C) Ge Scemimn Zeimer uiten eodn Feienags. Bemppprte A.„Peirat. bei der Post ide Beßtelgeid 48 Ple. gobz. Mchenu. Gralsbellage:„Jäaknanz, Gamillenfreunö“ u. tägl. Unlerbaltungsbianl. Anzeigenpreis: Die Zebengespaltene Peüitzelle sden beren Raum 10 Plg., Anzeiges um auswärt 15 Pig., Rehlomezelle 40 Pfo. Jeder Raban gilt als Rasarnban u. erlischt bes Aoszorsen, Zwangsoergleichen, gerichtl. Klagen u. Setschund guatt. Setiusheioer:! Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwrtes Uolbchlas Verbunden mit: für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Adame Bollisdhung Schwerker Cageblatt S Schwerker Anzeiger Gelles und älteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeiger für den Kreis börde# al. Ante und Letstgulglichn Drua. sudgen ir den Aut Hörte erlangn guuss Bebanntmochung dei Abalgischre Regierung surch Verosfentlichung in der Jeitnag“ wosserbndüiche Areft.— De „Schwerter Zettung“ gewöhri ihren Abennenten für jeben all Tod enbenben Usfoß ge: Hagungen: 300 Mk. Unfall: Druch v. Verlage. Corl Brows. Schwerte= NuhSentad-Seins-b. Sun Samne cc) Nr. 225. Samstag, den 25. September 1915. 47. Jahrgang. * 0 Beutschrattern 0 russische Stellungen genommen.— Die Russen in weilerem Rüchzuge nach Osten. Ein bulgarisches Ultimatum an Serbien? K TU Berlin, 24. Sept. Die Zeichnungen auf die dritte Kriegsanleihe haben eine Gesamtsumme von 12 Milliarden 30 Millionen Mark ergeben. Das Fiasko des Vierverbandes am Balkan. Alle Bemühungen, Bulgarien auf die Seite der Vierverbandes zu ziehen, sind nun endgültig gescheitert. Alsbald nach dem ersten deutschen Kanonenschuß auf die serbische Festung Semendria hat Bulgarien mobil gemacht, und schon wird berichtet, daß die Gesandten der Entente im Begriff seien, Sofia zu verlassen. Von allen Balkanvölkern ist das buulgarische das physisch gesundeste. Das gegenwärtige Bulgarien hat eine Einwohnerzahl von ungefähr fünf Millionen Köpfen, kann aber ein Kriegsheer von einer halben Million Mann aufstellen, was daher kommt, daß der Prozentsatz der Kriegstauglichen außerordentlich hoch ist. Bulgarien verdankt diesen Vorzug hauptsächlich seiner Eigenschaft als Agrarstaat. Aber auch moralisch stehen die Bulgaren trotz mancher rauhen Sitten höher als andere Balkanvölker, die Lebensgewohnheiten in Sofia sind viel einfacher als z. B. in Bukarest, wo französischer Firniß die oberen Schichten bedeckt und eine bestechliche Presse die Straße beherrscht. Im ersten Balkankrieg hat Bulgarien vor Adrianopel und an der Tschadaltschalinie das Schwerste geleistet, in dem darauf folgenden Beutekriege unter den Siegern über die Türken aber am schlechtesten abgeschnitten, weil Rumänien sich einmischte und Rußland sein Schoßkind Serbien bevorzugte. Seitdem waren aber die Bemühungen der Regierung uund alle Sinne des Volkes darauf gerichtet, die durch die beiden Balkankriege geschlagenen Wunden zu heilen, und die Wiedererlangung der im Bukarester Frieden entrissenen mazedonischen Gebiete vorzubereiten. Auch während des Weltkrieges verharrte Bulgarien bisher in seinem Groll über das erlittene Unrecht uund erwartete zurückhaltend die Stunde, da es sich aus eigener Kraft das Verlorene wieder verschaffen könnte. Nicht irgend welches freundschaftliche Gefühl für die Zentralmächte— Gefühlspolitik liegt dem Bulgaren überhaupt nicht— hat die Entschlüsse des Königs Ferdinand=und des Ministerpräsidenten Radoslawow bestimmt, sondern die kaltblütige Ueberlegung, wo der größere Vorteil für Bulgarien liege. Mit Zukunftsversprechungen war den Bulgaren nicht gedient, und anders als Zukunftsversprechungen hatten die Ententemächte nicht zu bieten. Nachdem durch die Siege der Heere der Zentralmächte in Galizien, Polen und Littauen Kräfte zu einem neuen Schlage gegen Serbien frei geworden waren, war aich die Zeit gekommen, von der abwartenden Haltung zu einer klaren Stellung an der Seite der Zentralmächte und der Türkei überzugehen. Es scheint aber, als ob die Ententepolitik nicht nur Bulgarten, sondern dem ganzen Balkan gegenüber zusammengebrochen sei. Aus Eröffnungen, die Radoslawow unmittelbar nach der bulgarischen Mobilmachung am 20. September in einer Sitzung Gegner scharf nachdrängende Front hat die Linie Soly=Olschany=Traby=Iwja=NowoGrodek überschritten. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Der Widerstand des Feindes ist an der ganzen Front gebrochen. In der Verfolgung ist der Serwetsch=Abschnikt oberhalb von Korelitschi, sowie der Szczara=Abschnitt nordwestlich von Kraschyn erreicht. Weiter südlich finden noch Kämpfe mit feindlichen Nachhuten statt. 100 Gefangene, 3 Maschinengewehre fielen in unsere Hände. Heeresgruppe des General=Feldmarschalls von Mackensen. Die vorgeschobenen Abteilungen nordöstlich und östlich von Logischin wurden vor einem umfassenden russischen Angriff hinter den Ogynski=Kanal und die Jasiolda zurück genommen. Sie führten dabei 2 Offiziere und 100 Mann Gefangene mit sich. Südöstlicher Kriegsschauplatz Keine Veränderung. Oberste Heeresleitung. Deutscher Tagesbericht. wtb. Großes Hauptquartier, 24. Sept. 1915. Westlicher Kriegsschauplatz Die Artillerie= und Fliegertätigkeit auf der ganzen Front steigerte sich im Laufe des gestrigen Tages. Ein südlich des Kanals von La Bassee angesetzter Angriff weißer und farbiger Engländer scheiterte bereits in unserem Artilleriefeuer. An der Küste wurde ein englisches Flugzeug abgeschossen; der Führer ist gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Südwestlich von Lennewaden sind die Orte Rose und Strigge, die vorübergehend geräumt worden waren, wieder genommen. Vor Dünaburg wurden nordöstlich von Smelina weitere russische Stillungen gestürmt und dabei etwa 1000 Gefangene gemacht. Unsere bei Wilejka in der Flanke der zurückkehrenden Russen befindlichen Kräfte stehen in hartnäckigem Kampfe. Starke russische Angriffe hatten an einer Stellung vorübergehenden Erfolg. Dabei gingen mehrere Geschütze, deren Bedienung bis zuletzt ausharrte, verloren. Die dem weichenden Oesterreichischer Tagesbericht. genannten Abschnitt griffen die Russen unter starkem Artillerie=Aufgebot, 11 Glieder tief, unsere WTB Wien, 25. Sept.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 24. September mittags: Italienischer Kriegsschauplatz. An der Tiroler Westfront vertrieben unsere Landesschützen die feindlichen Alpini von der Albiolo=Spitze(nördlich des Tonale=Passes). Auf der Hochfläche von Vielgereuth wurde ein Angriff einiger italienischer Kompagnien auf den Durer(nordwestlich des Coston) abgewiesen. Etwa 1000 Italiener, die sich auf den Osthängen des Monte Piano gegen unsere Stellungen in Bewegung setzten, wurden durch Artilleriefeuer zum Rückzug gezwungen. Im Kärntner Grenzgebiet scheiterte ein feindlicher Angriffsversuch auf die Cellon=Spitze (östlich des Plöcken=Passes). An der küstenländischen Front kam es gestern nur zu Geschützkämpfen. Die Gesamtlage ist unverändert. Russischer Kriegsschauplatz. Im Nordosten ist keine Aenderung eingetreten. Während in Ostgalizien Ruhe herrschte, kam es im Raume von Nowo Alexinez und an der unteren Ikwa zu heftigen Kämpfen. In dem erst. Linien an. Sie wurden überall unter den schwersten Verlusten zurückgeworsen, worauf ihnen unsere, im Gegenangriff nachdrängenden Truppen noch eine Höhenstellung entrissen. Eine russische Batterie wurde durch unser Artilleriefeuer zersprengt. Bei Ridoml fielen auf verhältnismäßig engem Gefechtsfelde 11 Offiziere und 300 Mann in unsere Hände. Auch die Uebergangsversuche des Feindes über die untere Ikwa scheiterten. In der Gegend nordwestlich von Kolki am Styr vertrieb unsere Reiterei den Feind aus einigen Ortschaften. Die in Littauen kämpfenden österreichisch=ungarischen Streitkräfte haben in der Verfolgung des Gegners weiter Raum gewonnen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Im Südosten verlief der gestrige Tag ohne wesentliche Begebenheit. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschall=Leutnant. der liberalen Mehrheitspartei gemacht hat, geht hervor, daß die Beziehungen zu Rumänien freundschaftlich sind und daß Griechenland erklärt hat, seine Neutralität auch im Hinblick auf die zu erwartenden neuen Ereignisse am Balkan bewahren zu wollen. Hiernach muß es als ausgeschlossen gelten, daß Griechenland sein Bündnis mit Serbien zum Schutze des Bukarester Friedens aufrecht erhält, wenn Bulgarien sich die Teile des bisher serbischen Mazedoniens nimmt, auf die es Anspruch zu haben glaubt, und so lange es den Streit über das griechische Mazedonien(Kawalla) nicht mit Waffengewalt zu lösen sucht. Ist aber eine Verständigung zwischen Sofia einerseite und Athen und Bukarest andererseits erreicht, so wird auch das Hauptinteresse, das das Deutsche Reich und Oesterreich=Ungarn gegenwärtig am Balkan besitzen, nämlich die Oeffnung des durch das serbische Donaugebiet gesperrten Weges nach Konstantinopel, um so früher verwirklicht werden. Das Balkan=Rässel lost sich! WTB Mailand, 25. Sept. Der Sonderberichterstatter des„Corriere della Sera“ drahtet seie nem Blatte aus Bukarest vom 22. September früh: In später Nachtstunde verbreitete sich das Gerücht, daß Bulgarien an Serbien ein Ultimatum gerichtet habe. Bulgariens Ziel. WTB London, 25. Sept. Die Zeitung„Daisy News“ sagt in einem Leitartikel: Die bulgarische Regierung verfolge das Ziel, den Bukarester Vertrag aufzuheben und Mazedonien wiederzugewinnen. Es ist unbekannt, welche Bürgschaft sie von den Mittelmächten oder der Entente erhalten hat. Jetzt steht ganz offenbar eine Aktion bevor, die weitreichenden Einfluß auf die Zukunft des Balkans und des Verlaufes des europäischen Krieges haben kann, denn die Mobilisierung legt Bulgarten einen zu starken Druck auf, als daß es als bloße Vorsichtsmaßregel lange fortsetzen könnte. Wohin die Bulgaren marschieren. TU Sofia, 25. Sept.„Kambana“ meldet, daß die Bulgaren in das Morawatal als sicherste Srecke für Mazedonien und als nächste Verbindungslinie zu den Zeurtalmächten vordringen werden. Die Befürchtungen in England. TU London, 25. Sept. Hier ist man überzeugt, daß Bulgarien anfangs nächster Woche die letzte Note des Vierverbandes abschlägig bescheiden werde und danach in Mazedonien eine rücken werde. Griechenland mobilisiert. WTB London, 25. Sept. Neuter meldet aus Athen vom 24. September, daß der König den Einberufungsbefehl für zwanzig Jahrgänge Kriegsdienstpflichtiger unterzeichnet habe. Die Veröffentlichung soll am Abend erfolgen. Ministerpräsident Venizelos habe um 4 Uhr nachmittags eine Unterredung mit dem König gehabt, dem er erklärte, daß die einzig mögliche Antwort Griechenlands an Vulgarien, die Mobilmachung sei. Gerüchtweise verlautet, daß der König der Mobilmachung als Verteidungsmaßnahme zugestimmt habe. WTB Mailand, 25. Sept.„La Sera“ veröffentlicht eine Mitteilung aus Athen, nach der Griechenland, nachdem Bulgarien 28 Jahresklassen mobilisiert habe, entsprechende Maßregeln treffen werde. Der Vierverband und der Balkan. TU Notterdam, 25. Sept. Der„Nieuwe Notterd. Courant“ meldet aus Sofia:„Es kann als vollendete Tatsache angesehen werden, daß die Diplomatie des Vierverbandes auf dem Balkan Fiasko gemacht hat. Den entscheidenden Ausschlag gab zweifellos die Niederlage der Russen. Nußlands Streitmacht wurde als die stärkste Grundlage angesehen, auf der das Gebäude des Vierverbandes errichtet worden war. Nun, wo die Grundlage wankt, da droht der Einsturz des ganzen Hauses. Auch in den dem Vierverband fraundlichen Balkanstaaten wird die Niederlage des Vierverbandes als unvermeidlich angesehen. Der Balkan betrachtet den Vierverband militärisch und diplomatisch als insolvent.— Der Krieg gegen Rußland. Der Durchbruchsversuch der russischen Wilna=Armee. TU Kopenhagen, 25. Sept. Die„Times“ bringt aus Petersburg einen Bericht über den Durchbruchsversuch der russischen Wilna=Armee, in dem es heißt: Die Deutschen hatten Wilna nicht nur vollkommen umzingelt, sondern große Mengen feindlicher Kavallerie streiften das Gelände nach Norden ab und kreuzten die nussischen Verteidigungslinien. Der Rückzug von Wilna geschah sicherlich keinen Augenblick zu früh. Hindenburg hoffte die Wilna=Armee entweder zum Kampf oder zum Rückzuge nach Süden zwingen zu können. Geschah dies, so wäre bei anderen Heeresteilen nördlich der Szczara sicherlich eine gefährliche Verwirrung entstanden. Am dieser zu entgehen, bog das Wilna=Heer nach Osten ab. Hier aber traf es auf den Feind. Bei der Schlacht, die sich jetzt entwickelte, mißten die Russen mit dem Rücken gegen Wilna Aufstellung nehmen. Dünaburg vor dem Fall? TU Basel, 25. Sept. Zur Kriegslage im Osten schreibt der militärische Mitarbeiter der„Baseler Nationalztg.“, daß nunmehr die gesamte Nordfront in Bewegung sei und daß für die nächste Zeit dort wichtige Aktionen bevorständen. Die Kämpfe im Raume von Minsk hätten begonnen. Die Deutschen marschierten zur Schlacht um Minsk direkt nach Osten und von der oberen Beresina in die nördliche Front der Russen auf. Diese Anlage gewähre dem Angreifer gute Aussichten auf Erfolg. Würden die Russen nördlich von Minsk die Ereignisse nicht ändern und müßten sie sich dem deutschen Aufmarsch fügen, so sei die Lage unhaltbar. Dünaburg könne von den Russen nicht länger behauptet werden. Jede Stunde könne den Fall dieser äußerst wichtigen Festung bringen. Das gesamte Bahnsystem der Russen an der Nordfront sei zerrissen und die Russen gingen einer schwierigen Lage entgegen. Nur noch für eine Woche Lebensmittel in Petersburg. TU Kopenhagen, 25. Sept. Nach der Zeitung„Rjetsch“ haben sich die Lebensmittelpreise in Petersburg infolge der Sperrung der Hauptbahnstrecken wiederum ganz außerordentlich erhöht. Die Bäckereien stellten ihre Tätigkeit ein. Es sind nur noch für eine Woche Lebensmittel vorhanden. Maßgebende Kreise hätten schon vor einigen Wochen die Regierung darauf aufmerksam gemacht, daß man vor einer wirklichen Hungersnot stehe. Straßenkrawalle in Moskau. TU Stockholm, 25. Sept. Von einer aus Moskau eingetroffenen Persönlichkeit wird mitgeteilt, daß auch dort seit der Vertagung der Duma täglich ernstere Krawalle und wachsende Pogromstimmung festzustellen sei. Arbeiter, Studenten und Frauen, ja sogar untere Militärs, durchziehen die Straßen und rufen:„Nieder mit dem Zaren!" Vor der Stadtduma rief eine tausendköpfige Menge: „Schlagt Goremykin, den Halsabschneider, tot!“ Die Menge beruhigte sich erst, als das Stadtoberhaupt Tschalnakow eine kurze mahnende Ansprache hielt. Die Arbeit in den Fabriken ist fast überal eingestelt. 86 Der„neue Kurs“ in Rugland. Der Kopenhagener Zeitung„Politiken“ wird gemeldet: Eine bekannte Persönlichkeit, die Goremykin nahesteht, spricht sich in dem Blatte„Kolokol“ über die jetzige Stimmung in den Regierungskreisen aus. Die Auflösung der Duma sei ein Schritt von ganz untergeordneter Bedeutung. Damit sei das Ziel nicht erreicht. Wenn dies der Fall wäre, würde die Duma längst heimgesandt werden, da die Regierung hierzu stark genug sei. Die Duma werde im übrigen nach der Rückkehr des Finanzministers Bark zur Bewilligung des Budgets und einer neuer Anleihe wieder einberufen werden. Die Heimsendung der Duma bedeute darum nichts. Sie möge als ein erster Schritt der Regierung betrachtet werden, jedes Entegegenkommen der liberalen Tendenzen zurückzuweisen. Die wankelmütige Politik der Regierung müsse jetzt aufhören. Aus Finnland komme das Verlangen, das finnische Parlament einzuberufen. Die Polen verlangten, daß die Regierung über Polen die Autonomie ausspreche. Aus Sibirien träfen Ansuchen ein, die Selbstverwaltung für Sibirien einzuführen. Die Blätter würden jeden Tag energischer. In allen diesen Fragen müsse die Regierung jetzt eine bestimmte Haltung einnehmen. Der Ministerpräsident habe deshalb in einer Audienz von allerhöchster Stelle ganz bestimmte Anweisungen erhalten. Infolge des neuen Kurses erwarte man in den Parteien der Rechten jetzt Veränderungen im Kabinett. Es verlaute, daß die zuletzt ernannten Minister, die vornehmlich ein Ministerium erhalten hätten, um den liberalen Wünschen entgegenzukommen, in kurzer Zeit ihren Abschied erhalten würden. Zum Minister des Innern werde wahrscheinlich Kryszanowski ernannt werden.(mrB.). Mt.; Eine neue russische Ofsenstve: Aus Budapest gehen dem„Neuen Wiener Jour= val“ die folgenden Mitteilungen zu: Nach hierher gelangten Meldungen auf indirektem Wege aus Petersburg hat der letzte Kronrat im russischen Hauptquartier den Beschluß gefaßt, noch im Laufe dieser Woche eine umfassende Offensive zu ergreifen. Gegen die Türkei wird der General Januskiewitsch anstelle des erkrankten Großfürsten Nikolaus das Oberkommando übernehmen. Gleichzeitig soll die russische Flotte im Schwarzen und Baltischen Meere zum Angriff übergehen. Diese allgemeine Offensive soll auf das Verlangen Englands und Frankreichs ergriffen werden; die beiden Verbündeten machen ihre finanzielle StellungDes Rafsers Bann an des benische Voln. Der Kaiser an Helfferich. WTB Berlin, 25. Sept. Der Kaiser hat an den Staatssekretär des Reichsschatzamtes Dr. Helfferich auf die Meldung über den Erfolg der dritten Kriegsanleihe nachstehendes Telegramm gerichtet: Ich danke Ihnen für die Nachricht von dem glänzenden Ausfall der Zeichnungen auf die dritte Kriegsanleihe und beglückwünsche Sie zu diesem neuen Erfolg unserer, Ihrer Leitung anvertreuten finanziellen Kriegsführung. Das deutsche Volk hat in vollem Vertrauen auf die eigene Kraft damit dem Feinde und der ganzen Welt bekundet, daß es auch fernerhin einmütig wie ein Mann zusammensteht in dem unerschütterlichen Willen, den durch frevelntlichen Ueberfall uns aufgezwungenen Krieg bis zum siegreichen Ende durchzuführen und für die Sicherheit des Vaterlandes jedes erforderliche Opfer an Gut und Blut freudig darzubringen. Wilhelm I. R. Weitere Kaiser=Telegramme. WTB Berlin, 25. Sept. Nach Erhalt des endgültigen Ergebnisses der dritten Kriegsanleihe richtete der Kaiser aus dem Großen Hauptquartier an den Staatssekretär des Reichsschatzamtes, Staatssekretär Dr. Helfferich, eine zweite Drahtung folgenden Wortlautes: Meinen wärmsten Dank für die Meldung von dem über alles Evwarten günstigen Erfolg der dritten deutschen Kriegsanleihe, der einem glänzenden Siege auf dem Schlachtfelde gleichkommt und keine Blutopfer gefordert hat. Dem Kultusminister ist aus dem Großen Hauptquartier folgendes Telegramm des Kaisers zugegangen: Wie ich höre, hat zu dem glänzenden Ergebnis der Zeichnungen auf die dritte Kriegsanleihe die Tätigkeit der Lehrer und Schüler in erfreulicher Weise beigetragen. In Würdigung des überraschenden großen Erfolges wünsche ich, der Schuljugend meinen Dank zum Ausdruck zu brinund bestimme, daß in den Schulen der Monarchie am morgigen Tage der Unterricht ausfällt. nahme davon abhängig.— Daß England aus Rußland, das schon die allerschwersten Opfer gebracht hat, auch noch das Letzte herauspressen möchte, ist schon glaublich. Daß es, ebenso wie bei seinem Sklapen Italien, nur Geld gegen neue Dienste herauszurücken bereit ist, klingt ebenso wahrscheinlich. Daß aber Rußland, dessen Hauptarmeen sich unter der würgenden Faust Hindenburgs winden, zu dieser neuen Kraftäußerung noch imskande ist, darf man mit Fug und Recht bezweifeln. Der Kriegsrat beim Zaren. Die Wiener Korrespondenz„Rundschau“ meldet: Der unter dem Vorsitz des Zaren abgehaltene außerordentliche Kriegsrat beschloß eine allgemeine Kriegszwangssteuer einzuheben, sämtliche Begünstigungen und Enthebungen von der Militärdienstpflicht abzuschaffen und auch in Finnland eine strenge Rekrutierung vorzunehmen. Nach dem Kriegsrat fand ein außerordentlicher Ministerrat statt, in dem der Ministerpräsident, der minister, sowie der Marineminister für den Rücktritt des Kabinetts eintraten, da dieses, wie sich während des Kriegsrates gezeigt habe, nicht mehr das Vertrauen der Krone genieße. Die kritische Lage der Russen bei Wilna. Karlsruhe, 24. Sept. Die„Baseler Nachr.“ melden aus Petersburg: Die Lage der Russen östlich Wilnas, wo sie die größten Anstrengungen machen, um die Truppen östlich von Grodno zu erreichen, ist unbestreitlich sehr kritisch, aber noch nicht verzweifelt. Große Panik in Minsk. Die„Neue Züricher Ztg.“ meldet aus Petersburg: Nach der„Nowoje Wremja“ haben die Erzählungen der Flüchtlinge aus Dünaburg uund Wilna in Minsk eine große Panik hervorgerufen. Die Bevölkerung packt Hab und Gut zusammen und verläßt massenweise die Stadt. Der Gouverneur ermahnt die Bevölkerung fortwährend in Aufrufen zur Ruhe. Viele Flüchtlinge, die bisher in Minsk Zuflucht suchten, verlassen nun zugleich mit vielen ständigen Einwohnern die Stadt Minsk und fliehen nach den Städten im Innern Rußlands. Cholera in Südrußland. Aus Czernowitz meldet der Vertreter der „Frankf. Ztg.": Trotz der russischen Vertuschungsmaßnahmen wird die Tatsache doch bekannt, daß in Südrußland die Cholera große Fortschritte mache. Ganze Dörfer und Landstriche in Bessarabien, Padolien, Chersen und Taurien sind vernichtet. In zahlreichen Ortschaften sind mehr als zehn Prozent der Bevölkerung erkrankt. Infolge Mangel an jedem Arzneimaterial sind die Sanitätsmaßnahmen völlig ungenügend; die gesundheitspolizeilichen Maßnahmen versagen gänzlich. 223271 Mann russische Offiziersverluste. TU Bukarest, 25. Sept. Wie die„Moldawa“ aus Schweizer Quelle erfährt, haben die Russen im ersten Kriegsjahr 223271 Offiziere an Toten, Verwundeten und Gefangenen verloren. Der Krieg gegen England. Die Wehrpssicht in England. Lord Curzon deme tierte öffentlich das Gerücht, daß er beabsichtige, in der Frage der allgemeinen Wehrpflicht den übrigen Ministern ein Ultimatum zu stellen und das Ministerium zu sprengen. Curzon betont seine volle Loyalität gegenüber Asquith, die Spannung in den politischen Kreisen hat hiernach abgenommen. Asquith verspottet die Gerüchte über eine bevorstehende Ministerkrise, und fügt hinzu, es beständen wohl Meinungsverschiedenheiten im Kabinett, aber die ruhige Behandlung der Frage werde in einigen Wochen zu einer günstigen Entscheidung führen, die die Zustimmung der Nation erhalten würde. Neue Kämpfe in Ostafrika. TU Notterdam, 24. Sept. Londoner Depeschen berichten über eine erneute Tätigkeit der deutschen Truppen in Deutsch=Ostafrika an der Grenze von Rhodesia. Schon vor einiger Zeit war bekannt geworden, daß die deutschen Streitkräfte im Osten sich zu einem Angriff gegen den Grenzposten von Saisa zusammengezogen hätten. Am 24. August meldete der englische Kommandant, daß der Vormarsch aufgehalten wurde. Nach jetzt eingetroffeEngland und die bulgarische Mobilmachung. London, 24. Sept. Reuter meldet: Der Bericht, daß Bulgarien mobilisiert, hat natürlich große Aufregung hervorgerufen, namentlich auch in diplomatischen Kreisen, wo man durch die Telegramme der letzten Tage bereits auf eine derartige Entwickelung vorbereitet war. Hinsichtlich der Bedeutung der Mobilisation könne im Augenblick niemand etwas Bestimmtes sagen. Erst am späten Abend wurde der Bericht von der bulgarischen Gesandtschaft durch ein langes Telegramm aus Sofia, in welchem die Mobilisation Bulgariens angeordnet wurde, verbreitet. Die einzige Bemerkung, die der Minister dazu machte, war die, daß Bulgarien seine Neutralität beobachten würde, aber daß diese Neutralität eine bewaffnete sein werde. In hiesigen Kreisen wird erklärt, daß Bulgarien durch die Mobilisation sich allein in die Position der bewaffneten Neutralität stelle, wie bereits seine Nachbarn und wie die Schweiz und Holland. Der Krieg gegen Frankreich. Französische Vierteljahresbilanz. Der Generalberichterstatter des Budgetausschusses der Kammer legte seinen Bericht über die provisorischen Budgetzwölftel für das vierte Vierteljahr 1915 vor. Die Kredite übersteigen sechs Milliarden Frank, wodurch die gesamten Kriegsausgaben auf dreißig Milliarden steigen. Die Monatsausgaben stiegen von 1300 auf 2070 Millionen. Der Bericht nimmt Kenntnis von der Ankündigung einer baldigen Anleihe. Der Budgetausschuß billigte den Bericht und sprach den Wunsch aus, daß die nächste Forderung von Krediten am 15. November eingebracht werde. — Aus Stadt und Umgebung. Gegen die ungehörigen Kartoffelpreise. Amtlich wird gemeldet: Bedauerlicherweise hat die Befürchtung, daß die Kartoffeln für die menschliche Ernährung vor Eintritt des Winters nicht, oder doch nicht zu annehmbaren Preisen der Bevölkerung in den großen Städten und Industriebezirken zugeführt werden könnten, zu einer lebhafteren Nachfrage zu einer Zeit geführt, in der die vorwiegend, kartoffelbauende Bevölkerung mit der Ernte kaum begonnen hat. Infolgedessen ist vielfach eine Preissteigerung der Kartoffeln eingetreten, die bei den sehr günstigen Aussichten nicht begründet ist. Die Bewegung auf dem Kartoffelmarkt wird regierungsseitig mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Die Regierung verschließt sich nicht der Ueberzeugung, daß der ärmeren Bevölkerung bei der leider unvermeidlichen Steigerung der Preise für die meisten Lebensmittel die Kartoffel zu vertretbaren Preisen zur Verfügung gestellt werden muß. Die hierzu erforderlichen Organisationen sind in Vorbereitung. Nötigenfalls wird die Regierung eine Säuberung des für die arme Bevölkerung in den Städten und Industriebezirken erforderlichen Bedarfes durch Zwangsmaßnahmen herbeiführen. Im gegenwärtigen Augenblick läßt sich weder der im freihändigen Ankauf noch zu deckende Bedarf an Eßkartoffeln, noch die Wirkung der hervorragenden Ernte auf die Preisbildung genügend übersehen. Es kann deshalb nur dringend davor gewarnt werden, durch übereilte Eindeckung einer durch die Verhältnisse nicht begründeten Preistreiberei Vorschub zu leisten. Besonders lebhaft erhobene Klagen aus dem rheinisch=westfälischen Industriegebiet haben die Regierung veranlaßt, zunächst für die Zufuhr großer Kartoffelmengen in diese Gebiete Sorge zu tragen. **(Beschlagnahme von Metallen.) Das stellvertretende Generalkommando des 7. Armeekorps veröffentlicht eine neue Bekanntmachung betreffend Beschlagnahme, Meldepflicht und Ablieferung von fertigen, gebrauchten und ungebrauchten Gegenständen aus Kupfer, Messing und Reinnickel. Diese Bekanntmachung wird bio spätestens 5. 10. 15 in allen Haushaltungen verteilt werden. Sie bezieht sich auf Haushaltungs= und Wirtschaftsgeräte, nicht aber auf Kunst= und kunstgewerbliche Gegenstände, entsprechend der Bekanntmachung vom 31. Juli 1915. Die Frist zur freiwilligen Ablieferung wird bis zum 16. Oktober 1915 verlängert. Die Sammelstellen bleiben bis dahin zur Aufnahme von freiwillig abgelieferten Gegenständen geöffnet. Ferner sind in Zusätzen zu der neuen Bekanntmachung die Gegenstände genannt, die an den Sammelstellen zu den bereits in der ersten Bekanntmachung angegebenen Preisen angenommen werden. Ein weiterer Zusatz ordnet die Meldung der nicht freiwillig abgelieferten Gegenstände in der Zeit vom 17. Oktober bis zum 16. November 1915 an; ferner wird darin bestimmt, daß die der Bekanntmachung sunterliegenden Gegenstände, die bis zum 16. Oktober 1915 nicht freiwillig ahgeliefert wurden, nach dem 16. November 1915 enteignet werden. Auch über die Ablieferung von anderen Gegenständen, einschließlich Altmaterial, an die Sammelstellen und die hierfür von diesen zu zahlenden Preise sind Bestimmungen getroffen. Es kann der Bevölkerung nicht dringend genug empfohlen werden, von der Möglichkeit der freiwilligen Ablieferung schnellstens weitgehenden Gebrauch zu machen. Der genaue Wortlaut der Bekanntmachung ist auch im Inseratenteil veröffentlicht. **(Missionsfest.) Am morgigen Sonntag feiern die evangelischen Gemeinden ihr Missionsfest. Vormittags finden in beiden Kirchen Festgottesdienste statt. In der großen Kirche predigt Herr Missionsinspektor Becker aus Barmen und in der ref. Kirche Herr Pastor Terberger. Nachmittags um ½4 Uhr ist dann im Gemeindehause die Nachversammlung in gewohnter Weise. Es ist Gelegenheit zum Kaffeetrinken vorhanden, Preis 30 Pfg. die Person. **(Eisernes Kreuz.) Der Zahlmeister=Stellvertreter H. Nüse, Sohn des Schaffners N. aus der Sedanstraße, errang sich auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz das Eiserne Kreuz. N. rückte zu Beginn des Krieges als Sergegnt aus, wurde im Januar zum Vizefeldwebel und im Juni zum Unterzahlmeister befördert. **(Schulfrei.) In Würdigung der Verdienste, die die Schulen an dem glänzenden Ergebnis der 3. Kriegsanleihe haben, hat der Kaiser in einem Telggramm an den Kultusminister angeordnet, daß in den Schulen der ganzen Monarchie am heutigen Tage der Unterricht ausfällt. **(Eine sehr rege Liebestätigkeit) hat in den verflossenen Kriegsmonaten der M.=G.=V.„Cäcilia“ entfaltet. Von seinem Vereinsvermögen überwies er sofort beim Ausbruch des Krieges dem Noten Kreuz 100 Mk., ferner als Einnahme von 2 Konzerten weitere 525 Mk. An die Frauen der einberufenen Mitglieder wurden als Unterstützungen 261 Mk. gezahlt, für Liebesgaben an einberufene Mitglieder 102,25 Mk. verausgabt und für eine Weihnachtsbescherung für die Kinder solcher Mitglieder 176,75 Mk. aufgebracht. Das sind Leistungen, auf die der Verein stolz sein kann. *(Eisenindustrie zu Menden und Schwerte.) Der der gestrigen Aufsichtsratssitzung vorgelegte Abschluß des Geschäftsjahres 1914/15 ergibt einen Betriebsgewinn von 786 174 M.(i. V. 582 562 M.) Nach Absetzung der Handlungsunkosten, Zinsen und Talonsteuerrücklage mit 244019(222946) Mk. verbleibt ein Rohgewinn von 542 155 Mk.(359616) Mark. Die Abschreibungen betragen 293150 (286 140) Mt. Einschließlich 106 944(8 468) Gewinnvortrag aus dem Vorjahre ergibt sich ein Reingewinn von 355 950(131 944) Mk. Der auf den 11. November d. J. einzuberufende Hauptversammlung soll die Verteilung einer Dividende von 4(0) Prozent vorgeschlagen werden. Das Unternehmen ist mit lohnenden Aufträgen bis Ende des Jahres versehen. **(Der evangelische Frauenverein) hat seine Kriegsliebesarbeit wieder mit neuen Kräften aufgenommen. Seine alten Bestände an warmen Kleidungsstücken: 24 Hemden, 72 Paar Strümpfe, 12 Schals, 6 Kopfhauben und 6 Paar Handschuhe sind dem Roten Kreuz zur Verfügung gestellt, das am 28. d. M. einen Zug mit Wollsachen zur Hindenburg=Armee schicken will, die bereits über große Kälte klagt. Es gilt nun, für den beginnenden Winter neue warme Wollsachen für unsere tapferen Feldgrauen zu beschaffen, damit sie, die für uns die großen Strapazen zu tragen haben, nicht frieren brauchen. **(Beförderung.) Herr Dr. Heinrich Wollmann, gebürtig aus Overberge, der landsturmpflichtig zu Ostern als freiwilliger Rekrut beim Seebataillon eingetreten war, wurde zum MähineAssistenzarzt befördert. 88(Schöffengericht.) In der gestrigen Sitzung des hiesigen Schöffengerichts, welche unter dem Vorsitz des Herrn Gerichtsassessors Schlechter stattfand, kamen u. a. folgende Sachen zur Verhandlung: Der Bergmann Fritz W. aus Berghofen, eine in Schwerte wegen verschiedener Einbruchsdiebstähle bekannte Persönlichkeit, hatte sich Sachbeschädigung des Gefängnisinventars zu verantworten. Mit Rücksicht auf seinen Drang, der die goldene Freiheit zu gewinnen, wurde er zu einer Gefängnisstrafe von 1 Monat verurteilt. Der Gelegenheitsarbeiter Heinr. Br. von hier hat sich der öffentlichen Beleidigung des Polizei=Sergeanten a. D. Risch und des Fleischbeschauers Kramer schuldig gemacht; er verübte ruhestörenden Lärm. Wegen der Beleidig wurde er zu fünf Wochen Gefängnis, wegen rühe: störenden Lärms zu 1 Woche Haft verurteilt. Dei Beleidigten wurde Publikationsbefugnis zug sprochen.— Wegen Bettelns in Westhofen hatten sich die Arbeiter Schl. und K. zu verantworten. Während die beiden Erstgenannten zu je 1 Woch Samstag, 25. September 1915. Nr. 225. Beilage. Schwerter Zeitung. Amtliches Kreisblalt ## Not lehrt beten Das 2.Jahr desWeltkrieges 1kst beronnen und die Entscheidung naht allmählig ein wahres Wort, das sich so recht in der Kriegszeit bewahrheitet hat. Die schwere Kriegsnot kam über uns, und das ganze Volk wurde ein betendes. Das ganze Volk mit seinem Kaiser sank auf die Knie und vereinigte sich mit dem großen Alliierten im Himmel. Der Kaiser sprach in seiner Ansprache an sein Volk am 31. Juli 1914:„Nun empfehle ich Euch Gott. Jetzt geht in die Kirchen, kniet nieder vor Gott und bittet ihn um Hilfe für unser braves Heer“. In einem besonderen Erlaß wurde dann noch ein außerordentlicher allgemeiner Bettag angeordnet:„Ich fordere mein Volk auf, mit Mir in gemeinsamer Andacht sich zu vereinigen und mit Mir einen außerordentlichen allgemeinen Bettag zu begehen. An allen gottesdienstlichen Stätten im Lande versammle sich an diesem Tage Mein Volk in ernster Feier zur Anrufung Gottes, daß er mit uns sei und unsere Waffen segne“. Wir sind gern dieser Aufforderung gefolgt. Es war uns bitter ernst um dieses Gebet. Und alles betete dann, als es in die Schlacht ginz, Craußen an der Front. Aber auch daheim trugen Millionen unsere Krieger auf betendem Herzen. Und als es dann zum Stellungskrieg kam, da wurde wieder gebetet, draußen in den Schützengräben und daheim in weiter Ferne. Wir danken Gott herzlichst für diese ernste Gebetsstimmung, die er in das deutsche Volk geschickt hat. Doch man dars diese ernste Stimmung auch nicht in ihrem Werte überschätzen. Der heilige, starke Ernst, den wir erhofften, ist doch nicht überall für immer eingekehrt. Die Not, die uns zu verderben drohte, ist bald geschwunden. Not lehrte beten. Und als die Not wieder abgewendet wurde, verlernte man ebenso schnell wieder das Beten. Dieses In=der=Not=Beten dauert oft nur so lange, wie die Not dauert. Wenn im Schützengraben rechts und links die Granaten einschlagen, da greift man oft zum Gebet, wie man zum Talisman und Amulett griff. Das Gebet ist ein Hilfsmittel neben den anderen, das vor Gefahren schützt. Viele werden das Gebet in dem Schützengraben zurücklassen. Sie werden es nicht mehr gebrauchen, wenn die Gefahr nicht mehr da ist. Das rechte Gebet ist nicht ein Hilfsmittel, das man gelegentlich einmal in der Zeit der Not gebraucht, wie man ein Arzneimittel nur zu Zeiten der Krankheit gebraucht. Das Gebet ist ein dauernder Zustand der frommen Seele, der bleibt, auch in den Tagen des Glücks und der Freude, ist ein ständiges Atmen der Seele, ist ein sich ständig in der Nähe Gottes Fühlen. Möchte in diesem Sinne die Schützengrabenfrömmigkeit von bleibendem Werte und von bleibender Dauer sein. Das wäre ein rechter Kriegssegen für unser Volk. Kriegschronik. 12. Juni. Die amerikanische Antworknote über den„Lusitania“=Fall wird in Berlin überreicht.— In Galizien wird der Brückenkopf von Sienigwa und Mlyniska genommen. 13. Juni. Die Armee Mackensen erstürmt in Galizien die feindlichen Stellungen zwischen Czerniawa und Sieniawa. 16000 Gefangene. 14. Juni. Fliegerangriff auf Karlsruhe. 11 Tote. Die Armee Mackensen zwingt die Russen südlich der Bahn Przemysl—Lemberg zum Rückzug.— Truppen des Generals von der Marwitz nehmen Moszisca. —„U 14“ kehrt von seiner Fahrt nicht zurück. Nach englischer Meldung ist es vernichtet worden. nar begonnen und die Entscheidung nant allmählig heran. Deutsche Kanonen haben ihre eisernen Grüße über die Donau hinüber in das Land der Serben geschickt und jedermann fühlt, daß hier eie neue Wendung der Dinge sich ankündigt Von vielen mit Ungeduld schon seit Wochen erwartet, werden diese Kanonenschüsse die Lösung eines Problems einleiten, das ganz Europa seit Jahrzehnten mit Angst und Sorge erfüllt und Jjetzt auch unmittelbar den Anstoß zu diesem fürchterlichen Völkerringen gegebon hat. Der Gaug der Rreignisse läßt sich nicht mehr aufhalten und bald wird auch das übe mütige Serbien die deutsche Faust, die Rußland fast zerschmettert hat, zu spüren bekommen Nehr denn je ist jetzt die Zeitung mit das Unentbehrlichste in der Familie geworden. Der großen Zeit, in der wir leben, Rechnung tragend, hat die Schwerter Zeitung (Amtl. Kreisblatt für den Kreis Hörde) einen neuen umfangreichen Nachrichtendienst eingerichtet, um ihre Leser über alle Vorgänge auf den verschiedensten Kriegsschauplätzen schnell und zuverlässig zu unterrichten. Neben dem Wichtigsten in dieser ernsten Zeit, den Kriegsnachrichten wird auch der heimatliche Teil besonders gepflegt und zahlreiche Zuschritten aus dem Felde, die wir zum Teil schon veröffentlicht haben, beweisen zur Genüge, ein wie gern gesehener Heimatsbote die„Schwerter Zeitung“ im Schützengraben ist. Nicht minder großen Wert legen wir auf den unterhaltenden Teil und durch den Abdruck gut ausgewählter spannender Romane und Novellen werden wir dem gesteigerten Lesebedürfnis an den bald beginnenden längeren Winterabenden in reichstem Maße Rechnung tragen. Wer daher eine Zeitung lesen will, die für allo Bedürfnisse sorgt und die allen an sie gestellten Anforderungen entspricht, der besteile die„Schwerter Zeitung“, die monatlich nur 70 Pfg. kostet. Bestellungen werden jederzeit von unseren Boten, in der Geschäftsstelle(Gr. Marktstraße) und bei Herrn Ad Neumann(Hüsingstraße) entgegengenommes. verlag und Redaktion. 15. Juni. In den Vogesen wird ein französischer Durchbruchsversuch abgewiesen. 16. Juni. Zeppelinangriff auf die Nordküste Englands.— Weitere Fortschritte in Balizien. 17. Juni. Niederlage der Engländer nördlich des Kanals von La Bassee. Ihre Angriffstruppen werden aufgerieben, sie haben sehr schwere Verluste.— Die Russen werden an den Tanew=Abschnitt zurückgeworfen und in die von ihnen vorbereitete Grodekstellung getrieben. 18. Juni. Grodek und Komarno werden erstürmt,.„ Gamherg win 91. M. 19. Juni. Vor Lemberg wird die Grodekstellung genommen.— Die Russen räumen das südliche Ufer des Dujestr. 20. Juni. Eroberung mehrerer hintereinanderliegender französischer Verteidigungslinien in den Argonnen.— Auf den Maashöhen bei Les Eparges brechen fünf französische Angriffe im deutschen Feuer zusammen.— Auf dem östlichen Kriegsschauplatz wird Rawa=Ruska besetzt; zwischen Janow und Magierow werden 9500 Russen gefangen genommen, 8 Geschütze und 26 Maschinengewehre erbeutet. 21. Juni. Westlich und nordwestlich von Lemberg werden russische Vorstellungen genommen.— Seit dem 12. Juni sind 59.000 Russen gefangen genommen worden. 22. Juni. Dünkirchen wird beschossen. — Generaloberst v. Mackensen wird Generalfeldmarschall.— In Galizien wird die russische Szczerek=Stellung genommen. 23. guni. Die Armee Linsingen überschreitet den Dujestr.— Ostrowiczow und Sandomierz werden von deutschen Truppen besetzt.— An Stelle Bryans wird Unterstaatssekre är Lan ing amelikanischer Staats#retär des Auswärtigen. :6. Juni. Ein österreichisches Unter###boot versenkt in der Nordadria ein italienisches Torpedoboot. 27. Juni. Vergebliche russische Angriffe bei Prasznysz.— Am Dujestr wird besetzt. Die Russen werden gegen den Gni==Lipa=Abschnitt verfolgt. die Feldpost auf Dienstreisen. :: In der Regel ist der Standort der Stäbe der Armeekorps und der Divisionen auch der Standort der Feldpost. Manchmal aber bleibt sie weiter zurück, wenn, wie jetzt im Osten, die Truppen ununterbrochen vorrücken und es deshalb gilt, auf der unter Umständen 150 Kilometer und längeren Landbeförderungsstrecke die Verbindung mit der letzten Eisenbahnstation oder mit besonderen, von der Armee=Postdirektion vorgeschobenen Feldpoststützpunkten sichern. Während vorn der tapfere Feldgraue mit Flinte und Säbel sicht, ist auch die Feldvost mancherlei Fährlichkeiten ausgesetzt. Sie leidet vor allem unter der Ungunst der Zufuhrverhältnisse, hervorgerufen durch zerstörte oder sandige, lehmige und morastige Wege, durch Ueberlastung der Eisenbahnen mit Munitions=, Verpflegungs; und Truppentransporten und andere oft jeden Tag neu auftauchende Hindernisse, die selbst den ruhigsten Postmann manchmal aus der Haut fohren lassen. Auch der Vorsteher der Feldpostexpedition der r. Division stand unlängst vor einem solchen Dilemma. Er war mit seiner Feldpost=Anstalt 70 Kilometer vom Endpunkt der Eisenbahn vorgerückt, dann aber, während die Division weiterging, stehen geblieben, um die Rückverbindung zu sichern. Er erhielt nun zwar die Post aus der Heimat ziemlich regelmäßig, so schlecht es auch bereits um die dazwischen liegende Landstraße bestellt war. Denn schon nach den ersten 40 Kilometern vom Eisenbahnendpunkte ab kam ein Lastauto mehr vorwärts, und es mußte dort an einer besonders errichteten Postumschlagstelle alles auf Pferdewagen. teils Feldpost=, teils Bauernwagen, von denen der einzelne höchstens 10 bis 20 Postsäcke tragen konnte, umgeladen werden. Ganz übel wurde es dann aber mit der Weiterbeförderung der bei der Feldpostanstalt bearbeiteten Post bis zum fernen Standorte des Stabes und der Truppen der Division. Vier Tage war die Post allein auf dieser Schlußstrecke, wo teilweise metertiefe Gräben und Löcher zu umgehen waren und der Weg einige Male durch Flüsse führte, unterwegs. 22 Kilometer täglich war die höchste Fahrtleistung. Und auch dabei wurden die Postpferde noch so überanstrengt, daß nicht wenige nachher In Herzleiden einaingen. Die Division aber wollte natürlich ihre Post regelmäßig haben, koste es, was es wolle. Da machte sich der Vorsteher der Feldvostanstalt selbst auf den Weg. um nechzusehen, wo noch zu helfen war. und über das Ergebnis beim Divisionsstabe Vortrag zu halten. Der mit einem Fahrer, einem Feldpostillon und dem Vorsteher besetzte leichte Kraftwagen mochte etwa 20 Kilometer zurückgesegt haben und hatte gerade eine von Landsturmleuten besetzte Stellung passiert, als Gewehrfeuer hörbar wurde. Einige hundert Meter entfernt, erschien eine kosakenvatrouille. Dem Führer des Autos gelang es noch, auf der Straße zu drehen und eine kurze Strecke zurückzufahren. Hier gebot ihm jedoch ein Treffer in den Benzinbehälter nach einigen weiteren hundert Metern Halt. Der Postillon riß sein Gewehr an die Backe und feuerte. Einer der feindlichen Reiter, wohl der Führer der Patrouille, sank getroffen vom Pferde.. Die anderen machten Kehrt, jagten davon, kehrten aber bald darauf mit Verstärkung zurück. Inzwischen hatte der unbewaffnete Feldpostvorsteher versucht, den Landsturmposten zu erreichen. Allein die Entfernung täuschte: er fand ihn nicht. Dafür zeigte ihm ein Blick zurück, daß die Kosaken bereits auf den Kraftwagen losritten genführer und Po islon waren verschwunden. Wie sich ftilet ellte, waren beide nach Versch'““stion zurückgegangen, hatten sich zuerst hinter einen Steinhaufen versteckt, dann aber, fortdauernd beschossen, unter großen Fährlichkeiten in einen nahe gelegenen Wald geflüchtet, von wo aus sie s##let einen gesicherten Rückzug antreten konnte:. Der Feldpostvorsteher befand sich nicht in dieser glücklichen Lage, als die Kosaken verstärkt wieder vorstießen. Einzig das wellige Gelände bot ihm einige Deckung. Ihm blieb nichts übrig, als von der Straße hrunterzugehen und dann sich querfeldein zu schlagen. Endlich gelangte er auf den Hof eines polnischen Bauern, der ihm ein Versteck gewährte. Bald ritt eine Kosakenpatrouille auf das Anwesen zu und nahm den Bauer ins Verhör. Der Brave gab unverdächtig Auskunft, und die Relter entfernten sich wieder. Nach Einbruch der Dunkelheit konnte der Feldpostvorsteher den Weitermarsch antreten. Er wanderte die ganze Nacht hindurch und kam schließlich am nächsten Vormittag an seinem Standort an. Dort galt er schon als vermißt. Doppelt groß war deshalb die Freude der Leute, als ihr Vorsteher vieder unversehrt in ihrer Mitte erschien.1 —„ Vermischtes. 753647 Teutsche im Staafe Aonsin. Staate Wisconsin mit einer Gesamteinwohnerzahlvon 2320 555 Weißen. wohnen nich weniger als 758647 Deutsche oder 33 v.FH., Engländer und Kelten(Irländer, Schotten und Abkömmlinge von Wales) 211 097 oder 9 v. H., Norweger 161 310 oder 7 v. H., Polen 128 916 oder 6 v. H., Schweden 61 693 oder 3 v. H., Franzosen 45 336 oder 2 v. H., Tschechen 41 747 oder 1,8 v. H., Holländer und Friesen 26392 oder 1,1 v. H. ßußerdem sind vorhanden an weißen Elngewanderten und deren direkten Nachkommen: 14124 Italiener, Yiddische und bräer 12 857, Finnen 8086, Flämische 5814, Slawonier 5453, Slowaken 4808, Lithauer und Letten 4356, Magyaren 4305, Serben und Kroaten 3523 und Griechen 3114. Bezeichnend ist, so bemerkin die Mitteilungen des Vereins für das Deutschtum im Ausland, das Jehlen des Moskowiteriums in dieser bunten Lölkerkarte. Wer hat semals in Westeuropa oder gar in Uekersee cinzn ausge a.derten„Tro russen“ getroffen? Den Molkowiter Bauer lockt nur die weite Steppe des Ostens; wandert er überhaupt, aus, so ist Sibirien und Turkestan sein Ziel. Wer ihm na chdieser Richtung fort hilft, kommt seinen innersten Wünschen entgegen. Niemand glaubt weniger an den„ebeLnsdrang des russischen Volkes zur Ostsee", als das russische Bor ser5t Verantwortlich für die Redaktion Friedrich Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte, Im Schatten der Peterpaulsfestung. Roman von Hermann Gerhardt. 8 Biruleff empfing sie mit einem nachsichtigen Lächeln:„Ei, ei, Katia, was muß ich sehen? man Dich in der Pension nicht besser gelehrt, wie man einen Gast begrüßt?" Dann zu Rittberg gewandt:„Sie müssen wirklich entschuldigen! Mein Töchterchen, das von aller Welt verzogen wird, ist erst seit kurzem dem Zwang der Schule entronneu und hat noch nicht Zeit gehabt, sich in die Rolle der erwachsenen jungen Damen zu finden!" Im Nu schwand der lachende Ausdruck aus des Mädchens Zügen; ihr niedliches Figürchen zu seiner ganzen Höhe emporreckend, verneigte sie würdeholl vor dem Fremden. Dieser aber konnte sich eines Lächelns nicht erwehren, indem er ihren Gruß mit einer Verbeugung erwiderte; machte sie doch ganz den Eindruck eines Kindes, das im Spiel eine Prinzessin vorstellen will! Doch merkte er sofort, daß er sie beleidigt hatte, denn sie errölete heftig und ihre Augen blitzten zornig. „Sie hat ein heftiges Temperament!" dachte er im Stillen. „Vielleicht, wenn Du Dich gut mit Hern Rittberg stellst, wird er die Freundlichkeit haben, Deine deuschen Studien zu überwachen, Mignonne," schlug der Präfekt vor. „O, Herr Rittberg braucht sich gar nicht zu bemühen,“ gab sie prompt zurück.„Fräulein hat mir ein ganz langes Verzeichnis von Büchern mitgegeben, die ich für mich allein lesen kann!" Siesprach in sehr entschiedenem Tone, wie um jede weitere Diskussion abzuschneiden, und zum Beweise, daß sie seiner Nachhilfe bedürfe, sprach sie deutsch, und zwar sehr fließend und geläuftg. „Ganz nach Deinem Belieben,“ versetzte Birnleff leichthin. Und er eilte hinaus. Mit einer Handbewegung lud Madamne de Pilsoutsky Rittberg ein, auf einem Stuhl ihr zur Seite Platz zu nehmen, wobei sie ihn bezaubernd anlächelte:„Setzen Sie sich und trinken Sie eine Tasse Tee mit uns! Ich denke, wir werden gute Freunnde werden, Sie müssen mein mangelhaftes Deutsch verbessern, und ich werde mich dafür revanchieren, indemich Sie lehre, sich zu langweilen, ohne sichs merken zu lassen! Sie sollen meine Wolle wickeln und meinen Tee dazu trinken und sich angewöhnen, ein immer liebenswürdiges Gesicht zu machen.“ Damit gab sie dem jungen Mann einen leichten Klaps auf den Arm und warf ihm einen halb schelmischen, halb schmachtenden Blick Rittberg lachte und wurde rot. Die Situation war ihm neu und setzte ihn in Verlegenheit. Dennoch fand er rasch eine Erwiderung:„Sie sind wirklich zu gütig. Madame, und ich verspreche, mir alle Mühe zu geben, Ihrer Erziehung Ehre zu machen.“ So begann für den jungen Deutschen die Unterweisung im gesellschaftlichen Schliff, indem er aus winzigen Porzellauschälchen bernsteinfarbenen Teeschlürfte und seine langen Beine so gut es gehen wollte, unter dem zierlichen Sesselchen versteckte. Doch bald fing das Spiel an, ihn zu ermüden. Was waren das für Menschen, unter die er da geraten war, was steckte wohl hinter der glatten, lächelnden Maske? Schon hatte er mehr Komplimente und liebenswürdige Redensarten vernommen, als in seinem ganzen, bisherigen Leben. Würde er hier niemals ein grades, ehrliches Wort, eine offene Meinungsäußerung zu hören vekommen? Immer von neuem schweifte sein Blick zu dem jungen Mädchen hinüber, das, ein wenig abseits sitzend, ganz in ein Buch vertieft schien. Ihr Anblick wirkte förmlich erfrischend! Die roten Lippen trotzig geschürzt, ließ das ganze, reizend kindliche Gesichtchen unverkennbare Verstimmung merten. Die war doch wenigstens ehrlich und aufrichtig! Einige Stunden später, Rittberg befand sich wieder in seinem Zimmer, trat Litschkoff bei ihm ein. Der Sekretär sah im Gesellschaftsanzuge sehr gut aus; seine Figur war, wenn nicht korpulent, so doch von behäbiger Rundung; er hatte mehrere Orden angelegt und schien mit sich und aller Welt zufrieden.„Kommen Sie,“ sagte er, als das Tamtam erscholl, und schob seinen Arm in den seines Hausgenossen;„das Diner ist serviert." Madame war bereits im Speisesaal, als die beiden eintraten. Das schleppende schwarze Spitzenkleid stand ihr vorzüglich, schelmisch winkte sie mit dem Fächer und lnd Rittberg ein, zu ihrer Rechten Platz zu nehmen. Während des Diners verbreitete sich der Hausherr über politische Themata, speziell des Auslandes— Litschkoff gab sich augenscheinlich mit feinem Verständnis den kulinarischen Genüssen hin und raunte zwischendurch Katia irgend eine scherzhafte Bemerkung zu, die sie zum Lachen brachte, während sie wie ein Vögelchen von den verschiedenen Speisen naschte. als sich die Pilsoutsky vom Tische erhob, legte sie ihre Fingerspitzen auf Rittbergs Arm und ließ sich von ihm in den Salon führen. Der große, stattliche Raum war hell erleuchtet und einzelne Gäste trafen bereits ein. Da war der französische Botschafter, ein beweglicher, amüsanter alter Junggeselle, mehrere hohe Staatsbeamte, ein paar junge Kadetten und einige Damen. Letztere führten lebhafte französische Konversation, bis die eine oder die andere sich an den Flügel entführen ließ, um ein effektvolles Bravourstück oder eine französische „Chansonette“ vorzutragen.0 Katia sang mit leiser, weicher Altstimme ein kleines, russisches Lied; es klang wie das Säuseln des Windes in ihren heimischen Föhren, Rittberg, der im Begriff gewesen, sich zurückzuziehen, blieb an der Tür stehen, um das Lied zu Ende zu hören. Ein eigenes Gefühl der Wehmut überkam ihn dabei. Er blickte sich in der großen, fremden Gesellschaft um. An einem der Spieltische stand Madame de Pilsoutsky, lebhaft redend und die Karten mit geübter Hand mischend; man hörte das Klirren der Goldstücke, das Rascheln der Banknoten. Die Hauptunterhaltung des Abends sollte beginnen. Katia, nachdem ste ihr Lied beendet, ließ sich auf einem Diwan nieder und war sofort von bewundernden Kadetten umringt. Unwillkürlich mußte Rittberg dieses glänzende Bild mit seiner schlichten Studentenbude vergleichen, die er in Berlin vor kurzem verlassen. Lebhaftes Heimweh nach der vertrauten Umgebung ergriff ihn, selbst Katia vermochte ihn in diesem Moment nicht zu fesseln. Verstimmt und traurig wandte er sich zum Gehen. „Wollen Sie sich nicht am Spiel beteiligen, mein Herr?“ tönte Litschkoffs weiche Stimme an sein Ohr. „Ich bitte, mich zu entschuldigen,“ entgegnete er,„ich spiele nicht.“ „Sie werden von der langen Reise ermüdet sein und sich zurückziehen wollen?“ „Offen gestanden, ja, und ich hoffe, Sie halten mich deswegen nicht für ungesellig!" „Aber gewiß nicht, mein Lieber, nur hoffe ich. daß Sie uns ein anderes Mal mehr von Ihrer Gesellschaft gönnen! Ich werde Sie beim Geueral entschuldigen.“ Als Rittberg in die wohltnende Ruhe und Einsamkeit seines Zimmers trat, schüttelte er sich zunächst wie ein Hofhund, der soeben von der Kette losgekommen. Dann aber, in dem unabweisbaren Bedürfnis, sich einer verständuisvollen Seele mitzuteilen, setzte er sich hin und schrieb bis in die Morgenstunden an seine Schwester. 2. Kapitel. Rittberg war gerade damit beschäftigt, in aller Ruhe seine Bücher auszupacken, als ein Dienet bei ihm eintrat und ihm eine Aufforderung von Madame überbrachte, sich zu ihr in den„petik Salon“ zu bemühen.che 831/16 Bekanntmachung. Die Verordnung M. 325/7. 15. K. R. A. vom 31. Juli 1915 wird hiermit nochmals veröffentlicht und dahin erweitert, daß die Frist zur freiwilligen Ablieferung bis zum 16. Oktober 1915 verlängert wird, und daß die Sammelstellen dis dahin zur Annahme von freiwillig abgelieferten Gegenständen geöffnet Die neuen untenstehenden Zusätze sind zu beochlen. Verordnung betreffend Beschlagnahme, Meldepflicht und Ablieferung von fertigen, gebrauchten und ungebrauchten Gegenständen aus Kupfer, Messing und Reinnickel. Nachstehende Verordnung wird hiermit zur„Schgereingg Kenntnis gebracht mit dem Bemerken, daß jede###### — worunter auch verspätete oder unvollständige Meidung faut sowie jedes Anreizen zur Uebertretung der erlassenen Vorschrift, soweit nicht nach den allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen verwirkt sind, nach§ 9 Buchstabe b“) des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 oder Arlikel 4 Zisser 2**) des Bayerischen Gesetzes über den Kriegszustand vom 5. November 1912 oder nach§ 5**“) der Bekanntmachung über Vorratserhebungen vom 2. Februar 1915 bestraft wird. S 1. Inkrafttreten der Verordnung. Die Verordnung tritt am 31. Juli 1915, nachts 12 Uhr, in Srost. 82 Von der Verordnung betrossene Gegenstände. Klasse A. Gegenstände aus Kupfer und Messing: 1. Geschirre und Wirtschaftsgeräte i 2. Geschit. und Wiltschäftag jeder Art für Küchen und wie beispielszweise Koch= und Einlegekessel, Marmeladen= und Speiseeiskessel, Töpfe, Fruchtkocher, Bisriarz Kasserollen, Kühler, Schüsseln, Waschkessel, Türen an Kachelösen und Kochmaschinen 3. Badewannen; Warmwasserschiffe.=behälter,=blasen, schlangen, Druckkessel, Warmwasserbereiter(Boiler) in Kochmaschinen und Herden; Wasserkasten, eingebaute Kessel aller Art. Klasse B. Gegenstände aus Reinnickel:): 1. Geschirre und Wirtschaftsgeräte jeder Art für Küchen und wie beispielsweise, Koch= und Einlegekessel, Marmeladen= und Speiseeiskessel, Fruchtkocher, Servierplatten, Pfannen, Backformen, Kasserollen, Kühler, 2. Einsätze für Kocheinrichtungen, wie Kessel, Deckelschalen, Innentöpfe nebst Deckeln an Kipptöpfen, Kartoffel=, Fischund Fleischeinsätze usw. nebst Reinnickelarmaturen. S 3. Von der Verordnung betroffene Personen und Betriebe. Von der..... werden betroffen: 1. Hand! Laden= und Installations § 6. Ablieferung der beschlagnahmlen Gegenstände. Wer die Mühe dieser Bestandsmeldung vermeiden will, hat Ablieferungsstellen gegen eine Anerkenntnisbescheinigung abzuDie Anerkenntnisbescheinigung wird an den von den Behörden bezeichneten Jahlstellen eingelös:, zum 9g Santember Diese freiwillige Ablieferung muß bis zum W. Seplemer. Wer die Gegenstände innerhalb dieser Frist freiwillig abliefert, bleibt von der Anmeldepflicht für die abgelieferten Gegenstände befreit. Sämtliche beschlagnahmten in dieser Frist nicht reiwillig abgelieferten Gegenstände müssen gemeldet werden. S 7. Spätere Einziebung.. Meordnung Die Bestimmungen über sämtliche durch diese Grtorr... beschlagnahmten in der vorgeschriebenen Frist nicht freiwillig augelieferten Gegenstände werden später erfolgen. S 8. Ausnahmen. Ausgenommen sind mit dem beschlagnahmten Metall überzogene(z. B. galvanisch) und plattierte Gegenstande aus Eisen oder einem anderen nicht beschlagnahmten Metall. Bestehen Zweisel, od gewisse Gegenstände von der Ver###onung betroffen sind, so kann eine Befreiung von der Beschlagnahme dewilligt werden. Ueber die Befreiung entschezget, die mit der Durchführung der Verordnung beauftrag####e endgltig. 80 Uebernahmepreise. Für die freiwillig abgelieferten Gegenstande werden die nachfolgenden, einheitlich festgesetzten Uebernahmepretse bezahlt, in denen die Ueberbringungskosten mit abgegolten sind: Auch Altmaterial darf zu diesen Preisen angenommen werden; als Atmaterial werden solche Gegenstände angesehen. die sich in einem Zustande befinden, in dem sie nicht mehr für den durch ihre Gestaltung gegebenen Zweck benutzt werden können. Münster, den 18 September 1915. Der stellvertretende kommandierende General des VII. Armeekorps: Frhr. von Gayl, General der Insanterse. # Verschleimung SE Morcne. S. verursacht Atemnot(Asthma) und bereitet den Boden für die hartnäckigsten Erkältungskrankheiten vor. Darum muß jede Verschleimung bei Beginn beseitigt werden. Ein vortreffliches Hausmittel dagegen ist Für Gegenstände aus Fabriken 2. 3. 4. on der Verordnung werden betrosten.„eschaute, Waldlungen, Laben= und Instauationsge.* und Privatpersonen, die obengenannte Gegenstände er zeugen oder verkaufen, oder die solche Gegenstände, die zum Verkauf bestimmt sind, im Besitz oder in Gewahrsam haben; Hauseigentümer Unternehmungen zur Verpflegung fremder Personen, insbesondere Gast= und Schankwirtschaften. Pensionate, Kaffeehaus=, Konditorei= und Küchenbetriebe, Kantinen, Speiseanstalten aller Art, auch solche auf Schiffen, Bah5. öfentliche(einschl. kirchliche, siftische usw.) und private Heil=, Pflege= und Kuranstalten, Kliniken, Hospitäler, Heime, Kasernen, Erziehungs= und Strafanstalten, Arbeitshäuser u. dgl. S 4. Beschlagnahme. Die durch§ 2 gekennzeichneten Gegenstände aus Kupfer, Messing, Reinnickel*), auch die verzinnten oder mit einem anderen Ueberzug(Metall, Lack, Farbe u. dgl.) versehenen, hiermit beschl Die werden gnahme erstreckt sich auch auf solche Gegenstände. die aus Kupfer, Messing und Reinnickel hergestellt worden sind, das von der Kriegs=Rohstoff=Abteilung des Königl. Kriegsministeriums oder durch die Behörden, welche die Beschlagnahmeverordnungen erlassen haben, freigegeben worden ist. Bei diesen letzteren bleibt die Festsetzung des Preises vorDie Beschlagnahme hat die Wirkung, daß die Vornahme von Veränderungen an den von ihr betroffenen Gegenständen verboten ist und rechtsgeschäftliche Verfügungen über sie nichtig sind. Den rechtsgeschäftlichen Verfügungen stehen Verfügungen gleich, die im Wege der Zwangsvollstreckung oder Arrestvollziehung erfolgen. Trotz der Beschlagnahme sind alle Veränderungen und Verfügungen zulässig, die mit Justimmung der mit der Durchführung beauftragten Kommunalbehörde erfolgen. Erlaudt ist die Entfernung der Beschläge(siehe§ 9). fugnis zum einstweiligen ordnungsmäßigen Gebrauch bleibt wbacthe Meldepflicht. Die von der Beschlagnahme Betroffenen haben unter Benutzung des vorgeschriedenen Meldevordruckes eine Bestandsmeldung der beschlagnahmten, durch§ 2 gekennzeichneten Gegenstände an die mit der Durchführung der Verordnung beauftragten Behörden innerhalb der von den letzteren festzusetzenden Frist einzureichen. Nicht zu melden sind diejenigen Gegenstände, die bereits nach der Bekanntmachung betr. Bestandsmeldung und Beschlagnahme für Metalle M. 1/4 15 K. R. A. vom 1. Mai 1915 der Meldepflicht unterlagen. *) Wer in einem in Belagerungszustand erklärten Orte oder Distrikzte ein bei Erklärung des Belogerungszustandes oder während desselben vom Militarbesehlshaber im Interesse der öffentlichen Sicherheit erlassenes Verbot übertritt oder zu solcher Uebertretung auffordert oder anreizt, soll, wenn die bestebenden Gesetze keine höhere Freiheitsstrafe bestimmen, mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft werden. **) Wer in einem in Kriegszustand erklärten Orte oder während desselben wenn nicht die Gesetze eine schwerere Strafe androhen, Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft. **) Wer vorsätzlich die Auskunft, zu der er auf Grund dieser Verordnung verpflichtet ist, nicht in der gesetzten Frist eroder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben wird mit Gesangnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldbis zu 10 000 Mark bestraft, auch können Vorräte,„die verschwiegen sind, im Urteil für dem Staate verfaunn###art werden. Wer fahrlässig die Auskunft, zu der er auf Grund oder unrichtige aber unvolständige Angaden m.2, wird ohne Beschläge!)... mit Beschlägen!)... 1) Unter Beschlägen sind Oesen. Ringe, Handhaben, Stiele und Griffe aus Eisen, Holz u. dgl. verstanden. Die Gegenstände werden mit den Beschlägen gewogen; auf Grund dieses Gewichtes ergibt sich der Preis nach obiger Uebersteigt das Gewicht der Beschläge schätzungsweise bei Gegenständen aus Kupfer und Messing 30%, bei solchen Nickel 20% des Gesamtgewichtes des Gegenstandes, so wird der 30 bzw. 20% überschreitende Prozentsatz geschätzt, vom Gewicht abgesetzt und nicht bezahlt. Als Entschädigung für etwa erforderliche Ausbauarbeiten wird für jedes Kilogramm der ausgebauten Gegenstände Die vorsehenden Preise sind auf Grund der Anhörung von Sachverständigen als reichliche Preise festgestellt worden. S Aufbewahrung der Gegenstände. Der von der Beschlagnahme Betroffene ist verpflichtet, die Gegenstände dis zum Ablauf einer von der benuftragten Behörde zu bestimmenden Frist bzw. bis zur Einziehung oder bis zu einer ihm gestatteten Veränderung oder Verfügung zu verwahren und pfleglich zu behandeln. Die Befugnis zum einstweiligen ordnungsmäßigen Gebrauch bleibt unberührt. S 11. rgrhDurchführung der Vel##uonung. Mit der Durchführung der Verordnung werden die Kommunalverbände beauftragt: diese erlassen auch die Ausführungsbestimmungen. Die Landeszentralbehörden bestimmen, wer als Kommunalverband im Sinne dieser Verordnung zu gelten hat. Die Kommunalverbände können den Gemeinden die Ausführung dieser Verordnung übertragen. Gemeinden, die nach der letzten Volkszählung mehr als 10000 Einwohner haben, können die Uebertragung verlangen. S 12. Strafbestimmungen. Wer vorsätzlich die Bestandsmeldung auf dem vorgeschriebenen Formular nicht in der gesetzten Frist einreicht oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht oder den erlassenen Ausführungsbestimmungen zuwiderhandelt, wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10000 Mark bestraft Auch können Vorräte, die verschwiegen sind, im Urteil für den Staat verfallen erklärt werden. Fahrlässige Verletzung der Auskunftspflicht wird mit Geldstrafe bis zu 3000 Mark, im Unvermögensfalle mit Gefängnis bis zu Ferner wird mit Gesängnis bis zu einem Jahre bestraßt. sofern nicht nach den allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen verwirkt, wer das Verdot gemäß§§ 4 und 5 dieser Verordnung übertritt oder zur Uebertretung auffordert oder anreizt. Miner'e Hototelrup. Er wirkt in hervorragender Weise schleimlösend, erleichtert den Auswurf und beseitigt die Gefahren, welche die chronische Verschleimung mit sich bringt. Hierzu gehört namentlich das Asthma, das dem davon Befallenen zur Qual wird, ferner aber auch Husten und Heiserkeit nebst ihren Folgen.— Akker’s Abteisirup hat sich bei Asthma Bronchitis. Intluenza, Lungenkatarrh, Keuchhusten, kurzum bei dem großen Heer der Erkrankungen der Atmungsorgane als schleimlösendes Mittel bewährt. 4458 Abher's ablelslrup ist ein vertrauens. weries Husten.- und Asthmamittel. Das anerkannt Beste Das anerkannt Dauerhafteste Das anerkannt Praktischste sind Bleyies Fabrikate 7Bley’les Knaben-Anzuge, Bleyle’s Joppen u. Geschäfts- Röcke, Turn- und Reform-Hosen für Damen, Kinder und Herren 5913 Alleinverkauf Ernst Müller, Schwerte, Ostenstr. 18 Reparaturen erbitte zu Ende der Woche. Preis: Flasche mit 230 gr. Inhalt 550 gr.„ 1000 gr.„ 2.50* 5.00„ 7.50„ Akker’s Abteisirup(nur echt mit Namens zug) ist durch alle Apotheken zu beziehen. Wenn nicht vorrätig, kann Akker’s Abteisirup sofort aus der nächsten Hauptniederlage beschafft werden. 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S schrift wird, mit teil mai stra 15.* Ot. ase b Wier lacht, wird mit Geldstrafe bis zu 3000 Mark oder ihm unvermögensfalle mit Gefängnis bis zu 6 Monaten bestraft. 94 1) In dieser Verordnung sind unter Reinnicker auch Lepierungen mit einem Nickelgehalt von 90% und höher verstanden; es sind nur solche Gegenstände aus Reinnickel betroffen, die mit dem Stempel„Reinnickel“ versehen oder sonst einwandstrei als aus Reinnichel bestehend festgestellt sind. a) Außer den nach§ 2 dieser Verordnung der Beschlagnahme unterliegenden Gegenständen dürfen abgeliefert und müssen seitens der Sammelstellen zu den in§ 9 der vorstehenden Verordnung genannten Uebernahmepreisen angenommen werden: Bürstenbleche, Eimer, Kaffeekannen, Teekannen, Kuchenplatten. Milchkannen, Kaffeemaschinen, Zuckerdosen, Teeglashalter, Menagen, Messerdänke, Jahnstochgestelle, Tafelaufsätze aller Art, Tafelgeschirre, Rauchservice, Lampen, Leuchter, Kronen, Plätten, Nippessachen, Thermometer, Schreibgarnituren, Bettwärmer, Säulenwagen, Badeöfen. aus Kupfer. Messing und Reinnickel. Andere Gegenstände als die hier aufgeführten dürfen nur zu den untenstehenden Preisen entgegengenommen werden. b) Meldezeit. Diejenigen Gegenstände, welche von der vorstehenden Verordnung betroffen werden, und welche bis zum 16. Oktober nicht freiwillig adgeliefert worden sind, sind auf vorgeschriebenem Vordruck an die mit der Durchführung beaustragte Behörde(Kommunalverdand) in der Zeit vom Oktober bis zu: 16. November 1915, unbeschadet bereits anderweitig ersol; er Meldungen, zu melden. Die Meldevordrucke werden von den beauftragten Behörden(Hummunalc) Einziehung. Nach dem 16. November 1915 wirh die Enteignung der nicht freiwillig abgelieferten, der vorstehenden Verordnung unterliegenden Gegenstände erfolgen. Ablieferung von anderen Gegenständen. Außer den von der obenstehenden Verordnung M. 325/7. 15. K. A. A. vom 31. Juli 1915 nach S 2 betroffenen Gegenständen, sowie außer den in dem obenstehenden Jusatz a) aufgeführten Eegenständen dürfen ferner abgeliefert und müssen vom 25. Septemder 1915 ab zu den untenstehenden Preisen angerommen weden:.„ Sämtliche Materialten und wegenstände aus Rupfer, Messing, Rotguß, Tombak, Bronze, Neusilder, Alfenid, Christofle, Alpaka und Reinnickel, soweit sie nicht auf Grund der Verfügung K. 1/4, 15. K. R. A. betreffend„Bestandsmeldung und Beschlagnahme von Metallen“ an die Metallmeldestelle der isteriun # Programm für den 25. und 26. Sepkember. A 9" 0 Ein dramatisches Schauspiel aus dem wilden Westen. „** P. V Hhetren ois in den a.99. Ergreifende Geschichte aus dem Leben. Dieeigene Tochterrekkäuft Ein Lebensbild. Vorbestraft. Spannendes, ergreisendes Drama. Herlutes als Soldat.* Humoreske.! Die Erfindung des elektrischen Bades. Komddle.— Die Croberung von Przemysi * aurch ale Verbungeten. Patrlatisches Bid. 4469# Aeparaiur= Wernsiall für Nähmaschinen und Fahrrader Sämtl. Reparaturen werden sachgemäß, billig und schnell ausgeführt. Alleinverkauf der wellberühmlen Kaiser=Nähmaschine. Carl Feil, Schwerse, Hüsingstr. 24. 3992 Guie weiße Schmierseife Jentner 24 Mark. Gute gelbe Schmierseise Zentner 30 Mark. Solange Vorrat reicht. Versand gegen Nachnahme od.vorh. Kasse. Bargmann, Kiel, 4134 Hohenstaufenring 37. Halte mich zum Einschaben von Kappus empfohlen. 3898 D. Hesse, Hagenerstraße 13. 1 Salon=Pianino(eiche), 1 Salon=Pianino(schwarz) beide nur kurze Zeit gespielt, gebe mit langjähr. Garantie ganz billig ab. 4557 H. van Bremen Dortmund, Heiligerweg 15, Pianohaus. Fll 1 A Preußzischen Ariegslohstoff=Abteilung des Königlich mini. gemeldet worden sind. Dür Matertalten kud Gegenhühnbs on, Mestrg,. 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Eine Photographie gibt nur die Oberfläche eines Gemäldes wieder; die Röntgenstrahlen aber durchdringen die ganze Malschicht und eröffnen auf diesem Wege an jeder Stelle des Bildes einen Einblick in seine gesamte Struktur, geben einen Querschnitt, der uns etwa wie eine unruhige und weniger deutliche Skizze des eigentlichen Bildes anmutet. Dazu kommt noch das Hervortreten des Malgrundes, so besonders die Struktur der Leinwand oder der verschiedenen Holzmaserung, während Pappe und ebenso der Firniß und Lack an der Oberfläche glatt durchstrahlt werden. Aus den Röntgenphotographien, die Dr. Faber von einigen Gemälden aufnahm, ergab sich nun, daß im Röntgenbild die Einzelheiten früherer Entwürfe sichtbar werden. Es gelang, bei einem italienischen Bild aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts eine ursprüngliche, ganz anders angelegte Komposition des Künstlers, die nachher übermalt worden war, festzustellen; man gewann einen Einblick in das Schaffen des mehrere Jahrhunderte toten Meisters, als ob man ihm bei seiner Arbeit zugesehen hätte. Es werden also durch die Röntgenstrahlen an Meisterwerken der Malerei bisher unbekannte Kompositionsteile hervorgezaubert; man kann das allmähliche Entstehen und Werden des Gemäldes beobachten, und damit ist für die Psychologie der Maler eine ganz ungeahnte neue Quelle gefunden, die die überraschendsten Ausschlüsse gewähren wird. Auch Restaurationen lassen sich im Röntgenbild genau feststellen; und so bietet die Röntgenmethode ein vortreffliches Mittel, Ausbesserungen späterer Zeit zu erkennen. Wie überhaupt alle nachher übermalten Stellen durch die Röntgenstrahlen ans Licht gezogen werden, so können natürlich auf diese Weise auch übermalte Signierungen aufgefunden werden, und der sonst nicht mehr sichtbare Name des Künstlers dürfte nicht selten auf dem Röntgenbild hervortreten. Jedenfalls stellt die Röntgenphotographie von Gemälden eine einzigartige Methode dar, um ein Gemälde zu identifizieren. Besitzt man von einem Meisterwerk der Kunst oder auch nur von einem Teil desselben ein Röntgenbild mit allen intimen Zeichen der dem Auge verborgenen Schichten, dann ist der Identitätsnachweis sehr leicht zu führen, denn eine Nachbildung der kleinsten, sonst unsichtbaren Kompositionsveränderungen ist dem Fälscher natürlich unmöglich. Ta das Röntgenbild uns gleichsam die Entstehung des Gemäldes entschleiert, uns die einzelnen Stadien der Arbeit, die Skizzen und Entwürfe erkennen läßt, die dann unter der Oberfläche der endgüktigen Ausführung begraben wurden, so wird durch die hier aufgespeicherten Angaben über die Arbeitsweise eines Meisters auch ganz neues Material geboten werden für die häufig so schwierige Frage, ob es sich um ein Original oder um eine Kopie handelt. Der Kopist hält sich ja möglichst treu an die letzte stehengebliebene Fassung des Bildes, die allein sichtbar ist; er wird also in seinem Bilde keine wichtigeren Korrekturen, keine eigenartigen Entwürse anbringen. Auch über die Echtheit der Bilder lassen sich aus dem Röntgenbild mancherlei Aufschlüsse gewinnen, und so dürfte hier ein fruchtbarer Weg eröffnet sein, dessen Nutzen für die kunstgeschichtliche Forschung sich vorläufig noch gar nicht übersehen läßt. Schach. ###Es. B a 8 S s S8n. S 9 S a Bearbeitet von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 428. Von Dr. E. Palkoska in Prag=Smichow. („Schlefische Zeitung“.) Schwarz: 2 Steine. 8 1 50 8 *** d.* Weiß: 7 Steine. Weiß zieht an und setzt mit dem 2. Zuge matt. 498—89(1·3 4S 7 43—108 7 490—vS 73 91—982 9—98 2—8US Partie Nr. 431. Turnierpartie, gespielt zu Triberg im Januar 1914. Vierspringerspiel. Leiß: Wainstein.— Schwarz: Romanowsky. Weiß: Schwarz: 1. e2—64 67—65 2. Sgl—13 Sb8—c6 3. Sbl—03 Sg8—16 4. Lfl—b5 47—06 5. 0—0 L18—e7 6. d2—44 e5Xd4 7. S13X44 Lc8—47 8. Tfl—el 0—0 9. Lb5—fl T18—68 10. b2—53 Le7-f8 11. Lcl-52 g7—66 12. 12—13 L18—87 13. D0l—42 S16—h5 Nach dem„Deutschen Wochenschach“ konnte Schwarz sich gut auf SetXd4 14. DdzXd4 Sf6Xe4 einlassen, da das Damenopfer 15. Dd4Xg7+ Kg8Xg7 16. Sc3 Xe4+ Kg7-18! 17. Lb2— 16 D48-c8 18. L16—65 L47—e6 19. Se4—f6 Kf8 —87 nicht durchdringen würde. 14. Sc3—e2 Sc6—65 15. c2—04 a7—26 16. Se2—g3 D48—h4 17. Sg3Xh5 Dh4Xh5 18. Sd4—e2 L47—e6 19. Se2—g3 Dh5—h4 20. Lb2—d4 f7—15 21. L44—12 Oder 21. Ld4—e3[5Xe4 22. Le3—g5 e4—es 23. LgöXes Seöxf3+ 24. g2X 13 TesXes! 25. TelXe3 Lg'xal. 21.... Lg7-h6 22. Dd2—c2 Lh6—14 23. e4Xf5 Te8—18 24. 15X96? Lcéxs3 25. g6Xh7+ Kg8—b8 26. Lfl—e2 Se5—g4 27. L12—44Falls 27. Le2X13, so einfach Dh4Xh2- nebst L14 X0. 27.. L14—e5 28. Ld4Xe5+ 66Xe5 29. LezXf3 Dh4—h230. Kgl—fI T/6X13+ 31. g2Xf3 32. 13Xg4 33. Sg3—15 34. Tel—41 35. KfI—el 36. S15—63 37. Kel—e2 Dh2Xc2 Ta8-18+ De2—h2 Dh2—13+ Dh3xg4 Dg4—g1+ Dgl—12+ Weiß gibt die Partie auf. 95 * 9 S 8. S 8 S BStag #g 9 5 * 9 3 7 9 5 0 6 Amfliches Kreisblaft für den Kreis börc: 9. Jgng##### und iahr #n Bbein. 9 zu Nr. 225. Samstag, 25. September 1915 am des,källlene Witten. Roman von C. Dressel. (5. Fortsetzung.) er gute Lorenz ist, trotz seiner tüchtigen Gelehrsamkeit, in mancher Beziehung noch ein größeres Kind als du, Ralf,“ lächelte Ulrike trübe.„Ich hätte es in der Tat lieber gesehen, wenn Papa sich ein wenig aus seinen Glücksträumen aufgerüttelt und um einen weltkundigeren Begleiter für dich bemüht hätte. Lorenz lebt nur in seinen alten Griechen und Römern, deren Ansichten in einem Reiseleben der Gegenwart doch nicht gerade maßgebend sind. Doch das ist nicht mehr zu ändern; ich gönne auch unserem lieben Doktor wahrlich diese ersehnte Forschungsreise, nach seinen jahrelangen Mühen in dieser Landeinsamkeit, die seinen Wissensdurst doch arg beschränkte. Nur eines wollte ich, nämlich— mit dir gehen.“ „Später, Ulrike, wenn ich Zoll um Zoll ein Mann geworden bin,“ scherzte er tröstend,„dann wirst du mehr Genuß und Freude an unseren gemeinschaftlichen Querzügen durch die Welt haben, als jetzt mit meiner Unbeholfenheit. Ich denke, wir werden dereinst noch viel Schönes zusammen genießen.“ „Gebe es der Himmel,“ antwortete sie inbrünstig. „Inzwischen wirst du mir fleißig schreiben, nicht wahr, Ralf? Denke an meine qualvolle Einsamkeit, in der ich ohne dich, den liebsten Menschen, den einzigen, der mich nicht verspottet oder bemitleidet, sondern liebend würdigt, auf lange hinaus leben soll.“ „Das versteht sich, Schwester. Doch nun versprich mir dagegen, ein wenig aus deiner Verschlossenheit herauszutreten und das Leben heiterer zu nehmen. Ich bitte dich, Ulrike, fahre nicht fort, Melanie zu meiden.“ Ihre dichten Brauen zogen sich düster zusammen. „Hast du schon vergessen, daß ich diese Frau hasse? Ich bin nicht wetterwendisch, du solltest es wissen.“ „Ist dieser Haß nicht ungerecht? Wohl ist unsere junge Stiefmutter sehr übermütig und vergnügungslustig; welche schöne, glückliche Frau aber wäre nicht dazu berechtigt? Wir dürten sie doch deshalb nicht gleich in Acht und Bann erklären. Schwester, du bist sonst so wahrheitsliebend, so ohne Vorurteil, warum gönnst du diesem kindlich holden Wesen nicht seine Schönheit, seinen harmlosen Frohsinn, mit dem es alle erfreut?“„. 9hus. „Du meinst doch nicht im Ernst, meine Abneigung entspringe dem Neid? Oh, Ralf, kennst auch du mich nicht ganz?“ rief sie schmerzlich.„Nein, ich lasse mich nur nicht blenden wie ihr, weil eine schöne (Nachdruck verboten.) Hülle allein mich nicht zu bezaubern vermag. Unter dieser stürmischen Lebenslust sehe ich Leicht ertigkeit, unter dieser naiven Kindlichkeit banale Oberstächlichkeit, unter ihrer Liebenswürdigkeit Koketterie, unter der harmlosen Freude an Schmuck und Tand unersättliche Gefallsucht. Oh, Ralf, da ist wieder dein rasches Vertrauen, es wird sicherlich gedämpft werden; du wirst es einst erjahren, daß diese schöne, kindliche Frau nur eine häßliche Lüge ist.“ „Wenn ich mein schönes, unbegrenztes Vertrauen zur Menschheit verlieren müßte, um also sehend zu werden, dann möchte ich lieber in meiner Blindheit verharren,“ sagte er traurig,„und möge auch der Vater niemals so furchtbare Wahrheiten erfahren, wie sie dir ein bitterer Haß gezeigt.“„„ „Du möchtest lieber, daß eine unwurdige im Hause deiner Ahnen herrschte und unser bisher rein gehaltenes Wappen befleckte?“ flammte sie auf. „Ulrike, von einer Schuld dürfen und wollen wir noch nicht reden. Wäre Melanie aber jemals einer ehrlosen Tat sähig, so möchte ich diese eher verhehlen, als die Ruhe meines Vaters stören.".. „Das ist eine falsche, ungesunde Humanitat, zurnte sie.„Wo Sünde, da sei Strafe, so nur ist es gexecht. „Wohin verirren wir uns,“ rief er erschreckt.„Tassen wir doch die schöne, lustige Herrin von Rhoda und deinen sonderbaren Haß ruhen, was sollen wir uns durch sie diese letzte Stunde trüben. Ich möchte noch ein warmes Wort über den mir so sympathisch gewordenen Baron Gerlach bei dir einlegen.“ „Ach, er gehört zu ihr,“ murmelte sie widertrebend. „Auch der Vater, vu und ich leben mit ihr“, lachte er;„Schwester, ich habe nie geglaubt, daß du wie ein unverständiges Kind reden könntest." Sie errötete, dann sagte sie gelassen:„Und was hättest du zugunsten dieses schönen Kavaliers, der sich von aller Welt verziehen läßt, vorzubringen?" „Daß er ein ebenso liebenswürdiger als kenntnisreicher Mann ist, mit dessen geradem, aufrichtigem Charakter du dich befreunden solltest. Ihr habt so manchen Zug gemeinsam und würdet gegenseitig Freude an näherem Verkehr finden.“ „Dieser weltgewandte, witzsprühende Lebemann und ich, die unbeholfene, redearme Einsiedlerin? Oh, Ralf, es ist Zeit, daß du dich in Welt= und Menschenkenntnis übst.“ „Spotte nur, ich glaube mich doch nicht in ihm zu irren. Du siehst nur den gewandten Salonhelden, M den dienstbereiten Ritter und Unterhalter der Gräfin in ihm; ich hatte Gelegenheit, ihn anders kennen zu lernen. Von dem eitlen Löwen und arroganten Spötter habe ich im näheren freundschaftlichen Umgang nichts an ihm bemerkt. Er spricht mit viel Wärme von dir. Namentlich bewundert er deine unerschrockene Wahrheitsliebe, die ihm selten in dem Formenzwang unserer Kreise vorgekommen sei. Aber er billigt nicht deine Selbstverspottung, die dich notwendig gerbützern müsse. Ulrike, ich habe dich niemals häßlich ge#unden, Gerlach tut es ebensowenig; denn wie er sehr richtig meint, wäre es doch hauptsächlich die geistige seelung, welche den Gesichtszügen den ansprechenden, bedeutsamen Ausdruck verleihe. Und über wunderbaren geistigen Leben in deinem Gesicht vergäße man vollständig, daß dir, wie Millionen anderen Mädchen auch, etwa die vollendete Formenschönheit einer Venus mangele. Sieh, das freute mich von ihm und mußte ihm meine Zuneigung gewinnen.“ In raschem Wechsel kam und floh die Farbe in ihrem, trotz aller sophistischen Beschönigung entschieden häßlich bleibenden, armen Antlitz, und während die schmerzlichste Ironie um ihre Lippen zuckte, hauchte sie kaum hörbar:„Wirklich, meinte er das? Ich kunn es nicht fassen; mir wäre es lieber gewesen, er hatte offen meine Häßlichkeit anerkannt.“ Hier meldete ein Diener die Bereitschaft des Ralf erhob sich. Ulrike aber schlang leidenschaftlich die Arme um seinen Nacken. Die Bitterkeit des Abschieds brach ihre sonst so sichere Ruhe. Lebe wohl, lieber, geliebter Ralf, bleibe unter jeder Bedingung ein Rhoda, der Ehre und Wappen rein hält, und vergiß nicht deine arme Schwester, die einzige, welche am wärmsten, am uneigennützigsten für dich fühlt, die zu dir stehen wird, und wenn die ganze Welt dich ahnungslosen, vertrauenden Knaben täuschte.“ Auch Ralf war tief bewegt. „Nichts soll uns trennen, Ulrike. Unsere einsame Kindheit, die uns nur um so inniger aneinander geschlossen, wird das unzerreißbare Band zwischen uns nehmen, daß du des Barons Gesellschaft nicht absichtlich .; senkte besahend das Haupt. Was hätte sie dem Teuren in dieser Minute des Scheidens verweigern können? Heftig küßte sie ihn.„So geh denn, mein Bruder. Ich kann dich nicht hinunterbegleiten, niemand außer dir braucht meinen Abschiedsschmerz zu sehen; leb' wohl!“. 46 16 eie riß sich aus seinen Armen und eilte in ihr Schlafzimmer, wo sie, in heiße Tränen ausbrechend, erschöpft auf ein Ruhebett sank. Sie weinte so selten, und jetzt schien ihre harte, stählerne Natur wie aufgelöst Von den Segenswünschen seines Vaters begleitet, der den liebenswurdigen, willfährigen Sohn in diesen letzten Wochen erst so recht kennen und lieben gelernt, unter den lächelnden Abschiedsgrüßen seiner jungen Stiefmutter fuhr der Majoratserve in die Welt mit seinem lebensfrohen, vertrauenden Herzen, das noch nichts von der großen geschminkten Lüge wußte, welche sie beherrscht, und dem Ahnungslosen verderbliche Giftblumen statt erquickender Paradiesesblüten auf den Pfad streut. V. Der Tag war kühl. Feuchte Nebel stiegen aus Wald und Wiesengründen gespenstisch auf, so daß Gräfin Melanie fröstelnd von der Terrasse, wo sie noch lange dem Stiefsohn graziöse Grüße nachgewinkt, in ihren behaglichen Salon flüchtete. Ihr zärtlich besorgter Gemahl begleitete sie dorthin. Baron Gerlach dagegen beurlaubte sich, trotz des ungnädigen Blickes seiner Base, von dem gräflichen Paare. Melanie war sichtlich enttäuscht; sie hatte gehofft, daß Felix mit ihr musizieren werde, er aber liebte weite Fußtouren in der Herbstfrische und meinte, es sei das rechte Promenadenwetter, er könne dem nicht widerstehen. Schneu., fahl er sich. Im Grunde sollte ihm der einsame Ausflug zu einer ruhigen Stunde verhelfen, die er nicht oft fand, in der er, unbeeinflußt durch Melanies verwirrende Gegenwart, darüber nachdenken konnte, in welcher Weise sich Komtesse Ulrike, dies originelle, eigenwillige Mädchen, nun wohl ernstlich gewinnen ließe. Ralfs Bitte, die Schwester ihrer töricht gewählten Einsamkeit möglichst zu entziehen, kam ihm nur zu gelegen. Daraufhin ließ sich ja die Eroberung gleich beginnen, und er beschloß, sich durch Melanie, die trotz ihres Einverständnisses seine Pläne bisher sehr schwerte, indem sie jedes seiner Gespräche mit Ulrike eifersüchtig oder vielleicht mehr herrschsüchtig bewachte, keineswegs länger stören zu lassen. Aber diese sonderbare Werbung war immerhin keine leichte. Er mußte sich sagen, daß Ulrike nimmermehr auf die übliche, ihm sehr geläufige Art gewonnen werden könne. Mit gewöhnlichen Schmeichelreden oder leidenschaftlicher Huldigung gelangte er nie zum Ziel bei diesem Mädchen mit dem klaren, kühlen Kopf und der scharfen, bitteren Zunge. g. M Eigenliebe war nicht bei iyr zu wecken, denn sie verspottete sich nur zu gern und wußte sehr wohl, daß ihr Aeußeres kein liebendes Gefallen erregen werde. Durch Ralfs Abreise mußte sie sich indes sehr verlassen fühlen; der Abschiedsschmerz hate sie sicher weicher gestimmt, und diese sanftere Regung er geschickt zu benutzen wissen. Gelang es iym jetzt nicht, ehe ihre Trauer sich wieder in ruhige Gelassenheit erhärtete, einen tröstlichen Einfluß auf sie zu üben, so würde er ihr schwerlich jemals näher rücken, denn dieses streng verschlossene Herz konnte sich nur in einer augenblicklichen Schwäche fremden Zuspruch öffnen. Ueber diesen Meditationen war er ein gut Stück Weges durch den Park und den angrenzenden Wald geschweift. Jetzt stieg der naßkalte Brodem in immer dichteren Dämpfen auf, es war kaum mehr ein Vergnügen, weiter in der nebelbeschwerten Dämmerung vorzudringen. Von Natur kräftig und widerstandsfähig, empfand er nun dennoch den feuchtkühlen Herbstatem wie eine unangenehme Beklemmung. Ihn fröstelte, und er beschleunigte seinen Schritt, um baldigst wieder das gastliche Rhoda zu erreichen. Ein unheimlicher Laut, der wie das schmerzliche Geheul eines Hundes klang, machte ihn plötzlich stutzen. Scharf lauschend, vernahm er nun in der tiefen Waldstille deutlich ein leises Winseln, in das sich eine Stimme mischte, die dringend nach Hilfe rief, und immer angstvoller wurde das Heulen, immer ungeduldiger der Ruf. Gerlach glaubte Ulrikens gebieterische Stimme zu erkennen. Mit einiger Anstrengung sich hastig durch dichtes Unterholz Bahn brechend, sah er sich dann endlich in der Tat der Komtesse gegenüber, die sich sehr besorgt über einen prächtigen Bernhardiner beugte, der noch immer nicht in seinem durchdringenden Geheul nachlieb.....„ Murbt; ihr misliamme.. Gerlachs Erscheinen mußte ihr willkommen sein. Sie sah freudig auf, und lebhaft, wie sie noch nie zu ihm gesprochen, sagte sie:„Sie erscheinen da wirklich als Retter in der höchsten Not, Herr von Gerlach. Sehen Sie nur, da ist mein armer Hund in ein hinterlistiges Fuchseisen geraten. Ich bin nicht vertraut genug mit dergleichen Maschinerien, die ich außerdem verabscheue, und kann nun trotz aller Anstrengung das unglückliche Tier nicht befreien. Mein Rufen nach den Forsthütern, die jetzt sehr lässig in ihrem Dienst scheinen, ist ebenso erfolglos gewesen.“ (Fortsetzung folgt.) 50 25 8 0 Denkspruch. Der Gedanke eines vaterländischen Schutzkrieges, wo alles auf dem Spiele steht, alles verloren und alles gewonnen werden kann, leuchttt und entzündet als eine unvergängliche Sonne. Jahn(Deutsches Velkstum). Frau Ingeborgs Beruf. Skizze von F. Gebhardt. (Nachdruck verboten.) „Lieber Himmel, Ingeborg— daß du deinen Beruf hast aufgeben können damals— ich begreife dich nicht! Weil du heiratetest?— Ich bitte dich— ich bin doch auch verheiratet— und ich bin beim Kunstgewerbe geblieben, wie vorher. Es ist mir nicht einmal eingefallen, meinen Wohnsitz darum zu wechseln— oft sehe ich meinen Mann, der als Ingenieur viel auf Reisen ist, wochenlang nicht — was tut das? Man hat ja Post, Telephon— und tagsüber habe ich gar nicht Zeit, an ihn zu denken, meine Arbeit beansprucht mich. Und wenn wir uns dann einmal wiedersehn, du weißt gar nicht, wie groß dann das Glück ist, und wie harmonisch unser Zusammenleben sich gestaltet!— Wenn er es verlangte, ich soll meinen Beruf aufgeben, aus Liebe zu ihm— das freilich täte ich um keinen Preis! Meine Selbständigkeit opfern? Und mein sicheres Einkommen?— Du warst eine Närrin, Juge!“— Hatte Käthe Torsten nicht recht, als sie so sprach? Frau Ingeborg mußte noch lange über die Worte der Freundin nachdenken, als diese, die bei einer Durchreise durch Berlin ihre Landsmännin, die Arztensgattin, für ein Stündchen besuchte, schon gegangen war. O ja, gewiß hatte die Freundin nur zu sehr recht! Wenn auch in manchem die Verhältnisse anders lagen. Jene war in Schweden geblieben, Ingeborg aber war dem jungen deutschen Arzt, den sie bei einer Ferienreise— sie war Lehrerin gewesen— kennen gelernt, als sein-Weib in sein Heimatland gefolgt. Und in Deutschland war manches noch so anders!— Besonders Paul Winzers Mutter, die Pfarrfrau, in ihren altmodischen Ansichten. Und dann— Käthe hatte keine Kinder, aber sie, Ingeborg, hatte das liebe kleine Pärchen, Kurt und Herta. Die Freundin hatte bei deren Erwähnung allerdings auch gelächelt und gesagt:„Aber Inge— wozu hast du denn die Dienstboten? Es ist genug, wenn du die Oberleitung der Erziehung behältst— die niederen Alltagsgeschäfte— mit denen wirst doch du dich nicht beschweren?— Dein Mann ist den ganzen Tag über beschäftigt und oft abends auch? Um so mehr müßte dir ein Beruf Bedürfnis sein! Du kannst dich doch unmöglich in diesem Dasein vollbefriedigt fühlen— deine Zeit ausfüllen!— Nun, schließlich muß jeder nach eignem Geschmack selig werden!“— e Die Freundin hatte recht. Frau Ingeoorg wußte es seit langem, daß ihr Leben, so wie sie es führte, sie nicht befriedigte. Immer und ewig diese Haushaltssorgen, dies kleinliche Alltagseinerlei—— oh, nie würde sie es lernen, eine gute, deutsche Hausfrau zu werden, wie Paul und seine Mutter es von ihr verlangten! Die Schwiegermutter, das mußte man ihr lassen, war ja ein Muster einer solchen, praktisch durch und durch, und dabei doch nicht engherzig und kleinlich, und sie liebte des Sohnes rizende junge Gattin aufrichtig— und ohne Eifersucht! Wie oft war sie nicht im Anfang der Ehe, den greisen Gatten im Stiche lassend, von ihrem ländlichen Wohnort in der Nähe der Hauptstadt herübergekommen, der unerfahrenen Schwiegertochter mit Rat und Tat zur Seite zu stehen! Und da sie bemerkte, was die Schuld trug an dem heillosen Wirrwarr, der gleich in den allerersten Wochen im jungen Haushalt die Oberhand gewann— der Umstand nämlich, daß Frau Ingeborg, die von Haushaltsführung nichts verstand, diese gänzlich den Händen der Dienstboten überlassen, die sich die Kenntnislosigkeit der jungen Frau sogleich zunuße machten—, da hatte sie liebevoll, aber ernsthaft mahnend zu jener gesagt:„Liebe Inge, du kannst das wirklich nicht alles von der Berta verlangen! Das ist zu viel für sie. Sie muß überdies stets die Hand der Herrin über sich fühlen. Da bleibt eben nichts übrig, als daß du einmal selber in die Küche gehst!“— Aehnlich hatte Paul schon einmal zu ihr gesprochen, als sie ihm ihre Not und die Unfähigkeit und Trägheit der Mädchen geklagt. Sie hatte ihn damals verständnislos und entrüstet angeschaut. Und entrüstet klang auch die Antwort, die sie der Schwiegermutter gab:„Ich — ich selber soll mich in die Küche stellen? Aber Mama — das tut bei uns in Schweden keine Dame von Bildung!“ Frau Pastor Winzer sprach nach längerem Schweigen:„Liebes Kind, du bist aber nicht mehr in Schweden, sondern eine deutsche Hausfrau. Und die deutsche Hausfrau auch der gebildetsten Kreise schämt sich nicht, auch einmal selbst sich um die Küche zu kümmern! Sie tut manches selbst— zumal, wenn sie nicht reich ist!“: Da war Ingeborg in Tränen ausgebrochen: „Warum hat Paul mich denn geheiratet, wenn ich zu arm bin?“— „Närrchen, ich denke, weil er dich liebt, und du liebst ihn ja doch wohl auch? Dann mußt du dich eben überwinden und versuchen, eine deutsche Hausfrau zu werden!“— Frau Ingeborg hatte das versucht, unter vielen Schwierigkeiten und Fehlgriffen. Aber eines Tages konnte sie doch dem Gatten das erste, selbständig bereitete Gericht auf den Tisch stellen. Paul küßte dankbar und zärtlich die kleine Hand, an welcher eine rote Brandwunde als Zeugin ihrer Tätigkeit flammte, und flüsterte: „Siehst du, Lieb, das war brav! Nun liebe ich dich noch tausendmal mehr als bisher!“ In ihr aber war es bitter aufgestiegen: Also darum nur stieg sie an Wert vor seinen Augen, weil sie sich zu einer Arbeit erniedrigt, die in ihrer Heimat jede Köchin besser gemacht hätte?! Wolllen diese deutschen Männer in ihrem Weibe wirklich immer noch nur die Haushälterin und das Spielzeug sehen, und die Seele, der Menschenwert derselben war ihnen nichts? Auch Paul war nicht anders, auch er wollte sie nur erniedrigen, suchte in ihr nicht die Gefährtin, sondern nur jenes untergeordnete Geschöpf, gut genug, ihm Kinder zu gebären, sein Essen zu kochen und für seine Leiblichkeit zu sorgen?!— Nachher, allein bei ihrem Buche, spann sie solche Gedanken weiter. Er ließ sie so viel allein, teilte ihr nichts mit von seinem Erleben im Beruf, wollte ihre Haushaltsklagen nicht hören, sondern sagte lächelnd:„Das ist dein Reich— damit will ich nichts zu schaffen haben!“ „Und über das sollst du nicht hinaus wollen“, hatte er gewiß gemeint. Oh, was fragte er nach ihrer Seele? Der Rosenstrauß, den er an diesem Abend mit heimgebracht, versöhnte sie zwar ein wenig, aber der Stachel blieb. Und bei allem guten Willen— den der Stolz noch antrieb, wurte sie doch nun und niemals eine„gute deutsche“ Hausfrau! (Fortsetzung folgt.) Lelt und Zeit.“ Die Röntgenstrahlen im Dienste der Runstgeschichte. Eine aufsehenerregende neue Methode für die Erforschung und Haft verurteilt wurden, wurde der letztere mit 5 Wochen Haft bestraft.— Die Wwe. M., der Inpalide W., die Alwine M., sowie die Ehefrauen W. cl. und L., sämtlich von Höchsten, sollten unbesugter Weise Leseholz gesammelt und sich somit des Forstdiebstahls schuldig gemacht haben. Sämtliche Angeklagten erzielten jedoch Freispruch. —.— Stadtverordneten=Sitzung. ** Schwerte, 25. September. Zur gestrigen Sitzung, welche Herr Direktor Terbrüggen leitete, waren 13 Stadtverordnete erschienen; der Magistrat wurde durch Herrn Bürgermeister Rohrmann, das Stadtbauamt durch Herrn Wohlfahrt vertreten. Zur Beratung in öffentlicher Sitzung standen 12 Gegenstände und wurde zunächst der Hauungsund Forst=Kulturplan des Stadtwaldes für das Wirtschaftsjahr 1916 verabschiedet; ersterer schließt mit 3870 Mk., letzterer mit 441 Mark ab. Dann bewilligte Kollegium die für den Ausbau des Senningsweges zwischen Poststraße und Hohenzollernstraße angeforderten Kosten in Höhe von 2670 Mk. und für die Herstellung eines Schmutzwasser=Kanals an genannter Straße den Betrag von 300 Mt. Der folgende Gegenstand der Tagesordnung Nachtrag zur Marktordnung löste eine lebhafte Aussprache aus. Nach dieser neuen Verordnung, die einstimmig angenommen wurde, dürfen Aufkäufer auf dem Markt nicht vor 10 Uhr Waren kaufen. Hierdurch wird den Großhändlern die Möglichkeit genommen, der Bürgerschaft die Waren eventuell vor der Nase wegzukaufen. In der Debatte, an der sich die Herren Stern, Duisberg, Störring und Herr Bürgermeister Nohrmann beteiligten, handelte es sich in der Hauptsache um die Frage, ob Landwirte, welche den Händlern 2c. die vorher gekauften Waren diesen auf den Markt bringen, auch Marktstandsgeld zu zahlen hätten. Diese Fraje wurde bejaht; jeder, der mit Waren zum Murkt kommt, muß Standgeld bezahlen. Die Wahl eines Mitgliedes zum Kuratorium des Progymnasiums wurde durch Stimmzettel vorgenömmen und Herr Dr. Mester mit 6 Stimmen gewählt; je drei Stimmen fielen auf die Herren Ludwig und Stern und ein Zettel war unbeschrieben. In die Stadtschulddeputation wurde Herr Frank gewählt. Ein Nachtrag zur Polizeiverordnung vom 8. August 1904 wurde glatt verabschiedet. Der Nachtrag bringt große Erleichterungen der haupolizeilichen Bestimmungen. Die Mitglieder der Armenverwaltung, die Herren Frank und C. Lethaus, deren Amtsdauer Ende September abläuft, wurden wiedergewählt. Bei der Verteilung der Zinsen aus der Kaiser= Wilhelm=Augusta=Stiftung ist der zur Verfügung stehende Betrag von 125 Mk. um 30 Mk. überschritten zur Unterstützung besonders bedürftiger Familien. Diese 30 Mk. nurden vom Kollegium nachbewilligt. Für die Gesellschaft der Freunde ostpreußischer Flüchtlinge wurde der Betrag von 100 Mk. bewilligt und ferner ein Posten unbeibringlicher Gemeindesteuern niedergeschlagen. Zum Schluß der öffentlichen Sitzung teilte der Vorsitzende mit, daß die Stadt einen Prozeß, den sie gegen den Stellmachermeister Fund jr. wegen Straßenausbaukosten führt. gewonnen hat. Fund muß nach dem Urteil Straßenausbaukosten für einen am Westwall errichteten Motorschuppen zahlen. Auf die öffentliche Sitzung folgte noch eine geheime. Wetter=Aussichten für mehrere Tage im Voraus. 26. September: Schön, herbstlich, im Süden strichweise Regen. 27.—Wenig verändert, tags warm. 28.—Heiter, teils wolkig, im Süden ziemlich viel Regen. 29.—Woltig, teils heiter, vielsach Regenfälle. Hotteadleuste. Evang. res. Gemeinde. Sonntag 9½ Uhr: Missionsfestgottesdienst, Pastor Terbenzer. Evang. luth. Gemeinde. Sonntag 8 Uhr: Pastor Ohlig. 9½ Uhr: Missionsgottesdienst, Herr Inspektor Becker, Barmen. 11 Uhr: Kindergottesdienst. 3½ Uhr: Nachversammlung im Gemeindehause. 2 Uhr: Predigt in der Schule zu Höchsten.„ 14 2 Gemeinde Westhofen. Sonntag 9½ Uhr: Pastor Klinker. Kath. Pfarrkirche Schwerte. Sonntag 6¼ Uhr: Stille hl. Messe, Pfarrer Schnurbus. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. Gemeinschaftl. hl. Kommunion der JungfrauenKongregation und der schulpflicht. Kommunikantinnen. 8¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt, Kaplan Röseler. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2½ Uhr: Christenlehre. Lichtendorf= Sölderholz Sonntag 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. Gemeinschaftl. hl. Monatskommunion der Jünglinge. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2 Uhr: Bonisatius=Bruderschaft mit Bittgebet für die Krieger und Segen. Freitag abends 7 Uhr: Kriegsandacht. Verantwortlich für die Redaktion Friedrich Kraas, Druc u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte, OorANTTT Schworee Neunelcenfurherbst und Winter in Herren-, Jünglings- und Knaben-Bekleidung. Onlungreichste Naehahl ber scm Villigenr!Veisch Ich habe meine Einkäufe und sehr grosse Abschlüsse für den Herbst- und Winterbedarf so frühzeitig getätigt, dass mein Warenbestand und alle weiteren Eingänge von der inzwischen eingetretenen erheblichen Preissteigerung nicht betroffen werden. Ich kann daher nach wie vor zu billigen Preisen verkaufen und meiner Kundschaft die grössten Vorteile bieten. 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