# (He Scomimn Seimer ucen dane ander Feiertags. Bezugsprets M.„DoiertelAAhrlich, dei der Post für Bestellgeld 42“ wedr. Wöchentl. Gratisdellage:„IAustrierte Familiensreund" u. tägl. Unterdaltungsblaßt. Anzeigenpreis: Die siedengespaltene Petitzeile oder derrg aum 10 Pfg., Anzeigen oo auswaris 15 Pfg., Reklamezelle 40 Pfg. Jeden Radatt gilt als Kassarabatt u. erlischt bei Ronkursen, Zwangsbergleichen, gerichtl. Klagen u. Rlabhrachungd genacht. Jationgsestngsung. Amtiches Rresbicht Welthofener Zeitung Langscheder Zeitung #n für den kreis börde Schwerter Volksblan Verbunden mit? * Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Hollszeitmg Schwerker Cageblatt, S Schwerter Anzeiger Grlles und älteltes Cagesorgan des Krelles a General-Anzeiger für den Kreis börde o Haupt-Anoncenblat ule hrter und ibelenligichn deurd sungen füt des Arsu Hörde erlenger gemes Betaantmochung der Aöniglichen Regierung durch Verössentlichung io der„Schwerter Jettung", rechtsverbindliche Kraft.— Die## „Schwerter Zeitung“ gewöhrt idren Abonnenlen 10: jeben mit Tod endenden UAnfoß ge300 Mk. Unfall. Druch u. Verlage. Con Brov. Schourve. NuhFernsp. 62. Telegr. Adr. Braus Schwerte=Rud### Nr. 280. Dienstag, den 30. November 1915. 47. Jahrgang. Narser Aen! Wien WTB Wien, 29. Nov. Kaiser Wilhelm ist um 11 Uhr vormittags zu einem intimen Besuche des Kaisers Franz Joseph eingetroffen. Im Bahnhof wurde er vom Erzherzogz=Thronfolger Karl Franz Joseph und den Erzherzogen Franz Salvator und Karl Stefan empfangen. Unter einem unbeschreiblichen Enthusiasmus des massenhaft herbeigeströmten Publikums fuhr Kaiser Wilhelm in das Schönbrunner Schloß, wo er als Gast des Kaisers Franz Joseph abstieg. Die Begegnung der beiden Kaiser, die sich seit Ausbruch des Weltkrieges nicht gesehen hatten, trug einen überaus herzlichen Charakter. Die Monarchen konnten ihre Bewegung kaum meistern. Kaiser Franz Joseph geleitete seinen erlauchten Gast in die Fremdenappartements. Bald nach der Ankunft fand ein intimes Dejeuner statt, woran nur die beiden Kaiser und der Erzherzog=Thronfolger teilnahmen. In der ganzen Stadt, die erst seit den frühen Morgenstunden die Kenntnis von dem Besuche des Deutschen Kaisers bekam, herrscht größter Jubel und Begeisterung. Die Stadt ist reich beflaggt. TU Wien, 29. Noobr Das k. und k. Telegr.=Korresp.=Büro meldet: In den frühen Morgenstunden verbreitete sich in der Stadt die Botschaft von der für den Vormittag erwarteten Ankunft des deutschen Kaisers zum Besuche Kaiser Franz Josefs. Die öffentlichen und privaten Gebäude legten reichen Flaggenschmuck an, besonders die nach dem Schönbrunner Schlosse führenden Straßen. Die Nachricht rief in der ganzen Stadt außerordentliche Freude hervor. WTB Wien, 29. Nov. Kaiser Wilhelm empfing um ½3 Uhr nachmittesgs den Minister des Aeußern Baron Burian, die Ministerpräsidenten Grafen Stürgkh und Grafen Tisza in besonderen Audienzen. Der Kaiser nahm am Nachmittag den Tee in der deutschen Botschaft ein, wohin er sich mit dem Erzherzog=Thronfolger Karl Franz Joseph inkognito begab. Kaiser Wilhelm überreichte dem Botschafter von Tschirschky, der ihm entgegengefahren war, persönlich das Eiserne Kreuz. Außerdem verlieh er das Eiserne Kreuz dem stellvertretenden Militärattachee Prinzen zu Erbach=Schönberg und dem zu der deutschen Botschaft kommandierten Korvettenkapitän Götting. WTB Wien, 29. Nov. Der deutsche Kaiser empfing auch den gemeinsamen Finanzminister Körber und den Bürgermeister Weißkirchner in Audienz. Die Abreise. WTB Wien, 29. Nov. Der deutsche Kaiser reiste nach herzlicher Verabschiedung von Kaiser Franz Joseph im Schönbrunner Schlosse um 7.10 Uhr abends vom Penzinzer Bahnhof ab. Kaiser Wilhelm, der österreichische Felduniform trug, war vom Thronfolger zum Bahnhof geleitet worden, wo sie sich herzlich verabschiedeten. Zur Abschiedsaufwartung war u. a. Botschafter von Tschirschky am Bahnhofe erschienen. Als der Zug schon in Bewegung war, grüßte der Thronfolyer den Kaiser am Fenster des Salonwagens durch Salutieren. Das Vordringen in Montenegro. Die Kriegsbeute in Serbien. Deutscher Tagesbericht. wtb. Großes Hauptquartier, 29 Nov. 1915. Auf der ganzen Front herischte bei klurem Frostwetter lebhafte Artillerie= und Fliegertätigkeit. Nördlich von St. Mihiel wurde ein feindliches Flugzeug zur Landung vor unserer Front gezwungen und durch unser Artilleriefeuer zerstört. In Comines sind in den letzten 2 Wochen durch das feindliche Feuer 22 Einwohner getötet und 9 verwundet worden. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Balkan=Kriegsschauplatz. Die Verfolgung ist im weiteren Fortschreiten. Ueber 1500 Serben sind wieder gefangen genommen. Zum gestrigen Bericht über den bisherigen Verlauf des serbischen Feldzuges ist noch nachzutragen, daß die Gesamtzahl der den Serben bisher abgenommenen Geschütze 502 beträgt, darunter viele schwere. . Oberste Heeresleitung. Oesterreichischer Tagesbericht. :: Wien, 29. November. Amtlich wird verlautbart: - Russischer Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Isonzoschlacht dauert fort. Auch die gestrigen harten Kämpfe endeten wieder mit der vollen Behauptung aller unserer Stellungen. Gegen den Görzer Brückenkopf führten die Italiener abermals neue Regimenter heran. Ungeachtet ihrer nutzlosen Verluste folgte Sturm auf Sturm. Nur bei Oslavija und auf der Podgora gelang es dem Feind, in unsere Stellungen einzudringen; er wurde aber wieder hinausgeworfen. Ansonsten scheiterten alle Vorstöße schon in unserem Feuer. Der Raum beiderseits des Monte San Michele wurde gleichfalls von sehr bedeutenden italienischen Kräften angegriffen. Bei San Martino waren das Infanterie=Regiment Nr. 39 und das Egerländische Landsturmfanterieregiment Nr. 6 an den Kämpfen hervorragend beteiligt. Im nördlichen IsonzoAbschnitt wurden heftige Angriffe gegen unsere Bergstellungen nördlich Tolmein abgeschlagen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Offensive gegen das nördliche und nordöstliche Montenegro nimmt ihren Fortgang. Die k. und k. Truppen sind im Vordringen über den Metalka=Sattel und südlich von Priboj.— Die Bulgaren verfolgen in der Richtung gegen Prizren. Der Stellvertreter des Chefs des General= stabes. v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. Deutsches Reich. — Berlin, 29. November 1915. :: Der Reichstag. Die erste Sitzung des Reichstages wird lediglich der Erledigung derginappen Tagesordnung dienen, also kaum von langer Dauer und besonderer Bedetung sein. Wahrscheinlich wird sich der Reichstag sofort wieder auf eine Woche vertagen, um dem Haushaltsausschuß Raum für seine Arbeiten zu gewähren. Längere Ausführungen des Kanzlers sind, wie man in Reichstagskreisen annimmt, erst dann zu erwarten, wenn die Denkschrift über die wirtschaftlichen Ausnahmen im Ausschuß beraten ist und im Plenum zur Erörterung gelangt, voraussichtlich am Mittwoch oder Freitag der kommenden Woche. In der ersten Sitzung wird der Reichskanzler, wie man hört, nicht das Wort ergreifen. :: Die Tenkschrift über wirtschaftliche Maßnahmen. Dem Reichstag ist eine neue Denkschrift über wirtschaftliche Maßnahmen aus Anlaß des Krieges zugegangen. Sie behandelt die Maßnahmen der Gesetzgebung und Verwaltung, die vom Reiche oder unter seiner Mitwirkung in den letzten drei Monaten auf kriegswirtschaftlichem Gebiete getroffen sind, indem sie in übersichtlicher Darstellung die einschlägigen Gebiete der Volkswirtschaft in zehn Gruppen betrachtet. :: Ehrung gefallener Parlamentarier. Wie das„Berl. Tagebl.“ hört, wird im Reichstag beantragt werden, die im Weltkriege gefallenen Parlamentarier dadurch besonders zu ehren, daß ihre Namen auf einer Ehrentafel in der Wandelhalle angebracht werden. Aehnliche Ehrentafeln sollen auch in anderen Parlamenten eingeführt werden. :: P r e u ß i s c h e r L a n d t a g. D e r p r e u ß i sche Landtag wird, wie verlautet, zum 11. Januar n. Is. einberufen werden. Bereits früher war dieser Tag für den Zusammentritt des Landtags genannt worden. Was die Entente von Griechenland wünscht. bb Lugano, 30. Nov. Die„Stampa“ meldet in einem Pariser Bericht: Die Note des Vierverbandes an Griechenland hat vier Forderungen enthalten, 1. die Uebergabe der Eisenbahn von Saloniki in englisch=französischen Betrieb bis zum Ende der Operationen, 2. schnelle Zerstreuung der um Saloniki versammelten griechischen Truppenkörper nach verschiedenen Grenzgebieten, 3. Einräumung des Durchsuchungsrechtes aller griechischen Küsten und Inseln durch die verbündeten Flotten, um nach feindlichen Unterseebooten und ihren Stützpunkten zu suchen, und 4. die feierliche Verpflichtung, die verbündeten Truppen unter keinen Umständen zu entwaffnen. Nur der vierte Punkt ist bewilligt worden. Der Reuter=Korrespondent meldet dazu: Die neuen Forderungen des Vierverbandes sind für Griechenland unannehmbar. Die Lage ist ernst. Griechenlands Antwort. WTB Athen, 30. November.(Meldung der „Agenze Havas“). Die Note der griechischen Regierung ist in freundschaftlichen Ausdrücken gehalten. In amtlichen Kreisen wird sie als geeignetes Mittel zur Lösung der Frage angesehen, da sie in allen Punkten zufriedenstellend sei. Sie berücksichtige die Wünsche des Volkes nach Neutralität und komme dem Vierverband entgegen. Die Verhandlungen werden fortgesetzt. Das Ringen um Görz. TU K. K. Kriegspressequartier, 30. Nov. Noch hat die vierte Isonzo=Schlacht ihren Höhepunkt nicht erreicht. Es ist der italienischen Regierung bitter ernst mit dem Vorsatz, Görz unter allen Umständen zu nehmen. Zu diesem Behufe scheut sie keine Menschenopfer. Tausende und Abertausende werden in den sicheren Tod getrieben. Besonders rücksichtslos gegen die eigenen Leute ist der italienische Durchbruchsversuch bei Oslavija und Peona, wo der Feind immer aufs Neue die Höhen von Podgora und Calvaria zu umklammern sucht. Aber immer aufs neue bricht sich die Welle der italienischen Sturmflut an der lebenden Mauer der österreichisch=ungarischen Rezimenter. Alle Stellungen am Görzer Brüllenkapf sind, ob auch zerschossen und zermalmt, nach wie vor in ihrem Besitz und werden allnächtlich trotz des feindlichen Artilleriefeuers und der Sturmangrisse wieder hergerichtet. Oesterreich-Ungarn. * In Wien laufen Gerüchte um von einer Umbildung des Kabinetts. In unterrichteten Kreisen wird angenommen, daß in der Leitung einzelner Ressorts Veränderungen unmittelbar bevorstehen.— Das Kabinett Stürgkh trat am 3. November 1911. sein Amt an. Rumänien. * Die verschiedenen Bestrebungen in Rumänien, die den Zweck verfolgen, die gegenwärtige posi ische und mili ärische Konstellation dafür auszunützen, Bessarabien dem Königreich Rumänien wieder einzuverleiben, haben jetzt zur Gründung einer Liga für die Zurückgewinnung Bessarabiens durch Leilnahme Rumäniens an der Seite der Zentralmächte geführt. Die Leitung der neugegründeten Vereinigung liegt in den Händen von Alexander Marghiloman, Konstantin Neniscelu und Grigore Cantakusine. Unter den Mitgliedern der Liga befindet sich eine Anzahl früherer Minister. Außerdem haben verschiedene bekannte vornehme Politiler ihren Beitritt erklärt. * Am Sonntag ist das rumänische Parlament durch den König Ferdinand mit einer Thronrede eröffnet worden. In dieser sagte er u. a.:„Neue Staaten sind in den Kampf eingetreten und haben so dem europäischen Kampf eine stets wachsende Ausdehnung gegeben. Diese Lage legt uns noch mehr die Pflicht auf. unsere Bemüe. 1 hungen für die Verteidigung der großen Interessen Rumäniens zu vereinigen und uns alle mit Herz und Geist über jede andere Sorge zu erheben.“ Die Parlamentseröffnung gestaltete sich zu einer bedeutsamen Kundgebung des öffentlichen Geistes in Rumänken. In erster Reihe war es das dynastische Empfinden, das mit kennzeichnender Wärme zutage trat. Es hatte geheißen„daß die Unionistische Föderation, die unter Führung der Russenfreunde Take Joneseu und Philippeseu stehende Gruppe die Parlamentseröffnung zum Anlaß für die Veranstaltung lärmender Szenen nehmen werde. Die Unionisten, die in der Wahl ihrer Mittel gewiß nicht wählerisch sind und in letzter Zeit eine ausgesprochen antidynastische Tonart angeschlagen hatten, haben jedoch auf den geplanten Speltakel verzichtet und sich sogar den dynastischen Kundgebungen anschlossen. Es bebeutet dies, daß selbst die skrupellose Demagogie vor den staatserhaltenden Kräften ihre Rene# machen muß, und daß in der äußeren Politik Rumäniens immer mehr der traditionelle Zug der ruhigen Besonnenheit und der klugen Erwägung der tatsächlichen Verhältnisse an Herrschaft gewinnt. ornne Bamanmieg Die Hoffnung auf Monastir aufgegeben. WTU London, 30. Nov.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Wie„Daily Telegraph“ aus Athen vom 28. November berichtet, drahtet der serbische Oberst Wassitsch von der Front aus Prizrend, man habe beschlossen, sich nach Skutari und Durazzo zurückzuziehen. Die Vorhut der serbischen Truppen habe bereits die albanische Grenze überschritten. Was an Waffen nicht mitgenommen werden könne, werde vernichtet werden. Wassitsch hat jede Hoffnung, Monastir zu retten, aufgegeben, da der Feind über fünfmal stärkere Streitkräfte verfügt, als die seinigen. Die Stadt sei bereits geräumt. Auch der britische Konsul habe sie verlassen und sei nach Florina gegangen. Ein bulgarisches Detachement besetzte die Brücken der Cerna, 4 Meilen von Monastir. Man erwarte, daß die Bulgaren am 28. 11. Kenaly erreichen werden, wodurch die Bahn nach der griechischen Grenze abgeschnitten würde. Das Elend in Serbien. Paris, 30. Nov. Der Berichterstatter des„Journal“ in Serbien berichtet seinem Blatt unter dem 19. aus Mitrowitza über die Lage der Bevölkerung in jenem Gebiet: Die Hälfte der Bevölkerung irrt seit einem Monat ohne Feuer und Obdach umher, eine bejammernswerte Horde, die, ausgehungert, in Regen und Kot sich dahinwälzt. Niemand hat mehr Brot. Die Hungersnot spornt und verlangsamt zugleich den traurigen Ausgang dieser Menge. Längs der Wege fallen und sterben die Kleinsten und Schwächsten, und bei alledem zwingt die Rettung der Nation selbst zur Rauheit. Um jeden Preis heißt es zunächst, der Artillerie, dem Train, allem Armeematerial, was auf dem Rückzug ist, den Weg zu bahnen. Die Truppenführer müssen also die jämmerliche und von Schrecken erfaßte Schar von den Wegen drängen, um ihre Truppen vorbei zu lassen. Die Ohnmacht der Alliierten in Mazedonien. TU Genf, 29. Nov. Depeschen italienischer Herkunft aus Saloniki stellen Sarrails unerwarteten, in überstürztem Tempo durchgeführten Rückzug auf das rechte Grna=Ufer als einen Beweis dafür hin, daß der letzte Versuch, den mühsam zwischen Prilep und Monastir operierenden serbischen Armeen beizustehen, gescheitert ist. Die Pariser Fachleute teilen keineswegs Sarrails optimistische Anschauung, daß die von ihm veranlaßte, als rettende Tat durch den Draht angekündigte Zerstörung zweier kleiner Brücken ausreichenden Schutz gegen bulgarische Angriffe an der Grna bieten könnte. Die bisherige französisch=englische Abwehr in jenem Gebiet erweckt keineswegs große Hoffnungen. Der Unzufriedenheit des französischen Parlaments mit der diplomatischen Arbeit des Vierverbandes in Athen gab ein Intimus Vivianis mit den Worten Ausdruck: Delcassee ist gegangen, aber seine unseligen Methoden der überflüssigen Chikane sind geblieben. Französische Hoffnungslosigkeit. TU Paris, 30. Nov. Der„Temps“ muß die Hoffnungslosigkeit der von den Serben und den verbündeten Landungskorps unternommenen Bemühungen eingestehen und schreibt: Die Vereinigung der Serben mit den Franzosen und Engländern konnte nicht herbeigeführt werden. Die letzten äußersten Anstrengungen Putniks im Gebiete von Katschanik scheiterten infolge der Anfähigkeit der Alliierten, ihnen zu Hilfe zu kommen. Wieder einmal mehr wurde die Hoffnung der Serben enttäuscht. Der„Temps“ erklärt sodann, die Verzögerungen, mit denen die Landung des dritten Expeditionskorps verbunden war, seien schuld an der erlittenen Niederlage. Die öffentliche Meinung habe festgestellt, daß die Mittelmächte im Orient einen derartigen Vorsprung gewonnen haben, der sofortiges Handeln erforderlich mache. Man solle endlich die unnütze Diskussion unterlassen und mit Taten den Taten des Feindes antworten. Die Franzosen schießen auf Ambulanzen. WTB Sosia, 30. Nov. In einem Bericht, der in dem„Journal de l'armee“ über die vor Krivolac ausgefochtenen Kämpfe veröffentlicht wird, wird besonders darauf hingewiesen, daß die Franzosen auf Ambulanzen geschossen haben, die Verwundete auflasen. Die genannte Zeitschrift fügt hinzu: Nun weiß man, daß dieses ein Verbrechen ist, dessen die Franzosen sehr häufig die Deutschen— übrigens mit Unrecht— in ihren Zeitungen und Propagandaschriften beschuldigen. Vergebliche Reise Kitcheners. Lugano, 29. Nov. Der Besuch Kitcheners in Nom ist programmwidrig abgekürzt worden. Die Presse kündigte ausdrücklich einen Aufenthalt Kitcheners von einigen Tagen an. Die Abreise erfolgte aber schon nach 12 Stunden. Hieraus, sowie aus der überaus großen Zurückhaltung der führenden Blätter schließt man, daß die Aussprache Kitcheners mit Salandra und Sonnino kein praktisches Ergebnis in Bezug auf die Teilnahme liens am Balkankriege gezeitigt habe, und daß Kitchener deshalb seinen Aufenthalt abkürzte, um sich zu Cadorna ins Hauptquartier zu begeben. König Peters Verzweislung. TU Lugano, 29. Nov. Der italienische Kriegsberichterstatter Magrini telegraphiert aus Monastir: Das serbische Heer unter General Borivic scheint' sich vor überlegenen bulgarischen Massen auf der Straße Frizovic—Prizrend zurückzuziehen. Fast unmöglich erscheint es, die Feldartillerie und den Train mitzunehmen, da die Straße nach Monastir nur bis Ipek und die Straße von Dibra nur bis Liuma fahrbar sei. Am schwierigsten aber stelle sich die Verpflegung der Truppen. König Peter befinde sich in Prizrend. Er widerhole unaufhörlich die Absicht, Selbstmord zu begehen, falls kein deutsches Schrapnell ihn töte. Ganze Tage lang brachte der König in der historischen Kirche von Gratschialnitza auf dem Amselfelde zu, aus der der Kronprinz ihn mit Gewalt entfernen mußte. Bulgariens kluge Realpolitik. Ein bulgarischer Diplomat, der auf der Durchreise durch die Schweiz begriffen ist, bemerkte in einer Unterredung mit dem Vertreter der„Neuen Züricher Zeitung", Bulgarien erwarte von seiner wohlverstandenen Realpolitik, die es an die Seite der Zentralmächte und der Türkei führte, für die Zukunft unabsehbare Vorteile. Frankreichs Unternehmen auf dem Balkan trage einen ebenso oberflächlichen Charakter, wie seine jüngsten diplomatischen Bestrebungen, Bulgarien zu sich hinüberzuziehen. Es habe dafür bereits in Mazedonien mit hohen Verlusten bezahlen müssen. Der Diplomat betonte noch die innere Geschlossenheit und die musterhafte Organisation Bulgariens und hob hervor, er halte einen angeblich bevorstehenden russischen Angriff auf Bulgarien für unmöglich, denn eine russische Invasionsarmee wäre der Vernichtung preisgegeben. Vorzügliche Verfassung der bulgarischen Truppen. Der Berichterstatter des„Pester Lloyd“ in Nisch hatte, der„Tägl. Rundschau“ zufolge, eine Unterredung mit einem deutschen General, der soeben eine Reise durch das eroberte Serbien beendet hatte. Der General sagte: Es hat mich überall überrascht, wie glänzend ausgerüstet die bulgarischen Soldaten sind. Die Infanterie=Truppen sind vorzüglich ausgerüstet und überwinden die ungeheuren Schwierigkeiten leicht. Auch über die Artillerie und die technischen Truppen kann ich nur ein volles Lob äußern. Ganz besonders sgut sind die Traintruppen, die in den unwegsamen Gegenden mit den landesüblichen Büffelfuhrwerken ihre Aufgaben sicher und pünktlich lösen. Auch bei der Herstellung der zerstörten Eisenbahnlinien leisteten die bulgarischen Eisenbahntruppen den Deutschen ausgezeichnete Dienste. Zum Streit um die Entwaffnung der Serben. TU Athen, 29. Nov. Verläßlich kann über den Empfang Lord Kitcheners gemeldet werden, daß König Konstantin die mehr als einstündige Ausführung Kitcheners ohne zu unterbrechen, aufmerksam anhörte. Die Gegeneinwände des Königs waren sehr höflich aber kurz. Die Interessen des ihm anvertrauten Landes wahrzunehmen, könne er niemand anders als berufener betrachten, als sich selbst. Diese Interessen erforderten die Beibehaltung der Neutralität Griechenlands. Als ihre Konsequenz erklärte der König, werde die Entwaffnung der auf griechisches Gebiet übertretenden serbischen Kräfte durchgeführt werden. Die Anmaßungen der Engländer und Franzosen in Saloniki. Das Reutersche Bureau berichtet: Der Sonderberichterstatter in Saloniki meldet, Saloniki sei das Paradies der Spione, die dort ganz ungehindert zu Werke gingen und jeden Fremden sofort einer eingehenden Mitterung unterzögen. Keine militärischen Transpor### würden von ihnen übersehen. Die Engländer und Franzosen müßten freie Hand bekommen, sich dagegen zu wehren, sie müßten das Kontrollrecht über alle ankommenden und abreisenden Personen und über alle einlaufenden und abgehenden Berichte erhalten. Ferner müßten sie die Befugnis haben, alle unerwünschten Elemente aus der militärischen Zone zu verweisen, (WTB.) Griechenland unterwirft sich nicht. Die vom Vierverband verbreiteten Nachrichten von einer teilweisen Abrüstung in Griechenland sind unrichtig. Auch wird nach wie vor daran festgehalten, daß etwa über die Grenze tretende serbische Truppen entwaffnet werden. Diese aus sicheren Quellen kommenden Aufklärungen werfen einstweilen die Vierverbandsmärchen über den Haufen. Die Abrüstung Griechen= lands hat überhaupt nicht den Gegenstand von Verhandlungen gebildet und niemals ist irgend jemandem eine teilweise Demobilisierung versprochen wordon. Gegenüber den Beschwörungen Kitcheners bei seinem Besuch in Athen blieb König Konstantin äußerst zurückhaltend. Höflich aber fest antwortete der König, er fühle sich berufen, die Interessen des ihm anvertrauten Landes vor allem wahrzunehmen. Die Interessen erforderten die Beibehaltung der Neutralität Griechenlands; als deren Konsequenz werde die Entwaffnung der auf griechisches Gebiet übertretenden serbischen Heereskräfte durchgeführt werden. Hochverrat Take Jonescus? Eine Bukarester Zeitung beschuldigt den Vierverbandssöldling Take Jonescu mit klaren und dürren Worten des, Hochverrats. Dieser würdige Deutschenfeind soll durch den hiesigen russischen Gesandten der russischen Regierung dringend empfohlen haben, in Form eines Ultimatums von Rumänien den Durchmarsch russischer Truppen zu fordern. Der Ehrenmann bemüht sich aber wohl vergebens. Denn wie von anderer Seite gemeldet wird, sind maßgebende militärische Kreise Rußlands gegen eine Beteiligung an der Balkanexpedition. Einer der entschiedensten Gegner soll General Rußki sein, der öffentlich erklärte, daß der Balkan als Kriegsgebiet für Rußland nur von untergeordneter Bedeutung sei und daß die Meldung von einem bevorstehenden Angriff auf die bulgarische Küste nicht den Tatsachen entspreche. Der Krieg gegen Iialien. Im zerschossenen Görz. Der„Pester Lloyd“ meldet aus Görz: Schon auf der Strecke von Ovcja nach Draga beobachtet man den Brand der Stadt. In dem Kessel von Görz lagern dichte Rauchwolken und die Stadt brennt an allen Ecken. Einzelne Häuser sind bereits bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Die italienischen Granaten fielen zwischen den Zypressen des Friedhofes nieder. Die Piazza Granda ist vollständig verödet. Der ganze Platz ist von Granaten aufgewühlt. Von der Ignatius=Kirche sind nur noch Mauerreste übrig geblieben. In der Via Trieste fielen allein gegen 600 Geschosse nieder. In der Via Dante und der Via Morelli ist kein Haus unbeschädigt geblieben. Auch in den Dom schlugen die Granaten ein; eine platzte in der Nähe des Hauptaltars und zerstörte die Sakristei. Viele Granaten und Schrapnells explodierten auf den Straßen und töteten Zivilpersonen. Durch die italienische Beschießung sind im ganzen etwa 1300 Häuser schwer beschädigt worden. Hunderte Gebäude sind teils niedergebrannt, teils zerstört. Während der dritten Isonzo=Schlacht waren von den 33.000 Einwohnern noch etwa 14 000 in der Stadt geblieben. Erst als die Bevölkerung zu der Erkenntnis kam, daß die Granaten auf die Stadt selbst gemünzt waren, packten sie ihre Habe und flüchteten. Furchtbar waren die letzten Tage. In der Nacht zum Sonntag begann ein höllisches Granatfeuer über die Stadt hereinzubrechen. Pechbomben flogen in die Häuser und zündeten sie. In die großen Keller der öffentlichen Gebäude hatten sich viele Personen geflüchtet, wo sie mit den notwendigsten Habseligkeiten aneinandergekauert das Ende der Schrecken erwarteten. Das bischöfliche Palais in der Sid Signorini ist von einem Volltrefser in der Mitte aufgerissen. Der Krieg gegen Rußland. Reise Kitcheners nach Petersburg? Die Petersburger Zeitung„Djen“ will aus erster Quelle erfahren haben, daß Lord Kitchener, der Generalissimus der englischen Armee, demnächst in Petersburg eintreffen wird, wo wichtige Unterredungen zwischen ihm und dem Kriegsminister Poliwanoff und dem Minister des Aeußern Sassonow stattfinden werden. Darauf wird sich Kitcheier in das Große Hauptquartier zum Zaren begeben. Kitcheners Mission in Petersburg soll dem zu erwartenden Feldzug im Orient dienen und ein einheitliches Handeln der Alliierten im Orient herbeiführen. Zurzeit befindet sich in Rußland eine englische Militärmission, bestehend aus einem General, einem Obersten und einem Major. Auch diese Militärmission hatte bereits längere Besprechungen mit dem Kriegsminister. Sie hat sich dieser Tage ins Hauptquartier zum Zaren begeben und wird von hier aus die Reise nach Odessa fortsetzen. Diese Mission soll Rußland zum Eingreifen auf dem Balkan zu bewegen suchen. Russische Hilfsschiffe im Sturm gescheitert. TU Kopenhagen, 29. Nov. Russische Blätter melden aus Simferopol von der russischen Flotte: Hilfsschiffe, die bisher erfolgreich an der anatolischen Küste operierten, sind bei einem orkanartigen Sturm, während sie in einer Bucht vor Anker lagen, gegen die Uferklippen geschleudert und vollständig zerstört worden. Der zerstörte Traum von Konstantinopel. TU Lugano, 29. Nov. Der Petersburger Korrespondent des„Corriere della Sera“ schreibt: Die slawische Volksseele erhielt durch die Zerstörung des Traumes von Konstantinopel einen vernichtenden Schlag. Polen, Galizien, alles hätte das russische Volk gern daran gegeben, wenn nur die Hoffnung auf Zarigrad(Konstantinopel) nicht zerstört wäre. Die Russen ahnten jetzt, daß durch das Eingreifen der deutschen Heere die Erbschaft Peters des Großen in Gefahr sei und die 200jährige russische Politik der Katastrophe entgegeneile. Der Krieg in den Kolonien. Die kriegerischen Ereignisse in Ostafrika. :: In der soeben. veröffentlichten sechsten Mitteilung des Reichskolonialamtes über den Krieg in den deutschen Schutzgebieten wird über die Kriegslage in Teutsch=Ostafrika ausgeführt, daß sich aus allen Meldungen die erfreuliche Tatsache ergibt, daß es unseren Feinden auch weiterhin nicht gelungen ist, auf deutschem Voden festen Fuß zu fassen. Die amtlichen Nachrichten sind nicht sehr zahlreich. In meist nur knapper Form verzeichnen sie die vorgefallenen Ereignisse bis gegen Ende Juli ds. Is. Die meisten der stattgehabten Kämpfe spielen sich auf feindlichem Gebiet ab, in das einzelne Abteilungen der Schutztruppe sogar auf größere Entfernungen vorgestoßen sind. Auch von feindlicher Seite iegen eine Reihe von Meldungen über kämpfe aus neuerer Zeit vor, deren Richigkeit allerdings noch der Bestätigung bedarf. Eine samtliche Nachricht liegt u. a. ber die Angriffe der Engländer gegen den m Rufidschifluß eingeschlossenen kleinen kreuzer„Königsherg“ vor. Danach beurfte es eines zweimaligen Angriffes, eren erster sogar vollkommen ergebnislos verlief, unter Mitwirkung von vier Kreuzern, drei Hilfskreuzern, sieben armierten Walfischsängern und zwei starken Monitoren, zusammen also 16 Schiffen, um den beutschen Kreuzer außer Gefecht zu setzen. Nachdem er sich bis zum letzten Augenblick einer ihm an Geschützzahl und Stärke um das=Vielfache überlegenen Gegner erwehrt hatte, wurde der Kreuzer schließlich von der von Bord gehenden Besatzung auf Befehl des Kommandanten in die Luft gesprengt und hat somit ein ruhmreiches Ende gefunden. Im Gebiet der Nordostgrenze des Schutzgebietes sehen wir in den Monaten Mai bis Juli ds. Is. einzelne Abteilungen der Schutztruppe eine rege und erfolgreiche Tätigkeit auf englischem Gebiete entfalten. Diese richtete sich in der Hauptsache gegen die Ugandabahn sowie gegen die von dieser bei Kiu abzweigende Magadibahn und die in letzter Zeir aus rein strategischen Gründen in Bau genommene Bahn Voi—Makatau(Taveta). Das Bestreben der Engländer, den Bau dieser nach dem Kitlmandscharo führenden Bahn möglichst zu fördern und die dagegen deutscherseits unternommenen Maßnahmen führten zu einer Reihe von Zusammenstößen, von denen ein größerer am 14. Juli mit einer gründlichen Niederlage der Engländer endete. Schon seit längerer Zeit ließen Nachrichten aus feindlicher Quelle auf englisch=belgische Augriffspläne gegen die Südwestgrenze des Schutzgebietes schließen. Dieser Absicht hat man aber deutscherseits mit den nötigen Gegenmaßnahmen zu begegnen gewußt, die anscheinend auch von Erfolg begleitet sind. Die Engländer fahren nun fort, Verstärkungen nach Nordrhodesien heranzuziehen. Von einem Eingreifen der aus Südafrika herangeführten Verstärkungen an der Südwestgrenze ist bis jetzt nichts bekannt geworden. Aller Wahrscheinlichkeit hat sich England der Hilfe der Südafrikanischen Union zu seinem Vorgehen gegen Deutsch=Ostafrika aber in noch bedeutend weiterem Umfange versichert. Wie die„Times" unter dem 10. November melden, ist es jetzt sicher, daß eine starke, gut ausgerüstetg und mit kräftiger Artillerie versehene Expedition nach Ostafrika gehen wird. Wahrscheinlich wird General Smuts mit Oberst Brits als Generalstabschef den Oberbesehl übernehmen.— Von anderer Seite wird dazu jedoch berichtet, daß die Südafrikanische Regierung den Feldzug gegen Deutsch=Ostafrika nicht eher beginnen wolle, bis eine Truppenmacht von 40000 Mann zusammen sei. Bisher hätten sich etwa 11000 Mann anwerben lassen, darunter ein großer Prozentsatz Farbiger. — Der Krieg zur See. Der Kreuzer„Frauenlob“ nicht versenkt. TU Berlin, 29. Nov. Von zuständiger Stelle erfährt die„Telegraphen=Union": Die in der ausländischen Presse und im Poldhu=Bericht vom 27. November gebrachte Nachricht, daß nach Petersburger Meldungen der kleine Kreuzer„Frauenlob“ durch ein verbündetes U=Boot zum Sinken gebracht worden sei, ist ebenso aus der Luft gegriffen, wie die vor wenigen Tagen gebrachte Nachricht von der Versenkung eines deutschen 3000=Tonnen=Kreuzers durch russische Torpedoboote. 27 Schiffe in der ersten Novemberhälfte. In der Ententepresse ist in letzter Zeit viel über die Erfolhe des englischen Unterseebootkrieges in der Ostsee gesprochen worden, demgegenüber der Unterseebootkrieg der Mittelmächte im Mittelländischen Meer nicht der Evwähnung wert sei. Eine Zusammenstellung ergibt für die Zeit vom 1. November bis 15. November folgendes Bild: In der Ostsee ist nur der Dampfer„Suomi“ mit 1016 Tonnen versenkt worden. Demgegenüber sind im Mittelmeer nach den bis jetzt vorliegenden Pressenachrichten in derselben Zeit 27 Schisse mit 112 082 To. vernichtet worden, und zwar: 1.„Woolwich“, englisch, 3000 To., 2.„Woodfield“, englisch, 3564 To., Nr 180. 2. Btall. Schwetter Kaul.g Vienstag, 30. Rovember 1913. Teetothgt: Der Abschluß der Hauptoperationen in Serbien. X' Der am Sonntag vero###atlichte Bericht unserer Obersten Heeresleitung hatte einen sehr bemerkenswerten Schluß: die Mitteilung, daß mit der Flucht der kärglichen Reste des serbischen Heeres in die albanischen Gebirge die großen Operationen gegen dasselbe abgeschlossen sind, daß ihr nächster Zweck, die Oeffnung freier Verbindung mit Bulgarien und dem Türkischen Reiche, erreicht worden ist. Mit stolzer Befriedigung liest wohl jeder Deutsche diese Zeilen des Berichtes, der Kunde gibt von den gewaltigen Leistungen der unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls v. Mackensen stehenden, in vier Armeen operierenden deutschen, österreichischungarischen und bulgarischen Truppen. Am 6. Oktober haben die Operationen gegen Serbien begonnen, sieben Wochen später kann bereits ihr Abschluß gemeldet werden, den sich die Serben gewiß nicht haben träumen lassen, als nach langer Kampfesruhe wieder österreichisch=ungarische Granaten auf serbischen Boden fielen, als deutsche Geschütze gegen die Mauern der alten Türkenfeste Semendria donnerten und die breiten Grenzströme von den Truppen der Zentralmächte überschritten wurden. Ueber die Drina und die Save setzte die Armee des österreichischen Generals v. Koeveß, zu der auch deutsche Truppen gehörten. Dieser Armee ward der Siegespreis von Belgrad zuteil. Die Armee des Generals v. Gallwitz setzte bei Semendria und Rom=Bazias über die Donau, deren Wogen von dem furchtbaren Kossowa=Sturm bis in die Tiefe aufgewühlt und hoch aufgepeitscht wurden. Am 14. Oktober begannen unsere bulgarischen Verbündeten den Kampf gegen Serbien. Die erste bulgarische Armee unter der Führung des Generals Bojadjeff rückte gegen die Linie Negotin—Pirot vor; die zweite Armee unter General Todorow marschierte in Richtung auf Skoplje—Veles in Serbien ein. Die Serben waren ein tapferer Gegner. Das kann nicht geleugnet werden. Aber ihre verzweifelte Gegenwehr hat ihnen nichts genützt. Ihre Festungen wurden eingenommen, ihr Heer immer mehr nach Südwesten abgedrängt, der Widerstand gebrochen, der größte Teil ihrer Geschütze ihnen in hartem Kampf und unablässiger Verfolgung abgenommen. Großes haben die verbündeten Truppen geleistet. Mit berechtigtem Stolz sagt darüber der Tagesbericht vom Sonntag: Weder unergründliche Wege, noch unwegsame, tief verschneite Gebirge, weder Mangel an Nachschub noch an Unterkunft haben ihr Vordringen irgendwie zu hemmen vermocht. Mehr als 100000 Mann, d. h. fast die Hälfte der ganzen serbischen Heermacht, sind gefangen, ihre Verluste im Kampf und durch Verlassen der Fahnen, nicht zu schätzen. Geschütze, darunter schwere, und vorläufig unübersehbares Kriegsmaterial aller Art wurden erbeutet.“ — Mit besonderer Genugtuung vernimmt man, daß die deutschen Verluste als recht mäßig bezeichnet werden können und daß unsere in Serbien kämpfenden Soldaten an Krankheiten bisher nicht zu leiden gehabt haben. Was jetzt noch auf dem serbischen Kriegsplatz zu tun übrig bleibt, erfordert keine Operationen großen Stils mehr. In Südmazedonien steht noch eine kleine serbische Armee und auch die Entente=Truppen, die zum größten Teit berannelich aus frall zösischen Soldaten bestehen, befinden noch auf serbischem Boden. Es ist indesten nicht ausgeschlossen, daß die Poilus und Tommys sich nach Saloniki zurückziehen, der Winter dem Expeditionsheer mancherlei Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten bereiten kann Jedenfalls wäre e#s#salsch, wenn man den Feldzug in Serbien schon als abgeschlossen betrachten wollte. Tavon sagt auch die Oberste Heergsleitung in ihrem Bericht nichts. Es ist damit zu rechnen, daß die nach Albanien und Montenegro vertriebenen Reste des serbischen Heers neu zusammengestellt werden. Sind auch von diesen Truppen keine bedeutenden Aktionen mehr zu erwarten, so werden sie doch sicherlich versuchen, in klei##eren Kämpfen an der serbischen Grenze die##tellungen der Verbündeten zu belästigen. Abzuwarten bleibt auch noch, was die Vierverbandsmächte für den Balkankriegsschauplatz beschließen werden. Zu einer größeren Schlach wird es freilich dort wohl kaum noch kominen, wie ja auch die Serben sich einem Entscheidungskampfe, der uns sehr erwünscht gewesen wäre, durch stetige Rückwärtskonzentrierung entzogen haben. M. In der letzten Woche 30000 Serben gefangen. :: Dem Berichterstatter der Telegr.= Union in Sofia wird mitgeteilt: In der letzten Woche wurden 30 000 Serben gefangen genommen. Außerdem wurde eine große Kriegsbeute an Munition, Kriegsmaterial, Lokomotiven und Waggons macht.— Auf der Südfront erlitten die Franzosen neuerdings große Verluste. :: R e u t e r d r a h t e t a u s S a l o n i k i: N a c h hier eingelaufenen Meldungen ist Krusewo, 35 Kilometer nördlich von Monastir, 25 Kilometer westlich von Prilep, von den Bulgaren angegriffen worden. In Krusewo soll eine Panik ausgebrochen sein. Der serbische König in Skutari. *: Nach römischen Meldungen ist der König von Montenegro nach Skutari abgereist, um dort den König Peter und die serbische Regierung zu empfangen. Der Feldzug im südlichen Serbien. :: Nach einer Privat=Reuterdepesche wird aus Saloniki gemeldet, daß die Lage an den Fronten der Ententemächte sich während der letzten Tage nicht geändert habe. An der britischen Front herrscht Ruhe. Es treffen ununterbrochen Verstärkungen und Vorräte ein, aber Schneestürme behindern vorläufig die Operationen. Am Freitag wurden zwischen den bulgarischen und den französischen Vorposten einige Schüsse gewechselt. Die Bulgaren griffen die Serben südlich von Prilep an und zwangen sie zum Rückzug, aber verfolgten sie nicht wegen des schlechten Zustandes der Straßen und Pässe. Infolge des früh eingetretenen Winters seien sie auch bis auf weiteres nicht gangbar, und man dürfe sich nicht wundern, wenn der Feldzug auf längere Zeit zum Stillstand komme. In Saloniki fiel seit 8 Jahren zum ersten Male Schnec. Die Vertreibung der Monkenegriner aus Bosnien. :: Dem„Berl. Tagebl.“ wird aus dem k. und k. Kriegspressequartier gemeldet: Die Montenegriner waren während des ganzen Krieges sehr stolz darauf, daß sie einige kleine Landstriche im Osten Bosniens und der Herzegowina besetzt halten durften. Diese Eroberungsherrlichkeit hat nun in den letzten Tagen ein jähes Ende genommen. Von Foca aus vordringend, hat eine k. u. k. Kolonne den als Straßentreuzungspunkt wichtigen Ort Celebie besetzt und den am weitesten ins montenegrinische Gebiet vorgeschobenen Zipfel Bosniens an den Abhängen des weit ins Land ragenden großen Ljubienaberges von den Eindringlingen gesäubert. Ein Stückchen weiter nördlich hat die von Gorazda aus längs der Landstraße nach Cainica vorgedrungene Gruppe den als Uebergang nach Holjanie und Plevlje wichtigen Metalkasattel erobert und auch dort annähernd die Landesgrenze besetzt. Die Montenegriner, die so gezwungen sind, in ihre Heimat zurückzukehren, finden ungebetene und unerwünschte Gäste vor. Die täglich wiederkehrenden Aussagen von Gefangenen und Ueberläufern lassen kaum mehr Zweifel daran übrig, daß die flüchtigen Serben im Königreich der schwarzen Berge als lästige Mitesser sehr kühl, wenn nicht schlecht empfangen werden. Turlischer Der Rückzug der Engländer in Jrak. :: Aus Konstantinopel, 29. November, wird gemeldet: An der Jrakfront konnten die Engländer unter dem Drucke unserer Verfolgung ihren Rückzug noch nicht einstellen. Der Bericht über die auf diesem Kriegsschauplatz ausgefochtene Schlacht gibt folgende Einzelheiten: Am 24. November verinderten unsere fortwährenden Gegenanjriffe bis zum Abend die feindlichen Abeilungen, sich in unseren vorgeschobenen Stellungen einzurichten, in die sie eingerungen waren. Am folgenden Tage veragten wir durch kräftige Angriffe, die bis um Abend währten, den Feind aus diesen Stellungen. In derselben Nacht wurde eine andere Abteilung, die den feindlichen Rückug bedroht hatte, gleichfalls an die Front eworfen. Die Engländer mußten sich eiends zurückziehen. Der Feind ließ eine zroßse Zahl Verwundeter und Toter sowie Tiere und Kriegsmaterial aller Art auf em Schlachtfelde zurück. Wir zählten über 1900 Leichen des Feindes, unter ihnen den Befehlshaber der englischen Reiterei. Wir erbeuteten drei Maschinengewehre, eine Fahne, Waffen, Geschosse, Telegraphenapparate und Kriegsgerät. Freiwillige unserer Verfolgungsabteilungen erbeuteten Kriegsgerät und sonstige Gegenstände, die der Feind bei seinem Rückzug zurückgelassen hatte. An der Kaukasusfront nichts Wesentliches. Ein Teil unserer Flotte versenkte im nordöstlichen Teile des Schwarzen Meeres vier russische Segelschiffe und zwang ein russisches Petrolcumschiff, auf Grund zu laufen. Feindliche Verteidigungsarbeiten in den an dieser Küste belegenen Häfen wurden durch Beschießung zerstört. An der Dardanellenfront beschoß unsere Artillerie wirksam die feindlichen Stellungen bei Anaforta. Die feindliche Artillerie antwortete mit Unterstützung zweier Panzerkreuzer. Ein feindlicher Monitor eröffnete ein unwirksames Feuer nach verschiedenen Richtungen. Nachmittags beschossen zwei Panzerschiffe Kemikli Liman und ein Kreuzer Ari Burnu, vermochten aber ebensowenig wie die Artillerie wesentlichen Schaden anzurichten. Bei Ari Burnu zerstörte unsere Artillerie in der Nähe von Kanlisirt einen feindAngleiche Natuten. Roman von B. Corony. 10 Raden machte auch seinen Vorgesetzten und Freunden die nötigen Mitteilungen und als der Abend kam, knallten im Offizierkasino die Chamvagnerpfropfen und man stieß auf das Wohl des Brautpaares an..„ 612 mch- im an So stand der Vermahlung nichts mehl im Wege. Ein halbes Jahr später wurde sie vollzogen und zwar auf Sennora dell' Aras Besitzung in der südlichen Schweiz. Selten hatte man ein glanzvolleres Hochzeitsfest gesehen, was es an Künstlergrößen gab, hatte sich eingefunden und ebenso die Vertreter des italienischen und französischen Adels. Nur die Eltern des Bräutigams fehlten, aber das Fernbleiben der alten Leute, welche offenbar die Unbequemlichkeiten einer längeren Reise scheuten, war ja zu begreifen und zu entschuldigen. Wenigstens gab sich jeder der Anwesenden den Anschein, so zu denken. Geschenke und ein Telegramm waren ja auch von dem General und dessen Gemahlin einJuliane glich mit der Myrtenkrone in dem goldig schimmernden Haar und von milchweißem, silbergesticktem Atlas umflossen, einer Fee. Ihr gegenüber prangte Justine in fürstlich reicher Toilette, so daß man sich wirklich zögernd fragte, welche von den beiden die Schönere sei. Es war ein schmerzlicher, leidenschaftlicher Abschied, den die dell' Ara von ihrer Tochter nahm. „Vergiß nicht, daß Du immer eine Heimat bei mir findest, daß meine Arme Dir geöffnet sind," flüsterte sie der jungen Frau unter atemraubenden Küssen zu. „Liebste Mama, meine Heimat ist jetzt beiHorst, erwiderte diese, Tränen der Seligkeit und doch auch des Trennungswehes vergießend. „Möge er sie Dir froh und glücklich gestalten! Du gabst unendlich viel auf für ihn und hast daher auch das Recht, vollen Ersatz zu fordern. Wären Dir aber, was Gott verhüten möge, Enttäuschungen vorbehalten—“ „Wie seltsam Du sprichst! Gerade, als wolltest Du mir das Herz recht schwer machen," erwiderte Juliane mit dem scheuen, erstannten Blick eines geängstigten Kindes.„In mir ist alles Licht und Sonnenschein. Warumsollich mich denn vor dunklen Wolken fürchten, die noch nirgends zu finden sind?“ „Schnell Kinder, oder Ihr versäumt den Zug!" mahnte Baron C. Eine letzte Umarmung, ein halbunterdrücktes Aufschluchzen, dann hob Raden seine junge Gattin in das blumengeschmückte Conpee. Noch lange neigte sie sich grüßend aus dem Fenster, bis Horst sie an die Brust zog und ihre überströmenden Augen küßte.„Keine Tränen, mein Liebling! Jetzt bist Du mein und ich will Dich auf den Händen durchs Leben tragen.“ Wie ein kleiner Vogel, der aus dem Nest geflattert ist, und die Wärme sucht, schmiegte sie sich an ihn und er ließ es an Liebkosungen und schmeichelnden Worten wirklich nicht fehlen. In echter Flitterwochenstimmung setzten die Neuvermählten ihre Reise fort, welche die schönsten Punkte der Schweiz und Italiens berührte. Juliane hörte nicht auf, unterwegs einzukaufen.„Das für Mama, das für Papa!“ ging es immer fort und Raden ließ sie gewähren. Als aber die junge Frau vor einem Schmuckkästchen von schweremn, getriebenem Silber in Entzücken geriet und es seiner Mutter bringen wollte, rief er rasch: „Nein, nein! Sie liebt solche Prunkgegenstände nicht und ist überhaupt dem Luxus abgeneigt. Du wirst Dich erst an sie gewöhnen und Geduld mit ihr haben müssen. Mache Dir keine Sorge! Wer sollte Dich nicht lieben?“ erwiderte er zärtlich. Dessen ungeachtet gelang es ihm nicht, die seltsame Unruhe zu bekämpfen, die sich ihrer je mehr bemächtigte, jenäher man der kleinen Residenz G. kam. lichen Schützengraben, der mit Stahlschutzschilden versehen war, und zwei Stellungen für Handgranatenwerfer. Ein Kreuzer und feindliche Haubitzen erwiderten wirkungslos. Bei Sedd=ul=Bahr Handgranatenwerfen mit Unterbrechungen und Artilleriezweikampf. Vor unserem linken Flügel traf eine von uns zur Sprengung gebrachte Mine auf eine feindliche Mine. Dort war auch Kampf mit Handgranaten und Gewehrfeuer. Wir zerstörten die feindliche Mine späterhin. Unsere Artillerie zerstörte auf diesem Flügel eine feindliche Minenwerferstellung. Vermischtes. * Ein Eisenbahnzug von merikanischen Banditen in die Luft gesprengt. Aus Newyork wird gemeldet: Ein Telegramm aus Laredo in Texas meldet, daß mexikanische Banditen einen Eisenbahnzug der Mexikanischen Nationaleisenbahn am 23. November zwischen Monterey und Tampico in die Luft gesprengt haben, wodurch etwa 80 Passagiere getötet wurden. Kriegstagung der Deutschen Turnerschaft. Am Sonnabend und Sonntag trat in Hannover der Ausschuß der deutschen Turnerschaft unter Vorsitz des Geh. Rates Dr. Toeplitz(Breslau) zu wichtigen Besprechungen zusammen. Nach einem warm empfundenen Nachruf für den kürzlich verstorbenen ersten Vorsitzenden der deutschen Turnerschaft, Geheimrat Dr. Goetz(Leipzig) wurde der Jahresbericht erstattet. Die Zahl der Turnvereine ist im Jahre 1914 von 11491 auf 11779 gestiegen, dagegen die Mitgliederzahl von 1188181 auf 1072472 gesunken, ein Verlust, der auf den Krieg zurückzuführen ist. Die Zahl der im Felde stehenden Mitglieder der deutschen Turnerschaft wird auf 600000 geschätzt. Für alle Aemter, die bisher der verstorbene Geheimrat Dr. Goetz innehatte, wurde Geheimrat Dr. Toeplitz(Breslau) gewählt. Die Abhaltung des nächstjährigen Deutschen Turnertages kann wegen des Krieges noch nicht; fest bestimmt werden. Ueber das Verhältnis der deutschen Turnvereine zur militärischen Vorbereitung der Jugend berichtete Universitätsprofessor Dr. Pratsch(Breslau). Der Turnausschuß hatte hierfür Richtlinien aufgestellt, die von den Delegierten einstimmig gutgeheißen wurden und dem Kriegsministerium übermittelt werden sollen. Das Gewehrfechten soll u. a. mehr denn je in den Turnvereinen gepflegt und von Offizieren geleitet werden. In Zukunft sind auch Schüler=Turnvereine zur Aufnahme in die deutsche Turnerschaft berechtigt. * Schreckenstat im Wahnsinn. Im religiösen Wahnsinn hat der 42 jährige Hausbesitzer Franz Kotschi in Beneschau(Bayern) seine 58 Jahre alte Frau und dann sich selbst erschossen. * Eine Villa ausceraubt. Die Villa des im Felde stehenden Kaufmanns Linke in Witten wurde nachts von Einbrechern heimgesucht. Die Diebe nahmen zahlreiche Wäschestücke, Kleider, Anzüge, Kristallsachen, ilbersachen und Bilder im Gesamtwerte n 7200 Mark mit. ** Erfroren. Ein Mann namens Bier aus Hofgeismar, welcher sich trotz seiner 72 Jahre aus dem Dorfsiechenhaus, wo er untergebracht war, heimlich entfernt hatte, wurde erfroren aufgefunden. „Jetzt kann ich mir ungefähr vorstellen, wie jemand zu Mute ist, der Lampenfieber hat,“ versuchte sie zu scherzen als die Türme der Städt, von goldigem Abendrot umglüht, auftauchten. „Für so ängstlich und zaghaft hätte ich meinen Schatz wirklich nicht gehalten, erwiderte erlachend. „Sind wir nicht zwei beneidenswert glückliche Menschen, die keine Macht der Welt mehr zu trennen vermag? Gehen wir nicht einer Zukunft der Freude und des Glücks entgegen?“ Fester schloß er sie in die Arme und flüsterte alle süßen Torheiten, welche sich nur über die Lippen eines Liebenden drängen können, in ihr Ohr. Da jubelte auch Juliane auf. Wer konnte ihr den teuren Mann nehmen? Wenn er sie immer liebte, wie sie ihn, was wäre dann zu fürchten gewesen? Hand in Hand fuhren Horst und Juliane weiter hinein in das sonnig verklärte Land, der nahen Heimat zu. 4. Kapitel. „G..!“ rief der Schaffner, die Türen öffnend. Horst winkte, im Begriff, auszusteigen, einem Paare zu, welches auf dem Perron stand. „Sind das Deine Eltern?“ fragte Juliane, und als er bejahte, jubelte sie:„O, der prächtige, alte Herr! Wie schön er aussieht mit seinem grauen Haar und der strammen, soldatischen Haltung! Und Mama! die muß ich gleich begrüßen!" Mit einem Sprunge war sie aus dem Wagen. Raden hatte kaum Zeit, ihr zu folgen, und sie mit den Worten:„Da bringe ich Euch meine Liane, vorzustellen. „Diese erste Begegnung entsprach den Erwartungen der jungen Frau nicht. Man hieß sie höflich willkommen, aber mit einer Zurückhaltung. an welche die viel Umschmeichelte nicht gewöhnt war und die wie ein kalter Wasserstrahl auf ihr liebebedürftiges Herz fiel. Der General bot seiner Schwiegertochter galant den Arm und führte sie zu dem bereitstehenden Landauer, sich unterwegs artig erkundigend, ob sie eine augenehme Reise gehabt habe, und Frau von Raden hatte ihre stürmische Umarmung mit einem ziemlich kühlen, flüchtigen Kuß erwidert. Fast hilfesuchend wandte Juliane den Kopf nach Horst um, doch er war im eifrigen Gespräch mit seiner Mutter vertieft. Die junge Frau nahm im Fonds des Wagens neben der Generalin Platz und blickte verstimmt und befangen auf den Strauß duftloser Treibhausblumen nieder, der ihr überreicht worden war. Man fuhr nach dem Hause, welches das alte Ehepaar schon länger als 20 Jahre bewohnte. Die zweite Etage sollte von den Neuvermählten bezogen werden. In dem kleinen Salon der Geueralin wurde das Abendbrot eingenommen, aber die Stimmung blieb auch jetzt gedrückt und freudlos. Hier herrschte eine Steifheit, die beinahe lähmend auf Juliane wirkte. Das Gefühl selbstbewußter Sicherheit ging ihr völlig verloren, wennn sie den streugen, forschenden Blick der Generalin auf sich ruhen fühlte. Sogar Horst schien ein ganz andeter zu sein. Der alte Raden führte das Wort, aber er sprach meistens von Personen und Dingen, die seiner Schwiegertochter noch freind waren, und diese atmete wie erlöst auf, als man die Tafel verließ und zur Ruhe ging. 233,16 Dort oven in den fur nie bestimmten Gemächern, deren Einrichtung die Mutter gesandt hatte, kam sie gewissermaßen erst wieder zu sich selbst. Und nun war auch Horst wieder der liebe, zärtliche, törichte Gatte, der so viel verliebten Unstin schwatzen und so vergnügt scherzen konnte, daß ihr vor Lachen die Tränen in den Augen standen. Am nächsten Morgen mußte Horst zu ziemlich früher Stunde fort. Die unerbittliche Dienstpflicht forderte es so. Juliane träumte nach kurzem Abschied weiter. Ermüdet von der Reise, gab ste sich dem Behagen der Faulheit hin und dehnte die zierlichen Glieder wie ein schläfriges Kätzchen. 25 0 Onieer Trohfha. Einzig ausienende, grössartige- und Tammbone-Tatenhaben unsere deutschen feldgrauen und unsere österreichisch-ungarischen hechtgrauen Mannen im langen Kampfe um Ehre und Vaterland vollbracht. Die Daheimgebliebenen haben'sich in rastloser, aufopfernder Tätigkeit dem Kampfe um die grosse nationale Sache angeschlossen. In den langen Monaten des Weltkrieges haben wir einen tiefen Einblick in diese Riesenarbeit gewonnen und sind in der Lage, heute einem neuartigen illustr. Original-Prachtwerk 320 Seiten. Großes Format: 21227 cm auf Kunstdruckpapier gedruckt, mit ca. 250 teils ganzseitigen Bildern nach, Original-Aufnahmen, in, künstlerischem Einband unter dem Titel: W Ke rad Kar. GHraus Horden herausgegeben von Dr. Paul Wiesener ein wahrheitsgetreues, lebendiges Gesamtbild der gewaltigen Grösse des Krieges zu bringen. Wir lernen das Leben und die Leistungen kennen unserer Heerführer, unserer Ofliziere, unserer tapferen Krieger aller Watfengattungen. kir werden bekannt mit der Riesenarbeit des Sanitäts- und Versorgungswesens, den heistungen der Intendantur, des Efappenwesens, der Heimarbeit; kurz mit der fausendfältigen Organisation eines Heltkrieges. Jeder wird gewiss gern und mit hohem Interesse von den Erlebnissen und kühnen Einzeltaten von dem Leben im Felde, an und hinter der Front Näheres lesen wollen.— Hunderte von Illustrationen erhöhen die Anschaulichkeit und bilden im Verein mit den packenden Schilderungen ein Dokument von dauerndem Werte für jede Familie, jeden Angehörigen, wie für die Kämpfer selbst. Unseren Hesern liefern wir dieses vornehm ausgestattete Werk für den ausserordentlich billigen Preis ** WIogl- elegant gebunden, auf Kunstdruck gedruckt Von- Hür-S Hark mit zahlreichen Illustrationen der nur durch Herstellung von Massenauflagen ermöglicht ist. 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Favorit Schnimmuster 1!“ Tonorit Modenalbum 60 Favorik Schnittmuster 1 Alleinverkauf für Schwerte Kaufbaus Otto Mark Ostenstraße 20.: 1299 Guté Bettel kaufen? So gehen Sie nur in ein reelles Geschäft zu dem Sie Vertrauen haben. Sie erhalten in dem Bettengeschäft von Otto Wilkes nur garantiert doppelt gereinigte, staubfreie Bettfedern und Daunen zu den bekannt billigsten Preisen. Barchend— und farbecht.— Otte Wilkes Bahnhofstr. 19. Schwerte, Bahnhofstr. 19. In letzter Zeit haben sich die Brandunfälle, denen Feldpostsendungen zum Opfer gesallen sind, besonders gehäuft So sind in Brand geraten: I 1) am 9. Oktober auf dem ösilichen Kriegsschauplotz ein Eisenbahngüterwagen mit Feldpostpäckchen für eine Reservedivision Die Ladung ist bis auf 30 Beutel ein Raub der Flammen geworden; 2) am 16. Oktober im Osten ein Kraftwagen mit Post für eine Landwehrdioision. Von der Ladung sino 2 von der Postsammelstelle in Leipzig abgesanote Beutel mit Feldpostpäckchen fast vollständig verbrannt. Größerer Schaden ist nur durch die besondere Umsicht und Geistesgegenwart des Wagenführers verhütet worden; 1 3) am 16. Oktober ein Eisenbahngüterwagen mit Feldpostpäckchen für das Ostheer. Von der aus 360 Beuteln bestehenden Ladung sind 150 vernichtet worden, außerdem war der Inhalt von 65 Beuteln teilweise beschädigt; 4) am 20. Oktober ein mit Feldpost und Paketen für das Ostheer beladener Eisenbahngüterwagen. Als das Feuer bemerkt wurde, hatte es bereits soweit um sich gegriffen, daß vom Wageninhalt bis auf wenige Pakete und Gegenstände aus verbrannten Sendungen nichts mehr geborgen werden konnte; 5) am 26. Oktober auf dem westlichen Kriegsschauplatz die Ladung eines Güterpostwagens. Trotz sofortiger Löschversuche breitete sich das Feuer infolge des herrschenden starken Windes schnell aus, sodaß der Inhalt von 5 Beuteln vollständig und von weiteren 10 zum Teil vernichtet wurde. Alle diese Fälle sind nach dem Ergebnis der Feststellungen höchstwahrscheinlich auf Selbstenkzündung feuergefährlicher Gegenstände zurück zuführen. Die beklagenswerten Vorkommnisse beweisen, daß die aus Anlaß früherer Brände wiederholt ergangenen dringenden Warnungen vor Versendung feuergefährlicher Gegenstände, wie Streichhölzer, Benzin. Aether usw., mit der Feldpost zum Schaden der Allgemeinheit wie unserer Krieger und ihrer Angehörigen noch immer nicht die erforderliche Beachtung finden. Die Mahnung, die Versendung solcher verboteten Gegenstände unbedingt zu unterlassen wird daher nachdrücklichst wiederholt und zugleich erneut darauf hingewiesen, daß Zuwiderhandlungen nach§ 367 unter 5a St. G. B. strafbar sind und im Betretungsfalle ausnahmslos gerichtlich verfolgt werden. Berlin W 66. den 23. November 1915. Der Staatssekretär des Reichs=Postamts. Kraetke. Städtischer Viehhof, Dortmund. Dortmund, den 29. November 1915. Zu dem heutigen Schlachtviehmarkt waren aufgetrieben: 1663 Stück Großvieh, 365 Kälber, 22 Schafe, 705 Schweine. Bez. f. 100 Pfd. 6 S 8 6 8 G S 15 E Ochsen: Bullen: 58—65 100-112 48—5491—102 34—33 79—80 72—78128-140 64—70 122-135 52—60 104-120 43—46 94-104 34—38 70—90 1 Rinder. a) pollfleischige, ausgemässele 959:## S sten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben(ungejocht) 70—79 125—141 b) vollfleischige, ausgemästete, im Alter von 4—7 Jahren... 62—66 116—124 c) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete... 48—56 100—116 d) mäßig genährte junge, gut genährte ältere......... a) vollfleischige, ausgewachs. höchsten Schlachtwertes 1) vollfleischige, jüngere c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere....... Färsen u. a) vollfleischige, ausgemastete FärKühe: sen höchsten Schlachtwertes b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren...z. Guge und chältere, ausgemästete Kuhe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen.... d) mäßig genährte Kühe u. Färsen e) gering genährte Kühe u. Färsen Gering genährtes Jungvieh(Fresser) 2. Kälber a) Doppelender, feinste Mast..—— d) seinste Mastkälber... 85—88 137-142 c) mittlere Mast= und beste Saugkälber 75—83 125—136 d)geringe Mast= und gute Saughälber 65—73 112—124 e) geringe Saugkälber 60—63105—111 3. Schase Stallmast= a) Mastlämmer und jüngere Mastschafe: hammel b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte sunge Schofgr. Sammet#5—— c) mißig genahrte Hammel und Shafe(Merzschafe)—— Weide= a) Mastlämmer—— mastschafe: b) geringe Lämmer und Schafe—— z. Schweine. a) Fettschweine, über 150 kg. 8 Jentner Lebendgewicht 122 b) vollfleischige Schweine von 120—150 kg(240—300 Pfd.) Lebendgewicht 122 c) vollfleischige„Schweine von 100—120 kg(200—240 Pfd.) Lebendgewicht 112 d) vollfleischige Schweine, 80—100 Kg. (160—200 Pfd.) Lebendgewicht. 102 e) vollfleischige Schweine, unter 80 kg (160 Pfd.) Lebendgewicht 72.87 ]) Sauen Bekanntmachung. Am Mittwoch jeder Woche, vormittags von 9—12 Uhr, werden bis auf weiteres vomßstädtischen Lager in der Haselackstraße zum Preise von 3,70 Mark für; den Zentner in Mengen von 50 Pfund und mehr an hiesige Eingesessene gegen Vorzeigung der Brotkarten= Umhüllung und Barzahlung abgegeben. Schwerte), den 27. November 1915. Der Magistrat Rohrmann. 5441 Träder Ertele liefert schnell und sauber Ruchdruckerei C. braus 8—#2 996 G. g .*— 50 63* — 8 12 2oo OT —— OOL OP 1 S redigiert von Lotte Sonntag. Der Briefkasten. Ich hänge schweigend an der Wand, Wo jeder mich kann erschauen, Und oftmals naht sich eine Hand, Mir Briefe zu vertrauen. Briese voll Freude und Briefe voll Leid, Briese voll Sünde und Schande, Und immer öffnet mein Spalt sich weit, Sie zu senden hinaus in die Lande. Was geht's mich an, was drinnen steht? Einer Witwe Tränen und Klagen, Ein Freundschaftsgelübde, ein Gebet, Eines Kindes rührende Fragen, Eine Bitte um Geld in der letzten Not, Und Worte voll Hoffnung und Segen, „Eine Karte: O Gott, die Mutter ist tot! Alles nehm' ich schweigend entgegen. Ein dröhender Brief vom Rechtsanwalt, Eine Mahnung vom Kaufmann drüben, Die fallen zusammen in meinen Spalt Mit dem Schreiben an ferne Lieben. Eine frohe Nachricht, ein Trauerbrief, Das Jubeln glücklicher Bräute, Ein Seufzer aus bebendem Herzen tief, Das ist meine tägliche Beute. Ich hänge schweigend in Sommersglut Und im herbstlichen Regenschauer, ir vertraut der Betrogene seine Wut, Der Betrübte seine Trauer. Und ob man mich fülle bis an den Rand, Ich täusche kein Vertrauen, Ich häuge schweigend an der Wand, Wo jeder mich kann erschauen. Das Kaninchen. Bei uns in Deutschland ist der kleinere Vetter des Hasen, das Kaninchen, noch nicht so zu Ehren gelangt wie in anderen Ländern, wo es geradezu ein Volksnahrungsmittel ist. Man hat hier immer noch ein gewisses Vorurteil dagegen, das aber ganz unbegründet ist, denn sein Fleisch ist sehr schmackhaft und ähnelt dem Kalbfleisch. Am häusigsten sieht man bei uns das belgische Kaninchen, das im Acußern eine verkleinerte Ausgabe des Feldhasen öst. Es erreicht selten ein Gewicht über drei Kilogramm, ist aber außerordentlich wohlschmeckend. Das französische Kaninchen, das unsere Soldaten 1870 in Frankreich kennen lernten, und das auch heute noch unter seinem französischen Namen lapin bekannt ist, ist meistens von grauer Farbe und besitzt lange, schlapp herunterhängende Ohren. Das holländische und sein Verwandter, das Brabanter Kaninchen, sind sehr hübsch gezeichnet. Das erstere stellt die kleinste zahme Sorte dar, das zweite ist etwas größer und schwerer. Beide haben sehr zartes, wohlschmeckendes Fleisch. Noch hübscher gezeichnet als diese beiden ist das russische Kaninchen, das ganz weiß ist, nur Nase, Ohren, Schwanz und Füße sind schwarz. Unter den deutschen Kaninchen ist besonders das lothringische hervorzuheben, das wahrscheinlich von seinem französischen Vetter abstammt. Das englische Kaninchen mit den auffallend großen und langen Ohren wird wohl nur zu Ausstellungs= und Sportzwecken gezüchtet. Auf sein Fleisch wird kein Wert gelegt, obgleich gerade in England viel Kaninchen verspeist werden, die aber aus dem Ausland bezogen werden. Zu erwähnen ist noch das flandrische Riesenkaninchen, das bis zu acht Kilogramm wiegt, dessen Fleisch sich aber weniger zum Essen eignet. Das Tier wird meist zur Zucht verwendet. Das Fell des Kaninchens ist für den Pelzhandel sehr wichtig; denn fast alle imitierten Pelzsorten werden— wenigstens die geringeren Sorten— daraus hergestellt. Die Aufzucht des Kaninchens ist ziemlich einfach, nur muß man vor allen Dingen für ein gutes, sauberes Lager in einem hellen, luftigen Raum sorgen und die Tiere nicht in dunklen, dumpfigen Kellern auf halb verfaultem Stroh unterbringen. Am liebsten ist ihnen Haferstroh und Heu. Das wilde Kaninchen, das in vielen Gegenden unseres Vaterlandes vorkommt, ist ebensatls eßbar und kann in jeder Art zubereitet werden wie der Hase. Von ihm stammen die zahmen Arten alle ab. Wie der Hase stellt es sich einen Bau her und zeigt dabei große Ausdauer und Geschicklichkeit. Der Bau ist meist sehr weitläufig, auch benutzen die Kaninchen gern verlassene Fuchs= oder Dachsbaue. Die wilden Karnickel sind schlauer und vorsichtiger als ihr großer Vetter, der Hase, aber sie sind durch ihre Gefräßigkeitt und die ungeheure Schnelligkeit, mit der sie sich vermehren, ein großer Schaden für die Landwirtschaft, und es wird ihnen daher viel nachgestellt. Die Rasse ist aber so zäh, daß sie nicht leicht ausgerottet werden kann, und man hat baher in manchen Ländern, z. B. Australien, sogar Preise für möglichst zahlreiche Vernichtung von Kaninchen ausgesetzt. 915 Rechenaufgabe. Von der Station X. wird um 10 Uhr 55 Minuten ein Schnellzug abgelassen, der 52½ Kilometer in der Stunde zurücklegt. Um 9 Uhr 15 Minuten ist ein Personenzug in derselben Richtung abgefahren, der 37½ Kilometer stündlich durchfährt. Um welche Zeit und wieviel Kilometer von X. entfernt holt der Schnellzug den Personenzug ein? Ausüösung des Diagonalrätsels der vorigen„Kinderlaube“ 2 — 0FI-83 " 8— S ND 1 Schlachtur gewicht 858S S 8 S S 1.g 00 S. S SE * 9 10 S—. B 5: S S95 Sitn * □: S 5S80 S933R 9 19.0—On **••1 ·0— **3.•3** an n——— Amtliches Kreisblatt Bcse erer — ## as Sr ern g8 für den Kreis Pörde * 41. Jahrgang O Grlies und äleltes Cagesorgan des Kreues. O haupt-Annencenblatt Unterhaltungs Beilage zu Nr. 280. Dienstag, 30. November 1915. G LK 1% Steinb raf Siemberg Roman von (20. Et HottnerFortsetzung.) 911 #K• 42 91 59 S 0 hatte es vernommen und begriff sosort, was sie meinte. Runig legte er seine Rechte auf ihre schmalen Hände. Er fühlte das Beben ihrer Finger durch den geschmeidigen Handschuh Otta blickte auf und sah in seine Augen, welche eine beredte Sprache redeten. Sie wußte es: heute und in der nun kommenden Zeit der Trauer um den Schwager und Freund würde Steinberg nicht sprechen. Aber dann? Es bäumte sich etwas auf im Herzen dieser stolzen Frau gegen den Gedanken, daß sie heute— heute schon auch nur die Möglichkeit einer Verbindung mit Graf Steinberg in Betracht zog. Gestern wäre ihr dies noch vollständig undentbar gewesen. Aber seit gestern war so namensos viel geschehen. Die Augen des Mannes, an dem sie so sanatisch hing und der ihr doch den herbsten Schmerz zugefügt, halten sich geschlossen für immer. Ihr eigenes Leben lag vollendet hinter ihr, so schien es ihr wenigstens in dieser Stunde. Für sich selbst gab es kein Hoffen mehr und teine Wünsche. Ihr Herz hatte nie jemand anderem angehört als Ludwig von Werbach. Mit ihm war auch sie selbst— ihre Seele— gestorben. Nur eines lebte noch weiter in ihr, machtvoll und hart, das war ihr starker Wille; ihren beiden Söhnen, diesem einzigen, was ein grausames Schicksal ihr gelassen hatte, den Lebensweg soviel als nur möglich zu ebnen, sie emporzuführen zu den Gipfeln des Daseins, zu Ehren, Reichtum, Macht. Wenn sie Siegerin blieb im Kampfe gegen jene schwerkranke junge Frau und deren Kind— und Frau Otta zweilelte im innersten Herzen nicht für eine Sekunde, daß ihr dies gelingen werde—, dann war allerdings für Hadmar, ihren Aeltesten, die Bahn frei. Als Majoratsherr von Werbach zählte er zu den begütertsten Adligen des Landes; er war ein König im kleinen, der freie Heer eines ungeheuren Beitzes. Wenn er dann zur Wahl einer Lebensgefährtin schreiten würde, konnte er an die stolzesten Palasttüren anklopfen; jede würde ihm witlig geöffnet werden. Also für Hadmar war glänzend gesorgt Er würde als ein Kind des Glückes auf der hellsten Sonnenseite des Daseins stehen, wenn— Ja, wenn! Es war Frau Otta, als höre sie von fern her wieder das Weinen des kleinen Knaben, welcher Ludwig von Werbachs Sohn sein sollte. Aber sie (Nachdruck verboten.) Gedanken tapfer. Weichheiten Plaze! Wenn das Schicksal mit weshalb sollte nicht auch sie hart ver cheuchte diesen waren hier nicht am ihr so hart verjuhr, und gefühllos werden gegen andere? Frau Otta schauerte zusammen— ein Frost übersiel sie. Es war ihr, als streckte sich aus dem wallenden, grauen Nebel eine Hand nach ihr. welche sie hineinzog in das Ungewise, Unsichere. Beinahe ohne es zu wissen, klammerte sie sich fester an Graf Steinbachs Arm. „Baronin, Sie sind krank?" fragte er mit einem besorgten Bick in ihr jahles Gesicht.„Sie haben zuviel durchgemacht heute und gestern!" Er sprach die letzten Worte mit schwerer Betonung. Sie nickt nur. In diesem Augenblick hieß es: sie mußte diesem Manne, welcher so treulich an ihr hing, eine Aufklärung geben über ihr seitsames Gebaren in dem Schuppen. Sie mußte ihm zu erklären suchen, was ihr selbst beinahe noch unerklärlich war. Sonst verlor sie vielleicht auch diesen Freund und mit ihm die Aussicht, welche sich ihr für ihren jüngeren Sohn Erich bot! Da war sie schon wieder, diese kühle, berechnende Erwägung! Wenn sie einwilligte, Steinbergs Gattin zu werden, dann konnte sie ihn mit Leichtigkeit bestimmen, sein eigenstes, enormes Besitztum, weiches nicht durch strenge Vererbungsgesetze an die Familie Steinbergs gebunden war, ihrem jüngsten, ihrem Lieblingssohne Erich zu geben. Dann war auch Erich an allererster Stelle! Dann hatte sie alle die ungeheuren Opfer nicht umsonst gebracht.— Mit einem scharsen Ruck hielt der Wagen vor dem Hauptportal des Schlosses Werbach. Zwei Diener stürzten herbei. Der eine riß den Schlag auf, der andere wollte der Baronin beim Aussteigen helfen. Aber Graf Steinberg war bereits herausgesprungen und wintte dem Diener ab. Er selbst faßte nach Ottas Hand und führte sie dann sorgsam und ritterlich die Stufen der breiten, schönen Freitreppe empor, welche nach dem ersten Stock führte. „Sie werden jetzt endlich ruhen wollen, Baronin, ich werde mich zurückziehen,“ sagte er, oben angelangt, und blieb stehen. Eine Sekunde lang war Frau Otta unschlüssig. Ruhen? Nein, das würde sie wohl kaum können! Aber endlich, endlich allein sein, sich nicht mehr verstellen müssen vor anderen, Fremden. Endlich hören dürfen auf die eine gewaltige Stimme in ihrer Seele, . 3 S 582 .S. S PSßsgE-gagg-SSEE G GESEASESSE BSSDESRERDE g n ei ccer oeßteis S SEE G E eie. # S# e1 S1 01 90 10 S= S SSgS. DI S 55 5 BE WFPgBPSEgSER S8MUDEAENES " 3„ S S.5Dgg RCS GSNIEN S“1 8 5 S 5 SPG 8 S S S5. SS * 90—* S 8 8* S S886 2 Be5g 8 8 5 n S# Sogage Sa.SEE S ETLEUSCIINE S SSEE S S SSSEEE SEES 3 5 95 * 5 9—* 9 5 S S 8 * F üE 5.•.. Sua 2 2 2 die immer wieder ausschrie in einem wilden, graugrausamen Schmerz. Ludwig ist tot! Es ist alles vorüber für alle Zeit! Aber als Frau Otta ausblickte, da sah sie wieder die stumme Frage in den Augen Steinbergs. „Kemmen Sie, Graf,“ sagte sie und schritt ihm voran nach ihrem kleinen Salon.„Ich bin Ihnen eine Erklärung schuldig, und ich will sie Ihnen geben!“ Sie waren allein in dem lauschigen Gemach, welches mit seinem herrlichen Pflanzenschmuck, den weichen Seidensauteuils und schönen Teppichen so recht ein Rahmen war für eine verwöhnte Frau von seinem Geschmack. Otta warf den Mantel und das Hütchen auf den nächsten Stuhl. Dann trat sie dicht vor Steinberg, der wie wartend neben dem reichgeschnitzten Schreibtisch stand. „Sie werden mich fragen, Graf,“ sagte Otta rasch und ohne viel zu überlegen,„was ich heute vormittag in Ihrem Schuppen, in Ihrem Kasten und mit Ihrem Pelz tat? Ich sehe es ein, daß ich Ihnen eine Aufklärung schuldig bin, und ich möchte Sie nur um eins bitten: versuchen Sie es, sich in mich hineinzudenken! Versuchen Sie es, mein Tun zu begreisen!" „Otta!" Er sagte sonst nichts. Aber sie wußte, daß sie ihn besiegen würde. „Ich habe in dieser letzten Nacht mit Ihrem Auto eine wahnsinnige Fahrt unternommen!“ stieß die Baronin hervor. „Wirklich? Sie— Sie waren es?" rief Graf Steinberg. Er starrte sie ungläubig an. Sprach sie nicht wie im Fieber? Aber sie schlug den Blick nicht nieder vor ihm. „Ich war es, die im Auto den Wagen, welcher jene— Frau von der Bahn abholte, verfolgte,“ fuhr Otta fort. „Welch ein Wahnsinn!" Graf Steinberg hatte seine Fassung vollständig verloren, sie aber blieb ruhig. „Sie haben meinen Schwager Ludwig so genau gekannt, Sie waren sein bester, treuester Freund,“ fuhr sie gelassen sort,„Sie wissen auch, wie verschlossen sein ganzes Wesen war, wie schwer und ungern er über sich selbst sprach und über das, was ihn allein betraf. Und doch ist er vor einigen Tagen hier in diesem selben Zimmer gestanden und hat mir von Elisabeth Ambros erzählt, welche er in Brasilien kennen und— lieben lernte.“ Das Wort kam nur schwer über ihre Lippen, aber sie bezwang sich. „Und— sagte er Ihnen, ob er jene Frau wirklich geheiratet hat?“ unterbrach der Graf sie jäh. „Nein,“ entgegnete Otta fest.„Er sprach nur von seiner Neigung.“ Die Baronin log nicht. Ludwig von Werbach hatte bei jener Unterredung seiner Schwägerin in Wahrheit gar nichts weiter zu sagen vermocht, als daß er in Brasilien ein Mädchen gesunden habe, welches er liebe. Schon diese wenigen Worte hatten genügt, um einen Sturm bei Otta hervorzurufen. Er— er, den sie seit Jahren heimlich liebte, auf dessen endliche Heimkehr sie so sehr gehofft hatte, er sagte ihr jetzt, wo sie Witwe war, wo der Traum ihres Herzens sich erfüllen konnte, daß er eine andere liebte! Sie war rasend gewesen, verzweifelt, sinnlos. Sie hatie auf seine begütigenden Worte nicht gehört, und so war er, tief erregt und verstimmt, gegangen, ohne gesagt zu haben, daß ihn bereits unzerreißbare Bande an Elisabeth Ambros fesselten. Er scheute den unausbleiblichen Sturm. Brieflich wollte er Otta dann auch noch dieses Letzte mitteilen. Nur daß Elisabeth kommen würde, das sagte er noch in der bitteren, schweren Gereiztheit, in der sie sich befand. Und dieses Wort war für Otta das ärgste. Im Geiste durchlebte sie jetzt noch einmal die ganze furchtbare Szeue. Wieder überlief sie ein Schauer. „Ich sagte Ihnen die Wahrheit, Graf Steinberg," sprach sie hastig weiter;„wirklich die Wahrheit! Ludwig sprach nur noch davon, daß jene Frau hierher kommen werde nach dem Jagdschlößchen. Und dieses Wort trieb mich zu dem, was ich tat. Er hatte Tag und Stunde genannt; ich war ganz allein in Ihrem Fersthause. Selbstverständlich waren meine Gedanken bei der Frau, welche eben an diesem Abend ankommen sollte. Es trieb mich etwas vorwärts! Nennen Sie es Schicksal, Graf! Das Schicksal hat uns ja alle in seiner Hand und macht uns willenlos! So unternahm ich denn jene tolle Fahrt; ich zog Ihren Pelz an. Die Autobrille verdeckte mein Gesicht, niemand konnte mich erkennen, und so bin ich dem Wagen gefolgt. Ich habe jene Frau gesehen, Graf, mehr wellte ich nicht. Beim Schlößchen suhr ich dem Wagen vor; dort hinter dem Jagdhause ist es todeseinsam. Ich wartete, bis es Nacht war, dann fuhr ich in rascher Schnelligkeit zurück.“ „Und Sie hatten keine Auseinandersetzung mehr mit Ludwig?“ fragte Steinberg rasch. Nur eine Sekunde zögerte sie, dann entgegnete sie ruhig: „Ich habe nicht mehr mit ihm gesprochen!" Eine Weile blieb es ganz still in dem kleinen Zimmer. Nur die Uhr tickte leise, und draußen im Park stöhnten die Bäume auf unter dem Anprall des Herbststurmes, der von den Bergen herabsauste. Graf Steinberg ging mit großen Schritten auf und ab. Ein seltsamer Zwiespalt von Gesühlen beherrschte ihn. Er atmete ereichtert auf, denn von einer wirklichen Schuld Ottas war ja nun absolut keine Rede. Das war die Tat einer rnbesonnenen, leidenschaftlichen Frau. Aber ein Ver Freilich, würde schenken, wenn sie öfentlich bekannte, daß sie den Wagen jener Frau verfolgt hatte? Und was würde darüber gesprochen werden, gezischelt und getuschelt? Man hatte den Namen Ottas ja so oft und gern mit dem ihres Schwagers in Verbindung gebracht! Heftig trat er mit dem Fuße auf. „Niemand darf eine Ahnung haben, daß Sie so unvorsichtig waren!" stieß er hervor. „Das dachte auch ich.“ sagte sie halblaut,„und deshalb erschrak ich so furchtbar, als ich merkte, daß ich mein Taschentuch in Ihrem Mantel hatte stecken lassen. Dies konnte, mußte mich verraten! Und deshalb schlich ich nach dem Schuppen, deshalb—“ Der Graf war stehengeblieben. „Gottlob, Otta, daß Sie sich mir anvertrauten,“ sprach er warm;„noch hoffe ich, daß sich die Sache vertuschen läßt. Schließlich steht diese Autofahrt mit dem schrecklichen Ereignis im Jagdhause ja eigentlich in gar keinem Zusammenhang Falglich hat auch die Oessentlichkeit wenig oder gar k in Interesse daran, jemals zu erfahren, wer der Verfolger des Werbachschen Wagens gewesen ist. Ich habe das Auto unterderhand von dem abreisenden Franzosen getauft. Sein Chauffeur fuhr damit hierher in mein Forsthaus.“ „Hier ist es erst seit wenigen Tagen, und niemand, nicht einmal die alte Försterswitwe, hat es gesehen. Auch die fremden Chauffeure haben sicherlich nicht in den kleinen, separaten Verschlag hineingeschaut. (Fortsetzung folgt.) zulden traf sie sicht. man ihren Aussagen Glauben 0 3.„Dasukumi Maru“, japanisch, 5113 To., 4.„Dohre“, französisch, 2127 To., 5.„Calvados“, französisch, 6000 To., 6.„Jonino“, italienisch, 1447 To., 7.„Tara“, englischer Hilfskreuzer, 6322 To., 8.„Sidi Ferruch“, französisch, 1619 To., 9.„Burresk“, englisch, 4350 To., 10.„Luming“, englisch, 6200 To., 11.„Clan Macalister“, englisch, 5000 To., 12.„Caria“, englisch, 3032 To., 13.„Elisa“, italienisch, 2080 To., 14.„Dechino“, italienisch, 2450 To., 15.„Oser“, französisch, 3500 To., 16.„Dargla“, französisch, 5600 To., 17.„Liecina“, englisch, 5000 To., 18.„France“, französisch, 4085 To., 19.„Ancona“, italienisch, 8210 To., 20.„Sir R. Awdry“, englisch, 2070 To., 21.„California“, englisch, 6200 To., 22.„Firence", italienisch, 3960 To., 23.„Bosnia“, italienisch, 3000 To., 24. big 27. 4 unbekannte feindliche Transportdampfer etwa 20000 To. — Aus Stadt und Umgedung. Rückblicke aus den Weltkrieg. 30. November. Kämpfe vor Przemysl.— Die Oesterreicher in Serbien. Während in diesen Tagen im Westen Ruhe herrschte, gab es im Osten an irgend einer Stelle jeden Tag erneute Kämpfe. Vor Przemysl, der galizischen Festung, erneuerten die Russen ihre Angriffe, indem sie versuchten, sich den nördlichen Vorfeldstellungen der Festung zu nähern; durch einen österreichischen Gegenangriff wurden sie zurückgeschlagen.— Auf dem serbischen Kriegsschauplatze brachte dieser Tag einen siegreichen Teilabschluß. Die Serben hatten mit starken Streitkräften östlich der Kolubara mehrere Tage hindurch hartnäckigen Widerstand geleistet, waren auch wiederholt zum Angriff übergegangen, wurden aber nunmehr von den österreichischen Truppen auf der ganzen Linie geworfen und erlitten im Rückzug erhebliche Verluste. Die Zahl der serbischen Gefangenen betrug im ganzen seit der zuletzt eingeleiteten Offensive 19000 Mann. **(Viehzählung am 1. Dezember 1915.) Die planmäßige Viehzählung am 1. Dezember 1915 erstreckt sich auf Pferde, Rindvieh, Schafe, Schweine und Ziegen. Militärpferde werden nicht mitgezählt. **(Wer ist„kriegsinvalide“?) Es sind in der Praxis Zweifel über die Ausdehnung des Begriffes„Kriegsinvalide“, im Sinne der mit Reichsmitteln unterstützten Kriegsinvalidenfürsorge dahin entstanden, ob unter kriegsinvaliden nur diejenigen zu verstehen sind, die eine Kriegszulage nach§ 14 des Mannschaftsversorgungsgesotzes erhalten oder voraussichtlich erhalten werden, oder ob auch diejenigen einzubeziehen sind, die— weil schon während der Ausbildung erkrankt und dienstunfähig geworden— nur eine Militärrente aber keine Kriegszulage erhalten. Amtlich wird darauf hingewiesen, daß man geneigt sei, in ersterem Sinne zu entscheiden. Denn es liegt kein Grund vor, die bereits vorzeitig dienstunfähig gewordenen Leute anders zu versorgen, als die übrigen. Auch sind die Grenzen sehr flüssig, so daß bei engerer Auslegung praktische Schwierigkeiten unvermeidlich wären. **(Fortbezug der Invalidenrente bei Beschäftigung während des Krieges.) Die Landesversicherungsanstalt Rheinland teilt mit, daß wiederholt die Frage an sie herangetreten ist, ob Invalidenrentenempfängern, die während des Krieges beschäftigt werden, nicht etwa deshalb ihre InvalidenDer Geschossverbrauch im Weltkriege.(Franz. Artilerie-Schlachtbei Krras. 300000 Gesch.) 300000. Schrapnells bedecken eine Fläche von 30 Ohm mit ihrem Eisenhagel. Siche die zue Stelle im Plan von Berlin#% Neu-Meisensee Bücherlisch. „ F r a n t f a r t% Der Geschossverbrauch seit Krlegsbeginn beträgten. das 400 fsche und würde Sich mit den Geschoßen ein Eisenring um die ganze Erde legen lagen rente entzogen werden würde. Diese Frage läßt sich nicht allgemein beantworten; es kommt insbesendere darauf an, ob der beschäftigte Rentenempfänger wieder dauernd als erwerbsfähig auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu erachten ist und nicht bloß vorübergehend eine ihm gerade liegende Arbeit leisten kann. Bei Prüfung dieser Freige geht die Landesversicherungsanstalt, indem sie der schweren Zeit, in der wir leben, Rechnung trägt, mit größter Schonung und Rücksichtnahme vor. Bisher ist noch keinem Rentenempfänger die Rente deshalb entzogen worden, weil er während der Dauer des Krieges beschäftigt wird. Es wird sich bei den jetzt beschäftigten Rentenempfängern auch meist um Leute handeln, die dauernd ihre Erwerbsfähigkeit doch nicht wiedererlangt haben. **(Postverkehr mit Kriegs= u. Zivilgefangenen.) Im Reichspostamt ist ein neues Merkblatt der Bestimmungen über den Postverkehr mit den Kriegsund Zivilgefangenen im Auslande aufgestellt worden. Das Merkblatt ist in den Schalterräumen der Postanstalten ausgehängt und wird Nachfragenden auf Wunsch auch von der Geheimen Kanzlei des Reichspostamtes zugesandt. **(Die herzlichsten Grüße) und besten Dank für die pünktliche Zusendung der„Schwerter Zeitung"; wir freuen uns jedesmal, wenn das beliebte Heimatblatt eintrifft. Kanonier Reininghaus, Landsturmmann Karl Hesse.— Von der Fahrt nach Rußland senden freundl. Grüße: Schütze Fr. Ostholt, Schütze Heinr. Franken, Schütze Karl Hoffmann, Schütze Otto Boie, Schütze Bernhard Quiebrock, Schütze Emil Paetzel, Unteroffizier Jansen, Sergeant Balkenhagen. Auf ein frühliches Wiedersehen! **(Die Milchversorgung) hat auch in unserer Stadt in der letzten Zeit schon hier und da zu Schwierigkeiten insofern geführt, als kinderreiche Familien nicht das benötigte Quantum Milch bekommen konnten. Es seien die Milchlieferanten nochmals auf die neuen Bestimmungen aufmerksam gemacht, wonach sie das Quantum Milch, welches sie Mitte November nach hier geliefert haben, der Behörde anzuzeigen haben und auch gehalten sind, an ihre bisherigen Abnehmer weiter zu liefern. Den betr. Familien kann nur geraten werden, sich gegebenenfalls an die Behörden zu wenden, vorausgesetzt natürlich, daß auch sie ihrerseits ihren Verpflichtungen gegenüber dem Milchlieferanten stets nachgekommen sind. **(Die Verwundeten) des evangel. Krankenhauses haben in ihren Mußestunden recht hübsche Arbeiten aller Art angefertigt, die sich zu Weihnachtsgeschenken ganz besonders eignen. Die Arbeiten sind im Schaufenster des Herrn Kettler ausgestellt und seien die gefälligen Sachen allgemeiner Beachtung empfohlen. Viele derselben haben bereits Käufer gefunden. **(Bestrafte Diebin.) Vor einigen Wochen wurde einer Frau Ziegenhagen von der Schwerter' heide auf dem hiesigen Wochenmarkt das Portemonnaie aus der Tasche gestohlen. Als Diebin wurde schon nach kurzer Zeit eine Frau F. aus der Mährstraße ermittelt; das gestohlene Portemonnaie wurde in der Markttasche derselben vorgefunden. Die Hagener Straskammer, vor der sich Frau F. gestern zu verantworten hatte, verurteilte die Diebin zu einer Gefängnisstrafe von 4 Monaten. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Der Flieger von Ppern. Eine Geschichte aus dem großen Weltkriege von C. F. Stauffer. Verlag von A. Anton u. Co., Leipzig. Reich illustriert. Preis in Originalleinenband 3 Mk. Stauffer, der mit seinem„Fahnenträger von Verdun“ einen Volltreffer erzielt hat, bringt hier eine neue hochpatriotische Erzählung, die„wegen ihres ungemein spannenden Inhaltes unsere Knaben vielleicht noch mehr interessieren dürste, als ersteres Werk. Es werden sehr seltsame Verhältnisse berührt, und die Abenteuer des jungen sympathischen und grunddeutschen Helden werden jedem jugendlichen Leser wahrhaft ans Herz greifen. Jüngferchen Feldgrau. Jugend von gestern und heut' von Luise Glaß. Mit Bildern von M. Heydenbluth. Preis in Originaleinband 3 Mk. Verlag von Georg Wiegand in Leipzig. Jedes neue Werk von Luise Glaß ist seines Erfolges sicher. Zumal wird es dieses sein, das aus der Gegenwart heraus geboren und für sie geschrieben ist. Eine äußerst glücklich erfundene Handlung vereint sich hier mit echt vaterländischem Gefühl. Gedichte von Erna Maria Otto. Drei MaskenVerlag, Berlin W. 30. Preis kartoniert 4 Mk. Erna Maria Otto handhabt mit außerordentlicher Leichtigkeit und Flüssigkeit, oft mit großer poetischer, man möchte sagen: melodischer Schönheit, Sprache und Form. Die so glücklich zum Ausdruck gebrachten Empfindungen tragen den Stempel echten, dichterischen Geistes. ** Geisecke, 30. Nov.(Anschlußgleise.) Das Dortmunder Wasserwerk läßt vom hiesigen Bahnhof ein Anschlußgleise nach der Pumpstation Hengsen bauen, um Kohlen und andere Materialien ohne Amladung direkt an das Werk bringen zu können. Die Arbeiten werden von der Firma Orenstein und Koppel zu Dortmund ausgeführt. ** Lichtendorf, 30. Novbr.(WeihnachtsLiebesgaben.) Auch unsere Gemeinde will die im Felde stehenden Krieger der Gemeinde durch ein Weihnachtsgeschenk erfreuen und hat gestern etwa 90 Pakete an die Front abgesandt. * Ergste, 30. Novbr.(GemeinderatsWahlen.) Bei den gestrigen Wahlen zur Gemeindevertretung wurden die ausscheidenden Mitglieder der Gemeindevertretung Landwirt Heinrich Thüner(2. Abteilung) und Zimmermeister Heinrich Bornemann(3. Abteilung) wiedergewählt. „Der Krieg und ich". Von Dr. Ludw. Meiners. Verlag J. Hermann Herz. G. m. b. H. in Berlin. Ein äußerst eigenartiges und wertvolles Buch, das allen Teilnehmern an dem Weltkriege 1914/15, allen Kämpfern, Kriegsangehörigen, wie jedem Deutschen als dauerndes Erinnerungswerk unentbehrlich ist. In knapper und anschaulicher Darstellursg faßt das Buch alles Wissenswerte über das gewaltige Völkerringen zusammen. Um die Anschaffung jedermann zu ermöglichen, ist der Kaufpreis auf nur eine Mark festgesetzt. Der Kauf kann= zudem ohne Mühe und Kosten durch unsere Geschäftestelle geschehen. Lichte Spuren. Erinnerungen aus meinem Leben von Dora Rappard=Gobat. In Leinen geb. 3 Mk. Verlag der Pilgermission Gießen. Wie Lichtglanz aus dem oberen Heiligtum liegt es über diesem Buch, wie Leuchten der Ewigkeit in diese Zeit. Man kann das Buch nur mit tiefer innerer Bewegung lesen. Karl und Marie. Eine Sammlung von Erzählungen von E. Averdiecke 2,70 Mk. E. Kittlers Verlag, Großbothen=Leipzig. Die Verfasserin hatte ein Herz für ihre kleinen Schüler, und um deren Interesse nicht erlahmen zu lassen, wenn es sich um ernstere kleine Arbeiten handelt, hat sie dies Buch geschrieben, das zwar nicht von Rittern und Räubern und ron Leuten fremder Erdteile erzählt, wohl aber Haus und Garten und die nähere Amgegend mit kleinen Geschichten belebt, die die Kinderwelt gefangen nehmen. Wetter=Aussichten für mehrere Tage im Voraus. 1. Dezember: Wolkig, wenig veränderte Temperatur, etwas Sonne. 2.— Wolkig. normale Temperatur, vielfach Niederschläge. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlaa von Carl Braus, beide in Schwerte — o c h= V e r k a u f. Aus dem städtischen Bestande soll am Donnerstag, den 2. Dezember 1915, von 9 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags im städtischen Schlachthause an hier wohnhafte Familien, welche als Ausweis die Brotkarten= Umhüllung vorzeigen, zum Preise von 1.90 Mk. für das Pfund gegen Barzahlung verkauft werden. Die Abgabe erfolgt in Mengen von 2 Pfund. Der zu zahlende Betrag ist abgezählt zu entrichten. Die Brotkarten sind nicht übertragbar. Schwerte, den 30. November 1915. Sto Der Magistrat. Zur Herstellung von Drucksachen aller An empfehle ich meine mit modernen Maschinen und Schriften ausgestattete S Buch- und Kunstdruckerei stets vorrätig Buchhandlung Carl Braus Schwerke(Ruhr). Große Marktstr. 3—5. 10 sch liefere alle Arbeiten, von den einfachsten bis zu den keinsten, in tadellos sauberer Ausführung dei billigster Berechnung. Verlangen Sie Offerte oder den Besuch meines Vertreters. Gutes mittelgroß. 4 bis 7 jährig, für Landwirtschaft und Milchwagen geeignet zu kaufen, oder gegen einen Oldenburger zu tauschen gesucht. Zu erfr. in der Geschäftssteue d. Itg. 5461 Schöne, große 2 ZimmerWohnung versetzungshalber per sofort oder später zu vermieten. Restaurant zum Anher Markt 2. 5465 Schönet-IZimmer* C a r t B r a u s, S c h w e r t e( K u h t) Verlag der„Schwerter Zeitung“ Grymarktstr. 3—5. 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Einen Abglanz dieser Freude möch en wir gern den tapferen sriegern bringen. die auf ihrem Schmerzerslager oft einen heißeren Kampf zu kämpfen haben als vorher draußen in den Schützengräben. Bither sind schon fast 70.0 Verwundete in unseren 30 Lazaretten ausgenommen worden; wir rechnen, daß eiwa 1600 zu Weihnachten bei uns sein werden Dazu kommen fast 3000 Kranke, Kinder und Heinatlose. Auch sie hoffen auf eine bescheidene Wetdnachtsgabe Wer hilft uns dabei mit? Für alles sind wir dankbar, ob man uns Kleidungsstücke schicken will oder Zigarren. Bilder. Bücher für die Großen. Spielsachen für die Kleinen oder Feld, um das zu kaufen, was Kleine und Große am meisten erfreut. Je eher es geschieht, um so besser können wir alles verteilen! Mit herzlichem Weihnachtsgruß an alle Freunde von Bethel F. v. Bodelschwingh, Pastor Beihel bei Bielefeld, im November 1915. Viehseuchenponzeiliche=Andrenung. Da die Gefahr der Verbreitung der Maul= und Klauenseuche insbesondere durch den Viehhandelsverkehr geger wärtig noch in hohem Maße fortbesteht, so ordne ich zum Schutze gegen die genannte Seuche auf Grund§ 17 des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909(Reichsgesetzbl S. 519) mit Ermächtigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft. Domänen und Forsten unter Aufhebung meiner viehseuchenpolizeilichen Anordnung vom 30. Juni 1915(Amtsblatt Stück 28 Nr. 553 S 242) hiermit folgendes an: -1. Wer Wiederkäuer— Rinder. Schafe, Ziegen— und Schweine mittels der Eisenbahn, Wagen oder Fußtransports auf den städtischen Magerviehhof in Dortmund bringen oder bringen lassen will, hat sich vor der Entladung oder Aufbringen auf denselben den Beamten der Veterinärpolizei gegenüber über die Herkunft der Tiere durch ein Ursprungszeugnis auszuweisen. Aus demselben muß ferner ersichtlich sein, daß der Ursprungsort von Maul= und Klauenseuche frei ist; 2. das Ursprungszeugnis muß nach folgendem Muster angefertigt sein: (Gültig aus die Dauer von 30 Tagen Muster II. vom Tage der Ausstellung an gerechiet.)§§ 16 und 19 der viehseuchenpolizeilichen Anordnung des Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten vom 1. Mai 1912. Ursprungszeugnis. Tiergattung*) (bei Schweinen, Schafen u. Ziegen Stückzahl, Art) Farbe. Geschlecht Alter. Abzeichen**) Kuh Ochse Stärke Stier Schafe Ziegen Schweine Besondere Kennzeichen Ursprungsorl der Tiere Gemeinde Kreis Name u. Wohnort des Besitzers, aus dessen Bestande die Tiere stammen Bemerkungen Daß vorstehend bezeichnetes Vieh aus dem in Spalte 5 angegebenen Ursprungsort und aus dem Bestande der in Spalte 6 bezeichneten Besitzer stammt, wird hierdurch bescheinigt. Das Vieh soll am.. aus dem Bestande entsernt werden. Der Ursprungsort ist seuchenfrei. , ben 19 Unterschrift Gemeindevorsteher. 3. Die Ursprungszeugnisse, welche nicht den Erwerbern nach erfolgtem Verkause aus. gehändigt werden, sind zu sammeln und für die Dauer eines Jahres im Bureau der Veterinärpoltzei des Viehhofes in Dortmund aufzubewahren. 4. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden nach§§ 74 und 75 des Viehseuchengesetzes vom 26 Juni 1909 bestraft. 5. Diese Anordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung im Amtsblatte in Kraft; ihre Aufhebung wird erfolgen, sobald die zurzeit bestehende Seuchengefahr beseitigt ist. I 14. Nr. 928 2. Ang. Arnsberg, den 9. November 1915. — Der Regierungspräsidenk. *) Pferde und Rinder, ausgenommen Kälber bis zu 3 Monaten, sind einzeln aufzuführen; Kälber, Schweine, Schafe Ziegen und Geflügel sind in einzelnen Posten anzugeben. Für Rinder über 3 Monate ist die Eintragung in einzelnen Posten gestattet, wenn sie mit einem haltbaren Kennzeichen versehen sind. **) Diese Spolle ist bei Kälbern, Schweinen, Schafen, Ziegen und Geflügel nur dann auszufüllen, wenn sich Angaben ohne Schvierigkeiten machen lassen und zur Sicherung der Erkennbarkeit zweckdienlich erscheinen. Goldwaren und Schmucksachen Moderne Colllers, Medalllone, Anhänger in jeder Art, Damenringe und Herrentinge in den modernsten Formen, Broschen und Ohrgehänge, Armbänder, Kreuze, Vorstecknadeln, Damen- und Herren- Uhrketten in 10 verschiedenen Qualitäten, Brillant-Ringe, Brillant-Broschen, Brillant-Ohrgehänge etc. Sehr grossek Auswahl! Billigste Preise A. Eick& Comp. Balkenstrasse 36— 8 DORTMUND Balkenstrasse 96—88 beim Besirks-Kommande. 4996 empfehle ich mein grosses Lager in Unterzeugen, wie: Hemden OSC Jacken „Iu. Pteh Hosenträgern Handschunen in guten Qualitäten und in jeder Preislage Kaufhaus Ostenstr. 20. 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Elisabeth geb. Püttmann nach langem. mit grosser Geduld ertragenem Leiden im Alter von 27 Jahren, wohlvorbereitet durch den öfteren Empfang der heiligen Sterbesakramente der römisch-katholischen Kirche, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Johannes Bahnschulte u. Kind. Schwerte, Essen, Bochum, Meschede, Frankreich u. Russland, den 29. Nov. 1915. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 1. Dezember, nachm. 3½ Uhr, vom evangel. Krankenhaus aus statt.— Das feierliche Seelenamt findet am Donnerstag, den 2 Dezember, vorm. 7½ Uhr, in der hiesigen Pfarrkirche statt. 5162 Makulaturpapier ennfiebt Bület Carl Kraus. Schwerte(Ruhr) Blnge herren Beberzicher u. Manter Von den Pfänder-Versteigerungen sind uns eine riesige Anzahl es. 2000 Herren-Ueberzieher * Minmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmammmmmm und-Mantel zum Verkauf geblieben. Um mit diesen grossen Beständen im Herbst und Winter zu räumen, haben wir die Preise sehr niedrig gestellt. K. Eier& Se. 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