[Ho Sdeuntn Zeiur ucen und ander Feiertags. Bezugspreis M. D Jährltch, dei der Post fü: Bestellgeld 42 Plo. wedr. Wöchentl. Gratsbellage:„Ikustrierter Famillenfreund“ u. tägl. Unterdaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die jedengespaltene Petttzelloder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pfg., Reklamezells 40 Pfg. Jeder Radau gli als Kassarabau u. erlischi bei Konaursen, Zwangsbergleichen, gerichtl. Klagen u. Michbzacgungt genacht. Jchungsbepingung. Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblas Neir dent krers Wor-cie Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Ahwrte Uoltendiune Verbunden mits Schwerker Tageblatt D Schwerter Anzeiger Grltes und Alteltes Cagesorgan des Krelles a General-Anzeiger für den Kreis börde o Haupt-Kononcenbist nungen für den Arets Hörde erlangen gemoß Betanngnochung der Aöniglichen Regiereng durch Verossentlichung io der„Schwerter Jeitung“ rrechtsoerbindliche Kroft.— Dia „Schwerter Zettung“ gewödrt idten Aboonesten far jedes an Tod endenden Uniod ge: 300 Mk. Unfall. Druch u. Verlags. Car Bovom. Schwere= Nahe Ferasp. 62. Telegv., 2ör. Braus Schwerte=Rudes Nr. 296. Samstag, den 18. Dezember 1915. 47. Jahrgang. Die T. 70000 Mann italienische Verluste.— Bijelopolje im Sturm Englands Angst um den Suez=Kanal. genommen. Die„prompte“ Antwort. Innerhalb einer Woche dekretierte Ehren=Reuter, müsse die Antwort der österreichisch=ungarischen Regierung auf die„Ancona"=Note des Präsidenten Wilson zur Stelle sein, sonst würde Washington die diplomatischen Beziehungen zur Donau=Monarchie abbrechen. Die Note selbst sprach nur von einer„prompten“ Erledigung der vorgetragenen Wünsche und Beschwerden, wohl in Erinnerung daran, daß die Herren Wilson und Lansing Monate dazu gebraucht hatten, ehe sie sich wegen der Vergewaltigung amerikanischer Handelsinteressen durch englische Schiffskommandanten an— die Londoner Regierung heranwagten. Nun, die Note ist schon vor Ablauf der Reuter=Woche zur Stelle; man hat aber, wenn man sie liest, nicht den Eindruck, daß etwa Furcht vor neuen Donnerkeilen des im Weißen Hause thronenden Jupiter bei ihr die Feder geführt habe. Im Gegenteil, auch Baron Burian hat sich nicht gescheut, recht kräftige Töne anzuschlagen; offenbar huldigt dieser ungarische Staatsmann noch der anderwärts schon als veraltet abbggelehnten Ueberzeugung, daß auf einen groben Klotz ein grober Keil gehört. Im Umgang mit Amerika vielleicht die einzig wirksame Anstandsregel. Baron Burian faßt sich entsprechend dem Wilsonschen Vorbild, auch seinerseits ziemlich kurz und bündig. Die Schärfe der Vorwürfe gegen den UBootkommandanten und die Entschiedenheit der vorgebrachten Forderungen, meint er, hätten eine henaue Angabe der tatsächlichen Umstände erwarten lassen, auf welche die amerikanische Regierung sich stützt. Statt dessen läßt die von dieser gegebene Sachdarstellung zahlreichen Zweifeln Raum und gewährt selbst bei rigorosester Rechtsaufassung durchaus keine genügende Handhabe, um dem Kommandanten oder der österreichischen Regierung ein Verschulden zur Last zu leszen. Nicht einmal die Personen, auf deren Aussagen die Note sich beruft, sind bezeichnet, nicht einmal Zahl, Namen und Schicksal der amerikanischen Bürger angegeben, die im kritischen Augenblick an Bord der „Ancona“ geweilt haben sollen. Gleichwohl soll einmal die Versicherung der Anwesenheit von Bürgern der Neuen Welt auf diesem Dampfer hingenommen und daraufhin ein Gedankenaustausch mit Washington eingeleitet werden. Zunächst muß aber die Frage aufgeworfen werden, weshalb die amerikanische Regierung davon abgesehen hat, ihre Forderungen juristisch zu begründen und statt dessen einfach auf den Schriftwechsel verwiesen hat, den sie in anderen Angelegenheiten mit einer anderen Regierung geführt hat. Auf diesem ungewöhnlichen Wege vermag Baron Burian dem Präsidenten Wilson um so weniger zu folgen, als er keineswegs authentische Kenntnis von allen einschlägigen Korrespondenzen der Bundesregierung besitzt und überdies der Meinung ist, daß jeder Fall nach seinen eigenen Besonderheiten behandelt und entschieden werden muß. Die Herren in Washington möchten also die Gewogenheit haben, die einzelnen Rechtssätze anzugeben, gegen welche der Kommandant in diesem Falle verstoßen haben soll, dann werde man weiter sehen. Was schließlich den Hinweis der Note auf die Haltung betrifft, welche das Berliner Kabinett in dem erwähnten Schriftwechsel eingenommen hat, so findet— versichert Baron Burian— seine Regierung in der„sehr geschätzten Note“ aus Washington keinerlei Anhaltspunkte da## für, welcher Absicht dieser Hinweis entspringt. Sollte damit jedoch eine Art von Präjudiz für den „Ancona“= Fall in Anspruch genommen werden, so Deutscher Tagesbericht. wtb. Großes Hauptquartier, 17. Dez. 1915. Balkan=Kriegsschauplatz. Bijelopolje ist im Sturm genommen; über 700 Gefangene sind eingebracht. Westlicher Kriegsschauplatz. Südöstlich von Armentieres stieß gestern vor Hellwerden eine kleine englische Abteilung überraschend bis in einen unserer Gräben vor und zog sich in unserem Feuer wieder zurück. Weiter südlich wurde ein gleicher Versuch durch urser Feuer verhindert. Sonst blieb die Gefechtstätigkeit bei vielfach unsichtigem Wetter auf schwächere Artilleric=, Handgranaten= und Minenkämpfe an verschiedenen Stellen der Front beschränkt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des General=Feldmarschalls von Hindenburg. Russische Angriffe zwischen Norosz= und Miadziol=See brachen Nachts und am frühen Morgen unter erheblichen Verlusten für den Feind vor unserer Stellung zusammmen; 120 Mann blieben gefangen in unserer Hand. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopotd von Bayern und Heeresgruppe des Generals von Linsingen Keine Ereignisse von Bedeutung. Oberste Heeresleitung. :: Wien, 17. Dezember. Amtlich wird verlautbart: Russischer Keine besonderen Ereignisse. Stalienischer Hidege rone haben An der küstenländischen Front Italiener ihre großen Angriffe, die nach verhältnismäßig kurzer Pause am 11. Popembgg von neuem einsetzten, bis Ende des Monats andauerten und noch in der ersten woche an einzelnen Stellen hartnäckig fortgeführ: wurden, bisher nicht wieder ausgenommen. Diese Kämpfe können daher als gierte Isonzoschlacht zusammengefaßt werden. Mehr noch als in den früheren Schlachten galten dies: mal die Ankrengungen des Fezmaro, er eg rung von Görz. Demgemäß waren schließlich gegen den Brückenkopf allein etwa sieben italienische Infanteriedivisionen angesetzt. Stürme dieser starken Kräfte scheiterten jedoch ebenso wie alle Massenanariffe in der„Nach: barabschnitten an der bewährten Standhaftigkeit unserer Trunven, die den Brückenkopf von Görz. die Hochfläche von Doberdo und überhaupt alle Stellungen fest in Händen behielten. Durch die Zerstörung der Stadt murde die Bevölkerung schwer getroffen. Auf die mimuß,„um etwaigen Mißverständnissen zuvorzukommen", erklärt werden, daß Oesterreich=Ungarn sich volle Freiheit wahrt, bei den weiteren Erörterungen der Angelegenheit seine eigene Rechtsauffassung geltend zu machen. Zum Schluß noch ein paar Worte des Bedauerns über das Schicksal der unschuldigen Opfer des bewußten Vorfalles, und dann der stolze Name des Leiters des Auswärtigen Amtes von Oesterreich=Ungarn. Herr Wilson wird sich also davon überzeugen müssen, daß er mit der k. k. Regierung in Wien nicht so leichtes Spiel haben wird, wie er es sich eingebildet zu haben scheint. Da sich in seinem Kopfe allerdings die Welt anders widerspiegelt, wie sonst in Menschenköpfen, kann man freilich nicht wissen, was er zu Baron Burians Antwort sagen wird. Er glaubte mit seiner kräftigen, mit seiner echt=amerikanischen Sprache einzuschüchtern, und erhält nun ein Aktenstück zurückgereicht, dessen herzerfrischende Deutlichkeit immer noch ein Labsal ist, litärische Lage brachte die Aenßerung ohnmächtiger Feindeswut keinen Einfluß. In dem vierten Waffengang im Küstenland verlor das italienische Heer nach sicheren Feststellungen 70 000 Mann an Toten und Vermizu. — Gestern wurde an der Isonzofront ein griffsversuch gegen den Nordhang des Monte San Michele, an der Tiroler Front ein Angriff eines Alvini=Bataillons auf den Col di Lana abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauvlatz. Südöstlich von Celebic vertrieben wir die Montenegriner aus dem letzten Stück bosnischen Bodens, das sie noch besetzt gehalten hatten. Unsere Truppen erreichten auch in diesem Raum die Tara=Schlucht.— Bijelovolje ist seit gestern nachmittag in unserem Besitz. Die k. und k. Streitkräfte nahmen die Stadt in umfassendem Angriff nach heftigen Kämpfen und brachten bis zum Abend siebenhundert Gesangene ein. Die Verfolgung des westlich von Ipek weichenden Gegners ist im Gange. Die Montenegriner zünden auf ihrem Rückzug überall die von Moslims bewohnten Ortschafer an... Cheig u.s G. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. trotzdem es Europas übertünchte Höflichkeit nicht ganz verleugnet. In der alten Welt neigt man vielfach dazu, anzunehmen, daß das Kraftmeiertum des Präsidenten Wilson zum Teil wenigstens durch den bevorstehenden Wahlkampf um die höchste Würde zu erklären sei, welche die Vereinigten Staaten zu vergeben haben; da überdies der Kongreß augenblicklich in der Bundeshauptstadt versammelt ist, könnte der Präsident sich um so eher versucht fühlen, vor der Volksvertretung einen Beweis seiner sieghaften Stärke abzulegen und aus diesem Grunde die Reuter=Drohung kurzer Hand wahrzumachen. Der Heimschickung des unbeliebt gewordenen Botschafters Dr. Dumba würde dann der Abbruch der diplomatischen Beziehungen folgen, oder wenigstens dessen, was von diesen noch übriggeblieben ist. Nun, in Wien scheint man diesen Rest nicht so hoch einzuschätzen, um seinetwegen Ehre und Würde der Monarchie aufs Spiel zu setzen; hat doch die amerikanische Regierung nicht den kleinen Finger gerührt, um die Botschafter der Zentralmächte in ihrem völkerrechtlich verbürgten freien Depeschenund Briefverkehr mit ihren eigenen Regierungen gegen britische Spionier= und Zensurwillkür oder auch nur gegen ein gewisses Diebesgesindel in gewissen amerikanischen Hafenstädten zu schützen. Es steht ihr frei, in ihrer sattsam bekannten„Neutralität“ weiter zu verharren oder sich eines besseren zu besinnen, Baron Burian ist, darüber läßt seine Antwort keinen Zweifel, auf„alles“ gefaßt. Amerika droht mit Abbruch der Beziehungen. Die Note, mit der die österreichisch= ungarische Regierung das wenig freundlich vorgebrachte Entschädigungsverlangen des Präsidenten Wilson in dem„Ancona"=Fall beantwortet hat: ist von der gesamten deutschen, österreichischen und ungarischen Presse mit Beifall ausgenommen worden. Weniger erbaut ist man anscheinend davon in Amerika. Es liegen darüber zwei bemerkenswerte Meldungen vor, die wir in folgendem wiedergeben: :: Durch Funkspruch meldet der Vertreter von WTB. aus Newyork, 17. Dezember: Die Krise wegen der„Ancona“ ist andauernd Gegenstand eingehender Besprechungen in der Presse, die den Standpunkt der amerikanischen Regierung vertritt. Es wird vielfach die Ansicht geäußert, eine Ablehnung der amerikanischen Forderungen würde den Abbruch der Beziehungen nicht nur zu Oesterreich=Ungarn, sondern auch zu Deutschland zur Folge haben. Die der Regierung nahestehende„Evening Post“ meldet aus Washington, Amerika betrachte in der Unterseebootsfrage Oesterreich=Ungarn und Deutschland nicht als zwei getrennte Parteien; es werde daher die Entschließung Oesterreich=Ungarns als die Entschließung beider Kaiserreiche ansehen, zumal Oesterreich=Ungarn Amerikas Standpunkt zum Unterseebootkrieg genau gekannt und gewußt habe, welche Folgen ein Angriff auf einen Passagierdampfer haben müsse. Aus Washington meldet Reuter: In zuständigen Kreisen wird erklärt, daß, wenn der Wortlaut der österreichisch=ungarischen Note über die„Ancona“ in der gleichen Tonart verfaßt ist wie die telegraphischen Auszüge, die Vereinigten Staaten die Antwortnote als unbefrielisend betrachten und dies deutlich zu erkennen geben würden. Die Vereinigten Staaten würden den Vorschlage eines längeren diplomatischen Gedantenaustausches nicht annehmen. Warum ist Wilson so scharf? Der„Baseler Anzeiger“(also ein neutrales Blatt) schreibt zu dem neuen scharfen Tonfall des Präsidenten Wilson gegen Deutschland und Oesterreich, der in der überaus scharfen Forderung nach Abberufung der deutschen Attachces seinen Höhepunkt erreicht habe, daß der Grund zur Verschärfung der Lage in dem persönlichen Bemühen des Präsidenten liege, seine Wiederwahl unbedingt sicher zu stellen. Die Wahlresultate der letzten Zeit hätten Wilson gezeigt, daß er auf die Hilfe der Deutschen und Iren nicht mehr zu rechnen habe, weshalb er unbedingt deren Gegner für seine Wiederwahl sich sichern wolle. Die Katastrophe der Heerführung im Westen. Lugano, 18. Dez. Die Nachricht vom Rücktritt des Marschalls French macht in Italien großes Aufsehen, auch weil damit der Versuch hinfällig wird, die Enthebung Joffres von seinem Posten äußerlich zu bemänteln. Die ganze Katastrophe der erfolglosen Heerführung an der Westfront tritt zutage. Der„Avanti“ erinnert die Kriegspartei daran, welche übertriebenen Hoffnungen seinerzeit der Großfürst Nikolai Nikolajewitsch auf Joffre und French gesetzt hat und wie alle die Illusionen nacheinander geschwunden sind.— Der„Sccolo“ bestätigt, daß in Paris schwere, angeblich jetzt wieder beigelegte Meinungsverschiedenheiten in der Auffassung der Balkan=Lage zwischen Frankreich und England in die Erscheinung getreten sind. Der „Corriere della Sera“ meldet aus Athen, Griechenland versuche neuerdings wieder die mit dem Bierverbande getroffenen Vereinbarungen zu entwerten. Mißerfolg der französischen„Siegesanleihe“. Tu Rotterdam, 18. Dez. Der„Matin“ bespricht an leitender Stelle die Lage und erklärt, mit dem Erfolge der großen berühmten Siegesanleihe nicht zufrieden zu sein. Nach seiner Schätzung sollen nicht mehr als höchstens vier Milliarden gezeichnet worden sein. — Zur Einnahme von Bijelopolje. bb Berlin, 18. Dez. Der„Voss. Ztg.“ wird aus dem Kriegspressequartier gedrahtet: Als die vorgestern bis an die Höhen nördlich der Stadt Bijelopolje vorgerückten österreichisch=ungarischen Verbände gegen Nedakus und Liesnika weiter drangen, sahen sie sich einer starken feindlichen Front gegenüber. Sofort kam der Befehl zum Angriff. Dieser wurde umfassend angesetzt und die Montenegriner, die sich am Nordrande der Stadt festgesetzt hatten, von mehreren Seiten gepackt. Stundenlang hielten sie stand, aber die Wucht des Kampfes brachte sie schließlich doch zum Weihen. Um 3 Uhr nachmittags drangen die ersten Kompagnien in die Stadt ein. Kurz nachher war sie gänzlich geräumt. Südlich von Bijelopolje geht der Kampf weiter. Die türkische Bevölkerung der Stadt begrüßte die Eroberer mit großer Freude. Die Einnahme von Bijelopolje eröffnet den Weg nach Altmontenegro längs der Tara. Deutsche Reiterei auf griechischem Boden? Lugano, 18. Dez. Magrini meldet dem„Secolo“ aus Saloniki vom 13. d. M.: Der bulgarische Gesandte in Athen hat versichert, daß die Bulgaren die Grenze nicht überschreiten werden; bisher hat nur deutsche Kavallerie sie überschritten.— In Monastir stehen Truppen aller drei Mächte, von Oesterreichern und Deutschen jedoch nur Reiterei. Auf dem Negierungsgebäude wehen die deutschen, österreichischen, bulgarischen und türkischen Fahnen. Zum Bürgermeister ist Herr Rizow, der Bruder des bulgarischen Gesandten in Berlin, ernannt worden. (Diese Meldungen stammen, wie beachtet werden muß, aus italienischen Quellen. Schriftl.) Haarsträubende Zustände in Saloniki. WTB Sofia, 18. Dez. Von dem Vertreter des WTB. Aus Saloniki hier eingetroffene Reisende berichten, daß dort infolge des brutalen Auftretens der Engländer und Franzosen furchtbare Zustände herrschen. Sie haben alle erreichbaren Lebensmittel aufgekauft und so eine große Teuerung unter der ärmeren Bevölkerung verursacht. Die auf etwa 100 000 Köpfe geschätzten serbischen Flüchtlinge haben die Not ins Ungeheure gesteigert, aber die „Beschützer der kleinen Nationen“ kümmern sich nicht um die Opfer ihrer Politik. Viele kommen vor Hunger und Kälte auf den Landstraßen um. Die Engländer und Franzosen machen sogar die Versorgung der Bevölkerung mit Getreide aus Bulgarien unmöglich. Die griechische Bevölkerung, welche am eigenen Leibe erfahren muß, wie der Vierverband die Rechte der kleinen Staaten mit Füßen tritt, ist aufs höchste erbittert. General Sarrail gegen die Fortsetzung des Balkankrieges. TU Amsterdam, 18. Dez. Nach einer Meldung aus Paris ist die französische Regierung trotz ihrer formellen Zustimmung den Operationen auf dem Valtan sehr abgeneigt. General Sarrail hat beC Generalstabschef French richtet, es wäre schade, wenn durch die ziellosen Versuche, die von Saloniki aus unternommen werden, auch nur ein einziger Mann geopfert würde. Der Geringste unter seinen Truppen erkenne die Sinnlosigkeit eines weiteren Vorgehens. Niemand in Frankreich könne ihm verdenken, wenn er die Verantwortung ablehne. Man solgt in Paris, Joffre sei der gleichen Ansicht und hält auch die neugeschlossene Einigung mit den Bundesgenossen für ziemlich locker. Wenn das französische Kabinett den englischen Wünschen weiter Folge leiste, würde Sarrail sich vom Balkan abberufen lassen. Griechischer Einspruch gegen die Befestigung Salonikis. WTB Zürich, 18. Dez. Nach Meldungen der „Neuen Züricher Zeitung“ erhob der Kommandant des griechischen 5. Korps beim General Sarrail gegen die begonnene Befestigung von Saloniki Einspruch. Wie die Blätter melden, ist dieser Einspruch nur formeller Art. Konferenzen zwischen Griechenland und den Mittelmächten. TU Budapest, 18. Dez. Aus Sofia wird gemeldet: Ministerpräsident Nadoslawow hatte den griechischen Gesandten zu einer Konserenz eingeladen, der auch der deutsche, sowie der türkische Gesindte beiwohnte. Der Konserenz wird in Sosia große Bedeutung beigemessen. Der österreichisch= ungarische Gesandte in Sofia ist nach der Konferenz nach Wien abgereist. Griechenlands Entschluß. TU Athen, 18. Dez. In den letzten Ministerberatungen in Athen, zu denen auch viele hohe Militärs hinzugezogen waren, hat Griechenland seine Entscheidung getroffen. Griechenland wird bei allen künftigen Ereignissen, wie der„Deutschen Tageszeitung“ berichtet wird, durchaus keine abwartende Haltung mehr einnehmen, sondern sich vielmehr sehr tätig erweisen. Rücktritt des Zaren vom Oberbefehl? TU Wien, 18. Dez. Aus Bukarest wird berichtet: In militärisch=russischen Kreisen verlautet, daß in der Oberkommandostelle des russischen Heeres große Veränderungen bevorstehen. Der Zar wird das Oberkommando niederlegen, weil sein Gesundheitszustand ihm Rücksichten auferlegt. Wann kommt der Frieden? In Anknüpfung dieses Wortes des ungarischen Ministerpräsidenten im Reichsrate veröffentlicht die„Köln. Volksztg.“ eine Zuschrift aus Oesterreich, an deren Schluß es heißt: Im übrigen können die Gegner sich überzeugt halten, daß die Friedensbedingungen der Mittelmächte nicht über das von ihnen von Anfang an erstrebte und vom Grafen Tisza neuerdings scharf umrissene Kriegsziel hinausgehen werden:„Schaffung eines ehrlichen, unsere Sicherheit und unsere zukünftige Größe verbürgenden Friedens“. Um das gleiche negativ auszudrücken: Europa muß befreit werden von der britischen Alleinherrschaft zur See, muß befreit werden, von der Möglichkeit eines neuen Angriffs der verbündeten Engländer, Franzosen, Russen und Italiener. Dies wird stets der Rahmen bleiben, in den der Friedensschluß gefaßt sein wird; an den Gegnern ist es, das FriedensK Generat Uouglas ielt schlußbild selbst noch möglichst zu ihren Gunsten zu gestalten. Je später der Friede kommen wird, um so schlimmer für die Gegner. Aus Stadt und Rückblicke auf den Weltkrieg. 18. Dezember. Kämpfe im Westen und Often.— Aegypten. Entsprechend dem albgemeinen Angriffsbefehl Joffres fanden denn auch an diesem Tage eine Reihe feindlicher Angriffe statt, bei Nieuport, Bixschoten, La Bassee, Lens, Albert und Noyon, die sämtlich abgeschlagen wurden.— Im Osten wurde auf der Linie Krosno=Zakliczyn und am unteren Dunajec gekämpft; in Südpolen drangen die Oesterreicher in Andrejew ein und erreichten die Nida.— England zeigte nunmehr öffentlich an, daß Aegypten unter britisches Protektorat gestellt sei, d. h. der Türkei nicht mehr untertänig sei. Die Engländer machten auch gleich ganze Arheit, indem sie den bisherigen Khedive Abbas Hilmi Pascha absetzten und vertrieben und an dessen Stelle Prinz Hussein Kemal Pascha setzten, der keinerlei Macht besaß und lediglich ein gefügiges Werkzeug in Englands Hand war. So betrieb England vor aller Welt seine Gewaltherrschaft.— Von dem Gefecht bei Naulila, das an diesem Tage stattfand, muß wenigstens kurz Notiz genommen werden, die Aufhellung der noch etwas dunklen Angelegenheit wird wohl später erfolgen. Das Gefecht fand an der Grenze von Angola zwischen deutschen Kolonialtruppen und einem portugiesischen Expeditionskorps statt und endete mit der Flucht der Portugiesen, die auch den festen Ort Naulila aufgeben mußten. Die Ursache des Zusammenstoßes sollte angeblich die ohne jede Veranlassung erfolgte hinterlistige Tötung mehrerer deutscher Offiziere durch Portugiesen sewesen sein. **(Es darf Kuchen gebacken werden.) Der Bundesrat hat eine Verordnung über die Bereitung von Kuchen erlassen. Die Verordnung betrifft eine Vorratsstreckung von Eiern, Speisefetten, Zucker, Milch und Sahne. Für die gewerbliche Herstellung von Torten, Kuchen und Makronen werden Vorschriften über die Zusammensetzung der Teige und Massen gegeben. Die gewerbliche Herstellung von Backwaren in siedendem Fett, Baumkuchen, FettStreusel, Eiweiß=Fett, Milch= und Sahne=Creme wird verboten. Als Triebmittel ist Backpulver gestattet, Hefe verboten. Die Hausbäckerei wird an sich von der Verordnung nicht betroffen. Das Ausbacken von Teigen und Massen, die nicht in gewerblichen Betrieben hergestellt sind, wird aber für gewerbliche Betriebe verboten. Für Keks=, Zwieback=, Honig=, Pfeffer= und Lebkuchenfabriken, die von der Reichsgetreidestelle Getreide und Mehl ggeliefert erhalten, gelten die Vorschriften der Verordnung nicht, da mit ihnen von der Reichsgetreidestelle bereits ähnliche Abmachungen getroffen worden sind. Die neue Verordnung tritt bereits heute in Kraft. **(Anmeldung der Ausländer.) Von dem Herrn kommandierenden General ist angeordnet worden, daß vom 15. Dezember d. J. ab sich jeder über 15 Jahre alte Ausländer binnen 8 Stunden nach seiner Ankunft unter Vorlegung seines Passes oder des seine Stelle vertretenden behördlichen Ausweises bei der Polizei=Verwaltung versönlich außerhalb ist in der gleichen Frist persönliche Abmeldung vorgeschrieben. Wer Ausländer bei sich aufnimmt, hat sich innerhalb spätestens 8 Stunden zu vergewissern, ob der Paß oder Ausweis des Ausländers polizeilich abgestempelt ist, im anderen Falle hat er sofort der Polizei=Verwaltung Mitteilung zu machen. Diese Verfügung betrifft auch die bereits hier ansässigen Ausländer. **(Der rheinisch=westfälische Wirteverband) hat in einer in Vohrinkel alsgehaltenen Versammlung, an der Vertreter von 120 Vereinen teilnahmen, zu der von den Brauereien geplanten abermaligen Bierpreiserhöhung folgende Entschließung angenommen:„Die Versammlung erklärt einstimmig, daß sie angesichts der vorliegenden Betriebsergebnisse der Brauereien jede Bierpreiserhöhung, auch die geringste, für unberechtigt erachtet und entschieden dagegen Einspruch erhebt. Sie gibt der festen Höffnung Ausdruck, daß die vom Verbandsvorstand angerufenen Generalkommandos sich ebenfalls dieser Ansicht anschließen und die Durchführung der Preiserhöhung verbieten.“ **(Musikalischer Abend.) Auf den morgen (Sonntag) im Hotel Ostermann stattfindenden musikalischen Abend des„Jugendbundes" zum Besten der Kriozsblinden und der Witwen gefallener Krieger sei auch an dieser Stelle nochmals empfehlend aufmerksam gemacht. Aeber die Leistungen des mitwirkenden Pianisten und Organisten Dörker liegen uns eine ganze Anzahl sehr anerkennender Kritiken vor, von denen die folgende des„Hamb Fremdenblattes“ gebracht sei: Das Konzert fand in der von Paul Dörken auf dem Flügel gespielten weihevollen„Appassionata“= Sonate von Beethoven einen würdigen Auftakt. Die ganze Gedankenwucht des großen Tonmeisters und die farbensatte Tonfülle der Komposition kam in der spielsicheren Wiedergabe vollkommen zur Wirkung und übte einen tiefen Eindruck auf die Zuhörer aus. Gleich geschickt trug der Künstler zwei von Max Reger komponierte Tagebuchskizzen vor, denen sich die„Ungarische Rhapsodie No. 12“ von Franz Liszt anschloß. Scheinbar mühelos perlten die Läufe unter den spielgewandten Finzern des Künstlers hervor, der die Schönheiten der stets gern gehörten Rhapsodie zu voller Wirkung brachte. Ein Besuch der Veranstaltung kann nur warm empfohlen werden. **(Das Erinnerungszeichen für 25jährige Dienstzeit) wurde dem bei der hiesigen Güterabfertigung beschäftigten Oberbahn=Assistenten Marquardt und den Eisenbahn=Assistenten Rose und Schmalenberg verliehen. **(Weihnachtsfeier der Bahnschutzkompagnie.) Die hiesige Bahnschutzkompagnie beiing gestern im oberen Saale des„Kaiserhof“ ihre Weihnachtsfeter. Den Einteilungen des Dienstes entsprechend, fand dieselbe in drei Gruppen statt. Die Feiern wurden durch den Vortrag von Weihnachtsliedern seitens der Schülerinnen der höheren Mädchenschule, der Sedanschule und der katholischen Volksschule, sowie Deklamationen verschönt. (Für die Armen) der Stadt Schwerte stiftete die Brauerei Ostermann einen Waggon Kohlen, die heute zur Verteilung gelangen. Dem Danke der Beschenkten sei auch an dieser Stelle noch öffentlich Ausdruck gegeben. **(Kaisers Geburtstagsfeier der deutschen Gefangenen?) Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, hat die Deutsche Regierung vor kurzem der Russischen Regierung mitgeteilt, sie sei bereit, den russischen Kriegsgefangenen eine Feier des Namenstages des Zaren am 6., 19. Dezember 1915 zu gestatten, wenn in Gegenseitigkeit den deutschen Kriegsgefangenen in Rußland freilzegeben würde, den Geburtstag des Deutschen Kaisers festlich zu begehen. Wenn den deutschen Kriegsgefangenen unter dieser Gegenseitigkeit ermöglicht würde, einen 1 Tag ihres gleichförmigen traurigen Gefangenenlebens festlich zu begehen, so wäre das nur zu begrüßen. **( S c h o u t d i e W e i d e n= u n d H a s e l k ä t z c h e n!) A u c h in der kalten Jahreszeit, wo der Blumenflor in Garten, Feld und Wiese aufgehört hat, können die Blumenliebhaber sich am Anblick blühender Pflanzen erfreuen. Alpenveilchen und Priemeln, TopfHyazinthen und Tulpen, Camelien, Azalien und einige andere ersetzen uns zwar die sommerliche Blütenpracht nicht ganz, gewähren aber gerade im Winter große Freude und schmücken Zimmer und Fenster. Es erscheint daher ganz und gar überflüsig, Blumenvasen und Gläser mit den in jetiter iS Vurkauf. Basss&a Benutzen Sie das der heutigen Zeitung beiliegende 4 seitige Extra-Blatt als Führer bei ihren Einkäufen. Bekannte Fahrtvergütung bei Einkäufen von 20 Mark an. Beachten Sie unsere 11 Schaufenster. 5722 Sonntag vor Weihnachten ist unser Kaufhaus von 8—½10 Uhr und von ½12 bis 8 Uhr abends geöffnet. An den Wochentagen bis 10 Uhr abends geöffnet. Ker — Amtliches Kreisblatt. Die industrielen Whiden deutscher Kraf“. :: Die deutsche Industrie beruht auf dem deutschen Kohlen= und Erzreichtum. Neben der Landwirtschaft ist unser reiches industrielles Gebiet der andere Pfeiler der deutschen Macht. Der Krieg wies der Industrie Aufgaben im Intefesse der Landesverteidigung zu, und diesen Aufgaben ist sie gerecht geworden. Sie hat eine wesentlich bessere Anpassungsfähigkeit bewiesen, als die Industrie unserer Gegner. Auch hier ist der Vorsprung erzielt worden dadurch, daß sich unsere Industrie schon in den ersten Monaten des Krieges auf sich selbst gestellt und sich gezwungen sah, sich der Kriegswirtschaftslage anzupassen. Während man im feindlichen Auslande noch von der Eroberung deutscher Absatzgebiete träumte, arbeitete die deutsche Industrie schon für die deutsche Kriegswirtschaft. Und während man im feindlichen Auslande den Tag schon bestimmen zu können glaubte, an dem Deutschland infolge der mangelnden Ein= und Ausfuhr seiner Industrie zu Grunde gerichtet sein werde, kam unerwartet der Tag heran, an dem sich im gegnerischen Lager zeigte, daß ein kämpfendes Heer zum Siege eine gewaltige, erstklassige und leistungsfähige Industrie hinter sich haben müsse. Unsere Gegner sind daher jetzt noch auf die amerikanische Industrie angewiesen, die ihnen aber nur zu teueren Preisen zur Verfügung steht. Während Deutschland sich auch industriell genügt, müssen England und InFrankreich trotz der Mobilisierung ihrer dustrien ungeheure Summen an Amerika zahlen, Summen, die auf die Dauer den größten Nationalreichtum erschöpfen. Grundbedingung für jeden modernen Krieg ist Kohle. Die deutschen Stein= und Braunkohlenlagerstätten werden auf 423 356 Millionen t geschätzt. Demgegenüber besitzt England Kohlenlager im Umfange von 189 533 Millionen t und Frankreich solche im Umfange von 17 583 Millionent. Die im übrigen Europa(hauptsächlich Belgien und Rußland) vorhandenen Lager werden auf 153 718 Millionen t geschätzt. Schon vor dem Kriege hielt also Deutschland bereits 54 Prozent der europäischen Kohlenvorräte in der Hand, ein Verhältnis, das sich wesentlich zu seinen Gunsten dadurch verschoben hat, daß Deutschland ganz Belgien sowie das nordfranzösische Kohlenrevier und einen Teil des russischen Kohlengebietes besetzt hält. Aehnlich stellt sich das Verhältnis Deutschlands an Erzen und metallischen Eisenerzen. Deutschlands Anteil an den Vorräten Europas wird für Erze auf 3878 Millionen Tonnen und für metallisches Eisen auf 1360 Millionen To. geschätzt, gegenüber England mit 1300 Mill. Tonnen Erzen und 455 Millionen To. metallischem Eisen, und gegenüber Frankreich mit 3300 Millionen To. Erzen und 1140 Millionen Tonnen metallischem Eisen. Aber auch in der Verwendung dieser Schätze ist Frankreich durch die deutsche Besetzung stark gehemmt. 8 Ganz beträchtlich, und zwar wesentlich stärker als in anderen Ländern, ist in Deutschland die Koksgewinnung gestiegen, deren Nebenprodukte in ihrer vielseitigen Verarbeitung und Anwendung(Farben, Chemikalien und Arzneien) das Ausland von Deutschland abhängig gemacht haben. Die Steigerung, die die deutsche Roheisenerzeugung von durchschnittlich 1924700 Tonnen während der Jahre 1871 bis 1874 auf 15 574000 Tonnen im Jahre 1911 erfahren hat, ist von keinem Lande der Welt erreicht worden. Auch in dem für die Kriegführung so unendlich wichtigen Stahl steht Deutschland in Europa an der Spitze, bleibt aber hier nicht unwesentlich noch hinter Amerika zurück. J.521 Die deutsche Elektrizitätsinvusctie beherrscht in ihrer Ausdehnung und Anwendung der Welt. Sie vermochte daher auch für den Krieg ungeahnte Aufgaben zu erfüllen. In der Kaliproduktion— Kali wird überhaupt nur in Deutschland gewonnen— besitzt Deutschland ebenfalls eine sehr wertvolle volkswirtschaftliche Waffe. Industrie und Landwirtschaft— die Grundlagen unseres hochentwickelten Wirtschaftslebens—, beide gleich unentbehrlich für den Sieg und die Zunkunft unserer Sache, die eine nicht ohne die andere. Bei noch so hoher Würdigung der Leistungen der deutschen Landwirtschaft im Kriege darf man nichts übersehen, daß die Größe des industriellen Deutschlands die Blüte der Landwirtschaft vor dem Kriege mitbedingte, daß das industrielle Deutschland eine unumgängliche Voraussetzung ist für die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft, daß bestimmte deutsche Industriezweige für die Lebenshaltung und teilweise auch für die Ernährung des deutschen Volkes einfach unentbehrlich sind. vom Balkankriegsschauplatz. Die Sprengung der englischen Fronk in Mazedonien. :: E i n e n p a c k e n d e n A u s s c h n i t t a u s d e r Schlacht von Strumitza und Gewgheli bringt das„Neue Wiener Tagbl.“ in folgender Meldung aus Sofia: Die Entscheidung in der„größten s F e l d z u g e s a u f d e m B a l k a n. durch die die Engländer und Franzosen zum fluchtartigen Rückzug auf griechisches Gebiet gezwungen wurden, erfolgte durch einen Sturmangriff der elften mazedonischen Division unter dem General Zlatorow. Diese Division besteht aus nach mazedonischen Städten benannten Druschinen, deren Uniform sich von der der bulgarischen Infanterie unterscheidet. Sie tragen kaffeebraune Anzüge und schwarze Lammfellmützen mit grünen Deckeln und den bulgarischen Löwen als Mützenschild. Die elfte Division stand im Mittelpunkt des linken Flügels der Arme Todorow. Ihr Angriff auf die englisch=französischen Stellungen erfolgte durchaus frontal. Den Mazedoniern gegenüber stand der größte Teil der englischen Orientarmee, fünf Brigaden und eine französische Division, die auf den Anhöhen zwischen dem Türkendorf Kara Oglu und dem Bulgarendorf Bogdantzi befestigte Stellungen innehatten. Inmitten dieser starken, durch Stacheldraht gesicherten Stellungen lag das Dorf Furka. Nachdem das siegreiche Vordringen des bulgarischen rechten Flügels bei Gewgheli gemeldet war, erhielt General Zlatorow den Auftrag, die englisch=franzosische Front zwischen Furka und Bogdantzi zu durchbrechen. Eine Druschine nach der anderen stürzten sich auf die Mazedonier, von Schnellfeuer und Maschinengewehrfeuer empfangen, auf die Stacheldrahtverhaue, die nur teilweise durch bulgarische Artillerie entfernt waren. Ohrenbetäubend dröhnte„das Schlachtgeschrei der Mazedonier:„Nanoz, Nanoz!“ Die mazedonischen Druschinen, darunter zahlreiche Flüchtlinge aus der serbischen Armee, stürmten das Dorf Kara Oglu. Die Mazedonier gaben keinen Pardon. Erst als die Hauptstellung genommen war, konnten die Offiziere die Mazedonier zur Schonung der Engländer anhalten. Bulgariens :: D e r b u l g a r i s c h e G e n e r a l s t a b s c h e f Jostow erklärte einem Vertreter der„Balkanska Tribuna“ auf seine Frage, ob der Krieg bald beendet sein werde:„Der Feind ist hinausgejagt; das bedeutet aber nicht, daß der Krieg aus ist. Wir dürfen nicht vergessen, daß wir nicht nur mit Serbien Krieg führen, sondern auch mit der Entente. So lange es Engländer und Franzosen gibt, dürfen wir nicht denken, daß der Krieg beendet ist. Vielleicht geht der Krieg in eine neue Phase über; indem wir uns auf alle Möglichkeiten vorbereiten, werden wir noch stärker, um ihnen zu begegnen. Jetzt warten wir darauf, daß uns die Diplomatie sagt, bis wohin und wie wir den Feind verfolgen sollen. Nach unserer Kenntnis sind die Engländer und Franzosen gänzlich desorganisiert und keines ernsten Widerstandes fähig. Wahrscheinlich werden sie sich bei Saloniki verschanzen, um dort einen letzten Widerstand zu leisten. Einer Sosiaer Depesche der„Kölnischen Zeitung" zufolge nahm die griechische Reglerung mit Genugtuung den bulgarischen Vorschlag der Festsetzung eines neutralen Gürtels an, der weder von bulgarischen, noch von griechischen Truppen betreten werden darf 2Unentschieden ist noch, wie das Verhalten sein wird, wenn die Vergewaltigung des nertralen Griechenlands durch England und Frankreich fortgesetzt und der neutrale Gürtel von diesen militärisch zum Nachteil Bulgariens ausgenützt wird. Englisches Militär=Gouvernement in Saloniki. :: Aus Paris wird gemeldet: Nachdem für die von England besetzten griechischen Inseln eigene Zivilverwaltungen der Entente errichtet worden sind, wurde nunmehr auch für das Gebiet von Saloniki die Zivilhoheit des englischen Militärgouvernements„unbeschadet der griechischen Souveränität“ erklärt. Auch„Liebknechks Friede unannehmbar. :: Unter dem Titel:„Die Friedensfrage im Reichstage“ schreibt der Pariser„„Temps“ unter anderem: Man muß sich hüten, aus den Protesten der sozialdemokratischen Minderheit übertriebene Schlußfolgerungen zu ziehen. Der deutsche Sozialismus hat immer Eigenbrödler gekannt, denen die Partei stets Nachsicht bewies. Im übrigen bringen uns Liebknecht und Genossen unter radikaler Form dieselben Ideen, die die Partei mit Zweckmäßigkeit anwendet. Wenn diese kleine Gruppe kurzweg den Frieden ohne Gebietserweiterung fordert, so ist das doch ein Friede, der den deutschen Sieg in sich schließt, ein Friede, der dem Reich Elsaß=Lothringen erhalten und ihm wirtschaftliche Vorteile einbringen würde, deren Wirkungen schwer auf der politischen Unabhängigkeit der Staaten lasten würden, die sie zugestehen gezwungen wären. Darum ist Liebknechts Friede für die Franzosen und die Alliierten ebenso unannehmbar, wie der des Kanzleks und Spahns. Kleine Kriegsnachrichten. * Der englische Dampfer„Levelpool“, mit Lebensmitteln von Newyork nach England unterwegs, ist auf eine Mine aufgelaufen und gesunken. Die Mannschaft ist von einem zu Hilfe geeilten Kreuzer gerettet worden. * Lloyd meldet: Der englische Fischereidampfer„Cassiopeia“ wird als verloren betrachtet. * Nach einer amtlichen Reutermeldung sind 18000 österreichische Kriegsgefangene nach Albanien verschleppt worden. Sie sind unter serbischer Bewachung in Elbassan und Tirana angekommen. 's zum Kampf um Saloniki kommen? 8 :: Aus Konstantinopel wird der„B. Z. am Mittag“ gedrahtet: Die hiesigen Militärkreise halten die militärische Lage der serbisch=griechischen Grenze für unhaltbar. Sie betonen, daß der bulgarische Kriegsbericht nur von einem vorläufigen Stillstand der Overationen spricht. Fraglich könne nur sein, ob diese von den Busgaren oder den Deutschen und Oesterreichern wieder ausgenommen werden. Als sicher dürfe man jedoch ansehen, daß Griechenland sich dadurch nicht zur Teilnahme am Kampfe veranlaßt sehen wird. Wie zuverlässig gemeldet wird, haben die Engländer in den letzten Tagen zahlreiche Trupven gelandet. Sie sind anscheinend fest entschlossen, den Kampf um Saloniki angesichts der bedrohten Sicherheit Aegyptens mit allen Mitteln aufzunehmen. Nach zuverlässigen Berichten langen täglich lange Züge mit Verwundeten in Saloniki an. Das halbamtliche„Echo de Bulgarie“ schreibt:„Nach dem schmählichen Scheitern ihrer Balkanunternehmung wäre für die Regierungen von Paris und London der einzige vernünftige Ausweg, ihre geschlagenen Truppen wieder einzuschiffen. Der Umstand, daß der Vierverband beschlossen hat. Saloniki als Basis der künftigen Operationen beizubehalten, kann eine gewaltige Ueberraschung für die Mächte werden, die den Terror als Mittel für ihr Vorgehen gegen kleine Staaten eingeführt haben.“ Die Griechen räumen Saloniki. :: Die„Agence Havas“ meldet aus Athen, 17. Dezember: Aus Saloniki wird gemeldet, daß die griechischen Truppen auf Grund des zwischen Sarrail und Pallis zustandegekommenen Uebereinkommens mit der in dem Abkommen vorgesehenen Truppenverlegung beginnen. Das Hauptquartier ist nach Kozani übergesiedelt, das dritte Korps geht nach Katerini, das fünfte nach Nigrita. Nur ein Pionier= und ein Artilierieregiment bleiben in Saloniki zurück. Sarrail hat seine Zufriedenheit über die Art ausgesprochen, in der der Rückzug der Alliierten auf griechischem Gebiet sich vollzogen hat. Bulgarisches Einvernehmen mit Griechenland. :: Das Athener Blatt„Nean Astl“ berichtet, daß die bulgarische Regierung ihr Versprechen, Doiran und Gewgheli neben anderen Kreisen an Griechenland abzutreten, erneuert habe. Berlin, 17. Dezember 1915. Vom Reichstag. Der Reichstag wird vor Weihnachten nur noch die Kriegsgewinnsteuer und die 10=Milliarden=Kredite — wahrscheinlich an einem einzigen Tage, nämlich am nächsten Montag— erledigen, so daß das Haus schon Dienstag Ferien hat. Alle übrigen, im Ausschuß erörterten Fragen über Volksernährung, Kriegsunterstützung, Kriegsrenten, und was noch daran kommen wird, wie Zensur, Soldatenbehandlung usw., kommen erst nach Weihnachten an den Reichstag. :: Bundesratsbeschlüsse. Am Donnerstag gelangten im Bundesrat zur Annahme: der Entwurf einer deutschen Arzneilaxe 1916, der Entwurf einer Bekanntmachung über weitere Regelung des Branntweinrerkehrs; der Entwurf einer Verordnung wegen Ergänzung der Verordnung über den Verkehr mit Zucker im Betriebsjahre 19151916 vom16. August 1915; der Entwurf einer Verordnung über die Bereitung von Kuchen; der Entwurf einer Verordnung über die Herstellung von Schokolade und Süßigkeiten und der Entwurf einer Verordnung über Zeitungsanzeigen. Parlamentarisches. ? I n d e r v e r t r a u l i c h e n V o r m i t t a g s sitzung des Reichshaushaltsausschusses des Reichstages am Freitag betonte der stellvertretende Kriegsminister gegenüber den insbesondere von sozialdemokratischer Seite vorgebrachten Beschwerden über die unangemessene Behandlung Untergebener erneut, daß jede Art vorschriftswidriger Behandlung aufs schärfste zu mißbilligen sei und K#entsprechend geahndet werde. Der Kriegsminister erinnerte aber daran, daß den Soldaten, die Unrecht erlitten zu haben glauben, der vorgeschriebene, denkbar einfache Beschwerdeweg— unmittelbares Anbringen der Beschwerde beim Kompagnie= führer— offen stehe, und bat im Intecesse der Diszipun, ihnen nicht andere Wege allzusehr zu erleichtern, zumal die Wahrheit der Beschwerde sonst meist nicht festgestellt werden könne.— Aus der gleichfalls vertraulichen-Nachmittagssitzung kann mitgeteilt werden, daß die Besprechung der Behandlung der Soldaten noch mehrere Stunden in Anspruch nahm. Die Beratung geht Sonnabend Vormittag um 10 Uhr weiter. Außer den militärischen Fragen hat der Ausschuß noch die Beratung über den Belagerungszustand und die Zensur vor Tannenduft im Zimmer. Kommt der Christbaum ins Haus, so bringt er auch sicher gleich einen herrlichen Waldesduft mit. Aber leider verschwindet dieser Duft gar bald. Staub setzt sich an die Nadeln an und verhindert das ätherische Oel am Verdunsten, die warme Temperatur des Zimmers tut ein übriges, und so merkt man bald nichts von dem herrlichen, überaus gesunden Parfüm. Da ist es vielfach üblich geworden, das Verschwundene künstlich zu ersetzen. In jedem Parfümerie= und Drogengeschäft gibt es ein Zimmerparfüm un ter dem Namen„Tannenduft" oder„Waldluft“ zu kausen. Man fügt nur 2 bis 3 Teelössel davon in ein Jöpschen mit heisWasser und stellt dies auf den Ofen. Das Wasser verdampft und verbreitet dabei#### auf sparsamste Weise den Duft im ganzen Zimmer. Wer's billiger haben will, kauft nur ätherisches Tannen=Nadelöl(Oleum pini pumilionis), verdünne dieses stark mit Alkohol und verfahre so, wie oben angegeben. „Ehristbürden.“ Die Sitte der Weihnachtsbescheerung hat ihren Ursprung schon im römischen Altertum, allerdings mit der# Einschränkung, daß man sich damals Neujahrstage gegenseitig zu beschenken Fflegte. Noch heute geschieht es bei den romanischen Völkern nicht Weihnachten, sondern am Neujahrstage. 117644 82 Auch noch im Mittetalter finder sich der Brauch bei uns vor. Lehensherr und Lebensmann, Herr und Diener beschenken sich am Neujahrstage gegenseitig, und die Beamten pflegen ebenfalls Geschenke zu erhalten. Im Laufe, der Zeit wurde diese Verteilung von Gaben auf Weihnachten verlegt. Sie vlieb zunächst noch auf Erwachsene beschränkt. Die ältesten Kinderbeschenkungen finden wir unter dem Einflusse der Reformation erst im 16. Jahrhundert; aber sie werden öfters nicht am Weihnachtstage, sondern früher vom Nikolaus gebracht. Später bringt sie erst das Christrind. Zunächst in Forma; von sogenannten „Christbürden“, das sind Bündel, in welchen neben allerlei Spielzeug auch die Rute nicht fehlen darf. Nach einer Schilderung aus dem Jahre 1571 liegt in der Christbürde„gemeiniglich fünferley: Geld— Stollen, Zuckerzeug und Pfefferkuchen— Kleider— Bücher und Schreibmaterial— und daneben die angebundene Christrute.“ Die Geschenke sielen schon in alter Zeit nicht kärglich aus. Später wurden sie in Schüsseln dargereicht. Erst seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts haben wir Zeugnisse, daß die Gaben auf den Tisch gestellt wurden. v. N. Unsere Weihnachtsbäume haben bis zu ihrer Verwendung einen langen, langen Weg durchzumachen, und schon im November sieht man alljährlich Eisenbahnwagen mit den Weihnachtsbäumen den Großstädten entgegenfahren. Die Aufbewahrung der Bäume macht infolgedessen große Schwierigkeit, da die Trockenheit sogleich nach dem Verkauf in den Wohnungen die Nadeln abfallen läßt. Es empfiehltesich daher, den Baum sogleich nach seiner Ankunft in ein Gefäß mit Wasser oder nassem Sand zu stellen und diese Anfeuchtung auch während der Weihnachtstage durchzuführen. tk. Das Feuerlausen. Die rücksichtslos vor dringende Kultur hat in den letzten Jahrzehnten mit manchem stimmungsvollen frommen Brauch, aber auch mit manchem Ueberrest aus dem heidnischen Altertum aufgeräumt. Zu dieser zweiten Gattung verschrundener Erscheinungen gehörte zweifeklos das Feuerlausen, das vor einem halben Jahrhundert in französischen Gebirgsgegenden eine Begleiterscheinung des Weihnachtsfestes, besser der Wintersonnenwende, war. In vielen Tälern der Pyrenäen und Alpen wurde damals noch die alljahrliche Wiederkehr der Sonne und des Frühlings festlich begangen; teils mit dem Bewußtsein, dag des Fest ein Leben weckendes Licht gi#. iaus alter Gewohnheit und unbewußt. n einem tiesverborgenen Tale der fram###cen Alzen, in welches während der Imteizeit kein Strahl der Sonne dringt, wurde der erste Strahl, der an den hohen Felsen endlich wieder in das Tal hinabfiel, seierlich durch ausgestellte Posten erwartet und ii. Jubelgeschrei und festlichen Tänzen begrüßt. In andern Gegenden feierte man symvolisch die Wiederkehr der Tagesköni zur Zeit des So#stitiums(Weihnachten Gourch Herumtragen Sbrennender Strohwische und Fackeln durch Feld und Wald. Manche Forscher haben zwischen dieser uralten Volkssitte und der Sitte des Weihnachtsbaumes einen Zusammenhang herstellen wollen. Verantwortlich für die Redaktion Friede. Druck u. Verlag von Carl Beaus, beide in Schwerd Schomtaer verleiht eis sartes reines Ceinh: mere Ssssin, oragm. und ein blendend Snscht FEUTS erung trolle bie deutschen Greder in Belgien u. Nordfrankreich nach dem eisiziellen englischen Bericht. Von D. Dr. Carl Clemen, Professor an der Unlversität Bonn. Oktav 48 Seiten. Preis 30 Pig. Buchhandlung CARL BRAUS Schwerte(Rohne), Grosse Mlarktetrasse 5.—5. Der veltoste Wox lchnt slch! Bradchen eis emeheister. Aisce Vs ealegse hiesce Gerschesectelice eictc cischeice chäice Preisen bel uns algegeben Unere Preise sind von Uk. 12, 15. Käufer erhält 5 Prozent Ra 5397 — anentucher—. Techpikum Blogstas Baschln-Abeu, Eleb tretechnit Autemoblbas, Brüskenbas 142 Diraktion: Prof. M IOne!K. Kölnerstrasse a. Hauptbahnhof Beste erstklassige Pianinos: 1 Konzert=Piano (7¼ Oktave) 5160 1 Salon=Piano (Römhildt), zurückgenommen, wenig gespielt, m. hervorragend „edler Tonfülle, gebe m. voller Garantie äußerst billig ab. 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Das Gedicht dürfte gerade jetzt besonderes Interesse wachrufen: Sieben hundert waren mitten. Viertzig hinter tausend Vor, als wir großen Kummer litten. aller Seegen sich Verlohr, denn die plag war siebenfach. es erfolgte Schlag auf Schlag, antz Europa Ward beklemmet, die Handthierung auch gehemmet. Theurung war Zu Vor im Lande aller Vorrath aufgezehrt mangel überall sich sande so War alles außgeleert übertheuer War das Brod Reiche. Arme. litten noth dann Vor gelt war nichts Zu haben es Verschwanden Gottesgaben. Erbsen, bohnen, Kappes, rüben mehl und alle Winterspeis Waren hin, ach was betrüben dieses trafs auch gleicher weiß nebst den Menschen pferd und Kühe, Summa alles ander Vieh litte mit bey solchen fällen schier Vor Hunger in den ställen. Eyer fleisch Oel milch und bulter presten tausend Thränen aus Kinder schreyen zu der Mutter aber da war nichts im Hauß, als ein wenig trucken brodt und das noch genauer noth Küche, Keller, stub und Kammer waren angefüllt mit jammer. O wie mager wie Verschmachtet wie betrübt sah alles aus was der mensch sonst wenig achtet trug er damahls gern nach Haus Keiner scheuet sich der Klag und es Kamen alle tag neue armen den man geben muste, wenn sie sollten leben. Zwar man setzte gut Vertrauen, auf den samen in dem landt Welcher schön war anzuschauen und sich reichlich bey uns fandt aber ach, ein langer frost der Verdard uns Korn und most weitzen, gerste, raab und trauben Aepfel, nüß, wer kan es glauben. Nichtes grünes war Zu finden so enisetzlich war der frost im Abri thät Verschwinden die verwünschte Winter Roß, Haber, heu, ja Obst und Wein War noch nicht gesammelt ein war Vor Kälte nicht zu krigen alles bliebe draußen liegen.— ferner hat uns Gott gestraffet mit entsetzlich grossen Schnee der fort alles weggeraffet ach er thäl den früchten Weh, Weil er erst im frühling kam und der frucht den Wachsthum nahm dan er war mit frost Vermengt daß er alles Weggestrengel. Unerhört war dessen tieffe alles alles stund bedroht eine noth der ander rieffe manches Vieh ist drin vergrabt manches Hauß ist zugeschneiyt wild und Vögel zu der Zeit Konten sich nicht mehr Saloiren müsten fallen und Creppiren. Mißwachs folgle dieser plagen der mit armuth gieng Verpart jeder muß zum bäcker tragen was er lange Zeit Verspart alle alle büsten ein und es kont nicht anders seyn Keiner konte brodt erwerben Wolle auch nicht hungers sterben. Denket Sünder wie geschwinde offt und Viel Gott straffen kan es entstunden starke Winde und erschreckten jedermann auff dem Landt und auf dem Meer Wütete der Wind so sehr Häuser bäum und Schiffe sinken Menschen Vieh und Waar ertrinken. Demnächst kamen Wassergüße alle ströme schwollen auß die reoir und binnen flüsse nahmen einen andren lauff Häuser mühlen Küh und pferd menschen Vieh wie lieb und Werth hat die flut hinweggerissen ehe sie es konten wissen. Stätte Dörffer Häuser flecken sahe man im Wasser stehn über Bäume strauch und Heide Konten grosse Schiffe gehn manche seel in solcher noth schrey zu menschen und zu Gott niemandt aber kont sie reiten Jeder rieff sie solten bäten. Diebereyen banquerotten haben Viele arm gemacht Dan Gott lässet sich nicht spotten Wer ihn und sein Wort Veracht in Wollust und Ueppigkeit Hoffarth lügen haß und neyd lebt, der wird offt lang Verschonet endlich aber recht belohnet. Pabst und Kayser, ja darneben derer Russen Kayserin Kamen dieses jahr umds leben stecben alle Drey dahin und der todt mit seinem pfeil schosse in gar schneller eyl auff den König derer preußen daß er gleichfals must verhäußen. Darauff entstund furcht und scheu, angst und Zittern überall sonderlich thät diß erwecken des Römischen Kaysers fall weil er ohne Erben war seind wir jetzt noch in gefahr werden auch kein Ende sehen biß daran die Wahl geschehn. Alle Fürsten und Regenten stellen sich in positur groß und kleine pretendenten machen aller Handt figur dann es seind gar Viele leuth die von dieser reicher beuth mit zu profitiren meinen und geneigt zum Krige scheinen. Derer Spanyen Capereyen und wie sie Von Engelandt in der See bewillkommt sehen ist in aller Welt bekandt auch das frankreich sich zu letzt gegen Engelandt gesetzt und demnach neutral will bleiben Wie uns die Gesanten schreiben. Was die unruh bey den griechen Was der Schweden neyd gebiert läßt sich noch so bald nicht riechen Was Chur bayren machen wird Was es gibt in Schlesien landt alles das ist Gott bekandt der woll uns ein bessers schenken als wir jetzt noch dürffen denken. Krieg wird überall gebrütet Wo man hört ist weh und ach Wann der Herr es nicht Verhütet leiden wir groß ungemach ach wie wird es uns noch gehen ach was werden wir noch sehen wer nur bäten kan der bäte wie der fromme Moses thäte. Vatter lieber Vatter schöne wende alles unglück ab uns nicht nach Verdiensten lohne sonsten müssen wir ins grab schenk uns unsre fünd und Schuld Habe Herr mt uns gedult leite uns auff deinen Wegen Kröne diß neu Jahr mit Seegen. Nr. 296. 3. Blatt. Vor Weihnachten 1915. Weihnachtsglocken wieder, wieder, Sänftigt und bestürmt ihr mich. Kommt, o kommt, ihr hohen Nehmt mich, überwältigt mich! Der Gedanke an dieser Fest wirkt A e nd be unr se renblicher Brimen, dichter zusammen im gemütlichen Heim voller Erwartung auf das Weihnachtsfest, wo man bringt wieder zu uns. Es ist uns, zis unzerr Hitst Himmel Ftehe;, auf die Erde und in umet ne duer Adeue aune ane as wietlich herabdammen dann un die Erte!## oude icht, e, gertzanden. Die Gedanten Saseniche. heie sich ece e Witerung, Vinn, giegt und ost, wog unsere Ga. werk nachgehen. In Kriegszeit wird man kaum wo fröhliche Weihnachten feiern können. Ueberall lastet auf den Häusern ein schwerer Druck. In dem einen bangt man und sorgt man sich um die Lieben in der Ferne. In dem andern betrauert man in der Einsamkeit den, der gefallen ist auf fremder Erde. Und auch da, wo man selbst mit seinen Gedanken keinem nahen Verwandten hinaus folgt, kann ungetrübt und frei nicht die Weihnachtsfreude empor kommen. Dieses Fest mit seiner gemütstiefe, mit seiner stillen Innigkeit, mit seinem Evangelium der großen Menschen= und Gottesliebe paßt nicht hinein in die Zeit des Grezsegng one, brgten Lärmens und des blutigen Menschenyasses. Kavonendonner und der seondert er,e hen einezescheg. tönen nicht zusammen, sondern ergeven einen schrilUm so mehr wird aber dieses zweite Weihnachtsfest in Kriegszeit in aller Herzen eine tiefe Sehnsucht nach dem Frieden auf Erden senken. Das Weihnachtsfest, das so recht Familienfest ist, in einer Zeit, wo so viele Familien zerstört und auseinander gerissen sind, die tiefe Sehnsucht nach Familienglück in vieler Herzen wecken. Es wird uns das alte heilige Evangelium der großen Gottes= und Menschenliebe neuschätzen lehren. möge auch das kommende Kriegsweihnachten für uns ein großer Segen sein. Kehraus. Ein Kehraus gilt von Zeit zu Zeit Als dringende Notwendigkeit. Naturgemäß kehrt jeder aus Zunächst in seinem eig'nen Haus, Was namentlich vor jedem Fest Die Hausfrau sich nicht nehmen läßt. Hält einen Raum man ziemlich sauber, Umweht ihn gleich ein neuer Zauber. „Werter Ceitullh Amtliches Areisblatt. Samstag, 18. Dezemder 1915. Auch jetzt wird wieder ausgekehrt, Doch nicht allein nur Haus und Herd, Nein, draußen fern im Feindesland Wird ausgekehrt mit starker Hand. Die deutschen Krieger steh'n im Feld Und wo der Feind sich immer stellt, Da macht man ohne Federlesen Kehraus mit eisenhartem Besen. Der Valkan, wo das Serbenland Stets unter Russen=Einfluß stand, Wird jetzt gesäubert von der Brut, Die nie getan, was recht und gut. Held Mackensen hat unentwegt Den Serbenwinkel reingesegt, Und seine wack'ren Helfer waren Die treu verbündeten Bulgaren. Nun geht's nach Montenegro rein, Auch dies wird bald gesäubert sein. Italiens Schwiegervater sieht Schon kommen, was mit ihm geschieht Bald schwindet ihm sein Größenwahn, Dann tut er, was der Ahn getan, Dann war vergebens all sein Wüten, Dann mag er wieder Hammel hüten. Im Kehraus geht es weiter vor, Schon geht's an der Hellenen Tor Werft Ihr nicht die Entente raus, Dann säubern wir für Euch das Haus! Doch damit ist's nicht abgetan, Noch weiter führt die Orientbahn. Am Heldenmute uns'rer Streiter Jershelen Lig und Trug geu g.#1 Englands Rückzugsstrategie eberschrift: Rüchzugsstrategie“ Rückzug enden, den Krieg zu gewinnen? Können wir diese andauernden Verluste an Männern und Geld, denen kein militärisches Ergebnis entspricht, Wir reden von einem Erschöpfungskricz, aber wir werden die Erschöpfung stärker fortgesetzt wird.(WTB.) Parum der Umweg! Die Route um das Kap der guten Hoffnung. saß ihre nach Indien und den hgllgndi. peit löngeren Beg um das Kap der gizen nehmen sollen. Einen gleichen doffiguigze, reomen vo. zi, englischen ReBeschluß haven nun auch die onal richt we p vund Friten die Treibsagd der deuischen und österreichischen Uezggte Unter der Uebetschtest.„Nuugupnrg schreibt Sidney Low in der„Daily Mail“: britischen Armeen sind wieder mit den gen beschäftigt, womit wir seit August 1914 schmerzlich vertraut wurden. Sie gehen in Mesopotamien zurück auf eine neue Frontlinie. Der Krieg besteht im wesentlichen aus diesen strategischen Rückzügen. Wir senden unzureichende Truppen aus, durch die überwältigende Mehrheit des oder schwierige Bodenbeschaffenheiten zum Stehe gebracht werden. Sie kämpfen mit glänzendem Mut, ein bis zwei brillante Erfolge und ziehen sich dann zurück. So geschah es bei Mons, Antwerpen, in Serbien, auf Gallipoli und in Mesopotamien. begannen den Krieg damit, daß wir zwei torps nach Beloten schiäkten. Sie kamen, en, ost und sahen sich dem überlegenen Feind„geg b Ihr Rückzug war großartig, aber unhei. 1. britische reguläre Armee erhielt einen Schlag, wovon sie sich nie erholte. Unsere einzigen ausge hohe Zahl von Offizieren, Mannschaften und Kriegsmaterial. Unsere beste Kriegsmaschine erlitt gleich am Anfang eine schwere Betriebsstörung. In dem Artikel werden weiter die Unternehmen in Gallipoli, Serbien und Mesopotamien erörtert, und es heißt dann: Ist das Strategie oder vernünftige Politik? Können wir erwarten, durch eine Reihe von unnützen Vorstößen, die mit eine kotterd. Courant" befaßt sich mit dieser Die ischen Sohtergeizehöigsen lären, daß der Grund, den die Schiffahrtsgesellschaften Wbzzg, tigztig die Ghliebung angeben, iore. Sguten Hoffnung Route um bos Hop nämich Schwierigteigpird sich der Preis seien die Kohlenreserven sehr groß, Ferger chmen Sumatra Kohsen ein und brauchKap. So neige man bozzie, gejägrpung Schisfe nich pöslen die Passagiere und ihre Pertähtern bei zide SEtisse guis Bieten Benn ergieg durchs Mittelmer und Brunde den we v. vermeiden, so ist das urch den Su, Füg holländische Schiffe kann versteben,„ahr vo Mittelmeer kein stiche v Grand für die Vermeidung des um otiger de zürzeren Weges sein. Lenn sie sind ja, soweit sie keine Bannware führen, . U.Booten sicher. Der wahre Grund die Routen um das Kap muß ein derer sein. Sperrung des Suezkanals? :: Der Londoner„Deily Telegraph“ erfährt: Nach einer Umfrage in der H# delemarine ist in England rgie, Herjense e ded ber, u Zosung Seher 5 lassen, entspricht. Ein Reeder verstrgr,### die Dampfer ohne Rücksicht auf ihre Na tionalität bald eine längere Noute nüssen, weil die Schließung des als ins Auge gefaßt sei. Das Beitehen eines Mangels an Kohlen wird besrritten. :: Die„Central News“ meldet aus, Paeis: Wie verlautet, werden au. Hone ösischen Schiffahrtsgesellschaften#n ahrtsbetrieb durch den Suezkanar eintellen. Der Grund ist nicht nur die um 400 Prozent gestiegene Kanalabgabe seit Ausbruch des Krieges und der tatsächlich bestehende Kohlenmangel, sondern es liegen auch Gründe vor, daß eine Schließung des Kanals erwartet wird.. und Welchen Einfluß die Sperrung u. überhaupt die Umgebung des Suezranals für die Kanalerträgnisse haben muß, geht aus folgenden, von der„Times“ veröffentlichten Ziffern hervor: 1914 erschienen im Kanalverkehr die holländischen Schiffe an dritter Stelle, was Zahl und Wasserverdrängung(Tonnengehalt) ang.ht. Groß=Britannien war mit 3078 Fahrzeugen und 12,9 Millionen Tonnen an erster, Deutschland mit 481 Schiffen und 2,1 Millionen To. an zweiter und Holland mit 347 Schiffen und 1,4 Millionen Tonnen an dritter Stelle vertreten. verkreten. Kriegsvorbereitungen am Suezkanal. :: Der Amsterdamer Korrespondent der „Voss. Ztg.“ erfährt aus London: In England befürchtet man, daß die Türken den Suezkanal im Norden und Süden verschütten werden, wodurch auch den kleinen Kanonenbooten die Einfahrt in den Kanal unmöglich gemacht würde, um sich an den Uferkämpfen zu beteiligen. Am ganzen Kanal entlang haben die Englander jetzt stark befestigte Stellungen angelegt, die den Feldgeschützen Widerstand bieten. Die Entwicklung der dortigen Ereignisse wird in London mit größter Spannung verfolgt. —— Büchertisch. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Weihnachtsbuch. Erzählungen von Peter Nosegger, A. Schmitthenner, Adalbert Stifter, Armin Stein, Fine Hüls, Max Heidorn, J. Stinde u. a. Herausgegeben von K. Dorenwell. Klein Oktav, 232 Seiten mit 4 Vollbildern. Preis gebunden in Ganzleinenwand 2.00 Mark. Ausgabe in 4 Heften mit je 1 Vollbild. Jedes Heft steif kartoniert 40 Pfg.— Verlag von Franz Bonzmeyer, Hildesheim. Verantworttich für die Redaktion Friedrich Keaaa. Druck u Verlag non Cael Braus, heide in Schmert=. Rse Re Rech unr er Ate u. Sonnlag, den 19. u u eguschurge, ienmn zu bändigendes Lueicge ven, vierur zeg geig 9peal beine seine abends geöffnel. 25 Angleiche Naturen. Roman von B. Corony. „Mir wöre es gelungen, ig, mir wäre es gelungen!" flüsterte sie einmal inwillkürlich und richtete sich dann erschreckt auf. Aber niemand war ja zugegen. So jagte ein Gedanke den anderen, bis Die Vormitagsstunden füillte dem sie an die Munier schrieb uunr d,ItreH, ziezeri. 6. das Klavier setzte, um die Partitur durchzuspi richsichsvol gezeigt hätte. Es tat ihr weh, liehe Ueberraschung: Greie Tornau Pladen glaubte seinen Augen niche tranen zu #bürsen. Welche Veränderung wor mit dem reiztogen, ernsten Augen unergra... Das biamawurge, kaum zu bändigende Haar ließ, zu eitem griechischen Knoten gewunden, die schöne Form des schlanken Halses sehen. Lipven noch mehr hervorheht und wuie ales s. tene, fremdartige den Blick unwillkürlich fesselt. Auch Raden vermochte die Augen kaum abzuDug Veieben, un, eseieneinz Herückenden SchönMblschen sichede se estladese Baschale Johanna müßte kein Weib gewesen sein, wäre ihr die Bewunderung, die sie einflößte, verborgen geblieben. Fräulein von Tornau kannte di scheiterten Pläne ihrer Familie, wußte, daß sie n einer anderen willen verschmäht war und fühlte, daß sie in diesem Moment die siegreiche Dor zonr ios eigen Feleide gernse Gent ng ue eun bunden„icher Zauber, dein man sich schend wie ein vortotnuv, Lg#cheraterissert das Frau, degetallen wilund Jeh, Kloige einer Blume, immer dem Sonnenschein, vem Licht Sie wollie Raden überzeugen, daß er sie uzterschätzt hatte, nichts weiter, denn alle Hoffnungen und still genährten Wünsche mußten ja zu Ende sein. Aber er sollte begreifen, daß er kei wertloses Stückchen Glas, sondern einen Edelstein von sich geworfen hatte, und daß er es in dieser Stunde tat, darüber täuschie sie sich nicht. Welches dem Kindesalter entwachsene Mädchen hätte keine Träume geyegi, rein Ideal heimlich umschmeichelt? Auch die Komtesse war vor Jahren mit einem verborgenen Flämmchen im Herzen abgereist und es hatte sich zum lodernden Die sosechr veränderte Johanna trieb nun wie an die Krönung ihrer heißesten Wünsche dachte. Waren die Gefühle, doch längst geheiligt durch einen Lieblingsplau der beiden, durch iunige Freundschaftsbande aneinander gefesselten FamiDann kam die Nachricht von Horsts Verlobung mit Juliane. Wer beschreibt, was da in der jungen Sss eru, aus bemn Halbsichluunge i5e Träumereien Geweckte lernte sich mn erst selbst erkennen und wurde aus dem trägen, auf seinen Glücksstern vertrauenden Kinde zum ge Weib, dem der Becher des Levensgenusses aus der lose und deshalb schlaffe, nachlässige Wesen fühlte über sie hu, wie der Ortau, der die Erze, aus. der Geointer Bächezu Srdhsgz gzuig, gele g lh bridhe Hanisihe 2ich leisen, wudzer Wahusiun misse von ihe Besiz ergeite Aastelehschgetise eh e. heißen Sonnenkuß nicht standhalten kann. Aber eine gewisse seltsame Ruhe, an die sie zu Zei werie zu werden. Das bilbete eben auch anle Deas der bedsegeniseht sichalest oiesoherse. Und jetzt wußte sie, daß ihr Ringen nicht umsonst gewesen war, denn er stannte sie an, wie ein plötzlich vor ihm emporgetauchtes Spur von der Sucht, Böses zu stiften, regte sich in ihr. Eine innerlich Vereinsamte, war sie aus der Fremde zurückgekehrt, stolz und ohne Juusionen, nur von der Ansicht beseelt, sich Gerechtigkeit zu verschaffen. 44 urech Was Horst empfand, aber nicht aussprach, lieh der General Worte. Als Johannas Vormund und Verwandter durfte er sich das erlauben. Dieses Wiedersehen nach dreijähriger Trennung bereitete ihm wirkliche Freude und gewährte##eg „Wer wolle denn in Die das trotzige, schweigsame Wesen wieder erkennen Da möchte man ja mit Bürger ausrufen:„O, wie in tausend Zauberpracht, das Mädel, das keinte; lacht!“ Ha, ha, ha! Werde noch poetisch Das mußt Du einem alten Soldaten nicht übel nehmen, Haunchen. Ist wahre Herzensfreude!“— regge ntung trolle nicht Beschlagnahme und Höchslpreis. Nachstehende Verordnung wird hiermit auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851, des Bayerischen Gesetzes über den Kriegszustand vom 5. November 1912 in Verbindung mit der Königlichen Verordnung vom 31. Juli 1914, der Bekanntmachung über die Sicherstellung von Kriegsbedarf vom 24. Juni 1915(Reichs=Gesetzbl. S. 357), des Gesetzes, betreffend Höchstpreise, vom 4. August 1914 in der Fassung vom 17. Dezember 1914(Reichs=Gesetzbl. S. 516) in Verbindung mit der Bekanntmachung über Aenderung dieses Gesetzes vom 21. Januar 1915(Reichs=Gesetzbl. S. 25) und der Bekanntmachung zur Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. September 1915(Reichs=Gesetzbl. S. 603) sowie der Bekanntmachung über Vorratserhebungen vom 2. Februar 1915(ReichsGesetzbl. E. 54) nebst Erweiterungen vom 3. September 1915(Reichs=Gesetzbl. S. 549) und vom 21. Oktober 1915 (Reichs=Gesetzbl. S. 684) zur allgemeinen Kenntnis gehracht mit dem Bemerken, daß Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung gemäß den in der Anmerkung") abgedruckten Strafbestimmungen bestraft werden, sofern nicht nach allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen verwirkt sind. S 1. Inkrafttreten der Verordnung. *) Die Verordnung tritt mit Beginn des 15. Dezember 1915 in Kraft; sie bildet eine teilweise Ergänzung der Verordnung M. 6172/2. 15. K. R. A. vom 15. März 1915, betreffend Vorratserhebung und Bestandsmeldung über Wolfram, Chrom usw., und umfaßt auch diejenigen Personen, Gesellschaften usw., deren Vorräte durch schriftliche Einzelverfügung der unterzeichneten verordnenden Behörde beschlagnahmt worden sind. Die Einzelverfügungen treten mit dem Inkrafttreten vorliegender Verordnung außer Kraft und werden durch diese ersetzt. Die Verordnung M. 6172/2. 15. K. R. A. vom 15. März 1915 behält unbeschränkt Geltung, abgesehen von der hiermit aufgehobenen Strafandrohung aus§ 9b des Gesetzes über den Belagerungszustand und aus Art. 4 Ziff. 2 des Bayerischen Gesetzes über den Kriegszustand. d) Für die im§ 3 Abs. d bezeichneten Gegenstände treten Meldepflicht und Beschlagnahme erst mit dem Empfang oder der Einlagerung der Waren in Kraft. § 2. Von der Verordnung betroffene Gegenstände. a) Beschlagnahmt werden hiermit bis auf weiteres sämtliche Vorräte der nachstehend aufgeführten Klassen in festem und flüssigem Zustand(einerlei, ob Vorräte einer, mehrerer oder sämtlicher Klassen vorhanden sind): Numerierung und Gegenstand nachstehender Klassen entsprechen denjenigen der Verordnung M. 6172/2. 15. K. R. A. Klasse 23 Gegenstand Wolfram=Metall, ausgeschlossen Drähte mit einem Durchmesser von weniger als 0,“ mm. Wolfram=Eisen(Ferrowolfram). Wolfram in Erzen, in Schlacken, in Nebenund Zwischenprodukten, beispielsweise auch Wolfram in Wolframsäure, Mischerzen, Halden und Rückständen der Hütten= und chemischen Industrie in Verbindungen und Legierungen, soweit nicht unter Klasse 23 bis 26 fallend. Chrom als Metall und Ferrochrom. Chrom in Erzen, in Schlacken, in Neben= und Zwischenprodukten, beispielsweise auch Chrom in Rückständen der Hütten= und chemischen Industrie, in Verbindungen und Legierungen, soweit nicht unter Klasse 28 bis 30 fallend. b) Beschlagnahmt sind auch die nach dem 15. Dezember 1915 etwa hinzukommenden Vorräte. —„ ) M i t G e f ä n g n i s b i s z u e i n e m J a h r o d e r m i t G e l d s t r a f e wird bis zu zehntausend Mark 1. wer undesugt einen d# bestraft: Dnr unrrrug. imen beschlagnahmten Gegenstand beiseite schafft, beschädigt oder zerstört, verwendet, verkauft oder kauft oder ein anderes Veräußerungs= oder Ewerdsgeschäft über ihn abschließt; 2. wer der Verpflichtung, die beschlagnahmten Gegenstände zu verwahren oder pfleglich zu behandeln, zuwiderhandelt; 3. wer den erlassenen Ausführungsbestimmungen zuwiderhandelt. II. Mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu 10000 Mark wird bestraft: 1. wer die festgesetzten Höchstpreise überschreitet; 2. wer einen anderen zum Abschluß eines Vertrages auffordert, durch den Höchstpreise überschritten werden, oder sich zu einem solchen Vertrag erdietet; 3, wer einen Gegenstand, der von einer Aufforderung(§ 2 und 3 des Gesetzes, betreffend Höchstpreise) betroffen ist, beiseileschafft, beschädigt oder zerstört: 4. wer der Aufforderung der zuständigen Behörde zum Verkauf von Gegenständen, für die Höchstpreise sestgesetzt sind, nicht nachkommt; 5. wer Vorräte an Gegenständen, für die Höchstpreise festgesetzt sind, dem zuständigen Beamten gegenüber verheimlicht: 6. wer den erlassenen Ausführungsbestimmungen zuwiderhandelt. 100 In den Fällen Ne. 1 und 2 kann neben der Strafe angeordnet werden, daß die Verurteilung auf Kosten des Schuldigen öffenklich bekannlzumachen ist; auch kann neben Gefängnisstrafe auf Verlust der dürgetlichen Ehrencechte erkannt werdan. III. Wer vorsätzlich die Auskunft, zu der er auf Grund dieser Verordnung verpflichtet ist. nicht in der gesetzten Frist erteilt oder wissentlich unrichtige oder unvollKindige Angaben macht, wird mit Gesängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark bestraft. Auch können Vorräte, die verschwiegen sind, im Urteil, für dem Staat verfallen erklärt werden. Ebenso wird bestraft, wer vorsätzlich die vorgeschriebenen Lagerbücher einzurichten oder zu führen unterläßt. Wer fahrlässig die Auskunft, zu der er auf Grund dieser Verordnung verpflichtet ist, nicht in der gesetzten Frist erteilt oder unrichtige oder unvollständige Angaden macht, wird mit Geldstrafe dis zu dreitausend a. a oder im Unvermögensfalle mit Gefangnis dis zu sechs Monaten destraft. Ebenso wird bestraft, wer fahrlässig die vorgeschriebenen Lagerdücher einzurichten oder zu führen unterläßt. Von dieser Verordnung werden betroffen: a) alle gewerblichen Unternehmer und Firmen, in deren Betrieben die im§ 2 aufgeführten Gegenstände erzeugt undloder verarbeitet undoder verbraucht werden, soweit die Vorräte sich in ihrem Gewahrsam und oder bei ihnen unter Zollaussicht befinden; d) alle Personen und Firmen, die solche Gegenstände aus Anlaß ihres Handelsbetriebes oder sonst des Erwerbes wegen in Gewahrsam haben, soweit die Vorräte sich in ihrem Gewahrsam und oder bei ihnen unter Zollaussicht befinden; c) alle Kommunen, öffentlich=rechtliche Körperschaften und Verbände, in deren Betrieben solche Gegenstände erzeugt und oder verarbeitet und oder verbraucht werden, oder die solche Gegenstände in Gewahrsam haben, soweit die Vorräte sich in ihrem Gewahrsam und oder bei ihnen unter Zollaufsicht befinden; d) alle Empfänger(in dem unter a, d und c bezeichneten Umfang) solcher Gegenstände nach Empfang derselben, falls die Gegenstände sich am Meldetage auf dem Versand befinden und nicht bei einem der unter a, b und c aufgeführten Unternehmer, Personen usw. in Gewahrsam und oder unter Zollaufsicht gehalten werden. Vorräte, die in fremden Speichern, Lagerräumen und anderen Aufbewahrungsräumen lagern, gelten, falls der Verfügungsberechtigte seine Vorräte nicht unter eigenem Verschluß hält, bei den Inhabern der betreffenden Aufbewahrungsräume als beschlagnahmt. Sind in dem Bezirk der unterzeichneten verordnenden Behörde Zweigstellen vorhanden(Zweigfabriken, Filialen, Zweigbureaus u. dgl.), so ist— unbeschadet der Verantwortlichkeit sonstiger Personen— die Hauptstelle für die Befolgung der Beschlagnahmebestimmungen auch für diese Zweigstellen verantwortlich. Die außerhalb des genannten Bezirks(in welchem sich die Hauptstelle befindet) ansässigen Zweigstellen werden einzeln betroffen. § 4. Mindestmengen. a) Die in§ 3 gekennzeichneten Personen, Gesellschaften usw., deren Vorräte(einschließlich derjenigen in sämtlichen Zweigstellen, die sich im Bezirk der verordnenden Behorde befinden) am 15. Dezember 1915 gleich oder geringer waren als die folgenden Beträge: Klasse 23 und 28 je 10 Kg. Gesamtgewicht „ 24 20„„ „ 27 und 31 je 150„„ dürfen(außer der nach§ 5 zulässigen Verwendungsart) solche Bestände für beliebige Zwecke verarbeiten, jedoch nur im eigenen Betriebe. Jede weitere Verfügung über diese Bestände ist verboten. d) Werden durch hinzukommende Bestände die Mindest mengen einer Klasse überschritten, so tritt damit für die gesamten Vorräte der betreffenden Klasse einschließlich der Mindestmengen die für die Mindestmengen gültige Sonderbestimmung a) außer Kraft; solche Vorräte sind meldepflichtig gemäß der Verordnung M. 6172/2, 15. K. R. A. e) Verringern sich die Bestände eines von der Verordnung Betroffenen nachträglich unter die angegebenen Mindestmengen, so findet die Sonderbestimmung a) keine Anwendung. § 5. Verwendungsbestimmungen. Die Verwendung der beschlagnahmten Gegenstände wird in folgender Weise geregelt: A) Die beschlagnahmten Vorräte verbleiben in den Lagerräumen und sind tunlichst gesondert aufzubewahren. Es ist ein Lagerbuch einzurichten, aus welchem jede Aenderung der Vorratsmengen und ihre Verwendung ersichtlich sein muß, und den Polizei= und Militärbehörden jederzeit die Prüfung der Läger und des Lagerbuches sowie die Besichtigung des Betriebes zu gestatten. B) Aus den beschlagnahmten Vorräten dürfen entnom men werden: 1. Mengen der Molfram=Klassen Nr. 23, 24 und 27 a) zur Herstellung von Schnellschnittstahl“) im eigenen Betriebe; b) zur Herstellung von Schnellschnittstahl in fremden (inländischen) Betrieben, sofern der Abnehmer sich schriftl ichlich verpflichtet, sie nur einer solchen Verwendung zuzuführen, u. außerdem in gleicher Weise bestätigt, daß seine vorhandenen und hinzugetretenen Bestände beschlagnahmt sind. Die schriftlichen Erklärungen sind von dem Lieferer aufzubewahren; c) sofern Lieferungsverträge bestehen zu Preisen, welche höher sind als nach dieser Verordnung zulässig, ist die Entnahme zur Erfüllung derselben in den Fällen a) und b) nur dann gestattet, wenn das Material in dem unmittelbar als Zusatz zum Stahlbad verwendbaren Zustand bis einschließlich 31. Dezember 1915 an den Werkzeugstahl=Fabrikanten geliefert abgesandt) wird. 2. Mengen der Chrom=Klassen Nr. 28 und 31 a) zur Ausführung von Kriegslieferungen"“) der *) Schnellschnittstahl im Sinne der Verordnung ist Werkzeugstahl für Hochleistung. **) Kriegslieferungen im Sinne der Beschlagnahmeverordnung sind: a) alle von folgenden Stellen in Auftrag gegebenen Lieferungen: deutsche Militärbehörden, deutsche Reichsmarinebehörden, deutsche Reichs= und Staatseisenbahnverwaltungen, ohne weiteres, b) diejenigen von deutschen Reichs= oder Staats=Post= oder Telegraphenbehörden, deutschen staatlichen Bergämtern, deutschen Hafenbauämtern, deutschen staatlichen und städtischen Medizinalbehörden, anberen deutschen Reichs= und Staatsbehörden in Auftrag gegebenen Lieferungen, die mit dem Vermer versehen sind, daß die Ausführung der Lieferung im Ratsselse der Landenverteibigung nbtig und unersetz b) zür ausfuhrung von Kriegslieferungen der Metallindustrie und zur Herstellung von Schnellschnittstahl in fremden(inländischen) Betrieben, sofern der Abnehmer sich schriftlich verpflichtet, sie nur einer solchen Verwendung zuzuführen und außerdem in gleicher Weise bestätigt, daß seine vorhaudenen und hinzutretenden Bestände beschlagnahmt sind. Auf Anfordern des Lieferers, ferner bei allen Lieferungen an Personen, Firmen usw., deren Bestände nicht beschlagnahmt sind, muß der Abnehmer die Verwendung zu Kriegslieferungen durch vorschriftsmäßig ausgefüllte Belegscheine(für die Vordrucke in den Postanstalten 1. und 2. Klasse erhältlich sind) vorher nachweisen. Die schriftlichen Erklärungen und Belegscheine sind von dem Lieferer aufzubewahren; c) für Ausbesserungen zur Aufrechterhaltung eines mit Kriegslieferungen beschäftigten Betriebes, falls sie nicht durch andere Stoffe ersetzbar sind, sofern die Vertragserfüllung ohne diese Arbeiten nicht möglich ist. Die zu solchen Zwecken entnommenen Mengen sind besonders zu buchen. Die Verwendung von chromhaltigem Material als Baustoff in Oefen aller Art ist verboten; d) zur Aufrechterhaltung des landwirtschaftlichen Betriebes für Ausbesserungen an den in Gebrauch befindlichen landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten, falls sie nicht durch andexe Stoffe ersetzbar sind. Buchung wie unter c). 3. Mengen sämtlicher in§ 2 aufgeführten Klassen a) soweit sie von dem Königlich Preußischen Kriegsministerium(Kriegs=Rohstoff=Abteilung) freigegeben sind; d) soweit sie von der Kriegsmetall=Aktiengesellschaft in Berlin W 9, Potsdamer Straße 10/11, aufgekauft sind. Die Urschrift der Kaufbestätigung der Kriegsmetall=Aktiengesellschaft dient als Beleg und ist von dem Lieferer aufzubewahren. s. 6. Verkaufsbestimmungen für die Wolfram=Klassen. a) Der Preis des unmittelbar als Zusatz zum Stahlbad verwendbaren Materials der Klassen 23, 24 und 27 darf frei Werk des Werkzeugstahlfabrikanten bei Barzahlung 35 Mark je 1 Kilogramm Wolframinhalt nicht übersteigen“). Wird der Kaufpreis gestundet, so dürfen Jahreszinsen bis zu 2 v. H. über Reichsbankdiskont hinzugeschlagen werden. Die außer Wolfram in diesem Material enthaltenen Bestandteile dürfen nicht besonders in Rechnung gesetzt und bezahlt werden. d) Das Königlich Preußische Kriegsministerium (Kriegs=Rohstoff=Abteilung) kann, insbesondere bei Einfuhr, Ausnahmen von dem Höchstpreis gestatten. Gesuche um Ausnahmen sind an die Metallmeldestelle(§ 7) zu richten. c) Die Kriegsmetall=Aktiengesellschaft darf in Ausnahmefällen, in denen die Mehrforderung als berechtigt nachgewiesen ist, die festgesetzten Preise überschreiten, ohne daß der Verkäufer die Genehmigung des Kriegsministeriums beizubringen hat. S 7. Anfragen und Anträge. Anfragen und Anträge, welche die Verordnung betreffen, sind zu richten an die Metallmeldestelle der KriegsRohstoff=Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums im Berlin W 9, Potsdamerstraße 10/11. *) Es ist zu beachten, daß der höchste Preis nur für das unmittelbar als Zusatz zum Stahlbad verwendbare Material der Klassen 23, 24 und 27 festgesetzt ist. Dem gemäß müssen die Preise in den Erzeugungsvorstufen entsprechend niedriger sein. Wer Wolfram in den Erzeugungsvorstufen zu einem Preise veräußert oder kauft, der in keinem angemessenen Verhältnis zu dem Höchstpreise steht, macht sich nicht nur einer strafbaren Preistreiberei schuldig, sondern hat auch die Zwangsenteignung oder Einziehung seiner Bestände zu gewärtigen. Die Enteignung und Bestrafung ist im Falle der Zurückhaltung mit der Absicht der Preistreiberei ebenfalls zu gewärtigen. Münster, den 12. Dezember 1915. Der stellvertretende kommandierende General des VII. Armeekorps. Frhr. von Gayl. General der Infanterie. Die diosancn der Faren. empfehlen als vortreff. liches Hustenmittel = Selbsterlebtes= in den Kriegsjahren 1914/15. Mit Beiträgen von H. Dreßler, Pfarrer Salewski, Pfarrer Just, Amtsvorsteher Graap u. a. Herausgegeben von Wilhelm 192„Seiten Text mit einem fardigen Titelbild au Kunstdruckkarton und 60 Originalzeichnungen im Text. = Preis nur 1.— Vorrätig in der Buchhandlung Carl Braus Schwerte(Ruhr). Große Marktstr. 3—5. sollte in keiner Küche fehlen. Bester Ersatz für Suppenfleisch und billigster Ersatz für Fleischertrakt. Hawos Pflanzen=Eiweis=Exkrakt ist infolge des hohen Eiweisgehaltes sehr ausgiebig nur schwach gesalzen und gewürzt und braucht daher nur in ganz kleinen Mengen verwandt werden. Ein halder Teelöffel voll gidt jeder Gemüsesuppe den Nährwert einer Fleischsuppe. 5590# Zu haben bei Mar Mehlhose, Schwerke(Ruhr). Nährmitteifabrik Brunsviga, Wolfenbüttel. Apotheker C. Hallenkerl. Millionen gebrauchen sie gegen K Heiserkeit, Verschleimung, Kartarrh, schmerzenden Hals, Keuchhusten, sowie als Vorbeugung gegen Erkältungen, daher hochwillkommen jedem Krieger! 2400 not.begl. Zeug0100 nisse v. Aerzten und Privaten verbürgen den sicheren Erfolg. 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Wenn ein Professor kommen würde, konnte man zo nichts riskieren. Der kam auch. Schon am übernächsten Tage. Ein seiner, eleganter=Herr mit einer goldenen Brille und einem sehr klugen Gesicht.— Auch Dostojewsky trug seit ein paar Tagen eine bessere Kleidung als an jenem Abend, an welchem er durchnäßt in die Krugsube getreten war. Man bohrte wieder. An anderen Stellen. Wieder träufte das Oel von dem Bohrer. Der Herr Professor stand wit einem sehr klugen Gesicht neben dem unzählige Schweißtropfen vergießenden Dostojewsky, roch und fühlte, schrieb lange Zahlenreihen in sein Notizbuch, maß und legte den Finger überlegend an die Nase. (Schluß folgt.) 2 4 Schach. ## 8 .** a □ 8• Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 439. Von B. Hülsen in Pechüle. („Schlesische Zeitung“.) Schwarz: 2 Steine. 2 # a b• e d„ 1" h Weiß: 5 Steine. Weiß zieht an und setzt mit dem 3. Zuge matt. s hung zwpag und 83—3p1&m n gp S ce zhn.n S 121### hnv zogg alln. 8—7p1 8; 8-eS....•7 452—33·g · 102—7PT··7 99wS7 498—931) 18—78 6(53—8) w. 83-99S T 98 5-aPNFS“** 42— 32 ·8 S7—IM · FPartie Nr. 442. Gespielt zu Mannheim 1914. Spanische Partie. Weiß: K. Ahues, Charlottenburg. Schwarz: A. J. Rabinowitsch, Wilna. Weiß: Schwarz: 1. e2—44 67—e5 2. Sgl—13: 8b8—66 3. Lfl—55 Sg8—f6 4. 0—0 47—d6 5. 02—44 Lc8—47 6. S61—c3 Lf8—e7 7. Tf1—el e5Xd4 8. Sf3Xd4 0—0 9. Lel—g5 Zuvor mußte hier 9. 1.55. Xcs geschehen. Nach dem Textzuge konnte Schwarz mit Sc6Xdt 10. DalXd4 LdTXb5 11. Sc3Xb5 h7—. h6 12. Lg5—h4 a7—a6 13. Sb5—cs S16—07 das Spiel vereinfachen. 9. b7—b6 10. Lg5-h4 Auch jetzt mußte 10. Lb5. Xct geschehen. 10..... T18—e8 11. S44—151 Mit diesem guten Zuge schränkt Weiß das gegnerische Spiel sehr ein. 11..... LdrX5 12. e4X15 a7—26 13. Lb5Xc6 b7Xc6 14. Ddl—13 46—05 15. Tel—e2 Sf6—h7 16. Tal—el. Sh7—g5 17. Lb4Xg5 h6xg5 18. 15—16 Verhindert die Befreiung durch Da8—47 und führt (zur vollständigen Verödung der schwarzen Königsstellung. 18... g7Xf6 19. Df3—f5 D48—d6 20. 52—b4! Ta8-38 Auf göXh4 folgt 21. Df5 —4+ nebst 22. Dx4Xh4+ 21: h4Xg5 f6Xg5 22. Te2—eß! Hübsch und vollständig korrekt. 22.... DaßXeß Wenn Od6—65, so 23. Sc3—a4, und wenn Da6— 64, so 23. a2—23. Auf 17 Xe6 folgt 23. TelXeß, und Schwarz muß die Dame hergeben. 23. TelXeß(7Xeß 24. Df5Xe6+ K68—67 25. De6Xc6 Le7-d6 26. g2—83 Te8—e5 27. St3Xd5 Kg7—h8 28. b2—54 T48—18 29. De6—cs Kh8—68 30. Sd5—e3 Te5—e4 31. De3—03 Te4—e5 32. Da3Xaß TehXe3 33. 12Xes Aufgegeben. 60 Allerlei Was kostet die menschliche Arbeit? Diese Frage wird in der Minerva folgendermaßen beantwortet: Als Kraftquelle steht der Mensch weit unter den Tieren und den Maschinen. Bei mittlerer Arbeitsleistung verrichtet ein Mann von normaler Kraft eine Arbeit von etwas weniger als einer halben Pferdekraft in der Stunde. Um also eine Arbeit von 100 HP. in der Stunde zu erhalten, braucht man 250 Männer. Man kann danach die Kosten der verschiedenen Arbeitsquellen folgendermaßen vergleichen. 100 HP. kosten in der Stunde, wenn sie von 230 Männern geleistet werden, die eine halbe Mark in der Stunde verdienen, 125., wenn sie von 10 Pferden geleistet werden, 50 ½, bei der Dampfmaschine 4,80 K, und beim Gasmotor 3,60 Humor. Sicher. Sonntagsjäger:„Glaubst du nicht auch, Fritz, daß das Huhn herunterkommen wird?“ Fritz:„Aber sicher, wenn es— Hunger hat. * 9 95 C S5SS 2 5ESSDE — S SggEES S 2.— 2 S 5OS S ∆ 95 — -be S• G“ S#g#E Ggn ET TaUnen ##tS#21 2.—1—.- B S 59 3 a SS. K 9 5 55 9 #S 0—9* E KEC ab S#g.— SPSERC —... e *. □ ∆ 0 * * 8 88 8 5 % 8 fe 49— 27 Amtliches Kreisblatt für den Kreis börce Unterhaltungs Beilage zu Nr. 296. Samstag, 18. Dezember 19 Auf dunkken(Pfaden. Roman von A. (36. Hattner=Grefe. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) aß es Axmann nicht recht sein konnte, um diese Zeit ihn hier zu empfangen, das zog er nimmer in Betracht. Es mußte ihm recht sein! Hormayer sühlte sich jetzt vollständig als Herr der Sachlage. Und Axmann spürte das. Ein heißer Zorn stieg in ihm auf, aber er bezwang sich. Mehr als je mußte er jetzt einstehen für die Frau, welche sich durch ihre Unbesonnenheit in folche gefahrvolle Situationen gebracht hatte. Schweigend schritten sie dahin über die mondbeglänzte Wiese, und mit einem geschickten Griff öffnete Heini Hormayer die Tür in dem Staketzaun, welcher um das Gärtchen lief. „Lord!“ rief der Förster, doch nichts rührte sich. „Lord!“ schrie Axmann noch einmal lauter, und wieder war tiefe Stille. Lord war allein daheim geblieben. Seine beiden Wachtgenossen Tyras und Delus hatte Axmann heute früh nach der neuen Försterei führen lassen, weil man sie dort benötigte. Sie sollten erst morgen heimkehren. „Daß sich der Hund gar nicht meldet!“ sagte Fritz Axmann und warf einen forschenden Blick auf den anderen, der gleichmütig neben ihm stand und ihm zusah, wie er sich mühte, mit den steifen Fingern den Schlüssel ins Loch zu stecken. „Na— der meld't sich net!“ entgegnete Hormayer gelassen. Oder war die Gelassenheit nur Komödie? Klang da nicht etwas wie Triumph durch die wenigen Worte? Der Förster hatte keine Zeit,um nachzudenken. Wohl lag ihm Lords Schicksal schwer am Herzen. Weit mehr aber galt ihm das, was die nächste Sekunde bringen sollte. Endlich drehte sich kreischend der Schlüssel im Schlosse; die Tür ging auf. Dunkel gähnte der Hausflur den beiden Männern entgegen. Axmann holte, rasch seine Streichhölzchen aus der Tasche. Im nächsten Augenblick flammte das Licht der kleinen Flurlampe hell auf, die an eisernen Ringen von der Decke herabhing. Hormayer wandte sich zurück nach der noch offenstehenden Haustür. „Zumachen könnt' man's jetzt, nicht?“, sagte er in fragendem Ton;„'s geht kalt herein. Und dann— wie ich schon einmal gesagt hab'—, es gibt so Sachen, die man zu bereden hat, wo man kan' Zeugen brauchen kann!“ Er wartete gar keine Antwort ab; schon fiel die schwere Tür mit einem dumpfen Laut ins Schloß. Fritz Axmann ließ den Mann nicht aus den Augen. Jetzt, da Hormayer sich bückte, sah er, daß er im Gürtel das breite Messer trug. Und daneben steckte noch eetwas, das sah einer Pistole alten Kalibers verteufelt ähnlich. Der Förster legte gleichfalls das Gewehr nicht ab. „Wenn einer schon so daherkommt,“ dachte er,„so bewaffnet, da will man doch auch was in der Hand haben!“ Und so— einer vor dem anderen auf der Hut, einer den anderen stets scharf beobachtend—, so traten sie endlich über die Schwelle des Vorzimmers. Auch hier brannte bald die große Hängelampe. Fritz Axmann atmete auf, als es überall hell war. Im Dunkeln mochte er schon gar nicht sein mit dem sonderbaren Menschen. Da hatte er immer das Gefühl, als wollte er ihm gleich an die Kehle springen. Der Förster setzte sich an den großen Ecktisch, über dem im Winkel das geschnitzte Kruzifix hing und die geweihten Palmwedel prangten. Scharf sah er den Hormayer an. Dieser stand noch inmitten des Zimmers, wie unschlüssig, womit er jetzt beginnen sollte. Das Schweigen wurde drückender. Viel ärger erschien es dem wartenden Manne, als das ärgste Wort. „Na also, Hormayer,“ sagte er endlich, was ist denn los? Was hast du da für einen Wahnsinn zusammengeredet? Was willst du wissen? Und was willst du von mir?“ Hormayer sing nur die letzte Frage auf. „Um eine Gehaltsaufbesserung tät' ich halt ganz gehorsamst bitten“, sagte er sehr bescheiden. Der Förster fuhr auf. „Was? Jetzt hab' ich dir die besser bezahlte Aufseherstelle verschafft, die du meiner Seel' nicht verdienst, und jetzt willst du schon wieder mehr?" „Ja,“ entgegnete Heini Hormayer ganz ruhig,„mir ist das zu wenig! Auch das Geld, das der Herr Förster der Aga gibt, ist zu wenig!“ „Was für Geld?“ schrie Axmann außer sich. Hormayer lachte laut auf. „Na— die hundert Kronen, von denen sie sagt, daß sie ihr der amerikanische Bruder g'schickt hat! Is natürlich alles eine Lüg'! Ich tu' halt nur so, als ob ich's glauben möcht"! Denn die Aga— das ist eine sehr Wilde. Mit der streit' ich net, gern. Wenn die eine Ahnung hätt', das ich damals, wie der Herr Förster das erstemal bei uns war, ganz ruhig in dem Holz5 Denkspruchz. Die Uellkommenbeit des einzelnen derubt auf seinem Gemeinschaftsgefühl. Der einzeine soll sich nicht verachten, als wäre er nichts, soll lich auch nicht von den anderen verachten lallen. Tell aber auch nicht glauden, daß er für sich all in etwas in der Welt lei und bedeule. Friedrich Naumann. * Frohe Hoffnung. Novelle von Fritz Gantzer. (Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) „Nee“, sagte Bauer Blasenthin breit und grinste ungläubig und überlegen in die Runde, als wollte er jedem einzelnen damit sagen:„Nun wird der Kerl verrückt.“ Und die anderen grinsten auch, und Bauer Ahrend sah wieder auf die Schwarzwälder, die schon Mitternacht wies, und meinte:„Et ward Tid.“— Eberhard Dostojewsky übersah die Ungläubigkeit in den Mienen seiner bisher so dankbaren überhörte auch den zum Aufbruch mahnenden Einwurf Bauer Ahrends und versuchte mit einem wahren Feuereifer der Begeisterung seine Behauptung zu beweisen. „Sehen Sie mal Ihre Oellampe an, meine Herren", forderte er zunächst ziemlich unvermittelt. Und als sich aller Augen auf das jammerhaft schwelende Ding richteten, fragte er:„Brennt die schön?“ Das konnte wohl niemand behaupten. Dennoch gab keiner seine Zustimmung, daß sie schlecht brenne. Aber Eberhard Dostojewsky sagte es schlankweg. „Die brennt greulich, meine Herren. Und warum? Weil das Oel nichts taugt. Rüböl, nicht wahr, Herr Wirt?“ Und als dieser fast beleidigt nickte, daß seine Lampe, an deren Leuchtkraft noch niemand etwas auszusetzen gewußt hatte, nun mit einemmal„greulich“ brennen sollte, fuhr Dostojewsky fort:„Natürlich, Rüböl! Aber Petroleum brennt doch besser. Warum..“ „Dat is tu düer!“ riefen die Bauern wie aus einem Munde. „Billiger als Rüböl, meine Herren, viel billiger, belehrte Eberhard Dostojewsky mit der Miene des Besserwissenden.„Denn das Petroleum ist ja eben das Geld, das bei Ihnen auf der Heide liegt!...“—— Unzweifelhaft, der Kerl war verrückt!— Auf ihrer Heide, die wohl magere Buchweizen mit Not und Mühe zuwege brachte, allenfalls noch dürftige Kartoffeln, und die Tausende von Bienenvölkern und Schafen ernährte, sollte Petroleum sein?!— Die Bauern schurrten mit den Füßen. Sie wollten gehen. Aber Eberhard Dostojewsky ließ sie noch nicht fort. Er ergriff die beiden ihm zunächst Sitzenden am Arm und hielt sie fest. „Bitte, noch einen Augenblick, meine Herren. Wie Sie wissen, wird das Petroleum aus der Erde gewonnen. Man bohrt tiefe Löcher, und dann strömt das Oel aus. Ich werde Ihnen nun beweisen, daß auch in Ihrem Heideboden Petroleum ist. Morgen gehe ich nach Lüneburg und hole mir einen Erdbohrer. Und ich will nicht Dostojewsky heißen, wenn ich kein Petroleum finde. Wollen wir wetten?" „Min ganz Hus sett ich dagegen“, versicherte Bauer Ahrend und schlug nun seinerseits mit der Faust auf der 85.. r een tchr Srete a „Sie würden es verlieren, lieber Freuno“, sagteDostojewsky überlegen und klopfte Ahrend gönnerhaft auf die Schulter.„Aber ohne allen Spaß. Die Sache ist gar nicht lächerlich. Es gibt Petroleum auf der Heide. Uebermorgen bringe ich Ihnen eine Probe. Sie können versichert sein, daß ich keine Flausen mache.“ Ja, der machte Flaufen!—— Die Bauern lächelten ungläubig und erhoben sich schwerfällig. Sie gingen heim. Und Eberhard Dostojewsky lag nachher auf Strohschütte im Stall noch lange wach und dachte nach. Wirklich, am Abend des übernächsten Tages brachte Dostojewsky eine Flasche Petroleum.—— Auf dem Boden der Flasche lagen Sandkörner und oben schwammen ein paar verdorrte Heidekrautblüten. „Aus Ihrem Heideboden,“ sagte er triumphierend, „ich wußte es.“ Die ganzen Bauern des Dorfes standen um den Tisch und betrachteten die Ilasche wie ein achtes Weltwunder. Und Dostojewsky sprang auf einen Stuhl und hielt eine Rede. Darin war viel von Geld und immer wieder Geld zu hören.„Unermeßliche Schätze" und „ungeheure Reichtümer" waren fortwährend wiederkehrende Wendungen. Er schloß mit den Worten:„Sie müssen die Schätze heben, Sie müssen dem Glücke die Hand bieten. Und Sie werden reich werden, so reich, daß Sie von goldnen Schüsseln essen können. Kommen Sie morgen hinaus, ich will Ihnen beweisen, daß ich die Wahrheit spreche und nichts übertreibe.“— Und sie kamen am nächsten Tage alle.— Denn reich wollten sie werden.— Dostojewsly bohrte an verschiedenen Stellen. Metertief trieb er den Erdbohrer in den Heideboden hinein. Dicht um ihn gedrängt standen die Bauern. Die ersten Versuche mißlangen. Einige wollten schon wi der gehen.— Endlich hatte Dostojensky Glück. „Riechen Sie nichts?“ fragie er. Die Bauern zogen die Luft in ihre Nasen ein. =— Ja gewiß, sie rochen alle das Petroleum. Als Dostojewsty den Bohrer herauszog, träuften fette, ölige Tropsen davon ab. Die ihm am nächsten Stehenden befühlten den Bohrer und hielten die fettige Hand unter die Nase. Unzweifelhaft, das war Petroleum. Ein wahrer Freudentaumel kam über die sonst so ruhigen Leute. Sie sahen sich schon als steinreiche Menschen, die von goldnen Tellern aßen.— Was waren ihnen nun noch Buchweizengrütze und Kartosseln! Braten und Wein würde ihr Tisch nun bald alle Tage aufweisen. Henriksens Dünnbier würden sie überhaupt nicht mehr trinken.— Dostojewsky bohrte noch an verschiedenen Stellen. Und immer wieder träufte das Oel in fetten, dicken Tropfen von dem Bohrer.— Dostojewsky war von Stund an der Götze der Bauern, dem sie voll und ganz vertrauten. Im Triumph führten sie ihn nach dem Kruge, tranken mit ihm zwar noch keinen Wein, aber auch nicht Henriksens Dünnbier, sondern—— zahllose Gläser Punsch. Als die Fröhlichkeit ihren Höhepunkt erreicht hatte, hielt Dostojewsky wieder eine Rede. In derselben führte er aus, daß man selbstverständlich nicht gleich Geld in die Tasche stecken könne, sondern erst etwas herausholen müsse.— Nun müsse man eine Aktiengesellschaft gründen, wenn man die Petroleumquellen voll und ganz ausnützen wolle. Er erläuterte den atemlos lauschenden Bauern die Einrichtung einer solchen Gesellschaft, sprach von Stammkapital und Betriebssumme, warf mit Fremdwörtern um sich, daß die Schädel der Bauern nur so brummten; und betonte schließlich, es müsse selbstverständlich über das ganze einer gesetzt werden, der die Sache leite, so einer, den man Direktor nenne. Und wer das sein solle. Damen- und Kinderhüte, Sammt, Velours, Filz. echte Straussfedern, Schleier, Handschuhe etc. Beachten Sie meine Schaufenster! 15 AA A Durch meine herabgesetzten Preise, anlässlich der vorgeschrittenen Saison und in Anbetracht des Krieges, biete dem kaufenden Publikum die denkbar grössten Vorteile. EBERT KAUTHSEP WRWe, I. Spezial-Putzgeschäft Fernruf 189, 153. Almung Wer durch seinen Beruf gezwungen in Betrieben mit starker Staubentwich zu arbeiten, leidet leicht an übermässiger und behinderter Atmung. Dieser Zustand macht ein Mittel von schlaimlösender Wirkung erforderlich. 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Diese Milchknappheit ist zu verstehen, wenn man berück. sichtigt, daß den Landwirten keinerlei Kraftfutter zur Verfügung steht. Wenn jedoch mit der noch vorhandenen Milch sparsam gewirtschaftet wird, ist es doch vielleicht möglich, alle Familien mit Kindern unter 15 Jahren ausreichend mit Milch zu versorgen, vor allen Dingen, wenn alle Familien mit älteren Kindern ihren Milchverbrauch einschränken und die dadurch erzielten Ueberschüsse an Milch abgeben. Beim Bürgermeisteramte sind schon mehrere Familien vorstellig geworden, daß sie für ihre kleinen Kinder, die teils noch keine 2 Jahre alt sind, nicht die benötigte Milch erhalten können. Im Interesse dieser Kinder werden die Familien mit größeren Kindern dringend gebeten, den Milchverbrauch nach Möglichkeit einzuschränken und etwaige Ueberschüsse an Milch auf dem Bürgermeisteramt anzumelden. **(Höchstpreise für Marmelade.) Auf Grund der Verordnung des Bundesrats wird über die Regelung der Preise für Marmeladen u. a. bestimmt: Es sind fünf Sorten von Marmeladen zu unterscheiden, für Sorte 1, Marmeladen, die nur aus einer Fruchtsorte hergestellt sind mit Ausnahme von Apfelmarmelade, werden keine Höchstpreise sestgesetzt. Für den Kleinhandel dürfen die Preise für 0,5 Kilogramm folgende Sätze nicht überschreiten: beim Verkauf von pfundweise ausgewogener Ware, Sorte 2 0,60 Mk., Sorte 3 0,50 Mk., Sorte 4 0 40, Sorte 5 0,35 Mk; beim Verkauf in ganzen Blecheimern oder sonstigen Gefäßen von über 10 bis einschließlich 15 Kilogramm Sorte 2 0,55 Mk., Sorte 3 0,40 Mk., Sorte 4 0,36 Mk., Sorte 5 0,32 Mark, von 5 bis einschließlich 10 Kilogramm Sorte 2 0,60 Mk., Sorte 3 0,50 Mk., Sorte 4 0,40 Sorte 5 0,35 Mk., unter 5 Kilogramm Sorte 2 0.65 Mark, Sorte 3 0,55 Mk., Sorte 4 0,44 Mark, Sorte 5 0.38 Mk. Diese Bestimmungen treten mit dem 1. Januar 1916 in Kraft. **(Kein eisernes Geld ols Kriegsandenken.) Trotzdem täglich hunderttausende der neuen Fünfpfennigstücke die Prägestätte verlassen und in den Verkehr gebracht werden, erscheinen die Stücke ganz auffallend selten im Verkehr. Dieser Umstand her dre Werchtuhg wüde., Uuß id waten der Bevölkerung die Neiszung besteht, die eisernen Fünfpfennigstücke als Kriegsandenken zurückzu halten. Damit wird der mit der Ausprägung dieser Stücke erstrebte Zweck vereitelt. Ein solches Verfahren wirkt den vom einheitlichen Willen des Volkes getragenen Bestrebungen nach möglichster Erleichterung der durch den Krieg hervorgerufenen Etschwernnyen des Wirtschaftslebens entgegen und sollte daher in patriotischer Einsicht unterlassen werden. Nach dem Kriege kann man genug solche Andenken sammeln. (Warnung vor dem Versand alkoholhaltiger Genußmittel an Soldaten.) Zu Beginn der kälteren Jahreszeit ist wieder mit dem Anpreisen alkoholhaltiger Liebesgaben in verschiedenster Form zu rechnen. Im vergangenen Winter sind zahlreiche derartige Erzeugnisse in den Verkehr gelangt, die vielfach minderwertig und viel zu teuer waren. Vor solchen Zubereitungen wird dringend gewarnt. Aber auch von der Versendung anderer alkoholischer Genußmittel an die Soldaten ist ernstlich abzuraten, weil ein unkontrollierbarer Alkoholgenuß den Truppen möglicherweise Schaden bringt, indem er die Gesundheit und Widerstandskraft herabgesetzt, die Umsicht, Besonnenheit, Ausdauer und Entschlossenheit beeinträchtigt und die Zucht und Ordnung gefährdet. Es muß der Heeresverwaltung überlassen bleiben, die Abgabe von Allohel en die Truppen nach ihrem sachverständigen Ermessen zu regeln. (Ermittelte Spitbuben.) Den Bemühungen unserer Polizei ist es gelungen, die Burschen welche in der vorigen Woche die Einbruchsdiebstähle bei Böhmer, Althoff und in Kaisers Kaffeegeschäft verübt haben, zu ermitteln. Zwei der noch im jugendlichen Alter stehenden Spitzbuben stammen von hier, einer aus Wandhofen. (Krankheits=Statistit.) In der Woche vom 28. November bis 4. Dezember wurden im Stadtund Landkreise Hörde folgende Fälle von übertragbaren Krankheiten gemeldet: Es erkrankten an diphtherie: 2 in Schwerte 8 in Hörde, 3 in Schüren, je 2 in Sölde, je 1 in Benninghofen und Brücherhof; Scharlach: 2 in Hörde, 6 in Annen, je 3 in Holzwickede, Schwerte und Hombruch, je 1 in Schüren, Berghofen und Großholthausen.— Es starben an Diphtherie; 2 im Landkreise Hörde (Lungen= und Kehlkopftuberkulose): je 1 in Schwerte, Hörde und Aplerbeck, 2 in Holzwickede. * Preisci e! mmmmmmm nfektion, Strümrtel, TaCorsets, Herren-"„Backwunder Westfalen und Rheinland. Essen, 17. Dez.(Für 60000 Mark Schmucksachen gestohlen.) Die Kriminal polizei nahm hier eine Frau aus Gelsenkirchen fest, die für 30000 Mark Schmucksachen verkaufen wollte. Bei dem Manne der Frau, der in Gelsenkirchen ebenfalls festgenommen wurde, fand man für weitere 30000 Mark Schmucksachen. Die Sachen waren in einem Koffer. den der Mann auf dem Bahnhof Oberhausen entwendet hatte. Der Bestohlene ist ein Kaufmann aus Frankfurt a. M. geisterung.) Dieser Tage wurde unter einem Wagen eines seit einigen Stunden auf dem Bahnhef Meschede haltenden Miltärtranspertzuges von einem Unteroffizier dieses Transportes ein twa vierzehnjähriger Junge entdeckt, der sich am Abend vorher in Kassel, dem Abgangsort des Transports, in dem Bremsgestänte des Wagens versteckt hatte. Fast 12 Stunden lang hatte der Junge trotz der Kälte der Winternacht aushehalten; bei seiner Vernehmung erklärte er offen und aufrichtig, er wolle als Kriegsfreiwilliger ins Feld, zum min? sten den Soldaten in den Gefechten Patronen zutragen. Er sei schon einmal halbwegs Rußland entdeckt worden, als er den Versuch machte, auf diese Weise zur Front zu kommen. Der Junge wurde der Polizei übergeben und abends wieder nach Kassel zurückbefördert. Musik und Theater. Stadttheater Dortmund. Sonntag, 19. Dezember, nachmittags von 3½—6¼ Uhr:„Der Kompagnon“, Lustspiel in 4 Akten von Adolf L’Arronge.— Abends 7½—10½ Uhr: „Undine“, große romantische Zauberoper mit Vallet in 4 Aufzügen von Albert Lortzing. Dienstag, 21. Dezember, abends 7½—10¼ Uhr: „Mignon“, Oper mit Ballet in 3 Aufzügen von Ambroise Thomas. Mittwoch, 22. Tezember, nachmittags 3½—6 Uhr: „Aschenbrödel“ oder„Der gläserne Pantoffel", Märchen mit Gesang und Tanz in 6 Bildern, bearbeitet von C. A. Görner. Abends 7½—11 Uhr: „Die Näuber", Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedrich von Schiller. Tonnerstag, 23. Dezember, abends 6—8 Uhr:„Hänsel und Gretel“, Märchenspiel in 3 Bildern von Engelbert Humperdinck. Sonnabend, 25. Dezember(1. Weihnachtsfeiertag), nachmittags 3½—6 Uhr:„Heimat“, Schauspiel in 4 Aufzügen von Hermann Sudermann.— Abends 7½—11½ Uhr:„Lohengrin", romantische Oper in 3 Aufzügen von Richard Wagner. Sonntag, 26. Dezember(2. Weihnachtsseiertag), nachmittags 3½—6 Uhr:„Die Jugendfreunde", Lustspiel in 4 Aufzügen von Ludwig Fulda— Abends 7½—10½ Uhr:„Oberon, der König der Elfen“, große romantische Oper mit Ballet in 3 Aufzügen von Karl Maria von Weber. Montag, 27. Dezember, abends 6 Uhr bis nech 11¼ Uhr:„Faust“, der Tragödie erster Teil von Wolfgang von Goethe. Der Vorverkauf zu diesen Vorstellungen bis einschließlich Montag, den 27. Dezember, beginnt am. Sonntag, den 19. Dezember, vorm. 10 Uhr. Märchenverstellung im städtischen Schauspielhaus Hagen. Am Mittwoch, den 22. Dezember, nachmittags 3 Uhr findet eine einmalige Aufführung des Weihnachtsmärchens„Vater zieht ins Feld“ von Artur Cötz und Ernst Holter statt. Die Vorstellung wird durch Berliner Gäste unter Leitung des Herrn DiErfo großem zu Berlin diese Märchenspiele veranstaltet.— Die Preise der Plütze betrisgen 50, 60, 75, 90 Pfennige und 1 Mk. Der Vorrerkauf an der Theaterlasse hat bereits begonnen.— Telephonische Kartenbestellungen können für die Aufführung nicht berücksichtigt werden. Cottesdienste. Evang. res. Gemeinde. Sonntag 9½ Uhr: Pastor Terberger. Evang. luth. Gemeinde. Sonntag 9½ Uhr: Pestor Wischnath. 5 Uhr: Kinden#ttesdienst(Weihnachtsseier.) Gemeinde Westhosen. Sonntag 10 Uhr: Pastor Klinker. Kath. Pfarrkirche, Schwerte. Sonntag 6¼ Uhr: Stille hl. Messe. 7½ Uhr: Frühmesse mit Prerigt. Gemeinschaftl. heil. Monetskommunien der Jünglinge und der schulpfli# tigen Kommunikanten. 8¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2½ Uhr: Andacht. Lichtendorf=Sölderholz. Sonntag 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. Hl. Monatskommunion der schulpflichtigen Kommurikanten und Kommunikantinnen der ganzen Filialgemeinde. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Andacht zum hl. Bonisatius für unsere Krieger mit Setzen. Verantwortlich für die Redaltion Friedr. Kraas, Druck u Vorlag von Carl Braus, beide in SchmertIhre Käiserliche Joheit die Frau Aronprinzessilt veranlaßte zum Besten der Kliegskinderspende deutscher Frauen die Heransgabe eines Bilderbuches, das unter dem Dite!: ei s1i dieleg mit 24 sarbigen Bildern von L. Berwald=Halensee, Prof. Hans Bohrdi=Berlin. G Ad. Kloß=Stealitz. Franz Jüttner=Berlin. Prof. Kail Langhammer=Berlin, Prof. Schultze Görlitz=Diesden. Prof. H Rudolf SchulzeWilmersdorf, Prof. Willy Stöwer=Tegel und Versen von im Formate von 24 cm Höhe und 18 cm Breile Geounden in vornehmen Halbleinenband. Preis 1.20 Mark. Für jedes Buch fließen 25 Pfg. der Kriegskinderspende zu. Es gilt, ein Liebesweck zu sördern, das große Nol von vielen armen Kriegsmüttern abwendea soll! Infolge der Empfehlung seitens der Behörden, der Schulen. der Vatersändiichen Frquenoere ne, durch Masserankauf der Berdägde. Vereme und einflußreicher Persönlichneiten zu wohllätigen Zwecken wird dieses Bilderbuch Eingang in jedes deutsche Haus finden, in dem zu Weihnachten Kinder beschenkt werden. Vorrätig in der Bucbhandlung Carl Braus, Schwerte(Ruhr), Gr Marktstr. 3—5. das echte Sicherheits Backpulver 20. 5734 Höher Relauing! die köstliche die billice Nahrung Fachral. Am gestrigen Vormittage entschlief sanft nach langem Leiden unser hochgeschätzter Amtmann Herr i 1 Rmiticn-Galer ven Ritter hoher Orden Heis Ich habe dich je und je geliebt, lch habe dich bei deinem Namen gerufen, Du bist mein! Am 16 d. Mts. verschied sankt nach einer langen, schweren Kraukheit mein cinziges, innigst. geliebtes Töchterchen Eilfriede im zarten Alter.von 4 Jahren und 3 Monaten. Dieses zeigen in tiefem Schmerz an Die trauernde Matter Frau Barkowski Alwine geb. Richard Familie Hinz 5757 Familie Richard. Schwerte, Dortmund, Russland u. Frankreich, (den 17. Dezember 1915. füralle Sülspeisen W te M GL SE. öffnet. POE Stck. 10 1Ig. Pakreiel Stck, 25 1ig. Weinberg. im Alter von 62 Jahren. Am 1. November 1904 an die Spitze des hiesigen Amtes berufen, hat er die ihm anvertrauten Geschäfte mit vorbildlicher Treue, mit Umsicht und grosser Unparteilichkeit geführt. Sein stets vornehmer und edeldenkender Charakter, seine allzeit hilfsbereite und fürsorgliche Hingabe für die Amtseingesessenen sowohl als auch für die ihm unterstellten Beamten sichern ihm über das Grab hinaus ein bleibendes und dankbares Andenken. Er ruhe sanft, er ruhe in Frieden! Westhofen, den 17, Dezember 1915. Namens der Vertretungen und der Beamten des Amtes Westhofen Dieckerhoff, I. Amtsbeigeordneter. Die Becrdigung findet am Sonntag morgen um 11 Uhr vom kathol. Krankenhause aus statt. e Bei vorkommendem Trauerfall mache ich auf mein nea eingerichtetes GärgtF in Eichen=, Pitsch=pin und Tannen=Särgen aufmerksam Kindersärge Größen und schönster Ausstattung billigen Preisen. Hermann Müller Haselockstraße 3. Kgr. 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Gummi und Oel, sowie impr. Stoffen 98 14. 13. 20.: 24.- 27. 30.- bi. 45.* anin M a