90 95 925 S 8 2 5 2 2 19 3 S 5 8 6 80 ∆ * ((o Sdomntm Zahuer ucan dane außer Feiertags. Bezugsprets M.O viertelzahricch, bei der Post für Bestellgeld 42 Pio. mehr. Wöchentl. Grakisbeilage:„Iklustrierter Familiensreund“ u. tägl. Unterdaltungsdlatt. Anzeigenpreis: Die Zedengespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pfg., Reklamezeile 40 Pfo. Jeder Radatt gilt als Kassarndalt u. erlischt bei RooAursen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Rotsahbuad eernaht.-Seittuestelteme Amtliches Kreisblatt Welthofener Zeitung Langscheder Zeitung Verbunden mit: fardent kleis worcie Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Aborte Uoftssihne Schuater Uollsshlas Schwerker Tageblatt S Schwerter Anzeiger Grstes und älteltes Cagesorgan des Krelles o General-Rnzeiger für den Kreis börde o Haupt-Hononrenblac und dere und unhetenlterichn Durne nungen für den Arets Hörbe erlangen gomeh Betanntmachung dei Abniglichen burcd Verössenlichnag ie dur„Schwonen Zeuung“, rechtsoerdindliche Araft.— Die „Schwerter Zettung“ gewöhrt ihres Aboanen. ten für jeden mit Tod endenden Unfoß ge300 Mk. Unfall. Drchu. Vertage, Cor Boovs. Schwent. Fernsp. 62. Telegy. Adr. Braus Schwerte. Nr. 244. Montag, den 18. Oktober 1915. 47. Jahrgang. Schwere Verlüste der Franzosent. Weneres flegr u k. Angriffe der Russen zurückgeschlagen. Vergeisen in Gerdien. wtb. Großes Hauplquartier, 16. Oktober 1915. Westlicher Kriegsschauplatz. feindlicher Angriff gegen unsere Stellungen nordöstlich von Vermelles wurde abgeschlagen. In der Champagne blieben bei der Säuberung des Franzosen=Nestes östlich von Auvetive nach erfolglosen feindlichen Gegenangriffen im ganzen 11 Offiziere. 600 Mann, 3 Maschinengewehre und 1 Minenwerfer in den Händen der Sachsen. Kleinere Teilangriffe gegen unsere Stellungen nordwestlich von Souaia rud nördlich von Le Mesuil, wobei der Feind ausgiebigen Gebrauch von Gasgranaten machte, scheiterten. Ein Versuch der Franzosen, die ihnen am 8. Oktober entrissenen Stellungen südlich von Leintrey zurückzunehmen, deren Wiedereroberung sie am 10. Oktober, 4 Uhr nachmittags, schon amtlich meldeten, mißglückte gänzlich Mit erheblichen Verlusten, darunter 3 Offiziere und 40 Mann an Gefang nen, wurden sie abgewiesen. Ein Angriff zur Verbesserung unserer Stellungen auf dem Haitmannsweilerkopf hatte vollen Erfolg. Neben großen blutigen Verlusten büßte der Feind 5 Offiziere, 226 Mann als Gefangene ein und verlor 1 Revolverkanone, 6 Maschinengewehre und 3 Minenwerfer. Feindliche Angriffe am Schratzmännle wurden vereitelt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des General=Feldmarschalls von Hindenburg. Ein russischer Vorstoß westlich von Dünaburg sch iterte. Nordöstlich von Wessolowo wurden zwei Angriffe durch Artillerieseuer im Keime erstickt. Am Nachmittag und in der Nacht in dieser Gegend erneut unternommene Angriffe wurden abgeschlazen Wir nahmen hierbei 1 Offizier und 444 Mann gesangen und erbeuteten ein Maschinengewehr. Auch nordöglich und füdlich von Smorgon griffen die Russen mehrfach an; sie wurden überall zurückgeschlagen. Bei der Heeresgruppe des General=Feldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern und der Südlich von Semendria ist der WranovoBerg östlich von Pozarevac, und der Ort Smoljinac erstürmt. Bulgarische Truppen erzwangen nach Kampf an vielen Stellen zwischen Negotin und Strumica den Uebergang über die Grenzkämme. Die Ostforts von Jajecar sind genommen. Ebenso wurden südlich von Smorgon russische : gum Teif im Dahlampt Heeresgruppe des Generals von Linsingen nichts neues. Balken=Kriegsschauplatz. Die Armeen der Heeresgruppen des Generalfeldmarschalls v. Mackensen sind in weiterem Fortschreiten. WTB Großes Hauptquartier, 17. Okt. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Feindliche Handgranaten=Angriffe in der Gegend Vermelles=Rolincourt waren erfolglos. Der Westhang des Hartmannsweilerkopfes ist planmäßig und ohne vom Feinde gestört zu werden heute nacht von uns wieder geräumt worden, nachdem die feindlichen Gräben gründlich zerstört sind. Bei St. Souplet, nordwestlich von Souain. brachte Leutnant Boelke im Luftkampf ein französisches Kampf=Flugzeug, damit in kurzer Zeit sein fünftes feindliches Flugzeug, zum Absturz. Welche Erwartungen unsere Feinde im Westen auf ihre letzten Unternehmungen gesetzt und welche Kräfte sie dafür aufgewendet hatten, ergibt sich, abgesehen von dem schon veröffentlichten Befehl des Generals Joffre vom 14. September, aus folgendem weiteren Befehl, der am 13. Oktober bei einem gefallenen französischen Stabsoffizier gefunden wurde: Gr. H.=Qu. der Ostarmee. Generalstab 8. Büro, Nr. 12975. Gr. H.=Qu., 21. September 1915. Geheim! Weisung für die nördliche und mittlere Heeresgruppe. Allen Regimentern ist vor dem Angriff die ungeheure Kraft des Stroßes, den die französischen und englischen Armeen führen werden, etwa in folgender Weise klar zu machen: Für die Operationen sind bestimmt: 35 Divisionen, unter General de Castelnau, 18 Divisionen, unter General Foch, 13 englische Divisionen und 15 Kavallerie=Divisionen(darunter 5 englische.) Außerdem stehen zum Angreifen bereit: 12 Infanterie=Devisionen und die belgische Armee. Dreiviertel der französischen Streitkräfte nehmen somit an der allgemeinen Schlacht teil. Sie werden unterstützt durch: 2000 schwere und 3000 Feldgeschütze, deren Munitionsausrüstung bei weitem jene von Beginn des Krieges übersteigt. Alle Vorbereitungen für einen sicheren Erfolg sind gegeben, vor allem, wenn man sich erinnert, daß bei unserem letzten Angriff in der Gegend von Arras nur 15 Divisionen und 300 schwere Geschütze beteiligt wurss. gez. I. Jossre. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Oestlich von Mitau warfen unsere Truppen den Gegner aus seinen Stellungen. Nördlich und nordöstl. von Gr.=Eckau wurden die Russen bis über die Missa zurückgedrängt. Sie ließen fünf Offiziere und über 1890 Mann als Gefangene in unserer Hand. Vor Dünaburg wurden starte russische Angriffe abgeschlagen; die Russen verloren dabei vier Ossiziere, 440 Mann an Gefangenen, Vorstöße zum Teil im Nahkampf überall abgewiesen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Nichts neues. Heeresgruppe des Generals von Linsingen. Die Russen sind auch bei Mulcyce über den Styr geworsen. Angriffsversuche derselben am Kormyn scheiterten. 162 Balkan=Kriegsschauplatz. Beiderseits der Bahn Belgrad—Palanka wurde der Petrowgrob und der beherrschende Avalaberg, sowie der Vk. Kumien und die Höhen südlich von Rivotek(an der Donau) genommen. Das Höhengelände südlich von Belgrad ist damit in unserer Hand. Die Armee des Generals von Gallwitz warf den Feind von der Podunavlje hinter die Ralja (südwestlich von Semendria) und von den Höhen bei Sapina und Makce. Die Armee des bulgarischen Generals Bojadjeff erzwang sich den Uebergang über den unteren Timok und stürmte den 1198 Meter hohen Glogowicaberg(östlich Knjazevac), wobei acht Geschütze erbeutet und 200 Gefangene gemacht wurden. Auch in Richtung Piret drangen bulgarische Truppen weiter vor. Die Heeresgruppe Mackensen erbeutete bisher 68 serbische Geschütze. Oberste Heeresleitung. * rissen den Serben die stark verschanzten Stellungen auf den Höhen südlich Vinca. Eine unserer Divisionen las auf dem Gefechtsfelde 800 tote und schwerverletzte Serben auf. Bulgarische Streitkräfte erkämpften sich zwischen Negotin und Strumitza an vielen Stellen den Uebergang über die Grenzgebirge. Die Ostforts von Zajecar sind genommen. Der Stellvertreter des Chefs des Geueralstabes: von Hoefer, Feldmarschall=Leutnant. (Der 337 Meter hohe Petrowgrob liegt 18 Kilometer südlich von Belgrad, durch das Tal des Topciderkabaches von ihm getrennt der 565 Meter hohe Avala mit seinen reichen Quecksilbergruben. Der 263 Meter hohe Vk. Kamien liegt östlich davon. Ripotek an der Donau liegt 18 Kilometer südästlich von Belgrad. Die Ralja entspringt südlich von Belgrad, ihr Lauf geht von West nach Ost etwa 8 Kilometer südlich der Donau. Sie mündet bei Semendria. Der Glogowica=Berg liegt 10 Kilometer jenseits der bulgarischen Grenze, 17 Kilometer von Knjazevac entfernt. Die Red.) (Der 565 Meter hohe Avalaberg liegt 15 Kilometer südlich von Belgrad. Vinca liegt 15 Kilometer südöstlich von Belgrad an der Donau. Die Höhen südlich, jenseits der Bolecica, steigen von 70 Meter bis 209 Meter an. Die Red.) ——— drite Bumanntieg. WTB Wien, 17. Okt.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 16. Oktober mittags: Russischer Kriegsschauplatz. Die im Gebiete des unteren Styr kämpfenden k. und k. Truppen haben den Feind 20 Kilometer nördlich von Rafalowka neuerlich aus mehreren zäh verteidigten Stellungen geworfen und einen Gegenangriff abgeschlagen; sonst im Nordosten nichts Italienischer Arteusschauvlatz. Tirol wurde auf den Nordhängen des Altissimo(südöstlich Niva) ein Angriff der Ttaliener zurückgeschlagen. In den Dolomiten hielt die feind. liche Artillerie gestern den Raum von Corte und den Monte Piano unter lebhaftem Feuer. An der küstenländischen Front wurden einzelne Abschnitte des Plateaus von Doberdo von italienischer schwerer Artillerie beschossen. Infanterieangriffe fanden keine statt. Südöstlicher Kriegoschauplatz. Die Angrisfe der Verbündeten schreiten vorwärto. Die im Naume von Belgrad vordringenden österreichisch=ungarischen Truppen kamen auf der Verfolgung de. Gegners auf Stuemdistanz an die Avala=Befestigungen heran und entDer Vierverband auf der Höhe der Schwierigkeiten. Kopenhogen, 16. Okt. Der„Djen“ erinnert daran, er habe schon bei Kriegsbeginn betont, daß die Balkanstaaten erst in den Krieg eingreifen würden, wenn sie glaubten, die Entscheidung nach iugendeiner Seite herbeizuführen. Der Kampf des Vierverbandes gegen die Deutschen sei jetzt auf der Höhe der Schwierigkeiten angelangt, so daß für die Valkanstaaten der Zeitpunkt gekommen scheine, ihr Gewicht in die Wagschale für eine der beiden Seiten zu legen. Deshalb müsse der Entwickelung der Balkanlage die allergrößte Aufmerksamkeit zugewendet werden. Für den Vierverband habe die Entwickelurg der Dinge auf dem Balkan die allergefährlichste Form angenommen. Wenn Rumänien und Griechenland nicht sofort gegen Bulgarien reagierten, sei die Lage der Verbündeten auf dem südlichen Kriegsschauplatz die denkbar ungünstigste, denn es sei nicht daran zu denken, daß die Verbündeten sich auf anderen Fronten schwächten, um Serbien Hilfe zu bringzen. Durch den Anschluß Bulgariens an die Mittelmächte habe Deutschland drei neue wichtige Stützpunkte für den Unterseebootskrieg erhalten, nämlich Varna, Burgas und besonders Dedeagatsch. Bulgarien sei sicher vor irgendwelchen unangenehmen Ueberraschungen durch die Vierverbandstruppen, woraus sich seine überaus herausfordernde Sprache erkläre. Die letzte Rettung der Verbündeten sei das schwankende Griechenland und Rumänien; diese hielten die Entscheidung des Kampfes in den Händen. Serbien hat sich mit seinem Untergang abgesunden. bb Budapest, 17. Okt. Das Blatt„A Vilag“ meldet aus Bukarest: Nach einer aus Pristina hier eingetroffenen Nachricht soll der serbische Kronrat beschlossen haben, angesichts der gegenwärtigen Kriegslage auf dem Balkan den italienischen Aspirationen sich nicht zu fügen. Die italienische Regierung sei noch in den letzten Tagen des September bereit gewesen. Serhien mit beträchtlichen Truppenmassen zu unterstützen, wenn dagegen Serbien sich bereit zeige, die itelienischen Ansprüche anzuerkennen. Der Kronrat lehnte jede Verantwortung in dieser Hinsicht ab und Kronprinz Alexander sagte am Schluß des Kriegsrate, in erregtem Tone zu dem italienischen und russischen Gesandten: Dans Eurer Selbstsucht werdeg wir untergehen. Wie haben aber unsere Besschlüsse gesatzt und werden trotz allen Aussichtslosigkeit die zum äupfen, Ee#i#sttlae, das das####### 30 10 S gekommen ist, aber mit uns werdet auch Ihr untergehen. Niemand wird Euerer in Achtung und Wertschätzung gede nken. Der serbische Thronfolger beinahe gefangen genommen, Aus Bukarest wird gemeldet: Nach hier eingetroffenen Meldungen wäre der serbische Thronfolger Alexander bei der Eroberung Belgrads beinahe in die Hände der angreifenden Truppen geraten und gefangen genommen worden, wenn es ihm nicht gelungen wäre, noch im letzten Augen blick zu entkommen. Bei der verzweifelten Verteidigung der Serben traf er bis zur letzten Minute seine Anordnungen und blieb zur Stelle. Erst als feindliche Truppen im Weichbild der Stadt erschienen waren, dachte er an die Flucht, und kaum zehn Minuten vor dem Einmarsch ungarischer Honveds entkam er in Gesellschaft des englischen Generalstabshauptmanns Lord Bixton der drohenden Gefangennahme. Mehrere Offiziere seines Stabes, die die Operationen an der Donaufront geleitet haben, konnten sich nicht mehr in Sicherheit bringen. Sie wurden zum großen Teil gefangen genommen, während einige von ihnen gefallen sind. (T.=U.) Energische Offensive der Bulgaren. TU Sosia, 18. Okt. Nach Meldungen von der Front nähert sich der bulgarische Angriff im Süden der Stadt Pirot. Mehrere Vorstellungen sind von den Bulgaren bereits mit stürmender Hand genommen. Ueberraschend schnell ist der bulgarische Vormarsch gegen die serbische Timok=Stellung gelungen. An mehreren Stellen haben bereits Erfolg verheißende Angriffe gegen die von den Serben besetzten Brückenköpfe über den Fluß begon nen. Unsere Flugzeuge überflogen zu wieder holten Malen Bajezar und scheuderten mit gutem Erfolge Bomben. Durch ein bulgarisches Flugzeug konnte auch ein serbisches Munitionsdepot unweit Negotin durch Brandbomben zur Explosion gebracht werden. Das Vordringen der Bulgaren. TU Wien, 18. Okt. Aus dem k. u. k. Pressequartier: Ueber Serbien kreisen fleißig unsere Flieger, ohne mit Bomben zu sparen. Wie ich von zurückgekehrten Fliegern erfahren habe, befinden sich die Bulgaren etwa 19 Kilometer weit auf feindlichem Boden. Ein bulgarischer Armeebefehl. TU Budapest, 18. Okt.„Az Est“ meldet aus Sofia: Gestern ist hier ein Armeebefehl des Generals Jekow erschienen, der mit Bezeisterung über die Mittelmächte spricht und worin es heißt: Kämpfet mit Erbitterung und Zorn, um das Ver brechen zu sühnen, das unsere Todfeinde an Bulgarien begangen haben. Die Erinnerung an den serbischen Verrat stärke Euren Nächerarm! Jetzt oder nie! Wir wollen keine Ketten mehr tragen, wir brechen sie! Die Kämpfe in Serbien. TU Athen, 18. Okt. Telegramme aus Nisch geben zu, daß die serbische Armee wegen erneuerter deutscher Angriffe die Front Schabatz—Belgrad— Smederowo und südlich Smederowo räumen und sich auf die zweite strategische Linie zurückziehen mußte. TU Basel, 18. Okt. Man meldet den„Baseler Nachrichten“, daß zwischen Serben und Bulgaren im Gebiete von Walandowo eine erbitterte Schlacht im Gange sei. Das Schlachtfeld befinde sich auf dem linken Wardaufer südlich von Strumitza. Englands Kriegserklärung an Bulgarien. WTB London, 17. Okt.(Reutermeldung.) Das Auswärtige Amt teilt mit: Da Bulgarien bekannt gegeben hat, daß es sich im Kriegszustande mit Serbien befindet und Bundesgenosse der Mittelmächte geworden ist, teilte Großbritannien durch Vermittelung des schwedischen Gesandten in LonSchalten der Teterpautsfestung. Roman von Hermann Gerhardt. 21 Die unermüdlichen Koketterien der Pilsoutsky betrachtete er achgerade als etwas von ihr Unzertrennliches, das zwar lästig, aber als unvermeidlich mit in Kauf zu nehmen sei, wie etwa das entstellende Schielen eines Bekannten. Um diese Zeit gönnte sich der junge Student aber auch kaum je eine Erholungsstunde. Wenn ihn nicht seine Schüler in Anspruch nahmen, dann pflegte er die verschiedenen Krankenanstalten zu besuchen, um dort seine medizinischen Kenntnisse zu bereichern. Dank der Fürsprache des Präfekten, der ihn mit einigen Vertretern seiner Wissenschaft bekannt gemacht hatte, waren ihm die Wege geednet worden. * Nur einen Tag in der Woche gab es, an dem er keine Knaben zu untetrichten und keinen chirurgischen Demonstrationen beizuwohnen hatte, wo der heilsame Zwang der Arbeit zeitweilig aussetzte und man es sich gestatten durfte, auch einmal den zarteten Empfindungen Daseinsrechte zu gewähren. An diesem Tage pflegte Werner seine Schritte vormittags zur bestimmten Stunde nach der Isaakskirche zu lenken, und dort hinter einem bestimmten Pfeiler ganz im Hintergrunde Posto zu fassen. Bon dort aus konnte er beobachten, ohne selbst gesehen zu werden; und wenn er dann, bei Beendigung des Gottesdienstes, seinen Posten wieder verließ, dann lag auf seinen offenen Zügen ein träumerischer Ausdruck, etwas Weltentrücktes und leich Ergebungsvolles, so, als habe er eine Unerbar, wie ein Engelsbild, erschten ihm das süße Antlitz, in dessen Anblick er versunken gewesen! Wie konnte ein Erdenwurm, gleich ihm, sich vermiessen, den verklärten Blick dieser wundersadon Bulgarien mit, daß vom 15. Oktober 10 Uhr abends ab zwischen England und Bulgarien der Kriegszustand besteht. Ein dritter Protest Griechenlands gegen die Truppenlandungen. TU Wien, 18. Okt. Das„Neue Wiener Tageblatt“ meldet aus Lugano: Turiner Blätter erfahren aus Saloniki; daß bis Donnerstag keine Truppenzüge aus Saloniki abgegangen sind und zwar infolge eines dritten Protestes Griechenlands in Paris und London.— Hierzu läßt sich das„Neue Wiener Journal“ aus Budapest drahten: Das„Ungarische Korrespondenzbureau“, bekanntlich ein offiziöses Organ, erfährt aus Saloniki, daß der dortige Kommandant eine Verordnung erließ, worin er mit Rücksicht auf die Anwesenheit fremder Truppen erlaubt, Waffen zu tragen. Jedermann wird bestraft, der nicht der einheimischen Bevölkerung gegenüber Uebergriffen fremder Truppen genügend Schutz gewährt. Diese Verfügung richtet sich hauptsächlich gegen die gelandeten fremden Kolonial= truppen. Rußland will nicht durch Rumänien? Die Petersburger Telegraphen=Agentur dementiert die Nachricht, daß Rußland die Absicht habe, die rumänische Neutralität zu verletzen, um Bulgarien anzugreifen, und bemerkt: Dieser neue deutsche Winkelzug hat den ersichtlichen Zweck, die Aufmerksamkeit Rumäniens von der Gefahr abzulenken, die ihm von Deutschland droht, das keine Bedenken tragen wird, die mmänische Neutralität selbst zu verletzen, sei es um die Verbindung mit Bulgarien herzustellen, sei es, um von Süden her nach Rußland einzudringen.(WTB). Rußland lehnt ab! Genf, 18. Okt. Auch Rußland lehnte die aktire Teilnahme am Balkankrieg ab, nachdem Rumänien den russischen Durchzug verweigert habe. Rumänien lehnt dankend ab. Die Voraussetzung für die Sendung eines russischen Hülfskorps nach Serbien bildet eine Einigung Rußlands mit Rumänien über die Erlaubnis, seine Truppen durch rumänisches Gebiet nach Bulgarien einmarschieren zu lassen. Der französische Minister des Aeußeren, Viviani, glaubte diese Hülfe schon für„morgen“ in Aussicht stellen zu können. Sein englischer Kollege,„sobald die russischen Truppen abkömmlich“ seien. Dabei sind dem bedächtigen Grey einige Bedenken wegen Rumäniens Haltung aufgestiegen, mit dem die Entente„eine ganze Zeitlang in guten Beziehungen gestanden“ hat. D. h. doch nichts anderes, als daß Rumänien jetzt eine andere Haltung dem Vierverbande gegenüber eingenommen hat. Mit dieser Ansicht dürfte der englische Minister, wie aus Bukarest gemeldet wird, gegenüber Viviani Recht behalten, der noch immer von einem Eingreifen Rumäniens an der Seite des Vierverbandes träumt. Wie die„Südslavische Korrespondenz“ nämlich meldet, hat der rumänische Ministerpräsident Bratianu auf eine russische Anfrage, ob ein etwaiger Durchmarsch russischre Truppen durch Rumänien gestattet werden würde, strikt ablehnend geantwortet. Das ist für einen neutralen Staat eine Selbstverständlichkeit, zumal er nicht, wie Griechenland, als Entschuldigung auf eine schutzlos daliegende ausgedehnte Küste hinweisen kann und andererseits die siegreichen Heere der Mittelmächte das rumänische Gebiet fest umklammert halten. Zudem wird die alte Generation in Rumänien es noch im Gedächtnis behalten haben, was es bedeutet, russische Truppen auch als Freunde durchmarschieren zu lassen. Hat sich doch Rußland 1878 nicht entblödet, den rumänischen Bundesgenossen, der ihn eben erst bei Plewna gerettet hatte, zu zwingen, das fruchtbare Bessarabien gegen die sumpfige Dobrudscha einzutauschen. Gibt aber Rumänien jetzt dem Drängen Rußlands nach, so würde sich ohne Zweifel das Spiel von 1878 wiederholen. Denn die Ueberlassung der Dobrudscha war vom russischen Standpunkt aus ein schwerer Fehler, weil Rumänien sich damit wie ein Riegel vor das russische Endziel Konstantinopel legte. Ein italienischer Transportdampfer mit 2000 Mann versenkt. bb Konstantinopel, 18. Okt. Aus Saloniki wird gemeldet: Auf der Fahrt nach Mudros ist ein italienisches Transportschiff mit 3000 Mann torpediert worden. Englische Alörder. WTB Neuyork, 16. Okt. Durch Funkspruch des Vertreters des W. T. B.: Die„World“ meldet aus New=Orleans; Vier Amerikaner, die Mitglieder der Mannschaft des Maultierschiffes„Nicosian“ sind, legten die schriftliche, eidliche Erklärung nieder, in der sie schildern, wie die Engländer 11 hilflose Mitglieder der Besatzung eines deutschen Tauchbootes kaltblütig ermordeten. In den eidlichen Erklärungen wird zunächst der Angriff des Tauchbootes auf den„Nicosian" beschrieben. Nachdem die Mannschaft die„Nicosian“ in den Booten verlassen hatte, begann das Tauchboot die Zerstörung der„Nicosian" durch Beschießung. Inzwischen näherte sich ein vorher am Horizont gesichteter Dampfer, auf dessen Außenseite mittschiffs zwei Bretter mit aufgemalter amerikanischer Flagge angebracht waren. Die Insassen des Bootes waren erfreut darüber, daß ein neutraler Dampfer in der Nähe sei, um sie aufzunehmen. Das die amerikanische Flagge führende Schiff, das später als britisches Kriegsschiff„Baralong“ unter Kapitän Mac Bride sich herausstellte, kam an die„Nicosian“ heran. Gleichzeitig verschwanden die vorher er wähnten Bretter und an Stelle der amerikanischen wurde die britische Flagge gehißt.„Baralong“ feuerte sofort auf das Tauchboot. Später schoß die „Baralong“ mit einem schweren Geschütz. Mehrere Deutsche auf dem Tauchboot wurden getroffen und das Tauchboot sank langsam. Die Mannschaft stand bis zur Hüfte im Wasser. 11 Mann, danunter der Kommandant, sprangen ins Wasser und schwammen auf den„Nicosian", und 5 Mann erreichten den Bord dieses Schiffes. Andere hielten sich an den herabgelassenen Tauen fest. Inzwischen erreichten alle unsere Boote den„Baralong“ und wir gingen an Bord. Kapitän Mac Bride schien hocherfreut zu sein. Er befahl seinen Leuten, sich an dem Reeling aufzustellen und auf die 6 Deutschen unten im Wasser zu feuern. Alle sechs wurden getötet. Sodann wies jemand darauf hin, daß 5 Deutsche auf der „Nicosian“ seien. Von einigen Offizieren der „Nicosian", begleitet, suchten nun britische Seesoldaten, mit allen aufzuräumen und keine Gefangenen zu machen. Die Schriftstücke schildern eingehend, wie die einzelnen Deutschen erschossen wurden. Der Schiffszimmermann des„Baralong“ ließ einen Deutschen mit hochgestreckten Händen auf sich zukommen und erschoß ihn dabei mit seinem Revolver. Der Kommandant des Tauchbootes sprang von der„Nicosian“ und schwamm mit erhobenen Händen auf den„Baralong“ zu. Die Seesoldaten feuerten auf ihn vom„Nicosian“ aus. Ein Schuß traf ihn in den Mund, und der Kommandant versank. Sodann kehrten die Seesoldaten auf den„Baralong“ zurück. Es herrschte große Freude unter ihnen. Diese Schriftstücke decken sich mit den seinerzeitigen Angaben des Amerikaners Dr. Banks, welcher damals Tierarzt auf der„Nicosian“ war und besonders den Mißbrauch der amerikanischen Flagge betonte. (Und ein solches Mördergesindel zetert über deutsche Barbarei. Wird man in London den Mut haben, diese amerik. Aufdeckung der feigen Mordtat eines englschen Kriegsschiffes abzuleugnen? Aber was sagt die amerikanische Regierung zu dieser schurkischen Tat? Wird man in Washington jetzt auch die Forderungen der Menschlichkeit betonen. die man bezüglich der Kriegsführung der deutschen U=Boote so energisch betonte?) Gegen die Mörder zur See. bb Berlin, 18. Okt. Die„Norddeutsche Allgem. Ztg.“ schreibt:„Die von der amerikanischen Zeitung„World“ verbreitete Nachricht über die Ermordung der Besatzung eines deutschen Tauchbootes durch englische Streitkräfte hat der kaiserlichen Regierung Anlaß gegeben, sofort die geeigneten Maßnahmen zur Aufklärung des Tatbestandes zu treffen. Die Regierung behält sich vor, die danach notwendigen Schritte zu tun. Die erfolgreichen Zeppelinangrisse auf London. London, 17. Okt. Die„Times“ melden, daß durch die bisherigen Angrisse von Zeppelinen auf England 167 Personen getötet und 384 verwundet wurden; hiervon entfallen allein auf den letzten Angriff 170 Personen. Der Dämon unserer Zeit. Wien, 16. Okt. Delcassees Rücktritt, den man hier nach der Meldung von seiner angeblichen Erkrankung und seinem Fernbleiben vom Ministerrat sicher erwartete, veranlaßt die Blätter zu Besprechungen, welche die höchste Befriedigung über die Beseitigung dieses einen der schuldvollsten Kriagshetzer ausdrücken uund daraus den beginnenden Zerfall des diplomatischen Zusammenbruches im Vierverband folgern. Die„Neue Freie Presse“, schreibt: Theophile Delcassee ist gefallen. Ein Dämon unserer Zeit, eine Geißel für die Menschheit, ein mit Blutschuld beladener Urheber des schmerzensreichen Krieges, so ist er in die Politik eingetreten und so wird ihn die Geschichte dereinst schildern. Er hat den Krieg mit klarem Bewußtsein gewollt, ihn seit vielen Jahren nach eigenem Geständnis angestrebt und sich dieses Verbrechens gerühmt. Nach seiner Beseitigunz scheint es, als wäre etwas Böses aus der Luft entschwunden und als würden die Seelen in Frankreich der Erkenntnis zugänglicher sein, denn er hat Gift in Frankreich ausgestreut, von ihm ist Verführung und Nebel ausgegangen. Wie ein Psychose war es über die Franzosen gekommen. Der Glaube an den Sieg war nicht das Ergebnis der Prüfung, sondern ein zum Dogma versteinerter Wunsch. Erst als sich zeigte, daß Bulgarien nicht in die russische Falle gehen wollte und Griechenland sich die Freiheit seiner Politik vorbehielt und Venizelos' Staatsstreich mißlang, die verbündeten Heere in Belgrad einrückten und für Serbien die Lebenskrise begann, wurde der Glaube an das Dogma vom Siege erschüttert, und der Minister, der es am meisten durch alle Künste der Verlogenheit verbreitet, fiel, aber sein Sturz kann nicht ohne Folgen auf Persönlichkeiten sein, die gleich ihm schuldig sind. Diesen Menschen hat Präsident Poincaree zum Botschafter der Republik in Petersburg gemacht, wo die gefährlichste Kriegspartei am Hofe gegen den Frieden schürte, und nach dem Ausbruch des Krieges zum Minister des Auswärtigen ernannt. Wenn der Mantel fällt, muß der Herzog nach. Diese Vorbereiter der Politik der Gehässigkeit müssen fort. Delcassee ist bereits gefallen, Delcassee ist ein Vorzeichen, u. sein Sturz wird nicht vereinzelt bleiben. men Augen auf sich zu lenken, die aussahen, als vermöchten sie schon den Schleier zu durchdringen, der die Geheimnisse des Jenseits verhüllt! Als Woche um Woche verstrich, ohne daß er von ihr, die ihm früher so nahe und so vertraut gewesen, mehr zu sehen bekam, da begann er fast, sie so zu betrachten wie ein geliebtes Wesen, das durch den Tod von ihm geschieden war und dessen Bild in stiller Feierstunde bei ihm Einkehr hielt. An einem jener frostklaren Wintertage, wie sie im Norden Rußlands häufig sind, wo die durchsichtige Luft von lauter blitzenden Eiskrystallen erfüllt zu sein scheint und eine wunderbar belebende Einwirkung auf den Menschen ausübt, hatte Rittberg dem Drängen der Knaben nachgegeben, mit ihnen auf der Newa Schlittschuh zu laufen. Vor ihnen geradeüber stiegen dräuend die ditsteren Mauern der Peternaulsfestung empor, und wie ein Blick darüber inschweifte, regte sich in Werner plötzlich der Lounsch, das Innere dieses zu chauriger Berühmtheit gelangten Staatsgefängnisses in Augenschein zu nehmen. Wieder zu Hause angelangt, war er eben dabei, seine Schlittschuhe zu reinigen, als der Präfekt an seinem Zimmer vorbeikam und stehen blieb, um sich mit dem Mediziner über eine außergewöhnliche Operation zu unterhalten, welcher Werner am Vormittage in einem Krankenhause beigewohnt. Biruleff, der stets ein lebhaftes Interesse für dessen Studium zeigte, hörte den Ausführungen mit Aufmerksamkeit zu. Als Rittberg geendet und der Präfekt sich entfernen wollte, brachte ersterer seinen Wunsch vor, die Festung besichtigen zu dürfen. Ein eigentümlicher Ausdruck trat in die Züge des Präfekten, um ebenso rasch wieder zu verschwinden, und ein blitzartig aufleuchtender Blick traf den jungen Deutschen. „Die Festung?" wiederholte er und zog die Augenbrauen in die Höhe,„wissen Sie was, lie ber Freund, die Sache verlohnt sich wirklich nicht: Sie würden dors abselut nichts fiuden, interessieren könnte. Steinerne Manern, finstere, verkomiene Physiognomien, Zellen, von denen die eine genau so aussteht, wie die andere!" „Trotzdem möchte ich gar zu gerne das berühmte Staatsgefängnis sehen, von dem man schon so viel gehört hat," beharrte Rittberg.„Vorausgesetzt natürlich, daß Exzellenz nichts dagegen haben.“ „Nicht das Geringste, mein Freund,“ entgegnete der Präfekt leichthin.„Ich werde Sie sogar mit dem größten Vergnügen selbst herumführen. Ist es Ihnen recht, wenn wir gleich morgen früh hinfahren?“ „Sehr gütig, Exzellenz.“ „Also abgemacht!“ lächelte der Präfekt liebenswürdig,„morgen vormittag um zehn.“ Er winkte mit der Hand und entfernte sich. 15. Kapitel. Mit dem Schlage 10 hielt des Präfekten Schlitten vor dem Hauptportale, aus welchem dieser selbst, von Rittberg gefolgt, fast im gleichen Augenblick trat. Militärische Pünktlichkeit war etwas, worauf er bei sich selbst und anderen streng hielt. Auf der Fahrt, während er eigenhändig das prächtige Ruppengespann leukte, zeigte sich Birnleff ungewöhnlich schweigsam und in Gedanken verloren. Rittberg hatte sich den Rockkragen in die Höhe geklappt und neigte den Kopf gegen den schneidenden Wind, der über die Kais empfindlich kalt wehte. Die Droschenkutscher an den Halteplätzen schleukerten mit den Armen, um sich zu erwärmen, und ihre Nasen guckten blaurot gefroren aus den riesigen Schaffellkragen. Unter ihrer blanken Eisdecke bildete die Newa jetzt eine glatte Fahrstraße, auf der endlose Reihen von Schlitten, mit Waren und Breunholz beladen, dahinsansten. Die weite Fläche wimmelte von Menschenvolk. Doch dieser Aublick war für Werner nachgerade nichts Neues mehr und so achtete er kaum darauf; dezu schon kam der imposante Gebäudekompleg der Festung in Sicht, und seine düstere Silhonette hob sich scharf vom klaren Himmel ab. Wie ungezählte unheimliche Augen blickten die Feusterreiheu herab, als spähten sie unter dem Publikum nach neuen Opfern. Es schien, als werde der Präfekt erwartet, denn kaum, daß der Schlitten hielt, öffneten sich bereits die mächtigen Torflügel, um sofort hinter ihm und seinem Begleiter wieder ins Schloß zu fallen. „Jetzt sind Sie im Gefängnis,“ lachte Biruleff. Sie standen in einem geräumigen Hofe, den hohe Mauern von allen Seiten umgaben. Zwar schien auch hier die Sonne herein, und ihre Strahlen spielten gerade so unbekümmert, wie draußen in Wald und Feld; aber es lag etwas Grausames in diesen Sonnenblicken, wenn sie den kalten Stahl der Bajonette aufblitzen ließen und die zusammengesunkenen Gestalten der Sträflinge, die sich unter scharfer Bewachung auf dem Hofe ergingen, zu grotesken Schattenbild ern verzerrten. Die beiden Besucher passierten eine eisenbeschlagene Tür und traten in eine Vorhalle, in welcher sich eine Anzahl Türen rechts und links befanden und Korridore sich nach verschiedenen Richtungen abzweigten. Das Zimmer, das sie zunächst betraten, war ein großer, viereckiger Raum mit weißgetünchten Wänden, der wie eine Wachtstube aussah; ein langer Tisch aus Tannenholz stand darin und ebensolche Bänke, während ein riesenhafter Kachelosen eine Gluthitze verbreitete. Mehrere Angestellte saßen und standen umher. Die Ersteren schnellten bei des Präfekten Eintritt von ihren Sitzen in die Höhe, und alle grüßten. In der einen Ecke war ein junger Mensch an einem Stehpult mit Schreiben beschäftigt; zu ihm trat Birnleff heran und prüfte schweigend die Eintragungen, die er gemacht hatte. Darauf flüsterten sie eine Weile miteinander und dann wandte sich der Präfekt wieder an Rittberg:„Wir brauchen keinen Führer, sagte er. 23116 wure zetert über don den Mut eigen Mordtat ugnen? Aber ng zu dieser ashington jetzt skeit betonen, der deutschen K8 eutsche Allgem. ikanischen Zeiüber die Erutschen Tauchhat der kaiserfort die geeigdes Tatbestanilt sich vor, die inangrisse s“ melden, daß Zeppelinen auf 384 verwundet auf den letzten er Zeit. s Rücktritt, von seiner anernbleiben vom aßt die Blätter te Befriedigung der schuldvollsten s den beginnenusammenbruches eibt: Theophile on unserer Zeit, i mit Blutschuld reichen Krieges, und so wird ihn r hat den Krieg ihn seit vielen gestrebt und sich h seiner BeseitiBöses aus der n die Seelen in licher sein, denn eut, von ihm ist ngen. Wie ein osen gekommen. cht das Ergebnis gma versteinerter Bulgarien nicht und Griechenik vorbehielt und die verbündeten für Serbien die Glaube an das id der Minister, ste der VerlogenSturz kann nicht sein, die gleich en hat Präsident publik in PetersKriegspartei am und nach dem nister des Auskantel fällt, muß iter der Politik lcassee ist bereits sen, u. sein Sturz re Silhonette b. Wie ungee Feusterreiin Publikum rwartet, denn en sich bereits inter ihm und zu fallen. ichte Biruleff. en Hofe, den gaben. Zwar d ihre Strahwie draußen is Grausames ikalten Stahl ie zusammendie sich unter ergingen, zu I eine eisenbeVorhalle, in his und links verschiedenen betraten, war heißgetünchten aussah; ein id darin und senhafter KaNehrere AngeDie Ersteren itt von ihren i. In der einen nem Stehpult trat Biruleff Eintragungen, kerten sie eine ste sich der Pränauchen keinen 931.16 Eine Frauenaufgabe in der Gegenwart. Ils Johann Heinrich Pestatozzi noch nicht 6 Jahre alt war, starb sein Vater in jugendlichem Mannesalter. Der Tod entriß ihn zu früh den Seinen, er ließ die Mutter und außer Johann Heinrich noch 2 Kinder in ziemlich dürftigen Verhältnissen zurück. Wenige Monate vor diesem traurigen Ereignis war ein einfaches Mädchen vom Lande, Barbara Schmid aus Buche im Kanton Zürich, als Magd in die Dienste der Familie getreten. Der Vater erkannte ihre Vorzüge, ihre Treue und ihren praktischen verständigen Sinn, und auf dem Sterbebette nahm er ihr das Versprechen ab, seine Frau und seine Kinder nicht zu verlassen.„Wenn ich tot bin“, beschwor er sie,„so ist sie verloren, und meine Kinder kommen in harte und fremde Hände. Sie ist ohne Deinen Beistand nicht imstande, meine Kinder bei einander zu halten.“„Ich verlasse Ihre Frau nicht, wenn Ste sterben.-Ich bleibe bei ihr bis in den Tod, wenn sie mich nötig hat“, versprach die Meszd. Barbara Schmid hat ihr Versprechen gehalten, ohne einen Augenblick zu schwanken, und sie hat treu der Mutter bei der Erziehung der Kinder geholfen. So ist sie unsterblich geworden, denn sie hat den berühmten Pestalozzi mit groß gezogen, der als Pädagoge gerade die Familienerziehung in den Vordergrund gerückt hat, und der selbst als Vater der Waisen und als Erzieher der Menschheit zum großen Segen mittelbar und unmittelbar für ungezählte Tausende werden sollte. Der blutige Krieg reißt so manchen Vater im jugendlichen Alter aus der Mitte der Seinen, hinweg von der Mutter und den unmündigen Kindern. Sie bleiben zurück in Not und Verzagtheit. Auf der anderen Seite gibt es viele Tausende einsamer Frauen, die allein in der Welt dastehen. Der Geliebte, mit dem sie vereint waren oder sich vereinigen wollten, liegt im Massengrab in feindlicher Erde. Ihr Wunsch, eine Familie zu begründen, bleibt unerfüllt. Wie inhaltreich wäre plötzlich wieder das Leben dieser einsamen Frauen, wenn sie sich einer solchen verlassenen Familie, der der treusorgende Vater genommen ist, mit Hingebung und Umsicht anschlössen und bei der Erziehung der Kinder fröhlich und treulich mithülfen. Gott schenke unsern Kriegerwaisen viele solch selbstloser Frauen. Wenn sie auch vielleicht nicht in dem Sinne unsterblich werden, wie Barbara Schmid, so doch in dem Sinne der Bibel:„Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Kroge des ewigen Lebens geben.“ — Zur Verlobung des Prinzen Joachim von Preußn mit der Prinzessin Maria Auguste von Anhalt Beiseiteschaffung von Feldpostpäckchen u. 48 zu 1 Jahr— unterm 28. 9. vom Landgericht in Bochum der Postschoffner Nikodemus Stender in Herne wegen Unterschlagung von Feldpostpaketchen zu 5 Mo“ naten Gefängnis. **(Evangelischer Arbeiter= und Bürgerverein.) In der gestrigen Monatsversammlung des evangelischen Arbeiter= und Bürgervereins, welche unter dem Vorsitz des Herrn Hüseken im Hotel Quadbeck stattfand, hielt nach erfolgter Beitragszahlung Herr Lehrer Klähn einen sehr interessanten Vortrag über die 500jährige Herrschertätigkeit der Hohenzollern und wies unter Hervorhebung der wichtigsten Abschnitte dieses Zeitraumes nach, was Land und Volk einserem Herrschergeschlechte verdanlen. Herr Pastor Terberger berichtete sodann über die Dortmunder Herbsttagung des Westfälischen Hauptvereins des evangelischen Bundes und schilderte an der Hand eines dort von dem Königsberger Generalsuperintendenten Schöttler gehaltenen Vortrags die Nussennot in Ostpreußen. Büchertisch. Ballenstedt bringen wir die Porträts der Verlobten. Prinz z seine Braut am 10. Juni 1898 zu Schloß Joachim ist am 17. Dezember 1890 zu Berlin und] geboren. (Vermißte Deutsche in Frankreich.) Aus Stadt und Umgebung Rückblicke aus den Weltkrieg. 18. Oktober. Kämpfe bei Iwangorod und Radymno. Torpedoboot„S 90“ Dieser Tag war ein heißer Schlachttag bei Iwanlgorod, wo die Deutschen einer doppelt überlegenen russischen Truppenmacht gegenüberstanden; gelang es auch nicht, die Russen entscheidend zu schlagen, so bekamen doch die Oesterreicher durch die deutschen Angriffe Luft. Am selben, Tage suchten die Oesterreicher am San nördlich vorwärts zu kommen; bei Radymno wurde um den Besitz der Bahn gekämpft. Auch in Angarn am Strwiazfluß waren die Kämpfe auf der ganzen Linie im Gange. In Bosnien, 70 Kilometer von Serajewo entfernt, wurden starke serbisch=montenegrinische Truppen auf den Höhen von Romanja Planina von den Oesterreichern geschlagen.— Das tapfere Torpedoboot„S 90“ unter seinem Kommandanten Kapitänleutnant Brunner vernichtete unter eigener großer Gefahr am genannten Tage vor Tsing= tau den japanischen Kreuzer„Takatschio"; das Boot erreichte zwar die Küste, war aber vom Rückzug abgeschnitten und wurde vom Kommandanten noch eben vor dem Erscheinen des Feindes gesprenzt. Die Besatzung entkam nach Nanking. **(Vorsicht bei Gesprächen!) Für die Dauer des Kriegszustandes hat der stellvertretende kommandierende General für den Bezirk des 11. Armeekorps folgenden Befehl erlassen: Wer öffentlich über den Abtransport, die Durchfahrt oder den Durchmarsch von Truppen, über Störungen der Eisenbahntransporte durch Unglücksfälle und Unbrauchbarwerden von Eisenbahnen und Brücken Mitteilungen— seien sie wahr oder nicht wahr— macht, wird, sofern die Truppenbewegungen oder Störungen nicht öffentlich bekannt, gegeben sind, mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft. „Nordd. Allgem. Ztg.“ schreibt: Nach Zeitungsmeldungen soll sich eine vom König von Spanien eingerichtete Nachrichtenstelle auch mit der Ermittelung der in Frankreich vermißten deutschen Heeresangehörigen befassen. Auf Grund dieser Meldungen gehen in Madrid von Deutschland aus zahlreiche Bitten um Nachforschungen nach Vermißten ein. Die Meldungen sind unrichtig. Weder der König noch die kaiserliche Botschaft in Madrid oder die kaiserlichen Konsularbehörden in Spanien sind in der Lage, die in Rede stehenden Ermittelungen herbeizuführen. **(Teuerungszulagen für Eisenbahnbedienstete.) Alle bei der Staatsbahn voll beschäftigte Hilfsbeamten, Arbeiter und Arbeiterinnen, die zur dauernden Beschäftigung angenommen, sowie die vorübergehend beschäftigten, sofern sie inzwischen für den Unterbeamtendienst geprüft sind und in ihm beschäftisst werden oder mindestens 6 Monate im Dienste sind, erhalten wiederum eine Teuerungszulage, die sofort zahlbar ist. Die Zulage stuft sich gleich wie die letzte ab: 1. für ledige Bedienstete, 2. für Verheiratete ohne Kinder unter 14 Jahren, 3. für solche mit ein bis drei Kindern dieses Alters, 4. für solche mit mehr als drei Kindern dieses Alters. Weiter sind die Beträge nach 4 Gruppen abgestuft, die sich durch verschiedene Zuteilung der Stationsorte ergeben. Die Beträge bewetzen sich zwischen 6 uund 25 Mark. **(Margarine) läßt sich nicht längere Zeit aufbewahren. Margarine wird, wie wiederholt festgestellt worden ist, in den letzten Wochen von Hausfrauen der besseren Stände, die bisher nur wenig Marg rine verbraucht haben, eingekauft und in Steintäpfen oder Fässern eingepökelt. Manche Hausfrauen glauben sich immer noch mit Vorräten versehen zu müssen, wenn es heißt, daß Knappheit in einer Ware zu erwarten steht. Hierdurch kommt es, daß der minderbemittelten Bevölkerung, die nur täglich kleine Mengen einkaufen kann, die Ware fortgekauft wird und der Händler für diejenigen, die es am nötigsten haben, keine Ware mehr hat. Margarine, auch wenn sie eingepökelt wird, ist nur beschränkt haltbar. Die klugen Hausfremen, die sich versorgt huben, werden bald die Erfahrung machen, daß ihre Margarine, eingepökelt oder nicht, schlecht geworden ist. Das zurzeit wichtigste Nahrungsmittel hat somit seinen Zweck verfehlt. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Hausfrauen, die in heutiger Zeit dirch unvernünftiges Einkaufen und Aufspeichern die Schuld daran tragen, wenn die Preise von Lebensmitteln ständig höher werden. Die Hausfrauen werden gebeten, nur so viel Margarine einzukaufen, als für den täglichen Bedarf notwendig ist. Strafbar macht sich jeder, der Vorräte aufstapelt und verderben läßt. **(Von der Feldpost.) Der private Paketverkehr nach dem östlichen und westlichen Kriogsschauplatz ist freigegeben worden, nur der Verkehr nach dem Balbankriegsschauplatz ist noch gesperrt. Der Verkehr nach dem nordöstlichen Kriegsschauplatz wird allerdings erst langsam vor sich gehen, weshalb es sich empfiehlt, sich dahin Beschränkungen aufzuerlegen.(WTB5. **(Ein Wunsch der Kaiserin.) Ihre Majestät die Kaiserin wünscht ihren Geburtstag, dem Ernste der Zeit entsprechend, in aller Stille zu verleben. Es würde in ihrem Sinne sein, wenn alle, die sonst ihre Liebe und Anhänglichkeit durch Glückwünsche zum Ausdruck zu bringen pflegten, in diesem Jahre davon abständen. Ihre Majestät weiß, daß es dessen nicht bedarf, um sie des treuen Gedenkens Unzähliger versichert zu halten.(WTB). **(Das Nickelwalzwerk), das bedeutendste indus strielle Werk unserer Stadt, hat neben dem vor einigen Jahren zwischen Nosenweg und Fleitmannstraße erbauten Walzwerk in diesem Sommer eine große Glüherei aufführen lassen, die noch in diesem Heobste in Betrieb genommen wird. Auch das vor einigen Jahren von der Firma angekaufte Klewitzsche Messingwerk an der Hermannstraße wurde in diesem Jahre durch Neubauten um die Hälfte vergrößert. **(Gefährliches Spiel.) Beim Herabrutschen über das Treppengeländer stürzte gestern der fünfjährige Sohn eines Anwohners der Westenstraße so unglücklich in den Hausflur, daß er sehr schwere Verletzungen am Hinterkopf erlitt. **(An den Pranger!) Es sind verurteilt worden: Unterm 16. 8. vom Landgericht in Dortmund der Anköner, frühere Postaushelfer Johann Strselecki daselbst wegen Beraubung eines Feldpostbriefes zu 1 Monat— unterm 9. 9. vom Landgericht in Dortmund der Arbeiter, frühere Postaushelfer Franz Hoffmeier daselbst wegen fortgesetzter Unterschlagung und Beraubung von Feldpostsendungen zu 6 Monaten— unterm 10. 9. vom Schöffengericht in Oberhausen der Lehrling Leonhard van Wersch daselbst wegen Unterschlagung von Feldpostpaketchen zu 1 Monat— unterm 22. 9. vom Landgericht in Münster der Knecht, frühere Postaushelfer Bernhard Siewecke aus Oelde wegen Turnvater Dr. Goetz f. Alle unter dieser Nubrit besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Neue Christoterpe. Ein Jahrbuch, hergusgegeben von Adolf Bartels und Julius Kögel. 37. Jahrgang. Halle(Soale) 1916. Richard Mühlmann Verlagsbuchhandlung(Max Grosse). Die „Neue Christoterpe“ hat, wie der Verlag mitteilt, im letzten Jahre stärkeren Absatz gefunden, als vorher. Das ist natürlich eine Wirkung des Krieges, der zu gehaltvollen Büchern treibt. Der neue Jahrgang steht nun unter dem Zeichen des Krieges, und man wird zugeben müssen, daß das Große und Dauernde im Weltkrieg in ihm zum Ausdruck kommt. Sellstverständlich fehlen auch die Gedichte nicht, doch sind sie, in Friedens= und Kriegsgedichte eingeteilt, weniger zahlreich als sonst. Man wird im besonderen die Gedichte Gefallener, die die „Heimkehr zu Gott“ zeigen, bemerkenswert finden. Emanuel Geibel. Sein Leben und eine Auswahl aus seinen vaterländischen und religiösen Gedichten.(Volksschriften zum großen Krieg Nr. 56/57). Berlin W. 35, Verlag des Evangelischen Bundes. 40 Seiten. 20 Pfg. Soeben erschien komplett der erste Band von Unsere Bayern im Felde. Erzählungen aus dem Weltkrige 1914/15. Berichte von bayerischen Feldzugsteilnehmern, bearbeitet von Josef Peter, Oberst a. D., illustriert von Prof. A. Hoffmann, Ost=Petersen, Reich und anderen. 800 Seiten, LexikonFormat, mit hunderten, teils farbigen Bildern, Beilagen und Karten, hochelegant gebunden in Gold= und Farbenpressung, zum Preise von 12 Mk. Verlag„Glaube und Kunst", Parcus u. Co., München. Das Werk„Unsere Bayern im Felde“ hat weit über die Grenzen unseres Vaterlandes Beachtung gefunden. Die Heltentaten der„Bayern", die sich bekanntlich auf allen Kriegsschauplätzen hervorragend betätigen, bilden ein beredtes Zeugnis von der Unerschrockenheit und dem Mannesmut des bayerischen Kriegers und der großen Liebe zu seinem Vaterlande. er Leipzig, 16. Oktober. Geheimer Sanitätsrat Dr. Ferdinand Goetz, der Führer der Deutschen Turnerschaft, ist, 78 Jahre alt, in Leipzig bestorben. Soeben erschien Band 14 der Sammlung„Sämann=Bücher": Stille zu Gott! Herausgegeben von D. theol. David Koch. Ein Buch zur Erbauung und Aufmunterung für die Angehörigen der im Felde kämpfenden, verwundeten und gefallenen Krieger. Preis 1.— Mk. Verle) für Volkskunst(Richard Kertall Sateert. Stadttheater Dortmund. Dienstag, 19. Oktober, abends 7½—10¼ Uhr: „Der Trompeter von Säkkingen“ von Viktor E. Neßler. Mittwoch, den 20. Oktobee, abends 7½—10½ Uhr: „Der Hypochonder", Lustspiel in 4 Akten von Gustav Moser. Donnerstag, 21. Oktober, abende 7½—10½ Uhr: „Der Widerspenstigen Zähmung“, komische Oper in 4 Akten. Freitag, 22. Oktober, abendn 7½—10 Uhr:„Seine einzige Frau“, Lustspiel in 3 Akten von Julius Magnussen. Sonnabend, 23. Oktober, abends 7½—10½ Uhr: „Mignon“, Oper in 3 Aufzügen von Ambroise Thomas. Wetter=Aussichten für mehrere Tage im Veraus. 19.— Meist bedeckt, milde. 20.— Veränderlich, milde. Verantwortlich für die Redaktion Feiedrich Kraag, Braus, beide in Schwerte, HATTPOTA KHANMN-PANNNg für Herren- und Knaben-Kleidung der Firma IX. Hieit& Ceilp, Herven u. Rudden-Weiden. Ostenhellweg 23(gegenüber I. Fischer) in Dortmund. Schnell war dein Herz gebrochen In vollster Jugendkraft, Das hat uns schwer getroffen; Doch silll, Gott hats gemacht, Was Gott tut, das ist wohlgetan. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 19. September infolge Halsschusses mein heissgeliebter Mann, der treusorgende Vater seines Kindes, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Ersatzreservist Franz Mainzer Infanterie-Regt. 136, 10. Komp. im blühenden Alter von 25 Jahren. In tiefer Trauer: Wwe. Franz Mainzer Klara geb. Schmerbeck. Herta Mainzer. Familie W. Mainzer. Familie Fritz Schmerbeck. Barmen, Beyenburg und Schwerte, den 18. Oktober 1915. 4867 Ful deh Herust u. Willtersind sämtliche Nenheiten in Kleiderund Blusen- Stoffen eingetroffen: 90 cm br. Cheviots in elen Prrper 75 J d. Nir. Halbwoll Kleiderstelfekariert nut 120 Diese Stoffe sind besonders gut im Tragen. Ganstuch 75 cm breit, für Kleider 1 70) ch das Haustden und Blusen nur 10 Meter. 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Karte von England„ 6. Karte von Oberitalien und Nachbargebiete 7 Karte vom Oesterreichisch=Serbischen Kriegsschauplatz 8. Kartevon Kurland und Gouvernement Kowno 9. Karte der Europäischen Türkei und Nachbargebiete(Dardanellen=Straße, Marmara= Meer, Bosporus) 10. Uebersichtskarte von Europa Der große Maßstab der hauptsächlichsten Karten gestattele eine reiche Beschriftung, eine dezente sielfarbige Ausstattung gewährleistet eine große Uebersicht und leichte Orientierung: Details wie: Festungen, Kohlenstationen 2c erhöhen den Wert der Karten. Der Atlas ist dauerhaft gebunden und bequem in der Tasche zu tragen. Das geschlossene Karsenmalerial wird vor alle. Dingen unseren Bragen im Felde willkommen sein. Preis Mark 1.50. Bucbbandlung Carl Braus, Die Industrie des Ruhrkohlen-Bezirks und benachbarter Gebiete. Herausgegeben mit Unterstützung namhafter Mitarbeiter von Gustav Koepper. 647 Seiten Großquart auf Kunstdruckpapier mit 350 Textabbildungen u. 31 Vollbildern in Doppelton= u. Dreifarbdruck. Elegant in Ganzleinen gebunden. Preis statt 20 Mark nur S Mark. Vorrätig in der Buchhandlung Carl Braus, Schwerte(Ruhr) Im Feindeslande, viel zu früh. Sa k hin dein Haupt zur ewgen Rub. Fürs Vaterland gabst du dein Leben, Schlaf wohl, du wack'rer Streiter du. Den Heldentod fürs Vaterland starb am 23 September mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel, der Musketier Ernst Lindzum Infanterie-Regt. 136, 11. Komp. im blühenden Alter von 20 Jahren. in tiefer Trauer: Die Fraugernden Anderuechenen. Schwerte, Frankreich, Berlin und Kiel, den 18. Oktober 1915. 48·6 Gute Große Marklstraße 3 bis 5. Schwerte(Ruhr), Gr. Marktstr 3—5. Suchesofort einen ordentlichen Für gute Eichein zahlt per Pfund 5 Pfg. Ein= und Ver. kaufsgenossenschaft. Eingetragene Cenossenschaft mit beschränkter Haslpflicht zn Schwerte 48°5 Zwangsverkauf Am Dienstag. den 19. Okloder d. Is., vorm. 16½ Uhr. werde ich zu Westhofen an O;i und Stelle, Versammlung der Käufer im Fritzenkötter'schen Lokale daselbst 1 Dreschtaften gegen bar versteigern. Morgenroih, 4869 Gerichtsvolzieder. Wer übernimmt in Westhofen die Verpflegung von K 20• Kriegsgefangenen? Argebote unt. Nr. L. 4868 an d Gesch d. Zig. Für gute Eicheln zable per Pfo. 6 Pig., für über 1 Cen ner per Pid. 6½ Pig dei 2 Ceninern per Pfo. 7 Pig Habe auch einen Wurf kleiner Schweine abzugeden. 4857 Wilhelm Becker Schwerte, Ostenstraße 38 Jungen. Landwirtschaft hat. Zu erfrag. in der Geschäftsleie dir. 316. 4399 Junge Frau, deren Mann im Felde ist, sucht Stellung als Kontoristin. Offerten unter L. 4858 an die Geschäftsstelle d. Zig. wieder vorrhüg. 4868 E. wembert Sealsce Mäiche echmiede, Werkstallu. Transportarbeiter finden daueride Beschättgung. 4862 Stahlwerke Brüninghaus, Abteilung Eisenwerk Westhofen, Westhosen i. W. 5 HimmerWohnung mögl. abgeschl., per sofort zu mieten gesucht. 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Mich hat sie so sant und sicder durch die Nacht meines Lebens geleitet, sollte ihr das mit Ralf weniger gelingen, dem—“ „Ihr ganzes Herz gehört," vollendete Ewald Lorenz mit einem Anfluge von Wehmut.„Ach, Komtesse,“ und er heftete das ernste Auge traurig auf ihr blasses Antlitz,—„es ist nur ein frommer Kinderglaube, daß Liebe, selbst die redlichste, innigste, Gegenliebe erwecken müsse. Liebe ist Gnade, und nur zu häufig an einen unwürdig n Gegenstand verschwendet.“ Ulrike senkte unruhig den Blick. Dann sagte sie hastig:„So meinen Sie, daß Ralfs Trübsinn niemals an dieser reinen Mädchenliebe genesen könne? Ewald, es wäre so traurig für sie als auch für ihn.“ „Der Sturm der Leidenschaft ist mit glühenden Flammengarben über seine Seele gebraust und hat tief jenen einen unvergeßlichen Namen hineingebrannt. Dennoch können auch aus solcher Verwüstung neue Triebe gezeitigt werden. Wie oft erblüht nicht aus Trümmern ein anderes, gesegnetes Leben, sobald Sorsalt, Kraft und liebender Eifer das Chaos lichtet und nun mit sreudiger Geduld die mühsame Saat beginnt. Haben Sie diese Geduld, Gräfin, lassen Sie jenen Flammenspuren Zeit, zu verharschen. Vor allem gönnen Sie Ralf Freiheit. Hier kann er noch nicht gesunden; er bedarf stetig neuer Eindrücke, um vergessen zu lernen.“ „Sie haben recht, es ist der Wechsel, der belebt und erhält, nur wenige unter uns sind ihm nicht unterworfen,“ stimmte ihm Ulrike bei; aber in ihrem Ton lag nicht der Klang frohen Trostes, sondern nur das Zugeständnis einer bitteren Notwendigkeit.“ „Möchten Sie es in diesem Falle anders wünschen, Gräfin? Was würde aus der Welt ohne alle fördernden Wandlungen? Sie haben die größte Berechtigung, sofern sie als notwendige Folgerungen und nicht durch verderbliche äußere Einwirkungen gewaltsam entstehen.“ „Wohl, wohl,“ nickte Ulrike,„und Sie wollen sagen, daß Ralf zunächst wieder reisen müsse, um zu gesunden?" „Gewiß, Gräfin, es ist der einzig rechte Heilweg für ihn, und ich habe bereits darauf hinzuwirken gesucht. Ralf ist dem Plane nicht so abgeneigt, als ich fürchtete. Er erkennt das Gebot, sich neue Lebenskrat und Freudigkeit zu gewinnen, weiß aber ebenso, daß er sie hier im Hause der Trauer nicht erreichen kann. Drum lassen Sie ihn schleunig ziehen, damit er Ihnen um so eher erstarkt zurückkehre.“ „Und wenn er gar nicht wiederkehrte, Ewald? Ich kann mich trüber Vorahnungen nicht erwehren,“ schaltete sie angstvoll ein.„Ralf ist durch und durch Gefühlsmensch, ohne jene Widerstandskraft zu besitzen, die dem Manne geziemt. Wenn nun diese große Herzenstrauer dort in der Fremde seine Jugendkraft besiegte, oder ein grausiges Ungefähr— das Leben ist ja so vielen vernichtenden Zufällen unterworfen— ihn mir raubte! Oh, der Gedanke könnte mich sinnlos machen. Was bin ich ohne ihn, meinen einzigen Bruder, den einzigen Menschen auf der Welt, den ich liebe! Mit ihm aber würde mir auch die teure Heimat genommen, und— jene Sünderin nähme Besitz von ihr als triumphierende Herrin von Rhoda, ihr ungeratener Sohn würde Erbe des Majorats. Ewald, ehe ich solche Schmach, solchen Schandfleck auf unserem Wappenschilde duldete———“ Sie vollendete nicht, aber in ihren sprühenden Augen, die sie in namenloser Qual auf den Freund heftete, loderte ein wilder Haß. „Gräfin, um Himmels willen, wohin führt Sie Ihre erregte Phantasie! Ihre Nerven sind überreizt durch die beständige Trauer und Sorge der letzten schweren Wochen. Die furchtbare Möglichkeit, welche Sie da voraussetzen, darf und soll uns nicht vorzeitig beunruhigen. Ich kenne Sie nur groß und edel denkend mit Ihrem starken Geist, aber diese bange Zukunftssorge, ist sie ganz frei von Egoismus?“ „Einen Flecken auf dem Schilde der Rhoda, ich trüge es nicht,“ murmelte sie, seines Vorwurfs nicht achtend.„Alle, alle hielten sie die Ehre rein und das Ansehen des Hauses hoch, mochte auch manch einer menschlich sehlen,— Leon aber, ich weiß es sicherlich, wird ein Entarteter sein und einst Schmach auf unseren stolzen Namen häufen unter der Leitung jener schlechten, sittenlosen Frau. Und ich sollte es dulden, daß beide hier herrschen in ihrem lachenden Hohn, ihrer triumphierenden Sünde?" „Ich ehre und verstehe solchen Stolz, denn er ist in Ihnen nicht eitle Ueberhebung, sondern wahre Ueberzeugung und ehrliches Empfinden. Aber jene Befürchtungen sind doch, Gottlob, einstweilen grundlos, da Ralf körperlich noch in seiner Jugendblüte steht und nicht so leicht gefährdet werden kann,“ sagte Ewald beschwichtigend.„Um Sie aber vollends zu beruhigen, Gräfin. und jenes Schreckgespenst auf Jahre hinaus zu vertreiben, könnte eine Vorkehrung getroffen werden—“ „Die jene Frau für immer von Rhoda ausschlösse?“ fragte Ulrike atemlos. „Zum mindesten für lange Jahre. Mein Vorschlag soll indes lediglich Ihre Besorgnisse entkräften, Gräfin; ich nehme gar nicht an, daß seine Anwendung geboten sein möchte,“ fügte er zuversichtlich hinzu. „Oh, reden Sie, erklären Sie, Lorenz.“ „Wohlan, Ralf muß Sie gesetzlich für die, sagen wir, nächsten zwanzig Jahre zur unumschränkten Verwalterin des Majorats während seiner Abwesenheit bestätigen. Ich weiß, daß die Hausgesetze der Rhoda diese zeitweilige Belehnung einer Tochter mit dem Majorat, im Falle keine erwachsenen männlichen Rechtsnachfolger vorhanden sind, gestatten, wohlverstanden jedoch nur in Vertretung des regierenden Majoratsherrn, sei er durch Abwesenheit oder jahrelange Krankheit an der Wahrnehmung seiner Rechte behindert. Anders liegt die Sache, wenn sein Tod inzwischen einträte. Dann gingen allerdings alle Verwaltungsrechte auf die Mutter der minderjährigen männlichen Erben über, und der Aufenthalt in Rhoda könnte ihr nicht verweigert werden. Diese Möglichkeit lassen Sie uns aber ausschließen und hoffen, daß Ralf sich noch lange Jahre hinaus seines Lebens, seines herrlichen Besitzes erfreuen möge. Immerhin jedoch böte Ihnen eine solche Vollmacht verleihendes Kodizill eine große Beruhigung, und ich selbst werde Ihren Bruder veranlassen, diese Verfügung zu treffen.“ Tief bewegt drückte Ulrike die Hände des fürsorglichen Freundes.„Ewald, Ihr Rat gibt mir Großes," atmete sie erleichtert auf,„er ist mir eine Gnade des Himmels. Niemand wird es dem Majoratsherrn verargen, wenn er vor dem Antritt einer größeren Reise seine einzige Schwester mit einer solchen Bestimmung zu schützen sucht. Sorgen Sie, daß auch die Gräfin Kenntnis von dieser Verjügung erhält; es scheint mir dies geboten.“ Sie trat an eines der hohen Bogenfenster und blickte gedankenvoll in die winterliche Landschaft hinaus. Endlich rief sie den Doktor an ihre Seite und deutete auf einen Parkweg, auf dem soeben Hedwig und Ralf in anscheinend lebhaftem Gespräch langsam dem Schlosse zuschritten. (Fortsetzung folgt.) S S S 3 SiGGE S 6 8S *" 5 G 85 Denkspruch. Werce wieder, was an deinem großen Cage Du gewesen, zu dir selbilt wach' auf! Lein' verachten! Buhl' um Gunst nicht! Haß ertrage Schreib dir selbst Gesetz und Lebenslauf! E. v. Wildenbruch. Wo ein Wille ist... Skizze von M. Henzler. (Nachdruck verboten.) „Untauglich!“— lautete das lakonische Urteil. Es traf Robert Kruse mit vernichtender Härte. Er schlug die Augen nieder, um die heiß aufsteigenden Tränen zu verbergen. Mit väterlichem Wohlwollen versuchte der Arzt, ihm über seine schmerzliche Enttäuschung hinwegzuhelfen, und sagte freundlich: „Kommen Sie später mal wieder. Turnen und essen Sie tüchtig. Vielleicht reicht's dann mit der nötigen Fülle und Breite.“— Wie betäubt irrte Robert stundenlang durch die Straßen. Man hatte ihm zwar streng untersagt, länger als die vorgeschriebene Zeit auszubleiben, aber das kümmerte ihn jetzt nicht. Er mußte erst ruhiger werden, ehe er sich nach Hause getraute. Was würde er nun alles zu hören bekommen! Er hatte ja so fest, so stolz auf seine Einstellung gerechnet, Seele und Geist waren erfüllt von heiliger Kampfeslust,— in der Kraft und Willen über alles Schwache und Unvollkommene siegte. „Mit Turnen und tüchtig Essen“— so sagte doch der Arzt?— Ein heller Schein flog über sein hageres, blasses Jungengesicht. Unwillkürlich reckte er sich stramm und spannte die Muskeln. Oh, stark war er! Sie hätten ihn auf die Probe stellen müssen! Aber das Maaß!— Und diese schreckliche Magerkeit!— An Appetit fehlte es ihm allerdings nicht,— aber mit dem Essen war es leider schlecht bestellt!— Satt wurde er nie!— Ein paar freie Augenblicke zum Turnen wollte er sich schon heimlich abstehlen. Die Nacht war ja lang,— und am Tage,— na——— Müde, seinen gequälten Gedanken nachhängend, ging er seines Weges. Ganz am Ende des kleinen Städtchens war sein„Zuhause“. Je näher er der Straße kam, desto langsamer wurde sein Schritt. Hanne Mertens, die gleich an der Ecke wohnte, sah ihn kommen. Sie wartete, bis er dicht an ihr vorüber mußte. „Na,— sie können dich wohl nicht brauchen?“ fragte sie mitleidig und hielt ihn am Arm zurück. Verstört schaute Robert auf. Die Hanne, die sonst mit keinem redete und ihn befonders abstoßend behandelte, weil sie mit seinem Vormund seit Jahren in Feindschaft lebte,— gab ihm jetzt gute Worte.—— „Ich bin zu schmal und sehe zu elend aus, ich soll,— ich muß mehr——“ Verlegen wandte er sich ab und wollte schnell weiter, als fürchte er, schon zuviel gesagt zu haben. Die Hanne machte auch ein so eigentümliches Gesicht,— und wenn sein Vormund noch erfuhr, daß er mit ihr gesprochen, bewachte er ihn noch schärfer. Hanne stand in vorgebeugter Haltung und beobachtete des Jünglings erregtes Mienenspiel. Jeden Gedanken las sie ihm vom Gesicht. „Armer Kerl,— du möchtest wohl für dein Leben gern Soldat werden?“— Und als sie Roberts aufleuchtendem Blick begegnete, flüsterte sie ihm rasch noch zu:„Komm heute abend auf ein Viertelstündchen zu mir herüber. Ich weiß dir guten Rat.“ Als sie sein ängstliches Zögern bemerkte, fuhr sie eifrig fort:„Du wirst schon eine Gelegenheit finden, wegzugehen. Sieh, ich habe keinen Sohn und würde mich so freuen, einen draußen zu haben, für den ich sorgen und schaffen kann. Und— dein Vormund ist doch nur froh, wenn er dich behalten darf. Ich habe noch etwas mit ihm zu verrechnen,— und wenn ich dich von ihm wegbringe,— sind wir quitt. Er hat mir in schwerer Zeit seine Hilfe versagt, dafür helfe ich dir. Hast du mich verstanden? Ich warte also auf dich!“ Ehe Robert sich's überlegen oder antworten konnte, war Hanne Mertens hinter der Haustür verschwunden. Er blickte verwirrt um sich, Zum Glück hatte es niemand gesehen. Hannes Vorschlag belebte ihn mit neuen Hoffnungen. Zum erstenmal begegnete ihm ein Mensch, der ihm menschlich näher kam. In frühester Kindheit hatte er beide Eltern verloren. Sein Vormund, ein entfernter Verwandter, nahm ihn auf und zog ihn groß. Nach den Schuljahren wurde er als Geschäftshilfe tüchtig ausgenützt. Soweit er zurückdenken konnte, war sein Leben ausgefüllt mit strenger Pflichterfüllung, er war nie Kind, und bis jetzt nie jung gewesen. Seine Lehrzeit schien kein Ende zu nehmen. Brechters waren ja nie zufrieden mit seinen Leistungen, und wenn er unter der Arbeitslast fast zusammenbrach. „Ich trage die Verantwortung, wenn du später nichts taugst,“ pflegte sein Vormund zu sagen, wenn Robert sicher ein Lob erwartet hatte. Ja, wenn wenigstens das Essen darnach gewesen wäre! Aber Frau Brechters Augen verfolgten ihn bei Tische und vergällten ihm oft jeden Bissen. Die übrigen Mahlzeiten wog sie ihm auch so knapp wie möglich zu. „Wer zuviel ißt, verliert die Lust zur Arbeit,“— hielt sie ihm stets vor, wenn er gar zu gierig zugriff. So war er nun 17 Jahre geworden. Geduckt, im Joche der Pflicht, war er still und wunschlos durch die Tage seines Lebens gegangen, bis der Weckruf des Schicksals ihn hochgerissen. Mit einem Schlage fiel alles Schwere und Unfertige von ihm ab. Der Krieg hatte ihm mit Flammenschrift seinen Weg vorgezeichnet. Zu Scharen sah er Männer und Jünglinge hinausziehen. Auf ihren Stirnen stand ein eherner Wille. Aus ihren Augen sprühten Feuergarben hoher Kampfesfreude. Und da war sein neues Menschentum in ihm geboren. Es schäumte und gärte in ihm auf— und zwang ihn eines Tages, mit freier, kühner Entschlossenheit vor den Mann zu treten, dem er bisher in Demut und Furcht gedient hatte. „Ich möchte meine Papiere haben. Morgen will ich mich stellen. Es werden wieder Freiwillige gesucht.“— Hellauf lachend rief Brechter seiner Frau zu: „Du, der Knirps will Soldat werden! Junge, du gehörst ja noch ins Wickelkissen. Selbst, wenn sie dich holen würden, hätten sie schon beim Sehen genug an dir! Aber, ich will dir den Spaß mal gönnen. Geh' nur, geh' nur!“—---—Daß er nun recht behielt, warf ihn in die alte Qual zurück. Doch Hannes zärtliches Augenpaar tauchte wieder vor ihm auf. Er gab sich einen Rück.„Heute abend,— heute abend——.“ Ein Gefühl des Geborgenseins kam über ihn. Es rötete ihm die Wangen, strahlte aus seinem Blick. Mochten sie spotten und höhnen,— er wußte: doch Soldat!————— Marie Brechter, eine behäbige, etwas selbstbewußt dreinschauende Frau in den Vierzigern, stand hinter dem Ladentisch und bediente heute ihre Kunden allein. So flink, wie sie hantierte, so flink ging ihre Zunge.