S 1D 7D eri ) Abrlsch, bei den Pos iur Behalgrld 6n Ph. pvt. Budzov, L. liot hurtahengenen. Dier darn Ramn 10 Dlo. Anuetom um aur Shrs 1s Pla., Reklamezels 40 Plg. Jedn Rateneu--uriechen: Rschauntgnunge, Piut herme (Seisaorns! Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksdlav„„„„ CagasSchwerker Cageblatt S Schwerter Ailzeiger Erstes und 3lteltes Cagesorgan des Krelles c General-Anzeiger für den Kreis bärde&omp Daupt-Rünoncenblas Nr. 189. Samstag, den 14. August 1915. Die tastles Terf.„„ der Aussen. Der Eisenbahnknolenpunkt Siedlce genommen. Fortschreiten des Angrifs auf Wieder Tausende von Russen gefangen.— Neue Jeppelinangriffe auf England. K er-HOge 20 WTB. Berlin, 13. August. Unsere Marineluftschiffe haben in der Nacht vom 12. zum 13. August ihre Angriffe auf die englische Ostküste erneut und hierbei die militärischen Anlagen von Harwich mit gutem Erfolg beworfen. Trotz staiker Beschießung durch die Befestigungen sind sie unbeschädigt zurückgekehrt. Der nellvertrekende Chef des Admiralstabes: gez. v. Behncke. wtb. Aus belgischen Archiven. Die weitere Veröffentlichung der belgischen Aktenstücke in der„Nordd. Allgem. Ztg.“ ruft die Zeit in die Erinnerung zurück, als der„Panther#uung nach Agadir“ die Wellen der europäischen politik besonders hoch gehen ließ. Aus den Berichten der belgischen Gesandten ersehen wir, wie auch bei dieser Gelegenheit vielfach die eng Politik das treibende Moment war, zwischen lische Frankreich und Deutschland Streitpunkte zu schafsen. Im Frühjahr 1911 wurde die Lage daduurch zugespitzt, daß Frankreich unter dem Vorwande der Gefährdung der französischen Militärmission. wie überhaupt der Europäer in Fez größere Machtmittel in Marokko anwenden wollte. Nach Ansicht der deutschen Regierung konnte die angebliche Geführdung der Curopäer in Fez zu einer wirklichen Gefährdung aller Fremden in vielen Teilen Marokkos den Anstoß geben. Zum Schutze der Deutschen im Süden Marokkos und der dortigen großen wirtschaftlichen Interessen derselben wurde unser Kanonenboot„Panther“ nach Agadir entsandt. dieser Zeit urteilt der belgische Gesandte BaGreindl, es handle sich für Frankreich um AnHeulscher Eagesbericht Großes Haupkquartier, 13. Aug. 1915. Westlicher Kriegsschauplatz. In den Argonnen wurden mehrere französische Angriffe auf das von uns genommene Martinswerk abgewiesen. Bei Zeebrügge wurde ein englisches Wasserflugzeug herabgeschossen. Der Flieger ist gefangen genommen. Bei Rougemenk und Senlheim(nordöstlich von Belfort) zwangen unsere Flieger je ein feindliches Flugzeug zum Landen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des General=Feldmarschalls v. Hindenburg. Angriffstrupppen gegen Kowno machten Vorschrit.„esdrit Miahrterte An dem Dawina=Abschnilk wiederholten die Russen ihre Angriffe ohne jeden Erfolg. Zwischen Narew und Bug geht es weiter vorwärts, obgleich der Gegner immer neue Kräfte an dieser Front heranzieht und sein Widerstand von Abschnitt zu Abschnitt gebrochn werden muß. Die Armee des Generals v. Scholtz machte gestern 900 Gefangene und erbeutete 3 Geschütze und 2 Maschinengewehre. Oesterreichischer nierer Panzerzüge die feindlichen In ron nexionspläne, denn Frankreich habe die Algecirasals Bei der Armee des Generals v. Gallwiß wurden seit dem 10. August 6550 Russen, darunter 18 Offiziere, gefangen genommen, 9 Maschinengewehre und 1 erbeutet. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Unsere in Gewaltmärschen verfolgenden Truppen haben kämpfend die Gegend von Sokolow und nachdem die Stadt Siedlce gestern genommen war, den Liwiec=Abschnitt südlich von Mordy erreicht. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Die verbündeten Truppen sind auf der ganzen Front in voller Verfolgung Bei den Vorbewegungen stoßen die deutschen Marschsäulen auf allen Straßen auf die zurückströmende arme polnische Landbevölkerung, die von den Russen, als sie den Rückzug antraten, mitgeführt worden war, jetzt aber, da sie den recht eiligen russischen Truppenbewegungen natürlich nicht mehr folgen kann, dem tiefsten Elend preis gegeben ist. Oberste Heeresleitung. ralische Bedeutung der Einnahme von Warschau. Sie spricht jetzt von einer deutschen Dampfwalze anstatt bisher von einer russischen.„Sun" bezeichnet den Versuch der Freunde der Alliierten, diesen großen Triumph zu verkleinern, als eine Vogelstraußpolitik. Warschau bedeute mehr als die Einnahme von Calais.„Ewening Post“ erklärt es für müßig, die Bedeutung des letzten deutschen Erfolges in materieller uund moralischer Hinsicht zu leugnen. Nach der Marneschlacht stand Deutschland angeblich dem Problem der Aushungerung gegenüber, überstand es aber ein Jahr lang und gewinnt jetzt die glänzendsten Siege am Vorabend der neuen Ernte.„World“ führt den Ausspruch eines amerikanischen Armeeoffiziers an, der da meint, dies sei der geeignete Zeitpunkt für Kitchener gewesen, loszuschlagen. Daß dies nicht geschehen sei, sei der beste Beweis, daß er nicht über die vermutete Truppenstärke verfügt.„New York Times" bezeichnet die Einnahme Warschaus als eine glänzende Waffentat deutscher Strategie und zäher Ausdauer. Was gehl in China vor? mit der festen Absicht unterzeichnet, sie niemals zu beobachten; wolle die französische Regierung einen Konflikt vermeiden, so müsse sie viel Vorsicht und scheinbare Mäßigung zeigen, wenn Deutschland nicht gezwungen werden sollte, aus seiner passiven Haltung herauszutreten. Auch der belgische Gesandte in Paris Guilleaume nimmt für das gute Recht Deutschlands Stellung und schreibt: „Für die, die zugeben, daß Frankreich ohne ernste Gründe nach Fez ging, ist es klar, daß es schwerlich dort wieder herausgehen wird und daß es auf diese Weise den Geist des Vertrauens von Algeciras verletzt. Wenn Deutschland angesichts dieser Tatsachen eine„Kompensation“, fordert, so bedeutet dies, daß es sich nicht in Agadir festsetzen will, aber für die Störung des vereinbarten Gleichgewichts der Kräfte durch Frankreich seinen Anteil fordert". Treffender konnte, wie die„Nordd. Allg. Ztg.“ bemerkt, der deutsche Standpunkt garnicht dargeleot werden. England aber ließ damals zuirch den Minister Lloyd George in öffentlicher Rede Deutschland eine Warnung erteilen, die als Bedrohung und Provokation einer anderen Macht wehl ohne Beispiel in der Geschichte disteht. Graf Lalaing. der belgische Gesandte in London, berichtet am 18. November 1911:„Es wurde mir aus durchaus zuverlässgen L##ellen mitgeteilt, daß die Offiziere des(englischer) aktiven Heeres inmals plötzlich von ihrem Urlaub zurückgerufen wurden, daß Ankäufe von Pferden für die Karallerie stattfanden und daß wtb Wien, 14. Aug. Amtlich wird verlautbart vom 13. August mittags: Russischer Kriegsschauplatz. In Ostgalizien und im Raume von Wladimir Wolynski ist die Lage unverändert. Westlich des Bug setzten unsere Armeen die Verfolgung des schrittweise zurückweichenden Gegnerg fort. Die nördlich des oberen Wieprz vordringenden österreichisch=ungarischen Truppen sind bis Radzyn gelangt. Unsere Verbündeten nähern sich Wlodawa. Italienischer Kriegsschauplatz. An der küstenländischen Frout unternahm der FFeind gestern und in der vergangenen Nacht wieder einige Annäherungsversuche, die jedoch schon durch das Feuer unserer Artillerie abgewiesen wurden. Ein italienische, Lager bei Cormons wurde mit Erfolg beschossen. Im Kärntner Grenzgebiet ist die Lage unverändert. An der Tiroler Grenze wurde südlich Schluderbach gekämpft. Der feindliche An griff war auch hier vergebens, die Verteidiger blieben in vollem Besitz all ihrer Stellungen. Die zurückgehenden Italiener wurden von ihrer eigenen Artillerie beschossen. Im Etschtal vertrieb einer unserer Panzerzüge die feindlichen Feldwachen aus den Ortschaften Servallo und Chizzola. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoeser, Feldmarschall=Leutnant. Ereignisse zur See. Unser Unterseeboot„12“ ist von einer Kreuzung in der Nordadria nicht zurückgekehrt. Laut einer amtlichen italienischen Meldung wurde es mit der ganzen Besatzung versenkt. Am 10. August um Mittag ist ein feindliches Unterseeboot im Golf von Triest durch eine Mine vernichtet worden. An demselben Tage belegten unsere Seeflugzeuge die von dem Feinde besetzte Insel Pelagosa mit Bomben und erzielten mehrere wirksame Treffer auf das Leuchthaus, die Radiostation, an einem Wohngebäude aufgestapeltem Material. Die Abwehrmannschaft eines feuernden Geschützes mittleren Kalibers wurde voll getroffen, ein Maschinengewehr demontiert und ein Tender versenkt. Die Flugzeuge sind trotz heftiger Beschießung wohlbehalten eingerückt. Flottenkommando. tu London, 13. Aug. Die„Morningpost“ schreibt: Aus dem Osten kommen wieder zahlreiche Gerüchte, daß die chinesische Republik in eine Monarchie umgewandelt und Juanschikai zum Kaiser ernannt werden soll. Es ist merkwürdig, daß alle diese Gerüchte weniger Interesse in der chinesischen Presse finden, als wie es vor einem Jahre der Fall war. Das sei auch darauf zurückzuführen, daß China die Folgen des Krieges zu sehr empfindet und daß die innere Politik wenig Interesse erweckt, ja, daß das Volk von der Politik im allgemeinen genug hat, denn der Mehrzahl der Bevölkerung ist es ganz gleichgültig, unter welcher Regierungsform sie leben, wenn sie ruhig ihre Gewohnheiten fortsetzen können. Vor einigen Tagen wurde bekannt gemacht, daß eine permanente Regierung gebildet worden und von einer Anzahl Personen, die der Präsident ernennt. Man sagt, daß, als Juanschikai gefragt wurde, ob die Gerüchte über die nung der Republik in eine Monarchie auf Wahrheit beruhen, er geantwortet habe, daß bei einer solchen Aenderung nichts zu gewinnen sei, er selbst würde die Kaiserwürde ablehnen. Sein ältester Sohn sei Invalide, sein zweiter Sohn verspreche ein Gelehrter und Staatsmann zu werden, und er wisse nicht, ob sein 3. Sohn für einen derartigen Posten fähig sei; er werde, falls man ihm das Zepter aufdrängen werde, sich nach England zurückziehen. Der Krieg gegen Rußland. 9 116 A das Nordseegeschwader zeitweise in Kriegsbereitschaft gesetzt wurde.“ Anläßlich einer Behauptung des Ministers Grey, daß zwischen Frankreich#ind Ergland keine Geheimverträge beständen, schreibt Baron Greindl am 6. Dezember 1911:„Die Entente Cordiale ist nicht auf der positiven Grundlege der Verteidigung gemeinsamer Interessen begründet worden, sondern auf der negativen Grundlage des Hasses gegen das Deutsche Reich, sie hat in Frankreich den Gedanken an die Revanche zu neuem Leben erweckt. Ihr entstammt auch der Zustand der Unruhe und des Unbehagens, in dem Europa sich seit sieben Jahren befindet". Amerika wirdIn Amerika scheint man doch endlich auch Verständnis für die deutsche Sprache unserer Waffenerfolge zu finden. So würdigt die amerikanische Presse vollauf die strategische, politische und moDie neuen Fortschritte im Osten. tu Berlin, 14. Aug. Der Kriegsberichterstatter des„Berliner Tageblatts", Leonhardt Adelt, mel“ det aus dem k. k. Kriegspressequartier vom 13. August: Der Sieg der Bayern über die russische Gande bei Lomcza und der preußischen Garde im Wlodawka=Abschnitt hat die Russen zur Räumung ihrer dortigen von Natur sehr starken Stellungen gezunngen. Die Deutschen folgen ihnen längs der Straße und Bahnkinie in der Richtung auf Wlodawka durch das versumpfte Gelände, in dem die russischen Kräfte sich immer wieder zu zähem, aber vergeblichen Widerstand stellen. Anschließend bilden die Truppen der Armeegmuppen Joseph Ferdi nand, Köves, Woyrsch, Gallwitz und Scholtz einen nach Brest=Litowsk und dem östlichen Abzugsraum hin offenen Bogen, der die Bahnlinie Parczew— Lukow—Siedlce—Malkin—Czyszew bereits hinter sich hat und sich immer mehr verengt. Die schon außerhalb dieses Bogens liegende Festung Nowo Georgiewsk ist zerniert und wird bombardiert. Auch Ostrolenka in unserem Besitz. tu Berlin, 14. Aug. Der„Berl. Lok.=Anz.“ schreibt: Die militärische Lage im Westen ist unverändert, im Osten eigentlich auch, denn dort schreiten unsere Operationen, wie schon seit geraumer Zeit, günstig vorwärts. Von dort sind in der Fülle der Ereignisse nicht einmal alle Erfolge einzeln erwähnt worden. So erfahren wir beispielsweise, daß auch die Festung Ostrolenka bereits von uns eingenommen ist. Dagegen wird Ossowiec noch von den Russen gehalten. Die Forts sind zwar vollständig zerschossen, aber der Feind hat an mehreren Stellen Feldbefestigungen angelegt, die wir noch nicht besetzt haben. Merkwürdigerweise sind trotz des amtlichen Berichts der österreichisch=ungarischen Heeresleitung Zweifel darüber entstanden, ob die Russen Iwangorod in seiner Gesamtheit verloren haben, oder einen Teil noch hallten. Demgegenüber können wir erklären, daß dieses Gerücht jeder Begründung entbehrt; ganz Iwangorod ist in unserm Besitz. Heftige Kämpfe an der beßarabischen Front. bb Czernowitz, 14. Aug. Die letzte Nacht wurde von den Russen zu großen Nachtangriffen benutzt. An der beßarabischen Grenzfront sstürmten die Russen zwei oder drei Stunden lang, sie wurden aber überall zurückgeschlagen. Die Russen scheinen neue schwere Batterien herangeschafft zu haben. Sie beschießen österreichische Positionen ohne den geringsten Erfolg. Nordöstlich von Czernowitz am nördlichen Pruthufer finden starke Artilleriegefechte statt. Die Kräfte Rußlands der Erschöpfung nahe. bb Sofia, 13. Aug. Das unerschöpfliche Reservoir der russischen Valkskraft ist nach einer Petersburger Meldung der„Kambana“ der Erschöpfung nahe. Die Kräfte Rußlands sind, so schreibt das Blatt, überanstrengt und die Millionenarmeen sind kampfunfähig. Die russische Heeresverwaltung macht die größten Anstrenguungen, das Heer wieder widerstandsfähig zu machen. Die Zahl der neuerdings zum Militärdienst Einberufenen stellt sich auf über 2 Millionen Mann. Endlose Transporte gehen Tag und Nacht aus dem Innern in der Richtung nach Brest=Litowsk. In der russischen Hauptstadt ist man jedoch der Ansicht, daß alle diese Bemühungen, den Ansturm der Zentralmächte noch einmal aufzuhalten, ohne Erfolg bleiben werden. Neuer russischer Hilferuf. bb Zürich, 13. Aug. Laut Schweizer Blättermeldungen spricht die russische Zeitung„Invalid“ abermals in einem halbamtlichen Artikel die bestimmte Erwartung aus, daß England und Frankreich nunmehr eine Aktion zur Entlastung Rußlands unternehmen werden, um die Rückkonzentrierung des russischen Heeres zum Stillstand zu bringen. Rußland in Japans Hand. Haag, 13 Aug. Der Pariser Korrespondent der Depesche de Toulouse, welcher in vielen Kreisen als mit der französischen Regierung in guter Verbindung stehend angesehen wird, behandelt aufs neue Japans Intervention auf dem europäischen Kriegsschauplatz. Die Frage, ob Japan sich entschließen werde. Truppen nach Europa zu senden, wird von dem Pariser Korrespondenten des Blattes bejahend beantwortet. Er sagt, daß die Bundesgenossenschaft zwischen Rußland und Japan binnen kurzem eine vollendete Tatsache werden würde tund daß hieraus die Hilfeleistung der Japaner auf dem östlichen Kriegsschauplatz sich ergeben werde. Rußland werde für diese Unterstützung Japans größere Opfer bringen müssen. So würde sein Einfluß in China, sein Handel und seine wirtschaftliche Expansion in Ostasien merklich durch diese Intervention Japans vermindert werden. er im„Petit Parisien": Atrecht ist ein Bild größten Kriegelends. Die Kathedrale liegt beinahe gänzlich in Trümmern auf der Straße, wo Steine auf Hunderte von Metern den Weg versperren. Viele Statuen sind durch einen einzigen Granatenschuß zu Staub verwandelt worden. Tausende von Cranatensplittern liegen umher. Das alte Rathaus, ein Jnwel mittelalterlicher Baukunst, hat außerordentlichen Schaden gelitten. In einer großen Anzahl von Straßen steht nicht mehr ein einziges Haus. Vor dem Kriege hatte der Ort 26 000 Einwohner, jetzt sind höchstens noch 1200 Menschen in der Stadt. Die französischen und deutschen Laufgräben sind stellenweise nur 30 Meter von einander entfernt. Die Wirkung der Reichskanzleräußerung in Frankreich. Berlin, 13. Aug. Der Vertreter des„Berliner L.=A.“ in Genf meldet: Mehrere französische Senatoren und Deputierte forderten nach Kenntnis' nahme der United=Preß=Depeschen über die Außerung des Reichskanzlers v. Bethmann Hollweg den Präsidenten Poincaré auf, die voraussichtliche Wirdung dieser deutschen Kundgebung auf die neutrallen Staaten in einer für letztere bestimmten Botschaft abzuschwächen. Schweigen hieße die Friedenssehnsucht der Verbündeten bekennen. Man müsse im Gegenteil die emsige Vorbereitung Frankreichs und Großbritanniens für einen Winterfeldzug betonen, weil in Amerika und auch in Afrika schon die Meinung stark verbreitet sei, daß die jetzt in Arbeit gegebenen Munitionsaufträge unverwandt in den Magazinen bleiben würden. Der Riien gegen ungland. Englands nationale Erniedrigung. Selbst die„Times“ müssen zugeben, daß es in England rasend abwärts mit der öffentlichen Anständigkeit geht. Das Blatt schreibt, daß die Rekrutierung ausarte und daß dabei abwechselnd mit Einschüchterung und Schmeichelei vorgegangen werde, was zu Skandalen führe. Die Anspornung durch Londoner junge Mädchen und die Ueberreichung weißer Federn, die in England das Symbol der Feigheit sind, durch aufgeregte Weiber, seien nur oberflächliche Züge des Prozesses nationaler Erniedrigung. Noch schlimmer seien die Auffordenungen an die Arbeitgeber, auf Angestellte einen Druck auszuüben, damit sie sich anwerben ließen. Es trete dabei klar zutage, daß die Regierung die Unpopularität, die sie selbst nicht auf sich nehmen wolle, anderen aufzubürden suche. England läßt Belgien hungern. Die Briten vermögen Deutschland mit ihrem Aushungerungsplan trotz all seiner Böswilligkeit nichts anzuhaben. Das hat der Verlauf des Krieges bisher gezeigt. Dafür muß jetzt Belgien die Härten der englischen Kriegführung gegen die Zivilbevölkerung spüren. Das Pariser Blatt„Humanité“ berichtet aus Havre, daß infolge der englischen Blockade die holländische Unterstützungskommission für Belgien keine Lebensmittel mehr nach Belgien einführen kann. Wenn die Lage andauere, so seien ernste Folgen zu erwarten. Die belgische Regierung unternähme Schritte bei der englischen Regienung, daß England die Lebensmitteleinfuhr für Belgien gestatte. Wenn es England in den Kram paßt, ist ihm das Schicksal Belgiens vollständig gleichgültig, das haben die bisherigen Ereignisse erwiesen. Neuer Generalsturm auf Gallipoli. tu Kopenhagen, 14. Aug. Nach einer Meldung der„Politiken“ bereiten die Alliierten auf Gallipoli einen neuen Generalangriff vor. Die Anstrengungen, Konstantinopel zu Fall zu bringen, würden gegenwrätig verzehnfacht. Man habe zu beachten, daß General Sarrail zum Chef der Orientarmee ernannt sei, nicht, wie sein Vorgänger, nur zum Führer des Expeditionskorps. testes gegen die Abtretung griechischen Gebiets gehalten. Die griechische Presse sordert den Krieg gegen Italien. Lugano, 13. Aug. Der Berichterstatter des „Corriere della Sera“ meldet aus Griechenland, daß die dortige Presse äußerst feindselig gegen die Italiener schreibe und den Krieg gegen Italien fordere. Ein Friedenshongreß des Papstes? Italienische Blätter wollen aus über vatikanische Dinge gut unterrichteter Quelle erfahren haben, daß die amerikanischen Kardinäle auf Aufforderung des Papstes einen Friedenskongreß einberufen wollen, an dem Kardinäle sind Bischöfe teilnehmen würden; der Primas von Spanien habe bereits zugesagt. Der Kongreß solle in der Schweiz zusammentreten und von den Vereinigten Staaten, Spanien und Holland unterstützt werden. Hier ist von dem angeblichen Plan bisher nichts bekannt. Man wird gut tun, der Nachricht vorläufig alle mögliche Zurückhaltung gegenüber zu bewahren. der Rrieg K......, Ramäiniens Durchicheverboet von Munit Beginnende Zweisel in Frankreich. Genf, 13. Aug. In einem Leitartikel schreibt die„Humanitee": Wir müssen in der Tat feststellen, daß der Kaiser, Hindenburg, Mackensen und Tirpitz Wagemut besitzen und durch ihre Kriegsoperationen unsere eigenen Bewegungen diktieren. Das darf unmöglich so weiter gehen. Unser Land braucht dringend Klarheit und einen Plan, der tuns den Sieg verbürgt. Frankreich rechnet bestimmt darauf, daß die Regierung in diesen schweren Stunden den berechtigten Wünschen Folge leiste. Hervé äußerte sich in demselben Blatte, so widerstandsfähig der Optimismus und die Moral des Volkes auch sei, so könne man doch nicht begreifen, warum während der dreimonatigen deutschen Operationen gegen Rußland, wo ein beträchtlicher Teil der deutschen Truppen in Polen festgehalten wurde, die deutsche Front in Frankreich nicht zurückgedrängt worden sei. Das Soldatenmaterial sei gut und zahlenmäßig bei weitem überlegen. In Bezug auf die Niederlagen von St. Mihil, in der Champagne, bei Artois, Les Eparches uund Arras habe es weder an Material noch Munition gefehlt. Also, wo fehle es da?! Die Regierung müsse es wissen, aber seit elf Monaten läßt sie die Dinge gehen wie sie wollen. Die Kriegsschäden in Arras. Haag, 13. Aug. Der belgische Minister Vandervelde hat kürzlich Soissons und Atrecht(Arras) besucht. Ueber den letzteren Aufenthaltsort schreibt Rumäniens Durchfuhrverbot von Munition nach der Türkei. tu London, 14. Aug. Die„Times“ melden aus Bukarest: In deutschfreundlichen Kreisen wird erklärt, daß die deutsche und österreichische Regienung, wenn Rumänien auf seiner gegenwärtigen Haltung wegen des Durchfuhrverbots von Munition zur Türkei beharrt, entschlossen seien, die Einfuhr aus Rumänien zu verbieten. Auf diese Weise hofft man eine Bewegung in agrarischen und Handelskreisen dieses Landes zu bewirken, damit die rumänische Regienung gezwungen wird, die Durchfuhr von Munition zu gewähren. Dieses Vorgehen wird noch unterstützt durch die Agitation der Banken, die fast alle in deutschen Händen sind und die den Grundbesitzern weitere Kredite verweigern wollen. Einberufung der serbischen Skupschtina. Kopenhagen, 14. Aug. Nach Paris wird ais Sofia gemeldet: Der serbische Ministerpräsident hat auf den Schritt der Vierverbandsmächte die vorläufige Antwort gegeben, daß die Spuschtina auf nächste Woche einberufen werde, um zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen. Griechenland lehnt ab. wtb Athen, 14 Aug.(Richtamtlich,) Meldzung der„Agence d' Athenes“. Der Kabinettschef des Ministeriums des Aeußeren überreichte gestern nach. mittag die Antwort Griechenlands auf den Schritt der vier Ententemächte den Gesandtschaften. Die Antwort Eriechenland, ist in der Form eines ProDie neue Kriegsanleihe. Nach halbamtlicher Mitteilung wird in dem vom Bundesrat in seiner letzten Situung beschlossenen Nachtragsetat für das Rechnungsjahr 1915 ein neuer Kriegskredit im Betrage von 10 Milliarden Mark gefordert. Mit den bisherigen drei Kriegsanleihen, die der Reichstag bewilligt hat, steigt somit der gesamte Kriegsbedarf auf 30 Milliarden Mark.= Durch die Begebung der beiden ersten Kriegsanleihen sind bekanntlich in überraschend glatter Weise 13½ Milliarden Mark aufgebracht worden. Bei der günstigen Wirtschaftslage Deutschlands ist zu erwarten, daß auch die dritte Kriegsanleihe, die demnächst begeben werden wird, keinerlei Schwierigkeiten begegnen und ohne irgendwelche künstlichen Mittel, wie sie England nötig gehabt hat, den gewünschten Erfolg haben wird. Aus Stadt und Umgebung. Rückblicke auf den Weltkrieg. Schirmeck.— Freischärler.— Russische Lockungen.(14. August.) Als an diesem Tage die deutschen Truppen bei Schirmeck einen Mißerfolg hatten, zögerte die Heeresleitung nicht einen Augenbleck mit der Mitteilung. Zwei Festungsbataillone waren aus Straßburg in den Vogesen=Engpaß von Schirmeck eingedrungen, waren aber in ein heftiges Artilleriefeuer gekommen und zum Rückzug gezwungen worden; die deutschen Truppen verloren mehrere Geschütze und Maschinengewehre. Die Begebenheit war in Wirklichkeit von keinerlei militärischer Bedeutung, die Franzosen machten jedoch daraus einen großen Sieg.— Eine scharfe Verwarnung an Frankreich und Belgien richtete die deutsche Regierung(durch neutrale Vermittelung) wegen Bildung von Franktireur=Korps; standrechtliche Erschießung wurde angedroht. Diese Warnung hat bekanntlich wenig genützt, wie sich namentlich in Belgien zeigte.— Uebrigens ging es im Osten ähnlich zu. Auch hier beteitigte sich die Bevölkerung bei Obras an der Drina an dem zehnstündigen harten Kampfe zwischen Oesterreichern und Serben; die letzteren wurden geschlagen und mußten weichen— Bei allem tiefen Ernst dieses Weltkrieges sorgt doch ab und zu Rußland dafür, daß der Humor, der unsreiwillige, der Weltgeschichte zur Geltung kommt. Der Zar, die Großfürsten und die Regierung erließen einen Aufruf an Russisch=Polen:„Unter dem Zepter des Zaren wird Polen neugeboren werden!“ Ein anderer Aufruf erinnert des Zaren„liebe Juden“, an die vielen Wohltaten, die sie in Rußland genossen und winkt ihnen zum Militärdienst. *(Sicherung unserer Obsterute.) Da erfahrungsgemäß in vielen Bezirken Deutschlands für die Verwertung des minderwertigen Obstes und der Wildfrüchte kein organisierter Zwischenhandel besteht, so hat die Zentral=Einkaufsgesellschaft in Berlin, Abteilung Fruchtverwertung, Mittel und Wege gesucht, diesem Mangel abzuhelfen, um eine möglichst restlose Sammlung und Verwertung des minderwertigen Obstes, sowie der Eicheln, Kastanien, Bucheckern und Lindensamen zu erreichen. Zu diesem Zweck hat sie in ihrer Organisation eine Verbindung zwischen den Produzenten und der verarbeitenden Industrie bezw. der Landwirtschaft geschaffen. In Gegenden und Ortschaften, wo der Obstabsatz noch nicht organisiert ist(Landwirtschaftskammern, Obstbauvereine, Obsthandel), darf erwartet werden, daß landwirtschaftliche Genossenschaften Sammelstellen übernehmen und damit den Verkehr zwischen Produzenten und Konsumenten erleichtern. Zum Teil soll das so gewonnene Obst zu einer billigen Mischmarmelade, sogenanntem„Kriegsmus“ verarbeitet und den Konsumenten billig zugeführt werden, wobei sich die Z. E. G. eine gewisse Preiskontrolle vorbehalten hat. Außer der Industrie können aber auch Kommunen und gegenseitige Vereine minderwertiges Obst direkt von den Genossenschaften durch die Sammelstelle beziehen. Von besonderer Wichtigkeit ist es jetzt, alle fetthaltigen Früchte, wie Bucheckern, Lindensamen, Sonnenblumenkerne zur Oelgewinnung der Industrie zuzuführen und alle Futterfrüchte, z. B. Eicheln, Kastanien zu sammeln, um damit die Landwirtschaft zu versorgen. **(Lebensmittelversorgung.) In einem Aufsatz der Berliner„Politischen Nachrichten“ über die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln heißt er bezüglich der Kartoffeln: Was schließlich Kartoffeln anlangt, so befinden wir uns in Bezug auf die Versorgung mit solchen zurzeit in einem Uebergangsstadium. Der Bedarf ist in dieser Zeit, abgesehen von Resten aus der vorjährigen Ernte, auf das Ergebnis des Anbaues von Frühkartoffeln angewiesen. Auf diesem Gebiete übersteigt daher zurzeit die Nachfrage das Angebot, und es ist nach den Erfahrungen des vorigen Winters zu fürchten, daß lokale Festsetungen von Höchstpreisen zu Schwierigkeiten bei der Befriedigung des Bedarfs führen würden. Glücklicherweise sind die Aussichten nach Ueberwindung dieser Uebergangszeit sehr gute Die diesjährige Kartoffelernte verspricht im allgemeinen sehr gut, in manchen Gegenden ganz besonders reich auszufallen. Es ist daher begründete Aussicht vorhanden, daß es den Regierungen unschwer gelingen wird, die Versorgung der Bevölkerung mit Speisekartoffeln zu Preisen zu sichern, welche sich nicht erheblich über den gewöhnlichen Friedensstand erheben. **(Mit deutscher Schrift) muß, wie bisher, auch fürderhin in den Volksschulen der Schreibunterricht beginnen. Dies bestimmt neuerdings der Unterrichtsminister. Bekanntlich ist unter Schulmännern schon seit langem ein Kampf zwischen deutscher und lateinischer Schrift entbrannt. Dagegen erlaubt der Minister, daß die A=B=C=Schützen vor dem Beginn des eigentlichen Schreihens mit dem Zeichnen der Großbuchstaben der lateinischen Druckschrift beschäftigt werden können. **(Keine Einziehung der Nickel= und Kupsermünzen.) Hier und da war angeregt worden, unsere Nickel= und Kupfermünzen aus dem Verkehr zu ziehen, sie der Metallsammlung, die in erfreulicher Weise von Tag zu Tag wächst, zuzuführen und so für die Kriegszwecke nutzbar zu machen. Nach Erkundigungen in der Königlichen Münze ist mitzuteilen, daß dieser Gedanke auch von der zuständigen Stelle erwogen worden ist, daß er aber vorläufig aus verschiedenen Gründen als unnötig und unausführbar angesehen wird. Die Nickelmünzen würden von vornherein für diesen Zweck unbrauchbar sein, da sie zu 25 v. H. mit Kupfer legiert sind und die Scheidtung zu kostspielig sein würde. Auch die Kupfermünzen sind mit Zinn (4 v. H.) und Zink(1 v. H.) gemischt. Zudem würde es bedenklich und wirtschaftlich nur sehr schwer möglich sein, die kleinen Scheidemünzen aus dem Verkehr zu ziehen und durch Münzen aus ans derem Material zu ersetzen. **(Militärische Bekanntmachungen.) In der heutigen Nummer werden zwei Bekanntmachungen der Militärbehörde veröffentlicht, welche sich mit der Verarbeitung und Veräußerung von Schafwolle, deren Gespinsten, Abfällen 2c. befassen. Auf die Bekanntmachungen sei auch an dieser Stelle noch hingewiesen. **(Städtische Wage.) In der Bude unter dem alten Rathause, in welcher die Marktstandgelder erhoben werden, ist seit längerer Zeit eine städtische Wage zum Nachwiegen aufgestellt, die jedermann unentgeltlich zur Benutzung zur Verfügung steht, der Waren nach Gewicht auf dem Markte eingekauft hat. Büchertisch. Alle unter dieser Rubrie besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Die Tiroler Grenzkämpfe ziehen jetzt die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich, da das österreichisch= ungarische Heer in heldenmütiger Verteidigungsstellung die anstürmenden italienischen Truppenmassen zurückhält. Ueber diese Heldenkämpfe berichten die nauesten Hefte(36—38) von Bong's illustrierter Kriegsgeschichte„Der Krieg 1914/15 in Wort und Bild"(Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57, wöchentlich ein Heft zum Preise von 30 Pfg.) in eingehender sachkundiger Weise, in dem nicht nur auf die militärischen Schwierigkeiten der dort stattfindenden Positionskämpfe hin' gewiesen wird, sondern auch gleichzeitig ein geographischer Ueberblick über Land und Leute geboten wird. * Bad Königsborn bei Unna. Am Sonntag, den 15. August d. J. findet im Kurgarten ein großes vaterländisches Konzert statt, das von der Kapelle des Herrn Musikdirektor Plato ausgeführt wird. Das Nähere ergibt sich auis dem Anzeigenteil dieses Blattes, doch sei an dieser Stelle noch besonders auf die Veranstaltung hingewiesen. Gottesdienste. Evang. ref. Gemeinde. Sonntag 3½ Uhr: Pastor Terberger. Evang. luth. Gemeinde. Sonntag 8 Uhr: Pastor Ohlig. 9½ Uhr: Pastor Nell. Gemeinde Westhofen. Sonntag 9½ Uhr: Pastor Klinker. Kath. Pfarrkirche Schwerte. Sonntag 6¼ Uhr: Stille hl. Messe: Kapl. Röseler. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt, gem. hl. Monatskommunion der Jünglingssodalität und der schulpflichtigen Kommunikanten. 8¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt, Pfr. Schrurbus. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorher Kräuterweihe. Nachm. 2½ Uhr: Vesper. Verantwortlich für die Redaktion Friede. Kraas, Druck&am. Verlag von Cael Begne, beide in Schwertt. Nicht die abgebrannten Dörfer, nicht die zerstampften Acker, nicht die stillliegenden Fabriken und Handelshäuser sind das Schlimmste des Krieges, sondern all die Gräber draußen auf dem Schlachtfelde, die so viel Jugend und Kraft und Geist aufnehmen. Dörfer können wieder aufgebaut, ücer wieder bestellt, Fabriken wieder in Betrieb gesetzt werden. Aber all die Jugend, der Geist, die Kraft, all das Streben und all die Liebe, die in den Kriegsgräbern ruht, kehrt nie wieder zu uns zurück. Nicht müde, matte, alte Laute sind ins Grab gesunken, sondern kräftige Menschen, die für ihre Umgebung viel, sehr viel bedeuteten: hoffnungsvolle Söhne, die Stützen ihrer Eltern, liebevolle Gatten, die fürsorglichen Gefährten ihrer Frauen, treue Väter, der starke Halt ihrer Kinder. Jedes Kriegergrab bedeutet viele Tränen und Kllagen, bedeutet zertrümmerte Hoffnungen, zerbrochene Stützen unersetzliche Verluste. Ein Massengrab bedeutet einen Strom von Tränen und Leid. Ich nehme es in keiner Weise den Vätern und Müttern, den Witwen und Waisen übel, wenn sie weinen und klagen um ihre Toten. Aber bei diesem Weinen und Klagen dursen wir nicht stehen bleiben. Jeder Deutscher, der noch lebt und atmet, ist Hinterbliebener, nicht nur die weinenden Väter und Mütter, die klagenden Witwen und Waisen; die Toten starben für uns alle, die wir leben, sie starben für unser Vaterland. Das Werk, das sie wirkten, ist unser aller Werk. Wo sie aufhörten, da müssen wir fortfahren. Was sie wirken und leisten wollten, das müssen wir wirken und leisten. Die Kraft, die Arbeit, das Streben, das im Grabe ruht, all das müssen wir mit übernehmen, indem wir unsere Kraft, unsere Arbeit, unser Streben für das Vaterland verdoppeln. Die Toten fordern es von uns. Je mehr Tote in fremder Erde ins Grab sinken, umsomehr Pflichten und Aufgaben erwachsen den Hinterbliebenen. Nicht mutlos verzagen, nicht tatenlos klagen, sondern hinein wieder in die Arbeit! Die macht am ehesten von Schmerzen frei, die gewinnt uns am besten dem Leben, dem Vaterland zurück. Die Aufgaben, die Pflichten, die der Krieg und erst recht der Friede von uns Hinterbliebenen fordert, sind riesengroß. Wenn du sie übernimmst, so geht das Vaterland der goldenen Zukunft entgegen, die unsere Toten in ihrem Sterben vor Augen hatten Wehe dir, wenn du versagst! Es saß der edle Vierverband Bisher auf hohem Pferde, Und glaubte, daß das deutsche Land Totall zerschmettert werde. „Wir kämpfen, bis es mürbe ist", So rief im Wahn der Chauvinist, So schrie'n die Parlamente Der feindlichen Entente. Besonders voll nahm ihren Mund Die gegnerische Presse, Die Wahrheit tat sie selten kund, Hier lag nicht ihr Interesse. Und walkte unser Hindenburg Im Osten mal die Russen durch, Dann stand in ihrer Zeitung: Das war nicht von Bedeutung! Zum Seegefecht in der üst-Jee Am 10. August griffen unsere Ostseestreitkräfte die an der Einfahrt zu den Alands=Archipel liegende besestigte Schäreninsel Atö an. Sie zwangen die dort stehenden russischen Streitkräfte zum Rückzug und brachten die feindlichen Küstenbatterien Großzügig sich hat ausgedacht, Die große Offensive. Und fiel man auch mit dieser rein, So sollte dies nicht anders sein; Und konnte man nicht siegen, So half man sich mit Lügen, Als Rußland einst Przemysl nahm, Da schrie man, welch ein Wunder! Als Oestreich es zurückbekam, Da tat man, als sei's Plunder. Der Zar hielt Einzug, festesfroh, Mit Lemberg war es ebenso. Und heute steht zu lesen: Daß es nichts wert gewesen! Dann kam auch die Karpathenschlacht, Und das gewalt'ge Ringen, Da schrieb der Feind mit Vorbedacht Nichts von besond'ren Dingen. Man wünschte noch dem Russen Glück, Sie zogen siegreich sich zurück; Das ist kein„Netirieren“ Das nennt manUmgruppieren“. Nun zogen Deutschlands Söhne ein Siegreich zu Warschaus Toren, Für Rußland wird's wahrscheinlich sein, Daß Polen sie verloren. Da uuft man drüben ungesäumt: Freiwillig hat's der Russ’ geräumt! Und Taktik, ohne Frage, Ist keine Niederlage. zum Schweigen. Andere deutsche Kreuzer trieben russische Torpedoboote, die sich bei Zerel zeigten, in den Rigaischen Busen zurück. Trotz mehrfacher Angriffe kehrten unsere Schiffe unbeschädigt zurück. Doch Hindenburg, der Russenschreck, Kneift weiter zu die Zange, Und Mackensen, der alte Reck, Der fackelt auch nicht lange. Nach Osten blickt die Welt gespannt, Und ob der edle Vierverband Auch weiter lügt, und weiter, Es nutzt ihm nichts! Ernst Heiter. Furcht vor einem deutschen Marsch nach Petersburg. tu Notterdam, 13. Aug. Es liegen wieder ebenso wie bei der Ankündigung der Räumung von Warschau und des Rückzuges nach der Bug=NjemenLinie eine ganze Reihe von Nachrichten aus Petersburg in London vor, deren Hauptthema folgendes ist: Man muß es für zweiselhaft ansehen, ob wir imstande sein werden, die Niemen=Bug=Linie zu halten, wo jetzt schon in Wilkomir und bei Kowel der Feind sich hinter dieser Linie befindet. So sormuliert es kurz der Petersburger„Daily Mail“= Korrespondent. Aug weiteren Petersburger Depeschen an die gestrigen englischen Morgenblätter geht hervor, daß in Petersburg durch Erörterungen in den Zeitungen eine Panik ausgebrochen sei, weil diese Blätter betonen, das eigentliche Ziel der Deutschen sei die Reichshauptstadt. Jedenfalls hat der Generalstab eg für nötig angesehen, eine beruhigende Erklärung zu veröffentlichen. Diese Erklärung besagt: Der Feind wird, welches auch seine Absichten seien, kaum die Hauptstadt erreichen können. Das Gouvernement Pskow ist mit Seen und Sümpfen bedeckt, die eine kräftige Verteidigungslinie bilden. Ein etwaiger feindlicher Vorstoß nach Petersburg wird an dieser Verteidigungslinie scheitern. Der„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ erinnert anläßlich dieser an eine beruhigende Erklärung des russischen Generalstabsberichtes vom 1. Mai, der besagt, der Vormarsch der Deutschen im Gouvernement Kowno werde in den zuständigen Kreisen nicht ernst genommen und bezwecke nur, sich der Kartoffelernte zu bemächtigen. Englische Moral. Die„Times“ behandeln in ihrem Leitartikel die einigermaßen peinliche Tatsache, daß fast täglich Inserate in den Zeitungen erscheinen, in welchen Offiziere um Darlehen oder Geschenke im Betrage von oft nur wenigen Pfund Sterling bäten. Die Urfache hierfür sieht das Blatt darin, daß außer den Gesellschaftsklassen, die früher die Offiziere stellten, auch andere Klassen dafür in Anspruch genommen würden, und daß die aus ihnen stammenden Offiziere vielfach nicht mit Geld umzugehen wüßten.—„Daily News“ ziehen einen Vergleich zwischen der vorbildlichen Art, wie in Deutschland u. Frankreich für diejenigen Soldaten, welche Gliedmaßen verloren hätten, gesorgt werde, und dem Zustande in England. Da das Oberheus das Pensionsgesetz vertagt und so die nötigen Gelder nicht flüssig gemacht hätte, seien die verstümmelten Soldaten in England auf Almosen(!) angewiesen.— In einer Zuschrift an die„Times“ fordert ein in London bekannter Geistlicher strengere Maßregeln gegen das übermäßige Trinken, besonders der Frauen. Er beschreibt die Auftritte, die man jeden Sonnabend in einer bestimmten großen Verkehrsstraße Londons beobachten könne; nach Schluß der Schankstätten kreisten dort Krüge und Schnapsflaschen auf offener Straße, die Bürgersteige seien von Menschen besetzt, die bis ein oder zwei Uhr morgens tränken, reuften, brüllten und sich unanständig aufführten, darunter Leute in des Königs Rock und junge Burschen. Der Einsender fügt hinzu, im Felde stehende Soldaten beabsichtigten eine Petition um Schutz ihrer Frauen und Kinder vor der sie bedrohenden Verwahrlosung.— Stolzes Albion! Deine Offiziere betteln in den Zeitungen um Almosen, deine verwundeten Soldaten auf den Straßen und dein Mob führt sich derart auf, daß deine Soldaten in den Schützengräben für Weib uund Kind zu Hause fürchten. Liegt's vielleicht doch nicht nur am Munitionsmangel, daß dir so garnichts recht gelingen will? Fehlt dir nicht eher die rechte Moral und Disziplin, ohne die nun einmal nichts großes zu erreichen ist? Auszogen die heuchlerischen Engländer, die deutsche Barbarei zu bekämpfen und mußten dabei vor aller Welt die Blöße ihrer eigenen Barbarei enthüllen! Wetterbericht der deutschen Seewarte. 15. August: Wolkig, Regenfälle, warm. 16.—Sonnig, sonst wenig verändert. 17.—Veränderlich, ziemlich warm. 18.—Kühl, veränderlich. 19.—Angenehm, sonnig, ziemlich warm. Zerantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus. beide in Schwerte Er-M SSTT Roman von F. v. Nauenheim. 31 O, wie hatte sie ihn heute beleidigt! Er ballte die Hände bei der Erinnerung und, plötzlich stehen bleibend, atmete er tief und schwer auf. Da plötzlich, was war das? Schlug nicht eine süße Kinderstimme an sein Ohr? Sah er nicht deutlich zweinnschuldvolle, wie Sterne leuchtende dunkle Augen mit kindlichem Vertrauen auf sich Ein fast weiches Lächeln umspielte seinen Mund, ein gutes, edles Empfinden durchzog sein Herz einer spontanen Eingebung gehorchend, lenkte er er seine Schritte über den Ring nach der Babenbergerstraße, um nach wenigen Minuten in die stille Seitengasse einzubiegen, wo er vor einem der eleganten Häuser, dessen Tor natürlich schon Jen und dessen sämtliche Fenster bereits dunkel wacen, eine kleine Weile stehen blieb, um dann, leise sich hineinlachend und den Kopf schüttelnd, sich wieder dem Ring zuzuwenden. Wenn seine Frau ihn jetzt gesehen hätte, in nachtschlafender Zeit, bei„Sturm und Wetter“ einem Ritter Toggenburg gleich zu einem dunklen Feuster chinaufstarrend! O, wie wäre da ihre tolle Gifersucht wieder wild aufgeflammt! Als Baron von Thurau, gegen den Sturm ankämpfend, die Ringstraße überquerte, wäre er beinahe mit einem Passanten zusammengestoßen, blieb aber nach flüchtigem„Pardon" überrascht stehen, als er sich einem Bekannten gegenübersah. „Mein Gott, Baron von Hochberg, Sie! Und woher und wohin des Weges?“ „Ah, lieber Thurau, genau dieselbe Frage könnte ich an Sie stellen, gab der als guter Bekannter Angeredete lachend zurück. Aber es ist ein Hundewetter, zum Promenieren wenig einladend, und, wenn wir hier noch länger stehen bleiben, fegt auuns der Sturm von dannen.“ „Ja, und der Himmel weiß, wohin er uns dann entführen könnte! Wie ist's Baron, wollen wir nicht noch einmal in den Klub schauen?“ Gloriose Idee! Also vorwärts, lieber Freund! Obwohl es schon nahe an Mitternacht, trafen die beiden Herren doch noch einige Bekannte. Als die Neuangekommenen dann bei einem Glas Wein und Zigarren einander gegenübersaßen, siel Thurau eine gewisse nervöse Unruhe im Wesen des andern auf; er trank schnell, die Hand, die auf der Tischplatte lag, spielte unausgesetzt mit dem Feuerzeug und er sprach hastig und abgebrochen. Da die beiden Herren, obwohl Baron Hochberg um zehn Jahre alter als Thurau, gute Freunde waren, so konnte sich letzterer, ohne indiskret zu erscheinen, schon eine diesbezügliche Frage erlauben, die jedoch zuerst nur mit Kopfschütteln beantwortet wurde. „RNein, lieber Hochberg, nicht so!“ Damit legte Thurau seine schlanke Rechte leicht auf den Arm des Freundes.„Wir sind lange genug Freunde, als daß Sie sich mir nicht anvertrauen sollten. Wollen Sie mir nicht sagen, was Sie bekümmert?“ „Hubert, ich— ich bin in einer Klemme, verstehen Sie?" stieß Hochberg, Thuraus Hand umklammernd, nach kurzem Zaudern hervor. „Wie groß ist die Summe?" erkundigte sich Thuran. „Für meine Verhältnisse groß genug, achttausend Kronen," flüsterte Hochberg, scheu sich umschauend und mit beiden Händen in sein schütte res Haar fahrend.„Meine Frau darf nichts wisfen, ste ist so— so mißtranisch, mein Gott, glauben Sie mir, Hubert, wenn nicht unser Bub wär, der Robert, ich wär schon längst auf und davon, aber mein Bub, der hält mich.“ Thuraus dunkle Augen ruhten einen Moment wie verloren auf Hochbergs verstörtem Antlitz, dann streckte er dem Freunde die Hand entgegen. „Seien Sie ohne Sorge, Freund und besuchen Sie mich morgen im Lauf des Vormittags!“ „Sie sind wirklich gut, Hubert, ein wahrer Freund. Tausend Dank im voraus. Ich werde bestimmt, wenn auch nur ratenweise—“ „Wie alt ist Ihr Robert, Hochberg,“ fragte Thurau, mit der Hand abwinkend. „Zehn Jahre und— ein lieber Bursch, stramm und dabei gutherzig, ganz anders als seine Frau Mama; darum wünscht ich ihm auch mehr Glück, als sein Vater im Leben gehabt. Wissen Sie, Hubert," nun die schwere Sorge von des Mannes Herz genommen war, wurde er aufgeräumt und mitteilsam,„es lebt da irgendwo in unserm schönen Vaterland auch ein Hochberg, unverschämt reich und ungefähr in meinem Alter, na, hm, und da er weder Weib, noch Kind, noch sonst wen hat, müßte ordnungsgemäß der ganze Plunder einmal uns, respektive meinem Buben zufallen; aber solch heidenmäßig großes Glück haben wir nicht, ich und mein armer Robertl. Ich, für meine Person. bin ja wahrhaftig nicht geldgierig, aber meinem Buben möcht' ich's einmal gönnen. „Na lassen Sie's nur gut sein Hochberg," tröstete der junge Freiherr, der voll ehrlicher Anteilnahme den lebhaften Auseinandersetzungen Hochbergs gelauscht hatte, diesem warm die Hand drükkend und ihm ins gutmütige Antlitz blickend, wer weiß, wie alles noch kommt, und was ihren Buben anbelangt, wird der, wenn er auch nicht im Gold schwimmen sollte, vielleicht, oder gerade darum, seinen richtigen Weg finden; aber sollten nicht auch wir jetzt den Weg nach Hause finden? setzte er lachend hinzu. „Nach Hause, ja, Hubert. Sie hat mich heut“ der Himmel finden lassen, bei Gott, ich war schon ganz verzweifelt, als ich fast an Ihnen vorüberstürmte. Aber noch eins: Es ist nicht etwa eine Spielschuld, sondern—“ —„Das ist lediglich Ihre Sache, Hochberg, alse gehen wir und morgen vormittag erwarte ich Sie bei mir." Der audere vermochte nicht zu antworten, doch ein fester Händedruck sagte Thurau genug. „Der Arme,“ murmelte er, dem Davoneilenden einem Moment nachschauend,„auch er ist der Mann einer ungeliebten, unliebenswürdigen Frau, aber er hat doch Ersatz in seinem Buben, den er frei und offen vor aller Welt als seinen Sohn bekennen darf, während ich—" Der Sturm, der dem um eine Ecke Biegenden wild entgegenfauchte, so daß er Müthe hatte, vorwärts zu kommen, machte den Reflexionen des nächtlichen Wanderers jäh ein Ende. Dieser war froh, als er endlich daheim war, und suchte mit dem angenehmen Bewußtsein, einem guten Menschen aus Bedrängnis helfen zu können, sogleich sein Lager auf. 16. Kapitel. Wenige Tage später nach seinem Zusammentreffen mit Baron von Hochberg sollte Thurau mit setner Gemahlin einem im gräflich Merheinischen Palais stattfindenden Feste beiwohnen. Gisela stand bereits in voller Soireetoilette vor dem hohen Ankleidespiegel und musterte ihre Erscheinung mit kritischen Blicken, während Tante Hermine noch einiges an der Schleppe der prachtvollen Atlasrobe arrangierte. „Sehe ich nicht ein wenig blaß aus, Tante und sollte ich nicht doch etwas Rot auflegen?" wandte sich die Baronin, ungeduldig den Kopf drehend, zu der langsam Nähertretenden. „Du stehst sogar leidend aus, meine Teure, und das kommt daher, weil Du nicht Raison annehmen willst; dieses ewige Jagen von Fest zu Fest schadet Dir mehr, als Du glauben magst.“ Aber, nicht doch! Meine Gesundheit ist fest genug, und überdies fühle ich mich nur wohl mietem im Trubel einer glänzenden Gesellschaft; ich müßte zugrunde gehen, wenn— doch lassen wir das!.. 227.10 Bekanntmachung betreffend Veräußerungs= und Verarbeitungs. verbot von reiner Schafwolle und reinschafwollenen Spinnstossen. Nachstehende Bekanntmachung wird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht mit dem Bemerken, daß jede Uebertretung sowie jedes Anreizen zur Uebertretung der erlassenen Bekanntmachung, soweit nicht nach den allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen verwirkt sind, nach § 9 Buchstabesd“) des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 oder Artikel 4 Ziffer 2**) des Bayerischen Gesetzes über den Kriegszustand vom 5. November 1912 oder nach§ 5““) der Bekanntmachung über Vorratserhebungen vom 2. Februar 1915 bestraft wird. Auch kann der Militärbefehlshaber die Schließung der Betriebe anordnen. § 1. Inkrafttreten. Die Anordnungen dieser Bekanntmachung treten mit Beginn des 14. August 1915 in Kraft. § 2. Veräußerungsverbot. Die Veräußerung ungefärbter und gefärbter reiner Schafwolle, d. h. 1. ungewaschener Wolle ein= Im nachstehenden kurz schließlich Rückenwäsche,„reine Schafwolle“ 2. gewaschener und karboni= genannt, sierter Wolle und ungefärbter und gefärbter reinschafwollener Spinnstoffe, d. h. 3. Kammzug, Im nachstehenden kurz „reinschafwollene Spinnstoffe“ genannt. 4. Kämmlinge, 5. Wollabgänge(Kammgarn= und Streichgornfäden, Wickel, Zugabrisse) zu anderen als zu Heeres= oder Marinezwecken ist von Beginn des 14. August 1915 ab verboten. Als Veräußerung zu Heeres= oder Marinezwecken gilt nur: 1. Die Veräußerung an Personen, welche diese reine Schafwolle und reinschafwollenen Spinnstoffe nach weislich zur Herstellung von Halb= und Ganzerzeugnissen zwecks Erfüllung von unmittelbaren oder mittelbaren Aufträgen von Militär= oder Marinebehörden brauchen, 2. die Veräußerung an die Kriegswollbedarfs=Aktien= gesellschaft oder die Kammwoll=Aktiengesellschaft, Berlin. Es ist der Nachweis dafür zu erbringen, daß die Veräußerung tatsächlich zu Heeres= oder Marinezwecken erfolgt ist; der Nachweis gilt nur dann als geführt, wenn der Abnehmer dem Lieferer einen amtlichen Belegschein in doppelter Ausfertigung, ordnungsgemäß ausgefüllt und unterschrieben, übergibt, dessen Hauptausfertigung der Lieferer an das Webstoff=Meldeamt der Kriegs=Rohstoff=Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Berlin SW 48, Verlängerte Hedemannstraße 11, einzusenden hat, dessen zweite Ausfertigung der Lieferer als Ausweis aufbewahrt. Die amtlichen Belegscheine sind beim Webstoff=Meldeamt erhältlich § 3. Verwendungsverbot. Das Waschen, Kämmen, Mischen, Färben, Verspinnen sowie jegliche andere Art der Verarbeitung und Verwendung von: ungefärbter oder gefärbter reiner Schafwolle aller Feinheitsgrade untereinander, 2. ungefärbten oder gefärbten reinschafwollenen Spinnstoffen aller Feinheitsgrade untereinander, 3. ungefärbter oder gefärbter reiner Schafwolle aller Feinheitsgrade mit ungefärbten oder gefärbten reinschafwollenen Spinnstoffen aller Feinheitsgrade, 4. ungefärbter oder gefärbter reiner Schafwolle aller Feinheitsgrade oder ungesärbter und gefärbter reinschafwollener Spinnstoffe aller Feinheitsgrade mit irgendwelchen reinen oder gemischten Zusatzspinn stoffen, z. B. Baumwolle, Kunstwolle, Seide, Kunstseide, anderen Faserstoffen usw. im nachstehenden „Zusatzspinnstoffe“ genannt, ist nach dem Beginn des 14. August 1915 verboten. Diejenigen Mengen, welche vor Inkrafttreten der Anordnungen dieser Bekanntmachung gewolft waren, dürfen weiter verarbeitet werden. Nach dem Beginn des 14. August 1915 ist das Waschen, Kämmen, Mischen, Färben, Verspinnen sowie jegliche andere Art der Verarbeitung und Verwendung (vergl. oben unter 1—4) nur zur Herstellung solcher Halb= und Ganzerzeugnisse gestattet, deren Anfertigung vom Königlich Preußischen Kriegsministerium oder ReichsMarine=Amt unmittelbar, mittelbar oder durch Vermittlung des Kriegs=Weberverbandes, Kriegs=Tuchverbandes oder des Kriegs=Garn= und Tuchverbandes e. V., Berlin, ausdrücklich genehmigt ist. Die Verarbeitung eigener Bestände zu Heeres= oder Marinezwecken muß bis zum 31. Dezember 1915 erfolgt sein. Verlängerung dieser Frist kann auf ausführlich begründeten Antrag, welcher nur im November 1915 gestellt werden kann, durch die Kriegs=Rohstoff=Abteilung des Kriegsministeriums, Berlin, gewährt werden. 8 Ausnahmen von Veräußerungs- und Verwendungsverbot. Ausgenommen von den im§ 2 und§ 3 getroffenen Anordnungen sind die Wollen der deutschen Schafschur *) Wer in einem in Belagerungszustand erklärten Orte oder Distrikte ein bei Erklärung des Belagerungszustandes oder während desselben vom Militärbefehlshaber im Interesse der öffentlichen Sicherheit erlassenes Verdot übertritt oder zu solcher Übertretung auffordert oder anreizt, soll, wenn die bestehenden Gesetze keine höhere Freiheitsstrafe bestimmen, mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft werden. **) Wer in einem in Kriegszustand erklärten Orte oder Bezirke eine bei der Verhängung des Kriegszustandes oder während desselben von dem zuständigen obersten Militärbefehlshaber zur Erhaltung der öffentlichen Sicherheit erlassene Vorschrift übertritt oder zur Uebertretung auffordert oder anreizt, wird, wenn nicht die Gesetze eine schwerere Strafe androhen, mit Gefängnis dis zu einem Jahre bestraft. *) Wer vorsätzlich die Auskunft. zu der er auf Grund dieser Verordnung verpflichtet ist, nicht in der gesetzten Frist erteilt, oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gesängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark bestraft, auch können Vorräte, die verschwiegen sind, im Urteil für dem Staate verfallen erklärt werden. Wer fahrlässig die Auskunft, zu der er auf Grund dieser Verordnung verpflichtet ist, nicht in der gesetzten Frist erteilt oder unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Geldstrafe bis zu 3000 Mark oder im Unvermögensfalle mit Gefängnis bis zu 6 Monaten bestraft. 1914/15, auf welche die Anordnungen über die Beschlagnahme der deutschen Schafschur 1914/15 und die in der Verordnung über Bestandserhebung unversponnener Schaswollen Nr. W. I. 1/6. 15 K. R. A. getroffenen Bestimmungen Anwendung finden. Das Verkämmen der Wollen der deutschen Schafschur 1914/15 ist verboten, soweit nicht durch ausdrückliche Versügung des Kriegsministeriums hierzu Erlaubnis erteilt worden. Von denjenigen Mengen eigener Bestände ungefärbter und gefärbter reiner Schafwolle und ungefärbter und gefärbter reinschafwollener Spinnstoffe, welche deren Verarbeiter bei Bekanntmachung dieser Verordnung im Besitz haben, dürfen nach Abzug derjenigen Mengen, welche der deutschen Schafschur 1914/15 entstammen, und nach Abzug derjenigen Mengen, welche zu Heeres= oder Marinezwecken gebraucht werden, 20 v. H., in jedem einzelnen Falle aber 1000 kg, jedoch nicht über 7500 kg verwendet werden. Die Erlaubnis, 20 v. H. der eigenen Bestände, verarbeiten zu dürfen, findet keine Anwendung auf Kammgarnspinner(siehe§ 7). Diese 20 v. H. reiner Schafwolle und reinschafwollener Spinnstoffe dürfen beliebig aus den eigenen Beständen vom Verarbeiter entnommen und beliebig verwendet werden. Die freigegebenen Mengen sollen in erster Linie zur Herstellung solcher Schußgarne verwendet werden, die zum Abweben der auf den Webstühlen befindlichen gebäumten oder geschorenen Ketten gebraucht werden. Sollie die freigegebene Menge für diesen Zweck nicht ausreichen, so kann auf begründeten Antrag dem Selbsthersteller weitere Freigabe durch die Kriegs=Rohstoff=Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Sektion WI, bewilligt werden. Alle diejenigen Mengen, die zu den bei Inkrafttreten dieser Anordnungen im Besitz der Verarbeiter befindlichen eigenen Beständen hinzutreten, dürfen nur für Heeres= oder Marinezwecke verwendet werden. § 5. Zusatz von Baumwolle und Baumwollabfällen. Soweit Baumwolle oder Baumwollabfälle als Zusatzspinnstoff verwendet werden, ist bei allen erlaubten Spinnstoffmischungen ein Zusatz von mehr als 20 v. H. Baumwolle oder Baumwollabfällen, auf die Gesamtspinnstoffmenge jeder einzelnen Mischpartie berechnet, verboten. Diejenigen Meugen, welche vor Inkrafttreten der Anordnungen dieser Bekanntmachung bereits gemischt waren oder sich in Mischung befanden, dürfen weiter verarbeitet werden. § 6. Ausnahmen für Einfuhr. Die Bestimmungen dieser Bekanntmachung finden keine Anwendung auf diejenigen Mengen reiner Schafwolle und reinschafwollener Spinnstoffe, welche nach krafttreten der Anordnungen dieser Bekanntmachung vom Ausland nach Deutschland eingeführt werden. Die von der deutschen Heeresmacht besetzten Gebiete gelten nicht als Ausland im Sinne dieser Anordnungen. Die eingeführten Mengen müssen bei der monatlichen Bestandsanmeldung unversponnener Schafwollen auf besonderem Meldeschein mit dem Vermerk„Wolleinfuhr“ gemeldet werden. Die in der Zeit vom 1. Januar bis 15. August 1915 eingeführten Mengen reiner Schafwolle und reinschafwollener Spinnstoffe sind bis zum 20. August 1915 dem Webstoff=Meldeamt der Kriegs=Rohstoff=Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Berlin SW 48, Verlängerte Hedemannstraße 11, zu melden. § 7. Besondere Bestimmungen für Kammgarnspinner. Für Kammgarnspinner wird des weiteren angeordnet: Die eigenen Bestände der Kammgarnspinner soDas anerkannt Beste Das anerkannt Dauerhafteste Das anerkannt Praktischste sind Bleyle's Fabrikate Bley’les Knaben- Anzuge, Bleyle’s Joppen u. Geschäfts- Röcke, Turn- und Reform-Hosen für Damen, Kinder und Herren 5913 Alleinverkauf Ernst Müller, Schwerte, Ostenstr. 18 Reparaturen erbitte zu Ende der Woche. Nachtrags=Verfügung zu der Bekanntmachung betreffend Bestandsmeldung und Beschlagnahme von Metallen vom 30. April 1915(Nr. M. 1/4. 15. K K A). Zu§ 2 der Bekanntmachung betreffend Bestandsmeldung und Beschlagnahme von Metallen vom 30. April 1915(M. 1/1, 15. K R A) treten als„von der Verfügung betroffene Gegenstände“ vom 14. August 1915 nachts 12 Uhr ab neu hinzu. Klasse Gegenstand Söchchen: mit Wollrand Sitzen fest und rutschen nicht In vielen Mustern vorrätig. 2108 Alleinverkauf DttUMark, Schwerte Ostenstrasse 20. Gebundettes 18 a Aluminium in Fertigfabrikaten mit einem Reingehalt von mindestens 80 Prozent; ausgenommen sind Gebrauchsgegenstände, die für den Haus= und den wirtschaftlichen Betrieb im Gebrauch sind und keiner sichtbaren Abnutzung im Gebrauch unterliegen. Nicht ausgenommen sind jedoch solche Gegerstägde, welche zum Verkaufe bestimmt sind. Die Gegenstände der Klasse 18 a unterliegen allen Vorschriften der obengenannten Verfügung betreffend „Bestandsmeldung und Beschlagnahme von Metallen“ vom 30. April 1915. Die Bestimmungen des§ 5 sind maßgebend für solche im§ 3 gekennzeichnete Personen, Gesellschaften usw., deren Vorräte(einschl. derjenigen in sämtlichen Zweigstellen, die sich im Bezirk der verfügenden Behörde befinden) am 14. August gleich oder geringer waren als 25 kg. Das Lagerbuch ist sofort einzurichten, die Meldungen sind zum nächsten Meldetermin für Metalle(1. September 1915) auf dem allgemeinen Meldeschein zu erstatten, der durch Klasse 18 a erweitert wird und bei allen Postanstalten l. und II. Klasse zu haben ist. Münster, den 14. August 1915. 3785 Der stellvertrelende kommandierende General des VII. Armeekorps. Frhr von Gayl. General der Jasanierie. Freischütz. 15. August, nachm. 4 Uhr: urehes-Miirntar-Konzert der Kapelle d. II. Ers.-Batl. Inf.-Reg. 130. Musikmeister Röller-Hamm. = 32 Musiker. Eintritt 50 Pfg. 10 Karten 3 Mk. Der Reinertrag ist für den Kriegsliebesdienst bestimmt. 3774 Morgens von 8 Uhr bis abends 8 Uhr: " Besichtigung der Schützengräben. Interessante Sehenswürdigkeit während des Krieges. □ □ m Sonntag, 9 □ □ □ □ □ 9 □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ Ssusnsssnnnsnnnn Brenührig San Romgebern der Unnd. wohl in Wollen als auch in ungefärbten oder gefärbten Kammzügen in den Feinheitsgraden AAAA bis einschließlich DI müssen zu der vom Königlich Preußischen Kriegsministerium vorgeschriebenen Kriegsmischung mitversponnen und dürfen zu anderen Zwecken nicht verwendet werden. Diese eigenen Bestände der Kammgarnspinner müssen bis zum 31. Dezember 1915 versponnen und zur Weiterverarbeitung zu Heeres= dder Marinezwecken abgeliefert sein. Eine Verlängerung dieser Frist kann nur auf ausführlich begründeten untrag, welcher nur im November 1915 gestellt werden kann, durch die Kriegs=Rohstoff=Abteilung des Kriegsministeriums, Sektion WI, Berlin, bewilligt werden. Die in der vorgeschriebenen Kriegsmischung gesponnenen Webkammgarne für Militarstoffe, sowohl aus eigenen Beständen der Kammgarnspinnereien, als aus Zuteilungen der KammwollAktingesellschaft, Berlin, hergestellt, dürfen nur durch Vermittlung des Kriegs=Weberverbandes, Kriegs=Tuchverbandes oder Kriegs=Garn= und Tuchverbandes e. V., Berlin, veräußert werden. B. Die eigenen Bestände der Kammgarnspinner sowohl in Wollen als auch in ungefärbten und gefärbten Kammzügen in den Feinheitsgraden DII und geringer dürfen nur zu Strickgarnen versponnen werden. § 8. Freigabeanträge und Anfragen. Für die Genehmigung von Freigaben ist das Königlich Preußische Kriegsministerium, Kriegs=Rohstoff=Abteilung, Sektion WI, ausschließlich zuständig. Alle auf die vorstehende Bekanntmachung bezüglichen Anfragen und Anträge sind mit der Kopfschrift„Spinnverbot“, an die Kriegs Rohstoff=Abteilung, Sektion WI, Berlin SW 48, Verlängerte Hedemannstraße 11, zu richten. Münster, den 13. August 1915. 3783 Der stellvertrelende kommandierende General des VII. Armeekorps. Frhr. von Gayl, General der Insanterie. Reparataren an Regenschirmen in eigener Werkstatt auch an solchen, welche nicht bei mir gekauft sind prompt und billig. Auf jede Reparatur karn gewartet werden. Bernhard Feit wieder vorrätig. 3777 E. Homel. Original= Notwein garantiert rein, Irt## pro Flasche aus d. Haus 1.10 Mk., im Ausschank per Glas 20 Pfg. Prima Cognac, Reines Weindestilat, pro Fl. 10.— und 8 Mk. empfiehlt Carl Rallio, Gasthof zur Helle, Telefon 251. Am Sonntag, den 15. August 1915: ausgeführt von der Kapelle des Herrn Musikdirektors Plato. Vormittags von 11½—12½ Uhr: Morgen-Konzert. Eintritt für die Person Mk. 0,50; vormittags gelöste Karten gelten auch für den Nachmittag. 37 Die Badeverwaltung. Empfehle mich im Auspolieren von Möbeln jeder Art, sowie Pianos. Beizen von EichenMöbeln in jedem Farbentone. Beste Referenz. Postk. genügt. W. Rüschenbaum, Mödelpol., Iserlohn, Lerchenstraße 15. 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Der Mensch, wie sehr auch die Erde ihn anzieht mit ihren tausend und abertausend Erscheinungen, hebi doch den Blick sehnend zum Himmel auf, der sich in unermellenen Käumen über ihn wölbt, weil er tiei und klar in sich fühlt, daß er ein Bürger jenes geistigen Reiches lei, woran wir den Glauben nicht abzulehnen noch aufzugeben vermögen. Goethe. 9 Paula Mertens. „* Von A. Hottner=Grefe. (Nachdruck verboten.) Inmitten der Hauptstadt, auf einem der kleinen, einsamen Plätze, welche, nur wenige Minuten von dem geräuschvollen Treiben entfernt, so still und weltabgeschieden daliegen, wie Inseln im Meere, stand ein schönes, altes Haus. Es war schmal und hoch, mit zierlichen Giebeln und Erkern und allerhand anderem Schmuck, der es genau unterschied von den modernen Zinskasernen ringsum. Im Winter lag der Schnee in dicken Polstern auf den Kanten und Vorsprüngen, und fror es, so war all das zarte Maßwerk eigenartig schön anzusehen; zog der Frühling ins Land, dann auf den breiten Vorbrettern ungezählte Blumenstöcke, und liebliche Blüten nickten herunter. Im oberen Stockwerk dieses Hauses wohnte seit mehreren Jahren die verwitwete Hofrätin Sophie von Mertens mit ihrer Tochter Paula und drei jüngeren, unversorgten Söhnen. Die Wohnung wäre groß gewesen, aber drei Zimmer hatte man vermietet, und so blieb bloß ein hübsch eingerichteter Salon nach vorne heraus und zwei geräumige Hofzimmer, welche als Schlafund Arbeitsräume verwendet wurden. Nur auf diese Art war es überhaupt möglich gewesen, auch nach dem Tode des Hausherrn in dem Mittelpunkt der Stadt wohnen zu bleiben. Freilich galt es viele heimliche Opfer dafür zu bringen an Ruhe und Bequemlichkeit, aber immerhin: der äußere Schein war gewahrt!, und schließlich blieb dies die Hauptsache, das Entscheidende, wenigstens in den Augen der Hofrätin, welche stets eifrigst bemüht war, diesen äußeren Schein, diesen Schimmer von Vornehmheit und Eleganz krampfhaft festzupoten. Alles in allem war die Hofratin von Mertens überhaupt eine seltsame Frau. Wer sie sah, die schlanke, fast magere, kleine Dame mit dem feinen Gesicht, das einer welken, gelben Rose glich, mit den schönen Händen und den noch immer graziösen, anmutigen Bewegungen, der blieb keinen Moment im Zweifel, daß er sich einer Frau der besten Gesellschaft gegenüber befand. Ihre ganzen Manieren, ihre gewählte, wenn auch einfache Toilette, trugen nur bei, diesen Eindruck zu verstärken.„Eine Glashauspflanze,“ dachten viele— „eine von jenen Wohlbehüteten, welche nie der scharfen Luft des realen Lebens ausgesetzt waren.“ Nur wer genauer diese feinen Züge studierte, der entdeckte wohl den Ausdruck von Energie, welcher um den schmalen Mund lag, und einem denkenden Beobachter entgingen auch die vielen Fältchen nicht, welche zeugten von sorgenvollen Tagen, von schlaflosen Nächten. Oft, wenn die Hofrätin sich selbst im Spiegel betrachtete, seufzte sie „Ach, Paula, ich bin alt vor der Zeit! Ja, das Leben!, das schreckliche Leben, wo man sich jeden Zoll breit erkämpfen muß!“ Und dann neigte sich wohl das frische, ernste Gesicht der Tochter zärtlich zu ihr herab: „Laß es, Mama! Es ist gar nicht so schlimm!“ „Nicht so schlimm? Was weißt du, wie ich, die vermögenslose Beamtenfrau, seit dem ersten Tage meiner Ehe im stillen geduldet habe! Es stimmte nie! Die Anforderungen, welche erfüllt werden müssen, will man nicht alle Positionen in der Gesellschaft verlieren, vertrugen sich nicht mit unserem knappen Beamtengehalt! Und dann kamen die Schulden, die heimlichen Glaubiger, die Demütigungen— du solltest es doch auch wisen, Kindl“.. S. gall. I..., Wellast Ja, Paula wußte es. Sie halle, als die Aelleste, stets am meisten gelitten unter diesen Umständen. Sie entsann sich noch gut des schmalen Mittagstisches, von dem sie oft hungrig aufgestanden, der dünnen Kleidchen, welche sie daheim auftrug— all des verborgenen Sparens, das oft so drückend war. Und sie entsann sich auch der Gesellschaftsabende, welche gegeben wurden, wo Mama strahlend ihre Gäste bewillkommte, während sie selbst, der hochaufgeschossene, ungelenke Backfisch, irgendwo in einem Winkel stand und im stillen erwog, wie seltsam verschieden doch die Wirklichkeit in ihrem Haushalt war von dem äußeren Schein. Und sie erinnerte sich der Schwierigkeiten, welche Papa und Mama ihr entgegengesetzt hatten, um sie von ihrem Plan, einen selbständigen Beruf zu ergreifen, abzubringen. Aber Paula von Mertens hatte einen eisernen Willen und einen klaren Verstand. So setzte sie es durch, daß ihr Talent zur gefälligen Anordnung, ihr Farbensinn ausgebildet wurden. Freilich:„Zur großen Künstlerin langt's nicht!“ hatte der Professor oft gesagt. Aber das focht sie wenig an.„Wenn es bloß reicht, mir mein Leben nach eigenem Ermessen zu zimmern!“ hatte sie oft gesagt, und fröhlich weiter gelernt. Es war ein Glück gewesen für Paula selbst und für ihre ganze Familie, daß sie ihren Plan so konsequent durchgeführt hatte. Denn als plötzlich der Hofrat starb und außer einer spärlichen Pension nichts da war— aber auch gar nichts, während andererseits die drei jüngeren Brüder noch mitten im Lernen standen, da war Paulas kleines Talent das einzige, was einen sicheren Boden bot; ihre Energie, ihr rastloser Fleiß brachten es bald dahin, daß sie Kundschaften erhielt, und nun malte und zeichnete sie unverdrossen den ganzen Tag ihre hübschen Arrangements auf Fächer, auf Tassen und Teller, auf tausend andere Gebrauchsgegenstände. Da sie auch Schülerinnen aufnahm, so war ihr Verdienst bald größer als das Witwengehalt ihrer Mutter, und die bösesten Sorgen schwanden. Sie hatte eigentlich allen Grund, mit sich und ihrem Schicksal zufrieden zu sein! „Gewiß! Allen Grund!ssagte Paula von Mertens mitten aus ihren Gedanken leise vor sich hin.—„Allen Grund!" (Fortsetzung folgt.) Humor. Sportliebhaber. Der Ortsvorsteher trifft einen jungen Mann beim Fischen an einem verbotenen Ort. Er stellt ihn sehr ernstlich zur Rede und erklärt ihm, wenn die Sache wieder vorkomme, müsse er ihn in Strafe nehmen. „Ich erlasse es dir noch einmal deiner Eltern wegen, denn du hast ja kein Geld, also wären sie mehr gestraft als du. Aber ich rate dir, laß dir nicht nochmal bei....— zum Kuckuck, Georg, paß doch auf, es hat ja einer angebissen!“ * Ehelicher Streit. Er:„Na, wenn du es denn durchaus wissen willst, ich habe dich nur deines Geldes wegen geheiratet!“ Sie:„Ach wenn ich mir doch auch so klar darüber wäre, warum ich dich genommen habe!“ S SMT. 1992— — GUanngaan 2 für den Kreis börche S 47. Jabrgang O Ertles und iüches Cepsserges di ürthet. 0 Unterdaltuugs-Beilage zu Nr. 189. Samstag, 14 August 1915 Unter fäticher Fugh Roman von M. Withe. (15. Fortsetzung.) erda ließ sich nicht halten, obwohl Malzyn sie flehentlich bat, ihm wenigstens noch kurze zehn Minuten zu schenken. Und sie bat ihn, sie nicht zu begleiten. Gehorsam fügte er sich ihrem Willen und setzte den Weg längs des Strandes fort. Als er noch einmal zurückschaute, sah er, daß zwei Männer in derselben Richtung daherkamen, eiligen Schrittes und eifrig umherschauend, wie wenn sie etwas suchten. Sie traten grüßend auf Gerda zu und richteten einige Worte an sie, die wohl eine Frage sein mochten; aber es hatte nicht den Anschein, als ob sie von der ihnen erteilten Antwort sonderlich befriedigt wären. Sie gingen weiter, und auch das junge. Mädchen setzte nach der entgegengesetzten Richtung hin seinen Weg fort. Ein paar hundert Schritte ungejähr mochte sie zurückgelegt haben, als sie plötzlich erschrocken zurückprallte; denn sie war eines menschlichen Wesens ansichtig geworden, das sich unmittelbar vor ihr hinter niedrigem Buschwerk zu verstecken suchte. An und für sich war in der Erscheinung dieses Wesens allerdings nichts, das ihr hätte Furcht und Entsetzen einflößen können; denn es war ein junges Mädchen von großer Schönheit, mit einem blaßen, angsterfüllten Gesicht und großen, dunklen, todestraurigen Augen. Der leichte Staubmantel, der ihre Gestalt teilweise umhüllte, konnte nicht verbergen, daß sie darunter ein mit Goldstiaerei und allerlei Flitterbesatz verziertes Kostüm trug, von der Art derjenigen, in denen die Artistinnen der Varieté=Bühnen auszutreten pflegen. Auf die halb unwillkürliche Bewegung Gerdas hin erhob das Mädchen flehend die Hände: „Um des Himmels willen, schreien Sie nicht und verraten Sie mich nicht!“ flehte sie.„Haben Sie Mitleid mit mir. Diese Männer dort dürfen mich nicht finden. „Furchten Sie nichts,“ erwiderte Gerda.„Ich habe kein Interesse daran, Sie zu verraten. Aber wer sind Sie? Und wie kommen Sie hierher?" Das Mädchen fuhr sich mit der Hand über die Augen, die in Tränen schwammen. „Ich will Ihnen gerne alles erzählen, wenn ich mich nur erst in Sicherheit wüßte vor diesen schrecklichen Menschen. Vielleicht haben Sie schon von mir gehört. Ich bin eine Artistin, und man kennt mich unter dem Bühnennamen La Veni.“ (Nachdruck verboten.) 29. Kapitel. Geheimnisse. In dem Blick der schönen, dunklen Augen, die so schwermütig und so flebend auf sie gerichtet waren, lag etwas, das Gerdas Herz zu tiefstem Mitleid bewegte. Sie glaubte in ihnen die Geschichte eines Unglücks zu lesen, das schwerer und grausamer war als das ihrige, und sie war schon jetzt entchlossen, dieser Unglücklichen beizustehen, so gut sie es vermochte. Sie schaute rückwärts, und sie say, daß die Gestalten der beiden Männer, von denen sie voryn befragt worden war, ob sie nicht einem jungen Mädchen begegnet sei, eben in der Ferne verschwanden. „Ich glaube nicht, daß Sie sich für den Augenblick zu beunruhigen brauchen,“ erwidert; sie freudlich. „Die beiden Männer, vor denen Sie sich zu ververgen wünschen, haben sich nach jener Richtung hin entfernt.“ „Sie können mich nicht mehr sehen? Sind Sie dessen ganz sicher, mein Fräulein?“ „Ja.— Aber warum sind Sie denn in so großer Furcht vor ihnen? Haben Sie etwas getan, weswegen Sie verfolgt werden?" Die Frage kam ihr selber beinahe töricht vor, und sie bereute sie schon, noch ehe sie sie ganz ausgesprochen. Denn dies arme Geschöpf mit dem beinahe kindlich unschuldigen Gesicht sah wirklich nicht aus, als ob es etwas Sträiliches auf dem Gewissen haben könnte. Die Gefragte schüttelte denn auch unter heißem Erröten den Kopf. „Nein, ich bin keine Missetäterin.“ Ich habe niemandem etwas Uebles zugefügt und habe keinem Menschen etwas gestohlen. Ich bin nur unglücklich— doppelt unglücklich, weil ich ganz allein in der Welt dastehe. Ich habe in Deutschland weder Verwandte, von deren Existenz ich etwas wüßte, noch einen einzigen Freund. Den einzigen, der meiner Familie nahe stand und der in diesem Lande leben soll, kann ich nicht finden, wie verzweifelt ich auch schon nach ihm gesucht habe.“ „Das ist sehr traurig. Aber damit weiß ich noch immer nicht, weshalb jene Männer Sie verfolgen, und weshalb Sie so voll Angst sind, von ihnen gefunden zu werden.“ „Ich bin eine Artistin, und sie sind es, die aus meiner Tätigkeit Nutzen ziehen.“ „Aber das brauchten Sie sich doch nicht gefallen zu lassen, wenn es dabei mit unrechten Dingen zugeht. Wir leben in einem Staate, in dem niemand rechtlos ist.“ Wieder schüttelte das Mädchen den Kopf. 7 B Sa#S#S S S98-S5-g5DT EüüBEgge a's SEHSTESLESGn S SSDFENSSDEE BISSSSNSSESS GIESSSSNSSG S n g Sppggs " SSS9CEE S OSHELROES G•TSESGEE. * S BEg“. S S 8·58 8 S 8 S0S S: S. # S• # E% 5g E 2.88. B 8 * 5 9 S S aE 550 „* P 518 SS 55 S S S 0 S 2.8 55 1 1— GE „Ich bin durch kontraktliche Verpflichtungen gebunden, und dem Buchstaben nach sind diese Männer in ihrem Recht. Als ich jenen Kontrakt unterschrieb, war ich nahe daran, Hungers zu sterben. Und wenn ich jetzt meinen Kontrakt breche, können jene Männer mich ins Gefängnis werfen lassen. Sie wiederholen es mir jeden Tag, und ich muß ihnen wohl glauben, da ich die deutschen Gesetze so wenig kenne.— Aber ich muß es darauf ankommen lassen; denn es geht über meine Kraft. Ich kann diese Grausamkeiten nicht länger ertragen.“ „Sie werden also grausam behandelt?“ „Nein, nein, so ist es nicht gemeint. Abgesehen von dem moralischen Zwang, den man auf mich ausübt, kann ich mich über die Behandlung, die mir widerfährt, nicht beklagen. Die Grausamkeiten, von denen ich spreche, sind die, zu denen ich selbst genötigt bin. Es ist so schrecklich, diese armen kleinen Vögel tot auf der Bühne liegen zu sehen. Es wäre ja vielleicht nicht immer notwendig, sie zu töten; aber aus Angst, daß ich meine Sache schlecht machen könnte, gehe ich immer zu weit. Darum bin ich jetzt lieber fortgelaufen.“ Gerda hatte nichts von dem verstanden, was sie da von den kleinen Vögeln gesagt; aber das schien ihr im Augenblick auch nebensächlich. Einzig das Schicksal des Mädchens war es, das sie interessierte. Sie sah, daß die arme Kreatur der Verzweiflung nahe war, und daß sie deshalb unter keinen Umständen im Stich gelassen werden durfte. „Und Sie haben gar keine Idee, was Sie jetzt tun wollen?“ fragte sie. „Nein, ich habe keine. Wenn es überhaupt noch eine Hoffnung für mich gibt, so ist es die, unsern alten Freund Giovanni aufzufinden. Aber ich wage nicht mehr, daran zu glauben. Er ist entweder gestorben, oder er hat sich an einem Orte verborgen, wo ich ihn niemals ausfindig machen werde.“ Der Name, den sie da genannt hatte, sagte Gerda für den Augenblick nichts. Die Begegnung mit dem alten, wunderlichen Blumenzüchter hatte ihr keinen so nachhaltigen Eindruck hinterlassen, daß sie sich seiner jetzt hätte erinnern sollen. Alle ihre Gedanken gehörten dem jungen Mädchen da vor ihr, dem sie so gerne geholfen hätte. Daß sie eine Ausländerin war, unterlag keinem Zweifel. Nicht nur ihr Aussehen zeugte dafür, sondern auch ihre zögernde und manchmal unsichere Aussprache des Deutschen. Aber ihre Ausdrucksweise war sehr gewählt, und wenn sie auch vieileicht in diesem Augenblick nichts anderes war als das Mitglied einer untergeordneten wandernden Artistentruppe, so ließen doch ihre Erscheinung wie ihre Manieren mit ziemlicher Sicherheit darauf schließen, daß sie für etwas Besseres erzogen worden war. Sie verdiente es jedenfalls, daß man Mitleid mit ihr hatte, und dies Mitleid mochte sich denn auch so deutlich in Gerdas Zügen spiegeln, daß es der Hilflosen nicht entging. „Sie werden mir helfen— nicht wahr?" flehte sie.„Sie werden mich nicht ganz und gar meinem Schicksal überlassen?" „Nein, das will ich allerdings nicht. Wenn Sie die Wahrheit gesprochen haben, muß dafür Sorge getragen werden, daß Sie aus diesen Verhältnissen befreit werden. Aber wir müssen mit einiger Ueberlegung zu Werke gehen. Ich werde meiner Mutter und meiner Schwester von Ihnen erzählen, und werde sie bitten, sich im Verein mit mir Ihrer anzunehmen. Sie müssen mich in unser Haus begleiten, Fräulein—— ja, ich weiß ja noch nicht einmal, wie ich Sie anreden soll. Denn Sie sagten, den Namen, den Sie mir vorhin nannten, führten Sie nur als Artistin.“ „Ja.— Nennen Sie mich, bitte, Anita. Das ist mein Taufname. Meinen Familiennamen kann ich Ihnen nicht nennen, weil mich ein Versprechen bindet, das ich meiner Mutter auf ihrem Sterbebette gegeben. Und Sie, mein Fräulein— welchen Namen darf ich Ihnen geben?“ „Ich heiße Volkhardt— Gerda Volkhardt von Buchwalde." Wie in heftigstem Erschrecken war die andere zusammengefahren. „Volkhardt— sagen Sie?— Aber nein— es ist ja unmöglich. Ich brauche Sie nur anzusehen, um gewiß zu sein, daß es unmöglich ist. Volkhardt ist ja auch wohl hierzulande ein ziemlich häufiger Name?“ „Zu den allerseltensten gehört er wohl jedenfalls nicht. Ich habe im Berliner Adreßbuch neulich eine ganze Menge Volkhardts gefunden. Aber warum fragen Sie das?“ „Weil ich für einen Augenblick an die Möglichkeit dachte, daß—.—. Aber ich sage Ihnen ja, daß es ganz unmöglich ist. Wir brauchen nicht weiter davon zu sprechen.— Nur weiß ich, wenn ich mir's recht überlege, wirklich nicht, ob ich Ihre Güte in so weitgehendem Maße in Anspruch nehmen darf. Wenn Sie mir zwei oder drei Mark leihen wollten, so könnte ich doch wohl versuchen, mir allein weiter zu helfen.“ Doch davon wollte Gerda jetzt nichts mehr wissen. „Nein, damit würde Ihnen kein Dienst geleistet sein. Schon Ihre Kleidung würde Ihnen ja ein Weiterkommen ganz unmöglich machen. Und auch in unserm Hause darf man Sie nicht so sehen. Ich werde Ihnen einen Mantel und einen Hut holen, so daß die Dienerschaft nichts Auffälliges an Ihnen findet, wenn ich Sie mit nür in mein Ankleidezimmer hinauf nehme, wo wir dann schon aus meinen Sachen einen leidlichen Anzug für Sie zusammenstellen werden. Wir sind ja ungefähr von derselben Größe. Meine Mutter und meine Schwester werden gewiß auch für Sie tun, was sie können.“ „Wenn sie Ihnen gleichen, zweifle ich nicht daran, daß sie gut und mitleidig sind. O mein Gott, es ist mir wie ein Traum, daß ich endlich die hilfreichen Menschen gefunden haben soll, um die ich den Himmel so oft in heißen Gebeten angefleht habe. Wie aber soll ich mich Ihnen dankbar erweisen? Was kann ich tun, um——“ Lächelnd fiel Gerda der Schluchzenden in die Rede. „Das erste, was Sie tun können und tun sollen, ist, daß Sie hier fein geduldig warten, bis ich zurückkomme. Ich werde mich nach Möglichkeit beeilen.“ Das tat sie denn auch wirklich, und schon nach überraschend kurzer Zeit erschien sie wieder mit einer kleinen Handtasche, in der sie auf geschickte Art einen weiten, leichten Seidenmantel, ein Reisehütchen mit dichtem Schleier und ein paar Schuhe untergebracht hatte. Anita streifte ihre vom Staub des Weges arg mitgenommenen weißen Seidenschuhchen ab, um in die mitgebrachten, solideren Stiefelchen zu schlüpfen, legte Mantel und Hut an und machte jetzt ganz den Eindruck einer ordnungsmäßig angezogenen jungen Dame aus besten Kreisen. An Gerdas Seite legte sie den nicht sehr weiten Weg bis zum Schlosse zurück und folgte ihr durch das prächtige Treppenhaus in ihr Zimmer hinauf, ohne daß sie unterwegs genötigt gewesen wären, irgend jemandem Rede zu stehen. Die Pracht und der vornehme Luxus ihrer Umgebung machten unverkennbar einen starken Eindruck auf die Fremde; aber nur Bewunderung war es, was sich in ihren Zgen spiegelte, nicht jenes naive, demütige Erstaunen, das den Armen erfüllt, dem zum ersten Male in seinem Leben bisher ungeahnte Herrlichkeiten zu Gesicht kommen. (Fortsetzung folgt.) VI S““ S##— E a5 5 225 8 5 SSgE“ 8.5 S S% . B SS SE S88S # S 2 E S 85 #.5. 8 8 S S S 5 5 8 8 82 5 * 5 Be! 5% *S Sag. HSSBEE FHESE GOxUn 8 #T,S SLEGE; STTo“ P f.8"ERN *55T SSEESSSE 9 S E.S #SOOEEE 80555 UauUgaE — □ DiW„„ rechigiert von Lotte Sonntag. Muttersprache. Muttersprache, Mutterlaut, Wie so wonnesam, so traut! Erstes Wort, das mir erschallet, Süßes, erstes Liebeswort, Erster Ton, den ich gekallet, Klingest ewig in mir fort. Ach, wie trüb ist meinem Sinn, Wenn ich in der Fremde bin, Wenn ich fremde Zungen üben, Fremde Worte brauchen muß, Die ich nimmermehr kann lieben, Die nicht klingen als ein Gruß. Sprache schön und wunderbar, Ach, wie klingest du so klar! Will noch tiefer mich vertiefen In den Reichtum, in die Pracht, Ist mir's doch, als ob mich riefen Väter aus des Grabes Nacht. erfüllen wird, und ein Mantel, der dich überall hinbringt, wohin du zu gelangen wünschst. Außerdem sind euch noch drei Gaben bestimmt, die ihr aber selbst suchen müßt.“ Mit diesen Worten küßte der König seine Söhne und verschied. Die Söhne waren sehr traurig über den Tod ihres Vakers; aber nach einiger Zeit begannen sie, sich den Kopf zu zerbrechen, was er wohl mit den drei Gaben gemeint haben könne, die sie selbst suchen sollten, und sie beschlossen, die grauen Zwerge zu fragen, die auch ihrem Vater stets mit Rat und Tat beigestanden hatten. Diese rieten ihnen, Dakka und Morkar sollten sich auf die Suche machen, denn der König Tamul dürfe das Land nicht verlassen. Die Prinzen verabschiedeten sich also herzlich von ihrem Bruder, bestiegen ihre Pferde und ritten davon. Nach vielen Abenteuern, bei denen sie auch ihre Pferde verloren, kamen sie abends an eine Stadt, die von so hohen Mauern umgeben war, daß man nur die Turmspitzen sehen konnte. Da nahm Morkar seinen Mantel um und wünschte sich in die Stadt hinein; darauf faßte er seine Halskette an und wünschke seinen Bruder bei sich zu haben. Und siehe da, flugs stand Dakka neben ihm. Kaum aber schauten sie sich um, da stand ein alter Mann vor ihnen und fragte, wie sie hereingekommen seien. Klinge, klinge fort und fort, Heldensprache, Liebeswort, Steig empor aus tiefen Grüften, Längst erscholl'nes, altes Lied! Leb' aufs neu in heil'gen Schriften, Daß dir jedes Herz erglüht. Ueberall weht Gottes Hauch, Heilig ist wohl mancher Brauch. Aber soll ich beten, danken, Geb' ich meine Liebe kund Meine seligsten Gedanken Sprech' ich wie der Mutter Mund. Dakka erwiderte, das könnten sie nur dem Könige sagen; er folle diesem melden, es seien zwei Prinzen aus fernem Land gekommen, die den König zu sprechen wünschten. Der Alte tat dies und brachte ihnen eine Einladung, an den Hof zu kommen. Da griff Morkar an seine Kette und wünschte für sich und Dakka neue Kleider. Sofort standen die beiden in königlicher Festtracht da und begaben sich an den Hof, wo der König sie sehr freundlich empfing und sie der Königin und seinen drei Töchtern vorstellte: Prinzessin Thyra, Prinzessin Daria und Prinzessin Mora. Die drei Prinzessinnen waren außerordentlich schön, und da sie den beiden Prinzen sehr freundlich entgegenkamen, so gewannen diese sie sofort lieb und verweilten viele Max von Schenkendorf. Die drei Gaben. Ein Märchen. Es war einmal ein König, der hatte drei Söhne, die er alle drei sehr liebte. Er war aber schon ziemlich alt, und als es zum Sterben ging, versammelte er seine Söhne, die alle drei gesunde und wohlgewachsene Jünglinge waren, an seinem Bett und sprach zu ihnen:„Meine lieben Kinder, ich muß euch nun verlassen, und ich möchte, ehe ich von hinnen gehe, alle meine weltlichen Angelegenheiten ordnen. Dir, Tamul, als meinem Aeltesten, hinterlasse ich mein Königreich nebst Krone und Zepter. Ich habe das Vertrauen zu dir, daß du meinen Untertanen ein ebenso milder und gerechter Herrscher sein wirst, wie ich es stets bestrebt war, zu sein; sie werden dich dann ebenso lieben, wie sie mich immer geliebt haben. Dir, Dakka, hinterlasse ich alles, was sich an Gold und Juwelen in meiner Schatzkammer befindet. Gebrauche es so weise, wie ich es von dir erwarte. Dir, Morkar, meinem Jüngsten, hinterlasse ich drei Zaubergeschenke, die ich einst von den grauen Zwergen Tage in dem Palast des Königs. Eines Tages aber sagte Dakka zu seinem Bruder, sie müßten jetzt weiterziehen, um die Wundergaben zu suchen. Aber Morkar meinte:„Die sind gefunden, lieber Bruder; es sind die drei holden Prinzessinnen.“ Da baten sie den König, ihnen seine Töchter zu Gemahlinnen zu geben, Thyra für Tamul, Daria für Dakka und Mora für Morkar Der König willigte sreudig ein; denn wie er nun erzählte, hatte er schon vor vielen Jahren mit dem Vater seiner Gäste diese Heiraten besprochen, und nur deshalb die hohe Mauer um die Stadt bauen lassen, damit keine falschen Prinzen seine Töchter holen könnten. Da zogen sie alle mit dem König und der Königin nach der Heimat der Prinzen, wo fröhliche Hochzeit gefeiert wurde. Die grauen Zwerge aber legten jeder der Bräute ein herrliches Geschmeide zu Füßen. Rätsel. 1. Milchstraße. erhielt. Es sind: ein Ring, der dich bei allen Leuten beliebt machen wird, eine Kette, die dir jeden Wunsch 2. S— pech— t. Bekanntmachung belressend Veräußerung. Verarbeitung und Beschlagnahme von Baumwolle, Baumwollabgängen und Baumwollgespinsten. Nachstehende Bekanntmachung wird hiermit zur allgemeinen Kenntnis gebracht mit dem Bemerken, daß jede Uebertretung — worunter auch verspätete oder unvollständige Meldung sällt— sowie jedes Anrelzen zur Uebertretung dererlassenen Bekgnntraachung soweit nicht nach den allgemeinen Strafgesetzen höhere Snafen verwirkt sind, nach§ 9 Buchstabe b*) des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4 Juni 1851 oder Arlikel 4 Zisser 2**) Bayerischen Gesetzes über den Kriegszustand vom 5. November 191 oder nach§ 5““*, der Bekanntmachung über Vorratserhebungen vom 2. Februar 1915 oder nach#**) der Bundesratsverordnung vom 24. Juni 1915 über die Sicherstellung von Kriegsbedarf bestraft wird. Auch kann der Militärbefehlshaber die Schliefung des Betriebes anordnen. Inkrafttreten der Anordnungen. Die Anordnungen dieser Bekanntmachung treten mit Beginn des 14. August 1915 in Kraft. Von der Behanntmachung beiroffene Gegenstände. Von dieser Bekanntmachung betroffen sind Baumwolle, Baumwollabgänge und Baumwollgespinste. Unter Baumwollabgängen im Sinne dieser Bekanntmachung werden nur die im Spinnvertahren anfallenden sogenannten Spinnwickel, die Abgänge von Cardenbändern und VorgarnKunstbaumwolle, welche im Reißverfahren aus Fäden oder Web= und Wirkstoffen gewonnen wird, fällt nicht unter die Bestimmungen dieser Bekanntmachung. Unberührt durch die Anordnungen dieser Bekanntmachung bleiben diejenigen Mengen von Baumwolle und Baumwollabgängen, welche nach dem 15. Juni 1915 aus dem Ausland (nicht Zollausland) nach Deutschland eingeführt worden sind und die aus ihnen hergestellten Baumwollgespinste. Die von der deutschen Heeresmacht besetzten Geviete gelten nicht als Ausland im Sinne dieser Anordnungen. S 3. Veräußerungsverbol. Die Veräußerung von Baumwolle und Baumwollabgängen. welche sich im Besitz von Nichtverarbeitern(Händlern usw) befinden, ist nur zuläsig: a) an Baumwollspinnereien, b) an sonstige Selbstverarbeiter. § 4. Beschlagnahme von Rohslossen. Baumwolle und Baumwollabgänge, welche sich im Besitz von Nichtverarbeitern befinden und deren Veräußerung an Selbstverarbeiter nicht bis zum Ablauf des 28. August 1915 erfolgt ist, sind von diesem Zeitpunkt an beschlagnahmt. § 5. Verarbeitungsverbot. Das Mischen, Bleichen. Färben. Verspinnen und sonstige Vorarbeiten von Baumwolle und Baumwollabgängen für sich, miteinander und mit irgendwelchen Zusatzspinnstoffen, ist(unbeschadet der Vorschriften des§ 6) mit dem Beginn des 14. August 1915 verboten, soweit es nicht erforderlich ist zur Herstellung von Halb= und Ganzerzeugnissen zwecks Erfüllung von unmittelbaren oder mittelbaren Aufträgen der Heeres= oder Marineverwaltung oder zur Herstellung von Erzeugnissen, deren Anfertigung von der Heeres=Verwaltung durch besondere Anordnung(§ 9) genehmigt ist Gestattet bleibt die Herstellung von Baumwollseilen und Spindelschnüren für den Bedarf des eigenen Betriebes...41u6 von gi.f Der Nachweis der Verwendung zur Ersunung von Aufträgen der Heeres= oder Marine=Verwaltung ist zu führen. Er gilt nur als geführt, wenn der Abnehmer der Halb= oder Ganzerzeugnisse dem Lieferer einen amtlichen Belegschein in doppelter Ausfertigung, ordnungsgemäß ausgefüllt und untersorieben, übergibt. Die amtlichen Belegscheine sind erhältlich bei dem Webstoffmeldeamt der Kriegs=Rohstoff=Abteilung des Königl. Preuß Kriegsministeriums, Berlin SW 43, Verlängerte Hedemannstr. 11. Eine Ausfertigung der erhaltenen Belegscheine hat der Lieferer an das vorbezeichnete Webstoffmeldeamt einzusenden, die zweite als Beleg aufzubewahren. § 6. Uebergangsvorschriften. In der Zeit vom 14. August bis 4. Seprember 1915 einschließlich dürsen die Baumwollspinnereien ihre Erzeugung ohne Rücksicht auf die Verwendung des Gespinstes fortsetzen. Ihre Erzeugung darf jedoch in dieser Zeit nicht mehr als ein Drittel der Erzeugung ihres gewöhnlichen Betriebsumfangs betragen Diese Einschränkung betrifft auch die Erzeugung, die für Aufträge der Heeres= oder Marineverwaltung bestimmt ist, soweit nicht ein Betrieb infolge der Einschränkung außerstande wäre, die übernommenen unmittelbaren oder mittelbaren Aufträge der Heeres= oder Marineverwaltung rechtzeitig fertig zustellen. Für die Feststellung des gewöhnlichen Betriebsumfanges ist maßgebend die Jahl der Spinnspindeln des Betriebes multipliziert mit der Jahl der Stunden. welche diese Spinden im Monat Juni 1914 im Betriebe waren.**““) Die Baumwollspinnereien haben einen Nachweis über ihren gewöhnlichen Betriebsumfang und die ihnen demnach in der Zeit vom 14. August bes 4. September 1915 gestaltete Erzeugung einzureichen. *) Wer in einem in Belagerungszustand erklärlen Orte oder Distrikte ein bei Erklärung des Belogerungszustandes oder während desselben vom Militärbesehlshaber im Interesse der öffentlichen Sicherheit erlassenes Verbot übertritt oder zu solcher Uebertretung auffordert oder anreizt, soll, wenn die beuebenden Gesetze keine höhere Freiheitsstrafe bestimmen, mit Gesängnis bis zu einem Jahre bestraft werden. **) Wer in einem in Kriegszustand erklärten Orte oder Bezirke eine bei der Verhängung des Kriegszustandes oder während desselben von dem zuständigen obersten Militärbefehlshaber zur Erhaltung der öffentlichen Sicherheit erlassene Vorschrift übertritt oder zur Uebertretung auffordert oder anreizt, wird, wenn nicht die Gesetze eine schwerere Strafe androhen. mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft. ***) Wer vorsätzlich die Auskunft, zu der er auf Grund dieser Verordnung verpflichtet ist. nicht in der gesetzten Frist erteilt oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis dis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark bestraft, auch können Vorräte, die verschwiegen sind, im Urteil für dem Staate verfallen erklärt werden Wer fahrlässig die Auskunft, zu der er auf Grund dieser Verordnung verpflichtet ist, nicht in der gesetzten Frist erteilt oder unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Geldstrafe bis zu dreitausend Mark oder im Unvermögensfalle mit Gesängnis bis zu sechs Monaten bestraft. *ee*) Wer unbefugt einen beschlagnahmten Gegenstand bei Seite schafft, beschädigt oder zerstört, verwendet, verkauft oder kauft oder ein anderes Veräußerungs= oder Erwerbsgeschäft über ihn abschließt; wer der Verpflichtung, die beschlagnahmten Gegenstände zu verwahren und pfleglich zu behandeln, zuwider handelt; wer den erlassenen Ausführungsbestimmungen zuwider handelt, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend. Mark bestraft..„ **e=) Beispiel: Es liefen in einem Betriebe im Juni 1914 5000 Spindeln an 21 Arbeitstag je 10 Std.=21=10-5000—1050.000 Spindelstd. **„„ 8„ 4288 285000— 160000„ zu.25 Arbeütstage mu..... zus 1210000. im Durchschnik also täglich 14009— 48000 Spindelstunden: somit zulässiger Betried in der Zeit vom 15. August bis 4. SepDie hierzu ersorderlichen Meldescheine sind unverzüglich mit Pasttzarte(nicht Brief) bei dem oben bezeichneten Webstoffmeldeamt(§ 5 Absatz 2) zu erfordern. Die Meldescheine sind am 22. August 1915 an das Königl. Preuß. Kriegsministerium, Kriegs=Rohstoff=Abteilung, Sektion W. 11,(Berlin SW 48, Verlängerte Hedemannstraße 10) einzureichen. Nach dem 4. September gelten die Vorschriften des§ 5 auch für Baumwollspinnereien. Baumwölle und Baumwollabgänge, welche bereits vor Bekanntmachung dieser Anordnungen in anderen Betrieben als Spinnereien in Arbeit genommen worden sind, dürfen aufgearbeitet werden. Beschlagnahme von Gespinsten. Die in den Baumwollspinnereien in der Zeit vom 14. August bis 4. September 1915 aus Baumwolle und Baumwollabgängen hergestellken Gespinste sind, soweit ihre Herstellung nicht gemäß§ 5 dieser Bekanntmachung erlaubt ist, beschlagDie beschlagnahmten Gespinste dürsen weder veräußert noch verarbeitet werden. Ueber ihre Menge, Art und Nummer sind besondere Verzeichnisse zu führen. Ihre Packungen(Kisten usw) sind mit der Aufschrift„Beschlagnahmte Gespinste“ zu versehen. Es ist eine Anzeige über die Menge. Art und Nummer der in der Zeit vom 14. August bis 4 September 1915 fertiggestellten Gespinste auf einem beim Webstoffmeldeamt durch Postkarte(nicht Brief) zu erfördernden Meldeschein am 6. September an das Königl. Preuß. Kriegsministerium, Kriegs=Roystoff= Abteilung. Sektion W. II(Berlin SW. 48, Verlangerte mannstr 10) zu erstalten. Freigegebene Mengen. Freigegeben zu beliebiger Verwendung verbleiben den Baumwolle verarbeitenden Betrieben, welche nicht Baumwollspinnereien sind, 10 Prozent von den bei Beginn des 14. August 1915 vorhandenen eigenen Beständen an Baumwolle und Baumwollabgängen, jedoch mindestens 1000 kg und höchstens 5000 kg. § 9. Ausnahmebewilligung. Für die Genehmigung von Freigaben von Baumwolle und Baumwollabgängen zu einer anderen als der im§ 5 vorgesehenen Verwendung, für die Bewilligung von Ausnahmen von der Erzeugungsbeschrankung des§ 6 aus Gründen eines öffentlichen Interesses, sowie für die Genehmigung der Veräußerung der beschlagnahmten Gespinste(§ 7) ist das Königl Pleuß. Kriegsministerium. Kriegs=Rohstoff=Abteilung, Sektion WII (Berlin SW 48, Verlängerte Hedemannstr. 10, zuständig. S 10. Auslausch von Baunwollsorten Zur Herbeiführung eines Austausches der verschiedenen Sorten von Baumwolle unter den Selbstverarbeitern wird beim Königl. Preuß. Kriegsministerium, Kriegs=Rohstoff=Abteilung, Sektion WII, eine„Ausgleichstelle für Baumwolle; errichtet Der Austausch erfolgt nach besonderen von der Ausgleichsstelle für Baumwolle zu erlassenden Bestimmungen auf der Grundlage, daß gleiche Mengen gegeneinandet unter Vergütung des Wertunserschiedes auf Grund einer von der Ausgleichsstelle aufzustellenden Liste für Klassen und Stapekunterschiede ausgetauscht werden. Münster, den 13. August 1915. Der stellv. komm. General des VII. Acmeekorps: Frhr. von Gayl, General der Infanterie. Am 15. Juli d. J. erlitt unser Walzer Leuts-Gultol den Heldentod fürs vaterland. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. in allen Grössen und feiner Auslübrung halte siets auf Lager 8703 Tillmann, Wilhelmstr. 26 Verein Schwerle. nach a. M Weizengries ru. 45 ra. Laut Verfügung darf der Ve kauf nur für Schwerte der Kinderernährung und Krankenpflege erfolgen. 3812 I. * * 6 4 IC für den 14. und 15. August. 49 Ein ordentlicher, kräftiger für unser Büro gesucht. 8781 Nickelwerk Schwerte. Am Sonntag. den 15. Aug.. vormittags 11 Uhr. findet im Vereslokal die diesmonatliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Zahlung der Beittöge 2 Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Versoiedenes. ! Es wird um zahlreiches und pünktliches Erscheinen gebeten. 5611 Der Vorstand. Vers. geg. Nachnahme: Karlosselschnitzel, feucht, Ztr. 2.75 Mk, 10 Zir. 25— Mk. Schrot aus brandbeschäd. Getreide Ztr. 9.50 Mk. 3801 Leiffermann Bad Sassendorf. Morgen„ mädchen sofort gesucht. 8. Großer Dramentag! Zuverlässiges, fleißiges „Auter Indiens Glaisonne! Leutnant Novelli wird nach Indien versetzt und nimmt schweren Herzens Abschied von Weib und Kind. Auf einem Streifzuge in den Dschungeln gerät er in Gefangenschaft des Häuptlings, dem er mit seiner Wunderbüchse die wilden Tiere töten soll. Eine ununterbrochene Reihe großartiger Bilder gehen an uns vorüber. Es ist oft erstaunlich, unter welch schwierigen Verhältnissen sie ausgenommen sind. Novelli flieht, wird eingeholt und soll verbrannt werden. Er rettet dem Hauptling das: Leben und soll dessen Tochter zum Weibe nehmen. Seine Liebe gehört aber Frau und Kind, deshalb schwört im Saramo Rache. Das Bild zeigt dann weiter wie Hespenia mit ihrem Kinde nach Indien fährt um den Vater zu suchen. Wie das Schiff verbrennt und ein alter Matrose sie rettet. Nach vielen Irrfahrten durch Indiens Dschungeln finden sie den Geliebten wieder. Nachdem es Novelli geglückt ist, einen Racheplan Saramos gegen sein Kino zu vereiteln, gelingt die Fluchl und die so schwer geprüften eilen der Heimat zu. Ganz vorzügliches, von Anfang bis zu Ende spannendes Drama in 5 Akten. zum 1. September gesucht. Zu erfragen i. d. Geschäftsstelle d. Ztg. 3810 SchlosserLepreinig gegen sofortige Vergütung gesucht. 3803 Zu erfragen in der Geschaftsstelle d. Zig. Sauerländer reißeirerken empsiehlt fortwährend frisch 9. 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