Amtliches Kreisblatt für den kreis börde [oo Sdoutmn Zeimer uden dene euder Feierags. Bezugsprte 2.„Poierat. zadrich, dei der Post für Beselgeid 42 Plo. wehz. Wöchenl. Gralsbelage:„JAnstneren Famillensreund“ u. 14gl. Unterdaltungsbian. Anzeigenpreis: Die bedengespaltene Pettzelloden deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswars 13 Plg., Reklamezelle 40 Pfg. Jeder Radan gil als Kassamdau a. erlschi de Kondursen, Zwangzoergleichen, grnatl. Klagen u., Michbrnchungb genath. Jchungsesigme. Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Verbunden mit? bolzwickeder Zeilung Aplerbecker Zeitung Schwerter Velkablas Verbunden mit. LOgerie Bollszeime Schwerker Cageblatt O Schwerker Anzeiger Grstes und Alteltes Cagesorgan des Krelles G General-Anzeiger für den Kreis bärde o Daupt-Rononcenbiss une dute, und ibetenltgüichen nurn aungen sdr den Aens Hörde erlangen gumts Bedanatmachung der Rbaiglichen Regienung durd Versenlichuag in dnr Schoune Zeitung; zuchtoerdiadliche Kroft.— Dia Schwartr Zeuung“ geoddri dre Adonarr, in ür jebes an Tod enbenben Uatal gs: Aagungen: 300 Mk. Unfall: Druchu. Vertags, Cok Provn. Schormn.= Nutr Seria t.-Simn-Ain Gus Shune cer) Nr. 259. Donnerstag, den 4. November 1915. 47 Jahrgang. Die Keuttilital=Eiutnalttens. Weiterer Vormarsch in Serbien. Monastir besetzt. Reiche Beute in Kragujevac Vor Dunaburg.— Große Verlusie der Russen.— Der Ansiurm gegen Gotz. Deutscher Tagesbericht. wtb. Großes Hauptquartier, 3. Nov. 1915. Westlicher Kriegsschauplatz Keine wesentliche Ereignisse. Am Souchez=Bach, nordöstlich des(gleichnamigen Ortes, wurde ein vorgeschobenes, der Umfassung ausgesetztes Grabenstück von etwa 100 Mtr. Breite nachts planmäßig geräumt. Oestlich von Peronne mußte ein englisches Flugzeug im Feuer unserer Infanterie landen. Der Führer(Offizier) ist gefangen genommen. Heeresgruppe des General=Feldmarschalls von Hindenburg. Vor Dünaburg setzten die Russen ihre Anarfie fort. Bei Illuxt und Garbunowska wurden sie abgewiesen. Viermal stürmten sie unter außerordentlichen Verlusten vergebens gegen unsere Stellungen bei Gateni an. Zwischen Swenten= und Ilsen=See mußte unsere Linie zurückgezogen werden. Es gelang dort den Russen, das Dors Mikulischki zu besetzen. Heeresgruppe des General=Feldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern Die Lage ist unverändert. Heeresgruppe des Generals von Linsingen. Vor dem Oginski=Kanal wurde ein feindlicher Vorstoß gegen die Schleusen von Osaritschi abgeschlagen. Beiderseits der Straße Libowo=Czarlorysk sind die Russen erneut zu weiterem Rückzuge gezwungen. 5 Offiziere, 660 Mann sind gefangen genommen und 3 Maschinengewehre erbeutet. Bei den Truppen des Generals Grafen Bolhmer wird noch im Nordteil von Siemikowice gekämpft. Usice ist besetzt. Die Straße CacakKragujevoc ist überschritten. Beiderseits der Morava leistet der Feind noch Widerstand. In Kragujevic wurden 6 Geschütze, 20 Geschützrohre, 12 Minenwecfer, mehrere tausend Gewehre und viel Munition und Material erbeutet. Die deutschen Tiuppen der Aimee des Generals v. Kveveß machten gestern 350 Geangene und erbeuteten 2 Geschütze. Die Armee des Generals v. Gallwiß nahm in den letzten 3 Tagen 1100 Serben gefangen. Die Armee des Generals Bojadjeff hat westlich von Planinic beiderseits der Straße Jajecar=Paracin den Feind zurückgeworfen, 230 Gefangene gemacht und viele Geschütze erbeutet. Südwestlich von Kujacevac verfolgen die bulgarischen Truppen, haben den Brückenkopf von Sorljog genommen, die Sviljiski Timok überschritten und drangen über den Plesberg (1327 m) und die Gulijanska(1369 m) nach dem Nisava=Tal vor. 300 Gefangene und zwei Maschinengewehre fielen in ihre Hand. Die im Risavatal vorgegangenen Kräfte wichen vor überlegenen Angriffen aus. Der Bogov=Berg(1154 m) westlich von BelaPalanka ist behauptet. Oberste Heeresleitung. Oesterreichischer Tagesberichl. :: Wien, 3. November. Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe an der Strypa dauern an. Die Russen setzten Verstärkungen ein. Nördlich von Buczacz brach ein russischer Angriff unter unserem Feuer zusammen. Nördlich von Sieniawa wurde den ganzen Tag erbittert um den Besitz des Ortes Siemikowce gekämpft. Der gestern mitgeteilte Gegenangriff österreichisch= ungarischer Truppen führte nach wechselvollem Gefechte in den Nachmittagsstunden zur Vertreibung der Russen aus Dorf und Meierhof. In der Nacht grissen neue russische Kräfte ein, so daß einige Häusergruppen wieder verloren gingen. Heute wird weiter gekämpft. Auch am Teich nördlich von Siemikowce sind Kämpfe im Gange. Die unter dem Befehl des Generals v. Linsingen stehenden österreichisch=ungarischen und deutschen Streitkräfte brachen mit ihrer Stoßgruppe bei Bielgow westlich von Czartorysk in die russische Hauptstellung ein. Es wurden 5 Offiziere und 660 Mann gefangengenommen und 3 Maschinengewehre erbeutet. Sonst ist die Lage im Nordosten unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Italiener setzten ihre auf Görz gerich teten Anstrengungen an der Front von Plava bis einschließlich des nördlichen Abschnittes der Hochfläche von Doberdo ununterbrochen fort. Gestern griffen wieder sehr starke on: Ge wurden verall abgewiesen. In diesen Kämpfen verloren mehrere italienische Regimenter die Hälfte ihres Bestandes. Heute nach Mitternacht warf ein Lenkluftschiff zahlreiche Botthen auf die Stadt Görz ab. An den übrigen Teilen der Südwestfront fanden keine bemerkenswerten Ereignisse statt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die gegen Montenegro kämpfenden österreichisch=ungarischen Streitkräfte erstürmten südlich von Avtovac die auf feindlichem Gebiet liegende Höhe Bobija und drei andere, von den Montenearinern zäh verteidigte Beragip. fel. Beim Sturm auf die Bobijastellung wurde ein 12=Zentimeter=Geschütz italienischer Herkunft erobert. Von den in Serbien operierenden verbündeten Streitkräften rückte eine österreichisch=ungarische Kolonne in Uzier ein. Andere k. u. k. Truppen stehen südlich und südöstlich von Cacak im Gefecht. Südlich der von Cacak nach Kraaujevac führenden Straße und auf den Höhen südwestlich von Kragujevac und nördlich und nordöstlich von Jagodina gewinnen die Angriffe der österreichisch=ungarischen und deutschen Streitkräfte trotz des zähesten Widerstandes überall Raum. In Kragujevac wurden 6 Geschütze, 12 Minenwerfer, einige tausend Gewehre und viel Munition und Kriegsgerät erbeutet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. Die Haltung Rumäniens. TU Bukarest, 4. Nov. Offenbar im Hinblick auf die mannigfachen und widerspruchsvollen Gerüchte über die Politik der rumänischen Regierung veröffentlichen die Blätter hierüber folgende halbamtliche Note: Eine bewaffnete Intervention Rumäniens kann sich nur ereignen, wenn irgend eine der kriegführenden Gruppen die vitalen Interessen unseres Landes bedrohen sollte. Es muß ausdrücklich darauf hingewiesen werden, daß nicht die geringste Verpflichtung für Rumänien besteht, Serbien zu verteidigen. Bulgarien gilt als Bundesgenosse der Zentralmächte und der serbisch=bulgarische Krieg kann infolgedessen nur als Episode des großen europäischen Konfliktes aufgefaßt werden. Rumänien fühlt keine Verpflichtung, den Bukarester Vertrag auch gegen Großmächte zu verteidigen, sondern würde dieses nur gegen die Signatarmächte dieses Vertrages tun, wenn sie denselben aus ehrgeizigen Gelüsten umstoßen sollten. Die rumänische Armee ist nicht im eigentlichen Sinne des Wortes mobilisiert. Wir haben nur Maßregeln zu unserer Verteidigung ergriffen, die allerdings andauernd noch vervollständigt werden. Rumänien ist in keiner Richtung militärisch gebunden. Es ist unrichtig, daß eine Abmachung irgendwelcher Art, insbesondere zwischen Rumäsien und Italien, besteht. Italien besitzt Rumäniens Sympathien, die sich auch in den Jahren äußerten, als Italien noch zum Dreibund gehörte. Der Dreibundvertrag ist jedoch von Italien aufgehoben worden. Wir haben ebenso wenig Absichten- auf Transylvanier wie auf Beßarabien. Es besteht ebenso wenig Aussicht auf ein Eingreifen Rumäniens für die Zentralmächte wie auf eine Stellungnahme Rumäniens gegen dieselben. Diese Erklärung wird hier allenthalben als ein Beweis aufgefaßt, daß Rumänien die am 28. Oktober erfolgten neuen und sehr umfangreichen Vorschläge und Anerbietungen des Vierverbandes abermals abgelehnt hat. Nachrichten aus Südrußland sprechen neuerdings viel von starken russischen Truppenkonzentrationen an der rumänischen Grenze. Die rumänische Presse schenkt diesen Informationen wenig Glauben, da sie offenbar tendenziösen Zwecken dienen sollen, um die Serben in ihrem aussichtslosen Widerstande zu ermutigen. Die Möglichkeit, daß Rußland sich mit Gewalt den Durchmarsch durch die Dobrutscha erzwingen wolle, wird hier nicht in Betrat gezogen. Vorwärts! Vorwärts geht es mit Niesenschritten. Aber auch die Feinde rufen noch immer: Vorwärts! Nur ist ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Vorwärts hüben und drüben; das der Feinde ist nur ein Vorwärts der Worte, die Lügen sind und Errungenschaften auf dem Papier bleiben. Wir aber kommen mit Taten vorwärts, die Siege sind. Ein Pariser Blatt stellt soeben noch die tapfere Lüge auf: Deutschland habe seit dem Kriegsbeginn nichts als Niederlagen erlitten. Die Folgen solcher„Niederlagen“ lassen sich jedoch nur dadurch erkennen, daß wir im Westen, im Osten und nun auch im Süden im Feindesland stehen, und zwar so fest, daß von drüben her kein Zurück mehr erzwungen werden kann. Wir nötigen den Feinden unsern Willen auf. Unser Wille hat das Schwergewicht des Krieges auf den Schauplatz des Südens gelegt und bereitet dort den Feinden Ueberraschung und Schrecken, Verlegenheit und Verwirrung. Wir haben Belgien und Nordfrankreich, Polen, Litauen und Kurland und auf dem Balkan Nordserbien. Den Willen zum Vorwärts haben ja auch unsere Feinde immer wieder gezeigt, aber jedesmal brach er schließlich erschöpft an den Mauern wie von Eisen und Granit zusammen, die unsere Krieger im Fein= desland gezogen haben. Wie die Franzosen und die Engländer, stoßen die Russen gegen unsere Linien vor, und stets folgt ihrem Vorwärts das Rückwärts. Auch aus dem neuesten Sturmversuch der Italiener am Isonzo ist wieder ein Rückzug geworden. Ihre scheinbar übermächtige Waffe, ihre mehr als dreifach stärkere Flotte wagen die Engländer nicht zu gebrauchen. Sie hat sich bisher ein Vorwärts gegen unsere Küsten überhaupt noch nicht geleistet. Weiter behauptet jenes Pariser Lügenblatt, die Franzosen und ihre Verbündeten setzten ihre verfügbaren Kräfte da ein, wo es ihnen am zweckmäßigsten erscheine. In Wirklichkeit verhält es sich genau umgekehrt: Wir haben die durch unsere Siege freigewordenen Heere so zweckmäßig eingesetzt, daß unsere Feinde außerstande sind, unser Vorwärts nach Serbien hinein aufzuhalten, daß dieses für sie ein Rückwärts an den Meerengen vor Konstantinopel bedeutet; denn sie müssen dork Truppen wegnehmen, und voraussichtlich ist ihr endgültiger Rückgug von der Halbinsel von Gallipoli nur noch eine Frage der Zeit.„Es sind mehr Leute nötig“, ruft der König von England in einer Botschaft an sein Volk. Gleichzeitig jedoch wird berichtet, daß in der englischen Stadt Hull eine Versammlung stattfand, um mehr Leute, die nötig sind, zu werben, daß aber von den 26 000 dazu geladenen wehrfähigen Männern nur etwa 8000 erschienen und davon bloß 30 Rekruten geworben wurden. Dabei erklärt der englische General Swayne, daß England noch 3 Millionen Soldaten brauche, um den Krieg„bald siegreich“ zu beenden. Ein Vorwärts gibt es in Wahrheit nur auf unserer Seite, ein Vorwärts überall offen und ehrlich, auf(geraden Wegen, während drüben geschachert und gehetzt wird, indem sie dem einen Balkanvolke dieselben Beutestücke, ohne sie zu besitzen, zuweisen, die sie zugleich dem andern versprechen.= Todesmüdigkeit atmet der Armeebefehl des Serbenkönigs Peter: Er bekennt darin, daß en ein schwacher Greis sei, der die Schmach des Unterganges seines Vaterlandes nicht überleben würde. Diese Schmach erschauen auch bereits seine Verbündeten, die ihm nicht helfen können, und voll bleichem Entsetzen stellen sie sich die weiteren Wirkungen unsers Vorwärts auf dem Balkan vor. Sie erblicken in greifbarer Nähe, wie die Bulgaren, die in kürzester Zeit durch erstaunliche Erfolge ihren Willen des Vorwärts bewiesen haben, sich mit unseren Heeren vereinigen, und wie unsere Helden triumphierend in Konstantinopel einziehen. Und über dieses Vorwärts hinaus glauben die Engländer mit Grauen schon ein weiteres Ziel zu erkennen, den Kampf am Suezkanal, um Aegypten, um die britische Weltherrschaft. —— Der Krieg gegen Frauhreich. Die Stoßkraft unserer Westfront. Der„Nordd. Allz. Ztg.“ wird vom Kriegsberichterstatter W. Scheuermann über die letzten Erfolge an der Westfront geschrieben: Wenn die Franzosen über den Erfolg ihrer September=Offensive schon vorher recht nachdenklich geworden waren, so müssen sie die Ereignisse des gestrigen und heutigen Tages vollends zur Besinnung bringen und ihnen zeigen, wie wenig es ihnen gelungen ist, die Stoßkraft der deutschen Westfront zu schwächen. Im Artois hörte ich schon vor acht Tagen bei meinem letzten Besuch, daß die bayrischen Truppen die Frontlinie bei Neuville so verbessern würden, daß dem Feind das Halten seiner Stellungen dauernde schwere Opfer aufbürden werde. Das ist nun, wie der heutige Bericht der Obersten Heeresleitung zeigt, ganz genau dem Programm entsprechend ausgeführt worden. In der Champagne sah ich gestern die Vorbereitungen zu dem Sturm, der uns in den Wiederbesitz der wichtigen Höhe 192, der sogenannten Butte de Tahure, setzen sollte. Die Sturmtruppen, die zu diesem Unternehmen teils mit Gesang nach den vorderen Stellungen marschierten, teils in Kraftwagen schnell nach vorn gebracht wurden, waren ihres Sieges so sicher, daß niemand, der die prächtigen Jungen sah, an ihrem Erfolge zweifeln konnte. In der Tat ist das Unternehmen fast über Erwarten geglückt. An der Eindrucksstelle, die der einzige Erfolg der ungeheuren Blutopfer ihrer Champagne=Offensive war, haben die Franzosen neben der hohen Gefangenenzahl die beherrschende Höhe verloren, von der aus sie weiter vorwärts und nach den Seiten zu drücken hofften. Der Angriff kam überraschend und gab unserer Infanterie die ersehnte Gelegenheit, im Nahkampfe ihre schneidige Ueberlegenheit gegen die an der Druckstelle massierten französischen Infanteristen zu beweisen. Die neuen„Herren der Luft.“ Haag, 3. Nov. Der französische Luftflottenverband veröffentlicht eine Bekanntmachung, worin auseinandergesetzt wird, daß Frankreich sich zum Herren der Luft machen und eine Flotte von 5000 Flugzeugen bauen muß. Diese würden dann in großem Maßstabe den Kampf gegen Deutschlands Munitionsfabriken führen und sämtliche deutschen Flugzeuge vernichten. Das Komitee verlangt, daß der Plan seitens der zuständigen Männer der Wissenschaft geprüft und durch das große Publikum allseitig unterstützt werde. Die Isonzo=Schlacht. TU Zürich, 3. Nov. Die„Neuen Züricher Nachrichten“ schreiben zur Isonzo=Schlacht: Die Leistungen der österreichisch=ungarischen Armee in der nunmehr beendigten 14tägigen Isonzo=Schlacht sind bewunderungswürdig. Was diese heldenhafte Armee in dem nunmehrigen sechsmonatigen Ringen in der Abwehr einer vier= bis fünffachen italienischen Uebermacht vollbracht hat, ist des höchsten Lobes wert, zumal Stellungen von den Oesterreichern gehalten worden sind, die die Heeresleitung anfangs hatte räumen wollen, wie den südlichen Trentino und einen Teil des Isonzo. — Der Krieg gegen England. Der Unfall des Königs Georg. London, 4. Nov.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Nach einer Erklärung von verläßlicher Seite ritt der König bei der Truppenbesichtigung ein fremdes Pferd. Das Tier scheute bei den Hurrarufen, bäumte sich und stürzte infolge des glatten Bodens auf den Reiter, der verwundet wurde und einen heftigen Schreck hatte, aber keinen Knochen brach. Die Folgen des Unfalles verschlimmerten sich noch dadurch, daß der Patient mit dem Auto eine weite Strecke transportiert werden mußte. Der König wurde von der Viktoriastation auf einer Tragbahre, die in einen Ambulanzwagen gestellt war, zum Buckingham=Palast gebracht. Die Wunden waren so schmerzhaft, daß der Wagen schrittweise fahren mußte. Regelmäßiger Fährdienst in der Ostsee. WTB Kopenhagen, 3. Nov. Auf der Strecke Saßnitz—Trelleborg haben die schwedischen Dampffähren, die einen Monat still gelegen haben, heute die regelmäßigen Tagesfahrten wieder ausgenommen. Der schwedische Dampfer Birger Jorl, der während dieser Zeit zwischen Saßnitz und Trelleborg verkehrt hat, nimmt den deutsch=russischen Invalidenaustausch wieder auf. (Danach kann es also mit der englischen U=Bootgefahr nicht sehr schlimm sein. Die Red.) Der Krieg gegen Rubland. Die russische Offensive an der beßarabischen Grenze. TU Berlin, 4. Nov. Dem„Berliner Tagebl.“ wird aus dem k. k. Kriegspressequartier gemeldet: Die russischen Angriffe haben sich nunmehr auf die ganze Strypa=Front der Armeen Pflanzer=Baltin und Bothmer ausgedehnt. Gegen Buczacz und weiter flußaufwärts gegen Burkanow richtete der Feind eine Reihe von Vorstößen, der Einbruch gelang indes nur bei Bieniva, wo sich die Strypa zwischen Teichen und Sümpfen zu einer schmalen Fahrrinne verengt. Im Nachtangriff warf jedoch auch hier das Flügelkorps der Armee Bothmer die Eindringlinge über die Strypa zurück. In der Bogenstellung um Tarnopol sind jetzt ebenfalls heftige Kämpfe im Gange. Am Stry haben deutsche und österreichische Truppen der dortigen Nordarmee die von Nowosielkt wieder vorgehenden Russen auf den Brückenkopf der Bahn Kiow—Kowel zurückgeworfen. Ein Bündnis Persiens mit Deutschland und der Türkei? WTB Teheran, 3. Nov.(Meldung der Petersburger Telegraphenagentur.) Der russische Gesandte hat im Auftrage seiner Regierung der persischen Regierung mitgeteilt, daß, wenn die Gerüchte über den Abschluß eines Sondervertrages zwischen Persien einerseits und Deutschland und der Türkei anderseits sich bestätigen, das englischrussische Abkommen, das auf dem Grundsatz der Erhaltung der Unabhängigkeit und der Unantastbarkeit Persiens beruhe, sofort seinen Zweck verlieren werde. Die Erklärung des Gesandten hat nicht nur für das gegenwärtige Ministerium, sondern auch für jede andere persische Regierung Gültigkeit, welche das Schicksal ihres Landes mit den Feinden Rußlands verknüpfen sollte. Der Schritt des russischen Gesandten wird auf die persische Regierung wahrscheinlich nicht den gewünschten Eindruck machen. Persien, das um seine Befreiung vom englisch=russischen Joch zu kämpfen hat, kann es zu diesem Behufe nur recht sein, wenn das englisch=russische Abkommen außer Kraft tritt. Es gehört mehr als die übliche Heuchelei der Kriegführung des Vierverbandes zu der Behauptung, jenes Abkommen gewährleiste die Unabhängigkeit und Unantastbarkeit Persiens. Sein Zweck sollte kein anderer sein, als Persien unter England und Rußland aufzuteilen. Wenn Persien sich jetzt mit der Türkei verbinden sollte, so wäre das der Anfang eines Kampfes um seine nationale Freiheit. England hat bereits den persischen Hafen Buschir geräumt. Der Schritt des russischen Gesandten verrät, daß auch Rußland ernste Besorgnisse hegt. Es sollte aber wissen, daß mit einem russischen Ultimatum nirgends mehr viel Eindruck zu machen ist. Kaiserliche Glückwünsche an den Sultan und König Ferdinand. WTB Frankfurt a. M., 4. Nov. Die„Frankf. Ztg.“ meldet aus Konstantinopel: Aus Anlaß der Herstellung der Verbindung mit dem Orient und der Freilegung des Donauweges sandte Kaiser Wilhelm an den Sultan seine herzlichsten Glückwünsche und Grüße unter Hervorhebung der weittragenden geschichtlichen Bedeutung dieses Ereignisses. Der Sultan hat in gleich warmer Weise das Telegramm des Kaisers sofort erwidert. Wie das WTB erfährt, hat der Kaiser aus diesem Anlaß auch mit dem König der Bulgaren Telegramme gewechselt. Serbiens Ende. WTB Christiania, 4. Nov. Der militärische Mitarbeiter des„Morgenbladet“ schreibt in einem Leitartikel unter der Ueberschrift: Finis Serbiae: Bei Kragujevac erbauten die Serben in ihren Stellungen, die schon von Natur aus sehr stark waren, und von ihnen außerdem jahrelang außerordentlich verschanzt und befestigt worden waren, eine Verteidigungsstellung, die das Rückzugswerk ihres gesamten Verteidigungssystems für den ganzen nördlichen Teil des Landes bilden sollte, und den festen unerschütterlichen Stützpunkt, den sie sicher halten zu können glaubten. Es ist anders gekommen, als die Serben gehofft hatten. Unverkennbar sind sie es mehr als ihre Gegner, die durch den ersten Kampf geschwächt wurden u. deren Moral dabei gelitten hat. Kragujevat, auf das sie so sicher gebaut hatten, fiel nach kurzen, anscheinend nicht außerordentlich harten Kämpfen. Damit ist der Feldzug in dem nördlichen Serbien so gut wie verloren und die Kraft ihrer Verteidigung gebrochen. Darüber scheint ihre Niederlage bei Kragujevac klaren Bescheid zu geben. Sollte nun Nisch, ihr letzter Stützpunkt, auch noch von Süden angegriffen werden, so ist das Schicksal dieser Festung besiegelt. Alle Rückzugswege sind versperrt, außer westwärts hinein in die unwirtlichen armen Berggegenden, wo Hunger und Kälte es den Serben unmöglich machen werden, längere Zeit auszuhalten. Betrachtet man die Lage im ganzen, so scheint das Ende für die Serben nicht fern und, zumal sie Hilfe kaum rechtzeitig erhalten werden, ihr Schicksal besiegelt. Die Einkreisung der Serben. TU Sofia, 3. Nov. Die Siegesmeldungen von der Front überstürzen sich. Das ungeheure blutige Ringen an der serbischen Ostfront ist unzweifelhaft mit dem vorgestrigen Tage, der den Zusammenschluß aller gegen die Serben heranrückenden bulgarischen Kampftruppen brachte, in das letzte Stadium getreten, und mit verhaltenem Atem erwartet man in Sofia das nahe Fallen der Entscheidung. Die um Nisch gezogene Verteidigungsfront der Serben, die ungefähr von Aleksinac—Nisevac—Sicevac über die Rischawa und die Suvahöhenzüge bis nach Leskovac verläuft, ist im Osten bereits an mehreren Stellen eingedrückt. Der Festung Leskovac widerführt das gleiche Schicksal wie der Festung Pirot. Während Leskovac im Süden von starken bulgarischen Kräften angegriffen wird, ist die Stadt im Osten und Westen bereits überflügelt, so daß sie nichts mehr von völliger Einschließung retten kann. Mit Leskovac würde den Bulgaren der Schlüssel der ganzen serbischen Morawaverteidigungsstellung in die Hände fallen. Noch näher der serbischen Hauptstadt als die hier heranrückenden bulgarischen Truppen befinden sich bereits die von Osten an der Nisawa vorgehenden Truppen unserer Verbündeten. Noch sind bedeutend größere Geländeschwierigkeiten zu überwinden. Im Norden hat der bulgarische Angriff gegen die Linie Wanja— Lipovac—Aleksinac erfolgverheißend eingesetzt. Der Widerstand der Feinde im Norden Serbiens wird täglich schwächer. Die Serben zeigen sich außerstande, den bulgarischen Angriffen und dem sich immer mehr fühlbar machenden Druck der über Kragujevac heranrückenden deutschen und österreichisch=ungarischen Armeen standzuhalten. Die militärische Fachpresse weist mit Stolz darauf hin, daß die Kämpfe sich bisher planmäßig, fast wie bei einem Manöver abgespielt hätten. Auch die letzte Rückzugslinie der Serben bedroht. Aus Sofia wird der„Voss. Ztg.“ zufolge gemeldet: Die serbische Armee zieht sich aus der ganzen ersten Verteidigungslinie erschöpft auf Tschopria—Alexine—Nisch zurück, wo der letzte Widerstand erwartet wird. Die Lage der serbischen Armeee ist verzweifelt, da auch die letzte Rückzugslinie von beiden Seiten bedroht wird. In gut unterrichteten bulgarischen Kreisen rechnet man mit einem planmäßigen Rückzug der Serben nach Montenegro, wo, natürlich unter Verlust der ganzen Artillerie, eine neue Konzentrierung erfolgen soll. Die Ausrüstung und Verproviantierung der serbischen Truppen wird angeblich von hier aus erfolgen. Ein Rückzug nach Süden über Pristina ist unmöglich, da die Bulgaren ihn bereits abschnitten. Monastir erobert. Kopenhagen, 4. Nov. Die aus Serbien über Athen telegraphierten Nachrichten lauten immer beunruhigender für die Serben. Sie befürchten stündlich die Abschneidung der letzten Verbindungslinie nach Süden. Monastir sei von den Bulgaren bereits besetzt. Tausend flüchtige Serben trafen auf der Flucht vor Komitatschis auf griechischem Gebiet ein. Die Serben ziehen sich auf der ganzen Linie vor den vorrückenden Feinden zurück. Aus Norden und Osten ist das Serbenheer stark bedroht und umzingelt, von der Rückzugslinie abgeschnitten. Es mangele ihm an Lebensmitteln und eine Katastrophe stehe bevor. Wenn es dem Feinde gelinge, die letzte südliche Verbindungslinie abzuschneiden, scheinen die Serben gezwungen zu sein, sich nach Albanien zurückzuziehen, welcher Rückzug aber mit den größten Schwierigkeiten verbunden wäre. Der serbische Rückzug wird immer schneller. WTB Paris, 4. Nov.„Petit Parisien“ meldet aus Athen: Der serbische Rückzug wird immer schneller. Die Lage wird stündlich ernster angesichts der an allen Frontstellungen erfolgenden bulgarischen Angriffe. Die englischen Truppen haben am Samstag angefangen, Saloniki zu verlassen. Der Abtransport der englischen Truppen nach Gewgheli und Doiran wird die ganze Woche fortgesetzt. Die englischen Truppen sollen von Gewgheli und Doiran aus ihre Stellungen beziehen. Kämpfe zwischen Serben und Albanern. :: Der Osmanische Lloyd meldet: In der Gegend von Tirana fanden heftige Kämpfe zwischen Serben und Albanern statt. Die albanischen Truppen, unterstützt von Artillerie, marschierten wieder in Tirana ein. Die serbischen Truppen wurden nach kurzem Kampf zurückgeworfen und viele Gefangene gemacht. Der serbische Staatsschatz. :: Die„Grazer Tagespost“ meldet aus Athen: Aus Saloniki wird berichtet, daß die den serbischen Staatsschatz fortschaffenden Truppen unter der Bedeckung eines griechischen Bataillons in Saloniki angelangt sind. Die Fracht bestand aus geschlagenen Goldund Silberbarren und aus nichtserbischen Papieren. Die wichtigsten Dokumente des serbischen geheimen Staatsarchivs wurden dem Transport in abgesperrten und versiegelten Stahlkisten mitgegeben. Ob man das serbische Staatsvermögen nach Frankreich führen oder ob man es unter dem Schutz der Griechen belassen wird, ist noch nicht entschieden worden. Zur Balkanaktion der Entente. TU Amsterdam, 4. Nov.„Daily News“ schreiben: England hatte beschlossen, außer den 13.000 in Saloniki gelandeten Mann noch eine große Truppenmenge nach Serbien zu entsenden. Denselben Entschluß hatte Frankreich gefaßt, als plötzlich Viviani abdankte. Am Donnerstag hatté Briand sein neues Kabinett gebildet, worauf Joffres Besuch in London folgte. Eine größere Anzahl von Expeditionstruppen Englands und Frankreichs steht bereit. Da ihre Verwendung nach Ankunft von den Umständen abhängen wird, mußte ein gemeinschaftlicher Plan der Verbündeten gefaßt werden. Dies war der Grund, weshalb Joffre nach London reiste, wo er den Plan mit Kitchener entwarf. Rumänien hebt das Durchfuhrverbot auf. Osenpest, 3. Nov. Das Blatt„A Vilag“ meldet aus Bukarest: Die rumänische Regierung zog das Verbot für die Durchfuhr von Waren aus Ungarn nach Bulgarien zurück. Die Verfügung ist von bulgarischen Regierungskreisen mit größter Genugtuung zur Kenntnis genommen worden, da seit dem Kriegseintritt Bulgariens das gute Verhältnis zwiBulgarien und Rumänien außer durch dieses Verbot durch nichts gestört wurde. Griechenland und Bulgarien. Berlin, 4. Nov. Die athenische Zeitung„Nea Himera“ berichtet, daß die Demobilisierung der griechischen Armee vom Ausgange des Krieges der Bulgaren gegen Serbien abhängen werde. Griechenland werde gleichzeitig mit Bulgarien demobilisieren. Der Zeitpunkt dafür dürfte nach Auffassung der militärischen Sachverständigen nach sechs Wochen gekommen sein. Bulgarien teilte Griechenland mit, daß die in Mazedonien operierenden Armeen ihr Pregramm auf die Besetzung des mazedonischen Gebiets nördlich von Monastir beschränkten. Bulgarien werde nicht weiter nach Süden vorrücken, es sei denn, daß englische und französische Angriffe es dazu zwingen. Damit wird bestätigt, daß Monastir außerhalb des bulgarischen Ausdehnungsprogramms liegt, weil es Griechenland als Lohn für seine Neutralität zugesichert worden ist. Der Druck des Vierverbandes auf Griechenland. TU Berlin, 4. Nov. Aus Sofia wird gemeldet: Nach Mitteilungen einflußreicher Griechen wird der Druck des Vierverbandes auf Griechenland immer stärker. Die Griechen werden immer weniger Herren im eigenen Hause. Ihre Neutralität wäre deshalb nicht unbedingt gesichert, wenn auch der König und die Armee bis jetzt für die Aufrechterhaltung der Neutralität wären. Englische Sorgen um Griechenland. London, 3. Nov.„Daily Telegraph“ bringt eine Meldung des Berichterstatters Dillon aus Rom, in der es heißt, wenn die Bulgaren die serbische Armee nach Albanien drängten, so würden die Folgen äußerst gefährlich sein. Griechenlands Interessen in Albanien seien gewachsen, und wenn die serbischen Truppen sich dorthin zurückzögen, so könnte der König von Griechenland so energische Maßnahmen treffen, um die dortigen Interessen Griechenlands zu schützen, daß sie eine neue unwillkommene Aenderung in der Lage am Balkan herbeiführen könnten. Der König treffe bereits Vorbereitungen. Artillerie und Kavallerie werden eiligst an die mazedonische Grenze entsandt. Besondere Gesetze für die Kriegszeit seien in Vorbereitung. Griechenland versammle seine Truppen in der Richtung auf Monastir, aber es schütze nicht Kavalla, Drama und Sares. Bulgarien hat ihm vielleicht Monastir zugesagt. Die griechische Neutralität sei so unparteiisch, daß sie sich ebenso auf die bulgarische Invasion erstrecke, wie auf die Landung der Alliierten in Saloniki. Dillon meldet ferner unter gewissem Vorbehalt, daß Griechen unter Führung von Offizieren der regulären Armee in Uniform in albanisches Gebiet eingefallen seien. Die zwecklosen Verhandlungen mit den Neutralen. TU Genf, 3. Nov. Die Fortsetzung der Verhandlungen mit jenen neutralen Staaten, die dem Vierverbande bisher immer neue schwere Enttäuschungen brachten, hält der die Stimmung im Pariser Ministerium des Aeußern gewöhnlich gut kennende Herbette im„Echo de Paris“ für vollkommen zwecklos. Die Angebote, die man den Pseudoneutralen gemacht habe, hätten nur dazu geführt, die Gegner des Vierverbandes auf dem Wege schlimmster Indiskretion darüber zu unterrichten und so lgerade die Interessen, die man schützen wollte, zu schädigen.„Echo de Paris“ nennt nicht ausdrücklich Griechenland und Rumänien, aber der Ton des Artikels läßt keinen Zweifel darüber, wer mit jenen Neutralen gemeint ist. „— Aus Stadt und Umgedung. Rückblicke aus den Weltkrieg. 4. November. Deutsch=Ostafrika.— Schutzhaft der Engländer in Deutschland. In Deutsch=Ostafrika ging es in diesen Tagen heiß her. Englisch=indische Truppen griffen eine deutsche Stellung am Longido an. Der Kampf dauerte von Tagzesanbruch bis 7½ Uhr abends und endete mit großen englischen Verlusten, indes mußten sich in den nächsten Tagen die Deutschen vor der englischen Uebermacht zurückziehen. Am selben Tage, dem 4. November, kam es zur Schlacht bei Tanga, die mit einem vollständigen Mißerfolg der Engländer endete. Diese Hafenstadt im Norden Deutsch=Ostafrikas war von dem deutschen Gouverneur befestigt und die Uebergabe an die gelandeten Enzländer abgelehnt worden. Diese wurden zwar von der Schiffsartillerie unterstützt, sie kamen auch bis zur Vorstadt heran, wurden dann aber unter so wirksames Maschinengewehrfeuer genommen, daß sie nach mehrfachen Angriffen verzogen, sich wieder einzuschiffen. Sie hatten sehr schwere Verluste rnd blieben über diese unerwartete Niederlage sehr kleinlaut.— Nachdem England sich den zweifelhaften Ruhm erworben, mit den Internierungen vorzugehen, blieb nun auch der deutschen Regierung nichts übrig, als Vergeltung zu üben, und so wurde denn am 4. November * Nr. 292. T. Blatt Donnerstag, 4. November 1915. Amtliches Kreisblat. Was Requsth laat. Nede des engisichen Miniserpräsidenten im Unterhaus. Schon einige Tage vorher war in der englischen Presse die Rede des Ministerpräsidenten Asquith ange'ündigt worden, die er am Dienstag gehalten hat. Zeitungsspalten waren soaar schon mit Vermutungen darüber angefüllt, was er wohl sagen würde. Nun hat er gesprochen. Welterschütternd wirken seine Worte nicht. Es ist auch nichts Neues, was er verkündet hat. Viel Geschrei und wenig Wolle! Die Serben werden aus den Erklärungen Asquiths wenig Hoffnung schöpfen können, und auch seine eigenen Landsleute können ob solcher Worte keine Berechtigung zu besonderer Befriedigung herleiten. Das Reutersche Bureau verbreitet über die„denkwürdige“ Unterhaussitzung. folgenden Bericht: :: In dem gedrängt vollen Unterhause gab Ministerpräsident Asquith, von Beifall begrüßt, seine mit Interesse erwartete Erklärung ab. Er sagte, er werde der Nation soweit als möglich die gegenwärtige und die zu erwartende Lage schildern. Die Nation sei heute ebenso entschlossen, den Krieg bis zu einem erfolgreichen Abschlusse fortzuführen, wie je, und habe der Regierung alle Mittel zur Erreichung des Zieles anvertraut.(Lebhafter Beifall.) Der Horizont sei zwar teilweise bewölkt gewesen, die Aussicht habe sich aber geklärt. Man brauche einen grenzenlosen Vorrat an Mut und Geduld. Es gebe einen kleinen Klüngel berufsmäßiger Klageweiber. Aber das Volk als ganzes ermangele nicht der Eigenschaften, die er erwähnt habe. Asquith sprach weiter von den gigantischen militärischen Errungenschaften des Landes, das niemals den Ehrgeiz besessen habe, eine Militärmacht zu sein. Die Flotte habe riesige Uebersccoperationen mit einem Verlust an Menschenleben ausgeführt, der bedeutend weniger als ein Zehntel Prozent ausmache. Sie habe alle Meere von den deutschen Kriegs= und Handelsschiffen gesäubert. Die deutschen Taten zur See seien auf sporadische und stets abnehmende Anstrengungen verstohlener Unterseeboote reduziert worden. Die Lage an den Dardanellen werde von der Regierung auf das sorgfältigste erwogen, nicht als isolierter Gegenstand, sondern als Teil einer größeren strategischen Frage, die durch die jüngsten Entwicklungen auf dem Balkan aufgeworsen wurde. Asquith wies darauf hin, daß alle Schritte nach Beratung mit den Alliierten getan worden seien, da wir, sagte der Ministerpräsident, im Gegensatz zu den Deutschen nicht das Eigentum unserer Verbündeten hinter ihrem Rücken verschachern. (!, Es bestand bis zum letzten Augenblick ein gewisser Grund, zu glauben, daß Griechenland seine Vertragsbestimmungen gegen Serbien erfüllen würde. Venizelos ersuchte am 21. September Frankreich und Großbritannien um 150 000 Mann, wobei abgemacht war, daß Griechenland mobilisiere. Aber erst am 2. Oktober stimmte Venizelos der Landung öritischer und französischer Truppen untei formellem Protest zu. Am 4. Oktober erklät:e Venizelos, Griechenland müsse an dem Vertrage mit Serbien festhalten. Der König verleugnete diese Erklärung, und Venizelos dankte ab. Die neue Regierung weigerte sich, die Neutralität aufzugeben, obwohl sie den Wunsch ausdrückte, mit den Alliierten auf freundschaftlichem Fuße zu bleiben. Die Folge davon war, daß Serbien einem Frontanfall der Deutschen und Oesterreicher und Fransenanfall der Bulga en Wioerstand zu leisten hatte. Die Veründeten konnten nicht zulassen, daß Serien eine Beute dieser hinterlistigen und gemeinen Verschwörung werden sollte. Der französische und der englische Generalstab habe im Hinblick hierauf ausgiebige Beratungen gepflogen, die ihren Höhepunkt im willkommenen Besuche Joffres in England erreichten. Asquith drückte seine Genugtuung aus, daß das Ergebnis dieses Besuches eine vollkommene Uebereinstimmung beider Länder ergab, sowohl was das Ziel wie die Maßnahmen auf dem Balkan anlange. Er fuhr fort: Serbien dürfe überzengt sein, daß seine Unabhängigkeit von den Verbündeten als eines der Kriegsziele betrachtet werde. Der geplante englische Kriegsausschuß, sagte Asquith weiter, müsse auf vier oder fünf Mitglieder beschränkt werden. Es seien Maßnahmen für ein engeres Zusammenarbeiten der Verbündeten auf militärischem und poliEtischem, sowie auf dem Gebiete des Marinewesens getroffen. Zum Schlusse sagte Asquith, daß er heute wie immer volles Vertrauen habe, daß die Verbündeten die Cache der Gerechtigkeit zu einem siegreichen Ende führen werden. Er werde das Amt nicht niederlegen, so lange er das Vertrauen des Königs, des Hauses und des Landes genieße. Man sieht aus diesem Bericht Reuters, daß auf die Rede, die nach dem„Daily Chroniele" die„####enlendste seit dem Ausbruch des Krieges“ sein würde, mit guter Berechtigung der Spruch vom kreisenden Berge angewandt werden kann. Inhaltsleerer und für die Engländer enttäuschender konnte die Rede Asquiths unmöglich sein. Beschimpfung Deutschlands, unhöfliche Wendungen über Griechenland und einige Worte über den geplanten Kriegsausschuß innerhalb des Ministeriums: das ist der ganze „sachliche“ Inhalt des Weltereignisses, als welches die britische Presse die Rede Asquiths angekündigt hatte. Der Rede des Ministerpräsidenten folgte eine Debatte, die wenig interessant war; nur die Rede des vor kurzem aus dem Kabinett ausgetretenen Unionisten Carson verdient Beachtung. Er übte eine scharfe Kritik an dem Mangel an Methode der Regierung, die sie in ihrer Kriegspolitit an den Tag gelegt habe, und klagte über die Unentschlossenheit der Regierung angesichts der Dardanelkenfrage. Nicht einer von den 21 Männern des Kabinetts, er selbst mit dazu gerechnet, sei imstande gewesen, die wahre Ursache des Munitionsmangels zu erfassen. Im Frühjahr habe er seine Beziehungen zur Regierung abgebrochen, als es, entgegen Greys Versprechen Serbien gegenüber, am 28. September sich herausstellte, daß das Kabinett keinen einzigen Plan vorbereitet hatte, und daß es, als durch Griechenlands Nachlässigkeit die Lage schleunigst eine Entschließung forderte, immer noch zögerte und sich nur entschließen konnte zur Entsendung eines Generals, um Bericht zu erstatten. Im weiteren Verlause seiner Rede spöttelte Carson übe: Asquiths Mittel der Einsetzung eines kleinen Kriegsrates, der die Verantwortlichkei# des ganzen Kabinetts tragen sollle. — Berlin, 3. November 1015. : Steuererhöhung in Preusen. Mehere deutsche Bundesstaaten, z. B. Bayern ind Sachsen, haben eine Steueverhöhung ngekündigt, und die gesetzgebenden Kör verschaften in diesen Bundesstaaten werden: sich in der nächsten Zeit mit der bedeutungsvollen Frage beschäftigen. Auch in Preußen wird man, wie die„Tgl. Rundschau“ hört, um eine Steuererhöhung kaum herumkommen können. Die durch den Krieg bedingten außergewöhnlichen Mehrausgaben machen eine solche Maßnahme ohne weiteres erklärlich. Für den Fall, daß eine Steuererhöhung in Preußen als unumgänglich angesehen wird, ist ein Kriegszuschlag zur Einkommensteuer in Aussicht genommen. Dieser Kriegszuschlag würde von Beginn des nächsten Rechnungsjahres an erhoben werden. *: W a r u m k e i n G r o ß h a n d e l s p r e i s f ü r Kartoffeln? Es muß als eine erhebliche Beeinträchtigung des Kleinhandels empfunden werden, daß der Bundesrat nicht mit der Festsetzung der Produzentenpreise von 2.75—3,05 Mark und dem Aufschlag für den Kleinbandel von höchstens 1,80 Mark gleichzeitig den Großhandelspreis für Kartoffein festgesetzt hat. Bei der jetzigen Regelung sind die Kleinhändler ganz von dem Gutdünken des Großhändlers abhängig, während eine Regelung wünschenswert ist, wieviel von dem Handelsaufschlag der Großhandel zurückbehalte und wieviel dem Kleinhandel zukommen muß. :: Einjährigenprüfung für Kriegsteilnehmer. Der Kultusminister hat auf eine Anfrage wegen der nachträglichen Ablegung der Einjährig=Freiwilligen=Prüfung* folgende Antwort erteilt: Nach meinen Erlaß vom 8. März d. Is. ist es nicht zulässig, junge Leute, die das zwanzigste Lebensjahr überschritten haben, an höheren Lehranstalten zur Prüsung behufs Nachweis der wissensche lichen Befähigung für den Einjährig=Freiwil= ligen=Dienst zuzulassen.-Falls aber öltere Unterofsiziere, Feldwebel usw. beabsichtigen sollten, die Schlußprüfung(Prüsung der Reise für die Obersekunda) an der höheren Lehranstalt abzulegen, so steht dem nichts im Wege, unter der Voraussetzung, daß sie sich die dazu erforderlichen Kenntnisse angeeignet haben. :: V e r l o b u n g i m H a u s e H o h e n z o l l e r n. Prinz Friedrich Sigismund von Preußen, der älteste Sohn des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, hat sich am Dienstag in Nachod in Böhmen mit der Prinzessin Marie Luise von Schaumburg=Lippe, der ältesten Tochter des Prinzen Friedrich von Schaumburg=Lippe, verlobt. Prinz Friedrich Sigismund ist am 17. Dezember 1891 geboren und war bei Kriegsausbruch Rittmeister im 2. Leibhusaren=Regiment in Danzig=Langfuhr. Die Braut, Prinzessin Marie Luise, ist am 10. Februar 1897 geboren, steht also im 19. Lebensjahre. :: B e s t a n d s a u f n a h m e v o n G e t r e i d e, H a fer und Mehl. Ueber die Bestandsaufnahme von Brotgetreide, Hafer und Mehl, die am 16. November vor sich gehen soll, haben die preußischen Minister des Innern und für Landwirtschaft einen Runderlaß an die Oberpräsidenten gerichtet. Darin wird auf die Wichtigkeit hingewiesen, die gerade bei dieser Erhebung auf besondere Genauigseit der Feststellungen gelegt werden muß; von dem Ausfall dieser Erhebungen wird die Entscheidung abhängen, ob die Brotrationen allgemein erhöht und größere Gereidemengen zu Futterzwecken abgegeben morhan fännon — Am Sonntag beging der bayerische Gesandte am Berliner Hofe, Graf von und zu Lerchenfeld, sein 50 jähriges Dienstjubiläum. In Köln ist am Sonntag Geh. Kommerzienrat Dr. Joseph Neven=Dumont, Verleger der#„Köln. Ztg.“ und der„Straßburger Post“, im Alter von 58 Jahren verstorben. :: Zum Zusammentritt des Reichstags. In der letzten Zeit ist wiederholt von einer bevorstehenden Wiederaufnahme der Reichstagssitzungen die Rede gewesen. Da sich der Reichstag am Schluß seiner letzten Sitzungsveriode auf den 30. November vertagte. aber den Präsidenten ermächtigte, den nächsten Sitzungstag selbständig zu bestimmen, so mußte ohnehin der Wiederzusammentritt des Hauses für Ende dieses Monats und jedenfalls noch vor dem Weihnachtsfest erwartet werden. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion glaubt aber schon jetzt die Zeit für die Wiederaufnahme der Sitzungen gekommen. Der Vorstand der Fraktion hat dem„Vorwärts“ zufolge die unverzügliche Einberufung des Reichstaaes beim Reichskanzler beantragt, weil die Lebensmittelfrage und der Belagerungs#ustand eine schleunige Erörterung erheischen. Ausland. Rumänien. * Eine Bukarester Korrespondenz des „Corriere della Sera“ meldet, daß unter den Führern der der Ententepartei freundlichen Opposition ein Zwiespalt ausgebrochen sei. Während Filiveseu und Take Joneseu geradezu mit der Revolte drohen, falls die Regierung nicht mit dem Vierverbande gehe, predigen General Crainiceann und andere eine Verständigung mit der Regierung. Es scheine nicht ausgeschlossen, daß schließlich der Belagerungszustand verhängt wird. Schweden. * Zwischen Schweden und England waren über die sé, edische Ein= und Ausfuhr Verhandlungen im Gange. die vor einigen Tagen abgebrochen worden sind. Der Grund hierfür ist nach dänischen Blättermeldungen darin zu suchen, daß die englischen Unterhändler die unerfüllbare Forderung stellten. die Engländer sollten berechtigt sein, die schwedische Ausfuhr in den verschiedenen Zollämtern Schwedens zu kontrollieren. Da die schwedischen Unterhändler unter keinen Umständen in diese Forderung einwilligen wollten, erwies sich eine Fortsetzung der Verhandlungen als nutzlos. Mißerfolg der Isonzo:: Aus dem Kriegspressequartier wirk unter dem 1. November gemeldet: Nach dem heutigen amtlichen Bericht endigte die zweiwöchige Isonzoschlacht mit dem Zusammenbruche des feindlichen allgemeinen Angriffes und der vollen Behauptung der Verteidigungsfront durch unsere unerschütterlichen Truppen. Dieser für unsere Waffen siegreiche Abwar natürlich kein plötzlicher, denn Entscheidungen im Ringen um feste Stellungen reifen häufig nur langsam heran. So muß auch, wie jener Bericht durchblicken läßt, mit einem Wiederaufflammen des Krieges gerechnet werden; von einer wirklichen Offensive aber kann in nächster Zeit keine Rede mehr sein. Dafür fehlt es# an Soldaten, die vorwärts zu bringen sind. und an den für die Angriffsvorbereitung ausschlaggebenden Munitionsmassen. FürF den nun abgeschlagenen allgemeinen Angrift# an der Isonzofront war die Hauptkraft des# italienischen Heeres eingesetzt worden. Zwi## schen dem Krngipfel und dem Meere wurden Im Schatten der Teterpautsfestung. Roman von Hermann Gerhardt. 37 „Hüten Sie sich!“ rief er aus.„Ich liebe Sie, und meine Liebe kann zwar langmütig sein, aber sie kann auch zur Raserei werden. Vergessen Sie nicht, daß Sie in meiner Gewalt sind; wenn Sie mich zur Verzweiflung treiben, müssen Sie die Folgen auf sich nehmen!“ Da sank Margarete auf einen Stuhl; all ihr Mut war verflogen und sie erbebte unter dem Blick dieser schrecklichen Augen. Flehend faltete sie die Hände. „Haben Sie denn gar kein Herz? Ganz und gar schlecht hat doch Gott keines seiner Geschöpfe erschaffen. Auch Sie hatten einst eine Mutter—“ „Die mich verlassen konnte!“ unterbrach er sie und lachte bitter. „Weil sie Sie vor dem Hungertode bewahren wollte! O, ganz sicher, so muß es gewesen sein! Sie hat Sie zur Welt gebracht, hat Sie lieb gehabt, und hat sich dennoch von Ihnen getrennt, um Ihnen ein besseres Los zu verschaffen!“ Biruleff schien gerührt. Sie nahm es wahr und nutzte seine weichere Regung aus. „Um Ihrer Mutter und um Ihrer eigenen Kinder willen; um Ihrer Tochter willen, die mich lieb hat, beschwöre ich Sie, haben Sie Erbarmen mit uns, geben Sie uns die Freiheit wieder!" Bei der Erwähnung seiner Tochter belebten sich des Präfekten Züge. „Meine Tochter ist es ja gerade, deretwegen ich Sie überreden möchte!“ sagte er.„Sie ist Ihnen aufs wärmste ergeben; wenn Sie sie verlassen, wird Sie unglücklich sein. In Ihrer Macht steht es andererseits, sie nnbeschreiblich glücklich zu machen. Und mit diesem Schritt retten Sie nicht nur mich Bruder zur Freiheit. Es kostet Ihnen nur ein einziges Wörtchen. Weigern Sie sich aber dessen, so—“ Er verschluckte den Rest des Satzes und biß sich auf die Lippen; doch aus seinem stahlharten Auge funkelte die unausgesprochene Drohung. Margarete griff sich mit beiden Händen anden Kopf.„Mein Gott!" stöhnte sie,„könnte ich doch sterben!" Da ließ sich Birnleff vor ihr auf die Knie fallen:„Ist es denn etwas so entsetzliches, in allen Ehren mein Weib zu werden," rief er aus,„bin ich Dir denn wirklich so verhaßt? Gleichviel, hasse mich, aber gehöre mir trotzdem an! Und ich schwöre Dir es, daß ich Dein Empfinden schonen will und daß Du es lernen wirst, mich zu lieben. Margarete, Margarete, auf den Knien bitte ich Dich: rette uns beide!" Sie schloß einen Moment die Augen. Schlimmer als der Tod erschien ihr die Alternative, dieses Mannes Weib zu werden; aber ihr blieb anscheinend kein anderer Ausweg. Weigerte sie sich, dieses Opfer zu bringen, so mochte ihr Bruder vielleicht niemals seine Freiheit wiedererlaugen, und was sie selbst betraf— Eine namenlose Angst päckte sie. "„Was— was soll ich sagen?“ stammelte ste. „Biruleff. ich will Ihre Frau werden,“ sagte er ihr vor, und seine Lippen zuckten. Es entstand eine Pause. Aus Margaretes Brust entrang sich ein zitternder Seufzer, damn sagte sie langsam und tonlos:„Biruleff ich will Ihre Frau werden.“ Ein glühender Kuß bramnte auf ihrer Hand. Aber ihr war zu Mute, als sei sie zu Stein erstarrt und seine juhelnden Worte trafen ihr Ohr, ohne Eindruck zu machen. „Geliebte! Mein guter Engel. Du hast mich aus der Hölle in den Himmel empor gehoben!" Er war aufgesprungen und ein Schwall von Worten strömte ihm von den Lippen:„Wollte zu tun brauchen! Du ahnst ja nicht, was es mich gekostet hat! Aber ich konnte— ich konnte Dich nicht aufgeben, Geliebte. Und nun ist alles gut, morgen mittag wird der Priester hier sein und uns trauen. Dann soll auch Dein Bruder frei sein, ich werde mich mit ihm versöhnen und er muß mir vergeben. Er wird es, denn er ist ein Mann und wird mich verstehen. Ganz überwältigt von der Tragweite des Versprechens, das sie gegeben und das sie nun auch halten mußte, lag Margarete stumm und regungslos in ihren Stuhl zurückgelehnt. „Morgen wird uns der Priester trauen,“ wie mit feurigen Buchstaben gruben sich diese Worte ihr ins Gehirn. „Du bist ermüdet,“ bemerkte Biruleff,„ich will Dich jetzt allein lassen!“ Noch einmal preßte er seine Lippen auf ihre Hand. Dann ging er. 24. Kapitel. Nach heftigem, aber erfolglosem Widerstande, als ihm die Schwester vor seinen Augen entführt ward, hatte Werner sich wohl oder übel ins Unvermeidliche schicken müssen. Sie hatten ihn in den Schlitten gehoben, dort saß er stumm, in wortloser Verzweiflung. Ein Gendarm nahm ihm zur Seite Platzund ergriff die Zügel; die beiden anderen sprangen hinten auf, und fort ging es in rasendem Tempo. Rittberg mußte an den Präfekten denken, und an seine erheuchelte Freundlichkeit. Seine wehrlose Schwester in der Gewalt dieses gewissenlosen Menschen. Während er, ihr einziger Beschützer, im Gefängnis saß. Ihm war, als höre er ihren Hilferuf. Welchen Beschimpfungen mochte sie ausgesetzt sein, seine reine, schöne, unschuldige Margarete! Je mehr er sich in ihre Lage hineindachte, desto wilder tobte in ihm der Schmerz und die ohnmächtige Wutt. Inzwischen waren sie vor den Toren des Staatsgefäugnisses angekommen: man hatte sie eingelas Aufenthalt, währenddes der eine Gendarm sich in die Wachtstube begab, aus der er bald wieder in Begleitung eines Wärters erschien, der einen riesigen Schlüsselbund trug. Der Mann machte dem Verhafteten ein Zeichen, daß er ihm folgen solle. Sie kamen an der Tür vorbei, an der Rittberg kürzlich dem Gesang eines Sträflings gelauscht hatte. Diesmal schwieg die Stimme. Ob der Insasse wohl im Schlafe Vergessenheit gefunden, oder ob Verzweiflung die Sangeslust in ihm erstickt hatte? Die danebenliegende Zelle nahm sie auf. Dort steckte der Wärter die Oellampe an, nahm dem Gefangenen die Handschellen ab und ließ ihn dann allein. Werner hörte das Knirschen des mächtigen Schlüssels in der Tür, hörte die sich immer weiter entfernenden Schritte, dann überfiel ihn Schweigen, das grauenvolle Schweigen des Gefängnisses! Sein Blick schweifte umher. Vier kahle Mauern, und gegenüber der Tür ein kleines, vergittertes Feuster. Eine niedrige Pritsche mit grober Friesdecke, ein tannener Tisch und ebensolcher Stuhl, und eine Wandlampe. Eine Gefängniszelle! Erst jetzt ward ihm die eigentliche Bedeutung des Wortes klar. Er hob die Arme empor, und aus seiner Kehle drang ein Lattt, mehr dem Geheul eines verhungerten Tieres, den man die Beute entriß, als einer menschlichen Stimme ähnlich. Dann warf er sich gegen die Tür und bearbeitete sie mit seinen Fäusten, bis sie bluteten, und endlich stürzte er der Längenach zu Boden, stöhnend, seufzend, jammernd in unbeschreiblicher Verzweiflung! 231.16 Erst als er, schweißgebadet, auf den kalten Steinfließen vor Frost zu zittern begann, und seine Zähne wie im Fieber aufeinanderschlugen, erwachte der Selbsterhaltungstrieb und er erhob sich, legte sich aufs Bett und wickelte sich in die Decke. Er sank auch sofort in einen unruhigen Schlaf, bei dem ihm träumte, er versinke in schwarzen, gurgelnden Fluten, auf deren Grunde scheußlich nenn feindliche Armeckorps mit zusammen mindestens 24 Infanteriedivisionen und zwei Alpinigruppen festgestellt. Diese Kräfte, die bekanntlich der die Hochfläche von Doberdl angreifenden dritten Armee(Generalleutnant Herzog von Aosta) und der nördlich anschließenden zweiten Armee(Generalleutnant Frugoni) angehören, mochten vor der Schlacht ca. 320 000 Gewehre, 1300 Feld= und Gebirgsgeschütze und 180 schwere Geschütze gezählt haben. An der Kärntner Front stehen verhältnismäßig schwächere feindliche Kräfte, an der Tiroler Front vier Korps mit mindestens 11 Infanteriedivisionen, die zusammen auf 170 000 Gewehre, 700 leichte und gegen 100 schwere Geschütze geschätzt werden können. Diese Zahl und die gewiß nicht zu hoch angegebene Verlustziffer von 150000 Mann veranschaulichen am besten die Größe des Krafteinsatzes und der Niederlage des Feindes. Daß unser amtlicher Bericht keine Gefangenen erwähnt, ist daraus zu erklären, daß unsere Truppen in erbitterten Verteidigungskämpfen nicht Gelegenheit finden, viele Feinde gefangen zu nehmen. Immerhin fielen vom 21. bis 29. Oktober 67 Offiziere, 3200 Mann in unsere Hände. Auch wurden 11 Maschinengewehre erbeutet. Der Unfall es Britenkönigs. —:: Nach einer durch Reuter verbreiteten Erklärung von verläßlicher Seite ritt der König von England bei der Truppenbesichtigung in Frankreich ein fremdes Pferd. Das Tier scheute bei den Hurrarufen, bäumte sich und stürzte infolge des glatten Bodens auf den Reiter, der verwundet wurde und einen heftigen Schreck hatte, aber keinen Knochen brach. Die Folgen des Unfalls verschlimmerten sich noch dadurch, daß der Patient mit dem Auto eine weite Strecke transportiert werden mußte. Der König wurde von der Victoriastation in London auf einer Tragbahre, die in einen Ambulanzwagen gestellt wurde, nach dem Buckingham=Palast gebracht. Die Wunden waren so schmerzhaft, daß der Wagen schrittweise fahren mußte. Carsons Nachfolger. *:: e n e n g l i s c h e n U n t e r h a u s e g a b A s quith bekannt, waß der Solicitor=General (stellzertretender Kronanwalt) F. E. Smith zum Altorny General=Kronanwalt als Nachfolger Carsons ernannt sei. Das Schicksal der Südseeinseln. :: Tie Times“ weldet aus Tolio: Bavon Shinladzr. Mitglied des Oberhauses, ist dieser Tage ans der Südsee zurückgekehrt. * die Südseeinseln, welche Deutschland wasg maimnen worden sind, Japan einverleibt werden sollen. Der Varon setzte auseinander, daß diese Inseln ja vor Jahrhunderten durch Japan verwaltet worden seien." Erfundene Friedensgerüchte. :: Es sind in der letzten Zeit wieder, besonders in der Auslandspresse, aber auch im Publikum, allerlei Gerüchte über Friedensverhandlungen aufgetaucht. Die privaten Erholungsreisen von Ministern und Staatsmännern sind so gedeutet worden, als sollten sie irgendwelchen Verhandlungen dienen. Angesichts der Hartnäckigkeit, mit der die angeblich„aus bester Quelle informierten“, phantasiebegabten Zeitungen und Personen an ihren Erzählungen festhalten, sei indessen gesagt, daß alle Gerüchte dieser Art auf freier Erfindung beruhen. J.s. zel in Rußland? :: Vom Reuterschen Bureau, de:„Agenel: Sesani" und anderen Nachrichtenstellen des Auslandes ist die Nachricht von dem Ministerwechsel in Rußland verbreitet worden. Jetzt, meldet die offiriöfe Petersburger Telegrapgen=Agentur: Cine offizielle Bestätigung der Gerüchte über einen Ministerwechsel liegt nicht vor. Der Fall„Hocking“. Von englischen Kriegsschifsen ist vor inigen Tagen gleichzeitig mit dem holländischen Dampfer„Hamborn“ der am:rikanische Dampser„Hocking“ nach dem britischen Dampser„Halisax“ aufgebracht worden. Beide Schiffe waren kürzlich aus New York ausgefahren, die„Hocking“ nach Norfolk(Virginta), die„Hamborn" nach Cuba. Die„Hocking“ war ursprünglich der dänische Dampfer„Groenland“; sie ist eines der eif Schiffe, die im Juli von dem amerikanischen Reeder, Richard Wagner aufurlauft wurden, wobei die amerikanische Regierung sich zunächst geweigert hatte, sie in die Listen einzutragen, weil es hieß, daß sie mit beurschem Kapital gekauft worden seien. Nunmehr meldet das Reutersche Dureau aus Washington: Nachdem Staatssekre= tär Lansing den Einspruch des Reeders Wagner, dem der Dampfer„Hocking“ gehört, erhalten hatte, gab er dem amerikanischen Botschafter in London telegraphisch den Austrag, Erkundigungen einzuziehen, warum England das Schiff beschlagnahmt habe. gefährdete italienische Kabinelt. :: Der römische Korrespondent der Londoner„Times“ meldet unter dem 31. Oktober: Das italienische Parlament wird, wie gewöhnlich, gegen Ende November zusammentreten. Nun sich dieser Zeitpunkt nähert, macht sich eine gewisse Unruhe geltend nver die Haltung, welche diesenigen elbgeordneten einnehmen werden, die sich gegen eine Intervention Italiens ausgesprochen hatten. Man wird sich erinnern, daß die Mehrheit des italienischen Parlaments im Grunde genommen nicht für einen Krieg war und nur unter dem Druck der Umstände nachgegeben hat. Jetzt befürchtet man in einigen politischen Kreisen, daß die Wiedereröffnung des Parlaments und die Debatten über den Stand der Ereignisse leicht die Stellung der Regierung schwächen könnten. Die Balkankrisis hat eine nicht abzumessende Wirkung auf die össentliche Meinung ausgeübt. Es besteht vielfach die Neigung, die führenden Minister für den zu Tage getretenen Mangel an Weitsicht verantwortlich zu machen. Voraussichtlich wich es in der Kammer zu einer scharfen Kritik über die Regierungsmaßnahmen kommen, wobei es an Augriffen auf das Ministerium nicht fehlen wird, da es viele Leute gibt die unzufrieden mit der Art und Weise sind, wie bisher der Krieg geführt worden ist. Aus der griechischen Kammer. * Mailand, 3. Nov.„Corriere della Sera“ meldet aus Athen: Heute sollte in der griechischen Kammer die Anfrage betr. die Demobilisierung erörtert werden. Der Ministerpräsident hatte eine Vertagung der Besprechungen verlangt. Da die Anfrager auf eine sofortige Besprechung drangen, verweigerte Zaimis die Antwort. Vermischtes. * Wegen Raubmordes an seiner eigenen Mutter verurteilte der Jugendgerichtshof Lresden den 16jährigen Mechaniker Paul Kurt Vogel aus Dresden zu der gesetzlich höchsten Strafe von 15 Jahren Gefängnis. Der Tunichtgut wollte sich durch die Ermordung und Beraubung seiner Mutter Geld zur Reise nach Berlin verschaffen. * Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel. Gegen die Kaufleute, die gegen die Bundesratsverordnung, betr. die Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel, verstoßen, wird auch weiter scharf vorgegangen. Nach amtlichen Nachrichten liegen zunächst in Berlin zwei neue Fälle vor. Der Berliner Polizeipräsident hat dem Agenten Th. Buchholz, Bundesratsufer 13 jegliche Handelstätigkeit, insbesondere als Agent, Vermittler oder Vertreter, bei Lieferung von Gegenständen des Kriegsbedarfs und ebenso dem Fabrikanten Wilh. Müller, Kochstraße 6, den Handel mit Petroleum sowie jede mittelbare oder unmittelbare Beteiligung an einem solchen Handel wegen Unzuverlässigkeit in Bezug auf diesen Handelsbetrieb untersagt. Ferner hat das Kgl. bayerische Bezirksamt Wolfstein in Niederbayern dem Verfahren des Nahrungsmittelhändlers Johann Wagner und der Nahrungsmittelhändlerin Franziska Hubelsher= ger in Perlesreut durch ein Verbot des Handels einen Niegel vorgeschoben. * 70 Pserdediebstähle. Der Schrecken der Berliner Fuhrwerksbesitzer war ein 31 Jahre alter„Kutscher“ Paul Schulz, ein schon oft bestrafter Mensch, der in der letzten Zeit mindestens 70 Pferdediebstähle rerübte, bis er jetzt endlich ergriffen wurde. Er nahm, mit falschen Papieren versehen, unter allen möglichen Namen Kutscherstellungen nur zu dem Zwecke an, Pferde in die Hände zu bekommen, sie zu stehlen und zu Geld zu machen Vor einigen Tagen wurde wieder ein Gespann im Werte von 3000 Mk. gestohlen. Ein Kriminalbeamter stieß nun in einer Berliner Wirtschaft, in welcher Pferdehändler zu verkehren pflegen, auf einen Mann, der ein Gespann für 1100 Mk. anbot, weil er zum Heere einrücken müsse und so gezwungen sei, die Tiere zu verkaufen. Der Mann nannte sich Dahlheim und behauptete, in Kopenhagen geboren zu sein. Dem Kriminalbeamten kam der Pferdeverkauf verdächtig vor, und er brachte den Unbekannten zur Wache. Untern ogs versuchte dieser, einen Pfandschein zu zerreißen und wegzuwerfen. Aus diesem ergab sich, daß ein Mädchen namens Gallinat einige Wirtschaftssachen versetzt hatte. So ermittelte man auch die Wohnung des Mädchens, in der Herr Tahlheim aus Kopenhagen hauste. tk. Eine neue Art der Radium=Bearben tung. Wie ein Mitarbeiter des„Tgl. Korr.“ schreibt, haben die schwedischen Ingenieurt John Bandin und Alf Barson eine neue Methode erfunden. um Radium aus radiumführenden Bergarten zu gewinnen. In der letzten Zeit beschäftigten sie sich mit der Herstellung der Apparate, welche für die Nethode zu verwenden sind. Jetzt sind ille Vorbereitungen vollendet. Die Fabril ür die Radiumgewinnung soll in Mariestad rrichtet werden, da in der dortigen Gesend das meiste Interesse dafür herrscht. Es hat sich bereits eine Aktien=Gesellschaft iebildet. Bei der neuen Methode wird man ich nicht der einheimischen Radium=Rohtoffe(Kolmen) bedienen, da diese zu wenig Prozent Radium enthalten und so ungleich sind, daß sie kein befriedigendes Resultat eraeben. Man beabsichtigt, amerikanische cadiumführende Bergarten für den Fabrikdetrieb einzuführen, da man dabei den Vorteil hat, daß für den Radiumgehalt und zuzleich für gleiche Beschaffenheit eine Gewähr vorhanden ist. Die Fabriken in Mariestad verden zuerst nur für eine Gewinnung von ? G r a m m R a d i u m b r o m i t j ä h r l i c h e i n g e r i c h et, was schon einem Wertz von 600,000 ?ronen entspricht. Für die Annge sind eine Nenge Avparate aus Metallen der verschieensten Arten erforderlich. Bekanntmachung zur Einschränkung des Fleisch= u. Fektverbrauchs. § 1. Dienstags und Freitags dürfen Fleisch, Fleischwaren und Speisen, die ganz oder teilweise aus Fleisch bestehen, nicht gewerbsmäßig an Verbraucher verabfolgt werden. Dies gilt nicht für die Lieferung unmittelbar an die Heeresverwaltungen und an die Marineverwallung. § 2. In Gastwirtschaften, Schank= und Speisewirtschaften, sowie in Vereins= und Erfrischungsräumen dürfen 1. Montags und Donnerstags Fleisch, Wild, Geflügel, Fisch und sonstige Speisen, die mit Fett oder Speck gebraten, gebacken oder geschmort sind, sowie zerlassenes Fett und 2. Sonnabends Schweinefleisch nicht verabfolgt werden. Gestaltet bleibt die Verabfolgung des nach Nr. 1 oder 2 verbotenen Fleisches als Aufschnitt auf. Brot. S 3. Als Fleisch im Sinne dieser Verordnung gilt Rind=, Kald=, Schaf=, Schweinefleisch sowie Fleisch von Geflügel und Wild aller Art. Als Fleischwaren gelten Fleischkonserven, Würste aller Ait und Speck. Als Fett gilt Butter und Butterschmalz, Oel, Kunstspeisefelte aller Art, Rinder=, Schaf= und Schweinefett § 6. Die Unternehmer haben einen Abdruck dieser Verordnung in ihren Verkaufs= und Betriebsräumen auszuhängen. S 7. Mit Geldstrafe bis zu eintausendfünfhundert Mark oder mit Gefängnis bis zu 3 Monaten wird bestraft: 1. wer den Vorschriften des§ 1 oder des§ 2 zuwiderhandelt; 2# wer den Vorschriften des§ 5 zuwider Verschwiegenheit nicht beachtet oder der Mitteilung von Geschäfts= oder Betriebsgeheimnissen sich nicht enthält; 3. wer den im§ 6 vorgeschriebenen Aushang unterläßt; 4. wer den nach§ 10 erlassenen Ausführungsvorschriften zuwiderhandelt. In dem Falle Nr. 2 tritt die Verfolgung nur auf Antrag des Unternehmers ein. § 11. Diese Verordnung trikt mit dem 1. Novbr. 1915 — in Kraft. Der Reichskanzler bestimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens. Berlin, den 28. Oktober 1915. Der Stellvertreter des Reichskanzlers: Delbrück. Vorstehenden Auszug aus der Bundesratsverordnung vom 28. v. Mts. bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis und genauen Beachtung. Nach§ 4 dieser Verordnung sind die Beamten der Polizei und von dieser beauftragte Sachverständige befugt, die Geschäftsräume, sowie Räume, in denen Fleisch, Fleischwaren und Fett gelagert, zubereitet, feilgeboten oder verabfolgt werden, jederzeit zu betreten, Besichtigungen vorzunehmen und Proben zu entnehmen. Schwerte; den 3. November 1915. Die Polizei=Verwaltung: Rohrmann 5103 Unter diesem Schutze kann der deutsche Kaufmann in Ruhe sein Geschäft betreiben. Wirksame Inserate sind für ihn eine wertvolle Unterstützung. Wenden Sie sich zwecks Auserbeitung eines Kostenvoranschlags an die bekannte Alteste deutsche Annoncen-Expedition Haasenstein& Vogler Akt.-Ges. Dortmund, Markt 2 Berdand Wesihsalischer Aibensnachweise. Die Arbeits=Nachweisstelle Schwerle Lielhstraße 4. Fernspr. Nr. 213 vermiltelt Arbeitskräfte aller Art vollständig kostenfrei. Das Prreger" des johämiies Talft. Herausgegeben von einem Freunde. Mit einem Vorwort von Major Viktor v. 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November, vormittags 10 Uhr Anmeldungen nimmt entgegen und Auskunft erteilt Die Direktion, Sonnenstrasse 100. 6 2 einf. möbl. Hrmmer zu vermielen. 5121 Näheres Beckestr. 33, part. K 1 Salon=Pianino(eiche), 1 Salon=Pianino(schwarz) beide nur kurze Zeit gespielt, gebe mit langjähr. Garanlie ganz billig ab. 4572 H. van Bremen Dortmund. Heiligerweg 15, Planohaus. „Und wann gingen die beiden Onkel hinüber?“ fragte der Rechtsanwalt, indem er sich an die beiden Detektivs windte.„ „Vor etwa dreißig Jahren!“ rief Wulstmann.„Vor etwa dreißig Jahren!" rief Splitger; beide riefen es zur selben Sekunde. „Und der Onkel hieß Karl Hoffmann?“ „Jawohl, Karl Hoffmann!“ wiederholte das Toppeiecho.„, Be5t3g, ft Srchete hia Gr. „Hm!“ machte der Rechtsanwalt, offnete die Tür eines Nebenzimmers und sagte:„Bitte, Herr Ehrhard!“ Ein freundlich blitkender, einfach gekleideter junger Mann trat ein und grüßte höf.ic9h. g. glsgumet, Si. „Meine Herren," begann der Rechtsanwait,„Sie befinden sich leider in einem Irxtum: hier steht die wahre Anna Hoffmann.“ „Wie?“ riefen die drei Männer auf einmal. „Oder vielmehr— ihr Sohn, denn sie selbst weilt leider nicht mehr unter den Lebenden. Er hat sich vor ein paar Tagen auf einen Aufruf hin gemeldet.“ „Ich denke,“ unterbrach der Direktor,„Sie haben keinen Aufruf mehr erlassen?“ „Stimmt!“ erwiderte der Rechtsanwalt.„Herr Ehrhard fand ihn in einer alten Zeitung, die als Mittel gegen— Motten in seinen Schrank gelegt worden war.“ „Daß dich die Motten—“, murmelte der Direktor „Wie Sie vielleicht wissen,“ fuhr der Rechtsanwalt sort,„ähneln die Mot en darin manchen Menschen, daß sie die Drulerschwärze nicht riechen können. Herr Ehrhard suchte seine Papiere hervor, besonders den Taufscheln seiner Mutter und Briese, die von ihrem Onkel Krl hrrührten. Es ist lein Zweisel daran, er ist waschecht, Sie können sich davon überzeugen; auch der entscheidende Richter hat es mir bereits bestätigt!“ „Ja, was wird nun aber—“, fragte der Direktor etwas kleinlant. „Ihre Auslagen“, fiel der Rechtsanwalt ein,„trägt natürlich die Crbschaftsmasse. Aber meine Herren,“ fuhr er fort, indem er sich zu den sehr erschrocken ausstehenden Detektivs wandte,„Sie brauchen sich deshalb, weil Sie nicht das Richtige gefunden haben, nicht so zu beklimmern!"* Die Beamten empfahlen sich nun, und der Direktor ging nach rechts, die Detektive nach links. Stumm, wie Fische, schritten die beiden alten Feinde nebeneinander her. Endlich brummte Wulstmann:„Ich denke. Sie können nichts essen; was hilft Ihnen denn “ d a e i n e F r a u, d i e k o c h e n k a n n?“ S p l i t g e r w u r d e b l a ß vor Aerger, dann zischte er:„Na, da haben Sie es besser, Ihre Frau kann nähen, da kann sie Ihnen die Kleider enger machen, weil es doch jetzt nicht mehr so weiter geht!“ Wulstmann bekam einen roten Kopf und ging ohne Gruß nach links ab, während Splitger mit höhnischer Miene tief den Hut zog. 2 Wie der Staat in alten Zeiten borgte. Wir leben in den Zeiten der Milliardenanleihen. Heute stehen den S.aaten die mächtigen Finanzorganisationen der Gegenwart als sichere Helser zur Seite, wenn es gilt, beim Volke zu borgen; wie haisen sich aber die Finanzminister alter Zeiten in solchen Fällen? Denn ihnen stand nicht die moderne Technik der Anleiheemission zur Verfügung. Es waren vor allem die Florentiner Bankiers, diese Meister und Künstler des Kredites, die zu Ausgang des Mittelalters die Geldsorgen des Staates und der Fürsten behoben, nicht anders wie etwa die Fugger von Augeburg in Deutschland. Geldnehmer und Geldgeber hatten damals einen schweren Stand; in Italien jetzten beide ihren Ehrgeiz darin, in sorgsam versiegerten Patten und Anleiheverträgen ihren Vorteil nach allen Regeln der Kunst zu sichern; die einen forderten gewaltige Zilsen und gewaltige Sicherheiten, die anderen gewaltig viel Geld; und wohl alle beide waren im stillen nie abgeneigt, sich bei der ersten passenden Gelegenheit ihrer Verpflichtungen zu entledigen. Als ein kleiner italienischer Fürst von einem Florentiner Geldmann eine große Summe borgte, genügte dem Finanzier nicht die Vervfändung des Fürstentums, er verlangte sogar die prächtig gearbeitete Rüstung des Fürsten zum Pfande. Er erhielt sie auch, aber als der Fürst sein Geld empfangen hatte, lächelte er, zwinkerte mit den Augen, wies auf die Rüstung und erklärte lakonisch:„Die ist es wert, daß man sie sich zurückholt.“ In Frankreich dagegen wurden die Anleiheoperationen schnell größer und bedeutender und erhielten auch einen amtlichen Anstrich. Anscheinend war Philipp der Schöne der erste französische Künig, der auf den Gedanken kam, von seinem Volke direkt zu borgen. Jedenfalls richtete er 1287 eine„Anleihe auf die Einkünfte“ ein, und„wohlgesinnte Männer wurden beaustragt, nach eidlicher Verpflichtung Listen jener im Staate lebenden Personen aufzustellen, die ihrem Vermögen nach imstande sind, dem König Darlehen zu gewähren". Das Verfahren bewährte sich, und die Geldgeber hatten nicht zu klagen, erhielten sie doch die geliehenen Summen nahezu vollzählig später wieder zurück. Franz I. aber richtete zuerst ein staatliches Schuldenregister ein; nach langen Verhandlungen„gelobte“ er mit seinem Königswort und„nach treuem Glauben“, die Eintragungen in das Schuldbuch nie zu verändern. Für 1200 Livres erhielten die Staatsgläubiger nach königlicher Versicherung 100 Livres Zinsen, also mehr als 8 Prozent, fast doppelt soviel, als heute der Gläubiger moderner Kulturstaaten erhoffen darf. Bumur. Kein Erfolg. Erster Kurgast:„Nun, wie haben Sie heute nacht geschlafen? Haben Sie meinen Rat befolgt und gezählt?“ Zweiter Kurgast:„Ja, ich habe bis 18000 gezählt.“ „Und dann sind Sie eingeschlafen?" „Nein, dann war es Zeit zum Aufstehen!“ * Widerspruch.„Der arme Kerl, alles, was er verdient, hängt sich seine Frau auf den Leib!“ „Na, wenn Sie sie neulich in der Oper gesehen hätten, würden Sie nicht glauben, daß er sehr viel verdient.“ * Schmeichelhaft. Sie:„Geht es Ihnen wirklich so viel besser, seitdem Sie Ihre Kur beendet haben?“ Er:„Außerordentlich, ich kann sagen, ich bin ein ganz anderer Mensch geworden.“ Sie:„Oh, dann werden sich aber Ihre Freunde freuen!“ * Ihr Zweifel. Er:„Und wenn ich eine andere vor dir geliebt habe, Luise! Begreifst du nicht, daß ich dadurch erst für die größere, höhere Liebe reif geworden bin, die ich für dich empfinde?“ „Das ist ja ganz schön, lieber Alfred, aber wie kann ich wissen, ob nicht die Liebe zu mir dich für eine noch größere, höhere Liebe zu einer— anderen reif macht?“ SBMER K S 9 85 8 80 S. 2 2 Saun! S 8 5.3 35 8. S SSeS •. R SSBusS •cE 2 * Spa TEEEE Sesche 5 Amtliches Kreisblatt 43. Jahrgang O Grites und äutelles Cagesorgan des Kreiles. O haupt-Lnnoncenbiatt □ Unterhaltungs Beilage zu Nr. 259. Donnerstag. 4 November 1915. Rse SS9n 4 8 S FSgEESEESGSSSS SSBES ORESMS SSLFEPHSS, EESSEgS gesrene Eboye,„goes-s n S. Taubas-S, Sggh 8 S SpaSsSSSßgESSS EBgGgSEg g"STPPEE P1 5 2 S 9 E S"08 49 457— : 5 5— * S• S S9 93 E 2 UT 0• 2 5 S 1 E 9 S * 0 B 25 00 S S S 8 0 Si S 5.2— *8. o 1 S G5 S S 6 S.. 8.8 8 5 6 fühlte, sie dachte nichts mehr— ohnmächtig war sie auf den Marmorboden der Gruft niedergesunken.—— XXXVII. von den Bäumen Das Laub fiel von den Baumen, die Sommervögel nahmen ihren Flug nach dem Süden und hier und da bedeckte schon ein leichter Reif das Land. Dennoch flog es wie Frühlingsleuchten über Rikas basses, schmal gewordenes Gesichtchen, als sie jetzt zum erstenmal seit langen Wachen die Augen ausschlug mit klarem, fieberfreiem Blick und Ingo gewahrte, der ängstlich sorschend auf sie niederschaute und nun mit einem Jubellaut ihr sonniges Lächeln begrüßte und ihre kleinen, durchsichtigen Hände mit heißen Küssen bedeckte. Noch begriff sie die selige Wandlung nicht recht. „Ist's denn ein Wiedersehen im Jenseits?" murmelte sie. Ihr Auge irrte staunend durch das trauliche Gemach, in dem sie auf sorgfältig umdunkeltem Lager ruhte:„Träume ich? Wie komme ich hierher, wie du zu mir?— Ich war ja doch dort unten——"; schaudernd brach sie ab. „O ruhig. Lieb,“ bat Ingo zärtlich,„das alles erklären wir dir später. Denke nichts, als daß ich bei dir bin, um mich nicht wieder von dir zu trennen, und du nun schnell gesunden mußt von deiner langen Krankheit, meine süße Braut.“ Nun trat auch Ulrike heran. Ihre hohe, stolze Gestalt sank vor dem Lager in die Knie, Sie umsaßte leidenschaftlich das blasse, selig lächelnde Mädchen und flüsterte unter Tränen:„Mein süßes Kind, kannst du mir je vergeben? Was wäre aus mir geworden, wenn ich auch dich verloren hätte!“ Rikas blasses Händchen strich liebkosend über Ulrikes Haupt,„Du mußt nicht weinen, Schwester, ich habe dich ja so von Herzen lieb. Wie gut wird es nun werden. Ingo ist da, und, nicht wahr, du gönnst ihn mir— wir wollen dich alles Trübe vergessen machen.“ Die letzten Worte sprach sie mit unendlich süßem, glücklichem Lächeln, aber die glänzenden Augen schlossen sich jetzt müde, und als sie die Hände ihrer Lieben innig um ihre schmalen Finger geschlossen fühlte, schlief sie sanft atmend ein, der Genesung, dem schönsten Glück entgegen. Im Sonnenschein ihres bräutlichen Glücks blühten die Rosen auf ihren Wangen, und ihr bald wieder Liebreiz entfaltete sich zauberschön. Als Rika völlig erstarkt war, erfuhr sie von Ulrike, daß diese sie an dem verhängnisvollen Spätsommertage nach stundenlangem Suchen endlich in der Gruft gefunden habe, von einer tiefen Ohnmacht umfangen, welcher eine schwere Krankheit gefolgt sei. Ulrike sprach in bitterem Selbstvorwurf von der ihr unbegreiflichen Nachlässigkeit, mit der sie zum erstenmal seit fast zwanzig Jahren das Gewölbe unverschlossen gelassen habe, und dann enthüllte, sie dem erschüttert lauschenden Brautpaare ein Bild ihres trüben Jugendlebens und die Beweggründe der geheimnisvollen Bestattung Ralfs. „Daß aber auch die edelsten, selbstlosesten Motive eine ungesetzliche Tat nicht immer rechtfertigen, ist mir durch Rikas heftige Erkrankung bewiesen worden, an der doch indirekt ich die Schuld trug. Hätten wir unsere süße Rose verloren, ich hätte keine Stunde der Ruhe mehr gefunden.“ „Vergiß den bösen Zwischenfall, liebe Schwester," sagte Rika weich,„Gott will, daß ich dich erfreue und entschädige für die Schmerzen deiner Vergangenheit. Du wirst dein Streben und Leiden um Rhoda nun belohnt sehen durch Ingo.“ Dieser zog inbrünstig die Hand der Stiefschwester an die Lippen.„Ich bewundere deine starke Entschlossenheit, Ulrike! Wieviel Dank schulde ich dir für dein treues Handeln. Lehre mich Fremdling diese große, pietätvolle Liebe zum Vaterhause, daß ich deine Opfer vergelten kann. Ich bitte dich herzlich bleibe auch ferner auf Rhoda, du sollst mich ganz nach deinem Sinne leiten und sollst erleben, daß ich ein Rhoda werde nach deinem mutigen, starken Herzen. „Habe Dank, mein Bruder, und fürchte nicht, daß ich darum den hohen Flug deiner Künstlerseele hemmen werde. Ich schätze sicherlich eine geniale Begabung des Menschen sehr hoch und weiß, daß ich die deine ganz besonders in Ehren halten muß. Nun aber,“ sprach sie froh weiter,„müßt ihr euch gefallen lassen, daß ich euch vorläufig aus Rhoda vertreibe. Für eine kurze Spanne Zeit gehört mir ja noch die absolute Herrschaft hier, und die will ich nutzen zu baulichen Veränderungen, die den Maler freuen sollen. Ich befehle also eine schleunige Vermählung und eine Hochzeitsreise, von der ihr erst an dem Tage zurückkehrt, an dem Rhoda wieder seinen Mojoratsherrn erhält. Dann lege ich gerne das Herrscherrecht nieder, und das um so freudiger, als die nächste Herrin ja wieder Ulrike von Rhoda heißt. Möge sie viele Jahre zum Heil unseres Hauses walten. Gott segne dich, meine Rika! Ende. Chinesische Mädchennamen. Ein chinesisches Mädchen bekommt nicht einen festen Namen, den sie dann für den Rest ihrer Tage trägt, sondern in den Benennungen der jungen Damen im Himmlischen Reiche drückt sich eine große und symbolische Vielfältigkeit aus. Ein zärtlicher Vater nennt z. B. sein Mädchen„Mondstrahl". Ist die Kleine etwas größer, dann nennt sie die Mutter„kleine Taube“, während ihre Geschwister sie einfach„Schwesterchen“ rufen, Besucher mit„Haustöchterchen“ anreden und die Diener ihre Achtung durch die Anrede„kleines Fräulein“ ausdrücken. Blumennamen sind sehr beliebt, und da die Orchidee bei den Chinesen das Sinnbild des höchsten Duftes und der größten Zartheit ist, findet man sehr viele Mädchennamen, in denen diese köstliche Blume vorkommt.„Scheue Blume“ oder„Süße Blüte“ sind ebenfalls Bezeichnungen, die jungen Damen mit Vorliebe als Namen beigeligt wrden. Wie hier die Schönheit in den Vordergrund teitt, so spielt der Charalter die Hauptrolle in Namen wie„Reined.n und Bescheidenheit“,„Tugend und Shönheit“,„Bescheidenheit gepaart mit Fleiß",„Treue“,„Wahrheit" und was es sonst noch an Tugenden gibt, wird zur Benennung des schönen Geschlechtes verschwendet. Andere Namen sagen überhaupt über die Trägerin nichts aus, wie z. B. der Name„Wangpan“, der bedeutet: ein Mädchen, das keinen Bruder besitzt, sich aber einen wünscht. Wird ein Sohn in der Familie geboren, dann wird Wangpan einfach umgetauft. SS. — Denkspruch. Was zehn schlechte Weiber einem Manne vom Glauben an die Menschheit genommen haben, kann ein edles Weib hundertfach erletzen. Leixner. Die Erbin. l. Humoreske von Adolf Thiele. (Nachdruck verboten.) „Da sind Sie hier an der richtigen Stelle, Herr Rechtsanwalt!“ sagte der Direktor des Detektivbureaus. „Aufrufe, in denen vermißte Personen oder deren Nachkommen gesucht werden, helfen nichts, sie werden nicht gelesen, aber wenn wir ein paar von unseren Leuten ausschicken, da kommt etwas heraus!“ „Sie wollen also“, fragte der Rechtsanwalt Flinsheim,„zwei Ihrer Leute nach dem Regierungsbezirk Minden schicken, um die Anna Hoffmann suchen zu lassen?“ „Allerdings, Herr Rechtsanwalt! Zwei Beamte werden genügen, sie teilen sich den Bezirk ein und suchen nach der Anna Hoffmann, deren Onkel Karl vor etwa dreißig Jahren nach Amerika ging—“ „Wie ich Ihnen schon angab, hat der Erblasser niemand drüben hinterlassen und im Testament angegeben, daß er, soviel er wisse, an Verwandten nur eine Nichte namens Anna Hoffmann besitze. Jedenfalls wird die Erbin dem Detektiv, der sie findet, in der Freude ihres Herzens über die hundertzehntausend Mark noch eine Extrabelohnung geben; dies dürfte die Beamten auch anspornen. „Auch ohne dies würden wir sie finden!“ rief der Direktor.„Bei unserem Institut kommt stets etwas heraus, wir machen die schwierigsten Sachen!“ „Nun, hoffen wir," erwiderte der Rechtsanwalt, „daß Sie mehr Glück haben, als ich mit den Zeitungsaufrufen hatte.“ Die beiden Detektivs horchten mit größter Spannung, als ihnen der Direktor den Auftrag erteilte. Wulstmann, ein wohlgenährter Herr, neigte zustimmend seinen mit energischer Nase und auf Millimeterlänge abgesäbelten Haupthaar und Bart geschmückten, rötlich angehauchten Kopf, und Splitger, ein langer, blasser, hagerer Mann mit Märtyrerzügen, tat ein Gleiches. Beide wurden, außer mit dem nötigen Kleingeld, mit einer Karte des Regierungsbezirks Minden ausgerüstet, auf dem ein blauer Strich die ihnen zugewiesenen Gebiete trennte. Der eiie nahm den Osten, der andere den Westen. Und tags darauf zogen sie los, nicht ohne sich— sie konnten sich niemals recht leiden— beim Abschied einige giftige Blicke zugeworfen zu haben. Sie benutzten den elben Zug, doch Splitger fuhr„Nichtraucher“, während Wulstmann der Lokomotive in bezug auf Rauchentwicklung starke Konkurrenz machte. Eile hat die Sache nicht, die Hauptsache ist, daß Sie die Erbin finden!“ Diese Worte ihres Direktors hatten sie sich wohl gemerkt. Eile schien die Sache wirklich nicht zu haben, denn der Rechtsanwalt, der alle Wochen einmal telephonisch beim Direktor anfragte, erhielt stets die Antwort, daß die Beamten eifrig tätig seien, daß sie alle Orte bereisten, jedoch die Erbin noch nicht gefunden hätten. Eines Tages aber— es waren schon mehrere Wochen vergangen, und der Rechtsawalt hatte schon die Hoffnung aufgegeben— eines Tages telephonierte der Direktor selbst und teilte mit dem Stolze des erfolgreichen Mannes in ziemlich geheimnisvollen Worten mit, er glaube, in den nächsten Tagen, ein günstiges Resultat„unterbreiten“ zu können und werde den Rechtsanwalt selbst aufsuchen. Wulstmann kehrte zwei Tage nach dieser Meldung nach Berlin zurück und hatte ein längeres Gespräch mit dem Direktor. Einige Tage später kam auch Splitger heim und genoß ebenfalls das Vergnügen einer Unterredung. Als er mit einem Gesicht, das allmählich immer länger und bedenklicher geworden war, das Zimmer des Direktors verlassen hatte, leistete sich dieser ein lange anhaltendes Kopfschütteln, das von einem höchst gedankenschweren Selbstgemurmel begleitet war. „Tolle Geschichte!“ hätte man da heraushören können.„Der Wulstmann, der Lebemann, Gourmand, Trinker— und dann die Näherin— und dann der Splitger, der Mann des chronischen Magenkatarrhs, des Geldzusammenscharrens— und die Köchin— wie das enden soll! Nun, eine von beiden muß es ja sein!“ Als Splitger nach diesem gesichtverlängernden Gespräch aus dem Zimmer des Direktors trat, begrüßten ihn einige zufällig anwesende Kollegen, unter denen sich auch Wulstmann befand.„Meinen Glückwunsch!“ sagte einer.„Wie ich ganz zufällig in der Zeitung haben Sie in Westfalen geheiratet!“ „Tanke, danke!“ erwiderte Splitger ziemlich unwirsch. „Sie wissen es wohl noch gar nicht, Wulstmann ist auch in den heiligen Stand der Ehe getreten, und zwar auch in Westfalen?“ „Weiß ich schon!“ fuhr es Splitger heraus, und er blickte mit einem von Haß und— Angst zeugenden Blick auf Wulstmann.„Hören Sie mal, Splitger“, polterte dieser,„ich glaube, Sie sind hereingefallen, ich habe die richtige— Anna Hoffmann.“ „So, meinen Sie“, zischte der Angeredete ärgerlich. „Meine Frau hat einen Onkel, der nach Amerika ausgewandert ist, und ihre Verwandten und Bekannten haben es mir bestimmt versichert.“ Jetzt erschrak auch Wulstmann. „So?“ machte er.„Aber meine Frau und ihre Verwandten und Bekannten haben es mir auch bestimmt versichert, daß sie einen Onkel drüben habe. Er hat nichts wieder von sich hören lassen!“ „Haben Sie etwas Schriftliches?“ fragte jetzt Splitger vordringend. „Etwas Schriftliches?" wiederholte langsam der Rötlichangehauchte, etwas blaß werdend. Nein— nein!“ „Na also—“ „Und Sie, haben Sie etwas Schriftliches?“ „Na, das eigentlich auch nicht!“ Jetzt hatte keiner der beiden alten Feinde mehr den Mut, den andern auszulachen, und ohne Gruß trennten sie sich, um zu ihren Gattinnen, Anna Wulstmann geb. Hoffmann und Anna Splitger geb. Hoffmann, zurückzukehren. Am nächsten Tage rief der Direktor den Rechtsanwalt telephonisch an und fragte, wann er ihn in der Sache betreffend Anna Hoffmann sprechen könne. Welches Ergebnis er erzielt habe, teilte er nicht mit; liebte er doch, wie sein Ideal Sherlok Holmes, die Ueberraschungen. Der Rechtsanwalt gab eine Nachmittagsstunde an und mit dem Glockenschlag erschien der Direktor, begleitet von den Herren Splitger und Wulstmann, die sich vergeblich bemühten, ihre Verzagtheit unter einem selbstbewußten Auftreten zu verbergen. „Herr Rechtsanwalt“, so begann der Direktor des Detektivbureaus mit Würde,„ich befinde mich in einer eigenartigen Lage, beide Herren hier“— Herr Wulstmann, Herr Sptitger, stellte er vor,„haben jeder eine AnnaHoffmann gefunden, deren Onkel nach Amerika ausgewandert sind. An letzterer Tatsache ist in keinen der beiden Fälle zu zweifeln, sie ist durch das Zeugnis der Verwandten und Bekannten zur Evidenz festgestellt. für die männlichen Engländer zwischen 17 und 55 Jahren die Schutzhaft und ihre Ueberführung in das Lager Ruheleben angeordnet. **(Reichstag und Lebensmittelfrage.) Der„Vorwärts" teilt mit, daß der Vorstand der sozialdemotratischen Fraktion beim Reichskanzler die unverzügliche Einberufung des Reichstages beantragt hat, mit Rücksicht auf die Lebensmittelfrage und den Belagerungszustand. **(Die Beförderung von Postkarten) mit Abbildungen nach dem Ausland unterliegt jetzt folgenden einschränkenden Bestimmungen. Verboten sind: Postkarten mit Abbildungen von Städten, Stadtteilen, geographisch bestimmbaren Ortschaften und Landschaften, besonders hervorragenden Baulichkeiten und Denkmälern Deutschlands, Oesterreich=Ungarns, der Türkei und der von den verbündeten deutschen, österreichisch=ungarischen und türkischen Heeren besetzten feindlichen Gebiete. Nicht unter das Verbot fallen: Postkarten mit Abbildungen der bezeichneten Art 1. nach Oesterreich= Ungarn, der Türkei, sowie den besetzten Gebieten des Westens und des Ostens, wenn die Abbildungen Städte usw. des Bestimmungslandes oder=gebietes der Postkarte darstellen; 2. im Feldpostverkehr an Truppen usw. oder Militärbehörden in feindlichen Gebieten. *(Eisernes Kreuz.) Dem im Osten kämpfenden Einjährig=Gefreiten W. Hövelmann, Sohn des Obermeisters H. von hier, ist das Eiserne Kreuz verliehen worden. **(Billigeres Schweinefleisch.) Nach den Beratungen der Reichsprüfungsstelle für Lebensmittel steht, wie verlautet, eine Bundesratsverordnung zur Herabsetzung der Schweinefleischpreise bevor. Die Verordnung bezweckt, den Kleinhandelspreis für Schweinefleisch so zu regeln, wie die Rücksichten auf die Ernährung der Bevölkerung es erfordern. Der Kleinhandelspreis für Schweinefleisch dürfte dabei gegenüber den Preisen der letzten Zeit ziemlich erheblich herabgesetzt werden. Eine Regelung der Preise für Rindfleisch ist einstweilen noch nicht in Aussicht genommen. Auch die weiteren auf Regelung der Versorgung mit Milch, Käse und Eier bestimmten Maßnahmen stehen alsbald bevor. *(Arg bestohlen) wurde auf dem gestrigen Wochenmarkt eine an der Hagenerstraße wohnende Frau Sch. Einem geriebenen Taschendiebe oder Diebin war es gelungen, der Frau im Gedränge das Portemonnaie mit einem größeren Inhalt aus der Schürzentasche zu stibitzen. Alle Nachforschungen nach dem Verbleib des Geldes waren erfolglos. Ob die Schürzentasche aber auch der geeignete Aufbewahrungsort für einen größeren Geldbetrag ist, lassen wir allerdings dahingestellt sein. **(Ruhrtaler Sängerverein.) Aus dem kath. Krankenhause wird uns geschrieben: Am gestrigen Abend erfreute der„Ruhrtaler Sängerverein“ die Verwundeten des kath. Krankenhauses mit seinen Vorträgen. Er bot Lieder, die dem Geiste der großen Gegenwart entsprachen und von Liebe und Treue zum Vaterlande, vom Abschied, Schlacht, Sieg oder Tod handelten. Schon die gewählten Texte, dann die wunderbaren Melodien selbst trasen Herz und Gemüt der Zuhörer und lösten bei ihnen reichsten Beisall aus. Hoffentlich sind die tüchtigen Sänger, die schon oft mit bestem Erfolge für die Wohltätigkeit gewirkt haben und denen die Verwundeten nochmals ihren herzlichsten Dank aussprechen, bald wieder einmal Gäste im Krankenhause, um uns durch ihr Können zu erfreuen. (Eiserne 1= und 2=Pfennigstücke) werden in verschiedenen Eingaben an die Reichsregierung, den Bundesrat usw. verlangt. Nicht nur Geschäftsleute bitten um die Ausprägung dieser Geldsorten, sondern auch Handelskammern haben den Staatssekretär des Reichsschatzamtes darauf hingewiesen, daß der Mangel an kupfernen 1= und 2=Pfennigstücken durch die Ausprägung eiserner oder stählerner Ersatzstücke behoben werden sollte. Es wurde vorgeschlagen, diesen Stücken eine achteckisze Form zu geben. **(Urlaubsgeld für beurlaubte Soldaten.) Die Stadt Hagen gewährt beurlaubten Soldaten ein Urlaubsgeld von 50 Pfg. täglich bis zu höchstens 14 Tagen. Unteroffiziere oder Heeresangehörige mit zleicher oder höherer Löhnung erhalten dieses Urlaubsgeld nicht. Wenn die Familienangehörigen des betr. Beurlaubten Kriegsunterstützung beziehen, so wird der Betrag an die Familien, im andern Falle an den Beurlaubten selbst gezahlt, doch muß nachgewiesen werden, daß Bedürftigkeit vorliegt und der Beurlaubte unmittelbar vor seinem Diensteintritt hier gewohnt hat. *e(Laßt Bulgariens Fahnen wehen!) Tapser, wie wir es von dem kernhaften Volk nicht anders erwarteten, hat das bulgarische Heer an unserer Seite in den Weltkrieg eingegriffen und ist von Erfolg zu Erfolg geschritten. Seine Siege sind unsere Siege geworden, und der Jubel in Sofia findet einen freudigen Widerhall in Deutschland. So sollen auch die äußeren Anzeichen hierfür nicht fehlen. Der Flaggenschmuck muß um eine neue Fahne, um Bulgariens Farben, vermehrt werden. Neben den Flaggen Deutschlands, Oesterreichs, Un garns und der Türkei ist der Fahne der Sieger von Pirot der ihr gebührende Platz zu geben. Die bulgarische Flagge ist weiß—grün—rot, in derselben Weise am Fahnenstock angebracht, wie die deutsche. Wenn demnächst wieder einmal unsere Häuser sich mit Fahnen schmücken, dann mögen auch die Farben unseres bulgarischen Bundesgenossen im Straßenbild nicht fehlen! Die ungarische Flagze ist, wie hierbei erwähnt sein mag, rot=weiß=grün. Also dieselben Farben in anderer Aufeinanderfolge. *(Der Vorstand des Westfälischen ProvinzialLehrervereins) beschloß in seiner letzten Sitzung, auch im Jahre 1916, wie dies auch im laufenden Jahre der Fall gewesen ist, den Westfälischen Provinzial=Lehrertag ausfallen zu lassen. Es wurde ferner beschlossen, innerhalb des Provinzialvereins eine Unterstützungskasse(Kriegerdank) für die Kriegsbeschädigten und die Hinterbliebenen zu gründen. **(Die weiblichen Nottenarbeiter), die man jetzt auf vielen Bahnstrecken ihre schwere und gefahrvolle Arbeit mit Ruhe und Fleiß verrichten sieht, sind ihrem Berufe entsprechend nunmehr uniformiert worden. Sie tragen zu einer turnerähnlichen Hose eine blaue Eisenbahnjacke und eine Eisenbahnmütze. Die neuen Uniformen sind kleidsam und praktisch, denn es läßt sich nicht leugnen, daß das Tragen weiter Kleider auf den offenen Strecken mit ihrem außerordentlich lebhaften Eisenbahnverkehr immerhin mit einer gewissen Gefahr für die Arbeiterinnen verbunden war. *e(Der neue Grießpreis.) In nächster Zeit wird eine vollkommen ausreichende Versorgung des Marktes mit Grieß stattfinden. Für den Kleinverkauf hat die Reichsgetreidestelle für ganz Deutschland eine einheitlichen Preis, nämlich 45 Pfg. für das Pfund, festgesetzt. Dieser Preis bedeutet eine erhebliche Verbilligung dieses notwendigen Lebensmittels. Jede Produktionseinschränkung ist ausgeschlossen, und infolgedessen wird ein Mangel an Grieß nicht mehr eintreten. *e(382 Arzneimittel verteuert!) Der soeben erschienene Nachtrag zur Deutschen Arzneitaxe bringt eine Verteuerung von nicht weniger als 382 Arzneimitteln. Die Verteuerung ist bedingt worden durch den Manizel an Zufuhr von Rohstoffen aus dem Auslande, sowie durch die Preiserhöhung für die inländischen pharmazeutischen Nohstoffe. Sowohl für Private als auch für die Krankenkassen wird diese Verteuerung nicht zu unterschätzen sein. Kriegsopfer. ** Westhosen, 3. Novbr.(Auszeichnung.) Das Eiserne Kreuz erhielt Vizefeldwebel Bruno Große=Weischede von hier. Hennen, 2. Nov.(Gemeinderat.) In der letzten Gemeinderatssitzung wurden die ausscheidenden Herren Amtsverordnete Gutsbesitzer Bedehäsing=Kalthof und Wirt Wilhelm Albrecht=Hennen auf 5 weitere Jahre wiedergewählt. — Westfalen und Rheinland. * Berghosen, 3. Nov.(Blutverhiftung.) Vor einiger Zeit zog sich hier der Invalide F. Sitianus bei einer Gartenarbeit eine kleine Verletzung am Daumen zu. Da nachher Blutvergiftung hinzutrat, mußte dem Manne gestern im Krankenhause Bethanien zu Hörde die linke Hand abgenommen werden. ** Aplerbeck, 4. Nov.(Wegen Unterschlagunz im Amte) hatte sich vor der hiesigen Strafkammer der Briesträger Dietrich Schneider aus Aplerbeck zu verantworten. Er hatte in mehreren Fällen Beträge, die ihm von Bekannten zur Ablieferung an die Post übergeben worden waren, behalten und in Schnaps oder Bier umgesetzt. Mit Rücksicht auf die Geringfügigkeit der in Frage kommenden Beträge erkannte das Gericht auf 60 Mk. Geldstrafe. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Seinsch, der in seiner Verteidigungsrede gesagt hatte, der Richter, der einen Angeklagten wegen einer solchen Sache verurteile, müsse weltfremd sein, wurde wegen Ungebühr in eine Geldstrafe von 50 Mark genommen. ** Hörde, 3. Nov.(Das Strafverfahren) wurde eingeleitet gegen einen auswärts wohnenden Landwirt wegen Uebertreturg des Höchstpreisgesetzes. Der Höchstpreis für Kartoffeln ist bekanntlich für Produzenten auf 3,50 Mark festgesetzt In dem Preise sind die Transportkosten ab Lagerstelle nicht enthalten. Der Landwirt hatte die Transportlosten mit 1 Mk. pro Zentner berechnet, um zu seinem Gelde zu kommen. Berücksichtigt man, daß der Transport aus unmittelbarer Nähe der Stadt Hörde aus erfolgt und berücksichtigt man weiter, daß zwischen Hörde und dem Produktionsort eine gute Straßenverbindung besteht und daß der Landwirt bei derselben Gelegenheit insgesamt 70 Zentner Kartoffeln verkauft hat, dann erscheinen die Transportkosten von 1 Mk. für einen Zentner viel zu hoch. Es liegt eine offenbare Umzehung des Höchstpreisgesetzes vor. * Dortmund, 4. Nov.(Auf eine schreckliche Weise) kam der 16jährige Arbeiter Reinhold Netthövel ums Leben. Derselbe wollte auf dem Eisenlagerplatz von A. H. Schulte am Hafen auf eine in Betrieb befindliche Transmission einen Niemen auf die Scheibe legen. Hierbei wurde er plötzlich von dem Treibriemen erfaßt und in die Transmission hereingezogen. Beide Beine und beide Arme wurden dem Aermsten neben anderen Verletzungen abgerissen, so daß er gleich darauf starb. * Elberseld, 3. Nov.(Mord im Polizeibefängnis.) Als heute nachmittag der Polizeibeamte Lüdecke im Bureau des Polizeigefängnisses zwei ihm zugeführte Einbrecher vernahm, die in Essen 1100 Mk. gestohlen hatten, feuerte plötzlich einer der beiden Burschen drei Revolverschüsse auf den Beamten ab, die ihn auf der Stelle töteten. Die Verbrecher suchten zu entfliehen, wurden aber noch im Hausflur des Gebäudes festgenommen. Die Burschen, die 15 und 18 Jahre alt sind, geben sich als Gebrüder Neumann aus Essen aus. Stadttheater Dortmund. Freitag, 5. November, abends 7½—10 Uhr:„Zwei Kronen", Märchenkomödie in 3 Aufzügen von Alois Wohlmuth. Sonnabend, 6. November, abends 8—11 Uhr:„Der Waffenschmied von Worm“, komische Oper mit Ballett in 3 Aufzügen von Albert Lortzing. Sonntag, 7. November, nachmittags 3½—6½ Uhr: „Der Hypochonder"., Lustspiel in 4 Akten von Custav Moser.— Abends 8—11 Uhr:„Die Fledermaus“, Operette mit Tanzeinlage in 3 Akten von Johann Strauß. Wetter=Aussichten für mehrere Tage im Voraus. 5. November: Wolkig, herbstlich, vielfach Niederschlag. 6.— Wenig verändert, unangenehm. 7.— Wolkig, etwas sonnig, nachts kalt. 8.— Milde, meist bedeckt, vielfach Niederschlag. 9.— Etwas mehr Sonne, sonst wenig verändert. 10.— Wolksz, veränderlich, ziemlich milde. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in SchwertMänene Hadslrad hat bedauert, dass Dr. Oetker’s Fabrikate zeitweise während des Krieges nicht zu haben waren. Jetzt sind sie überall wieder vorrätig und man fordere daher stets die echten Nachruf. Den Heldentod für Kaiser und Reich starb am 18. Oktober unser Arbeiter Dr. Oetker's Fabrikate mit der Schutzmarke„Oetker’s Ernst Geitmann im Inf.-Reg. 217. Wir werden uns seiner, der auch sein, Leben für des Vaterlandes Ehre und Grösse so opferfreudig hingab, immer in Dankbarkeit erinnern. 5129 Gebr. Heimann Kettenfabrik Heute morgen entschlief sanft und gottergeben nach langem Leiden infolge Herzlähmung meine liebe, herzensgute Frau, unsere gute- treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante PrauW In.Nrühel Den geehrten Bewohnern von Holzen mache ich hierdurch die Mitteilung, daß ich meine Minna geb. Gräfe im Alter von 50 Jahren 9 Monaten. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Müller. Villigst. Geisecke, Rheinermark, Sölderholz, Holzwickede, Gruland, Hagen, Hohenlimburg, Homburg v d. wieder eröffnet habe. Karl Weber, Holzen, Rosenweg 58. Favorit Modenaldum 60 J Favoril Jugendaldum 60 Favorit Handarbtsalb. 60. I! Favortt Sontttmuster! Büeonerhant füün Schwerte Kaufbaus Otto Marx ge. Die Beerdigung findet Preitag, den 5. November, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Iserlohnerstr. 28. aus statt Sollte jemand aus Versehen keine Nachricht erhalten haben. so diene diese als seiche. 5127 KeisUwthkon bei ganzen Schinken Pfd. 2.05 Mk. 616 „Siedewürstehei. Pfd. 1.50 Mk. Plockwurst, Cervelatwurst prima trocken, in Würsten von ca. 1 Pfd. für Feldpostpackungen Pfd. 2.70 Mk. L. Weinkerg. —•O* in größter Auswahl Buchhandlung Carl Braus Schwerke(Ruhr). Große Marktstr. 3—5. Benseabemucreieer W F ## M W h General-Repräsenlant für Rheinland u. Westialen Otto Steingass, Cöln-Ehrenfehd. der Ziegeubockkörung In den in den einzelnen Körorten am 27. und 28. September 1915 abgehallenen Terminen wurden folgende Böcke 1. angekört: Hörde, den 29. Oklober 19.5. 2. ebgekörl: Keiner. 5118 Königliche Landrat. Ain zer! Buchhandlung CARU BKAUS Schwerte(Ruhr), Grosse Marktstrasse 3—5. N a G u In Silber und Goid ersteigert auf den Pfandverkäufen werden zu den billigsten Preisen 4907 verkauft. 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