sch she ehan Rerbunden ull. ebsen Uchstmd Schwerker Tageblatt S Schwerter Anzeiger General-Anzeiger für den Kreis bärde o Haupt-Aononzenbiaß Blg duse und ichetenlgüichen ndurc nungen für den Areis Hörde erlangen gemas Betanntmachung der Aönigliches Regierung durch Veröffentlichung io de:„Schwerter Zettung" rochtsverdindliche Kraft.— Dig „Schwerter Jettung“ gewöhrt idren Adonnen. ten für jeden mit Tod endenden Unfall geLagungen: 300 Mk. Unfall: Druck u. Verlag o. Carl Braus. Schwerte-Nuhr. Fersp 62. Telepr.=Adr. Braus Schwerte=Rude# odo Sdmuntmn Jeituer aben dene außer Feiertags. Bezugspreis M. 1 oiertelJädrlich, bei der Post für Beltellgeid 42 Pio. mehr. Wöchentl. Gratisdeilage:„Iäustrierter Famillensreund"“ u. tägl. Unterdaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die Zedengespaltene Petttzette oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärte 15 Pig., Reklamezelle 40 Pfg. Jeder Radatt gilt als Kassarabalt u. erlischt bei Ronwuisen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Restahbund srnaht.-Seiliusstelene Grstes und älteltes Cagesorgan des Kreiles o 47. Jahrgang. Donnerstag, den 21. Oktober 1915. Ein halbes Jahrtausend ist es jetzt her, daß der erste Hohenzoller seinen Einzug in die Mark hielt. Die Mark, des heil. römischen Reiches Streu=Sandbüchse, war damals ein armseliges, dürftiges und vernachlässigtes Land, voll von inneren Kämpfen, die sich zwischen Rittern oder zwischen Rittern und Städten abspielten. Arm und ausgesogen, war sie eigentlich kaum ein begehrenswerter Besitz, und 88 Heeresgruppe des Prinzen Leopold von Bayern Nichts. Neues. Heeresgruppe des Generals von Linsingen. Die örtlichen Kämpfe am Styr dauern noch an. Balkan=Kriegsschauplatz. Oesterreichisch=ungarische Truppen dringen bei Soboc vor. Ja der Gegend südlich bei Ripanj sind weitere Kämpfe im Gange. folger als König Friedrich I. sich die Königskrone aufs Haupt setzen konnte. Hatte der Große Kurfürst somit den eigentlichen Grundstein für die Macht und Größe Preußens gelegt, so war es dem großen König Friedrich I. vorbehalten,, in einem Kampfe gegen ganz Europa Preußen in sich zu festigen und es als Großmacht den anderen Staaten Europas gleichzustellen. Kaiser Wilhelm I. gründete mit seinem großen Staatsmann das Dautsche Reich, vereinigte alle deutschen Stämme zu einem festen, unauslöschlichen Ganzen. In unserer heutigen schweren Zeit gedenkt das deutsche Volk dankbar der Taten des Hohenzollerngeschlechtes in halbtausendjähriger Geschichte, einer Geschichte, die einen jeden Deutschen klar und deutlich erkennen läßt, daß wir jetzt unter Leitung unseres Hohenzollernschen Kaisers an der Schwelle einer nauen Aera des Ruhmes und des Wohlergehens stehen. Westfälischer Provinzialausschuß, Münster i. W. Großes Hauptquaktier, 19. Okt. Durch die freundliche Begrüßung des Westfälischen Provinzialausschusses am hundertsten Jahrestage der Erbhuldigung Westfalens aufs angenehmste berührt, sage Ich herzlichen Dank für das erneute Gelöbnis der Treue. Mit schweren Opfern an Gut und Blut nimmt die Provinz Westfalen ruhmvollen Anteil an der siegreichen Verteidigung unseres teuren Vaterlandes. Möge es ihr mit Gottes Hilfe vergönnt sein, sich in dem begonnenen neuen Jahrhundert unter dem Schutze der zollernkrone der Segnungen des Friedens zu erfreuen. Wilhelm K. Sieg. Mit ihren Söhnen im Felde fühlt die ganze Provinz sich einig in dem unerschütterlichen Willen, auch fernerhin mit allen ihren Kräften und hachgemuten Herzens dem einen hohen Ziele zu dienen: ruhmreichem Siege und ehrenvollen Frieden! Der Westfälische Provinzialausschuß: Freiherr von Landsberg=Steinfurt, Vorsitzender. Hammerschmidt, Landeshauptmann. Des Kaisers Dank. den Kaiser gerichtete HuldigungsWestfälischen Provinzialausschusses twort eingelaufen: Vielgereuth schlugen unsere Truppen je zwei Angriffe ab; die Gefechte bei Tre=Sassi führten stellenweise zum Handgemenge. In Judicarien, wo der Feind in der letzten Zeit gleichfalls eine erhöhte Tätigkeit entfaltete, zogen sich unsere vorgeschobenen Abteilungen auf die Hauptwiderstandslinien zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die in der Macva vordringenden österreichischungarischen Truppen nähern sich Zabac. Bei Ripanj und südöstlich von Grocka warfen wir den Feind aus einer stark besetzten Höhenstellung. Deutsche Streitkräfte erkämpften sich südlich von Semendria den Uebergang über die untere Ralja und gewannen südöstlich von Pozarevac in der Richtung auf Petrovac erneut Raum. Die Bulgaren entrissen dem Feinde seine starken Stellungen auf dem Sultan=Tepe, südwestlich von Egri Palanka. Sie nahmen, gegen Kumanow vordringend, 2000 serbische Gefangene und erbeuteten 12 Geschütze. Der Stellvertreter des Chess des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschall=Leutnant. Der Rliet gegen din Der Abbruch der Offensive im Westen? bb Berlin, 21. Okt. Nach verschiedenen Morgenblättern schreibt die„Times“ in einem Leitartikel, die große Offensive im Westen sei abgebrochen und werde aller Wahrscheinlichkeit nach in diesem Jahre nicht wieder ausgenommen werden. Ueber das Ergebnis lasse sich noch kein endgültiges Urteil abgeben. Frankreichs verzweifelte Anstrengungen. Basel, 20. Okt. Wie schweizerische Blätter melden, haben im französischen Ministerium die Vorarbeiten begonnen für eine Ausdehnung der Wehrpflicht bis zum 55. Lebensjahre. Und alles das nur für Englands Interessen, das seinerseits nicht mal die allgemeine Wehrpflicht einführt. Die Red. Das Lustbombardement auf Belfort. WTB Lyon, 21. Okt.„Progres“ meldet aus Belfort: Sonntag vormittag gegen 9 Uhr erfuhr die Bevölkerung durch den üblichen Alarm, daß deutsche Flieger sich Belfort näherten. Obwohl die deutschen Flugzeuge durch die Festungsgeschütze heftig beschossen wurden, näherten sie sich sehr schnell uund überflogen die Stadt, welche sie mit Bomben belegten. Nach erfüllter Aufgabe entfernten sie sich und neue Flieger kamen. So ging es bis 3 Uhr nachmittags. Viele Bomben fielen auf die Stadt und Gärten, eine große Anzahl platzte nicht. Ein Mechaniker und ein Soldat wurden getötet, mehrere andere wurden verletzt. Der Rileg gegen Zialen. Italienische„Schonung" Deutschlands. Der römische Berichterstatter des„Berner Bund“ schreibt: Oft und immer wieder wird auf die Kraft und bewunderungswürdigen Erfolge der Deutschen hingewiesen. Es erscheint den Italienern erstrebenswert, es Deutschland darin gleichzutun. Man legt sich allgemein eine gewisse Zurückhaltung auf, wenn es sich um rein deutsche Dinge handelt. Mit Deutschland liegt Italien ja schließlich nicht im Kriege, und obgleich es nicht leicht ist, praktisch das Problem zu lösen, die Oesterreicher zu schlagen und die Dautschen zu schonen, so besteht wenigstens der Wille dazu. Die Zenfur scheidet allzu böse Worte gegen Deutschland aus den Zeitungen aus, und besonders auffällig war es, daß Minister Barzilai in Neapel vom Kriege gegen Oesterreich=Ungarn und die Türkei sprach, gegenüber Deutschland jedoch nur von einer wirtschaftlichen Fehde etwas wissen mollte. Dei Klies gegen Englans. Die letzte verlustreiche englische Offensive. bb Berlin, 20. Okt. Dem„Lokalanzeiger“ wird aus Rosendaal gedrahtet: Aus Dieppe wird gemeldet: Die ersten hier eingetroffenen Berichte aus der englischen Front sagen, daß diesmal unter viel größerem Einsatz an Streitkräften angegriffen wurde als bei Loos. Nach Mitteilungen britischer Offiziere standen rund 300 000 Mann in Reserve, um in die schlagende Bresche einzudringen. Verhängnisvoll für die Offensive war das ungünstige Wetter. Obwohl die Beschießung der deutschen Linien an Heftigkeit nichts zu wünschen übrig ließ, mißglückte der auf einer Linie von 32 Kilometern angesetzte Sturmangriff durch unvorhergesehenes feindliches Flankenfeuer. Man glaubte des Erfolges so sicher zu sein, daß die vorgetriebenen Kolonnen durchweg aus weißen Soldaten zusammengestellt worden waren. Infolgedessen erlitten die europäischen Truppen relativ viel stärkere Verluste als in den Angriffen bei Loos. Englands Heuchelei. WTB Washington, 20. Okt. Das Reuterbureau meldet: Der britische Botschafter Spring Rice hat an alle britischen Konsule der Vereinigten Staaten ein Rundschreiben gerichtet, und sie aufgefordert, die britischen Untertanen vor jeder Verletzung der amerikanischen Neutralität und einer Propaganda zu warnen, die die Beeinflussung der öffentlichen Meinung der Vereinigten Staaten zum Ziele habe. Die britische Regierung habe zu Beginn des Krieges entschieden, daß es unkorrekt sei, Schritte zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung zu tun. Noch unangebrachter aber sei es, daß sich britische Beamte an amerikanische Bürger auf Grund der Tatsache wenden, daß sie als britische Untertanen geboren seien. Vor allem aber dürfe kein britischer Beamter sich an irgend einer Propaganda beteiligen. 9000 Mann englische Verluste in Deutsch=Südwestafrika. Die„Köln. Volksztg.“ erhält von einem Mitarbeiter den Bericht eines Ofsiziers, der den Krieg in Deutsch=Südwestafrika mitgemacht hat. Danach erlitten im Süden die Engländer schwere Schlappen. Englische Offiziere bezifferten den englischen Verlust an Mannschaften auf 9000 Mann, das ist doppelt soviel als die dautsche Schutztruppe überhaupt Streiter hatte. Zwischen den zwangsweise unter die englischen Unionstruppen gesteckten Burenelementen und den Engländern kam es zu schweren Ausschreitungen. Die Engländer bemühen sich hartnäckig, die deutschen Untertanen zu naturalisieren, was bisher allseitig zurückgewiesen wurde. Man glaubt fest an den endgültigen Sieg Deutschlands. Ein aufrichtiger Kolonialengländer versicherte, daß die deutsche Sache in Europa ausgezeichnet stehe. Der Krieg gegen Aumins. Rußland befürchtet eine neue Offensive der Mittelmächte. Der Militärkritiker des russischen Blattes „Dien“ erklärt, daß die deutsche Diplomatie ihre Erfolge auf dem Balkan nur den glänzenden Erfolgen des deutschen Heeres zu verdanken habe. Diese hätten Bulgarien veranlaßt, sich den Mittelmächten anzuschließen und Rumänien und Griechenland vor dem militärischen Einschreiten an der Seite des Vierverbandes zurückzuschrecken. Der Erfolg der Mittelmächte auf dem Balkan sei zugleich von großer strategischer Bedeutung. Bei den unklaren Balkanverhältnissen sei der südwestliche Flügel der Mittelmächte an der Ostfront stets der Bedrohung durch die Balkanstaaten ausgesetzt gewesen. Die Mittelmächte hätten es bisher aus diesem Grunde vermieden, an dieser Stelle der Front die Offensive mit derjenigen der übrigen Fronten gleichen Schritt halten zu lassen. Jetzt drohe diesem Flügel durch die Balkanstaaten keine Gefahr mehr, da sich ja auch Rumänien für eine untätige Neutralität entschieden habe. Man müsse daher nun in Rußland darauf gefaßt sein, in kurzer Zeit von einer verstärkten Offensive der Mittelmächte auf dem südlichen Teile der Ostsront hören zu müssen. Die Lage Rigas. Der„Times“ wird aus Petersburg gedrahtet, daß man dort die militärische Lage bei Riga infolge der deutschen Angriffe auf den Bahnhof Gorrozen an der Eisenbahnlinie Mitau—Kreuzberg, 25 Meilen südlich von Riga, als sehr ernst betrachtet. Die Deutschen hätten diesen Ort vorübergehend besetzt gehabt, seien aber durch einen Gegenangriff wieder hinausgeworfen worden. Bei Janeb, nördlich des Bahnhofes Grossezken, wurden die Russen drei bis vier Meilen nach Norden zurückgedrängt. Trotzdem diese Angriffe von deutscher Seite mit starken Streitkräften ausgeführt wurden, neigt man in Petersburg dazu, sie mehr als Vorhutgefechte zu betrachten, die den doppelten Zweck haben, die Aufmerksamkeit der Russen von Dünaburg abzulenken und Riga von Südosten aus einzuschließen. Nach Ansicht militärischer Sachverständiger sollen diese Kämpfe zu einer entscheidenden Schlacht auf der ganzen Front an der mittleren und unteren Düna führen. Neue blutige Krawalle in Petersburg. TU Christiania, 20. Okt. Von einer aus Petersburg heute hier eingetroffenen Persönlichkeit wird erzählt, daß neue blutige Krawalle in der letzten Zeit auch in der Hauptstadt Rußlands stattgefunden haben. Arbeiter und Studenten zogen mit roten Fahnen durch die Straßen nach einem Platze, wo der Sozialistenführer Tzeidze eine Rede hielt, die damit endigte, daß die vertagte Duma wieder einberufen werden müsse. Nun schritt Polizei ein, und die erregten Volksmassen nahmen Straßensteine und alles, was sie fanden, und bombardierten damit die Polizei, worauf Kosaken gegen sie losgelassen wurden. Viele Personen wurden schwer verwundet. Die Unzufriedenheit aller Bevölkerungsschichten wächst immer mehr. Die Pressezensur ist immer strenger geworden und man fürchtet eine Diktatur. Die Hofkamarilla und der Schwarze Block sind unablässig dafür tätig. Der bekannte Arbeiterführer Schingare soll in Moskau verhaftet worden sein. —— Der nine Bamunmirg. Istip und Radowista erobert. WTB Sofia, 20. Okt. Die bulgarische Telegraphenagentur meldet: Die bulgarischen Truppen sind in die mazedonischen Städte Istip und Nadowista eingezogen. Das serbische Heer vor der Vernichtung. bb Budapest, 21. Okt. Wie„Az Est“ meldet, entwickeln sich die Operationen der bulgarischen Armee glänzend. An maßgebender Stelle besteht die Meinung, daß das serbische Heer vor der Vernichtung stehe. Weiterer Rückzug der Serben. Paris, 20. Okt. Der„Temps“ meldet aus Nisch: Der Kampf auf der ganzen Front dauert fort. Um der schweren Artillerie des Feindes zu entgehen, haben sich die serbischen Abteilungen aus Obrenovac an die Save zurückgezogen und zwar nach dem Süden in der Richtung von Lazarevac. Aus demselben Grunde hat auch das serbische Heer bei Belgrad die Laufgräben an der Avanna geräumt und ist nun nach dem Süden auf die verstärkte Linie von Bazhavac—Koviona—Partsani zurückzegangen. Einer feindlichen Abteilung glückte es, die Brücke bei Vranja in die Luft zu sprengen. Befehlsniederlegung des Woywoden Putnik. Wie aus Belgrad(zemeldet wird, soll der Woy wode Putnik infolge eines asthmatischen Leidens den Oberbefehl über das serbische Heer, wenn auch noch nicht nominell, so doch tatsächlich niedergelegt haben. Wie Belgrad erobert wurde. Köln, 21. Okt. Ein Belgrader zensuriertes Telegramm der„Köln. Ztg.“ schildert die Einzelheiten des Sturmes auf Belgrad, der die Serben völlig überraschte. General Köveß hatte, wie bereits bei seinem Sturm auf Iwangorod, für die Ueberrumpelung den unwahrscheinlichsten und schwersten Angriffspunkt gewählt. Als die zweite Infanteriestaffel gelandet war, setzte der Sturm auf die serbischen Stellungen mit beispielloser Erbitterung ein. Die Serben mußten Mann für Mann mit dem Bajonett niedergemacht werden. An den Straßenkämpfen beteiligten sich Militär, die männliche Bevölkerung und Frauen die ganze Nacht hindurch. Während dieses Vorganges war gleichzeitig der Vorstoß und der Angriff der deutschen Truppen erfolgt. Bewunderswert war, abgesehen von Kaltblütigkeit und beispielloser Kraft, mit der sie den Feind niederzwangen, wie sie die Schwierigkeiten des Geländes überwanden. In Belgrad befanden sich nur noch 20000 Menschen, der Konak war fast leer. Griechenland droht mit der Internierung der Ententetruppen. TU Wien, 20. Okt. Das Blatt„A Vilag“ meldet aus Athen: In der Note Griechenlands an den Vierverband wird in entschiedener Form der Rücktransport der bei Saloniki gelandeten Truppen gefordert. Bei Außerachtlassung dieser Forderung werde Griechenlanz die nicht abtransportierten Truppen entwaffnen und internieren.— Da Venizelos fortfährt, mit den Gesandten der Verbündeten zu beraten, will man in eingeweihten Kreisen wissen, daß Venizelos neuerdings von der griechischen Regierung vertraulich eröffnet worden sei, daß die Regierung es gern sähe, wenn Venizelos ihr die Ergreifung energischer Maßregeln ersparen würde, die geeignet wären, den ehemaligen Ministerpräsidenten von Athen fernzuhalten. Wie bekannt, hatte sich Venizelos nach seinem ersten Auftreten nach Kreta zurückziehen müssen. Die Lage der gelandeten Truppen. Wie aus Saloniki hier dorliegende Meldungen erkennen lassen, haben die dort liegenden Ententetruppen mit enormen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es bestätigt sich, daß die Bahn Nisch—Saloniki an verschiedenen Stellen zerstört ist. Fünf vollbeladene Eisenbahnzüge, die mit Truppen und Kriegsmaterial von Saloniki nach Serbien unterwegs waren, wiurden auf Befehl des Oberkommandos auf offener Strecke angehalten und kehrten nach Saloniki zurück. Die Truppen kommen wieder in ihre Barackenlager, ebenso wurde das Kriegsmaterial ausgefrachtet. Auch die sanitären Verhältnisse in den Truppenlagern der Entente bei Saloniki lassen sehr zu wünschen übrig. Im Hafen von Saloniki liegen seit Tagen mit Truppen voll gefüllte Transportdampfer. Die Mannschaften können nicht gelandet werden, da kein Unterkommen mehr für sie zu haben ist. Rumäniens Stellung zum Weltkrieg. Der Budapester Vertreter der„Frankf. Ztg.“ meldet: Nach einem Bukarester Bericht des„Az Est“ schreitet die rumänische Politik einer raschen Entwickelung entgegen. Heute sei es für niemand mehr zweifelhaft, daß die Neutralität nur kurze Zeit noch würde festgehalten werden können, und die Zeit sei nahe, daß auch Rumänien auf dem Plan des Weltkrieges erscheinen werde. Nach der hautigen verzweifelten Lage des Vierverbandes sei nicht schwer vorauszusehen, in welcher Gruppe der Kriegführenden Rumänien seinen Platz einnehmen werde. Die Aktion Rumäniens würde erfolgen, sobald der Erfolg gesichert erscheine. Dieser Zeitpunkt scheine jetzt gekommen zu sein. Nach einer Meldung der„Frankf. Ztg. aus Chiasso befürchtet der Berichterstatter des„Corriere della Sera“ in Bukarest, Rumänien sei durch einen Geheimvertrag mit den Mittelmächten verbunden. Die bulgarische Regierung habe schon vor dem Angriff auf Serbien die feste Zusicherung erhalten, daß Rumänien neutral bleibe. Wertvolle wechselseitige Informationen könnten nur über Berlin zustande gekommen sein. Die Uneinigkeit der Entente wegen der Balkanaktion. TU Lugano, 21. Okt. Die italienische Regienung scheint mit ihrer Abschwenkung in das Lager des Dreiverbandes sich auch dort kein sonderliches Vertrauen erworben zu haben. Französische Blätter sprechen hanz ungeschout den Verdacht aus, an der Nichtbeteiligung Italiens auf dem Balkan müßte„deutsche Bestechung“ schuld sein. Dagegen verwahrt sich nicht nur das„Giornale d'Italia“ in einem feierlichen Artikel, der die Ueberschrift „Rheingold“ trägt, sondern auch die radikalen und nationalistischen Blätter, die ihrerseits den Nautralisten die Schuld geben, die einen„egoistischen und begrenzten Krieg“ führen wollen, deren Organe aber lenken die Schuld auf die Diplomaten ab. Die „Stampa“ fragt geradezu, ob Italien dazu da sei, die Fehler der englischen Diplomatie mit seinem Blute gut zu machen. Aus Stadt und Umgebung. Rückblicke aus den Welttrieg. 21. Oktober. Am Vserkanal.— Ungarn von den Russen befreit. An diesem Tage hielt Kaiser Wilhelm auf dem Schlachtfelde von Gravelotte eine Parade ab, an der gleichen Stelle stehend, wo 1870 Kaiser Wilhelm I. die Schlacht leitete. Bei Lille gingen die deutschen Truppen zum Angriff über und machten an diesem Tage 2000 Gefangene. Am Yserkanal aber fanden bereits heftige Kämpfe statt, während vom Meere her englische Schiffsartillerie den Kampf der Verbündeten unterstützte.— Als Großfürst Nikolai Nikolajewitsch ersah, daß die russische Strategie kläglich Schiffbruch gelitten und das deutsche Heer reir deshalb Warschau nicht genommen hatte, weil die Russen dreimal so stark waren als die Deutschen, suchte er dem abziehenden Feinde soviel Schaden als möglich zuzufügen. Bei Lowicz suchte er die Deutschen zu fassen und überschüttete die Stadt mit Schrapnells, entdeckte aber beim Einzuge in dies Städtchen, daß die Opfer meist russische Gefangene waren. Etwas besser operierten die Russen gegen die Flanke des dautschen Heeres, indem sie bei Gora=Kalwarja diesem den Rückzug abzuschneiden suchten; indes hatten sie auch hier infolge der Gewandtheit des Generals von Morgen das Nachsehen. In der Kriegsgeschichte wird der Rückzug des deutschen Generals für eben so meisterhaft gelten, wie die Strategie des Großfürsten in und bei Warschau recht mangelhaft. Inzwischen suchte der Zar den sinkenden Mut und die Zuversicht der russischen Truppen neu zu beleben, indem er einen Erlaß erließ:„Ich habe mich entschlossen, den regierungsseitigen Verkauf geistiger Getränke in Rußland für immer zu verbieten.“ Das war für weite Kreise Rußlands schlimmer, als mehrere verlorene Schlachten, denn Wutki ist vielfach in Rußland das Lebenselixier. Indes war ein solches Verbot ganz in Ordnung, wenn man den Westen mit dem Segen russischer Kultur beglücken wollte.— An diesem Tage konnte der österreichische Bericht melden, daß in Ungarn kein Russe mehr sei; der letzte noch von einer russischen Abteilung besetzte Uebergang, der Jablonicapaß, wurde von den Oesterreichern genommen. Im östlichen Bosnien kam es an diesem Tage zur Schlacht bei Rogatitza, die als Ende der bereits dreitägigen Kämpfe bei strömendem Regen ausgefochten wurde; in heißem, erbittertem Kampfe wurden die steilen und bewaldeten Höhen von den Oesterreichern genommen und in später Nacht waren Serben und Montenegriner völlig und nachhaltig geschlagen. **(Erhöhung der Familien=Unterstützungen.) Mit Rücksicht auf die außerordentliche Steigerung fast aller Lebensmittel und die Verteuerung der Kleidung, Brennstoffe, hat die Reichsregierung die Mindestsätze der Unterstützungen für Kriegerfamilien für die Monate November bis einschließlich April auf 15 Mark für die Ehefrauen und 7,50 Mark für die sonstigen unterstützungsberechtigten Personen erhöht. Dabei wird angenommen, daß die Gemeinden diese Erhöhung der Mindestsätze nicht zu einer Herabsetzung der von ihnen bisher gewährten Zuschüsse benutzen. Die Lieferungsverbände sind darauf hingewiesen worden, daß die Erhöhung der Mindestsätze nicht eine Entlastung der Gemeinden bezweckt, daß das Ziel der Maßnahme vielmehr nur dann erreicht wird, wenn die höheren Mindestsätze den Familien im vollen Umfang zugute kommen. **(Beförderung.) Der auf dem östlichen Kriegsschauplatz weilende Unteroffizier Gust. Seuuthe von der Bahnhofstraße wurde zum Wachtmeister befördert. **(Heraus mit den Goldfüchsen!) Daß trotz aller Mahnungen und Aufforderungen immer noch Eoldgeld verborgen gehalten wird, konnte man gestern abend am Postamt beobachten, wo von einem Auflieferer nicht weniger als 1000 Mark in 20=Mark=Stücken eingezahlt wurden. **(Freiwillige Schreiber gesucht.) Beim Bezirkskommando Paderborn werden sofort Zweijährig=Freiwillige als Schreiber eingestellt. In Frage kommen nur garnisondienstfähige Militärpflichtige der Jahrgänge 1893—1895. Leute, die bereits auf Bureaus gearbeitet haben, wollen sich unter Beifügung eines Lebenslaufs und etwaiger Jeugnisse melden beim Königlichen Bezirkskommando in Paterborn. **(Butterpreise.) Die Magistrate, sowie die Landräte der Kreise Hörde und Dortmund, Stadt und Land, sowie die Bürzermeister der Städte Castrop und Lünen haben den Höchstpreis für beste Süßrahmbutter auf 2,80 Mk., für Land= oder Bauernbutter auf 2,50 Mk. das Pfund festgesetzt. Ueberschreitung des Höchstpreises wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mk geahndet.— Im benachbarten Kreise Iserlohn stellen sich die Preise auf 2,60 bezw. 2,10 Mark. **(Gegen das Tabakrauchen der Minderjährigen.) Der Regierungspräsident von Düsseldorf hat laut Zentralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltunz eine Verfügung erlassen, in der er auf den Unfug des Zigarettenraucheng von Schulkindern und Jugendlichen hinweist und seine ernste Gefahren für die Volksgesundheit betont. Der vorzeitige Tabakgenuß ruft bei Jugendlichen eine übermäßige Wertschätzung äußerer auf Nervenreizung beruhenden Genusse hervor. Auch der unnötige Geldaufwand komme in Betracht. Die Jugend gehöre in ihrer freien Zeit in die frische Luft zu sportlichen Spielen. Alle Mittel sollten ausgewendet werden, um das Uebel auszurotten. Nr. 247. Beilage. Donnerstag, 21. Oktober 1915. Amtliches Kreisblatt. Gegen die Teuerung. Maßregeln in Sicht. :: Der Reichskanzler Dr. v. Bethmann Hollweg hatte am Dienstag nach seiner Rückkehr aus dem Hauptquartier eine längere Besprechung mit dem Staatssekretär des Reichsamtes des Innern, Staatsminister Delbrück. Gegenstand der Unteredung war die Frage der Lebensmittelversorgung, über die baldigst Beschlüsse des Bundesrates herbeigeführt werden sollen. Die Regelung der Butterpreise. :: Wie von zuständiger Stelle mitgekeilt wird, steht die Reg Ing der Butterpreise unmittelbar bevor. Die Grundlage der Regelung wird darin bestehen, daß der ichskanzler Großhandelspreise für tter auf dem Berliner Markt festsetzt. Eine Sachverständigenkommission wird für diese Zwangsnotierungen ihm beratend zur Seite stehen. Da die Markt= und Preisverhältnisse im Reich sehr verschieden sind, werden die einzelnen Landesregierungen Abweichungen nach oben und unten zulassen können. Ueber die Preisstellung für die Produzenten und den Zwischenhandel werden von dem Reichskanzler besondere Vorschriften erlassen werden. Größere Gemeinden(etwa 10 000 Einwohner) sind verpflichtet, kleinere berechtigt, Höchstpreise für Butter im Kleinhandel festzusetzen. Die Landesregierungen kö inen Höchst= und Mindestgrenzen für die Festsetzung der Höchstpreise anordnen. Die Notierungen der Großhandelspreise werden vermutlich alle vierzehn Tage erfolgen. Um Butter zu sparen, trägt man sich an den zuständigen Stellen ferner mit der Absicht, an zwei Tagen in der Woche den Wirtschaften die Bereitung von Bratsachen in Pfannen zu verbieten. Eine Eingabe des Kriegsausf usses für Konsumenteninteressen. :: Der Kriegsausschuß für Konsumenteninteressen verlangt in einer Eingabe an das Reichsamt des Innern die Festsetzung von Höchstpreisen für Milch, die in enger Verbindung stehen muß mit einer Preisbegrenzung für Butter und Käse. Ohne die Festsetzung von Höchstpreisen für Butter und Käse würde bei der Landwirtschaft nur der Anreiz entstehen, größere Mengen von Milch für die Butter= und Käsebereitung zur Verfügung zu stellen und damit das für den Konsum zur Verfügung sehende Quantum Milch verringert werden. Es wird ferner verlangt, daß die Herstellung von Käse aus Vollmilch verboten wird. Befürwortet wird dagegen die Herstellung von Käse aus Magermilch. Dabei würde der Eiweißgehalt der Magermilch der menschlichen Nahrung zugeführt, während gegenwärtig der größte Teil der Magermilch zur Viehfütterung benutzt wird. Bei dieser Verwendung der Magermilch geht nur ¼ des Eiweißgehaltes in die Fleischproduktion über. Bei dem Mangel an eiweißhaltiger Nahrung ist es dringend notwendig, daß die Nahrungsmittel mit größerem Eiweißgehalt vollkommen der menschlichen Nahrung zur Verfügung gestellt werden. Deutsches Resch. — Berlin, 20. Oktober 1915. :: Eine Vorlage über die Altersrente wird, wie nach dem„Volk“ dem Reichstagsabgeordneten Liz. Mumm vom Staatssekretär des Innern mitgeteilt worden ist, dem Reichstag in diesem Jahre zugehen. des Ausführungsgesetzes zur Reichsversicherungsordnung ist vorgesehen, daß dem Reichstag im Jahre 1915 die Frage der Herabsetzung der Altersgrenze erneut zur Beschlußfassung vorzulegen ist. :: Ausschluß des Reichstagsabg. Legien aus der sozialdemokratischen Partei? Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Legien(für Kiel) erzählt aus dem vom Abg. Stadthagen im Reichstag vertretenen Wahlkreis Niederbarnim in der„Chemn. Volksstimme“, wie leicht und schnell er„unter einer unentwegten Organisationsleitung zum Ausschluß aus der sozialdemokrgtischen Partei reif wurde“. Wie Legien vie Sache darstellt, sind die verschiedenen Niederbarnimer Parteiinstanzen gegen ihn vorgegangen hauptsächlich deshalb, weil er mit der Mehrheit seiner Fraktion für die Kriegskredite gestimmt hat. Schließlich habe die Kreiskonferenz einen Antrag angenommen. ihn aus der Partei auszuschließen. Ausland. Spanien. * Wie Pariser Blätter aus Madrid melden, tritt Ministerpräsident Dato den Gerüchten über eine Ministerkrisis entgegen. Die Kabinettskrise wird sich wayrscheinlich auf einen Wechsel im Finanzministerium beschränken, da der Finanzminister mit den Ministern des öffentlichen Unterrichts und der öffentlichen Arbeiten uneinig ist, weil ihm deren Budgetanschläge zu hoch scheinen. der Presse unweit über.r'e#sege: bi Hanes liefen Der Ergebnis e* im des Handelskrieges September. :: Im September wurden versenkt durch deutsche Unterseeboote: 29 Dampfer mit 103316 Brutto=RegisterTonnen, 7 Fischereidampfer mit ca. 1200 Register=Tonnen, 2 Transportdampfer mit 19849 Brutto=Register=Tonnen. Außerdem sind durch Minen untergegangen: 6 Dampfer von 20612 Brutto=RegisterTonnen, Alles feindliche Dampfer verschiedener Nationen. Zusammen 144977 Brutto=Reg.=Tonnen. Die feindliche Flotte im Mittelmeer lahmgelegt. :: Aus Paris, 20. Oktober, wird gemeldet: Sonst gut unterrichtete Kreise versichern, daß die wirksame Tätigkeit der deutschen und österreichischen Unterseeboote im Mittelländischen Meer die französisch=englische Flotte zur völligen Untätigkeit zwinge. Der Zeppelin als Retter vor dem U=Boot. :: Der Dampfer„Scotia“ der Reederei Emil R. Retzlaff in Stettin, mit Erzen von Schweden nach Stektin bestimmt, wurde, wie den„Stettiner Neuesten Nachr.“ gemeldet wird, auf der Höhe von Hasle(Bornholm) von einem englischen Unterseeboot verfolgt, und zwar bis Adlergrund Feuerschiff. Der Stettiner Dampfer wäre sicherlich dem feindlichen Unterseeboot zum Opfer gefallen, wenn nicht plötzlich ein Zeppelin über der Ostsee erschienen wäre, dem die „Scotia“ signalisierte, daß ihr ein feindliches Unterseeboot auf den Fersen sei. Als das Unterseeboot den Zeppelin sichtete, der sofort die Verfolgung aufnahm, tauchte es unter und verschwand. n Artikel 84 des Ausführungsgesetzes Sede e Zesliagn ast füir ache Mtchschahng HasSchaften lenz,“ versetzte Rittberg#. Der Schiffsverkehr in :: Gegenüber den in serer Gegner verbreiteten, nen Gerüchten über die Stön fahrt in der Östsee durch sein sei folgendes festgestellt: 1. Die vom russischen E brachte Mitteilung über das sechs deutschen Transportda auf Erfindung. Es sind nur fer versenkt worden, wie in der meldet. 2. Bei dem Versenken mehrerer der y erwähnten Dampfer ist die schwedische# tralität auf das Gröblichste verletzt. 3. Der Handelsverkehr vollzieht sich übrigen wie bisher. In der Zeit vom 1. 15. Oktober sind in der Ostsee allein sieben Küstenstädten, unter denen zwei deutende Handelsorte wegen fehlender ten noch nicht mitgerechnet sind, 118. delsschiffe abgefertigt worden. Von diesen liefen ein: 568, aus: 620; ihre Gesamt=Tonnage betrug 514446 Registertons, davon einlaufend 244 966, auslaufend 269 480. Es sei hierbei ausdrücklich bemerkt, daf weder die Küstenschiffahrt der einzelnen Häfen, noch Fischereifahrzeuge, noch örtlich verkehrende Fahrzeuge, wie Fähren usw. in vorstehenden Zahlen enthalten sind. 4. Die von der deutschen Marine getroffenen Gegenmaßnahmen, über die Näheres nicht gesagt werden kann, lassen zuversichtlich erwarten, daß es den feindlichen Unterseebooten nicht gelingen wird, die Ostseeschiffahrt in erheblichem Umfange zu schädigen, gese veige denn ihr Ziel— die Unterbindung dieser Schiffahrt— zu erreichen. Die Versenkung des„Ramasa“. :: Aus Konstantinopel werden über die am 19. September durch ein österreichisches Unterseeboot im Aegäischen Meer erfolgte Versenkung des englischen Truppentransportdampfers„Ramasa“ Einzelheiten berichtet, die bezeichnend sind für die Behandlung der farbigen Hilfstruppen durch die Engländer. Als der Dampfer von dem Unterseeboot zum Stoppen gezwungen war, ließ er seine Boote zu Wasser, die sofort von der englischen Besatzung besetzt wurden, welche mit den Booten alsbald das Weite suchte. Darauf wurde der Dampfer durch die Artillerie des Unterseebootes beschossen. Als er im Sinken war, erschien plötzlich im Vorschiff eine große Anzahl indischer Truppen an Deck. Die Dampferbesatzung hatte sich aber auf sämtlichen verfügbaren Booten längst in Sicherheit gebracht. Augenscheinlich waren die Indier unter Deck eingesperrt gewesen, und erst in ihrer Todesangst war es ihnen gelungen, sich aus ihrem Gesängnis zu befreien. Es mögen im ganzen etwa 500 Mann gewesen sein, für die übrigens die vorhandenen Boote von vornherein nicht gereicht hätten. Wegen der übergroßen Zahl der Truppen war es für die Besatzung des Unterseebootes unmöglich, die Leute zu retten. Der Vorgang wirft ein eigenartiges Licht auf das Verfahren der englischen Dampferbesatzung, die kaltherzig ihre farbigen Waffenbrüder ertrinken ließ. Dieses Verfahren schließt sich würdig dem der U=Boot=Mörder auf der„Baralong“ an. Untergang eines englischen Fischdampfers. :: L l o y d s m e l d e t a u s G r i m s b y: D e r Fischdamvfer„Devonian“, der am 6. 9. ausgereist ist, gilt als verloren. Man glaubt, daß er am 8. 9. in die Luft geflogen ist. Die Besatzung von neun Mann ist vermutlich ertrunken. Der Krieg auf dem Balkan. Kotschana von den Bulgaren genommen. :: Die Budapester Zeitung„Az Est“ meldet aus Sofia: Wie der bulgarische amtliche Bericht vom 16. Oktober meldet, sind die Bulgaren am 15. Oktober in die Stadt Vranje eingezogen und haben außerdem Egri, Palanka und Kotschana besetzt. Die unaufhaltsame deutsch=östereichische Offensive. :: Der„Köln. Ztg.“ wird aus dem k. und k. Kriegspressequartier gemeldet: Die Serben ziehen sich, durch östereichisch=ungarische und deutsche Truppen verfolgt, schon auf der ganzen Linie auf die hinteren Verbindungsabschnitte zurück. Wir stehen Ereignissen gegenüber, die trotz tapferen Widerstandes der Serben, die militärische und technische Ueberlegenheit der Offensive unaufhaltsam machen, ohne Rücksicht auf Nebenerscheinungen, wie das Eingreifen der Truppen der Verbündeten. Die Unterbrechung der Eisenbahn Negotin= Nisch durch die Bulgaren. :: Die„Grazer Tagespost“ meldet aus Sofia: Die aus Fretka Zuka an der Topolovica mit unwiderstehlichem Elan vorgedrungenen bulgarischen Truppen haben nach eintägigem heftigem Artilleriekampfe Zajecar besetzt und damit den Mittelpunkt der Eisenbahnlinie Negotin—Nisch in Besitz genommen. Dadurch haben die vor Negotin stehenden serbischen Truppen ihren Stützpunkt verloren, wodurch ihnen der Rückzug abgeschnitten ist.9 Die von Kalibogdas ausgegangenen Heere sind in Knjazepac eingedrungen. Der Nordflügel dieser Truppen hat nach verzweifeltem Kampf Valevac besetzt. Damit sind die meist befestigten Verteidigungspunkte der nach Nisch führenden Eisenbahnlinie in die Hand der Bulgaren gefallen. Mit Heldenmut suchen die Serben auch die kleinsten Punkte zu halten. weshalb die meisten Stellungen im Bajonettsturm genommen werden müssen. Uesküb wird geräumt. :: Dem„Berl. Lok.=Anz.“ wird aus Saloniki gemeldet, daß die Bahnverbindung nach Uesküb unterbrochen ist. Die Bevölkerung von Uesküb verläßt scharenweise die Stadt, weil die Serben Vorbereitungen treffen, um sie bis zum äußersten zu verteiotgen.„„ aufg. Buregn, berbneitet :: Das Freutersche Bureau verbreiter unter dem 20. Oktober folgende Meldung der„Morningpost“ aus Athen: Das diplomatische Korvs in Nisch übersiedelt heute nach Monastir, wohin auch ein Teil des Auswärtigen Amtes, alle nationalen Archive und die serbische Nationalbank verlegt werden. Die Regierung bleibt vorläufig in Nisch. Eine Kundgebung des Zaren gegen Bulgarien. :: Der Zar erließ, einer Rotterdamer Meldung des„Berl. Lok.=Anz.“ zufolge, anläßlich des Eintritts Bulgariens in den Balkankrieg eine Kundgebung, in der es heißt, daß die heimtückische und selbstsüchtige Berechnung Deutschlands und der Bruderhaß gegen das serbische Volk über die Bemühungen Rußlands und der Großmächte, die Regierung Ferdinands von Bulgarien von einem unheilvollen Schritte zurückzuhalten, gesiegt haben.„Unser Glaubensgenosse Bulgarien, der erst vor kurzem durch die brüderliche Liebe und Tapferkeit des russischen Volkes vom türkischen Joc befreit wurde, nahm öffentlich die des Feindes des Christentums, des Sla24 der Veterpaulsfellung. Roman von Hermann Gerhardt. Und was waren das für surchtbare Anklagen, die er dem Präfekten ins Gesicht geschleudert? Indessen, wer wollte auf die gehässigen Beschuldigungen eines so wenig unbefangenen Zeugen etwas geben! War es nicht ganz begreiflich und natürlich, daß die Kinder des Polizei=Präfekten ihm, der personifikeng, Versehztr Rinterth knrz. „Und uun haben Sie sich zu der dort herrschenden Ansicht über den Polizeichef bekehrt?" „Ich möchte um nichts in der Welt an seiner Stelle sein!“ gab Werner mit Nachdruck zurück. „Weil Sie selbstverständlich alles glauben, was man ihm zur Last legt!“ g7. 15 Werner zögerte einen Moment.„Nein, nein,“ stotterte er endlich,„es ist nur— das, was der Mann vom Foltern sagte— das ist doch gewiß nicht wahr?“ zierten Strafgewalt, jede nur denkbare Hätte an= Birmeff wandte den Kopf und heftete einen dichteten? In ihren Augen mußte er ja als die Blick voll wehmütiger Resignation auf seinen BeVerkörperung des absolutistischen Prinzips,dasteheu, das den Bitten und Wünschen des Volles nur Tod und Verbaunung entgegensetzte. Mitten in diese unerguickliche Gedankenreihe legte sich eine Hand auf Werners Arm; es war die des Präfekten. „Kommen Sie,“ sagte er,„wir wollen gehen. Sie haben geuug gesehen und gehört, jedenfalls mehr, als für Ihren Seelenfrieden dienlich war. Und doch gebe ich Ihnen die Versicherung: Si könnten während zwanzig Jahren alle Festung besuchen, ohne daß Ihnen Aehnliches begegnete, wie gerade heute!“ Wenige Minuten später saßen sie im Schlitten und jagten wieder durch die belebende Winterluft unter fröhlichem Schellengeläute dahin. Längere Zeit hindurch schwiegen beide; Werner stand noch zu sehr unter dem Druck des Erlebten, und der Präfekt legte sich zurecht, was er sagen wollte. „Ich bin Ihrem Wunsche nachgekommen, Herr Rittberg,“ begann er endlich,„obwohl eitzentlich gegen meine bessere Ueberzeugung, nur weil es mir schwer wurde, Ihnen etwas abzuschlagen. Hätte ich ahnen können, welch häßliche Tragödien sich vor Ihren Augen abspielen würden, Sie hätten die Festung nie und nimmer betreten dürken!“ gleiter.„Nein, nein!" war alles, was er sagte. Dann seufze er tief und versaut zu Schweigen.„ Für Werner genügte das, und häftig fuhr es ihm heraus:„Verzeihen Sie mir, Exzellenz!“ „Liebster Freuud, halb Furopa glaubt ja an diese Gerüchte: Warum also Sie nicht?“ „Ich glaube nicht daran, ich will nicht daran glauben, Exzellenz!“ rief Werner impulsiv. „Ich danke Ihnen," versetzte Biruleff schlicht. Und er reichte dem jungen Deutschen die Hand, die dieser herzlich drückte. 17. Kapitel. Wer es Biruleff vor einem halben Jahre prophezeit hätte, er würde der Gesellschafterin seiner Tochter einen Heiratsantrag machen, den würde er weidlich ausgelacht haben. Er war aber in der Tat so sehr von ihr bezaubert, daß er jetzt fest entschlossen war, diesen Schritt ohne Zeitversäumnis ben, die sie ihm jetzt gewährte! Dennoch war er mit den Fortschritten, die er gemacht, nicht unzufrieden. Sie interessierte sich für ihn, sie hatte Frende an seiner Unterhaltung und war ihm freundlich gesinnt. So viel stand fest. Jetzt blieb ihm nur noch übrig, so schmeichelte er sich, ihr einen ehrenvollen Antrag zu machen, und sie würde ihm in dankbarer Liebe angehören. Nach einer günstigen Gelegenheit Umschau haltend, traf er eines Tages die Geschwister, die soeben vom Spaziergang heimkehrten. Nachdem er dieselben begrüßt, wandte er sich au Fräulein berg und bat sie mit wichtiger Miene um eine Unterredung. In der Annahme, es handle sich dabei um Katia, erklärte Margarete sich sofort bereit, sie wolle nur schnell erst ablegen. Mit Werner allein gelassen, äußerte der fekt geheimnisvoll:„Es könnte sein, daß ich Ihnen nachher Wichtiges mitzuteilen hätte,“ dann griff er nach einer Zeitung, während sich Rittberg kopfschüttelnd und verwundert auf sein Zimmer begab. In Margaretes offenen Zügen malte sich keine Spur von Verlegenheit, als sie bald darauf mit Biruleff im Vestibül zusammentraf; statt dessen war er derjenige, der sich zum ersten Mal in ihrer Gegenwart außerstande fühlte, seiner Befangenheit Herr zu werden. Mit dem unbehaglichen Gefühl, rot geworden zu sein, wandte er den Blick ab und sagte:„Im Teezimmer werden wir ganz ungestört sein, falls Sie mir die Ehre erweisen wollen, mich dorthin zu begleiten!“ Gewiß, sehrgern, erwiderte Margarete. Schweigend durchschritten sie den großen Empfangssalon, dann schob er die Portiere beiseite und ließ sie eintreten. Einen Stuhl für sie zurechtrückend, faßte er ihr gegenüber Posto, mit dem Rücken gegen das Licht, während sie in der hellen Beleuchtung dasaß und wartete, was er ihr zu sagen habe. In diesem speziellen Falle aber fiel es Biruleff tatsächlich schwer, einen Anfang zu finden! Anfangs hatte er sich den Sieg leicht und mühelos vorgestellt. Es sollte ihr gehen, wie so mancher anderen, die ihm halb in Furcht, halb in Verehrung zugetan, nur danach strebte, sich seine Gunst Aufgabe gewesen, einem schlichten Mädchen eine Eröffnung zu machen, die sie so hoch ehrte. Aber er hatte sich die Sache doch anders vorgestellt; sie hätte mit niedergeschlagenem Blick vor ihm sitzen sollen, in holder Verwirrung seine edlen Absichten halb erratend, und doch wieder sich nicht getrauend, an dieselben zu glauben! Wäre sie doch mir ein klein wenig verlegen gewesen, er hätte mit hinreißender Beredtsamkeit seine Sache geführt! Aber dieser ruhige, klare Blick, mit dem sie ihn anschaute, gab ihm förmlich ein Gefühl der Befangenheit. Ihm war zu Mute wie einem Jüngling, der zum allerersten Mal der Angebeteten seines Herzens eine Liedeserklärung macht. Mittlerweile aber saß und wartete sie noch immer. Es half nichts. Er mußte reden. Sie sehen mich, Fräulein Rittberg,“ hob er mit unsicherer Stimme an,„heute als einen Bittsteller vor sich. Als einen Menschen, der sein Herz an den Besitz eines Kleinods gehängt hat und sich däbei doch voll bewußt ist, dieses Kleinods nicht würdig zu sein!“ Er machte eine Pause und sah sie mit brennendem Blicke an. Nun konnte sie ihn nicht mehr mißverstehen; ein heftiger Schreck durchfuhr sie, und heiß errötend senkte sie die Lider. Da fühlte er seine Zuversicht wachsen. „Seiner Seelen Seligkeit würde er darangeben.“ fuhr er fort,„um dieses Kleinod zu erringen! O, Margarete," die heiße Leidenschaft, die ihn beherrschie, brach jetzt in Ton und Geberde durch.„Sie wissen, was ich meine! Ihre Liebe ist es, Sie selbst, die ich mit allen meinen Kräften zu erringen strebe!“ Margarete war hastig aufgesprungen; nach der Tür blickend, regte sich in ihr nur der dunkle Instinkt, einer peinlichen Situation durch die Flucht ein Ende zu machen. Aber dann kam ihr das Kindische ihres Vorhabens zum Bewußtsein und, sich energisch zusammennehmend, sank sie in ihren Stuhl zurüch,—Nun 231,16 wentums und Rußlands. Das russische Völk sieht mit Schmerzen den Verrat Bulgariens, das uns bis in die jüngsten Tage so nahe stand, und mit blutendem Herzen zieht Rußland das Schwert gegen den Verräter, dessen Bestrafung es der gewaltigen Hand Gottes überläßt.“ Oesterreich=Ungarn protestiert in Athen. :: D i e L y o n e r Z e i t u n g„ R e v u b l i c a i n“, meldet aus Athen: Der österreichisch=ungarische Gesandte hat im Auftrage seiner Regierung dagegen Einspruch erhoben, daß den Alliierten gestattet werde, Truppen in Saloniki zu landen, sowie gegen die Besetzung der Eisenbahnlinien, Saloniki—Monastir und Saloniki—Uesküb durch die griehische Verwaltung und die Entlassung des österreichisch=ungarischen Betriebspersonals. Rücktritt des serbischen Oberbefehlshabers? :: Nach einem Telegramm des„Berl. Tagebl.“ ist dessen Korrespondenten im k. und k. Kriegspressequartier in Belgrad mitgeteilt worden, daß der Woiwode Vutnik infolge asthmatischen Leidens den=Oberbefehl über das serbische Heer wenn auch nicht nominell, so doch tatsächlich niedergelegt haben soll Italien überlegt Noch keine Entscheidung über Italiens Teilnahme am Balkankrieg. Die italienische Regierung ist sich immer noch nicht schlüssig darüber, ob sie sich an dem Kriege auf dem Balkan beteiligen soll oder nicht. Ebensowenig hat bisher die lebhafte Debatte, die über diese Frage seit mehreren Tagen in der Presse stattfindet, Klarheit geschaffen. Nach einer Privatmeldung der„Neuen Zürcher Nachrichten“ aus Mailand wird die Stellung des italienischen Ministerpräsidenten Salandra für ernstlich erschüttert angesehen, so daß sein baldiger Rücktritt zu erwarten sei. Es sei anzunehmen, daß das gegenwärtige Kabinett nach seinem Ausscheiden auf die Dauer nicht bestehen bleibe, sondern durch ein Ministerium abgelöst werde, dessen Vierverbandsgefolgschaft keinen so ausgeprägten Charakter tragen werde, wie das Salandras. In politischen Kreisen nehme die Gegnerschaft gegen die Teilnahme Italiens am Balkanabentener, wofür Salandra und Sonnino eintraten, immer schärfere Formen an. Hinter ihr stehertie gesamte öffentliche Meinung Italiens, soweit sie sich nicht unter der Diktatur Salandras befinde. Nicht wenig ist man natürlich in England an der Haltung Italiens interessiert. In der Unterhaussitzung fragte am Dienstag der Liberale Dalziel, ob italienische Streitkräfte an der Seite der Franzosen und Engländer in Serbien kämpfen würden. Der Munitionsminister Lloyd George erwiderte, die Art und Weise, wie Italien am besten Serbien oder die allgemeine Sache unterstützen könne, sei Gegenstand von Besprechungen der Verbündeten. Aus der Erklärung Lloyd Georges geht also hervor, daß die Frage der Beteiligung Italiens am Balkankriege auch heute noch nicht gelöst ist. Nach Cadornas Wunsch soll ja„Art und Weise, wie Italien den Serben helfen kann“, lediglich darin bestehen, daß die Italiener den Krieg gegen Oesterreich„energischer“ fortsetzen. Die Kämpfe der Russische Mißerfolge im Kaufasus. :: Ueber den russischen Angriffsversuch an der Kaukasusfront vom 15. Oktober wird aus Erzerum über Konstantinopel gemeldet: Unter dem Schutze dichten Nebels griffen die Russen das türkische Zentrum nördlich vom Flusse Arax an. Sie wurden aber durch heftiges Maschinengewehrfeuer und durch Bomben sofort zurückgeschlagen, wobei sie zahlreiche Tote und Verwundete, eine Menge Wassen und anderes Material zurückließen. 1 Ebenso wurden die an einem anderen Punkte der Front gegen unseren rechten Flügel mit überlegenen Kräften durchgeführten Ueberfallsversuche russischer Kavallerie zurückgewiesen. Eine russische Patrouille fiel in einen Hinterhalt und verlor mehrere Tote, Verwundete und Gefangene. Da die Russen jetzt einen Ueberfall der stürkischen Truppen fürchten, befestigen sie schleunigst ihre Stellungen. Russische Soldaten kommen zu den türkischen Vorposten und bitten um Brot und Tabak. Zwei russische Offiziere kamen zu türkischen Offizieren und ersuchten um neue Nachrichten. Als sie von den Siegen der Bulgaren und von dem Mißerfolg der englisch=französischen Offensive erfuhren, waren sie sehr bestürzt. An dieser Front hat der Winter bereits begonnen. Jus türkische Hauptquartier. Türkische Kriegsbriefe von Paul Schweder. :: Abschiedsstimmung beherrscht in diesem Augenblick die Welt. Die Feldgrauen, an die wir immer zuerst denken müssen, nehmen Abschied von der schönen Jahreszeit, von Sonne und Licht, von Luft und Wärme. Zum zweitenmale in diesem Weltkrieg steigen die Herbstnebel vor ihnen auf und verschleiern den Blick in die Zukunft. Aber sofort erhellt sich das Gelände, wenn man an das Abschiednehmen denkt, das drüben bei unseren Feinden in diesen Tagen stattfindet. Im Osten ging Nicolai Nicolajewitsch, perließ der heilige Rasputin den Zaren, K 51•1 rs Die Burg Hohenzollern, das Stammhaus unseres Herrschergeschlechts. W senkt Ssasonow an den Abschied und kracht as Kabinett in allen Fugen. Im Westen verchwand Herr Telcasse in der Versenkung, nachsem kurz zuvor schon der französische Flottenhef drurch einen neuen Mann ersetzt worden ind Herr Joffre unter seine Generale getreten var, um fürchterliche Musterung zu halten. 32 der Männer mit gesticktem Kragen sollen sabei auf der Strecke geblieben sein, und nicht viel besser ging es bei einer Besichtigung der talienischen, Generalität durch Herrn Cadorna U.— Auch der italienische Marineminister hat nzwischen seinen Abschied genommen, und die herren Salandra u. Sonnino greifen abwechselnd nach dem Zylinder. Und wenn er in den Nebel lickt, der aus dem Isonzotal emporsteigt, mag such der Wetterfrosch der italienischen Armee, herr Cadorna, selbst bei sich denken:„Zum Abschiednehmen just das rechte Wetter, grau vie der Himmel liegt vor mir die Welt!“ In England singt man Sir Edward Grey In allen Tonarten Abschiedslieder, und auf Gallipoli ertönt, von dem vereinigten französischenglischen Landungskorps angestimmt, die elegische Weise:„Weh, daß wir scheiden müssen!“ Derweilen haben sich auch die Gesandten des Vierverbandes von Sofia verabschiedet und der serbische Hof verließ Nisch, das seit dem Beginn des Weltkrieges die eigentliche Hauptstadt des Landes war. Auch dieser Vorgang kann nicht infach mit dem Oktober=Umzug erklärt werden. — In Athen packte Herr Veniselos seine Kofer und der ganze Chorus der Verabschiedeten des Vierverbandes kann jetzt vereint das schöne Lied anstimmen:„Wer weiß, ob wir uns wieerseh'n?“ Aber auch der Kriegsberichterstatter packt in diesem Augenblick die Koffer und für ihn vollendet sich gewissermaßen der Kreislauf aller Dinge. In den Julitagen des Vorjahres, als noch kein Mensch an einen Weltkrieg dachte, begann seine Tätigkeit bei der ersten Beschießung Belgrads; durch Belgien und Nordfrankreich führte ihn sein Weg die ungeheure deutsche Westfront entlang. Von der Yser ging es an den Isonzo und nachdem er allüberall war, Hoffnung, Vertrauen und feste Siegeszuversicht sah, winkte ihm der dritte Bundesgenosse, unten im Südosten:„Jetzt sind wir dran und machen ganze Arbeit. Komm' her zu den süßen Wassern!“ Wir sprechen mit Stolz von unserem Hindenburg und Mackensen, von Emmich und von Kluck. vom Kronprinzen des deutschen Reiches und dem von Bayern, von Heeringen, Einem und ihrem Inspirator Falkenhayn. Aber wir gedenken auch des Mannes, der in jahrzehntelanger, ruhiger und treuer Vorarbeit der Siegbereiter am Bosporus wurde, unseres Generalfeldmarschalls von der Goltz, den die Alten in der Türkei als den Reformator ihres Heerwesens betrachten, und den zugleich auch das junge und jüngste Deutschland als seinen Mahner, Förderer und Führer dankbar verehrt. Von ihm, als dem Oberstkommandierenden der l. und dem schneidigen Marschall Liman von Sanders, als dem Führer der V. Türkischen Armee, erwarten wir ebenso wie von der Strategie des unerschrockenen und tatkräftigen Kriegsministers Enver Pascha unendlich viel für die Zukunft, ja vielleicht das Entscheidende dieses Weltkrieges. Durch lange, bange Monate haben sie einen der Hauptangriffspunkte unserer Gegner, die Dardanellen, gehalten, und wenn nicht alle Zeichen trügen, so ist das Abenteuer von Gallipoll in diesem Augenblick bereits zu Ende.— Aber wie der Balkan nur die Brücke zum Orient ist. so sind auch die jetzigen Kämpfe in Serbien nur das Vorspiel zu Größerem, das sich nach dem eigenen Cingeständnis der Gegner vorbereitet. Den Stoß ins Herz der englischen Weltherrschaft befürchtet man in London nicht über den englischen, sondern über den Suezkanal. und so rüstet der ausziehende Kriegsberichterstatter sich nicht nur für Sofia und Konstantinopel, sondern auch für die Länder vom Taurus bis zum Nil, wohin in den Tagen der Jugend unsere Sehnsüchte gingen, die am Libanon anknüpfen und über Jerusalem bis hin zum Sinai reichen. * In einer stillen Grunewaldvilla bei Berlin sitzt eine einsame, ehrwürdige Frau und arbeitet an Liebesgaben für die deutschen und türkischen Truppen auf Gallipoli. Ihre Gedanken sind bei dem Manne, dessen Lebensaufgabe die Organisation der türkischen Heeresmacht gewesen ist. Zum Abschied sagt mir Ihre Exzellenz, die Frau Generalfeldmarschall von der Goltz, ein schönes Wort:„Berichten Sie meinem Manne, daß auch für die türkische Front helsende Hände in Bewegung sind und daß die deutschen Frauen die Weihnachtskisten für alle seine Soldaten da unten packen, und daß wir voller Hoffnung sind!“ * „Norddeutsch= serbisch= bulgarisch= türkischer Verkehr. Von Berlin(Anh. Bf.) nach Belgrad. 25. 7. 1914,“ so steht es auf der Fahrkarte, die ich in Erinnerung an die Julitage des ersten Kriegsjahres mir aufgehoben habe. Sie ist niemals bis zur Endstation benutzt worden. Denn als ich damals in Semlin, also unmittelbar vor den Toren Belgrads, die Fahrt unterbrach, flog in der folgenden Nacht schon die Savebrücke der Orientbahn in die Luft. Und erst in diesen Tagen wird man darangegangen sein, sie zu erneuern, um damit gleichzeitig den ersten Schritt zur Wiedererlangung des direkten Verkehrs von Berlin nach Konstantinopel zu tun. Bekanntlich kann man seit dem 26. Juli 1914 Konstantinopel nur auf einem einzigen Wege erreichen und zwar auf einem ziemlichen Umwege über die Strecke Budapest=Arado=Bucarest=Rustschuk, während uns früher drei zur Verfügung standen. Die Orientbahn wird erst wieder verkehren, wenn aus dem Leitvermerk der oben erwähnten Fahlkarte vom vorigen Juli das Wort„serbisch“. durch den Kriegsgott ausradiert sein wird und auch die zweitbeste Strecke über Bucarest=Constanza kann erst wieder für uns in Frage komm.n, wenn die russische Flotte auf dem Sc warzen Meer vernichtet ist und die Königlich Amänischen Dampfschiffe ungehindert Passagiere von Constanza nach Konstantinopel führen können. So bleibt gegenwärtig nur der dritte umständliche Weg von Bucarest über die Donau bei Rustschuk nach Tirnova und Adrianopel, den bis dicht vor Adrianopel eine trauzige Nebenbahn bildet, die nur von einem einsigen durchgehenden, dem sogen. Conventions= suge, mit etwas größerer Beschleunigung beahren wird. Alle Verantwortung für die ungefährdete direkte Ueberführung des Reisenden von Berlin nach Konstantinopel lehnen die beteiligten Bahnverwaltungen kurzerhand dadurch ab, daß sie nur Fahrkarten bis Bucarest ausgeben. Somit mag mich denn bis dahin Allah schützen! Paul Schweder. Die Die Anklage wegen der Ermordung deutscher U=Boot=Leute. :: Vor einigen Tagen wurde mitgeteilt, daß ein deutsches Tauchboot die Zerstörung des englischen Maultierschiffes„Nicosian“, begonnen hatte, als sich ein Dampfer unter amerikanischer Flagge näherte. Dieses die amerikanische Flagge führende Schiff stellte sich später als das britische Kriegsschiff„Baralong“ unter Kapitän Me Bride heraus. Die„Baralong“ vernichtete das Tauchboot und die auf die „Nicosian“ sich rettende sowie die noch im Wasser schwimmende Mannschaft des Tauchbootes wurde dann auf Befehl des Kapitäns MeBride trotz ihres hilflosen Zustandes erschossen. Hierzu wird jetzt dem WTB. durch Funkspruch von Newyork gemeldet: Die deutsche Botschaft hat dem Staatsdepartement die von New Orleans eingetroffenen eidlichen Aussagen über den Fall der„Nicosian“ und den Mißbrauch der amerikanischen Flagge durch ein englisches Schiff beim Angriff auf ein deutsches Unterseeboot überreicht. Die Aussagen ergeben, daß die amerikanische Flagge und die über die Bordwand gehängten amerikanischen Abzeichen erst entfernt wurden, nachdem die ersten Schüsse von dem Schiffe, das sich„Baralong“ nannte, auf das Unterseeboot abgegeben worden waren. In Ergänzung der früheren Meldungen wird noch berichtet, daß die Mannschaften des sogenannten„Baralong" Zivilkleider trugen und daß den amerikanischen Zeugen von den englischen Mannschaften mitgeteill wurde, daß das Schiff keinen Namen habe und daß sie auch über den Herkunftsort und den Bestimmungsort nichts sagen könnten. Die sogenannte„Baralong“ hatte be der Annäherung an die„Nicosian“ ein ininternationales Signal aufgezogen, daß sie Hilfe bringe. Der Kapitän, der sich Me Bride nannte, ersuchte nach dem Vorkommnis den Kapitän Manning von der„Nicosian" brieflich, seine Mannschaften, insbesondere aber die Amerikaner darunter, dringend zu ermahnen, daß sie über den Vorfall weder in Liverpool noch in Amerika etwas mitteilen. Diese Aussagen stammen von den amerikanischen Bürgern James Current,„Charr. Bud Palen, Edwark Clark ##9h. Sie machlen ihre Aussagen völlig seinen#g und werden von dem deutschen Konsu'at in New Orleans als durchaus glaubwürdig bezeichnet. dem Staat: dem deutschen Volschafter Grasen machung der ame=JantSchisse. Tagesztg.“ wird aus RotDie Kunferenz zwischen nent in Lashington und Bernstorft gegeben, Anlaß hat zu Leinen* Vr. fügung die zur Vermeidung von neuen Zwischen=, fällen zwischen Deutschland und den Vereiniglen Staaten im U=Bootkriege dienen soll. Nach einer Meldung der„New York Commereial“ sind alle amerikanischen Reedereien angewiesen worden, die zur Kenntlichmachung Der Nationalität der Schiffe angebrachten Farben bedeutend zu vergrößern. Zu den Vergängen im englischen Kalinest. :: Das Reutersche Bureau meldet amtlich: Ministerprä ident Asquith ist an Darmkatarrh erkrankt und muß mehrere Tage völlige Ruhe haben.— Die„Times“ erklären, außer dem Rücktritt Carsons sei ein langer Besuch Vonar Laws im BuckinghamPalast ein bemerkenswertes Ereignis des Tages gewesen. Engl'sche Verluse in Deutsch=Südwest= Afrika. :: Die„Köln. Volksztg.“ erhält von einem Milarbeiter den Bericht eines Offiziers, der den Krieg in Deutsch=SüdwestAfrika mitgemacht hat.„Danach erlitten die Engländer im Süden“ schwere Schlappen. Englische Offiziere bezisserten den englischen Verlust an Mannschaften auf 9000 Mann, also doppelt so viel, als die deutschen Schutztruppen überhaupt Streiter hatten. *“ Entdeckung neuer Petroleumquellen im Kreise Stormarn? Auf der Feldmark der Landgemeinde Siek in der Nähe von Ahrensburg(Provinz Schleswig=Holstein) glaubt man Petroleumquellen festgestellt zu haben. Auch in den Gemeinden Braak, Stapelfeld und auf dem Gute Meilsdorf sollen sich Anzeichen für das Vorhandensein von Petroleum bemerkbar gemacht haben.: In der Nähe der Gastwirtschaft Braaker Krug befindet sich eine Viehtränke, die schon seit Jahren nicht mehr vom Vieh benutzt werden kann, weil das Wasser ölhaltig ist und nach Petroleum riecht. Eine Hamburger Gesellschaft will hrungen vornehmen lassen. Fallen diese frungen befriedigend aus, so will si.) Jesellschaft das Ausbeutungsrecht si die Landleute sollen für edes Bohrloch eine Entschädigung erhalten und außerdem bei der Ausbeutung für seden gewonnenen Tankwagen Petroleum 25 Mark. Die Meinungen über die Ergiebigkeit der Quellen sind noch geteilt. Von der nächsten Versammlung der Grundbesitzer erwartet man eine endgültige Einijung. Verhaftung eines deutschen Metrosen in Marseille. Die Hafenbehörden von Marseille verhafteten an Bord des dort aus Las Palmas angekommenen englischen Dampfers„Harkeß“ einen aus Bayern stammenden Deutschen namens Georg Tropmann, der sich als norwegischer Matrose anwerben ließ, um wieder in die Heimat zu gelangen.„. Mg. Gri * Brand einer Marzeiter Deiscolik. Die große Oelfabrik von Deiß in Marseille ist durch Feuer vollständig zerstört worden. Das Feuer, das in den Lagerräumen entstand, nahm bald eine solche Ausdehnung an, daß die Feuerwehr sich nur darauf beschränken konnte, zwei benachbarte Fabriken zu schützen. Der Schaden beträgt etwa 800000 Franken. * Prinz Alexander von Griechenland verunglückt.„Corriere della Sera“ meldet aus Athen, Prinz Alexander von Griechen= chenland sei im Piräus bei Uebungen mit seiner Batterie vom Pferde gestürzt und in einem Sanitätswagen nach Athen gebracht worden. * Weitere Bierpreiserhöhung in Sicht. Die Mitteldeutschen Brauerei=Vereinigungen, wozu die Brauerei=Verbände von Berlin, Halle, Magdeburg, Anhalt, Altmark und Braunschweig gehören, halten demnächst eine Versammrung ab, in der endgültig die schon in einer Versammlung der vorigen Woche grundsätzlich beschlossene Preiserhöhung festgesetzt werden soll. Voraussichtlich wird um 5 Mk. pro Hektoliter erhöht werden, nachdem seit Kriegsausbruch die Preise bereits von 20 auf 27 bzw. 28 Mark erhöht worden sink In Weingasen erstick!. In Bensheim an der Bergstraße ist der 54jährige Ratsellerbesitzer David Steinbacher durch neue Leingase im Keller erstickt. * Die Einwohnerzahl Warschaus. Die in Verbindung mit der Brotmarke vorgenommene Volkszählung in Warschau hat ergeben, daß Warschau einschließlich und den Vororten 907 000 Einwohner zählt. Jeder Einwohner erhält täglich eine Brotnenge von 240 Gramm. Verantwortlich für die Redaktion Friedrich Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte, Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 431. Von A. Krämer in Büdingen. („Schlesische Zeitung“.) Schwarz: 8 Steine. Amtliches Kreisblatt Luxus des großen Königs“ hat der feine Beobachter Thilbault seine Freude an kostbaren Schnupftabaksdosen genonnt, und wirklich Zeigen die reizvollen Arb iten der Juwelierkunst, die sich in großer Zahl im Besitze Friedrichs befanden, und von denen eine reiche Sammlung heute noch im Hohenzollernmuseum au bewahrt wird, eine Neigung zum Prunk, die dem überaus einsachen König sonst fremd war. In einem interessanten Aussatz der„Dame“ beschäftigt sich Adolf Donath des näheren mit diesen Stücken, von denen so manche vom Alten Fritz recht eifrig benutzt worden sind. Er soll nicht weniger als 1500 solcher Dosen besessen haben; doch gibt der kundige Nicolai die Zihl nur auf 300 an, die mit ihrem Brillantenschmuck und dem übrigen Brillantenschatz des Königs auf 1 750000 Taler geschätzt wurden. Die wertoollsten und köstlichst n Exemplare seiner Sammlung hat Friedrich in den Jahren 1745—1755 erworben; die Juweliere Ephraim und Jordan hatten den Auftrag, das Beste dieser Art auszutreiben, und auch andere Händler, wie Pinkus Levin, Levin Marcus, beschäftigte der Monarch bei dieser Dosenjagd. Recht bedeutend waren die Preise, die er manchmal zihlte; so legte er z. B. für sein mit Brillanten besetztes Porträt, das eine Schnupf41. Jahrgang O Grites und älteltes Cagesorgan des Kreiles. O Haupt-Annoncenblatt Roman von C. Dressel. (27. Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) ganzen Sein; Gott helfe mir, ich kann nicht anders, ich folge dir in allem, was du beschließen wirst.“ Dann lasen sie miteinander jenen verhängnisvollen Brief, den Stephan, Ralfs zuverlässiger Diener, an die Herrin von Rhoda gerichtet. Sie erfuhren, daß Ralf kurz vor der Einschifsung nach Europa von einem typhösen Fieber ergriffen worden sei, dem er trotz der besten Aerzte, der aufmerksamsten Pflege in wenigen Tagen erlegen wäre. Erkrankung und Ableben des Grafen seien so schnell aufeinander gefolgt, daß eine frühere Benachrichtigung der Komtesse unmöglich und ihre Herbeirufung bei der Entfernung auch völlig zwecklos gewesen wäre. Stephan sei darauf selbst erkrankt an demselben Fieber; er aber, der willig sein Leden für seinen teuren, jungen Herrn gegeben hätte, sei wie durch ein Wunder genesen. Und während er in den Delirien des Fiebers gelegen, habe man den Grafen bestattet unter dem einfachen bürgerlichen Namen, den jener, einer bequemeren Gewohnheit folgend, während der Reise angenommen. Gerade dieser Umstand habe ihn plötzlich an jene Verfügung denken lassen, welche der Graf vor dem Verlassen Rhodas getroffen, und in die er, als alter, oft erprobter zuverlässiger Diener des gräflichen Hauses eingeweiht worden sei. Er halte es dayer für zweckmäßig, vorläufig nur die Komtesse von dem Aoleben des Majoratsherrn zu unterrichten, sie möge handeln nach ihrem Ermessen; er bleibe vorsichtshalber noch fern, ihrer Befehle gewärtig; er wäre dem Hause Rhoda ergeben bis in den Tod, und er meine, die Komtesse müsse Mittel und Wege finden, das Majorat so lange vor dem voraussichtlichen Ruin zu bewahren, als es ihr nur möglich sei. Achtzehn lange, jegensreiche Jahre für Rhoda könnten unter Umstanden noch in ihre edle, weise Verwaltung gegeben sein. Ulrikes verweinte Augen flammten auf.„Auch dieser treue, redliche Mann erwartet, daß ich fähig sei, für Rhoda zu handeln, sei es auch unter dem Scheia der Unwahrheit, die ich mein Lebelang verabscheut habe und nun doch notgedrungen für lange Zeit üben muß. Dank seiner Vorsicht und Klurheit aber wird es um so eher möglich sein, das traurige Geheimnis zu bewahren. Nur Ewald Lorenz darf davon nicht ausgeschlossen bleiben Ihm schulden wir Vertrauen, er wird unsere treueste Stütze sein bei der schweren Aufgabe, die vor uns liegt. Er wird mir raten, wie wir Ralfs irdische Hülle, die ich nimmermehr in der fremden Erde belassen könnte, in Ryova beisetzen konnen ohne Gefährdung unseres Geheimnisses. Ich # iemals,“ antwortete Ulrike düster,„zudem ####- sehlt meiner Behauptung jeder gesetzliche (### vS)) Beweis. Dennoch,“ fuhr sie entschlossen fort,„muß ich für meine Ueberzeugung ## G-D handeln, werde es auch ein Martyrtum V. für dich und mich. Annst du, was ich meine? Denke an die Verfügung Ralfs, die mir unter Umständen noch auf Jahre hinaus Rooda sichert,“ raunte sie dem blassen Mädchen zu.„Nur heimlich dürsen wir um unseren geliebten Toten weinen, der Welt müssen wir ein ruhiges, hoffendes Antlitz zeigen, denn für sie ist der Majoratsherr von Rhoda nicht gestorben, sondern nur verschollen. Kann Ralfs Ableben nicht dokumentiert werden, so bleibt mein Vaterhaus für die nächsten achtzehn Jahre noch in meiner Hand, die rein ist und nur für Rhodas Ehre handelt.“ „Aber du, die du stets die lautere Wahrheit warst, wirst du die furchtbare Täuschung ertragen können? Du legst dir Unmögliches auf und wirst schwer unter einer Tat leiden, die vor dem Gesetz eine Schuld bleibt; möge sie vor dem göttlichen Richter ein Weiß: 4 Steine. Weiß zieht an und setzt mit dem saogub Partie Nr. 434. ernturnier des„Deutschen Wochenschachs“ 1914. Italienische Partie. Rob. Lüer, Friedenau. rz: Stanislowsky, Strenze. Schwarz: I 16. De3—h6 Le8-15 4 67—e5 1 Mehr Aussicht auf Ver13 Sbs—66 teidigung bot f6—15 nebst 4 1.68—65 1 nachfolgendem f7—16. 3 888—16 17. 82—g4! Ls5X44 4 e5x404 I 18. 54—55 S.6—65 Die Krakauer Variante der italienischen Eröffnung. 7. S/6X-4 8. d4—45 Sc6—87 9. Ddl—44 Se4-f6 10. Lo1—g5 c7—c5 In Frage kommt Se7— g8, um das Aufreißen des Königsflügels zu vermeiden; aber dann wird der Entwicklungsvorsprung, den Weiß durch das Bauernopfer erlangt hat, eist recht groß. 1I. Dd4—•3 12. Lg5Xf6 13. Sb1—42 14. S13X02 15. b2—h4 22. Tg'X-4 Das entscheidende Opfer, welches dem Let den Weg nach h7 freimacht. Schwarz hat keine Verteidigung mehr. 22. 15Xg4 23. Lc4—43 Dd8-e7 24. Tal—el De7-c7 Auf De7—d8 25. Ld3X b7- Kg8—b8 kann Weiß mit 26. Tel-es(27. TI8X es 28. L17—86- Kh8—68 29. LgéXfst) fortfahren oder auch einfacher mit 26. Lh7—f5+ Kh8—88 27. Sg5 —e4. 25. Ld3Xh7+ Aufgegeben. (Denn im nächsten Zuge ist es matt.) Dinor. Richt zuverlässig. Großvater:„Ja, ja, mein Junge, ich werde nächstens vierundneunz'g, und ich kann mich nicht erinnern, jemals eine Lüge ausgesprochen zu haben.“ Enkel:„Das glaube ich dir gern, Großvater, in dem Alter ist das Gedächtnis nicht mehr so zuverlässig.“ 47—46 g'X16 Lb4X42 5 S 195 5 O n• 5 99SSDgE SPOg „ 5* S 9511Sn * 5 10 B: Feins S9 5 909 5= E 5..87 4972 will mich noch heute zu ihm begeben; denn so Wichtiges möchte ich nicht schri tlich erörtern. Und nun, meine Hedwig, trockne deine Tränen, wir müssen in ruhiger Fassung den Leuten entgegentreten," schloß sie schwer aufseufzend.„Man weiß, daß ich heute einen Brief aus Afrika erhielt, alle meine Getreuen harrten seit Wochen gespannt auf Nachricht von dem Majoratsherrn. So beginnt das Martyrtum der Lüge für mich mit dem Moment, wo ich den Inspektoren mitteilen muß, daß der Graf seine Rückkehr für unbestimmte Zeit hinausgeschoben und sich einer Expedition zur Erforschung des Innern Afrikas angeschlossen habe. XXVI. Doktor Lorenz zögerte keinen Augenblick, sich der Mission zu unterziehen, mit der Gräfin Ulrike ihn betraute. Sie hatte sich nicht in ihm getäuscht, er machte ihre Gemissenssache zu der seinen und stand sest zu ihr in Kümmernis und Gefahr. Er trat die große geheimnisvrlle Reise an, der er, ohne Verdacht zu erregen, wissenschaftliche Zwecke unterschob, und auf Umwegen, nach vielem Zeitverlust gelangte er endlich mit äußerster Versicht an sein Jiel. Stephans kluge Zuverlässigkeit unterstätzte ihn wesentlich, ausgiebige Geldmittel räumten in dem Lande des„Balschisch" alle weiteren Schwierigkeiten hinweg, so daß ihm die Reklamierung und Ueberführung der Leiche schließlich leichter wurde, als er angenommen. Der Zauberilang des Goldes beseitigte alle etwaigen Hindernisse, und niemand ahnte, daß der beliebte, rühmlich bekannte Arzt, in Deut chland wieder angelangt, die balsamierte Leiche des Majoratsherrn von Rhoda mit sich führe. Und dann in stiller, verschwiegener Nacht fand er endlich seine letzte Ruhe, der arme junge Wanderer, in einem geheimen Gewölbe unter dem Altar der Schloßkapelte, dessen Vorhandensein nur Gräfin Ulrike bewußt gewesen, und das sie unbemerkt zweckentsprechend vorbereitet. Eine Beisetzung in dem Prachtbau der Ahnengruft wäre, ohne sremde Hilfe und ohne Verdacht zu erregen, nicht möglich gewesen; so mußte einstweilen davon Abstand genommen werden. Es war ein ergreifender Akt, der den erschütteradsten Gegensatz zu dem glanzvollen Gepränge bildete, mit dem seither jedes Glied des alten, erlauchten Geschlechts noch bestattet worden war. In scheuer Hast und Aengstlichkeit, als wäre er ein entarteter und nicht der beste, edelste Sohn des Hauses gewesen, wurde der junge Majoratsherr hierher geführt. Hätte Graf Bernhard diese Bestattung seines geliebten, edlen Nachfolgers voraussehen können, er würde sich eher die Hand vom Körper getrennt, als sie einr Frau gereicht haben, deren Unwürdigkeit diesen weihelosen, heimlichen Vorgang herbeiführte. Ulrikes stolzes Herz litt qualvoll unter dieser unverdienten Demütigung, und doch mußte sie dankbar sein, daß es ihr wenigstens vergönnt war, nun die irdische Hülle des teuren Toten in seiner Heimat liebevoll hüten zu dürfen. Weinend bedeckten sie und Hedwig den Sarg, zu dessen Häupten ein hohes, silbernes Kruzisix aufgerichtet war, mit einer Fülle von Blumen, die das einzige äußere Zeichen ihrer Liebe und Pietät für den Verstorbenen bilden durfte. Nun war die traurige Zeremonie geschehen, und Ulrike folgte der bittenden Mahnung Ewalds, die Gruft zu verlassen. Hedwig kniete noch immer regungslos an dem Katafalk, die Stirn gegen die fühllose Hülle gepreßt, die alles umschloß, was sie so sehr geliebt. „Komm, mein Liebling," flüsterte Ulrike mitleidsvoll,„wir dürfen nicht länger jetzt verweilen; doch danken wir dem Höchsten, daß wir auch ferner Leid und Gebet an diese heilige Stätte tragen dürfen.“ unrt Hedwig verharrte reglos, und als Ulrike sich beruhigt zu ihr niederbeugte, sah sie in ein blasses, lebloses Antlitz, in dem die Augen schwer geschlossen waren. „Lorenz!“ rief sie angstvoll. Er tastete nach dem Puls der marmorkalten, in tiefer Qual verschlungenen Hände.„Sie ist ohnmächtig, Gräfik, wir müssen das arme Kind schleunigst entsernen und vor jeder neuen Erregung hüten.“ Damit hob er die reglose, zarte Gestalt empor und trug sie sorglich, während Uirike wachsam vorauseilte, in die von den Damen gemeinsam bewohnten Gemächer. Die Ohnmacht aber ging in ein schweres Nervenfieber über, welches die Bedauernswerte für viele kommende Wochen an das Krankenlager gefesselt hielt und ihrer Freunde liebevollste Pflege ersorderte. Lorenz wich nicht eher von Rhoda, als bis er das freudige„Gerettet“ aussprechen konnte und Hedwigs völlige Genesung nur noch eine Frage der Zeit war. Unter Itaiens mildem Himmel, wohin Ulrike die Freundin auf Ewalds Rat führte, neu belebt durch den wunderbar heilenden Eindruck, den Natur und Kunst dort auf ihre wunde Seele, ihren leidenden Körper übten, gesundete sie. Die frühere Jugendschöne und Kraft kehrte ihr zurück, wenn auch die holde, kindliche Harmlosigkeit für immer von ihr gewichen war, aber der sinnige Ernst, die geistige Reise ihrer reizenden Füge verliehen ihrer Anmut nur einen neuen Zauber. Die schöne, blonde Deutsche wurde viel bewundert im Lande der Liebe und Poesie, doch der Zauberblick der feurigen Romanen blieb wirkungslos für Alls sie sich vollig gesrä tigt füh le, verlangte sie nur dringend heim nach Rhoda, und litrike willfahrte ihr nur zu gern, wiewahl sie das Schloß treu durch Stephan gehütet wußte, der seine Rückkehr mit der von niemand bezweifelten Ertlärung begründet hatte, daß seine Gesundhet in Afrika in solchem Grade gelitten, daß der Graf auf seine Heimreise gedrungen und eingeoorene Diener an seine Stelle gesetzt habe. Sie begannen von neuem ihr ruhiges, arbeitsreiches Leben auf dem alten Erbsitz, das nun durch den stillen Kultus an der verschwiegenen Grabstätte eine besondere Weihe erhielt. Angebetet von ihren zahlreichen Untergebenen, denen sie die irdische Vorsehung, die beste, gütigste Herrin war, erkannte Ulrike immer wieder, daß ihr Festhalten an Rhoda das einzig Rechte blieb, solange sie nicht das Erbe in starke, redliche Manneshand legen konnte. Später hatte sie die Freude, Ralfs einstigen Plan einer Heilanstalt in Rhodas Umgebung durch Lorenz in der Tat verwirklicht zu sehen. Sie überließ ihm das für seine Zwecke schön und günstig gelegene Erlenhof, und der berühmt gewordene Arzt brauchte nicht zu fürchten, daß ihm der gewonnene Lorbeer in der Landstille welken würde. Er erweiterte das Landhaus zu einer Klinik für Nerven= und Augenkranke, die binnen kurzem eine greße Bedeutung gewann und seinen Ruf als geschicken Operateur und wahrhaft humanen Arzt über den Erdball verbreitete. Aus dem steten Verieyr mit dem gelstvollen Arzt, dem treuen Freunde, erwuchs dann eine Verbindung, die allen ein dauernd schönes, geläutertes Glück verhieß. Ulrike blieb in dem edlen Wirken des Arztes die Seele seiner Unternehmungen, wie auch sie keinen ihrer weittragenden Pläne zum Wohle des Majorats ohne seine Billigung, seinen Rat unternahm, Hedwig aber wurde das Weib seines Herzens, das Glück seines Hauses. Beide hatten sie einen unerfüllten Traum der ersten Liebe vergessen müssen, ehe sie sich einander fanden, die edlen, hochbegabten Menschen, und damit die schönste Vollendung ihres Lebens.(Fortsetzung folgt.) e ##Soiße###egragt " TugsE uS SEGGE 9R* # 8 bggpsens S.S S 6Shgg * G E* S S 5 □ " S am 8 6SS S SES9 SS 8 S S8S 2E 8 2•5 Denkspruch. Um große Erfolge zu erreichen, muß etwas gewagt werden. Molike. Feinde. Kriegsnovelle von Fritz Gantzer. (Nachdruck verboten.) Der goldene Sommer war im deutschen Lande und spannte über die reifende Frucht des Jahres, über die grünen Wälder und die lachenden Wiesen seinen blauen Mantel, verbrämt mit silberweißen Wölkchen, die im sanften Fluge gen Westen zogen. Wie ein helles, reines Glück war der junge Morgen, verklärt von dem friedsamen Atem einer guten, gesegneten Zeit. Und Annemarie Brandt, des Erlhofbauern Jüngste, war wie das verkörperte Glück die es Sommermorgens. Mit hurtigen Schritten, ein graziöses, etwas kotettes Wiegen in den wohlgeformten Hüften, folgte sie dem Wiesenpfade am Erlenbach und summte in heiterer, nichtssorgender Jungmädchenlaune ein keckes Liebeslied, das von zweien erzählte, die eine begehrt. Ein Schatten lief plötzlich über ihre von einem leisen Lächeln verschönten Züge, und in die warmleuchtenden, strahlenden braunen Augen kam ein trauriges Licht. Es war ihr zu Sinn, als wenn etwas Schlimmes, unsagbar Schreckliches über der nächsten Zukunft hinge. Versonnen setzte sie den Weg fort. Die Melodie des kleinen Schelmenliedes war wie verweht, verloren. Sie tat ihre Arbeit still und unfroh, drüben im Heu auf der Bruchwiese, und sah erschrocken in die Höhe, als jemand leise und zärtlich ihren Namen rief. Ein junger Bursche im mehlbestäubten Müllergewande stand vor ihr und lächelte sie glücklich an. Aber es spann sich ein Schein gewisser Sorge in das helle Licht seiner Augen.„Grüß' Gott, Annemarie!“ sagte er. „Du tust so, als sei ein Fremder da.“ Sie sah verwirrt zu ihm hinüber und schüttelte den Kopf.„Nein, Franz. Nur, weil du so heimlich kamst und ich erschrocken war. Da scheint dir's nur so.“ Ihr Blick wurde neckisch.„Hast du in der Herrgottsfrüh' nichts Besseres zu tun als auf fremder Leutens Wiesen spazieren zu gehen? Wenn nun Mahlgäste zur Mühl' kommen?" „Laß sie kommen,“ stieß er heraus.„Es ist etwas ganz Schlimmes, was mich zu dir schickt.“ „So gar schlimm wird's nicht sein, Franz,“ lächelte sie zu ihm hin, knüpfte das Kopftuch mit der Rosenkante neu und strich einz lne widerspenstige Strähnen des aschblonden Haares aus der geröteten Stirn.„Gelt, du willst mih nur ein bißchen ängstigen? Und nachher erzählst du, daß am Sonntag Tanz beim Lindenwirt ist.“ „Tanz?“ Er sah sehr ernst in die leuchtende Weite des Sommertages.„Vielleicht Tanz dann schon... Aber nicht beim Lindenwirt. Die Kanonen werden zum Tanz aufspielen, Annemarie.... Man sagt, es wird Krieg geben. Die Zeitung bringt schlimme Nachrichten von Unfrieden und Zank auf der ganzen Welt.“ Sie zuckte jäh zusammen und verfärbte sich. „Krieg? O Gott, Franz! Aber nein, das kann nicht wahr sein.“ Hart spannten sich ihre Hände um den Stiel des Rechens. „Doch!“ betonte er.„Noch ist's zwar nicht gewiß, aber es wird nicht anders sein.... Und, Annemarie, ich muß doch mit.“ Er stieß es mit hartem Laut heraus und trat näher hinzu. Sie stand wie befangen unter dem Eindruck von etwas Furchtbarem, Grausigem. Krieg!? Das war ein Wort, über dessen Bedeutung wohl niemand ernsthaft in den langen, glücklichen Friedensjahren nachgedacht... Was war das eigentlich, Krieg?.. Annemaries Gedanken verwirrten sich. Sie glaubte, etwas Blutrotes in der Luft flimmern zu sehen; es war ihr, als vernähme sie aus einer weiten Ferne einen grausen Schrei. Einen Todesschrei.... Ja, Blut und Tod, das war der Krieg. Das mußte er sein. „Du sprichst kein Wort, Annemarie. Du tust, als ginge dich das alles nichts an.“ Er griff nach ihren Händen und preßte sie hart, leidenschaftlich erregt.„Du,“ stieß er heraus,„wenn Krieg wird, dann muß ich mit fort, und... der andere bleibt hier.“ Ein heißer, flammender Blick, eisersüchtiger Regung voll, suchte ihre Augen. Sie sah ihn ernst an.„Von wem sprichst du, Franz?“ „Herrgott, Annemarie, wie du fragst! Von wem anders als von dem, der dich haben soll. Dein Vater will's, deine ganze Sippschaft will's, daß du den Jürgen Schmielke vom Grundhof, den reichen Protz, heiraten sollst.“ „Und ich?“ fragte sie entschieden, zürnend.„Was will ich?“ „Ja, sag', was willst du?“ „Frag' nicht wie ein Tor, der von gestern her auf der Welt ist. Verstehst'? Du weißt's besser als ich.“ Er gab ihre Hände frei und sprach ruhiger:„Nun freilich, ich weiß schon, daß du mir gut bist, Schatz. Aber wenn ich nun fort sein sollt', und wenn sie dich dann quälen und er dir seine Anträg' macht... Und ich am End' nicht wiederkommen sollt!...“ Seine Stimme nahm den Ausdruck der alten Leidenschaftlichkeit an und klang vor Erregung heiser, war wie der Ton, den eine zersprungene Glocke gibt. Sie lächelte zu ihm auf. Ein unsagbar tiefes Geständnis ihrer Treue lag in diesem Lächeln.„Eher ließe ich mich zu Tode quälen, als daß ich den andern nähm'! Weitt du's nicht, ohne daß ich dir's sag'? Und wer weiß, ob überhaupt Krieg wird! Die dummen Zeitungen haben wohl nur geschwätzt... Und nun geh heim, Franzel. Deine Mühle wartet, und ich muß auch an die Arbeit... Sieh, wie friedsam alles ringsum ist. Und du redest vom Kriege.“ Sie lächelte ihn wie zu seiner Beruhigung heiter an und nickte ihm zu. „So geh schon, es wird ein leeres Geschwätz sein. Ja, ja, so ist's.“— Er war längst davon, und Annemarie schaffte in hurtiger Schnelle. Manchmal nur blieb sie wie in einer plöplichen Erschlaffung regungslos stehen und starrte mit weitgeöffneten Augen in den sonnenflimmernden, drückend heißen Tag. Dann deuchte es sie immer, als würden Stimmen in der Ferne wach, die ein grausiges Wort in den Sommertag gellten: Krieg, Krieg!... O Gott, wenn es wirklich wäre!——— Es war! Die Zeitungen hatten nicht geschwätzt. Und wenn noch irgendwer Zweifel gehegt, dem wären sie nun gmnommen gewesen. Denn gegen den Abend des heißen Augusttages hin hatte der Schulze den roten Zettel mit dem Mobilmachungsbefehl an das Tor des Spritzenhaues ginagelt. Schreiend leuchtete sein Rot in den sinkenden Tag. Und als der glutbrennende Ball der am Horizont stehenden Sonne seinen lohenden Feuerschein auf das Rot des Zettels warf, schien er wie ein Fanal von grausiger, alle Sinne aufreizender Wucht.— Annemarie Brandt ging durch den stillen Sommerabend heim wie ein Mensch, der trotz offensichtlicher Beweise an etwas Schreckliches nicht glauben will. Sie hatte letzten Abschied genommen, dort, wo die Weiden ihre schwanken Zweige tief zum Wasser des Mühlenweihers hinabhängen ließen, und dachte trotzdem:„Es kann nicht sein, daß er geht und vielleicht—— o Gett! —— nimmer wiederkehrt.“... Jürgen Schmielke, ihrer wartend, vertrat ihr plötzlich den Weg.„Woher so spät, Annemarie?“ forschte er, während seine Stimme zitterte. Schluß folgt.) *(Das Eiserne Kreuz) wurde dem im Osten tämpfenden Husaren Voß, Sohn des Eisenbahn Schaffners V. aus der Regenbogenstraße, verliehen. Weiter erhielten das Eiserne Kreuz der Unteroffizier Jos. Oecke von der Ostenheide und der Mustetier Jos. Fröndt von der Hagenerstraße. (Teilweise Entrahmung der Milch ist Nahrungsmittelfälschung.) Zu einer eigenartigen Nahrungsmittelfälschung haben die hohen Butterpreise geführt. Es ist bei einem großen Teil der zur Untersuchung gelangenden Milch nachgewiesen worden, daß sie, obwohl sie noch den für den Verkauf nötigen Fettgehalt aufwies, im Gegensatz zu den furz vorher entnommenen Proben einen verminderten Fettgehalt hatte. Wie nun in einem Falle festgestellt worden ist, hatte der Verkäufer die Abendmilch, die erst am andern Morgen zum Vertauf gelangt, zum Teil entrahmt und diesen Rahm zum eigenen Verbrauch verbuttert. Durch ein Dienstmädchen, das sich für die vermeintlich zu Unrecht erfolgte Entlassung rächen wollte, war das Verfahren ans Tageslicht gekommen. Die Milchlieferer mögen sich also vor einer gleichen Handlungsweise, wenn sie sich anders vor Unannehmlichkeiten bewahren wollen, hüten, da in solchen Fällen Nahrungsmittelsälschung vorliegt und diese dementsprechend bestraft wird. **(Als Ersatz für die teure Butter) wird ein einfaches und billiges Nezept zur Verfügung gestellt: Ein Liter Buttermilch, zwei Psund Zucker und den Saft von einer Zitrone lasse man zusammen etwa zwei Stunden kochen. Man erhält ca. 3 Pfund sehr gut schmeckenden Bretaufstrich. Rechnet man für den Zucker 30 Pfg. das Psund, für die Buttermilch 12 Pfg., für die Zitrone 15 Psz., so stellt sich das Pfund Aufstrich auf keim 30 Pfg. * Köln, 20. Okt.(Zur Beseitigung der Jettnot.) Die Stadt Köln hat umfassende Maßnahmen getroffen, um der immer drückender werdenden Fettnot zu begegnen: sie wird in der nächsten Woche Fett in größeren Mengen auf den Markt bringen. Sie hat nämlich von der Zentral=Einkrufsgenossenschaft mehrere Tausend Zentner Butter eingekauft und wird ferner mehrere Hundert Zentner Schmalz zu billigen Preisen abgeben. Auch das aus dem eingelazten Gefrierfleisch gewonnene Fett soll zum Verkauf gelangen; schließlich wird sie eine Sparbutter verkaufen, die durch Zusatz von Mehl und Milch„gestreckt“ ist. Aus einem halben Pfund Butter sind zwei Pfund Sparbutter herzu stellen. Versuche mit dieser Sparbutter haben einem überaschend guten Ergebnis geführt, und sie eignet sich sowohl zum Kochen wie zum Brotaufstrich. Um die zu diesem Zwecke erforderliche Menge Mehl zu erhalten, wird die Stadtverwaltung in Berlin vorstellig werden. Die Sparbutter soll hauptsächlich an die minderbemittelte Bevölkerung abzegeben werden. Eingesandt. Der Kampf um den Speck. Bei dem gestrigen Speckverkauf am Schlachthofe haben sich Unzuträglichkeiten hereusgestellt, denen unbedingt abgeholfen werden muß. Hunderte von Frauen und Mädchen müssen, eingekeilt in drangvoll sürchterlicher Enge, stundenlang warten, bis an sie die Reihe kommt. Und daß es dabei ohne Aüffe und Knüffe, ohne zerbeulte Hüte und zerrissene Kleider nicht abgeht, sei nur nebenbei erwährt. Es ist ein„Kampf“ um den Speck im wahrsten Sinne des Wortes. Wäre es nicht vorteilhafter, die Stadt regelte den Verkauf straßenweise? Es würde dann alles bedeutend nihiger von statten gehen und jeder käme zu seinem Rechte. Eine, die gestern dabei war. Verantwortlich für die Redaktion Friedrich Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte, Wir haben eine Partie kuchen auf Lager und wollen sich diejenigen Viehhalter der Stadt Schwerte und des Amles Westhofen, die hiervon wünschen, bis zum 1. Nov. s d. J. melden. Spälere Bestellungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Ferner haben wir auf Lager melasse, Kleie n. eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. S zu Schwerte. Bekanntmachung betreffend Höchstpreis für Butter. Auf Grund des Gesetzes betreffend Höchstpreise vom 4. August 1914/ 21. Januar 1915 und der Verordnung des Bundesrats vom 23. Juli und 25. September 1915 bestimmen wir für die Stadt= und Landkreise Dortmund und Hörde einschließlich der kreisangehörigen Städte hierdurch folgendes: Der Kleinhandelpreis für 1 Pfund bester Süßrahmbutter darf 2.80 Mk., für 1 Pfund Land= oder Bauernbutter 2,50 Mk. nicht übersteigen. Ueberschreilung des Höchstpreises wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu 10000 Mk. bestraft. — den 20. Okiober 1915. Dortmund. Der Magistrat und der Der Magistrat und der Landrat Dortmund. Landrat Hörde. Der Bürgermeister der Stadt Castrop Der Bürgermeister der Stodt Lünen. Der Magistrat der Stadt Schwerte. 4921 Bekanntmachung. Insolge Erbreiterung der im Zuge der Ostbergerstraße liegenden se in km 157,2+ 62 der Strecke Schwerke—Arnsberg im Grüntal wird dieses Bauwerk für größere Fuhrwerke (Heu=, Möbelwagen und dergleichen) von heute ab bis auf Weiteres — gesperrt. Der Verkehr dieser Fuhrwerke kann während der Bauarbeiten über den Kirschbaumweg erfolgen. Schweile, den 18. Oktober 1915. Die Polizei=Verwaltung Rohrmann. 4895 Woldot Marke versendet an jedermann solange der Vorrat reicht, in Holzkübeln netto 100 Pfd. zu Mk. 35.—. in verzinnten Eimern 25 Pfd. zu Mk. 9.—. Bei Abnahme von 25 Ztr. à Ztr. Mk. 32.— gegen Nachnahme oder vorherige Kassa ab hier. Genaue Bahnstation ist anzugeben. 4715 Sellen-Versandhaus C. c. Dickertmann, Gelsenkirchen, Bismarckstrasse Nr. 62. Die Arbeits=Nachweisstelle Schwerte Liethstraße 4 Fernfpr. 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