De Schmum Zotung uichecat dalh außer Feiertags. Bezugspreis M. 2. 10 vierteljährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pfg. mehr. Wöchentl. Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund" u. tägl. Unterhaltungsbatt Anzeigenpreis: Die siebengespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg., Reklamezeile 50 Pfg. Jeder Rabatt gilt als Kassenrabatt und eriat ber Ponhur gnz, Ancguheachtung der Solthelses Rrewotcht Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung AOprte Tehabten Verbunder mit: ler den kreis worene Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Golkszeitung Ad git eutean vend. wungen für den Kreiz Hürde erlangen genät ichen Regierung durch Leuoskensichaung un der„Stwuege, Zettung" rechtsverbi „Scherter Zeitung“ gewödnt shen Abonnen. ten für jeden mit Ted endenden Unfall nat deren 300 Mk. Unfall. Bchngungen Druck u. Verlag v. Carl Braus, Schwert# Feiasp.62. Telegr.=Adr. Braus Schwerte=Ruhr 43. Jahrgang. Ansers-Tirertgenien im Lalikampt. Der Kriegszuftand mit Portugal Die deutsche Erklärung Deutscher Tagesbericht. weist zunächst barauf hin, daß die portugiesische Re' gierung am 23. Februar die in portugiesischen Häfen liegenden deutschen Schiffe beschlagnahmt hat. Unmittelbar nach Bekanntwerden dieses Vor“ ganges erhielt der kaiserliche Gesandte in Lissabon, Dr. Rosen, Auftrag, gegen die Maßnahme zu protestieren und ihre Aufhebung zu verlangen. Die betreffende Note wurde am 27. Februar der portugiesischen Regierung übergeben. Erst am 4. März erschien der hiesige portugiesische Gesandte im Auftrage seiner Regierung im Auswärtigen Amt, um eine Note zu übergeben, welche die deutsche Forderung ablehnte. Nunmehr ließ die deutsche Regierung in Lissabon mitteilen: „Seit Kriegsbeginn hat die portugiesische Regierung durch neutralitätswidrige Handlungen die Feinde des Deutschen Reiches unterstützt. Englischen Truppen wurde in vier Fällen der Durchmarsch durch Mozambique gestattet. Die Versorgung deutscher Schiffe mit Kohlen wurde verboten. Ein neutralitätswidrig ausgedehnter Aufenthalt englischer Kriegsschiffe in portugiesischen Häfen wurde zugelassen, England die Benutzung Madeiras als Flottenstützpunkt gewährt. Der Entente wurden Geschütze und Kriegsmaterial der verschiedensten Art, England überdies ein Torpedobootszerstörer verkauft. Deutsche Kabel wurden unterbrochen. Das Archiv des Kaiserlichen Vizekonsulats in Mossamedes wurde beschlagnahmt. Expeditionen wurden nach Afrika entsandt und offen als gegen Deutschland gerichtet bezeichnet. An der Grenze von Deutsch=Südwestafrika und Angola wurde der deutsche Bezirksamtmann Dr. Schultze=Jena, sowie zwei Offiziere und Mannschaften durch eine Einladung über die Grenze nach Naulilia gelockt, dort am 19. Oktober 1914 für verhaftet erklärt, und, als sie sich ihrer Festnahme zu entziehen suchten, zum Teil niedergeschossen, die Ueberlebenden mit Gewalt gefangen genommen. Nach Erörterung der deutschen Gegenmaßnahmen kommt die Erklärung auf die gröblichen Beschimpfungen des deutschen Volkes durch die portugiesische Regierung, Volk und Parlament. Die deutsche Regierung hat gegen diese Vorgänge in jedem Einzelfalle protestiert, sowie verschiedentlich die erntesten Vorstellungen erhoben und die portugiesische Regierung für alle Folgen verantwortlich gemacht. Eine Remedur erfolgte jedoch nicht. Am 23. Februar erfolgte ohne vorherige Verhandlung die Beschlagnahme der deutschen Schiffe. Diese wurden militärisch besetzt und die Mannschaften von Bord geschickt. Die Kaiserliche Regierung hat gegen diesen flagranten Rechtsbruch protestiert und die Aufhebung der Beschlagnahme der Schiffe verlangt. Die portugiesische Regierung hat das Verlangen abgelehnt und ihre Gewaltmaßregeln durch Rechtsausführungen zu begründen versucht. Sie geht davon aus, daß unsere Schiffe infolge der Festlegung nicht dem Artikel 2 des deutsch=portugiesischen Handels= und Schiffahrtsvertrages, sondern der unbeschränkten Gebietshoheit und damit dem unbeschränkten Zugriff Portugals unterlägen. Weiterhin aber meint sie sich innerhalb der Grenzen dieses Artikels gehalten zu haben, da die Requisition der Schiffe einem dringenden wirtschaftlichen Bedürfnis entspräche, auch in dem Beschlagnahmedekret eine später festzusetzende Entschädigung vorgesehen sei. Diese Ausführungen erscheinen als leere Ausflüchte. wtb Großes Hauptquartier, 10. März 1916. Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem westlichen Maasufer wurden bei der Säuberung des Rabenwaldes und der feindlichen Gräben bei Bethincourt 6 Offiziere und 689 Mann gefangen genommen und 11 Geschütze eingebracht. Der Ablain=Wald und der Bergrücken westlich von Doumont wurden in zähem Ringen dem Gegner entrissen. In der Woevre verschoben wir unsere Linien durch die Waldlücke südwestlich von Damloup vor. Gegen unsere Front westlich und südlich des Dorfes sowie der Feste Vaux führten die Franzosen kräftige Gegenstöße; in ihrem Verlauf gelang es dem Feinde, in der Panzerfeste selbst wieder Fuß zu fassen, im übrigen wurden die Angreifer unter starken Verlusten abgewiesen. Unsere Kampflieger schossen 2 englische Flugzeuge ab. Einen Eindecker bei Wytschaele (südlich von Ypern) und einen Doppeldecker nordöstlich von La Bassee. Der Insasse des ersteren ist tot. In Monat Februar war die Angriffstätigkeit unserer Fliegerverbände, die Zahl ihrer weitreichenden Erkundigungen und nächtlichen Geschwaderflüge hinter der feindlichen Front erheblich größer als je zuver. Die folgende Zusammenstellung beweist nicht nur aufs Neue unsere Ueberlegenheit, sondern sie widerlegt auch die von gegnerischer Seite aufgestellte Behauptung, unsere Luftkriegsverluste seien nur deshalb so gering, weil sich unsere Flugzeuge nicht über die feindlichen Linien wagten. Die deutschen Verluste an der Westfront betragen im Luftkompf 0, vermißt 6, im ganzen 6 Die Franzosen und Engländer haben verloren im Luftkampf: 13, durch Abschuß von der Erde: 5, durch unfreiwillige Landung innerhalb unserer Linien: 2, also im ganzen 20. Hierbei ist ist zu berücksichtigen, daß wir grundsätzlich nur die in unsere Han gefallenen oder brennend abgestürzten, nicht aber die zahlreichen sonst hinter den feindlichen Linien abgeschossenen Flugzeuge des Gegners zählen. Oestlicher Kriegsschauplatz und Balkan=Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ercignisse. Oberste Heereolettung. Oesterreichischer WTB Wien, 11. März.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 10. März: Russischer Kriegsschauplatz und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nicht, Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. An der küstenländischen Frout unterhielt die italienische Artillerie stellenweise ein mäßiges Feuer, das nur vor dem Tolmeiner Brückenkopf lebhafter wurde. An der Kärntner und Tiroler Front war die Gefechtstätigkeit nach wie vor gering. Durch eine Untersuchung wurde festgestellt, daß die Italiener— diesmal im Rombon=Gebiet— Gasbomben verwendeten. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschall=Leutnant. Schwere engl. Niederlage in Mesopotamien. WTB Konstantinopel, 11. März. Das Hauptquartier meldet: Nachdem der Feind an der Irakfront östlich von Felahie keinen Erfolg mit seinem unvorbereiteten Angriff gehabt hat, hatte er seit einem Monat zu allen möglichen Mitteln seine Zuflucht genommen, um sich unseren Stellungen zu nähern. In den letzten Tagen hatte der Feind sich bis auf 150—200 Meter unseren vorgeschobenen Schützengräben genähert, und durch Anzeichen verraten, daß er einen entscheidenden Angriff vorbereite. Am 8. Februar morgens griff der Feind vom rechten Ufer des Tigris mit seinen Hauptkräften an. Der Kampf dauerte bis SonnenunterS gang. Der Feind hatte mit Hilfe von Unterstützungen, die er eiligst mit seiner Stromflotte auf diesen Flügel gebracht hatte, einen Teil unserer Schützengräben besetzen können, aber dank einem kräftigen und heldenhaften Gegenangriff unserer Reserven wurden die vom Feinde besetzten Gräben vollkommen wieder erobert und der Feind nach seinen alten Stellungen zurückgejagt. Der Feind ließ in den Gräben 2000 Tote und eine große Menge von Waffen und Munition liegen. Unsere Verluste sind verhältnismäßig gering. Keine wichtigen Berichte von anderen Fronten. Einmal hat sie sich bei der Requisition nicht in den vertraglichen Grenzen gehalten, da Artikel 2 die Befriedigung eines Bedürfnisses voraussetzt. Sodann aber macht der Artikel die Beschlagnahme der Schiffe von einer vorhergehenden Vereinbarung mit den Beteiligten über die zu bewilligende Entschädigung abhängig. Das ganze Vorgehen der portugiesischen Regierung stellt sich somit als ein schwerer Rechts= und Vertragsbruch dar. Die portugiesische Regierung hat durch dieses Vorgehen offen zu erkennen gegeben, daß sie sich als Vasallen Englands betrachtet, der den englischen Interessen und Wünschen alle anderen Rücksichten unterordnet. Sie hat endlich die Beschlagnahme der Schiffe unter Formen vollzogen, in denen eine beabsichtigte Herausforderung Deutschlands erblickt werden muß. Die deutsche Flagge wurde auf den deutschen Schiffen niedergeholt, die portugiesische Flagge mit Kriegswimpel gesetzt. Das Admiralsschiff schoß Salut. Portugals Lage zu Deutschland. Zur Beurteilung der Bedeutung(bezw. Bedeutungslosigkeit) Portugals als Kriegsgegner dienen folgende Angaben: Die portugiesische Wehrmacht besteht im Frieden aus etwa 25= bis 30000 Mann, wozu noch 5000 Mann Marinetruppen, 5000 Gendarmen und 3000 Zollwächter kommen. Im Notfall kann Portugal 100000 Mann aufbringen, aber die Herren in bon werden klugerweise es wohl kaum wagen, ihre Truppen aus dem Lande zu nehmen, weil es in Portugal selber an allen Ecken und Enden gärt. Würden die besten Truppen der Portugiesen dem Lande entzogen werden, so würde die Revolution, die dort dauernd unter der Asche glimmt, sofort ausbrechen. Der Krieg wird also wohl im wesentlichen recht einseitig sein, er wird sich darauf schränken, daß unsere U=Boote die portugiesischen Schiffe versenken, denn die portugiesische Kriegsflotte spielt keine Rolle. Sie besteht aus einem uralten Küstenpanzer, der noch aus dem Jahre 1876 stammt, 4 geschützten Kreuzern, die ungefähr 18 Jahre alt sind, und 1666 bis 4250 Tonnen Schiffsraum haben. Dazu kommt eine Anzahl völlig veralteter Kanonenboote, drei alte Torpedoboote und ein Unterseeboot. Daß diese Seemacht die deutsche Flotte nicht vernichten kann, weiß man auch in Lissabon. — Der Krieg gegen Frankreich. Französische Bennruhigung über Verdun. Aus Paris wird indirekt gemeldet: Die Unruhe in Paris steigt, nachdem die letzten Tage den deutschen Feuerkreis um Verdun wieder enger gezogen haben. Fast alle führenden Blätter der Hauptstadt bereiten jetzt die Oeffentlichkeit auf die Gefahr einer Preisgabe Verduns vor. Im Parlamen“ stehen in diesem Falle Sturmszenen bevor, da Clemenceau, nach vorliegenden Presseandeutungen, sich zu einem Hauptvorstoß gegen das ihm verhaßte Ministerium Briand entschlossen hat. Berlin, 10. März. Nach einer Drahtung der „B. Z. am Mittag“ aus Christiania wird über die Kämpfe bei Verdun heute aus Paris gemeldet, daß man sich dort klar ist über die Erfolge. die die Deutschen namentlich wieder am 7. und 8. März in der Woevre=Ebene und westlich der Maas erzielten. Man nimmt jedoch an, daß vor dem 9. oder 10. März die Schlacht ihren Höhepunkt nicht erreichen wird. Sowohl Castelnau, wie Petain sind mit Joffre der Ansicht, daß man die Reserven für den Höhepunkt der Schlacht westlich der Maas aufsparen müsse, wo die Franzosen ein günstiges Terrain zu einem entscheidenden Schlag fänden. Erbittert sollen die Kämpfe besonders um Bethincourt, die Gänsehöhe und Negneville sein. Die Pariser Militärkritiker besprechen lebhaft die strategische Lage Verduns. Wenn man auch den Fall von Verdun nicht für unbedingt wahrscheinlich halte, so müsse man trotzdem die Möglichkeit des Falles der Festung in Betracht ziehen. Man vertritt aber die Ansicht, daß die Deutschen durch den Fall von Verdun noch keine Entscheidung erreichen und Frankreich noch nicht in die Knie zwingen würden. Man macht jedoch keinen Hehl daraus, daß die Franzosen alles aufbieten müßten, um Verdun zu halten, ein in deutschem Besitz befindliches Verdun immerhin eine unsichere strategische Lage zu ungunsten Frankreichs bedeuten würde. Die Heftigkeit des deutschen Ansturms. Aus London wird berichtet: Ein englischer Freiwilliger, der in der französischen Fremdenlegion dient und bei Verdun verwundet wurde, satte aus, daß die Deutschen in immer größeren und größeren 1 A 8 8444 4 Massen auf die französischen Stellungen heranstürmten, so daß die Franzosen, trotz zähesten Widerstandes, immer weiter zurückgehen mußten. Es sei kein Halten mehr gewesen, die Franzosen hätten sich nur noch mit allergrößter Mühe von den nachdrängenden Deutschen losgelöst.(TU.) Das grüßte Altillerie=Duell des Krieges. TU Genf, 11. März. Ueber den Verlauf der Schlacht bei Verdun berichtet der„Lyoner Nouvelliste": Die Schlacht ist als das größte ArtillerieDuell des Krieges zu bezeichnen. Zahlreiche Abschnitte der französischen Front erhielten 100 000 Geschosse innerhalb 12 Stunden. Die Wälder sind bis zur Wurzel niedergemäht. Der Bach Forges war verschwunden und bildete nur noch kleine Teiche. 27 Meter des Kammes der Höhe 213 waren von Geschossen abgehoben worden. Nach heftiger Beschießung drangen die Deutschen am Montag nachmittag in das Dorf Forges ein und rückten trotz wiederholter Gegenangriffe der Franzosen vor. Sie erstürmten die Höhe 265. Bei Einbruch der Nacht behaupteten die Franzosen noch die höher gelegenen Kämme der Cote d'Oie. Am Dienstag vormittag nahm das deutsche Artilleriefeuer noch an Heftigkeit zu. Die Kanonen waren nicht mehr gegen die Cote d'Die, das Zentrum des Angriffs, gerichtet, sondern spien ihre Zerstörung über den westlichen Teil der Angriffsfront aus. Die von Bethincourt zur Cote d'Die absteigenden französischen Schützengräben wurden durch andauernden Eisenhagel eingeebnet. Gegen Ende des Tages gelang es den Deutschen im Schutze noch stehender Bäume, sich im Rabenwald einzunisten, wodurch sie die französische Stellung bei Cumieres gejährdeten. Gefährdung der Munitionszufuhr bei Verdun. TU Genf, 11. März. Die Gesamtlage der französischen Kräfte um Verdun veranlaßte, laut Herdees„Victorire“ den parlamentarischen Armeeausschuß, die Aufmerksamkeit des Kriegsministers aus die unabwendbare Notwendigkeit der Vervollständigung des Systems der Flußübergänge, namentlich zwischen Verdun und St. Mihiel hinzuweisen, da Verduner Brücken vom Feinde gesprengt werden könnten. Ebenso dringend sei die sofortige Anlegung von Decauville=Bahnen am linken Maasufer. Beide Anregungen bezwecken die Aktionsfreiheit und Munitionszufuhr für die Truppen zu sichern, solange sich dies noch durchführen läßt. Französische Eingeständnisse. TU Paris, 10. März. Havas meldet vom 9. März: Der gestrige Tag ist für uns günstig verlaufen. Nach einer heftigen Beschießung gelang es unserer Artillerik, zwei feindliche Angriffe auf Bethincourt und die östliche Flanke beim Fort Douaumont abzuschlagen. Zwar errangen die Deutschen einen Erfolg, indem sie das Werk Hardaumont wieder eroberten, das wir am vorhergehenden Tage besetzt hatten; es ist aber möglich, daß wir heute dort wieder festen Fuß fassen können. Die Besetzung von Hardaumont ist nur ein Zwischenfall ohne Bedeutung in dem Auf und Nieder der entsetzlichen Schlacht. Ganz anders geartet ist der Gegenangriff, der umsichtig und glänzend durch uns ausgeführt wurde und durch den wir den Feind fast ganz aus dem Rabenwalde wieder vertrieben. Beschleunigung des Friedens durch die deutsche Offensive. Die„Frankf. Ztg.“ meldet aus Budapest: Nach einer Bukarester Meldung bespricht die halbamtliche „Independance roumaine“ die Kämpfe bei Verdun und in Verbindung damit die Friedensmöglichkeiten. Nach einer Schilderung der blutigen Kämpfe drückt das Blatt die Ansicht aus, daß die große deutsche Offensive die Möglichkeit des Friedens beschleunigen werde. Die Entente habe einen Hungerkrieg von mehreren Jahren führen wollen, während Deutschland aus verschiedenen Gründen die Situation, wie es scheint, mit einem mächtigen Angriff lösen will. Selbstverständlich könne ein so geführter Kampf nur kurze Zeit dauern. Dies werde die bessere Seite des unerhörten Schlachtens sein. Im Feuer der eigenen Landsleute. Von den schweren Verlusten, die die Einwohnerschaft des von uns besetzten französischen und belgischen Gebietes durch das Artilleriefeuer und durch Bombenwürfe der eigenen Landsleute und der ihnen verbündeten Engländer fortgesetzt erleidet, legen die unten folgenden, auf sorgfältiger Zusammenstellung fußenden Zahlen beredtes Zeugnis ab: Im Monat Februar 1916 wurden getötet: 8 Männer, 17 Frauen, 15 Kinder, zusammen 40 Personen; verwundet: 20 Männer, 36 Frauen, 21 Kinder, zusammen 77 Personen; mithin Gesamtzahl der im besetzten Gebiet getöteten und verwundeten Landeseinwohner für Februar 1916; 117 Personen(Januar 1916: 133). Da in der Zeit vom September 1915 bis zum Dezember 1915 insgesamt 793 Einwohner des im Westen besetzten Gebietes getötet oder verwundet wurden, so ergibt sich als Gesamtverlust an Landes“ einwohnern, den Engländer, Franzosen und Belgier, trotz ihrer vielgerühmten Menschlichkeit durch ihr Feuer verursacht haben, für den sechsmonatigen Zeitraum vom September 1915 bis einschließlich Februar 1916 die sohr beträchtliche Ziffer von 1043 Seelen. Sie bedarf keines weiteren Kommentars. 2½ Millionen französische Verluste. Die„Frankf. Ztg.“ meldet laut Wiener Meldung aus Amsterdam: Der Kriegsminister Gallieni hat in einer vertraulichen Sitzung der Armeekommission folgende Angaben über die französischen Verluste bis zum 1. März 1916 gemacht: 800 600 Tote, 1 400 ab0 Vorwundete, darunter 400 000 Schwerverwundete, 300 000 Vermißte, worunter vor allem Gefangene zu verstehen sind. Die Franzosen verloren also 2 500 000 Mann, während die Engländer bloß 600 000 Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen eingebüßt haben. Die Mitteilungen des Kriegsministers sollen einen niederschmetternden Eindruck gemacht haben. Vergeltungsmaßnahmen gegen Frankreich. Berlin, 10. März.(Amtlich.) Die französische Regierung behandelt im Gegensatz zu der englischen und russischen trotz erneuter Vorstellungen Deutschlands unsere kriegsgefangenen Feldwebelleutnants auch weiterhin nicht als Offiziere, sondern hält sie in Mannschaftslagern interniert. Dieses Verfahren hat die deutsche Regierung veranlaßt, die in deutscher Gefangenschaft befindlichen, aus dem Unteroffizierstande hervorgegangenen„Sous=Leutnants“, aus Offizierslagern in Mannschaftslager zu überführen, wo sie als Unteroffiziere behandelt werden. Diese Maßnahme wird erst dann tückgängig gemacht werden, wenn den kriegsgefangenen deutschen Feldwebelleutnants in Frankreich eine ihrem Offizierrange entsprechende Behandlung zuteil wird, insbesondere wenn ihre Ueberführung in Offizersgefangenenlager durchgeführt sein wird. Die größte Enttäuschung des Kri'ges. Genf, 10. März. Die hier erscheinende belgische Zeitung„La Belgique Independance" nahm vor einigen Tagen die Engländer scharf vor und begoß diese„Beschützer“ Belgiens mit einer Dusche von Spott. Das Blatt schreibt: Londoner Telegramme kündigten an, daß jetzt England eine außerordentliche Kraftanstrengung machen werde. Endlich! England fühlt, daß der Augenblick gekommen ist, in dem es sich auch etwas ernsthaft an dem Kampfe beteiligen muß, dessen wirtschaftliche Vorteile ihm allein zugute kommen. Es fühlt, daß die Verbündeten ungeduldig werden und sich erschöpfen, und es bereitet sich jetzt tatsächlich darauf vor, sich vorzubereiten! Das erregt allgemeines Staunen. Wie?, so fragt man, sollten die Engländer wirklich die Absicht haben, sich selbst in den Kampf zu begeben? Ohne Zweifel ist das in den Augen vieler Engländer geradezu lächerlich. Merkt ihre Regierung allmählich, daß das hübsche Spiel, andere für sich sterben zu lassen, aufhören muß? Das kommt nun freilich mindestens um ein Jahr zu spät. Die größte Enttäuschung des Krieges ist eure Nation, ihr Herren Engländer, die den Krieg heraufbeschworen hat. Glaubt einem, der sechzehn Monate in Frankreich lebte: Es sind nicht die Belgier allein, die durch eure allzu große Geschicklichkeit und durch eure völlige Gewissenlosigkeit bitter betrogen worden sind!— Leider kommt auch diese Erkenntnis bei den Belgiern um mindestens zwanzig Monate zu spät. Der Krieg gegen Rußland. Ersolßreicher Luftangriff auf russische Kriegsschiffe. WTB Berlin, 11. März.(Amtlich.) Am 9. März, vormittags wurde bei Kaliakra, nordöstlich von Varna, im Schwarzen Meer ein russischer Schiffsverband, bestehend aus einem Linienschiff, 5 Torpedobootszerstörern und mehreren Frachtdampfern, von deutschen Seeflugzeugen angegriffen und mit Bomben belegt. Es wurden Treffer auf den Zerstörern beobachtet. Trotz heftiger Beschießung durch die Russen kehrten sämtliche Flugzeuge unversehrt zurück. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Der Krieg mit Italien. Die Krise in Italien. Der angebliche Zweck der Nomreise des Königs. TU Lugano, 11. März. Der in Lugano erscheinende„Corriere di Ticino“ bringt aus Rom eine Nachricht, die vorerst durchaus unkontrollierbar ist. Hiernach hänge die Romreise des Königs mit der Umbildung und Erweiterung des Ministeriums zusammen und bezwecke eine Ausdehnung der Kriegspolitik, sowie die Kriegserklärung an Deutschland. Der parlamentarische Korrespondent der„Stampa“ teilt mit, der Führer der Interventionspartei und Neformsozialist Bissolati verlange vom Kabinet bindende Erklärungen. Das Schicksal des Kabinetts hänge also, abgesehen von dem Gang der Kriegsereignisse, auch von der Antwort ab, die Salandra und Sonnino den Kriegsparteien geben würden. Worüber die Kriegsparteien bindend. Versprechungen verlangen, ist unbekannt. Der Krieg in den Kolonsen. Angriffstätigkeit unserer Ostafrikaner. Daß in Ostafrika unsere Schutztruppe noch immer imstande ist, dem übermächtigen Feinde als Angreifer entgegenzutreten, geht aus der folgenden Reutermeldung hervor: Nach Nachrichten aus amtlicher Quelle sind in Ostafrika vom 17. bis 31. Januar mehrere deutsche Angriffe bei Dwenkuba, Mwele, Mbvuni und Gerengati zurückgeschlagen worden.— Wenn Reuter so ungewöhnlich worttarg bleibt und aus dem Mißlingen der deutschen Angriffe keine großen englischen Erfolge herausschält, so darf man erfahrungsmäßig mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß die Engländer derbe Schläge von unseren unternehmungslustigen Ostafrikanern bezogen haben. Bekannt war bisher, daß am 12. Februar die englischen Waffen bei Salita am Westrand der Serengati, eine döse Schlappe erlitten. Die erwähnten Orte, die Neuter jetzt nachträglich aufführt, liegen sämtlich auf britischostafrikanischen Boden. Bei ihnen haben schon mehrfach Kämpfe stattgefunden. Amerika und der Weltkrieg. Graf Bernstorffs neue Denkschrift. Das Reuterbureau brachte eine Meldung aus Washington, noch der der deutsche Botschafter Geaf Bernstorff eine neue Denkschrift an den Staatssekretär Lansing überreicht habe. Die Denkschrift mache das Anerbieten, die U=Boote nach den vor dem Kriege herrschenden Grundsätzen des Völkerrechts zu gebrauchen, falls auch England diese achten wird. Hierzu erfahren wir von maßgebender Seite: Die vom Reuterschen Bureau verbreitete Meldung dürfte, wie gewöhnlich, nicht in allen Punkten zutreffend sein. Graf Bernstorff hat allerdings in diesen Tagen der amerikanischen Regierung eine ausführliche Denkschrift überreicht, die einen historischen Rückblick auf die ganze Entwickelung der Frage des U=Bootkrieges und die mit der amerikanischen Regierung gepflogenen Verhandlungen enthält, in der jedoch neue Vorschläge nicht gemacht werden. Das ist also genau das Gegenteil von dem, was Reuter zu melden wußte. Die„Anerbietungen“, von denen Reuter spricht, existieren nicht— Deutschland bleibt bei seinem bisherigen Standpunkt. Die deutsche Denkschrift an Amerika. Köln, 11. März. Zur deutschen Denkschrift an Amerika wegen des Unterseebootskrieges berichtet die„Köln. Ztg.“: Die Denkschrift wird im amerikanischen Volke Nutzen stiften. Sie beleuchtet mit so scharfem Schlaglicht die Verhältnisse, die Deutschland jetzt zu dem rücksichtslosen Kampf gegen bewaffnete Handelsschiffe zwingen, daß sie bei allen Amerikanern, die nicht voreingenommene Anhänger Wilsons sind, ihren Eindruck nicht verfehlen wird. Sie wird die Stellung jener Gruppen im Kongreß stärken, die die friedliebende, gerechtdenkende Mehrheit des amerikan. Volkes hinter sich haben. Wir wünschen und hoffen daher, daß sie in Amerika die weiteste Verbreitung finde. Aus Stadt und Umgebung. Vom Kriegswahrzeichen. (4. Folge). Für das Kriegswahrzeichen haben ferner Kreuze bezw. Schilder gestiftet: Familie Karl Feit zu Schwerte. Turnverein„Jahn" zu Schwerterheide. Familie H. Eckey zu Schwerte, Kleine Marktstraße 2. Firma Wilhelm Rath zu Schwerte. Frau Johanna Rath und Töchter zu Schwerte. Evangelischer Frauenverein. Elisabeth=Verein zu Schwerte. Gebrüder Sohlenkamp(Inh. Diedr. und Wilh. Sohlenkamp). Schwerter Spar= und Bauverein, e. G. m. b. H. Familie Friebertshäuser, Schwerte. Familie Max Niederstadt, Schwerte. Familie Wilhelm Heppe zu Schwerte. Familie Albert Klähn zu Schwerte. Familie Josef Kramer zu Schwerte. Familie Tütel zu Schwerte. Deutscher Gruben= und Fabrikbeamten=Verein, Zweigverein Schwerte. Evangelischer Jünglings= und evangelischer Jugendverein zu Schwerte. Familie Karl Roeber zu Holzen. (Fortsetzung in nächster Samstags=Nummer). Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß sich seinerzeit auch die Beamtinnen der hiesigen Postanstalt an der Stiftung des betr. Schildes beteiligt haben. Rückblicke auf den Weltkrieg. 12. März. Neuve Chapelle(2. Tag).— Kämpfe im Osten. Der zweite Tag der Schlacht bei Neuve Chapelle verlief für die ungestüm angreisenden Engländer nicht besser, als der vorhergegangene; deutsche Gegenangriffe ließen den Feind nicht vorwärts lommen, sodaß er kein weiteres Gelände gewann, während die deutsche Artillerie bewirkte, daß die deutschen Stellungen bis zur Heranziehung von Verstärkungen gehalten werden konnten.— Im Osten kam es bei dem Vorrücken der deutsschen Truppen aus der Gegend von Grodno zu heftigen Kämpfen, besonders um u. in Berznicki, in denen bei Nacht um die Häuser heftig gestritten wurde. Der russische General Bulgakow erkannte, daß ihm bereits der Rückzug versperrt werde und daß seine verzweifelten Anstrengungen, zu entkommen, vergebliche seten. In den Karpathen wurden die Höhen von Baligrod von allen Feinden durch die Oesterreicher gesäubert. Trotzdem die Russen auf allen Fronten zurückgedrängt wurden, fabelten ihre Berichte immer noch von großen Siegen. (Gute Ernte=Aussichten im Deutschen Reiche.) In der Vertreter=Versammlung des schwäbischen Kreisackerbauverbandes in Augsburg wurde von allen Seiten festgestellt, daß die Ernteaussichten für 1916, falls keine Rückschläge eintreten, sehr günstig sind. Die Wintersaaten stehen bisher prächtig und, was besonders bemerlienswert ist, nicht nur in Nordbayern, sondern in allen Teilen Deutschlands, auch dort, wo im Vorjahre die Ernte weiter unser Mittel blieb, wie beispielsweise in Franken. Von erheblicher Bedeutung für die Produktion ist die große Winterfeuchtigkeit, die jetzt im Boden steckt. Infolge des günstigen Winters wird auch die Frühjahrsbestellung sehr rasch vor sich gehen können. **(Schulkinder und Kriegsanleihe.) Wie bei der dritten, so ist auch bei der jetzigen vierten Kriegsanleihe die Mitwirkung der Schulkinder beabsichtig:. Unsere Sparlasse hat sich in dankenswerter Weise wiederum bereit erklärt, die Gelder entgegenzunehmen und sämtliche Schulen in Stadt und Land unterziehen sich gerne der Mühe der Einsammlung und Ueberweisung an die Sparkasse. Es werden Beträge von einer Mark aufwärts angenommen; Bruchteile von Mark müssen ausgeschlossen bleiben. Jedes Kind kann also 1, 2, 3, 4, 6, 10, 12, 15 oder mehr Mark mitbringen; eine Höchstgrenze ist nicht vorgesehen.„Die Sparkasse, welche ihrerseits für den Gesamtbetrag Kriegsanleihe kauft, gibt jedem Kinde durch Vermittelung der Schüler einen Sparschein und verzinst diese Gelder mit 5 Prozent; die Gelder gelangen mit den Zinsen nach zwei Jahren, also am 1. April 1918, zur Rückzahlung. Der Schein ist darum sorgfältig aufzubewahren. Bei der dritten Anleihe haben die Schulen aus Schwerte und dem Amt Westhofen rund 27000 Mark aufgebracht. Hoffentlich bringt die vierte Anleihe, deren Zeichnungsschluß bekanntlich am 22. März ist, ein gleich gutes Ergebnis. Alle Eltern seien auch an dieser Stelle herzlich und dringend gebeten, ihren Kindern Geld für diesen Zweck zu geben, damit die vierte Kriegsanleihe einen neuen wirtschaftlichen Sieg unseres geliebten Vaterlandes bedeutet und damit das Ende des Krieges mit bestimmen hilft. **(Nagelungsfeier.) Außer den bereits gestern bekannt gegebenen Vereinen wird auch der M.=G.=V. „Sängerbund“ am Sonntag nachmittag 4 Uhr eine Nagelungsfeier vor dem Kriegswahrzeichen veranstalten. **(Die Herabsetzung der Altersgrenze.) Der Reichstag hat am 15. Januar einstimmig beschlossen, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, alsbald einen Gesetzentwurf vorzuschlagen, wodurch die Altersgrenze vom 70. auf das 65. Lebensjahr herabgesetzt wird. Wie wir hören, ist dem Bundesrat eine Vorlage bereits zugegangen, in der dem Wunsche des Reichstages entsprochen werden soll, sodaß der Reichstag in der Lage sein wird, über die Aenderung der Vorschriften der Reichsversicherungsordnung im Laufe der nächsten Tagung zu beschließen.(WTB.) **(In die Balkanstaaten) und zu den Erscheinungen deutschen evangelischen Lebeng dort will ein Vortrag hinleiten, den am Sonntag nachnachmittag um 5 Uhr im evangelischen Gemeindehause Herr Pastor Schäffer von Steele halten wird. Der Redner war lange Jahre in Turn=Severin an der Donau Pfarrer. Durch eine ausgehnte Reisetätigkeit bei den zerstreut wohnenden DeutschEvangelischen in den Balkanländern hat er eine eingehende Kenntnis von Land und Leuten erworben. Das wird für viele gewiß eine Gelegenheit sein, sich über die Verhältnisse unterrichten zu lassen, zumal die Balkanstaaten als unsere Verbündeten unser Interesse beanspruchen. Wir machen deshalb auf den Vortrag noch besonders aufmerksam. ** Westhofen, 11. März.(Von einem schweren Unfall) betroffen wurde der etwa 11 Jahre alte Sohn des Sattlermeisters Pixberg von hier. Der Knabe, der damit beschäftigt war, für seine erkrankte Mutter Tücher anzuwärmen, riß bei seiner Hantierung einen auf dem Küchenherd stehenden mit heißem Wasser gefüllten Kessel herunter. Der Junge kam dabei zu Fall und das heiße Wasser ergoß sich über ihn; außer im Gesicht hat der Knabe besonders am ganzen Oberkörper sehr schwere Brandwunden erlitten. Schweres Straßenbabnunglück in Berlin. TU Verlin, 11. März. Bei einem Straßenbahn=Zusammenstoß, der sich gestern abend in BerlinSchöneberg ereignete, wurden 23 Personen verletzt, darunter 4 lebensgefährlich. Gottesdienst=Ordnung für Sonntag, den 12. März 1916: Evang.=reform. Gemeinde. 9½ Uhr: Pastor Terberger Evang.=luth. Gemeinde. 9½ Uhr: Pastor Wischnath. 11 Uhr Kindercottesdienst. 2 Uhr: Pastor Ohlig, Konfirmation. Gemeinde Westhofen. 10 Uhr: Pastor Klinker. Kath. Pfarrkirche, Schwerte. 6¼ Uhr: Stille hl. Messe, Pater von Steyl. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. Monatskommunion der Mütter. 8¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt, Kaplan Röseler. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2½ Uhr: Kreuzwegandacht. Lichtendorf=Sölderholz. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. GeneralKommunion des Marien=Vereins. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2 Uhr: Andacht mit Segen für unsere Krieger. Stadttheater Dortmund. Sonntag, 12. März, nachmittags 3½—6¼ Uhr: „Dio= selige Exzellenz“, Lustspiel in 3 Akten.— Abends 7½—10¼ Uhr:„Polenblut“, Operette in 8 Bildern. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraao, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Samstag, 11. März 1916. Zeichnet die vierte Kriegsanleihe! Bis zum 22. März 1916 hat das deutsche Volk dem Reich eine neue finanzielle Rüstung zu schmieden. An dem genannten Tage muß der letzte Hammerschlag geschehen. Bis dahin aber muß die Schmiede in Hochglut gehalten werden. Täglich, zu jeder Stunde, können Anmeldungen auf die vierte Kriegsanleihe erfolgen. Die Zeichner können unter den zahlreichen Annahmestellen die ihnen bequemste wählen. Der Entschluß, sich an der Uebernahme der vierten Kriegsanleihe zu beteiligen, ist vorgezeichnet durch die herrlichen Leistungen unserer Krieger. Der schönste Dank, den ihnen die Heimat abstatten kann, besteht darin, daß sie die Siegeszuversicht des Heeres durch eine neue Milliardenziffer stärkt. Der Tag, an dem die Nachricht von dem Erfolg der Kriegsanleihe ins Feld kommt, ist ein Freudentag für die tapferen Feldgrauen. Ihnen den Beweis der ungebrochenen Widerstandsfähigkeit des Volkes zu geben, ist nicht nur Pflicht gegen das Heer, sondern auch Pflicht gegen sich selbst. Die Feinde haben Deutschlands Schicksal zu einer Geldfrage gemacht. Nun sollen sie's am eigenen Leibe spüren: &a„So schlägt Teutschlands Geld!“ Tretet alle heran ans Schmiedefeuer, und blase jeder tapfer in die Glut! Deutsches Reich. „###— Berlin, 8. März 1915.: Ausbau von Wasserkräften des Mains. Dem Abgeordnetenhause ist ein Gesetz über den Ausbau von Wasserkräften des Mains zugegangen, wodurch die Regierung ermächtigt wird, zum Ausbau der infolge der Mainkanalisterung bis Aschaffenburg entstehenden Staustufen bei Mainkur, Kesselstadt und Groß=Krotzenburg für die Gewinnung elektrischer Energien und zur Herstellung einer Verbindungsleitung mit den staatlichen Kraftwerken im oberen Quellgebiete der Weser einen Betrag von 6,2 Millionen Mark zu verwenden. In der Begründung der Vorlage heißt es, es werde durch die neuen Kraftanlagen gelingen, die Stromversorgung aus staatlichen Elektrizitätswerken au fein Gebiet ausdehnen, das sich von Bremen bis zum Main erstreckt. :: Kriegsanleihezeichnungen und Kriegsgewinnsteuer. Amtlich wird mitgeteilt: Weitere Volkskreise scheinen in der Vorstellung befangen zu sein, daß die Zeichnungen auf die Kriegtanleihe eine steuerliche Heranziehung in verschärftem Maße, sei es bei der Kriegsgewinnsteuer, sei es in Form einer besonderen Kuponsteuer, besorgen lassen. Derartige Anschauungen entbehren vollständig der Begründung. Für die Frage, ob ein Vermögenszuwachs der Kriegsgewinnsteuer unterliegt, ist es vollständig gleichgültig, ob er in Kriegsanleihen oder sonstigen Vermögenswerten angelegt ist oder sich noch unangelegt in den Händer eines Steuerpflichtigen befindet. Die Schatzanweisungen oder Schuldverschreibungen der Kriegsanleihe werden nicht als solche besteuert, vielmehr kommt es lediglich darauf an, wie das Vermögen und das Einkommen des Steuerpflichtigen überhaupt sich während der Kriegszeit gestaltet haben. Ein Vorzug ist aber für die fünsprozentigen Reichoschatzanweisungen und fünsprozentigen Schul## verschreivungen einschließlich der Schulouchforderungen insofern vorgesehen, als sie bei der Entrichtung der Kriegsgewinnsteuer zum Nennwert an Zahlungsstatt angenommen werden sollen. Parlamenkarisches. ? Der Senior der westpreußischen Land# wirtschaft, Rittergutsbesitzer Heine(Narkau), ist, 93 Jahre alt, gestorben. Er war Mitglied des Herrenhauses seit 1875 für den Landschaftsbezirk Nord=Pomerellen. ? D i e S t a a t s h a u s h a l t t s k o m m i s s i o n d e s preußischen Abgeordnetenhauses beriet am Dienstag abend den Etat der Gestütsverwaltung.. Ein Zentrumsantrag, die Staatsregierung aufzufordern, die Zucht von Halbolutpferden zu vermehren, wurde angenomare.n7. Löwe und Möwe. Der Löwe sprach: Ich hab' die Macht, Kein Schiff darf aus dem Hafen, Ich halte für Britannia Wacht, Drum kann sie ruhig schlafen; Denn vor dem großen Briten=Leu Hat alle Welt Respekt und Scheu, Als Herrscher aller Meere Hab' ich allein die Ehre. Da klangs zum Löwen keck und kühn: Die„Möwe“ ist dir über Der Graf von Dohna und Schlodien Rief es voll Schneid hinüber. Und siehst du noch so wild dich um, Sie schwirrt dir um die Nas' herum, Denk an den Geist der„Emden", Dann wirds dich kaum befremden! Der Graf von Dohna und Schlodien Flog aus mit seiner„Möwe“, Und wo sein flinkes Schiff erschien, Da störte ihn kein Löwe. Und ungeniert flog hin und her Die„Möwe“ auf dem Weltenmeer, Den brit'schen Leu zu necken, Sie war der Feinde Schrecken! Manch Heldenstücklein, treu und brav, Das unser Herz erfreute, Hat ausgeführt der kühne Graf Und seine wackern Leute. Hurra! die„Möwe“ war nicht faul, Sie fuhr dem Löwen übers Maul, Und senkte 15 Schiffe Hinab auf Grund und Riffe. Dann sprach der Graf: Das schaffte schon, Drum heim zur Ruhepause; Und fuhr mit einer Million In blankem Gold nach Hause. Er brachte sie Herrn Helferich Und sagte: Ich beeile mich Als Erster in der Neihe Der vierten Kriegsanleihe! Der Graf von Dohna und Schlodien Kam heim mit seiner„Möwe“, Nicht hinderte und störte ihn Der mächt'ge Britenlöwe. Ein Hurra drum dem deutschen Geist, Dem alten Geist, der Sieg verheißt, Er weist dem deutschen Streiter Die rechte Bahn. Ernst Heiter. Erfolge der Württemberger # a m Weutsche Kriegsbriefe von der Westfeont. ] Großes Hauptquartier, 27. Februar 1916. Einen glänzenden Beweis größten Schneids und der Tatsache, daß unsere Truppen noch immer von stärkster Angriffsfreudigkeit beseelt sind, haben die Württemberger soeben am Kanal Opern=Cominos vollbracht. Ich sprach mehrere Teilnehmer in den hervorragenden Kämpfen und bin in der Lage, aus dem frischen Eindruck der schönen Erfolge folgendes mitzuteilen. In obiger Gegend verteidigten die Engländer eine bestimmte Bastion sehr zähe. Um sie zu nehmen und zugleich die Stellung am Kanal zu verbessern, griffen württembergische Truppen dieser Tage dends 7 Uhr den Gegner an. Vorher war die Artillerie sehr kräftig in Wirksamkeit getreten. Schon im ersten Anlauf wurde der vordere feindliche Graben gestürmt und zwar in einer Breite von etwa 800 Metern. Nach hartem Ringen wurde die Besatzung überwältigt, worauf man den Angriff in der Tiefe soweit ausdehnte, daß die erwähnte Bastion in unsere Hände fiel.(PUeber 100 Engländer konnten zu Gefangenen gemacht werden. Die Beute an Material aller Art ist sehr groß. Die Stellung blieb fest in unserer Hand, trotz heftiger Gegenangriffe der Engländer. Kurz vorher gingen nach etwa zweistündigem Artilleriefeuer mehrere starke Patrouillen eines thüringischen Regiments gegen die feindliche Stellung südöstlich Boesinghe vor! Man brachte 40 Engländer in die deutschen Linien mit. Die Wirkung unseres Feuers war ganz ausgezeichnet. Ueberhaupt hat man neuerdings an der flandrischen Front schöne Erfolge erzielt. Ungeachtet des feindlichen Feuers schwammen Patrouillen durch die Oser — zweifellos ein hervorragendes Bravourstück. Das Ergebnis dieses kühnen Unternehmens war eine ansehnliche Beute an Maschinengewehren und Minenwerfern. Wir haben neuerdings mit dem Einsetzen besserer Witterung unsere Unternehmungen bis an die Küstenfront ausgedehnt, wo selbst im Dünengelände unsere Patrouillen ihre unbeugsame Willenskraft von neuem in das beste Licht zu setzen verstanden haben. Auffallend sind die vielen Ueberläufer aus den französischen Linien. Deutlich zeigt sich in den Zügen fast aller, wie froh sie sind, in deutsche Hände zu fallen.— Alles in allem hat unsere Marine hier oben am Meere wieder einmal bewiesen, wie hervorragend sie ihren Mann auch auf dem Lande zu stellen weiß?Die Erfolge sind um so höher einzuschätzen, als der Stellungskrieg oben in Flandern besonders eigenartig und besonders schwierig ist. Erfolge an der Westfront. Deutsche Kriegsbriefe von der Westfront. Großes Hauptquartier, 26. Februar 1916. In Ergänzung meiner Meldung über namentlich von württembergischen und thüringischen Regimentern an der flandertschen Front erzielten Fortschritte wird mir von Teilnehmern an den verschiedenen Kämpfen, die alle einen vorzüglich frischen Eindruck machen, noch berichtet: Auch an der Eisenbahn Ypern=Boesinghe=Tourhout haben wir den Gegnern zeigen können, was die „müden“ deutschen Helden leisten können trotz der langen Dauer des Stellungskrieges. An der obenerwähnten Stelle gelang es durch Ueberraschung eine feindliche Sappe den Gegnern abzunehmen und zwar direkt an der Bahn. Auch ein vorgeschobenes Grabenstück auf der östlichen Seite der Yper wurde erobert.6. Im ganzen bedeutet das eine Breite von etwa 250 Metern. Die Feinde setzten sich tapfer zur Wehr, das soll ihnen nicht bestritten werden. Teilsmachten sie selbst einige Angriffe teils versuchten sre, unsere in ungebrochener Kraft vorwärtsstürmenden Leute abzuschlagen. Täglich herrschte reges Artilleriefeuer, auch mit Handgranaten wurde lebhaft gekämpft. Die Tatsache, daß wir am Kanal Ypern und Cominos eine feindliche Bastion zahmen, suchen die Engländer neuerdings zu verkleinern. Sie bezeichnen diese Bastion als einen„internationalen Graben" während dieser Teil der feindlichen Stellung tatsächlich vorher niemals in unserem Besitz war. Aus den von uns gefangen genommenen 40 Mann machen sie in edler Liebe zur Unwahrheit.— 11 Vermißte. Nun, uns uns muß genügen zu wissen, daß die übrigen 29 ebenfalls i unseren Händen sind, auch wenn sie auf wenglischer Seite nicht vermißt werden. Der Krieg zur Ser. Versenkt. :: Lloyds meldet aus Lowestoft: Bas Gscherfahrzeug„Tayspring“ wurde in der Nordsee versenkt. Die Besatzung wurde gerettet. Die tüchtige englische Flotte. :: Der Erste Lord der Admiralität, Balfour, wies im englischen Unterhause bei Einbringung der Marinevorlage auf die großartige Anlage des Betriebes und die unsägliche Verantwortung der Flotte hin. Die Flotte sei gewaltig vergrößert worden. Seit dem Ausbruche des Krieges sei das Personal mehr als verdoppelt worden. Der Tonneninhalt habe, wenn man die kreuzer einschließe, um eine Million zugegenommen. Der Luftvienst der Flotte sei verzehnfacht worden. England könne mit der Art, wie die riesige Aufgabe durchgeführt worden sei, zufrieden sein. Balfour zollte der Disziplin der Seeleute und der Furchtlosigkeit der Besatzungen der Unterseeboote, Minensucher, Transportdampfer sowie der Bemannung der Handelsmarine warme Anerkennung. Er sagte, die Flotte sei in einem besseren Zustande als je. four erwähnte schließlich, daß die„Möwe“, als Frachtdampfer verkleidet, den englischen Patrouillenschiffen entgangen sei, und daß es ihr geglückt sei, auf dem Wege um das nördliche Island zurückzukehren. Er äußerte sich dann ironisch über die Beflaggung Berlins zul Feier ihrer Rückkehr und meinte, dies zeige, daß der deutsche Maßstab für eine Heldentat nicht hoch sei. Was das Unterhaus Churchill wünscht. :: In der Sitzung des englischen Unterhauses am Dienstag rief der ehemalige Minister und jetzige Oberst Churchill dadurch einige Bestürzung hervor, daß er erklärte, daß das Flottenbauprogramm, welches er selbst und Fisher aufgestellt hätten, nicht ganz eingehalten werde. Er wies sodann mit Nachdruck auf die Gefahr hin, daß man mit der Durchführung des Flottenbauprogramms im Rückstand bleibe und verlangte die Rückkehr des Admirals Fisher. Admiral Sir Hedworth Meux, das neu gewählte Mitglied für Portsmouth, unterzog Churchills Rede einer scharfen Kritik. Er#erinnerte an die Uneinigkeit zwischen Churchill und Fisher, so lange Churchill noch Erster Lord der Admiralität war, und berief sich auf Churchills Erklärung vom vorigen Jahre, daß er(Churchill) von Fisher nicht gut beraten worden sei.(Heiterkeit.) Churchill habe eine ganze Anzahr von Steklen bekleidet, aber er würde desser tun, wenn er sich auf eine einzige beschränkte. Das Haus wünsche ihm Erfolg in Frankreich und hoffe, daß er dort bleiben werde. (Heiterkeit und Beifall.) Churchills Rede wurbe äußerst kühl ausgenommen. Harte Prüfung. Roman von Max Hoffmann. 41 Mallmitz, der mit seinem Vorgesetzten allein im Zimmer war, ließ die Feder sinken, strich mit Daumen und Zeigefinger der Linken seinen Schnurrbart auseinander und bemerkte:„Sehr sorgfältig, allerdings! Ich glaube, manchen Dingen ist sogar ein viel zu großes Gewicht beigelegt worden.“ „Wieso?“ fragte der kleine Herr barsch. „Ja, sehen Sie, Herr Rat, da sind zum Beispiel diese Spuren, die sich dort damals fanden und die ausgemessen und sogar durch Gipsabguß festgelegt worden sind. Da waren Fußspuren und außerdem noch Spuren wie von einer Stange.“ „Ja,“ fiel der Untersuchungsrichter lebhaft ein, „und diese letzteren sind es eben, die uns rätselhaft geblieben sind und auch zu bleiben scheinen.“ „Warum soll man sich darüber den Kopf zerbrechen, Herr Rat? Könnte es nicht einfach Schwindel sein?“ „Was für Schwindel?“ die hat sich große Stiefel angeze gestapft, wobei er mit einem dicken Knüttel beständig aufgestoßen hat. Daß sollte dann so ausseheu, als wenn der Täter über das Gitter entschwunden ist. In Wirklichkeit aber saß erruhig im Hause.“ Der Untersuchungsrichter sah ihn mit zusammengekniffenen Augen fast drohend an. Dann nickte er mit dem Kopf zum Zeichen, daß der Sprecher weiterreden möge. „Jawohl," fuhr Mallmitz siegesgewiß fort,„er saß im Hause und legte sich ungestört schlafen.“ Herr von Scharffenstein lachte kurz auf. Das Lachen klang hart, metallisch, fast verächtlich. „Und das Gelde“ frägte er.„Wo ließ Fritz von Marleben das Geld?“ Wie schnell ihn dieser alte Knurrhahn durchschaute! Na, um so besser! So brauchte er's nicht erst selber auszusprechen. „Das Geld?“ erwiderte er gedehnt.„Das wird er beiseite geschafft haben. Darauf brauchte er bei seiner glänzenden Position ja keinen Wert zu legerz, „und da murkste er nun seine Stiefmutter ab, nachdem sein Vater gestorben war?“ „Der Alte kann ja vor Schreck dabei gestorben sein.“ „Und welchen Grund sollte der Sohn gehabt haben?“ „Eisersucht, Herr Rat! Pure Eifersucht!“ Herr von Scharffenstein wiegte sein Haupt, und aus seinem scharfgeschnittenen Gesicht blitzte ein dolchartiger Blick zu dem jungen Mann hin. Er füllte bedächtig jedes Nasenloch mit einer Prise, und dann kam wieder sein hartes Lachen.„Sie meinen, aus Eifersucht macht man seine Stiefmutter tot, wenn man gar keinen Grund hat, eifersüchtig zu sein? Werter Herr Assessor, ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, daß ein tüchtiger Jurist vor allen Dingen ein guter Psychologe sein muß. Sie haben aber in diesem Augenblick ein recht mäßiges Talent dazu gezeigt.“ Mallmitz wurde bleich und richtete sich auf seinem Stuhl trotzig gerade. „Na, na, nichts für ungut, werter Herr Assessor! Nur nicht empfindlich sein, das ist für einen angehenden Staatsanwalt eine ganz unbrauchbare Ware! Sehen Sie, ich habe ja meinen triftigen Grund dazu, Ihren Vermutungen nicht bloß skeptisch, sondern direkt ablehnend gegenüberzustehen. Und zwar einen handgreiflichen Grund. Was meinen Sie dazu?“ Er schlug einen Aktendeckel auf und nahm zwei Hundertmarkscheine hervor.„Sehen Sie sich einmal die Nummern dieser Scheine an!“ Wellmitz bekam einen Buck. Donnerwetter L#„Wahrhaftig,“ gestend Malmitz, nechdem er der Aufforderung eifrig nachgekommen war,„sie gehören unzweifelhaft zu dem gestohlenen Gelde!“ Herr von Scharffenstein nickte wohlgefällig. „Sie sind heute vormittag durch unseren unermüdlichen Weide eingeliefert worden. Der eine stammt aus der Zentralmarkthalle und wurde von einer weiblichen Person in Zahlung gegeben, der andere aus einem Weinrestaurant, wo ihn ein Kellner von einem Mann bekommen hat, dessen Beschreibung ziemlich auf das Aussehen des sogenannten Bruders jener falschen Schwester paßt." „Und die weibliche Person?“ fragte Mallmitz gespannt. „Wird anders beschrieben als die falsche Krankenpflegerin. Sie soll hellgelbe Haare haben, während jene bekanntlich rotblond war. Die kann sie freilich gefärbt haben. Die Leute können sich aber auch irren. Man weiß ja, was auf derartige Aussagen zu geben ist. Jedenfalls ist Weide jetzt mit eingehenden Nachforschungen beschäftigt.“ Mallmitz sah starr vor sich hin und tat dann, als weinn er sich aufmerksam in die vor ihm liegenden Akten versenken müsse. Sein schöner Plan, dem verhaßten Gegner einen empfindlichen Hieb beizubringen, schien sich in Wasser aufzulösen. Aber er durfte sich seinen Aerger nicht merken lassen und sagte witzig:„Hoffentlich hat der treffliche Kommissar recht bald Erfolg und entdeckt den Hundertmärkler." 11. Kapitel. Wenn Herr von Scharffenstein gesagt hatte, die beiden Scheine wären durch Weide eingeliefert worden, so hörte sich das so an, als wenn dieser sie auch ausfindig gemacht hätte. Das war aber keineswegs der Fall gewesen. Sie waren von den Inhabern bei der Polizei eingesandt worden, weil diese hofften, sich dadurch einen Anteil an der auf die Entdeckung des Täters ausgesetzten Belohnung zu sichern. Der Mann in der Markthalle war ein Fleischermeister, der in dem Weinrestaurant ein Oberkellner, gute Bekannte des Kommislars. d auch alle Welt zu kennen schien. Damit sie aber durchaus keinen Schaden erlitten, hatten sich die vorsichtigen Leute von vornherein ausgemacht, daß ihnen die Summe auf jeden Fall ersetzt werden sollte. Weide selbst war mißgestimmt. Es war ihm nicht möglich gewesen, die ursprünglichen Besitzer der Scheine dingfest zu machen, und er war außerdem fest davon überzeugt, daß bereits mehr von diesem Gelde in Umlauf war und nur nicht zum Vorschein kam, entweder aus Unkenntnis der Inhaber oder weil sie fürchteten, durch die Anmeldung einen Geldverlust zu erleiden. In zahlreichen Verkleidungen durchstöberte derrastlos tätige Mann Tag und Nacht alle verdächtigen Orte, ohne einen Erfolg seiner anstrengenden und aufreibenden Tätigkeit zu sehen. Mitten in dieser mühseligen Beschäftigung zeigte ihm Herr von Scharffenstein, bei dem er wieder einmal zu einem Bericht erschienen war, einen Brief, der soeben eingelaufen war. Weide sah sofort, daß das Schreiben von eines Dame herrührte, und zwar von einer, die eine bessere Schulbildung genossen haben mußte. Die Schriftzüge waren gewandt und zierlich, wenn sie sich auch durch die Eigentümlichkeit auszeichneten, daß jeder Buchstabe für sich stand und nicht durch einen sogenannten Haarstich mit dem anderen verbunden war, und wenn auch die Interpunktion fast gänzlich fehlte. Ersteres war eine Erscheinung, die vielleicht für die Graphologen interessant war, letzteres konnte durch die Eile, mit der das niedergeschrieben war, bedingt sein. Nach der üblichen Anrede hieß es in dem Brief.„Durch verschiedene Umstände und die offenbare Niederträchtigkeit des Betreffenden sehe ich mich genötigt, Ihnen anzuzeigen, wer der Täter jenes Verbrechens in der Villa Marleben gewesen ist. Es ist Bruno Majewski gewesen, der in seinen Kreisen unter dem Namen Das allseitig erwartete und überall beliebte Im Kampfe erlitt unser das Vaterland von 14—15 Jahren für nachmittags zu 2 Kindern gesucht. Frau Bernh. Mühlenhoff Moltkestraße 39. Falls Sie beabsichtigen, Modell Nr. 19212. Zu beziehen von Preis nur 60 Pfg. 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Die Reichsbanknebenstellen in Hörde, Iserlohn, Menden und Witten ehmen Darlehnsaniräge sowie die zu verpfändenden Wenpapiere zur kostenlosen Weitergabe an die hiesige Darlehnskasse entgegen und stellen alle erforderlichen Formulate im Geschäftsruum oder auf dem Postwege zur Verfügung. 997 Dortmuns, den 9. März 1916. Hade ca. 15 Ctr. prima Heu abzugeben.— Per 1 April eine Wohnung von 3 Zimmern mit Zubehör zu vermielen. 999 G. Waldmann, Wandhofen. Herrschaftlich abgeschlossene Etagen von 4 und 6 Zimmern, zum 1. April oder später zu vermieten Wilhelm Luck, 1014 Königstr. 5a. per Pfd. 80 20 Gr. Suppenmehl genügen für einen Teller Suppe. 500—550 Gr. geben ein vollständiges Mittagessen für 6—7 Personen. 1022 Weinberg. K Auf den Wandhofer Fertweiden Ergste wird Weidevien Rinder bei angenommen. Weidegeld für jange 32,00 Mk., ältere nach Uebereinkunft. 992 Rentei Dahlhausen, Pritzungs alber ist die 2. Etage —" Reparaturen Reichsbankhauptstelle. Blanck meist 8 48 Bekanntmachung. 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Fernruf 153. 8 8 2 8 9838 uug gun M n Mun Wuche i 85 □ 60 S 0 * S* 5* 5 0 2 2 9 5 c 19— 6 Bis dahin hatte gleiche Kleidung eher als ein Schimpf gegolten, und die Söldner bekundeten gerade ihre Freiheit und Unabhängigkeit in der üppigen Prahlerci ihrer Ausstaffterung. Im Mittetalter nahm der, der im Dienst eines Fürsten stand, dessen an. Er trug das Hofkleid des Königs, die„Leibtracht" des Staates. Solche„Livree“ zeigte also die Unfreiheit des Trägers an, und deshalb erklärten z. B. die Magdeburger Ratmannen 1293 den für unfähig zur Regierung der Stadt, der eines Fürsten Kleidung nähme... L., Eansserten 1u8 Diese Tracht zeigte gewöhnlich die Hausfarven und das Wappen des Herrn und war sehr kostbar, diente dem Prachtbedürfnis der Fürsten, ohne Rücksicht auf kriegerische Zwecke. Dennoch liegen die Keime der Un form in dieser„Bedimnlentracht“ des Mittelalters, denn die Leibgarden der Herrscher wurden in ihre Farben gekleidet. Die Truppen des Königs von England erschienen schon seit Heinrich VII. scharlachrot, und dieses Rot ist dann später zur Uniform der englischen Streitträfte geworden. Die Leibwache des Martgrasen Albrecht Achilles hatte„die Röcke halb schwacz und halb grau und auf dem schwarzen Aermel Buchstaben von weißem Tuch“. Allgemeiner tritt dann ine einheitliche Tracht für den kriegerischen Dienst in den Städten des 15. Jahrhunderts auf. Wie die Ratsdiener mit dem Sold zugleich ihre Kleidung empfingen, so wurden die Bürgerwehren der Stätte häusig mit gleichen Kleidern ausgestattet, die die üblichen städtischen Farben Rot und Weiß aufwiesen. Solche„Livreien“ übernahmen manche Obersten für ihre Mannschaften, um sie äußerlich prächtiger und geschlossener erscheinen zu lassen. Aber zur Einführung der Uniform in die Hecre waren doch ganz andere sittliche Kräfte nötig, als es die einfache Nachahmung der mittelalterlichen Bediententracht war. Mit der Hebung des Ehrbegriffes und der Manneszucht bei den stehenden Heeren geht die strenge Regelmätigkeit der Kriegskleidung Hand in Hand; sie wird zum sinnfälligen Ausdruck des echten soldatischen Geistes. Schon in der italienischen Renaissance wird gleichmäßige Kleidung der Soldaten gffortert— der Name„Uniform“, bürgerte sich erst unter Friedrich d. Gr. ein—, und zwar soll sie schwarz=weih=rot sein, denn„Schwarz bedeutet Festigkeit und Verschwi genheit, Weiß Reinheit und Freundlichkeit, Rot Strenge und Schlachtenmut". Als der Gedanke der Wehrpflicht im 16. Jahrhundert auftaucht, wird mit ihm die Forderung einer gleichmäßigen Kriegstracht verbunden, denn„sie hebt den Mut und fördert den Respekt“, wie Graf Johann von Nassau schreibt,„Soldatenrock und Soldatenhut kosten nicht viel mehr als bäuerisch und schäserisch Kleid und Hut". Die„Fähnlein“ sollen wenigstens durch die Farben der Hosen und Strümpfe voneinander unterschieden sein. Ebenso verlungt Moritz von Hessen in seiner berühmten„Denkschrift“ gleichartige Kleidung nach Farbe und Schnitt. Es ist derselbe Gedanke, der den trefflichen Justus Möser beseelte, wenn er in seinen patriotischen Phantasien zur Hebung des kriegerischen Geistes eine Unisormierung der Bürger vorschlug. Die Erkennungszeichen, die bis ins 17. Jahrhundert die einzelnen Truppen hatten, die Feldbinden und Hutsedern der Anführer, die Feldzeichen, die die Soldaten an den Hut steckten, sie genügten nicht, um die in der Schlacht zerstreuten Völier zu sammeln, um Di ziplin und Ordnung aufrechtzuerhatten. Gustav Adolfs Krieger erschienen noch als„unansehnliche Bauernknechte in Schafspelzen", und von der Armee des Grozen Kurfürsten hat Friedrich d. Gr. gesagt:„Sie konnten noch nicht Manneszucht haben, denn jeder Soldat versah sich selbst mit Kleidung und Waffen, wodurch eine seltsame Buntscheckigkeit entstand.“ Berühmt waren bereits die„Blauröcke“ des Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg, mit denen er 1632 zur polnischen Königswahl nach Preußen zog. „Sie waren sämtlich in einer gleichen Liberey blauer Farbe getleidet worden, welches damals ungewöhnlich war und viel Anisehen erregte.“ Doch diese tausend vons Burnsdorfschen Regiment blieben noch eine Ausnahme. Das Kriegskleid Derfflingers z. B., das im Berliner Zeughaus bewahrt wird, ist keine Uniform, sondern die frei gewählte Kavaliertracht. Streng durchgeführt hat die Uniformierung im preußischen Heer erst der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm, und er ging damit allen andern Armeen voran. Wie er sich selbst entschloß, ständig Uniform zu tragen— eine damals unerhörte und viel bespättelte Tat eines Fürsten—, so verlangte er auch von seinen Offizieren, daß sie nie anders als„in Montierung“ erschienen, so kleidete alle Soldaten in das enge„Kamisol“ und den weiten Ueberrock mit den großen Aufschlägen. Aus der bequemen Zipfelmütze machte er die hohe stolze Grenadiermütze, deren Zipfel nun zum steifen Schilde wurde; als der erste Offizier seines Heeres, der die gleiche Tracht trug wie der geringste Mann, schuf er aus dem lange verachteten Soldatenkleid den„Rock des Königs“, die Ehrentracht des Mannes. C. K. G H8e(elt und Zeitzh# 3 Häutc als P'anknoten. In diesen Tagen, da sich der solide Aufbau eines gesunden Banknotensystems von so günstiger Wirtung auf die wirtschaftliche Kriegführung erweist, darf daran erinnert werden, daß das alte China es war, das als erstes Land Banknoten verwendete. Freilich, nicht Banknoten im modernen Sinne, keine staatlich garantierten papiernen Umlaufsmittel, sondern Häute. Gewisse Häute waren in alten Zeiten in China so kostbar, daß sie überall an Stelle von Geld in Zahlung genommen wurden. Und aus diesem Brauche entwickelle sich mit der Zeit ein System: die Häule gingen von Hand zu Hand weiter und versahen schließlich vollkommen den Dienst von Banknoten. Der Ursprung dieser merkwüreigen Erscheinung ist recht interessant. Der Kaiser Uti brauchte sehr viel Geld. Zu jener Zeit war es Sitte, daß die Fürsten und Hofleute, die das Glück hatten, den Kaiser sehen zu dürfen, beim Betreten des Thronsaales ihr Antlitz mit einem Stück Haut oder Fell verdeckten. Der findige Schatzmeister des Kaisers kam eines Tages auf den Gedanken, diesen alten Hofbrauch zur Auffüllung der Schatulle seines Herrn auszunntzen. Und alsbald erschien ein Dekret, in dem verboten wurde, in Gegenwart des chinesischen Kaisers das Gesicht mit anderen Häuten oder Fellen zu bedecken als mit einer bestimmten Art, die von den weißen Hirschen des kaiserlichen Parkes stammen sollten. Natürlich schnellten die Haut= und Fellpreise sofort in die Höhe, und da die Ausgabe dieser Felle ein Monopol des Hofes war, konnten sehr stattliche Preise verlangt werden. Der Preis der Felle und Häute aber blieb im Volksbewußtsein bestehen, und so wurden sie schließlich zu einem bequemen Ersatz für die Münzen. Eine ähnliche Zahlungsweise war übrigens in alten Zeiten in Alaska, als die Russen noch auf diesen Telt Amerikas Anspruch erhoben, im Gebrauch. Die russischen Robbenfänger bezahlten alle ihre Arbeiter ausschließlich mit Seehundsfellen, auf die in einem Viereck die Wertbezeichnung aufgestempelt war. 8 8 9 S 6. ** 0 S#S# 6— e C."— -— Tx6 0 o 9 S: G 6 Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 60. Samstag, 11. März 191 Roman von A. v. Trystedt. (17. Tortsetzung.) angsam schüttelte Hochfeld den Kepf. "„ S o l c h e A u f r u' e e r r e i c h e n i m m e r d e n, welchem sie gelten. Gerade die Leiter großer Krankenhäuser achten zufmerk am darauf. Wäre Wolfgang krank und siech gewesen, hätten die Aufruse. wenigstens einer derselben, eist recht Erso'g gehabt. Aber auch den Gesunden, Tätigen würde die Botschait erreicht haben. Irgend jemand nimmt immer Interesse an Personen, welche unter besonderen Schickalen leben.“ 2601 „Das gebe ich zu. Aber vielleicht besand Wolfgang sich an einem Ort, wohin weder Post noch Zeitungen gelangten. Damals waren die Verkehrsverhältnisse in den entlegenen Gegenden Amerikas noch sehr mangelhaft; wer von der Heimat nichts (Nachdruck verboten.) diesem Zwischenfall dankbar; hatte er ihn doch von dem lästigen Frager und Horher befreit. 4167 Langsam schritt er in der Richtung des Schrosses zurück. an der Waldschenke vorüber, auf Giche sehen und hören wollte, brauchte nur einsame Ansiedelungen auszusuchen, dorthin gelangten nur selten Nachrichten aus der zivilisierten Welt. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, daß ein tückischer Zufall schuld daran ist, deß Ihre Ausrufe von Ihrem Bruder nicht gelesen wurden. Möglich auch, daß Wollgang seinen Namen änderte, den Adel ablegte, um sich ein besseres Fortkommen zu sichern.“ Cin rascher, bestürzter Blick aus grauen, flimmernden Augen streifte den Sprechenden.„Auf welche unglaublichen Ideen Sie kommen, Hübner! Oder haben Sie Nachrichten, die Ihre Vermutungen rechtfertigen?" Der Forstmeister schüttelte den Kopf.„Nichts dergleichen, Baron, aber— hörten Sie nichts? Mir war es vorhin schon, als hörte ich einen Schuß... De Förster beklagen sich nämlich. Schon seit längerer Zeit wird in medreren Revieren gewildert, und zwar mit einer beispiellosen Frechheit. Es war bisher nicht möglich, den Witddieben auch nur auf die Spur zu kommen.“ Soeben dröhnte wieder aus der Ferne dumpf ein Schuß herüber. Jetzt begannen die Augen des Weidmarnes zu glühen.„Da Indet ein ervitterter Kampf statt.... Sie entschuldigen Baron, sich muß auf der Stelle hin, vielleicht gelingt es mir, den Halunken zu stellen, der in der Schonzeit mir die besten Böcke wegschleßr.“ Flück tig reichte er Hochseld die Hand und eilte mit langen echritten, seinen Hund zur Ruhe verweisend, dovon. Baron Hochseld sah der hoyen, breitschultrigen Gestalt lange nach. Dann atmete er tief. Er war Er war shon un vr. kam ihm Vollmer entgegen. Hochfeib hatte Näherkommenden nicht geachtet. Erst als er dicht an ihm vorüberging, sah er auf. In demselben Moment gab es einen Ruck durch seinen Körter. Er sah Magnus so entsetzt an, als erblicke er ein Gespenst. Was war das? So halte vor dreizig Jahren sein Bruder ausgesehen. Er hätte glauben können, den Versch llenen wieder vor sich zu haben. So ungebührich lange starrte er in das frische, junge Gesicht, daß Vollmer unwillkürlich aufmerklam wurde und höflich grüßte. Endlich— Hochfeld dünkte es eine Ewigkeit— war die Begegnung vorüber. Er ging weiter, doch die Füße trugen ihn taum, sie waren ihm so schwer, als hingen Bleigewichte daran. Sich mühsam vorwärtsschleppend erreichte er das Schloz. Endlich war ec in seinem Zimmer#— allein. Welch eine Wohnar## Die Sonne brannte noch in unverminderter Glut, aber in den hohen, tiesen Räumen herrschte wohltuende Kühle. In den lederbezogenen Kluofesseln versant man, war abgeschlossen von allem, was draußen Geldgrüne Dämmerung webte vor den hohen Bogenfenstern, kaum ein Lusthauch bewegte die Blätter des Nußbaume## so still war es, daß der Baron es kaum zu ertragen vermochte. Sein Herz begann zu clopfen, wild und unregelmaßig. Ein Geräusch, woner es auch kam, wäre Wohltat für seine überreizten Nerven gewesen. Wer war der Fremde, welcher ihm vorhin begeguet? Was ging um ihn herum### Hubner den blonden Meuschen unn dem —hatte Uh charaktei. durch Alles beschen Gesicht der Hochbergs gesehen? War er ihn so lebhaft an Wollgang erinnert worden? Fragen, die er an leinen richten, auf die er keine Antwort finden konnte. Mechanisch erhob er sich aus dem modeinen, quemen Segel, ging die paar Schritte bis zum Schreibtisch, starrte lange auf dessen Platte, ohne sich zu Früher war Hübner sein Gegner gewesen, mißtrauisch, gegen ihn eingenommen, hatte spioniert und 8 05 ausgehorcht, halb und halb überzeugt, daß er einen Brudermord auf dem Gewissen habe. Nachgerade hatten sie sich näher einander angeschlossen. Hübner hatte ihn näher kennen und schätzen gelernt. Seit langen Jahren verkehrten sie freundlich, wenn auch nicht gerade freundschaftlich. Dem Baron war es recht so. Seine Natur verlangte nicht nach engem Anschluß. Inmitten seiner Familie war er ein einsamer Mensch. Größere Gegensätze als ihn und seinen verschollenen Bruder konnte es kaum geben. Jener war freimütig und generös, durch und durch ehrenhaft gewesen, Botho hatte immer Gefallen am Versteckspiel gefunden. Schon als Knabe war er bemüht, sein Tun und Treiben vor den Erwachsenen zu verbergen; die Umgebung war über seinen Charakter, seine Liebhabereien stets im unklaren gewesen.] Nur seine Mutter hatte wohl den Unterschied zwischen dem geraden, edlen Sinn des älteren und dem rerschlagenen, unberechenbaren des jüngeren Sohnes erkannt. Aber sie liebte ihren Jüngsten trotz aller seiner Fehler mehr als den Majoratsherrn, der, klug und verläßlich, alle Eigenschaften besaß, welche man von dem Repräsentanten einer vornehmen Familie erwartet. Und dennoch war die Mutter streng, fast ungerecht gegen den Erben gewesen, hatte den Jüngsten, ihren bevorzugten Liebling, entschuldigt und verwöhnt ohne Grenzen, ohne Ende. Der Baron erinnerte sich jetzt noch so mancher Gelegenheit, wo er einen strengen Verweis, eine Strafe verdient hätte und ein verheißungsvoller Blick ihm im voraus Verzeihung, oft auch Beifall spendete. Da war die anfängliche Scheu von ihm gewichen, er hatte es auch nicht mehr für nötig gehalten, seine Fehler zu bekämpfen. Er gedachte seiner Mutter nicht in dankbarer Liebe, sondern mit grollendem Vorwurf. Ihr bürdete er einen großen Teil der Schuld an dem, was er begangen, auf. Dann war die Katastrophe gekommen, die ihm an Herz und Nieren griff. Er hatte nicht die Krast gefunden, begangenes Unrecht einzugestehen, zu sühnen, aber ein anderer war er doch seit jener furchtbaren Zeit geworden, hatte an sich gearbeitet, die heimlichen Leidenschaften unterjocht, bemüht, seiner Umgebung gerecht zu werden. Fast unbewußt berührt er einen Knopf am Schreibtisch, ein Geheimfach sprang heraus. Nur wenige Papiere lagen darin, auch ein Kuvert mit einer brasilianischen Marke einer rerflossenen Epoche. Er zog das darin befindliche Schreiben heraus und las es ausmerksam durch. Ein Teil desselben lautete: „Was ich von Dir verlange, lieber Bruder, ist viel. Ich habe auf das Majorat Verzicht geleistet und wünsche diese Verzichtleistung rückgängig zu machen. Sei großmütig, gib mir mein durch Geburt und Tradition mir gehörendes Eigentum wieder! Ich will es Dir. ewig danken. Ich kann die Heimak nicht entbehren, jeder Pulsschlag in mir verlangt stürmisch zurück in die gewohnten, vertrauten, geordneten Verhältnisse.. Ich glaubte, die Lieblosigkeit der Mutter, deine Arglist nicht mehr ertragen zu können, darum flüchtete ich. Das war übereilt, feige. Ich hätte monatelang, möglicherweise auf ein Jahr auf Reisen gehen, einem erVerwaiter mein Gut anvertrauen sollen. Fern von meinem Eigentüm wäre ich wohl bald zur kechten Erkenntnis gekommen. Es war ein grober Fehlet, den ich begangen, das gebe ich zu, doch er läßt sich wieder gutmachen. Sei hochherzig, laß mich nicht umsonst bitten, mein Lebelang will ich es dir danken, wenn du wir die Rückkehr in die Heimat ermöglichst.“ Hochfeld glaubte noch den panischen Schrecken zu spüren, den jenes Schreiben ihm eingejagt. Wie ein Wahnsinniger war er damals gewesen, bereit, eher einen Mord zu begehen, als die Rechte, welche ihm so willkürlich zugefallen, wieder aufzugeben. Was war er denn vordem gewesen? Ein armseliger Tropf, mittelloser als der jämmerlichste Knecht, mit anspruchsvollem Sinn und kostspieligen Neigungen und einer Einnahme, die ein volles Quartal reichen sollte, von der aber nach einem Monat kein Heller mehr vorhanden war. Wolfgangs Brief, dem noch verschiedene andere folgten, war nie beantwortet worden; auch an Wellnitz hatte er geschrieben, und diese Briefe gelangten gleichfalls hierher nach Schloß Hochfeld. Der Baron hatte sich nie entschließen können, diese Schreiben zu vernichten, sie ruhten geborgen in diesem Geheimfach. Eines Tages würde er sie vernichten, einen wie den anderen, aber noch nicht, auch heute fehlte ihm der Mut dazu. Er hatte den Schreibtisch kaum wieder in Ordnung gebracht, so daß man nichts mehr von einem Geheimfach sah, als Edith eilig hereinkam. Man sah, sie hatte eine rasche Frage auf den Lippen, aber nun sie vor dem Vater stand, wurde sie verlegen und zögerte, ihre Hand spielte unbewußt mit den Federhaltern in der Perlmutterschale, von denen einige wertvoll waren. Hochfeld legte seine kühle Rechte verweisend auf die warme, rosige Hand seiner Tochter.„Laß das, Kind, du weißt, ich kann es nicht leiden, wenn jemand die Dinge auf meinem Arbeitstisch in Unordnung bringt. Freundlicher, gleichsam ermunternd fuhr er fort: „Du hattest mir doch wohl etwas zu sagen, nicht wahr? Besinne dich nicht lange, hast du einen Wunsch?" „Ja und nein, Papa— es ist— es handelt sich—“ Edith war bestürzt ein paar Schritte zurückgewichen. Wie fremd der Papa ihr doch eigentlich war; sie traute sich kaum auszusprechen, was ihr auf der Zunge brannte.; Und die Erinnerung an eine frühere Stunde kam ihr, wo der Vater von der Liebe seines Pflegesohnes Fritz von Wellnitz zu ihr gesprochen und den Wunsch geäußert, daß sie seine Werbung annehmen möge. Da war sie vor der Verlobung zurückgeschreckt, hatte bitten wollen, ihr noch Zeit zum Ueberlegen zu lassen, und doch kein Wort über die bebenden Lippen gebracht. So war sie Friedrichs Braut geworden, wunschlos glücklich,— denn sie hatten sich ja immer gern gemocht— bis zu dem Tage, wo ein anderer ihren Weg gekreuzt. Seitdem rang und kämpfte es in ihr, hatte sie Vergleiche angestellt zwischen Wellnitz und dem anderen, die zugunsten des letzteren ausgefallen waren. Doch auch davon wagte sie keinem etwas zu sagen; sie hielt das neue Gesühl, welches sie machtvoll und süß zugleich durchstutcte, für Sünde, suchte das Interesse für den Fremden zu unterdrücken und mußte doch an ihn denken früh und spät. „Aber so sprich doch, Kind,“ entriß ihres Vaters kühl beherrschte Stimmne sie den Gedanken, welche ihr beunruhigten, und jetzt erst erinnerte sie sich wieder an den Zweck, der sie hierhergeführt. „Weißt du, Papa, von wem der Forstmeister heute gesprochen hat?“ meinte sie lebhaft,„du kannst es dir gewiß nicht denken. Es durchcieselte Hochfeld eigen. Unwillkürlich brachte er die Frage seiner Tochter mit der Begegnung im Walde, die auch ihm zu denken gegeben, in Beziehung. Er nickte, fand sogar ein Lächeln. (Fortsetzung folgt.) * 27 4 &a# S. SPH0SEE SSL U .* S8 LöEEg„S 5 SEa0S S0 S: — 8 S 55 5 2 Denkspruch. Den Mattherzigen, denjenigen, welche an der Güte ihrer eigenen Sache oder am Siege dieser Sache zweiseln, gelingt nichts, weder im Neußern, noch im Innern. Nur den Lebendigen gehönt die Welt. "" R. B i t z i u s. Ein Wiedersehen. Skizze von Margarete Nippa. (Nachdruck verboten.) Unruhig ging Frau Ellen in dem kleinen, behaglich möblierten Zimmer hin und her. Nervös rückte sie hier an einem Sessel, ordnete dort eine Falte an den Fenstervorhängen und zupfte an dem mattfarbigen Schirm der elektrischen Hängelampe über dem runden Eßtisch. Behutsam schob sie die Schüsseln und Platten zurecht, hob die funkelnden Kristallgläser gegen das Licht und lockerte noch ein letztes Mal die duftenden Maiglöckchen in der silbernen Schale. Immer fand sie noch etwas zu ändern und zu bessern. Der Tisch war für zwei Personen gedeckt. Schmeichelnd, floß das matte Licht über das feine porzellan und die ausgewählten Gerichte.„Nur kalte Speisen. Alles war fertig und lockte zum Zugreifen. Das Mädchen sollte heute Abend ausgeschaltet sein,— sie selbst wollte ihn bedienen. Prüfend umspannte ihre Hand die Rotweinflasche. War er auch richtig temperiert? Rotwein hatte er auch damals immer getrunken. Ach, wie genau sie sich all seiner Gewohnheiten und Neigungen entsann! Es läutete! Ellen fuhr zusammen. Sollte er?... Ein Blick nach der hohen Standuhr in der Ecke. Noch konnte er nicht da sein. Wohl die Abendzeitung. Der Zug war noch kaum eingelaufen. Eine halbe Stunde brauchte er dann wenigstens, um zum Hotel zu fahren, sich zu waschen und zu ihr zu eilen. Wie stürmisch ihr Herz klopfte! War sie das— die ruhige, verständige Ellen Lindhorst, die jahrelang nur ernste Arbeit und ehrgeiziges Vorwärtsstreben gekannt hatte? Fest preßte sie die Hand gegen die schweratmende Brust. Ob er wohl auch...? Sicher. Seine Briefe hatten ihr gezeigt, mit welcher Sehnsucht, welcher inbrünstigen Ungeduld er ihrem Wiedersehen entgegenSie ging ins Nebenzimmer. Liebkosend strichen ihre Finger über das Holz des breiten Schreibtisches. Eine neue Existenz, einen neuen Lebensinhalt hatte sie sich hier in ernsten, schaffensfrohen Stunden errungen. Langsam schritt sie weiter, vorbei an dem hohen, wohlgefüllten Bücherschrank, und ließ sich in einen der tiefen Ledersessel gleiten, welche die Ecke des Zimmers ausfüllten. Sie sann nacj. Die Vergangenheit erwachte, sie streckte ihre Arme nach ihr aus und zog sie in ihren Baui. Im zweiten Jahre ihrer Ehe war es gewesen. Sie sah sich wieder in den kahlen, nüchternen Salon des Sanatoriums sitzen. Bei einbrechender Dunkelheit in heftigem Schneegestöber war sie angekommen, und fremd und allein fühlte sie sich, Gleichgültig blätterte sie in den Zeitungen, bis die Glocke zamAbendessen die Patienten in dem kleinen Zimmer versammelte. Einen nach dem andern stellte ihr der junge, linkische Assistenzarzt vor. Alle husteten und erhofften hier Heilung für die kranken Lungen— wie sie. Und dann hatte er plötzlich vor ihr gestanden. Heiße Flammen schlugen über ihren Körper, und ihr Herzschlag stockte bei der bloßen Erinnerung. Mehrere Monate hindurch waren sie in engster Freundschaft verbunden gewesen. Mit unendlicher Zartheit und Fürsorge hatte er sie umgeben, die oft leidend war. Ihr steter Begleiter war er gewesen auf den soxzsschriebenen kurzen Spaziergängen. Sein heiteres Stunden und Lachen hatte die langweiligen, öden esen auf der Liegehalle im Fluge dahingleiten Ellen schloß die Augen. Ein leises Beben rann durch ihren Körper. Wie ein Traum umsing es sie, ihre Seele erzitterte in dem keuschen Glück jener Tage. Sie wußte nicht, ob sie sein Wesen recht zu erfassen vermochte, aber alles, was sie sich an Großem, Schönem und Edlem in dieser Welt denken konnte, war zusammengeslossen in seinem Bilde, wie ein Wesen aus einer andern, lichtexn Welt war er ihr erschienen. Freundschaft hatte sie es genannt, nie hatte sie auch nur in Gedanken das Wort„Liebe“ mit ihm in Verbindung gebracht. Vermessen wäre es ihr erschienen, auch nur in dem verborgensten Winkel ihres Herzens unerfüllbare Wünsche zu hegen. Was war unreise junge Geschöpf neben dem schönen selbstsicheren Manne? Jetzt aber.... .. Jäh sprang sie auf. Hämmernd schlug ihr das Blut bis zum Halse hinauf. Sie meinte ersticken zu müssen. Eine entsetzliche Angst packte sie plötzlich. Wenn er enttäuscht von ihr wäre?... Wie lange hatten sie sich nicht gesehen? Acht Jahre! Angstvoll prüfte sie das feine, schmale Gesicht mit den dunklen, ernsten Augen, die schlanke Gestalt in dem weichfließenden, mattfarbigen Gewande, die der große Spiegel ihr zeigten. Würde sie— die Dreißigerin — noch Reiz für ihn haben? Würde er nicht vergebens nach dem zarten Schmelz der Jugend, nach jener süßen, unbewußten Kindlichkeit suchen, die ihrer Erscheinung damals in seinen Augen solch starken Zauber verliehen? Sie zitterte. Und durch ihre Seele zogen die grauen, leeren Jahre ihrer kalten Ehe und die schwere, bittere Zeit des Scheidungsprozesses. Wie einsam war sie damals gewesen— ein Frösteln lief über ihre Haut. Ihre nächsten Anverwandten hatten sich gegen sie verbittert, verstand doch niemand, warum sie— die gänzlich Mittellose— diese Ehe mit ihren vielen Vorteilen wegwarf. Ihre Gründe nannte man Ueberspanntheiten. Bis sie sich dann durchsetzte und endlich mit ihrem großen Roman den langersehnten, heißumworbenen Erfolg errang. (Schluß folgt.) Die Entstehung der Uniform. Unsere Krieger erregen in ihren schmucken feldgrauen Uniformen überall hellen Jubel, und wenn auch vielleicht manches Mädchenherz im stillen die blitzende Farbenpracht der uns gewohnten Soldatenkleidung vorzieht, so bleibt doch auch dieser schlichteren Tracht der echt militärische Eindruck gewahrt, ja er wird durch sie noch verstärkt. Für uns gehört zum Soldaten notwendig die Uniform, und mancher wird sich schwer vorstellen können, daß Jahrtausende ohne eine einheitliche Soldatentracht ausgetommen sind, daß es erst seit etwa 200 Jahren Uniformen gibt. Gerade in der malerischen Buntscheckigkeit der aleidung, in der zusammengewürfelten Verschiedenheit des Aussehens lag in früheren Zeiten das Charakteristische einer Truppe. Das Tollste leisteten darin die Landsknechte mit ihren aufgepufften Wämsern und geschlitzten Pluderhosen, durch die farbiges Unterfutter in allen Tönen des Regenbogens hervorquoll. Gegen diesen „Modeteufel“ der Soldaten, gegen die„zerschnittenen Kleider",„ausgesüllten Bäuche“, gegen„der Degen Hochgürtung“ und die„unnütze Masse von Waffen, so nur zum Putz dienen und das Streiten behindern", wandten sich im 16. Jahrhundert einsichtige Kriegsschriftsteller und forderten eine einheitlichere Gestaltung der militärischen Tracht. e 0 0 undgubent Ui2 Tom!. 1. Lart und Siling! Ginp FPMIUHE Balkenstr. 30/88 Vortmund-Bilkenser. So90 beim Bezirks-Kommando und A. Lion A Ostenhellweg 23 (Vierte Kriegsanleih..) u Schusoerschrelbungen lad selensdes Reics bis zum i. 2die Fgager vsaumn ir. doch über die Schuldverschreibungen wie über jedes andere Wertpapier jederzeit(durch Verkauf, Gesäung, ue) beriv Bedingungen. nen es uer ur, Mase he ue es dem Pasten Zweiganstalten der Reichsbauk mit Kassneinrichtung entgegengenommen. Die Zeichrungen sämtlicher deutschen jeder deutschen Lebensversicherungsgesellschaft und der bentscher auf die gey- Reichsanleihe nimmt auch die Bost, an allen Orten am Schalter entgegen. Auf diese Zeichnungen kann die Vollzahlung anz 3/. Fisz., muß aber spätestens am 18. April geleistet werden, Wegen de. Du= find in 16 Serien eingeteit und ausgefertigt in Stücken zu: 20000, 10000, 5000, 1917 fällig. Die Rechsnangermalung bechit sch vor, den zur Ausgobe Ggngerziehost ad eie de. Ssielant, bis 1932. Die Auslosungen finden im Januar jedes Aoier3, uhgper der Autzgelosten Stige eönmen ftans eschiebt an dem auf die Aiuslotung folgen bis, 1. Fui, 1932 unkündbare Schuloverschreibungen fordern. Die Reichsanleihe ist ebenfals in Stücken zu 20000, 10000, 5090, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Mark mit dem gleichen Zinsenlauf und den gleichen Zinsterminen wie die Schatzanweisungen ausgefertigt. Hschn zir hie Ljz, Reicheschaganwessungen 95 Mat, 5% Reichsanleihe, wenn Stücke verlangt werden, 9/8.50 Mark, *: 5s 15 April 1917 beantragt wird, 998 30 Mark h vod vio glälche werder auf Antrag der Zeichner von den Kontor der Reichshaugt 2. 3. 5. In beiden Verkaufsstellen 8. Auskunft über die Kaufmannsschule und ihre verschiedenen Ablteilungen: Höhere und mittlere Handelsschule, HandesschulefürVolksschüler u.-schülerinnen wird schriftlich und mündlich erteilt. Sprechstunden an Werktagen jederzeit, an Sonntagen von 10—12 Uhr im Schulgebäude, Hochstrasse 80. Schulbeginn 26. April. 896 Dörner, Direktor. Das Stadl. Lehrerianruseminal in Hagen i. W. richtet lzu Ostern d. J. die Klassen Seminar III und Vorseminar 1 und III ein. Aufnahmeprüfungen. Seminar: 27.—30. März, Voreninar: 8.—b, Aprh..„„ u bei Zur Girsln Mldungen. Mündl. oder schrifu. bei der Direktion Hallensaue an der Friedensstraße— spätestens bis zum 20. März. Beizufügen sind Geburtsschein, Wiederimpfschein und die letzten Schulzeugnisse, bei Meldungen für das Seminar außerdem ein kreisärztliches Gesundheitszeugnis und ein amtliches Zeuanis der Undescholtenheit. Nach Min.=Erl. vom 21. 1. 11. können Bewerderinnen mit dem Reifezeugnis des Lyzeums in Seminat III, mit dem Versetzungszeugnis für Lyzeum l in Vorseminar l ohne Prüfung ausgenommen werden. Unteiste Allersgrenzen. Für Seminar III: 80. Sept. 99; für Vorseminar 1: 30. Sept. 00; für Vorseminar III; 30. Sep. 02 und FLUGEL in altbewährter GütelBACH-PIANOLA-PIANOS d. h. 1BACH Pianos mit eingebautem Klavierspielapparat, Pisnolas, sow. Harmoniums emplichlt in reicher Auswahl zu bequemen Bedingungen Ruck IBACHSohn, Barmen Neuerweg 40. Bei Kauf, Miete, Umtausch Reparatur oder Stimmung wende man sich an die mehr als Ahundertjährige Ertahrung# des durch vier Generationen bestehenden Hauses Zeichner kann sein zurücknehmen. Die von dem Kontor für Wertpapiere ausgesertigten Depotscheine 6. für die Zeichnungen bei der Post werden durch die Vovanzoaten, aus starlsicht bald nach der Zeichnung statt. Uber die Höbe der Zuteilung entscheidet die Späteren Anträgen auf Die Zeichner können die ihnen zugetelten Veträge vom 31. März d. J. an jederzeit vol in vn 305, des zugereiten Betrags soätestens an J8 Jgeiz. 9505.„ 23. Juni d. J. s%„„„ 20. Juli d. J. sind zulässig, jedoch nur in runden durch 100 teilbaren Berrägn des Paonstorch airch die Jeichur=geigaiseigengngansd ant fesdheust, ads ur a. der alg enoden Telteanige undgtans 10 Vronr upov. 1. u0 aun u. usl. 2 iun an. autcheul. Bespiel: Es müssen also spätessens zallen: die Zeichner von 44 300; 1, Jag uun 20. gul, die Zeichner von M 200: M 100 am 24. Mai.# 100 am 20. Juli; die Jeichner von# 100:## 100 am 20. Juli. Die Zahlung hat bei derselben Stelle zu erfolgen, Zoi, gg /, Zeichpung Die am 1. Vloy)., Ferie stperdens.koghte Ziuschein 2 bei der Vegleichung ugetellete Mlchen zin Koreier ude b, Auderzshatlschen Sazsichelne des Reichk vehese. e. der Anleihen erst am 1. Juli 1916 beginnt, werden auf sämtliche Zahlungen für Zeichner die Stückzinsen vom 30. Juni bis zum Zahlungstage zu entrichten. Wegen der Postzeichnungen ee unt e.#... genaarten Hauspreis gehen demnach ab: Beispiel Von dem in Zisser 4 st. 02. Schulgeld. Seminar: Für Einheimische 200 bezw. 160 für Auswärtige 228#, Vorseminar: 160 bezw. 120 M und 190 M. Außerdem 6# Aufnahmegebühren. Schäfer. Wrotoole Vordeaux= Notwein garantiert rein, pro Flasche aus d. Haus 1.30 Mk., im Ausschank per Glas 25 Pfg. Prima Cognac, bei Begleichung von Reichsanleihe 5%g, Stückzinsen für —— Stuche für Schuldducheinltagung Tatsächlich zu zahlender Betrag also nur II. bei Begleichung von Reich=schatzanweisu gen e e e Ag, Stüchuansen zur e Königl. Fachschule für die Eisen= und Stabi= /10. uud s euck enpsesa“ industrie des Siegener Landes zu viegen. Caxs Ratlin. Tagesschule. Praktische Ausbildung in den Lehrwerkstätten(Schlosserei, Schmiede, Dreherei, Formerei. Klempnerei) neben zeichnerischem und fachwissenschaftlichem Unterricht. Aufnahmebedingung: Erfolgreicher Besuch einer Volksschule. Kursusdauer: 2 Jahre. Schulgeld: 60 Mark jährlich für preußische Schüler. Stipendien für minderbemittelle und würdige Schüler. Die Reifeprüjung gilt II. Ministerialerlaß als Gesellenprüsung für Schlosser und Schmiede Beginn des Schuljahres: 26 Ap.il 1916. Anme'dungen jetzt erbeien. Programme und Auskunst kostenfrei durch ess Die Direktion: J. V. Henscher Gasthof zur Helle, Ttickon 111. werden angenommen beim Weidenausseher Wolff. 10. Talsächlich zu zahlender Betrag also nur rhöbt sich der zu zohlende Betrag für jede 18 Tage, um die sich die Einzahlung weilerhin verVei der Beig=gpbep; bey Schatzanweisungen für jeoe 4; Tage um 5 Psennig für se 110)≈ Nunweil. Sest m 8e Veuit, Au u Suehu wachen auf hs zum 31. Mihz gleistete Belges auf alle anderen Vollzahlungen bis zum 18. April, auch wenn sie Aese eoe Paesce erden. Joenzdar ea eaun Pehechatee oca. aes ene. Hu den Stücken von„ gzbank=Direktorium ausgestellte Zwischenscheine ausgegeben, über deren Umsungen auf Antrag vom Mark und mehr werden für die Reichsanleih: sowoht wie jür. er.#erix um, zu denen Zwischenscheine nicht vorgesehen sind, werden mit größtmöglicher Beschleunigung fertiggestellt voraussichtlich im August d. J. ausgegeben werden. Berlin, im Februar 1916. Reichsbank=Direktorium. Havenstein. v. Grimm. 8 CDE • ∆ 10.# 0 ∆ ∆ ∆ Per □0 IA St S1o ∆ S □0 ∆ S 50— — □ 00 — c C E. 5 C □.—. 5 9" a. E—„ — □. 2 C — 19 *• □. 00— C —.—— □ O 2 v. c 2 —* □— 2#.% * □ * O— O 2. * C 00 —— 0 ——— *— O 1 ——— 9 3 S C S 6 0 9 9 8 o% C — 49— S 0— 0— * S a. —. □— * 9: S C. • 0 0:—— □∆(0 ∆— □ □ □ S 9.— 9 □ C S—— □*— □ m □ E 0—. 8 E N 00 (0 □ *— □ □ G 0 * S 0 **** Bekanntmachung über die Bestandsaufnahme von Heu und Stroh am 12. bis 15. März 1916. Gemäß Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichskanzlees vom 28 Fedruar d. Is.(R6B. S. 127) findet in der Zeit vom 12. bis 15 März 1916 eine Bestandsaufnahme von Heu und Stroh statt... ui i=5=se 4 Der Erhebung unterliegt Heu auer un, Insbelondele auch das Geu von Klee und sonstigen Futterpflanzen, ferner das Stroh von Roggen. Weizen, Dinkel. Hafer und Gerste. Ausgenommen von der E bebung sind:.... Kearssermelt a) die Vorräte, die im Eigenium der Heeresverwünlungen oder der Aarineverwaltung stehen, d) die Vorräte, die in der Hand eines Besitzers 20 Jentner Heu oden70 Zentner Stroh nicht übersteigen. Die Ausführung der Erbedung liegt den Gemeindebedörden od und ist im Wege der Schätzung durch eine Sachverständigenkommission oder den Gemeindevorsteher vorzunehmen. Die Erhebung erfolgt grundsätzlich durch Ortslisten, die von der Schätzungskommission oder dem Gemeindevorsteher nach Maßgabe der der Ortsliste aufgedruckten Bestimmungen aus. Voräte, die sic zur Erhebungszest unterwegs befinden. sind ebenfalls auf zuzeichnen, und zwar für den Empfänger. Vorräte. die im Erhedungsbezirk lagern. ader einem aus. wärtigen Besitzer gehören, sind ebenfalls aufzunehmen unter Angabe des Ramens und der Wahzung, des Besitzers; dadel anderer Stelle angegeben sind— maßgebend ist stets der Ort der Lagerung, nicht der Wohnort des Besitzers.„men Die Mitglieder der Kommission bezw der steher sind befugt, zur Gewinnung richtiger Angaben die Grundstücke und Wirtschaftsräume der zur Angabe Verpflichtelen zu detreten und dort Besichtigungen vorzunehmen. Die inhaber oder deren Stellvertreter sind verpflichtet, auf Befragen Ich weise noch besonders darauf hin, daß es sich hier um eine Erhebung handelt, deren sorgfältige Vornahme für die Aufrechterhaltung der Schlagfertigkeit unseres Heeres von aller Petriebsinbader oder Stelloerireier von Betriebsinhadern, die vorsätzlich die Angaben, zu denen sie auf Grund dieser Verdie fahrlässig die Angaden, zu denen sie auf Grund dieser Verordrung und der Ausführungsbestimmungen der Londeszentral= behörden verpflichtet sind. nicht oder unrichtig oder unvollständig machen, werden mit Geldstrafe dis zu 3000 Mark bestraf“. Hörde, den 9. März 1916. 989 " Der Landrak. I V.: Burchard. ist streng darauf zu achlen, daß Vorräle nicht etwa an Nach der Kreispolizei=Verordnung vom 23. April 1907 ist es verboten. Tauben in der Jeit vom 25. März dis 15. Mai Für Milicebricftaoben ist die festgesette Sperrzel Diese Bestimmung wird hiermit zur öffentlichen Kenntuis gebracht. Wellinghosen, den 9 März 1916. Der Amtmann. " I. V: Der I: Beigeordnete Lutter. Trader-Eriete Aihruhe a C. manr Ist der Jetzige Krieg, der in der Bibel vorausgesagte Veltkrie. Was sagt die Bvbei ung Zier Baostansgtztoze, Rutziu=8, Javon Ueber dieses Thema wi:d ein Vortrag sia tfinden im Saale des Herrn WIIh Wilmsmann(Restaurant Klempt, Mährstraße 7 am Sonntag. den 12. März, abends 8¼ wozu alle steundlichst eingeladen sino — Einteitt stei— 6 Ref. H. Pötschhe, M.sstionar aus Hagen i. W= Von der Lieise zuruck! Dr. Neu. Nascho,s Spezialarzt für Hout=, Harnund Geschlechts= Krankheiten. Rönkgen- und Licht=Behandlung. Hagen i. W. Südstr 9. Ecke Bahnhofstraße.— Sprechst: 9—12, 2—6.— Fernspr. 1906. Phochtragrabe Rug sleht zu verkaufen. 1004 Näheres i. d. Gesch. d. Zig. Die Beleidigung, die ich gegen Anton Schneider, Holzen ausgesprochen habe, nehme ich als unwahr zurück. 1005 A'bert Haß,§