger, sowie Militärbäcker gehören zum beurlaubten Stande des Train. Diejenigen gedienken Landsturmpflichligen, welche früher bei der Garde aktiv gedient haben, haben sich mit den Provinzialtruppen zu den Kontrollversammlungen zu 9elehen., Hamem G.hratan haban fich... 5. Die ausgehobenen Ackruten haben sich zu der jeweils letzten an ihrem Kontrollplatz stattsindenden Kontroll=Versammlung zu gestellen. Die als Rehrulen bereits eingestellt gewesenen, aber zur Disposition der Ersatzbehöcden wieder entlessenen Mannschaften haben sich nicht mit ihrer Jahresklasse. sondern ebenfalls zu der jeweils letzten an ihrem Kontrollplatz stattfindenden Kontrollversammlung zu gestellen. Die im Jahre 1897 geborenen und gemusterten Mannschaften gehören zum ungedienten Landsturm und haben sich Sie sind also nicht als Rekruten anJahrgänge am Sonnabend, den 8. April, 5.45 nachm. Ungediegter Landsturm Jahrgang 1869—1873 am Montag, den 1884— 1888 am Dienstag 1889— 1893 am Dienstag 1891—1887 am Dienstag. 10. April. 1,45 nachm. Ungedienter Landsturm Jahrgang 1874—1878 am Montag, den 10. April. 3,15 nachm,„6—. 1893 am Mant. Ungedienter Landsturm Jayrgang 1619—1888 am montag, den 10 April. 4,30 nachm. Ungedienter Landsturm Jahrgang den 11. April, 1.45 nachm. Ungedienter Landsturm Jahrgang den 11. Apcil, 3.15 nachm. Ungedienter Landsturm Jahrgang den 11. April, 4,80 nachm. Die Gemeinden Sölde, Holzwicked=, Hengsen u. Opherdicke. Holzwichede, Wir schaft Nehring, Zum Hohenzollern. Sämtliche gedienten Mannschaften der Jahresklassen 1888 bis 1915 und Ersatzreserve der Jahresklassen 1902—1915 am Mittwoch, den 1° Aoril, 2.00 nachm. Ungedienter Landsturm Jahrgeng 1869—1888 Mittwoch, den 2. April. 3.45 nachm., 166, 168, ui 5. Ungedienter Landsturm Jayrgang 180#—1891 und die sogenannten D.=U.=Mannschaften(gediente und unged ente) sämtlche Jahrgänge am Mittwoo, den 12. April, 4,45 nachm Amt Annen. Annen, Wirtschaft Otto Helle, Deutsches Haus. Provinzial=Insanterie der Jahresklassen 1888— 1904 am Donnerslag, den 13. Aptil. 2.00 nachm Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1905—1915 sowie alle übrigen gedienten Mannschaften der Jahresklassen 1888 bis 1815 und Ersatzreserve der Jahresklassen 1902—1913 am Donnerstag, den 13. April, 3,30 nachm. Ungedienter Landsturm Jahrgang 1869—1884 am Donnerstag, den 13. April. 5,00 nachm. Ungedienter Landsturm Jahegang 1855—1890 am Freitag, den 14 April, 2.00 nachm. 166 16— 8. Ungedienter Landsturm Jahrgang 1891—1897 am Freitag, den 14. April, 3.15 nachm... 9. 4. und ungessen Die sogenannten D=U.=Mannschaften(gebienle und ungeviente) am Freitag, den 14. April, 4,30 nachm. Amt Kirchhörde. Hembruch, Wirkschaft Ww. Schnillker. Provinzial=Insanterie der Jahresklassen 1888—1904 am Sonnabend, den 15 April, 2.00 nachm. Provinzial-Infanterie der Jahresklassen 1905—1915 sowie alle übrigen gedienten Mannschaften der Jahresklassen 1888 bis 1915 und Ersatzreserve der Jahresklassen 1902—1915 am Sonnabend, den 15. April, 3.15 nachm. Ungedienter Landsturm Jahrgang 1869—1874 und die sogenannten d.=U=Mannschaften(gediente und ungediente sämtliche Jahrgänge am Sonnabend, den 15. April, 4,30 Ungedienler Landsturm Jahrgang 1875—1883 am Montag, den 17. April, 2.00 nachm. 1634 1800 um Mant. Ungedienter Landsturm Jahrgang 1892—1890 am Monlag, den 17. April. 3.15 nachm. 1901 160, Mant Ungedienter Landsturm Jahrgang 1891—1897 am Monlag, ven 17. April, 4,30 nachm. Amk Barop. Hombruch, Wirtschaft Ww. Schnitlkner. Provinzial=Insanterie der Jahresklassen 1888—1901 am Diensd tag. den 18. April, 1,80 nachm. Provinzial=Infanterie der Jahresklassen 1902—1915 sowie sämlliche übrigen gedienten Mannschaften von 1888—1915 unErsatzreserve von 1902—1915 am Dienslag, den 18. April, 2,45 nachm. Ungedienter Landsturm Jahrgang 1869—1886 am Dienslag, den 18. April, 4.00 nachm..6 Ungedienter Landsturm Jahrgang 188—189; und die sogenannten D.=U.=Mannschaften(gediente und ungediente) sämtliche Jahrgänge am Dienstag, den 18. April, 5.15 nachm. Amk Wellinghofen. Benninghofen, Wirtschaft Emil Pöller(früher Wienoll). Sämtliche gedienten Mannschaften der Jahresklassen 1888 bis 1915 und Ersatzreserve von 1902—1915 am Mitlwoch, den 19. April, 1,30 nachm. mit diesem zu gesteuen. 6. Die dem Heere oder der Marine angehörenden Personen, die sich zur Echolung, wegen Krankheit oder aus einem anderen Grunde auf Urlaub befinden und soweit marschfähig sind, daß sie den Kontrollplatz erreichen können, haben sich zu der jeweils letzten an ihrem Kontrollplatz stattfindenden Kontroll= Versammlung uu getelen, ammlungen hoben auch zu erscheine. 7. Zu den Konlrolloersammtunge.n. 2u—.. ichgen * oder ihres abe auf eigenen ober ihres Arbeilgebers,#urag zuruckgestellten alle auf eigenen ober ihlts Arbeilgebers, Antrag zurückg oder bereits eingestellt gewesenen und wieder entlassenen Mannschaften. Alle diese haben sich je nach ihrem Wehrpflichtverhältnis(z. B. Beurlaubsenstand, ungedienten Landsturm 2c.) mit ihrem Jahrgang zu gessellen. g7 6est uut durze 8. Was die zur Wiederaufnahme der Arveit auf kurze Zeit nur beurlaubten Leute anbetrifft, so wird auf Ziffer 6 verwiesen. Beurlaubt ist ein Mann nur dann, wenn er einen Urlaubspaß oon seinem Truppenteil erhallen hatte und nicht verpflichtet ist, sich bei dem Bezirkskommando anzumelden. 8 Monnschaften, die etwa noch in der Kontrolle des Bezirkskomgando 11 Dortmund stehen, aber an Orlen wohnen, die duch Eingemeindung zur Stadt Dortmund gehören, haben sich zu den Kontollversammlungen des Bezirkskommandos 1 9. Befreiungen von Kontrollversammlungen finden nur in den allerdringendsten Fällen statt. Gesuche sind unter Beifügung einer amtlich beglaubigten Bescheinigung und der Mililärpapiere mindestens 3 Tage vor der Konkrollversammlung vorAuch wer sich an einem anderen als an dem für ihn befohlenen Tage stellen möchle, hat ein Gesuch einzureichen Egenmachtige Gestellung zu einer anderen Kontrollverammlung ist stroibor,. Infischligen Mmannschaft Gesuche um Befreiung von hontroupfuchngen Mannschaften eines ganzen Betriebes oder Teilen von solchen können keine Verückhsichtigung finden,„ nfralfnerkemmt 10. Wer der Einverusung zur Konnonversammtung nicht Folge leistet oder unpünktlich oder betrunken erscheint, sowie wer sich des Ungehorsams gegen vorstehende Befehle schuldig macht, wird gericht ich oder disziplinarisch bestraft. 11. Es wird sehr gewünscht, Orden und Ehrenzeichen, sowie Hrieger=Vereinsabzeichen anzulegen. 1116 Dortmund, im April 1916. Königl. Beziekskommando II Dorkmund. Albensnac weiszenndle farsirietsbeschüdigle in Münster. Dr. Secker's Pabrikate! „Backin“(Backpulver) Puddingpulver Vanillin-Zucker „Gustin“ usw. sind jetzt wieder in allen Geschäflen vorratig. Nur echt, wenn auf dem Päckchen die Schutzmarke „Oetker's Hellkopf“ steht. 257 Dr. A. Oetker, Nährmittelfabrik, Bielefeld. Nr. V Es Die Zur All Die Ist Ma Sick Neues, reich illustriertes Prachtwerk Wie wir unser Weirocsf orie niben Selosteriernisse Nach persönlichen Berichten von Inhabern des Eisernen Kreuzes 1914 bearbeitet von Friedrich Freiherrn v. Dincklage=Campe Generalleutnant z. D. Mit vielen Bildern, Karten, Bildnissen und mehrfarbigen Runstbeilagen (Es gibt wohl kaum ein Buch, das einer lebhafteren Anteil2 nahme sicherer sein dürfte als das vorliegende, in dem die kühnsten Taten der einzelnen, welche die Weltgeschichte nicht ver„ A.#ug überliefert werden hie Fröner des zeichnet, hier der Nach wenl übernesen werden. Die Elager des Eisernen Kreuzes berichten selbst über ihre und kämpfer Caten. Jedes heft enthält eine farbige Uunstbeilage 24 Seiten in Groß=Oktav=Format In ungefähr 20 Vierzehntagsheften zum Preise von je 50 Pf. Zu beziehen durch: Carl Braus, Buchhandlung, Schwerte(Ruhr). Sie Und Auf Dach Dru Der Um War Sie Wie Der Im Der Zur Folg Ihr Cad Den Ich Wen Ver Auft Ital Ich Wir Drus Die Bei Das Den Drai Der Die Son Und Jetzt Wir Die Der Fachschule für Meialindustrie zu Viellohn. Staalsanstalt mit Lehewerkställen„Versuchsstation für Legierungen und Melausarbung. Beginn des neuen Schuljahres 5. Apcil 1916 Abteilung. A) Modelleure, Ciseleure, Graveure und Emailleure. B. Kunstschmiede. Werkzeugschlosser, Drehe= und Drück r. Kleige Feiltzeringe C, Galvanoplastiker, Galvaniseure, Metallsärder, Former und Gießer. Dauer des Unterrichts für jede Abteilung 8 Jahre. Aufnahmebedingungen: Ausreichende Volksschulbildung und ein Alter von mindestens 14 Jahren. Schulgeld: Für ordentliche Schüler 60 Mk. jährlich. Hospikanten mit mehr als 2) Wochenstunden 50 Mk. jährlich, Hospitanten mit weniger als 20 Wochenstunden 30 Mk. jährlich. Programme kostenfrei durch den 546 Direktor Prof. Lasius. 50 bis 60 Stück Inhalt in ein Ponfäßchen in Heringstunke versendet franko per Nachnahme zu Mk. 6,85. 955 Fr. Haase, Dessau So Dan Zum Zog Inde Die Und Den 9 8848 An die Aufträggeber der Buchbruckerrien! Für den Bereich des VII. Armeekorps ist eine Arbeitsnachweiszentrale für Kriegsbeschüdigle in Münster i. Westf, Landeshaus, eingerichtet worden, die unter Leitung des Herrn Hauptmanns d. L. Stoetzer steht. Die Zentrale hat die Ausgabe, alle Angebole und Nachfrage bezüglich Unterbringung von Kriegsbeschädigten zu sammeln und die Stellenvermittlung in die Wege zu leiten. Es liegt daher im eigensten Interesse aller Firmen. Unternehmer und überhaupt aller Arbeitgeber, sich unmittelbar dieser Zentrale zu bedienen Es ist dies besonders deshalb empfehlenswert, weil jetzt bei allen Ersatztruppenteilen, bei denen sich Kriegsbeschädigte befinden, Beratungsstellen eingerichtet sind, die ihrerseits Kriegsbeschädigte dieser Zentralstelle zwecks Unterbringung in geeignete Berufe namhaft machen werden. Infolgedessen wird zu erwarten sein, daß bei regem Angebot und reger Nachfrage den Kriegsbeschädigten zur Erreichung einer Anstellung leicht verholfen werden kann und den Arbeitgebern die fehlenden Arbeitskräfte nachgewiesen werden können. Die Adresse lautet: Alles, was die Buchdruckereien in ihren Betrieben verbrauchen, ist beträchtlich im Preise gestiegen. Die Preise für Papier, Briefumschläge, Farben, Oele, Schriften und Metalle usw. sind jetzt zumeist um mehr als 50 v H., bis 100 und zun Teil bis 2.0 o. H. höher als vor Ausbruch des Krieges und steigen noch immer. Ganz erhebliche Mehrauswendungen erwachsen den Buchdruckereten auch durch Arbeitslohnerhöhungen und Unterstützungen an Mitarbeiter im Felde und deren Familien, sowie durch die Fortdauer der allgemeinen Betriebsunkosten bei stark verminderter Beschäftigung. Es können daher die Drucksachen nicht mehr zu den füheren Preisen geiesert werden. An alle Verbraucher von Druckarbeiten ergeht deshalb die Bilte. den Druckereien die unvermeidlichen TeuerungsAufschläge zu bewilligen. Leipzig. Der Deutsche Buchdrucker=Verein. Waeee ∆ 5 Buur • P eine Mi veröffent Booten d klärte W Passagier deckt wi helfen wenn Sie auch während des Juich Poirrfamte Snserate erreichen Sie dies ##e Untecflühzung kame erreichen Sie dies Iiel. lostenlose steht Ihnen zur Verfligung. Haasenstein 8 Voeler 94.=02. Gelt. deutsche o.*„ und Harmonium=Stimmer Doch dorf brau stige zu 0 abge Frei Du 3 mien Zwe schin tn's An die Arbeilsnachweiszentrale für Kriegsbeschädigte des VII. Armeekorps Mönster. Landeshaus. früher langjähriger Konzerlmeister, hält sich bestens empsohlen. Meloungen Hotel Sternberg, Fernruf 46, erbeten.. 5598 vor eine □ 0 Fernsprecher 2200—2203. an an Prioatc. En Katalogfrei. Herzogl. Braunschw. Baugewerkschule Holzmindes. Erichie„Hod, Jau Peguggpes-, Tiefbau 2c. Hasrwong Melandein Elseumiähelfohrik Suhl f. Th. ins sich bei d aber 13 Gischbab“ In(Haus Sommerunterricht. 2. Nprtl. Reifepräfung. Winterunterricht 13. Oktober. — dleichteratitigt mit den Königl. Preuß. Bongswerkschulen. verg chen Stin Lian doch Feue rief: O. ic diese Siicht Nr. 78 2. Blatt Pchcerter(Sy B Amssiches Kreisblatt. Samstag, 1. April 1916. Der Kriegsrat. de Feiltzeringe 60 Stück Inhalt in stfäßchen in Heringsversendet franko per ahme zu Mk. 6,85. Fr. Haase, Dessau # # ien während des G 15 Sie dies Isel. e Unterfiätzung ir Verfügung. 94.-#2. nnone= Erpedie Mart.* Eo lud Herr Poincaree Die Größen der Alliierten Zum Frühstück nach dem Elisee, Allwo sie konferierten. Die erste Tat in diesem Lenz Ist diese Frühstückskonferenz, Man will zu künstigen Taten, Sich gründlich vorberaten. Sie führen schon so lange Krieg, Und konnten nichts erreichen, Auf Gegners Seite blieb der Siez, Doch ihre Fronten weichen; Drum war es Zeit, daß nach Paris Der Kriegsrat sie berufen ließ, Um schnell zu überlegen, Was tut man wohl dagegen? Sie rieten hin, sie rieten her, Wie nun am allerbesten Der Feind zu massakrieren wär' Im Süden, Osten, Westen. Der Franzmann sprach: Ich hol' heran Zur Front den allerletzten Mann, Folgt nach mit schnellen Schritten Ihr Römer, Russen, Briten. Cadorna rief: Ich schlag allein Den Feind, der mir begegnet, Ich nehme jede Stellung ein, Wenn's sonst nicht stürmt und regnet. Verehrter Kriegsrat, glaube mir, Aufricht'gen Herzens redet hier Italiens Ehrenretter: Ich bitte um gut Wetter! Wir haben Menschen, sprach der Russ, Drum mag's Millionen kosten, Die Offensive ist in Schuß Bei uns im fernen Osten. Das Väterchen den Weltrekord Jetzt leisten wird im Massenmord, Den Feind dadurch zu fassen, Drauf könnt Ihr Euch verlassen! Der Brite sprach: Ich trag hinein Die Grausamkeit und Schärfe, Sonst räum' ich Euch den Vorrang ein Und bleibe in Reserve. Jetzt tagt's an unserm Horizont: Wir schaffen eine Einheitsfront, Die war bisher, ich dächte, Der Trik der Mittelmächte. So sprach man hin, so sprach man her, Dann kam die Mittagspause; Zum Schluß, als ob er Sieger wär, Zog jeder stolz nach Hause. Indessen zieht sich um Verdun Die Eisenklammer fest und eng, Und auch der Russ“ rennt weiter Den Kopf sich ein. Ernst Heiter. Das„Lubanlia“=Geheimnis. Die bronzenen Torpedo=Reste. :: Vor einigen Tagen wurde von der Presse eine Mitteilung des holländischen Marineamts veröffentlicht, wonach in auf der See treibenden Booten des einige Taje zuvor auf noch nicht aufgeklärte Weise untergegangenen großen holländischen Passagierdampfers„Tubantia“, Metallstücke entdeckt wurden; die der holländischen Marine zur Untersuchung übergeben wurden. Dabei wurde festgestellt, daß die Metallstücke bestehen: 1. aus einem Stück S=förmig gebogener Bronze aus ungefähr 250 Millimeter Länge, ungefähr 85 Millimeter Breite und 5,2 bis 6 Millimeter Dicke; 2. elf kleinen Stücken Bronze. Auf einigen davon befindet sich noch ein wenig Zinn: 4 3. zwei Stücken verzinnter Bronze, in denen sich noch einige halbrunde Löcher befinden, die mit Schraubendraht versehen sind; 4. drei Zinkreifen und einem kleinen Stückchen roten Kupfer. Als Ergebnis der Untersuchung dieser Metallstücke in der Torpedowerkstatt in Amsterdam wurde mitgeteilt: „Dos, unter 1 angeführte Stück Bronze laßr seiner Form wegen vermuten, daß es von einer bronzenen Luftkammer eines Torpedos herrührt. Die nähere Untersuchung bekräftigte diese Vermutung. Es wird hierbei bemerkt, daß, soweit bekannt ist, nur noch einige ältere Arten von Torpedos mit bronzenen Luftkammern ausgestattet sind. Ueber die Herkunft der übrigen Metallstücke konnte keine Sicherheit gewonnen werden.“ Auf diese Veröffentlichung hin hat der Sekretär der englischen Admiralität eine Erklärung abgegeben, die auf folgende Tatsachen aufmerksam macht: 1. Während dieses Krieges sind sechs deutsche bronzene Torpedos in unbeschädigtem Zustande in der Nordsee und im Kanal aufgefischt worden. 2. Die angegebenen Abmessungen, die mit: Gewinde versehenen kleinen Löcher und die Zugstärke weisen sämtlich darauf hin, daß die gefundenen Metallstücke Teile der Luftkammer eines bronzenen Torpedos sind. 3. Kein Teil eines französischen oder englischen Torpedos besteht aus Metall von dieser Abmessung, Dicke und Stärke. 4. Soweit wir feststellen können, ist In jedem Falle(mit Ausnahme eines), in dem ein Schiff von den Teutschen torpediert wurde, von einem bronzenen Tor4 pedo Gebrauch gemacht worden. Zu dieser englischen Verdächtigung wird von amtlicher deutscher Seite durch WTB. bemerkt: Sobald die aufgefundenen Metallteile vorgelegt werden, sollen sie deutscherseits der gewissenhaftesten Prüfung unterzogen werden: so lange dies nicht abgeschlossen ist, muß ein Urteil über das Material vorbehalten bleiben. pedo auf die„Tubautia“ nicht abgeschossen ist. — Berlin, 29. März 1916.# :: Kein neuer Wehrbeitrag. Eine Leipziger Zeitung hat gelegentlich einer Besprechung der ersten Lesung der Steuervorlagen die Bemerkung gemacht, sie glaube zu wissen, daß neben der Kriegsgewinnsteuer eine zweite direkte Reichssteuer- gemeint ist ein zeuer Wehrbeitrag— im Rleichsschatzamt m“ freudigem Dank angenommen werden würde. Dieser Bemerkung stellt die offiziöse„Nordd. Allg. Ztg.“ die klaren und unzweidentigen Erklärungen gegenüber, die der Staatssekretär des Reichsschatzamtes bei der ersten*: im Keim###ag abaegeben hat, und in denen er zum Ausdruck braächte, baß die verbündeten Regierungen„der bestimmten Ansicht sind, daß außer der Kriegsgewinnbesteuerung eine weitere direkte Besteuerung für das Reich im Kreise dieser Vorlagen nicht in Frage kommen kann.“ Parlamenkarisches. ? Der Steuerausschuß des Reichstages trat Mittwoch zu seiner ersten Sitzung zusammen und wählte zum Vorsitzenden an Stelle des aus der sozialdemokratischen Fraktion ausgeschiedenen Abg. Wurm den sozialdemokratischen Abg. Dr. Gradnauer. Zunächst wurde beschlossen, mit Rücksicht auf die Verhandlungen des Hauptausschusses die Beratungen auf den Nachmittag, von 2 bis 6. Uhr,„zu verlegen. Des weiteren wurde beschlossen, entsprechend einem Zentrumsantrag, von dem ursprünglichen Plan, zuerst die Tabaksteuer zu beraten, abzugehen Bod Piezon Verkehrssteuern zu beginnen. #####en wird in erster Linie die mit den Post= und Telegraphengebühren zu erhebende außerordentliche Reichsabgabe Gegenstand der Verhandlungen bilden. Der Beginn der sachlichen Beratungen wurde sodann auf Donnerstag nachmittag festgesetzt. Herrenhaus. □ Berlin, 29. Mürz 1913. einer einstündigen Sitzung fand sich heute nachmittag um 2½ Uhr das Herrenhaus zur Erledigung des Etats zusammen. In der Sitzung machte der Landwirtschaftsminister Frhr. v. Schorlemer Mitteilung davon, daß die besten Ernteaussichten bestehen. Mit unseren Kartuffelvorräten kommen wir aus, und in den Milchund Butterschwierigkeiten, erklärte er, sind wir über den Berg herüber. Eine bemerkenswerte Erklärung beider Fraktionen des Hauses gab Graf Vehr=Behrenhof ab. Tarin wird gesagt, daß das Herrenhaus die Auffassung der Regierung über die ausschließliche Zuständigkeit des Reichstages für die Erörterung von Fragen der auswärtigen Politik nicht teilt. Eine solche Erörterung müsse aber in der zwingenden Rücksicht auf die Kriegslage ihre Grenzen finden, schlechthin aber dort, wo es sich. um die kaisenliche Kommandogewalt handelt. In der inneren Politik seien Fehler gemacht worden. Die Zensur müsse gleichmäßiger gehandhabt werden; es werde schwer empfunden, daß eine Erörterung der Kriegsziele auch dann nicht erlaubt sei, wenn es das vaterländische Interesse erfordere.— Der Etat wurbe im aanzen angenommen. Die Jeldgerichte in Belgsen. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: Um den Verleumdungen in der feindlichen oder doch unfreundlich, gesinnten Presse entgegenzutreten, war vor kurzem ein Bericht über die Tätigkeit der Feldgerichte in Belgien veröffentlicht worden. Die Statistik über die Zahl der Verurteilten und die Zahl der Freigelassenen ergab, daß seit Bestehen der Feldgerichte im des Generalgouvernements insgesamt 3315 Verurteilten 3322 durch Freispruch oder Einstellung des Verfahrens Freigelassene Vgegenüberstehen. Für jeden vernünftig Denkenden ging aus diesen Ziffern klar hervor, daß die deutschen Gerichte lediglich nach Recht und Gesetz ihr Urteil gefällt haben. Daß die seindliche Presse sich dieser Meinun; nicht anschließen würde, war vorausauszusehen. Sie darf doch unmöglich die Vorstellung ihrer Leser von der deutschen Schreckensherrschaft in Belgien ins Wanken bringen □ Blätter, wie das Amsterdamer„Echo Belge“ und das„XX. Sieele“ in Le Havre, drucken zwar die Tabelle ab, suchen aber die Wirkung der Ziffern, die sie nicht widerlegen können, durch einen künstlichen Kommentar abzuschwächen. Vor allem glauben sie, die Fragwürdigkeit des deutschen Berichtes durch den Hinweis festnageln zu können, daß die Statistik nur bis zum 31. Oktober 1915 reicht. Dies sei mit Wohlbedacht geschehen, denn seitdem habe die Schreckensherrschaft ganz besondere Fortschritte gemacht, und die Deutschen wüßten wohl, warum sie über den späteren Zeitraum schweigen. Auf diese leichtfertige Behauptung gibt die soeben abgeschlossene Statistik über die feldgerichtlichen Entscheidungen vom 1. November 1915 bis 31. Januar 1916 die beste Antwort. Danach sind in diesen drei Monaten im Bereiche des Generalgonvernements 1341 Personen verurteilt worden, während durch Freispruch 138 und durch Einstellung des Verfahrens 1216, mithin 1354 Personen freigelassen worden sind. Die entsprechenden Zahlen für das vorhergehende Vierteljahr lauteten: 1206 Verurteilte und 1157 Freigelassene. Demnach ist zwar die Zahl der Verurteilten absolnt etwas gestiegen, relativ jedoch gesunken: das heißt, das Verhältnis zwischen der Zahl der Verurteilten und der der Freigelassenen hat sich nicht unbedeutend zugunsten der letzteren verschoben. Auch ist die Zahl der Verurteilten im Verhältnis zu der Gesamtzahl der vor Gericht gestellten Personen von 51 Prozent auf 49,75 Prozent zurückgegangen.. Aus diesen Ziffern geht hervor, daß von einer zunehmenden Strenge seit dem Oktober 1915 keine Rede sein kann, daß vielmehr die deutschen Gerichte mit derselben Sachlichkeit ihre Urteile gefällt haben wie bisher Die böswillige Verdächtigung des„Ccho Belge" fällt also in sich zusammen. Kleine Kriegsnachrichten. *„Für die Reichslande ist ein neuer Gua#####e laß des Kaisers veröffentlicht worden, in dem ein früherer Erlaß über die Niederschlagung von Strafverfahren gegen Kriegsteilnehmer erweitert wird. * Der„Nieuwe Courant" erfährt aus London, daß Lord Kitchener Asquith nach Rom begielten werde. Zu Ane. Jarmonium=Stimmer -Reparateur langjähriger Konzerlhält sich bestens empMeloungen Hotel berg, Fernruf 46, er5598 albellen Sadlggfel. ahmenmatr., Kindetbetlen. In eiserner Hell. Kriegsroman von Charlotte Wilbert. 6 „Gehen wir einfach zu Bett. Gute Nacht, Liane! Doch halt! Nochmals: Mache die Sache mit Brixdorf möglichst flott, hörst Du! Welche Sachen ich brauche, weißt Du ja, aber Du brauchst auch sonstige Wertpapiere, falls Du sie finden solltest, nicht zu verschmähen. Sobald dann die beiden Sachen abgemacht sind, reisen wir ab. Also nütze Deine Freundschaft zum Herrn„Hocharistokraten", wie Du eben sagtest, ja recht gut aus, verstanden?“ Finster hatten sich Lianes Augenbrauen zusammengezogen. „Nun?“ kam es fragend von Heurys Lippen. Trotzig stieß da Liane hervor:„Ich bin im Zweisel. Ich habe keine Lust, auch Brixdorf so schmählich zu betrügen. Er ist zu schade dazu. Ich in's nicht!“ „Waaas?“ rief Heury höhnisch und trat dicht vor sie hin,„was faselst Du? Willst wohl mit einem Male sentimental werden!" Zurücktretend sagte sie mit bebender Stimme: „Ich tue es nicht, ich kann nicht!“ „Oho! Du kannst nicht?“ er schrie es ihr ins Gesicht, die stechenden, grauen Augen bohrten sich fest, durchdringend in die ihren, als er sie roh bei den Schultern packte und schüttelte.„Du mußt aber! Hörst Du's? Du mußt! Haha, oder hast Du vergessen, daß Du mein Weib bist, das mir gehorchen muß, dem ich zu besehlen habe?“ Seine Stimme wurde wieder weicher:„Du kleine, dumme Liaue!“ Er versuchte sie in seine Arme zu ziehen, doch hastig sprang sie zurück. „Geh!" stieß sie erregt aus und in düsterem Feuer blitzten nnn ihre Augen auf, als sie ausrief:„Ja, Heury Startell! Ich bin Dein Weib! O, ich wünschte, ich wäre es nicht; das Leben in diesem Schlingnetz von Lug und Trug kann ich Rsicht länger ertragen, ich konme darin um! Mein, ich hintergehe und betrüge Graf Brixdorf nicht, nein, o Gott!“ „Oho, nur nicht so aufgeregt, liebes Täubchen,“ rief Startell mit fanatischem Lachen,„laß Dir einmal etwas erklären, hör' zu,“— seine Stimme wurde drohend:„Wenn Du Dich meinem Willen widersetzest, dann werde ich der begeisterten Menge, dem feinen Publikum, das Deine Tanzkunst verehrt, erzählen, wer den großen Festungsplan der Festung C. an die französische Regierung verkaufte, wer die bewußten Zeichnungen voriges Jahr eigenhändig nach Paris schaffte. Willst Du mehr wissen, Liaue Startell?“ frug er in beißendem Spott, Liane war aschfahl geworden.„Du warst es, Du, der mich zu diesen Schandtaten trieb, Du hast mich ins Verderben gelockt.“ „Schweig,“ schrie Startell sie an. Da neigte das arme Weib das schöne Haupt tief auf vie Brust. Ein Seufzer kam von den bebenden Lippen und langsam, schweigend, verließ sie das Zimmer. Als die schwere Samtportiere hinter ihr zusammenschlug, stieß Henry Startell hohnlachend hervor:„Ha, ich wußte, daß sie gehorchen würde, — Haha! Diese stolze, kalte Schönheit! Ja, Liane Startell, Dich hat der Glanz des Goldes, des Reichtums, des Lebens gelockt, Du bist dem gleißenden Schimmer gefolgt und nie, nie wirst Du Dich aus seinen Ketten befreien können, die Dich mit eiserner Gewalt umklammern, nein— nie!“ Dann verließ auch er das Zimmer und bald lag das Haus wieder still und ruhig da, ein Bild tiefsten Friedens. Und die kleinen goldenen Sternlein leuchteten mild vom Himmel herab auf die dunkle, schlastrunkene Erde. 3. Kapitel. Klopfenden Herzeus stieg Franz von Brixdorf an der Seite seines Freundes Phili von Gordis, die breite, mit kostbaren Läufern belegte Marmiortreppe zu den Empfangstäumen der Tänzerin hinauf.„Donnerwetter, Du!“ lachte Phili,„die kleine Tanzmans hat aber immensen Geschmack, sich elegant einzurichten. Sieh mal dort den Bronzeständer. Alle Wetter, und dort die Kupfergravüren. Na, die scheint ja höllisch viel Geld mit der Tänzerei zu verdienen!" Franz hatte für all' das kein Auge, seine Gedanken weilten ganz bei seiner Elfenkönigin. Liane Startell empfing ihre Gäste mit ausgesuchter Liebenswürdigkeit. Lächelnd gab sie beiden die Hand. Es hatte sich bereits eine kleine, aber äußerst fidele Gesellschaft eingefunden. Einige Kolleginnen und Kollegen vom Theater hatte Liane auch eingeladen, und so herrschte denn bald die auimierteste Stimmung. Liane schien heute besonders schön. Ein kostbares, grünes Seidengewand umschloß anliegend ihre Gestalt. Der auf der Schulter mit einer goldenen Spange gehaltene Aermel sprang in der Höhe des Ellenbogens auf und ließ den weißen, klassisch=geformten Arm frei. Das lockige Haar trug sie lose um den Kopf gelegt, im Nacken zu einem einfachen, griechischen Knoten verschlungen; als einzigen Schmuck trug sie im Haar ein kostbares, überaus fein gearbeitetes Perlengewinde, dessen kleine, matte Perlen wie Tautropfen aus dem schwarzen Haar hervorluoteg; „Sieht sie nicht aus wie eine Nixe, eine Wassernixe," flüsterte Brixdorf seinem Freunde zu. Liane goß mit unnachahmlicher Grazie ihren Gästen den Tee ein, und unter lustigem Lachen und Erzählen wurde dieser eingenommen. Später führte Liane ihre Gäste in den Musiksalon, wo dann der holden Muse der edlen Musik gehuldigt wurde. Man bat Liane ein Lied vorzutragen, lachend trat sie zum Flügel:„Ja, ich bin doch keine geschulte Sängerin, die sich hören lassen Witze vom Tage. an## gelehrter Ausdruck. Nachau#ie haben jetzt einen Lehrbuben aus n. Meister, der ist wohl schön Profeisor Schuster:„In Gegenteil, der Prosefsor, der bei uns wohnt, sagt sogar, er wat in Analphabets eot Koar, lich und verbissen der Herr Sekretär immer aussieht.“—„Kein Wunder! Was diese Leute auch für Sorgen haben, der ist 3ch hei der StaatsschuldenverwalKüchenlogik.„Wie kommt es, Marie, daß ich gesehen habe, wie Sie einem Soldaten in der Küche eine ganze Wurst gaben?"—„Det kommt daher, Madamedaß ick keen Tuch uber det Schlüsselue, sehätgt Halle. 41 kann. Aber versuchen will ich's doch mak. Wenn]„Jedehfalls mache vorwärts mit der Sache, ich mim Fehler mache, müssen meie lieben Freunde Hier— lies, ein Brief von Perkowitsch.“ 235.16 „Sie las ih und ihr Gesichk bedeckte eine jähe mich entschuldigen,“ schloß sie lachend. Erwartungsvol unstauden alle den Illigek. Ju rauschenden, vollen Tönen schlug Liane die Tasten an, immer leiser, immer wehmütiger wurde die Melodie. Und nim setzte Liane mit ihrer vollen, klaren Altstimme ein. Weich, hingebungsvoll quollen die Töne von ihren Lippen: „Zweifle an der Sonne Klarheit, Zweifle an der Sterne Licht, Zweifle, ob lügen kann die Wahrheit, Nur nn meiner Liebe nicht.“ Langsam hallten die letzten Worte des schönen Liedes in dem leisen Schlußakkord aus. Bewundernd klatschten alle in die Häude. Phili trat zu ihr und sprach:„Und da reden Sie noch von ungeschulter Stimme. Aber Fräulein Startell, das war ja volle, echte Kunst!" Franz v. Brixdorf sagte nichts. Während des Liedes waren seine Blicke denen der Künstlerin begeguet, minntenlang hatten sie ineinander geruht. Galt dies Lied, diese Warte ihm? Hatte er in ihren dunklen Augensterneu recht gelesen? Es packte ihn fast wie ein Glückstaumel. Er wollte noch heute Gewißheit haben. Um jeden Preis, dieses herrliche Weib mußte sein— sein werden. Unbemerkt war Liane hinausgeschlüpft und in ihr Zimmer geeilt. Hastig griff sie dort nach der Schelle. Der Diener, ein schon ergrauter, gebeugt gehender Mann erschien sofort. Seine Angen sahen Liane scharf, durchbohrend an. Es war niemand anders als— Heury Startell. „Nun, was gibt es?“ kam es barsch von seinen Lippen. Sie zuckte gleichgliktig mit den Schultern. Rusch schloß Startell die Türe und trat an Liane zu.„Also, hast Du schon etwas erreicht bei Briedorfe. „Isch weiß es nicht, ich glaube ja.“ sr tud ihtl und ihe Gerichl brbeilte eine Rige Blätsisg, sie reichte ihm erschrocken den Prief gurick B Nr. W. II. 1700/2 16. K. R. A., betreffend Beschlagnahme baumwollener Spinnstoffe und Garne (Spinn= und Webverbot). Ven Nachstehende Bekanntmachung wird hiermit auf Ersuchen des Königlichen Kriegsministeriums mit dem Bemerken zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß jede Zuwiderhandlung gegen die Beschlagnahmevcrordnung auf Grund der Bekanntmachung über die Sicherstellung von Kriegsbedarf vom 24. Juni 1915(Reichs=Gesetzbl. S. 357) in Verbindung mit den Ergänzungs=Bekanntmachungen vom 9. Oktober 1915(Reichs=Gesetzbl. S. 645) und vom 25. November 1915(Reichs=Gesetzbl. S. 778*) und jede Zuwiderhandlung gegen die Vorschristen, betreffend Bestandserhebung und Lagerbuchführung auf Grund der Bekanntmachung über Vorratserhebungen vom 2. Februar 1915(Reichs=Gesetzbl. S. 54) in Verbindung mit den Bekanntmachungen vom 3. September 1915(Reichs=Gesetzbl. S. 549) und vom 21. Okt. 1915(Reichs=Gesetzbl. S. 684**) bestraft wird, soweit nicht nach allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen verwirkt sind. S 1. Inkraftreten der Anordnungen. Diese Bekanntmachung tritt am 1. April 1916 in Kraft. Mit dem Inkrafttreten dieser Bekanntmachung werden aufgehoben: 1. das Herstellungsverbot für Baumwollstoffe (W. II 1293/6. 15. K. R. A.) 2. a) die Bekanntmachung betreffend Veräußerung, Verarbeitung und Beschlagnahme von Baumwolle, Baumwollabgängen und Baumwollgespinsten, vom 14. August 1915(W. II. 2548/7. 15. K. R. A.); b) die Bekanntmachung betreffend Veräußerung, Verarbeitung und Beschlagnahme von Baumwolle, Baumwollabgängen, Baumwollabfällen und Baumvollgespinsten(abgekürzt Spinnverbot), vom 7. Dezember 1915(W. II. 1726/2. 15. K. R. A.); 8. die allgemeinen Ausnahmebewilligungen vom 14. Juli 1915(W. II. 948/7. 15. K. R. A.), vom 20. August 1915(W. II. 1200/8. 15. K. R. A.) und vom 25. Oktober 1915(W. II. 3503/10. 15. K. R. A.); 4. die Erläuterungen zum Belegschein 3,(W. II. 478/10. 15. K. R. A.) S 2. der Bekanntmachung betroffene Gegenstände. Von dieser Bekanntmachung sind betroffen: 1. Baumwolle, Linters, Baumwollabgänge, Baumwollabfälle(einschl. Stripse und Kämmlinge), auch mit anderen Spinnstoffen(Wolle, Kunstwolle usw.) gemischt, sowie Kunstbaumwolle, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob sie roh, gefärbt oder gebleicht sind; 2. sämtliche Garne, Zwirne und deren Abfälle(Putzsäden, Reinfäden u. dgl.) die aus den vorgenannten Baumwollspinnstoffen bestehen oder einen Zusatz von Baumwollspinnstoffen enthalten. § 3. Beschlagnahme. Die im§ 2 aufgeführten Baumwollspinnstosse, *) Mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark wird, sofern nicht nach allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen verwirkt sind, bestraft: t 2. wer unbefugt einen beschlagnahmten Gegenstand beiseite schafft, beschädigt oder zerstört, verwendet, verkauft oder kauft oder ein anderes Veräußerungs= oder Erwerbsgeschäft über ihn abschließt; 8. wer der Verpflichtung, die beschlagnahmten Gegenstände zu verwahren und pfleglich zu behandeln, zuwiderhandelt; 4. wer den nach§ 5 erlassenen Ausführungsbestimmungen zuwider handelt. **) Wer vorsätzlich die Auskunft, zu der er auf Grund dieser Verordnung verpflichtet ist, nicht in der gesetzten Frist exteilt oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark bestraft, auch können Vorräte, die verschwiegen sind, im Urteil für dem Staate verfallen erklärt werden. Ebenso wird bestraft, wer vorsätzlich die vorgeschriebenen Lagerbücher einzurichten oder zu führen unterläßt. Wer fahrlässig die Auskunft, zu der er auf Grund dieser Verordnung verpflichtet ist, nicht in der gesetzten Frist erteilt od. unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Geldstrafe di##zu dreitausend Mark oder im Unvermögensfalle Gefüngnis bis zu sechs Monaten destraft. Ebenso wird bestraft, wer vorsätzlich die vorgeschriebenen Lagerbücher einzurichten oder zu führen unterläßt, 141 2 Im nachstehenden kurz „Baumwollspinnkoßfe“ genannt. Garne, Zwirne, Garn= und Zwirnabfälle werden hiermit beschlagnahmt. Von dieser Beschlagnahme bleiben frei— abgesehen von der im§ 9 verfügten Arbeitseinschränkung: 1. Webereikehricht; 2. Kunstbaumwolle aus Lumpen und Stoffabfällen; für diese gelten besondere Bestimmungen; 3. die für den eigenen Betrieb von Reißereien, Baumwollspinnereien=zwirnereien,=webereien und=wirkereien nötigen Mengzen von Putzbaumwolle, sowie ferner die am 1. April 1916 in sonstigen Betrieben vorrätigen baumwollbestände; 4. nach dem 1. Januar 1916 aus dem Ausland eingeführte Linters und Kunstbaumwolle, ferner sonstige nach dem 15. Juni 1915 aus dem Ausland eingeführte Baumwollspinnstoffe, daraus hergestellte Garne, sowie nach dem 15. Juni 1915 aus dem Ausland eingegeführte Garne, vorausgesetzt, daß die Einfuhr der Kriegs=Rohstofs=Abteilung des Könkglich Preußischen Kriegsministeriums nachgewiesen werden kann. Die von der deutschen Heeresmacht besetzten feindlichen Gebiete, sowie das zum Deutschen Reiche gehörige Zollausland gelten nicht als Ausland im Sinne dieser Bekanntmachung; 5. wollgemischte Strickgarne; für diese gilt jedoch die Bekanntmachung, betreffend Veräußerungs=, Verarbeitungs= und Bewegungsverbot für Web=, Trikot=, Wirk= und Strickgarne(W. I. 761/12. 15. K. R. A. vom 31. Dezember 1915); 6. Nähfäden, Stopfgarne, Crepegarne, Frotteegarne, genoppte und geschmelzte Garne— sämtlich unter der Voraussetzung, daß sie schon vor dem 1. April 1916 fertiggestellt waren und nicht gegen Belegschein bezogen worden sind,— dürfen im Inland veräußert und verarbeitet werden, ebenso Stickgarne und baumwollene Strick= und Häkelgarne, die bereits am 1. April 1916 in handelsfertigen Aufmachungen für den Kleinverkauf vorhanden waren; 7. offene Ladengeschäfte dürfen die am 1. April 1916 bei ihnen lagernden beschlagnahmten Garne, höchstens jedoch 50 Kg., an Haushaltungen und Hausgewerbetreibende zur beliebigen Verarbeitung im eigenen Betrieb in Mengen veräußern, die bei jedem Einzelverkauf 10 Kg. nicht übersteigen. S 4. Veräußerungs= und Verarbeitungsverbot. Jede Veräußerung, jede Verarbeitung und jede Veränderung der beschlagnahmten Baumwollspinnstoffe, Garne, Zwirne, Garn= und Zwirnabfälle ist verboten. Nicht gestattet ist namentlich das Mischen, Bleichen, Färben, Einfetten und Verspinnen beschlagnahmter Baumwollspinnstoffe, ferner die Herstellung von Watte, das Weben, Wirken, Stricken, Klöppeln, Flechten, Veredeln(z. B. Bleichen, Färben usw.), Spulen, Zetteln, Schlichten, Kleben und Reißen beschlagnahmter Garne, Zwirne und Garn= und Zwirnabfälle. S 5. Aufträge von Heeres= und Marinebehörden. Die Veräußerung und Verarbeitung beschlagnahmter Baumwollspinnstoffe und Garne ist gestattet zwecks Erfüllung von Aufträgen von Heeresoder Marinebehörden gegen amtlichen Belegschein 3. Für das Verfahren bei der Ausfertigung des Belegscheines sind die jeweiligen, vom Königlichen Kriegsministerium veröffentlichten„Erläuterungen zum Belegschein 3“ maßgebend. Bevor nicht der Belegschein, ordnungsgemäß ausgefüllt und unterschrieben und von der Kriegs=Rohstoff=Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums genehmigt, dem Lieferer vorliegt, darf dieser mit der Verarbeitung beschlagnahmter Baumwollspinnstoffe oder Garne nicht beginnen. Vordrucke zum Belegschein 3 sind beim Webstoffmeldeamt der KriegsRohstoff=Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Berlin SW. 48, Verl. Hedemannstraße 11, erhältlich. Ohne Belegschein dürfen Garne, die ausschließlich aus Baumwollabfällen(ohne Stripse und Kämmlinge) oder Kunstbaumwolle bestehen, zur Erfüllung von vor dem 1. April 1916 abgeschlossenen mittelbaren oder unmittelbaren Aufträgen von Heeres= oder Marinebehörden verwendet werden, vorausgesetzt, daß auch alle Zwischen= und Unterverträge vor dem 1. April 1916 abgeschlossen worden sind. Diese Aufträge sind auf dem vorgeschriebenen amtlichen Vordruck(Meldeschein Nr. 7), der beim Webstoffmeldeamt der Kriegs=RohstoffAbtellung des. Könizlich Preußischen Kriegsministeriums, Berlin SW. 45, Verl. Hedemannstraße 11, erhältlich ist, bis zum 10. April 1916 der Kriegs=Rohstoff=Abteilung des Königl. Preußischen Kriegsministeriums anzumelden, Beschlagnahmte Linters dürfen ohne Belegschein, jedoch nur mit Genehmigung der Kriegschemikalien=Aktiengesellschaft, Berlin, W., Köthenerstraße 1/4, zu Nitrierbaumwolle verarbeitet werden. S 6. Ausnahmen vom Veräußerungsverbot. Trotz der Beschlagnahme ist die Veräußerung von Baumwollspinnstoffen und Garnen(außer zur Erfüllung von Aufträgen der Heeres= oder Marinebehörden,§ 5) noch in folgenden Fällen erlaubt: 1. Auf Grund einer von der Kriegs=Rohstoff= Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums erteilten Ausnahmebewilligung, die durch einen amtlichen Freigabeschein nachgewiesen wird. 2. Baumwollabfälle(mit Ausnahme von Stripsen und Kämmlingen), sowie Kunstbaumwolle aus gerissenen Fäden dürfen beliebig veräußert werden, unterliegen jedoch dem Verarbeitungsverbot. 3. Sonstige Baumwollspinnstoffe dürfen von Selbstverarbeiter zu Selbstverarbeiter veräußert werden, unterliegen jedoch dem Verarbeitungsverbot. Die Veräußerung derjenigen Linters, die einer Sonderbeschlagnahme unterliegen, richtet sich nach den in der Beschlagnahmeverfügung getroffenen Bestimmungen. S 7. Ausnahmen vom Verarbeitungsverbot. Trotz der Beschlagnahme ist die Verarbeitung von Baumwollspinnstoffen und Garnen(außer zur Erfüllung von Aufträgen der Heeres= oder Marine“ behörden,§ 5) noch in folgenden Fällen erlaubt: 1. Beschlagnahmte Baumwollspinnstoffe und Garne dürfen gegen einen von der KriegsRohstoff=Abteilung erteilten Freigabeschein (§ 6 Ziffer 1) verarbeitet werden. 2. Baumwollspinnereien und=zwirnereien dürfen Baumwollseile und Spindelschnüre für den Bedarf ihres eigenen Betriebes herstellen. 3. Baumwollene Ketten, die bereits am 1. März 1916 als Knäuelwarps oder auf Zettelbäumen oder Webbäumen vorhanden waren und durch das Inkrafttreten dieser Bekanntmachung der Beschlagnahme verfallen, dürfen mit Garnen, die keinem Verarbeitungsverbot unterliegen, oder mit solchen beschlagnahmten Baumwollgarnen aufgearbeitet werden, die sich am 1. April 1916 im Besitz der Weberei befanden, und nicht gegen Belegschein 3 bezogen sind. 4. Haushaltungen und Hausgewerbetreibende dürfen Garne, die sie am 1. April 1916 für eigene Rechnung im Gewahrsam haben, im eigenen Betriebe zu beliebigen Erzeugnissen aufarbeiten, es sei denn, daß die Garne gegen Belegschein bezogen wurden, oder daß bei der Zuweisung der Garne etwas anderes bestimmt ist. Ferner ist ihnen die Verarbeitung derjenigen Garne gestattet, die sie gemäß§ 3 Ziffer 7 in offenen Ladengeschäften erwerben. § 8. Vorratsspinnen. Auch ohne Belegschein oder Freigabeschein dürfen Baumwollspinnereien bis auf Widerruf Baumwollabfälle, jedoch nicht Stripse und Kämmlinge, und Kunstbaumwolle mit Ausnahme von Kunstbaumwolle aus gerissenen Fäden zu Garn verarbeiten. Die hergestellten Garne sind beschlag„„Rohstoff=Abteilung des Kgl. Preuß. Kriegsministeriums kann diese Ermächtigung zum Vorratsspinnen durch allgemeine Anordnung oder durch Einzelverfügung erweitern, sowie auf andere Baumwollspinnstoffe und auf andere Betriebe ausdehnen. S 9. Arbeits finschränkung. Die Verarbeitung von Baumwollspinnstoffen oder Garnen nach§§ 3, 5, 7 und 8 dieser Bekanntmachung wird an folgende Bedingungen geknüpft: 1. Baumwollspinnereien dürfen monatlich höchstens 20 v. H. derjenigen Baumwollgarnmenze anfertigen, die sie in der Zeit vom 1. April 1914 bis 30. Juni 1914 im monatlichen Durchschnitt hergestellt haben. Werden Garne aus Baumwollabfällen oder Kunstbaumwolle ohne Beimischung von Baumwolle, Baumwollabgängen, Stripsen und Kämmlingen hergestellt, so werden diese Garne nur mit ihrer halben Gewichtsmenge auf das zulässige Monatsquantum in Anrechnung gebracht.“) 2. Mechanische Baumwollwebereien,=wirkereien u. estrickereien dürfen monatl. höchstens soviel Arbeitsmaschinenstunden arbeiten, als der Zahl der Arbeitsmaschinen(Webstühle, Mailleusen usw.), welche am 4. August 1915 auf Baumwolle liefen, multipliziert mit 50, entspricht.=) Die Kriegs=Rohstoff=Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums kann im Einzelfall die betroffenen Betriebe von der Arbeitseinschränkung ganz oder in gewissem Umfange entbinden. Bis zum 10. eines jeden Monats, erstmalig zum 10. Mai 1916, haben Baumwollspinnereien über Menge, Art und Nummer der im vergangenen Monat mit oder ohne Belegschein erzeugten Baumwollgarne, mechanische Baumwollwebereien,=wirkereien und=strickereien über die Zahl der Arbeitsmaschinenstunden, die sie im abgelaufenen Monat gearbeitet haben, Anzeige zu erstatten. Die erforderlichen Vordrucke(Belegschein Nr. 6) sind beim Webstoffmeldeamt der Kriegs=Nohstoff=Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Berlin SW. 48, Verl. Hedemannstraße 11, anzufordern. Beispiele: *) Die Spinnerei X hat in der Zeit vom 1. April 1914 bis 30. Juni 1914 durchschnittlich 100 000 Kg. Garn im Monat gesponnen. Sie darf daher jetzt monatlich 20000 Kg. reguläres Garn anfertigen. Stellt sie jedoch ausschließlich Abfallgarn oder Kunstbaumwollgarn her, so steht ihr die doppelte Erzeugung— 40000 Kg.— frei. Will sie im Monat nur 25.000 Kg. Garn aus Abfällen oder Kunstbaumwolle und daneben reguläres Garn spinnen, so stellt sich die Berechnung wie folgt: 25 000 Kg. Abfallgarn kommen nur mit ihrem halben Gewicht in Ansatz——.———— 12 sie darf also noch an regulären Garn peimnen.... 7 500 Se, 20 000 Kg. Ihre tatsächliche Garnerzeugung beträgt daher: Abfallgarn—————— 25000 Kg. reguläres Garn———— 7500 Kg. 32 500 Kg. :) In der Weberei I liefen am 4. August 1915 100 Webstühle auf Baumwolle, und sie darf daher in einem Monat 5000 Webstuhlstunden arbeiten. Sie kann also 50 Webstühle stillsetzen und die übrigen 50 Webstühle je 100 Stunden im Monat laufen lassen oder 75 Webstühle stillsetzen und 25 Stühle je 200 Stunden im Monat laufen lassen usw. S 10. Höchstpreise. Die Veräußerung oder Lieferung von Baumwollspinnstoffen und Garnen nach§§ 3, 5 und 6 dieser Bekanntmachung wird nur gestattet, wenn keine höheren Preise als die in der Bekanntmachung W. II 1800/2. 16. K. R. A. festgesetzten Höchstpreise für Baumwolle, Linters, Baumwollabgänge, Baumwollabfälle, Kunstbaumwolle und Baumwollgespinste gefordert und bezahlt werden. Dies gilt auch dann, wenn vor Inkrafttreten dieser Bekanntmachung höhere Preise vereinbart sein sollten. Die vorstehende Bestimmung findet keine Anwendung auf solche aus dem Auslande eingeführten Baumwollspinnstoffe und Garne, die gemäß§ 3 Ziffer 4 dieser Bekanntmachung dem Veräußerungsund Verarbeitungsverbot nicht unterliegen. S 11. Meldepflicht und Lagerbuch. Sämtliche am 1. April 1916 vorhandenen Bestände an Baumwollspinnstoffen, Garnen, Zwirnen und Garn= und Zwirnabfällen sind bis zum 10. April 1916 dem Webstoffmeldeamt der Kriegs=Rohstoff=Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums anzumelden ohne Rücksicht darauf, ob sie beschlagnahmt sind oder nicht. Auf diese Meldung finden die Vorschriften der Bekanntmachung, betreffend Bestanderhebung von tierischen und pflanzlichen Spinnstoffen usw.(W. M. 58/9. 15. K. N. A.) vom 28. September 1915 mit Nachtrag vom 1. Februar 1916(W. M. 600/1. 16. K. R. A.) Anwendung. Außer dem von den Meldepflichtigen zu führenden Lagerbuch über beschlagnahmte Baumwollspinnstoffe und Garne ist ein besonderes Lagerbuch über die gemäß§ 3 Ziffer 4 und 6 von dem Veräußerungs= und Verarbeitungsverbot ausgenommenen Baumwollspinnstofse und Garne zu führen. S 12. Aushang der Bekanntmachung. Die in dieser Bekanntmachung gestattete Verarbeitung von Baumwollspinnstoffen und Garnen ist nur zulässig, wenn die Bekanntmachung in allen Arbeitssälen an sichtbarer Stelle ausgehängt wird. Abdrucke der Bekanntmachung sind beim Webstoffmeldeamt der Kriegs=Rohstoff=Abteilung des Könhzlich Preußischen Kriegsministeriums, Berlin SW. 48, Verl. Hedemannstr. 11, erhältlich. Münster, den 22. Mürz 1916. Das Königliche stellpertretende Generalkommande des 7. Armeekorps. Der kommandierende Ekneral: Freiherr von Gayl, Heneral der Infanterie, 97 üder Gochstpleiese, Augrangn uum Nr. W. II. 1800/2. 16.fK. R. A. Auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851— in Bayern auf Grund des Bayerischen Gesetzes über den Kriegszustand vom 5. November 1912 in Verbindung mit der Allerhöchsten Verordnung vom 31. Juli 1914— wird nachstehende Bekanntmachung mit dem Bemerken zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß Zuwiderhandlungen nach der Vorschrift des Gesetzes, betreffend Höchstpreise, vom 4. August 1914(Reichs=Gesetzbl. S. 339), in der Fassung vom 17. Dezember 1914(Reichs=Gesetzbl. S. 516), der Bekanntmachung über die Aenderung dieses Gesetzes vom 21. Januar 1915(Reichs=Gesetzbl. S. 25) und vom 23. September 1915(Reichs=Gesetzbl. S. 603) bestraft werden?), sofern nicht nach den allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen angedroht sind. *) Mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark wird bestraft: 1. wer die festgesetzten Höchstpreise überschreitet; 2. wer einen anderen zum Abschluß eines Vertrages auffordert, durch den die Höchstpreise überschritten werden oder sich zu „ einem solchen Vertrage erbietet; u. wer einen Gegenstand, der von einer Aufforderung(§ 2, 3 des Gesetzes, betreffend Höchstpreise) betroffen ist, beiseiteschafft, beschädigt oder zerstört; 4. wer der Aufforderung der zuständigen Behörde zum Verkauf von Gegenständen, Preistafel 1. S2ME 42440. 69. E 5 1.* Es dürfen nicht übersteigen die Preise: a) für Baumwolle, Linters, Baumwollabgänge, Baumwollabfälle und Kunstbaumwolle die in der Preistafel 1 („Baumwollhöchstpreise"), b) für Baumwollgespinste die in der Preistafel 2(„Baumwollgarnhöchstpreise") genannten Sätze. Sind in vor dem 1. April) 1916 abgeschlossenen Verträgen höhere Preise vereinbart, so findet§ 10 der Bekanntmachung, betreffend Beschlagnahme baumwolllener Spinnstoffe und Garne(W. II. 1700/2.,16. K. R. A.), Anwendung. 2.* Von den Anordnungen gegemwartiger Bekanntmachung sind ausgenommen: für die Höchstpreise festgessetzt sind, nicht nachkommt; 5. wer Vorräte an Gegenständen, für die Höchstpreise festgesetzt sind, den zuständigen Beamten gegenüber verheimlicht; 6. wer den nach§ 5 des Gesetzes, betreffend Höchstpreise, erlassenen Ausführungsbestimmungen zuwiderhandelt. In den Fällen der Nummer 1 und 2 kann neben der Strafe angeordnet werden, daß die Verurteilung auf Kosten des Schuldigen öffentlich bekanntzumachen ist; auch kann neben Gefängnisstrafe auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. und 15. a. Baumwolle. Preis für 1 kg in Pfennig " 214 " 232 " 247 I. Nord= und mittelamerikanische — Baumwolle: a) ordinary b) good ordinary.... c) low middling d) middling, gutfarbig, 28 Millim. 260 e) fullh middling, gutfarbig, 28 Millimeter 266 k) good middling, gutfarbig, 28 Millimeter 272 g) fully good middling, gutfarbig, 28 Millimeter 276 h) middling fair, gütsarbig, 28 Millimeter 282 Für Abweichungen in Klasse, Stapel und Farbe sind lediglich die üblichen Zuschläge und Abschläge zulässig. 2. Ostindische Baumwolle: 210 220 220 215 230 a) Seinde, Bengal, Klasse fine.. b) Khandeish, Omra, Klasse fine.. c) Comilla, Tipperah, Assam d) Dharwar, Western, Northern, Ma„ dras, Klasse good... e) Coconada, fair red..... 1) Bhownuggar, Klasse fine g) Broach, Tinivally, Comptah, Klasse fine... 235 Für abweichende Klassen sind lediglich„die üblichen Zu= und Abschläge zulässig. 6. Afrikanische, insbesondere ägyptische, ferner Sea=Island=Baumwolle: a) oberägyptische und sonstige nachstehend nicht besonders bezeichnete Sorten afrikanischer Herkunft: niedrigste Klasse(fair) oberste Klasse(fine) b) Mitafifi, niedrigste Klasse(fair) oberste Klasse(fine) c) Nubari, niedrigste Klasse(middling) oberste Klasse(fine) d) Joanovich, Sakelaridis, Sea Island, niedrigste Klasse(fair) oberste Klasse(fine) Für abweichende Klassen im Verhältnis. E. Asiatische Baumwolle“): ## asiatische Baumwolle, beste Sorte * Weru= und Brasil=Baumwolle"): Peru= und Brasil=Baumwolle, beste Sorte:„ .: b. Linters*). I. Beste spinnfähige Linters. 2. Beste Afritti und Scarto *#c. Baumwollabgänge und Banmwellabfälle*). I. Baumwollabfälls igyptischer Her262 367 295 410 196 425 323 450 250 300 180 170 N 77 9 1. Baumwolle, Baumwollabgänge Baumwollabfälle, welche nach dem Juni 1915, 2. Linters und Kunstbaumwolle, welche nach dem 1. Januar 1916 aus dem Ausland nach Deutschland eingeführt worden sind, 3. Baumwollgespinste, die ausschließlich aus in Ziffer 1 und 2 genannten Baumwollspinnstoffen hergestellt sind, 4. Baumwollgespinste, die nach dem 15. Juni 1915 vom Ausland nach Deutschland eingeführt worden sind. Die von der deutschen Heeresmacht besetzten feindlichen Gebiete sowie das zum Deutschen Reiche gehörige Zollausland gelten nicht als Ausland im Sinne dieser Bekanntmachung. S 3. Die Baumwollhöchstpreise gelten ab Lagerstelle bei sofortiger Zahlung ohne Abzug. S 4. Die Baumwollgarnhöchstpreise verstehen sich ab Fabrik oder Lagerstelle bei Zahlung binnen 30 Tagen mit 2 v. H. Kassenabzug. Bei Bündelgarnen soll das gepreßte Bündel von 10 Pfund englisch ohne Schnüre, Deckel und Papier nicht weniger als 9 7/8 Pfund englisch(4,480 Klg.) oder bei metrischer Numerierung 4,938 Klg. netto Garn wiegen. Abweichungen sind zu vergüten. Bei Hülsengarnen verstehen sich die Preise einschließlich der Hülsen. Preistafel 2. Das Gewicht der Hülsen soll jedoch bei Warpcops und Mulecops auf kurzen Hülsen 1½ v. H., bei Pincops von normaler Größe und darüber, ferner bei Trosselcops auf leichten Hülsen und bei Kreuzspulen 2½ v. H. des berechneten Copsgewichtes(Gewicht von Barn und Hülsen) nicht übersteigen. Ueberschretter das Hülsengewicht diese Grenzen, so ist der Unterschied zwischen dem erlaubten und dem tatsächlichen Hülsengewicht zum vollen Garnpreis zu vergüten. Trosselgarne und Zwirne guf schweren Hülsen werden ebenfalls einschließlich der sen, die Hülsen also zum Garnpreis berechnet, doch sind bei Rücksendung der Hülsen innerhalb üblicher oder angemessener Zeit die Hülsen dem Käufer zum Garnpreis netto zu vergüten. Anderweitige Vereinbarungen über Hülsenvergütung find nur insoweit zulässig, als sich hierdurch nicht ein höherer als der nach§ 1 zulässige Höchstpreis für Garne errechnet. Ballenpackung ist frei. Für Kisten kann bis 2,50 Mk. für das Stück berechnet werden. Im übrigen gelten die im„Deutschen Baumwollgarnkontrakt“, mit Wortlaut vom 22./23. November 1912 niedergelegten tochnischen Grundlagen. S 5. Die gegenwärtige Bekanntmachung tritt am 1. April 1916 in Kraft." —— Preis für 1 kg in Pfennig 1. Rohe einfache Garne ausschließ— lich aus amerikanischer Baumwolle, auf Kops: Nr. 20 englisch Zettel oder Schuß 365 Nr. 36 Zettel und Nr. 42 Schuß 435 2. Rohe einfache Garne auss amerikanischer Baumwolle, gemischt mit Baumwolle anderer Herkunft, jedoch mit mindestens einem Drittel des Gewichts in Baumwolle amerikanischer Herkunft, auf Kops:.. Nr. 20 englisch.. 345 3. Rohe einfache Garne aus ost. indischer oder ähnlicher Baumwolle, ferner aus nicht unter Ziffer 2 fallenden Baumwollmischungen und aus Mischungen vorwiegend aus Baumwolle mit. Zusatz von anderen Spinnstoffen einschl. Kunstbaumwolle(wollgemischte Garne usw.), auf Kops: Nr. 20 englisch.. 335 Sämtliche Garne der Ziffern 1, 2 und 3 hergestellt nach dem Dreizylindersystem. Zu 1., 2. und 3. Für abweichende Nummern bestimmen sich die Höchstpreise, nach folgenden Abstufungen: a) bei Abschlüssen bis Nr. 26 englisch einschließlich(Basis 20/20 englisch) ohne Unterschied,e# Zettel oder Nr. 6/8 10/12 14 16 18. # 8 Preis für 13 1 kg in T# Pfennig 5. Garne, nach dem System der Zweizylinderspinnerei hergestellt, auf Kops: Nr. 6 englisch. 325 Abweichende Nummern nach folgender Abstufung: 3/4 5 6 7 S 9 10/12 c) bei Abschlüssen von Strumpf=, Zwirn=, Trikot= oder ähnlichen weichgedrehten Garnen bestimmen sich die Höchstpreise nach der Basis für Nr. 20 englisch, steigend um je 2 Pfg. für die Nummer bis Nr. 50, abwärts fallend bis zu einem Abschlag von 10 Pfg. für Nr. 10/12: Nr. 10/12 14 16 18 20 22 24 d. Kunstbaumwolle*). 1. Künstbaumwolle aus besten Fäden 200 2. Kunstbaumwolle aus gebrauchten und ungebrauchten Stoffabfällen auch gemischt mit Kunstbaumwolle aus Garnabfällen, beste Sorte K#180 Für gefärbte und gebleichte Baumwolle usw. treten zu obi####### gen Preisen noch angemessene Veredelungszuschläge hinzu### * Geringere Corten entsprechend bi #---- e Nr. 26 28 30 32 34 36 Jd 46 Nr 38 40 +20+24(28+32 uur s t+-36+40 4. Vigognegarne, auf Kops= P.#o. Nr. 6 englich # Abweichende Rummern nach sol# gender Abstufungzn este, u —4—2— 46 12 18 24 6. Rohe einfache Garne aus ägyptischer oder aus Sea=Island=Baumwolle, auf Kops. Die Höchstpreise setzen sich aus folgenden Werten zusammen: a) Preis der verwendeten Baumwoll* sorte nach Maßgabe der Anlage 1, *## vermehrt um den Abfallzuschlag von : F 1 5 v. H. b e i k a r d i e r t e n, v o n 2 5 5 v. H. bei gekämmten Garnen. b) Spinnlohn: Ausgangspunkt= Nr. 50 englisch mit einem Spinnlohn : von 200 Pf. für 1 Klg. Für abweichende Nummern folgende Skala: I bis Nr. 20 abwärts 4 Pf. für die Doppelnummer weniger als der Spinnlohn für Nr. 50, von Nr. 20 abwärts weiterhin für jede Doppelnummer 2 Pf. weniger, 4 von Nr. 50 aufwärts bis Nr. 80 : für jede Doppelnummer 5 Pf. mehr, von Nr. 80 aufwärts bis Nr. 90 , für jede Doppelnummer 6 Pf. mehr, von Nr. 90 aufwärts für jede Doppelnummer 8 Pf. mehr. 7. Abfallgarne, auf Kops: *““ a) Nach dem Dreizylindersystem gesponnen, Nr. 6 englisch.... 275 Abweichende Nummern nach folgender Abstufung: 3/5 6 7/8 9/10 11/12 —1—+1•2 3 b) Nach dem Zweizylindersystem gesponnen, Nr. 6 englisch.... Abweichende Nummern nach folgender Abstufung: 3/4 5 6 7 8 285 A— 48 9 10/12 +12 bse e 9) Nach dem System der Vigognespinnerei herge(stellt, Nr. 6 englisch„ 285 Abweichende Nummern nach folgender Abstufung 3/4 5 6 4 —6— 9 10 —+8+16 11 12.55 SE-2 18 c Te 1.5 d) Abfallgarne Nr. 1, und 2 englisch(sogen. Schlauchkops): Nr, 2 englisch, beste— Sorte„## 205 Geringere Sortergund, süirkere Nummer entsprechend bill###n— 8. Zwirne, ferner Strick= und Stopfgarne: Als Höchstpreis für zwei= oder mehrfach gezwirnte Garne in Bündeln oder auf Kreuzspulen ohne Rücksicht auf die Drehung gilt der Garnpreis, vermehrt um folgende Zuschläge pro Kilogramm: 10. Verhältnis. Für gezwirnte Zwirne, sogenannte Kordonetts, bestimmt sich der Höchstpreis durch Zuschlag auf Zwirnpreise von 33 Pf. per Kilogramm für die Nummern bis Nr. 36 einschließlich, 52 Pf. per Kilogramm für die Nummern bis Nr. 80 einschließlich, 75 Pf. per Kilogramm für die Nummern über Nr. 80. Für Aufmachung auf Kops ist der handelsübliche Abschlag zu berechnen. Für Aufmachung in Zweileas darf der handelsübliche Zuschlag berechnet werden. Bei Strick=, Stick=, Stopf= und Häkelgarnen in handelsfertigen Ausmachungen für den Kleinverkauf= sind die Bestimmungen über die Höchstpreise von Zwirnen nicht anwendbar. Veredelte Garne und Zwirne mit Ausnahme von Nähfaden und Nähzwirnen: a) Für gefärbte, melierte, merzerisierte, lüstrierte und gasierte Garne und Zwirne tritt zum Garn= bzw. Zwirnpreise ein angemessener Veredelungszuschlag hinzu. b) Gebleichte Garne und Zwirne. Zuschlag auf die Garn= bzw. Zwirnpreise per Klg. 30 Pf. Besondere Aufmachungen: Soweit der Höchstpreis für Kopsäufmachung bestimmt ist, kann für die Aufmachung in Bündeln, auf Kreuzspulen oder als Knäuelwarp, in dem Kopspreise ein Zuschlag von 3 u. für die Aufmachung in Zweilea##m solcher von 6 v. H. hinzugerechnet werden, P ab- e Münster, den 22. März 1916. Ds Aihidihe Aalhar. Der kommandierende Gene Kese eneral, der Bekanntmachung (Nr. V. I. 2354/ 1. 16. K. R. A. II. Angabe), betr. Höchstpreise für Altgummi und Gummiabsälle. Vom 1. April 1916. Die nachstehende Bekanntmachung wird auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851, in Bayern auf Grund des Vayrischen Gesetzes über den Kriegszustand vom 5. November 1912 in Verbindung mit der Allerhöchsten Verordnung vom 31. Juli 1914, des Gesetzes, betreffend Höchstpreise, vom 4. August 1914(ReichsGesetzbl. S. 339) in der Fassurg com 17. Dezember 1914(Reichs=Gesetzbl. S. 516), der Belanntmachungen über die Aenderung dieses Gesetzes vom 21. Januar 1915(Reichs=Gesetzbl. S. 25) und vom 23. September 1915(Reichs=Geseyzbl. S. 603) zur allgemeinen Kenntnis gebracht mit dem Bemerlen, daß Zuwiderhandlungen gemäß den in der Anmerkung") abgedruckten Bestimmungen bestraft werden, sofern nicht nach den allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen angedroht sind. S 1. Von der Bekanntmachung betroffene Gegenstände. Von dieser Bekanntmachung werden betroffen: Altgummi und Gummiabfälle jeder Art. S 2. Höchstpreise. Bei dem Verkauf von Altgummi und Gummiabfällen, der nur an die Beauftragten der Kautschuk=Abrechnungsstelle, Berlin W. 8, Mauerstr. 25, zulässig ist, dürfen die folgenden Verkaufspreise nicht überschritten werden: für je 100 Kg. der Klasse 9a Autoreifen mit Nieten 85,— Mark der Klasse 9b Autoreifen u. Gummiprotektore(stofffrei) ohne Niete 100.—„ der Klasse 9c, Kraftfahrraddecken 100,—„ der Klasse 9 d Aeroplandecken 100.—„ der Klasse 9e Autowulste 25.—„ der Klasse 9 f Auto= Gummiprotektore breit(10 cm und mehr) mit Nieten 85,—„ der Klasse 9g Auto= Eummiprotektore schmal(unter 10 cm) mit Nieten, 25,—„ der Klasse 9 h Vulkanisiert. Autoleinen 25.—„ der Klasse 9i Ballonstoffe, Maskenstoffe, Aeroplanstoffe 200.—„ der Klasse 10 Vollreifen m. Stahlband 45,—„ der Klasse 11 a Vollreifen, frei von Eisen und Hartgummi 85,—„ der Klasse 11 b Kutschwagenreifen 85.—„ der Klasse 12 a Fahrradluftschläuche, schwimmend(weich) 350.—„ *) Mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark wird bestraft: 1. wer die festgesetzten Höchstpreise überschreitet; 2. wer einen anderen zum Abschluß eines Vertrages auffordert, durch den die Höchstpreise überschritten werden oder sich zu einem solchen Vertrage erbietet; 3. wer einen Gegenstand, der von einer Aufforderung(§ 2, 3 des Gesetzes betr. Höchstpreise) betroffen ist, beiseite schafft, beschädigt oder zerstört; 4. wer der Aufforderung der zuständigen Behörde zum Verkauf von Gegenständen, für die Höchstpreise festgesetzt sind, nicht nachkommt; 5. wer Vorräte an Gegenständen, für die Höchstpreise festtzesetzt sind, den zuständigen Beamten gegenüber verheimlicht; 6. wer den nach§ 5 des Gesetzes, betreffend Höchstpreise, erlassenen Ausführungsbestimmungen zuwiderhandelt. In den Fällen der Nummer 1 und 2 kann neben der Strafe angeordnet werden, daß die Verurteilung auf Kosten des Schuldigen öffentlich bekanntzumachen ist; auch kann neben Gefängnisstrafe auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. der Klasse 12 b Fahrradluftschläuche (hart) 100.—„ der Klasse 13 a Autoluftschläuche (weich) 350,— Mark der Klassc 13 b Autoluftschläuche (hart) 100.—„ der Klasse 14 a Fahrradluftschläuche, nicht schwimmend 225.—„ der Klasse 14 b Leichte Weichgummi=Abfälle ohne Einlage, bis 1,2 spez. 150.—„ der Klasse 15 a Fahrraddecken(weich) 30.—„ der Klasse 15 b Fahrradwulste 8.—„ der Klasse 16 a Gummiabfälle schwimmend(weich) 350.—„ der Klasse 16 b Gummiabfälle schwimmend(trustig) 100.—„ der Klasse 16 c Gummifädenabfälle (weich) 700.—„ der Klasse 16d Gummisädenabfälle besponnen(weich) 350.—„ der Klasse 17, Patentgummiabfälle, vulkanisiert 275.—„ der Klasse 18 a Gummischuhe 70.—„ der Klasse 18b Turn= und Tennisschuhe mit Eummisohlen 25.—„ der Klasse 18c Schläuche mit Stoffeinlagen(ohne Eisen) 15.— der Klasse 18 d Andere WeichgummiAbfälle mit Stoffeinlagen 10.—„ der Klasse 18 e Gummierte RegenmäntelStoffabfälle 30.—„ der Klasse 18 f Kratzenstoffe. Unterlagen und sonstige gummierte Stoffe 10,—„ der Klasse 19 a Andere WeichgummiAbfülle ohne Einlage über 1,2 spez. 70,—„ der Klasse 19 b Kinderwagenreifen, Schuhalsätze, Matten ohne Stoff 20.—„ der Klasse 20 a Weichgummi=Abfälle, unsortiert, ohne Stoff(weich) 50.—„ der Klasse 20 b Weichgummi=Abfälle, unsortiert, mit Stoff(weich) 10.—„ S 3. Zahlungsbedingunger. 1. Die Höchstpreise gelten für die bahn= oder postfertig verpackten Gegenstände ab Postamt, Bahnstation oder Schiffsladestelle. Die Verpackung kann vom Verkäufer ohne Entgelt zurückverlangt werden, diie Rücksendung geschieht jedoch auf seine Rechnurig. 2. Neben den Höchstpreisen dürfen angerechnet werden: a) Die Kosten für Fracht oder Porto.* b) Bei Stundung des Kaufpreises: bis zu 2 v. H. überr Reichsbankdiskont als Jahreszinsen. § 4. Zurückhaltung von Vorräten. Beim Zurückhalten von Vorräten ist sofortige Enteignung zu gewärtigen. 5 Inkraftt reten. Diese Bekanntmachung tritt mit Beginn des 1. April 1916 in Kraft. Münster, den 21. Mitrz 1916. Das Königliche stellr ertretende Generalkommando des“/. Armeelorps: Der kom nandierende General: Frhr. von G ayl, General der Infanterie. Bekanntmachung Nr. M. 10 3, 16. K. R. A., beire ssend Höchstpreise für Blei. Vom 1. April 1916. Lie nachstehende Bekanntmeichung wird auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851, in Bayer auf Grund des Bay rischen Gesetzes über den Kriegszustand vom 5. Novembei: 1912, in Verbind ung mit der Allerhöchsten Verordnung vom 31. Juli 1914, des Gesictzes betressend Höchstpreise vom 4. August 1914 (Reichsgesetzbl. S. 339) in der Fassung vom 17. Dezember 1914(Reichsgesetzbl. S. 516), in Verbindung mit der Bekanntmachung über Aenderung dieses Gesetzes vom 21. Januar 1915 (Reichsgesetzbl. S. 25), der Bekanntmachung Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. September 1915(Reichsgesetzblatt S. 603) zur allgemeinen Kenntnis gebracht mit dem Bemerken, daß Zuwiderhandlungen gegen diese Bekanntmachung gemäß den in der Anmerkung") abgedruckten Bestimmungen bestraft werden, sofern nicht nach den allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen angedroht sind. S 1. Höchstpreise. Der Preis der nachstehend aufgeführten Gegenstände darf nicht übersteigen bei: Gegenstand Höchstpreis 45 Blei, unverarbeitet, in festem oder flüssigem Zustande, mit einem Reingehalt an Blei von mindestens 98 v. des Gesamtgewichtes. 46 Blei, vorgearbeitet, insbesondere gewalzt, gepreßt, geschnitten, gestanzt, gehämmert, gegossen, mit einem Reingehalt an Blei von mindestens 98 v. H. des Gesamtgewichts, auch mit anderen Stoffen mechanisch verbunden, insbesondere durch Schrauben, Schmelzen, Löten, Fassen, Ueberziehen, sofern das Gesamtgewicht der mit dem Blei verbundenen Stoffe nicht mehr als 10 v. H. des Bleigewichtes beträgt. Beispiele: Ballast, Gewichte, Kugeln, Röhren, Drähte, Platten, Bleche, Rollblei, Fensterblei. 47 Blei in Lezierungen, unverarbeitet, in festem oder flüssigem Zustande, mit einem Reingehalt an Blei von weniger als 98 v. H. des Gesamtgewichts. Unter legiertem Blei wird ein Material verstanden, das insgesamt mit mehr als 2 v. H. anderen Stoffen verschmolzen ist und bei welchem Blei dem Gewichte nach gegenüber jedem anderen in der Legierung verschmolzenen Stoff überwiegt. 48 Blei in Legierungen, vorgearbeitet, entsprechend den Klassen 46 und 47. 62 Mk. für je 100 kg Gesamtgewicht. 62 Mk. für je 100 kg Gesamtgewicht, zuzüglicheiner Entschädigungf. Formgebung u.Verbindung, die unter Berücksichtigung der gesamten Verhältnisse, insbesondere der Herstellungskosten, Verwertbarkeit u. Marktlage, keinen übermäßigen Gewinn enthalten darf. 62 Mk. für je 100 kg Bleiinhalt. 49 50 Blei in Altblei, Fehlgüssen und Abfällen jeder Art, auch in Legierungen. Als Altblei werden insbesondere Gegenstände angesehen, die sich in einem Zustande befinden, in dem sie herkömmlich nicht mehr für den durch ihre Gestaltung gegebenen Zweck benutzt werden. Blei in Erzen, Rückständen (auch Aschen und Krätzen), Neben= und Zwischenprodukten der Hüttenindustrie und der Blei verarbeitenden Juedustrien, mit einem Bleigehalt von mindestens 10 v. H. des Gesamtgewichtes. Der Preis für Blei in den Erzeugungsvorstufen zu den vor zenannten Klassen muß in einem angemessenen Verhältnis zu den verordneten Höchstpreisen stehen. Wer Blei in den Erzeugungsvorstufen zu den vorgenannten Klassen zu einem Preise veräußert oder erwirbt, der in keinem angemessenen Verhältnis zu den genannten Höchstpreisen steht, hat auch die Zwangsenteignung seiner Bestände zu gewärtigen.... 87417. Lu.Jen 8a Bei den vorstehenden Preisen dürsen Gold und Silber nach dem Tagespreis bezahlt werden. Ein außer Gold und Silber im Blei, in den Bleilegierungen und in den Bleierzen der Klassen 47—50 enthaltener Stoff darf nur dann in Rechnung gesetzt und bezahlt werden, wenn dieser Stoff dem Gewichte nach mehr als 2 v. O. des Gesamtgewichts ausmacht. In diesem Falle darf als Preis für das Zusatzmaterial höchstens der Tagespreis oder, sofern Höchstpreise bestehen, der Höchstpreis gefordert und bezahlt werden. S 2. Zahlungsbedingungen. Die Höchstpreise gelten für Barzahlung bei Empfang und schließen die Versendungskosten nicht ein. Wird der Kaufpreis gestundet, so dürfen Jahreszinsen bis zu 2 v. H. über Reichsbankdiskont hinzugeschlagen werden. § 3. Zurückhalten von Vorräten. Bei Zurückhaltung von Vorräten mit der Absicht der Preistreiberei ist sofortige Enteignung zu gewärtigen. § 4. Ausnahmen. Die Kriegs=Rohstoff=Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Berlin SW 48, Verlängerte Hedemannstr. 10, kann. insbesondere bei Einfuhr, Ausnahmen von den Bestimmungen dieser Bekanntmachung gestatten. Nur schriftliche, auf den Namen der Firma lautende Entscheidungen haben Gültigkeit. Anträge auf Gestattung von Ausnahmen und Anfragen, welche die vorliegende Bekanntmachung betreffen, sind zu richten an die Metall=Meldestelle der Kriegs=Rohstoff=Abteilung des Königl. Kriegsministeriums, Berlin W 9, Potsdamer Straße 10/11. § 5. Inkrafttreten. Diese Bekanntmachung tritt mit dem 1. April 1916 in Kraft und erstreckt sich auch aus zollfreie Gebiete. Münster, den 22. März 1916. Das Königl. stellverkr. Generalkommando des VII. Armeekorps. Der kommandierende General: Frhr. von Gayl, General der Infanterie. 62 Mk. für je 100 kg Bleiinhalt, zuzüglich einer Entschädigung, wie bei Kl. 46. 55 Mk. für je 100 kg Bleiinhalt. 62 Mk. für je 100 kg Bleiinhalt, abzüglich eines angemessenen Hüttenlohnes *) I. Mit Gejängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu 10.000 Mark wird bestraft: 1. wer die festgesetzten Höchstpreise überschreitet: 2. wer einen anderen zum Abschluß eines Vertrages auffordert, durch den Höchstpreise überschritten werden, oder sich zu einem solchen Vertrag erdielet,„.. Au a. 978 3. wer einen Gegenstand, der von einer Aufsorderung(§§ 2 und 3 des Gesetzes, betreffend Höchstpreise) betroffen ist, beiseiteschafft, beschädigt oder 4. wer der Aufforderung der zuständigen Behörde zum Verkauf von Gegenständen. für die Höchstpreise sestgesetzt sind(§ 4 des Gesetzes, detreff. Höchstpreise) nicht nachkommt; 5. wer Vorräte an Gegenständen, für die Höchstpreise festgesetzt sind, dem zuständigen Beamten verheimlicht,„. 4##.#ehas Sotreste, 6. wer den nach§ 5 des Gesetzes, betreffend Höchslpreise, erlassenen Ausführungsbestimmungen zuwiderhandelt. In den Faulen Nr. 1 und 2 kann neben der Strafe angeordnet werden, daß die Verurteilung auf Kosten des Schuldigen öffentlich bekannizumachen ist: auch kann neben Gefängnisstrafe auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. K LOUUUFT Vr beben beietenten Lager n„ B. Setllederny juna Däuhen. f. sehr grosse Voräte n Köper-und Barcheid, Daunenköper und Federleinen.— Fertige Betten in jeder Preislaue. C Pderken, Beitdecken und Bettücher, Wolldecken rund Bettspreiten. 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In Mexiko, dessen eigenäuche schon oft das erstannte Kopfhervorriefen, ist es beinahe umgekehrt. Tort trifft man Tamen und Herren der Gefaügenen wie mit ihr ist diese für die Insassen recht unterhaltende Sitte im amerikanischen Frauenzuchthause ausgebildet. Ein deutscher Jurist, der sich vor einiger Zeit in Mexiko aufhielt, schildert die Zustände folgendermaßen: Die reichsten und elegantesten Tamen fanden wir zu unserem größten Erstaunen hier versammelt; sie sprachen vertraulich mit den Gefangenen, ja sie küßten diese nicht selten. Die meisten der Gefangenen sind zu lebenslänglicher Haft verurteilt, weil sie ihren Mann ermordet haben— ein in Mexiko sehr Verbrechen. Die Gefangenen waren sehr heiter und schienen sich sogar glücklich zu fühlen; keine errötete bei unserer Ankunft. Nie habe ich in einem aristokratischen Salon so viele schöne Frauen beisammen gesehen, wie hier in dem Gefängnis; namentlich fesselte eine wahrhaft blendende Schönheit meine Aufmerksamkeit. Sie hatte ebenfalls ihren Gatten ermordet und unter den Dielen ihres Zimmers vergraben. Wie die meisten Männer, welche unter dem Tolch ihrer Frauen gefallen, hatte er sich nichts weiter zuschulden kommen lassen, als daß er seine schöne Frau, ihrer Meinung nach, vernachlässigte. S• 7 SC „Fsn P S#e# 80 3 sonderer Liebhaber des Ein Thealersanatiker. Ein be Theaters war der Däne Rahbeck, geboren zu Kopenhagen im Jahre 1760, gestorben daselbst 1830. Seine Eltern, einfache Bürgersleute, hinterließen ihm ein ausehnliches Vermögen, welches ihm erlaubte, sich ganz seinen literarischen und theatralischen Neigungen hinzugeben. Für sein Leben n wäre er Schauspieler geworden, allein sein hartes, unbiegsames Organ ließ dies nicht zu. Da warf er sich denn zum Kritiker auf und wurde der bedeutendste Tramaturg Dänemarks. Er n Frankreich, ohne in die Theater zu beachten. Dichtung— sagt, sein Biograph— war so übermächtig, daß; er ganz davon beherrscht wurde. Wenn er von einem Orte zum anderen reiste, so drückte er sich in eine Ecke des Postwaßens und verhüllte das Gesicht mit seinem Mantel, in den Schauspielern sah er die Menschheit repräsentiert. Nach seiner Rückkehr in die Heimat wurde er zuerst Professor der Aesthetik an der Universität zu Kopenhagen und dann Direktor des Hoftheaters, in welcher Stellung er viel Gutes gewirkt haben soll. Konsetti aus Banknoten. Das Museum von Schärding in Oberösterreich hat dieser Tage ein Geschenk erhalten, das wahrscheinlich der kleinste, sicher aber einer der beredtesten Zeugen für die Russenherrschaft in Przemysl ist. Nur unscheinbare Papierscheibchen, Konfetti, die sich aber die Auslese der russischen Gesellschaft bei ihren Siegesfesten ins Antlitz warf, wieman etwa anderwärts den Kehraus eines Jahrmarktrummels begeht. Was indessen den russischen Siegesfesten an innerem Gehalt sehlte, wurde durch den Stoff der Festartikel wettzumachen gesucht, wie gleich die Konfetti beweisen. Sie sind aus österreichisch=ungarischen 10= und 20=Kronennoten gestanzt. 9 Geltern und Heute. i Das Haus Sachsen=Koburg=Gotha. Bekanntlich gehört König Ferdinand von Bulgarien dem Hause Sachsen=Koburg= Gotha an. Gründer dieses herzoglichen Stammes ist der Hauptmann Friedrich Xettin, in dessen Besitz der württembergische Anteil der„Pflege Koburg“ um die Mitte des 14. Jahrhunderts gelangte. Durch die Teilung von 1485 kam das Gebiet an die Ernestinische Linie, wurde 1541 vom Kurfürsten Johann Friedrich seinem Stiefbruder Johann Ernst übergeben und fiel nach dessen Tode an Johann Friedrich zurück. Es folgten dann weitère Teilungen zwischen den verschiedenen Linien, bis schließlich eine Gruppe von Besitzungen unter dem Gesamtnamen„Sachsen=Koburg= Gotha“, der Deszendenz vorblieb. Die Gründung des Hauses Sachsen=Saalfeld=koburg geht auf den Herzog Johann Ernst zurück, der bei seinem Tode 1729 zwei Söhne (Christian Ernst und Franz hinterließ. iese sogs Ferinand Georg(gred. 139), Antonie des Fürsten Kohary heir dieser Ehe waren Ferdinand, der storbenen Königin Maria- II.- da um nur nichts von der zelt jen und nicht von den Mitpassagieren gestört zu werden. Seine Gedanken beschäftigten sich dann mit dem letzten Schauspiel, welches er gesehen, er lebte und webte in diesen poetischen Illusionen. So reiste er durch ganz Deutschland, ohne etwas davon gesehen zu haben, und reiste nach Paris, ohne Paris eines Blickes zu würdigen. Die Schauspiele allein waren ihm der Beachtung würdig, die Kulissen waren seine Welt, und August, Gemahl der 18 tine von Orteans. Au 75 die tere wurde zur Thronfolge berusen, und er ist es, dem der vor wenigen Jahren verstorbene König Leopold in seinem Vermächtnis an die Stadt koburg ein Denkmal zu setzen bestimmt hat. Nachdem er einer alten Tradition gemäß in der österreichischen Armre gedient und sich in den Kriegen n d a s H a u s S p a n i e n w i e b e i d e r B e l a g e r u n g v o n Messina und Palermo durch seinen Heldenmut ausgezeichnet hatte, starb er am 16. September 1764, indem er vier Söhne hinterließ, die aus seiner Ehe mit einer Prinzessin von Schwarzburg=Rudolstadt hervorgegangen waren. Der älteste Sohn Friedrich folgte ihm, und dessen achter Sohn sopold wurde der Gründer der belgischen Dynastie. Einen Philipp, der ratete, Prinz=August dros II. von Brasiliel Fürsten, jetzigen König von Vulgarien, berien wurde, und schließlich die inzwischen verstorbene Prinzessin Klothilde, die mit dem Erzherzog Joseph, dem Befehlshaber der Honvedtruppen, vermählt war. Nachkommen der der die einzige Tochter atete. Die Kinder aus Gemahl der 1863 verCioria von Portugal, storbenen Prinzessin Klemenr Ehe gingen hervor Prinz ssin Luise von Belgien heider Schwiegersohn Don Penand, der 1887 zum euse: — S ## 5 #agE, Sen 25 #sanT 33g2 S 35g Saxs, Sg#gr. ## TÄSSS Eg as BacünTaa aT e e er! Sc ce Areit für den Freis börct dis Spüim. O haepl-#nnessereis Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 78. Samstag, 1. April 1916. 3 4½ 3 SS Roman von A. v (29. Fortse 23 6 A u hast recht gesehen, mein Junge. Und . 5. Erfreuliches war es nicht, was aus der Vergangenheit emportauchte. Trotzdem zog es mich gewaltsam hierher nach meinem Geburtsort. Gefolgt wäre ich dieser Sehnsucht freilich nicht, wenn ich a es nicht für meine Pflicht hielte, einige deiner Angaben richtigzustellen.“ „Du warst wohl der Freund des verschollenen Wolfgang Hochfeld, Papa „Ja— sein bester Freund. Aber frage jetzt nicht weiter! Du sollst alles erfahren, vielleicht sogar heute noch. Jetzt wollen wir zunächst unseren alten Forstmeister besuchen. Der wird Augen machen, wenn er mich sieht!“ Magnus konnte die Spannung kaum noch ertragen. Die Gedanken wirbelten wie ein Chaos in seinem Hirn. „Eins wenigstens muß ich sofort wissen,“ drängte er,„du würdest doch wohl von Herzen gern deine Einwilligung dazu geben, daß ich Edity Hochseld heirate „Du schriebst doch, sie sei mit Wellnitz fest verlobt!“ Magnus riß einen Schößling von dem alten, knorrigen Buchenstamm.„Ich bin überzeugt, daß diese erlobung eine Uebereitung war. Ich liebe Edith so heiß und stürmisch, daß ich sie mir erringen werde um jeden Preis. Verlobt ist noch nicht verheiratet, Papa. Und es ist mein gutes Recht, ein so löstliches Kleinod wie Edith mit allen mir zu Gebote stehenden Paffen für mich zu erlämpfen!" „Tazu biete ich meine Hand nicht, mein Junge. Wellnitz hat in seinem jungen Leben bereits so schweres Leid erfahren, daß ihm dieser Glücksstrahl zu gönnen ist. Möge er glücklich mit dem Mädchen werden, du wirst ihm die Liebe desselben nicht stehlen, darauf gib mir deine Hand „Das lann ich nicht, Papa. Meine Liebe wird erwidert. Warum soll ich da feige zurückstehen?" Herr Vollmer winkte beschwichtigend.„Es wird sich alles sinden, nur noch ein paar Tage gedulde dich, unternimm nichts gegen meinen Willen! Dann wirst du sicher zur Einsicht tommen.“ Magnns widersprach nicht weiter. Heimlich gelobte er, nicht um ein Jota von seinem Ziel abzuweichen. Edith mußte die Seinige werden, sein Herz verlangte es gebieterisch. Sie schlugen den Weg zur Oberförsterei ein. Mit hungrigem Blick sog der Acltere die wechselreichen etzung.)(Nachdruck verboten.) Szenerien des Hochwaldes in sich ein. Als sie an eine Waldblöße kamen, prallte er erschrocken zurück.„Hier war damals der herrlichste Buchenbestand.“ erklärte er, lauter alle, kerzengerade emporstrebende Bäume, hohe Säulen, über denen sich frischgrün und lustig das Blätterdach wölbte. Der ganze Schlag ist abgeholzt. Nächstens wird Hübner das Terrain zu einer Schonung benutzen,— ein Werden und Vergehen, wie unter den Menschen!" Als sie die Oberförsterei erreicht hatten, erfuhren sie eine Entläuschung. Hübner war nicht da, er besand sich jetzt früh und spät im Walde. Sein Zorn war bereits auss höchste gestiegen, noch immer trieben die Wilddiebe ihr Unwesen, es war ihnen, trotzdem die Forstbeamten stundenlang auf der Lauer lagen, nicht beizukommen; sie kaallten ihnen die besten Böcke weg, schonten aber auch die Kälbchen nicht. Hübner sand weder Ruhe zum Essen noch zum Schlafen. Er hatte hoch und heilig geschworen, nicht eher zu ruhen, als bis er den Frevler unschädlich gemacht. Ein alter Waldhüter war vor dem Hause mit Holzhauen beschäftigt; als er die Ankommenden erblickte, riß er die Augen weit auf und schnellte aus seiner gebückten Stellung empor. Der Hut flog vom Kopse, er starrte Herrn Vollmer an, als habe er eine Vision. Dann schlich erfort; plötzlich sah man ihn quer über den Hof jagen, als glaube er sich verfolgt. Magnus hatte den Vorgang nicht beobachtet, sein Vater aber lächelte wehmütg und befriedigt zugleich in sich hinein. Er war erkannt worden, für ihn die Hauptsache. „Für heute können wir hier also nichts erreichen, mein Junge. Wir müssen uns schon auf morgen vertrösten. Daher ist es am besten, wir trennen uns je Ich möchte noch ein Stündchen allein herumschlendern, und dir wird es nachgerade langweilig in meiner Gesellschaft, was? Das Abendbrot essen wir zusammen im Gasthaus, bis dahin bin ich wieder im Ort. Ich habe uns was Gutes bestellt— Bachforellen und grünen Salat—, bringe nur ordentüchen Appetit mit beingu Magnus nickte lachend und ging davon. Vielleicht war das Glück ihm günstig und führte ihm Ediih in den Weg. Kreuz und quer streifte er in der Nähe des Schlosses herum, aber die er suchte, war nicht zu finden. Zu seinem nicht geringen Staunen aber bemerkte er seinen Vater, welcher sich rasch, ohne von seiner Umgebung Notiz zu nehmen, Schloß Hochseld näherte. — * e 9 SS S55E - SbSSEIg H SEEER SU * F. e Vor der Eingangspforte, die übrigens weit offen stand, zögerte Herr Vollmer, doch nur sekundenlang, dann betrat er den weit ausgedehnten Hofraum, den man durchqueren mußte, wollte man zum Schlosse ge„Alles verändert und fremd,“ murmelte er,„nur unser altes Stammschloß ist dasselbe geblieben. Neue Stallungen waren aufgefuhll, auch das Taubenhaus hatte früher gefehlt. Vorzugliche Ordnung herrschte, wohin man auch sah.„. 74— Gamr Im Schloßportal stand ein Diener, weichem Herr Vollmer seine Karte gab, mit dem Bemerken, ihn Baron Hochfeld zu melden.... ne Der Baron befand sich um diese Stunde in seinem kühlen, hohen Arbeitszimmer. Er glaubte natürlich, die Karte komme von Magnus, und dieser wünsche ihn Er hielt das schlichte, glatte Billet zwischen den Fingern und überlegte. Sollte er Vollmer empfangen? Am liebsten hätte er sich verleugnen lassen, dem jungen Manne dadurch bedeutet, daß seine Besuche nicht mehr gewünscht wurden. Andererseits war ihm auch eine persönliche Auseinandersetzung willkommen, er würde mit Vollmer ein für allemai brechen, wenn es sein mußte, auf gewaltsame Weise. Nun Edith in die beschleunigte Heirat gewilligt, war der Baron wieder ruhig und zuversichtlich geworden. Hatte er die beiden erst zu einem Paar vereinigt, so mochte kommen, was da wollte, dann fürchtete er 0 Daß Welnitz jetzt mit großen Summen zu spekulieren begann, der Verlust eines Vermögens auf dem Spiele stand, schien den Baron nicht zu stören. Wenn nur auch ferner verborgen blieb, was er jahrzehntelang als Geheimnis mit sich herumgeschleppt, dann war er Er gab dem Diener einen Wink, Vollmer herein4 zuführen, machte sich an seinem Arbeitstisch zu schaffen, um jenen seinen Hochmut fühlen zu lassen. Langsam trat Herr Vollmer über die Schwelle. Dieser Gang mochte ihn furchtbar angreifen, er sah totenblaß aus. Aus seinen müden Augen leuchtete ein fiebernder Glanz, sie umfaßten mit zärtlichem, wehem Blick jedes Möbel, jede Einzelheit in der Ausstattung Vor dem Arbeitstisch dort stand noch der Sessel, in welchem seit länger als hundert Jahren die Barone Hochfeid gearbeitet und Audienzen erteilt hatten. Auch die schweren violetten Plüschvorhänge sahen auf mehrere Menschenalter zurück. Die kleine Stutzuhr mit der Marmorsäulen, zwischen denen die kokette Schäferin und der verliebte Schäfer sich zum Tanz anschickten, hatte ungezählte frohe, doch auch ernste, schicksalsschwere Stunden verkündet.„Zamuihisein daß Herrn Vollmer kam es kaum zum Bewußtsein, vaß er nicht begrüßt wurde, er benutzte die Frist auch nicht, um sich zu sammeln, nein, seine Gedanken schweiften weit ab, wanderten... g. 86. Harum erhsiet. ] Dann aber wandte Hochselb sich herum, erblckte die hagere Gestalt mit dem eingesunkenen, von Amerikas heißer Sonne gedörrten Gesicht. Sein Erschrecken war so furchtbar, daß er umzusinken drohte. Mit beiden Händen krampfte er sich am Arbeitstisch fest. Seine scharfen, stechenden Augen blickten wie erloschen.„. gis... Mi6sg, „Wolfgang,“ stammette er,„bist du es wirrlich, oder ist es dein Geist?“., D. 1.4 2 1 Langsam kam der andere nayer.„Du hast mich also erkannt, Botho, das ist mehr, als ich erwarten durste. Ja, ich bin es wirklich in Fleisch und Blut, du hast keine Ursache, dich vor mir zu fürchten.“ Es klang fast, als hätten die Worte einen doppelten Sinn. Wie Spott huschte es um die schmalen Lippen des Deutsch=Amerikaners.„Willst du mir nicht die Hand (Fortsetzung folgt.) zum Willkommen reichen, Botho? Da darfst versichert sein, daß ich in nichts weniger als feindseliger Absicht Baron Hochfeld war förmlich zusammengebrochen, bis zum nächsten Armsessel hatte er sich geschleppt, war hineingesunken wie ein Schwerkranker. Er konnte weder denken noch überlegen. Seine schlimmsten Befürchtungen übertrofen, sein Leben bedroht zud zersiht. Eine wahnsinnige Angst lähmte ihn. Der Tag der Abrechnung, den er jahrzehntelang gefürchtet, vann fast ungeduldig erwartet und zuletzt vergessen hatte, jetzt war er da, seine Schuld kam an das Tageslicht. Gab es keinen Ausweg?„„„ Aber schon bei dem ersten Versuch, zu uverlegen, wie er sich am besten aus der Angelegenheit ziehen könne, verwirrten sich seine Gedanken, packte ihn ein „Du brauchst nicht zu fürchten, daß ich deinen Besitz schmälern, dir nehmen will, was ich dir vor Jahrzehnten überlassen, aber ich habe einige Verleumdungen in Erfahrung gebracht, die ich zu berichtigen wünsche. Dazu bedarf ich deines Veistandes.“ Herr Vollmer sah kopfschüttelnd auf die zusammengesunkene Gestalt des Mannes, mit welchem ihn ungezählte Erinnerungen aus der Kinderzeit verknüpften, der sein leiblicher Bruder war. „Du hast also kein Wort des Willkommens für mich, Botho? Erscheine ich dir so ungelegen?“ Hochfeld raffte sich auf, mit fast irrem Blick streifte er das Gesicht seines Gastes, das harte Linien aufwies, von Unerbittlichkeit, einem stählernen Willen zeugte. Mit zitternder Hand wischte er sich den Schweiß von der Stirn. Was sollte er tun? Offen bekennen? Wolfgangs Verzeihung erflehen? Es blieb ihm wohl nichts weiter übrig, denn erfahren würde Wolfgang 111 ja doch alles; dann brach das ganze Lügengebäude zu=A sammen, und wer weiß, was danach geschah! Dieser### von den Toten gewissermaßen Erstandene sah aus, als /#1 sei er zu allem fähig, wo es sich um sein gutes Recht 11, bondene....7, MeHam 4 „Verzeih,“ brachte Hochfelo enolch muysam hervor,„aber du wirst zugeben, daß diese lieberraschung geeignet ist, mich aus der Fassung zu bringen.“ „Wenn ich in feindlicher Absicht käme, könnte ich dein Erschrecken wohl begreifen. Aber ich wiederhole, daß ich keine Ansprüche an unser Familienerbe erhebe. Ich habe mir drüben ein Vermögen, Ansehen und Stellung erworben und besitze mehr, als ich brauche. Meine Heimat ist dort, wo ich mir ein neues Leben geschaffen. Aber da war doch ein heimliches Sehnen in mir nach den Räumen, in welchen in meine Kinderjahre verträumt, wo ich als Junge neben mancher harten Erfahrung doch auch manche glückliche Stunde erlebte, das mir leine Ruhe ließ.“..„ „Ich wollte, du hättest dich nicht so ducken lassen, grollte Botho,„manches wäre anders geworden.“ 1 Herr Vollmer lachte kurz auf.„Und doch warst I du es besonders, der dafür sorgte, daß Mutter stets etwas an mir auszusetzen fand und böse auf mich war.“ „Ich bin ihr nicht dankbar dafür, daß sie mich so grenzenlos verzog, alle Ungezogenheiten an mir entHerrn Vollmers scharfe Augen firierten den Mann, auf dessen Zügen so unverkennbar schweres Schuldbewußtsein lastete, der ihm ein gänzlich Fremder und doch sein leiblicher Bruder war.., gehlerm „Schwächlinge pflegen die Schuld an ihren#e in gern anderen auszuburden, in erster Linie den Euern“, sagte er verächtlich. Kr — S S. S S 5 E 2 ESgi 2 S S 5 5 S *** * 9 2 S 9••— * SE ** S#8 W S S. 5 *8 85 S 22 E 5 Sr 55 S 98 19 S 6g S 5 0 2 GSn S 8 3 5 8 S— S 2 50 5 ** e *.* 55 S 02 G *• G# K 2 2 B 6 B— □ S □ 1e 2. 8 S* 7 9 5 9 # 2 2 B S 2 6 5 E E SS 2 1— Denkspruch. Es ist ein ungeheueres, namenloses Gekühl, wenn das Innere seine eigene Kraft erkennt, wenn es klarer und immer klarer in ihm wud und unser Geist lich felt und sark erhebt. In uns fühlen wir alles, die Kraft sirebt zum Himmel empor und findet um sich kein Ziel. Schiller. Der Lustikus. Vorerst ausgesagten Slizze von E. Gebhardt. (Schluß.)(Nachdr. verboten.) aber geschah gar nichts von den vorDingen. Walter Behrend brach sich nicht nur nicht den Hals, sondern gewann verschiedene Rekorde und erwarb sich einige größere Flugpreise. Er gründete auch eine Flugzeugfabrik und erfand bedeutende Verbesserungen, und die Patente brachten ihm viel Geld ein. Natürlich sprachen gute Freunde davon im Hause Biedermeier und lobten den jungen Flieger bis in den grünen Klee, besonders, da sie merkten, daß Papa Biedermeier sich darüber ärgerte. Thereschen gab dem dicken Meier von der Ecke einen ziemlich grobgebundenen Korb, und der Vater ließ es zu, ohne Gewalt zu gebrauchen, da er seines Töchterchens starren Sinn nach seinem eigenen recht gut ermessen konnte. Eines Tages, über ein Jahr nach dem zornigen Abschiede, erschien Walter Behrend zur allgemeinen Verwunderung doch wieder im Hause Biedermeier, und zwar in höchster Gala und zu keinem andern Zwecke, als um Theresens Hand anzuhalten. Aber der alte Herr wies ihn ab.„Ich habe meine Tochter nicht gezwungen, den Mann zu nehmen, der mir für sie geeignet schien, und der mir sichere Garantien für die Zukunft bot. Aber ebensowenig gebe ich eine Heirat zu, von der ich nur Not und Sorge und gar kein Glück erwarte.“ „Aber lieber Ontel———!“ „Ach, papperlapapp! Hier gibt es keinen lieben Onkel. Ich bin der Rentier Biedermeier und Sie sind der Luftikus Behrend, dabei bleibt's! Diese Fliegerei ist ein Spiel um Leben und Tod und hat gar keinen praktischen Hintergrund. Wasser hat schon keine Ballen, aber wenn Sie als Schiffskapitän vor mir stünden, dann ließe sich eher reden, trotzdem ich auch da nicht gerne„ia“ sagte. Der Mensch soll auf der Erde bleiben, sonst hätte der liebe Gott ihm Flügel oder Flossen gegeben und nicht Arme und Beine.“ „Ich gebe zu, daß bisher die Flugwissenschaft noch wenig reelle Erfolge zeigen konnte, aber wenn ein Krieg kommt———“ „Gott behüte! Solch ein Leichtsinn! Krieg! Herr, malen Sie den Teufel nicht an die Wand! Aber, Unsinn, woher sollte der kommen!“ „Frankreich—— 8653 „Hat noch von Anno 70 genug. Ich war davei, ich muß es wissen!“ „Rußland———“ „Wird sich hüten.“ „Aber England!.„ 5482 „Was? Das ist ja unser Vetter dadrüben. Da ist doch Krieg ausgeschlossen.“ „Nun, manchmal gibt's doch unter Verwandten auch Meinungsverschiedenheiten, wie Figura zeigt,“ sagte Walter, sich zum Gehen wendend, denn er verzweifelte vorläufig daran, den starrköpfigen Alten zu überzeugen. „Und nun, wenn wirklich Krieg kommt, was sollen wohl die Flugzeuge dabei ausrichten? Jede Granate macht so'n Ding kaput.“ „Das ist noch nicht bewiesen, das müßte doch erst die Praxis ergeben. Jedenfalls ist man höheren Orts fest überzeugt, daß dem Flugzeug eine wichtige Rolle im Zukunftskriege bevorsteht. Mehr darf ich nicht verraten.— Sie bleiben also bei Ihrer Weigerung, Herr Biedermeier?“ „Ja. Beweisen Sie mir erst, daß die Fliegerei wirklich Wert hat und nicht nur Spielerei ist. Dann mag das Mädel tun, was sie will. Aber so lange bleibe ich beim Nein.“ Rascher als es Herr Biedermeier ahnte und Walter Behrend erhoffte, sollten die Flieger ihre Kriegstüchtigkeit erweisen. Der Wettkrieg brach herein und machte so viele Hoffnungen zunichte, zerstörte aber wiederum auch unzählige Vorurteile. Unter diesen war auch Herrn Biedermeiers Mißachtung der Flugwissenschaft. Hatte schon die Eroberung Lüttichs den Wert der Zeppeline erwiesen, so sollte sich's in der Folge bald zeigen, welche Bewegungs= und Tätigkeitsmöglichkeiten den Flugzeugen offen standen. Walter Behrend hatte als einer der Ersten sich zum Dienst gestellt. Ob er vorher noch irgendwie von Therese Abschied genommen, das entzog sich des Vaters Kenntnis. Sicher ist nur soviel, daß von Stund an beide Frauen, Mutter und Tochter, solch heftigen Arbeitsdrang mit Strick= und Nähnadel, mit Wollgarn und Wollstoff bezeigten, daß man wohl merken konnte, es galt einer bestimmten Person draußen im Felde. Manch großes und kleines Paket wanderte hinaus, viele Feldpostkarten und Feldpostbriefe kamen an Fräulein Therese, daß der Vater wohl Ursache gehabt hätte, danach zu fragen, aber er tat, als sähe er nichts. Ja, als am Stammtisch über die Kriegswerte der Zeppeline und Flugzeuge bis in die Puppen gefabelt wurde, da saß er zunächst etwas ungläubig dabei, als aber einer der Herren ihn geradezu fragte:„Na, Herr Biedermeier, Sie haben doch auch, soviel ich weiß, einen Verwandten bei den Fliegern, Sie müssen doch näheres wissen,“ da gab er halb mürrisch, halb verlegen zu:„Ja, der Sohn meiner Schwester, der Luftikus, ist bei den Fliegern. Er erwartete ja Wunderdinge von der Tätigkeit der Flugzeuge, aber genau habe ich nicht hingehört.“.. Bald aber sprach er selbst von„meinem Neffen, dem Militärflieger". Und als nun gar das Leibblatt die Nachricht brachte, daß unter anderen Fliegern auch Walter Behrend mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet sei, da verfiel derjenige in allerhöchste Ungnade bei Herrn Biedermeier, der nicht wußte, daß besagter Walter Behrend der Neffe, weiland Luftikus, einziger Sohn der einzigen Schwester des Rentiers war. Der junge Flieger mußte wohl funkentelegraphische Nachricht erhalten haben, wenigstens benutzte er die Gelegenheit einer dienstlichen Angelegenheit in der Heimat zu einem überraschenden Besuche bei den Verwandten. Er wurde herzlichst ausgenommen. Zufall oder Absicht, es fand sich auch ein trauliches Alleinsein mit Therese, dem eine Rücksprache mit Vater Biedermeier folgte..„ Und da der Flieger die Mondnacht zur Rückfahrt benutzen wollte, so erfolgte noch ein Abschiedsabendessen, bei dem die Bowlengläser klangen, auf das Wohl der neuesten Kriegswaffe, und der Vater sagte:„Na, wenn er nach dem Frieden gesund heimkehrt und inzwischen nicht doch irgendwo Hals und Beine bricht, dann magst du ihn haben und behalten, deinen Luftikus!" (8.—