4 9 0 ** Amtliches Kreisblatt (Ho Sdomen Zeimer ncen uenn) auder Feietagg. Vezuoppritz M.„Doiemet. tahrlich, dei der Post io: Bestekgeid 62 Pla. medr. Wöchenll. Grasudetlage:„Janstrierte, Familensteuns: u. 1gl. Untrbaltungsdiall. Anzeigenpreis: Die Ledengespallens Peutells oder deren Raum 10 Plo. Anzeign umde wárt Is Plg., Rehlamezels 40 Plg. Joder Radok gil alb Kasamdal a. erlsaht de dor. doren, Zwangsoergleichen. genchtl. Alagmn Seteshund ernch.-Setnsssiant! Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung für den kreis börde Verbunden mit: Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Verbunden mit. Coweria Hollszeilme e Ge Gernde Schwerker Cageblatt O Schwerter Anlzeiger Erlies und älteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeiger für den Kreis Bärde om Haupt- Aunoncenblan aln. Ant, und ietsigelglichen Daranz. aungen sor des Kutz Hörde enangen gmas Betaanmachung der Abaiglichen Reglerug durch Verossenlichnag is dei„Scwurten Zeitung“ zuchwoerdiadliche Krost.— Die „Schwerter Zeitung“ gewödr idres Abonareun für jeben all Toh enbenben Usjel ge: Hogungen; 300 Mk. Unsall. Druch o. Verage. Gor Boova. Schorre.= RadFemip 62. Teiapr., Adi. Braus Schponze. Rutge Nr. 199. Donnerstag, den 26. August 1915. 47. Jahrgang. Der Angtisf g, Trtst, Eilrwen. Fortschritte aller östlichen Heeresgruppen. Die Dorstellungen von BrestLitowsk durchbrochen. Ueber 9000 Gefangene. Gespantike Täge zwischen Beutschland und Alterina. % 1 D e r e t m a s h ö h e r Die neue Kriegsanleihe. Die Ausgabebedingungen für die dritte Kriegsanleihe stehen nunmehr im wesentlichen fest. In den Zeichnungseinladungen, die bereits in den nächsten Tagen ausgegeben werden, wird wiederum zur Zeichnung auf ein 5prozentiges Papier und zwar wie bisher nebeneinander hergehend auf Reichsanleihe und Reichschatzanweisungen aufgesovdert. Der Gesamtbetrag der Zeichnungen ist wiedemum nach oben hin nicht begrenzt, so daß genau wie bei den früheren Anleihen die Zeichner darauf rechnen können, die ggezeichneten Beträge voll zugeteilt zu erhalten. Uebrigens ist durch die neue Bewilligung eines 10 Milliarden=Kredits der Anleihezeichnung keineswegs eine Höchstgrenze gezozen, steht doch aus den früher bewilligten Krediten— zweimal je 5 Milliarden Mork, im August und im Dezember 1914, und 10 Milliarden Mark im März 1915— ein Kredit von rund 6½ Milliar= den Mark noch zur Verfügung, da bisher im Wege der Anleihe rund 13½ Milliarden aufgebracht sind. Die rund 1338 Milliarden aufgebracht, sind. Zeichner haben also wiederum vollständig freien Spielraum. Es erscheint auch dringend erwünscht, daß ein möglichst großer Anleiheerfolg erzielt wird, denn aus den eingehenden Summen müssen zunächst die bereits über den Betrag von 13½ Milliarden Mark hinaus vom Reiche eingegangenen Verpflichtungen eingelöst werden und die danach verbleibende Summe steht für den neuen Kriegsgeldbedarf zu Gebote. Das Publikum möge diesem Umstande gebührende Aufmerksamkeit zuwenden, um daraufhin bei dem Zeichnungsgeschäft bis an die äußerste Grenze der Leistungsfähigkeit zu gehen. In zuversichtlicher Erwartung einer über den bisherigen Umfang noch hinausgehenden Beteiligung wird die Reichsfinanzverwaltung den Zeichnern jedes nur mögliche Entgegenkommen bezeigen. Alle diejenigen, die sich in den Dienst der Werbearbeit für die neue Kriegsanleihe stellen wollen, dürfen auf weitestgehende Unterstützung durch Material, Auskünfte und Informationen seitens der Reichsfinanzverwaltung rechnen. In erheblich größerem Umfange als bisher wird die Organisation ausgebaut werden, um das Zeichnungsgeschäft zu erleichtern. Insbesondere geschieht dies im Interesse der kleinen Zeichner, denen die Wohltaten der neuen Kriegsanleihe nicht vorenthalten werden sollen. Nach dieser Richtung dürfte sich noch wirksamer als die Einrichtung von Zeichnungsstellen in sämtlichen Postanstalten des Reichs das Zugeständnis erweisen, daß bei den kleinen Zeichnungen von 1000 Mk. und darunter, für die bisher die sofortige Vollzahlung vorgeschrieben war, Teilzahlungen und zwar bis zu Beträgen von 100 Mark herab, zulässig sein sollen. Da diesmal nicht nur die Zeichnungsfrist, sondern auch die Einzahlungsfrist ausgiebiger bemessen werden dürfte, als bei der zweiten Kriegsanleihe, werden sich somit auch alle diejenigen an der Anleihe beteiligen können, die von ihren Einnahmen oder sonstigen Bezügen wenisstens Beträge von 100 Mark oder ein Mehrfaches dieses Betrages im Laufe der Zeit erübrigen können. Selbstverständlich werden die Stücke der beiden ersten Kriegsanleihen ebenso wie die ihnen gleichgestellten staatlichen Werte zum Zwecke der Einzahlung auf die dritte Kriegsanleihe bis zu 75 v. H. von den Darlehnskassen beliehen. Schließlich ist wiederum auch denjenigen, Heutscher Tagesvericht zwang an der Straße Sokoly=Bialystok den Narew=Uebergang. Ihr rechter Flügel gelangte, nachdem der Gegner zurückgeworfen war, bis an die Orlanka. Die Armee machte über 4800 Gefangene, darunter 18 Offiziere, und erbeutete 9 Maschinengewehre. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Der Feind versuchte gestern vergeblich, unsere Verfolgung zum Stehen zu bringen. Er wurde angegriffen und in den Bialowieska=Forst geworfen. Südlich des Forftes erreichten unsere Truppen die Gegend östlich von Wierchowycze. Es wurden über 1700 Gefangene eingebracht. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Die Heeresgruppe nähert sich, dem geschlagenen Feinde folgend, den Höhen auf dem Westufer der Lesna(nördlich von Brest=Litowsk). Auf der Südwestfront von Brest=Litowsk bei Dobrynka durchbrachen gestern österreichisch= ungarische und deutsche Truppen die vorgeschobenen Stellungen der Festung. Auf dem Ostufer des Bug, nordöstlich von Wlodawa, dringen Teile der Armee des Generals von Linsingen unter Kämpfen nach Norden vor. Oberste Heeresleitung. wtb. Großes Hauptquartier, 25. Aug. 1915. Westlicher Kriegsschauplatz. In der Champagne sprengten wir mit Erfolg mehrere Minen. In den Vogesen und am Schratzmännle wurden feindliche Angriffe mit Handgranaten abgeschlagen und südwestlich von Sondernach ein Teil der am 17. August verloren gegangenen Grabenstücke zurückgewonnen. Ein deutscher Kampfflieger schoß vorgestern bei Nieuport einen französischen Doppeldecker ab. Oestlicher Kriegsschauplatz Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Nördlich des Niemen wurde bei erfolgreichen Gefechten die Gegend von Birshi erreicht und 750 Russen zu Gesangenen gemacht. Die Armee des General=Obersten v. Eichhorn drang unter Kämpfen siegreich weiter nach Osten vor. 1850 Russen gerieten in Gefangenschaft, mehrere Maschinengewehre wurden erbeutet. Die Armee des Generals v. Scholßz erreichte die Berezowka, nahm Knyszyn und überschritt südlich Tykocin den Narew. Die Armee des Generals v. Gallwiß erDer etwas höhere Ausgabekurs, der voraussicht" lich 99 v. H. beträgt, wird sicherlich niemanden von der Zeichnung abhalten, hat doch die zweite Kriegsanleihe, obwohl ihr Ausgabekurg um ein volles Prozent höher war, als der Ausgabekurs der ersten Kriegsanleihe, ein ungleich glänzenderes Ergebnis gezeitigt. Dazu kommt, daß die beiden ersten deutschen Kriegsanleihen in keinem Augenblick unter den Ausgabekurs heruntergegangen sind, ein Vorgang, mit dem Deutschland in der Reihe der kriegführenden Mächte einzig dasteht. Ein solches Anlagepapier bedarf keiner Empfehlung, es trägt seinen Wert in sich selbst. Jeder, dem es um eine ebenso vorteilhafte wie sichere Anlage seines Geldes zu tun ist, wird ein solches Papier erwerben wollen. Von Anfang des Krieges an hat in Deutschland niemand an dem endgültigen Siege der deutschen Waffen gezweifelt, aus dieser Zuversicht heraus ist die fünfprozentige Kriegsanleihe das volkstümlichste Papier in Deutschland geworden. Jetzt, nach Ablauf eines vollen Jahres, dürfen wir eines für uns siegbaren Ausganges des Krieges sicher sein, und erst recht muß nunmehr die 5proz. Kriegsanleihe zum Aenzer und Verderben unserer Gegner, das volkstümlichste Papier in Deutschland werden. -0.— Oesterreichischer Tagesbericht. :: Wien, 25. August. Russischer Kriegsschauplatz. Die Truppen des Erzherzogs Joseph Ferdinand und des Generals v. Köveß orungen im Verein mit den Verbündeten den Feind unter unausgesetzten Kämpfen gegen die Lesna zurück. Auch der Widerstand der noch südwestlich von Brest=Litowsk kämpfenden Russen ist gebrochen. Sie wurden durch die Divisionen des Generals von Arz und durch deutsche Truppen an den Fortgürtel geworfen. Nordöstlich Wlodawa treiben deutsche Kräfte den Feind immer tiefer in die Wald= und Sumpfzone hinein. Die Reiterei des Feldzeugmeisters v. Puhallo geht beiderseits der von Kowel nach Kobrin führenden Straße vor. Honved=Husaren erstürmten ein verschanztes Dorf an der Bahnlinie Kowel„Brest=Litowsk. Zwischen Wladimir=Wolynskij und der bessarabischen Grenze herrscht Ruhe. Italienischer Kriegsschauplatz.1 Im Abschnitte der Hochfläche von Doberdo wurde gestern die feindliche Infanterie, die sich am Südhang des Monte dei sel Bust eingenistet hatte, durch unser schützfeuer zum eiligen Verlassen ihrer Stellungen gezwungen. Unsere Front südwestlich San Martino stand wieder unter dem Feuer schwerer Artillerie. Mittags setzten die Italiener hier zu einem neuen Angriff an, der gleich den vorgestrigen Vorstößen nahe an unseren Verteidigungslinien abgewiesen wurde. Vor dem Görzer und Tolmeiner Brückenkopf sowie im Krn=Gebiete herrscht verhältnismäßig Ruhe: dagegen hält lebhaftere Tätigkeit des Feindes vor Flitsch und Raibl an. Im Tiroler Grenzgebiete entwickelten sich mehrfach Kämpfe. Gestern spät abends begann feindliche Infanterie gegen den nördlichen Abschnitt der Hochfläche von Laparone vorzugehen; heute früh war dieser Angriff abgeschlagen, Beiderseits der Tonale=Straße greifen seit Morgengrauen mehrere italienische Bataillone an; hier ist der Kampf noch im Gange. Die Artilleriegefechte dauern nahezu an der ganzen Tiroler Grenze fort. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Der deutsch=dänische Zwischenfalt. Kopenhagen, 25. Aug.„Politiken“ schreibt zu der dautschen Antwort auf den dänischen Protest anläßlich der Vernichtung des englischen Unterseebootes„E 13“: Die deutsche Rote wird auf die Stimmung in Dänemark eine günstigen Eindruck machen, indem man nicht nur eine vorbehaltlose Entschuldigung wegen der erfolgten Neutralitätsverletzung bemerke, sondern namentlich auch die Zusage neuer Instruktionen an die deutschen Schiffskommandanten. Eine Wiederholung des bedauerlichen Vorfaller sei hoffentlich zukünftig ausgeschlossen; damit sei der dänischdautsche Zwischenfall beseitigt. Da andererseits nach englischen Zeitungsberichten auch in England die Auffassung unserer korrekten Haltung herrscht, können wir die Angelegenheit als aus der Welt geschafft betrachten. die mit ganz kleinen Beträgen zu rechnen haben, die Beteiligung an der Anleihe ermöglicht, wenn, wie es bereits bei der zweiten Kriegsanleihe in mehreren Fällen mit bestem Erfolge geschehen ist, Arbeitgeber und Geschäftsinhaber die Beträge für die von ihren Angestellten und Arbeitern, bewirkten Zeichnungen zunächst ihrerseits entrichten und die verauslagten Beträge durch Teilzahlungen in Gestalt von Abzügen von den Gehältern oder Löhnen wieder einziehen. Der Krieg gegen Rubland. Das Ziel der Deutschen in Oster. Rotterdam, 25. Aug. Der„Nieuwe Rotter. damsche Courant“ meldet laut Privatdepesche aus London: Dem„Daily Telegraph= wird aus Petersburg berichtet, daß der Rückzug der deutschen Flotte aus dem Golfe von Riga die Lage an dieser Front etwas geklärt habe. Es liegen jedoch von der Anzahl der Gefechte, die in der letzten Zeit im stattgefunden haben, keine näheren Einzelheiten vor. In militärischen Kreisen gibt man die Möglichkeit zu, daß die Deutschen neue Versuche unternehmen werden, um sich zu Herren über den Solf von Rige zu machen. Offenbar greifen die seindlichen Angriffspläne zu Wasse, und zu Lande ineinander. Der mihglückte Versuch, 4 große Schisse mit Truppen bei Pernau im östlichen Teile des Solfes von Riga zu landen, weist eigentlich auf das wahre Zie #s#u a Seiht der Deutschen hin, nämlich sich des Golfes zu bemächtigen. Wäre der Wunsch geglückt, so hätte der Feind, die russischen Truppen im Rücken angesallen. Offenbar, um die Ereignisse der Flottenaktion abzuwarten, hat der Feind in der Richtung der RigaLinie seine Offensive eingestellt. Im Osten von Kowno wird der Angriff mit größter Heftigkeit sortgesetzt. Man glaubt, das unmittelbare Ziel ist hier der Kreuzpunkt der Eisenbahnlinie von Landwarora, wo die Eisenbahn von Kowno sich an die Linie Wilna—Grodno schließt. In diesem Frontabschnitt verfügt der Feind über außerordentliche Mengen Artillerie. Die Deutschen sind Herren der Lage. WTB London, 25. Aug. Der militärische Mitarbeiter der„Morningpost“ schreibt: Durch die Einnahme von Nowo=Georgiewsk. vollendeten die Deutschen die Eroberung der Weichsellinie. Die Einschließung von Ossowiec wird sie bald zu Herren der Narew= und Bobr=Linie machen. Es wäre nutzlos, zu leugnen, daß die Deutschen Herren der Lage sind. Es ist notwendig, der Tatsache ins Auge zu sehen, daß der Verlauf der Ereignisse für geraume Zeit von ihrer Initiative abhängen wird, solange die Alliierten unfähig sind, größere Streitkräfte zu mobilisieren, die Verluste an Gewehren und anderen Materialien zu ersetzen, ihre Artillerie und Munition auf den gleichen Stand wie den der Gegner zu bringen. Diese Tatsachen sind jetzt allgemein anerkannt. Die Deutschen sind der Unüberwindlichkeit ihrer Westfront sicher. Der militärische Mitarbeiter erklärt es für bedauerlich, daß in Rußland der Eindruck zu bestehen scheine, daß die Alliierten im Westen nicht den gebührenden Anteil an den Lasten der Kriegführenden auf sich nähmen und zählt auf, was die Alliierten im Westen und an der italienischen Grenze leisten. Das russische Heer in vollkommener Auflösung. Laut der„Köln. Ztg.“ gibt der holländische General van der Goes im„Arnhemschen Courant“ eine Uebersicht über die Kriegslage im Osten. Die Ergebnisse seiner Untersuchung faßt er in elf Punkten zusammen, von denen es ausreicht, die Punkte 7: Der Fall von Brest=Litowsk kann nur eine Frage von Tagen sein. Punkt 8: einem Festhalten an der Njemen=Bug=LiGeltschuante und Eimsterita. 1 Kommt es zum Konslikt? WTB London, 25. Aug.„Daily Telegraph“ meldet aus Neuyork: Meldungen aus Washington besagen, daß dem deutschen Botschafter Grafen Vernstorff die Pässe zugestellt wurden. Der Botschafter Gerard wurde zurückberusen. Der Kongreß werde zur Erwägung der Mobilisierung von Heer und Flotte einberufen, falls die deutsche Regierung nicht Veranlassung nimmt, die Torpedierung der„Arabie“ als zu Unrecht erfolgt zu erklären. Die deutsche Regierung zur Versenkung der„Arabic“. London, 26. Aug. Aus Washington meldet Reuter unterm 24.: Der deutsche Botschafter Graf Bernstorff ersuchte im Auftrage des deutschen Auswärtigen Amts die Regierung der Vereinigten Staaten, keine Entschließung in Sachen der„Arabic“ zu treffen, ehe die vollen Tatsachen bekannt seien. Ein Telegramm, das der Botschafter hierüber an das Staatssekretariat richtete, lautet wie folgt: Es ist noch keine amtliche Mitteilung über die Versenkung der„Arabic“ eingegangen. Die Reichsregierung vertraut darauf, daß die Rezierung der Vereinigten Staaten noch keine Entschließung auf Grund einseitiger Berichte treffen wird, da nach Ansicht der Reichsregierung solche Berichte nicht mit den Tatsachen übereinstimmen können und ihr auch Gelegenheit gegeben werden sollte, sich zu äußern. Obschon die Reichsregierung an dem guten Glauben der Zeugen nicht zweiselt, deren Aussagen durch die europäische Presse mitgeteilt werden, ist im Auge zu behalten, daß diese Aussagen unter dem Eindruck einer Aufregung abgegeben wurden, die sehr leicht einen falschen Eindruck geben kann. Sollten tatsächlich Amerikaner das Leben verloren haben, so würde dies natürlich unserer Absicht widersprechen. Die Reichsregierung selbst würde dies höchlichst bedauern und gibt der Regierung der Vereinigten Staaten ihre herzliche Teilnahme kund. * In Erwartung der deutschen Erklärung. WTB Neuyork, 26. Aug. Der Vertreter des Wolff'schen Telegraphenbureaus meldet durch Funkspruch folgendes: Man hofft hier, daß sich für Deutschland die Möglichkeit ergibt, zu erklären, daß die„Arabie“ begleitet worden sei oder versucht habe, das Unterseeboot zu rammen oder auch trotz des Anrufes zu entkommen oder daß sie ein Manöver ausgeführt habe, welches das Unterseeboot vermuten ließ, sie versuche zu entkommen. Nach Meldungen aus Washington hat die Regierung erklärt, daß sie entschlossen sei, einen Bruch zu vermeiden, wenn dieses ehrenvoll geschehen könne. Man nimmt an, daß die Rezierung nicht beabsichtigt, irgendwelche Erklärungen von deutscher Seite zu ignorieren, wie beispielsweise die Erklärung, daß Deutschland durch die Versenkung der „Arabic“ keine Mißachtung amerikanischer Rechte beabsichtigt habe. Amtlich wird anzekündigt, daß Botschafter Gerard in Berlin wahrscheinlich werde angewiesen werden, das Auswärtige Amt um Bekanntmachung des Tatbestandes zu ersuchen. Meldungen aus Washington deuten an, daß gewisse widersprechende Angaben über den Fall der„Arabic“ vorliegen. Desto wünschenswerter sei es, daß die deutsche Erklärung Licht schaffe. Nach Mitteilungen aus hiesigen Quellen sollen alle Amerikaner an Bord der„Axabic“ ihre Ueberfahrt nicht bezahlt haben. und der Regierung zustande kam.— Salandra hat seine Abreise nach der Front auf morgen verschoben. Er wird dort mit dem König Fragen der internationalen Politik und die Fragen, die sich aus der Kriegserklärung an die Türkei ergeben, besprechen und dann mit Cadorna zusammenDer Krieg gegen England. 70 Opfer beim Zeppelin=Angriff auf die Londoner City. Notterdam, 25. Aug. Bei dem letzten ZeppelinAngriff auf die Londoner City wurden nach neutralen Berichten etwa 70 Opfer gezählt. Die Beschießung von Zeebrügge. In Ergänzung des gestrigen Hauptquartiersberichts über die Beschießung der behzischen Küste wird noch gemeldet: Rotterdam, 24., Aug. Der„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ meldet, daß gestern früh gegen 8 Uhr etliche dreißig große und kleine Kriggsschiffe an der belgischen Küste erschienen und von der Höhe von Knoke aus die belgische Küste beschossen. Dazu verlautet noch aus guter Quelle, daß eine feindliche Seemacht, bestehend aus Torpedojägern und einem Wasserflugzeug, bereits um Mitternacht erschien und um 3 Uhr monzens mit der Beschießung begann, die bis 8 Uhr andauerte. Von Westkapelle aus war die feindliche Flotte deutlich sichtbar. Sie wagte es jedoch nicht, näher an das Land heranzudampfen. Die Beschießung verlief denn anch erfolglos. An der bekzischen Küste war keinerlei Wirkung infolge des feindlichen Feuers zu bemerken. Infolße der Beschiefting konnten jedoch in Notterdam die fälligen Postschiffe nicht ankommen. nie kann nicht mehr die Rede sein. Punkt 9: Das gesamte russische Heer ist geschlagen und in vollem Abzuge und hat beträchtliche Verluste an Gefangenen und Kriegsmaterial erlitten. Punkt 10: Von einem Rückzuge der verschiedenen Teile des Heeres auf die Festungen kann man nicht mehr sprechen, das Heer ist als Ganzes in vollkommener Auflösung. Klar ist ebenso, daß es unmöglich geworden ist, das Unglück, das Rußland trifft, noch länger geheim zu halten oder zu beschönigen. Millionen von Flüchtlingen und Verwundeten, die bereits in Petersbung und weiter östlich angekommen sind, verbreiten nicht allein das Geschehene, sondern verlangen in ihrem Elend Versorgung und Verpflegung und bilden so eine herzzerreißende Illustration der entsetzlichen Verwirrung, die jetzt eingetreten ist und dazu führen muß, daß in ganz Rußland ein tiefer Eindruck von Mißtrauen und Entmutigung hervorgerufen wird. Der russische Hof verläßt Petersburg. Ein wenig verklausuliert und gleichsam nebenbei wird das englische Publikum darauf vorbereitet, daß Zar Nikolaus dem Beispiel des Königs von England folgen und seine Haupt= und Residenzstadt verlassen werde. Die„Times“ meldet gämlich aus Petersburg: Angesichts der Möglichkeit von Angriffen auf dem Luftwege ist es allerdings möglich und sogar ratsam, daß der Hof und die Regierung sich anderswo hin begeben.— Man beachte: Nicht allein der Hof, auch die russische Regierung wird sich anderswo hin begeben. Diese bedeutsame Tatsache steht erst am Schluß eines Telegrämms, das sich gegen Gerüchte von einer Räumung Petersburgs wendet,„die von Panik= machern verbreitet werden“. Gegen russisch=englische Schwindelnachrichten. WTB Berlin, 25. Aug. Von zuständiger Stelle erfahren wir: In den letzten Tagen werden von russischer und englischer Seite über die Vorgänge im Rigaischen Meerbusen vom 16. bis 21. August, die mit der Vertreibung der russischen Streitkräfte ihren Abschluß fanden, wahrheitswidrige Nachrichten veröffentlicht. Es ist von einer großen Schlacht die Rede und es wird behauptet, die Russen hätten einen großen Seesieg erfochten und die Deutschen vertrieben, nachdem sie ihnen schwere Verluste beigebracht hätten. Ohne auf alle Einzelheiten der russischen Lügen einzugehen, sei festgestellt: 1. Die in den Rigaischen Meerbusen vorgedrungenen deutschen Seestreitkräfte haben dort nur leichte russische Kräfte vorgesunden, die teils vertrieben, teils vernichtet worden sind. Von einer großen Seeschlacht kann somit gar keine Rede sein. 2. Deutsche Verluste sind außer den im amtlichen Bericht veröffentlichten nicht eingetreten. Kein größeres Schiff, kein Kreuzer ist gesunken oder ernsthaft beschädigt. Alle russischen Meldungen, die anderes berichten, sind erfunden. 3. Von einem Abschlagen eines Landungsversuches bei Pernau kann nicht die Rede sein; ein folcher ist weder begonnen worden, noch war er beabsichtigt. Die Torpedobootsflottille, die hier erschien, hatte den Zweck, die Sperrung des Hafens zu decken. Hierbei hat sich ein Geschützkampf mit Hasen= und Feldbatterien entwickelt, bei dem die Hafenbatterien zum Schweigen gebracht und die Feldbatterien mit gutem Erfolg beschossen wurden. Ein nissischer Dampfer und sechs russische Segelschiffe wurden außerdem vernichtet und versenkt. 4. Die von den Russen angeblich erbeuteten Schiffe sind Dampfer, die von uns zur Sperrung der Fahrstraße versenkt worden sind. Japanische Hilfe bei der Verteidigung von Brest=Litowsk. TU Cholm, 26. Aug. Brest=Litowsk, der letzte Halt der Russen, wird nicht nur von den Russen selbst, sondern auch von teuer bezahlten Japanern in jeder Weise befestigt. Einwohner der von uns besetzten Gebiete, die vor nicht langer Zeit BrestLitowsk besucht haben, erzählen, wie der Berichterstatter des„Az Est“ erfährt, von der regen Tätigkeit der Japaner in Brest=Litowsk. Japansche Instrukteure seien bemüht, die russischen Soldaten in der Bedienung der schweren Geschütze zu unterrichten. Auffallend sei es, daß die Japaner nicht selbst die Geschütze bedienen und sich überhaupt an der Verteidigung der Festung nicht beteiligen wollen. Die vorerwähnten Einwohner, die der gebildeten Klasse angehören, erzählen, nach Aussagen russischer Stabsoffiziere sei der Grund dieses passiven Verhaltens der Japaner darin zu suchen, daß die Russen mit den Japanern über die Abtretung der Insel Sachalin nicht einig werden konnten. Die Japaner hätten sich bereit erklärt, im Falle der Abtretung der Insel Sachalin Truppen nach Europa zu schaffen und diese Truppen mit eigenen Geschützen und mit Munition zu versehen. Für den jetzigen Kaufpreis, der ihnen in barem Gelde auswird instruieren sie nur die Mannschaften an der Nordsront, wo er vom Kriegsminister Mille rand und dem Generalissimus Joffre erwartet wurde. Die drei besuchten hierauf die französische Front und trafen am Diensteg abend in Bar=leDuc ein, wo Millerand seinem englischen Gast zu Ehren ein Essen gab. Dabei wurden selbstverständlich die üblichen Trinksprüche auf den„unausbleiblichen Sieg“ der Verbündeten gewechselt. Von Barle=Duc aus begaben sich Millerand und Kitchener ins englische Hauptquartier zum Marschall French. Auffallend war es nun— und auch die Pariser Presse läßt es durchblicken, daß Joffre an dem Besuch im englischen Hauptquartier nicht teilnahm, sondern von Bar=le=Duc aus sofort nach seinem Quartier zurückfuhr. Millerand und Kitchener besprachen sich eingehend mit French, wobei, wie schon gemeldet, gewisse militärische Angelegenheiten ins Reine gebracht wurden. Von Kitchener und French geführt, besichtigte Millerand dann noch die englische Front. Es ist nicht das erste Mal, daß man aus der Pariser Presse und aus den amtlichen französischen Berichten entnehmen kann, daß sich der Generalissimus und French einander in ganz auffallender Weise aus dem Wege gehen. —— gezahlt wirk, instralete##### nur die Mannschaften in der Bedienung der schweren japanischen Geschütze und erbauten nach eigenen Plänen Befestigungen um Brest=Litowsk. Der diiien heven Frauntend. Einberufung der Dienstuntauglichen in Frankreich. WTB Paris, 25. Aug. Die früher zurückgestellten und als dienstuntanglich befundenen Mannschaften, welche in erneuter Untersuchung als tauglich befunden wurden, haben den Befehl zur Einrückung zwischen dem 7. und 9. September erhalten. Sie werden der Infanterie zugeteilt. Die gefürchtete geheime Kammersitzung. TU Rotterdam, 26. Aug. Wie aus Paris gemeldet wird, bildet die heutige geheime Sitzung der Kammer das gro Togesereignis für Publikum und Presse. Die von der Regierung gestellte Bedingung einer vollständigen Geheimhaltung der Vorgänge in dieser Sitzung hat in der Oeffentlichkeit den denkbar schlechtesten Eindruck gemacht, denn allgemein ist man der Ansicht, daß die Regierung den Deputierten eben nichts zu bekennen haben wird, als daß die Armeen des russischen Verbündeten sich im Zustande einer Katastrophe befinden. Die oppositionelle Linke ist eifrig bemüht, die mit der Regerung herrschende Unzufriedenheit für ihre Zwecke aus.zunutzen. Trotzdem die Regierung von dieser Minierarbeit unterrichtet ist, bleibt sie bezüglich der heutigen Kammersitzung fest auf ihrem Standrunkt, was den ohehin schon in Paris herrschenden Pessimismus über die gesamte Kriegslage noch erhöht. Jossee und Freuch. TU Notterdam, 25. Aug. Die Pariser Blättermeldungen besagen, doß der Besuch des englischen Kriegsministers Kitchener in ziemlich geheimnisvoller Weise vor sich ging. Kitchener kam in der Nacht vom 15. zum 16. August in Frankreich an und erreichte am Morgen des 16. ein kleines Städtchen Der Krieg der Türkei. Die schweren Verluste der Alliierten an den Dardanellen. :: D a s t ü r k i s c h e H a u p t q u a r t i e r t e i l t unter dem 25. August mit: Bei den Dardanellen auf der Front von Anaforta am 23. August nichts von Bedeutung. Wir stellen jetzt die schweren Verluste fest, die der Feind während der Schlacht vom 21. August vor den Schützengräben unseres Zentrums erlitten hat. Auf einer Front von kaum zwei Regimentern zählten wir über 3000 tote Feinde. Die von uns gemachte Beute ist noch nicht zu übersehen. Bei Ari Burnu versuchte der Feind am Abend des 22. August nach heftigem Gewehr=, Maschinengewehr= und Handgranatenfeuer einen Angriff gegen Kanlisirt. Unsere Truppen vernichteten durch einen kräftigen Gegenangriff einen großen Teil des Feindes. Dem übrigen Teil gelang es, zu entsliehen. Am Vormittag des 23. August machte der Feind einen ähnlichen Versuch bei Yechiltepe und Sungubair, jedoch floh er in seine Gräben zurück, nachdem er starke Verluste erlitten hatte. Bei Sedd ul Bahr schossen auf dem rechten Flügel unsere Artilleristen einen feindlichen Fesselballon herunter. Auf den übrigen Fronten keine Veränderungen. Die Dardanellenangst der Italiener. TU Lugano, 26. Auz. In der italienischen Presse mehren sich die Stimmen gegen die Teilnahme an der Dardanellenunternehmung als einer Folge der Kriegserklärung an die Türkei. Die Preßaufsicht gestattete sogar der„Gazette del Popolo“, zu erklären, eine Aufopferung der Italiener auf Gallipoli müsse ausgeschlossen sein. Italiens Pläne. In italienischen Generalstabskreisen wird erklärt, die italienische Heevesleituung habe den Plan einer Durchbrechung der Görzer Stellung durch einen Frontalangriff aufgegeben, degessen werde der Plan einer Offersive gessen das Drau=Tal gefaßt.— Gestern sand. in Nom vor der Abreise Salandras ins Hauptqmartier ein lanzer Ministerrat statt, der hauptsächlich die militärischen Operationen gegen die Türlei zum Gegenstand hatte, über die bisher keine Einigung zwischen Cadorna Die Balkanstaaten. Die Türkei und Bulgarien. Die Bedeutung des Abkommens. Das bulgarisch=türkische Abkommen wird, dem „Berl. Lok.=Anz.“ zufolge, in seiner politischen Bedeutung von einer Persönlichkeit, die mit dem amtlichen Bulzarien in engster Fühlung steht, wie folgt beurteilt: Dieses diplomatische Ereignis ist nach drei Seiten hin bemerkenswert. Zunächst beweist es, daß das militärtüchtigste Land des Balkans vom Siege der Zentralmächte überzeugt ist, ferner hat Bulgarien damit gezeigt, daß es, abgesehen von Serbien, keinen anderen Balkanstaat zu fürchten braucht, und endlich drittens, daß man in Sofia ein nicht mehr zu fernes Ende des Krieges voraussieht. Was die Meinung betrifft, Serbien werde bei einem Vorgehen Bulgariens keine militärische Unterstützung finden, so gründet sich diese Anschauung auf zwei Momente. Einmal glaube man, der griechischen Neutralität sicher zu sein, und sodann ist man überzeugt, daß, wenn Griechenland sich fernhält, Rumänien zu Hause bleiben wird. Aber selbst wenn Rumänien marschieren sollte, so hegt man in Griechenland keine besondere Besorgnis, da man seine Armeen nicht für vollwertig erachtet. Ueber Griechenlands Haltung glaubt man in Sofia beruhigt sein zu können, zumal man auch in Betreff Kawallas eine freundschaftliche Lösung erhoffen darf. Ein Bulharien aber, das auf keinen Teil griechischen Besitztums Anspruch erheben würde, kann, so sollte man meinen, selbst für eine so italienfreundliche Regierung wie die des Venizelos nicht zu einem Gegenstande des Angriffs gemacht werden. Aber selbst, wenn man sich in Athen gewisser Bundespflichten gegenüben Serbien erinnern und ihm militärische Hilfe bringen wollte, so würde diese zu spät kommen. Bulgarien verbietet das Erscheinen eines russenfreundlichen Blattes. Frankfurt a. M., 25. Aug. Nach einer Bukarester Meldung des„Az Est“ aus Sofia hat das Sofioter Militärkommando das Erscheinen der russophilen„Balanska Posta“ für unbestimmte Zeit gespert, weil das Blatt im Interesse des Vierverhandes lügenhafte Nachrichten verbreitete. Rumänien und der Vierverband. TU Stockholm, 26. Aug. Die„Nowoje Wremja“. meldet aus autoritativer Quelle, die Verhandlungen zwischen dem Vierverband und Rumänien, welche dieser Tage unterfertigt werden sollten, führten infolge neuerlicher Einwendungen Bratianus zu keinerlei positivem Ergebnis. Die rumänische Regierung ist nach wie vor entschlossen, neutral zu bleiben. WTB Basel, 26. Aug. Der Berliner Vertreter der„Baseler Nachrichten“ sprach mit einem hervorragenden Mitglied der rumänischen Gesandtschaft über die politische Haltung Numäniens. Dieser betonte die wirtschaftlichen Beziehungen, die zu den Zentralmächten weit enger seien, als zu den Ententemächten. Er versicherte, daß ihm amtlich von Geheimverträgen Rumäniens, etwa mit Italien, nichts bekannt sei. Der Diplomat erklärte, A#mänien ist in keiner Weise gebunden, sondern hat in jeder Beziehung freie Hand. Außer gewissen russenfreundlichen Kreisen hat(in Rumänien niemand ein Interesse daran, für Rußland die Kastanien ans dem Feuer zu holen. Arpesichts der jetzigen Krieaslage ist ein Eingreifen zugunsten Rußlands von geringer Bedeutung, die Besetzung von Bessarabien scheine schon eher vernünftig. Nrtmänten ist für jeden Kriegsfall vorbereitet, hat aber zunächst die Absicht, in gerechter Neutralität zu verharren. Nr. 199. Beilage. Schie ner Inn...g. Vonnerstag, 26. August 1915. Amtliches Kreisdlatt. Die Kriegswünsche der Mittel== und KleinStädte. .:: Der Kriegsausschuß des Reichsverbandes Deutscher Städte(Verband der kleinen und mittleren Städte; Mitgliederzahl 761) tagte in Berlin und faßte folgende Beschlüsse: 1. Der Reichsverband hält es in der Lebensmittelfrage für erforderlich, daß die Bundesratsverordnung vom 23. Juli 1915 über die Maßnahmen gegen ungerechtfertigte Preissteigerung ergänzt wird: damit das von dieser Verordnung erstrebte Ziel erreicht wird, angemessene Produzentenhöchstpreise ür die wichtigsten Lebensmittel des Massen=Konsums, namentlich die landwirtschaftichen Produkte(Fleisch, Milch, Eier, Butter, Gemüse, Kartoffeln usw.), sowohl für den Groß= wie für den Kleinhandel festsetzen zu können. Ferner deswegen, damit die Beschlagnahme und der Verkaufszwang für diese Lebensmittel durchgeführt werden können. Hierbei hält der Reichsverband deutscher Städte es für selbstverständlich, daß die Erfahrungen des Vorjahres bezüglich der Dauerwarenbeschaffung nicht unberücksichtigt bleiben. Entsprechende Eingaben werden dem Bundesrat und dem steilvertretenden Reichskanzler zugehen. Der Bundesrat und der Reichskanzler sollen ferner unter anderem ersucht werden, 1. eine angemessene Erhöhung der Familienunterstützungen seitens des Reiches zu veranlassen, 2. dafür Sorge zu tragen, daß mit der Erstattung der von den Lieferungsverbänden gemachten Auslagen begonnen wird, neigt Familien schüsse hilfe für die Vertriebenen in Südtirol wird bei den Städten des Reichsverbandes eine Sammlung seitens des Vorstandes veraustaltet werden. 4. An den Bundesrat und den Stellvertretenden Reichskanzler soll erneut eine Bitte um die unbedingt für erforderlich gehaltene Eröhung der Verpflegungssatzes für Truppeneinquartierungen gerichtet werden. Reichstagsersatzwahl. :: An Stelle des gefallenen reichspart:: lichen Abgeordneten Gamp=Oblath wurde im Wahlkreise Züllichau=Schwiebus=Kregen der Rittergutsbesitzer Assessor Busse auf Klein=Heinersdorf, zurzeit im Felde, einstimmig gewählt. Siedelungsbestrebungen in Ostpreußzen. :: Eine ganze Reihe von den Russen schwer geschädigter Rutsbesitzer will, nach der„Königsb. Hart. Ztg.“ auf eine Weiterbewirtschaftung ihrer. Grundstücke verzichten und stellt sie zum Verkauf; auch mehrere Pächter königlicher Domänen wollen ihre Pachtverträge nicht erneuern. So stehen bereits 12 Domänen mit rund 24000 Morgen Land für Siedelungszwecke zur Verfügung. In erster Linie sollen Bauerngüter, im übrigen aber auch Ansiedelungen von Arbeitern auf dem Domänenlande erstehen. Landtagsersatzwahl. :: Bei der Landragsersatzwahl in Schweinitz=Wittenberg, die durch den Tod des konservativen Abgeordneten Frhrn. v. Bodenhausen notwendig geworden ist, wurde der Hauptlehrer Herrmann aus Friedersdorf ohne Gegenkandidaten gewählt. Dispens bei Heiraten und Adoption. :: Der„Reichsanzeiger“ veröffentlicht eine preußische Verordnung, die den Justizminister ermachtigt, die Zuständigkest zur Erteilung der Befreiung von der Vorschrift, daß eine Frau nicht vor der Vollendung des 16. Lebensjahres eine Ehe eingehen darf, sowie von dem für die Annahme an Kindesstatt erforderlichen Alter, den Amtsgerichten zu übertragen.— Durch diese Verordnung wird der Weg zur Befreiung von den Alterserfordernissen ein leichterer. Zur Annahme an Kindesstatt ist nach§ 17=3 des B.G.B. erforderlich, daß der Adoptierende das 50. Lebensjahr vollendet habe und mindestens 18 Jahre älter sein muß als das Kind. Von diesen Alterserfordernissen kann Befreiung bewilligt werden. * Parlamentarisches. “? Nach der Beendigung der Erörterung der Heeresfragen beschäftigte sich die Budgetkommission des Reichstages mit der Lage der Kali=Industrie. Angenommen wurde der Antrag des Zentrums, die im§ 27 des Kaligesetzes vorgeschriebene Abgabe für das Rechnungsjahr 1915 außer Hebung zu setzen, bereits erhobene Abgabenbeträge zu erstatten und die dem Reich entstehenden Kosten zur Hebung des Kaliabsatzes aus dem angesammelten Reservefonds zu decken, und zwar mit Gültigkeit vom 1. Oktober ab. Darauf wandte sich die Kommission der Beratung über das Zwangskohlensyndikat zu. Angenommen wurde ein fortschrittlicher Antrag, wonach in der Bekanntmachung über die Errichtung von Vertriebsgesellschaften für den Stein= und Braunkohlenbergbau vom 12. Juli 1915 an Stelle der Landeszentralbehörden der Reichskanzler gesetzt und ihm die widerrufliche Ermächtigung erteilt werden soll, seine Befugnisse den Landeszentralbehörden zu übertragen Ferner gelangte zur Annahme ein nationalliberaler Antrag, den Bundesrat zu ersuchen, hinter Artitel V seiner Bekanntmachung vom 12. Juli einzuschalten:„Die Verordnung tritt spätestens zwei Jahre nach Friedensschluß außer Kraft"; endlich wurde eine Resolution der Fortschrittspartei, des Zentrums und der Sozialdemokraten angenommen, worin der Reichstag erklärt, daß die Regelung des Kartell= und Syndikatswesens ausschließlich Reichssache ist. Wenn er der Bundesratsverordnung vom 12. Juli 1915 nicht widerspricht, so wird er dabei lediglich davon geleitet, daß es während des Krieges zu große Schwierigkeiten machen würde, eine besondere sachverständige Behörde beim Reichsamt des Innern zu schaffen. Er spricht aber die sichere Erwartung aus, daß die verbündeten Regierungen nach Friedensschluß die geeignete Organisation beim Reichsamt des Innern treffen werden. Deutscher —Berlin, 25. August 1915. Die Fortsetzung der gestern abgebrochenen Verhandlung der Budgetkommission über die Ernährungsfragen nahm den ersten Teil der heutigen Sitzung ein. Es sprachen dazu noch die Abgg. Fegter(Vp.) und Hestermann(Wirtsch. Vereinig.) Bei der folgenden Abstimmung wurden alle Anträge der Kommission angenommen. Zur Annahme gelangt weiter nach kurzen Ausführungen des Ag. Dr. Böttcher(natl.) eine Resolution, die für die selbständigen Gewerbetreibenden. soweit sie durch Einberufung zum Heere oder durch sonstige Einwirkungen des Krieges getroffen worden sind, besondere Maßnahmen verlangt. Vor allem soll ihnen bei Beendigung des Krieges unter leichten Bedingungen ein billiger Kredit bewilligt werden. Ferner wurde angenommen ein Vorschlag der Kommission, Erwägungen anzustellen, wie die Schulden von Briegsteimnehmern, die während des Krieges angewachsen oder entstanden sind, nachher einer erleichterten Abtragung unterworfen werden können. Einer Resolution, die für die bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten vor dem Amtsgerichten eine stärkere Benutzung des Einigungsverfahrens erstrebt, wurde zugestimmt, ebenso einer Resolution, die die Wiedereinführung der Sonntagsruhe im Zeitungsgewerbe im ganzen Reiche verlangt. Es folgte dann eine Debatte über die Lage der Kaliindustrie. Es lag dazu ein Kommissionsantrag vor, der Kaliindustrie in ihrer schwierigen Lage dadurch zu helsen, daß ihr erlaubt wird, die Propagandagelder in diesem Jahre nicht zu erheben, sondern die Kosten für die Propaganda aus dem Reservefonds zu nehmen, sowie weiter, daß sie eine Erhöhung des Kalipreises um 1,05 Mark pro Doppelzentner eintreten lassen kann. Für den Antrag sprachen die Abg. Sachse (Soz.), Gothein(Vp.), der einen Antrag befürwortete, die Neu=Kontingentierung im Kali=Syndikat um ein Jahr zu verschieben, und v. Brockhausen(kons.), Der Antrag der Kommission mit dem Zusatzantrag Gothein wurde angenommen. Eine weitere Resolution der Kommission betraf das Zwangs=Kohlensyndikat. Darin wird ausgesprochen, daß die Regelung des Kartell=Syndikatswesens ausschließlich Reichssache ist. Die Kommission spricht die sichere Erwartung aus, daß die verbündeten Regierungen nach Friedensschluß die geeigneten Organisationen beim Reichsamt des Innern treffen würden. Ein besonderer Antrag fordert, daß die Verordnung des Bundesrats spätestens zwei Jahre nach Friedensschluß außer Kraft trete. Auch diese Resolution wurde angenommen, und zwar debattelos. Eine längere Aussprache knüpfte sich an die darauf zur Beratung gestellte Resolution der Kommission auf sofortige allgemeine Revision der Kriegsbesoldungsordnung, die jetzt z. B. für einen Kriegsgerichtsrat annähernd 10000 Mark und für einen Militärgerichtsschreiber im Felde 6000 Mark Gehalt vorschreibt. Darauf machte Abg. Lück(Soz.) aufmerksam, der die Resolution zur Annahme empfahl. Abg. Bassermann(natl.) trat für eine Resovision nach Beendigung des Krieges ein. Reichsschatzsekretär Dr. Helfferich bemerkte, daß die Besoldungsordnung noch aus der Zeit vor 1866 stamme und nur auf einen kurzen Krieg zugeschnitten sei. Eine stillschweigende Revision habe er schon in manchen Punkten in Verbindung mit dem Kriegsministerium vorgenommen. Die eigentliche Revision müsse auf die Zeit nach Friedensschluß verschoben werden. Für die Annahme der Resolution sprach Abg. Dr. Müller=Meiningen(Vp.), während Abg. Nehbel(kons.) dem Reichsschatzsekretär zustimmte. Die Resolution wurde darauf mit großer Mehrheit angenommen.. Damit war die Tagesordnung erledigt, und das Haus vertagte sich auf morgen. Eine neutrale „Ueberall die Deutschen an der Spitze.“ In einem Leitartikel führt die dänische Zeitung„Ekstrabladet“ vom 19. August folgendes aus: Man kann nicht leugnen, daß es augenblicklich den Verbündeten betrüblich geht. Kowno und der russische Rückzug ist nicht die Hauptsache. Niederdrückend sind in erster Linie die Verluste, die die Deutschen der englischen Flotte fortdauernd zufügen. Die moralischen Wirkungen ihrer Ueberrumpelungen der englischen Flotte sind sicher recht bedeutend und höchst beschämend für das Prestige der britischen Flotte. Auch die Luftbombardements sind für die Verbündeten unbehaglich. Wo bleiben nach einem Jahr Krieg die englischen Luftschiffe und die französische Luftflotte, die sich ebensogut über Berlin und Köln zeigen könnten, Nie die deutschen über London? Ueberall sieht man deutsche Initiative, so glanzvoll und so sicher, daß man in einen Ruf des Erstaunens ausbreche. möchte. Die anderen Parteien haben derartiges nicht— oder nur ausnahmsweise— aufzuweisen. Ueberall sind die Deutschen der angreifende Teil und benutzen die Gelegenheit, ihre glänzenden Eigenschaften zu entwickeln. Das Geheimnis der großen deutschen Siege ist offenbar in dem Mißverhältnis zwischen Deutschlands geistiger Entwicklung und derjenigen seiner Widersacher zu suchen. Gewiß sind in diesem Kriege die Stärkeverhältnisse sehr ungleich. Aber je länger der Krieg dauert, desto mehr erkennt man, daß die augenblicklichen Erfolge der Deutschen zu einem siegreichen Ende führen müssen. Man muß fast glauben, daß es überhaupt auf der Welt nichts gibt, was dem deutschen Militärwesen widerstehen kann. Möglicherweise hatten die Engländer recht, als sie einen zwei= bis dreijährigen Krieg prophezeiten; aber ein Ideal für England ist doch ein so ungeheurer Krieg nicht. Vor allen Dingen steht man jetzt vor der Aufgabe, die Deutschen aus den besetzten Gebieten herauszutreiben. Ist die Lösung dieser Aufgabe überhaupt möglich? Sind diese Pfänder in Deutschlands Händen nicht allein schon eine Entscheidung? Diese verzweifelte Lage der Verbündeten ist das Ergebnis deutscher Vorbereitung und deutscher Tüchtigkeit. Die Russen in Ostgalizien. :: Aus Budapest wird der„B. Z. am Mittag“ gemeldet: In jenen Stellen von Galizien, wo noch russische Truppen stehen, herrscht verhältnismäßig Ruhe. Sowohl an der Zlota=Lipa wie am Dujestr haben die Russen zwar versucht, unsere Front durch kleinere Angriffe aus dem Gleichgewicht zu bringen, aber alle ihre Unternehmungen scheiterten vollkommen. Durch Gegenstöße haben wir den Feind allenthalben in seine ursprünglichen Stellungen zurückgeschlagen, so daß wir an den beiden genannten Flußläufen alle jenen wichtigen Uebergangspunkte, die wir seinerzeit den Russen abnahmen, in Händen haben. Die Kommandostellen der russischen Grenztruppen haben infolge des Verlaufes der Kämpfe in Polen schon in der vorigen Woche die russischen Zivilverwaltungsbeamten, die für die besetzten Gebiete ernannt waren, von ihrem Posten enthoben und ins Hinterland geschickt, so daß nun die russischen Offiziere die Zivilgeschäfte mitversehen. Riga in Erwartung deutscher Angriffe. :: Die Londoner Zeitung„Daily News“ meldet aus Petersburg: Die Anzahl der noch in Riga verbliebenen Zivileinwohner dürfte sich auf höchstens 30000 belaufen. Es sind dies nur Bewohner des rechten Ufers der Düna. Die links der Düna liegenden Stadtteile und alle Vorstädte sind völlig verödet. Man erwartet ein gleichzeitiges Vordringen der Deutschen von der See= und von der Landseite. Vom Meere aus ist in den letzten Tagen häufig schwerer Kanonendonner hörbar gewesen. Täglich überfliegen von Tukkum aus Zeppelinluftschiffe und Flugzeuge die Stadt. Die Flieger werfen jedoch keine Bomben, sondern unternehmen nur Aufklärungsfahrten. Sie fliegen sehr hoch, so daß sie sich außerhalb des Feuerbereiches der russischen Ballonabwehrkanonen befinden. Der Feind hat an verschiedenen Stellen die Misse überschritten. Russischer Rückzug hinter die Beresina? :: Die Londoner„Morninapost“ melt Die Cochter des Freiherrn. Roman von F. v. Nauenheim. 43 Der junge Freiherr stützte den Kopf in die Hand und ein schwerer Seufzer hob seine Brust. Er verdammte seine Feigheit, die ihm damals den Mund verschlossen hatte. Da er nun einmal um die Erbschaft gekommen war, hätte er sich nicht weiter um des Onkels Gunst bemühen, sondern sich energisch auf eigene Füße stellen sollen, vielleicht auch, so argumentierte er heute, würde sein Onkel, wenn er den Mut zu seinem Bekenntnis gefunden hätte, ihn doch nicht verurteilt, sondern ihm einen rettenden Ausweg gezeigt haben und er würde nicht unter dem Joche seiner unglücklichen Ehe schmachten. Wenn er aber so lange feige gewesen, so wollte er endlich die Wahrheit gestehen, seine Tochter, seine arme, kleine Paula, m ihre Rechte einsetzen, den ihr gebührenden Namen geben. Energisch blitzten seine Augen und stolz hob er den Kopf. Sobald wie möglich wollte er mit Gisela sprechen, an ihr Frauenherz apellieren, seinem Kind, — Mutter sein zu wollen? Freilich, eine Mutter wie Frau Therese würde sie der armen Kleinen wohl nie sein. Er schrieb einen langen Brief an Frau Therese, in dem er seines Vorhabens Erwähnung tat, bat sie, sein süßes Mädchen tausendmal von ihm zu küssen, und während er schrieb, kam ihm urplötzlich und zum ersten Mal— die Idee, sich vorerst seiner Tante Emilie, die ihm doch vom Anbeginn ihrer Verwandtschaft mit ihm so gütig gesinnt war, anzuvertrauen, und er begriff nicht, daß er nicht längst auf diesen Einfall gekommen war. Aber so geht es ja oft im Leben, daß man gerade auf das Einfachste, Nächstliegende zuletzt verfällt. Es wurde ihm förmlich leicht ums Herz bei diesem Gedanken und er schrieb noch zur Stunde an Oukel Ferdinand und Taute Emilie, daß er diesem Brief„auf dem Fuß“ folgen würde. Daß die Ankündigung eines Besuches auf dem stillen Mühlheim, zu einer Zeit, wo in Wien die Hochsaison war, einiges Befremden hervorrufen mußte, dachte er sich schon, doch irritierte ihn dies nicht im mindesten, was aber seine eifersüchtige Gemahlin betraf, so würde auch sie darin, daß er seine Verwandten, die er schon über ein Jahr nicht gesehen, besuchen wollte, nichts finden können.— „Meine liebe Gisela, ich hoffe, Du wirst nichts dagegen haben, wenn ich wieder einmal einen kleineu Ausflug nach Schloß Mühlheim unternehme, wandte sich Hubert am nächsten Morgen während des gemeinsamen Frühstücks an seine Frau, die mit finsterer Miene aufschaute. „Welch ein Einfall. Was machst Du denn jetzt dort, wo alles noch voll Schnee und Eis liegt?“ murrte sie. „Nun, ich möchte Onkel Ferdinand und Tante Emilie sehen, dieser Wunsch hat doch nichts mit dem Wetter zu tun.“ „Gottvoll! Diesen liebenswürdigen Onkel, der ohne Rücksicht auf Dich zu nehmen, eine Komödiantin—“ „Nicht doch, meine Liebe,“ unterbrach Hubert sie ziemlich schroff.“ er heiratete die verwitwete Generalin von Hollenau. „Ah. Pardon, ich vergaß,“ spottete sie, nervös mit einem kleinen Messerchen spielend.„Nun, wenn Dich Dein Herz auf einmal dorthin zieht, verbieten kann ich Dir die Reise natürlich nicht. Warum lachst Du?“ brauste sie plötzlich auf, als sie ein seltsames Lächeln seine Lippen umspielen sah. „Erlasse mir eine Autwort auf diese Frage!“ „Nein, ich muß es wissen!“ „Muß? Du scheinst wieder einmal zu vergessen, daß ich kein„Knabe“ bin, mit dem man in solchem Ton sprechen darf, und dann, ich habe nicht gelacht, zorniger Bewegung, trotzdem er sich zu beherrschen suchte, gelang ihm dies nicht, schob er seinen Sessel vom Tische zurück und griff nach den Zeitungen. „Wann willst Du reisen?" fragte sie, einlenkend, wie sie immer tat, wenn sie ihn in Zorn gebracht. „Heute, mit dem Schnellzug zehn Uhr zwanzig.“ „Und wie lange gedenkst Du dort zu bleiben?“ „Das kann ich nicht bestimmt sagen. Also, lebe wohl!“ Er wollte sich mit einer Verneigung entfernen, sah sie eilends sich ihm nähern und fühlte, wie sie mit dem ihr eigenen Ungestüm die Arme um seinen Nacken schlang. „Ach, Hubert, Geliebter, warum läßt Du mich so leiden?“ „Ich Dich? Welch eine Einbildung! Bist nicht Du es immer, die Unfrieden in unser Leben bringt“ Und sanft sich aus ihren Armen freimachend, trat er zurück. „Du liebst mich nicht,“ murmelte sie, seine schöne Gestalt mit liebem Blicke umfangend. Stumm wandte er sich, müde dieser ewig widerkehrenden Klagen, zum Gehen, und sie sank wie stets nach solchen Szenen und, ohne daran zu denken, daß jemand von der Dienerschaft sie so finden könnte, wild aufschluchzend in den nächsten Fauteuil. So fand sie Frau von Ermeth, die sie, nachdem sie sie einige Minuten mißbilligend betrachtete, anrief. „Ich verstehe Dich wirklich nicht, Gisela. Willst Du Euren Zwist zum Gespräche in der GesindeRube machen? Du benimmst Dich wie eine kleine Bürgersfrau. Wohin ist Dein einstiger Stolz, Dein stolzes Selbstbewußtsein gekommen?" „Du hast recht, Taute, aber meine Liebe ist stärker als alles andere, sie hat mich schwach und feige gemacht,“ stammelte die junge Frau, mühsam sich erhebend. „Schau Dich nur einmal an, Gisi, wie Du verändert bist! Deine tolle Eifersucht zehrt an Dir, hat Deine Gestalt mager. Deine Wangen bleich und den einst stolzen Blick Deiner Augen unstät gemacht und es ist nur zu begreiflich, wenn Dein Gemahl an Deinem Aublick keine Freude findet; er selbst, jung und von blühender männlicher Kraft und Schönheit.“ „Schweige!“ schrie Gisela gellend auf.„Du machst mich wahnsinnig mit solchen Worten.“ „Wahnsinnig wirst Du Dich selbst machen, wenn Du Deiner blinden Leidenschaft nicht Herr zu werden versuchst. Komme lieber zu Gurer kleinen Gina.“ „Eurer Gina! Ist er ihr Vater? O, ich möchte schwören darauf, daß er nicht nach Mühlheim, sondern nach Arco fährt. „Er verreist?“ „Ja, heute, in einer Stunde.“ „Na, dann kann man ihn auch nicht zurückhalten. Aber komm' jetzt zuerst in Dein Schlafgemach, um die Spuren Deiner— wirklich nutzlosen Tränen zu tilgen! Die Dienstleute haben scharfe Augen, wo sie sie nicht haben sollen.“—— „Taute Emilie, Du weißt, daß ich Deine Freundschaft für mich wohl zu schätzen weiß und auf sie berufe ich mich jetzt, wenn ich Dich bitte, mir ohne Zeugen eine Unterredung zu gewähren," wandte sich Hubert an Frau von Thurau, die eben von einem ihrer Armenbesuche im Orte zurückgekommen war. „Aber gewiß, lieber Hubert,“ entgegnete Frau von Thurau mit ihrem liebenswürdigen Lächeln. „Wenn Du nach dem Diner in den blauen Salon kommen willst, wird es mich freuen. Es handelt sich hoffentlich nicht um Trauriges,“ setzte sie nach einem forschenden Blick in sein schönes Antlitz hinzu. „Nein, aber immerhin um etwas sehr Ernstes, liebste Tante.“ „Der Arme! Er wird sich gewiß in Geldverlegenheiten befinden und seiner stolzen Frau Gemahlin, was ich sehr begreiflich finde, nicht damit kommen wollen,“ sagte Frau von Thurau zu sich selbst. 27710 det aus Petersburg: Nach den retzten Meldungen setzt sich der Rückzug der russischen Armee bei Brest=Litowsk in östlicher Richtung sort. Der Rückzug ist wegen der vielen Sümpfe am Pripet außerordentlich schwierig und stellt an das Widerstandsvermögen und die Moral der russischen- Truppen außerordentlich hohe Anforderungen. Es steht jedoch nicht fest, ob der Rückzug genau in östlicher oder in nordöstlicher Richtung erfolgt ist, weil hierüber strenges Stillschweigen bewahrt wird. Es folgt jedoch hieraus, daß die russischen Truppen bezw, ein Teil derselben hinter der Beresina Stellung nehmen werden, und man rechnet damit, daß sich Brest=Litowst noch einige Tage halten werde. Dieser kurze Zeitraum glaubt man, werde genügen, die russischen Heere vor einer Umzingelung von Norden und Süden durch Mackensen und Hindenburg zu bewahren. Sonstige kriegsnachrichten. Der Erfolg des let##en Zeppelinangriffs auf Lendon. :: Ein aus London nach Basel zurückgekehrter Mitarbeiter der Baseler„Nationalzeitung" bestäligt, daß der Angriff der Zeppeline auf London beträchtlichen Schaden angerichtet het, namentlich in dem Viertel der Docks im Osten, wo eine Anzahl von Häusern zerstöet worden sei. An jenem Abend habe man in diesen Vierteln überall den Schein brennender Häuser gesehen. hätten die Zeppeline nicht Stadt verdunkelt war; man Surren der Propeller geDie Bewohner gesehen, da die habe nur das hört. Die aus in=Inrcht in London. :: Ein ans London zurückgekehrter Mitarbeiter der„Neuen Zürcher Zeitung“ gibt folgendes Bild von der Zeppelinfurcht, die die englische Hauptstadt beherrscht: Die Museen sind offen geblieben, die kostbarsten Stücke und Gemälde hat man indessen in Sicherheit gebracht, um sie vor den Zeppelinen zu schützen. Es ist ein bedrückendes Gefühl, die Nationalgalerie von allen Meisterwerken entblößt zu sehen. In jedem Saal befindet sich jetzt ein Wasserbehälter und in den Ecken stehen Eimer, die mit Sand gefüllt sind. Das gleiche ist für die Tate=Galerie angeordnet. In der„Wallace Collection“ ist fast nichts übrig geblieben. In dem Britischen Museum sind die kostbarsten Sammlungen in Sicherheit gebracht. Serbien und die Gebietsabtretungsforderung des Vierverbandes. :: Nach einem Bukarester Telegramm der„B. Z. am Mittag“ votierte die serbische Skuptschina mit 103 gegen 24 Stimmen der Regierung das Vertrauen und ließ ihr in der mazedonischen Frage freie Hand. — Die serbische Volksvertretung hat demnach davon abgesehen, ihre Gesamtmeinung über die Forderungen des Vierverbandes in einem Beschlusse niederzulegen. Ueber die Beratungen der geheimen Sitzung, die mit dem Vertrauensvotum und unbeschränkter Vollmachtserteilung an den Ministerpräsidenten Pasitsch endeten, liegen Berichte bisher nicht vor. Wahrscheinlich hat aber auch in der Skuptschina wie in der öffentlichen Meinung SSerbiens die Abneigung gegen Gebietsabtretungen an Bulgarien Überwogen. P###fitsch seil hatte ein Eingehen auf die Forderunge: der Entente beantragt, aber nur soweil es die serdischen Lebensinteressen zuließen“. In dieser Politik Pasitsch spielt auch ein Rückversicherungsvertrag zwischen Cerbien und dem Viermächtebund eine Rolle. In bulgarischen Regierungskreisen hält man es für ausgeschlossen, daß Serbien die von der Entente gestellten Forderungen erffüllen werde. Eitler Siegesjubel in Frankreich. :: G e s t ü t z t a u f d i e r u s s i s c h e n G e n e r a l stobsberichte und englische Blättermeldungen, wonach die Seelämpfe in der Bucht von Riga mit dem Rückzug der deutschen Flotte geende:-hülen, werche ein Großkampfschiff, zwei Kreuzer und mindestens icht Torpedoboote verloren haben soll, feiert die französische Presse den großen Sieg der russischen Marine. Diese Niederlage sei schlimmer als die bei den Falklandsinseln und werde von großem Einfluß auf die weitere Kriegführung in Rußland sein. Der Temps“ jubelt, der deutsche Vormarsch nach Lekersburg sei für lange Zeit unmöglich geworden, und fragt, wo die Deutschen jetzt noch in Rußland Erfolg hoffen könnten, welcher sie von dem russischen Drucke befreie. Auf der ganzen Front in Rutzland seien die Deutschen aufgehalten. Dieser Siegesjubel wird an den nackten Tatsachen, wie sie durch W.T.B. auf Grund von Mitteilungen aus zuständiger Quelle #eschildert wurden, natürlich nicht das geinoste ändern können. Mit so kindlichen Gaffen, wie die Russen sie jetzt in ihrer Berichterstattung anwenden, ist unsere Ostseeflotte wirklich nicht aus dem Felde zu chlagen, und wenn sie schon deutsche Kreuzer und Linienschiffe zerstören wollen, dann werden sie doch noch etwas stärkere Kräfte aufwenden müssen, als ihnen bei den Vorpostenkämpfen in der Rigaer Bucht zur Verfügung standen. Allerdings hatten sie wohl neben ihren eigenen Schiffen auch englische Unterseeboote zur Seite, und auf englische Einflüsterungen ist es deshalb wohl auch zurückzuführen, daß die Erfolge in diesem Seegefecht jetzt so fürchterlich aufgebauscht werden. In Wahrheit bleibt es dabei, daß drei deutsche Torpedoboote Schaden genommen haben— von Unversehrtheit der sonstigen Bestandteile unserer Ostseeflotte werden sich die Russen und Engländer gewiß noch zu überzeugen Gelegenheit erhalten. Neue U=Boot=Beute. Lloyds meldet: Der Dampfer„Silvia“ wurde versenkt und die Bemannung gerettet. Versenkte Fischdampfer. ::„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ meldet aus Ymuiden: Das holländische Fischerfahrzeug„Olympie“ landete vier Mann der Besatzung des englischen Fischerdamp= sers„Boypert“ aus Lowesstoft, der Montag nachmittag von einem deutschen Unterseeboot versenkt wurde. Aus Hull meldet Reuter, daß der Fischdampfer dore Boyle“ versenkt wurde. Neun Mann wurden gerettet, drei werden vermißt. * Ungefähr tausend Farmer deutscher Abstammung, die bei Ausbruch des Krieges aus Kanada ausgewiesen wurden, treffen Anstalten, bei Santa Fe in Neu=Mexiko eine deutsche Farmkolonie namens Hindenburg zu gründen. * aEin Bruder des Königs von Serbien, Prinz Arsen Karageorgiewitsch, ist bei den Kavalleriekämpfen zwischen Narew und Bug schwer verwundet worden. Er wurde nach Kiew gebracht. 6661 * Zum Jahrestage der siegreichen Schlachten bei Longwy, bei Metz, am Lemois und an der Maas hat der Kaiser an den deutschen Kronprinzen, den Kronprinzen von Bayern und den Herzog Albrecht von Württemberg Telegramme gerichtet, in denen er den drei Heerführern den Orden Pour le merite verleiht. * D e r f r ü h e r e n a t i o n a l l i b e r a l e R e i c h s tagsabgeordnete Hermann Schmid ist seinen Wunden erlegen. Er vertrat von 1909 bis 1912 Engen—Konstanz im badischen Landtag und von 1911 bis 1912 KonstanzUeberlingen im Reichstage. Veimischtes. * Großfener in einer Oelfabrik. In den Fabrikanlagen der Oelfabrik G. Schicht 9*= an dar Elha gariet ges noch in Aussig an der Eide gerier aus noch unbekannter Ursache die Oelreinigungsanlage in Brand, und in wenigen Augenblicken stand ein Gebiet von etwa 1000 Geviertwetern in Slanzpen. Dod Hexeicghsrd e,Maße1 der alten Handlung gegeben. Seitdem wirs vorhandenen Leivorraten„reichliche„Atab, in Gesellenvereinen, bei den Wundervögenn und auch in den Familien eifrig Kaspar Form auch im Felde Triumphe zu feiern. Die plattdeutsche Vereinigung„Quickborn“ schreibt hierzu: Der brave Kaspar, der schon mit Recht von sich sagen konnte:„Nu is mien letztes Butterbrod smeort!“ ist seit einigen Jahren zu neuem Leben erwacht. Johs. E. Rabes prächtige Kasparmonographie mit angehängten alten Szenen hat: die Anregung zu neuer Beschäftigung mit rung, so daß sich die verschiedenen Feuerwehren darauf beschränken mußten, die angrenzenden Fabrikanlagen vor dem Uebergreifen des Brandes zu schützen. Fortwährend erfolgten Explosionen, doch sind Menschenleben nicht zu beklagen. * Ein italienischer Dampfer gestrandet. Aus Ceuta meldet die„Agence Havas“: Der italienische Dampfer„Dumare“ ist infolge von Nebel bei Punta al mine gestrandet. Die Lage des Dampfers ist kritisch; die Besatzung ist ans Land gebracht worden. * Bootsunglück. Bei einer von drei jungen Leuten auf dem Klostersee bei Karthaus unternommenen Segelpartie kenterte ein Boot infolge eines böigen Windstoßes. Zwei der Insassen, der Postassistent Richter und der Postaushelfer Schimichowski, ertranken; der dritte konnte sich durch Schwimmen retten. * Pilzvergiftung. Ueber einen Fall von schwerer Pilzvergiftung, dem bisher fünf Menschenleben zum Opfer gefallen sind, wird dem„Posener Tageblatt“ aus Bojanowo gemeldet: Die Restaurateursfamilie Rentel, am Markt— der Mann steht im Felde, in Rußland—, hatte sich selbst in öer umgegeno Pilze gesucht und sie am Mittwoch gegessen. Am Donnerstag erkrankten aus der Familie sieben Personen an Pilzvergiftung: Frau Rentel, deren eine Cousin und zwei Kinder, außerdem das Kindermädchen und das Küchenmädchen. Im Laufe des Donnerstags und Freitags hat das Verhängnis bereits 5 Opfer gefordert. Es starben: die beiden Kinder, die Cousine und die beiden Dienstmädchen, b###d# noch iun2e den Kinderjahren eben beides noc, fnhe ee un Hamlgl und erst entwachsene Mädchen. Frau nentel und deren Mutter ringen ebenfalls mit dem Tode. ** Berlin—Warschau. Durchlaufende DZüge zwischen Berlin und Warschau werden in kurzer Zeit eingerichtet werden. Unmittelbar nach der Besetzung Warschaus hat unsere Eisenbahnverwaltung Verhandlungen eingeleitet, um eine Schnellzugsverbindung mit der Hauptstadt Polens herzustellen. Die Vorbereitungen sind soweit gediehen, daß der Minister der öffentlichen Arbeiten soeben die Einlegung von Tagesschnellzügen zwischen der Berliner Stadtbahn und Warschau genehmigen konnte. Sie werden voraussichtlich vom 15. September an verkehren. Die Züge werden auf dem neuen und türzesten Weg über Kalisch und Lodz laufen. Der Weg wird in ungefähr 13¼ Stunden zurückgelegt. Auf polnischem Gebiet werden die Züge auf alle Fälle in Kalisch, Lodz und Lowitsch halten. Sie führen alle drei Klassen sowie einen Speisewagen. ** Gute Tabakernte in Süddeutschland. Die Tabakernte in Süddeutschland, die jetzt begonnen hat, liefert sehr befriedigende Ergebnisse. In Baden, Württemberg, im Elsaß und in der Rheinpfalz ist die Quantität wesentlich größer als im Vorjahr. Fortdauernde Niedersch'äge förderten das Wachstum außerordentlich. In der Haardt fügten kürzlich Hagelschläge der Tabakernte einigen Schaden zu. tk. Niederdenischer Humor im Felde. Der brave Kasper, die volkslümliche Marionettenfigur, scheint in seiner niederdeutschen und auch in den C... Humtig gespielt. Und wenn die alte, vonlsinmiiche Figur im Straßenlärm der Städte nicht mehr recht durchdringen konnte, da hat sie sich in zahlreichen engeren Kreisen immer neue Freunde erworben. Kein Wunder, daß sie auch bei unseren Feldgrauen ihre Beliebtheit spieler, einen echten Hamburger. hat auch schon öfter Vorstellungen gegeden. Ich sah vor mehreren Wochen, als wir auch hier waren, wie die Pioniere an einer Schnitzbank die Figuren anfertigten. Der Aufführung konnte ich leider wegen anderweitiger Inanspruchnahme pecgt Hoßggppest Die Mannschaften Gogten„des„orin gef. über die spatzigen Sachen.— Wie ix.. gien, so wurde auch in Nordfrankreic, eine Sehnsucht nach dem heimatlichen Spaßmacher rege. Seinen Kameraden kam der jetzt dort stehende bekannte Kieler Lehrer und Volkskundler G. F. Meyer zu Hilfe mit einer Bitte an den ersten Vorsitzenden der Vereinigung„Quickborn“ in Hamburg um die Ueberlassung von Kaspertexten. Der Bitte wurde entsprochen mit alten Texten aus Rabes Buch und mit neuen vom„feldgrauen Kasper“, die für die schrieben waren und inzwischen errgcnett in einem Hamburgu der alten wie der neuen den. Die Kasperbuden werden in den Ungräben. Bei Märschen werden die Putzhen in den Tornistern mitgenommen. So w#### niederdeutscher Volkshumor sich mitten im Kriege und im Angesicht des Feindes durch(I. Eine hübsche Verdeutschung. So löblich die Bestrebungen der Behörden sind, im Verkehr und im Leben der Straße entbehrliche fremdländische Ausdrücke nach Möglichkeit durch deutsche zu ersetzen, so muß doch schließlich das Beste hierzu von der Bevölkerung selbst ausgehen, indem je einzelne Gewerbetreibende sich bemüht, im Umkreise seiner Tätigkeit gute deutsche Beziehungen für das zu finden, was bisher mit fremdem Worte ausgedrückt wurde. Ein hübsches Beispiel davon, wie man's machen soll, hat nach dem„Konfektionär“ ein liner Geschäft gegeben. Es ist eines von jenen, die sonst sich nicht anders als„Modesalon" oder„Moden=Atelier" nennen zu können glaubt. Die beiden Schwesterg aber, die das Geschäft führen, haben sich entschlossen, es nunmehr Schwestern X.“ zu nennen. Mit dieser Bezeichnung ist wirklich alles gesagt, was gesagt sein soll, und uns dünkt, daß„die deutsche Putzstube“ nicht nur anschaulich ist, sondern auch gemütlich klingt. Ein leichter, biedermeierischer Beigeschmack wird dieser neuen Bezeichnung bei der### liebtheit, die der sogenannte Biedermeiet til jetzt vielfach genießt, auch nichts schaben ihn sogar noch ausgenutzt, ihre Putzstube ein wenig im Geschmack von Großmutters Zeiten ausstattteten. ∆###;: Jreisierrn, nisse waren wenig aussichtsreich, ich war noch Die Cochter de9 gteche jung, gewöhnt an ein sorgenloses Dasein und mit S(der Aussicht— ua das hat nicht sollen sein; aber Roman von F. v. Nauenheiin. 42 ich hätte mich wohlin alles hineingefunden, wenn Nach dem Diner, das die beiden, da der Ba= nicht die Kleine, für die ich doch sorgen mußte, geron an diesem Tag auswärts war und erst abends wesen wäre.“ erwartet wurde, allein eingenommen hatten, nahm!„Und wann wirst Du Gisela davon sagen die Schloßfran den Arm des jungen Mannes und lud ihn ein, in ihrem Salon den Kaffee zu nehmen und dort die ihm am Herzen liegende Angelegenheit ungestört ihr vorzutragen. „Wie gut Du bist, Taute Emilie!“ rief Hubert, ihr die Hand küssend, aus und dann gingen sie Arm in Arm hinüber nach dem blauen Salon, wo sie in der Nähe des eine behagliche Wärme ausstrahlenden kostbaren Ofens Platz nahmen. „Also, mein lieber Hubert, beginne! Meines Interesses für Deine Mitteilungen darfst Du sicher So erzählte denn der junge Freiherr zum zweiten Mal die Geschichte seiner ersten Ehe,.wobei ihm Frau von Thurau ebenso teilnahmsvoll lnnschte, wie Frau Therese es getan. messen, Tag und Stunde zur Rücksprache mit Onkel Aber denke Dir, wenn diese Frau nicht gestorben „Sobald als möglich, denn ich sehne mich danach, mein Kind frei und offen vor aller Welt an„Und wenun sie Paula nicht aufnehmen will, was ich, wie ich ihren eigentümlichen Charakter kennen gelernt habe, fürchte, dann bringst Du sie zu uns, Hubert." „O Taute, ich muß ehrlich sagen, daß ich Dich darum bitten wollte! Aber ob Onkel Ferdinand auch damit einverstanden wäre?“ „Er wird es sein, denn er denkt über manche Dinge anders, als früher.“ „Was ohne Zweifel Deinem guten und sanften Einfluß zuzuschreiben ist, liebe, teure Tante," sagte, ihre Hand beinahe andächtig küssend, der „Die arme Kleine 1 Nur ein Glück, daß sie in Die arme Kleine! Nur ein.„umen ist G. die Häude einer solchen Frau gerommen ir. Es hätte ja auch ganz anders kommen können. Mein Gott, wenn Du früher Vertrauen zu mir gefap. hättest, glaube mir, es wäre für—“ Sie hielt inne, doch Hubert verstand sie sehr wohl. „Für mich besser gewesen, sprich es nur aus, liebe Tanie, denn ich wäre dann nicht an eine Frau gekettet, an deren Seite mir das Leben zur Hölle wird," stieß er zwischen den Zähnen hervor. „Hubert!“ rief die Freifrau erschrocken aus. Er nickte nur stumm mit dem Kopse. „Ja, Taute, es ist so,“ sagte er dann mit leiser, monotoner Stimme,„aber auch ich trage Schuld an meinem heutigen Elende, denn ich hätte mich auf eigene Füße stellen sollen, statt einer reichen Frau Mann zu werden und mich dadurch zu ihrem Sklaven zu machen. Doch meine Verhältmir leichter ums Herz, nun, da ich mein armes kleines Mädchen auf jeden Fall geborgen weiß. Aber, liebe Tante, etwas liegt mir noch auf dem Herzen.“ „Uno das wäre.“ „Paulas Ziehmutter hängt auch mit wahrhaft mütterlicher Liebe an ihr und—“ „Ich verstehe; auch sie kann also auf Mühlheime bleiben.., 47. 9 „Wo sie sich gemiß mit kansend Freiben unglsch machen würde.“ 6.66 „Also wäre ja allen Teilen geholfen,“ rief die Schloßherrin heiter aus.„Doch sleh, da kommt Onkel Ferdinand zurück. Willst Du, daß ich ihm heute noch alles mitteile, Hubert?“ „Nein, nein, Tante, ich bin froh, daß Du eingeweiht bist, und überlasse es ganz Deinem ErFerdinand zu wählen.“ „Das wird geschehen; nun aber, lieber, junger Freund, fort mit der tragischen Miene. Sollte auch mein Herr und Gebieter zuerst ein wenig aufbrausen, so werde ich mich nicht einschüchtern lassen, denn schließlich ist er doch kein Barbar.“ „Und Du, Taute, bist das Ideal von einer „Weißt Du nicht Hubert, daß ich eigentlich verpflichtet bin, für Dich einzutreten, da doch ich bin—“ „Still, still, Tante! Davon kein Wort mehr!" unterbrach sie der junge Freiherr lebhaft.„Das ist vorbei und Du solltest doch schon wissen, wie teuer Du mir längst geworden." „Rasche, feste Schritte näherten sich der Tür und Baron Ferdinand von Thurau, den sein Eheglück förmlich verjüngt hatte, überschritt, heiter grüßend, die Schwelle.— Zwei Tage nach dieser Unterredung zwischen Taute und Neffen gab Baron Ferdinand nach Aufhebung der Mittagstafel dem jungen Freiherrn ein Zeichen, ihm zu folgen. „Nur Mut! Es wird sich alles nach Wunsch machen,“ ramte die Baronin Hubert leise ins Ohr. „Also von Dir hört man nette Sachen,“ fing Baron Ferdinand, nachdem beide Platz genommen hatten, mit einem Auflug seines einstigen Sarkasmus zu reden an.„War dieser Mensch schon einmal verheiratet, ist Vater eines kleinen Mädels, schweigt sich darüber gründlich aus und erinnert sich erst jetzt, daß es Zeit zum Geständnis wäre. 36 am „Lieber Onkel, wennn ich bamals geschwiegen, 10— „So hattest Du Deine Gründe und ändern läßt sich's ja nicht mehr," unterbrach der alte Herr. „Da die Kleine, Deine legitime Tochter, also eine Thurau ist, mag Dit diese erste Heirat, die wäre, in welche Kalamitäten hätte da mein lieber Herr Neffe kommen können. Diese Paula mag ja eine ganz nette Person gewesen sein, keinesfalls aber die passende Gemahlin für einen Freiherrn von Thuran und glaube mir, Du selbst würdest bei langer Dauer der Ehe Deinen Schritt schwer bereut haben. Hoffentlich gerät die Kleine Dir und nicht ihrer— ihrer bürgerlichen Frau Mama nach. Wer waren denn eigentlich ihre Eltern? Meine Frau sagte über diesen Punkt nichts.“ „Herr Fels war Postamtsdiener.“ Postamtsdiener!" Der alte Edelmann schlug wie im hellsten Entsetzen die Hände zusammen. „Und„so etwas“ konntest Du, der anspruchsvolle Mensch, heiraten!" „Wir liebten uns und Paula war mir wie ein Engel,“ sagte Hubert, der allmählich aufing, nervös zu werden. „Das hättet Ihr jatun können nach Herzeuslust, aber heiraten? Ein Postdiener, dem man Trinkgelder in die Hand drückt— des Freiherrn von Thurau Schwiegerpapa— unsaßbar?“ „Paula war bereits Waise, als sie meine Frau wurde, und eine Schande wär's schließlich auch nicht gewesen; wenn ich übrigens gewußt hätte, lieber Onkel, daß Du meine Mitteilung in solcher Weise aufnehmen würdest, dann—“ „Aber zum Kuckuck, mach' mich nicht noch nachträglich wild! Verlangst Du am Ende, daß ich vor Freude über eine solche Verwandtschaft einen Luftsprung machen soll?“ „Nein, Onkel Ferdinand, das nicht, wohl aber habe ich doch mehr Verstündnis zu finden gehofft," entgegnete Hubert kühl.„Taute Emilie wenigsteus ließ mich auf derartiges hoffen.“ „Ach geh! Frauen schwören ja in der Regel für solche romantische Dinge; die Deine freilich wird, wie ich fürchte Dein Geständnis kaum mit Guthusiasmus aufnehmen.". 227,16 eine Thurau ist, mag Die diese erste Heirat, die Enthusiasmus aufnehmen. 2 aber jedenfalls eine Torheit war, verziehen sein.! Huberts Hand zerrte unmutig am Bart. 1 9-eg a „TT . 9• O7- 1 F 27— #DEE. Ans ann„a" S## SSSSSS-BSSES, S * S S SSG58-—SS5gEEg SOgüyOoSG“ : à SuWuTENE S ESSDRRESoODETPDTSSRSOSEOEGEG „ „„" SET TTSRSES! Nr regung, welche die bevorstehende Hochzeit für die Braut mit sich bringt!“ „Die Hochzeit hätte schon übermorgen stattfinden sollen?“ Hauptmann nickte. „Das wriß ja Lisa! Alle Vorbereitungen waren getroffen. Für morgen erwarteten wir die wenigen Gäste. Rudolf konnte in seiner grenzenlosen Glückseligkeit kaum den Tag erwarten. Rose dagegen hütte die Hochzeit wohl gern noch ein wenig hinausgeschoben; am liebsten wäre es ihr gewesen, den Winter über noch bei mir bleiben zu dürfen. Mädchengrillen— natürlich! Ich selbst stimmte dem Bräutigam bei und hoffte, daß in dem Glücke einer jungen Ehe ihre nervöse Stimmungen bald verschwinden würden. Und so sprach ich ein Machtwort und bestimmte selbst den Tag!“ (Fortsetzung folgt.) □ Dumor. Höfliche Abwehr.„Sie werden sehr kahl, mein Herr,“ sagte der Friseur in besorgtem Ton zum Kunden. „Möglich," wehrte der Herr ruhig, aber entschieden ab, „doch auch Sie würden nicht frei sein von einer ganzen Anzahl von Mängeln, auf die ich Sie aufmerksam machen könnte, wenn ich persönlich werden wollte.“ 525-391 Schach. 2 R W E Bearbeitel von G. Schallopp. Aufgabe Nr. 421. Von L. Cimburek in Ricany(Böhmen). („Hampshire Post“ 1914.) Schwarz: 7 Steine. * 24 E D# 4% 5am 4 77 2 6 6 Päthg. SAlib. Weät ag 2 6ie 1#u a## 7 5½ a TiE eer Wrureh, Pep a de d„ 1 g h Weiß: 4 Steine. Weiß zieht an und setzt mit dem 3. Zuge matt. Nr. 424. Gespielt zu Helsingör am 22. November 1914. Schottische Partie. Weiß: I. V. Hansen, Helsingör. Schwarz: O. Meisling, Rungstedt. Weiß: 1. e2—84 2. Sgl—13 3. 42—44 4. Lfl—04 Schwarz: 67—05 Sb8—c6 e5X44 L18—65 ##—201.·S 90—99N+90—9C·7Pgp 420—800 S 9p—90M+·X/8A(1•7S•*•••1 49—300 10—101 ·s 99(90) 90—99M 490—138 3 90-92*• 434—7901 8 99—99M+10—1011·3 S—1(-ain 9—1g•3 bungolc) 20—90.1 „Nationaltidende" zieht §##t6 vor und empfichlt u Fortsetzung 5. 0—0 SI6 Xe4 6. Tf1—el 07—d5 7. Le4Xd5 DI8Xd5 8. Sb1— c3 175—35. Ene nähere Ausführung hierzu wird nicht gegeben. 5. c2—c3 Mit 5. 0—0 Sg8—f6 6. e4—e5 47—45 7. c5X16 d5 Xc4 8. Tfl—e1+ L48—66 9. S.3—85 kann Weiß in die Lange=Abelsche Wendung einlenken, die meist als für Weiß günstigangesehen wird. 5..... Sg8—16 Nun ist die Eröffnung auf die Hauptwendung der italienischen Partie überge gangen. 6. e4—65 Die andere Spielweise der italienischen Partie, die als sicherr gilt, ist 6. c3X44. Ob der Textzug wirklich so ungünstig für Weiß ist, wie „Nationaltidende“ ihn darstellt, mag dahingestellt bleiben. 6. 47—05 7. Lc4—b5 Sf6—e4 8. c3X/4 Le5—b6 9. LböXc6+ Warum so schnell abtauschen und dadurch dem Les auch den Ausgang nach a6 freimachen? 9.0—0 oder 9. Sb1—c3 oder 9. Lcl—3 verdiente doch wohl den Vorzug. 9..... b'Xc6 10. 0—0 f7—15 11. e5Xf6 D.i8Xi6 12. S13—e5 0—0 13. Lc1—e3 Lc8—.6 14. Se5—4 Auf 14. 7°fl— 1 folgt selbstverständlich Seixn. 14. Di6—. 4 15. g2—83 D1.4—13 16. TfI—el Ta8—es Schwarz ist nun gut entwickelt und hat das weit überlegene Spiel. 17. Le3—14 Besser ist 17. Sbl—c3, am besten aber vielleicht 17. 12—13(z. B. Se4—46 18. L/4—e5 usw.). 17.. La6—cS 18. S.4—65 Se4X12! Schwarz beschließt die hübsch gespielte Partie durch eine geist eiche und gläuzenke Opferkombination. 19. KsIX12 Dl. 3Xh220. K12—63 Auf 20. Kf2—13 folgt 87—85. 20..... TesXe5! 21. L/IX 5 Dh21222. K 3—43 T18—134und Schwarz gewann. Ein ver infachtes Operatinnsverfahren. Bei der letzten Versammlung der amerikanischen medizinischen Gesellschaft in Chikago erstattete Dr. Harold Foster aus Neuyork einen interessanten Bericht über eine eigenartige neue Operationsmethode zur Entfernung der Mandeln. In den meisten Fällen pflegte man bisher Mandeln durch eine besondere Schlinge zu beseitigen. Der amerikanische Spezialarzt verzichtet auf jede Hilfe durch Instrumente oder Vorrichtungen, und sein Verfahren ist in der Tat verblüssend einfach.„Ich lasse den Patienten einschlafen,“ so führte er im Verlaufe seines Berichts aus,„dann fasse ich die Rachenhöhle hinab, packe die Mandeln wie Krschen, ein kurzer Ruck— und alles ist vorüber. Die Operation dauert ungefähr 15 Sekunden. Aber man muß dabei über einen energischen Griff verfügen.“— Das Verfahren riecht etwas sehr nach Dr. Eisenbart. Amkliches Kreisblatt für den Kreis börde 92. Jabrgang O Gürs und ibchms La #s Liin 0 Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 199. Donnerstag, 26. August 1915. Untter katicher Figh Roman von M. Withe. (55. Fortsetzung.) effnen Sie mir oder kommen Sie sofort tonnte, heraus!" ertönte eine gebieterische weibliche Stimme, dieselbe Stimme, die Mascani vorher belauscht hatte.„Was haben Sie denn eigentlich angestellt? Und wo ist der Schlüssel? Ich sehe, daß er von drinnen aussteckt— wie haben Sie das fertig gebracht? Und was soll es heißen? Kommen Sie heraus, denn Herr Cornelli wünscht Sie au der Stelle zu sprechen!" „Weigern Sie sich!“ raunte Mascani seinem jungen Schützling zu.„Weisen Sie das Weib zurück!“ „Es ist zu spät," erwiderte Anita der draußen Stehenden.„Ich will heute nacht niemanden mehr sehen. Und ich werde Ihnen morgen früh erklären, welche Bewandtnis es mit dem Schlüssel hat.“ „Glauben Sie vielleicht, daß ich mich mit solchen Redensarten abspeisen lassen werde? Oeffnen Sie sofort! Haben Sie mich verstanden?" Sie hatte es fast überlaut geschrien und hämmerte nun mit beiden Fäusten gegen die Tür, daß das ganze Haus von dem Geräusch der Schläge widerhallte. Da klang von unten herauf eine dröhnende Männerstimme: „Lassen Sie sie, zum Henker, in Ruhe!— Das Mädchen wird bis morgen früh schon wieder zur Vernunft gekommen sein. Wollen Sie mit Ihrem Skandal vielleicht die Polizei alarmieren, Sie Narrin? Da— was habe ich Ihnen gesagt? Es wird ichon an der Haustür geklingelt. Kommen Sie herunter, um nachzusehen, wer da ist. Das Mädel wird mir schon Rede stehen, wenn ich es verlange.“ „Es ist Herr Cornelli, der dort spricht,“ wisperte Anita, und Mascani nicte. Seine Brauen hatten sich zusammengezogen, und seine Augen glitzerten. Er lauschte angestrengt und hörte jetzt von der Diele herauf ein Durchcinander von Stimmen, wie wenn mon dort in einer heftigen Auseinanders tzung begriffen wäre. Da er sicher sein konnte, daß die Frau sich längst entfernt hatte, drehte er behutsam den Schlüssel und öffnete geräuschlos die Tür. „Besorgen Sie nicht, daß ich sortlausen will." wandte er sich an An ta.„Aber wenn man mit Schurten zu tun hat, darf man nicht davor zurückschreuen, sie gelegentlich mit ihren eigenen Waffen zu belämpfen. Auf gut Deutsch gesagt, ich will versuchen zu horchen.“ Er schlich sich bis an die Treppe heran, von wo aus er die untere Diele zum guten Teil übersehen (Nachdruck verboten.) um so leichter, als unten das elektrische Litt angedreht und alles taghell beleuchtet war. Sein erster Blick fiel auf die Gestalt eines vierschrötigen Mannes, dessen Anblick ihn vor Ueberraschung erbeben ließ. „Also— was haben Sie mir zu sagen?“ schrie Hubert Corneli, der diesem späten Besutzer in sichtlicher Erregung gegenüberstand.„Vergessen Sie gefälligst nicht, daß wir uns hier in meinem Hause befinden, und daß ich darin tun und lassen kann, was mir gefällt.“ „Immer derselbe Lügner und Schwindler!“ erwiderte Volkhardt mit dem Tonfall der tiefsten Verachtung.„Haben Sie wohl je in Ihrem Leben anders als zufällig die Wahrheit gesprochen? Ihr Haus? Wie sind Sie denn zu diesem Hause gekommen? Was haben Sie dafür gezahlt? Wenn es mir jetzt einfiele, die Polizei zu rufen, würden Sie vermutlich in einige Verlegenheit geraten, Antwort auf diese Fragen zu finden.“„„ „Was kummert Sie das? Sagen Sie mir lieber, was Sie eigentlich von mir wollen!" „Sie werden es schnell genug erfahren. Wenn Sie glauben, daß ich mitten in der Nacht hierher gekommen bin, nur um mir das Vergnügen Ihrer Gesell.chaft zu verschaffen, so befinden Sie sich allerdings im Irrtum. Ich habe erst vor ganz kurzer Zeit erfahren, daß Sie sich hier in der Gegend befinden. Wenn es Ihnen in den Sinn gekommen wäre, mich au zusuchen——“ „Ich würde Sie binnen kurzem aufgesucht haben. Verlassen Sie sich darauf, Volkhardt!" „Wir lich? Nun, ich kann mir wohl vorstellen, in welcher Absicht Sie es getan hätten. Sie befinden sich zufänig in einer kleinen vorübergehenden Geldverl. genheit— nicht wahr? Nur für den Moment, denn in allernächster Zeit werden Sie selbstverständlich wieder über große Summen verfügen. Und wenn ich nur die Freundlichkeit hätte, Ihnen heute tausend Mark zu leihen, würden Sie sie mir bis zum Montag mit hundert Prozent Zinsen zurückerstatten. Irgend etwas Derartiges gedachten Sie mir doch wohl zu erzählen?“ „Nein, es wäre mir nicht im Traum eingefallen. Wenn ich diesmal zu Ihnen gekommen wäre, so wäre es geschehen, um Ihr Leben zu schützen.“ „Wirklich?“ höhnte Volkhardt mit schneidendem Sarasmus.„Und inwiefern wäre denn mein Leben eines Schutzes bedürstig? Vor welcher Gefahr hätte ich es denn zu hüten?" 8 2— * 30 S 8. „Oh, geben Sie sich keine Mühe, mir eine Komödie vorzuspielen. Ich weiß besser, wie es in Ihrem Innern aussieht. Sie zittern ja bei dem kleinsten Geräusch— Sie fürchten sich ja vor Ihrem eigenen Schatten. Sie haben nicht die kleinste Ahnung, woher jenes geheimnisvolle Geschoß genommen ist, das Ihnen beinahe das Lebenslicht ausgeblasen hätte, und Sie müssen darauf gefaßt sein, daß in jedem nächsten Augenblick ein anderes sein Ziel besser zu finden weiß. Ihr halbes Vermögen würden Sie dafür hingeben, wenn Ihnen diese Bergeslast von der Seele genommen würde— nicht wahr? Nun, und ich bin da, um Ihnen diesen Freundschaftsdienst zu erweisen. Ich will Ihnen Ihre Ruhe wiedergeben— oder ich wäre doch wenigstens in der Lage, es zu tun.“ „Daß Sie dazu imstande sind, weiß ich,“ lautete die kalte Erwiderung,„und eben diese Gewißheit ist es, die mich jetzt zu Ihnen geführt hat. Rufen Sie Anita Giovanni, und lassen Sie mich mit ihr sprechen!“ Cornelli pralite zurück, als ob ihm jemand einen Faustschlag mitten ins Gesicht versetzt hätte. Sein Gesicht war ganz lang geworden, und er starrte halbgeöffneten Mundes den Sprechenden an, als hielte er ihn für ein Gespenst. Sekunden vergingen, ehe er sich auch nur soweit gefaßt hatte, um eine stotternde Antwort herauszuwerfen. „Ich— ich verstehe Sie nicht.— Ich weiß nicht, wovon Sie reden. Was für eine Person ist es, die Sie hier bei mir vermuten?" „Strengen Sie sich nicht an. Ich meine, mich deutlich genug ausgedrückt zu haben. Und ich wiederhole mit allem Nachdruck:„Schaffen Sie das Mädchen unverzüglich zur Stelle, damit ich nicht gewungen werde, andere Mittel in Anwendung zu bringen.“ Hubert Cornelli stand da als ein lebendig gewordenes Bild des Jammers. All seine gewohnte Unverschämtheit hatte ihn verlassen. Er stammelte allerlei Unverständliches, was natürlich nicht geeignet war, eine Wirkung auf Paul Volkhardt zu üben, dem das Benehmen seines Schwagers sofort auch den letzten Zweifel genommen hatte. „Holen Sie das Mädchen!“ befahl er, und diesmal war etwas unheimlich Drohendes in seiner Stimme wie in dem stahlharten Glanz seiner Augen.„Wir wollen sehen, ob die Wahrheit aus ihr herauszubringen ist, oder ob Sie es schon fertiggebracht haben, sie ganz und gar zu verderben. Haben Sie denn wirklich geglaubt, Ihr Spiel mit mir treiben zu können, Sie armseliger Bursche? Wähnten Sie, den Ueberlegenen spielen zu können— Sie mit Ihrem ausgebrannten, von den Geistern des Alkohols umnebelten Gehirn? Wollten Sie sich wirklich mit einem Paul Volkhardt messen, Sie hohler Komödiant?“ Da endlich raffte sich der Verhöhnte und Beschimpfte zu einer Art von verzweifeltem Widerstand auf.„Warum nennen Sie sich nur Paul Volkhardt?“ rief er,„Sie könnten sich ja ebensogut zur Abwechslung mal einen andern Namen geben, den Sie mit demselben Rechte führen dürfen. Den Namen „Paul Creter" zum Beispiel.“ Wenn er gehofft hatte, damit eine niederschmetternde Wirkung zu erzielen, so sah er sich schmählich enttäuscht. Denn Volkhardt zuckte nur mit einer geringschätzigen Grimasse die Achseln. „Auch du also weißt es schon? Und du bildest dir vielleicht wer weiß was auf diese Wissenschaft ein. Aber sie hat wirklich keinen großen Wert, denn alle Welt scheint es ja bereits zu wissen. Und es macht mir blutwenig aus. Ob ich Paul Volkhardt oder Paul Creter bin, die Hauptsache ist doch wohl, daß ich das Geld von allen beiden besitze. Mit diesem Gelde stecke ich ja doch schließlich alles in die Tasche. Diese armen Aristokraten werden nichtsdestoweniger zu mir kommen, solange ich es will. Wenn ich ihre Schulden bezahle, kaufe ich sie mir alle— alle. Also wenn das eine Waffe sein sollte, so stecke sie nur getrost wieder in die Scheide, mein Lieber! Und laß dich nicht länger nötigen, das Mädchen herbeizurufen. Ich weiß ja, daß sie sich hier im Hause befindet. In der Tat setzte sich Cornelli gegen die Treppe hin in Bewegung; denn er strengte sein armes Gehirn vergeblich an, um einen Ausweg zu finden. Wenn er genötigt war, Anita vor die Augen seines Schwagers zu bringen und ihm eine Aussprache mit ihr zu ermöglichen, war es natürlich mit seiner Macht vorbei. Denn er konnte das Mädchen alsdann nicht länger als ein Werkzeug für seine erpresserischen Absichten benußen......— Garscharmgstem all. Mascani, der auf seinen Lunscherposten alles gehört hatte, fühlte aber nun seinerseits den Augenblick zum Handeln gekommen. Die Gefahr war in unmittelbare Nähe gerückt, und er war fest entschlossen, eine Begegnung zwischen Volkhardt und Anita zu verhindern. Es war ja vielleicht etwas schwierig, das zu bewirken; aber Mascani war nie in seinem Leben der Mann gewesen, der sich durch Schwierigkeiten von der Durchführung seiner einmal gefaßten Entschlüsse hätte Er schlüpfte also zurück in das Zimmer, in dem Anita geduldig und vertrauensvoll seiner Rückkehr gebarrt hatte.....„.„sut.— cher Ei. „Es wird bedenklich,“ flusterte er,„aber Sie brauchen sich nicht zu fürchten. Solange Sie unter meinem Schutz stehen, kann Ihnen nichts widerfahren!“ „Ich fürchte mich auch nicht, wenn Sie bei mir sind," erwiderte sie ruhig.„Denn ich weiß, daß Sie ein ritterlicher Mann sind.“..„ „Mein gutes Kind! Sie sprechen wie eine echte Tochter Ihrer Mutter, in deren Familie es nie einen Feigling gegeben hat.— Da unten ist ein Mann, der darauf besteht, mit Ihnen zu reden.“ „Es ist Paul Volkhardt! Ich erkannte ihn sofort an dem Klang seiner verhaßten Stimme.“ „Ganz recht! Sie scheinen also mehr zu wissen, als ich vermuten konnte. Er verlangt, Sie zu sehen. Aber das ist das allerletzte, was ich geschehen lassen möchte. Sie dürfen also nicht mehr hier sein, wenn der Bursche heraufkommt. Und da das Zimmer nur diesen einzigen Ausgang hat, bleibt kein anderer Weg als der durch das Fenster. Der Balkon ist glücklicherweise nicht sehr hoch über dem Boden, und wenn ich Ihnen behilflich bin, können Sie sich herunterlassen, ohne daß Sie fürchten müßten, Schaden zu nehmen. Sie haben doch wohl einen Mantel, in den Sie sich einhüllen können? So— und nun hören Sie! Wenn Sie in den Garten gelangt sind, so gehen Sie auf die Landstraße hinaus, und warten Sie dort auf mich. Ich weiß zwar in diesem Augenblick noch nicht ganz sicher, was ich mit Ihnen anfangen soll; aber wir werden einen Weg finden, darauf können Sie sich verlassen. Sie werden mir ja auch weiterhin vertrauen— nicht wahr?"„ Anita nickte nur; aber es war in ihren Augen zu lesen, daß sie dem Himml von ganzem Herzen für den Freund dankte, den er ihr so unvermutet in dieser Nacht geschickt hatte. Maskani war ihr behilflich, den Mantel um die Schultern zu legen; dann stieß er das Fenster auf, half ihr auf den Balkon hinaus und hielt sie mit starken Armen an den Handgelenken fest, während sie sich über das Geländer hinabließ. Ihre Füße waren nur noch um ein verhältnismäßig kleines Stück vom Boden entfernt, als er gezwungen war, sie loszulassen. (Fortsetzung folgt.) S amp Sekrsss Sch 5 S 55u • S uhS S SESS S GSSEES E 8 50 5 85 S 8 8 — Denkspruch. Der Mensch soll mit der Mühe Pflugschar sich Des Schicklals harten Boden öftnen, Joll Des Glückes Erntetag sich selbst bereiten Und Caten in die oflnen Furchen streu'n. h. v. Kleift. Welke Blumen. Erzählung von A. Hottner=Grefe. (Fortsetzung.)(Nachdruck verboten.) Lisa las und las. Ihre Wangen brannten, unruhig flogen ihre klugen Augen über die Zeilen. DesFall interessierte sie, die Tochter des bekannten Wiener Delektives, sehr. Seit der Tod ihrem Vater rasch hintereinander die geliebte Frau und den einzigen Sohn geraubt hatte, war sie fast unzertrennlich von dem Vereinsamten, und allmählich hatte auch sein Beruf auf sie eine große Anziehungskraft ausgeübt. Sie wurde im Laufe der Jahre seine treueste Helferin, sie teilte willig die vielerlei Unbequemlichkeiten und Gefahren seines mühevollen Amtes und war, seitdem sie mehrere Fälle allein, nur durch ihren Scharfsinn, zu einem günstigen Ende geführt hatte, eine bei der Wiener Polizei sehr angesehene Persönlichkeit. So saß sie noch eine Stunde später, als sich die Tür öffnete und Rose Hauptmanns schönes Gesicht hereinsah. Leise trat sie hinter die Freundin. „Gute Nacht, Lisa!“ sagte sie herzlich.„Rudolf läßt dich grüßen. Eben ist er fort!“ Lisa Hell stand auf und streckte sich ein wenig. „Ich bin müde,“ sagte sie,„dieses Grübeln ist so anstrengend!“ Sie sah wirklich abgespannt aus. Rose strich ihr zärtlich das dichte, braune Haar aus der Stirn. „Du übertreibst auch deinen Eifer!“ sagte sie.„Du hast ja gar nie Zeit, jung und glücklich zu sein, Kind! Immer nur Arbeit— Arbeit!" Die andere sah still vor sich „Und doch ist die Arbeit das Beste in meinem Leben!“ sprach sie ernst.„Für das„Glücklichsein" bin ich wohl nicht geboren. Das muß ich euch Gesunden, Frischen überlassen!“ „Glücklich?“ Hatte Rose Hauptmann wirklich das Wort in einem so seltsamen, bitteren Ton gesagt, oder hatte Lisa sich getäuscht? Im nächsten Augenblick fiel die Tür hinter Rose ins Schloß, und ihr Schritt verklang auf der Treppe. ** * Etwa drei Wochen später, an einem trüben, kalten Spätherbsttage, kämpften sich zwei Personen durch den heftig brausenden Wind die einsame Straße entlang, dem Hause des Doktors Hauptmann entgegen, welches etwas abseits vom Orte, ziemlich einsam inmitten eines hübschen Gartens dalag. „Hier sind wir wohl?“ sagte der kleine Herr, welcher die zarte Mädchengestalt sorglich stützte.„Es ist doch das Haus, Lisa?“ Das Mädchen nickte. Besorgt sah Hell in das Gesicht seiner Tochter. „Kind,“ sagte er,„diese kleine unglückselige Sache regt dich sehr auf! Ich begreife das ja auch vollkommen. Rose Hauptmann war deine beste Freundin, und ihr Geschick ist ein überaus tragisches. Aber wenn ich gewußt hätte, daß du bei diesem Unglück so ungemein schwer mitleiden würdest, hätte ich doch niemals diesen eigentümlichen Fall übernommen. Ich hätte mindestens. nicht erlaubt, daß du schon heute herausfährst!“ Lija schüttelte den Kopf. „Das hätte ich mir nicht nehmen lassen. Vater!“ sagte sie bestimmt.„Roses plötzlicher Tod trifft mich natürlich hart. Wir waren seit Jahren Freundinnen und haben uns sehr geliebt. Vor wenigen Wochen war ich noch hier. Uebermorgen sollte die Hochzeit sein. Und nun ist alles zu Ende— ganz zu Ende!“ Sie hielt einen Augenblick inne. Aber da standen sie auch schon vor dem hübschen Haus, und Lisa zug die Klingel an dem zierlichen Gittertor. Sie muß#en längere Zeit warten, alles ringsum erschien wie ausgestorden. Menschenleer lag die im Sommer so beiebte Straße vor ihnen. Nur von weit klang das Geräusch einer Treschmaschine, dann und wann bellte irgendwo ein Hund. Und dann wieder die tiefe Stille. Endlich kam die Magd des Doktors, um zu öffnen. Sie ging langsam und schwerfällig durch den Vorgarten, und als sie Lisa erblickte, fuhr sie mit der Schürze nach den rotgeweinten Augen. Die beiden Ankömmlinge gingen eilig an ihr vorbei ins Haus. Schon bei den ersten Schritten in dem weiten Flur merkte man es, daß hier vor kurzem etwas Ungewöhnliches geschehen sein müsse. Die Türen aller Räume, welche hierher mündeten, standen weit offen. In einem Winkel stand eine Bahre aus Baumästen und Tannenreisig, ein Tuch lag daneben am Boden. Aus den Zimmern des ersten Stockwerks drang Gemurmel und dann und wann ein lautes Aufweinen. Eben als Hell und Lisa ihre Ueberkleider abgelegt hatten, knarrte oben eine Tür, und mit schweren Schritten kam ein ältlicher Herr die Treppe herunter. Lisa ging ihm rasch entgegen.„Da sind wir!“ sagte sie einfach, aber die Tränen stürzten ihr dabei aus den Augen. Der Herr ergriff ihre Hände und schüttelte sie stumm; dann verbeugte er sich vor Hell. Nach einigen vorstellenden Worten führte er seine Gäste in eines der leeren Zimmer. „Wollen Sie— wollen Sie mein armes Kind vielleicht zuerst sehen?“ fragte der Hausherr nach einer Pause.„Rose liegt da droben in ihrem Stübchen. Der Schuß ging durch die Brust und hat sie nicht entstellt!“ Hell sah den armen Vater mitleidig an. Endlich räusperte er sich. „Sie haben mir telegraphiert, Herr Doktor,“ sagte er,„daß Ihnen meine momentane Gegenwart hier besonders notwendig erscheine. Lisa war ja so lange mit Ihrer unglücklichen Tochter befreundet, daß mir die Hauptsachen in ihrem Leben natürlich bekannt sind. Ich nehme an, daß Sie mit uns über den unheimlichen Fall selbst sprechen wollen, um, wenn irgend möglich, Klarheit in das Dunkel zu bringen. Aber wird eine solche Erörterung Ihnen heute nicht zuviel werden? Regt Sie die Wiederholung aller Einzelheiten nicht allzusehr auf?“ Doktor Hauptmann stützte schwer den weißen Kopf auf die Hand.„Das muß sein!“ sprach er tonlos. „Und je eher es geschieht, desto besser. Zeit dürfen wir nicht verlieren, sonst sind alle Nachforschungen vergeblich, und ich kann den Gedanken nicht ertrag n. daß der Mörder meines lieben Kindes ungestraft umhergehr! Eye ich nicht Kiarheit habe, kann ich nicht ruhen, ich kann nicht denken, nicht weiterleben!“ Hell legte seine schmale Hand auf Hauptmanns Arm. „Erst lassen Sie mich Ihnen sagen, was ich selbst schon weiß. Sie ergänzen dann bloß. Also: Ihre Tochter war dreiundzwanzig Jahre alt. Sie war ein sehr verständiges, liebenswürdiges und auffallend schönes Mädchen. Sie war glücklich und zufrieden—“ „In letzter Zeit ist sie mir wohl einigemal nerves und sonderbar überreizt erschienen!“ sagte Dr. Hauptmann.„Doch schob ich dies auf die begreifliche Auf— — S Kundgebungen gegen den Vierverband in Griechenland. Wien, 25. Aug. Das„Acht=Uhr=Blatt“ meldet aus Athen: In Athen und Piräus sind große Volksversammlungen angesagt. Die Athener Volksversammlung wird von Offizierskreisen, die von Piräus von den Marinebehörden veranstaltet. Beide Versammhungen, also Heer und Flotte, werden gegen den Vierverband demonstrieren. — Der moderne Festungskrieg In auffallendem Gegensatz zu der kurzen Widerstundskraft, die die wirklich angegriffenen Festungen in dem jetzigen Kriege geleistet haben, stehen die langen Belagerungen, die sich in früheren Feldzügen vorfinden. Die längste Belagerung, die seit 1618 stattsg#e#unden hat, ist, wie wir einer Zusammenstellung in der„B. Z. a. M.“ entnehmen, diejenige von Gibraltar, das von 1779 bis 1782 während 1167 Tage erfolglos belagert wurde. Es folgen dann die Belegerungen von Cadiz 1810—1812, während 903 Tage, Candia 1667 bis 1669 während 828 Tage, Breda 1624—1625 während 485 Tage, La Nochelle 1627—1628 während 438 Tage, Missolunghi 1825—1826 während 370 Talze, Sebastopol 1854—1855 während 346 Tage, Verura(1704 bis 1705), Danzig(1813) 319 Tage. Von den übrigen belagerten Festungen mögen noch erwähnt sein: Port Arthur(1904 bis 1905) 221 Tage, Plewna(1877) 142 Tage, Paris(1870 bis 1871) 131 Tage, Ladysmith(1889 bis 1900) 119 Tage, Kolberg(1807) 105 Taize. Alle diese Festungen sind zunächst gänzlich eingeschlossen worden. Bis vor kurzem hielt man dies als eine notwendige Voraussetzung jedes erfolgreichen Angriffs. Erst in diesem Weltkriege haben die Deutschen gezeigt, daß dies nicht erforderlich ist. Von kleineren Festungen wurde Lüttich und Namur, von größeren Antwerpen angegriffen und erobert, ohne daß die Festung zuvor gänzlich einzeschlossen und von der Verbindung mit dem Hinterlande abgeschnitten war. So wurde auch jetzt Kowno angegriffen, ohne daß die Verbindungen mit dem Hinterlande gänzlich unterbrochen wurden und in zehn Tasgen erobert. —— Glänzender Goldbestand der Reichsbank Berlin, 25. Aug. In der letzten Bankwoche hat sich bei der Reichsbank der Goldbestand um nahezu 2 Millionen auf 2406,3 Millionen erhöht. Bei den Darlehnskassen verzeichnen die für die Zwecke der zweiten Kriegsanleihe hergegebenen Darlehen im Zusammenhang mit dem letzten Einzahlungstermin eine kleine Erhöhung um 26,4 auf 318,1 Millionen. Doch ist der gesamte Darlehnsbestand bei den Darlehnskassen einschließlich der für Zwecke der Kriegsanleihe erhobenen Gelder um 1,4 auf 1018,9 Mill. zurückgegangen. Der Gesamtbetrag der bisher ausgegebenen sgedeckten Reichskassenscheine beträgt 98,5 Millionen. Die bankmäßige Deckung ist um 16,1 auf 4744,5, die gesamte Kapitalanlage um 15,9 auf 47803 Millionen gestiegen. Die gesamte Inanspruchnahme unter Berücksichtigung des Zuganges der Girogelder ist nicht nennenswert höher, als in der gleichen Zeit des Jahres 1913. Die Notendeckung hat sich infolge des Rückganges des Notenumlaufes recht günstig gestaltet. Die Golddeckung des Notenumlaufes hat sich um 0,7 auf 45,3 Proz., die Metalldeckung um 0,6 auf 46,1 Proz erhöht. Die Golddeckung der gesamten täglich fälligen Verbindlichkeiten ist unverändert, weil hier der Verminderung des Notenumlaufes eine Vermehrung der Giro=Gelder gegenübersteht. —— Aus Stadt und Umgebung. Rückblicke auf den Weltkrieg. 26. August. Namur u. Longwy gefallen.— Tannenberg 1. Tag. Namur, die unüberwindliche belgische Fetung, mußte sich, da nun sämtliche Forts genomnen waren, ergeben. Der Einzug der deutschen Truppen, die ihre 32 Belasyerungsgeschütze unter Die Analphabeten in den verschiedenen Armeen. T SE Wecmme Ssten Heinanne E Wnutsns Die Zahlen sindaufje 10000 Mann berechnet. Frankreich England Geutschls * voo 100 **(Warnung vor feindlichen Agenten.) Es wird darauf hingewiesen, daß in letzter Zeit verschiedentlich feindliche Agenten versucht haben, die Stelling ron Truppenteilen dadurch zu ermitteln, daß sie sich— besonders auch durch Fernsprecher— angeblich im Auftrage höher stehender Persönlichkeiten bei Jamilien nach deren im Felde befindlichen Antzehörigen, sowie nach dem Truppenteil und Aufenthaltsort erkundigten. Es wird daher dringend davor gewarnt, in solchen Fällen irgendwelche Auskunft z erteilen, vielmehr muß versucht werden, durch sofortige Anfrage bei dem betrefsenden Fernsprechamt festzustellen, von welcher Stelle aus der Anfrage erfolgte. Alle auf diesen der Spionage bezüglichen Wahrnehmungen sind ferner ungesimmt den Polizeibehörden mitzuteilen. G e rschace # 840 4# 2 C Beigien Otalien 633 3072 Serbien 5592 Rossland 5.19 w 3 großen Mühen hatten heranbringen müssen, gestaltete sich zu einem erhebendden Scheuspiel; die Haltung der deutschen Soldaten erregte bei der Bevölkerung Bewunderung. Die Stadt hatte unter der Belagerung arg gelitten. Und am selben Tage mußte auch die Veste Longwy kapitulieren, die erste Festung Frankreichs. Der deutsche Kronprinz selbst nahm die Uebergabe entgegen, beließ aber dem Kommandanten in Anerkennung seiner Tapferkeit den Degen; dieser wurde ihm wieder abgenommen, als man in der Festung nicht nur Dum=Dum=Geschosse sondern auch eine Maschine zur Herstellung dieser völkerrechtswidriden Geschosse fand.— Am Abend dieses Tages beginnt die Befreiungsschlacht von Tannenberg. Unmittelbar aus dem Eisenbalnwaggen heraus marschierte das von Cmmbinnen gekommene 1. Armeekorps gegen den Feind, dessen Vortruppen nach Osten zurückwerfend. Zur selben Zeit aber fand bei Sauerbaum, im Norden, ein Gefecht statt, in dem der Seebunger Landsturm 8000 Gefangene machte und 30 missische Geschitze erbeutete, dann drückten diese nördlichen Truppen auf die an den masurischen Seen eingeschlossenen Russen. **(Wetteraussichten für September), nach meteorologischen Berechnungen aufgestellt. 1. und 2. vorübergehend bewölkt, einzelne Regenschauer, 3. bis 7. bei Tage warm, meist heiter, vorherrschend trocken. 8 bis 23. wechselnd, bewölkt, strichweise Regen. 24. bis 30. bei Tage herbstlich schön, rorwiegend trocken, kalte Nächte. **(Zur Beachtung!) Im Anschluß an unsere Notiz betr. Abgabe der nicht beschlagnahmten Gerste sei darauf aufmerksam sgemacht, daß der Höchstpreis für Gerste auf 30 Mk. pro Doppelzentner festgesetzt ist. Wer höhere Preise fordert — uns sind Fälle bekannt, in denen bis zu 76 Mk. verlangt wurden— setzt sich schwerer Strafe aus; es kann auf Gefängnis bis zui 1 Jahr oder Geldstrafe bis zu 10000 Mk. erkannt werden. **(Neutenempfänger als Erntearbeiter.) Es ist der Wunsch autsgesprochen worden, daß die Rentenempfänger der gewerblichen Berufungsgenossenschaften, soweit sie zur Verfügung stehen und fähig sind, sich an den Ernte= und Feldbestellungsarbeiten beteiligen. Wenn dagegen dem Bedenken Ausdruck verliehen worden ist, daß zu befürchten wäre, daß den Rentenempfängern aus dieser Arbeit die Gefahr einer Rentenherabsetzung erwachsen könne, so ist darauf hinzuweisen, daß die Berufungsgenossenschaften seit Kriagsbeginn bereitwilligst die weitestgehende Rücksichtnahme auf die vom allgemeinen Interesse gegebenen Verhältnisse der einzelnen Rentenempfänger geübt haben. Wie hiernach anzunehmen, werden auch diejenigen Rentenempfänger, welche sich im albzemeinen Interesse an Ernte= und Feldbestelsingsarbeiten beteiligen, die Erfahrung machen, daß auch in diesem Falle seitens der Berufsgenossenschaften entsprechende Rücksichtnahme geübt werden Gird. **(Hafermehl ohne Brotkarte.) Die interessierten Kreise seien darauf hingewiesen, daß die Abgabe von präpariertem Hafermehl ohne Brotkarte gestattet ist, weil es in der Hauptsache ja zur Suppenbereitung dient und in der Säuglingspflege Verwendung findet. **(Der Verband öffentlicher Lebensversicherungsanstalten) hat nach seinem soeben herausgegebenen Jahresbericht für 1914 am Schlusse dieses Jahres einen Bestand von 54212 Versicherungen mit 120 763000 Mk. Kapital aufgewiesen, wovon rund 100 Millionen Mark auf die große Lebensversicherung;(14000 Versicherungen), 20½ Millionen Mark auf die Volksversicherung(40 000 Versicherungen) entfielen. Der Reinzuwachs des Jahres 1914 betrug 44 400000 Mk. Trotz dem Kriegsjahre ist kein vollständiger Stillstand der Versicherungstätigkeit eingetreten. **(Reichswochenhilfe.) Der Ausschuß für Mütter= und Säuglingsfürsorge des Zentral=Komitees vom Noten Kreuz hat an das Reichsamt des Innern eine Anfrage betreffs der Verwendung der in der Bundesratsbestimmung über die Reichswochenhilfe vorgesehenen 25 Mark Entbinduungskosten gerichtet und das Reichsamt des Innern hat folgende Antwort erteilt: Eine Anfroge des Ausschusses für Mütter= und Säuglingsfürsorge des Zentrel=Komitees vom Roten Kreuz betr. die 25 Mk. Enbindungs= kosten aus der Reichswochenhilfe, die zur Kläning mannigfacher Zweifel an das Reichsamt des Innern gerichtet wurde, ist von letzterem folgendermaßen beantwortet worden:„Die Bundesratsverordnungen über die Reichswochenhilfe sind zugunsten der beteiligten Wöchnerinnen erlassen wor' den, verfolgen aber nicht den Zweck, den Hebammen erhöhte Einnahmen zu beschaffen. Der Bauschbetrag von 25 Mark ist ein Beitrag zu den Kosten der Entbindung überhaupt, ist also nicht allein für die Hebammen, sondern auch für den Arzt, etwaige Arznei, notwendige besondere Stärkungsmittel und dergleichen bestimmt. Wenn es einerseits nicht zu billigen ist, daß Wöchnerinnen den Reichsbeitrag zu anderen Zwecken verwenden, statt die Hebamme für ihre Bemühungen daraus mi entlohnen, so ist es andererseits ebenso unberechtigt, wenn Hebammen jene Fürsochzeeinrichtung des Reiches zu einer Erhöhung ihrer Forderungen an die Wöchnerinnen zu mißbrauchen sichen. Büchertisch. Das Rote Kreuz, seine Organisation und seine Tätigleit in Krieg und Frieden. Sonderheft der „Zeit im Bild“. Moderne illustrierte Wochenschrift, Berlin W. 57, Preis 30 Pfg. Die unvergleichlichen Waffentaten deutscher Krieger haben in unzähligen Kriegsbüchern und bildern den verdienten literarischen und künstlerischen Niederschlag gefunden. Wo aber ist das Werk derer voll gewürdigt, die in freiwilliger, hingebender. lautleser Arbeit die Wunden dieses blutiesten aller Kriege zu heilen suchen, soweit Menschenkrest es vermag? Deren Liebeswerk ist noch kein Sätter erstanden. Welche Taten ceif dem Gebiete der Kriegsfürsorge geleisttet werden, das zeigt uns das vornehm ausgestattete Sonderheft von„Zeit im Bild“. das ausschließlich dem Roten Kreuz und seinen barmherzigen Bestreltungen gewidmet ist. Es hibt in Wort und Bild eine überaus anschauliche und interessante Darstellung des großen Liebeswerkes dieser weltumspannenden Wohlfahrtsorganisation. Dem Noten Kreuz=Sonderheft möge im Interesse der deutschen Sache weiteste Verbreitung beschicden sein. Der billige Preis von 30 Psg. für das reich ausgestattete Heft ermälglicht die Anschaffung jedermann. Des Son#derheft ist durch die Vereine vom Roten Kreeiz und die ihnen angeschlossenen Frauenvereine, ferner durch alle Buchhandlungen und Zeitungegeschäfte, sowie vom Verlag der „Zeit im Bild“, Berlin W. 57, Bülowstraße 66, zu beziehen. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. In kurzem erscheint: Bits Weboigen Ein Lebensbild von Heinrich Preis 1 Mark Ollo Weddigen, der als erster die Unterseebootswaffe zu ungeahntem Erfolge geführt und dadurch den Charakter des modernen Seekrieges bestimmend beeinflußt hat, ist schon längst der ausgesprochene Liebling des deutschen Volkes geworden. Es wird daher für alle Kreise unseres Volkes von größtem Interesse sein, an der Hand einer ausführlichen Biographie das kurze und doch so inhaltreiche Leben dieses jungen Seehelden zu verfolgen. Der Verfasser, Pfarrr Heinrich Richter aus Hersort, ist ein alter Freund der Familte Weddigen und hielt als solcher auch die Gedächtnisrede bei der Trauerfeier am 19 April 1915 in der Johanniskirche in Herfort. Er wurde beim Sammeln des Materials von der Familie des Kapitänleutnants Weddigen eifrigst unterstützt und durste auch interessante Mitteilungen aus dem Komeradenkreise Weddigens für seine Arbeit verwerten. Wir glauben mit diesem. auf inlimer, Kenutnis des Verstorbenen und seine Familie beruhenden Lebeasbilde dem deutschen Volke eine werloolle Gabe zu hieten, dem Helden zum Gedächtnis. der deutschen Jugend zur Nacheiferung. Bucbbandlung Carl Braus, Ruhr, Große Markstr. K T S Wce Au? WerSpeee W Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig, Wien. Das volkstümlichste Werk über den gegenwärtigen Krieg ist die Iilusirierie dieser Kriegsgeschichte## euzarette, darunter S. M. d. Köntg v. Würtember, allein 110 S tick zur Vortsetzung. Geschichte.„ Weltkrieges 1914/15 Wöchentlich ein Heft. Allgemeine Kriegszeitung. Preis 25 Pfennig. ekannten Sllustrierten Geschichte des Krieges 1870/71, die als einzige Nach dem bewährten Vorbild unserer rühmlich berannten Juustrierten Geschichte dev Krieger 1010/71, die ulb einzig vielen heute noch stark verbreitet wird, bieten wir jetzt abermals eine fortlaufende Zeitgeschichte aller wichtigen Kriegsbegebenheiten, bestimmt, die Ereignisse der über uns aufgegangenen großen Zeit in Wort und Bild dauernd festzuhalten und ein Hausbuch zu werden, das über die Ursachen und den Verlauf des uns aufgedrungenen Kampfes in abgeklärter Art berichtet, Wertloses beiseite läßt und das Bedeutungsvolle und Bleibende sammelt, ein vaterländisches Werk für alt und jung, hoch und niedrig, für die Gegenwart und die Zukunft. zahlreiche Beiträge namhafter Mitarbeiter aus dem Heere, der Marine, den Kreisen der fortlaufenden Wissenschaft und Technik, sowie viele Zeichnungen, Gemälde und Photographien nebst Jedes Heft neben der a Kriegsgeschichte: einem Ertra=Kuustblatt oder einer Karte. Man beachte den Preis von 25 pf. und verlange ausdrücklich„Kriegsgeschichte Union“. Trennung war unser Los. Wiedersehen ist unsere Hoffnung. Den Heldentod für das Vaterland starb im Alter # von fast 28 Jahren nach zweimaliger Verwundung unser herzenseuter Sohn, unser lieber, unvergess#licher Bruder, Schwager und Onkel, mein innigst. geliebter Bräutigam, der Unteroffizier 23 beim Infanterie-Regiment Nr 30. 2. Komp. wegen TaperEine fortlaufende Ariegenstelete Briese von Mltümttem eite. eingereicht für das Eiserene Kreus keit vor dem Feinde. In tieler Trauer: Bekanntmachung. neueste Modelle in allen Preislagen Luftschläuche und Mäntel, sowie Ersatz- und Zubehörtelle staunend bIIIIg. Nähmaschinen. neue und wenig gebrauchte, Ausserst preiswert. Sämtliche Reparaturen prompt und sachgemäss. C. Schlüter, Dortmund Hoher Wall 88, Kornerplatz. neben der Martinschule. Fernruf 5368. 2571 1. 1. Dertmund. Markt 2. Zurückgekehrt Ur. u. Straienber g. Frauenarzt 5862 (Privat-Frauenklinik) Dortmund, Südwall 11. Auf Grund der Verordnung des stellvertretenden Generalkommandos des 7. Armeckoips vom 31. Juli 1915 sind fertige, gebrauchte und ung brauchte Gegenstände aus Kupfer, Messing und Reinnickel beschl gnahmt Von der Beschlagnahme sind betroffen: Klasse A Gegenstände aus Kupfer und Messing: Geschirre und Wirtschaftsgeräte jeder Art für Küchen und Backstuben; Waschkessel, Türen an Kachelösen und Kochmaschinen bezw. Herden; 3. Badewannen Warmwasserschiffe und=Behälter,=blasen, =schlangen, Druckkessel, Warmwasserbereiter und Kochmaschinen und Herden, Wasserkasten, eingebaute Kessel aller Art. Klasse B Gegenstände aus Nickel: (Nur Gegenstände mit dem Stempel„Reinnickel“ oder aus einwandfreiem Reinnickel bezw Legierungen mit 90 Prozent Nickel und höher.) Geschirre und Wirtschaftsgeräte jeder Art für Küchen und Backstuben; Einsätze für Kocheinrihtungen, wie Kessel, Deckelschalen, Innentöpfe nebst Deckeln und Kipptöpfen, Kartoffel=, Fisch= und Fleischeinsätze usw. nebst Reinnickelarmaturen. Die freiwillige Ablieferung der beschlagnahmten sowie auch der beschlagnahmefreien G genstände ist durchaus erwünscht Die Ablieferung kann bis zum 25. September 1915 des Dierstags. Donnerslags und Freitags von 3—6 Uhr nachmittags im Rothause, Zimmer Nr 5, erfolgen. Bei dieser Gelegenheit werden auch unentgeitlich zur Berfügung gestellle Gegenstände gegen Quittung entaegengenommen. Die zuvorige Entfernung der an den abzuliefernden Gegenständen befindlichen Beschläge Oesen, Ringe, Handhaben. Stiele, Griffe usw.), die nicht aus Kupfer, Messing und Reinnickel bestehen, ist zulässig und erwünscht. Alle nicht bis zum 25 September freiwillig abgelieferten und unter die Beschlagnahmeverordnung fallenden Gegenstände müssen bis zum 5 Oktober 1915 im Rathause, Zimmer Nr. 5. angemeldet werden. Die vorgeschriebenen Meldeformulare werden daselbst unentgellich veradfolgt.., gämsiche Burch Bi. G2. Die Bestimmungen üver sämiwe ourch die Verordnung beschlagnahmten und in der gesetzten Frist nicht freiwillig abgelieferten Gegenstände ergehen später. Schwerte, den 23. August 1915. Der Bürgermeister: 3966 Rohrmann. mit kleinem Garten Familie Wilhelm Wichard, Margareta Orth als Braut. Gelsecke, Lichtendorf, Aplerbeck, Herne, KölnEhrenfeld und Rußland, den 25. August 1915.[3967 zum 1 Oktober oder später zu vermieten. Anfragen unter ABC in der Geschäftsstelle dies. Zeitung. 3972 Statt besonderer Anzeige. für sofort gesucht. Verwaltung des Gas= u. Wasserwerns. Heute abend 6½ Uhr entschlief sanft infolge Altersschwäche unsere gute Mutter, Grossmutter, Urgrossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Wöchentlich 100 Mk. Verdienst d. Verkauf m. billigen Naheungemittels. Auskunst gratis. Sofort schreiben. 8976 Ernst Meihof, Hamburg k. Wohkiulg — Zuverlässigen= Gahe von 3 Zimmern(II. Elage) mit Koch- und Leuchtgas für sofort oder später, Wohnung suchen für dauernde Beschäftigung. Baugeschäft, Schwerte=Ruhr. 8943 von 2 oder 3 Mansordenzimmern zum 1. Oktober zu vermieten. Zu erfragen 3964 Hüsingstr. 24 Plau WW. Enzian im 81. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, den 24. August 1915. Piginu= Vordeaux=Rotwein Die Beerdigung findet am Samstag, den 28. August, nachmittags ½3 Uhr vom Sterbehause, Märkischestrasse 53, aus statt. 3969 Salon-Pianino bewährte Marke, wenig gespielt, großart. Tonfülle, gebe jetzt m. voll. Garantie ganz billig ab. Gute Pianinos v anh. 199, 225, 325, 400. H. van Bremen Pianos Dortmund. Heiligerweg 15. Viebseuchenpolizeiliche Anordnung. Von großartiger Wirkung bei Prckern Zum Schutze gegen die Maul= und Klauenseuche wird auf Grund des§ 18ff. des Viehseuchengesetzes vom 26. Juai 1909 (Reichsgesetzblatt S. 519) mit Ermächtigung des Herrn Regierungspräsidenten folgendes bestimmt:..„ Nachdem nach amtstierärztlicher Feststeuung die uaul= und Klauenseuche unter dem Rindviehbestande des Landwirts Schulte zu Renninghausen abgeheilt und eine Neuerkrankung nicht vorgekommen, die Desinfektion vorschriftsmäßig ausgeführt und durch den Kreistierarzt abgenommen ist, gilt die Seuche auf dem erwähnten Gehöft als erloschen. Die in meiner viehseuchenpolizeilichen Anordnung vom 6. und 31. Juli er. angeordneten Schutzmaßregeln hebe ich daher hiermit auf. Hörde, den 23. August 1915. Der Königliche Landrat. I. V.: Dr. Burchard. gesucht. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle d Iig. 3968 Bezug in Original=Oxhoff=Fässern. Eigene Abfüllung, daher billigste Preisberechnung, per Flasche 1.10, 1.50, 2.00 und höher inkl. Flasche 1 9 Carl Raffin, Gasthof„Zur Helle“ Telephon 251. Der H.-G.-V.„Eintracht“ Ergste (Chorleiter Herr Hauptlehrer Schutte.) veranstaltet am Sonntag, den 29. d. Mts., nachmittags 4 Uhr anfangend im Lokale der Witwe Kage-Beckmann ein Konzert Dreher 8975 und Milesser im Gesicht ist Obermeyer's Medizin.=HerdaSeise. Jeugnis: „Ihre Herba=Seife ist vorzüglich und hat bei sogenannten Pickeln und roten Knötchen großartig gewirkt.“ Johannes Briest, Harsleben. Viebseuchenpolizeiliche Anordnung. gegen hohen Lohn und dauernde Beschäftigung auf sofort gesucht. 3965 Herha=Seife à Stück. 50 Pig. um ca. 80% wirksamen Stoffe verstärkt Mk. 1.—. Jur Nachbehandlung Herba-Creme à Tube 75 Pfg., Glasdose Mk. 1.50. Zu haben in d. Apoth. u. i. d. Drog von Max Mehlhose u. C Trog, in Westhofen; Drog. Engels. 8916 Zum Schutze gegen die Maul= und Klauenseuche wird auf Grund des§ 18 ff. des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 Reichsgesetzblatt Seite 519 mit Ermächtigung des Herrn Regierungspräsidenten folgendes bestimmt: Nachdem nach amtstierärztlicher Feststellung die Maul und Klauenseuche auf den Ruhrweiden zu Schwerte und Geisecke unter den Rindviehbeständen von Seippel=Schwerte u. Schneider. Letmathe abgeheilt und eine Neuerkrankung nicht vorgekommen, die Desinfektion vorschr ftsmäßig ausgeführt und durch den Kreistierarzt abgenommen ist, gilt die Seuche auf den erwähnten Weiden als erloschen. Die in meiner viehseuchenpolizeilichen Anordnung vom 25. März und 31. Mai er. angeordneten Schutzmaßregeln bede ich daher hiermit auf Hörde, den 23. August 1915. Der Landrat. Westf. Fahrradkeitenfabrik Gilice Bauhulfsarbeiter suchen Stelbrink 8p Frage für den Kriegsliebesdienst. Mitwirkende: Frau Apotheker HinnenbergKöln(Sopran), Herr Pastor Schulze-NölleErgste(nsprache), Herr H. Dahlbüdding (Tenor), Herr Fr. Schaefer(Bariton), SolistenOrchester„Alexander“ Schwerte. 3971 G. m. d. H. Schwerte(Ruhr). Baugeschäft, Schwerte-Ruhr. ARRRREEERRRRERRRRHERETETERMEEME 1— BALT Kartolren. Winig gedrauchles, f.isch gummiertes I. V. Dr. Burchard. 3974 Zahrrar Viebseuchenpolizeiliche Anordnung. Erhielt heute eine Ladung Kartoffeln und verkaufe In Silber und Gold ersteigert auf den Pfandverkäufen werden zu den billigsten Preisen 4907 verkauft. DORTMUND Pfandleih-Anstalt Nicolalstr. 5 Balkenstr. 38 beim Bezirks- Kommando R. Lien& Comp. mg (gut erhalten) für 29 Mark verkäuflich. Wo? sagt die Geschäftsstelle dies. Zettung 8970 Jum Schutze gegen die Maul= und Klauenseuche wird auf Grund des§ 18 ff. des Viehseuchengesetzes vom 20. Juni 1909 (R.=G.=Bl. S. 519) mit Ermächtigung des Herrn Regierungspräsidenten folgendes bestimmt: Hann. Speisenieren 100 Pfd. 5.00 = Schöne= Cirnen hal abwgeden 8977 Rosenwerth, Holzen. Nachdem nach amtstierärztlicher Feststellung die Maul= und Klauenseuche unter dem Rindviehbestande des Müllers Westarp zu Syburg abgeheilt und eine Neuerkrankung nicht vorgekommen, die Desinfektion vorschriflsmäßig ausgesuhrt und durch den Kreistierarzt abgenommen ist, gili die Seuche auf dem erwähnten Gehöst als erloschen. Die in meiner vieseuchenpolizeilichen Anordnung vom 6. und 17. Juli er. angeordneten Schutzmaßregeln hebe ich daher hiermit auf Hörde, den 28. August 1915. 3978 Der Landrat. S. B: gez. Dr. Burchard, Regierungs=Assessor. Hanb. Rote 100 Pfd. 5.00 ab Lager 10 Pfd. 55 Pig. L. Weinwerg.g H Scumen 8 eußer Feiertags. Be jähriich, bei der Po Wöchentl. Ge Famillenfreund“ u. Anzeigenpreis: Die oder deren Raum wärts 15 Pig., Rei Radatt gilt als Kas tursen. Zwangsber Nichlbeachtung bd. ge Nr. 2 Der Rö vorrätig in der Buchhandlung Carl Braus Schwerle(Ruhr). Grotze Marktstr. 3—5 Als Italien klärte, wurde de lichen Ruhe auf daß Italien die die damals im Weltkrieges zu selbst bei seinen geschätzt, und de sichtlichsten, Une liens Verrat di wuchtig senkte. wurde von Hal Klammern an prahlend aufgest zurückgeworfen, lösten entgegen, bekamen, trotz dieses Krieges anderen in die Italien konnte mal entlasten, land nicht ver seinem Gewisse deutlich seine Beziehung erko reit erklärte, st nem heiligen 0 Nun ist der etwas Berechti Brigantenegois soll sich hüten, auszustrecken, frade der kraf der ihm bei se Lage ist gekommen. V es heute kaum Entschlüsse. G sche Regierung Krieg, als de insel populär schon Hungers Lande zeigen Ohne Englan ein Ding ohr Interesse an Gegenteil, es die Lage auf der Römer n seine goldene für Englands dem Süden Osten keine Refultat der Eroberung de rische Gesicht sich genötigt, gegen ihre irgendwie sei die Griechen erst recht nie mit Seitenbl rechte Traut so ließ Albi# liener erscha Und der vo berszte sich d Söldnerfahr letzten Rest sträubt, jetzt Flötentönen Verrätern Es ist de seines Heer dieren woll einen warn