Amtliches Kreisblatt für den kreis börde (Ho Sdmnten Zeiuer uden vane ander Feierags, Bezugoprt M.„PoirekAabritch, dei der Post für Beselgeld 42 Pla. wodr. Wöchenl. Gralsdelage:„Jauktnerten Hamillensreuns: u. 14gl. Uaterdaltungsdlat. Anzeigenprig: Die zedengespalene Peutzel oder deren Raum 10 Plo., Anzeigen unn amwäns 1s Plg., Reklamezelle 40 Plo. Jedn Radak gl als Kasaemdal a. erlschi de dorkocsen, Zwangsverglaichen, gerncht. Klagen a. Michbrochungt genacht. Johungssesingme Verbunden mits Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblas Schwerker Tageblatt,O Schwerter Anzeiger Grltes und älteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeiger für den Kreis börde o Haupt-Rononcenblas Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Cowerier Golkazeitung une due, und ubnentegrüichen nietrn gungen vor des Aunw Hörde ertaager gemch Betaanpnochung der Rbaiglchrn Regienung durch Derossentichuag ie der„Schornar Jatung“ mosoerdndliche Kost.— De „Schworter Zetung“ gewödri idree Adonuratn füt jedes an Tod endenden Unfol ge. Aogungen: 300 Mk. Unsall. Druch u. Verlago. Cor Brovo. Schwerse=R Fernsp. 62. Teleyu., Adr. Braus Schwerte. 21 Nr. 269. Dienslag, den 16. November 1915. 47. Jahrgang. Sie **„" Ueber 8500 Serben gefangen.— Niederlage der Russen am Ster. Blüliger Ichsaltendruch kätlenlischer Aigrisse. a„ 1 Lahou Zum Buß= und Bettag. Zum zweiten Male begehen wir während der Kriegszeit Buß= und Bettag. Ob wohl in diesem Kriegsjahr die Buß= und Betstimmung zugenommen hat? In den letzten Jahrzehnten wurde das Evangelium eines krankhaften Individualismus gepredigt. Die Propheten der Zeit waren Stirner und Nietzsche. Der einzelne war Trumpf. Ein Sichineinanderfügen kannte man nicht. Der Genuß, das Sichausleben der einzelnen Persönlichkeit war die Forderung dieser falschen Propheten. Das ganze Volk schien zu zerfallen in egoistische Einzelmenschen oder in Einzelgruppen, die nur für ihre selbstische Interessen Sorge trugen. Das ist alles anders geworden durch den Krieg, der uns wieder zu einer geschlossenen Einheit zusammengeschmiedet hat, in der der eine für den andern sorgt und arbeitet. Diese Einheit aller, und diese Abhängigkeit des einzelnen vom Ganzen hat jeder von uns während des langen Krieges erfahren. Auch in wirtschaftlicher Beziehung ist dieses Aufeinanderangewiesensein eine Wahrheit, die niemand bestreiten kann. Aber auch in sittlich=reliziöser Beziehung wollen wir eine große starke Einheit darstellen. Das ist gerade auch die Aufgabe des Landes=Buß= und Bettages. Das ganze Volk soll sich wie ein Mann vor das Antlitz seines Gottes stellen und Buße tun. Keiner soll sich ausschließen, weil er sich für besonders gut und gerecht hält. Keiner soll sich mit Pharisäersinn über das Volk stellen. Wir stehen alle inmitten dieses Volkes, der eine für den andern verantwortlich. Jeder soll seine Einzelsorge und seine Einzelschuld wohl erkennen, aber auch die Volksnot und Volksschuld soll er auf betendem Herzen tragen, soll sie als eigene Not und Schuld mittragen. Und da will es uns scheinen, als ob in unserm Volke noch garnicht genug Gebets= und Bußstimmung vorhanden sei. Wir haben uns an die Schrecken des Krieges gewöhnt und drohen in die alte Oberflächlichkeit und Sündhaftigkeit zurück zu sinken. Das soll nimmermehr der Fall sein. Der Krieg rüttelt an allem, was wir sind und haben. Er erschüttert unsere ganze Existenz. Er soll uns loslösen von vergänglichem Wesen und Tun und uns zur Selbstbesinnung zwingen. Er soll uns zurück führen zur Quelle alles Segens und alles Lebens, zu unserm Gott. Wenn irgendwann, so erklingt gerade jetzt der Ruf unseres Gottes:„Tut Buße! Gehorchet meiner Stimme, so will ich euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein.“ Das ist unseres Gottes letztes Kriegsziel: Ein bußfertiges, geläutertes, ernstes und frommes Volk. Wehe uns, renn Gott dieses, sein Kriegsziel nicht erreicht! Möchte der diesjährige Buß= und Bettag mehr Buß= und Betstimmung in unser Volk bringen! —— Friedenssehnsucht in England, In höchst beachtenswerter Weise spricht sich der „Labour Leader“, das Organ der englischen Gewerkschaften, über die Friedensanbahnung aus. Das Blatt berichtet über eine Rede des Arbeiterführers Ramsay Mocdonald, in der dieser sagte: Die Zeit ist für die unabhängige Arbeiterpartei gekommen, um einen großen öffentlichen Feldzug zu eröffnen. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß, trotz Drohungen und Alarmgeschrei, das Publikum bereit ist, unsere Botshaft zu hören und anzunehmen. Deutscher Tagesbericht. wtb. Großes Hauptquartier, 15. Nov. 1915. Westlicher Kriegschauplatz. Nordöstlich von Ecurie wurde ein vorspringender sranzösischer Graben in 300 Mtr. Breite nach heftigem Kampf genommen und mit unserer Stellung verbunden. Auf der übrigen Front keine Ereignisse von Bedeutung. Heeresgruppe des General=Feldmarschalls von Hindenburg. In der Gegend von Smorgon brachen russische Teilangriffe unter schweren Verlusten vor unserer Stellung zusammen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Nichts Neues. Heeresgruppe des Generals von Linsingen Im Anschluß an den Einbruch in die seindlichen Linien bei Podgacie griffen deutsche und österreichisch=ungarische Truppen gestern die russischen Truppen auf dem Westufer des Styr in der ganzen Ausdehnung an. Die Russen wurden geworfen und das westliche Ufer von ihnen gesäubert. Balkan= Die Verfolgung ist überall in Fluß. Gestern wurden im ganzen wieder 8500 Gefangene und 12 Geschütze eingebracht, davon durch die bulgarischen Truppen etwa 7000 Mann und 6 Geschütze. Oberste Heeresleitung. „Labour Leader“ bemerkt dazu, er glaube, daß den Reden der Lords Loreburn und Courtney historische Bedeutung zukommt. Wir sagen nachdrücklich, daß die Zeit gekommen ist, wo dieselbe Botschaft in der schwierigeren Umgebung des Unterhauses Ausdruck finden sollte. Was müssen wir außerhalb des Parlaments tun, um das Heraufziehen der Morgendämmerung zu beschleunigen, auf die diese Zeichen hinweisen? Wir müssen vor allem die öffentliche Meinung mobil machen, damit sie verlangt, daß die Regierung dem Beispiel Briands folgt, endgültig alle Angriffspläne als aufgegeben erklärt und ihre Ziele so klar umschreibt, daß Deutschland nicht länger zu fürchten braucht, daß wir seine legitime Entwickelung hindern wollen. —— Oesterreichischer Tagesbericht. WTB Wien, 16. Nov.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 15. November mittags: Russischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe bei Czartorysk führten gestern einen vollen Erfolg herbei. Der geschlagene Feind wurde aus dem Styrbogen über den Fluß zurückgeworfen. Bei dem eiligen Rückzug zündete der Gegner alle verlassenen Ortschaften an. Hierdurch führten die vierwöchigen zähen und ruhmvollen Kämpfe um Czartorysk ebenso zum Rückzug der Russen in ihre ursprünlichen Stellungen, wie die seinerzeit von den russischen Truppen hoffnungsvoll angekündigten Durchbruchsversuche bei Siemikowee an der Strypa. Die schon gestern angegebene Veute erhöht sich. Sonst sind keine nennenswerten Ereignisse zu verzeichnen. Italienischer Kriegsschauplatz. Die feindliche Angriffstätigkeit an der IsonzoFront ließ gestern, vielleicht infolge des strömenden Regens, sichtlich nach. Im Abschnitt der Hochfläche von Doberdo wurde jedoch heftig weiter gekämpft. Am Nordhang des Monte San Michele gelang es den Italienern, wieder in eine durch schweres Artilleriefeuer geschlagene Lücke unserer Stellung einzudringen. Starke feindliche Kräfte, die abends nördlich dieser Durchbruchsstelle zum Angriff vorgingen, wurden blutig abgewiesen. Hierauf setzte unser Gegenangriff ein, der das verlorene Frontstück vollständig zurückgewann und dem Jeinde außerordentlich große Verluste zufügte. Auch ein starker italienischer Angriff gegen den Monte dei Busi brach, wie alle früheren zusammen. Durch die Beschießung von Görz wurden bisher 58 Zivilpersonen getötet, 50 verwundet; etwa 30 Häuser und fast alle Kirchen und Klöster wurden beschädigt. Ein anderes Fliegergeschwader belegte neuerdings Verona mit zahlreichen Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Alle Armeen verfolgen. Nur stellenweise hält sich der Feind noch. Unsere Visegrader Gruppe hat die Montenegriner über den Lim zurückgeworfen und Sakolowic, sowie die östlichen Anhöhen erreicht. Bei der Armee des Generals von Koeveß wurden wieder 850 Gefangene eingebracht und zwei Maschinengewehre erbeutet. Im Toplicathal ist Prokulpje erreicht. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschall=Leutnant. ull Kram Feutschlaut Kopenhagen, 15. Nov. Menschikoff schreibt in der„Nowoje Wremja“, daß die Deutschen den Krieg von 1870 nur durch den deutschen Schulmeister gewonnen hätten. Auch der jetzige Krieg würde nur durch die deutsche Technik und die Kunst der deutschen Aerzte siegreich zu Ende geführt. Durch die Vervollkommnung des deutschen Sanitätswesens und die Tüchtigkeit der deutschen Aerzte könnten 60 Prozent der Verwundeten wieder zur Front zurückkehren, während Rußland nur 18 Prozent der Verwundeten wieder an die Front schickte. Auch seien die deutschen Krankenhäuser, Sanatorten und die Kurorte derartig mustergültig angelegt, daß eine Gesundung der Verwundeten innerhalb kürzester Frist erfolgte. Die russische Bevölkerung, die jahraus jahrein die deutschen Kurorte mit ihren Massenbesuchen beehrt habe, trage mit daran Schuld, daß Deutschland heute über derartige Einrichtungen verfüge. Deutschland habe durch diesen Massenbesuch immer neue Krankenhäuser, Sanatorien und eine Vergrößerung der Kurorte vornehmen müssen. Ebenfalls seien die Aerzte durch den Massenbesuch vermehrt worden. Alles dieses sei heute von unschätzbarem Nutzen und helfe Deutschland den Krieg gewinnen. Die Serben auf der Flucht nach Albanien. bb Genf, 16. Nov. Die von den Serben angekündigte Verbindung der französischen Balkanarmee mit den Serben ist nach einer Meldung des„Matin“ nicht vollzogen worden. Das Gros der serbischen Armee sucht sich, wie dem„Temps“ aus Saloniki gemeldet wird, in langsamem geordneten Rückzug nach Novibazar und Albanien zu retten, wo sie über San Giovanni di Medua durch die Ententetruppen reichlich verproviantiert zu werden hoffen. Auf diesem Rückzug bleiben die schweren Geschütze im Schlamm stecken, so daß sie dem Feind überlassen werden müssen. Eine weitere Meldung aus Saloniki besagt, daß die Räumung Monastirs im vollen Gange ist. König Peter schwachsinnig. Wien, 15. Nov. Der Kriegsberichterstatter Desiderius Urai berichtet in der„Neuen Freien Presse“. über die Agonie des serbischen Heeres: Die große Beute in den letzten Tagen beweist, daß schon Stockungen eingetreten sind, die immer ärger werden. Ganz besonders kritisch ist die Lage der Heeresgruppe von Nisch. In der ganzen serbischen Armee herrscht der größte Schuhmangel. Die Leute stehen hilflos ohne Fußbekleidung da. Die Ueberläufer mehren sich. Ganz besonders fällt auf, daß Leute, die aus den schon genommenen Gegenden stammen, haufenweise ihre Waffen strecken. Sie halten ein Weiterkämpfen für zwecklos, da ihre Scholle schon verloren ging. Alle Gefangenen beschimpfen die serbische Regierung. Eine interessante Aussage machte ein gefangener serbischer Oberstabsarzt, der behauptete, daß König Peter, wenn auch nicht irrsinnig, so doch im höchsten Grade schwachsinnig sei. Er selbst war anwesend, wie der König seine Umgebung mit dem Revolver bedrohte, weil man von Frieden sprach. Furchtbare Verluste der Franzosen in Mazedonien. TU Budapest, 15. Nov.„A Vilaz“ meldet aus Sofia von den Kämpfen im Strumitza=Abschnitt: Nördlich vom Doiransee ist der Kampf sozusagen vermanent. Nach viertägigen, sehr blutigen Gefechten wurden die Franzosen aus Kalai Memesli und Doroluba verdrängt. Die Franzosen, deren rechte Flanke durch vorgestern eingetroffene Engländer verstärkt war zogen sich drei Kilometer weiter nördlich in stark ausgebaute Stellungen zurückDie englischen Truppen machten oberhalb der Ortschaft Paplist halt, konnten aber den vom Wardar vordringenden Mazedoniern nur kurz widerstehen. Sie waren genötigt, Paplist zu räumen, das dann die Mazedonier besetzten. Auf dem linken Wardauser wurden die Franzosen aus starken Stellungen geworfen und flüchteten bis Gradsko. Die vom Ornajafluß vordringenden Bulgaren verdrängten die Franzosen ebenfalls, die besonders in den schweren Kämpfen bei den Benzen Kamenijol und Debricka furchtbare Verluste hatten. Hunderte von Toten liegen in den Bergschluchten. Unter den in Valandowo kämpfenden Franzosen befanden sich auch Serben. Die bulgarische Artillerie schießt äußerst wirksam, ebenso sind die Nachstürme der Mazedonier sehr erfolgreich. Die Schlacht bei Katschauik. TU Lugano, 16. Nov. Nach einer Meldung aus Saloniki verläuft die Schlacht bei Katschanik für die Serben ungünstig. Die Bulgaren haben bereits dreiviertel der Schlucht erobert; nur an einem Punkte leisten die Serben noch Widerstand. Die Vereinigung der Armee v. Gallwitz mit den Bulgaren. bb Berlin, 16. Noobr. Dem„Berl. Tagebl.“ wird aus dem k. u. k. Pressequartier gemeldet: Der linke Flügel der Armee Gallwitz hat bei Prokuplje an der serbischen Heerstraße nach Kurschumlja die Vereinigung mit der bulgarischen Armee Bojadjeff vollzogen. Die zwischen beiden Heeresteilen eingeklemmten serbischen Truppen von 7000 Mann wurden abgefangen und zwei Haubitzen erbeutet. Der Armee Koeveß fielen zur selben Zeit 850 Serben und zwei Maschinengewehre zur Beute. Die Veute der Bulgaren. TU Sofia, 16. Nov. Wie dem Berichterstatter der Telegraphen=Union von einem Generalstabsoffizier mitgeteilt wurde, beträgt die bisherige Kriegsbeute der Bulgaren 25000 Gefangene und 200 Geschütze. Tetowo erobert. bb Lugano, 16. Okt.„Corriere della Sera“ meldet aus Saloniki: Tetowo wurde von den Bulgaren besetzt. Letztere erhielten große Verstärkungen, namentlich an Artillerie aus Pirot und Nisch. Die Lage der serbischen Südarmee hat sich in den letzten 48 Stunden sehr verschlechtert. In den letzten Tagen haben die Bulgaren ihren Keil zwischen Serben und Franzosen verstärkt, so daß die Serben damit rechnen, die Babunahöhen aufgeben zu müssen. Die Franzosen sind hart durch heftiges Artilleriefeuer der Bulgaren bedrängt. Eine wütende Schlacht tobt in den Schluchten von Katschanik. Russische Kriegsschisse vor der bulgarischen Küste. TU Bukarest, 16. Nov. Der„Universul“ meldet aus Tultscha, daß ein aus 15 Einheiten bestehendes russisches Geschwader, darunter drei große, erst kürzlich vom Stapel gelassene Kriegsschiffe seit zwei Tagen wieder vor der bulgarischen Küste manöverieren. Die Sorge um das Landungsheer. TU Genf, 16. Nov. Entgegen anderslautenden Meldungen erfährt der Athener Korrespondent des „Echo de Paris“, daß die Entscheidung in der Frage der Etwaffnung der Ententearmee, falls sie auf griechisches Gebiet verfolgt werden sollte, bereits gefallen sei und zwar gegen die Entente. Ueber das Resultat der griechischen Ministerratssitzung, die sich mit dieser Frage beschäftigte, sei zwar bisher noch nichts bekannt geworden, die Ententeregierungen täten jedoch gut daran, bis zum Beweise des Gegenteils anzunehmen, daß die Regierung Skuludis entschlossen sei, die Ententetruppen zu entwaffnen, falls sie auf griechisches Gebiet abgedrängt würden. Truppenlandungen der Alliierten in Albanien? TU Wich, 16. Nov. Das„Neue Wiener Tageblatt“ läßt sich aus Bukarest drahten, daß dem „Universul“ zufolge in Santi Quaranta englische Truppen gelandet wurden. Wie verlautet, soll ein ganzes englisches Armeekorps dort an Land gesetzt werden. In Valona ist eine italienische Division eingetroffen, die offenbar zur Unterstützung Serbiens bestimmt ist. In Durazzo sind englische und französische Marincoffiziere an Land gekommen, um die Ausschiffung italienischer Truppen vorzubereiten. Wiedereröffnung der Eisenbahnen in Serbien. Ofenpest, 16. Nov. Aus Jagodines wird gemeldet: Bei dem glücklichen und raschen Vormarsch in Serbien fällt ein großer Anteil den Eisenbahnern zu. Da die Serben alle Eisenbahnbestandteile weggeschafft haben, mußten alle aus Ungarn über die Donau erst wieder herangeschafft werden. Am 30. Oktober traf die erste deutsche Lokomotive auf serbischem Boden ein; heute sind bereits 90 Kilometer Bahnstrecke wieder in Betrieb. Während der letzten Tage wurde viel Eisenbahnmaterial, auch Waggons, und bei Kruschevatz ein ganzer Hofzug König Peters erbeutet. Rumäniens Neutralität gesichert. TU Budapest, 15. Nov. Wie der„Pester Lloyd“ sich aus Bukarest drahten läßt, hat der König von Rumänien gestern abend den neuen deutschen Botschafter in Konstantinopel, Grafen Wolf Metternich, in Audienz empfangen. Zum Zeichen dafür, daß Deutschland bezüglich der Haltung Rumäniens vollkommen beruhigt ist, kommt die Nachricht, daß die deutsche Gesandtschaft die rumänische Regierung verständigte, daß die noch vor Kriegsausbruch in Deutschland bestellten 64 Lokomotiven nunmehr abgeliefert werden konnten. Griechenkands Neutralität. Die„Züricher Post“ erhält folgendes Telegramm aus Athen: Ich erfahre, daß auf die Anfrage der Gesandten Deutschlands und Oesterreich=Angarns die griechische Regierung die bestimmte Erklärung abgegeben habe, daß sie gewillt sei, strengste Neutralität zu bewahren und infolgedessen die beiden Kronprinz Danilo von Montenegro hat Cap Martin, wo er sich bisher aufgehalten, plötzlich verlassen und ist in Begleitung seiner Gattin, der Prinzessin Jutta, nach Cetinje abgereist. Der gänzlich unerwarteten Heimreise des montenegrinischen Kronprinzen ging ein äußerst lebhafter Telegrammwechsel mit Cetinje voraus. Es verlautet, daß der Gesundheitszustand des Königs Nikita, der schon seit Wochen zu wünschen übrig läßt, seiner Umgebung ernste Besorgnisse einzuflößen beginnt, so daß die persönliche Anwesenheit des Kronprinzen erwünscht gehalten wird. kriegführenden Gruppen in gleicher Weise zu behandeln. Griechenland würde sich also im Falle eines deutsch=österreichischen Angriffes auf die Landungstruppen in Saloniki darauf beschränken, seine Rechte durch einen formellen Protest gegen jede Verletzung des griechischen Bodens zu wahren. Die gleichen Gründe, die Griechenland veranlaßten, die Landung englisch=französischer Truppen in Saloniki unter Protest zuzugeben, würden es zwingen, gegebenenfalls auch dem Vorrücken der Armeen der Zentralmächte auf griechischem Boden, dessen Integrität außer Frage steht, nur platonischen Widerstand entgegenzusetzen. Vor den Neuwahlen zur griechischen Kammer. TU Athen, 15. Nov. Das Auflösungsdekret, das in der Kammer verlesen wurde, hat bei den Abgeordneten, die es erwartet hatten, keine besondere Unruhe erregt. Auch das Land ist vorläufig noch sehr ruhig, doch betreiben besonders die Venizelisten bereits eine eifrige Wahlagitation. Es ist sehr wohl möglich, daß der auf den 19. Dezember festgesetzte Wahltermin um einen vollen Monat verschoben wird. Den äußern Grund hierfür würde die Regierung in der Forderung der gegnerischen Presse, die Soldaten zu beurlauben, finden, da nach Ansicht des Kriegsministeriums die Entwickelung der militärischen Ereignisse auf dem Balkan es nicht gestattet, daß die Schlagfertigkeit der griechischen Armeeverbände durch Beurlaubung oder gar Entlassung in Frage gestellt werde. — Schreckensherrschaft in Frankreich. Das einzige Mittel, die Herrschaft der führenden Persönlichkeiten in Frankreich um eine kurze Frist zu verlängern, besteht darin, daß man die Wahrheit so lange wie möglich nicht aufkommen läßt. In dem Augenblicke, in dem bekannt wird, daß alle Hinweise auf einen kommenden Sieg nichts als blauer Dunst sind, daß Frankreich hunderttausende von Soldaten nicht wegen patriotischer Zwecke, sondern einzig und allein für Englands selbstsüchtige Pläne geopfert hat, ist es aus mit allen regierenden Leuten und kein Mensch kann voraussagen, wie sich deren politisches Ende physisch gestalten wird. Das wissen die Herren Poincaree und Genossen ebensogut wie wir und sie verlängern ihr politisches Dasein nur von einer Galgenfrist zur andern. Nicht allein den Zeitungen ist der Mund verklebt von der Zensur, auch das Volk darf sich nicht anders als lobend über den Krieg äußern; jede andere Bemerkung wird von den Gerichten mit Gefängnis bestraft. Es wurden schon Strafen von einem Monate bis zu einem Jahre verhängt. Nichts verrät deutlicher als diese Maßnahme, daß Frankreich unfehlbar vor dem inneren Zusammenbruch steht. — Der Krieg gegen England. Heftige Angriffe gegen Kitchener und Freuch. Zwar hat die erglische Kriegsleitung schon manche entschiedene###i#il ertragen müssen, aber so heftig, wie in der letzten Unterhaussitzung der nationalistische Ahgeordnete Lynch gegen den Kriegsminister und den Oberbefehlshaber in Frankreich loswetterte, hat doch noch niemand gesprochen. Lynch sagte, die oberste Heeresleitung sei so unfähig, daß England den Krieg nicht gewinnen könne. Kitchener habe 9 Monate gebraucht bis zu der Erkenntnis, daß man mehr Munition gebrauche. French müsse sofort verabschiedet werden, ebenso mindestens 70 Prozent der höheren Offiziere.— Das ist gewiß hart zu hören. Lynch, der zu solcher Rede den Mut fand, ist auch sonst eine interessante Persönlichkeit. Er kämpfte seinerzeit auf der Seite der Buren. Später wurde er von dem irischen Wahlbezirk Galway 1901 zum Parlamentsabgeordneten gewählt. Als er in England ankam, wurde er verhaftet, wegen Hochverrats vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Dieses Urteil wurde in lebenslängliches Zuchthaus verwandelt. Nach einjähriger Haft wurde Lynch provisorisch auf freien Fuß gesetzt und 1907 begnadigt, Japan und die Lage in Indien. London, 15. Nov. Die„Daily Mail“ meldet aus Tokio: Die Lage in Indien erregt hier Interesse. Amtliche Nachrichten fehlen. Die Regierung ist nicht geneigt, die Lage als ernst aufzufassen, obwohl sie ihre militärisschen Verpflichtungen unter dem englisch=jape nischen Bündnisvertrag anerkennt. — Russische Niederlage in Wolhynien. bb Berlin, 16. Nov. Die„Voss. Ztg.“ meldet aus dem k. u. k. Pressequartier: Nachdem die russische Offensive an der Strypa an dem festen Wall von Siemience gänzlich zusammengebrochen ist, haben die Russen auch in Wolhynien eine große Niederlage erlitten. Die kraftvoll angelegte und energisch durchgeführte Aktion im Raume von Czartorysk—Rafalowka hat nicht nur die nun seit einem Monat andauernden heftigen gegnerischen Durchbruchsversuche zunichte gemacht, sondern auch zur Sprengung der russischen Front geführt. Nachprüfung der dienstuntauglichen Russen. Kopenhagen, 16. Nov. Von hier aus wird der „Köln. Itg.“ gemeldet: Das russische Kriegsministerium ordnete eine Nachprüfung aller früher für dienstuntauglich erklärten Personen an. Wachsende Beunruhigung Nußlands über Persien. WTB Bern, 15. Nov. Der Sonderberichterstatter des„Corriere della Sera“ drahtet aus Petersburg, daß das ständige, lebhafte Interesse der politischen Kreise für die Lage in Persien in ängstliche Besorgnis umgeschlagen sei. Die Lage werde durch die letzten Wechselfälle auf dem Balkan und den verstärkten deutschen Einfluß in Konstantinopel, der die Gefahr einer erfolgreichen revolutionären Propaganda in der ganzen mohammedanischen Welt mit sich bringe, beeinflußt. Rußland und England hätten deswegen von der persischen Regierung die Auflösung der türkisch=persischen Banden verlangt. Der Krieg gegen Ilalien. Verona mit Bomben belegt. 30 Tote, 48 Verwundete. tu. Aus der Schweiz, 15. Novbr. Drei österreichische Fiugzeugewarfen gestern 15 Bomben auf die Stadt Verona. Es wurden 30 Tote, 29 Schwer= und 19 Leichtverletzte ermittelt. Der Materialschaden soll angeblich nur unbedeutend sein. Viktor Emanuel wird bescheiden. Lugeno, 15. Nov. Das Antwort=Telegramm König Viktor Emanuels an die römische Stadtverwaltung auf die Beglückwünschung anläßlich seines Geburtstages spricht von einem ehrenhaften günstigen Frieden und nicht mehr von Eroberungen Italiens und ähnlichem, was nicht unbemerkt bleibt. Die Neutralität des Papstes. München, 15. Nov. Zur Ernennung des Münchener Nuntius Mons. Dr. D. Frühwirth zum Kardinal erfährt der Bayerische Kurier, daß der Heil. Stuhl dem Könige von Bayern bei dieser Gelegenheit das Privileg erteilt habe, dem neuernannten Kardinal das Baret aufzusetzen. Dieses Privileg habe nach dem Blatte bisher nur dem Kaiser von Oesterreich und dem Könige von Spanien und früher dem Könige von Frankreich und dem von Portugal zugestanden. Angesichts der Treibereien, die den Krieg gegen die Zentralmächte als den Kampf zur Verteidigung der katholischen Kirche hinstellen wollen, sei es bezeichnend, daß der Papst bei der Erennung der Nunzien von München und Wien zu Kardinälen die Monarchen der beiden Staaten mit seiner Vertretung beauftragt habe. Auch sei dieser Vorgang ein Beweis für die fortdauernde Neutralität des Heiligen Stuhles. Aus Stadt und Umgebung. Rückblicke aus den Weltkrieg. 16. und 17. November. Kämpfe im Osten.— Türkische Erfolge. Im Osten entwickelten sich in diesen Tagen die Ereignisse weiter günstig. Es wurde bekannt, daß bei dem Sieg von Kutno auch der russische Couverneur von Warschau, von Korff, gefangen genommen war. Während bei Soldau die Russen zum Rückzug auf Mlawa genötigt und russische Kavallerie am 16. und 17. November bei Pillkallen zurückgeworfen wurde, entspann sich am 16. November bei Lodz in Polen ein neuer Kampf, der die nächsten Tage andauerte. Am 17. November sperrten Teile der Ostseestreitkräfte die Einfahrten des Libauer Hafens durch Versenken von Schiffen, ohne daß die Russen irgendwelche Gezenmaßregeln getroffen hätten.— Vom; türkischen Kriegsschauplatz ist bemerkenswert, daß an der ägyptischen Grenze, 120 Kilometer von dieser entsernt, Kalatulnal besetzt und die türkische Fahne gehißt wurde. Auf russischem Boden hatten am 17. November die Türken den Erfolg, daß sie die Gegend von Artwin(Provinz Erzerum) besetzen und die Russen aus Liman(Gouvernement Charkow) vertreiben konnten. **(Ausdehnung der Kriegsfürsorge.) Bei einer im Reichstagsgebäude abgehaltenen Besprechung zwischen Vertretern der Reichsbehörden, der Bundesregierungen, der Vertreter der deutschen Städte und größeren Landgemeinden, sowie der industriellen, landwirtschaftlichen und gewerkschaftlichen Verbände, handelte es sich um eine wichtige Ausdehnung der Kriegsfürsorge über die bisher gewährten Unterstützungen hinaus. Das Gesetz geht davon aus, daß die Angehörigen der aktiven Mannschaften keine Unterstützung beziehen, da junge Leute von 20 Jahren und wenig darüber im allgemeinen keine Angehörigen zu unterstützen haben. Die bisher gemachten Erfahrungen haben nun aber dazu geführt, daß die Eltern und(in den verhältnismäßig nicht zahlreichen Fällen, in denen es sich um Verheiratete handelt) die unmittelbaren Familiangehörigen, ferner Geschwister unter 15 Jahren, die von den betreffenden Soldaten unterhalten wurden oder im Laufe des Krieges der Unterhaltung bedürftig geworden sind, sowie uneheliche Kinder der Unterstützung teilhaftig werden sollen. Die Unterstützung wird auf die Angehörigen sämtlicher Mannschaften ausgedehnt, auch kein Unterschied gemacht, ob es sich um Reserve, Landwehr oder Landsturm handelt; auch werden die Armierungsmannschaften mit einbegriffen. Wann das Gesetz in Kraft tritt, steht noch nicht fest; in Aussicht genommen ist dafür der 1. Dezember. **(Die Einführung von Fleisch=, Speck= und Butterkarten) ist nunmehr für das Reich in Aussicht genommen. Ein entsprechender Antrag dürfte dem Bundesrat schon in den nächsten Togen vorgelegt werden. Die Butterkarte soll vermutlich der Streckung unserer im Winter naturgemäß beschränkten Milcherzeugung dienen. Die Einführung einer Fleischkarte soll nicht so sehr eine Verminderung als — wenn man so sagen darf— eine Verlangsamung des Verbrauchs bezwecken. Die„fleischlosen“ Tage haben sich zwar schnell eingeführt und bewährt, aber eine Abnahme des Verbrauchs kaum bewirkt. Ein Mangel an Fleisch ist nicht vorhanden; im Eegenteil hat die letzte Viehzählung— ihre endgültigen Ergebnisse liegen freilich noch nicht vor — eine sehr wesentliche Zunahme der Bestände, namentlich an Schweinen, Schafen und Ziegen, festgestellt. Die angestrebte Regelung des Verbrauchs soll daher im wesentlichen nur eine ungerechte Bevorzugung der bessergestellten Kreise verhüten, eine möglichst gleichmäßige Verteilung ermöglichen, vor allem aber zugunsten verstärkter Fetterzeugung wirken. **(Karbid in Feldpostsendungen.) Neuerdings ist mehrfach versucht worden, Karbid in Feldpostsendungen zu verschicken. Karbid(Kalziumkarbid) gehört zu den leicht entzündlichen Gegenständen, deren Beförderung mit der Post mit Gefahr verbunden und daher verboten ist. Es wird darauf hingewiesen, daß sich der Absender gemäß§ 367 des Strafgesetzbuches strafbar macht. (An den Pranger!) Von seiten des stellvertretenden Generalkommandos des 7. Armeekorps geht uns folgendes zu: Wegen verbotenen Verkehrs mit Kriegsgefangenen sind bestraft worden: Vom Landgericht in Bielefeld am 23. 10. der Arbeiter Christian Piel, zurzeit in Minden, mit 1 Woche— vom Landgericht in Elberfeld am 20. 7. die unverehelichte Hilde Kredt daselbst und vom Landgericht Dortmund am 13. 10. der Maschinist Michael Zalski in Dortmund=Eving mit je 3 Tagen— vom Landgericht in Bochum am 16. 10. der Arbeiter Johann Slotta in Weitmar mit 2 Tagen— vom Landgericht in Düsseldorf am 28. 8. die Ehefrau Fabrikarbeiter Emil Janquet, Therese geb. Eymall, in Neisholz, vom Landgericht in Dortmund am 8. 10. der Bergmann Stefan Wanski in Horstmar, vom Landgericht in Essen am 12. 10. der Koksarbeiter Bronislaus Blandzinski in Wanne, vom Landgericht in Bochum am 23. 10. der Bergmann Wilhelm Brüwer in Recklinghausen=Ost, vom Landgericht in Münster am 27. 10. die Haustochter Anna Köhnen in Münster, Buddenstraße,— mit je 1 Tag Gefängnis. **(Bekämpfung des Ungeziefers.) Während des Kriegszustandes ist es nationale Pflicht eines jen Deutschen, unsere Nahrungsmittel, Futter= und Erntevorräte vor den Ratten, Mäusen und Hamstern zu schützen! Schon in Friedenszeiten ist der durch diese angerichtete Schaden enorm; er beläuft sich für Deutschland auf Hunderte von Millionen. Nr 269. 2. Blatt. Werker=Hrikung Amtlides Kreisdlalt Dienstag, 16. November 1915. Das Krlegsziel der französischen Sozialsemokraten. Sie wollen Elsatz=Le#ringen zurückhaben. ::„Ein politischer Tagesbericht der „Nordd. Allgem. Ztg. beschäftigt sich mit einem Arrikel des demokrarischen Publizisten v. Gerlach in der„Welt am Montag“, einem der Berliner Montagsblätter. In diesem Artikel wird den letzten französischen Kammerdebatten eine vollkommen falsche Auslegung gegeben, der deshalb in dem halbamtlichen Tagesbericht folgende Berichtigung gegenübergestellt wird: In der„Welt am Montag“ finden wir eine Auslegung der letzten französischen Kammerdebatten, die der Berichtigung bedarf. Das Blatt zitiert die Rede des Sozialdemokraten Renaudel und stellt sie den soffnungen der Masse in Frankreich auf Ruagewinnung Elsaß=Lothringens entgegen. Diesen Spekulationen gegenüber sei es eine wirkliche Tat gewesen,„daß Renaudel nainens der französischen Sozialdemokratie allen phantastischen Wünschen und Hoffnungen den Krieg erklärte. Frankreich träumt noch immer von Elsaß=Lothringen. Renaudel hat Elsaß=Lothringen überhaupt nicht erwähnt, aber klar sich gegen„Annexionen und Eroberungen“ ausgesprochen. Wütend hat ihn ein großer Teil der Kammer unterbrochen. Wütend polemisiert die chauvinistische Presse gegen ihn. Aber sein Wort bleibt bestehen, das zugleich das Wort der augenscheinlich von der Kriegspsychose genesenden französischen Sozialdemokratie ist. Daß diese Auffassung der Rede Renauels völlig irrtümlich ist, ergibt sich aus Text der Rede selbst. Nach dem in der „erner Tagwacht“ wiedergegebenen Stenogramm sagte er: „Sie haben, Herr Ministerpräsident, gesagt, daß die Anstrengungen Frankreichs bis zu Ende gehen sollen; Sie sagten, daß diese Anstrengungen„bis zum Siege gehen sollen, der den Feind aus allen besetzten Gebielen hinausjagen wird, und zwar aus jenen sowohl, die unter der Invasion seit Monaten leiden, wie aus jenen, die sie seit so vielen Jahren ##rtragen“. Wir sind einverstanden, Herr Ministerpräsident, und für uns, für meine Freunde und mich, akzeptieren wir das wie ein formelles, ausdrücklich wiederholtes Versprechen, daß Frankreich in diesem Kriege, außer der Wiederherstellung des Rechtes für sich, außer der Wiederherstellung Belgiens in seiner politischen und wirtschaftlichen Selbständigkeit und — man muß es heute beifügen— der Wiederherstellung der politischen und der wirtschaftlichen Selbständigkeit Serbiens — daß darüber hinaus Frankreich weder Annexionen noch Eroberungen verfolgt.“ Die„Berner Tagwacht“ bemerkt dazu: „Die Wiedererlangung Elsaß=Lothrin= gens scheint für die französische Kammergruppe ein sozialistisches Ziel zu sein, wie es das Ziel der herrschenden Klassen Frankreichs ist. Deutlicher noch als in der Rede Renaudels kommt das in der darauf von Briand erteilten Antwort und in der Abstimmung über die Vertrauensfrage zum Ausdruck. Briand nahm die Sozialisten gegen die erfolgten Angriffe der Nationalisten warm in Schutz und führte dann wörtlich 4115 „In einem Moment— noch weit entfernt; man muß den Mut haben, das dem Lande zu sagen, das seinerseits den Mut hat, es zu hören— wird die Friedensfrage aufgerollt werden können. Aber Im Schalten der Peterpaulsfestung. Roman von Hermann Gerhardt. 47 Mittlerweile blühten wieder einmal die russischen Veilchen in Dr. Rittbergs Garten, und Margarete hatte ein Sträußchen derselben dem Profesfor ins Knopfloch gesteckt. Mit einem Seufzer hatte Rittberg sich von den beiden Glücklichen abgewandt und sich in die Betrachtung von Katias Bild vertieft, das auf dem Kaminsims stand. Er fühlte sich unbeschreiblich einsam und verlassen! Wie lange würde es noch dauern, dann ging Margarete von Eern dur für aerung ga ein Ter####n fur die Hochzeit bestimmt wurde, und wenngleich der Professor eine Wohnung ganz in der Nähe gemietet hatte und die Verlobten es als selbstverständlich zu betrachten schienen, daß man sich täglich sehen würde, so wußte er doch nur zu gut, daß er bei ihnen fortan immer ein wenig das fünfte Rad am Wagen sein würde. Er dachte an sein mühevolles, arbeitsreiches Leben, an seinen verwaisten Haushalt, dem das sorgliche Walten der weiblichen Hand fehlen würde, und er empfand inniges Mitleid mit sich selbst! Der Vorabend der Hochzeit war herangekommen, und Bruder und Schwester saßen allein beisammen. In einer zärtlichen und gefühlvollen Ansvandlung hatte Margarete den Kopf auf Werners Schulter gelegt; doch er erwiderte ihre Liebkosung nicht, sondern saß da, als habe er eine Elle verschluckt. Das kam daher, weil er sich gekränkt fühlte. Max war den ganzen Abend dagewesen und sogar noch länger geblieben, als sonst. „So viel Takt hätte er wohl zeigen können, uns den letzten Abend allein zu lassen,“ dachte Werner ingrimmig; im selben Moment aber klingelte es laut und hastig an der Haustüe. erst hann, wenn unsere Waffen siegreich ge. Onn sein werden, wern unser Boden tei sein wird, wenn die Frankreich“ so schmerzlich entrissenen Provinzen uns zurückgeaeben sein werden, wenn das heloenmutige Belglen, das sich für uns opferte, wieder befreit und in seiner Selbständigkeit und politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit wieder hergestellt sein wird, und wenn auch das wackere Serbieg wieder befreit sein wird. Dann erst können wir an den Frieden denken.“ Die Vertrauensfrage wurde darauf mit 515 gegen 1 Stimme, bei 25 Enthaltungen, bejaht. Auch die Sozialisten stimmten dafür und pflichteten also dem Programm des neuen Ministeriums bei.“ 9 Danach unterliegt es also, entgegen der Auffassung der„Welt am Montag", keig nem Zweifel, daß die französischen Sozialdemokraten die Wiedergewinnung ElsaßLothringens auch als ihr Kriegsziel betrachten. Eie Eröffnung der türkischen Kammer. * Am Sonntag ist die türkische Kammer mit einre feierlichen Sitzung eröffnet worden. Nach einem Bericht des„Berl. Lok.= Anz. aus Konstantinopel waren der Sultan sowie die älteren Prinzen des Kaiserhauses, die Diplomaten der verbündeten und neutralen Mächte, Vertreter des Papstes und andere Persönlichkeiten anwesend. In der Sitzung wurde eine Thronrede verlesen, in der die engen, durch ein Bündnis gefestigten Beziehungen zu den Mittelmächten und ihre Verstärkung in Anknüpfung an die Eröffnung des direkten Weges Berlin—Wien— Konstantinopel sowie die stärker werdende Freundschaft zu den Neutralen betont und ein Gesetzentwurf, betr. den türkisch=bulgarischen Vertrag über die Grenzregulierung, angekündigt wurden. Diese wichtige Stelle in der Thronrede lautet wörtlich: „Als die ruhmvollen Armeen unserer Verbündeten mit bewunderungswürdiger Organisation und Tapferkeit alle befestigten Plätze genommen und die Angriffskraft der russischen Armee gebrochen hatten und sich nun nach dem Balkan wandten, schloß sich auch die bulgarische Armee ihnen an. Dieses bedeutende Ereignis, das den Dreibund in einen Vierbund verwandelte, hat die Verwirklichung des endgültigen Sieges beschleunigt. Um diese Entwicklung der Balkanlage zu unseren Gunsten zu erleichtern und sicherzustellen, haben wir in eine Berichtigung der türkisch=bulgarischen Grenze gewilligt. Der hierüber abgeschlossene Vertrag ist unserer Versammlung zur Zustimmung unterbreitet worden. Das meineidige und freche Serbien ist heute von den Armeen der Verbündeten besetzt der Verkehr auf der Donau ist gesichert, der Weg Berlin— Wien—Konstantinopel eröffnet. Dank und Ruhm sei Gott für die glückliche Herstellung dieser Verbindungen, die den verbündeten Völkern im Kriege den Sieg, im Frieden Fortschritt und Wohlstand verbürgen. Die Feier wurde mit arabischerGebeten des ältesten der hohen mohammedanischen geistlichen Würdenträger, des Nakib=ul=Eschraf(Anführers der Emire) und eines Abgeordneten geschlossen. Die Menge huldigte dem Sultan bei seiner Einfahrt begeistert. Berlin, 15. November 1915. Es wird eine längere Dauer der Tätigkeit des Reichstages erwartet Mitglieder des Reichstages, die dem Hecre angehören, werden wie immer für die Dauer der Tagung und zur Teilnahme en den vorhergehenden Fraktionssitzungen beurlaubt. Nach einer Verfügung des Kriegsministeriums soll dies von vornherein so lange geschehen, daß die Mitglieder bis einschließlich den 2. Januar 1916 in Berlin anwesend sein können. :: Das erste Balkangetreide ist da! Aus Dresden wird der„Tgl. Rundsch. gemeldet: Auf der Elbe sind die ersten Kähne mit Balkangetreide für Deutschland eingefahren. Täglich kommen jetzt in Lauben=Tetschen Eisenbahnzüge mit Getreide vom Balkan an, das sofort in Kähne umgeladen wird. Auch ganze Zugladungen mit gedörrten Pflaumen sind bereits umgeladen und nach Deutschland weitergeführt. Der Krieg auf dem Balkan. Entscheidungsschlacht bei Prizrend? :: Die Petersburger Zeitung„Birschewija Wjedomosti“ meldet: Die Serben beabsichtigen, auf der Front Prizrend—Hostiwac—Babuna eine entscheidende Schlacht zu liefern. Die Lage der Serben sei aber gefährlich, da sich im Rücken der serbischen Die Nachricht setzt voraus, daß genügend starke serbische Kräfte die angegebere Linie erreichen können, um dort eine„entscheidende Schlacht" zu schlagen. Prizrend liegt westlich des Katschandik=Passes, dicht an der albanischen Grenze. Der Paß selbst ist schon von den Bulgaren besetzt. Das Babung=Gebirge liegt östlich Prilep. Der Rückzug nach Monkenegro. :: Der Mailänder„Secolo“ meldet aus Saloniki: Die Serben bereiten sich zum Rückzug nach Montenegro vor. Für den Vierverband handelt es sich nicht mehr darum, Serbien zu helfen. Dafür sind die französischen und englischen Truppen zu spät eingetroffen. Die Entente richtet sich vielmehr auf einen Winterfeldzug auf dem Balkan ein. Das erfordert aber bedeutende Kräfte, wenn das Unternehmen zu einem guten Ende geführt werden soll. Italiens albanische Expedition. Die italienische Presse bereitet nunmehr, durch die Zensur ganz unbehindert, das italienische Volk auf den Zug nach Albanien vor. Der„Secolo" begründet den albanischen Feldzug in einem Leitartikel mit der Notwendigkeit, Serbien zu helfen und Italien nicht zu isolieren. Im„Corriere della Sera" stellt der Abg. Torre fest, daß Italien keinesfalls eine Vergrößerung Griechenlands in Albanien erlauben werde. Italien glaube übrigens, daß Griechenland für die Entente vollständig verloren sei, und erwarte von den Rammerwahlen eine Mehrheit gegen Venizelos. Da die Ereignisse dem König rechtzugeben scheinen, sei des Königs Popularität gesteigert, während Venizelos seinen Stern sinken sehe. . Ee nahme am Balkankriege. :: Nach einer Meldung der Agence HaDer Krieg zur See. Die Arbeit der U-Booke.— :: Wie aus Rom gemeldet wird, besagen Nachrichten aus Kreta, daß der Dampfer„Bosnia“(2561 Tonnen, Navigazione Generale Italiana) bei der kleinen Insel Cande südlich Kreta durch ein U=Boot mit österreichischer Flagge versenkt wurde. Die Besatzung und die Fahrgäste gingen in vier Bovte, von denen bisher drei die Insel erreichten. Das vermißte vierte Boot wird gesucht. Lloyds berichtet: Der britische Tampfer„Sir Richard Awdry“ ist versenkt worden. Nach einem weiteren Lloydsbericht wurde der norwegische Dampfer„Wacousta" versenkt. Die Mannschaft ist gerettet. Der Dampfer hatte 3521 BruttoRegistertons. Englische Schiffsgranaten auf griechische Ortschaften. :: A u s A t h e n w i r d g e m e l d e t, d a ß d o r t in der Bevölkerung große Erregung und Erbitterung herrscht infolge einer Nachricht vom Bombardement der rein griechischen Stadt Aivali und der griechischen Ortschaft Moschoni in Klein=Asien, wo englische Kreuzer und andere Seefahrzeuge eine große Anzahl von Griechen töteten und beträchtlichen Sachschaden- Anrichteten. In Aivali haben englische Kreuzer mehrere griechische Privatfabriken in Brand geschossen, und auch die Wasserflugzeuge stifteten mit ihren Brandbomben Unheil an. Eine ganze Menge häuser, darunter das Zollamt, wurde zertört. Der englische Gesandte in Athen hat dem griechischen Kabinett namens des engischen Admirals sein Bedauern über die Lötung griechischer Untertanen in Aivali ausgesprochen. Auffallendes Bedürfnis nach englischen Hospitalschiffen. :: Aus Sofia wird gemeldet: Die amerikanische Gesandtschaft in Sofia notifizierte am 12. November der bulgarischen Regierung die Namen von 70 englischen Hospitalschiffen, die demnächst im Aegäischen Meer erscheinen werden. Die auffallend hohe Zahl dieser Schiffe steht in solchem Mißverhältnis zu den in Mazedonien gelandeten englischen Kontingenten, daß die Sofioter Regierung die amerikanische Notifikation nicht ohne ausführliche Reverse beantworten wird. 8 feindliche U-Booke von den Türken versenkt. :: D e r„ F r a n k f. Z t g. w i r d a u s K o n stantinopel gemeldet: Nachdem das große englische Unterseeboot„E. 20“ ein Schiff allerneusten Typs, nach kurzem Kampf im Marmarameer vernichtet worden ist, ist die Zahl der versenkten feindlichen U=Boote, die bisher den Unterseeangriffen im Marmarameer von England und Frankreich zum Opfer gebracht werden mußten, auf acht Unterseeboote gestiegen. Die beiden französischen U=Boote„Saphir" und„Mariotte“ wurden, als sie versuchten, ins Marmarameer einzudringen, bei den Dardanellen versenkt, und das dritte französische Boot „Turquoise“ wurde vor einigen Tagen von den Türken erbeutet und in türkischen Dienst gestellt. Die übrigen fünf U=Boote waren englische Schiffe. „Wie ärgerlich!“ rief Margarete aus,„gewiß wieder ein Patient!“ „Wohl eher Max, der irgend was vergessen hat,“ brummte Werner aufgebracht,„seinen Ueberzieher oder seinen Hut! Ein Glück nur, daß sein Kopf fest angewachsen ist, sonst hätte er den wohl auch schon oft genug liegen lassen!“ „Werner, Du wirst beleidigend,“ gab sie erregt zurück; aber gleichzeitig bog sie sich vor und lauschte angestrengt, ob es nicht etwa doch Max war. Draußen unterhandelte jemand mit dem Mädchen. Dann wurde die Haustür zugemacht, und darauf näherten sich rasche, leichte Schritte— nicht so bedächtig, wie Max— der Wohnstubentür, die sich öffnete, um einen großen, schlanken, jungen Menschen einzulassen. Dieser zögerte einen Moment auf der Schwelle, um gleich darauf über den völlig verdutzten Werner herzufallen, dessen Hand er packte. „Mischa!" stieß der Doktor hervor, sobald er wieder Luft bekam. „Jawohl— Mischa! Ich bin eigens hergekommen, um die Hochzeit mitzumachen!“ rief dieser aus. „Wie wird sich Max freuen!“ Margarete ließ es nicht zum Handkuß kommen, den Mischa ihr zugedacht, sondern schlang ohne alle Unistände ihre Arme um seinen Hals und küßte ihn auf den Mund. Es war nur gut, daß der Professor es nicht sah. Mischas übermütig blitzende Augen gingen von einem zum andern:„Und nun habe ich noch eine Ueberraschung in petto. Das werden Sie aber nicht erraten, wer noch außer mir zur Hochzen gekommen ist!" Margarete aber nahm das Wort:„Doch nicht etwa Katia?“ fragte sie lebhaft. Der junge Mann lachte:„Und weshalb nicht Katia?“ „Katia— Katia hier?“ Margarete faßte ihn bei den Schultern, um ihm besser ins Gesicht sehen zu können.„Mischa, sagen Sie mir, ist sie wirklich und wahrhaftig mitgekommen? Und wo ist sie?“ „Ich habe sie im Hotel gelassen. Das dumme, kleine Ding wollte nicht mit, weil sie behauptete, es wäre„zu spät.“ So ein Blödsinn! Sie will Ihnen morgen vormittag eine feierliche Vistte abstatten, mit Madame de Federowsky als Anstandsdame.“ Mischa schnitt eine Grimmasse.„Im Kloster haben Sie ihr nämlich allerhand Raupen in den Kopf gesetzt. Sie ist gar nicht mehr die alte.“ „Madame de Federowsky ist auch hier?“ Margarete schlug die Hände zusammen. „Na, gewiß! Ohne die hätte ich Katia gar nicht mitbekommen. Wir beide haben das Komplott geschmiedet. Die gute, alte Seele ist nach dem Kloster gefahren und hat kurz und bündig erklärt, Katia sähe schlecht aus und müßte unbedingt einmal heraus und eine Abwechselung haben. Und dann hat sie sie mit nach Petersburg genommen; alles übrige war dann leicht zu bewerkstelligen. Ich selbst bekam auch Urlaub, der Hochzeit zu Ehren!" „Aber nein,“ rief Margarete aus,„daß Katia in Berlin ist und nicht bei uns, das ist doch unerhört! Mischa, komm, wenn es auch schon spät ist, wir wollen zu ihr! Ich muß sie hierher holen. Morgen früh werden wir nicht die Hälfte von dem besprechen können, was wir uns zu erzählen haben!“ „Nein, nein,“ wandte Rittberg ein, mit zitternden Fingern nach seiner Uhr tastend;„davon kann keine Rede sein: Du kannst die Damen so spät am Abend nicht mehr stören!" „Die Federowsky liegt allerdings wohl längst in den Federn; aber Katia erwartet mich unbedingt noch!“ Gespannt blickte Mischa von einem zum andern.„Ich könnte sie ja holen,“ schlug er vor.„Meine Droschke wartet draußen." „Halt, Mischa!“ rief Werner ihn zurück. „Entschuldige, aber Du bist zu jung, um eine Dame zu so später Stunde zu beschützen. Ich halte es für richtiger, menn ig selbst Fräulein Birulest abhole.“ Mit förmlich väterlicher Würde verließ er das Zimmer; hinter seinem Rücken aber wechselte Mischa einen Blick mit Margarete, und dieser Blick war von einem eigentümlichen Lächeln begleitet.— Es war ein wundersamer Frühlingsabend, die Straßen, durch welche die beiden fuhren, waren von hellem Mondlicht durchflutet. Die Bäume des Tiergartens bewegte ein leiser Windhauch, der sie wie in heimlicher Wonne erschauern ließ. Am Palasthotel angelangt, weigerte sich Rittberg, mit hinaufzugehen; er wollte unten warten. In seinem Herzen war ein Singen und Klingen, eine selige, bange Erwartung: ob sie wohl kam? Und sie kam! Und diese beiden, die sich in hoffnungsloser Trauer getrennt, in der festen Ueberzeugung, sich auf dieser Erde nicht wiederzusehen, ste fanden sich dennoch, um nie mehr von einander zu scheiden. Fürs erste gab es freilich noch eine zeitweise Trennung. Als Margaretes Hochzeitsfeier vorüber war, und die Geladenen sich nach allen Richtungen zerstreuten, da stand Rittberg am Bahnhofe und sah dem verschwindenden Zuge nach, der ihm sein Liebstes noch einmal entführte. Diesmal aber fehlte es nicht an tröstlichen Aussichten; da waren erstens die täglichen Briefe, die sie ihm versprochen— und was für Briefe! Und dann das unfaßliche Glück, das ihm seine sehnende Phantasie in verlockender Nähe zeigte: die Zeit, da er sie würde fassen und halten dürfen als sein Eigentum, das ihm nicht wieder entrissen werden konnte! — Ende!— Eine Kröte. Die Gnädige hat dem Dienst. mädchen viel von ihrer vornehmen und reichen Schwester erzählt, die heute zum Besuch eintreffen soll. Nachdem Berta die Dame an der Bahn abgeholt hat, fragt die Madame:„Nun, Berta, haben Sie meine Schwester gleich erkannt?“— Berta: Jeuter ahnelegte Sachen nen Ahueupp 931.16 4 Sonstige Kriegsnachrichten. Ol: Eilde rihzgner gegen Deu#=Ost Relrn Lande nischen Ani. Trup= söllen. Aex.. asrika? m.: del aus Kapstadt: In einer konferenz sagte Smuts, der geminister der südafrikadaß 10000 südasrikanische n nach=Sstafrika geschickt werden Die Alliierten, sagre der Minister, iert. ven, vag die wegierung es veabsichtigen könne. Der„Taily Chroniele" betont gegenüber der Erklärung Lord Derbys, daß allein das Pchlament die Dienstpflicht einführen kann. Es liege außerhalb der Zuständigkeit jedeseinzelnen, gleichviel, ob er Premierminister dder Werbedirektor sei, das Parlament auf ein so weittragendes Prinzip festzulegen. ———— hütten al: Hünde voll zu tun. Man könne von Großbritannien nicht erwarten, daß es für alle Feldzüge der Welt Mannschaften zur Verfügung stelle. „Tussische Expedition gegen Persien. ":: Petersburger Meldungen der„Köln. Ztg.“ zufolge bereiten Rußland und England neue wichtige Unternehmungen gegen Persien vor, angeblich, um deutsch=österreichischen Umtrieben zu begegnen, tatsächlich aber, um den letzten Rest der persischen Unabhängigkeit zu zerstören. Russische Truppen sind auf dem Vormarsch nach Teheran. Falls die persische Regierung die Hauptstadt von Teheran nach Ispahan verlegen sollte, so wird ihr gedroht, daß der nördliche Teil Persiens sofort besetzt werden würde. Die Petersburger Zeitung„Nowoje Wremja“ veröffentlichte vor einigen Tagen in einem Artikel Warnungsrufe wegen der „persischen Gefahr“ für den Vierverband, da Persien sich anschicke, dem„Beispiel Bulgariens“ zu folgen und den Anschluß an die Türkei und die Zentralmächte suche. scheint sich also um eine planmäßige Aktion gegen Persien zu handeln. Es ist nicht unmöglich, daß sich Rußland als„Kompensation“ für die englischen Unternehmungen am Persischen Golf und in Mesopotamien die sofortige Besetzung Nord=Persiens zugestehen ließ. Aber auch hier könnte der Verlauf der Ereignisse den edlen Alliierten einen Strich durch die Rechnung machen. Nicht, wie die„Nowoje Wremja“ schreibt, die letzten Tage Persiens, vielleicht eher die letzten Tage russisch=englischer Ausbeutung des persischen Landes sind in Sicht. Die Dienstpflicht für unverheiratete Engländer. :: Die englische Zeitung„Manchester Guardian“ weist auf den großen Widerspruch zwischen der letzten Ankündigung Lord Derbys und der Rede Asquiths vom 2. November hin. Wir scheinen tatsächlich, sagt das Blatt, die Dienstpflicht für Unverheiratete zu bekommen. Von einer freien Anwerbung kann nicht mehr die Rede sein. Wir klauben aber keinen Augenblick, daß die Nation bereit ist, das Freimilligen=Prinzip aufzugeben. Auch können wir kaum alauKleine Krieginachrichten. * Prinz Albert von England leidet an einer hartnäckigen Magenerkrankung. Der Prinz ist der zweite Sohn des Königs Georg. Er studiert gegenwärtig an einem College. * Der englische Botschafter in Rom, Rennell Rodd, hat sich, wie der„N. Zürch. Ztg. aus Mailand gemeldet wird, nach England begeben. Seiner Reise werde in politischen Kreisen große Bedeutung beigemessen.„: gxatsmitglich 8 Das russische breichsraltnnglies, Senator Trepow, ist zum russischen Verkehrsminister ernannt worden. Er wird damit der Nachfolger des zurückgetretenen Ministers Ruchlow. Trepow gehört mit zu den schärfsten Reaktionären Rußlands. Vor der Strafkammer des Berliner Landgerichts III hat in der vergangenen Woche eine Verhandlung gegen zwei Frauen stattgefunden, die der aus Amerika zu uns gekommenen Sekte der Gesundbeter ance hören. Scientisten oder Anhänger der „Christian Scienee“, der christlichen Wissenschaft, nennen sich diese Leute, deren Zahl sich jenseits des großen Teiches auf einige Millionen beläuft, während die Gesundbeterlehre in Deutschland erfreulicherweise nur in wenige, etwas anormal veranlagte„ dividuen Eingang gefunden hat. „Christian Science“ ist noch eine ztemnch seltsame Lehre baut sich auf dem Satz Heiligen Schrift auf:„Glaubet, und es wird euch geholfen werden. Auf ihr Buch: Wissenschaft und Gesundheit“ schwören die Nacheiferer der spleenigen Amerikanerin. Bei jedem Gottesdienst werden Kapitel aus diesem Buche vorgelesen. Daß es sich bei der„christlichen Wissenschaft" um überhaupt keine Wissenschaft handelt, sondern um einen groben Unfug, ergab die Gerichtsverhandlung zur Genüge. Die Seientisten glauben einen Kranken durch Gebet von seiner Krankheit heilen zu können. Daher vereinigen sie sich in ihren Kirchen in Amerika auch wohl zu großen Massengebeten, um besonders schwierige Fälle von Krankheiten zu Die Gesundbeterinnen, um die es sich bei der Gerichtsverhandlung in Berlin handelte, waren vie geschiedene Frau Husgen und die Privatlehrerin Ahrens, denen die Anklage zur Last legt, den Tod der schauspielerinnen Nuscha Butze und Alice von Arnault verschuldet zu haben. Die Angeklagten hatten als Anhängerinnen der Christian Science" zunächst die Hofschauvielerin Nuscha Bupe Zuckerkrankheit likt. nommen, die an der Jaue#####, titt. Durch Frau Butze wurde auch Fraulein v. Arnault mit den Angeklagten bekannt, die sich ebenfalls in deren Behandlung begab, oa sie an Hautkrebs litt. Die beiden kranken Frauen gerieten völlig unter den Einfluß der Angeklagten und gaben auf deren Rat jeden ärztlichen Beistand auf, indem sie Hilfe von den Gebeten und der seelischen Beeinflussung durch die Angeklagten erwarteten. Beide Patientinnen büßten ihre inilfen= Haft den Löhre handerr, ofe mit und Wesen nichts gemein der, nach Ansicht der medizinischen Sachver ständigen, bei beiden noch um Jahre hätte hinausgeschoben werden können, wenn eine sachgemäße medizinische Behandlung eingesetzt hätte. Das Verfahren gegen die Angeklagten kam in Fluß, nachdem der Ar der zunächst Frau Butze behandelt hatte, nach deren Tode Anzeige erstattete. Beide Angeklagte bestritten bei ihrer Vernehmung, sich irgendwie schuldig gemacht zu haben. Sie hätten an die Heilwirkung ihrer Ratschläge geglaubt und deren Wirksamkeit selbst erprobt.„„ 15 Ein großer Zeugen= und Sachverstandigenapparat wurde in der mehrtägigen Verhandlung gehört. Am letzten Sonnabend wurde das Urteil gefällt, das gegen beide Angeklagten auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten erkannte. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende u. a. aus, daß der Gerichtshof die Lehre der Scientisten für eine Irrlehre halte. Wenn hier Zeugen aufgetreten seien, die von Heilungen berichten, so beruhten diese nicht auf Tatsachen, sondern die Aussagen stellten Urteile der betreffenden Personen dar. Es könne auch zugegeben werden, daß in einzelnen Fällen, wo die Krankheit auf Einbildung, Hysterie und Hypochondrie oder auf ähnlichen Ursachen beruhe, durch die Stärkung der Willenskraft Besserungen eintreten. Bei den beiden Hosschauspielerinnen habe es sich äher um schwere organische Erkrankungen gehandelt. Durch die Beweisaufnahme ist erwiesen, daß eine starke Verschlimmerung in dem Vefinden der Patientinnen während der Behandlung durch die Angeklagten eintrat: da wäre es nach ihrer eigenen Lehre ihre Pflicht gewesen, sich von den Kranken zurückzuziehen. Nach alledem hat der Gerichtshof das Moment der fahrlässigen Tötung als vorliegend erachtet. Bei der Strafbemessung hat der Gerichtshof in Erwägung gezogen, daß es sich bei der Lehre der Scientisten um eine ganz unGunsten der Angeklagten kam, in Betracht, daß beide noch unbestraf ind und vonig von der Lehre der Scientisten gefangen genommen sind. * Gas gegen Pauschgebühr. Schlechte Erfahrungen mit der Lieferung von Gas gegen eine Pauschgebühr hat der Rat der Stadt Dresden gemacht. Er sieht sich jetzt genötigt, eine Bekanntmachung zu veröffentlichen, in der es u. a. heißt: In zahlreichen Fällen ist das Gas verschwendet oder zu anderen Zwecken, als zu denen die Entnahine gestattet war, verwendet worden. Wiederholte Mahnungen des Rates sind ohne Erfolg geblieben. Der Eintritt der lälteren Jahreszeit hat die Mißbräuche so vesentlich gesteigert, daß die ordnungsnäßige Versorgung der Stadt mit Gas gehrder wird. Es wird deshalb strengstens intersagt, Gas, das gegen Pauschgebühr entiommen wird, zu anderen Zwecken als zur eleuchtung und zum Kochen zu verwenden. Insbesondere ist den Inhabern der Pauschanlagen verboten, Gas zum Heizen zu verwenden oder die Benutzung der Gaskocher anderen Personen zu gestatten. Zuviderhandelnde werden unnachsichtlich der Bestrafung wegen Gasdiebstahls zugeführt. Außerdem behält sich der Rat vor, ohne Gewährung einer Frist bei den Pauschalinlagen die Entnahme don Gas zu Kochzwecken zu untersagen und die Entnahme von Gas auf Beleuchtungszwecke zu beschränken.— Die Inhaber von Pauschalanlagen werden daher aufgefordert, sich unverzüglich mit Brennstoffen zu versehen.— In anderen Städten hat man übrigens mit der Pauschalierung von Gas und Elektriität gute Erfolge erzielt. * Der Ring des Toten. Einer Samnelstelle vom Roten Kreuz in Braunschweig st aus dem Felde ein Schreiben zugegangen, das folgenden Wortlaut hat:„Bei der Bergung von gefallenen Kameraden des Infanterie=Regiments 92 wurde von Mannschaften seiner Kompagnie bei einem Gefallenen der übersandte Ring gefunden. Da die Leiche keine Erkennungszeichen trug, konnte der Name nicht festgestellt werden. Ich bitte, wenn es möglich ist, Nachfragen inzustellen, damit die Braut in den Beitz des Ringes gelangt. Die Leiche ist auf dem Schlachtfelde in der Champag e befraben. Unterschrift.“— Der mitüb andte goldene Trauring ist gezeichnet ner 1914“ und wird vorläufig in der Sa nelstelle des Roten=Kreuzes.laufvewahrt. Verantwortlich für die Redaltion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte, üb andte „V. Betzn der Sambewahrt. Dortmund. Dortmund, den 15. November 1915: Zu dem heutigen Schlactviehmarkt waren aufgetrieben 2219 Stück Großvieh 269 Kälber 25 Schafe, 308 Schweine. Bez. s. 100 Pfr 5 S 8 □ 2 G e S E 8 Bullen: Färsen u. Kühe: 56—62 96-107 48—5491—102 38—43 79—90 70—75125•134 62—68 119-131 1 Rinder. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemastele höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben(ungejocht) 70—75 125—135 b) vollfleischige, ausgemästete, im Alter von 4—7 Jahren. 62—66 116—124 c) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete.. 48—56 100—116 d) mäßig genährte junge, gut genährte ältere a) vollfleischige ausgewachs. höchsten Schlachtwertes d)vollfleischige, jüngere... c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes b vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren chältere, ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen..... 52—59 100-118 d) mäßig genährte Kühe u. Färsen 43—46 94-104 e) gering genährte Kühe u. Färsen 34—38 70—90 Gering genährtes Jungvieh(Fresser)— 2. Kälber a) Doppelender, keinste Mast..— d) feinste Mastkälber..... 85—88 137-142 c) mittlere Mast= und deste Saugkälber 75—80 125—133 d)geringe Mast= und gute Saugkälber 65—70 112—121 e) geringe Saugkälber. 57-62100—108 3. Schafe Stallmast= a) Mastlämmer und jüngere Mastschafe: hammel. b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe.. c) mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) Weide= a) Mastlämmer mastschafe: b) geringe Lämmer und Schafe 4. Schweine. a) Fettschweine, über 150 kg. 8 Jentner Lebendgewicht d) vollfleischige Schweine von 120—150 kg(240—300 Pfd.) Lebendgewicht 100-120 102-111 c) vollfleischige Schweine von 100—120 kg(200—240 Pfd.) Lebendgewicht 104-112 130-140 d) vollfleischige Schweine, 80—100 Kg. (160—200 Psd.) Lebendgewicht. 87-102 102-130 e) vollfleischige Schweine, unter 80kg (160 Pfd.) Lebendgewicht. 72.87 102-180 9 Sayen 96-118 120-135 Eilige NetTeh-Deber ziener u. 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Schlachthause fetter Speck an hier wohnhafte Familien, welche als Ausweis die Brotkarten= Umhüllung vorzeigen, zum Preise von de 1 80 Mk.#0 für das Pfund gegen Barzahlung verkauft werden. Die Abgabe erfolgt in Mengen von 2 Pfund. Der zu zahlende Betrag ist abgezählt zu entrichten. Die Brotkarten sind nicht übertragbar. Schwerte, den 15. November 1915. 5295 S 2 50 S 55 S 9 8 Die erste Besteigung des Bismarckgipfels in Siam. Taß der höchste Berg des siamesischen Königreiches, der Gipfel des mächtigen Toi Djiengdao=Massivs, unter dem Namen des deutschen Altreichskanzlers in der geographischen Wissenschaft erscheint, wird viele auf den ersten Blick überraschen; allein es war ein deutscher Forschungsreisender, der zum erstenmal diesen Gipfel eroberte, an dem der Engländer Swete und andere Reisende vergeblich ihre Kraft erprobt hatten. Erst jetzt legt Dr. Curt Hosséus, der Leiter der deutschen Siam=Expedition, die in den Jahren 1904 bis 1906 das Reich der weißen Elefanten durchquerte, der Oeffentlichkeit den Bericht jener Reise vor, die vor allem botanischen und ethnographischen Zwecken galt, einen stattlichen Band, der unter dem Titel„Durch König Tschulalongkorns Reich“ kürzlich in Stuttgart bei Strecker und Schröder erschienen ist. Hier gibt er auch die interessante Schilderung der Erstlingsbesteigung des Toi Djiengdao, durch die heute Siams höchster Berg zum„Bismarckgipfel“ geworden ist. Unsägliche Mühe hatte es gekostet, in der am Fuße Gebirgsmassivs liegenden Stadt Tjieng Dao das erforderliche größere Trägerpersonal zusammen zu bekommen, denn der Aberglaube des Volkes wähnt die hohen Berge von Teufeln bewohnt.„Die Teufel des Berges sind zu gefährlich,“ suchte der Schulze den Reisenden zu überreden,„niemand darf es wagen, ihnen zu nahen. Herr, laßt ab von eurer Absicht.“ Aber schließlich gelang es doch, 18 Träger zu finden, die gewillt waren, das Abenteuer zu bestehen, und die Stunde des Aufbruchs nahte. „Außer den rein wissenschaftlichen Interessen," berichtet Hosséus,„kamen bei dieser Bergbesteigung noch einige andere Gesichtspunkte in Betracht. Als Alpinisten mußte es mich reizen, als Erster dieses Gebiet zu betreten, dem schon mehrere nicht gewachsen gewesen waren, für den Forschungsreisenden war es von Interesse, festzustellen, wie hoch man mit 25 Eingeborenen, darunter 18 schwerbeladenen Trägern, an den steilen Hängen hinaufkommen kann, eventuell ohne Wasser; rein menschlich aber lockte die Befriedigung, den Bann, der auf dem Berge lastete, zu brechen. Wissen ja doch die Lao aus dem Mißlingen oder unglücklichen Ausgang einer solchen Tour für ihren Aberglauben mächtig Kapitol zu schlagen. Im Anfang geht alles gut, nur ein Trinker sinkt, von einem Hitzschlage getroffen, nieder und muß zurückbleiben; noch einmal können die Wasservorräte ergänzt werden, dann aber beginnen an steilen, zerklüfteten Kalkböschungen die Schwierigkeiten. Am Abend des ersten Tages ist glücklich eine Höhe von 1300 Metern erreicht; hier wird die Nacht verbracht, unter Verzicht auf Wasser, nur kärglicher, halbgekochter Reis stillt den Hunger. Am nächsten Morgen beginnt der Weitermarsch; die durstigen Träger bohren die Bambusse an, um die faule und bittere Flüssigkeit, die der Stamm enthält, zu trinken; als die Mittagsrast kommt, zeigt sich, daß ein großer Teil der vorsichtigerweise mitgeführten Konserven gestohlen ist; dann weiter hinauf, und am Aebnd gar nur ungekochter Reis zur Nahrung, da die Wasservorräte erschöpft sind. Aber die Anstrengungen sind nicht vergebens, der Gipfel winkt, noch eine kurze, anstrengende Kletterpartie an den karrigen Felsen des Ostgrades, und endlich ist der erste Gipfel erreicht. Nach kurzer Rast beginnt der Aufstieg zu dem letzten höchsten, zu der 2200 Meter hohen Spitze des Bergmassivs. Das Panorama, das sich hier den Blicken bot,“ so schreibt der Verfasser,„war ungeahnt und unvergleichlich schön. Vereinzelte, bis 10 Meter hohe Palmen an der Peripherie der unbewaldeten Höhen geben dem Bilde einen märchenhaften Reiz. Endlich ist der höchste Gipfel erreicht, um die Mittagsstunde des 18. Februar 1906. Nach dem alten Rechte der Namensgebung, das dem Forschungsreisenden, der zuerst eine unbetretene Stätte erreicht, zusteht, erfolgt die Taufe des einsamen Gipfels über diesen stillen Tälern, in die„die grausame Kultur mit dem Kohlendampf ihrer Lokomotiven noch nicht ihren Einzug gehalten". Noch war ich allein, Herr der Situation. So flüsterte ich denn entblößten Hauptes:„Bismarckgipfel". Mit diesem Namen war die hehre Stille und erhabene Größe der Natur nimmermehr entweiht. Bei dem Rastplatz meiner hungernden drei Begleiter wurde dann im Schatten einer Eiche die feierliche Weihe des„Bismarckgipfels“ unter dem Echo einer Gewehrsalve mit einem kräftigen Hoch auf Kaiser und Reich vollzogen. Meinen Eingeborenen war gar feierlich zumute, und diese Stimmung wurde noch erhöht, als ich den spärlichen Proviant unter sie verteilte. Ich selbst aber hatte Hunger und Durst vergessen, war mir doch das Glück zuteil geworden, den Teufelsberg als Erster bezwungen zu haben.. Allerlei Eine Statistik der Briefkästen. Die meisten Briefkästen hat nach einer Zusammenstellung des Weltpostvereins Deutschland, nämlich 155 700, während die ganzen Vereinigten Staaten nur 144600 Briefkästen aufweisen. In allen anderen Ländern erreicht die Zahl nicht 100000. Frankreich steht mit 79 700 an erster Stelle, dann kommt BritischIndien mit 75000, Großbritannien mit 71 900, Japan mit 67000, Oesterreich mit 44 400, Italien mit 39 700, Rußland mit 31 700, Ungarn mit 15000 und die Schweiz mit 13 400, Dänemark mit 12000 und Belgien mit 11 100. Unter 10000 Briefkästen haben Spanien, das 9000 besitzt; Holland weist 6200 auf, Portugal 6100, Norwegen 5200, Rumänien 4800, Südafrika 4000, Bulgarien 3300 und Argentinien 2600. In Persien zählt man 17 Briefkästen und in Abessinien 6. Sumur. Mitleid. Ein kleiner Junge, der längere Zeit einem sehr geizigen Onkel zugebracht hatte, ging mit seiner Mutter spazieren. Unterwegs trafen sie eine bekannte Dame, die ein niedliches graues Windspiel bei sich hatte. Der kleine Richard, der noch nie ein so zartes Hündchen gesehen hatte, legte dem Tier seine Arme um den Hals und rief, von tiefem Mitleid ergriffen:„Armes Hündchen, ist es auch Onkel zu Besuch, daß es so dünn ist?“ * Moderne Malerei. Kenner:„Wie realistisch Sie malen! Beim Anschauen Ihres Bildes läuft mir ordentlich das Wasser im Mund zusammen!“ Maler:„Was? Bei einem Sonnenuntergang?“ Kenner:„Ach, das ist ein Sonnenuntergang? Ich dachte, es sei Setzei mit Spinat!“ — Sovat * . Saög 9 3— B IIn für den kreis börde S 41 Jabrgang O Grlles und älteltes Cagesorgan des Kreites. O haupt-Annoncenblatt □ Unterhaltungs Beilage zu Nr. 269. Dienstag, 16. November 1915. # S S * 8. S G. S 5 8 = S.S8pSBSSR 3%SE S5SUSEGSBEES " S 328s S 9• * u. K 2 s S 25SE SEoSTEG - PPSRET E gas Gesrps G UTAN * S 5HUSS 2 S S 5 E* # 5 -#8 90g S e SSLESTSE SCOGEEEEE S SSR 8 0 eSS Die Maske vornehmer Ruhe und Gleichgültigkeit, die er sonst meist zur Schau trug, ließ er nun, da er sich ganz unbeobachtet wußte, fallen. Es wäre ihm auch in Wahrheit schwer möglich gewesen, sich noch länger inmitten seiner Gäste als freundlicher, aufmerksamer Hauswirt zu zeigen. g. Ju, 8.5 M. Er hatte aufgeatmet, als sie sich für eine Zeit auf ihr Gastzimmer zurückgezogen und ihn von seinen Pflichten befreiten.. 4 6 mahl s. Graf Heinrich Steinberg war sich selost wohl kaum klar, weshalb er heute in einer so seltsam erregten Stimmung sich befand. Schon am Vortage, als er seit längerer Zeit zum erstenmal wieder Baronin von Werbach gesehen hatte, fühlte er, wie allmählich eine wachsende Unruhe von ihm Besitz ergriff. Weshalb 89685bh.. Mecas ten u.: der Arst uch Mit einem muden Nachgeben uieß der Graf fah auf einen der vielen umherliegenden Holzstöße nieder. Ja, weshalb regte ihn der Anblick dieser Frau immer wieder so mächtig auf? War. auch er einer der vielen, welche gleich den Motten, die das verderbliche Licht umschwirren, sich um die schöne Otta drängten, ohne alle Hoffnung, je einen andern Loin zu erhalten als höchstens ein freundliches Lächeln, ein Nicken, einen herzlichen Gruß? Und doch kamen sie alle immer und immer wieder von neuem beran!.,.. 5.21 sämer Matten“ Graf Heinrich Steinoerg male schier. Motten! Ja, Motten waren sie alle! Und Baronin Otta sah ruhig die Qualen, welche sie in so vielen Herzen erregte. Sie war daran gewöhnt und hatte nur noch ein kühles, nachsichtiges Lächeln für alle die HuldiIhn aber— ihn hatte sie zu ihrem Freunde erNächst ihrem Schwager, dem Freiherrn Ludwig von Werbach war Graf Steinberg so ziemlich der einzige, welcher das Vertrauen der schönen Frau genoß. Und deshalb kannte er sie auch weit besser als alle die vielen anderen. Wahrscheinlich hatte er auch aus diesem Grunde schärfer gesehen als die übrigen Jagdgäste, und auch als Doktor Christians, welcher sonst ein sehr guter Beobachter war.—4. glinzand. Das verstörte Wesen, die sieverhast giunzenden Augen, das Zittern der schönen Hände— alles dies war dem Grafen Steinberg sofort aufgefallen, als Otta gestern zur Gesellschaft traf. Ihr Zurückbleiben dann von der Jagdpartie war ihm sonderbar erschienen. Und diese ganz seltsame Vision der letzten Nacht—— Er legte die Hand an die Stirn und dachte scharf nach. Was war das eigentlich gewesen, was ihn so erschreckt hatte? Nichts als ein Gebilde seiner Phantasie! Nein— weiter nichts!— Er war nach Mitternacht ganz allein— vollständig losgelöst von der übrigen Jagdgesellschaft— durch den Hochwald gewandert. Zum Jagen hatte er keine Lust; ein dunkles Gefühl starker, innerer Unrast trieb ihn fort. In der Dunkelheit verwechselte er die Wege, und dort, wo sein Gebiet an das des Freiherrn von Werbach grenzte, dort stand er plötzlich an der großen Landstraße, welche zum Jagdschlößchen des Barons Pührte.# 7#. mar tt. tamen fnst Es war zuerst sehr monchen gemesen, später fiel ein Nebel ein, der alles ringsum in einen leichten, duftigen Schleier zog. Eben hatte er sich— ärgerlich über den falschen Weg, den er eingeschlagen— zurückgewendet, als ein dumpfes, nahendes Geräusch ihn aufblicken ließ. Und da kam es heran, schattenhaft, in rasender Eile, ohne Lichter— ein Automobil. Rasch sprang er zur Seite; da sauste es schon vorüber an ihm. Nur eine einzige, kurze Sekunde lang sah er es. Im fahlen, unsicheren Mondlicht blitzten einen Moment die blanken Speichen der Räder auf, man sah den silbergrau gestrichenen Wagen. Und darinnen— ja— darinnen saß er selbst in seinem Autopelz mit der schwarzen Verbrämung, mit der großen Autobrille— er selbst! Graf Heinrich Steinberg sprang empor. Wie ihn nur die Erinnerung schon erregte! Denn er hatte sofort die ganz bestimmte Ueberzeugung, daß dies sein eigenes neues Auto sei, die„Florida“, und sein neuer Pelz und seine Brille— Lächerlich! Wie kam er nur auf diese wahnsinnigen Gedanken! Die Chauffeure waren alle fort, die Autos standen ruhig im Schuppen. Wer sollte in seinem Wagen eine so rasende nächtliche Fahrt unternehmen?, im Tarse.1 6 Aber Baronin Otta war allein im Forsthause: Sie hatte die Chauffeurschule besucht. Die Straße, wo er das Auto traf, war diejenige, welche nach Schloß Werbach führte.. 1— gatte uuch er 4. Und jetzt— jetzt eben hatte auch er, als er über den Hof ging, das blasse, leidvolle Gesicht droben am Fenster gesehen. Der Chauffeur hatte ganz recht! Wie ein Geist sah sie aus, die schöne Frau! Und sie hatte mit starren Augen niedergeblickt auf die Leute im Hofe, welche die Autos aus dem Schuppen Mit schweren Schritten ging der Graf nach der Ecke, in weicher seine„Florida“ untergebracht war. Er selbst hatte Otta das kleine Auto gezeigt. Die„Florida“ stand genau an derselben Stelle wie gestern. Mit unsicheren Händen schob er den Wagen ein wenig hervor. Das Auto war seit seiner ersten Probefahrt noch nicht geputzt worden; sein Knecht war nicht hier. So war das kleine, zierliche Gefährt noch von damals stark mit Schmutz und Kot bedeckt. Irgend etwas Besonderes war nicht zu entdecken. Und dort— er öfsnete mit einer raschen Bewegung den Kasten danrben—, dort hing ja auch ein Pelz am selben Haken, wie immer. Auf dem Holzbrettchen lag die Beille, welche er bei seinen Touren Der Graf lächelte jet über sich selbst. Was hatte er denn eigentlich vermutet? Irgendetwas ganz Unmögliches, das er kaum recht auszudenken magte! Und das ihm doch so wehe tat, so furchtbar wehe! Graf Heinrich Steinberg war ein aller und treuer Freund des Freiherrn Ludwig von Werbach. Er hätte ihm jedes Erdenglück gern gegönnt. Aber der Gedanke, daß Otta an dem Schwager mehr hängen könne als an ihm— dieser Gedanke machte ihn fast wahnsinnig. Er hatte sich begnügen müssen mit der Freundesrolle, welche sie ihm zuteilte. Aber daneben stehen und zuschauen, wie sie einem anderen ihre Liebe schenkte— das wäre über seine Kräfte gegangen. Solange ihr Mann lebte, hatte ja das Geschick Schranken aufgebaut zwischen ihr und allen anderen Männern. Es hatten sie viele angeschwärmt, aber niemand konnte sich einer wirklichen Huld dieser eigenartigen, stolzen und sogar etwas hochmütigen Frau rühmen. Baronin Otta hatt: ikre Pflichten stets strengstens eruht.„arr: trat, f.ing anf##g B. Sie war ihrem Manne trog seiner endlosen Reisen, auf denen er bekanntlich ein sehr stottes Leben fährte, eine getreue Frau gewesen, seine Launen und Leidenschaften hatte sie äußerst gelassen hingenommen, und nie war ein Wort der Kloge über ihre Lippen gekommen. Ihren beiden Söhnen galt ihre ganze reiche Fürsorge. An diese jungen Menschen hing sie all ihr Hoffen und ihre ehrgeizigen Wünsche; sie lebte nur in dem Gedanken an die Zukunft dieser Söhne, welche nun schon zu jungen Männern herangereift waren. (Fortsetzung folgt.) Ssc Wren crcer ) Denkspruch. Die Lugenden des Helden sind alle politiv. Leben g benck und weckend, es sind„schenkende Cugenden“: Opfermut, Creue, Reglosigkeit, Ehrkurcht, Cap'erkeit, Fiömmigkeit, Gehorlam, Gü#e. Es linck kriegerische Lugenden, Cugenden, die ihre volle Entfaltung im Kriege und durch den Kieg erleben. Werner Sombait (Händlei und Helden). 135 Wie es geht. Eine Geschichte von Rudolf Zollinger. (Nachdruck verboten.) Nur ein einziger Passagier hatte auf der kleinen Gebirgsstation den Personenzug verlassen, und die Beamten auf dem Bahnsteig schienen fast verwundert, daß sich um diese Zeit überhaupt noch ein städtisch gekleideter Reisender hierher verirrte. Denn die Hauptzeit der Touristen und Sommerfrischler war vorüber, die großen Hotels waren geschlossen, und mit den letzten bunten Blätter schienen die Herbststürme auch die letzten von den jungen Malern hinweggefegt zu haben, die es sonst in diesem Erdenwinkel immer noch am längsten aushielten. Für einen langen Aufenthalt hatte sich der neue Ankömmling denn auch offeubar nicht eingerichtet. Er führte nur eine kleine Handtasche bei sich und lehnte mit einem Kopfschütteln die angebotenen Dienste des Gepäckträgers ab. „Einen Wagen nach Obermoos möcht' ich haben,“ sagte er.„Hoffentlich wird doch noch irgendein Lohnfuhrwerk aufzutreiben sein?“ „Freilich— drüben der Unterwirt in Rieding kann Ihnen schon eins stellen.— Es ist nur eine kleine Viertelstund' von hier. Wenn Sie sich auf der Landstraß' halten, können Sie's nicht verfehlen.“ Ueber das Gesicht des Mannes, der sehr vornehm, aber ein wenig verfallen aussah, ging ein Lächeln. „Ich denke wohl, daß ich's nicht versehlen werde,“ meinte er und drückte dem Gepäckträger ein Geldstück zum Dank für die Auskunft in die Hand.„Vorausgesetzt, daß das Haus des Unterwirts noch auf dem nämlichen Fleck steht wie vor zwanzig Jahren.“ Und er wandte sich dem nahegelegenen Dorfe zu wie einer, dem Weg und Steg wohlvertraut sind. Uebermäßig eilig aber hatte er's allem Anschein nach nicht. Und als er das Stationsgebäude erst um ein paar hundert Schritte hinler sich hatte, blieb er stehen, um seinen Blick weit in die Runde schweifen zu lassen. „Zwanzig Jahre!“ murmelte er in sich hinein. Und dann, mit einem Kopfschütteln hinterher: „Aber damals war's schöner wie heut! Der Spätherbst ist wohl nicht die rechte Zeit, um eine Frühlingserinnerung aufzufrischen.— In der Natur wie im Leben — es hat eren alles seine Zeit.“ Sein Ce,icht war ernst geworden. Und der feuchtkalte Wind, der stoßweise von den Bergen herüberkam, ließ ihn trotz seines warmen Ueberrockes ein paarmal fröstelnd erschauern. „Der Teufelsjunge!“ brummte er.„Na, er soll mir bei Gott die'e unfreiwillige Reise gehörig entgelten.“ Im Gastzimmer des Unterwirtshauses war kein Mensch, aber als der Ankömmling durch energisches Aufklopsen seine Gegenwart kundgegeben hatte, erschien eine nette, dralle Frau, die sich freundlich nach seinen Wünschen erkundigte. „Einen Wagen nach Obermoos?— Ja, den kann der Herr wohl haben. Der Sepp soll sogleich einspannen. In zehn Minuten oder so kann's wohl geschehen sein.“ „Ich danke Ihnen. Und bringen Sie mir, bitte, was Wärmendes zu trinken. Euer Oktoberwind dringt einem ja bis auf die Knochen.“ „Ein Kirschwasser vielleicht?— Wir haben eins, das gut seine zwanzig Jahre alt ist.“ „Ja, das möcht' ich haben. Aber Sie selbst, Frau Wirtin, sind doch wohl noch keine zwanzig Jahre am Ort?— Sonst könnt's schon sein, daß wir alte Bekannte sind. Es gab damals viel hübsche, flachsköpfige Dirndln in Rieding.“ Sie schüttelte lachend den Kopf. „Ich bin von Mariazell, Herr, und hab' erst vor vier Jahren den Unterwirt geheuert. Ta ist's doch wohl nichts mit der alten Bekanntschaft.“ „Nein“, sagte er und trat aus Fenster, während sie hinausging, das Bestellte zu holen. Er dachte daran, wie oft er an diesem Fenster gestanden, um nach einem lieblichen jungen Wesen auszuspähen, das ihm über die niedrigen Hecken hinweg aus dem cecenüberi g nden Hause zuzuwinken pflegte. Das Haus war wohl noch da, aber die Hecken und Bäume waren so hoch geworden, daß sie das Fenster ganz verdeckten. Und einen häßlichen, nüchternen Schuppen hatten sie inzwischen auch noch aufgerichtet, der den Ausblick versperrte. „Es ist alles anders geworden,“ murmelte er,„und sie sitzt vermutlich irgendwo im Dorfe als behäbige Ehefrau im Kreise ihrer zahlreichen Familie. Aber ich müchte wohl wissen, ob sie noch manchmal an mich denkt.“ Und als die freundliche Wirtin wieder hereinkam, fragte er nach einem kleinen Zaudern: „Können Sie mir nicht sagen, liebe Frau, was aus der Kreszenz Reiner geworden ist? Sie war die verwaiste Tochter des Schullehrers— das heißt, damals, vor zwanzig Jahren.“ Die Gefragte dachte nach und schüttelte den Kopf. „Den Namen hab' ich nimmer gehört. Hier in Rieding ist sie jedenfalls nicht mehr. Und sie muß wohl schon lang fort sein, daß ich so gar nichts von ihr weiß.“ Der Fremde schien ein wenig enttäuscht, aber er fragte nicht weiter. Den Platz am Fenster indessen verließ er nicht mehr, bis der Einspänner vorgefahren war. Und wie ihn dann der Sepp durch das langgestreckte Dorf und durch den regennassen Wald über die Höhe kutschierte, da hefteten seine Augen bald da, bald dort an einer Stätte, die ihm gewissermaßen geweiht war durch eine süße Erinnerung. Und immer heißer quoll in seinem für die Seligkeit der Liebe längst erstorbenen Herzen ein Gefühl der Wehmut auf, daß alles so ganz, ganz anders geworden war, und daß dem Menschen eine gar so kurze Frist gegeben ist für die holdesten aller Freuden. Auch ein klein wenig Reue wollte sich manchmal in diese Empfindung mischen; aber es war nur eine milde, flüchtige Reue, und er gewährte ihr nicht allzuviel Raum in seiner Seele. Als der spitze Kirchturm von Obermoos vor ihm auftauchte, fuhr er sich einmal mit der Hand über Stirn und Augen. „Jort damit!“ sagte er so laut, daß der Sepp sich schier verwundert nach ihm umdrehte.„Das wäre mir just die richtige Stimmung für meine Mission.“ Und eine recht unerfreuliche Mission mußte es wohl sein, die ihn zu so unwirtlicher Spätherbstzeit hierhergeführt hatte in die Verge. Denn als der Einspänner vor dem eseuumsponnenen. Lehrerhäuschen hielt, das der Fremde dem Sepp als Ziel der Fahrt bezeichnet hatte, machle er ein gar finsteres und streuges Gesicht. (Schluß folgt.) Man bedenke: Für ein mittelgroßes Gehöft bedeutet allein das Vorhandensein von 100 Ratten eine Vermögenseinbuße von 450 Mk. für das Jahr (beide Ziffern sind niedrig gegriffen!) Auch die Gefahr der Seucheneinschleppung ist eine erhöhte. Die Natten verschleppen bekanntlich Pest, Typhus, Maul= und Klauenseuche, Brustseuche der Pferde, Krätze u. a. m. Abgesehen davon ist gegen die Schädlinge im vergangenen Jahre nicht in dem Maße wie sonst vorgegangen, wodurch die Verbreitung der Nager außerordentlich begünstigt worden ist. Energische Schritte gegen dieselben sind daher unbedingt erforderlich. Wir empfehlen dringend, daß Güter, ganze Dörfer, Gemeinden, Kreise usw. sich zu gemeinsamen Handeln zusammentun!(Preuß. Verwaltungsbl.) **(Kirchliches.) Die jeden Donnerstag abend in der größeren evangelischen Kirche stattfindende Kriegsandacht fällt in dieser Woche des morgigen Buß= und Bettages wegen aus. (Metallanmeldung.) Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß heute abend 6 Uhr die Frist abläuft, in welcher Zeit die Anmeldung der Haushaltungsgegenstände aus Reinnickel, Kupfer und Messing bei der Polizeibehörde bewirkt werden muß. **(Ein lebhaftes Schneetreiben) setzte gestern nachmittag ein und hielt, mit kurzen Unterbrechungen, bis gegen Abend an. Die von der Jugend ersehnte weiße Decke stellte sich indes nicht ein, denn der gefallene Schnee wandelte sich auf den Straßen rasch in Wasser um. Unter der Einwirkung des Schneefalles hat sich die Luft aber so erheblich ahgekühlt, daß der nächste Schneefall, wenn er bald folgt, der Jugend die ersten Winterfreuden Schlinder= und Rodelbahnen, sicher bescheren wird. **(Ueber einen Ausflug der Verwundeten) des evangel. Krankenhauses nach Ergste wird uns noch nachträglich geschrieben: An einem Tage der vergangenen Woche waren die Verwundeten des Vereinslazarettes wiederum eingeladen. Diesmal war die Gemeinde Ergste und zwar der evangelische Frauenverein derselben es, der die Krieger eingeladen hatte. Im Kage=Beckmannschen Saale fand die stattliche Schar einen freundlichen Empfang. Bei Kaffee und Kuchen schwanden schnell die Stunden. Herr Pastor Schulze=Nölle bes grüßte Namens der Gemeinde die Anwesenden, ebenso der Herr Amtmann Overbeck und der Herr Gemeindevorster Herr Gutbes. Hidding hatte die Freundlichkeit, die Gäste, die nicht gut zu Fuß waren, mit Wagen abholen und wieder nach Hause bringen zu lassen. Allen denen, die so freundlich waren und für die Gäste gesorgt haben sowohl durch ihr Interesse und durch ihre Worte als auch durch Betätigung der Gastfreundschaft, sei auch an dieser Stelle noch einmal herzlichst gedankt. der **(Keine neuen Schulbücher.) Die Umgestaltung 's Geschichtsunterrichts an den höheren Schulen ist zum Teil jetzt schon angebahnt worden, wird aber ihre volle Celtung erst von Ostern k. J. ab erhalten. Inzwischen sind die Verleger von Geschichtsbüchern vielfach darauf bedacht, schon jetzt die Herausgabe neuer Lehrbücher zu veranstalten, hierdurch würden natürlich den Eltern schulpflichtiger Kinder bei den ersorderlichen Neuanschaffungen Kosten entstehen. Um dem vorzubengen, hat, wie der Berliner Lokalanzeiger erfährt, der Kultusminister bestimmt, daß an die Amarbeitung von Lehrbüchern, insbesondere ron Geschichtsbüchern nicht eher herangegangen werden soll, als bis ausreichende Erfahrungen auf diesem Gebiete gemacht sind und eine volle Klärung der Frage erreicht ist. Danach wird jedenfalls in den nächtten Jahren, mindestens aber während des jetzigen Krieges, eine Neuanschaffung von Schul= und Geschichtsbüchern oder eine neue Auflage solcher Lehrbücher für die Eltern nicht in Betracht kommen. Aus Welt und tk. Wie lange wiro der Priegn dauern? Darüber wird niemand Ausfunsgeben können. Er kann noch lange dauern. Viele aber, besonders die Gelehrten der Geschichte, warten auf ein Ereignis, das dem grimmen Völkerringen mit einem Schlage über Nacht ein Ende machen soll. Im Volke lebt jedenfalls durchweg das dumpfe Gesühl, daß es noch recht lange dauern kann, und aus diesem Gefühl heraus ist ein Inserat zu verstehen, das da lautet:.“ Solange Vorrat reicht, ofseriere: geräuch. Schinken, allerseinste Ammerländer Dauerware, mild gesalz. Hinterschinken m. kurz. Bein, 6—15 Pfd. schwer, vorzüglich geeignet, ins Feld zu schicken, weil jahrelang haltbar, p. Pfd. M. So ein Blick in die Spalten der Zeitungen ist überhaupt von manchem Gesichtspunkte interessant. Wir merken da, daß wir's tatsächlich noch aushalten können, so weh es auch manchem ums Herz und manchem sorgenden Geschäftsmann ums Portemonnaie sein mag. So allerlei Gemülsmenschen zeigen uns immer wieder, daß zu Beunruhigungen keine Veranlassung vorliegt, und das spiegelt sich dann in den Inseraten der Zeitungen wieder. Man faßt. es kaum, aber es ist Tatsache, daß in einem Berliner Blatte kürzlich folgendes Inserat zu lesen war: Skat=Unterricht wünscht älterer Herr gegen mäßige Vergütung. Offerten Am. 981 Filialexped. Potsdamerstr. 138. Es gibt also noch Leute, die sich nicht aus der Fassung bringen lassen. Gott sei Dank! Lieb Vaterland, kannst ruhig sein; wir spielen Skat! tk. Eine(Stundengeschwindigkeit von 137 600 Kitometern. Ein englischer Mathematiker hat sich dieser Tage den Scherz gemacht, die Stundengeschwindigkeit eines Erdenbewohners, der auf seiner Scholle sitzen bleibt, aber durch die Bewegung der Planeten im Universum weiterbewegt wird, zu berechnen. Er ist dabei auf eine Zahl von 137600 Kilonetern gekommen. Die Erde allein legt durch ihre Drehung um die beiden Pole stündlich 1600 Kilometer zurück. Dabei ist noch nicht der Weg der elliptischen Erdbahn rings um die Sonne berechnet; die Zahl dafür ist 106 000 Kilometer in der Stunde. Das ist aber nicht alles. Denn auch die Sonne bewegt sich im Weltenraum mit einer Tagesgeschwindigkeit von 701 000 Kilometern, also rund 30 000 Stundenkilometern. Zählen wir diese drei Zahlen zusammen, so erhalten wir in der Tat die Zahl 137 600 als Stundenleistung eines Erdenbewohners ohne dessen Zutun. Das bedeutet also etwa dreieinhalb Mal die Länge des Aequators oder fast 1000 Kilometer in der Sekunde! Im Tage errechnet sich eine Summe von 3 Millionen Kilometern, im Jahre über eine Milliarde, Zahlen, die räumlich kaum auszudenken sind. Wie kläglich nehmen sich dagegen unsere Schnellzugsgeschwindigkeiten aus, ja selbst die Uebertragung des elektrischen Funkens im Fernsprecher= oder Fernschreiberverkehr we gegen fast bedeutungslos. rden daBücherlisch. Alle unter dieser Rubrik besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. „Der Wall von Eisen und Feuer“. Der Verfasser des so betitelten, soeben bei Brockhaus erschienenen Buches, Professor Dr. Georg Wagner, ist als Geograph und Forschungsreisender, als Berater und Begleiter des Kronprinzen auf seiner Indienfahrt, als gründlicher Kenner von Land und Leuten in allen Winkeln der Erde, als geistreicher Planderer und Vortragsmeister dem deutschen Publikum längst vorteilhaft bekannt. Seit Beginn des Weltkrieges weilt er im Hauptquartier des Westens. Der billige Preis von 1 Mk. für fast 200 Seiten Text und die reizvolle bildliche Ausstattung werden dem Buch obendrein weiteste Verbreitung wir ihm von Herzen! wünschen Gartenlaube=Kalender 1916. Zum zweiten Male in ernster Kriegszeit erscheint in neuer Auflage der „Gartenlaube=Kalender“ für das Jahr 1916(Vervon Ernst Keils Nachfolger, August Sher!), Leinzig, Preis 1 M. Auch dieser Jahrgang erzählt von hartem Ringen und von den schönen Ersolgen unserer Volkssöhne in Waffen. Unter den vier Kunstbeilagen befinden sich die Vilder des Generalfeldmarschalls von Hindenburg und des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Das Kalendarium ist von Ilse Schütze=Schur neu gezeichnet. Die Bergstadt. Herausgeber: Paul Keller, Bergstadtverlag Wilh. Gottl. Korn, Breslau k. Die„Bergstadt“ betätigt sich auch darin als geistiges Gemeindewesen, daß sie ihren gefallenen Heldensähnen im eben erschienenen Novemberheft eine Chrentafel errichtet hat. Das außerordentlich Blatt ist von W. Krain gezeichnet. Wochenmarkt. heutige Wochenmarkt war nur schwach beDie Preise stellten sich wie folgt: Birnen Pfund 8—25 Pfg., Acpfel Pfd. 8—25 Pfg., Weintrauben Psd. 80 Pfg., Wallnüsse Pfd. 60 Pfg.Wurzeln 2 Psd. 25 Pf., Steckrüben Stück 10—15 Pf., Notkehl 20—40 Pfg., Weißkohl 15—25 Pf., Butterkohl Pack 10 Psz., Winterkohl Stück 5—10 Pfg., Blumenkohl Stück 50—60 Pfg., Rosenkohl Pfund 30 Pfg., Kohlrabi, Stück 8—15 Pfg., Spinat Pfund 20 Pfg., Feldsalat Pfund 30—40 Pfg., Endivien Stück 10 Pfg., Zwiebeln Pfund 25—30 Pfg., Rindfleisch Pfund 95—110 Pfg., Schweinefleisch Pfund 1,40 Mk. Gottesdienste. Evang. ref. Gemeinde. (Buß= und Bettag.) roch 9½ Uhr: Pastor Terberger. Evang. luth. Gemeinde. (Buß= und Bettag.) Mittwoch 9 Uhr: Beichte. 9½ Uhr: Pestor heil. Abendmahl. 5 Uhr: Pastor Ohlig. Gemeinde Westhofen. (Buß= und Bettag.) Mittwoch 10 Uhr: Pastor Klinker. Kath. Pfarrkirche, Schwerte. (Buß= und Bettag.) 6 Uhr: Aussetzung des Allexheiligsten. 6¼ Uhr: Stille hl. Messe, Kaplan Röscler. 7½ Uhr: Frühchulmesse, Schnurbus. messe. 10 Uhr: Hochemt. 11 Uhr: Armenseelenstunde. 12 Uhr: Aubetungsstunde für den 3. Orden. 2 Uhr Vesper. 3 Uhr: Anbetungsstunde für die FrauenVereine. 4 Uhr: Anbetungsstunde für die Jungfrauen und Erstkommunikanten. 5 Uhr: Stille Anbetung. 6 Uhr: Schlußandacht mit Tedeum. Verantwortlich für die Redaktion Friedr, Kraas u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwert„En rruueumsmmmen ue H. Said in Flaschen empfiehlt 5299 Goldwaren und Schmucksachen Moderne Colliers, Medallions, Anhänger in jeder Art. Damentinge und Herrenringe in den modernsten Fortien, Broschen und Ohrgehänge, Armbänder, Kreuze, Vorstecknadeln, Damen- und Herren- Uhrketten in 10 verschiedenen Qualitäten, Brillant-Ringe, Brillant-Broschen, Brillant-Ohrgehänge etc. Sehr grossefAuswan!! Billigste A. Eick& Comp. Makulaturpapier empfiehlt billig Carl Braus. 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In den langen Mionaten des Weltkrieges haben wir einen tiefen Einblick in diese Riesenarbeit gewonnen und sind in der Lage, heute einem neuartigen illustr. Original-Prachtwerk unter dem Titel: „ WVch herausgegeben von Dr. Paul Wiesener ein wahrheitsgetreues, lebendiges Gesamtbild der gewaltigen Grösse des Krieges zu bringen. Wir lernen das Leben und die Leistungen kennen unserer Heerführer, unserer Offiziere, unserer tapferen Krieger aller Wattengattungen. Nir werden bekannt mit der Riesenarbeit des Sanitäts- und Versorgungswesens, den heistungen der Intendantur, des Etappenwesens, der Heimarbeit; kurz mit der fausendfältigen Organisation eines Weltkrieges. Jeder wird gewiss gern und mit hohem Interesse von den Erlebnissen und kühnen Einzeltaten von dem Leben im Felde, an und hinter der Front Näheres lesen wollen.— Hunderte von Illustrationen erhöhen die Arschaulichkeit und bilden im Verein mit den packenden Schilderungen ein Dokument von dauerndem Werte für jede Familie, jeden Angehörigen, wie für die Kämpfer selbst. Unseren Hesern liefern wir dieses vornehm ausgestattete Werk für den ausserordentlich billigen Preis WanIx elegent gebunden, auf Kunetdruck gedruckt von Nur's Harn mit zahlreichen Illastrationen der nur durch Herstellung von Massenauflagen ermöglicht ist. Jung und Alt wird seine Freude daran haben. Auf jedem Familientisch, in jeder Hausbibliothek wird es einen Ehrenplatz einnehmen. Ein herrliches Weihnachtsbuch. • 35 9 95 Solange der Vorrat reicht ist dieses Werk zum obigen Preise zu haben in der Duchhündlung Sart Drade Schwerte(Ruhr), Große Marktstr. 3—5. Schwerte(Ruhr), Große Marktstr. 3—5. 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I Allen russischen Arbeitern männlichen und weiblichen Geschlechts ist es bis auf weiteres auch künftighin verboten. rechtswidrig das Inland zu verlassen. Nicht betroffen werden von diesem Verbot lediglich diejenigen durch Arbeitsverttäge nicht gebundenen weiblichen und im Alles von unter 17 oder über 45 Jahre stehenden männlichen Arbeiter, welche im Besitze einer direkten Fahrkarte nach einer Eisenbahnstation eines neutralen Landes sowie eines von der gesandtschaftlichen oder konsularischen Veriretung des neutralen Staates visierten Passes sind und den für die Ueberschleitung der Reichsgrenze bestehenden Vorschristen genügen. Sämtliche russischen Arbeiter und Arbeiterinnen dürfen die srenzen des Ortsbezirks(Gemeinde= und Gutsvezick) ihrer Arbetisstelle, soweit nicht der Besuch des sonn= und festtäglichen Gottesdienstes in der der Arbeitsstelle nächstgelegenen Kirche ihrer Konfession in Frage kommt, nicht andets als mit schriftlicher Genehmigung der Ortspolizeibehörde überschreiten. I Der Uebergang in eine neue Arbeitsstelle ist nur unter Beachtung der für die Umschreibung der Arbeiter=Legitimationskarte gelienden Vorschriften zulässig und, wenn die Arbeitsstelle in einem anderen Ortsbezirk(Gemeinde= und Gutsbezirk) desselben Ortspolizeibezirks liegt, an die. Genehmigung der (Ortspolizeibehörde, wenn sie in einem anderen Oitspolizeibezirk liegt, an die Genehmigung des für die bisherige Arbeitsstelle zuständigen Landals(in Stadtkreisen des Ersten Bürgermeisters gebunden. ] Die für den Aufenthalt und die polizeiliche Meldung von auslägdischen Arbeitern bestehenden allgemeinen Vorschriften bleiden hierdurch unberühlt. S 3. ! Für die von dem Verbot des§ 1 betroffenen in der Landwirtschaft und ihren Nebenbetrieben beschäftigten russischen Arveiter gelten ferner folgende besondere Vorschriften: I Sie werden beim Ablauf ihrer derzeitigen Aibeitsverträge Ineue für die Wintermonate und das Wirtschaftsjahr 1916 geltende Arbeitsverträge abzuschließen haben und sind verIpflichtet, spätestens bis zum 31. Januar 1916 die Ausstellung der Arbeiter=Legitimationskarte für 19 6 bei der Orlspolizeibehörde zu beantragen.., gagmissern Sak. lchtach, Die Arbeitgeber haben sich zu vergewissern, daß letztgedachter Verpflichtung pünktlich nachgekommen wird, und haben die säumigen Arbeiter bis spätestens zum d. Februar dem zuständigen Landrat zu melden, hierbei auch mitzutellen, ob der Abschluß leines neuen Arbeitsvertrages erfolgt ist ooer nicht I Denjenigen russischen Arbeitern, welche beim Ablauf ihres Id'esjährigen Arbeitsvertrages einen neuen Vertrag noch nicht labgeschlossen haben, ist für oie Zett vom Ablauf des Vertrages dis zum Abschluß eines neuen von dem bisherigen Arbeitgeber Unterkunft und Verpflegung gegen eine vom Arbeitnehmer einzuziehende, erforderlichenfaus von seiner Sicherheitsleistung in Abzug zu bringende Entschädigung von 0,70 Mk. für den Kopf und Tag zu gewahren. § 4. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen im§ 1 werden mit Gesängnis bis zu einem Jahr bestraft Der Versuch V tolver..#, gen asen Di, Geltimmungen im# 9# Zuwiderhanvlungen gegen die Bestimmungen im§ 2 werden sofern sie zum Zwecke des Kontraktbruchs erfolgt sind. ebenfalls mit Gefängnis bis zu einem Jahre, andernfalls mit Geldstrafen von 10 bis 60 Mark, im Unvermögensfalle mit lentsprechender Haft bestraft. 8161s4he Lu, Ganirabik. Liegt im Falle des§ 2 die Avsicht des Kontraktbruches nicht vor und beträgt die verbotswidrige Dauer der Entfernung aus dem Gemeinde= bezw. Gutsbezirk, vom Mittag des Tages der Entfernung an gerechnet, nicht länger als 24 Stunden, so tritt im ersten und zweiten Falle des Zuwiderhandelns Geldstrafe von 3 bis 9 Mark, im Unvermögensfalle entsprechende Haftstrase ein.., S g, miserbanhoin 1 Arbeitgeber, die den Bestimmungen im§ 3 zuwioerhandeln, werden mit Gelestrase bis zu 300 Mark bestraft. S 5 Dieser Befehl tritt mit dem Tage seiner Veröffentlichung in Kraft Die Befehle vom 5. Oktober 1914 lo Nr. 9648 und vom 21. August 1915 1b Nr. 24359 werden gleichzeitig ausgehoben. Münsier, den 1. November 1915. Der stellvertretende kommandierende General des VII. Armeekorps: 2204 Frhr. o Gagl, General der Iatanterle. Bekanntmachung. Im Anschluß an die Bekanntmachung vom 20. April d. Is. wird hiermit auf Grund des§ 23 der Jagdordnung vom 15. Juli 1907(G.=S. S. 207) weiter bekannt gemacht, daß der mit dem Freiherrn Clemens von Romberg über die Verpachtung der Feldmark Hacheney West der Steuergemeinde Hacheney abgeschlossene Jagdpachlvertrag vom 1. November d. Is. zwei Wochen lang, und zwar vom 18. November bis zum 2. Dezember d. Is. in dem Dienstzimmer des unterzeichneten Jagdvorstehers zu Brücherhof öfsentlich ausliegt. Jeder Jagdgenosse kann während der Auslegungsfrist bei dem Kreis=Ausschuß in Hörde gegen den Pachtvertrag Einspruch erheben. Dieser Einspruch darf sich jedoch gegen die Art der Verpachtung und gegen die Pachtbedingungen insoweit nicht richten, als dieselben durch das im§ 21 des obengenannten Gesetzes vorgeschriebene Verfahren festgestellt sind. Brücherhof, den 15. November 1915. Der Jagdvorsteber. 5297 Gehres, Gemeindevorsteher. Mutter8 beratungsstelle sällt diese Woche aus. Auiger! Buchhandlung CARL BRAUS Schweite(Ruhr), Grosse Marktstrasse 3—5.