1— ∆ achn brornop, Leuoppun, B., Paunat. JAdricch, dei der Post iur Bestellgeld 62 Pio.“ gehr. Wöchentl. Grakisbeilage:„Jkustrierter Hamilienfreund“ u. tägl. Unterbaltungsbletl. Anzeigenpreis: Die Bedengespaltene oder deren Raum 10 Pig. pirh 15 Pig., Raetlamszels 40 Pfe. Jean Radatt gilt als Kassarabalt u. erllicht bei Nonkursen, Zwangsbergleichen, gerichtl. Klagen u. Robschund eenaht: Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung 4anmte Toltsselung Verbunden mit: Schwerter Volksblav„„„„ e* 08 Unvoit Schwerker Cageblall G Schweltel Anlzeiger Gelles und Alteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeiger für den Kreis Bärde&om Gaupt-Kanonzenbian Ebn dute, und inheenherichn durn audgen ib: den Arete Hörbe erlengre gemie Behennsmetbung dei Abalgiedrn Regierung surch Deröflentlichung ie be:„Gawer Zeitung" rechtsoerbindliche Aroß.— Schwerter JZeilung“ gewöhrt ihres Abeen ion fü: jeben mit Tod enbenben Unien gebagugen: 300 Mk. Unfall. Druch u. Verlag o. Cori Brouz. Schwerte=RudSeriat.- Sim At sensimn uch Nr. 159. Samstag, den 10. Juli 1915. 47. Jahrgang. Die Antwort der kaiserlich deutschen Regierung auf die amerikanische Note vom 10. Juni 1915 ist gestern überreicht worden. In der Note heißt es nach Wahrung des deutschen Rechtsstandpunktes bezügl. des U=Bootkrieges weiter: In dem Geiste der Freundschaft, wovon das deutsche Volk gegenüber den Vereinigten Staaten und ihren Bewohnern seit den ersten Tagen ihres Bestehens beseelt ist, wird die kaiserliche Regierung immer bereit sein, auch während des gegenwärtigen Krieges all ihr Möglichstes zu tun, um der Gefährdung des Lebens amerikanischer Bürger vorzubeugen. Die kaiserliche Regierung wiederholt daher die Zusicherung, daß amerikanische Schiffe an der Ausübung der legitimen Schiffahrt nicht gehindert und das Leben amerikanischer Bürger auf neutralen Schiffen nicht gefährdet werden sollen. Um vorherzusehende, bei der Seekriegführung der Gegner Deutschlands mögliche Gefährdung amerikanischer Passagierdampfer auszuschließen. werden die deutschen Unterseeboote angewiesen, solche durch besondere Abzeichen kenntlich gemachte und angemessener Zeit vorher angesagte Passagierdampfer frei und sicher passieren zu lasssen. Dabei gibt sich die kaiserliche Regierung allerdings der zuversichtlichen Hoffnung hin, daß die amerikanische Regierung die Gewähr übernimmt, daß diese Schiffe keine Konterbande an Bord haben. Die näheren Vereinbarungen für die unbehelligte Fahrt dieser Schiffe würden von den beiderseitigen Marinebehörden zu treffen sein. Zur Schaffung ausreichender Reisegelegenheiten für amerikanische Bürger über den Atlantischen Ozean stellt die deutsche Regierung zur Erwägung, die Zahl der verfügbaren Dampfer dadurch zu vermehren, daß eine angemessene einer genauen Vereinbarung unterliegende Zahl neutraler Schiffe unter amerikanischer Flagge in den Passagierdienst unter gleichen Bedingungen wie die vorhergenannten Schiffe eingestellt wird. Die kaiserliche Regierung glaubt annehmen zu dürfen, daß auf diese Weise ausreichende Gelegenheiten für amerikanische Bürger zur Reise über den Atlantischen Ozean zu schaffen sind. Eine zwingende Notwendigkeit für amerikanische Bürger, in Kriegszeiten auf Schiffen unter feindlicher Flagge nach Europa zu reisen, dürfte demnach nicht vorliegen. Insbesondere vermag die kaiserliche Regierung nicht zuzugeben, daß amerikanische Bürger ein feindliches Schiff durch die bloße Tatsache ihrer Anwesenheit an Bord zu schützen vermögen. Deutschland folgte lediglich dem Beispiele Englands, als es einen Teil der See zum Kriegsgebiet erklärte, und Anfälle, die in diesem Kriegsgebiet Neutralen auf feindlichen Schiffen zustoßen sollten, können daher nicht wohl anders beurteilt werden, als Unfälle, denen Neutrale auf den Kriegsschauplätzen zu Landen jederzeit ausgesetzt sind, wenn sie sich trotz vorheriger Warnung in Gefahr begeben. Sollte sich jedoch die Erwerbung neutraler Dampfer für die amerikanische Regierung nicht in ausreichendem Umfange ermöglichen lassen, so ist die kaiserliche Regierung bereit, keine Einwendungen zu erheben, daß die amerikanische Regierung vier Passagierdampfer feindlicher Flagge für den Passagierverkehr Nordamerika—England unter amerikanischer Flagge bringt. Die Zusage für eine freie und sichere Fahrt amerikanischer Passagier= dampfer würde dann unter den gleichen Bedingungen auch für diese früher feindlichen Passagier= dampfer gelten. Der Präsident der Vereinigten Staaten erklärte sich in dankenswerter Weise zur Vermittelung und Anregung von Vorschlägen an die großbritannische Regierung insonderheit wegen Aenderung des Seekrieges bereit. Die kaiserliche Regierung wird stets von den guten Diensten des Präsidenten gern Deutscher Tagesbericht. wtb Großes Hauptquartier, 9. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Westlich der Zuckerfabrik von Souchez wurde ein französischer Angriff abgeschlagen. Kleine in unsere Stellung eingedrungene Abteilungen wurden niedergemacht. Es gelang uns bisher nicht, das vorgestern verloren gegangene Grabenstück westlich von Souchez vom Feinde zu säubern. Die von der französischen Heeresleitung gebrachte Nachricht von der Eroberung eines deutschen Geschützes ist unwahr. Oestlich von Ailly ergebnislose französische Einzelangrisse. Oestlich anschließend an unsere neu gewonnene Stellung im Priesterwalde stürmten wir mehrere französische Grabenlinien in einer Breite von 350 Meter, machten dabei 250 Gefangene und erbeuteten 4 Maschinengewehre. Nachts fanden auf der Front von Ailly bis zur Mosel nur unbedeutende Patrouillengefechte statt. Nach starker Artillerievorbereitung griff der Feind die von uns am 22. Juni erstürmte Höhe 631 bei Ban de Sapt an. Wir mußten die vollkommen verschütteten Gräben auf der Kuppe räumen. Oestlicher und südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. Oesterreichischer Tagesbericht. Italtenischer Kriegsschauplatz. Altierinal Gebrauch machen und gibt sich der Hoffnung hin, daß seine Bemühungen sowohl im vorliegenden Falle, wie auch für das große Ziel der Freiheit der Meere zu einer Verständigung führen werden. Jedenfalls zeigt die Note den Amerikanern auf das deutlichste, daß die deutsche Regierung, soweit es in ihrer Kraft steht, ehrlich bemüht ist, mit den Vereinigten Staaten auch fernerhin Frieden und Freundschaft zu halten. Nun liegt es an ihnen, die gemachten Vorschläge einer unvoreingenommenen Prüsung zu unterziehen und den Weg der Verständigung zu betreten, den die deutsche Antwortnote, wie uns scheinen will, in glücklichster Weise geebnet hat. Die Streitlust wird sich ja mittlerweile jenseits des großen Wassers wieder etwas abgekühlt haben und man wird nun zugeben müssen, daß nicht Deutschland es ist, das die Freiheit der Meere für sich allein zu pachten gedenkt. Jedenfalls haben wir jetzt unser Möglichstes getan und können in Ruhe abwarten, welche Antwort Präsident Wilson in Gemeinschaft mit dem Nachfolger Bryans nunmehr für angemessen halten wird. wtb Wien, 19. Juli.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 9. Juli mittags: Russischer Kriegsschauplatz. Die allgemeine Lage im Nordosten ist unverändert. In Russisch=Polen wird auf den Höhen nördlich Krasnik weiter gekämpft. Wie in den vorhergehenden Tagen wurden auch gestern an mehreren Stellen der Front äußerst heftige russische Angriffe zurückgeschlagen. Westlich der Weichsel wurden alle russischen Vorstellungen behauptet. An der küstenländischen Front herrschte gestern verhältnismäßig Ruhe. Ein italienischer Flieger war bei Görz zu einer Notlandung gezwungen. Im Kärntnerischen und Tiroler Grenzgebiet Geschützkämpfe und Scharmützel. Ein Angriffsversuch zweier seindlicher Vataillone auf den Col di Lana (bei Buchenstein) wurde abgewiesen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschall=Leutnant. Der franz. Miliärallachee bei den Anruhen in Moskau tu Ofenpest, 10. Juli. Von den anläßlich des Moskauer Pogroms von dort geflüchteten Personen ist ein großer Teil nach Rumänien gekommen. Ein unter ihnen befindlicher Arzt deutscher Abstammung, namens Saratow, der sich nach Brasso und Kronstadt begab, erzählte, wie„Az Est“ meldet, dortigen Blättern interessante Einzelheiten über seine Erlebnisse. Er war Augenzeuge der Moskauer Ruhestörungen, die mit Unterstützwtb Konstantinopel, 10. Juli. Nach Privatnachrichten aus Bagdad haben die türkentreuen Stämme El Kiab und Devrek, die auf persischem Gebiet die Gegend de. Flusses Karun bewohnen, der sich südlich von Bassorah in den Schal el Arab ergießt, die englischen Truppen in der Umgebung In Erwartung der Gens, 9. Juli. Die hier vorliegenden Pariser Zeitungen berichten über die Wiederaufnahme einer allgemeinen deutschen Offensive auf den Maashöhen. tn London, 9. Juli. Der Korrespondent der „Central News“ meldet von der Nordfront: Die Verbündeten erwarten jetzt eine große deutsche Ossensive. Der Feind beabsichtigt, anscheinend an den verschiedensten Punkten anzugreisen, um die Führer der Verbündeten über die Stelle irre zu führen, gegen welche der größte Angriss gemacht ung der Regierung und der Ochrana veranstaltet wurden. Während der ersten Ausschreitungen erschien der in Moskau weilende französische Militärattachee auf der Straße. Die tobende Menge, die ihn für einen Deutschen hielt, stürzte sich auf ihn und lynchte ihn. Bis es der Polizei gelang, ihn zu befreien, war der Attachee, der fürchterliche Wunden erlitten hatte, bereits tot. in Persien gefungen. von Hasalie und El Mare angegriffen und tausend Engländer gefangen genommen, sechs Kanonen, zwei Maschinengewehre, sowie eine Menge Munition und Lebensmittel erbeutet. Außerdem hatte der Feind eine Anzahl Tote und Verwundete. Osisensive im Westen. werden solle. Ein französischer Generalstabsoffizier gab demgegenüber seiner persönlichen Ueberzeugung dahin Ausdruck, daß die Front der Verbündeten so fest, ihre Artillerie so furchtbar sei, daß jeder Durchbruchsversuch der Deutschen von vornherein vergeblich erscheine. Der Korrespondent meldet weiterhin, daß die Franzosen außerdem seit einigen Tagen im Besitz eines ganz neuen zerstörend wirkenden Kriegsmittels seien, das gleich geeignet zur Ofsensive wie zur Desensive sei. Es gehl Ilalien nichl gnl. Trotz zehnfacher Uebermacht vermögen die Italiener nicht den Wall zu durchbrechen, den Oesterreich=Ungarn gegen den treulosesten aller Bundesgenossen an seiner Grenze aufgerichtet hat. Italien siegt nirgends, als auf dem Papier, das geduldig die schwülstigen Wetter= und Siegesberichte Cadornas aufnehmen muß. Selbst aus der Niederlage bei Görz verstand der italienische Generalissimus für sein Volk einen Sieg herauszuphantasieren. Er weiß, was für ihn und für seinen Monarchen auf dem Spiele steht, wenn die Italiener von schweren Niederlagen und enormen Verlusten, die sie erleiden, sichere Kunde bekommen. Dann könnte sich ein Sturm erheben, der die Bäter der Treulosigkeit von den Plätzen wegfegt, von denen aus sie ihren Treubruch begingen. Für den Augenblick halten die Väter der Lüge ihr Volk noch durch immer neue Lüge bei leidlicher Laune. Das neutrale Ausland hat allerdings längst das italienische Lügengewebe durchschaut. So macht sich der militärische Mitarbeiter des holländischen „Morgenbladet" weidlich lustig über die„putzigen und erlogenen“. Tagesberichte Cadornas und fährt dann fort: „Wenn man dagegen die Berichte der Berliner Blätter über die Kämpfe an der Isonzofront lieft, erhält man einen ganz anderen Eindruck. Sie zeigen, daß dort Kämpfe stattfanden von ernstester Art, durchgeführt auch von seiten der Italiener mit Kraft und Entschlossenheit, oft mit großer persönlicher Tapferkeit. Aber sie beweisen auch, daß beides, Kraft und Tapferkeit, nicht genügt hat, zum Ziel zu führen. Die Italiener haben 40000 Mann verloren. Ihre Ofsensive scheint endgültig gebrochen. Sie stehen ratlos da. Ueber eine halbe Million haben sie allein gegen die Isonzofront vorgeführt, abgesehen von den übrigen 700000, die sie als strategische Reserve an den Grenzen gegen Krain, Kärnten und Tirol bereithalten, Allein auf dem etwa 30 Kilometer langen Teil der Front zwischen Monfalcone und Plavo haben sie 5 Armeekorps und 1 Kavalleriekorps eingesetzt. Aber außer dem flachen Gebiet bei Monfalcone, das die Oesterreicher nicht einmal zu verteidigen suchen, haben sie in Wirklichkeit keine Fortschritte gemacht, keinen Landgewinn erreicht. Sie versäumten den günstigen Augenblick in den ersten Tagen des Krieges, als die Oesterreicher nur Landsturm vort hatten. Aber dann schickten die Oesterreicher in einem Zuge bedeutende Streitkräfte dorthin, kriegsgewohnte Truppen, die in Galizien, in den Karpathen, in Serbien gekämpft hatten. Es war ein Völkergemisch— Dalmatiner, Kroaten, Basniaken, Slovenen, Rumänen, Tschechen, Deutsche, Ungarn— im allgemeinen keine besonderen Freunde untereinander. Aber hier einte sie ein gemeinsames Gefühl, der Haß; die Verachtung für den treulosen Verbündeten, der sie in der Stunde der Not verlassen hatte. Sie haben wie Löwen gekämpft und sind Sieger geblieben. Und wenn sie das bleiben, geht es Italien nicht gut.“ Liest man dann den Jubel in den Blättern der österreichisch=ungarischen Monarchie, ganz einerlei, in welcher Sprache sie erscheinen, so kann man wirklich konstatieren; daß nichts einiger auf das Völkergemisch der Habsburger Monarchie gewirkt hat, als die perfide Treulosigkeit der Italiener. Es schlummert in jedem Menschen ein Gefühl für Treue— ist das verletzt, so bricht der Haß elementar hervor. Die Italiener werden noch manche Probe dieses Hasses zu kosten bekommen. Geht es ihnen heute schon schlecht, so wird die Zeit kommen, in der es ihnen noch viel, viel schlechter geht. Sie habens verdient! Hundertfach! Die ungeheuren Verluste der Italiener. tu Lugano, 10. Juli. Die ungeheuren Verluste der Italiener an der Isonzo=Front werden dem Korrespondenten von den hier angekommenen Familien italienischer Offiziere bestätigt. Hiernach verloren allein die hier ins Feld geführten 20 Kompagnien militärisch organisierter Zollwächter (Guardie finanzieri) 90 Prozent ihr'r Mannschaft. Gefallen sind von ihnen 20„Marschälle“, was enorm ist, de jede Kompagnie nur einen einzigen„Marschall“ zählt. Der General, der das aus hervorragenden Mannschaften bestehende, aber im modernen Kriege ganz ungeschulte Korpg ins Verderben trieb, erhielt eine Arreststrafe. Von den Verlusten des Finanzkorps läßt sich auf die anderen feindlichen Truppen schließen. Der österreichische Vormarsch in Italien. Zürich, 9. Juli. Der„Züricher Tagesanz.“ meldet von der Isonzofront: Die Kämpfe dauern mit unverminderter Heftigkeit fort und entwickeln sich zu einer neuen Niesenschlacht. Die Zurückdrängung der Italiener wird auch von neutralen Berichterstattern gemeldet. Jedenfalls steht einwandfrei fest, daß die Italiener noch an keinem der entscheidenden Punkte festen Fuß zu fassen vermochten. Nach Berichten der schweizerischen Blätter aus Venedig herrscht dort große Besorgnis über das Vorrücken der Oesterreicher. Der„Luzeener Tagesanzeiger" bestätigt, daß die österreichischen Linien sich stellenweise am Tage bis 4 Kilometer vorschieben, es seien auch keine Anzeichen für einen größeren Umschwung der Kriegslage zugunsten d'r Italiener bisher wahrzunehmen. Nicht 150000, sondern nur— 6000. tu London, 10. Juli. Vor einiger Zeit berichte ten die Blätter mit großer Genugtuung, daß in folge des Eingreifens Italiens die österreichischen Gefangenen italienischer Abkunft aus den russischen Gefangenenlagern nach Italien zurückgeschickt werden sollten. Die Blätter behaupteten, daß es sich um mindestens 150000 Mann handeln würde. Wie die„Times“ jetzt feststellen, handelt es sich um 6000 Mann. Der Krieg gegen Rußland. Russische Entsagungstöne. wib Petersburg, 9. Juli.„Rjetsch“ meldet: In der nächsten Zeit sinz Veränderungen auf dem Balkan nicht zu erwarten. Die Verhandlungen Rumäniens mit Bulgarien sind zum Stillstand gekommen, mit Griechenland werde überhaupt nicht mehr verhandelt. Die Besetzung von Skutari sei temporät, da sie ohne Einwilligung des Vierverbandes erfolgte. Dagegen ist Griechenland gestattet, Teile von Albanien zu besetzen und Italien Vulona. Der russische Offiziersmangel. Der militärische Mitarbeiter von„Svenska Dagblad“ schreibt aus Anlaß des Offiziersmangels in Rußland:„Von einer effektiven Truppenleitung kann bei einer so geringen Anzahl von Befehlenden gar keine Rede sein, tund die Disziplin kann nicht aufrechterhalten werden. Eine Armee, die an einem so furchtbaren Offiziersmangel leidet, muß unbedingt— trotz der Tapferkeit der Soldaten— Aanbübe gehen! Verheimlichung der russischen Verluste. Bukarest, 9. Juli. Der„Imparcial“ schreibt: Von der Höhe der russischen Verluste weiß in Rußland kein Mensch etwas. Die russischen Verlustlisten führen nur die Angehörigen der städtischen Garnisonsormationen auf; für die ostrussischen Korps und für die Reichswehr, deren Verluste in Galizien in das Märchenhafte gingen, bestehen überheupt keine Verlustmeldungen. Ei##repolutionärer Anschlag auf das Kronstädter Arsenal. Wien, 19. Juli. Das„Achtuhr=Blatt“ meldet indirekt aus Petersburg: In dem Kronstädter Arsenal ist durch Explosion das Munitionsdepot in die Luft geflogen. Es heißt, daß ein revolutionäret Anschlag vorliegt und daß er eine Anzahl Opset dabel gegeben hat. Heldenmut deutscher Seelente. Die schwedischen Blätter stellen den ausgezeich neten Eindruck fest, den die Besatzung des„Albatros“ auf die schwedische Bevölkerung macht und berichten Züge von Heldenmut und Pflichttreue Die Kämpfe in Galizien. 1— bis zum letzten Augenblick. Besonders wird der aufopfernden Tätigkeit des Schiffsarztes Dr. Karillon gedacht, der, trotzdem er selbst durch mehrere Granatsplitter schwer verletzt worden und zeitweilig besinnungslos war, nicht müde wurde, An weisung für das Verbinden der übrigen Verwundeten zu geben. Ohne ein Wort der Klage ist Dr. Karillon bald darauf auf dem Transport zum Krankenhause gestorben. Einer der am schwersten Verwundeten ließ„Dagens=Nyheter“ zufolge, den Tod vor Augen, durch einen Kaméraden an seine Mutter, die durch den Krieg bereits den Mann und einen älteren Sohn verloren hatte, telegraphieren, daß er auch die Ehre der deutschen Flagge mitgerettet habe, während das Schiff und eines seiner Beine verloren gegangen seien. Ein Unteroffizier, dessen halber Oberarm von Granatsplittern zerfetzt worden war, hat sich erst am Sonntag, also 48 Stunden nach dem Gefecht, als verwundet gemeldet, weil er sich, wie er erklärte, geschämt hätte, mit einer solcher Kleinigkeit zu kommen. Der Krieg der Türhei. Die Dardanellenschwierigkeiten. Manchester, 9. Juli.„Manchester Guardian“ schreibt zu den Kämpfen an den Dardanellen Ende Juni: Sir John Hamilton schätzt die türkischen Verluste auf 20000 Mann. Die Türken haben aber eine große Armee, die sie fast ausschließlich zur Verteidigung der Halbinsel Gallipoli verwenden können. Sie haben keinen Mangel an Männern und anscheinend auch nicht an Munition. Trotz schwerer Verluiste scheuten sie sich nicht vor wiederholten und hartnäckigen Gegenangriffen. Die Ermüdung der Feinde. wth Frankfurt a. M., 10. Juli. Die„Frankf. Itg. meldet aus Konstantinopel: Die Operationen an den Dardanellen nehmen seit einigen Tagen einen sehr befriedigenden Fortgang. Während trotz der heftigen Kämpfe die beiderseitigen Positionen seit Wochen unverändert geblieben sind, ist es jetzt durch einen kühnen Angriff den Türken gelungen, mehrere wichtige Schützengräben des rechten Flügels den Engländern zu entreißen. Bei dieser Gelegenheit wurden zwei bemerkenswerte Erscheinungen beobachtet. Die Franzosen, von denen auch einige gesangen genommen wurden, setzten sich aus jungen, kaum über 17 Jahren alten Mannschaften zusammen und machten einen geradezu bedauernswerten Eindruck. Unter den Engländern zeigen sich ernste Anzeichen von Disziplinlosigkeit und Ermüduung. Die englischen Führer müssen zu den stärksten Mitteln Zuflucht nehmen, um ihre Truppen in der Hand zu halten. So feuern die hinter der Hauptfront befindlichen zweiten englischen Schützengräben unbarmherzig auf die eigenen Leute, wenn beim Angriff Schützen zurückbleiben oder sich mit Fluchtabsichten tragen. England blockiert die griechische Küste. bb Sofia, 10. Juli. Nach einer Meldung der „Stampa“ hat die englische Flotte mit der Blockade der gesamte, griechischen Küste begonnen. Die griechische Regierung habe in London energisch Einspruch erhoben mit der Begründung, daß die Blockade eine Verletzung der griechischen Neutrali. tät darstelle, Amerika als Kriegsbankier. Der amerikanische Universitätsprofessor T. W. Lamont kommt in einer Studie über die finanzielle Unterstützung der kriegführenden Mächte durch die Vereinigten Staaten zu dem Ergebnis, daß die amerikanische Hochfinanz seit Ausbruch des Krieges den fremden Staaten Anleihen im Gesamtbetrage von 200 Millionen Dollars(800 Millionen Mark) gewährt hat. Hiervon entfallen 60 Millionen Dollar auf Kanada, 25 Millionen auf Rußland, 40 Millionen auf Frankreich und der Rest auf Italien, sowie mehrere neutrale Staaten. Lamont hebt als bemerkenswert hervor, daß die curo päischen Mächte so viel amerikanisches Kapital aufnehmen, trotzdem die Bedingungen sehr ungünstig sind, denn die Kosten und Zinsen bringen für England einen Aufschlag von 1½ Prozent, für Frankreich 2½ Prozent und für Rußland sogar 20 Proz. Ein Mordplan gegen den König von Bulgarien. bb Frankfurt a. M., 9. Juli. Die„Frankf. Ztg.“ meldet aus Wien: Die„Südslawische Korrespondenz" berichtet aus Sofig, der Prozeß gegen die Urheber des Attentats im Kasino habe sensationelle Enthüllungen über einen Mordanschlag gegen König Ferdinand von Bulgarien gebracht. Der Hauptangeklagte Anastafow gab an, daß ein gewisser Manolow nach Rußland geschickt wurde, um dort Gelder in Empfang zu nehmen, die für die Ermordung König Ferdinand, ausgesetzt waren. Ein Mitangeklagter erklärte, er habe zu dem gleichen Zweck zu dem Major Tankofitsch, der in dem Mordplane gegen den Erzherzog Franz Ferdinand eine hervorragende Rolle spielte, nach Serbien reisen sollen. Der Anschlag auf den König hätte zwischen dem 5. und 6. Januar ausgeführt werden sollen. Aus Stadt und Umgebung. Behütet die Erntevorräte. Wenn überhaupt und immer dieser bittende Mahnruf seine Berechtigung hat, so kann er in diesem Kriegsjahre nicht laut und eindringlich genug hinausklingen. Der Weltkrieg hat uns gelehrt, jedes Körnchen Brot zu achten und sparsam mit ihm zu wirtschaften— nur dort, wo diese Lehre noch nicht durchdringen wollte, da half der Zwang nach. Mit dieser Sparsamkeit allein aber ist es nicht getan. Wollen wir den uns aufgezwungenen Hungerkrieg siegreich bestehen, müssen wir— wie es bereits geschehen— einmal die Produktion der Landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu mehren suchen, zum anderen diese vor Schaden und Vernichtung bewahren. Nach einer Statistik von A. Ecker wurde in den Jahren 1909—1912 durchschnittlich eine Roggenmenge von 75 551 Tonnen vernichtet, die bei 70 Prozent Ausmahlung 53 586 Tonnen Roggenmehl, außerdem Kleie, ergeben hätte. Ferner gingen allein an Schweinefleisch 10041 Doppelzentner verloren. Diese durch Brandschaden in einem Jahre vernichteten Mengen unserer wichtigsten Lebensmittel würden den relativen Nahrungsbedarf von 127 443 erwachsenen Männern unter 60 Jahren oder 232 458 Personen der Gesamtbevölkerung haben decken können. Betrachtet man diese gewaltige Ziffer, dann erscheint die obige Mahnung in der ganzen Größe ihrer Bedeutung ebenso berechtigt, wie die stete Mahnung zur Sparsamkeit im Verbrauch des täglichen Brotes. **(Feriensonderzüge.) Am 4. August ds. Is. wird je ein Feriensonderzug von Köln=Düsseldorf über Elberfeld nach Cassel=Thüringen(Endstation Erfurt) und nach dem Harz(Endstationen Halberstadt und Wernigerode) abgelassen, wenn zu jedem der beiden Züge mindestens je 200 Fahrkarten verkauft werden und die Durchführung der Züge am genannten Tage angängig ist. Die Sonderzüge werden zum Einsteigen halten in Köln(Hbf.), Düsseldorf(Hbf.), Opladen, Ohligs, Vohwinkel, Elberfeld(Hbf.), Schwerte, Unna. Auf diesen Stationen findet auch der Fahrkartenverkauf statt, der am 24. Juli beginnt und am 1. August 12 Uhr mittags geschlossen wird. Der Fahrplan der Züge wird demnächst bekannt gegeben. Die Ablassung weiterer Feriensonderzüge aus Rheiland und Westsalen erfolgt in diesem Jahre nicht. **(Unsere Kartoffelvorräte.) Auf Grund der Bundesratsverordnung vom 4. März fand am 5. Mai eine Erhebung über die Vorräte von Kartoffeln statt. Hierbei stellte sich heraus, daß wir bis zur neuen Ernte nicht nur reichen, sondern diese durch unsere Vorräte noch ergänzen können, vorausgesetzt, daß weiter sparsam mit dieser heimatlichen Frucht verfahren wird. Hierzu ist vor allem nötig, daß so wenig wie möglich Kartoffeln zur Spiritusgewinnung verarbeitet werden. Der Spiritusverbrauch muß also eingeschränkt wer den, um die Kartoffeln für die Volksernährung sicherzustellen. Spiritusglühlichtlampen, Plätteisen mit Spiritusheizung, Brennscherenwärmer usw. müssen also in vaterländischem Interesse durch solche mit anderen Leucht= oder Heizstoffen ersetzt werden. Ein solcher Ersatz liegt aber auch im Interesse des Besitzers dieser Apparate, denn der Betrieb ist nicht billig. Hier bietet uns das moderne Mädchen für alles, die Elektrizität, die Möglichkeit, unseren Haushalt zu modernisieren, zu vereinfachen und zu verbilligen. **(Hausbriefkästen.) Wenn auch in den letzten Jahren die Anbringung von Briefeinwürfen und Hausbriefkästen zugenommen und damit die Beschleunigung der Bestellungen, sowie die Sicherheit der Briefschaften erhöht ist, so sind doch noch sehr viele Wohnhäuser vorhanden, die mit derartigen Einrichtungen nicht versehen sind. Die großen Vorteile, die durch die Benutzung von Hausbriefkästen entstehen, erscheinen demnach doch noch nicht genügend gewürdigt zu werden. Zur Beschleunigung der Bestellungen würde es aber noch mehr beitragen, wenn die Hausbriefkästen an der Außenseite der Häuser oder am Gitter der Vorgärten angebracht würden. Sollte das Aufhängen besonderer Kästen außerhalb des Hauses nicht angängig sein, wäre es ratsam, in der Haustür oder in den Eingangstüren zu den Wohnungen Einwurfsspalten mit dahinter befindlichen Briefkästen anbringen zu lassen. Bei Neu= und Umbauten sollte diese Einrichtung von vornherein getroffen werden. Den Einwurfspalten würden zweckmäßig selche Ausdehnungen zu geben sein, daß auch größere Briefe und Drucksachen, sowie Zeitungen eingesteckt werden könnten. (Wohltätigkeits=Konzert.) Auf das morgen (Sonntag) nachmittag am„Freischütz“ stattfindende Konzert des M.=G.=V.„Tremonia“. Dortmund, des Baritonisten Pähler=Dortmund und des Betzel'schen Solisten=Orchesters sei auch an dieser Stelle nochmals aufmerksam gemacht. Die mit seinem Verständnis zusamengestellte Vortragsfolge bringt ganz hervorragende— zum Teil ganz neue — Werke auf dem Gebiete der Männerchor= und Musikliteratur und dürfte allseitigen Beifall finden. In Anbetracht des guten Zweckes— der Reinertrag soll dem Roten Kreuz für den Landkreis Hörde überwiesen werden— ist ein Besuch des Konzertes nur warm zu empfehlen. (Vermögensbestand der deutschen Krankenkassen.) Das Gesamtvermögen der sämtlichen deutschen Krankenkassen nach dem letzten Rechnungsabschluß beträgt 310,8 Millionen Mark und hat damit eine Steigerung um 3,5 Millionen Mark erfahren. Den höchsten Vermögensstand haben mit 162.8 Millionen Mark die Ortskrankenkassen aufzuweisen; dann folgen die Betriebskrankenkassen mit 140,9 Millionen Mark, die Innungskrankenkassen mit 8,2 Millionen Mark und die Baukrankenkassen mit 147000 Mark. Ungünstig liegen die Verhältnisse bei der Gemeindekrankenversicherung; denn hier sind die Schulden um 1,2 Millionen Mark höher, als die Enthaben. Den Erfahrungen zufolge erweist sich die freiwillige Weiterversicherung der Kriegsteilnehmer als segensreich für die Versicherten und ihre Angehörigen; die Krankenkassen leisten bereits beträchtliche Aufwendungen. (Nochmals säen.) Aeußerst früh hat man mit dem Schnitt des Weizens sund der Gerste begonnen. Der Roggen beginnt zu reifen, und auch dieser wird mindestens 14 Tage bis drei Wochen früher geerntet, als in den Jahren vorher. Es dürfte sich deshalb lohnen, die abgeernteten Felder mit Grünfutter oder Rüben zu besäen, die noch eine einträgliche Nachernte liefern. Man muß aber sofort mit der Aussaat beginnen und nicht warten, bis der Roggen eingefahren ist. Der Roggen muß dann natürlich an einer Stelle zum Trocknen aufgestellt werden. **(Den Heldentod) fürs Vaterland gestorben ist im hiesigen kath. Krankenhause der Soldat Wilh. Strohm aus Württemberg, der am 7. Juni schwer verwundet von der Westfront hier eingeliefert war. Trotz sorgfältigster Pflege war der junge Krieger, der noch vorgestern den Besuch seiner Mutter erhalten hatte, nicht zu retten. Die Beerdigung des wackeren Vaterlandsverteidigers findet unter Teilnahme der hiesigen militärischen Vereine am Montag nachmittag statt. **(Schutz den nützlichen Tieren!) Eine große Anzahl nützlicher Tiere wird von der Schuljugend verfolgt und teilweise unter unnötigen Quälereien getötet. Da ist zunächst der Frosch, auf den so gern Jagv gemacht wird, und doch ist er ein Insektenvertilger ohnegleichen, denn ganze Scharen Mücken, Fliegen, Motten, Erdflöhe, Schmetterlinge, Larven usw. werden von ihm verspeist. Auch die häßliche Kröte wird ganz unschuldigerweise verfolgt und totgeschlagen. Nur die wenigsten, selbst Erwachsene haben eine Ahnung davon, daß die Nahrung der gust 12 Uhr in der Züge e Ablassung d und WestGrund der fand am 5. e von Karus, daß wir en, sondern zen können, mit dieser Hierzu ist glich Kartoftet werden. schränkt werlksernährung 1, Plätteisen färmer usw. teresse durch stoffen ersetzt auch im denn der Bedas moderne die Möglichren, zu verin den letzriefeinwürfen id damit die je die Sicherind doch noch die mit dersind. Die Zenutzung von demnach doch verden. Zur ürde es aber briefkästen an itter der Voras Aufhängen uses nicht anHausthr oder ihnungen Einen Briefkästen ind Umbauten erein getroffen en zweckmäßig In, daß auch wie Zeitungen if das morgen “ s t a t t f i n d e n d e a" Dortmund, sund und des auch an dieser icht. 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Als Italiens Ehrenretter Zieh'n sie in der Völker Zwist, Um zu siegen, falls das Wetter Einigermaßen günstig ist; Denn vom Wetter hängt es ab, Ob man stark ist, oder„schlapp“, Sieghaft man dem Feind begegnet, Notabene, wenns nicht regnet. Aber wird das Wetter schöner, Nicht zu heiß und nicht zu kalt, Dringen auch die Italiener Vor mit siegender Gewalt. Ja, die Welt wird staunend seh'n, Großes wird anjetzt gescheh'n; Durch Cadornas tapfre Heere Braust der Ruf: An die Gewehre! Und nun funkt auch die Kanone Auf den Görzer Brückenlopf, Daß sogar in Monfalcone Sich bewegt der Kirchturmknopf. Und zum Sturm geht's unbeirrt, Weil man glaubt, das Wetter wird Günstig sein dem Unternehmen Und die Angriffskraft nicht lähmen! Doch Codorna mußte melden: Wieder mal kein Wetterglück, Oestreich schlug Italiens Helden Bei dem großen Sturm zurück. Und es folgte Krach auf Krach, Niederschlag auf Niederschlag, Und gisammen in dem Feuer Brach die Truppe, die mir teuer. Daß es solche Schlappe setzte, Paßt den Italienern nicht, Jedenfalls ist's nicht die letzte Keile, die der Falsche kriegt. Viel noch ist ihm zugedecht, Und der Anfang ist gemacht, Darum wärs für ihn gescheidter: Er kehrt wieder um! Ernst Heiter. Was wir unsern KriegsInvaliden schuldig sind. Je länger der Krieg dauert, um so mehr sieht man Kriegsbeschädigte auf der Straße. Dem einen fehlt ein Arm, dem anderen ein Bein, einem dritten ein Auge oder es sind noch schlimmere Verletzungen bemerkbat. Der Durchschnittsmensch, der diesen Kriegsinvaliden begegnet auf der Straße, hat Mitleid mit diesen armen Leuten. Viele glaumit diesem Mitleid ihre Pflicht getan zi haEs gibt nichts Bequemeres und Billigeres, das Mitleid, daneben hat man dann noch ein wohltuendes egoistisches Gefühl, daß man Gott sei Dank noch seine gesunden Gliedmaßen hat. Gergden viderich wicd diese Geste des Mitlebdes, getuc Samstag, 10 Juli 1915. Amlliches Areisblatt wenn dieser Mitleiderfüllte an den Kriegsinvaliden herantritt und in wohlgesetzter Rede es zum Ausdruck bringt, daß der Betreffende infolge seiner Vermundung ein armer Mensch und des größten Bedauerns wert sei. Solche Redensarten sind ein Zeichen von Gefühlsroheit und Lieblosigkeit. Für die Ohren der Kriegsbeschädigten sind solche Mitleidsäußerungen unter Umständen schmerzvoller, als die Wunden, die sie vor dem Feind empfangen. — Selbstverständlich gibt es noch eine Kategorie von Menschen, die sich noch ungebildeter und herzloser zeigen. Das sind diejenigen, die auf unsere Verwundeten mit Fingern zeigen, weil sie als „Staatskrüppel“ von unseren Steuern erhalten werden müßten. Vereinzelt mag es noch solche Leute geben. Diese müßten ohne weiteres gerichtlichen Strafen verfallen, die nicht milde zu bemessen wären. Aber nach diesen kommen gleich die gekennzeichneten„mitleidsvollen“ Seelen. Unsere wackeren Feldgrauen, die draußen vor dem Feind für uns gestritten haben, verdienen nicht uunser Mitleid, sondern unsere Ehrung. Sie haben tapfer und treu unser Vaterland frei gehalten und frei gemacht von Feinden, sie haben unsere Frauen und Kinder vor den Greueln und Gewalttaten des Krieges beschützt, sie haben für den Ruhm und die Ehre Deutschlands wacker gekämpft, nun sind wir ihnen, den Sieg= und Ruhmgekrönten. Ehre und Bewunderung schuldig, die wollen wir ihnen nimmermehr verweigern. Aber noch mehr als das. Wir sind ihnen gegenüber zum größten Dank verpflichtet. Und dieser Dank soll sich nicht nur zeigen in billigem Wort, sondern vor allem in der Tat. Wir sollen mitwirken und mithelfen, daß unsere Kriegsinvaliden, soweit es irgend wie möglich, wieder Werken des Friedens nachgehen können, daß sie ihren Kräften entsprechend wieder Arbeit und Beschäftigung finden. In der Arbeit für das große Ganze liegt letzten Endes doch das größte Lebensglück. Ihnen dazu behilflich zu sein, ist unsere heilige Pflicht. Wir erweisen damit keine Wohltaten— Wohltaten haben zumeist etwas Lastendes und Drückendes— sondern wir tun damit wir unsere Pflicht und Schuldigkeit, die selbstverständlich ist,„von der man weiter kein Aufsehen macht. Diese Dankesschuld sollen wir niemals vergessen, jetzt nicht im Kriege und auch nicht in den spätesten Friedensjahren. ben ben. als 0 sei Der Papst und Spanien. In einem bemerkenswerten Gespräch, das der Papst dem römischen Sonderberichterstatter des Madrider A B C in einer Privataudienz gewährte, bekundete der Papst, wie das Blatt vom 26. Juni mitteilt, mehrfach seine große Zuneigung für Spanien, das er ob seiner Neutralität glücklich schätzte: Darauf der Berichterstatter José Juan Cadenas: Sicherlich, aber unsere Nautvalität leistet einer der kriegführenden Parteien große Dienste, und diese Dienste werden niemals belohnt werden. Glücklich wir, wenn uns nicht darüber hinaus am Ende des Krieges eine Strafe auferlegt wird wegen unserer Neutralität. Unser Los aber ist es, von den Mächten ausgebeutet zu werden. In den Zeiten des Friedens trug man unser Gold weg und bemächtigte sich der Schätze unseres Bodens. In diesen Zeiten des Krieges ist man dabei, die Halbinsel von Lebensmitteln zu entblößen. Hmitzutage strömt das Gold nach Spanien zurück, das man uns früher wegnahm; aber es steht in keinem Verhältnis zu unserem Wohlbefinden. Gleichzeitig mit iesem Golde tümdigt sich der Hunger an. „Dieser Krieg! Dieser Krieg!" seufzte der Heilige Vater.„Ich denke so oft an die heikle Lage, in der sich Don Alfonso befindet. Es ist eine Lage——— ein wenig wie die meine!" Wirkungen der italienischen Niederlagen am Isonzo. Die Flucht aus Venedig. Vor Monaten bereits, lange bevor am Isonzo Pulverdampf zu riechen war, zog der Generaldirektor der Schönen Künste in Rom, Dr. Corrado Ricci, gegen die Lagunen, raffte dort an Kunstschätzen zusammen, was er in der Eile erwischen konnte, und verbarg alles tief drinnen im italieni. schen Stiefel. Man hat ihn damals da und dort ob dieser seiner Besorgnis zur Rede gestellt und ihm in einigen Orten sogar kräftigen Widerstand entgegengesetzt, so daß der eifrige Sammler manchmal mit leeren Händen und langer Nase abziehen mußte. Jetzt aber, da die Italiener am Isonzo schwer geschlagen sind, steigen neue Sorgen im Lante auf, wie folgende Drahtnachricht zeigt, die uns zugleich auch einen wertvollen Beitrag zur Beurteilung der strategischen Lage nordwärts der Adria bietet: Wien, 9. Juli. Das„Deutsche Volksblatt" meldet aus Lugano: Infolge der Ereignisse am Isonzo sinz aus Venedig mehrere Eisenbahnzüge mit wertvollen Kunstschätzen und der Bibliothek des Dogenpalastes in das Innere Italikns abgegangen. Sie wurden von Truppen der Mailänder Garnison begleitet. Die Flucht der Wohlhabenden aus Venedig ist allgemein. Tiese Erregung in Nom. Lugano, 9. Juli. Den Blättern wird aus Rom berichtet, daß der in Nom über Frankreich bekanntgewordene österreichische Heeresbericht von der Niederlage der Italiener am Isonzo in Rom tiese Erregung hervorgerufen hat, weil Cadornas Bericht vom gleichen Tage wieder einmal nichts von dem österreichischen Vorstoß zu meld'n wußte. Trotz des Zensurverbots ist die Nachricht schnell bekannt geworden und hat an der Börse eine vorübergehende Panik hervorgerufen. Italienische Ausrede und Ausflucht. wtb Wien, 9. Juli. Zu dem italienischen Generalstabsbericht vom 6. d. M. bemerkt das Kriegspressequartier: Angesichts der beständigen Mißerfolge der planmäßig verlaufenen Operationen verfällt die italienische Heeresleitung, da die Ausrede mit der Witterung nicht mehr recht verfangen will, augenscheinlich auf eine andere Beschuldigung, die Benutzung unerlaubter Waffen und Kriegslisten seitens unserer Truppen. Wir nehmen diese Vorwürfe mit derselben Gelassenheit, wie die stets wiederkehrende Behauptung, daß es unseren Truppen nicht gelingt, den Italienern ihre Stellung zu entreißen, auf. Auch wir sind eben schon so sonderbare Laute, daß wir in der Verteidigung angreifen. Die Italiener außer Schußzweite. tu Graz, 10. Juli. Der Kriegsberichterstatter des„Grazer Tageblatts“ meldet, daß er in den letzten Tagen auch an der Südwestgrenze und zwar auf den Höhen des Stilfser Jochs weilte. Auch in diesem Gebiet, zu beiden Seiten des Tonale=Passes, halten sich die Italiener außerhalb der Schußweite unserer vordersten Linien und es ist dort seit dem 2. Juli zu keinen größeren Kämpfen, gesvwven.— Englands Sorgen vor der Jukunft. Hochmut kommt vor dem Fall. Wo sind die Tage hin, da man im britischen Parlament die hoffärtige Rede hörte von den„silbernen Kugeln", die im Kriege unbedingt siegen müßten und die England zweifellos zu verschießen hätte. Heute„ grinst Frau Sorge höhnisch in den Beratungssaal der Lords und der sehr ehrenwerten Mitglieder der Volksvertretung und schreckt die Herzen mit allerlei düstern Ausblicken auf die Zeit, die kommen soll. Im Oberhause brachte Lord Midleton eine Resolution ein, daß die Regierung Schritte tun müsse, um die nichtmilitärischen Staatsausgaben zu verringern. Er sagte dabei, daß die letzten Tage eine beträchtlich veränderte Haltung der Regierung betreffs des Krieges zeigten. Reden, wie die Curzons, ließen erkennen, daß die Regierung entschlossen sei, das Volk nicht länger im Zweifel zu lassen, daß die Maske abgenommen und der Ernst der Lage völlig dargelegt werden solle. Die Kriegsschuld würde März 1916, wenn der Krieg dann beendet wäre, 1293 Millionen Psund betragen, die Zinsen würden 58194 000, die Kriegspensionen etwa 19 Millionen Pfund Sterling ausmachen. Demgegenüber ständen, vorausgesetzt, daß die Verbündeten und die Dominions alle aus den Anleihen entstandenen Verpflichtungen erfüllten. nur 62 750000 Pfund zur Verfüging, so daß ein jährliches Defizit von 14 250000 Pfund vorhanden sein würde. Lord Midleton griff die bisherige Regierung heftig an und sagte, man sei ebensowenig finanziell wie militärisch gerüstet gewesen. Enaland auf dem Wege zum Bankerott. tu Rotterdam, 9. Juli. Das Oberhams nahm den Antrag Midleton an, der die Regierung um sofortige Maßnahmen zur Einschränkung der Ausgaben für die Lokalverwaltung erlucht. Im Laufe der Debatte sagte der frühere Lordkanzler Lorebun (liberal), eine Warnung sei am Platze. Täglich würden 3 Millionen Pfund für Kriegszwecke ausgegeben. Falls nicht der Verstand das Uebergewicht gewinne, arbeite man auf den Bankerott hin. Denkt an uns Sendet Salem Sigaretten Willkommenste Liebesgabe Preiss““ 3X 4-5-8&8. 18Pd Stck 1— Die Tochter des Freiherrn. Roman von F. Nauenheim. 2 Man besprach dann noch längere Zeit die Sache und als Frau Therese sich endlich empfahl, war sie um vieles stoher, als sie bei ihrem Kommen „Sie ist eine gute Seele und würde einem solch armen in die Welt hinausgestoßenen Kinde gewiß die liebevollste Mutter sein.“ sagte Frau Vroni, die selbst eine zärtliche Mutter war, zu ihrem Gatten, der dem auch zustimmte, dabei aber doch meinte, daß ein bißchen mehr Weltklugheit der Frau rese nicht Hhoden rog, Vom nächsten Tage an studierte Frau Therese mit Eiser die Annoncenspalten der gelesensten Zeitungen, ohne jedoch auch nur annähernd Passenbschestimn ihr auch noch keine neue Arbeit hatte steudigkeit schon wieder nahe daran, miutlos zu Mein Gott, mehn Gott, wenn das so forigeht, werde ich meine Wohnung doch aufgeben müssen, jammerte sie, während ihr heiße Tränen über die schmalen Wangen rollten.„Was soll noch aus mir weiden? Wenn ich nur Arbeit hätte!“ Mechanisch nahm sie Hut und Umhang, um sich selbst in das Stickereigeschäft zu begeben, wo sie jedoch von einer neuen Verkäuferin kühl empsat gen wurde, da diese der Frau in Traner keinerlei Interesseentigegenbgochzte, „Arbeits Nein! Heutenicht, ein andermat vielleicht,“ damit war sie abgefertigt und verließ, mit Mühe die aufquellenden Träuen zurückdrängend, das elegante Geschäft. Gott, warnm mußle ihr Johart, wie bitter dies war! Als sie so langsam ihres Weges dahin ging, sah sie, einmal ausschauend, im Auslagefenster einer Tabak=Trafik eines der meistgelesenen Blätter, das sie, einem plötzlichen Einfall gehorchend, kaufte, in der leisen Hoffnung, vielleicht da etwas zu finden. draußen alles grau in grau gehüllt war— ebenso düster und farblos die Zukunft erscheinen zu lassen, schaute Frau Therese traurig auf Re heute wie ausgestorben daliegende Straße hinab, als sie plötzlich die Türglocke vernahm und eilig öffnen ging. An der Korridortür sah sie sich einem sehr distinAn der Korridortür sah sie streitend, mit etwas herrisch klingender Stiunme rez 4, So guguiches erezagen, ehsthiunen eines Feoh; ene Aihzeige iestelachertualtgeneanschenlecher trage oberidier be Eesals Haste Hholen Siege Lders, sasterichensentssouehent, wollbsegen, Lizeiges poskommenhesaun fäligst eintreien,; auswortete die vor ftendiger„Ach io, Sie meiten, das die Kleine eventuell nehmen, und seien Sie ohne Sorge, mein Herr, ich svrsche—: gee esfhbeste 6 „Sie flößen mir Zutranen ein, geehrte Frau.“ unterbrach er sie mit leichter Verneigung,„und so wollen wir rasch das Geschäftliche erledigen. Ich erlege hiermit für ein Jahr voraus zwölfhundert Kronen.“ „Aber mein Gott, das ist zu viel und dann— Den Coubbeuechung, holgte, Rlachden, ar daun auf tend in diesent Fall behalten Sie eben den Keli leichter Kopfneigung foigte. Nuchvem er nann auf kend,„in diesem Fall behalten Sie eben den Rest eine weitere Einladuzng der Frau auf dem Diwan des Tiegen uunwviüriürich mi zienigzer ubes gi.hond. „Für einjähriges, voncommen gesundes Kind(Mädchen) Kostfrau gesucht. Nur feinere, gebildete, vollständig unabhängige, noch jüngere sich melden. Kostgeld sehr gut und pünktlich. Un“ Alls sie zu Ende gelesen hatte, soß sezuerstganz Platz genoumen uuo orze sich ibu gegenüber benommen da, dann aber kam Leben setzt halte, mußte ne sich fagen, buß sie woh. tal Das wäre was für sie, so ein kleines Mäderl! Gott, gleich wollte sie schreiben, Weuu's nur nicht zu spät war! Aber würden nicht Offerten genug einlaufen? Und würde man gerade ihre Zuschrift beachten? Versuchen mußte sie es, vielleicht war ihr doch das Glück in diesem Punkte hold. So schrieb sie denn mit ihrer netten, klaren Frauenschrift kurz, herzlich und doch nicht aufdringlich zuviel gerspre: chend, das Offert nieder und trug den Brief zum nächsten Postkasten. Einen Moment dachte sie daran, den Brauns davon Mitteilung zu machen, kam aber dann, sie wußte selbst nicht weshalb, vorläuDie nächsten Tage wagte sich Frau Therese nur auf ganz kurze Zeit aus dem Hause, aus Angst, eine Botschaft oder einen eventuellen Besuch zu verpassen. Als jedoch Tag um Tag verstrich, ohne daß sich jemand meldete, gab sie die Hoffnung auf.„Ich Au eiuem Galten, regenuoIgu ghoulepieg verzag. es scheint eine kräftige Konstitution zu haben.“ sie sich sagen, daß sie wohl kaum] Frau Therese hatte, und zwar gerade infolge der letzteren Bemerkung, die Empfindung, als je ein schöneres Männerantlitz wie diese jetzt voll das letzte Tageslicht fiel, geschaut hatte. lag etwas Stolzes, Herrisches in diesen vornehm geschnittenen Zügen, im Blicke dieser einen seltsamen Glanz ausstrahlenden großen Augen, wie auch in der Haltung dieses mit dichtem, leichtgelocktem schwarzen Haar geschmückten Kopfes. „Ich komme wegen des Inserates, geehrte Frau," begann der junge Elegant etwas nachlässigen Toues,„die Kleine, um die es sich handelt, st meine Tochter„ Faghtgrt, Eramn ahersf. „Ihre Tochter,“ flüsterte Frau Therese. „Ja; und da deren Mutter vor ungefähr vierzehn Tagen mit Tod abging—“ „Mein Gott, wie traurig!“ „So bin ich durch Verhältnisse gezwungen, die Kleine in Pflege zu geben,“ fuhr der junge Mann, die Unterbrechung nicht beachtend, ruhig fort.„Von all den Damen, die sich um die Pflege des Kindes bewarben, sind Sie mir am sympathischsten und, wenn Sie also willens sind, Zeit und Mühe—“ „O gewiß, mein Herr, gewiß bin ich willens, würde dieser so hübsche, elegante junge Mann den Tod des Kindes nicht allzu sehr beklagen, und inniges Mitleid mit diesem erfüllte jetzt schon ihr gutes Herd„.. m 14m feich kinmeit, „Und noch auf eins will ich gleich hinweisen. die Kleine ist sehr häßlich.“ „Ach, nicht doch!“ „Gewiß, sehr sogar und, nun ja, ich, der ich alles Unschöne verabscheue, empfinde dies aufs peinlichste.“ „Eine Mutter—“ „Nun ja, eine Mutter, meinen Sie, schaut ihr Kind, und wäre es auch ein kleines Scheusal, doch immer mit aubetenden Augen an. Aber lassen wit das Also bitte, hier sind zwölfhundert Kronen: heute haben wir den ersten Juni, nicht wahr! Gut, heute über ein Jahr, genau wieder am ersten Jnni, werden Sie abermals die gleiche Summe erhalten, vorausgesetzt natürlich, daß die Kleine noch lebt. Selbstverständlich werde ich, wenn sie heranwächst, das Kostgeld erhöhen, da das Kind in keiner Beziehung Mangel leiden soll.“ 827.14 :„Reichskrone. Programm für den 10. und 11. Juli. Atout, der Sieger. hochdramatischer Sport=Roman, dem der Beschaur Ein hochdramatischer Sport=Roman, dem der Beschauer mit außerordentlichem Interesse vom Anfang bis zum## Sieg auf dem Rennplatz folgen wird.— 3 Akte. „Wir lassen uns scheiden.“ Lustspiel in 3 Akten. In den Hauptrollen: Wanda Treumann, Viggo Larsen. „De Heldin von 6l. Honacke. Nach den hinterlassenen Aufzeichnungen eines Kriegsveteranen von 1870/71. Spannende, ergreisende Geschichte von dem heim tückischen Treiben der Franktiereurs. 3 Akte. 3 Akte. Sies-eine Geriot.-oetlsene Plosih Lemke befolgt ärztlichen Rat. Im Tal der Loue. N7 Bad Konigsborn bei Unna. Am Sonntag, den 11. Juli 1915: ausgeführt von der Kapelle des,Herrn Musikdirektor Plato. Vormittags von 11½—12½ Uhr: Morgenkonzert. Eintritt für die Person Mk.—.50; vormittags gelöste Karten gelten auch für den Nachmittag.„ 3286 Die Badeverwaltung. bei Soest in Westfalen. Das ganze Jahr geöttnet. Sol- und natürliche KohlensäursSolbeder, gleiche Heilwirkung wie in Nauheim. Vortüg Heilerfolge bei Skrofulose, Friuenleiden usw. Von Jahr zu Jahr steigende Frequenz. Neu: Bedeutend vergrösser#e Kuranlagen. Badearzt. Apotheke. Billige I. alies, Fähered die Salinendirestion Bad Sassendorfi Mesil Guubbaa5annd ". Freischutz. Freischutz. Sonntag, den 11. d. M., nachmittags 4 Uhr:„ Wonltangabiis. * zum Besten des Roten Kreuzes für den □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ □ Landkreis Hörde. Ausführende: M.-G.-V. Tremonia(Leitung Herr Lehrer □ Rebbert), □ Betzel’sches Solisten-Orchester(unter persönlicher Leitung), Herr H. Pähler(Bariton), sämtlich aus Dortmund. = Sehr gewählte Vortragsfolge.= Eintritt 50 Pig. Abonnementskarten haben Gültigkeit. 3291 □ □ □ □ □ □ Lunabaaaaa Damen-Blusen in farbigem Kattun Damen-Blusen weiss Voile u. Batist, Tüll u. Spachtel Damen-Kleider weiss Voile, Batist und Leinen weiss Voile und Batist Mousseline und Kattun jetzt M. 195-6.95 S hährend der Kriegszeit## werden wir vom nächsten# S Montag(12. 7.) ab unsere# Vormittags-Sprechstun s g den von 7½—9½ Uhr (pünktlich) abhalten. 3280 5 Dr. Emmerich. Dr. Goecke. Sldamnunnuhunshuchlinhuihlikhumniuinhliuhunt liefert schnell end ganbe: Tpoian„Dujgig Weic seinen uud Raube un Nabel Arveie Buchdruckerei E. Braus uil Khaben-Ar. und Biasen 33 ½% Ermässigung. 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Juni 1909 Reichsgesetz=Blatt Seite 519 mit Ermächtigung des Herrn Regierungs=Präsidenten folgendes bestimmt: Die Maul= und Klauenseuche herrscht z. It. unter dem Rindviehbestande des Landwirts Nebe in Aplerbeck. I. Sperrbezirk. Ortschaft Aplerbeck bis zur Chaussee Hörde—Sölde. Für diesen Sperrbezirk gelten folgende Bestimmungen: S 1. 1. An den Haupteingängen des Sperrbezirks sind Tafeln mit der deutlichen und haltbaren Aufschrift„Maul= und Klauenseuche=Sperrbezirk. Einfuhr und Durchtreiben von Klauenvseh sowie Durchfahren mit Wiederkäuergespann verboten" leicht sichtbar anzubringen. S 2. 1. Die verseuchten Gehöfte sind gegen den Verkehr mit Tieren und mit solchen Gegenständen, die Träger des Anstekkungsstoffes sein können, in folgender Weise abzusperren: a. Ueber die Ställe oder sonstigen Standorte. wo Klauenvieh steht, ist die Sperre zu verhängen(§ 22 Abs 1. 4 des Gesetzes). Befindet sich das Vieh auf der Weide. so ist die Aufstallung vorzunehmen. In besonderen Ausnahmefällen kann beim Vorliegen eines zwingenden wirtschaftlichen Bedürfnisses die Entfernung der abgesperrten Tiere aus dem Stalle(Standort) zum Zwecke der sofortigen Schlachtung gestattet werden. Ueber die Erteilung der Genehmigung entscheidet, wenn die Schlachtung im Seuchenort erfolgen soll, der Landrat. Im übrigen finden auf die Schlachtung die Vorschriften des§ 160 V A. V. G.“) Anwendung. Jedoch kann von der amtstierärztlichen Leitung der Schlachtung (§ 160, Abst1) Abstand genommen werden. Die Bestimmungen des§ 160, Abs. 3—5 sind auch dann zu beachten, wenn von dem Besitzer Vieh im Stalle(Standorte geschlachtet worden ist(Notschlachtung). Die Verwendung der auf dem Gehöfte befindlichen Pferde und sonstigen Einhufer außerhalb des gesperrten Gehöfts ist gestattet, jedoch, insoweit diese Tiere in gesperrken Ställen untergebracht sind, nur unter der Bedingung, daß ihre Hufe vor dem Verlassen des Gehöfts desinsiziert werden. Geflügel ist so zu verwahren, daß es das Gehöft nicht verlassen kann. Für Tauben gilt dies insoweit, als die örtlichen Verhältnisse die Verwahrung ermöglichen Fremdes Klauenvieh ist von dem Gehöfte fernzuhalten. Das Weggeben von Milch aus dem Gehöft ist verboten. Die Abgabe ist zulässig, wenn eine vorherige Abkochung oder eine andere ausreichende Erhitzung(§ 28. Abs. 3. V. A. V. G.) stattgesunden hat. Für die Abgabe von Milch an Sammelmolkereien, in denen eine wirksame Erhitzung der gesamten Milch gewährleistet ist, können von dem Regierungs=Präsidenten Ausnahmen zugelassen werden. 1. Die Entfernung des Düngers aus den verseuchten Ställen v. d. e. 8. h. und die Abfuhr von Dünger und Jauche von Klauenvieh aus dem verseuchten Gehöfte dürfen nur nach den Vorschriften des§ 19, Abs. 3, 4, Anlage A zu V. A. V. G. für das Desinfektionsverfahren erfolgen. Futter und Streuvorräte dürfen für die Dauer der Seuche nur mit Erlaubnis des Landrats, und nur insoweit aus dem Gehöft ausgeführt werden, als sie nachweislich nach dem Orte ihrer Lagerung und der Art des Transportes Träger des Ansteckungsstoffes nicht sein können.„„„„ Gerätschaften, Fahrzeuge, Behautnisse und sonstige Gegenstände müssen, soweit sie mit den kranken oder verdächtigen Tieren oder deren Abgängen in Berührung gekommen sind, desinfiziert werden, bevor sie aus dem Gehöfte herausgebracht werden. Milchtransportgefäße sind nach ihrer Entleerung zu desinsizieren(§ 154, Aos. 1c, § 168 Abs. 1e V. A. V. G). Wolle darf nur in festen Säcken verpackt aus dem Gehöst ausgeführt werden. Von gesallenen seuchenkranken oder der Seuche verdächtigen Tieren sind die veränderlen Teile einschließlich der Unterfüße samt Haut bis zum Fesselgelenke. des Schlundes, Magens und Darmkanals samt Inhalt sowie des Kopfes und der Zunge unschädlich zu beseitigen. Häute und Hörner sind nach§ 160 Ads. 4 V. A. V. G. zu behandeln..:„ Aesten u. Erleichterungen von diesen Vorschriften sino nur aus zwingenden wirtschaftlichen Gründen und nur mit Genehmigung des 2. Die Stallgänge der verseuchten Ställe des Gehöfts, die Plätze vor den Türen dieser Ställe und vor den Eingängen des Gehöfts. die Wege an den Ställen und den zugehörigen Hofräumen sowie die elwaigen Abtäufe aus der Dungstätte oder dem Jauchebehälter sind täglich mindestens einmal mit dünner Kalkmilch zu übergießen. Bei Frostwetter kann an Stelle des *) V. A. V. G.= Viehseuchenpolizeiliche Anordnung des Ministers für Landwirtschaft, zugleich Ausführungsanweisung zum Viehseuchengesetz. k. bene un bhni en che gelöschtem Kalt erlolgegu.,„.tarhaste) Aürder abadseh. Die gesperrten Ställe(Standorte) dürfen, abgesehen von Notfällen, ohne ortspoltzeiliche Genehmigung nur von den im § 154. Abs. 1a V. A. V. G. bezeichneten Personen betreten werden. Personen. die in abgesperrten Ställen verkehrt haben, dürfen eist nach vorschriftsmäßiger Desinsektion das Seuchenschöft verlosen.„, griahg I. Lam Gchäft Süei4. Zur Wartung des Klauenvieys in dem Gehöft dürfen Personen nicht verwendet werden, die mit fremdem Klauenpieh in Berührung kommen. 5. Das Abhalten von Veranstallungen in dem Seuchengehöfle, die eine Ansammlung einer größeren Zahl von Personen im Gefolge haben, ist vor erfolgter Schlußdesinfektion (§ 175 V. A. V. G.) verboten. 6. Auf den an dem Seuchengehöfte vorbeiführenden Straßen kann der Landrat Beschränkungen des Transports und der Benutzung von Tieren jeder Art anordnen. S 3. 1. Sämtliches Klauenvieh nicht verseuchter Gehöfte des Sperrbezirks unterliegt der Absonderung im Stalle(§ 19, Abs. 1, 4 des Gesetzes). Jedoch darf das abgesonderte Klauenvieh zur sofortigen Schlachtung entfernt werden, sofern unmittelbar vor der Ausführung der Tiere zur Schlachtstätte durch amtstierärztliche Untersuchung festgestellt wird, daß der gesamte Klauenviehbestand des Gehöfts noch seuchenfrei ist. Ueber die Erteilung der Genehmigung entscheidet, wenn die Schlachtung im Seuchenort erfolgen soll, der Landrat, andernfalls ist die Entscheidung des Regierungs=Präsidenten einzuholen. Auf die Schlachtung finden die Vorschriften des§ 160 V. A V. G. mit der Maßgabe Anwendung, daß von der amtstierärztlichen Leitung und von den im§ 160, Abs. 4, 5 V A. V G. vorgesehenen Desinfektionsmaßnahmen abgesehen werden darf. Sollen die Tiere mit der Eisenbahn befördert werden, so ist von der Erteilung der Ausfuhrgenehmigung die Eisenbahnstation, auf der die Verladung erfolgen soll, unverzüglich in Kenntnis zu setzen. Die für die Beförderung benutzten Eisenbahnwagen sind durch gelbe Zektel mit der Aufschrift„Sperrvieh“ zu kennzeichnen. Ein gleicher Vermerk ist auf den für die Versendung denutzten Frachtbriefen anzubringen. Dem Frachtbrief ist ferner die Erlaubnis des Regierungs=Präsidenten beizuheften. Klauenvieh, das in den so gekennzeichneten Eisenbahnwagen befördert wird, darf nur nach der auf dem Frachtbrief angegebenen Eisenbahnstation verbracht werden. Ein Entladen oder Umladen ist unterwegs nur insoweit zulässig, als es zur Erreichung des auf dem Frachtbrief bezeichneten Bestimmungsorts notwendig ist. Die Ortspolizeibehörde des Schlachtsorts ist von dem bevorstehenden Eintreffen der Tiere rechtzeitig telegraphisch oder telephonisch zu benachrichtigen. Sie hat auf das Eintreffen zu achten und gegebenenfalls über den Verbleib weitere Ermiltelungen anzustellen. 2. Sofern dringende wirtschaftliche Gründe die Aufstallung oder die uneingeschränkte Durchführung der Absonderung des Klauenviehs der nicht verseuchten Gehöfte untunlich erscheinen lassen, können mit Genehmigung des Ministers Erleichterungen zugelassen werden. 3. In diesem Falle dürfen, um die Verwendung der Tiere zur Feldarbeit oder ihren Auftrieb auf die Weide zu ermöglichen oder zu erleichtern, von den Tieren zu benutzende öffentliche Wege vorübergehend gegen den Verkehr auch von Personen gesperrt werden. 4. Die Absonderung der Tiere ist so lange aufrecht zu erhalten, bis aus allen Seuchengehöften sämtliches Klauenvieh beseitigt worden oder die Seuche abgeheilt und in allen Fällen die vorschriftsmäßige Desinfektion(§ 175 V A. V. G) bewirkt ist. Ausnahmen sind mit Genehmigung des Ministers zulässig. § 4. Für den ganzen Bereich des Sperrgebiets gelten folgende Beschränkungen:..6(asrsaumn Ner 2 a. Sämtliche Hunde sind fenzulegen. Der Festlegung ist das Führen an der Leine und bei Ziebhunden die feste Anschirrung gleich zu erachten. Die Verwendung von Hirtenhunden zur Begleitung von Herden und von Jagdhunden bei der Jagd ohne Leine wird jedoch gestattet. d. Schlächtern, Viehkastrierern sowie Händlern und anderen Personen, die ein Gewerbe im Umherziehen ausüben, ist das Betreten aller Ställe und sonstiger Standorte von Klauenvieh im Sperrbezirke, desgleichen der Eintritt in die Seuchengehöfte verboten. In besonders dringlichen Fällen kann die Ortspolizeibebörde Ausnahmen zulassen. c. Dünger und Jauche von Klauenvieh, ferner Gerätschaften und Gegenstände aller Art, die mit solchem Vieh in Berührung gekommen sind, dürfen aus dem Sperrbezirke nur mit ortspolizeilicher Erlaubnis unter den polizeilich anzuordnenden Vorsichtsmaßregeln ausgeführt werden. d. Die Einfuhr von Klauenvieh in den Sperrbezirk sowie das Durchtreiben von solchem Vieh durch den Bezirk ist verboten. Dem Durchtreiben von Klauenvieh ist das Durchfahren mit Wiederkäuergespannen gleichzustellen. Die Einfuhr von Klauenvieh zur sofortigen Schlachtung kann von dem Landrat unter der Bedingung gestattet werden, daß die Einfuhr zu Wagen erfolgt. Die Einfuhr von Klauenvieh zu Nütz= oder Zuchtzwecken ist nur im Falle eines besonders dringenden wirtschaftlichen Bedürfaisses mit Genehmigung des Regierunggeipgohregien K e. Die Ver= und Entladung von Klauenvieh auf den Eisenbahn= und Schiffsstationen im Sperrbezirk ist verdoten Ausnahmen hiervon können von dem Regierungs=Präsidenten zugelassen werden. Die Vorstände der vom Verbote betroffenen Slationen sind von den Ortspolizeibehörden zu benachrichtigen. II. Beobachtungsgebiel. Ein Beobachtungsgebiet wird nicht gebildek. III. Aslgeweiges. § 5. 1. Im Amte Aplerbeck wird verboten: a. Die Abhaltung von Klavenotehmärklen, mit Ausn ahme der Schlachtviehmärkte in Schlachtoiehhöfen, sowie der Auftrieb von Klauenvieh auf Jahr= und Wochenmärkten. Dieses Verbot hat sich auch auf marktähnliche Veranstaltungen zu erstrecken. d. Der Handel mit Klauenvieh. erforderlichenfalls auch derjenige mit Geflügel, der ohne vorgängige Bestellung entweder außerhalb des Gemeindebezirkes der gewerblichen Niederlassung des Händlers oder ohne Begründung einer solchen stattfindet. Als Handel im Sinne dieser Vorschrift gilt auch das Aussuchen von Bestellungen durch Händler ohne Mitführung von Tieren und das Aufkaufen von Tieren durch Händler. c. Die Veranstaltung von Versteigerungen von Klauenvieh. Das Verbot findet keine Anwendung auf Viehversteigerungen auf dem eigenen nicht gesperrten Gehöfte der Besitzers, wenn nur Tiere zum Verkauf kommen, die sich mindestens 3 Monate im Besitze des Versteigerers bed. Die Abhaltung von öffentlichen Tierschauen mit Klauene. Das Weggeben von nicht ausreichend erhitzter Milch (§ 28 Abs. 3. V. A. V. G.) aus Sammelmolkereien an landwirtschaftliche Betriebe. in denen Klauenvieh gehalten wird. sowie die Verwertung solcher Milch in den eigenen Viehbeständen der Molkerei, feiner die Entfernung der zur Anlieferung der Milch und zur Ablieserung der Milchrückstände benutzten Gefäße aus der Molkerei, bevor sie desinfiziert sind(Vergl§ 11 Abs. 1 Nr. 9. 1 der Anweisung für das Desinfektionsverfahren, Anlage 4 zu V. A B. G.). g6ia# 2. Ausnahmen von den Verboten des Absatzes 1 können in besonderen dringenden Fällen zugelassen werden Etwaige Arträge sind durch den Landrat an den Regierungs=Präsidenten zu richten. IV. Desinfektion. § 6. 1. Die Ställe oder sonstigen Standorte der kranken oder verdächtigen Tiere sind zu desinfizieren. die Ausrüstungs=. Gebrauchs= sowie sonstigen Gegenstande, von denen anzunehmen ist, daß sie den Ansteckungsstoff enthalten(§ 19 Absatz 4 bis 6 der Anweisung für das Desinfeklionsverfahren) sind zu desinfizieren oder unschädlich zu beseitigen. Ferner ist eine Desinfektion der durchseuchlen und sonstigen Tiere, die im Seuchenstall untergebracht waren, vorzunehmen. Der beamtete Tierarzt hat die Desinfektion abzunehmen. 2. Auch die Personen, die mit den kranken oder verdächtigen Tieren in Berührung gekommen sind, haben sich zu des. Insizieren.„.#. infapiam Hanm ahasfch3. Von der Desinfektion kann abgesehen werden, a. wenn es sich nur um der Ansteckung verdächtiges Klauenvieh in seüchentreien Gehöften handelt: d. für Ställe in Seuchengehöften, in denen nur der Arsieckung verdächtiges Klauenvieb gestanden hat. sofern dies nach Ablauf der in§ 176 unter b. V. A. V G angegebenen Frist seuchenfrei befunden worden ist. V. Aushebung der Schutzmaßregeln. S 7. Die Seuche gilt als erloschen, und die angeordneten Schutzmaßregeln sind aufzuheben, wenn 8.6 a. sämtliches Klauenvieh des Seuchengehofts gefallen, getötet oder entfernt worden ist, oder d. dinnen 3 Wochen nach Beseitigung der kranken oder seuchenverdächligen Tiere oder nach amtstierärztlicher Feststellung der Abheilung eine Neuerkrankung nicht vorgekommen, und c. in beiden Fällen die Desinfektion vorschriflsmäßig ausgeführt und durch den beamteten Tierarzt abgenommen ist 2. Das Erlöschen der Seuche ist in gleicher Weise wie der Ausbruch öffentlich bekannt zu machen. VI. Schlußbestimmung. Die Verordnung tritt sofort mit ihrer Verössentlichung in Kraft. VII. Strafbestimmungen. S 9. Juwiderhandlungen gegen die vorslehenden Bestimmungen werden gemäß§ 74 bis 77 einschl. des Reichsvieh seuchengesetzes vom 26. Juni 1909(R. O. Bl. S. 519 f.) bestraft. Hörde, den 6. Juli 1913. Der Landrat. PIAROD und FLÖGEL, in altbewährter Qüte, IPACH-PIANOLAPAANOS d. h. 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Der Igel, der auch unter der Verfolgungssucht der Menschen zu leiden hat, ist als Vertilger von Mäusen und anderen kleinen Nagetieren, Erd= und Wegschnecken und Engerlingen ein sehr nützliches Tier. Selbst die vielfach für giftig gehaltene, tatsächlich aber ganz ungefährliche Blindschleiche betätigt sich in hervorragendem Maße als Insektenvertilger. Wenn ein Schulbube einen Marienkäfer, auch Marienwürmchen genannt, erblickt, ist es meist um das kleine Ding geschehen. Mit jedem getöteten Marienkäfer ist jedoch ein unermüdlicher Blattlausvertilger vernichtet worden. **(Krankheits=Statistik.) In der 26. Jahreswoche(vom 20. bis zum 26. Juni) sind in den Kreisen Hörde(Land und Stadt) folgende übertragbaren Krankheiten vorgekommen: Erkrankungen an Diphtherie 7(2 Hörde, je 1 Holzwickede, Hengsen, Schwerte, Annen, Kruckel), an Genickstarre 1(Berghofermark), an Scharlach 8(4 Annen, 2 Garenfeld, je 1 Hörde, Barop); 2 Todesfälle an Lungen= und Kehlkopftuberkulose (Schwerte und Hörde), ferner 1 Todesfall an Diphtherie. — * Unna, 9. Juli.(Krieg gegen die Spatzen.) Um einer Vermehrung der Spatzen vorzubeugen, bezahlt jetzt die hiesige Stadtverwaltung für jeden getöteten Spatz 5 Pfg. Vier Kinder verbrannt. Eschwege, 10. Juli. Bei einem Brande im Dorfe Berntrode(Eichsfeld) sind vier Kinder verbrannt. Das Feuer war durch Spielen der Kinder mit Streichhölzern entstanden. Gottesdienste. Evang. ref. Gemeinde. Sonntag, 9½ Uhr: Pastor Terberger. Evang. luth. Gemeinde. Sonntag 8 Uhr: Pastor Ohlig. 9½ Uhr: Pastor Nell. 11 Uhr: Kindergottesdienst Gemeinde Westhofen. Sonntag 9½ Uhr: Pastor Klinker. 10¾ Uhr: Kindergottesdienst. Kath. Pfarrkirche Schwerte. Sonntag 5 Uhr: Stille hl„Messe, Pfarrer Schnurbus. Gemeinschaftl. hl. Kommunion der Wallfahrer. 6.37 Uhr: Abfahrt nach Werl. 7,30 Uhr: Frühmesse, Kreisschulinspektor Stader. 8,45 Uhr: Schulmesse, Kaplan Röseler. 10 Uhr: Hochamt. 2,30 Uhr: Andacht. 5,30 Uhr: Schlußandacht für die Wallfahrer. Lichtendorf= Sölderholz. Sonntag 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2 Uhr: Andacht. Freitag Abend 7 Uhr: Kriegandacht. Beästiaben. Nach Hennen. Ihre Notiz hätten wir ganz gern gebracht, wenn Sie nicht versäumt, dieselbe auch zu unterschreiben. Wenn jemand von uns eine Gefälligkeit verlangt, können wir doch wohl verlangen, daß er wenigstens seinen Namen uennt. Str. Schwerte. Fordern Sie den Betreffenden noch einmal zur Lieferung des Ringes auf; sollte auch dieses erfolglos bleiben, dann steht Ihnen immer noch der Klageweg offen. Bad Königsborn bei Unna. Am Sonntag, den 11. Juli d. J. findet im Kurgarten ein großes vaterländisches Konzert statt, das von der Kapelle des Herrn Musitdirektor Plato ausgeführt wird. Das Nähere ergibt sich aus dem Anzeigenteil dieses Blattes, doch sei an dieser Stelle noch besonders auf die Veranstaktung hingewiesen. Wetterbericht der deutschen Seewarte. 11. Juli: Trocken, warm, heiter. Gewitter. 12.—Meist heiter, warm, strichweise Gewitter. 13.—Bedeckt, schwülwarm, meist trocken. 14.—Schwülwarm, bewölkt, Gewitter, teils heiter. 15.—Teils heiter, kühler, windig. Jerantwortlich für die Redaktion Friede. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Neue holländer „*„„ 10 Pfd. Mk. OIO3 Disi H. Weinberg. Eine Frage an Asthmatiker und Brustleidende. Weshalb verschleppen Sie Ihr Leiden? Weshalb lassen Sie sich quälen von Brustbeklemmungen und Hustenanfällen? Zweifeln Sie, dass Sie jemals geheilt werden? Glauben Sie, dass es für Ihr Leiden kein Mittel gibt? Geben Sie die Hoffnung nicht auf. 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Juli 1915. 3205 Militärische Vereine der Stadt Schwerte. * Zur Teilnahme an der Beerdigung des Kriegsteilnehmers Favorit Modenalbum 60 L Favorit Handarbtsalb. 60.# Alleinverkauf für Schwerte Favorit Jugendalbum 60 J Favorit Schnittmuster 1!“ Kaufbaus Otte Marz 20. 19 ff. Holländer Käse rr. 110 3 ff. Edamer„ Pt. 125 3 ff. Limburger„ r. 85 ff. Stangen-„ rc. 88•3 ff. Harzkäse 2 Stück 15 E. Weinberg 3308 Willieil Strellin treten die Vereine am Montag, den 12. d. Mts., nachmittags 2¾ Uhr in ihren Vereinslokalen an. Abmarsch zum katholischen Krankenhaus vom„Reiche des Wassers“ aus punkt 3 Uhr. Schwerte, den 10. Juli 1915. 3306 Die Vorstände. P Beranntmachung Auf Grund des§ 1 des Gesetzes vom 4. August 1914 in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Dezember 1914 und vom 21. Januar 1915 wird vom 15. d. Mts ab für den Stadtbezirk Schwerte der Höchstpreis für: 6 Pfd. Kriegsbrot auf 3 von 2 oder 3 Zimmern. Stall und Gartenland zum 1. Oktober zu vermieten. 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Jahres= und Kassenbericht. 2. Vorstandswahl. 3 Wahl der Kassenprüfer. 4. Beschlußsassung über gemeinnützige Einrichlungen. 5. Bewilligung von weiteren Beträgen zur Kriegssammlung. 6. Perschiedenes. Wegen der wichligen Tagesordnung wird um zahlreiches Erscheinen gebeten 3303 Der Vorsand. Während meines Saison-Ausverkaufs auf sämtliche Sommer-Waren 20%o Kabatt. 0** Kinderkleidchen zur Hälfte des früheren Preises. Ke 29 50 A C. Friebertshäuser Schwerte Bahnhofstr. 1.— Fernspr. 114. Zweig-Geschäft Bad Königsborn, Fernsprecher 569. 9950 Barsr. Grösstes Spezialhaus für Damen- u. 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