Se Schmmtm Zeiner ucnn außer Feiertags. Bezugsprets M 1 jähritch, bei der Post für Bestellgeld 42 Pio. mehr. Wöchentl. Grakisbeilage:„Ikustrierter Familienfreund" u. tägl. Unterdaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die diedengespaltene Petitzetle oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pfg., Reklamezeile 40 Pfg. Jeder Radatt gill als Kassarubalt u. erlischt bei Konk##rsen, Iwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Amthelser- Rresoialt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Volksblas Verbunden mit? für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schweter Volkznaliuge Schwerker Tageblatt S Schwerter Anzeiger Grltes und älteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeiger für Alle areis- end lohalpollzeilichen Veronungen für den Kreis Hörde erlangen gemet Behanntmachung dei Aöniglichen Regierung durch Verössentlichung in dei„Schwerte. Zettung" rechtsverbindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung" gewöhrt ihren Adonnen. ten für jeden mit Tod endenden Unsoll gebagungen: 300 Mk. Unsall. Druchu Verlag o. Cori Braus. Schwerte- RudFernsp. 62. Teleor. Adr. Braus Schwerte-Rude Nr. 303. Dienstag, den 28. Dezember 1915. 47. Jahrgang 1 ie zweite„Ancona“=Note. WTB Washington, 27. Dez.(Reuter.) Die eite Note der Vereinigten Staaten an Oesterich=Ungarn wegen des„Ancona"=Vorfalles .— 6i Deutscher Tagesbericht. der Calomat! Die Vereinigten Staaten haben die Note Ew. Exzellenz über die Versenkung der„Ancona“, die am 15. ds. Mts. in Wien überreicht und nach Washington telegraphiert wurde, erhalten. Am 15. Dezember überreichte Baron Zwiedinek von Südenhorst, der Geschäftsträger der k. k. Regierung in Washington, dem Staatsdepartement einen Bericht des österreichisch=ungarischen Flottenkommandos über die Versenkung der„Ancona“, in dem zugegeben wurde, daß das Schiff torpediert wurde, nachdem die Maschinen gestoppt hatten und solange sich noch Passagiere an Bord befanden. Das allein ist nach der Ansicht der Vereinigten Staaten genügend, um den Kommandanten des U=Bootes für die absichtliche Verletzung des anerkannten Völkerrechts und die gänzliche Außerachtlassung der Grundsätze der Humanität, welche jeder Kriegführende im Seekriege beachten muß, verantwortlich zu machen. Angesichts dieses anerkannten Amstandes erachtet sich die Regierung der Vereinigten Staaten für berechtigt, die Ansicht auszusprechen, daß in der Frage der Versenkung der„Ancona“ weder das Gewicht und die Art der ergänzenden Zeugenaussagen, durch welche der Bericht des Flottenkommandos bestätigt wird, noch die Zahl der Amerikaner, die getötet oder verwundet wurden, die zu behandelnden Hauptpunkte bilden. Die Schuld des Kommandanten steht in diesem Falle fest. Es ist eine unleugbare Tatsache, daß Bürger der Vereinigten Staaten durch sein ungesetzliches Auftreten getötet, verwundet oder in Gefahr gebracht wurden. Die Bestimmungen des Völkerrechts und die Grundsätze der Humanität, die durch den Kommandanten des Unterseebootes verletzt wurden, sind seit so langer Zeit und so allgemein anerkannt und vom Standpunkte des Rechtes und der Gerechtigkeit so klar, daß die Regierung der Vereinigten Staaten sich nicht veranlaßt fühlt, sie zu besprechen, und nicht begreift, daß die k. k. Regierung sie in Zweifel zieht oder bestreitet. Die Regierung der Vereinigten Staaten sieht sich deshalb genötigt, die k. k. Regierung für die Tat ihres Kommandanten verantwortlich zu machen, und die entschiedenen, aber ehrerbietigst gestellten Forderungen ihrer Note vom 6. Dezember zu wiederholen. Die Regierung der Vereinigten Staaten hofft von Herzen, daß die obige Erklärung ihrer Haltung die k. k. Regierung von der Rechtmäßigkeit ihrer Forderungen überzeugen und daß diese in demselben Geiste von Offenherzigkeit und mit demselben Wunsche nach Aufrechterhaltung der guten Beziehungen zustimmen wird, wie sie jetzt zwischen den Vereinigten Staaten und Oesterreich=Ungarn bestehen, Beziehungen, welche die Vereinigten Staaten veranlaßten, die Forderungen zu stellen. Der Krieg gegen Frankreich. Die Kämpfe am Hartmannsweilerkopf. bb Berlin, 27. Dez. Ueber die Kämpfe auf dem Lartmannsweilerkopf meldet der Kriegsberichterstatter Pietsch: Nach sehr starker Artillerievorbereitung unternahmen die Franzosen am 21. Dezember einen Sturmangriff auf die Kuppe des Hartmannsweilerkopfes. Gleichzeitig erfolgten mehrere vergebliche Angriffe südlich wtb. Großes Hauplquartier, 27. Dez. 1915. Westlicher Kriegsschauplatz. Ein von den Franzosen nordöstlich von Neuville vor unserer Stellung gesprengter Trichter wurde von uns besetzt. Eine feindliche Sprengung auf der Combres=Höhe richtete nur geringe Beschädigungen an. Sonst keine Ereignisse von Bedeutung. Oestlicher Kriegsschauplatz und Balkan=Kriegsschauplatz. Nichts neues. Oberste Heeresleitung. Oesterreichischer Tagesbericht. WTB Wien, 28. Dez.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 27. Dezember: Russischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Tätigkeit der italienischen Artillerie gegen die Tiroler Südfront war gestern wieder lebhaster. Bei einem Gefecht, das auf den östlichen Begleithöhen des Etschtales südlich von Novereto stattfand, verlor der Gegner 200 Mann an Toten und Verwundeten. An der Isonzofront vereinzeltes Geschützfeuer. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. In polje wurden bisher an Beute 5400 Handfeuerwaffen eingebracht. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschall=Leutnant. söhen des Etschtales si Das serbische ddeer ausgeriebenn. Deutschen, Oesterreichern und Ungarn Kopenhagen, 28. Dez. Von hier aug wird der„Köln. Ztg.“ gedrahtet: Nach einem Telegramm aus Nom hat zwischen den Bulgaren und den Serben in der Nähe von Elbassan ein dreitägiger Kampf stattgefunden. Das serbische Heer ist vollständig aufgerieben worden. Entscheidungskampf bei Kiltir##? TU Budapest, 28. Tez. Der Sonderberichterstatter des„Az Est" telegraphiert: Von zuständiger Seite erfahre ich, daß die Ententetruppen mit den Venischen, D fter" fer. und Ungarn auf den Höhen von Kilkitsch einen Entscheidungskampf schlagen wollen. An der Grenze herrscht Ruhe. Die Engländer arbeiten fieberhaft an der Verstärkung der Befestigungen von Saloniki und Umgebung. Sie konzentrieren bedeutende Truppenmassen auf den Höhen von Kilkitsch—Langada und Hotiadee. Kilkitsch wird auch eine Basis für Luftschiffaktionen sein. Es wurde hier mit dem Bau einer großen Luftschiffhalle begonnen. bei Wattweiler. Während die Angriffe, die in großer Uebermacht in mehreren Wellen hintereinander gebracht wurden, die Franzosen in den Besitz des Hartmannsweilerkopfes brachten, unserer Truppen. Schon tags darauf, am 22. Dezember vormittags, eröffnete unsere Artillerie ein vernichtende Heuer auf bsgturepreige gerahel, put: setzte Stellung. Dadurch sturmreif gemacht, Wurden unsere alten Linien im seren Truppen wiedergewonnen und der Gegner von der Kuppe des Hartmannsweilerkopfes vertrieben, so daß wir heute wieder ganz im Besitz des Kopfes sind. Nach Aussagen der hier gemachten Gefangenen(23 Offiziere und 1350 Mann) hatte unser Feuer eine verheerende Wirkung. Auch unsere Handgranaten= und Minenangriffe hatten ein erschütterndes Ergebnis. Durch dieses Ereignis am 21. Dezember ist erwiesen, daß die französische Heeresnachricht im April dieses Jahres, die Franzosen seien im vollen Besitz des Hartmannsweilerkopfes, lügenhaft war. Ich habe soeben die am 22. Dezember eingebrachten Gefangenen, beinahe 1450 Mann, verschiedener Regimenter, darunter solche von einem Eliteregiment, gesehen. Nach Aus' sagen der Gefangenen ist dieses vornehme Regiment fast vollständig aufgerieben. Die Leute, besonders die des Eliteregiments, waren hauptsächlich junge kräftige Menschen von 19 bis 20 Jahren, sie waren gut gekleidet, machten neben den älteren kampferprobten Truppen einen guten Eindruck. Die Gefangennahme hat die Leute nicht mißgestimmt. Trotz des regnerischen Wetters dauern die Artilleriekämpfe noch an. Französische Absage an den deutschen Sozialismus. WTB Bern, 27. Dez. Hervee kündigt in der „Euerre Sociale“ an, daß sich vom 1. Januar der Name des Blattes ändere. Indem ich den alten Namen aufgebe, sagt er, will ich den Bruch unterstreichen zwischen unserm französischen Sozialismus, der zu seinen ruhmreichen Ueberlieferungen zurückkehrte, und dem deutschen Sozialismus, der intellektuell und moralisch bankerott machte. Ich will öffentlich zum Ausdruck bringen, daß die Klerikalsten wie die Reaktionärsten bei uns mehr Vaterlandsliebe fühlen, da sie den Krieg bis zur Ausrottung des preußischen Militarismus wollen, als die Pseudosozialisten von Zimmerwald, die anscheinend einen deutschen Frieden anzunehmen gewillt sind. Darum wählte ich einen Namen, der unsern Willen und unsere Gewißheit auf den Sieg ausspricht: Vom 1. Januar ab heißt die „Euerre Soziale“,„La Victoire“. Ein französisches Paketboot torpediert. WTB Paris, 28. Dez. Das Marineministerium teilt mit, daß ein deutsches Unterseeboot das Paketboot„Ville de la Ciotat“(Messagerie Maritime, 6378 Tonnen) am 24. Dezember früh im östlichen Mittelmeer torpediert und versenkt hat. Die Passagiere und die Mannschaften wurden zum größten Teil durch das englische Paketboot„Meroo“ aufgenommen und am 26. Dezember in Malta gelandet. Englische Schlappe in Westägypten. :: Aus Konstantinopel, 26. Dezember, wird folgender Bericht des türkischen Hauptortter Arieger des Scheits der Senussen setzen in mehreren Kolonnen ihre Angriffe gegen die Engländer in Aegypten erfolgreich fort. Die Gegend von Siva wurde vollständig von Engländern gesäubert. Eine KoOrtschaft Matruh, 24 Kilometer östlich von Solum, an. In dem Kampfe wurden der Kommandant von Matruh und 300 englische ldaten getötet. Der Rest der Feinde flo. gegen Osten. Die muselmanischen Krieger erbeuteten bei Solum und Matruh von den Engländern zwei Feldkanonen, eine Menge Artilleriemunition, zehn Automebilemang denen drei geranzert sind, und eine Men#e „Ain der Tardanellenfront zwang in der Nacht vom 24. zum 25. Dezember unsere Artillerie ein Torpedoboot, das die Landestelle bei Ari Burnu beschoß, sich zu entfernen. In Sedd ul Hellbio warf der Feind eine ziemlich große Menge von Bomben und Lufttorpedos. Unsere Artillerie zerstö einige feindliche Minenwerfer und verursachte bedeutenden Schaden in der ersten und en Linie der feindlichen Schützengräben. Unsere Artillerie traf viermal einen feindlichen Kreuzer, der verschiedene Male Altschi Tepe und die Umgebung beschoß. Unsere Meerengenbat erien beschossen wirksam die Landstellen von Sedd=ul=Bahr, die Versammlungsplätze der Truppen bei Mortoliman. die feindlichen Schützengräben in der Umgebung des Kerevisdere, Reservetruppen lich von Esli Hissarlik und eine Haubitzenhatterie. Sie richteten merrharen, Schadgg an und verkenkten zwei gepanzern Boo Aim 20. Dezember führte eines unserer aus und traf ein Torzedobgot südlich von Sedd=ul=Bahr mit einer Bomde. Sonst nichts von Bedeutung. Nach einer Meldung des „Temps“ aus Rom haben die Engländer m füdlichen Miteimner, an der Grenze zwischen Tripolis und Aegyrten gelger., g4alie, von den Engländern, bittr gilser Stille befes sind zum großen Teil Untertanen des Scheichs der Senussi. Verkeidigungsmaßnahmen am Suezkanal. :: Der Mailänder„Secolo“ mildet aus Kairo, die Engländer träfen äußerst lebhafte sisse: Aegopien. For wöhgerischen, Ereign#,,. in Aegheug„de wahl rend treffen Eisenbahnzüge mit ruppen aus Alerandrien ein, die in 1Dgez zu8pporziuge Suet eintresfer, 3/00) gingesoprente au ge werden.— Ledhaftere Berichte rommen von eine Unterkunft in Ajaccio angeboten. Es ist beSenussi ha=; schlossen worden, 2000 big 3000 Flüc der ägyptischen Westgrenze. Die Srnns ben die Grenze bei Solum überschritten und rücken, wie es scheint, energisch weiter gegen das Niltal vor, wobei sie der Karawanenstraße über die Oase Fajum folgen und die Straße längs der Meeresküste über Mariut meiden. Die Engländer legen dieser Expedition jedoch sehr geringe Bedeutung bei. die nur Plünderungszweck: habe und nicht mehr als vielleicht 5000 Mann stark sei. Auf alle Fälle seien alle Einfallstore nach Aegypten gut besetzt. Die Bedrohung Aegyptens. TU Lugano, 28. Dez. Die Turiner„Stamra“, berichtet aus Katro über die Ereignisse an der ägyptischen Westgrenze: Nach dem Angriff auf Solum durch die Schussiten zogen sich die Engländer nach Marsa Matruh, etwa 70 Kilometer von der Endstation Bir Forlas der Eisenbohn Alexandria— Mariut entfernt, zurück. Zwischen Bir und Fortas und Marsa Matruh wird die Verbindung durch Automobile aufrecht erhalten. Das englische Hauptquartier faßte den Entschluß des Rückzuges auch aus dem Grunde, um einen offenen Konflikt mit dem Großsenussen Sayed Achmed el Scherif, mit dem es in ausgezeichneten Beziehungen steht, zu verhindern. Hier fügt die„Stampa“ die Bemerkung hinzu, daß der Groß=Senusse nach andern in Italien eingetroffenen Nachrichten die Regierung an seinen Neffen Sayed Idriß abgetreten habe. Die Niederlagen der Engländer bei Sollum. bb Lugano, 28. Dez. In einem in der „Stampa“ veröffentlichten Briefe aus Kairo wird gemeldet, daß die Lage an der ägyptischen Westfront bedrohlich sei, da der Groß=Senusse offenbar sich jetzt gegen die Engländer kehre. Allein bei Sollum seien 8000 Senussenkrieger konzentriert. Der dimne Bamünmieg. Freigabe der griechischen Grenze für die Bulgaren? bb Sosia, 28. Dez. Von hier aus meldet die „Voss. Ztg.“: Dem bulgarischen Regierungsorgan „Narodny Prava“ zufolge teilte der griechische Gesandte in Sofia im Namen der griechischen Regierung mit, Griechenland erhebe keine Einwendungen mehr dagegen, daß bulgarische Truppen auf griechisches Gebiet vordringen, wenn dies im Interesse einer Zusammenwirkung mit den Verbündeten unumgänglich notwendig sei. Ministerpräsident Radoslawow nahm diese Erklärung zur Kenntnis und betonte wiederholt, das Erscheinen bulgarischer Truppen auf griechischem Boden widerstrebe keineswegs den griechischen Interessen, sondern diene nur den Verteidigungszwecken des Landes. Der Zusammenbruch der Ententepolitik. TU Wien, 28. Dez. In einer Unterredung erklärte der bulgarische Gesandte Tontschew, die Saloniki=Expedition werde mit denselben bitteren Enttäuschungen enden, wie diejenige von Gallipoli. Die Jentralmächte könnten nicht ausgehungert werden. Des weiteren äußerte sich der Gesandte dahin, daß olle Verhandlungen um die neutrale Zone zwischen Griechenland und Bulgarien in freundschaftlichem Sinne geführt würden. Hinsichtlich der Haltung Rumänienz bemerkte der Gesandte, die rumänische Nation und ihre Staatsmänner seien sich darüber klar, daß die Interessen aller Balkanvölker mit denen Mitteleuropas solidarisch seien. Serbische Flüchtlinge auf Korsika. London, 28. Dez. Der„Times“=Korrespondent meldet aus Saloniki: Die französische Regierung hat einer bestimmten Anzahl serbischer Flüchtlinge süchtlinge dort aufzunehmen. 500 sind bereits unterwegs. Die serbischen Flüchtlinge in Griechenland. Ofenpest, 27. Dez. Die griechische Regierung verhandelt seit Wochen mit Vertretern der Verbandsmächte über die Unterbringung der serbischen Flüchtlinge. Die griechische Regierung erklärt, sie sei gezwungen, auf ihrem Entschluß des schleunigen Abtransportes zu beharren, da die Versorgung der Flüchtlinge die Verpflegung der griechischen Einwohnerschaft unmöglich mache. Die Verhandlungen sind jetzt insosern mit Erfolg zu Ende geführt, als man übereinkam, 4000 Flühtlinge nach Volo, 4000 nach Korfu und die endern nach Cypern, Sizilien und nach Algier zu bringen. Montenegrinische Friedenswünsche. Budapest, 29. Dez.„Az Est“ wird aus Sosia gemeldet: In Montenegro sind in der letzten Zeit große Friedenswünsche wahrzunehmen. Montenegro will nicht das Los Serbiens teilen, es will aber, wenn es gelingen sollte, Frieden zu schließen, den Friedeneschluß auch auf Serbien ausdehnen. Der Vierverband trachtet eifrig, diese Friedensgelüste zu vereiteln. Die Wahrheit über Warna. Sofia, 27. Dez.(Meldung der„Agence Bulgare"). In der ausländischen Presse findet sich eine Flut von Meldungen über eine angebliche Beschießung von Warna durch drei russische Schisse, nämlich ein Panzerschiff und zwei Torpedoboote, die 10 militärische Transportschiffe geleitet hätten, welche bereits mit der Ausschiffung von Truppen an der bulgarischen Küste begonnen haben sollen. Der Ursprung dieser durchaus phantastischen Nachrichten ist in einem zufälligen Zusammenstoß zu suchen, der zwischen 4 russischen Torpedobootszerstörern und einem bulgarischen Torpedoboot stattfand, das vor dem Kloster Heiliger Konstantin unweit Warna vor Anter lag. Bei diesem Zusammenstoß sind lediglich etwa 50 Kanonenschüsse gewechselt worden, ohne daß irgend ein Schaden verursacht wurde. Die russischen Torpedobootszerstörer zegen sich, ohne die Stadt beschossen zu haben, zurück. Es erübrigt sich, hinzuzufügen, daß kein Versuch zu einer Landung ron russischer Seite unternommen wurde. Die russischen Operationen gegen Bulgarien. TU Paris, 27. Das Blatt Clemenceaus„Homme en chaine“ bespricht die Vorbereitungen Rußlands am Schwarzen Meer gegen Bulgarien und Oesterreich und sagt, daß der Landungsversuch in Warna ein großes Fiasko gewesen sei, denn nach Abfeuern von nur 91 Granaten hat sich die russische Flotte, obwohl von einer großen Anzahl Transportschiffe begleitet, die voll mit Truppen besetzt waren, zurückziehen müssen. Bis heute liegt auch noch keinerlei amtliche Meldung über die Landung vor. Griechenland nach den Kammerwahlen. Die Vierverbändler bemühen sich krampfhaft, die Bedeutung des Wahlergebnisses herabzusetzen, indem sie behaupten, Venizelos würde bei den Wahlen gesiegt haben, wenn seine Anhänger sich an der Wahl beteiligt hätten. Demgegenüber wird von berufener Seite festgestellt, daß das Gegenteil der Fall ist. Die von Venizelos verkündete Wahlenthaltung wurde nur an wenigen Orten streng befolgt. Vielfach haben frühere venizelistische Wähler für einen„Kriegskandidaten“ gestimmt. Es läßt sich an der Tatsache nicht drehen noch deueln, daß die Wahlen eine Kammer zustande gebracht haben, die im Einvernehmen mit dem König an der Fortsetzung einer Politik der Neutralität weiterarbeiten will. Nicht einmal ein neuer Mi nisterpräsident soll berufen werden; vielmehr verlautet, daß das Kabinett Skuludis im Amte verbleiben soll. Gunaris über Griechenlands Der Londoner„Daily Chronicle“ veröffentlicht eine Unterredung mit dem griechischen Minister Gunaris, der erklärte, seine politische Haltung sei von den Wählern gebilligt worden. Die Entente und die Mittelmächte hätten nunmehr erkannt, daß Griechenland ein Recht habe, neutral zu bleiben; aber die Neutralität werde nur so lange gewahrt werden, als die Integrität und Souveränität des Landes nicht angetastet werden; andernfalls würde Griechenland von seinex jetzigen Haltung abgehen. Entente Absichten auf Epirus. :: Einem Telegramm der„Nat.=Ztg." zufolge meldet der Athener Korrespondent des Petersburger Blattes Russkija Wjedomosti seinem Blatte eine Unterredung mit dem russischen Gesandten in Athen Demidow, der erklärte, daß die diplomatischen Verhandlungen in Athen über die augenblickliche Lage noch nicht abgeschlossen seien und daß die Entente sich genötigt gesehen hat. neue Forderungen der griechischen Regierung zu unterbreiten. Der Hauptbestandteil dieser Forderungen betrifft die Einbeziehung des Epirus in die Kriegszone. Die Entente beansprucht neuerdings also nicht nur ganz Griechisch=Mazedonien, sondern auch den Evirus als„Kriegsgebiet“. Wie sich die griechische Regierung zu neuen Forderungen stellen wird, ist zuverlässig noch nicht bekannt. doch wird sie diese neue „Bescheidenheit“ der Entente im Hinblick auf das Festsetzen der Italiener in Valona keineswegs freundlich aufnehmen. Allem Anschein nach beabsichtigt die Entente eine Verbindung Salonikis mit Valona durch Griechenland her zustellen. 560 000 Tonnen Getreide aus Rumänien. Zwischen den Vertretern der Einkaufsgesellschaften der Mittelmächte und der rumänischen Zentralkommission für den Ankauf und die Ausfuhr von Getreide wurde soeben ein Vertrag abgeschlossen. Der Vertrag umsaßt Bestimmungen bezüglich der Ausfuhr früher gekaufter Getreidemengen, ferner die Sicherung der Eisenbahn= und Schiffstransporte, endlich den Ankauf von 500 000 Tonnen neuer Getreidemengen. Die Bezahlung der Ware erfolgt nach Ueberschreitung der Grenze bezw. nach Verlassen des Donauhafens. — Der Krieg gegen England. England vor einer Ministerkrisis. Mailand, 28. Dez. Die allgemeine Ansicht in London geht nach italienischen Berichten dahin, daß tiefgreifende Aenderungen in der englischen Regierung beverstehen. Die allgemeine Kritik gegen die Regierung sei so scharf, daß eine Ministerkrisis unvermeidlich sei. Besonders scharf ist die Kritik des englischen Vorgehens gegenüber Serbien und an den Dardanellen. Asquith wird überdies eine schwächliche Haltung in der Rekrutierungsfrage vorgeworfen. Von 23 Regierungsmitgliedern sollen heute 13 gegen den Wehrzwang sein. Lloyd Ceorges Hilferuf an die Arbeiter. WTB London, 27. Dez. Llody George hielt gestern in Glasgow vor 3000 Vertretern von Gewerkschaften und Werlmeistern eine Rede, in der er auf die unbedingte Notwendigkeit der Verwenwendung ungelernter Arbeiter neben gelernten hinwies. Er sei gekommen, um Vorschläge zu machen, von deren Annahme nicht nur der Sieg, sondern auch die Rettung zahlloser Leben abhänge. Es wäre ihm ganz unmöglich, durch das Parlament dem britischen Heere mitzuteilen, daß die gelernten Arbeiter sich weigerten, die Gewerkschaftsregeln zu suspendieren, um das Leben ihrer Genossen auf dem Schlachtfelde zu retten. Er könne richt glauben, daß der britische Arbeiter weniger rattiotisch sei, als der französische, deren Aufopferung es Frankreich ermöglichte, der schrecklichen Maschine Widerstand zu leisten, die mit Hilse der deutschen Arbeiter den Sieg über die Russen errungen habe. Die Zeit sei kostbar und die Hilfe müsse ohne Verzug kommen. Englands Dardauellenverluste. Der englische Staatssekretär Tennan teilte im Unterhause mit, daß die Gesamtverluste an den Dardanellen einschließlich der Marinedivisionen bis zum 11. Dezember betrugen: 1679 Oftizière und 23 670 Mann tot, 2969 Osfiziere und 72222 Mann verwundet, sowie 337 Ofsiziere und 12 116 Mann vermißt. Vom 25. April bis zum 11. Dezember wurden außerdem 96 682 ertrankte Mannschaften in Hospitäler ausgenommen. Die Verluste der Franzosen sind, das sei ausdrücklich hervorgehoben; in diese Ziffern nicht miteinbegriffen. Was beabsichtigt Japan? bb Berlin, 28. Dez. Nach dem 8=Uhr Abendblatt der„Nat.=Itg.“ melden die russissichen Blätter aus Tokio u. a., daß im ganzen Lande Vorbereitungen zu einer militärischen Aktion getroffen werden. Die Flotte ist bereits vollständig mobilisiert worden. Zum Teil befindet sie sich bereits innerhalb der chinesischen Gewässer, zum Teil ist sie zum Abgehen dahin bereit. Die Vorgänge in China werden im ganzen Lande mit größter Spannung verfolgt. Die Gründe für Rußlis Rücktritt. bb Berlin, 27. Dez. Aus Petersburg wird der „Voss. Ztg.“ über Stockholm berichtet: General Nußli ist freiwillig. gegangen. Schon Mitte November hatte er den Zaren um den Abschied gebeten, der jedoch abgelehnt wurde. Mitte Dezemher erneuerte er das Gesuch, was zu stürmischen Auseinandersetzungen zwischen ihm und dem Zaren= führte, da Rußki dabei gewissermaßen das Sündenregister der Zentralstellen mit kühner Offenherzigkeit aufrollte. Die mobilisierte Industrie## habe völlig versagt. Anstatt die Armee mit Munition, habe sie die pseudopatriotischen Profitjäger mit Millionen versorgt. Man verlangte von ihm den Entsatz Kurlands, schob aber jede neu formierte Einheit nach der südwestlichen Front ab. wo man einen absurden Einfall in Galizien und die Bukowina plante. Er sei schon im Frühjahr durchaus ein Gegner der Sendung des Generals Pau# gewesen, der jetzt mit einem eigenen französischen Stabe von acht höheren Offizieren angekommen sei und tatsächlich die militärische Aussicht über die russischen Armeen zu übernehmen gedenke. Man# habe ihm den Oberbefehl an der Nordwestfront übertragen und Petersburg als zu dieser Front gehörig erklärt; aber der Oberbefehlshaber und der Stadthauptmann von Petersburg machten ihre eigene Politik und mißachteten seine Anordnungen. Kurzum, es herrschte hinter der ihm anvertrauten Front ein derartiges, Chaos, daß er die weitere Verantwortung nicht übernehmen könne. Der Naub der Russen in Ostpreußen. bb Berlin, 28. Dez. Nach amtlicher Zusammenstellung betragen die Verluste Ostpreußens an Vieh und Pferden durch den Russeneinfall 135 000 Pferde, 250000 Stück Vieh und 200000 Schweine. An Schafen gingen 56 000, an Ziegen 10 000, an Hühnern 600 000, an Gänsen 50000 verloren. Angleiche Naturen. Roman von B. Corony. 33 „Weil Du Deinen eigenen Wert kennst und weißt, daß man Dich immer bewundern muß.“ „Das bilde ich mir weder ein, noch könnte es das mindeste Interesse für mich haben. Bilte, lieber Oheim.“ 6 „Ja, ja, Mädchen, wie die hier, denen steigen billige Weihranchwolken nicht zu Kopfe," lachte der General, den dargereichten Löffel an die Lippen führend.„Bravo, Johanna! Gefällt mir. Du hast Recht, stolz zu sein.“ Raden schwiegverstimmt. Dieseabweisende Kälte schien ihn verletzt zu haben. Er entfernte sich von dem Tischchen und Juliane rückte ihm einen Stuhl an ihrer Seite zurecht. Doch er achtete nicht darauf und trat an den Kamin. Sein Antlitz blieb der jungen Frau zugewendet, aber in dem gegenüberhäugenden Spiegel konnte sie beobachten, wie sein Blick unverwandt an Johanna hing und jede ihrer Bewegungen verfolgte. Da meinte Juliane, ein kaltes Eisen bohre sich ihr langsam tiefer und tiefer in die Brust. „Wie gut sie alle ohne mich fertig werden könnten," der Gedanke drängte sich ihr, wie schon so oft, auch diesmal wieder auf und beraubte sie ihres höchsten Reizes, der prickelnden, sprühenden Fröhlichkeit. Sie wurde immer einsilbiger und verstummte endlich gänzlich. Später kam Assessor von Tornan, um Mutter und Schwester abzuholen. Horst schloß sich ihnen an.„Erwarte mich nicht, Juliane,“ sagte erflüchtig Abschied nehmend.„Ich gehe dann mit Guido noch in das Kasino. Bin lunge nicht mehr dagewesen und werde vermutlich etwas spät zurückkommen. Lasse Dich in Deiner Ruhe nicht stören. Du scheinst ermüdet zu sein. Guie Nacht!“ „Gute Nacht!“ Das Herz voll Träuen stieg sie in die zweite Etage hinauf. Es war ihr unbeschreiblich beklommen zu Mute. Vor der Kinderstube blieb sie stehen, öffnete dann leise die Tür und schlich an Alexis Bettchen. Der matte, rosige Schein einer mit dichtem Schleier verhüllten Lampe fiel auf das zarte Gesichlchen. 6 „Mein Engel, Du mein sußer Liebling,“ flüsterte Juliane und beugte sich tief über den schlummernden Knaben herab. „Bitte schön, gnädige Frau, wecken Sie ihn doch nicht auf. Er war den ganzen Abend so unruhig. Die Frau Generalin hat schon zwei Mal nach ihm gesehen,“ sagte die Wärterin. „Unruhig? Fehlt ihm etwas?“ „O nein, etwas erkältet, nichts weiter.“ „Er sieht ja so rot aus.“ „Das macht die Lampe.“ „Hat er etwa Hitze?“ Julianes Hand glitt ängstlich über die von krausen Löckchen bedeckte Stirne. Da erwachte der Kleine und brach#i## lantes Weinen aus. „Herzchen, ich b.t'sja!"„ Damit hob ihn die junge Frau unter den zärtlichsten Liebkosungen empor.„Was ist denn? Du wirst Dich doch vor Deiner Mama nicht fürchten?“ Tänzelnd trug sie ihn im Zimmer umher, aber das Geschrei wurde immer kreischender und durchdringender. „Herrgott, was geht denn hier vor?“ tönte plötzlich der Generalin Stimme von der Türe her. „Juliane, was fällt Dir ein, den Kleinen so zu ängstigen. Gib ihn doch her. Du verstehst unn einmal nicht, mit Kindern umzugehen. Er kann ja Krämpfe bekommen, wenn Du ihn so erschreckst, lege Dich schlasen! Käthe weiß schon, was zu tun ist und ich sehe nach. An mich ist Alex viel mehr gewöhnt, als an Dich. Machen Sie Milch warm, Wärterin.“ Energisch nahm sie ihr den Knaben aus den Armen, währenddas Mädchen hinauseilte.„Schlaf, mein Prinzchen, schlase! St, 91— Häschen spitzt das Ohr, sieht aus hohem Gras hervor. Schlaf, Prinzchen, schlafe!“ Damit legte sie ihn wieder in sein Bettchen.„So, jetzt wird er schon ruhiger.— Ja, siehst Du, das bringt Dein gepriesener Kunstgesang nicht fertig. Man kann ein gottbeguadetes Talent sein und doch schmählich Fiasko machen, sobald es darauf ankommt, das einzige Kind in den Schlaf zu singen. Alles, wo es hingehört, meine Liebe. Entweder muß man ganz Künstle= rin oder ganz Gattin und Mutter sein. Ich meine, da Du einmal gewählt haft, so solltest Du Dich auch bemühen, voll und rückhaltslos das letztere zu werden.“ „Will ich es etwa nicht? Aber unterstützest Du mich dabei?“ „Iu welcher Weise soll ich Dich unterstützen, da Du mir alles übel nimmst und immer die Gekränkte und Unterdrückte spielst?" „Ich spiele sie nicht, sondern bin es.“ „Na ja, diese Antwort charakterisiert Deinen Trotz und Deine Eigenliebe. Dadurch machst Du es mir auch unmöglich, Dir zu helfen.“ „Als ob das überhaupt Dein Wunsch wäre!" „Wenn Du so über mich denkst—“ „Ja, ich tne es. Warum lügen und betrügen und vor der Wahrheit zurückbeben? Ich war Dir von jeher ein Dorn im Ange. Du träumtest eine andere Zukunft, andere Verhältnisse für Deinen Sohn, und hattest vielleicht von einem gewissen Standpunkte aus recht. Es ging nicht nach Deinen Wünschen, und das gedenkst Du mir. Ich drängte mich zwischen Dich und Deine Pläne und Du vergibst es mir niemals, weil Du zu den Nuturen gehörst, die nicht verzeihen können. Ich streckte Dir beide Hände entgegen, aber Du wolltest es nicht sehen, ich würde mein Herzblut für Horst hingegeben haben, aber Du ließest es Dir angelegen sein, allem dem, was ich aus wahrem Herzensdrung tat, den Stempel des Theatralischen und Unwahren aufzuprägen. Mit einem Eiser, der besserer Sache würdig gewesen wäre, suchtest Du eine Scheidewand zwischen ihm und mir aufzurichten. Zum Teil ist es Dir bereits gelungen. Seit ich ganz erfüllt von Liebe und Hoffnung, dieses Haus betrat, bemühst Du Dich, den Boden, auf dem ich stehe, zu untergraben. Ich fühle auch, wie er allmählich fortgerissen wird, aber ehe er mir ganz unter den Füßen schwindet, frage ich Dich, ob das Glück Deines Sohnes nicht mit ihm versinken könnte.“ „Soll das eine Drohung=sein?" „Nein, nur eine Warnung.“ Der jungen Frau graziöse Gestalt verschwand im nächsten Zimmer. Die Generalin blickte ihr nach.„Horst, wenn Du Dich von Deinem bösen Dämon befreien und uns allen zurückgewinnen könntest!“ murmelte sie zwischen den Zähnen hervor.„Diese Juliane hält Dich dem wahren Glück fern.“ Die junge Frau hatte sich zwar zurückgezogen, schlief aber nicht. Vergebens wehrte sie ihren Gedanken, dann lauschte sie auf das gleichmäßige Ticktack der Uhr und nahm, als alles nichts helfen wollte, einige Morphinmtropfen. Wohl floß Traum und Wirklichkeit in eins zusammen, aber immer wieder schreckte sie jäh emvor und stöhnte:„Alles, alles nehmen sie mir, sogar mein Kind!" Als der Morgen dämmerte, hörte sie Horst heimkommen und richtete sich wartend auf, harrte aber vergebens. Am nächsten Morgen sahen sich die beiden Gatten erst spät und dann schwebte eine dunkle Wolke über diesem kurzen Beisammensein. „Du bist gestern, wie ich höre, meiner Mutter wieder mit ganz ungerechtfertigter Heftigkeit entgegengetreten,“ bemerkte Horst etwas mißmutig. „Wenn Du Dir das nur abgewöhnen möchtest! Solche Kundgebungen von ewiger Gereiztheit sind die ärgsten Feinde eines ruhigen und gemütlichen Ehelebens.“ „Laß Dir doch erst erzählen.“ 233.10 Emmichs verdienste im Weltkrieg. Was General von Emmich in diesem Kriege geleistet hat. :: Zu dem unerwarteten Tode des Generals von Emmich wird der„Nordd. Allg. Zeitung" über die Verdienste, die sich dieser Heerführer in diesem Kriege erworben hat, geschrieben: General von Emmich wird für alle Zeiten im Gedächtnis des deutschen Volkes als der„Eroberer von Lüttich“ fortleben. Nicht als ob er an diesem Kriege keinen anderen, höchst rühmlichen Anteik gehabt hätte, aber die große Waffentat vom 7. August, die in den schicksalsschweren ersten Kriegstagen des August 1914 den Reigen der deutschen Siege eröffnete, machte den Namen des Bezwingers der starken Sperrfestung Lüttich jedem Deutschen lieb und wert. Mit einer verhältnismäßig geringen Truppenzahl hatte General von Emmich schon wenige Tage nach Beginn der Mobilmachung, am 7. August 1914, morgens 8 Uhr, die starke Festung im Sturm genommen. Er erhielt dafür von seinem dankbaren König den Orden Pour le merite. Man wird sich noch erinnern, wie gleichzeitig mit dieser überraschend schnellen Eroberung des„unüberwindlichen". Lüttich der ungeheure Lügenfeldzug Frankreichs und Englands einsetzte. Erst hieß es, daß Lüttich überhaupt noch gar nicht gefallen sei. Dann teilten französische Blätter mit, daß 20 000 Deutsche vor Lüttich gefallen seien, eine Zahl, die bei weiterer Verbreitung in Amerika immer höher wurde und endlich auf 120000 angewachsen war. Es war unseren Feinden auf eine 1 mehr oder weniger nicht angekommen. Als unsere oberste Heeresleitung alle diese Angaben in das Reich der Fabel verwies, wurde General von Emmich sogar für tot erklärt, dessen Name allein ein Schrecken für die Franzosen war. Dann kam die Tätigkeit Generals von Emmich in dem Schützengrabenkrieg, in dem er auch Hervorragendes leistete. Da aber in diesen Kämpfen sein Name naturgemäß nicht genannt wurde, erfanden die Franzosen ein neues Märchen, daß der Eroberer von Lüttich beim Kaiser in Ungnade gefallen sei, weil der Kaiser eingesehen have, daß die Eroberung Lüttichs ein großer Fehler (!!) war. Obwohl diese Nachricht den Stemwel der größten Unkenntnis in militärischer Beziehung an der Stirn trug, wurde sie im Ausland geglaubt und weiter verbreitet, bis unsere Feinde plötzlich durch die Tat erfahren sollten; wie unwahr ihre Behauptungen waren.... am 9 g: 101- Ka: Ereignis trat am 2. Mai 1915 det der gewaltigen Durchbruchsschlacht von Tarnow=Gorlice ein. An diesem Ringen hatte nämlich General von Emmich einen bedeutenden Anteil, der an Wert hinter seiner ersten großen Waffentat von Lüttich keineswegs zurücksteht. Als die gewaltige Schlacht von Gorlice, über deren Bedeutung hier nichts mehr gesagt zu werden braucht, vorbereitet wurde, wurde auch General von Emmich mit seinen Truppen vom westlichen Kriegsschauplatze nach dem südöstlichen gezogen. Hier befehligte er den rechten Flügel der Armee Mackensen und trug zu dem Gelingen des großen Unternehmens Bedeutendes bei. In den Berichten unseres Generalstabes wurde sein Name mehrfach in der rühmlichsten Weise erwähnt. Als die russische Front durch den Durchbruch bei Gorlice zur eiligen Flucht gezwungen worden war, war in einem Gewaltmarsch bis zur Jasiolka, es General von. Emmich, der seine Truppen nördlich Duklaj-vorrücken ließ. Dadurch gelang es ihm, mit seiner Artillerie nicht nur die Stadt Dukla, sondern auch den nach ihr genannten Duklapaß zu beherrschen, auf dem die russischen ogen trückfluteten. Am 8. Mai machte er fast 5000 Gefangene und warf am 10. Mai die Russen durch einen siegreichen Angriff auf Sanok zurück. Nachdem General von Emmich für seine großen Verdienste um die Schlacht gegen die russische Uebermacht das Eichenlaub zu dem Orden Pour le merite vom Kaiser verliehen erhalten hatte, erzwangen seine Truppen in der großen Schlacht am San am 18. August den Uebergang über den Sanfluß, der in der Geschichte dieses Krieges zu großer Berühmtheit gelangt ist. Damit war ein bedeutender Abschnitt im Kampfe gegen das russische Heer zur Befreiung Galiziens getan worden. Was General von Emmich noch weiter bei der Zurückwerfung der Russen über Przemysl hinaus geleistet hat, das gehört der Geschichte an. Sein Name wird darum für alle Zeiten mit der größten Zeit des deutschen Heeres aufs engste verknüpft sein. Er starb im Alter von 67 Jahren. Er war am 4. August 1848 in Minden geboren Aus Sladt und Umgedung. Tröstliche Auoblicke. Die Zukunft unserer Volksernährung erscheint vielen immer noch in einem recht zweifelhaftem Lichte, obgleich oft genug wiederholt worden ist, daß unsere Lebensmittelversorgung trotz aller Schwierigkeiten auf gesichertem Boden steht. Einschränkungen müssen wir uns freilich gefallen lassen, aber von Not ist nicht entfernt die Rede. Weil aber die Zahl der Aengstlichen und Schwarzmaler im deutschen Volk immer noch groß ist, sollen uns Darlegungen über die voraussichtliche Entwickelung der Ernährungswirtschaft stets willkommen sein, zumal wenn sie von sachkundiger Seite wie vom Präsidenken des Deutschen Landwirtschaftsrates, Grafen Schwerin=Löwitz stammen: Det Genannte hat zu der Leistungsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft das beste Zutrauen. Da die Aufzucht von Vieh trotz der starken Verteuerung der Futtermittel von großen und kleinen Landwirten jetzt eifrig betrieben wird, würde es an Fleischlieferungen nicht fehlen. Auch eine Knappheit von Kartoffeln sei nicht zu befürchten. Die Buttererzeugung ferner sei keineswegs sö eingeschrumpft, wie die Städter auf Grund ihrer Erfahrungen beim Einkauf annehmen. Ueber die Lage im allgemeinen lautet das Urteil:„Jedenfalls ist nicht daran zu denken, daß die Verhältnisse im nächsten Jahre noch schlimmer werden. Im Gegenteil, es ist eine Besserung zu erwarten: Den Landwirten ist es im allgemeinen gelungen, alles Land zu bestellen, trotz eines gewissen Arbeitermangels, der aber die Löhne nicht besonders in die Höhe getrieben hat, und obwohl die Zahl der eingezogenen Landwirte besonders groß ist. Aber die einzelnen Familien haben sich in wunderbarer Weise gegenseitig ausgeholfen. Außerdem haben die Gefangenen hilfreiche Dienste geleistet.“ Das ist ein tröstlicher Ausblick, von dem man gern Kenntnis nimmt. **( B e s t a n d s a u f n a h m e.) A m 3. J a n u a r f i n d e t eine Bestandsaufnahme von Kaffee, Tee und Kakao statt. Von den Betriebsinhabern, welche in Frage kommen, müssen alle Vorräte angezeigt werden, und zwar nicht nur für die Betriebe, welche mit Kaffee, Tee und Kakao handeln, sondern auch für die, welche diese in Form von Getränken verabfolgen, wie Pensionen, Hotels, Gast= und Schankwirtschaften, Konditoreien, Kaffcestuben usw. Haushaltungen sind bezüglich des für den eigenen Verbrauch bestimmten Kaffees und Tees(nicht Kakaos) anzeigepflichtig, wenn die Mengen bei Kaffee 20 Pfund, bei Tee 5 Pfund übersteigen.— Alles Weitere ist aus der Bekanntmachung in der heutigen Nummer zu ersehen. **(Beförderung.) Herr Lehrer Althoff von der Sedanschule, bisher Unteroffizier, wurde zum Feldwebel befördert. **(Weihnachtsfeier im Vereinslazarett Evangelisches Krankenhaus.) Ueber die Weihnachtsfeier im Evangelischen Krankenhause witd uns noch nachträglich geschrieben: Am 22. Dezember fand im Evangelischen Krankenhaus die Weihnachtsfeier für die Insassen des Hauses und für die Verwundeten des Vereinslazaretts statt. Eine recht stattliche Zahl von Teilnehmern hatte sich zu dem Feste eingefunden. Beim glänzenden Weihnachtsbaum erklangen die lieben alten Weihnachtslieder. Unter der Leitung eines der Verwundeten hatten mancherlei Vorbereitungen getroffen werden können: Ein gemischter Chor erfreute durch ernste und heitere Weisen die Teilnehmer, ein Weihnachtsstück aus der Gegenwart wurde aufgeführt, mancherlei Deklamationen wurden gebracht. Die Damen vom Vorstand des Vaterländischen Frauen=Vereins hatten für jeden Verwundeten ein reichhaltiges Paket überbracht. Im Namen der Verwundeten dankte einer derselben für das Fest und die Gaben. Allen denen, die durch ihre Gaben zu dem wohlgelungenen Feste beigetragen haben, besonders den Mitgliedern des Vaterländischen Frauenvereins und des Roten Kreuzes soll auch an dieser Stelle noch einmal der Dank für alle Freundlichkeit und Liebe ausgesprochen sein. **(Die Kriegsunterstützungen.) Wiederholt ist schon darauf hingewiesen, daß zur Erledigung von Gesuchen um Gewährung von Kriegsfamilienunterstützungen und Beschwerden in Familienunterstützungsangelegenheiten nicht das Kriegsministerium zuständig ist, sondern die Zivilverwaltungsbehörden. Gleichwohl geht dem Kriegsministerium in Berlin fortgesetzt eine Fülle solcher und ähnlicher (Miets= und Wochenbeihilfe=) Gesuche und Beschwerden zu, die dort durch Weitergabe an die zuständigen Stellen ganz überflüssigerweise eine Menge Arbeit verursachen. Auch im eigensten Interesse der Bittsteller kann diesen nur immer wieder dringend geraten werden, unerwünschte Verzögerungen ihrer Gesuche dadurch zu vermeiden, daß sie von vorne herein vor die richtige Schmiede gehen. **(Eine schöne Weihnachtsfreude) bereitete der M.=G.=V.„Cäcilia“ den Verwundeten und den übrigen Insassen der beiden hiesigen Krankenhäuser. Am 1. Feiertage brachte er im kath., am 2. im evangelischen Krankenhause einige prächtige Lieder zum Vortrag und fand in beiden Häusern dankbare und hocherfreute Zuhörer. **(Von einem bedauerlichen Unfall) betroffen wurde am Freitag abend eine an der Hagenerstraße wohnende Frau Sander. Die etwa 40 Jahre alte Frau stürzte beim Ausputzen des Weihnachtsbaumes so unglücklich von einer Treppenleiter, daß sie einen Bruch des linken Fußes und eine schwere Quetschung der Schulter erlitt. **(Ausländische Butter.) Die Butterknappheit, die sich während der letzten Wochen des alten Jahres namentlich in einer Anzahl von Großstädten recht empfindlich bemerkbar machte, wird im neuen Jahre, wenn nicht ganz behoben, so doch gemildert werden. Wir bekommen ganz ansehnliche Mengen Butter, freilich zu etwas höheren Preisen, aus dem neutralen Ausland herein. Als Weihnachtsgabe hatte auch Norwegen just zum Fest sein Butterausfuhrverbot aufgehoben. Die Butterzufuhr aus Norwegen war zwar während des Krieges nicht besonders bedeutend; sie ist jetzt aber doch, auch als Zeichen wohlwollender Neutralität, mit Genugtuung begrüßt worden. Das Ausfuhrverbot wäre auch gewiß nicht erfolgt, wenn die norwegischen Staaten nicht die Sicherheit hätten, in den Krieg nicht mehr verwickelt zu werden. Gebohrt war von Seiten der Ententemächte genug worden, um die skandinavischen Staaten zur Teilnahme an dem Kriege gegen Deutschland zu gewinnen. **(Zum Abschuß des Wildes) sollen jetzt Jäger zeitweise deurlaubt werden. Das Magdeburger Generalkommando hat die Garnisenkommandos seines Befehlsbereiches angewiesen, auf Ersuchen der Jagdbesitzer Militärpersonen, die Jäger sind, und auch sonst die Jagd auszuüben pflegen, für die Jagden zu beurlauben. Damit soll erreicht werden, daß erheblich mehr Wild abgeschossen wird, als es bis jetzt der Fall ist. Dadurch wird nicht nur der beträchtliche Wildschaden verringert, auch die Fleischversorgung der Bevölkerung wird erleichtert. in den Reihen der Mitglieder und der Leitu### herrscht, wird diese Opferwilligkeit und Ausdau im Dienste für das Vaterland anhalten und de einst, wenn die Friedensglocken ins Land hinei läuten, dem Verbande und seinen Vereinen weit ren Segen bringen. — ** Holzen, 28. Dez.(Mutterberatung.) Wir machen darauf aufmerksam, daß die nächste Mutterberatung erst am 5. Januar abgehalten werden kann. ** Ergste, 27. Dez.(Der Gesang=Verein „Eintracht“) hielt gestern abend im Vereinslokal seine letzte diesjährige Generalversammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Musikleiter Herr Hauptlehrer Schulte— der Vorsitzende ist auch einberufen— der Mitglieder, die im Felde stehen und widmete den 5 in Feindesland gefallenen aktiven Sängern einen warmen Nachruf. Nachdem die gewöhnlichen Punkte der Tagesordnung, als Protokollverlesung u. Zahlung der Beiträge 2c. erledigt waren, erstattete der Kassierer und stellvertretende Schriftführer Herr Ewald Hellmann den Jahresbericht. Mit dem vergangenen Vereinsjahre könnte man noch zufrieden sein, 42 Mitglieder seien zu den Fahnen einberufen, trotzdem hätten die Uebungsabende ziemlich inne gehalten werden können; auch auf dem Gebiete der Wohltätigkeit hätte der Verein sein möglichstes getan. Der Ueberschuß des letzten Wohltätigkeitskonzertes von 102 Mk. wäre der hiesigen Kriegshilfskasse zur Unterstützung der in der Gemeinde wohnenden Kriegerfamilien und=Frauen übergeben worden, auch hätten die feldgrauen Mitglieder regelmäßig ein Liebespaket erhalten. In der nun folgenden mündlichen Erörterung wurde beschlossen, falls sämtliche Vereine der Gemeinde sich anschließen würden, dem hiesigen Frauen=Verein einen gewissen Betrag zu überweisen, damit dieser jedem aus der Gemeinde Einberufenen ein mehrpfündiges Paket von Zeit zu Zeit zusenden könne. Nach den üblichen Wahlen schloß der Leiter die Versammlung mit dem Wunsche: Gott wolle geben einen baldigen ehrenvollen Frieden und allen Mitgliedern eine fröhliche Heimkehr. Der Verband der kathol. Arbeiter= und des Bistums Paderborn während des Krieges. Der Diözesanverband zählte am 1. Januar 1915 282 angeschlossene Vereine mit 46700 Mitgliedern. Die Hoffnung, das vor dem Kriege Gewonnene auch während der Kriegszeit zu halten, wurde nicht getäuscht. Bis zum 1. April waren zum Heeresdienst 11 652 Mitglieder eingezogen, gefallen 684, 306 hatten das Eiserne Kreuz erhalten. Das Vereinsvermögen beträgt 215 320 Mk. Der Kasseneinnahme von 193240 Mk. steht eine Ausgabe von 182 728,81 Mark gegenüber. Die Wohlfahrtseinrichtungen des Verbandes haben sich während des Krieges gut bewährt. Die Krankengeld=Zuschußkasse Düsseldorf ist in 91 Vereinen mit 4595 Mitgliedern eingeführt. An Krankenunterstützungen wurden 67 937,41 Mark gezahlt; Sterbegeld für Todesfälle 2817,98 Mk. 42 Vereine zahlten aus eigenen Mitteln 21714 Mk. Krankengeld. Die Leo=Volksversicherungsbank=A.=G. ist in 151 Vereinen eingeführt und hat 13 280 Mitglieder. An Sterbegeld wurden 15 236,60 Mk. gezahlt. 108 meist ältere Vereine zahlten aus eigenen Sterbekassen 18899 Mk. Aus den Unterstützungskassen des Diszesanverbandes flossen den Mitgliedern und deren Angehörigen 132027,24 Mark an Unterstützungen zu. In 33 Vereinen bestehen Sparkassen mit einer Gesamteinlage von 313007 Mr. Aus der Kriegsarbeit des Diözesanverbandes muß besonders die Abhaltung von religiösvaterländischen Sonntagen hervorgehoben werden, die sich zu einer Art vaterlündischer Weihe des Volkes für die große Sache des Krieges mit einem stark religiösen Einschlag gestalteten. Diese Sonntage, insgesamt 127 Veranstaltungen mit 36 150 Besuchern, dienten dem Zwecke, daß Große und Starke in unserm Volke zu nähren und zu erhalten, alles Fremde und Unedle am deutschen Wesen zu entfernen. U. a. beteiligten sich die Bezirksverbände Bochum mit 2300 Besuchern, Castrop 1600, Dortmund 8700, Gelsenkirchen 4550, Hagen 2500, Hamm 2580, Herne 4000, Hörde 1130, Siegen 840 und Wattenscheidt 850. 245 Vereine veranstalteten Frauenversammlungen, um dadurch die Aufmerksamkeit der Bevölkerung hinzulenken auf die Notwendigkeit, mit den zur Verfügung stehenden Leibensmitteln sparsam umzugehen, um so den Aushungerungsplan Englands unmöglich zu machen. Auf dem großen Kursus für Volksernährung in Berlin war der Verband vertreten. Der umfassende Bericht der Verbandsleitung läßt auf eine planvoll geregelte, ztelbewußte und energische Wirksamkeit des Diözesanverbandes im ersten Kriegsjahr zur Verwirklichung der hohen Ziele der kath. Arbeiter= und Knappenvereine der Diözese Paderborn schließen. Bei dem Seist, der . V o n e i n e m S a l z b l o c k t o t g e d r ü c k t. E i schwerer Unglücksfall ereignete sich auf de den Deutschen Solvay=Werken gehörige Schachte Solvayhall bei Bernburg. Do löste sich ein etwa 10 Zentner schweres Sal stück los und stürzte auf einen darunter b schäftigten Arbeiter, der totgedrückt wurd Ein an der gleichen Stelle beschäftigter zwe ter Arbeiter wurde schwer verletzt. * Amerikanische 39 000=Mark=Spende fi deutsche Kriegswaisen. Schon mehrfach h ben die Deutschen von Indianapolis wä rend des Krieges der alten Heimat mit wer tätiger Liebe gedacht und reiche Spende über den Ozean geschickt. Auch zum Wei nachtsfest wollten sie nicht fehlen. Die G sellschaft von 1914 in Indianapolis b schloß, an das Deutsche Rote Kreuz sofo die Summe von 30000 Mark als Weil nachtsgeschenk der Deutsch=Amerikaner vr Indianapolis für deutsche Kriegswaisen z senden. * Ungewöhnliche Kälte in Schweden. A den Tagen vor Weihnachten herrschte i Schweden eine wahre Eiskälte, die vermu lich auch über die Weihnachtstage noch ar gehalten hat. In Norrland ist das Queck silber zum festen Metall gefre ren. Die Ortschaft Askott hatte Frost vo minus 53 Grad Celsius, Lycksele 50 Gra Stockholm konnte mit minus 20 Grad zi frieden sein. Was das Jahr 1916 uns bringt wer vermag das heute zu sogen! Das ein aber ist sicher: es wird uns eine Meng der wichtigsten Ereignisse bescheren, die vo weittragender Bedeutung für die ganze kunft sein werden. Noch ist der Krieg nicht zu Ende. noch wütet er in schrecklick ster Ausdehnung. Noch denken unsere Feind nicht an Frieden. Unbelehrt durch all di schweren Schläge, die ihnen unsere und ur serer Verbündeten Heere beigebracht haber hoffen sie immer noch auf den Sieg. Abe wird auch der Tag kommen, wo sie eir sehen werden, daß ihre Hoffnung eitel is daß es für sie zwecklos ist, den Krieg we ter fortzusetzen, daß der Friede auch ihnen zuträglicher ist als der Krie Schon aus diesen Gedanken heraus e gibt sich die Bedeutung der Zeitung in de gegenwärtigen Zeit. Die Zeitung ist es, di alle Ereignisse ihren Lesern schnell, klo und verständlich berichtet. In den langen hinter uns liegenden Kriegsmonaten hat d Provinzpresse bewiesen, daß sie dieser Au gabe gerecht zu werden weiß. Auch in Zi kunft wird es an der getreuen Erfüllun dieser Pflicht nicht fehlen. Aber nicht nur eine Vermittterin de Nachrichten von den Kriegsschauplätzen, ar Stadt und Land und über die Vorgänge ar dem Gebiet der Politik ist die Zeitung,s ist auch das Sprachrohr der Gemeinde. Un gerade dadurch unterscheidet sich die Pri vinzzeitung von der Großstadtpresse un macht sie zum unentbehrlichen Faktor i kommunalen Leben.. Das Wohl=der Stad in der sie erscheint, liegt ihr am Herzeit w jedem Bürger. Mit nie nachlassendem Inteesse beobachtet und vertritt sie alles, we der Stadt zum Heile gereicht, wendet sich gegen das, was ihr schaden kann. G. rade aber in der nächsten Zeit wird i dieser Beziehung eine Menge von Frage auftreten, die von größter Wichtigkeit sin Man denke nur an die neuen Steuern, die in Reich, Staat und Kommunen komme werden: Unentbehrlich ist da für jederman die Zeitung. die ihre Meinung frei un offen vertritt. Das gleiche gilt aber au für die Umgehung der Stadt, für das Lan Daher ergeht nicht nur an unsere bewähr ten Freunde in unserer Stadt der Ruf, un treu zu bleiben, sondern auch an alle jenigen, die wir außerhalb unserer Stad mauern bisher zu unseren Abonnenten zäl len konnten. Ihre Interessen sind gleich falls die unserigen. Stets werden wir we ter wie bisher unsere Spalten gern daft zur Verfügung stellen..... Ein alter Erfahrungssag ist es, duß d Leistungsfähigkeit einer Zeitung durch d Treue ihrer Abonnen#ten auf der gleiche Höhe erhalten wird. Sie wird darin g stärkt, wenn sich die Bezieherzahl noch e höht. Daher gereicht es jedem zum Nutzer wenn er sich bemüht, unserem Blatte au neue Freunde zu werben. Und auf die Mitarbeit unserer alten Getreuen rechne wir für das kommende Jahr, und wir sin dessen gewiß, daß dieser Werberuf nicht ur gehört verhallt. Wetter=Aussichten für mehrere Tage im Vorar 29.— Wolkig, teils sonnig, sonst wenig verände 30. Dezember: Teils sonnig, kalt. — Wenig verändert, wolkig. Verantwortlich für die Redaktion Friedrich KraDruck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwer #8 * Gott dem Allmächtigen über Leben und Tod hat es gefallen, heute morgen den Rentner Frrez Ssest in ein besseres Jenseits abzurufen. Verwandten und Bekannten diese Nachricht mit der Bitte um stille Teilnahme. Namens der Hinterbliebenen: Wilhelm Soest Ergste, den 26. Dezember 1915. Die Beerdigunz Hadet Mitw ch. d. 29. Dezbr., 3 Uhr nachm., vom Sterbehause, Ergste Nr. 20, aus statt. 1851 Moderne Colllers, Medalllons, Anhänger in jeder Art, Damenringe und Herrenringe in den modernsten Formen, Broschen und Ohrgehänge, Armbänder, Kreuze, Vorstecknadeln, Damen- und Herren- Uhrketten in 10 verschiedenen Qualitäten, Brillant-Ringe, Brillant-Broschen, Brillant-Ohrgehänge etc. ensannensennnensaaus Sehr grosse Auswahl! Billigs A. Eick& Comp. Balkenstrasse 36—88 DORTMUND Balkenstrasse 86—38 beim Bezirks-Kommando. 4992 Die Auszahlung der Einquartierungs=Gelder für den Monat November erfolgt am Mittwoch, den 29. Dezember 1915, vormittags an der Stadtkasse hierselbst. Da die Vergütung für die Verpflegung vom 1 Oktober 1915 ab um 30 Pfg. täglich erhöht ist, so wird am gleichen Tage der Unterschied für den Monat Oktober nachgezahlt. swerte, den 27. Dezember 1915. 5850 Der Bügermeister. Rohrmann. Tort nund, den 27. Dezember 1915. Zu dem heutigen Sch acht siehmarkt waren aufgetrieben: 753 Stück Großdieh, 102 Kdlder, 18 Schafe, 149 Schweine. Bez. f. 100 Pfd. S 8.8 S S S 8 Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höch. SS SS 1. Rinder. sten Schlachtioertes, die noch nicht gezogen haben(ungejocht) 80—86 143—154 b) vollfleischige, ausgemästete, im Alter von 4—7 Jahren.. 70—75132—141 c) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete... 60—65 120—130 d) mäßig genährte junge, gut genährte ältere—— a) vollsletschige ausgewachf. 55c.„5 80 180188 doollfleischige, jüngere.. 60—68 113-118 mäßig genährte junge und gut genährte ältere.... 45—54 9—112 Färsen u a) vollfleischige, ausgemästete FärKühei sen höchsten Schlachtwertes 8) 8514315 b, vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu„„ Jahren......... 73 78 14014 c) ällere, ausgemästele Kühe und wenig gut entwickelte jüngere 0 Kühe und Färsen..... 60—70 120-140 0) mäßig genährte Kühe u. Färsen 45-52 100 11 gering genährte Kühe u. Färsen 38-43 92.( Gering glnährtes Jungvieh(Fresser) 2. Käller *) Doppelender, feinste Mast..—— t) feinste Masikälber.100-110 162=177 c) mittlere Mast= und beste SaugVullen: kälber...... d)geringe Mast= und gute Saug90—95 150— kälber e) geringe Saugkälber 3. Schafe„ M Stallmast= a) Mastlämmet und jüngere Mastschafe: hammel. b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte sunge Schafe c) mäß'g genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) Weide= a) Mastlämmer mastschafe: b) geringe Lämmer und Schafe 4. Schweine. a) Feitschweine, über 150 kg. 8 Jentner Ledendgewicht d) vollsleischige Schweine von 120—150 kg(240—300 Pfd.) Lebendgewicht....04 c) vollfleischige„Lchweine von 100—120 kg(200—240 Pfd.) Lebendgewicht d) vollfleischige Schweine, 80—100 Kg. (160—200 Pid.) Lebendgewicht: e) vollfleischige Schweine, unter 80kg (160 Pfd.) Lebendgewicht 0) Sauen 80—83138—150 70-7512 137 122 122 112 102 72—87 97 „„„„ II 1. Auf Anordnung des Reichskanzlers vom 29. November Goldwaren und Scnmucksachen A##eng ter görgte von Zale Le und Bekas gat“ 9) an Hafse, vz aß gehrangtrezasse und Bohgehaßsen mischungen,„Fog, gevruzn, voer geröstel, auch gemahlen (also nicht Malzkaffee, Eichelkaffee, Feigenkaffee u. dgl.), b) an Tee, d. h. schwarzer oder grüner Tee von der im Auslande wachsenden Teepflanze(also nicht Lindenblütentee, Sonnenbiättertee, Kamillentee und dergl.), c) an Kakao, d. h. nur roher, gebrannter oder gerösteter Kakao(also nicht halbseitige Kakaoerzeugnisse wie Kakoobutter und dergl., gebrauchsfertiges Kakaopulver 3. Anzeigepslichtig sind alle gewerdlichen und Handelsbe. triebe sowie sonstige Unternehmungen, die Vorräte der unter Ziffer 2 bezeichneten Art besitzen, soweit sie zur Abgabe gegen Entgelt(auch in Form von Getränken) und bezüglich des Kaffees und Tees nicht zum Verbrauch im eigenen Haushalt bestimmt sind. Insbesodere kommen in Frage,:,„.##. Kolonialwarenhandlungen. Vorkostgeschäfte, Kaffeeorennereien und Röstereien, Kakaofabriken Konsumvereine, Kasinos.(jedoch nicht militärische) Konditoreien, Kaffee=, Tee= und Kakaohandelsgeschäste, Zuckerwaren(Konfitüren)=Geschäfte, Hotels, Pensionen, Gast= und Schankwirtschaften, Kaffeehäuser, Tee- und Kakaostuben, Warenhäuser, Lagerhäuser und ähnliche Betriebe. zi,„erieb Es ist streng darauf zu achten, daß nicht nur erfaßt werden, die mit Kaffee, Tee, oder Kakao handeln, sondern auch die, die Kaffee, Tee oder Kakao in Form von Getränken verkaufen, insbesondere alle Pensionen Hotels, Kafsee=, Tee= und Kakaostuben und alle Betriebe des Gast- und SchankHov= gesimnten Kasses und Tes(aber nicht des Kohaoe) 20 Bsand) und beil Te 2i, ke(6 Pund) überseigern.u. 4. Wer mit dem Beginne des 8. Januar 1916 Vocrule der in Ziffer 2 bezeichneten Art in Gewahrsam hat, ob er Eigentümer ist oder nicht, ist vorbehaltlich den Vorschriften der Ziffer 5 verpflichlet, sie auf dem vorgeschriebenen Anzeigenvordruck dem Gemeindevorstand oder den von ihm bestimmte Meldestellen bis zum 4. Januar 1916 anzuzeigen 1 Die Anzeigen haben in der Gemeinde zu erfolgen, in de sich die Vorräte am Stichlage tassäichlich befinäge, epier Zige ständen also in mehreren Gemeinden, worauf seitens der Ortsbehörde besonders hinze weisen ist, um Doppelzählungen oder — Voräle in Gewadrsam von Gemeinden und sonsigen bue Aueueg, bee„ eascheine in vsex-chenschläisten Aüpesgasen und Verdnden zund glechenecbet Baihn, woiten, be ben orne„ag len Hetie die iu. funden Spechern, Sagen, Euptang nebnen. 99. und berglichen liegen iund ogbetalich der Vorschernten in Abs. 2 und 3 vom Verfügungsberechtigten anzugeben, wenn er die Vorräte unter eigenem Verschlusse hat. Ist letzteres nicht der Fall, so sind die Vorräte von dem Verwalter der LagerVorräte, die sich mit dem Beginne des 3. Januar 1916 unterwegs befinden, sind von dem Empfänger unverzüglich, nagh dem Emplang Pozeigepgrdruck einfordern mußz. eve 7, Alle Angaben sind in Klogramm zu machen, jede anin den neuesten Die Eisehung der Vorüise ei/g gt Sseihese ige e Pasonz auchtir ster. u.- g. Die zushasge Bezhrs, oder die von Ie beozstrager Beamtea sind befugt, zur Ermittelung richuigr: Lngaben Vorrats= und Betriebsräume oder sonstige Aufbewahrungsorte, wo Vorräte der in Ziffer 2 genannten Art zu vermuten sind, zu untersuchen und die Bücher des zur Anzeige Ver10. Wer die vorgeschriebene Anzeige nicht unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu ünfzehntausend Mark bestraft; auch können die Vorräte, die verschwiegen sind, im Urteil als dem Staate verfallen ernlatt Verscich.„ Hörde, den 23. Dezember 1915. Der Königliche Landrat. I. V.: gez. Dr. Burchard, Regierungs=Assessor. Vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem merken varöfsentlicht, daß die den gewerblichen und Handels: betrieben sowie sonstigen Unternehmungen zugesandten Formulare ausgefüllt bis zum 4. Januar 1916 auf dem Bürgermeisteramt, Zimmer Nr. 20, abgegeden werden müssen. Schwerte, den 27. Dezember 1915. Der Bürgermeister: Rohrmann. empfehle ich mein grosses Lager in Unterzeugen, wie: Hemden Hosen Jacken Strümpten Hosenträgern Handschuhen in guten Qualitäten und in jeder Preislage Kaufhaus Veranntmacbung. Ead Weizensch sollen verteilt werden. Diejenigen Eingesessenen des hiesigen Stadtbezirks, welche Weizenschrot als Schweinefutter zu beziehen wünschen, werden ersucht, ihren Bedarf im neuen Rathause, Zimmer Nr. 20, anzumelden. Diejenigen Eingesessenen, welche bereits früher ihren Der Magistrat. Ostenstr. 20. SASERRRRE SREREMREREE NansardenWohnung von 3—4 schönen, geraden Zimmern, zum 1. April 1916 an ruhige Leute zu vermieten. 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Berufsgenossenschaft und der Verteilungsplan hierzu liegen gemäß§ 1021 ubsotz 2 Satz der R.=V.=O. vom 27. Dezember d Is ab zwei Wochen la#t zur Einsicht der Beteiligten im neuen Ruhause, Ziaimer Nr. 12, aus. Binnen einer weiteren Fist von zw.i Wochen kann de. Betriebsunternehmer gegen die Beit ausberechnung bei dem Sektionsvorstande in Hörde Wider pruch erheven; er oleist aber zur vorläufigen Zahlung oerpflichtet Schwerte. den 22. Dezember 1915. Der Magistrat: Rohrmann. 5817 Wer,Surge Büser Pog ge ge echgeise ebe Alscohgn Hermann Müller, Haselackstraßs 3. Der heutigen Gesam auflage hat die Buchhandlung Carl Braus, Schwerke, Gr. Marktstr. 3-5, einen Prospekt beigelegt, die wir geneigter Beachtung Zu erfragen in der Geschäftst. d. Ztg. 5853 Stc K a. Hagenerstraße 37 ist die erste Etage, bestehend aus 5 Zimmern, mit elektr. Licht und Kochgas verseh., per 1. April 1916 zu vermieten. Auf Wunsch auch Bodenzimmer. 5848 Ww. Börstinghaus. 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