Amtliches Kreisblatt Ga Scouimn Zeimer uden dend ander Feiertags. Bezugsprets M. H vierielfadritch, dei der Post fü: Besteülgei 62 Plo. wedr. Wöchenll. Gratisbellage:„Iknstriertn Famillenfreund“ v. t5gl. Unlerdaltungsdiast. Anzeigenpreis: Die sedengespaltene Petitzelloder deren Raum 10 Plg., Anzeigen von amwärts 15 Pig., Reklamezelle 40 Pfg. Jeder Radau gil als Kasardan u. erischt bas Rontorsen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen a.) Nichtdeachtung d. gemacht. Jahlungsbedingung. Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schtertes Uoltsblas 4aumde Vollzsihung Verbunden mit: Schwerker Cageblatt D Schwerker Anzeiger Grstes und Alteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeiger für den Kreis Börde o Gaupt Hanoneenbirn ule dnte, end bstentgelglichen Drach. sungen für den Arst Hörde erlenger gumts Bebanstnachung des Abalgichee Regierung dunc Derössatichuag is den„Schmure Jeitung“ rachtserbinbiche Aroft.— Dla Schwerter Zeitung“ gewöhrt idees Abosars. irn für jedes all Ted enbenden Uniel geSagungen 2 300 Mk. Unfall: Druch u. Verlog s. Corl Browu. Schwene. RudSenia c.-Seim- bt Gen cimn uch Nr. 258. Mittwoch, den 3. November 1915. 47. Jahrgang. Servien Brohl ink Sonversrieren! und die Hohen von Kragujevac besetzt.— Die Kämpfe bei Dünaburg.— der Fialiener auf Gvig. 3100 Küssenl gefangen. A Deutscher Tagesbericht. wtb. Großes Hauptquartier, 2. Nov. 1915. Westlicher Kriegsschauplatz Abgesehen von Feuerüberfällen auf die Bulte de Tahure und lebhafte Artilleriekämpfe auf der Front zwischen Maas und Mosel ist nichts von Bedeutung zu berichten. Oestlicher Heeresgruppe des General=Feldmarschalls von Hindenburg. Nördlich der Bahn Tukkum—Riga hat unser Angriff beiderseits des Aa weitere Fortschritte gemacht. Vor Dünaburg wurde auch gestern heftig gekämpft. Mehrfache starke russische Angriffe sind blutig abgewiesen. Die Kämpfe zwischen Swenten= und Ilsen=See sind noch im Gange. Ueber 500 Gefangene fielen in unsere Hand. Heeresgruppe des General=Feldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern Nichts Neues. Heeresgruppe des Generals von Linsingen. Die Russen versuchten unser Vorgehen westlich von Czartorysk durch Gegenangriff auf breiter Front oder in dichten Massen zum Stehen zu bringen. Sie wurden unter schweren Verlusten zurückgeworfen. Unser Angriff wurde darauf fortgesetzt. Oesterreichischer Tagesbericht. WTB Wien, 3. Nov. Amtlich wird verlautbart vom 2. November mittags: Russischer Kriegsschauplatz. Die Kämpfe an der Strypa=Front dauerten auch gestern den ganzen Tag über an. Der Feind führte starke Kräfte zum Angriff vor und brach in tief gegliederten Sturmkolonnen in unsere Stellung bei Sieniava ein. Unsere Reserven warfen ihn aber in raschem Gegenangriff zurück, wobei er in erbitterten Ortskämpfen schwere Verluste erlitt und 2000 Gesangene in unserer Hand ließ. Im Gebiet des unteren Styr drängten wir die Russen weiter zurück. Ein unter großem Munitionsauswand unternommener russischer Gegenangriff brach zusammen. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern wurde im Görzischen wieder heftig gekämpft. Hierbei traten auf seiten der Italiener mehrere von der Tiroler und Kärntner Front herangebrachte Infanterie=Brigaden auf. Unter Einsetzung dieser Verstärkungen versuchte der Feind, um jeden Preis bei Görz durchzubrechen. Die gestrigen Angrisfe richteten sich sowohl gegen den Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschall=Leutnant. Bei Siemikowce war es den Russen vorübergehend gelungen, in die Stellungen der Truppen des Generals Grafen v. Boihmer einzudringen, durch Gegenstoß gewannen wir unsere Gräben zurück und nahmen über 600 Russen gefangen. Der Ort Siemikowce selbst wurde nach erbitterten Nachtkämpfen heute morgen zum größten Teil wieder erstürmt, wobei weitere 2000 Gefangene gemacht wurden. Nördlich und nordöstlich von Cacak ist der Austritt aus dem Berglande südlich von Grn. Milanovac in das Tal der westlichen(Golijska)=Morava erzwungen. Cacak ist besetzt. Die Höhen südlich von Kragujevac sind genommen. Beiderseits der Marava ist die allgemeine Linie Bagrdan—Despolovac überschritten. Die Armee des Generals Bojadjeff hat am 31. Oktober die Bezdan=Höhen, von Slatina, an der Straße Kujazevac SokoBanja und die Höhen beiderseits der Turija, östlich vou Sorljig in Besitz genommen. Im Misava=Tal, nordwestlich von Bela Palanka, wurde Vrandol überschritten. Oberste Heeresleitung. Görzer Brückenkopf selbst, als auch gegen den Raum von Plava und beiderseitg des Monte Michele. Unter schwereren Verlusten denn je wurden die Italiener überall zurückgeschlagen. Auf der Podgorahöhe ist der Kampf um einzelne Grabenstücke noch im Gange. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der montenegrinischen Grenze gingen unsere Streitkräfte an zahlreichen Stellen zum Angriff über. Wir eroberten die Grenzhöhen Troglav und Orlovac südöstlich von Avtovac und die beherrschende Höhenstellung auf dem Vardar nordöstlich von Bileca. Auf der von uns erkämpften Linie südöstlich von Visegrad wiesen wir montenegrinische Gegenstöße ab. Die Armee des Generals der Infanterie von Koeveß gewann den Raum nördlich von Pozeja und überschrit die Linie Catae= Kragujevac. Die Armee des General, von Gallwitz steht auf den Höhen östlich von Kragujevac und nördlich von Jagodina im Kampf. TU Budapest, 3. Nov. Das Blatt„A Vilag“ meldet aus Sofia: Der serbische Gesandte in Petersburg, Skalaikowitsch, erschien im russischen Ministerium des Aeußern und teilte mit, daß, wenn nicht Rußland sich beeile, solche Truppenmassen nach Bulgarien zu schieben, daß wesentliche Teile der serbischen Kräfte befreit werden, die serbische Regierung genötigt wäre, mit den Zentralmächten einen Sonderfrieden zu schließen. Zur Verständigung. Der englische Aushungerungsplan ist glücklicherweise endgültig erledigt. Es fehlt dem deutschen Volke an Nahrungsmitteln nirgend, wenn wir auch mit gewissen Produkten sparsamer als sonst wirtschaften müssen. Aber eine große Schwierigkeit blieb übrig: Die vorhandenen Vorräte mußten gerecht verteilt werden, so daß nicht die wohlhabenden Schichten verschwenden konnten auf Kosten der Armen. Diese Regulierung ist ein nationalökonomisch sehr schwieriges Unternehmen. Und an diese Schwierigkeit muß immer wieder erinnert werden, um die Nervosität gegenüber manchen Regierungsmaßnahmen und noch mehr gegenüber manchen Regierungsunterlassungen nicht größer werden zu lassen, als unvermeidlich ist. Daß eine solche Nervosität in letzter Zeit in steigendem Masse um sich griff, war nicht zu verkennen. Jetzt aber sind erfreulicherweise von verschiedenen Seiten Schritte erfolgt, die eine heilende Gegenwirkung versprechen. Es kommt nun darauf an, daß unser Volk bereitwillig diesen Schritten entgegenkomme und seinerseits guten Willen zur Verständigung und zur gerechten Abwägung aller Verhältnisse beweise. Unter den gedachten Schritten stehen energische Maßnahmen der Rezierung an erster Stelle, denn sie hat ja auch Macht und Verantwortung hauptsächlich zu tragen. Daneben wollen wir aber auch nicht unterschätzen, was der Bund der Landwirte mit seinem Aufruf bedeuten kann, wenn dieser Aufruf bei allen Beteiligten die rechte Aufnahme erfährt. Da es gerade die Landwirtschaft ist, die bei der Ernährungsfrage in Betracht kommt, und hier der Bund der Landwirte ein starkes Kapital an Vertrauen u. Einfluß besitzt, so ist eine Aktion von dieser Seite sehr zu begrüßen. Der Aufruf, der sich an die Landwirte wendet und sie veranlassen will, mit ihren Nahrungsmittelvorräten, insbesondere mit den Kartoffeln nicht länger vom Markt zurückzuhalten, wird, wenn er befolgt wird, eine erfreuliche innere Entspannung bewirken. Denn hier lat in der Tat ein Umstand von schwer verbitternder Bedeutung vor. Die Tatsache, daß die großen Industriezentren Schwierigkeiten bekamen mit der Ernährung gerade der ärmeren Bevölterungsschichten, und dazu die Erfahrung, die Tausende non Hausfrauen aus allen Schichten der Bevölkerung machen mußten, daß sie selbst von ihren langjährigen Kartoffellieferanten diesmal trotz der guten Ernte im Stich gelassen wurden, das war(geradezu Zündstoff für bedenkliche Reibereien, die nach dem Kriege noch zu gefährlichen Explosionen hätte führen müssen. Der Bund der Landwirte hat also auch zugleich im eigensten Interesse der Landwirtschaft gehandelt, wenn er in dieser Beziehung den Landwirten dringlich zu einem größeren Entgegenkommen, zu einer besseren und rascheren Versorgung des Marktes rät. Angesichts dieses verständigen Wortes zur rechten Zeit müssen freilich auch die anderen Kreise unserer Bevölkerung bereit sein, auf die Klagen der Landwirtschaft zu hören, die es ja wahrhaftig auch nicht leicht hat, sich und ihre Wirtschaft trotz der Kriegsnöte aufrechtzuerhalten. Der Mangel an Arbeitokräften, die Beeinträchtigung der Futtereinfuhr, die Verteuerung von Werkzeugen, Dungmitteln und anderem Bedarf der Landwirtschaft, das alles zusammen erklärt tatsächlich einen großen Teil der eingetretenen Verteuerung auf dem Lebensmittelmarkt, und so darf uns diese nicht dazu verführen, ohne weiteres jeden Preisaufschlag mit Wucherabsichten zu erklären. Auch liegt es in der Natur der Dinge, daß da, wo zwischen Landwirt und Konsumenten sich noch der Zwischenhandel einschiebt, was allerdings gerade bei der Kartoffelversorgung durchaus nicht überall der Fall ist, diese neue Instanz auch wieder neue Versuchungen zu unberechtigten Gewinnspekulationen mit sich bringt. Auch diese müssen natürlich rom Schuldkonto der Landwirtschaft gestrichen werden. Und endlich wollen wir uns nicht verhehlen, daß in den Konsumentenkreisen, namentlich in den wohlhabenden, das Bewußtsein für den Ernst der Zeit und ihre Pflichten keineswegs so allgemein verbreitet ist, als nötig wäre. Es ist also auch hier wieder einmal an das Bibelwort vom Splitter und vom Balken zu denken, und es sich mit der Schuldfrage nicht einfach so bequem zu machen, daß man sie ganz und gar dem anderen zuschiebt. Es wäre wirklich schön und für die Fortführung des Krieges wie auch für die Politik nach dem Kriege von größtem Segen, wenn so durch ein gerechtes und sachliches Abwägen überflüssige Verstimmungen aus unserem Volksleben beizeiten wieder beseitigt würden. Die Regierung muß dazu natürlich das ihre beitragen, indem sie vor allem durch energisches Einschreiten die aufreizenden Tatsachen aus dem Wege räumt. Produzenten und Konsumenten sollen aber auch ihre Pflicht nicht verkennen, einander entgegenzukommen und wo es nötig ist, auch einmal Geduld mit einander haben. Wir dürfen uns vor allem nicht nervös machen lassen, uns nicht in schädlicher Gereiztheit den Blick dafür trüben lassen, daß erstens die vorhandenen Schwierigkeiten keine für die Nation bedrohlichen sind, solange der Nahrungsmittelvorrat an sich ausreicht, und daß zweitens an diesen Schwierigkeiten in erster Linie nicht irgendein Stand des deutschen Volkes, sondern die frivole Aushungerungspolitik Englands die Schuld trägt. Gegen diesen Hauptschuldigen gilt es immer und immer wieder die lautesten und die dringendsten Vorwürfe zu erheben. —— Der binte Bumannticg. Die Bedeutung der Verbindung Berlin—Konstantinopel. bb Konstantinopel, 2. Nov. Die Bedeutung dei Herstellung der direkten Verbindung zwischen Verlin, Wien und Konstantinopel wird vom hiesigen türkischen Blatte„Taswir i Efkiar“ in einem län geren Aufsatz beleuchtet, worin es u. a. heißt: DiTatsache, daß nach der Erledigung der großer Offensive an der Ostfront sofort der serbische Feld zug begonnen hat, beweist, daß die politischer Kreise, sowie die Generalstäbe der Eröffnung de direkten Bahnlinie Berlin—Wien—Konstantinope eine sehr große Bedeutung beimessen. Die Vorteil dieser Verbindung sollen in folgenden Punkten fest gestellt werden: Die für Serbien und damit fü den Vierverband so wichtige Versorgung mit Mu nition, Proviant und Hilfsoffizieren aus Rußlan hört auf und dafür wird die Einfuhr von Roh stoffen. Kupfer und Baumwolle, die zur Bereitun von Munition dienen, aus der Türkei die ein Ueberfülle an diesen Rohstoffen hat, nach Deutsch land und Oesterreich=Ungarn ermöglicht. De Transport von Industrie=Erzeugnissen und Kriegs artikeln aus diesen beiden Staaten nach Bulgarie und die Türkei und ganz Asien wird erleichtert, un endlich werden auch die beiderseitigen Truppen nach Bedarf nach allen Fronten, wo man braucht, verschoben werden können. Schließlich wir auch im Frieden diese Verkehrslinie in gemei samem Interesse der verbündeten Staaten große politische und wirtschaftliche Vorteile sichern, wenn eine Bahnlinie unter gemeinsamer Leitung Deutsch. lands, Oesterreich=Ungarns, die Türkei und Persien miteinander verbinden. Serbiens Hilferuse! Gens, 2. Nov. Wie Pariser Blättern zu ent nehmen ist, bezweckte der Besuch Joffres in London in erster Linie, die englische Regierung zur Entsendung größerer Truppenkörper nach dem Balkan zu bewegen. Die unmittelbare Veranlassung zu der eiligen Reise des französischen Generalissimus war ein Hilferuf Paschitsch aus Nisch nach Paris. Joffre lehnte die Verantwortung ab, falls weitere französische Truppen nach dem Balkan=Kriegsschauplatz abgegeben würden. Er fand dabei die Unterstützung des neuen Kabinetts, indem Briand und Cambon auf größere Unabhängigkeit gegenüber London dringen. Aus London erfahren Pariser Blätter weiter, daß Joffre in London die Einführung eines geschäftsführenden engeren Rates, bestehend aus Asquith, Kitchener und Balfour, durchsetzte, mit dem allein die französische Heeresleitung und Regierung künftig zu verhandeln haben werden. Zur Einnahme von Kragujevac. Die Einnahme von Kragujevac durch die deutschen Truppen beraubt die Serben der Möglichkeit, aus eigenen Kräften ihre Munitions= und Waffenvorräte zu ergänzen, da sich in Kragujevac die Magazine und Arsenale des serbischen Heeres befanden. Kragujevac bildet darum das militärische Herz Serbiens, ohne das dem Heereskörper kein neues Blut zugeführt werden kann. Zwar ist ja der Nachschub für Serbien schon von Beginn des Krieges an zum Teil aus den Arsenalen des Vierverbandes gespeist worden, aber nach wie vor beruhte doch die Hauptkraft des serbischen Heeres auf dem Besitz von Kragujevac. Zugleich war die Stadt einer der Mittelpunkte der serbischen Hauptstellung, die sich auf den Höhen von Visegrad an bis zur Morawa hinzog. Durch den Fall der Stadt ist in diese wichtigste Verteidigungsstelle Serbiens Bresche gelegt worden. Die serbischen Verluste. Bisher 28 500 Mann serbischer Verluste, 126 Feldgeschütze verloren. Dem„Achtuhr=Abendblatt“ der„Nat.=Ztg.“ wird von der russischen Grenze gemeldet: Wie der Moskauer Presse von der serbischen Front gemeldet wird, weisen die amtlichen Verlustlisten bis jetzt die Höhe von 28 500 Mann auf. Die Zahl der Vermißten wird mit 7800 Mann angegeben, die vermutlich vom Feinde gefangen(genommen worden sind. Auch die serbischen Materialverluste sind recht bedeutend. So sind bisher 126 Feldgeschütze verloren gegangen. Die Zahl der vernichteten Maschinengewehre läßt sich aus erklärlichen Gründen nicht feststellen. Ferner sind verschiedentlich größere Bagagen infolge von Ueberflügelungsmanövern des Feindes verloren gegangen. Die augenblickliche Stärke des serbischen Feldheeres beträgt mit Einschluß der Irregulären 325000 Mann. Nennenswerte Ersatzkräfte sind nicht mehr vorhanden. Große Niederlage der Serben. TU Lyon, 3. Nov. Nach aus Athen hier eingetroffenen Nachrichten erlitten die Serben am 30. Oktober bei Veles eine große Niederlage. Die Serben, die die bulgarischen Stellungen bei dieser Stadt angriffen, wurden vollständig geschlagen und verloren 25000 Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen. Die serbische Armee trat den allgemeinen Rückzug an und verschanzte sich im Babinapaß, um hier den vordringenden Bulgaren entscheidenden Widerstand zu leisten. Falls die Serben den Rückzug gegen Monastir fortsetzen, glaubt man, daß einer Vereinigung der Bulgaren und Oesterreicher bei Mitrowitza nichts mehr im Wege steht. Mnngeeneeenacagnee Im Schalten der Veterpaulsfestung. Roman von Hermann Gerhardt. 36 Dann spricht er ein paar Worte mit dem Kutscher, und dieser biegt in eine schmale Gasse ein. Bald geht es wieder durch tiefverschneite Fahrwege; kahle Bäume recken gespenstisch ihre Aeste zum Himmel.— Margarete ist zu Mute, als wäre sie seit Stunden unterwegs. Endlich lenkt der Schlitten in eine Allee, rechts und links von dichtem Stranchwerk eingefaßt, und vor ihnen liegt im hellen Mondlicht ein einsames Haus. Hier hielten sie an. Der Beamte stieg ab und klopfte energisch an die Tür; von innen öffnete jemand rasch aber behutsam, ein altes, runzeliges Weib spähte durch die Ritze. Auf einige aufklärende Worte seitens des Beamten entschloß sie sich jedoch, die Tür weiter aufzumachen. In steigender Besorgnis hatte Margarete sich indessen umgesehen; und als ihr Begleiter jetzt zu ihr zurückkehrte, drängte sich ihr die Frage auf die Lippen:„Wo sind wir? Was ist das für ein Haus? Doch kein Gefängnis?“ „Ein Arrestlokal, Mademoiselle, wo es Ihnen an nichts fehlen wird," war die Antwort. „Aber ich würde bei weitem vorziehen, dort zu sein, wo mein Bruder istl. Seien Sie barmherzig, lassen Sie mich nicht hier, bringen Sie mich nach dem Gefängnis, wo mein Bruder ist! flehte sie jammernd. Der Mann wandte sich ab. „Ich muß mich genau an meine Instruktion halten, gab er zurück.„Erlauben Sie, daß ich Ihnen beim Aussteigen behilflich bin. Da sie seine ausgestreckte Hand nicht beachtete, sondern nur stöhnend die ihrigen rang, nahm er sie kurz entschlossen auf die Arme und trug sie ins Haus. Im Flur spendete eine Hängelampe nur spär29 rate Agotin Borilovee Sisenei 34 Golemanovo Erbavac#62. Lasevo Iashhass Zudetinac s Achane reite Zokungrac cvicz no ohinz. Slatige 8# Borotc e P13 e olozel —Frmmee 1 Nansinac Oebthca Unia Sokolonee X Obtrkest Talerac Kallting Oman JTppla Verahrien Fradero se. Ie 7 c Terusa su0a-orito estonse 4 Aoitoka 1015 .0 Beligofok Veng!f Haoit. Ma Fcinovac Sp ofa RT arbanovec Redferc Tant onar G87E. Sunkas Guta## Itr Korilo Balinge Prbefpgengn bichen Nandalics“ Zeiekar- KnjaZevac. Der bulgarische„Verrat“. TU Berlin, 2. Nov. Unter der ironischen Ueberschrift:„Der bulgarische Verrat“ veröffentlicht der bulgarische Gesandte in Berlin, Exzellenz Rizhoff, im„Berliner Tageblatt“ einen interessanten Rückblick auf die letzten Jahre bulgarischer Politik, an dessen Schluß es heißt: Ich halte es für überflüssig, die Anklagen zurückzuweisen, mit denen Bulgarien von der Presse Englands, Frankreichs und Italiens überhäuft wird. Aber dieser gewaltige Krieg hat alle Begriffe und alle Traditionen durcheinander geworfen. So hat England angeblich den Krieg erklärt, um Belgiens Neutralität zu verteidigen, und jetzt ist es England, das die griechische Neutralität verletzt. So hat der Vierverband erklärt, daß er für die Freiheit der kleinen Völker kämpfe und doch wiederum er ist es, der unsere Freiheit mit Füßen trat, indem er uns zwingen wollte, unsere Beziehungen mit drei Reichen zu lösen. So ist es schließlich dieselbe Entente, die uns des Verrats beschuldigt und es ist gleichfalls die Entente, die Italien dazu gedrängt hat, seinen Verbündeten nach einem 33jährigen, wohl ausgenützten Bündnis in den Rücken zu fallen. Wiederum zeigt es sich, wie recht Fürst Bismarck hatte, als er sein geistreiches Wort sprach, daß die Politiker hauptsächlich in der Zeit der Wahlen und in Kriegszeiten lügen. Ununterbrochene Landungen in Saloniki. Kopenhagen, 2. Novbr. Einem Athener Telegramm zufolge wird die Ausschiffung von Truppen in Saloniki Tag und Nacht fortgesetzt. Jetzt werden auch starke englische Truppen=Abteilungen ausgeschifft. Die Oberleitung der verbündeten Truppen scheint den Gedanken aufgegeben zu haben, die Truppen in kleinen Abteilungen nach Serbien abzusenden und beabsichtigt vielmehr, zunächst in Saloniki ein starkes Heer zu sammeln, um es dann gegen die bulgarischen Kräfte anzusetzen. Das verfehlte Saloniki=Unternehmen. WTB Paris, 3. Nov. Der nach Saloniki entsandte Sonderberichterstatter des„Journals“ drahtete: Obwohl sich der Rückzug des serbischen Heeres in Ordnung und ohne Ueberstürzung vollziehe, könne sein Widerstand nicht mehr lange dauern. Trotzdem den Serben schleunigste Hilfe hebracht werden müsse, sei es unmöglich, mit den gegenwärtigen Beständen des mazedonischen Expeditionskorps eine ernste Aktion zu unternehmen. Wenn man sich nicht unverzüglich dazu entschließe, kräftige Maßnahmen, wie sie die Lage erfordere, zu ergreisen, bleibe nichts übrig, als die Truppen, die das Wagnis unternommen hätten, unverzüglich zurückzurufen. Belagerungszustand über ganz Griechenland. bb Wien, 3. Nov. Die„Wiener Allg. Ztg. berichtet aus Athen, daß die griechische Regierung den Belagerungszustand über ganz Griechenland verhängte. Russische Neutralitätsverletzung in Rumänien. Russische Kriegsschiffe in rumänischen Donauhäfen. bb Budapest, 3. Nov.„A Vilag“ meldet aus Bukarest: Die Hafenbehörden von Turn Severin haben der Regierung Bericht erstattet, daß vor zwei Tagen ein russisches Torpedoboot in den dortigen Donauhafen eingelaufen ist. Nach Ablauf der gewährten 24 Stunden Hafenaufenthalt verblieb das Kriegsschiff im Hafen. Auch in Silistria sind ru sische Schiffe eingetrofsen, ein Torpedoboot und ei### Dampfer mit Kriegsmaterial. Die rumänische R. gierung forderte den russischen Gesandten auf. veranlassen, daß die Schiffe zur Vermeidung von## Verwickelungen unverzüglich die Häfen verlassen Es verlautet, daß der russische Gesandte die Zurügg ziehung der russischen Schiffe veranlaßt hat. bb Köln, 3. 7ov. Der„Köln. Ztg.“ wird au Bukarest gemeldet, daß die rumänische Regierunauf Verlangen des deutschen Gesandten erklärten die Bürgschaft dafür zu übernehmen, daß zwei i## Turn Severin liegende russische Torpedoboote un ein bestückter Donaudampfer genau nach internatian nalen Vorschriften behandelt würden. Damit i# ein Angriff der Schiffe auf etwa vorüberfahrendn# Dampfer ausgeschlossen. Der Krieg gegen Kriegsplan der Entente für 1916. bb Genf, 2. Nov. Die Entsendung Joffres nac London war schon beschlossen, bevor Gallienis Ernennung zum Kriegsminister erfolgte. Nachträgliz billigte Gallieni im Ministerrat, daß Joffre dau### ausersehen wurde, über den Kriegsplan für 191 mit Kitchener zu beraten. Joffre brachte nach Paris eine Anzahl englischer Vorschläge, die sich au die gegenwärtigen und möglichen künftigen Kriegs. schauplätze beziehen.— Auffällig ist im Zusammen hang mit der Entsendung Joffres die von den konservativen„Gaulois“ an das Ministerinn Briand gerichtete dringende Mahnung, die franzs sischen Streitkräfte in erster Linie für die fran zösischen Interessen aufzubewahren Briand werd hoffentlich, was Viviani nicht vermochte, auch nei sagen können, selbst wenn Petersburg oder Londo augenblicklich verschnupft würden. Die bitter ernst Gesamtlage schließe jede gefährliche Unaufrichtig keit aus. Hoffnungslosigkeit und Mißtrauen in Frankreich. In der Geschichte der Erschütterungen, welch die innere Politik Frankreichs im Weltkriege dar stellt, ist die jüngste große Krise zweifellos nich die letzte. Es liegt in der Natur der Dinge, da auch dieses weitgehende Nevirement unter den R gierenden dem französischen Volke nicht die Be ruhigung bringen kann, die eben nur ein Um schwung in der verzweifelten militärischen Lag der Entente bringen könnte. Darauf weist die Au nahme des Regierungswechsels in der französische Presse bereits mit genügender Deutlichkeit hir liches Licht und beleuchtete flackernd das scharfe Nußknackergesicht der alten Hexe, deren Gebahren Margarete wie hypnotisiert verfolgte. Unnnterbrochen vor sich hinmurmelnd, schlurrte sie hierhin und dahin, und stellte endlich ein Teebrett mit einigen Erfrischungen vor den Beamten hin. Dieser entkorkte eine Champagnerflasche und goß ein Glas voll, das er Margarete reichte. Schaudernd kehrte sie sich ab. „Sie wollen nicht trinken?“ fragte er.„Das ist nicht recht; es würde Ihnen gut tun.“ Margarete brach in wildes Schluchzen aus. „O, bringen Sie mich fort aus diesem schrecklichen Hause!“ schrie sie aufs höchste erregt;„bringen Sie mich zu meinem Bruder!“ Der Mann zuckte die Achseln; er hob das Glas an die Lippen und goß!# Inhalt in einem Zuge hinunter. Glas auf Gla; folgte, bis er die Flasche geleert hatte, dann stand er auf und ging zur Tür: „Guten Abend, Mademoiselle," sagte er. Ohne auf Margaretes Jammerruf zu hören, verließ er das Haus. Nachdem die Alte hinter ihm die Haustür zugeschlossen hatte, trat sie, auf russisch unverständliche Worte schnatternd, zu Margarete heran. Erst als sie merkte, daß diese auf ihre Reden nicht reagierte, schlurrte sie ab, öffnete eine andere Tür und rief mit ihrer krächzenden Stimme:„Dinitri!“ Ein Mann in Uniform erschien, kräftig gebaut, mit groben Zügen in dem von Pickeln entstellten Gesicht, dem die kleinen, schräg stehenden Augen einen unheimlichen und abstoßenden Ausdruck verliehen. Vor Entsetzen blieb Margarete das Wort in der Kehle stecken. Als sie aber den Menschen auf sich zukommen sah und er die Hand ausstreckte, um ihre Schulter zu berühren, fuhr sie in die Höhe. Was sollich?" stieß sie hervor. Er zeigte auf die Treppe. Wie von Furien gejagt, folgte sie der Weisung, mit schrillem Lachen humpelte die Alte hinter ihr her. Oben angelangt, drängte sich diese an ihr vorbei, da sie zögernd stillstand, und öffnete eine Tür. Willenlos trat Margarete ein. Ein großer, elegant ausgestatteter und durch zahlreiche Wachskerzen erleuchteter Raum empfing sie. Während sie sich noch ratlos und verwirrt umschaute, knirschte hinter ihr der Schlüssel im Schloß. Wo in aller Welt war ste hingeraten? Ein Gefängnis war das nicht, denn die Wände und Parkett deckten kostbare Teppiche, wertvolle Möbel, herrliche Blumen standen überall umher! Jetzt fiel ihr Blick auf ein paar weitgeöffnete, angsterfüllte Augen, die sie aus einem geisterbleichen Gesicht anstarrten; entsetzt schrie sie auf, um gleich hinterher gewahr zu werden, daß es ihr eigenes Spiegelbild gewesen. Von einem unklaren Angstgefühl überwältigt, warf sie sich gegen die Tür und schrie laut um Hilfe. Dann sah sie sich um, wo ein Feuster wäre. Umsonst; der Saal hatte nur Oberlicht. So gab es also kein Entrinnen! In die Kniee sinkend, flehte sie zu Gott um Erbarmen und Beistand. Allmählichirrten ihre Gedanken zu Irina Samarin und deren mysteriöser Kenntnis alles dessen, was den Präfekten betraf. Ob sie wohl wissen mochte, daß man Werner und sie verhaftet habe? Und ob es wohl in ihrer Macht stand, ihrlen zu helfen? Noch immer mit gefalteten Händen knieend, rief sich Margarete die ganze Schreckensgeschichte der Samarin wieder ins Gedächtnis, und deren warnende Worte, die sie jetzt erst recht begriff, trieben ihr den Angstschweiß auf die Stirn. Langsam, langsam, schlichen die Minuten dahin. So angestrengt sie auch lauschte, kein Ton war zu hören; Grabesstille lagerten über dem Hause. Wahrlich, eine Ewigkeit! Und doch noch zu früh erklangen die gefürchteten Schritte der Schlussel drehte sich im Schloß— und der Präfekt trat über die Schwelle. Mit einem unterdrückten Aufschrei hatte sie sich erhoben, in die entlegenste Ecke flüchtend, streckte sie abwehrend die Hande von sich. Während die Beschwichtigungsblätter vom Schlag; des„Matin“ auch bei dieser tiefgreifenden Ope ration am Körper des Landes ihre Methode de Beschönigung unbekümmert fortsetzen, die Bevölke rung auffordern, unter die Vergangenheit mi ihren Irrtümern und Enttäuschungen einen Stri zu machen u. das Schicksal Frankreichs vertrauenvoll in die neuen Hände zu legen, sehen die ver antwortlich denkenden und schreibenden Politika auch den Taten des neuen Ministeriums mit be kümmerter Hoffnungslosigkeit und Mißtrauen ent gegen. So schreibt Judet im„Eclair": Das Lan hätte es lieber gesehen, wenn es eines Morgen im Amtsblatt eine Ministerliste mit völlig neue Namen gelesen. Man müsse den wohlgesinnte Bürgern Vertrauen entgegenbringen, die jetzt da Wagnis unternehmen, sich an das Steuer eine Staatsschiffes zu stellen, welches, fern vom Hafer von den Wogen eines wilden Meeres geschüttell werde. Aber glücklicherweise seien gerade dies greisen Berühmtheiten am wenigsten geeignet einen Krieg zu führen und den Karren der französischen Außenpolitik aus dem Sumpf zu ziehen. Er aber blieb an der Tür stehen und sah sie an. Er war in Gala, Orden bedeckten seine Brust, den Helm mit dem Federbusch hielt er in der Hand. Und seine Augen, in denen ein Gemisch von Triumph, Zorn und Liebesleidenschaft loderte, hielten sie in ihrem Bann, hypnotisierten sie, wie das Ange der Schlange ihre Beutte hypnotisiert. Seinen Helm auf einen Stuhl deponierend, trat er ein paar Schritte vor und redete Margarete mit unterdrückter Leidenschaftlichkeit an:„Margarete, ich beschwöre Sie, hören Sie mich an. Warum haben Sie mich bis zum Aeußersten getrieben? Habe ich das um Sie verdient?" Ohne zu antworten, verharrte sie in ihrer zusammengeduckten Stellung; der unheimliche Bann war noch nicht gebroHei. „Margarete! Ich bitte sie inständigst, sehen Sie mich nicht so an. Habe ich Ihnen je Ursache gegeben, sich vor mir zu fürchten? Stehen Sie auf, ich flehe Sie an, und lassen Sie uns dieses unselige Mißverständnis aufklären. Sie haben Angst vor mir? Und dabei bin ich in Ihrer Gegenwart ein Feigling! Geliebte, Du kennst Deine Macht nicht; ein einziger Blick aus Deinen wunderbaren Augen und Biruleff ist entwaffnet!“ Er machte eine Bewegung, als ob er sich ihr nähern wollte, sie aber schnellte wie ein Pfeil an ihm vorüber in das äußerste Ende des Saales, wo sie hoch aufgerichtet stehen blieb, Haß und Abscheu in dem Blick, mit dem ste ihren Geguer furchtlos maß. „Ist es nicht genug, daß Sie mich hierher geschleppt haben, das Sie meinen Bruder schuldlos ins Gefängnis gebracht haben, müssen Sie mich jetzt auch noch verhöhnen? Wagen Sie es nicht, mir in die Nähe zu kommen, ich wäre sonst imstande—“ sie stockte und rang nach Luft. Biruleff aber war aschfahl geworden; ein rasender Zorn stieg in ihm auf. Es riß ihn zu ihr bin, aber er bezwang sich. 23116 Der Krieg gegen England. Englisches Torpedoboot gesunken. WTB London, 3. Nov. Das Reutersche Bureau meldet amtlich: Das Torpedoboot 96 ist gestern in der Straße von Gibraltar nach einem Zusammenstoß mit einem Hilfskreuzer der Handelsmarine gesunken. Zwei Offiziere und neun Mann werden vermißt. Wiederaufnahme der Offensive an den Dardanellen? bb Sofia, 3. Nov. Guten Erkundungen zufolge, trifft der neue Oberkommandierende für Gallipoli Monroe große Vorbereitungen für eine Wiederaufnahme der Offensive an den Dardanellen. Aus Aegypten sind große Truppentransporte auf Gallipoli gelandet worden. Die türkischen Verteidiger der Halbinsel sind indes auf jede Ueberraschung vorbereitet. Die Engländer rüsten in Aegypten. bb Lugano, 3. Nov. Aus Aegypten berichten eingetroffene Reisende der„Tribuna“ zufolge, daß die Engländer am Suezkanal gewaltige Vorbereitungen gegen einen etwaigen deutsch=türkischen Angriff treffen. Große Anlagen seien gemacht worden, um längs des Kanals weite Wüstenstrecken unter Wasser zu setzen. Die Skandinavier und der Krieg. TU Christiania, 2. Nov. Der Berichterstatter von„Aftenposten“ in London meldet: In den letzten Tagen verlautete dort gerüchtweise, die skandinavischen Länder, besonders Schweden, hätten beschlossen, sich an die Seite Deutschlands zu stellen. Das hiesige Blatt„Tidenstegn“ veröffentlicht eine Aeußerung des schwedischen Gesandtschaftssekretärs in Christiania, v. Dardel, die dieser in einer im schwedischen Hilfsverein am Sonnabend gehaltenen Rede getan haben und die gelautet haben soll: Wir wünschen außerhalb des Krieges zu bleiben. Aber der Ernst der Zeit mahnt uns, zusammenzustehen und wir sind auf der skandinavischen Halbinsel glücklich in dem Bewußtsein, daß, was auch geschehen mag, wir als Brüder Schulter an Schulter stehen werden.“— Diese Worte wurden, wie das Blatt bemerkt, mit brausendem Beifall begrüßt. Amerikanischer Einspruch in Lonvon. :: Die Londoner„Morningpost“ meldet aus Washington: Halbamtlich verlautet, daß die amerikanische Regierung demnächst eine Note nach London senden wird, in der sie gegen die Verurteilung von vier Schiffen das Prisengericht Einspruch erhebt, die mutmaßlich für Deutschland bestimmt waren, und die Freigabe von 29 anderen Schiffen nachsucht, über die noch nicht entschieden ist. Die Regierung teilt die Auffassung der Fleischausfuhrhändler von Chicago, die sagen, daß das englische Prisengericht das Völkerrecht außer Acht gelassen und das englische Seerecht an die Stelle des Völkerrechtes gesetzt habe, und daß die britischen königlichen Verordnungen für die Neutralen ungültig seien. Neuer österreichischer Protest in Washington. :: Die Londoner„Morning Post“ meldet aus Washington vom 29. Oktober: Oesterreich=Ungarn hat neuerdings gegen die Ausfuhr von Munition an die Alliierten Einspruch erhoben. Das Staatsdepartement wird in seiner Antwort seine bisherige Haltung nicht ändern. Die ersten Schwierigkeiten für das neue französische Kabinett. :: Der englischen Zeitung„Manchester Guardian“ wird aus Paris gemeldet: Das neue Kabinett ist in hohem Maßt eine persönliche Schöpfung Poincares, der, wie man sagt, wider die Gewohnheit die Präsidenten des Senats und der Kammer nicht um Rat gefragt hat. Dieser Verstoß gegen den Brauch wurde im Senat und in der Kammer stark kritisiert. Clemenceau lehnte aus diesem Grunde einen Sitz im Kabinett ab. Die Aufnahme des neuen Kabinetts im Parlament ist lau. Man zweifelt, daß es lange bestehen wird. Die radikale Partei hatte einstimmig eine Entschließung angenommen, in der sie Viviani aufforderte, zurückzutreten; aber der Rücktritt war bereits Dienstag abend beschlossen. Vivianis Versuche, das Kabinett unter seinem eigenen Vorsitz neu zu bilden, waren infolge allseitiger Ablehnungen gescheitert. Auf Poincares Ersuchen willigte Viviani ein, seinen Platz mit Briand zu wechseln. Die Sozialistenpartei beschloß mit 55 Stimmen gegen 10, während 35 Stimmen fehlten, Sembat, Guesde und Thomas den Eintritt in das neue Kabinett unter folgenden Bedingungen zu gestatten: das Kabinett muß auf Eroberungen und Annexionen verzichten; es muß sofort ein Gesetz zur Beschränkung der Kriegsgewinne einbringen und die Zensur über„olitische und militärische Nachrichten einscheänken. Die Kammer soll regelmäßig in gewissen Abständen Geheimsitzungen abhalten. Die Wiener Regierung gegen tendenziöse Gerüchte. :: Aus Wien wird gemeldet: Im Auslande tauchen doch noch tendenziöse Gerüchte auf. als ob Testerreich=Ungarn sich bereitfinden könnte, dem Königreiche Italien bei einem Friedensschlusse jetzt oder später irgendwelche Gebietsabtretungen zu bewilligen. Das Wiener k. k. Telegraphen=Korresponsenz-Bureau ist von maßgebender Stelle ermächtigt, solchen unsinnigen Gerüchten mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten. **(Den Heldentod fürs Vaterland) starb als erster von den zur Verteidigung des Vaterlandes Wir bringen unseren Lesern das Porträt des Crafen Wolff Metternich, des Nachfolgers des verstorbenen Freiherrn v. Wangenheim. Aus Stadt und Umgedung. Rückblicke auf den Welttrieg. 3. November. Seekampf bei Yarmouth.— Die Dardanellen. An diesem Tage fand ein Seekampf bei Yarmouth ganz dicht unter Englands Küste statt. Deutsche Kreuzer machten einen Angriff auf die Küstenwerke und englische Schiffe; ein englisches Unterseeboot sank und zwei Dampfbarkassen ebenfalls, während die deutschen Schiffe ganz unbehelligt blieben. Dieser deutsche Angriff rief in England das größte Aufsehen hervor. Westen wurden aus dem Ueberschwemmungsgebiet von Nieuport die deutschen Truppen ohne irgend welchen Menschen= oder Materialverlust herausgezogen; der Angriff auf Ypern schritt vorwärts, bei Roye(westlich von St. Quentin) fanden erbitterte für Deutsche und Franzosen verlustreiche Kämpfe statt, ebenso an der Aisne östlich von Soissons. Wie aus einem Tagesbefehl des Generals von Lochow hervorgeht, waren es Infanterie und Pioniere, unterstützt von Artillerie, des 3. Armeekorps, die den Feind aus seinen verschanzten Stellungen bei Chavonne und Soupir jagten und 1000 Gefangene machten.— Bereits an diesem Tasze begannen die DardauellenKämpfe, die sich nun ebenso endlos wie erfolglos hinziehen. Ein englisch=französisches Geschwader bombardierte die Dardanellen=Forts, jedoch ohne Schaden anzurichten.„Zu den scheinheiligen Erklärungen der Ententemächte gegen die Türkei gesellte sich nun auch Frankreich, das der Türkei Neutralitätsbruch vorwarf. Im Erklären waren die Ententemächte groß, im Handeln weniger. Uebrigens zeigte die Türkei von vornherein, daß sie sich auch von England nichts tgefallen zu lassen gedenke; ein Ultimatum des Khediven verlangte die sofortige Zurückziehung der englischen Truppen aus Aegypten. **(Die Regelung der Kartoffelpreise.) Wie sich aus verschiedenen Anzeichen ergibt, bestehen im Publikum vielfach irrige Meinungen über die neue Verordnung betreffend die Regelung der Kartoffelpreise vom 28. Oktober 1915. Die Produzentenhöchstpreise gelten für alle Arten und Sorten von Kartoffeln, also auch für Saat=, Salat=, Eßkartoffeln und dergleichen. Sie gelten auch nicht nur für die bis zum Februar 1916 für die Kommunalverbände zu reservierenden Vorräte(10 Prozent), sondern für die gesamte Kartoffelernte. Sogenannte Depots=, Verwahrungsgebühren und dergleichen gibt es nach der neuen Verordnung nicht. Es ist also ratsam, die Kartoffeln so rasch als möglich an den Markt zu bringen, da die längere Aufbewahrung keinerlei Vorteile, sondern nur Nachteile für den Landwirt mit sich bringt.(Amtlich.) **(Geldsendungen an Kriegs= und Zivilgefangene in England.) Geldsendungen an deutsche Kriegs= und Zivilgefangene in England sind mehrsach wegen Gleichartigkeit des Namens oder wegen ungenügender Anhaltspunkte für die Feststellung des richtigen Empfängers an Gefangene zur Auszahlung gekommen, für die sie nicht bestimmt waren. Um den daraus entstehenden Weiterungen und Unzuträglichkeiten für die Fohze vorzubeugen, wird empfohlen, gleichzeitig mit der Ausgabe der Geldsendung dem kriegsgefangenen Angehörigen den Namen des Absenders, den Betrag der Sendung und den Aufhabeort besonders mitzuteilen. Auf Grund dieser Angaben kann die Auszahlung der Postanweisungen an die Empfangsberechtigten von der Aufsichtsbehörde kontrolliert werden. *(Zur Beachtung!) Von seiten des stellvertretenden Generalkommandos des 7. Armeekorps geht uns follzendes zu: Durch Bekanntmachung vom 16. 10. 1 F Nr. 7259, ist es mit Rücksicht auf unsere deutsche Bevölkerung verboten worden, daß Kriegsgefangenen von Privatpersonen oder Firmen aus dem Inlande Nahrungsmittel wie Milch, auch kondensierte, Butter, Käse, Eier, Speck, Mavgarine und Fette jeder Art— ebenso wie Brot, Backwaren, Schokolade— zugesandt werden. Diese Verordnung ist vielfach so verstanden worden, als wenn auch an deutsche Kriegsgefangene im feindlichen Auslande solche Nahrungsmittel nicht mehr geschickt werden dürften. Das Verbot bezieht sich jedoch nur auf Zusendungen an feindliche Kriegsgefangene im Bezirke des 7. Armeekorps. Die Versendung von Lebensmitteln an deutsche Krieizsgefangene im Auslande ist nach wie vor erwünscht. ausgerückten Lehrpersonen unseres engeren Bezirks Herr Lehrer Wehn von der kath. Schule in Wandhofen. Derselbe hatte zuletzt als Offizierstellvertreter im Westen gekämpft. Ehre seinem Andenken! **(Kontrollversammlungen.) Von Montag, den 8. November ab, finden im Landwehrbezirk 1I Dortmund Kontrollversammlungen statt. Zu diesen haben die in der Kontrolle des Bezirks=Kommandos II Dortmund stehenden Mannschaften einschließlich des ungedienten Landsturms und der gemusterten D. U.=Mannschaften zu erscheinen. Der Kontrollversammlunßsplan wird noch diese Woche veröffentlicht werden. **(Uebung der Jugendwehren.) Am Sonntag waren die Jugendwehren des Landkreises Hörde zu einer größeren Uebung in dem Gelände Holzen— Höchsten zusammengezogen, die bei dem günstigen Wetter einen überaus befriedigenden Verlauf nahm. Dem Uebungsplan lag folgende Gefechtsidee zugrunde:„Eine Südarmee ist am 31. Oktober in den Morgenstunden an der Lippe zwischen Lünen und Recklinghausen geschlagen. Sie hat die Emscher bei Mengede, Deusen und Dortmund überschritten und zieht sich über die Ausläufer des Ardeygebirges zurück mit der Absicht, die Ruhrübergänge bei Schwerte, Westhofen und Hagen zu erreichen. Sie besetzt die Ausläufer des Ardeygebirges zwischen Wichlinghofen und dem Gute Niederhofen, um die Uebergänge über die Ruhr zu decken. Der Führer der Nordabteilung nimmt die Verfolgung auf und marschiert mit den Haupttruppen auf den Straßen Dortmund—Hagen und Dortmund—Schwerte mit der Absicht, ebenfalls die Ruhrübergänge zu erreichen und dort, wenn möglich, den Feind entscheidend zu schlagen. Ein Infanterie=Regiment marschiert auf dem Wege Brünninghausen—Wellinghofen—Höchsten, um die Ver. bindung zwischen den beiden Hauptstraßen herzustellen. Die Leitung der ganzen Uebung hatte Major von Jeinssen vom Dortmunder Bezirk kommando übernommen.— Nach der Uebung sammelten sich die Jugendkompagnien zu einem Parademarsch, der die volle Zufriedenheit des Leiters fand. In der zum Schluß an die Jungmannschaft gerichteten Ansprache, betonte der Herr Major, daß es ihm eine Freude gewesen sei, die Jugendkompagnien in ihrer ganzen Stärke, begeistert, frisch und munter gesehen zu haben. Sein Hurra galt Sr. Majestät dem Kaiser. Den Jungmannen aber rief er ein herzliches Wiedersehen zu. Außer dem Herrn Bezirkskommandeur wohnten die Herren Regierungsrat Rittmeister Rahm aus Arnsberg, der stellvertretende Landrat Reg.=Ass. Dr. Buchard und Rittmeister Frantzen=Hörde der Uebung bei. *e(Holländisches Schweinefleisch und Wurst.) Vom 1. bis zum 29. November dürfen in Holland Ausfuhrbewilligungen für höchstens 3,5 Millionen Kilo Schweinefleisch und 1.5 Millionen Kilo Wurst, die teils aus Schweinefleisch besteht, erteilt werden. **(Schonzeiten.) Der Bezirksausschuß hat für den Umfang des Regierungsbezirks Arnsberg bestimmt: Die Schonzeit für Rehkälber wird auf das Ganze Jahr ausgedehnt, jedoch wird in den Bezirken der königl. Oberförstereien, sowie in den nicht verpachteten Eigenjagden von mindestens tausend Hektar Größe und in den Bezirken, die zu diesen Eigenjagdbezirken hinzugepachtet sind, während der nach§ 39 der Jagdordnung zulässigen Zeit, also in den Monaten November und Dezember, der Abschuß gestattet. 2. Hinsichtlich des Schlusses der Schonzeit für Drosseln— 20. September— und hinsichtlich des Beginns der Schonzeit für Rebhühner, Wachteln und schottische Moorhühner— 1. Dezember— sowie für Dachse — 31. Dezember— bleibt der(gesetzliche Termin bestehen. Anspruch genommen werden können. Die Quellen, aus denen zu normalen Zeiten der Bedarf an pflanzlichen und tierischen Fetten gedeckt wird. fließen in der Kriegszeit spärlicher— Aufhören der Einfuhr von Oelsaaten, beschränkte Schweinehaltung—, auf der anderen Seite stellt der Heeresbedarf hohe Anforderungen an den Fettbestand.“ Demgemäß rerdient die Fettwirtschaft neben der Brotversorgung ernste Berücksichtigung. Unter diesen Umständen muß ein vermehrter Anbau der Oelfrüchte als dringend erwünscht bezeichnet werden. Der einheimische Oelfruchtbau ist bekanntlich infolge der weichenden Preise, die ihrerseits in der stets steigenden Einfuhr ausländischer Oelsaaten ihren Grund hatten, in den letzten Jahrzehnten immer mehr zurückgegangen. Die durch die Bundesratsverordnung über den Verkehr mit Oelfrüchten vom 15. Juli 1915 festgestellten Höchstpreise für Oelfrüchte sind aber so bemessen, daß ihr Anbau mindestens ebenso lohnend ist, wie der der Getreidearten. Die Saatzeit der ergiebigsten Oelfrüchte, desi Winterrapses und Winterrübsens, fällt in den August, sie ist also schon verstrichen. Zurzeit, als zu ihrem vermehrten Anbau hätte angeregt werden müssen, also im Juli, ließ sich aus den Nachrichten über die Erträge der Getreideernte noch kein hinreichendes Bild über ihre Auskömmlichkeit bezüglich der Brotversorgung gewinnen. Heute kann nach Lage der Dinge, soweit das nächste Wirt. schaftsjahr in Betracht kommt, ein vermehrter Anbau nur noch bezüglich der Sommerölfrüchte stattfinden. Es kommen hauptsächlich die folgenden in Betracht: 1. Sommerraps und Sommerrübsen. Im allgemeinen ist der erstere seines höheren Kornertrages## und Oelgehaltes wegen mehr zu empfehlen, als der## letztere. 44 2. Der Oelrettich(Raphanus), der sich zu Zeiten besserer Oelpreise als Kulturpflanze ziemlich ein gebürzert hatte, und der vor Raps und Rübsen den Vorzug größerer Sicherheit und geringerer Anz sprüche bezüglich des Bodens hat. Er kann auch auf leichteren Böden und auf Moorböden gebau## werden. Im Ertrage und im Oelgehalt des Samens übertrifft er der Regel nach den Raps und den Rübsen. 3. Der Leindotter, eine Oelfrucht, die auch auf leichten Böden gedeiht, verhältnismäßig sicher ist im übrigen aber wegen ihrer mäßigen Erträge und geringeren Oelgehaltes weniger verbreitet ist. 4. Der Mohn, dessen Preis in der Bundesrats verordnung auf 80 Mk. für 100 Kilogramm festge# setzt ist, so daß sein Anbau in Süddeutschland, er noch allgemein gebräuchlich ist, gewiß wird aus gedehnt werden können. 5. Die Sonnenblume. Sie wird im geschlossenen# Bestand in Deutschland kaum sgebaut, dagegen viel) fach in Gärten und im Gemisch mit Hackfrüchten it Gegenden, in denen der Kleinbetrieb vorherrscht Manches sorft brach liegende Landstück kann, wies im verflossenen Jahr schon seitens der Preußi schen Eisenbahn=Verwaltung geschehen ist, durch Anbau der Sonnenblume nutzbar gemacht werden 6. Hanf und Lein, deren vermehrter Anbat nicht nur wegen der Oelgewinnung, sondern auc wegen der Vermehrung des Bestandes an Faser stoffen im höchsten Grad erwünscht ist. Bei der Aufstellung des Bestellungsplanes füh das nächste Frühjahr sollte der Anbau der Oel früchte überall, wo er am Platze ist, eine g## bührende Berücksichtigung finden, da eine Ver mehrung des Bestandes an Fetten nach der Brot beschaffung augenblicklich die dringendste wirt schaftliche Aufgabe ist. 44 und Theaker. Städtisches Schauspielhaus, Hagen. Am Sonntag, den 7. November, findet die Erst ** Ergste, 2. Nov.(Verhaftet) und dem Könizl. Landgericht Hagen zugeführt wurde der Arbeiter B., der von der Königl. Staatsanwaltschaft Hagen gesucht wurde. * Schüren, 2. Nov.(Durch ein Automobil totgefahren) wurde gestern abend in der Nähe der Wirtschaft„Zur Quellenbrauerei“ die Witwe Ruhfaut aus Schüren, die ihre Wohnung erst kürzlich von Radbod nach hier verlegt hatte. Der Fall ist um so trauriger, als der Mann der Verunglückten im Felde gestorben ist und vier kleine Kinder nun in so kurzer Zeit Vater und Muter verloren haben. Der Automobilführer suchte schleunigst das Weite, ohne sich um sein Opfer zu bekümmern. Hoffentlich gelingt es aber, den gewissenlosen Menschen zu ermitteln, damit er seine wohlverdiente Strafe erhält. * Werdohl, 2. Nov.(Durch Ueberfahren getötet.) Im hiesigen Bahnhof wurde der Gepäckträger von einem Güterzuge erfaßt und so schwer verletzt, daß er schon nach ganz kurzer Zeit starb. „eueste aufführung von Karl Schonheirs neuesten Werke der„Weibsteufel“ statt und zwar i## Rahmen eines Gesamt=Gastspiels de## Bremer Schauspielhauses. Der fasser ist durch sein preisgekröntes Dram „Elaube und Heimat“, das einen Siegeszu## über alle Bühnen hielt, schnell zu großer Berühmt heit gelangt. Unser Schauspielhaus wird das erst## Theater in Rheinland und Westfalen sein, welche##### Schönherrs„Weibsteufel“ zur Aufführung bring Der Besuch dieser Vorstellung ist Personen unte 16 Jahren nicht gestattet.— Mit Rücksicht auf auswärtigen Theaterbesucher beginnt die Vorstel## lung bereits um 7½ Uhr 10 Uhr. und endigt kurz nat## Der Anbau von Oelfrüchten. Der Preußische Landwirtschaftsminister gibt folgendes bekannt: Die Erfahrung der Kriegszeit hat gelehrt, daß die Getreideernten Deutschlands bei der nunmehr durchgeführten Regelung des Verbrauches für die Brotversorgung auch bei weniger guten Ernten nicht nur vollkommen ausreichen, sondern daß auch noch ein beträchtlicher Ueberschuß verbleibt. Hier nach scheint es geboten, zu prüfen, ob die verfüg baren Ackerflächen daneben für andere besonders dringliche Bedürfnisse der nationalen Wirtschaft in Wochenmarkt. Der heutige Wochenmarkt war nicht besonder### gut beschickt, wohl eine Folge des schlechten Wei#### ters. Die Preise haben gegenüber der Vorwocht### fast gar keine Veränderung erfahren. Es wurde verlangt für: Birnen Pfund 10—30 Pfg., Aepfer## Pfund 8—25 Pfg., Zitronen Stück 10 Pfg., Wein# trauben Pfund 80 Pfg., Wallnüsse Pfund 60 Pfg Wurzeln 2 Pfund 25 Pfg., Steckrüben Stück 10—11 Pfg., Rote Beten Pack 10, Wirsing Stück 15—30 P Rotkohl 25—45 Pf., Weißkohl 15—25 Pf., Butte kohl Pack 10 Pstz., Winterkohl Stück 5—10 PfeBlumenkohl St. 30—60 Pfg., Kohlrabi Stück 8—2 Pfg., Stielmus Pack 10 Pfg., Spinat Pfd. 20 PfoFeldsalat Pfd. 20 Pfg., Endivien Stück 5—10 PfoZwiebeln Pfiind 20—25 Pfg., Rindfleisch 95—11 Pfg, Schweinefleisch Pfund 1,70 Mk., Schellfi## Pfund 40—45 Pfg. Verantwortlich für die Redaktion Feiedrich Kr Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwer Auf Grund der§§ 114, 119, 120 des Wassergesetzes vom 7. April 1913(G.=S. S. 53) und der VIII. Ausführungsanweisung C. l. vom 28. August 1914 wird hiermit die Reinigung der Bäche und Abzugsgräben angeordnet. Die Reinigung ist bis zum 1. Dezember d. Is. durchzuführen. Nach Ablauf dieser Frist wird eine Schau stallfinden. Bei unterlassener oder nicht ordnungsmäßig ausgeführter Reinigung wird diese zwangsweise auf Kosien der Verpflichteten veranlaßt werden. Schwerte, den 30. Oktober 1915. Die Polizei=Verwallung. 5114 Rohrmann Bekanntmachung. Vom 15. November d. Is. ab verkehrt der 8.34 vormittag von Fröndenberg nach Neuenrade fahrende Personenzug 1782. auf der Streche Fröndenberg— Menden, 18 Minuten früher in nachstehendem Fahrplan: Fröndenberg ab 8.16 vorm. Bösperde„ 8.21„ Menden an 8.27„ und welter im bisherigen Fahrplan. Elderseld. den 30. Oklober 1915. Königliche Eisenbahndirektion. Bekanntmachung. Für die schulpflichtigen Kinder*) der Mannschaften(Unteroffiziere und Gemeine) des Heeres können Schulgeldbeihülfen gewährt werden und zwar: a) für die aus dem Beurlaubtensiande zum aktiven Dienst Einberufenen, b) für die freiwillig in den aktiven Dienst Eingetretenen. c) für die bei dem Etappenpersonal der freiwilligen Krankenpflege Dienste leistenden Mannschaften. Zur Vereinsachung des Geschäftsverfahrens wird es sich empfehlen, wenn die Beihülfen für die Mannschaften zu a bisc von den Ortsbehörden oder den Schulverbänden nach den diesen durch die Herren Landräte in Dortmund. Hörde und dem Herrn 1. Bürgermeister in Hörde besonders zugehenden Mitteilungen und Listen(Forderungsnachweise) angeforder werden, weil die Ortsbehörden oder Schulverdände am leichtesten die Unterlagen werden beschaffen können. Allgemein ist für die Höhe der zu zahlenden Schulgeldbeihülse der in Wirklichkeit zu zahlende Schulgeldsatz maßgedend. 60 Mk. ist der im Bezirk VII. Armeekorps z. It ermittelte höchste Satz für Mittelschulen. Wer also an Schulgeld für sein Kind den Betrag von 60 Mk. und darilber zahlen muß, erhält die Beihülfe von 44 Mh. Dies ist die vom Kriegsministerium für den Bereich des VII. Armeekorps festgesetzte döchstens zu zahlende Beihülie. Wer dagegen weniger als 60 Mh. an Schulgeld bezahlt, erhält nur den Anteil. der sich zu dem gezahllen Schulgeld wie 731 zu 1000 stellt Z. B.: Erhält ein Emofangsberechtigter, der nur 50 Mk. Schulgeld jährlich zahlt, den Betrag von 3655 Mh. (36.55: 50= 731: 1000). Das Volksschulgeld wird voll erstattet, soweit solches erhoben wird. Diese Beihülse wird für folgende Zeit gewährt: a) für die unter a und b aufgeführten Mannschaften vom ersten Tage des Monats des Diensteintritts bis zum Ablauf des Schulhalbjahres(1. 4.—30. 9. und 1 10.—31. 3. in dem die Väter aus dem akliven Heere oder aus der Klasse der Unteroffiziere und Gemeinen ausscheiden oder in dem die Kinder das 14. Lebensjahr vollenden. Die in Kriegsgefangenschaft geratenen oder vermißten Mannschaften gelten als ausgeschieden mit dem Zeitpunkt der Gefangennahme bezw. des Vermißtseins. Wird dem Angehörigen ein Teil des Gehalts oder der Löhnung zu ihrem Unterhalt über den vorgenannten Zeitpunkt gezahlt. worüber erforderlichenfalls der Feld= und Ersatztruppenteil Auskunst erteilt. so läuft auch der Anspruch auf Schulgeldbeihülfe weiter: b) für die unter c aufgeführten Mannschaften nach denselden Grundsätzen wie für die unter a—b aufgeführten. jedoch frühestens für die Zeit vom 1. 9. 15 ab. Die Beihüllje wird auf Antrag nach Prüfung der Bedürftigkeit gewährt. Anträge sind bei den Ortsbehörden(Schulverdänden) zu stellen. Die Listen, welche zugleich als Forderungsnachweise dienen. müssen genau nach den dazu besonders gegebenen Erläuterungen aufgestellt werden. Die Forderungsnachweise sind zum 5., 15. und 25. j Monats dem unterzeichnelen Bezirks=Kommando einzureichen. Letzleres überweist dann die einzelnen Beträge an die Ortsbehörden (Schulverbände) unmitteloar. Damit eine rechtzeitige Erstattung erfolgen kann, wird auf Innehaltung der Termine aufmerksam gemacht. Dortmund. den 31. Oktober 1915. Königl. Beziekskommando II. Dortmund. v. Jeinsen Major z. D. und stellv. Bezirkskommandeur. *) Als Militärkinder gelten die ehelichen, die durch nach folgende Ehe mit der Multer legittmierten Kinder und die Stieskinder. „ in größter Auswahl Buchhandlung Carl Braus Schwerke(Ruhr). Große Marktstr. 3—5. Arbeitsnachweiszentrale für Kriegsbeschädigle in Münster. Für den Bereich des VII. Armeckorps ist eine Arbeitsnachweiszentreie fü. Kriege beschädigte in Münster i. Westf, Bandeshaus, ein erichtet worden, die unter Leitung des Herrn Hauptmanns d. L. Stoeter steht. Die Zentrale hat die Ausaabe, alle Angebote und Nachfrage dezüglioh Unterdringung von Kriegsbeschäciiten zu sammeln und die Stellenvermittlung in die Wege zu leiten. Es liegt daher im eigensten Interesse aller Firmen. Unternehmer und überhaupt aller Arbeilgeder, sich unmttteldar dieser Jentrale zu bedienen. Es in dies desanders deshald empfeblenswert. weil setzt bei allen Erlatztrunpenteilen, bei denen sich Kriegsbeschädigte definden. Beratung=stellen eingerichtet sind. die idrerseits Kriegsbeschädigte dieser Jentralstelle zwecks Unterdringung in geeignete Berute namhaft machen werden. Infolgedessen wird zu erwarten sein, daß bei regem Angedot und reger Nachfrage den Kriegsbeschädigten zur Erreschung einer Anstellung leicht verdolsen werden kann und der Arbettgebern die sehlenden Ardeitskräfte nachgewiesen werden können. Die Adresse laute! Anz die Ardeitsnochweiszentrale für Kriegsbeschädigte des VII. Armeekorps Münster. Landeshaus. Fernsprecher 2200—3303. Das Rrregstager des johännes Krallt. Herausgegeben von einem Freunde. Mit einem Vorwort von Major Viktor v. Strantz. 192 Seiten Text mit 35 Originalzeichnungen. Preis Mark 1.20. 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Aber ich weiß, daß mich ein Grausen überkam, als ich endlich den fertigen Stoß beschriebener Blätter vor mir liegen sah, ein Grauen vor der Unsumme von Elend und Qual, die eine arme Menschenkreatur zu tragen imstande ist.“ „Und warum hast du das Manuskript nicht gleich mitgebracht?“ „Konnte ich denn wissen, welcher Art hier meine Aufnahme sein würde? Ich habe mich daran gewöhnt, sehr beschelden zu sein in den Hoffnungen, die ich auf die Großmut der Menschen setze. Aber wenn du das Manustript lesen willst, morgen früh kann ich es dir überbringen.“ „Ich erwarte es mit Bestimmtheit, lieber Freund! Und du mußt mir erlauben, dir gleich jetzt einen Vorschuß darauf zu geben.“ „Gewiß erlaube ich es dir— ich sagte dir ja schon, daß ich nichts mehr zu leben habe. Aber ich habe dir ja den Preis für meinen Roman noch nicht genannt. Er beträgt sechstausend Mark.“ Unverwandt ruhte sein glühender Blick auf dem Gesicht des Freundes. Der aber blieb ganz unbefangen. „Du wirst mir gestatten, dir darauf nach der Lesung des Manuskriptes zu antworten. Für die Romane, die in meiner Zeitschrift erscheinen, pflege ich vier= bis fünftausend Mark zu bezahlen; es ist ja aber doch leicht möglich, daß deine Arbeit auch für den Buchverlag Erfolg verspricht. Und dann müßte das Honoror natürlich entsprechend höher sein.“ Da stand Ludwig Mainhold langsam auf. „Wenn du mir also jetzt den versprochenen Vorschuß geben willst, Hermann!— Ich will dir noch etwas sagen: wäre deine Antwort auf meine Forderung anders ausgefallen, als du sie gegeben hast— so hättest du deine freundschaftlichen Gesinnungen nur noch darin betätigen können, mir und meiner Frau ein anständiges Begräbnis zu schafsen.— Ich danke dir! Auf morgen also.“ Mit dem gleichen düster ernsten Gesichtsausdruck, mit den gleichen müden Schritten wie bei seinem Kommen stieg er die Treppe des Mietspalastes wieder hinab. Bis zu seiner Wohnung im äußersten Norden der Stadt hatte er einen weiten Weg, und die Haltung seines mageren Körpers war noch hinfälliger und gebückter geworden, als er nun die fünf düsteren, engen Treppen erklommen hatte, die zu seiner Behausung unter dem Dache emporführten. Mit einem rührend zutraulichen Lächeln kam ihm die arme kleine Frau entgegen, deren einstmals schönes Gesicht Kummer und Not entstellt hatten. Ludwig Mainhold küßte sie auf die Augen, über die es beständig wie ein Schleier lag, und ging dann lang'am zum Tisch. Da aber legte sich ein seltsam drückendes Gefühl über ihn.— Hatte er denn seine Arbeit— seinen Roman — nicht hier hingelegt, als er ihn vor dem Fortgehen noch einmal durchflogen hatte.— Aber er war nicht zu finden.— „Marcella!— Hast du das Papier fortgenommen, das hier lag?“ Aengstlich sah sie zu ihm auf. „Das Papier?— Ja— es war so alt, Ludwig— ich fror so— und da habe ich Feuer gemacht— und da habe ich das Papier genommen“——— Der Bote, den Doktor Hermann Gersdorf am dritten Tage nach dem Besuch des Freundes zu ihm schickte, begehrte bergebens Einlaß. Und als man die Tür erbrechen ließ, fand man Ludwig Mainhold und seine arme kleine Frau erschossen. Ein interessantes, aber falsches Rechenexempel. Ein auswärtiges Blatt machte kürzlich auf folgende Kuriosität aufmerksam: Nimmt man irgendein menschliches Wesen unserer Tage, so muß dieses einen Vater und eine Mutter, vier Großeltern, acht Urgroßeltern usw. haben. Danach müßte vor dreißig Generationen, d. h. vor 1000 Jahren, das betreffende Individuum etwas mehr als eine Milliarde 73 Millionen(genau 1073 741 824) Vorfahren gehabt haben. Tatsächlich schätzt man die Bevölkerung der Erde zu jener Zeit auf die Hälfte dieser Summe. Rechnet man weiter und geht bis zur Zeit der biblischen Erschaffung der Welt, d. h. 6000 Jahre, zurück, so müßte dasselbe Individuum eine so ungeheure Menge von Vorfahren gehabt haben, daß die Erdoberfläche sicherlich zu klein gewesen wäre, sie alle zu fassen. Da aber natürlich unter den Vorfahren selbst wieder Verwandtschaftsbeziehungen bestanden, so vermindert sich die Zahl ungeheuer. Sind z. B. Vetter und Base als Ehepaar Eltern eines Kindes, so hat das Kind zwar 4 Großeltern, aber nur 6 Urgroßeltern statt 8, 12 Ururgroßeltern statt 16, 24 Urururgroßeltern statt 32 usw., in der 30. Generation 805 306368 Vorfahren statt 1073 741 824. Da diese Zahl(1073 741 824) rechnerisch richtig ist, so geht aus ihrem Widerspruche zu der wirklich vorhandenen Zahl eben hervor, was ja längst bekannt ist, daß zwischen uns Menschen außerordentlich weitgehende verwandtschaftliche Beziehungen bestehen. m ∆ Ratschläße fürs haus von Laura Uincent. Rostflecke in der Wäsche, welche sehr häufig durch den Kessel entstehen, werden dadurch vermieden, daß man nach Beendigung der Wäsche sorgfältig alles Wasser aus dem Kessel entfernt und diesen, solange er noch warm ist, mit Schmierseife einreibt, die sich beim Gebrauch leicht wieder abwaschen läßt. Auch Hammeltalg läßt sich zu diesem Zweck verwenden. Wird dies jedesmal sorgfältig getan, so wird man nie Rostflecken in der Wäsche haben. Ausgewaschene Kinderkleider und Blusen haben schon mancher Mutter Kummer gemacht, namentlich, wenn der Stoff noch gut ist. Die Kleidungsstücke lassen sich noch gut verwerten, wenn man sie weiß bleicht. Man löst zu diesem Zweck drei Eßlöffel Chlor in vier Liter Wasser auf und bewegt die Stücke in dieser Flüssigkeit so lange, bis die Farben vollständig verschwunden sind. Tann spüle man mehrmals sehr sorgfältig, stärke dann wie gewöhnlich und plätte. Beim Auskämmen von verwirrtem Haar wird meist der Fehler gemacht, daß man an den Wurzeln anfängt und das Haar durch krampshaftes Reißen zu glätten versucht. Dies ist vollständig falsch; man beginne an den Enden und gehe langsam und vorsichtig höher hinauf, bis man an der Kopfhaut angekommen ist. Das leidige„Ziepen“ wird dadurch ganz vermieden. S 9 8 9 * 2 0 #.S ∆ er C5 8 55 für den Kreis börde S 41. Jahrgang O Grites und älteltes Cagesorgan des Kreies. O Haupt-Rnnoncenbiatt Unterhaltungs Beilage zu Nr. 258. Mittwoch, 3. November 1915. Um des ffälkienle Witten. Noman von C. Dressel. (37. Fortsetzung.) nd nun stand Gerlachs schöne, junge Tochter vor der Herrin von Rhoda, die feuchten Blickes mit heißer Zärtlichkeit in Rikas reizendes Antlitz sah, das die ganze berückende Schönheit des Vaters besaß und noch durch den hinreißenden Zauber kindlicher Unbefangenheit verklärt wurde. Bewegt schloß sie das junge Mädchen in die Arme. „Und meinen Namen gab dir dein Vater?" flüsterte sie ergriffen.„Ulrike von Gerlach!" Mit weicher Innigkeit sprach sie leise den Namen vor sich hin, den zu tragen einst ihr süßester Traum gewesen. „Ja, doch alle, die mich liebhatten, nannten mich Rika. Ich bin so an diese Kürzung gewöhnt, daß ich fast erschrak, als der Diener mich als Baronesse Ulrike von Gerlach meldete; ich glaube fast, es ist das erstemal, daß ich meinen Titel hörte, in unser einfach stilles Leben paßte er auch nicht hinein,“ fügte sie offen hinzu. Ein Schatten flog über Ulrikens ernste Stirn, als sie bei des Mädchens harmlosen Worten der harten Entbehrungen Gerlachs gedenken mußte. Dann sagte sie lächelnd:„Das kosende„Rika“ paßt auch besser für dich, du süßes Kind, und so will auch ich dich nennen; aber du, welchen Namen willst du mir geben?" „Laß mich in dir eine liebe, ältere Schwester sehen,“ antwortete Rika schnell,„ich möchte dich nicht anders als bei deinem Vornamen rufen.“ „Tue es, Kind, um so herzlicher wird unser Zusammenleben sich gestalten. Und nun sprich mir von meinem sonderlichen Bruder Ingo, du mußt ihn ja kennen, denn ihr seid zusammen ausgewachsen, wie er schreibt. Sein ganzer Brief handelt übrigens von dir, das Wohl seines kleinen Kameraden muß ihm sehr am Herzen liegen,“ schaltete sie lächelnd ein:„was er aber dann noch über sich selber schreibt, läßt mich nicht ungetrübt froh werden. Er verheißt den redlichsten Willen für die spätere Uebernahme Rhodas, behauptet jedoch, daneben mit ganzer Seele Maler zu sein. Künstler und Landwirt stimmen indes schlecht zusammen.“ „Ingo wird beides zu vereinigen wissen,“ antwortete Rika zuversichtlich,„nur mußt du ihm lassen, hier heimisch zu werden; es ist ja ein anderes mit ihm, er kennt kaum sein Vaterhaus, während es dir die liebste Heimat war. Und dann gönne ihm noch gern dies Jahr unbeschränkter Freiheit. Die Reise nach Rom war ja die Sehnsucht seiner trüben Jugend; sie hätte ihn hier nicht rasten (Nachdruck verboten.) auf sein Hierbleiben belassen, hättest standen.“ „Und wenn er mir nun dort verwildert oder ganz abtrünnig wird?“ meinte Ulrike beklommen. „Nicht er!“ lächelte Rika ruhig.„Er kehre dir zurück, vielleicht die Seele ein wenig trunken von der Ueberfülle der Kunst, die er dort genossen, aber ganz bereit zur Pflicht, die er liebgewinnen wird, um der seltnen Treue willen, die du eurem Hause gehalten, denn Ingo ist gewissenhaft und fest wie du.“ „Du bist eine eifrige Verteidigerin, Kind.“ „Ja, fände ich nur Worte, seinen Wert zu schildern,“ erwiderte Rika leuchtenden Blickes.„Du kennst nicht so die trostlosen Verhältnisse, unter denen er aufgewachsen, du weißt es doch nicht so völlig, wie er, von Mutter und Bruder verlassen, zurückgestoßen und völlig ausgeschlossen von dem verschwenderischen Leben jener, in Einsamkeit und Entbehrungen darbte. Und wenn er nicht dem bösen Beispiel Leons folgte, sondern seine Seele rein erhielt, so mußt du das seiner Kunst danken, für die er rastlos in idealster Weise gestrebt, trotz der Hindernisse, die seine Mutter ihm in ihrem Hochmut auch hier bereitete. Was er trotz seiner Jugend schon erreicht, verdankt er, nächst großer Begabung, seinem energischen Fleiß. Er hat gearbeitet wie der Aermsten einer, denn seine Mutter gab ja alles, alles für Leon hin.“ „Aber die Rente, Kind, die Ingo ebensogut besaß wie— der ältere, sie konnte ihm doch nicht genommen werden?“ fiel ihr Ulrike erbleichend ins Wort. „Er verzichtete freiwillig darauf, angesichts der Klagen der Gräfin, die nur daran dachte, Leons verschwenderische Gewohnheiten zu befriedigen,“ entgegnete Rika herbe.„Ingo selbst freilich sprach selten davon, aber ich sah ihn Jahr um Jahr sich mühen in der Dachkammer, die wir ihm zum Atelier eingeräumt, und ich weiß es auch von Papa, der Ingos Edelmut hochschätzte und bitter über die Ungerechtigkeit der Gräfin klagte. Und sieh, Ulrike, deshalb müßtest du eigentlich sehr stolz auf Ingo sein und seine Malerei ebenso hochhalten als er, denn sie bewahrte ihn sicherlich schlechten Einflüssen.“ „Welche Nachrichten du mir da bringst,“ rief Ulrike erschüttert. Der arme liebe Junge, wie wird er mir immer teurer. So trübe habe ich mir in der Tat seine Jugend nicht vorgestellt. Warum nur wandte er sich in seiner Bedrängnis nicht einmal an mich, die ich ihm so gern geholfen hätte.“ „O, das durftest du von ihm nicht erwarten, denn S#SS SS 5•215 S SSioSiinI 5 er wußte, wie oft bereits die Gräfin deine Großmut ansprach, und gerade dieser Habgier schämte er sich.“ „Fürwahr, ein echter Rhoda, trotz seiner Kunstschwärmerei,“ rief Ulrike freudig.„Wie gleicht er meinem Ralf, denn auch dieser war ein ideal veranlagter, großsinniger Charakter, der den Geistesadel vor allem schätzte. Sollte ich kleinlicher denken als er? Nein, ich segne Ingos Talent, das ihn auf einen edleren Lebenspfad wies, als Leon ihn schritt. So mag der Künstler mit dem Majoratsherrn Hand in Hand gehen, und alles was ich wünsche, ist, daß er nun auch eine würdige Gefährtin wähle.“ Da sah sie Rikas schönes Antlitz verräterisch erglühen, die leuchtenden Augen sich in holder Verrwirrung senken, und bei diesen untrüglichen Zeichen erhellte ein wahrhaft strahlendes Lächeln ihre ernsten Züge. So hat Ingo bereits gewählt, dies liebreizende, bescheidene Mädchen, das auch ihr Herz gleich in der ersten Stunde gewonnen, nun wurde alles gut. Da aber Rika ihr seliges Geheimnis noch mit keinem Worte verriet, so sprach auch Ulrike nicht über ihre frohe Entdeckung, doch sie küßte innig die glühende Wange d's holden Kindes und bat:„Nun erzähle von dir, meine Rose, von deinen Neigungen und Beschäftigungen, damit ich ihnen entsprechen und dir unser Rhoda zur wahren Heimat gestalten kann.“ Rika schilderte offen ihr einfaches, arbeitsvolles Leben, und so schmerzlich auch Ulrike von diesen Mitteilungen, die ihr so deutlich Gerlachs einsames, kränkelndes, unbefriedigtes Alter zeigten, berührt wurde, so sehr mußte sie Rikas Anspruchslosigkeit und die frische, frohe Kraft freuen, mit der sie diese Kümmernisse ihrer jungen Tage getragen. „Und nun hat sich alles so wunderbar für mich gewendet,“ schloß Rila mit einem dankaren Aufblick ihrer schönen Augen, in denen noch die Tränen um den nerlorenen Vater schimmerten.„Ich komme mir wie verzaubert vor und wage es kaum zu glauben, daß die Zukunft sich nun so glückvoll, so aller äußeren Sorge bar für mich gestalten soll. Mir ist's, als träumte ich nur.“ „Laß mich dir ein noch schöneres Erwachen prophezeien, du herziges Kind," lächelte Ulrike gerührt. „Wie danke ich deinem Vater, daß er dich mir anvertraute. Ich muß dich nun zunächst gleich nach Erlenhof zu meiner Hedwig führen," sprach sie heiter fort. „Du wirst von ihr gehört haben, da sie die Gattin von Ingos Vormund ist, die Familie Lorenz aber in treuester Freundschaft zu den Rhoda gehört. Sie wird sich herzlich freuen, daß es nun Licht wird in dem düsteren Schlosse und ich nicht länger einsam hier hause.“ XXXVI. Das Jahr, welches für Ingos Aufenthalt in Italien in Aussicht genommen war, neigte sich seinem Ende zu. Er hatte es gut angewendet, denn völlig beruhigt über Rikas Geschick, die in der Tat ihre wahre Heimat in Rhoda gefunden und wie ein belebender Sonnenstrahl in die stille Trauer des alten Schlosses gefallen war, hatte er in glücklicher Sorglosigkeit gestrebt und genossen und sein schönes Talent an der unversiegbaren Quelle der Kunst zur herrlichsten Reise gebracht. Im Frühherbst durfte Ulrike ihn erwarten. Sie sah diesem Zeitpunkt kaum weniger sehnsuchtsvoll entgegen, als Rika es tat, denn Ingos Briefe, die ihr einen tiefen Einblick in die Ehrenhaftigkeit, die Lauterkeit seiner Gesinnung, den idealen Flug seines Geistes gegehen, hatte ihr jene innige Liebe zu dem jungen Stiefbruder eingeflößt, die sie für ihren angebeteten Ralf gefühlt. Man befand sich bereits im August, inmitten der Ernte. Im Schlosse war es heute ungewöhnlich still, da selbst die Mehrzahl der Dienerschaft sich auf den Wunsch ihrer Herrin und in der Voraussicht eines besonderen Lohnes willig den Feldarbeitern angeschlossen zur schleunigen Hereinschaffung des reichen Erntesegens vor einem drohenden Gewitter, während die Zurückbleibenden bequemer Ruhe in den im Erdgeschoß gelegenen Gesindezimmern pflegten. Gräfin Ulrike beschäftigte sich mit ihren Wirtschaftsbüchern, und Rika blieb sich selbst überlassen. Da eine schwere Gewitterluft brütete, die lähmend auf ihr lastete, mochte sie sich nicht zu einer ernsten Beschäftigung entschließen, und sie begrüßte daher die Ankunft der beiden jungen Lorenz aus Erlenhof, die ihre besonderen Freunde geworden, mit lebhafter Freude. Die Knaben waren trotz des heißen Tages in ihrem Ponywagen herübergekommen und gestatteten ihrer geliebten„samosen“ Rika nun auch nicht einen Augenblick der Langeweile mehr. Wie immer hatten sie auch heute ein reichhaltiges Vergnügungsprogramm, aber Rika, die es sonst nicht unter der Würde ihrer achtzehn Jahre hielt, mit den Knaben um die Wette ihr Roß zu tummeln und an ihren oft wilden Spielen teilzunehmen, entschied heute: „Hört, meine jungen Pagen, zu einem Laufen und Jagen im Freien bei dieser tropischen Glut werdet ihr doch euch und mich nicht verurteilen wollen. Ich schlage ein ruhiges Versteckspiel im kühlen Schlosse vor. Ihr wißt, es gibt in dem großen Bau der Nischen und Gänge genug, die wahrhaft köstliche Verstecke sind.“ (Schluß folgt.) 3 unitine Vulkanische „Kröpzse“. chon mehrfach hat sich die Forschung mit einer eigenartigen Erscheinung beschäftigt, die in allen Teilen Australiens wiederkehrt: man findet dort einen seltsamen kleinen Stein, der in seiner Form überraschend mit einem gewöhnlichen Knopf übereinstimmt. Die Aehnlichkeit ist vollkommen; die kleine Scheibe weist etwa Herzform auf und zeigt einen regelrecht erhöhten Rand als Einsassung. In einem interessanten Berichte des Regierungs=Geologen der Kolonie Viktoria wird jetzt nachgewiesen, daß diese Knopfsteine, die sog. Australiten, vulkanischen Ursprungs sind, während man sich bisher mit der Annahme eines meteorischen Ursprungs Australiten ist eine säurehalt in Struktur und Zusammens tisch ist. Es handelt sichr Glasblasen, die von den an zur Tertiärzeit ausgeschleuder dieser eigenartigen Steine Schauplatz vulkanischer Geologe auf folgende Wi begnügte. Der Stoff der ltige vulkanische Glasmasse, die tzung mit dem Obsidian idenJubar um die Ueberreste von zalischen Vulkanen vermutlich #r wurden. Dus Vorhandensein an Stätten, die niemats der Erscheinungen waren, erklärt der eise: Die Glasblasen wurden von den Vulkanen bis zu Tausenden von Metern Höhe emporgeschleudert und durch die oberen Luftströmungen weitergetragen. Als sie unter der Einwirkung der schnellen Erkaltung platzten, verwandelte sich die sehr garte äußere Hülle in Staub, während der dichtere, innere Teil zu Boden fiel und sich in die damals in ihrer Formierung begriffene Bodenoberfläche einbettete. Die symmetrischen Formen und ihre chemische Zusammensetzung beweisen, daß diese seltsamen natürlichen Knöpfe nicht meteorischen Ursprungs sind. S S SNS GBDESE S 0 S 2—. G a S S SS„ S o 55 S * 61 Sein Werk. Novellette von Helmuth ten Mor. (Nachdruck verboten.) Mit müden, langsamen Schritten hatte er die teppichbelegte Treppe erstiegen. Nun stand er schweratmend vor der Tür, und seine Augen, die tief in ihren Höhlen lagen, starrten auf das Messingschildchen, das die Aufschrift„Doktor Hermann Gersdorf" trug. Der schwere Kampf, der sich in seinem Innern abspielte, malte sich deutlich genug auf seinen Zügen; endlich aber zog er doch die Glocke, um freilich in dem Augenblick, da ihr schriller Klang zu ihm heraustönte, die Rechte wie erschrocken sinken zu lassen. Fast hatte es den Anschein, als wollte er sich zur Flucht wenden, ehe man ihm geöffnet hatte, aber er besann sich dann doch eines anderen. Mit gesenktem Haupte blieb er stehen, und als ihm ein Mädchen in kleidsamer Zofentracht öffnete, nannte er ihr seinen Namen mit der Bitte, ihn dem Herrn Doktor zu melden. Und man ließ ihn nicht lange warten. Mit einem „Der Herr Doktor lassen bitten!“ führte ihn das Kammerkätzchen in das Arbeitszimmer des Hausherrn, und mit ausgestreckten Händen ging ihm Hermann Gersdorf entgegen. „Ludwig!— Alter Freund! Das nenne ich einmal eine gelungene Ueberraschung!“ rief er mit einer fröhlichen Herzlichkeit, die unmöglich erkünstelt sein konnte. Der Besucher aber legte trotzdem nur mit sichtlichem Zögern seine Rechte in die gebotenen Hände. „Ich danke dir für den Willkommengruß", erwiderte er mit rauher, klangloser Stimme.„Aber ich möchte dich nicht betrügen, Hermann. Es war mir um eine Ueberraschung so wenig zu tun wie um einen freundschaftlichen Besuch. Ich komme lediglich als Bittsteller zu dir. Und du tust vielleicht klug daran, dein Venehmen von vornherein so einzurichten, wie man es Bettlern und ähnlichen Leuten gegenüber zu tun pflegt.“ Der heitere Ausdruck verschwand nun freilich von dem Gesicht des Andern. Mit ruhigem Ernst erwiderte er: „Wenn du mir gleich bei unserem Wiedersehen Gelegenheit geben willst, dir meine freundschaftlichen Gesinnungen zu beweisen, wirst du mir damit natürlich nur eine Freude bereiten.— Vorerst aber legst du doch wohl ab. Und dann mußt du mir gestatten, meiner Frau—“ Aber Ludwig Mainhold unterbrach ihn mit einer fast gebieterischen Handbewegung. „Ich bitte dich— laß uns aklein bleiben, Hermann! — Und wenn du erlaubst, behalte ich den Mantel an. Es ist das einzige anständige Kleidungsstück, das ich noch habe— und mit meinem schäbigen Anzug würde ich in deiner prachtvollen Wohnung eine gar zu jämmerliche Figur abgeben.“ „Ludwig!“. Vielleicht wider seinen Willen klang das Erschrecke allzu deutlich aus Gersdorfs Stimme. „Wie ist es möglich——“ Er brach kurz ab. Mainhold aber vollendete den Satz: „Daß ich so heruntergekommen bin— wolltest du sagen?— Ja, lieber Freund, darauf muß ich selbst dir die Antwort schuldig bleiben. Ich könnte dir ja allerlei von der Schlechtigkeit der Menschen erzählen und ihrer bodenlosen Niedertracht; aber das ist ein altes Lied— und vielleicht hat mich meine eigene Dummheit und Lebensuntanglichkeit auch mehr auf den Hund gebracht als die Schurterei einiger armseligen Wichte. Bedeutung hat ja doch schließlich nur die Tatsache, daß ich zum Hungerleider geworden bin.“ „Und deine— deine Frau?“ „Meine Frau?“ wiederholte Mainhold langsam. „Meine Frau ist glücklicher als ich. In der ersten Zeit I1 unseres Elends hat sie ja wohl noch mehr darunter + (45 gelitten wie ich— ich wollte mir meinen herrlichen Optimismus so gar nicht rauben lassen. Aber seitdem sie den Verstand verloren hat, ist sie meiner Meinung nach mit ihrem Lose ganz zufrieden.“ Ein Schauer des. Entsetzens schüttelte Gersdorf. Ludwig Mainhold aber fuhr so gelassen fort, als erzählte er die alltäglichsten und gleichgültigsten Dinge: „Sie ist wieder zum Kinde geworden, und die Not des Lebens bekümmert sie nicht mehr. Wenn sie nur satt zu essen bekommt, ist sie beruhigt— alles andere kümmert sie nicht. Das merkwürdige ist, daß sie dabei noch immer mit leidenschaftlicher Liebe an mir hängt— wäre das nicht, hätte ich mich natürlich schon lange erschossen. Ich weiß aber, daß sie daran zugrunde gehen würde, könnte sie mich nicht mehr tagtäglich sehen; und weil ich ihr doch die einzigen glücklichen Stunden meines Lebens verdanke, muß ich mich ihr jetzt dafür erkenntlich zeigen und für sie weiter vegetieren. Ich habe mir bis heute durch Adressenschreiben und ähnliche „schriftstellerische“, Arbeiten unser Brot verdient; jetzt habe ich jedoch für den Augenblick auch diesen Verdienst verloren, weil ich meinen Auftraggeber einen Blutsauger und betrügerischen Schurken genannt habe. Er hatte nämlich einen armen, schwindsüchtigen jungen Menschen, der wie ich für ihn arbeitete, um seine sauer verdienten Groschen geprellt. Jetzt sind auch meine letzten Pfennige ausgegeben, und weil ich nicht wußte, wovon ich meiner Frau morgen zu essen geben sollte, habe ich zu dir kommen müssen.“ „Warum aber kommst du jetzt erst.— Denkst du denn so klein von mir? War es denn nicht einfach meine Pflicht, dir in deinen Bedrängnissen beizustehen?“ „Deine Pflicht?— Nein, Hermann, das war es nicht! All die, an die ich mich hier und da um Unterstützung gewandt habe— all meine sogenannten Freunde, die mich mit einem bedauernden Achselzucken abfertigten—, sie handelten wie— wie rechte Menschen, denn ihnen allen hatte ich nur Gutes erwiesen in der Zeit, wo es mir noch etwas besser ging. Dir aber hatte ich ein schweres Leid zugefügt. Und du hattest ein Recht, mir die Türe zu weisen, wenn ich kam.“ „Nicht mehr in dem Augenblick, da ich an der Seite einer herrlichen Frau mein Glück gefunden hatte, Ludwig!— Und wohl auch vorher nicht. Du hattest ja nichts davon gewußt, daß auch ich deine Frau liebte— und ihr Herz hatte sich für dich entschieden. Da durfte ich dir nicht grollen— und als ich meinen ersten, leidenschaftlichen Schmerz überwunden hatte, habe ich nichts so sehr herbeigesehnt wie den Augenblick, der mich wieder mit dir zusammenführte und mich dir sagen ließ, daß ich nicht aufgehört hatte, dein Freund zu sein. Deine Schuld ist es, Ludwig, daß dieser Augenhlick so spät gekommen ist— nicht die meine.“ „Laß mich dir auch für diese Worte danken, Hermann; denn sie lehren mich, daß ich nicht ganz und gar irrte, als ich früher einmal an Edelmut und Selbstverleugnung bei den Menschen glaubte.— Nun aber zu meinem Anliegen! Ich habe die Absicht, dir eine Arbeit aus meiner Feder zu verkaufen.“ „Für meine Zeitschrift?— Das ist das erste erfreuliche Wort, das ich heute von dir höre, mein Aliec!“ „Ich kann mir wohl denken, wie groß deine Freude sein muß. Es war ja ein furchtbarer Schlag für die deutsche Literatur, als ich mich vor Jahren entschloß, die Schriftstellerei, die mir nicht einmal Brot und Obdach verschaffen konnte, an den Nagel zu hängen. Ich habe mir damals geschworen, keine Zeile mehr zu schreiben. Aber man wird so leicht meineidig, wenn man sich in verzweiselter Stunde gelobt, einer alt n Liebe für immer zu entsagen. Und so habe ich denn doch wieder einen Roman verfaßt Ich will dih aicht durch gebrauchte Redensarten vreimrien sonst würde ich vielleicht sagen, es müsse mein bestes Werk sein, weil ich es sozusagen mit meinem Herzblut geschrieben have.