De Scemin Seiuer uben und auder Felertags. Bezugsprete#2. D zadrich, del der Pos io: Bestelgeis 62 Plo wadr. Wöchentl. Grallsbellage:„JAustrientm Samillentreund“ u. tägl. Uaterbaltungsbiall. Anzeigenpreis: Die jedengespaltene Petltze### oder deren Raum 10 Plg., Anzeigen von auswärt 15 Pig., Reklamezeile 40 Ptg. Jeder Radatt gilt als Kassarnban u. erlischt bei Aosworsen, Zwangsoergleichen, gerichtl. Klagen a. Nichtdeachtung d. gemacht. Jahlungsbedingung. Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schpates Uolbahlas Verbunden mit: für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung de Uoftssduung Schwerker Tageblatt, O Schwerker Anzeiger Grlies und älteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeiger für den Kreis börde&am Haupt-Ahnoncenbias abn dute, und ihelenht egichn Durn sungen fo: den Arsts Hörbe erlangen gemth, Betanntmochung der Abalglichee Regienung dunch Verösseatlichung io der„Schwertes Jageg“ mosurchesichr Buest.— Do „Schwerter Zettung“ gewöhrt ihren Abonnen: ien für jebes mit Tob endrnben Uasal Hagungen* 300 Mk. Unfall.Druch u. Verlag o. Corl Brous.( Setsd-Sech-ebh custenuench Nr. 240. Mittwoch, den 13. Oklober 1915. 47. Jahrgang. Die Zzestung Genlteneriaersttn. Weiterer Fortgang der Offensive in Serbien. visse hoi Sauchos und in der shampaone abgeschlagen. Bei Dünaburg russiss Ein schlechtes Gewissen. Unter dieser Ueberschrift wird in der salbamtlichen„Nordd. Allg. B46.,, die Furcht vor der Wahrheit gegennzeic#e„oie sas englische Auswärtige Amt gegenuver den deutschen Darlegungen über die Vorgeschichte des Krieges und die deutsch=engli: schen Verständigungsnerhandlunger garg 1912 an den Tag legr. Es wiro vgrauf hingewiesen, daß alle deutschen amtlichen und halbamtlichen Veröffentlichungen in der englischen Presse nur unvollständig und ungenau wiedergegeben worden sind. Auf einen interessanten Artikel des bekannten belgischen sozialistischen Abgeordneten und jetzigen Ministers Vandervelde wird bei dieser Gelegenheit Sir Edward Grey aufmerksam gemacht. Bandervelde schrieb in diesem Artikel über„Belgiens Stellung wischen Frankreich und Deutschland", veröffentlicht in der Münchener Wochenschrift „März“ vom 10. Januar. 1914. bei Besprechung der le##e. belgischen Militärvor„Nach der Abstimmung über die deutsche Wehrvorlage vom 14. Juni 1912 legten verschiedene Mächte der belgischen Regierung nahe, daß man sie nicht mehr für fähig halte, im Notfall eine Verletzung der belgischen Neutralität zu hindern. Man gab ihr zu verstehen, daß, infolge unserer Machtlosigkeit, die Deutschen, die an der belgischen Grenze wichtige Vorkehrungen getroffen haben, im Handt drehen den größten Teil des Lander###etzen könnten. Und man erklärte ihr, daß unter diese. Umständen, aus Furcht vor den Folgen einer solchen Besetzung, andere Mächte, etng, aug reich oder England, es im Kriegsfall für angezeigt halten könnten, Deutschland zuvorzuAuf diese Argumente sich stützend, sezte es M. de Broqueville, trotz der antimilitaristischen Tendenzen der Mehrheit, bei eben dieser Mehrheit durch, daß die Kriegsstärke des Heeres etwa verdoppelt und das Heeresbudget um wenigstens 30 Millionen jährlich erhöht wurde.“ Es kann als ausgeschlossen gelten, bemerkt hierzu die„Nordd. Allg. Ztg.“, ein Mann von der Stellung, die Herr Vandervelde im politischen Leben Belgiens einnahm, dies geschrieben hätte, wenn Herr von Broqueville vorstehende Erklärungen nicht wirklich abgegeben hätte. Wir müssen daher Sir Edward Grey anheimstellen, sich zunächst einmal mit seinen belgischen Kollegen Herrn von Broqueville und Hern Vandervelde, welcher jetzt auch belgischer Minister ist, auseinanderzusetzen. Weiter wird in der offiziösen Auslassung auf den bekannten Ausspruch Greys: „Wir werden nur wenig mehr leiden, wenn wir am Kriege teilnehmen, als wenn wir abseits bleiben“, hingewiesen und dazu geschrieben: „Zu dieser zynischen Kriegsbegründung, die fortleben wird in der Geschichte aller Zeiten, liefern die täglichen englischen Totenlisten einen tragischen Kommentar. Wohl niemals ist ein Volk mit so frivolem Leichtsinn gewaltsam in einen Krieg hineingezogen worden wie das englische in den gegenwärtigen Krieg. Wie wenig kriegerisch die Stimmung in breiten Schichten des englischen Volkes war, beweist die Haltung der englischen Presse in den letzten Tagen vor Kriegsausbruch, beweisen auch die Verhandlungen des Unterhauses in jener Zeit. Die furchtbaren Leiden des Krieges, die entsetzlichen Opfer an Gut und Blut sind dem englischen Volke, von der liberalen Regierung auferlegt Deutscher Tagesbericht. wtb. Großes Hauplquartier, 12. Oktober 1915. Nördlich von Arras setzten die Franzosen ihre Angriffe fort. Zvei Teilangriffe gegen die von uns am 8. Oktober südwestlich von Loos zurückeroberten Grähen wurden abgewiesen. Stärkere Angriffe gegen die Front von nordöstlich Souchez bis östlich von Neuville brachen stellenweise unter sehr erheblichen Verlusten für den Feind zusammen. Nur an zwei kleinen Stellen gelangten die Franzosen bis in unsere vorderste Linie. Auch in der Champagne endeten französische Angriffe beiderseits Tahure mit einem empfindlichen Rückschlag für den Feind. Trotz starker Artillerie=Vorbereitung vermochte er gestern abend keinen Geländevorteil zu erringen. Seine Versuche, heute früh an derselben Stelle durchzustoßen, scheiterten ebenfalls. Oestlicher Kriegsschauplatz Heeresgruppe des General=Feldmarschalls von Hindenburg. Auf der Westfront von Dünaburg führte unser Angriff zur Erstürmung feindlicher Stellungen westlich von Illuxt in 2½ Kilometer Frontbronte. 3 Offiziere und 367 Mann wurden gefangen genommen, 1 Geschütz. und 1 Maschinengewehr erbeutet. Russische Gegenangriffe wurden zurückgeschlagen. Heeresgruppe des General=Feldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern Nichts neues. Heeresgruppe des Generals von Linsingen. Die feindliche Kavallerie bei Jeziercy räumte das Feld. Die Lage bei den deutschen Truppen der Armee des Geuerals Grafen von Bolhmer ist unverändert. Balkan=Kriegsschauplatz. Auf der ganzen Front machten unsere Vorwärtsbewegungen gute Fortschritte. Stadt und Feste Semendria wurde gestern von unseren Truppen genommen. Oberste Heeresleitung. Mit der Eroberung von Semendria(Smederevo) hat sich die Armee Gallwitz den Einmarsch in das Moravatal gesichert. Die von den Serben und ihren Ratgebern in diesem Kriege wie Belgrad erheblich verstärkte Festung Semendria liegt an der Donau und der Jesava, dem westlichen Mündungsarm der Morava. Semendria ist der Ausgangspunkt einer wichtigen Bahnlinie, die sich 50 Kilometer südlich davon bei Vk.(Klein=)Plana mit der Bahn Belgrad—Nisch vereinigt. Die Stadt Semendria zählt über 7000 Einwohner; sie war von 1430—59 serbische Residenz. hauteten bei der(Exstünmung WTB Wien, 13. Okt. Amtlich wird verlautbart vom 12. Oktober mittags: Russischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Im Raume südlich Burkanow schlugen wir drei russische Angriffe ab. Die Abwehr eines vierten, der gegen ein Frontstück von 2—3 Kilometer gerichtet war, ist noch im Gange. Am Kormin=Bach und nördlich von Nasalowka am Styr unternahm der Feind gleichfalls einige erfolglose Vorstöße. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Südlich der Save und der Donau und an der unteren Drina wird an ganzer Front angegriffen. Die aus Belgrad vordringenden k. und k. Truppen erbeuteten bei der Erstürmung des östlich der Stadt und der Laudostschanze aufragenden Berges Lipar 3 Geschütze und einen Scheinwerfer. Alle Anhöhen im Umkreise von Belgrad, die die Stromübergänge in Feldgeschützertrag beherrschen, sind im der Verbündeten. Die Deutschen eroberten Semendria und drängten den Feind auf Posarovac zurück. Auf der Grenze zwischen der Herzegowina und Montenegro kam es an meheren Stellen zu Geplänkel mit montenegrinischen Abteilungen. Italienischer Kriegsschaupletz. Keine Aenderung. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschall=Leutnant. WTB Athen, 13. Okt.(Verspätet eingetroffen.) Der Kapitän des griechischen Amerikadampfer;„Patris“ berichtet, er habe vorgestern nacht den drahtlosen Hilferuf des französischen Truppentransportdampfers„Samlin Haver= erhalten, der von einem deutschen Unterseeboot terpediert worden war und sich etwa 100 Seemeilen östlich von Malta mit über 2000 algerischen Schützen an Bord in sinkendem Zustande befand. Als die„Patris“ die Unsallstelle erreichte, war der Dampfer„Samlin Haver“ mit allen an Bord befindlichen Truppen versunken. Englischen Torpedobooten gelang es nur etwa 90 Mann, zum größten Teil verwundet, zu retten.„Samlin Haver“ war vor der Katastrophe auf der Fahrt nach Mudros. worden, well es für sie keine Rüarehr gab auf der verhängnisvollen Bahn, die sie eingeschlagen und unentwegt verfolgt hatte, i= igung Ruder gelangt war, weil sie sich dem mit seinen aggressiven Tendenzen mit Haut und Haaren verschrieben hatte. Um aber die wünschenswerte Kriegsbegeisterung in die Massen zu tragen, mußte die englische Regerung g## dem Mittel greifen, den deutschen Einmar), in Belgien als Kriegsgrund zu proklamterr., und mit der denkbar würdelosesten Propagan, zu popularisieren. Die englische Landung# Griechenland hat dieser verächtlichen Heuchele ein unvergängliches Denkmal errichtet. Zum Schluß wird auf die Frage die er in seinem als Antwort auf die Reichstagsrede des Reichskanzlers an die englische Presse gerichteten Brief aufwirft ob eine„freimütige Seele" in Deutschland sei, die nicht bedauere, daß die deutsche Regierung den Konferenzvorschlag abgelehnt und damit den Krieg verursacht habe, die Gegenfrage an das englische Volk gerichtet; Gibt es heute eine freimütige Seele in England, die nicht wünschen würde, daß die englische Regierung die Hand hätte, die Deutschland England damals entgegenstreckte? Gibt es heute jemand in England, der nicht bedauert, daß die Politik seiner leitenden Männer das Gewicht Großbritanniens in das Gefährt des Zweibundes mit seinen kriegerischen Tendenzen legte, das so mit verhängnisvoll vermehrter Wucht und Schnelligkeit dem Abgrunde zueilte? Die Zahl der Engländer, die die englische Politik verwünschen, dürfte nicht gering sein. Dagegen ist es die einmütige Ansicht des deutschen Volkes, daß die deutsche Regierung heute genau wieder so haudeln müßte, wie damals, als Grey seinen Konferenzvorschlag machte. Der dinnle Bamannrieg. Bulgariens Kriegserklärung an Serbien. bb Berlin, 13. Okt. Die„Neuen Zürichen Nachrichten“ wollen aus bester Quelle erfahren haben, daß vorgestern mittag um 11 Uhr Bulgarien Serbien die Kriegserklärung zugestellt habe. Wie wir zu dieser Meldung von zuverlässiger Seite erfahren haben, ist sie in dieser Form verfrüht. Richtig ist allerdings, daß sich die Spannung zwischen beiden Staaten in letzter Stunde sehr verschärft hat, und daß die Dinge unaufhaltsam einem bewaffneten Zusammenstoß zutreiben. Es ist anzunehmen, daß schon die nächsten Tage die Entscheidung in diesem Sinne bringen. Beginn der Feindseligkeiten. bb Notterdam, 13. Okt. Dem„N. R. C.“ wird aus London gemeldet, daß die bulgarische Armee den Angriff auf die Serben in der Richtung auf Knajewak, 50 Kilometer südwestlich von Widin, gestern mit zwei Divisionen eröffnet habe. Der bulgarische Gesandte in Serbien abgereist. TU Amsterdam, 13. Okt. Aus Nisch meldet Reuter: Gestern händigte der serbische Generalsekretär des Auswärtigen dem bulgarischen sandten seine Pässe ein. Dieser ist nach Sosig abgreit. 4—4 Erklärungen des bulgarischen Oberstkommandierenden. TU Budapest, 13. Okt. Der bulgarische Oberstkommandierende Jekow äußerte sich einem Mit arbeiter des„Az Est“ gegenüber: Die Entente wünschte unsern Bruch mit den Zentralmächten und stellte Forderungen, die unsere Souveränität beleidigten. Ein großes Bulgarien ist Rußland nicht erwünscht, das hat cuch der uns aufgezwungene Bukarester Frieden bewiesen. Ganz Buszarien ist nun einig. Die Türken werden sich vor einem Rückenangriff auf Gallipoli schützen. Russische Truppentransporte nach der Schwarzen Meer=Küste Bulgariens sind strategisch nur mit einer großen Flotte durchführbar. Auch die Verpflegung ist sehr schwierig. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, daß dies Rußland aus politischen Ursachen versuchen wird. Wie sich Bulgarien und die Türkei gegenseitig unterstützen. bb Kopenhagen, 13. Okt. Aus Athen wird telegraphiert: Die Türkei stellte Bulgarien seine Waffenfabriken und 2 Armeekorps zur Verfügung. Als Gegenleistung überließ Bulgarien der Türkei bedeutende Kohlenlager, eine große Menge von Eisenbahnwagen und Kriegsmaterial. Ferner kann die Türkei über die bulgarischen Häfen am Schwarzen Meer frei verfügen. Der Sultan erteilte allen in Europa weilenden Mosleminen die Erlaubnis, in das bulgarische Heer einzutreten. Mehrere türkische Torpedoboote und Torpedojäger kreuzen vor Burgas. Das einige Bulgarien kein Werkzeug fremder Pläne. WTB Sofia, 12. Okt. Das offiziöse„Echo de Bulgare" stellt fest, daß der vom Vierverbande herbeigeführte Bruch von der öffentlichen Meinung Bulgariens mit sichtlicher Erleichterung ausgenommen worden ist. Die Ungewißheit, welche die Gemüter bedrückte, und die letzten Schwankungen seien wie mit einem Zauberschlage verschwunden. Die Nation habe jene herrliche Einigkeit wieder gefunden, welche sie bereits vor noch größeren Gefahren als gegenwärtig gerettet hätte. Die Nichtigkeit der in dem Ultimatum angeführten Gründe habe ein grelles Licht auf die Gesinnung gewisser Mächte des Vierverbandes gegenüber Bulgarien geworfen. Die Forderung, Bulgarien möge sich mit Deutschland und Oesterreich entzweien, während die deutsche Mauer in der Champagne und Flandern dem Riesendruck standhielt und die Kanonen bereits an der Save und Donau donnerten, sei gleichbedeutend mit der Einladung zum Selbstmorde gewesen. Bulgarien aber könne sein Bestehen weder aus Dankbarkeit noch aus Gefühlsrücksichten opfern, Bulgarien wolle frei und unabhängig leben. Frankreich und Rußland, wo die Haltung Bulgariens jetzt überall streng verurteilt würde, werden dereinst erkennen, daß wir kein Werkzeug fremder Pläne, sondern die entschlossenen Werkmeister unserer eigenen Zukunft sind. Weiter vorwärts in Serbien. bb Berlin, 12. Okt. Der militärische Mitarbeiter der„Morgenpost“ schreibt: Ueber das Verhalten der Serben der Offensive der Verbündeten gegenüber waren vor Beginn der Unternehmungen verschiedene Ansichten verbreitet. Vielfach wurde angenommen, die Serben würden sich bei der großen Ueberlegenheit der Verbündeten überhaupt nicht auf eine hartnäckige Verteidigung einlassen, sondern mit ihren Hauptkräften in das Innere des Landes zurückgehen, um erst dort unter Ausnutzung des schwierigen Gebirgsgeländes dem Vorgehen der Verbündeten entgegenzutreten. Diese Annahme hat sich nicht bestätigt. Im Gegenteil, die Serben haben einen sehr hartnäckigen Widerstand geleistet, der in Belgrad selbst zu mehrtägigen erbitterten Straßenkämpfen geführt hat. Trotzdem ist es den Verbündeten gelungen, den Uebergang über die Donau in breiter Front an mehreren Stellen zu bewerkstelligen. Er erfolgte auf der Strecke zwischen Schabatz und Gradiste, also auf einer Frontbreite von 140 Kilometer. Als Uebergangsstellen sind bisher die Gegend von Belgrad, Semendria und der Donaubogen von Ram angegeben. Es sind nicht nur die Vortruppen, sondern auch schon beträchtliche Teile der Hauptkräfte auf das südliche Sawe= und Donauufer vorgedrungen. Bei Belgrad wurden auch die die Stadt beherrschenden Höhenzüge erobert und besetzt. Man kann deshalb sagen, daß der Donau=Uebergang trotz aller Schwierigkeiten glücklich beendet ist und daß die Verbündeten aus dem feindlichen Ufer festen Fuß gefaßt haben. Ob gleichzeitig damit auch ein Vormarsch österreichischer Truppen über die Drinagrenze stattgefunden hat, ist noch nicht zu übersehen. Die Kämpfe um Belgrad. TU Berlin, 12. Okt. Der Kriegsberichterstatter des„Berl. Tagebl.“ meldet vom serbischen Kriegsschauplatz: Bis in die letzten Tage hatte man in Belgrad unter Leitung englischer Ingenieure sieberhaft an der Wiederherstellung und Modernisierung der bei der ersten Erstürmung zerstörten Befestigungen gearbeitet. Namentlich an der SaveMündung gegenüber den k. und k. Militärschießstätten und längs der Bahnstrecke wurde eine Kette bombensicherer, geschützbewehrter Unterstände ausgeführt. Dem Ausschuß hinderliche Häuser wurden reihenweise niedergelegt und die gefährdete Häuserzeile an der Save evakuiert. Auch das alte Kalimegdan wurde zu einem modernen Fort ausgebaut. Die Zivilbevölkerung war zum Teil zurückgekehrt, doch sank die Zahl in letzter Zeit wieder auf 30000. Auch einige Zeitungen erschienen und einige Privattheater spielten wieder, aber das Nationaltheater blieb geschlossen. Als das Bombardement die militärischen Zwecken„dienenden Anlagen mit Granaten überschüttete, wobei unvermeidlicherweise auch einige großstädtische Häuser Der Hauptstraße und Lehmhütten in den Nebenstraßen getroffen wurden, verlagten die Behörden die höheren Schulen und die Banken nach Nisch. Da aber auch Nisch nicht mehr genügende Sicherheit bietet, siedelten die Banken gleichzeitig mit den Ententekonsuln und der Skupschtina nach Prischtina über. Auch Kronprinz Alexander verließ rechtzeitig mit seinem Stabe die Stadt Belgrad, 6000 Granaten auf Belgrad. bb Berlin, 12. Okt. Der„Voss. Ztg.“ wird über Christiania aus Athen gemeldet, 6000 deutsche und österreichische Granaten fielen auf Belgrad. Mehrere Stadtteile seien zerstört. Die Telegraphenund Telephonverbindung Belgrad=Nisch ist abgeschnitten. Von Nisch werden die Regierungsarchive bereits nach Prischtina gebracht. Riesenverluste der Serben. TU Bukarest, 13. Okt. Einige Blätter berichten über Riesenverluche, die die Serben in den letzten Kämpfen erlitten haben. Fast sämtliche Batterien waren von den Angreifern zerstört worden. Die Verluste der serbischen Infanterie seien geradezu unglaublich. Auf der Zigeuner=Insel haben die Deutschen nicht weniger als 600 Serben begraben. In den Straßen von Belgrad liegen Haufen serbischer Leichen, die nur langsam weggeschafft werden können. Die Lazarette sind überfüllt von verwundeten Serben aus den dreitägigen Straßenkämpfen. Serbische Selbstverspottung. WTB Sofia, 13. Okt. Das serbische„Sozialistenorgan„Bdutschnost“ schreibt zur Landung der Ententetruppen in Saloniki: Wir haben das seltene Glück erlebt, Zeugen einer majestätischen Bekundung slawischer Brüderlichkeit zu sein. Es kommen als Gäste unsere teuren Stammesverwandten, slawische Brüder aus Algier, dem Kongo, Indien, Transvaal, unsere Vettern, die Marckkaner, Senegalneger und die Zulukaffern, sie wollen die serbischen Reihen ausfüllen und mit uns gegen die Feinde unserer gemeinsamen slawischen Mutter Rußland gegen die Germanen in Bulgarien und der Türkei in den heiligen Krieg ziehen. Wenn wir dann, unterstützt von asiatischen uund afrikanischen Helden, den Feind besiegen, so wird dies den Triumph des Christentums über den Islam bedeuten, den Triumph der weichen slawischen Seelen über den groben barbarischen Germanismus. Im Namen dieses Triumphes begrüßen wir unsere teuren Brüder, die Marokkaner, die Senegalesen, Julukaffern, Papuas und Inder, diese unermüdlichen Verteidiger des uunterdrückten Slawentums und Christentums. Griechenlands Politik. WTB Athen, 13. Okt. Ministerpräsident Zaimis erklärte in der Kammer, daß die Regierung nach neuer Prüfung der verwickelten internationalen Lage ihre Politik auf dieselbe Grundlage stützen werde, die Griechenland seit Kriegsausbruch beobachtet habe. Zaimis fuhr fort: Um den Interessen der Nation besser zu entsprechen, wird unsere Neutralität bewaffnet sein. Die Regierung, die im kritischen Augenblick von den Volksvertretern unterstützt wird, verfolgt die Entwickelung mit großer Aufmerksamkeit. Venizelos erwiderte darauf: Niemand will das Land in innere Unruhen stürzen. Im Hinblick auf die Lage wird die Kammermehrheit die Negierung unterstützen, so lange deren Politik die Grundlagen der meinigen nicht umstürzt. Bestände kein Vertrag mit Serbien, so würden unsere Interessen uns zwingen, aus der Neutralität herauszutreten, wenn ein anderer Staat sich auf unsere Kosten vergrößern will. Es handelt sich nicht darum, wann wir den Krieg beginnen müssen. Keinesfalls dürften wir Bulgarien gestatten, Serbien niederzuwerfen, um uns dann mit allen Kräften anzugreifen. Venizelos sprach die Hoffnung aus, daß die Politik der neuen Regierung sich als besser erweise, als die seinige. Griechischer Widerstand gegen weitere Truppenlandungen. WTB Wien, 13. Okt. Nach Meldungen, die der „Südslavischen Korrespondenz" von unterrichteter Seite zugingen, liefen am 5. Oktober, 8 Uhr morgens, vier Transportdampfer„Australia",„Britannia",„Medianus" und„Djewnad“ im Hafen von Saloniki ein, die insgesamt 8000 Mann französische Truppen an Land setzten. Die gelandeten Mannschaften kamen aus Seddil=Bahr an. Am selben Tage traf ein englischer Panzerkreuzer ein, der etwa 1000 Mann englische Truppen landete. Am folgenden Tage landeten 5000 französische und 5000 Algerier und Marokkaner, angeblich von den Dardanellentruppen u. 2000 Engländer, insgesamt also etwa 20000 Mann, die die Division Bailloud bilden. Außer diesen landeten keine Mannschaften. Am 9. Oktober traf ein Befehl ein, daß eine Brihade nach Serbien abgehen sollte.. Im letzten Augenblick kam ein Gegenbefehl. Die Engländer versuchten inzwischen, in Kara=Burnu die Spitze des Hafens zu besetzen; sie wurden durch die Griechen hieran gehindert. Es scheint ausgeschlossen, daß selbst in einigen Wochen mehr als 40 000 Mann in Saloniki verpflegt werden können. Immer deutlicher tritt zutage, daß nichts anderes beabsichtigt ist, als Griechenland für den Verband sich opfern zu lassen, während die englisch=französischen Truppen besten Falls die Schrittmacher der griechischen Armee wären. Den griechischen König bestohlen. TU Athen, 12. Okt. Hier ist ein neuer großer Diebstahl=Skandal aufgedeckt worden, durch welchen Kreise, die der Diplomatie des Vierverbandes nahe stehen, stark blos gestellt sind. Aus einem Schreibtisch im Arbeitszimmer des Königs Georg ind mehrere hoch=politische Dokumente aus der Privatkorrespondenz des Königs entwendet worden. Der Dieb, der mit den Verhältnissen des königlichen Schlosses genau vertraut sein muß, öffnete mit einem Nachschlüssel das betreffende Fach des Schreibtisches, nahm nur die ihn interessierenden Schriftstücke an sich und ließ alles andere unberührt. Die Angelegenheit wird verfolgt. Der Druck auf Numänien. WTB Bukarest, 12. Olt. Aus guter Quelle verlautet, der Vierverband sei zu Gewaltmaßregeln entschlossen. Rußland werde zunächst ankündigen. daß es durch die Dobrudscha marschieren werde. um Bulgarien anzugreifen. Rumänien möge daraus die entsprechenden Folgerungen ziehen. Die Heuchelei des Vierverbandes, der die Rechte und die Unabhängigkeit der kleinen Völker zu verteidigen vorgab, tritt immer brutaler zutage. Englische Bedenken gegen die Balkan=Expedition. London, 12. Okt. Das englische Wochenblatt „Nation“ ist mit der Einleitung der Militäraktion der Entente in Saloniki keineswegs zufrieden. Das Blatt nennt die Absendung eines Heeres nach dem neuen Kriegsschauplatz, abgesehen von der politischen Gefahr, ein äußerst gefährliches Unternehmen und hofft, daß die englische Regierung sich ihre Aufgabe gründlich überlegt hat. Wir haben uns bereits, so schreibt die„Nation“ mit den Dardanellen ein großes Risiko auf den Hals geholt. Wir können nicht in Aegypten noch ein zweites Risiko auf uns nehmen. Die Schwierigkeiten des Balkan' feldzuges sind sehr groß. In Saloniki müßte eine vorgeschobene Basis eingerichtet und die Verbindungslinie mit Griechenland aufrechterhalten werden. Wie wird die Lage des Heeres werden, wenn wir von dieser Verbindungslinie abgeschnitten sind? Das scheint, wie man auch die Haltung Griechenlands auffassen mag, keineswegs eine Unmöglichkeit zu sein. Italienische Beklemmungen. Dem„Berliner Tageblatt“ wird aus Lugano berichtet: Der Athener Korrespondent des„Corriere della Sera“, fährt in seinen höchst unerbaulichen Schilderungen fort und erzählt, daß in den Ententekreisen Athens tiefes Mißtrauen gegen die griechische Politik herrsche. Wenn Griechenland nicht gewichtige Garantien gebe, könne es der Vierverband nicht wagen, sein Expeditionsheer nach dem Innern des Reiches zu schicken, obwohl das griechische Volk die Möglichkeit einer Blockade durch die Entente mißbilligt. Allerlei Gerüchte über ein Mackensen=Heer durchschwirren die Luft. Von allen Seiten treffen Nachrichten über versenkte englisch=französische Truppendampfer ein. So soll bei Cythere am Sonnabend nachmittag ein großes französisches Transportschiff von einem österreichischen Unterseeboot in den Grund gebohrt worden sein, nachdem die Mannschaft vorher ausgeschifft worden war. Auch von einem versenkten italienischen Transportdampfer spreche man, ohne indessen Näheres angeben zu können. Schließlich berichtet der Korrespondent, daß die Idee einer griechischbulgarischen Verständigung an Boden gewinne. Allenthalben herrsche in Athen eine Stimmung, die für den Vierverband sehr bedenklich sei. Zusammenstöße der Albaner mit den Serben und Italienern. Nach Bukarester Nachrichten zogen starke Albanertruppen nach Tirana und zwangen die dort befindlichen serbischen und italienischen Kräfte zum Rückzug. Die Lage der italienischen Garnison Durazzo ist äußerst kritisch. Die albanischen Aufständischen unter Führung Prenk Bibdodas nehmen die von den serbischen und italienischen Truppen besetzten Punkte ein. Eine serbische, zwei italienische Kanonen und reiche Munitionsvorräte fielen den Albanern in die Hände.(T.=U.) K Im Schatten der Veterpaulsfestung. Roman von Hermann Gerhardt. 17 „Ich danke Ihnen für Ihren gutgemeinten Rat, Herr von Federowsky," sagte er,„wenn ich auch nicht bestimmt versprechen kann, daß ich ihn befolgen werde!" Damit verbengte er sich und ging davon. Der Russe sah ihm wortlos vor Entrüstung nach. „Frecher Bengel!" stieß er hervor,„wagt es, den Staat zu bedrohen! Wahrlich ein passender Lehrer und Erzieher der Jugend. Unbedingt muß der Präfekt hiervon in Kenntnis gesetzt werden!" 12. Kapitel. Als der Präfekt am Schlusse der Woche wieder in Petrskoff eintraf, schien er außerordentlich erfreut, Besuch vorzufinden. Noch größere Freude aber trug sein Sekretär zur Schau. Ein ewiges Lächeln auf den Lippen, die wohlgepflegten weißen Hände sauft aneinander reibend, Zustimmung und Zufriedenheit in jeder Linie seiner glatten Persönlichkeit, wandelte dieser zwischen den Gästen einher. Am meisten nahm ihn Federowsky für sich in Anspruch. Die beiden gingen rauchend auf und nieder, jedoch Litschkoff schien ganz in den Genuß seiner Zigarette vertieft und hörte äußerlich gleichmutig den aufgeregten Auseinandersetzungen des anderen zu, der den Rauch seiner Zigarre, obwohl es eine von den Präfekten kostbarsten Importen war, achtlos in die Lüfte blies. Indessen hatte der Präfekt, lebhaft und unternehmungslustig wie ein Schuljunge, den jungen Damen und Rittberg eine Bootfahrt vorgeschlagen. Es war ein unvergleichlich schöner Abend. Wie eine silberne Ampel leuchtete der Mond vom wolkenlosen Himmel; die Weiden, die die Ufer des Sees umsäumten, standen regungslos, von seinen Strahlen überrieselt, und so unbeweglich lag die weite Wasserfläche da, daß die sich darin spiegelnden Bäume und Sträucher aus der Tiefe des Sees zum Licht emporzustreben schienen. Mit Tüchern und Decken bepackt, stieg Biruleff die Stufen zur Anlegestelle hinunter; ihm folgten auf dem Fuß seine beiden Verehrerinnen, die Federowskyschen Töchter. Während er sich am Kahn zu schaffen machte, geriet die schwärmerische Prascovia in Ekstase:„Sieh bloß! Nastia," flüsterte sie der Schwester zu:„ist er nicht der reine Lohengrin?“ „Ganz und gar!“ hauchte die phlegmatische Nastia, die sich meist dämit begnügte, der anderen getreues Echo zu sein. Unter obligatem Gekicher und ängstlichem Getue waren die beiden Mädchen ins Boot gestiegen; darauf kamen Werner und Katia an die Reihe und als letzte Margarete. Unbefangen reichte sie dem Präfekten die Hand, diesen aber durchfuhr es bei ihrer Berührung wie ein elektrischer Schlag. Man war schon n ganzes Stück gerudert, als Nastia, über den Lotsrand gelehnt, ganz in ihrer Nähe etwas Weißes auf der dunklen Flut schwimmen sah. Mit dem Ausruf:„Wasserrosen! O, die muß ich haben!" bog sie sich so weit herüber, daß das kleine Fahrzeug bedenklich ins Schwanken geriet und nur die Geistesgegenwart des Präfekten, der, die Ruder schnell aus der Hand legend, sich mit seinem ganzen Gewicht auf die entgegengesetzte Seite warf, verhinderte ein Kentern desselben. Die jungen Damen schrien wie aus einem Munde, einzig Margarete gab keinen Laut von sich, weningleich ihr Herz ein paar wilde, angstvolle Schläge tat. Sie hatte die Empfindung, als hielte ein eiserner Reif sie umklammert, bis es ihr zum Bewußtsein kam, daß es der Arm des Präfekten sei, der sie mit fast schmerzhaftem Druck an sich preßte. Der ganze Vorgang spielte sich in ein paar kurzen Augenblicken ab, dann war die Gefahr vorüber und alles saß wieder auf seinen Plätzen mit bleichen, entsetzten Gesichtern. Margarete hörte noch, wie der Präfekt einen tiefen Atemzug tat. „Er muß sich furchtbar erschrocken haben!" dachte sie bei sich und empfand noch nachträglich das heftige Zittern seines Körpers, während er sie wie in einem Schraubstock festgehalten hatte. Sie blickte zu ihm auf und konnte ihre Augen nicht wieder abwenden; denn was sie sah, war ein von Leidenschaft verzerrtes Gesicht, dessen wild flackernder Blick sie förmlich verschlang! Wie wenn ein Vorhang sich hebt, hinter welchem unvermutet eine erschreckende Vision erscheint, um sofort wieder zu verschwinden, denn schon im nächsten Augenblick sah sie den Präfekten vor sich sitzen, zwar bleich im unsicheren Mondlicht, aber doch mit seinem gewohnten, ruhigen Lächeln. „Sie sehen angegriffen aus, Fräulein Rittberg, was wahrscheinlich wohl nicht zu verwundern ist," bemerkte er in seiner natürlichen Sprachweise; „hoffentlich hat Ihnen der Schreck nicht geschadet!“ Damit bückte er sich nach Ihrem Tuch, das zu Boden gefallen war und reichte es ihr. Sie aber vermochte sich in Stimme und Benehmen nicht ganz zu beherrschen. „Ich— habe mich allerdings sehr erschrocken,“ sie strich mit zitternder Hand über die Augen. „Gottlob nur, daß es beim Schreck geblieben ist!“ „Ein kaltes Bad kann unter Umständen recht unangenehm sein," setzte er hinzu;„es hätte schlimm ablaufen können.“ In der Nacht hatte Margarete einen beängstigenden Traum. Der Präfekt kam in ihr Zimmer. Ueber die mondbeschienenen Dielen schlich er leise auf den Fußspitzen bis an ihr Bett, beugte sich über sie, und sie fühlte seinen heißen Atein über ihr Gesicht hinstreichen. Sein Blick bohrte sich förmlich in ste hinein, so daß sie wie gelähmt dalag. Nach angstvollen Augenblicken, die ihr wie eine Ewigkeit erschienen, erwachte sie endlich mit unterdrücktem Aufschrei und setzte sich im Bette aufrecht, stand aber noch so unter dem Einfluß ihres Traumes, daß sie ganz deutlich zu hören vermeinte, wie die Tür rasch und leise zugeklinkt wurde. Ganz verängstigt machte sie mit zitternden Fingern Licht an und sandte ihre forschenden Blicke in alle Ecken des Zimmers. Nichts war zu sehen als die bekanne ten und vertrauten Gegenstände. Dann stand sie auf und probierte an der Tür, sie war zugeschlossen, wie sie am Abend vorher gewesen. „Das ist ja unerhört!“ schalt sie sich,„ich bin doch sonst kein solcher Hasenfuß, was ist denn plötzlich über mich gekommen?" 231,16 Damit legte sie sich wieder ins Bett und versuchte einzuschlafen. Aber umsonst! Sie verbrachte den Rest der Nacht, ohne ein Auge zuzutun und zuckte bei jedem Geräusch zusammen; erst als die Morgendämmerung anbrach, ließ die Spannung ihrer Nerven nach und sie schlummerte ein. Am Sonntag war das Wetter regnerisch, so daß die Damen es vorzogen, sich im Hause die Zeit zu vertreiben. Es ward hin und her debattiert, was man anfangen sollte, und endlich verfiel jemand aufs„Gedankenlesen". Die Idee fand Anklang. Da bereitlles versammelt war und nur Rittberg fehlte, erbot sich Biruleff, ihn zu holen. Die Tür zum Wohnzimmer des Hauslehrers stand offen und er guckte hinein;es war niemand darin. Darauf ginger an die Schlafzimmertür und rief:„Herr Rittberg!" Da keine Antwort erfolgte, warf der Präfekt noch einen raschen Blick in die Runde, ob sich auch wirklich niemand im Zimmer befand, und stand gleich darauf vor dem Schreibtisch, die auf demselben verstreuten Papiere mit Späherangen überfliegend. Einen angefangenen Brief las er schnell und aufmerksam durch; er war an einen von Werners Kommilitonen gerichtet und schilderte in humoristischer, doch nicht sehr schmeichelhafter Weise die Familie Federowsky. Weiter unten folgten noch Mitteilungen privater Natur, deren Lektüre ein eigentümliches Lächeln auf des Präfekten Gesicht hervorrief. Daneben lag der Brief des Freundes, den Werner beantwortete, doch diesen würdigte Biruleff nur eines flüchtigen Blickes, um sich zu überzeugen, daß er denselben schon vor acht Tagen in seinem Privatbureau in Petersburg gelesen. Der Krieg gegen Frankreich. Ein„entscheidendes“ Ereignis im Anzuge? Der Lyoner„Progres“ meldet aus Poperinghe Die unausgesetzte Tätigkeit der englischen Flotte gegen die belgische Küste scheint ein Anzeichen dafür zu sein, daß sowohl zur See wie zu Lande ein entscheidendes Ereignis vorbereitet wird. Die Tätigkelt der Flieger hat den größten Umfang angenommen. Auf der ganzen Vser=Front herrscht lebhafte Tätigkeit. Von deutscher Seite wurden die Befestigungsanlagen außerordentlich verstärkt. (WTB). Die Hemmung der französischen Ossensive. Berlin, 12. Oktober. Nach einer Drahtungg der „Kriegsztg. bestätigen Privatmeldungen, daß die Hemmungen der französischen Bewegungen längs der Champagne=Front durch den für die Deutschen fortgesetzt günstigen Verlauf der Kämpfe rings um Tahure verursacht worden ist. Gleiche Ursachen sind für den Stillstand der französischen Operationen im Argonnerwald bestimmend. Die dortige Gesamtlage findet die französische Fachkritik unbefriedigend. Das Ringen in der Champagne. TU Berlin, 13. Okt. Der Kriegsberichterstatter der„Berliner Morgenpost“ meldet aus dem Großen Hauptquartier unterm 12. d. M.: Wieder geht es heiß her in der Umgebung von Tahure. Die feindlichen Angriffe finden hauptsächlich an der Straße nach Ripont statt; sie nahmen wieder einen überaus heftigen Charakter an, wurden aber durch unerschütterliche Gegenwehr abgewiesen. Auf den übrigen Abschnitten der Front dauert der starke Artilleriekampf fort, der eigentlich überhaupt niemanls ganz schweigt. Im ganzen stehen wir wieder im Stadium der Teilangriffe. Französisch=englische Geschoßsorgen. Paris, 12. Okt. Der Munitions=Unterstaatssekretär Thomas erklärte nach seiner Rückkehr aus London einem Mitarbeiter des„Matin", er habe in London mit Lloyd George ein Abkommen unterzeichnet, dessen Inhalt man dahin zusammenfassen könne: Beide Länder verpslichten sich gegenseiti;, alle ihre Rohprodukte der Fabrikation für Landesverteidigung zu widmen. Die Fabrikation aller Privatindustrien, selbst wenn sie großes wirtschaftliches Interesse besitzen, soll erst in zweiter Reihe Berücksichtigung finden. Dieses Abkommen besitze die größte Wichtigkeit für Frankreich, das an Rohstoffen Mangel leide. Die großen Fabriken Frankreichs würden ihre Produktion für den Heeresbedarf mit Unterstützung Englands und Amerikas ständig erhöhen können. stellung der aus den besetzten Gebieten in Moskau und Petersburg zusammengeströmten russischen Flüchtlinge, deren Zahl danach am 20. September bereits auf 11 Millionen Personen gewachsen war. Der Riiet Nenn Jalien. Warum ist Deutschland Italiens Feind? Eine am 2. Oktober in der„Roma“ von Neapel veröffentlichte Unterredung mit Benedetto Croce, in der dieser die deutsche Kultur verteidigt und erklärt, daß für Italien kein Gvund für eine direkte Feindschaft gezen Deutschland besteht, hat in der demokratischen und nationalistischen Presse einen Sturm des Widerspruchs entfesselt. Der„Messaggero“ widmete der Veröffentlichung einen Protest, der, wie der„Avanti“ vom 5. Oktober schreibt, der Protest eines Esels gegen einen gebildeten Menschen ist, indem er nämlich dem geistigen Deutschland den Prozeß macht auf Grund der Gelegenheitsschmähschriften gegen die brutalen Methoden des deutschen Militarismus. Die„Idea Nazionale“ vom 2. Oktober aber wendet sich besonders gegen die Ansicht, daß Deutschland nicht Italiens Feind sei, indem sie fragt:„Glaubt der Senator Croce wirklich, daß Deutschland wur deshalb unser Gegner ist, weil es Oesterreich unter seinem Schutz hat, das unsere nationalen Interessen bedrohte und mit Füßen trat, und nicht vielmehr, weil es mit seiner gewaltigen Volkskraft, seiner großen Entwickelung und seinen außergewöhnlichen Kulturwerten der wahre und größte Feind unserer nationalen Entwickelung ist?“ Aus Stadt und Umgedung. Rückblicke aus den Weltkrieg. Der Klieg gegen Engans. Gegen Grey. Rotterdam, 12. Oktober. Der„Manchester Guardian", das Leibblatt der liberalen Regierung, läßt Grey bereits fallen. Das Blatt schreibt:„Grey ist nach englischen parlamentarischen Begriffen für die Niederlage der englischen Diplomatie im Orient verantwortlich und wird die Folgen der Niederlagen tragen müssen.“ Englische Ränke auf Kreta. WTB Wien, 12. Okt. Die„Südslawische Korrespondenz“ meldet aus Athen: Hier rufen gewisse Nachrichten aus Kanea großen Eindruck hexvor, die über den Beginn einer starken, auf Trennung abzielenden Bewegung auf Kreta berichten. Schon vor mehreren Monaten zeigte sich der Anfang einer solchen Bewegung auf der Insel. Seit der Wieder: ernennung Venizelos zum Ministerpräsidenten schien die Bewegung erloschen zu sein, sie lebt aber jetzt wieder auf. In Kanea fand eine Versammlung der einflußreichsten Männer Kretas statt, an der auch Abgeordnete der Kammer teilnahmen. Die Abgeordneten bemühten sich, die Versammlung zu überzeugen, daß die Frage der Dezentralisation der Athener Regierung überlassen werden müsse, die für ganz Griechenland ähnliche Neuerungen plane. Die Versammlung beharrte jedoch auf der Forderung nach der vollständigen Selbstverwaltung Kretas. In hiesigen politischen Kreisen glaubt man, Beweise dafür zu haben, daß die Bewegung in Kreta ein Werk Englands ist, dessen Machenschaften seit dem Rücktritt Venizelos fühlbar würden. Das Friedensabkommen. Kopenhagen, 12. Okt.„National Tidende“ meldet, daß Japan und Italien dem entlisch=französisch=russischen Abkommen, wonach die kriegführen den Alliierten nur gemeinsam Frieden zurschließen sich verpflichteten, bisher nicht beigetreten seien. Der Krieg gegen Anglaus. Russisches Flüchtlingselend. Moskau, 12. Okt.„Nußkoje Slowo“ berichtet: Nach Moskau wurden bereits 1000 Waisen von Flüchtlingen, gebracht. Jeden Tag werden 200 weitere eingebracht, so daß sie in Moskau keinen Platz mehr finden können. Die Kinder werden regelmaßig von den Vertretern der Semstwos mitgenommen. Ueberall auf den Straßen und in den Konzentrationsplätzen gehen buchstäblich unzählige Kinder zugrunde. 11 Millionen russischer Flüchtlinge. Wien, 12. Okt. Die„Montags=Zeitung“ meldet aus Stoaholm: Der altrussische Verband veröffentlicht in Petersburger Blättern eine Jusammen13. Oktober. Lille besetzt.— Verlegung der belgischen Regierung nach Le Havre.— Lyck befreit. An diesem Tage wurde endlich Lille, die von den Franzosen so tapfer verteidigte Stadt, von den deutschen Truppen besetzt. Gegen Mittag ließ der Kampf nach, und ein deutscher Parlamentär mit der weißen Flagge erschien in der Stadt. Im Stadthaus wurde die Uebergabe vereinbart, und am Abend zogen die deutschen Truppen mit Musik in die Stadt ein. An einzelnen Stellen, namentlich an einzelnen Forts der Festung, wurde noch bis Mitternacht gekämpft, dann aber zogen auch hier die Franzosen ab. Die Stadt hatte unter der Beschießung durch Deutsche und Franzosen nicht wenig gelitten.— Die belgische Regierung siedelte nun nach Frankreich, nach Le Havre, über, wo die Franzosent sich bemühten, sie so gut als möglich unterzubringen. Der König blieb an der Spitze seines Heeres, 2 belgische Zeitungen gingen nach London, um dort weiter zu erscheinen. Einen ganz eigenartigen Eindruck machte Ostende dem sich die deutschen Truppen nahten. Am Tage vorher war der berühmte Badeort von Dampfern, Seglern und Barken so belebt, wie im Frieden, und am genannten Tage war alles verschwunden, und es herrschte eine Leere und Stille, wie sie dieser Ort keum jemals erlebt hatte.— Lyck in Ostpreußen, die von den Russen so oft und heiß umworbene Stadt, wurde an diesem Tage wieder in deutschen Besitz gebracht; die Russen hatten die Stadt lange besetzt gehalten, nun wurden sie wieder hinausgeworfen. Diese beständigen Einzelangriffe der Russen auf gewisse ostpreußische Städte hatten weiter keinen militärischen Wert, da sie ohne Rücksicherung erfolgten, und von einer dauernden Besetzung, etwa fünf Monate, von vornherein keine Rede sein konnte; aber mit echt russischer Hartnäckigkeit und Dickköpfigkeit wurden immer wieder neue Versuche gemacht, die den Russen ungezählte Tausende nutzlos kosteten. **(Brotkarten.) Die Ausgabe der neuen Brotlarten erfolzt am Samstag. Die Haushaltungs vorstände seien nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die Umhüllungen heute auf dem Polizeibüro abgegeben werden müssen. **(Soldatenheime an der Ostfront.) Unter dem Ehrenvorsitz des Unterstaatssekretärs Dr. Michaelis und des Oberhof= und Dompredigers D. Dryander hat sich in Berlin, C. 2, Kleine Museumsstraße 5 b, ein Ausschuß zur Errichtung von Soldatenheimen an der Ostfront mit Sitz in Berlin gebildet. Der Ausschuß ist von der Deutschen Christlichen Studentenvereinigung gegründet worden, nachdem ihr die Nationalvereinigung Deutscher Jünglings= bündnisse.(Barmen), die selbst 70 Soldatenheime an der Westront errichtet hat, diese Arbeit übertragen hat. Generalfeldmarschall v. Hindenburg hat durch Fürsprache die Arbeit des Ausschusses derartig gefördert, daß dieser imstande war, innerhalb weniger Wochen fünf große Soldatenheime auf interkonfessioneller Grundlage durch seine Vertreter errichten zu lassen. Diese bestehen zurzeit in Libau, in Kowno und drei in Warschau. Außerdem hat er von befreundeter Seite die Heime in Stryj und Stanislau übernommen. Neben den männlichen Berufsarbeitern haben sich auch weibliche Kräfte als Kriegsfreiwillige eingestellt. **(Ferienordnung 1916.) Der Oberpräsident hat für alle Schulgattungen in Orten mit höheren Schulen oder Lehrer=(Lehrerinnen=)Seminaren in der Provinz Westfalen für das Schuljahr 1916 folgende Ferienordnung festgesetzt: Osterferien: von Freitag, 7. April, bis Mittwoch, 26. April; Pfingstferien: von Freitag, 9. Juni. bis Dienstag, 20. Juni; Herbstferien: von Freitaz 4 August, bis Donnerstag, 14. September; Weihnachtsferien: von Freitag, 22. Dezember, bis Donnerstag, 4. Januar. Schluß des Schuljahres: 4. April 1917. **(Die Hasenjagd.) Hasen sind, wie aus Jä gerkreisen geschrieben wird, in diesem Jahre ziemlich viel vorhanden. Da die Kosten der Jagden nicht erheblich gestiegen sind(durch den Krieg), so haben die Kriegspreise hier sicher keine Geltung und sollten nicht geduldet werden. Wenn der Hase 50 Pfg. höher steht, als in anderen Jahren, so ist das vollkommen genügend. **(Die Tätigkeit der deutschen Münzstätten im September.) In den deutschen Münzstätten wurden im September geprägt 3013200 Mk. in Doppelkronen, sämtlich ouf Privatrechnung, 186 615 M. in Dreimarkstücken, 1749376 Mk. in Einmarkstücken, 1 579843,50 Mk. in Fünfzigpfennigstücken, 9528,70 Mk. in Zehnpfennigstücken, 16 939,55 Mk. in Fünfpfennigstücken und 6291,30 Mk. in Einpfennigstücken. Die bereits in Angriff. genommene Prägung von Fünfpfennigstücken aus Eisen werden noch nicht ausgewiesen. Der Umstand, daß mit der Prägung der Fünfpfennigstücke aus Nickel bisher keine Unterbrechung eingetreten ist, auch nicht im September, läßt darauf schließen, daß die Prägung eiserner Fünfpfennigstücke lediglich zum Zweck der Vermehrung der kleinsten Zahlungsmittel erfolgte. Der Gesamtbestand beträgt am Schluß des Monats September 5 155 908 900 Mk. in Goldmünzen, 1253330 488 Mk. in Silbermünzen, 114 151 437,85 Mk. in Nickelmünzen uund 24 784 935,53 Mark in Kupfermünzen. **(Der Güterversand an unsere Feldgrauen.) Die über den Eisenbahnversand von Gütern an das Feldheer bestehenden Vorschriften sind noch vielfach unbekannt. Da hieraus Verschleppungen und Verzögerungen entstehen, hat die Heeresleitung die Vorschriften in einem Merkblatt zusammenstellen lassen. Allen am militärischen Güterverkehr, insbesondere den an Heereslieferungen beteiligten Versendern kann nur dringend empfohlen werden, sich mit dem Inhalt des Merkblattes vertraut zu machen. Besonders wichtig ist die Vorschrift, daß Sendungen für das Feldheer nicht unmittelbar an den empfangenden Truppenteil usw., sondern an eine zur Zusammenfassung des Nachschubes bestimmte Vorstation zur Weiterbeförderung an den gleichzeitig zu bezeichnenden Empfänger adressiert sein müssen. Welche dieser Vorstationen zuständig ist, wird auf Anfrage von den Auskunftsstellen der stellvertretenden Generalkommandos und den Linien=Kommandanturen mitgeteilt. Ebenda wird auch das Merkblatt unentgeltlich abbegeben. **(Eisernes Kreuz.) Dem im Westen kämpfenden Gefreiten Otto Neuhaus von der Nordstraße wurde unter Beförderung zum Unteroffizier das Eiserne Kreuz verliehen.— Der Sanitätsunteroffizier Barthelmey aus der Beckestraße wurde zum Sanitätsfeldwebel, der Unteroffizier Reckermann aus dem Dortmunderwege zum Sergeanten, der Obermatrose Meyer aus der Schützenstraße zum Artilleristenmaat, der Gefreite Dewitz von der Hörderstraße zum Unteroffizier befördert. **(Schul=Kriegsanleihe.) Der„Voss. Ztz. zufolge sind bis jetzt von über 600 Anstalten aus ganz Deutschland bereits die Anleihe=Resultate gemeldet. Sie betragen schon über 15 Millionen Mark. Die Anleihe ist somit ein voller Erfolg gewesen. Um auch im einzelnen festzustellen, wieviel kleine Zeichnungen geleistet worden sind, werden die einzelnen Lehranstalten demnächst eine genaue Aufstellung der Höhe der einzelnen Zeichnungen abgeben, so daß der Leiter der Sammelstelle in die Lage kommen wird, zu zeigen, daß gerade die kleinen Sparer sich am erheblichsten bei der Sammlung beteiligt haben. **(Fürs Rote Kreuz.) Das am Sonntag stattgefundene Wohltätigkeits=Konzert des Ruhrtaler Sängervereins zum Besten des Roten Kreuzes hat nach Abzug aller Unkosten einen Reingewinn von 202,40 Mk. ergeben. **(Der„Heurige“ wird gut!) Die Weinlese in Deutschland ist im Gange und wenn wir den amtlichen Verkündigungen der Gemeindeämter vertrauen dürfen, wird der„Heurige“ in der Güte die besten der letzten Jahrgänge noch übertreffen. Auch der württembergische Minister des Innern tut amtlich kund, daß ein sehr guter Wein zu erwarten ist und wir können demnach mit voller Zuversicht dem 1915er entgegensehen, der als prächtiger Kriegsjahrgang zu gegebener Zeit unseren heimkehrenden Kriegern nach schwerer Arbeit manche frohe Stunde bereiten mag. **(Die Preissteigerung für Milch.) Wie das „Berl. Toszebl.“ mitteilt, scheint in der Milchfrage die Reichsleitung in Uebereinstimmung mit dem preußischen Landwirtschaftsministerium eine allgemeine Festlegung von Höchstpreisen nicht für ge rechtfertigt zu halten. Die Preissteigerung für Milch ist, wie man dort annimmt, nicht auf unberechtigten Handelsgewinn zurückzuführen, sondern auf Futternot und den dadurch hervoyzerufenen Mangel an Milch, der, wenn das Grünfutter aufhört, sich noch empfindlicher bemerkbar machen dürfte. Erwogen wird dagegen die Einführung von Höchstpreisen für Butter. Im übrigen ist man der Meinung, daß die Lösung der Milchfrage die erste und dringlichste Aufgabe der nouen Reichsprüfungsstelle ist. Sollte der Rückgang der Milcherzeugung anhalten, so dürfte weit eher als die Einführung von Höchstpreisen die Ausgabe einer Milchkarte nach dem Muster der Brotkarte in Frage kommen, mit einem wöchentlichen Kontingent für den Kopf der Bevölkerung, aber mit ausreichendem Zuschlag für Kinder und Kranke. haus, Emil Spratte, H. Schulte, J. Mürmann, K. Kolhauer, R. Hillen, Kalb, Paul Ostheide. ** Westhosen, 13. Okt.(Beförderung.) Der Offizierstellvertreter Westerhoff, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, Sohn des Stadtvorstehers Westerhoff von hier, wurde zum Leutnant der Reserve befördert. ** Westhosen, 13. Okt.(Kirchliche Wahlen.) Im November d. J. sind die regelmäßigen Ergänzungswahlen zur Kirchenrepräsentation vorzunehmen. Die Eintragung in die Wählerliste kann jeden Wochentag beim Kirchmeister Herrn Amtsrentmeister Weistenhöfer erfolgen. * Lünen, 13. Okt.(Billige Kartoffeln.) Der Bürgermeister gibt bekannt, daß die Stadt für die Kartoffelversorgung der Bevölkerung in hinreichender Weise gesorgt habe. In den nächsten Tagen würde mit dem Verkauf von guten, haltbaren Speisekartoffeln begonnen werden. Die Stadt ist in der Lage, den Zentner für 3,50 Mark obzugeben. Die beschaffte Menge reicht zur Versorgung bis zur nächsten Ernte aus. 8 Büchertisch. Alle unter dieser Rubric besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen. Buchhandlung zu haben. Vom„Völkerkrieg"(Verlag Julius Hoffmann in Stuttzzart, Preis des Heftes 30 Pfg.) sind nunmehr die Hefte 45 und 46 erschienen, in denen die Behandlung der Ereignisse an der Westfront von Mitte Januar bis Mitte Mai 1915 fortgesetzt wird. Die bedeutendsten der dargestellten Kampfhandlungen sind der Verlust und die Wiedereroberung des vielgenannten Hartmannsweiler Kopfes und die deutsche Offensive bei Ypern von Ende April bis Mitte Mai. Die Art und Weise wie der„Völkerkrieg“ seine Aufgabe löst, läßt sich am besten mit einer gut organisierten Führung an Ort und Stelle vergleichen. Stadttheater Dertmund. Donnerstag, 14. Oktober, abends 7½—11¼ Uhr: „Tannhäuser und der Sängzerkrieg auf der Wartburg“, Handlung in 3 Aufzügen von Richard Wagner. Freitag, 15. Oktober, abends 7½—10 Uhr:„Sophonisbe“, Tragödie in 5 Aufzügen von Emanuel Geibel. Sonnabend, 16. Oktober, abends 7½—10½ Uhr: „Oberon, der König der Elfen“, große romantische Oper mit Ballet in 3 Aufzügen. Sonntag, 17. Oktober, nachmittags 3½—5¾ Uhr: „Wenn der junge Wein blüht".— Abends 7½ bis 10¼ Uhr:„Der Trompeter von Säkkingen", Oper von Viter Nehler. Wetter=Aussichten für mehrere Tage im Voraus. 14. Oktober: Angenehm, teils heiter, strichweise Regenfälle. 15.— Wolkig, feucht, milde. 16.— Wenig verändert, vielfach Regenfälle. Wochenmarkt. Der heutige Wochenmarkt war nicht so gut beschickt wie die Märkte der Vorwochen; auch die Kauflust hat nachgelassen, was angesichts der unverändert hohen Preise kein Wunder ist. Es wurden bezahlt für Birnen Pfund 10—30 Pfg., Aepfel Pfund 8—25 Pfg., Tomaten Pfund 40 Pfg., Zitronen Stück 10 Pfg., Weintrauben Pfund 45—80 Pfz., Wallnüsse Pfund 60 Pfg., Wurzeln Pfund 10 Pfg., Steckrüben Stück 10 Pfg., Rote Beten Pack 10 Pfg., Wirsing Stück 15—30 Pfg., Rotkohl 25 bis 40 Pfg., Weißkohl 15—35 Pfg., Butterkohl Pack 10 Pfg., Winterkohl 3 Stück 20 Pfg., Blumenkohl Stück 30—60 Pfg., Kohlrabi Stück 10—20 Pfg., Stielmus Pack 10—20 Pfg., Jwiebeln Pfund 20 Pfa., Eier 5 Stück 1,— Mk., Rindfleisch 95—110 Pfo., Schweinefleisch Pfund 1,70 Mk. Schellfisch Pfund 30—50 Pig.1— Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraao, Druck u. Verlag von Carl B##ans, beide in Schwerte ( ) 5 :: Westhosen, 12. Out.(Viele Grüßt) senden ihrer Heimat die Westhofener zukünftigen Vaterlandsverteidiger: Pixberg, Paul Euley, Stuhlmann, Höbrink, Müller, Wurm, Emil WiggersDenkran uns sendet Gaten oo Zigaretten Willkommenste Liebesgabe! Preis: 84-4-8-8-8-18 rg 20 Sticfeldpostmässig verpacht 30 Stkfeldpostmässig verpackt 1 # Gigaretten fabr. Denick tz. Hollieferant à k. d. Kön Trustfrei! Dorkmund, den 11. Oktober 1915. Zu dem heutigen Schlactviehmarkt waren aufgetrieden: 1584 Stick Großpieh, 325 Költer. 45 Schofe, Bi, F. gg * 6 1 Aiodn. 88 S Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästere hoch.## sten Schlachtwertes, die noch S 0 nicht gezogen haben(ungejocht) 70—73 125—130 d) vollfleischige, ausgemästete, im Alter von 4—7 Jahren... 62—66 116—124 c) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete.. 48—56 96—116 4) mäßig genährte junge, gut genährte ällere—— Bullen: a) vollfleischige, ausgewachs. höchsten Schlachtwertes.... 67—60 98-103 d)vollfleischige, jüngere... 48—52 90—98 c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere. 36—44 70—90 Färsen u. a) vollfleischige, ausgemästete FärKühe: sen höchsten Schlachtwectes 67-72122128 b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren......... 60 65 115 125 chältere, ausgemästete Rühe und wenig gut entwickelte jüngere..99 1 Kühe und Färsen 34—58 108 110 d) mäßig genährte Kühe u. Färsen 44—47 110 106 e) gering genährte Kühe u. Färsen 34—38 70—90 Gering genährtes Jungvieh(Fresser)— 2. Kälber a) Doppelender, feinste Mast..— d) seinste Mastkälber.. 88—93 140-147 Läider und beste Sang= ga. 66 Päides Mast= und gute Sang.„ä. 80127—188 e) geringe Saugkälder.. 60—70 105—128 3. Schafe Stallmast= a) Mastlämmer und jüngere Mastschafe: hammel„„ b) ältere Masthammer, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe c)mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafe) Weide= a) Mastlämmer— mastschafe: b) geringe Lämmer und Schafe—— 4 Schweine. a) Feltschweine, über 150 kg. 8 Zentner Lebendgewicht b) vollfleischige Schweine von 120—150 kg(240—300 Pfd.) Lebendgewicht— c) vollfleischige Schweine von 100—120 kg(200—240 Pfo.) 1 Lebendgewicht 132-140 165-175 d) vollfleischige Schweine, 80—100 Kg. (160—200 Pid.) Lebendgewicht. 124-140 155-175 e) vollfleischige Schweine, unter 80kg (160 Pfd.) Lebendgewicht 120-133 150166 Sauen 120-:36 150-170 Orges Schaunzent mit Niemenscheibe 4637 für Handwerkerbetriebe geeignet, zu verkaufen. Zu erfragen in der Geschäftsstelle dieser Zeitung. Tächiige sowie ste. finden bei hohem Lohn dauernde Beschäftigung. 4781 Zinkornamentefabrik, Weizemodau=Schweidnitz. Inberläffige Eraden 4693 Nun ruhst auch du in fremder Erde, Und furchtbar, ach, ist unser Schmerz, Daß wir dich nie n ehr sehen werden, Das ist zu hart für's Elternherz Du hast als tapfrer Held gestritten, Fürs Vaterland gabst du dein Blut, Du warst so edel, treu und gut Ach hätten wir noch einmal dich gesehn, Und könnten jetzt zu deinem Grabe gehn. Den Heldentod für das Vaterland starb am 15. September unser lieber, treuer, hoffnungsvoller Sohn, unser guter Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter, der Musketier SerU Opfa. Infanterie-Regiment 150, 12. Komp. im blühenden Alter von 21 jahren. In tiefer Trauer: Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerterheide, Sommerberg, Wickede, Asseln, Frankreich, den 13. Oktober 1915. 4787 Worsse-Schmersche Marke„Fraueniob“ versendet an jedermann solange der Vorrat reicht, in Holzkübeln netto 100 Pfd. zu Mk. 35.—. in verzinnten Eimern 25 Pfd. zu Mk. 9.—. Bei Abnahme von 25 Ztr. à Ztr. Mk. 32.— gegen Nachnahme oder vorherige Kassa ab hier. Genaue Bahnstation ist anzugeben. 4715 Sellen-Versandhaus c. a. Dichertmann, Gelsenkirchen, Bismarckstrasse Nr. 62. Selaaten-Wösten. Eine Wohltat für unsere Soldaten im Felde ist Schutz für Kälte und Nässe. Denselben bieten meine garantiert wasserdichten Westen mit Wollfutter, in allen Grössen vorArätig, sonst in kürzester Zeit angefertigt von W. Ortmann, Schneidermeister 4713 Mährstrasse 15. binge-Herren Ceberziöner u. Mänter Von den Pfänder-Versteigerungen sind uns eine riesige Anzahl es. 2000 Herren-Ueberzieher und-Mantel Immmmmmm zam Verkauf geblieben. Um mit diesen grossen Beständen im Herbst und Winter zu räumen, haben wir die Preise sehr niedrig gestellt. Eien& Co. 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Im allgemeinen genügt das aber nicht, weil die Affen sehr geschickt aufpassen und nicht eher ans Stehlen gehen, bis ihre Angreifer in die Wälder verschwunden sind. Das Eigentümliche ist nun, daß sie sich immer hervorwagen, wenn sie genau vier Jäger aus ihrem Versteck hervorkommen sehen. Erblicken sie nur einen oder zwei oder drei, dann hüten sie sich, die zu betreten. Die Buren haben nun ein sehr einfaches Mittel gefunden, um die Affen zu täuschen. Sie verbergen sich in einer Stärke von mehr als vier Mann. Dann gehen vier Mann aus ihrem Versteck hervor und zeigen sich den Affen. Haben diese den vierten Jäger erblickt, dann glauben sie, daß ihre Feinde sämtlich verschwunden sind, und kommen ahnungslos herbei. Es fällt dann nicht schwer, sie niederzuschießen oder zu fangen. Ein Beweis, daß die Affen bis vier zählen können, aber nicht bis fünf. 7 M Können die Tiere zählen? Die Frage, ob die Tiere den Begriff der Zahl kennen, ist deshalb so schwer zu beantworten, weil bei den in dieser Richtung angestellten Versuchen Zufälligkeiten der verschiedensten Art das Beobachtungsergebnis trüben können. Immerhin dürfen folgende Feststellungen als einwandfrei gelten. In manchen Kohlenbergwerken sind die Pferde so gewöhnt, nur dreißigmal denselben Weg zurückzulegen, daß sie bei der dreißigsten Fahrt von selbst haltmachen und nach dem Stall gehen. Dieses Anhalten der Tiere wird, wie man glaubwürdig versichert, durch keinerlei Zutun des Kutschers veranlaßt. Die Maulesel, die bei der Straßenbahn in Neuorleans zum Ziehen der Wagen benutzt werden, können mindestens bis fünf zählen. Die Tiere haben unterwegs fünf Stationen zu machen, wobei sie nicht die geringste Aeußerung kundgeben. Nach Zurücklegung der fünften fangen sie an zu schreien. Ohne jeden Zweisel kennen die Tiere die Zahl ihrer Jungen. Mit einer Katze hat man folgendes Experiment gemacht. Man hatte ihr die Ernährung zweier jungen Hunde anvertraut, die ihrer Mutter fortgenommen waren, weil diese noch mehr Junge hatte. Bald konnten die jungen Hunde Fleisch essen und waren auch sonst soweit gewachsen, daß sie im Gegensatz zu den von der Hündin ernährten Hunden auf die Dienste ihrer Ziehmutter verzichten konnten. Darüber war die Katze sehr ungehalten, besonders, nachdem sie beobachtet hatte, daß die Hundemutter weiter ihre Jungen nährte. Sie schloß wohl daraus, daß die Hündin ihr ihre Säuglinge fortgenommen habe, denn bald entspann sich zwischen den beiden Tieren ein wütender Kampf, der damit endete, daß die Katze nacheinander zwei von den bei der Hündin verbliebenen Hunden mit sich führte. Zwei hatte man ihr genommen, also mußte sie zwei wieder haben. Sie verstand offenbar ganz gut zu rechnen. Auch sonst hat man noch zahlreiche Experimente unternommen, um nachzuweisen, daß das tierische Gehirn sehr wohl imstande ist, den Begriff der Zahl zu fassen. Das sonderbarste dieser Experimente ist aber wohl dieses. Die Affen scheinen bis vier zählen zu können, weiter nicht. Diese Tatsache wurde auf folgende originelle Art festgestellt. In Transvaal wie überhaupt in Afrika zerstören die Affen mit Vorliebe die Anpflanzungen, und man hat große Mühe, sie daraus zu vertreiben. Zu diesem Zweck verbergen sich die Eingeborenen in den Hütten und stürzen in dem Augenblick daraus hervor, wo sie vermuten, daß die Affen mitten Humor. rkannt.„Das sind Hochzeitsreisende da drüben,“ flüsterte ein junger Mann seinem Freund zu, als der D=Zug eben einen längeren Tunnel passiert hatte. „Jawohl,“ lachte der angehende Detektiv,„und ich möchte wetten, daß er sie im Tunnel geküßt hat.“ „Wie willst du das wissen? Du konntest doch nichts „Allerdings nicht; aber als wir in den Tunnel einfuhren, hatte er einen Rußfleck auf der Nase, und jetzt hat sie auch einen!“ Mißverstandenes Fremdwort. Erster Bauer: „Jetzt denk' der nur, Christian, auf dem Peter sein' Feld ham's dös Geripp’ vun an prähistorschen Menschen g'funden.“ Zweiter Bauer:„Jessas, jessas, ob’s dem armen Kerl wohl g'lingen wird, seine Unschuld zu beweisen?“ landelbilder. Sardinenfischerei im See Genezareth. Die stillen Gewässer des Sees Genezareth im Heiligen Lande werden binnen kurzem der Schauplatz eifriger Erwerbstätigkeit werden: nach den Mitteilungen der Jerusalemer Zeitung„Truth“ ist zurzeit eine Gesellschaft im Entstehen, die sich das Ziel gesetzt hat, im See Genezareth in größerem Stile Fischzucht, insbesondere aber Sardinenfischerei und Sardinenfabrikation zu betreiben. In den letzten Jahren tauchten in dem See Sardinenschwärme auf, und sie gaben den Anstoß zu dem nun erwachsenen Plan einer großzügigen Sardinenfischerei im See Genezareth. Die Bevölkerung von Tiberias, die ungewöhnlich arm ist, wird damit einen lohnenden Erwerbszweig gewinnen, und man rechnet auf gute Erfolge, da man annimmt, daß sowohl die christliche wie die jüdische Bevölkerung den Genezareth=Sardinen den Vorzug geben werden. Ja, man hofft sogar auf einen größeren Versand nach Europa, wo die Herkunft der Sardinen aus dem Heiligen Lande und aus dem See Genezareth der Ware besondere Anziehungskraft verleihen solle. Amtliches Kreisblatt für den Kreis börde 45. Jahrgang O Grites und älteltes Cagesorgan des Kreiles. O Haupt-Annoncenblatt Unterhaltungs Beilage zu Nr. 240. Mittwoch, 13. Oktober 1915. ∆ 105 Um des Flälliens ritten. ∆ 2 9 Roman von C. Dressel. (20. Jortsetzung.) (Nachdruck verboten.) al's frostige Erklärung, daß er nur einige Tage zur Disposition habe und daher lediglich um ein Zimmer in unmittelbarer Nähe seines Vaters bitte, nahm Melanie mit heimlicher Erleichterung auf, da seine Anwesenheit, die sie zur Vorsicht mahnte, ihr nichts weniger als angenehm war. Indes bemühte sie sich, doppelt liebenswürdig gegen ihre Gäste zu sein, obwohl diese ihr mit einer Zurückhaltung begegneten, die fast offener Verachtung Und da ihr Gewissen sie nicht freisprechen konnte, atmete sie wie erlöst auf, als die Stunde der Abreise für Ralf gekommen war. Der Abschied wurde Vater und Sohn gleich schwer, und doch wollte Graf Bernhard auch jetzt nichts von Ralfs Dortbleiben hören. 14. 4 Melanie aber triumphierte; sie war auih diesmal Siegerin geblieben und die unbestrittene Herrin von Rhoda. XVIII. Am geöffneten Fenster ihres einfachen Wohnzimmers stand Beatrice und stairte teilnahmslos in die blühende Spätsommerpracht des kleinen Hausgartens. Sie war kürzlich aus ihrer anspruchslosen Sommerfrische zurückgekehrt, scheinbar ohne die dort gehoffte Erholung gesunden zu haben. Ihr schönes Gesicht hatte die von Seelenleid zeugende Blässe nicht verloren, auch die Augen den in sich gekehrten, trüben Blick wieder heimzebracht...( E9sschem Gartint Auf dem Dachfirst eines freunblichen Gattenhäuschens girrte ein Taubenpaar, silberschimmernde Schwalben krenzten zwitschernd die laue Sommerluft, glänzende Käfer taumelten in frohen Schwärmen um duftende Blumenkeche, überall pulsierte warmes, friches Leben unter dem treibenden Drange des Sonnenlichtes. Jubelnde Kinderstimmen mischten sich in die wohligen Tierlaute, nur das schlanke bleiche Mädchen stand unfroh, anteillos innitten der Daseinsfreude um sie her, die ihrem trauernden, einsamen Herzen weh taten, denn sie war eine Verlassene. Der Sonnenglanz tat ihren jungen Augen, die schon so viel geweint hatten, weh. Sie wandte sich in das Zimmer zurück und legte mit einer sterbensmüden Bewegung die Hände über die brennenden Lider. Ein Klopfen an der Tur entriß sie ihrer schmerzlichen Versunkenheit. Eine Dienerin trat mit einer Visitenkarte herein, die Dame wünsche das Fräulein zu „Frau Margarete Mannloh,“ las Beatrice. Die Blässe ihres Gesichts wurde geisterhaft; eine namenlose Bitterleit zuckte um ihren Mund, als sie leise sagte, daß ihr die Dame willkommen sei. Dennoch trat sie vollkommen gesaßt, ja mit einer hoheitsvollen Ruhe dere. e einte noch jugendliche, anmutige Erscheinung, gewahrte sichtlich erstaunt die stolze, vornehme Gestalt und sichere Haltung des Mädchens und hub mit einiger Verlegenheit an:„Sie werden den Zweck Kommens ahnen, mein Fräulein. Wie gerecht aber auch meine Entrüstung wäre, so überwiegt dennoch ein großes Mitleid mit Ihnen. Der Wunsch, Sie vor dem traurigsten Schicksal zu warnen, ist es vornehmlich, der mich Sie aussuchen läßt.“. D 14 85 Eine heitige Bewegung glitt über Beatrites Juge. „Ihre Güte erreicht mich zu spät, mir ist nicht mehr zu heifen. Das Furchtbarste ist über mich hereingebrochen, — ich bin herzlos verlassen. Aber ich danke Ihnen für die Selbstverleugnung, die Sie zu mir führt; jede andere hätte mich als schuldig verurteilt, und dennoch bin ich keine Unwürdige,“ schloß sie ernst, indem sie in stolzer Reinheit Margarete Mannloh in die Augen sah. „Ich weiß es,“ erwiderte diese mild.„Ich habe genaue Erkundigungen einziehen müssen, um mir ein tlares Urteil über Sie zu bilden, und hörte nur mit Lob und Achtung von Iynen sprechen.“ „Ja,“ murmelte Beatrice,„ich habe stets hohe Idcale in der Seele getragen und gewissenhat meine Pflicht zu tun versucht. Ich habe hart gekämpft für eine ehrbare, bescheidene Ezistenz, ich habe um meiner strengen, sittlichen Grundsätze willen, ich habe manche losende Verjuchung unerbittlich von mir gewiesen und Jahre hindurch ein einsames, schutz= und freudloses Dasein gelebt, und nur der Liebe, der reinsten, selbstloser#en Liebe bin ich erlegen. Trotzdem war dieses, mein ganzes Sein dura flutende Gefühl eine Schwäche des Herzens, die der Verstand nicht billigte und die Aelt verurteilte. Diese Schuld cegen die weltliche Ordnung mußte gerächt sein— sie hat mich vernichtet. Der Mann, der Sie betrog, hat auch mich hintergangen, und der Schmerz, der miln jetzt zerstirt, ist geößer als das kurze, targe Gück welches ich Ihnen geraubt.“„„„ Ms „Armes Kind!“ rief Margarete Mannlöh in tiesem Erbarmen.„Auch Sie, so herrlich schön, so hoch begabt, mußten ihm nur Opfer sein? Wohl haben auch „ a“ S 5— S ur aV B S b# 1 S 18 8 S 58 65 Spgg * S 3 *** K 2 5 S S S S SBES * 2 E S iE die Rechte trat für die indem er mir des Bevon Sie gefehlt, aber ich kann es verstehen, wie ein heißes, begeistertes und doch so einsames Herz der bestrickenden Macht des geistig bedeutenden, liebewerbenden Mannes verfallen mußte, dessen zwingendem Zauber auch ich dereinst zu meinem Unheil erlegen war.“ „Ja,“ sagte Beatrice dumpf,„und die Kunst war die trügerische Brücke, die ihn zu mir führte. Ich stand allein in der Welt, mühselig um die Existenz ringend, als Erich Mannloh, der bedeutende, einflußreiche, von der ganzen Stadt gekannte und verehrte Mann in mein unscheinbares Leben trat. Wie hätte ich, das herzenseinsame, schutzlose Mädchen, die ratende Teilnahme eines solchen hervorragenden Mannes zurückweisen können, die mir in der ehrfurchtvollsten Weise von ihm geboten wurde! Anfänglich verband uns nichts als die gemeinsame Begeisterung für die Musik und eine uns hoch beglückende Seelenfreundschaft, deren Gefahr für mein Herz, meinen Frieden ich damals nicht ahnte, deren Macht er aber nur zu wohl kannte und zu benutzen verstand. Als er später, hingerissen von seiner Leidenschaft, mir eine Liebe bekannte, die ich hätte verwerfen sollen, da war meine Seele so unlöslich an ihn gekettet, daß eine Trennung von ihm mir den Tod bedeutet hätte.— Sie kennen die Macht seiner Persönlichkeit und den Zauber seiner Rede," fuhr Beatrice düster fort,„so werden Sie es begreifen, daß er die warnende Stimme meines Verstandes mit überzeugenden Gründen zu beschwichtigen wußte und mich nur an Herzens glauben ließ. Er rechtigung unserer Liebe ein, seiner unseligen Konvenienzehe mit einer gefühllosen, nie geliebten Frau sprach, welche niemals eine Neigung für ihn empfunden habe und der demnach unser Seelenbund in keiner Weise etwas raube. Und ich kannte Sie ja nicht, ich habe Sie bis zur Stunde nie gesehen und hielt ihn nimmer eines unwahren Wortes fähig. In seiner Gegenwart wenigstens fühlte ich mich glücklich, ruhig, vergaß ich die kalte, mitleidlose Welt, die mein heiliges, hohes Gefühl auch gar nicht zu beurteilen vermochte. Doch es waren nur kurze, seltene Stunden, die Erich Mannsoh mir widmen konnte; es kamen so viele einsame Tage, in denen mein Stolz sich aufbäumte und ich namenlos litt über mein trauriges Schicksal, das mich zwang, diese Liebe, dies höchste Gück meines Lebens gleichsam wie einen Diebstahl verbergen zu müssen. Aber ich fand nicht die Kraft, den einzigen Menschen von mir zu weisen, dem meine Seele unlöslich zu eigen war, und trotz meines Elends war es mir unendlich süß, das leidenschaftliche Geständnis, daß ich in Wahrheit die erste, die ewige Liebe dieses bedeutenden Mannes sei.— Hätte ich gesehen, ich würde geahnt haben, daß er mich täuschte, denn Sie sind noch jung und schön; ich hätte gewußt, daß nur die Liebe, welche er verleugnete, ihn an Sie gefesselt.“ „Nein,“ versetzte Margarete herbe,„der Egoismus dieses Mannes weiß nichts von treuer Seelenliebe, er kennt nur flüchtige Leidenschaft, und in solchem rasch verfliegenden Rausch hat er auch mich dereinst an sich gerissen. Sie haben mir nichts geraubt, was er mir nicht schon lange vor Ihnen treulos genommen hätte. Es ist ein verletzendes Wort, was ich Ihnen nun sagen muß, es schneidet tief in ein edles, reines Herz, aber es soll Sie auch heilen von dem falschen Wahn.“ Mitleidig umschloß sie des zitternden Mädchens Hände, als sie leise weiter sprach:„Weinen Sie keine Träne mehr, Beatrice, er liebt nur sich, und wenn Sie es nicht zufällig waren, die ihn Ehre und Pflicht verletzen ließ, so — war es eben eine andere!“ Beatrice zuckte auf, wie von einem Schlage getroffen. Ihr solch ein schmachvolles Wort, ihr, die nur die keuscheste Anbetung, die heiligste Liebe für jenen Mann im Herzen getragen und sich demütig und stolz zugleich für eine Auserwählte gehalten! So war selbst jede Erinnerung vergiftet, jede glückliche Stunde nur eine Schmach, die nichts auslöschen konnte.„Barmherziger Gott,“ ächzte sie,„nur das, nur das,— nur das Weib#an sich, das jede ist, jede, und ich meinte, wir tauschten Seele um Seele und könnten einander nimmer wieder verlieren!" Ein irres Lächeln huschte um ihren blassen Mund, als sie wie zu sich selber leise fortredete:„Wie oft sagte er,„du könntest alt und häßlich sein, durch Blatternarben entstellt, ich liebte dich ebenso heiß und unvergänglich wie heute, wo Jugend und Schönheit dein,— es ist ja die Seele, deine edle, reine Weiblichkeit, welche mich zu dir zieht; und alles, alles war nur Lüge? Freilich, wäre es wahr gewesen, er hätte um meines Friedens willen seine angebliche Konvenienzebe lösen müssen, er wäre das mir und Ihnen schuldig gewesen. Aber er dachte gar nicht daran, und da ich trotz der heißesten Liebe niemals meine Ehre vergaß und eher gestorben wäre, als daß ich ihm ohne den Segen der Kirche angehört hätte, da verließ er mich, des nutzlosen Stürmens müde, und spottet nun wohl in den Armen einer anderen, der Törin, die an eine unlösliche Gemeinschaft der Seelen staubte..„„„..61. in ftamer Puh „So ist es!“ sagte Margarete in starter Ruhe. „Diese demütigende Gewißheit aber sollte nun auch völlig Ihre so übel vergeudete Liebe ersticken. Sie müssen den Unwürdigen verachten, wie ich es tue.“ Stolz richtete Beatrice das schöne, bleiche Haupt empor.„Sie haben recht. Aber, was hilft mir das,“ fügte sie tonlos hinzu,„auch die größte Verachtung ist nur eine moralische Waffe, die wirkungslos an solchen gemütleeren, ehrlosen Menschen abprallt, sie wird mich weder rächen noch retten. Ich muß mich machtlos vernichten lassen, weil ich schutzlos bin. Wie aber,“ und sie hob die tränenschweren Augen vorwurssvoll zu Margarete auf.„wie vermögen Sie weiter an der Seite eines Mannes zu leben, dessen Unwert Sie erkannt? Wie können Sie in einer Ehe leben, die eine Schmach für Sie ist? Ich fasse es nicht. Nichts in der Welt, und wäre ich noch so arm und verlassen, könnte mich bewegen, neben der Gemeinheit und Lüge, und trüge sie den gleißendsten äußeren Ehrenmantel, zu atmen.“ „Ich gehöre nicht zu den tatkräftigen, entschlossenen Naturen," erwiderte Margarete kleinlaut,„und besitze nicht den Mut der Auflehnung gegen ein Gesetz, noch wage ich es, mich über das Urteil der Welt hinwegzuheben, das die geschiedene Frau, und sei sie auch völlig makellos, stets verunglimpft.“ „Aber, das ist kleinlich, das ist eine irrige und engherzige Annahme,“ redete Beatrice heftig dagegen.„Hier sollte allein das Gewissen Ihr Richter sein.“ „Ich kann mich nicht zu einer freieren Anschauung aufschwingen, zu vieles bannt mich in jene Schranken, die wohl zumeist nur der rücksichtsloseste Selbsterhaltungstrieb niederreißen könnte. Ich aber habe mein ganzes Leben hindurch wenig an mein eigenes Ich denken dür,en, ich bin nur eine Heldin im Dulden gewesen. Da habe ich zunächst auf meine Eltern Rücksicht zu nehmen. Sie gehören dem hohen Beamtenstande an, sind aber nicht vermögend und daher glücklich über meine glänzende Lebensstellung, die sie aller Sorge um meine Zukunft enthebt. Sie würden mich bitter tadeln, wenn ich an eine Trennung von meinem Manne dächte, und mir nur widerstrebend ihr Haus öffnen; denn sie wissen, daß es Ehen wie die meine zu Tausenden gibt, und alle ohne Aufsehen ertragen werden. Vor allem aber denke ich an mein Kind, um meines kleinen Mädchens willen muß ich die unwürdige Fessel weiter schleppen; es soll und darf nicht vaterlos aufwachsen.“— (Fortsetzung folgt.) Denkspruch. Müllen wir aus der Belrachtung von Jahrtausencen erkennen, daß die Kriege unvermeichlich sind, so tröstet uns doch zugleich die Erkenntnis, daß lie steis die männlichen Lugenden zu Ehren brachten. 8. Frhr. v. d. Goltz. Der Handschuh. „ Erzählung von K. Orth. (Fortsetzung.)(Nachdruck verdoten.) Gegen zwei Uhr morgens war Doktor Bernhard Hetmer nach Hause gekommen, und Frau Lucie täuschte sich wohl nicht, wenn sie aus seinem geräuschvollen Verhalten den Schluß zog, daß er einen leichten Rausch mitgebracht hatte. Er schien auch in der Laune, noch mit ihr zu plaudern, denn zweimal rief er halblaut ihren Namen. Aber sie rührte sich nicht und drückte den Kopf nur noch fester in das Kissen, denn sie war fest entschlossen, kein Wort mit ihm zu sprechen, ehe sie sich nicht volle Gewißheit verschafft hatte. Während all dieser Stunden ihres Alleinseins hatte sie natürlich keinen anderen Gedanken gehabt, als den Gedanken an das Fürchterliche, das ihr so undenkbar, so unmöglich schien, und das doch zu immer gräßlicherer Wahrscheinlichkeit anwuchs, je deutlicher sie sich alle Geschehnisse der beiden letzten Tage ins Gedächnis zurückrief. Ihres Mannes Verzweiflung, der wilde Ausbruch seines Ingrimms gegen einen Schurken, der ihn um den Verstand brächte, sein offen kundgegebener Entschluß, ein Ende zu machen— waren nicht dies alles Dinge, die grausam beredt sprachen? Und dann die äußeren Umstände, die plötzlich eine so furchtbare Bedeutung gewannen, wenn man sie auf ihren mutmaßlichen Zusammenhang mit jenem Verbrechen hin ansah! Sein Ausbleiben am gestrigen Abend, seine unverkennbare Erregung während des burzen Telephongesprächs, sein unruhiger Schlummer, sein verstörtes Erwachen und sein krampfhaftes Bemühen, eine ausgelassene Lustigkeit zu erheucheln! Die unglückliche Lucie konnte jetzt kaum noch begreifen, daß ihr nicht schon in jenem Augenblick ein Argwohn gekommen war, wo sie von der Aufzeichnung im Notizbuch des Ermordeten gehört hatte. Der verlorene Handschuh, der die Ursache all dieser verzweifelten Grübeleien gewesen war, bildete ja für sie längst nicht mehr das einzige oder auch nur das schwerste Verdachtsmoment, sondern gewissermaßen nur noch das letzte abschließende Clied in einer langen Kette von belastenden Tatsachen. Unter hundert Frauen in ihrer Lage würden sicherlich neunundneunzig außerstande gewesen sein, die unsägliche Qual solcher Gedanken und Vorstellungen stumm zu ertragen. Aber Frau Lucie Heßmer war aus einem besonderen Holz. So anschmiegsam und offenherzig sie sich unter gewöhnlichen Verhältnissen zeigte— in Augenblicken, wo ein außerordentliches Erlebnis die Tiefen ihrer Seele aufwühlte, hatte sie doch immer das Bedürfnis, sich zunächst ganz in sich selbst zurückzuziehen, um ohne fremden Beistand zu Ruhe und Klarheit zu gelangen. Niemals war dieses Bedürfnis stärker gewesen als gerade jetzt. Wenn ihre Vermutung zutraf, wenn wirklich ein Verhänguis über sie hereingebrochen war, schlimmer als Krankheit oder Tod, so galt es nach ihrer Ueberzeugung mehr denn je, alle Kräfte des Körpers und des Geistes zusammenzuhalten. Mit stürmischen Szenen und leidenschaftlichen Ausbrüchen der Verzweiflung kann man ein Unglück nur vergrößern, nicht abwenden. Wenn sie mit ihrem Manne jetzt über die schreckliche Sache sprach— jetzt, wo sie ihm weder einen unwiderleglichen Beweis für seine Schuld entgegenhalten noch ihm einen Weg zeigen konnte, sich vor den Folgen seiner Tat zu retten, so würde er entweder alles zu leugnen versuchen, oder die Furcht vor Entdeckung würde ihn zu Schritten hinreißen, an die sie nur wie an das Ende aller Dinge denken konnte. Sie mußte sich die volle Gewißheit, deren sie für ihre weiteren Entschlüsse bedurfte, auf andere Weise verschaffen als durch den Versuch, Bernhard zu einem Geständnis zu bewegen, und da sie sich nicht stark genug fühlte, vor seinen Augen die Sorglose und Unbefangene zu spielen, mußte sie ihm eben nach Möglichkeit ausweichen, bis der rechte Augenblick für eine entscheidende Aussprache gekommen war.— Als Tottor Heßmer ziemlich spät erwachte, fand er sich allein, und im Frühstückszimmer mußte er zu seiner Ueberraschung von dem Dienstmädchen erfahren, daß die gnädige Frau schon vor einer halben Stunde ausgegangen sei. In der Tat hatte Lucie in aller Frühe das Haus verlassen und war so gange in dem einsamsten Teil des Stadtparks umhergewandert, bis sie die Stunde für schicklich hielt, ihrer Freundin einen Besuch abzustatten. Sie wollte vor allen Dingen erfahren, wie weit inzwischen die Untersuchung in der Hingstlerschen Mordsache gediehen war, und sie meinte, daß fie sich darüber nirgends schneller und zuverlässiger unterrichten könne als im Hause des Kriminalkommissars. Ihm selber wünschte sie nicht zu begegnen, aus Furcht, daß ihre Silbstbeherrschung sie vor ihm doch vielleicht im Stich lassen könnte, und es versetzte sie daher in große Bestürzung, als sie, in das Wohnzimmer geführt, Escherott neben seiner Gattin vor sich sah. Aber sie war eine tapsere Frau, die ihre Nerven gut in der Gewalt hatte, wenn sie sich der Notwendigkeit bewußt war, und nicht ihr Benehmen, sondern nur ihr angegriffenes Aussehen schien die Freunde ein wenig zu befremden. Sie erklärte es mit einer eben überstandenen Migräne und begann mit einer Lebhaftigleit, hinter der sich, wie sie meinte, ihre furchtbare Erregung hinlänglich verbarg, von Dingen zu plaudern, die jetzt den Vorwand für ihren Besuch abgeben mußten. Aber die innere Unrast gestattete ihr doch nicht, lange dabei zu verweilen, und ohne allen Uebergang wandte sie sich plötzlich an Escherott mit der Frage, ob der Mörder des Ingenieurs Hingstler noch nicht gefunden sei. „Noch nicht,“ erklärte er,„aber ich denke, es wird nicht mehr lange währen, bis wir ihn haben. Die Auskünfte der Breslauer Polizei sind ganz danach angetan, uns auf die rechte Fährte zu führen.“ „Sie wissen also jetzt, welche Bewandtnis es mit dem Ermordeten hatte?“ „So ziemlich. Er war ein recht übel beleumundetes Subjekt, dessen Tod an und für sich keinen Verlust für die menschliche Gesellschaft bedeutet. Seit Jahren scheint er nur noch von Erpressungen der nichtswürdigsten Art gelebt zu haben, und da laut einer telegvaphischen Mitteilung der Breslauer Behörde in einem dort(von ihm zurückgelassenen Kofser eine sehr umfangreiche und belastende Korrespondenz aufgefunden worden ist, werden wir voraussichtlich schon morgen die Namen der Leute kennen, die er sich zu Opfern ausersehen hatte.“ „Und Sie glauben, daß eines dieser Opfer—“ „Den Mord begangen hat. Es ist ja durchaus nicht das erstemal, daß ein Unglücklicher, den die Schurkereien eines gewissenlosen Erpressers fast bis zum Wahnsinn getrieben haben, in der Verzweiflung zur Waffe greift, um sich des Peinigers zu entledigen. Gerade im vorliegenden Fall sprechen alle Tatum