8 Seiur ebn Gertee Buussern. B. Mcart. bei der Post iür Bestelgeld 62 Pio. wetr. Wöchenll. Gralisdeilage:„Ikuhtrieren Samillenfreund“ u. tägl. Unterbalbungsblett. Anzeigenpreis: Die sledengespollene oder beren Raum 10 Pig., Anzeigen von ausmárt 13 Pig., Rehlomezelle 40 Pfo. Jeder Raball gill als Kafforabal u. ertlicht bei KonAudien, Imangsbergleichen, gerichtl. Alagen u. Setustnnd end-Jeitnetetene Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung 1 Verbunden mit: für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Ahnrie Toltenälung Schwertes Volkablaß 0„0 Schwerker Cageblatt O Schwerter Anzeiger Grstes und älteltes Cagesorgan des Krelles a General-Anzeiger für den Kreis Börde o Haupt- Annoncenbian une dete und inhetentgelichn nungen für den Schausmahnne der bicheichen durch Verössentlichung in der Jeituag“ mchwoerdindiche Kroft.— Di„Schwerter Zettung“ gewährt ihren Abonnen. ten für jeden mit Tod endenden Ualos genbb idrrrs;, 300 Mk. Unsall. Druchu. Verlage Cor Bravs. Schorme= Nad= Serie t.- eiemn et Gussbene ier Nr. 135. Samstag, den 12. Juni 1915. 47. Jahrgang. Ameiikas„Lusilania“=Rose. Am Freitag mittag um 12 Uhr 30 Minuten hat der amerikanische Botschafter Gerard die ihm am Abend vorher zugegangene„Lusitagia"=Note des Präsidenten Wilson dem Steatssekretär des Auswärtigen Amtes. v. Jagow, überreicht. Das sehr ausführliche Dokument, das in zwölf verschiedenen Abschnitten im Laufe der Nacht dem Botschafter zuging und dessen Dechiffrierung bis in die Morgenstunden dauerte, zerfällt in neun Absätze. Die Beantwortung der Note wird längere Zeit in spruch nehmen. Sicher ist, daß sie nicht vor vierzehn Tagen fertig sein kann, da zunächst die Ankunft des Herrn Meyer=Gerhard abgewartet werden muß, den Botschafter Graf Bernstorff mit persönlichen Instuiktionen an die deutsche Regierung und einem Immediatvortrag an den Kaiser betraute. Herr Meyer=Gerhard hat aber erst am 3. Juni Neuyork verlassen und braucht vierzehn Tage bis zu seinem Eintreffen über Norwegen in Berlin. Erst nach Anhörung seiner Mitteilungen kann die Abfassung der Note an die amerikanische Regienung erfolgen. tu Berlin, 12. Juni. Das„Berl. Tagebl.“ schreibt: Die Note der amerikanischen Regierung, die der Botschafter Gerard gestern mittag dem Auswärtigen Amt überreicht hat, liegt den verschiedenen Stellen, die an der Prüsung und Entscheidung teilzunehmen haben, vor. Wir haben schon gesagt, daß sie sehr umfangreich ist. Aber ihr halt kann vor der Veröffentlichung, die bevorsteht, nicht mitgeteilt werden. Jedoch haben wir Grund zu der Annahme, daß gewisse, in der feindlichen Auslandspresse verbreitete Angaben falsch sind und daß die Note keineswegs, wie dort behauptet wird, den Sinn oder Ton eines Ultimatums hat, das eine Verständigung ausschlösse. Deutscher Tagesbericht. wib. Großes Haupkquartier, 11. Juni 1915. Westlicher Kriegsschauplatz. Feindliche Vorstöße nordöstlich der LorettoHöhe sowie wiederholte Angriffe gegen unsere Stellungen nötdlich und südlich von Neuville scheiterten. Der Nahkampf in den Gräben nördlich Ecurei dauert noch an. Südöstlich von Hebukerne und bei Beaumont wurden feindliche Angriffe gestern und heute nacht abgewiesen. Nur am Wege Serre Mailly erzielten die Franzosen einen unbedeutenden Fortschritt Die in der Champagne am 9. Juni eroberten Gräben versuchten die Franzosen uns gestern abend wieder zu entreißen. Mit starken Kräften und in breiter Front griffen sie vördlich von Le Mesuil b's nördlich von BeauSejours Feime an. Der Angriff brach unter schwersten Verlusten für den Feind gägzlich zusammen. Erneute nächtliche Angriffsversuche wurden bereits im Keime erstickt. Oestlicher Kriegsschauplatz. An der unteren Dabissa, nordwestlich von Eiragolo, wurden mehrere russische Angriffe abgewiesen. Der Feind verlor hierbei an uns 300 Gefangene. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage bei den in Galizien kämpfenden deutschen Truppen ist unverändert. Oberste Heeresleitung. entreißen. Mit st Oesterreichischer Tagesbericht. Eir nezerlicher gegen einen* Der Inhalt der Note. tu Berlin, 12. Juni. Ueber den Inhalt der Note erfährt die„Voss. Ztg.“, daß Wilson seine guten Dienste als Vermittler zwischen England und Deutschlanz in der Frage der Lebensmittelversorgung anbietet und der Hoffnung Ausdruck verleiht, daß es gelingen werde, einen friedlichen Ausweg zu finden. Verhaftung des Deutschen Stahl. Nach einer Reuter=Meldung aus Neuyork hat der dortige Untersuchungs=Ausschuß des Geschworenen=Gerichtes die Verhaftung des deutschen Reservisten Stahl wegen Verdachtes des Meineides besohlen, und zwar wegen seiner Erklärung vor Gericht, daß er an Bord der„Lusitania“ Geschütze gesehen habe. Die amerikanische Regierung scheint danach die gerichtliche Untersuchung der Frage, ob die„Lusitania“ ein harmloses Passagierschiff oder ob sie bewaffnet war, eingeleitet zu haben und es ist auffallend, daß sie mit shrer politischen Stellungmahme zu der Frage nicht bis zum Ergebnis der gerichtlichen Untersuchung gewartet hat. Noch wichtiger als die Geschützfrage ist natürlich die, ob die „Lusitanta“ Munition an Bord hatte. Die Untersuchung des amerikanischen Gerichts wird sich auch darauf auszudehnen haben. Bryans Aufruf an die Nation. tn Notterdam, 12. Juni. In einem Aufruf an die amerikanische Nation erklärt Bryan, bei seinen Meinungsverschiedestheiten mit Wilson handle es sich um einen Konflikt zwischen zwei Systemen, dem alten System der Gewalt und dem neuen der Ueberredung. Letzteres habe in neunzehn Jahrhunderten zu geringe Fortschritte gemacht. Bryan wird heute weiter an die Deutschamertkaner appellieren. wtb Wien, 12. Juni.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 11. Juni mittags: Russischer Kriegsschauplatz. In Südostgalizien und in der Bukowina setzten die verbündeten Armeen den Angriff gegen die noch südlich des Dujestr stehenden russischen Kräfte erfolgreich fort. Truppen der Armee Pflanzer haben den Gegner aus seinen Stellungen Ottynia bei Obertyn und Horodenka zurückgeworfen und sind im Vordringen an den Dujestr, dessen Südufer die Russen noch zu halten versuchen. Knapp östlich Czernowitz, an der einzigen Stelle, an der die Russen noch am Pruth stehen, wiesen unsere Truppen einen Angriff des Feindes nach kurzem Kampfe ab. Im übrigen ist die Lage im Norden unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Vorgestern und gestern wurden sämtliche Angriffe der Italiener an allen Fronte abgewiesen. Ein neuerlicher, gegen einen Teil des Görzer Brückenkopfes gerichteter Vorstoß brach im Feuer dalmatinischer Landwehr zusammen. Ebenso erfolglos blieb ein Angriff des Feindes nördlich Ronchi. Der Artilleriekampf an der Isonzofront hält an. eAln der kärntnerischen Grenze wurde gestern nachmittag ein starker gegnerischer Angriff auf den Freikosel, ein schwächerer beim Wolayer See abgeschlagen.— In Tirol scheiterte ein Vorstoß einer bei Cortina d'Ampezzo eingebrochenen italienischen Brigade an unseren Stellungen bei Peutelstein. Neuerliche Angriffe in dieser Gegend und nächtliche Kämpfe bei Landro endigten gleichfalls mit dem Zurückgehen des Feindes. Im übrigen Tiroler Grenzgebiet finden ununterbrochener Geschützkampf und für unsere Waffen erfolgreiche Scharmützel statt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoeser, Feldmarschall=Leutnant. Unsere U=Boot=Manschaften in England. Versprechungen und Drohungen Balfours. Die deutsche Regierung hat wegen der schmachvollen Behandlung gefangener deutscher U=Bootsmannschaften in England zu Repressatien schreiten müssen. Dies Mittel scheint jetzt seine Wirtung auszuüben. Wenigstens erklärte der neue englische Marineminister Balfour im Unterhause: Augenblicklich und seit Wochen ist kein merklicher Unterschied zwischen der Behandlung von Unterseebootsgefangenen und anderen Gefangenen gemacht worden. Ich wünsche im Namen der Regierung darauf hinzuweisen, daß Vorkehrungen getroffen sind, nach denen die Behandlung der Unterseebootsgefangenen gleich sein wird mit der der übrigen Gefangenen. Dieser Ankündigung einer demnächstigen würdigeren Behandlung unserer braven Unterseer läßt Balfour allerdings sofort eine echt englische rohe Beschimpfung folgen, indem er fortfährt: Das ist aber keineswegs ein Beweis, daß wir unsere Ansicht hinsichtlich des Charakters der Kriegführung geändert haben, deren ausführende Organe die Unterseebotsmannschaften sind. Wir stehen nicht nur auf dem Standpunkt, daß diese Praktiken in flagrantem Widerspruch zum Buchstaben und Geiste des Kriegsgesetzes stehen, sondern daß sie sogar gemein, feige und brutal sind. Unterseebootsangriffe auf unverteidigte Schiffe sind viel mehr als nur eine Verletzung der Gesetze der Menschlichkeit, und aus diesem Grunde wird die allgemeine Frage der persönlichen Verantwortlichkeit bis nach dem Kriege aufgespart. Abbruch der russisch=kn Jürich, 11. Juni. Der„Corriere della Sera“ bestätigt auf Grund von Mitteilungen aus diplomatischer Quelle, daß die Verhandlungen zwischen Rußland und Numänien am letzten Mittwoch abVerhandiungen! gebrochen wurden, da sich beide Regierungen über die Bukowina nicht einigen konnten. Rußland verlangt als Grenzfluß den Sereth, Rumänien den Pruth. Amerikanische Bewegung gegen den Wassenhandel. Haas, 11. Juni.„Times“ meldet aus Washington, daß Kennzeichen vorliegen, wonach von den Arbeiterführern der Vereinigten Staaten erneut Versuche unternommen wurden, die Ausfuhr von Kriegsmaterial aug den Vereinigten Staaten für die Verbündeten zu verhindern. Die Arbeiterführer wollen jetzt außerdem eine Bewegung organisieren, welche jeden Krieg der Vereinigten Staaten mit Deutschland, sofern keine Verletzung der ameritanischen Grenzen erfolgt, zu unterdrücken bemüht sein wied. Kräftige schwedische Worte gegen Wilson. Stockholm, 11. Juni.„Swenska Morgenbladet" sagt zu dem Bruch zwischen Bryan und Wilson: Die gehässige Sprache gegen Deutschland wegen der „Lusitania“=Affäre ist für das Land nicht angemessen, das dadurch, daß es dem amerikanischen Bürger gleichsam als Schutz der Munitionslast mitzufahren gestattete, selbst mitschuldig an dem Untergange ist. Dadurch verliert Amerika vom moralischen Standpunkte das Klagerecht. Amerika kann durch einen Krieg Deutschland nicht mehr schaden, als es dies durch die nontralen Munitionslieferungen schon tat. Wilsons Standpunkt enthält eine kräftige Parteinahme für England gegen Deutschland. Wilson tat nichts, Englands Aushungerungsversuch gegen Deutschland zu verhindern obwohl er wußte, daß das Aufhören des Aushungerungskrieges auch das Ende des Unterseebootskrieges nach sich ziehen würde. Der Krieg gegen Rußland. Die Auflösung des russischen Heeres vollzieht sich im Galopptempo. In der Erwartung, daß die Verbündeten an der Straße PrzemyolLemberg alle ihre Kräfte eingesetzt hätten, hatte die russische Bukowina=Armee einen Vorstoß gegen die Armee Pflanzer=Baltin unternehmen zu können geglaubt. Im Verein mit der Armee Linsingen, die den wichtigen Verkehrsknotenpunkt Stanislau genommen hatte, wurden die Russen jedoch aus ihren Stellungen weit zurückgeworfen, so daß die Verbündeten einen Geländegewinn von über 30 Kilometern auf der ganzen Frontlinie verzeichnen konnten. Die neue Front der Verbündeten verläuft in der Linie Siniatyn—Kolomea, hat den Pruth, zu dessen Forzierung die Russen so gewaltige Anstrengungen gemacht hatten, bereits im Rücken gelassen und ist an ihrem nördlichen Flügel nur noch wenige Kilometer entfernt. Der Nachschub der Russen ist jetzt ganz auf die östlichen Linien angewiesen, wodurch die Lage des Feindes in ungünstiger Weise beeinflußt wird. Die nuissische Bukowina=Armee wird bald zu existieren aufgehört haben. Rußzland befürchtet den Abfall seiner Bundesgenossen, denen es täglich schwere finanzielle Opfer abnötigt, nach seinem schnell fortschreitenden militärischen Niedergang aber niemals die erwartete kriegerische Hilfe wird bringen können. Als neulich in der Reichsduma ein bekannter Außenseiter gegen England den Vorwurf erhob, daß dessen Bewohner zum Teil Gegner jedes Krieges, zum Teil auch solche des gegenwärtigen Weltkrieges seien, verließen die hohen Militärs, die dem Hause angehören, schleunigst und demonstrativ den Sitzungssaal. Rußland, das im Fordern früher so groß war und seine Freundschaft nur ium Milliarden verkaufte, ist jetzt so klein und ängstlich geworden, daß seine militärischen Vertreter uicht mohr wagen, einen kleinen Vorwurf gegen England mit anzuhören, aus Furcht, der kostbar gewordene Verbündete könnte sich zurückziehen. Die erbitterten Kämpfe an der Dubissa haben den blutigsten Charakter aller Kämpfe auf der ganzen russischen Front gezeigt. Die Nahkämpfe, mit Bajonett und Kolben ausgefochten, haben oft inmitten des Flußbettes der Dubissa stattgefunden. Bis zu den Knien im Wasser stehend, rangen hier die erbitterten Kämpfer Brust an Brust. Anfänglich gelang es den überlegen anstürmenden Russen, die Deutschen aus dem Wasser zu jagen. Die Deutschen aber warfen bald darauf mit Verstärkungen die Russen wieder zurück. Am nächsten Tage wogte der Kampf wieder fünfmal hin und her, bis der Fluß rot vom Blut der Kämpfenden war. Hohe Leichendämme ragten an mehreren Stellen aus dem Wasser, und zuletzt gingen die Deutschen über eine Brücke von Leichen hinweg. Die Deutschenhetze in Rußland. tu Petersburg, 11. Juni. Die Deutschenhetze in Rußland dauert an. Die große Getreidebörse in Bybinek beschloß, allen Kaufleuten deutscher Abstammung, wenn sie ciuch schon seit Generationen russische Untertanen sind, die Börsenmitgliedschaft zi entziehen und den Jutritt zur Börse künftig zu verbieten. Die alte Petersburger kaufmännische Gesellschaft zur gegenseitigen Unterstützung beschloß, nur solche Mitglieder deutscher Abstammung zu behalten, die mindestens in drei Generationen russische Untertanen sind. Dem Ausschluß unterliegen selbst russische Staatsbeamte deutscher Herkunft. Niedergeschlagenheit in Rußland. Kopenhagen, 12. Juni. Die„Nowoje Wremja“ bereitet das russische Publikum auf. die Befreiung Lembergs durch die Deutschen vor.„Menschikow“ schreibt wörtlich:„Die Deutschen werden sich einstweilen bei Przemysl nicht aufhalten, sondern sich mit ihrer Hauptmasse von anderthalb Millionen Bajonetten nach Lemberg durchschlagen, um unsere Armeen ganz aus Ostgalizien zu verdrängen": Stolypin, der Bruder des ermordeten Ministerpräsidenten, klagt in der„Nowoje Wremja": Schwankende und niedergeschlogene Männer fragen: Wie in aller Welt kann diese Kraft niedergerungen werden? Bessarabien nicht mehr sicher. tn Bukarest, 12. Juni. Das Blatt„Universul“ erhält aus Kischinew zuverlässige Meldungen, daß die russischen Behörden die Bevölkerung darauf aufmerksam machen, sich auf alle Fälle bereitzuhalten, um gegebenen alls Bessarabien zu räumen Die wohlhabenderen Kreise treffen bereits alle Vorbereitungen zur Abreise. Russischer Torpedobootszerstörer versenkt. wtb Konstantinopel, 12. Juni. Bei einem Gefecht in der letzten Nacht im Schwarzen Meer versenkte der türkische Kreuzer„Midilli“ einen großen russischen Torpedobootszerstörer und kehrte hierauf unbeschädigt hierher zurück. Der Krieg gegen England. Englands Kriegsmüdigkeit geht aus der wehmütigen Betrachtung hervor, die Londoner Blätter den ungeheuren Kriegskosten widmen. Die Verluste der englischen Tommys würden diese Patrioten noch allenfalls ertragen können, aber daß der Krieg auch an die volkswirtschaftlichen Kräfte des Landes so unerwartet hohe Anforderungen stellt, unter denen natürlich jeder einzelne in England mit zu leiden hat, geht ihnen über die Hutschnur. Die englischen Zeitungen schreiben ganz offen, daß sich Deutschland bisher sowohl auf dem Schlachtfeld, als auch im Wirtschaftskampf überlegen gezeigt hat. Bisher haben wir, so sagen sie, durch Anleihen und Schatzscheine 11000 Millionen Mark aufgebracht. Wir werden sehr viel mehr aufbringen müssen und einen großen Teil der amerikanischen Werte verkaufen. Die äußerste Sparsamkeit ist notwendig. Man muß die Einfuhr auf das Notwendige beschränken. Deutschlands Einfuhr hat fast ganz aufgehört. Trotzdem ist seine kriegerische Leistungsfähigkeit unbeeinflußt geblieben. Gegen die Wehrpflicht in England, wtb London, 11. Juni. Die nationalistische Partei versammelte sich am 9. Juni im Unterhaus und nahm eine Resolution an, in der sie sich nachdrücklich gegen die Wehrpflicht erklärt. Die Partei fühle sich angesichts des Preßfeldzuges verpflichtet, ihre Gegnerschaft gegen die Wehrpflicht auszudrücken. Sie verurteile die Versuche, das Freiwilligensystem zu vernichten, als standalö, und verräterisch, und werde jedem Versuch, die Wehrpflicht einzuführen, energischen Widerstand entgegensetzen. Zwei englische Torpedoboote in den Grund gebohrt. tu London, 11, Juni. Die Admiralität teilt mit, daß am 10. d. M., früh morgens, die beiden Torpedoboote Nr. 10 und 12, welche an der Ostküste Englands operierten, durch ein U=Boot in den Grund gebohrt worden sind. 30 Mann wurden gerettet und an Land gebracht. Englands bisherige Gesamtverluste. Haag, 11. Juni. Neuter meldet: Ascmith gab im Unterhause zum ersten Male die Gesamtverluste der englischen Truppen in Frankreich und der Abteilung im Mittelländischen Meer bekannt. Danach betragen sie an Verwundeten, Gefallenen und Vermißten b's zum 31. Mai: 10 955 Offiziere und 247114 Mannschaften. Krach im englischen Parlament. Ungemein peinliche Szenen im englischen Unterhause haben ziemliche Erregung und Ueberraschung hervorgerufen. Es war gemeldet worden, daß die Minister übereingekommen wären, ihre Gehälter zusammenzulegen und zu gleichen Teilen unter sich aufzuteilen. Diesen Beschluß machte der liberale Abgeordnete Dalziel zum Gegenstand eines heftigen Angriffs auf die Regierung, der den Ministerpräsidenten in den heftigsten Zorn versetzte und im Hause großen Lärm verursachte. Das Haus war voll besetzt und aufgeregt. Asquith geriet in einen ungewöhnlichen Zorn. Bonar Law saß neben ihm mit ernstem beunruhigten Gesichtsausduuck. Weiter unten saß Churchill, den Kopf in die Hände gestützt. Der Liberale Kellaway rief aus, daß die Verlustliste an diesem Tage 100 Tote und tausende von Verwundeten in Flandern aufweise und fuhr fort: Wir setzen kleinliche persönliche Zänkereien sort. Um Gottes Willen betragt euch als Briten! Sir Richard Cooper rief in den Lärm hinein: Wir leben im Schlaraffenlande und verbergen den Kopf im Sande. Ich sage Ihnen, wir gewinnen den Krieg nicht. Markham bemerkte: Es ist die Teilung der Beute. Asquith sagte: Ich habe die Debatte mit Ueberraschung und Schmerz verfolgt. Er weigerte sich durchaus, dem Hause Rechenschaft darüber zu geben, wie er sein Gehalt ausgäbe. Er deutete jedoch an, daß er an der Verteilung der Gehälter nicht teilnehme.— Das neue Koalitions= oder Notministerium scheint schon kurz nach seiner merkwürdigen Geburt auf lebhafte Schwierigkeiten zu stoßen. Neuc englische Unverschämtheit gegenüber Schweden. Stockholm, 12. Juni. Die englischen Zensurbehörden haben die letzte für Schweden bestimmte amerikanische Post geöffnet. Die Postsäcke kamen hier mit zerrissenen Bleiblomben an. Die Siegel der Einschreibesendungen waren erbrochen. Das Ceneralpostamt erstattete der schwedischen Regierung einen Bericht. Die öffentilsche Meinung ist über diesen neuen englischen Bruch der internationalen Vereinbarungen erbittert. Die besten Vataillone der Verbündeten zusammengeschmolzen. bb Genf, 12. Juni. Athener Privatmeldungen sprechen von der ungeschwächten Siegeszuversicht des Oberkommanderenden vor den Dardanellen, des Generals Hamilton. Sie gestehen aber die er heblich verminderte Aussicht auf Erfolg zu, weil seit Junibeginn die besten französischen und englischen Bataillone zusammengeschmolzen sind. — Der Krieg gegen Ilalien. Ein italienisches Unterseeboot versenkt. wtb Wien, 12. Juni.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Das italienische Unterseeboot „Medusa“ wurde durch eines unserer Unterseeboote in der Nord=Adria torpediert und versenkt. Der zweite Offizier und vier Mann wurden gerettet und gefangen genommen. Flottenkommando. Große Verluste der Italiener, am Isonzo. tu Zürich, 12. Juni. Laut italienischesk Meldungen dauern die Kämpfe am Isonzo mit unverminderter Heftigkeit an. Die Italiener konnten bisher weder die österreichischen Stellungen trotz heftigster Angriffe erschüttern noch vorwärts kommen. Wie es heißt, sollen die Italiener große Verluste erlitten haben. Keine Verlustlisten in Italien. wtb Wien, 11. Juni. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Die Italiener können auf dem füdlichen Kriegsschauplatz bisher, trotzdem sie wiederholt Anstrengungen machten, um Vorteile zu erzielen, keine Erfolge aufweisen. Es ist wohl diesem für die italienische Heeresverwaltung sehr peinlichem Umstande zuzuschreiben, daß Italien bis zur Stunde keine Verlustlisten herausgibt, trotzdem für umfangreiche Verlustlisten genügend Material vorhanden ist. So bedecken die Abhänge des Krn Hunderte von Leichen von Alpinis, die wegen des starken Feuers noch nicht geborgen werden konnten. Die italienische Heeresleitung schweigt sich aber über Verluste wohlweislich aus, da die bisher verhältnismäßig schon ansehnliche Zahl der Toten und Verwundeten mit keinem nennenswerten Erfolze gerechtfertigt werden kann. Der Hauptgrund für Italiens Kriegsteilnahme. Berlin, 11. Juni, Das„Hiornale d'Italia“ vom 5. Juni schreibt hierzu: Ein Grund war wohl, die günstige Gelegenheit, die irredentistischen Länder mit dem Vaterland zu vereinigen und eine sichere Grenze zu erlangen. Aber der Hauptgrund ist doch: 1) in Italien einen militärischen Geist zu schaffen und zu verbreiten; 2) den in Italien schwachen oder ganz fehlenden Nationalgeist durch das Blut eines großen Krieges zu schaffen und zu festigen. — Also Kriegswahnsinn Die französischen Verluste. Genf, 11. Juni. Heros sagte vorgestern in feinem Blatte, die französische Regierung verheimliche die Armeeverluste. Heute schreibt„Bataille Syndicaliste", die Engländer seien besser daran; sie erfahren wenigstens, daß sie 300000 Mann verloren haben. Falls die Verluste der Länge der Frontreihe entsprechen, müßte Frankreich den Verlust von drei Millionen Soldaten beklagen, denn die Engländer halten 50 Kilometer, die Franzosen 600 Kilometer. Jedenfalls sei mit französischen Verlusten in Höhe von 2 Millionen zu rechnen. Die Balkanstaaten. Die rumänisch=bulgarischen Verhandlungen. bb Budapest, 12. Juni. Die Bukarester Zeitung„Adeverul“ schreibt: Die rumänisch=bulgarischen Verhandlungen im Snne einer gemeinsamen Sicherung der Neutralität beider Staaten stehen unmittelbar vor ihrem Abschluß. Protest Griechenlands gegen die Versprechungen an Bulgarien. tu Wien, 11. Juni. Wie das neue Achtuhrblatt aus Sofia meldet, haben die Versprechungen des Dreiverbandes an Bulgarien in Athen peinliche Ueberraschung hervorgerufen. Die Vertreter der griechischen Regierung haben in Rom, Petersburg, London und Paris Protest dagegen erhoben, daß ohne weiteres und gegen den Willen Griechenlands Versprechungen gemacht werden, die Bulgarien große und wichtige griechische Gebietsteile für den Fall zusichern, daß Bulgarien seine Neutralität aufgibt. Die Vertreter Griechenlands erklärten, daß nicht nur Griechenland, sondern auch Serbien kein Stück Bodens an Bulgarben abzugeben gewillt sei und meinten ferner, daß ihrer Ansicht nach Serbien lieber Belgrad der habskurgischen Monarchie als Monastir den Bulgaren überlassen würde. Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 12. Juni. **(Landesherrliche Patenstelle beim siebenten Sohne.) Amtlich wird mitgeteilt: Seine Majestät der Kaiser und König haben Allerhöchstihren Willen dahin zu erkennen gegehen, daß künftig für die Annahme einer landesherrlichen Patenstelle bei siebenten Söhnen von der bisherigen Bedingung der ununterbrochenen Reihenfolge der Söhne in derselben Ehe abzusehen, dagegen an der Voraus' setzung, daß alle sieben Söhne am Leben sind, festzuhalten ist. (Die rechte Säuglingspflege.) Nicht erst, wenn der Brechturchfall da ist, soll der Arzt in Anspruch genommen werden, denn dann ist es häuig zu spät, sondern schon, wenn das Kind unruhig ist, wenn es blaß wird, auch wenn es dabei verstopft sein sollte, muß es zum Arzt, in die Säuglingsfürsorge oder ins Krankenheus gebracht werden. Tritt Durchfall ein, dann sind sofort Milch und sonstige Nahrung wezzulassen, das Kind darf nur Tee und Wasser bekommen, ist möglichst leicht zu bekleiden und sofort zum Arzt zu bringen. Der Mutter, die in der heißen Zeit so oft als möglich die Säuglingsfürsorge oder ihren Arzt aufsucht, wird es am sichersten gelingen, ihr Kind gesundzu erhalten. **(Eisernes Kreuz.) Dem Unteroffizier Paul Maaß aus der Beckestraße ist das Eiserne Kreuz verliehen worden. Wir gratulieren! **(Kühlung für unsere Feldgrauen.) Im August vorigen Jahres, gleich nach Ausbruch des Krieges, wurde ein Kühlungsmittel für die damals arg uunter der Hitze leidenden Soldaten empfohlen. Es handelt sich um die Anbringung eines angefeuchteten Schwammes im Helm, wodurch eine erhebliche Herabsetuung der Temperatur unter dem Helm erzielt und dadurch der Entstehung eines Hitzschlages vorgebeugt wird. Bei der jetzgen heißen Witterung ist ein Hinweis auf dieses einfache Mittel im Interesse unserer Soldaten, die vielfach große Märsche machen müssen, gewiß am Platze. **(Auszeichnungen.) Dem Eisenbahn=Assistenten Franz Peters, den Bahnsteigschaffnern Wilh. Briieke und Wilh. Menke, sowie den Schaffnern Heinrich Brieke, Heinrich Kölker, Arnold Kirchhoff und dem Oberschaffner Heinr. Streßig ist das Erinnerungszeichen für 25jährige Dienstzeit verliehen worden. **(Auf zum Freischütz!) wird Sonntag nachmittag die Losung sein, denn die Programme zu der Veranstaltung des 1. Bezirks des HellwegMärkischen Turngazes haben gewaltigen Absatz gefunden. Ein höchst erfreuliches Zeichen unseres Volkes; gilt doch der Erlös unseren armen tapferen Brüder, die als Zeichen ihrer Treue für uns und für Kaiser und Reich fortan nur ewige Nacht kennen. Ihnen opfern alle, die sich Programme zum Eintritt verschaffen. Darum noch einmal: Löse, wer kann, ein Programm! **(Eine ziemlich dreiste Schwindelei) wurde kürzlich in den Goldwaren= und Uhrmachergeschäften der Herren Kayser und Plümer hierselbst versucht. Vor einigen Abenden betrat kurz vor Ladenschluß ein mit schwarzer Hose und blemer Litewka bekleideter Soldat das erstgenannte Geschäft, in welchem in Abwesenheit des Herrn Kayser dessen Ehefrau anwesend war. Der Soldat, der nach seiner Angabe als Verwundeter in Dortmund im Lazarett 2 weilte, erzählte, er habe, während seine Kameroden einen Ausflug nach Hohensyburg machten, sich die Gegend angesehen und beabsichtige nun, da ihm die Auslage im Schaufenster sehr zugesagt habe, eine bessere Uhr nebst goldener Kette zu kaufen. Da er nun nicht genügend Barmittel bei sich habe, so möge die Firma den Betrag mittels Schecks von seinem Guthaben bei der Deutschen Bank in Dortmund abheben. Frau Kayser verabfolgte aber Uhr und Kette im Gesamtwerte von rund 150 Mark nicht, erklärte sich jedoch angesichts des bestimmten Auftretens des Menschen bereit, das Paket kurch die Post unter Nachnahme an das Lazarett in Dortmund zu senden. Dann verließ der Soldat das Kaysersche Geschäft und die Absendung des Paletes erfolgte. Im Geschäfte des Herrn Plümer, welches der Schwindler alsdann betrat, zeigte er dieselbe Kauflust für dieselben Gegenstände zuzüglich einer besseren Zigarrentasche. Er nannte sich hier„Walter Martini“ und wies auf sein Guthaben bei der Dresdener Bank in Dortmind hin. Herr Plümer, dem die Angelegenheit denn doch reichlich seltsam vorkam, weigerte die Abgabe ohne Bezahlung und auch die Jusendung unter Nachnahme. Vor diesem Schwindler, der vielleicht auch anderwärts seine Gastrollen gibt, sei hiermit ausdrücklich gewarnt. Die Firma Kayser hat, wie wir hören, inzwischen ihre nicht eingelöste Nachnahmesendung zurückerhalten tund ist dadurch erfreulicherweise mit dem blauen Auge darongekommen. ** Geisecke, 12. Juni.(Unfall.) Der Erdarbeiter Fr. Haarmann vom Dortmünder Wasserwerk kam gestern nachmittag beim Transportieren von Erdmassen so unglücklich zu Fall, daß er einen Bruch des linken Armes erlitt. ** Geisecke, 12. Funi.,(Festgenommener Wilddieb.) Dem Bahnhofswirt Bährensmann wurde gestern nachmittag von zwei fremden Männern ein frischgeschossener Rehbock zum Kauf angeboten. Da sie sich über den rechtmäßigen Erwerb des Wildes nicht answeisen konnten, kam Herrn B. die Sache verdächtig vor und er benachrichtigte einen Gendarmen, der die beiden Männer festnahm und dem Gericht vorführte. Es handelt sich um die Arbeiter Fennemann und Maiwurm aus Menden. Der Rehbock ist in einer Waldung in Neuenrade geschessen. Der eigentliche Wilderer scheint Fennemann zu sein, während Maiwurm wohl mir die Reise nach hier mitgemecht hat. Jedenfalls dürfte dem wilden Jäger das Handwerk wohl für längere Zeit gelegt werden. * Köln, 11. Juni.(Hinrichtung.) Der Arbeiter Karl Rein, der in Magdeburg eine alte Frau durch einen Dolchstich ins Herz tötete und deren Wohnung beraubte und her den städtischen Architekten Peter Butz und dessen Dienstmädchen ermordete, wurde nach dem Verzicht des Verurteilten auf Revision und Begnadignig heute morgen in Wahn durch Erschießen hingerichtet. Gottesdienste. Evang. ref. Gemeinde. Sonntag 9½ Uhr: Pastor Terberger, Evang. luth. Gemeinde. Sonntag 8 Uhr: Pastor Nell. 9½ Uhr: Pastor Wischnalh. 11 Uhr: Kindergottesdienst. Gemeinde Westhosen. Sonntag 9½ Uhr: Pastor Klinker. 10¾ Uhr: Kindergottesdienst. Kath. Pfarrkirche Schwerte. Sonntag, 6¼ Uhr: Stille hl. Messe, Pfarter Schnurbus. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. Gem. hl. Monatskommunion des Marien=Vereins. 8¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt, Kaplan Röseler. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2½ Uhr: Rosenkranzbruderschaft mit Prozession u. Kollekte. Lichtendorf=Sölderholz. Sonntag 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Andacht. Jerantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druc u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Es Litzall den Ergehz der Haustan, wenn man wretoit ihre sauberen, tadellosen Gardinen lobt und bewundert. Diese stolze Genugtuung hat jede Hausfrau, die mit Luhns wäscht. Tranfrei. . 7 672 Derlan uns sendet Salemsuekkaltt Salem Gold Zigaretten MUUgarmenstellebesgehe oie eeechhe! Na Vermässig verpackt 10 Pf. Forto! Nr. 135. Beilage. Schwerter Zeitung Amtliches Kreisblatt. Aus Ostpreußen. Vor einiger Zeit sind die ostpreußischen Lehrer auch nach den unmittelbar an der russischen Grenze gelegenen Schulgemeinden zurückberufen worden, um an der Wiederbelebung der wirtschaftlichen und geistigen Tätigkeit mitzuwirken. Doch begegnet die Aufnahme ihrer Arbeiten noch manchen Schwierigkeiten. Wie sich die ganze Lebensweise dort einstweilen noch gestaltet, das schildert ein junger Lehrer in einem Bries an seine Eltern, in dem es nach der„Königsberger Allg. Ztg. u. a. heißt: Mit einem größeren Besitzer langte er nach einer anstrengenden Reise über Lyck in seinem nicht weit von der Grenze befindlichen ehemaligen Schulort an. In dem ganzen Dorfe ist nicht ein Haus hei! geblieben, während nach dem ersten Kusseneinfall fast alles unversehrt war. Der Besitzer entdeckte aber in seinem etwas abseits von dem zerstörten Gehöft gelegenen Garten ein im vorigen Frühjahr angelegtes Gartenhäuschen, das den Beifall der Russen offenbar nicht gefunden hatte. Man richtete sich hier wohnlich ein, so gut es ging. Einiges Handwerkszeug hatte man mitgebracht, und so wurden aus den vorgefundenen Bettstücken und Balkenreiten die notwendigen„Möbel“, die Bettgestelle, Stühle und ein Tisch gezimmert. Aus Ziegeln wird ein Herd gemauert, und einiges Brennmaterial findet sich auch noch vor. Da der Besitzer zugleich Gastwirt ist, ist es ihm möglich, von seinen Geschäftsfreunden in L. manches Ergänzungsstück für die Wirtschaft zu erhalten. Lebensmittel weiß er regelmäßig in L. aufzutreiben, wenn die Preise auch etwas sehr hoch sind. Die Bereitung der Speisen machte den beiden anfangs, da ihre Frauen noch nicht nachkommen durften, Schwierigkeiten; aber der Mensch lernt alles, wenn es sein muß. Einige Kühe und Pferde haben nun auch bereits ihren Einzug gehalten. Die Militärverwaltung hat die Felder durchweg mit Kartoffeln, Gerste und Hafer bestellen lassen. Auch andere Einwohner kehren wieder zurück und errichten aus den vorgefundenen Trümmern oft recht drollig aussehende Notbauten.“ So zeigt sich auch hier an der Grenze wieder langsam das Bild des neu erwachenden wirtschaftlichen Lebens. Es hat sich auch bereits einiges Schülermaterial angesammelt, und die Kinder erhalten an mehreren Stunden des Tages Unterricht im Freien. Bänke und Tische sind freilich nicht da, und von irgendwelchen Lehr= und Lernnitteln ist keine Spur vorhanden. Man lickt aber frohen Mutes in die Zukunft und gibt sich der Hoffnung hin, daß durch baldige Errichtung von Baracken den größten Uebelständen abgeholfen werden möchte Können wir über den Kanal schießen? Mathematische Berechnungen gegenüber „. Phantastereien. Zu denbeliebtesten Gegenständen ausnter und„wichtigtuerischer". Bieresprechungen gehört die Frage, ob wir über den Kanal nach England schießen können. Gegenüber diesen haltlosen Phantastereien sei eine Zusammenstellung fach licher Auslassungen wiedergegeben, die sich in der hauptstädtischen Presse findet: 3: Die„Artilleristischen Monatshefie" hatten bereits frühere, darauf hingewiesen, daß es Kruppsche schwere Geschütze gibt, mit denen. bei entsprechender Lafettierung Schußweiten Uls zu 42 Kilomete erzielt werden können. Daß solche Entfer nungen auch praktisch in Betracht kommer hat, wie die Zeitschrift neuerdings aus führt, die Beschießung der französische Festung Dünkirchen bewiesen, die mit 30,5 Zentimeter= und 28=Zentimeter=Geschützen er folgt sein soll. Nach dem„Taschenbuch für Kriegs flotten“ von Beyer führen die neuesten deut schen Linienschiffe 30,5=Zentimeter=Kanoner „L/50“, während für die im Bau begriffe nen Linienschiffe 38=Zentimeter=Kanoner vorgesehen sind. Die Bezeichnung„2/50“ bedeutet, daß die Länge des Rohres da Fünfzigfache seines Kalibers beträgt. Da Rohr würde also eine Länge von 15.21 Metern besitzen. Die Länge des Nohres ist bei Flachbahngeschützen sehr wesentlich um die Kraft der Pulvergase auszunutzen Bei kürzeren Rohren geschieht dies nicht ir vollem Umfange. Das Geschoß verläßt der Lauf, ehe die Pulvergase ihre Hauptspann kraft erreicht und damit dem Geschof die größtmöglichste Anfangsgeschwindigkei verliehen haben. Die Verlängerung der Rohre hat aber eine Grenze, weil mit der zunehmenden Größe das Gewicht wächst die Beweglichkeit vermindert wird und de Raumbedarf zur Aufstellung sich vergrößert Bei der Beschießung von Dünkirchen, wo bei die Schußentfernung zwischen 30 uni 38 Kilometer betragen haben soll, wird e: sich um ähnliche Geschützrohre wie bei der vorher erwähnten Schiffsgeschützen gehan delt haben, aber in anderen Lafetten, de solche Schußweiten, zu denen eine groß Erhöhung des Rohres notwendig ist, miSchiffslafetten nicht mehr erreicht werder können. Nimmt man als mittlere Entfernung 35 Kilometer(zufällig die Breite die Breite von Calais= an der engsten Stelle), so ist dies eine Entfernung, au der bei unserer nordwesteuropäischer Atmosphäre eine Schußbeobachtung ausgeschlosser ist. In der Tat soll, wie die französischer Blätter melden, die Beobachtung zum Regeln des Feuers durch Flieger erfolgt sein ∆ San Marino der neueste Feind. Ein neuer Feind erschien zu all den vielen, Sein Land ist klein, jedoch sein Mund ist groß, Auch er will einmal mit dem Feuer spielen, Nun schießt er wie Italien wild drauf los; Ein kleiner Feind, der großen Brüder wert, Hat schon an Oesterreich den Krieg erklärt, Denn wo Italien haßt, kann er nicht lieben, So steht in seinem Kriegsgesetz geschrieben. Italien folgte englischer Ermahnung, Und San Marino zog die Konsequenz. O Menschenkind, hast du denn eine Ahnung, Von dieses winz'gen Ländchens Existenz? Es liegt im Land, wo die Zitronen blüh'n, Und ist zur Zeit vergessen„einzuzieh'n“; Es liegt so irgendwo bei den Abruzzen, Wo es uns weder schaden kann, noch nutzen. Nun macht mobil der kleinste aller Staaten, Bringt auf die Beine sein gewaltig Heer, Denn er besitzt acht Kompagnien Soldaten, Wird dir, o Leser, da das Herz nicht schwer? Denn auch die Feuerwehr zieht mit ins Feld, Von dieser wird die Artillerie gestellt, Schnell wird montiert des Ländchens Feuerspritze, Sie avanciert zum schweren Feldgeschütze! Wie schmunzelt froh Salandra und Sonnino; Hier sieht man die gerechte Sache ein, Fest zu Italien steht auch San Marino, Der Dreiverband kann nun zufrieden sein. Und wenn er jetzt nicht glänzend siegen kann, Ist San Marino einzig Schuld daran. Und bringt auch dieses Ländchen ihn nicht weiter, Er hat doch einen Südenbock! Ernst Heiter. Aus Feldpostbriefen. Der Geldtopf der Großmutter. ::„Dicht an der vordersten Artillerietellung in Flandern steht ein Haus, in dem sich drei Flüchtlingsfamilien zusammengeunden haben, um dort das Ende des Krieges abzuwarten. Mit der Zeit hat sich zwi schen unseren Kanonieren und ven Belgiern ein sehr gutes Verhältnis herausgebildet, zumal diese friedlichen Feinde fast ganz von den deutschen Barbaren ernährt werden. Die belgischen Frauen haben auch ein gutes Einkommen durch Instandhalten der Wäsche serer Feldgrauen und die gefertigten Klöppelspitzen(Speelewarken) finden gegen gutes deutsches Geld rasenden Absatz. Die Kinder kennen alle Soldaten bei Namen und warten schon mit leuchtenden Augen auf die Leckereien, wenn die Feldpost kommt. Eine ältere Frau, in deren Haus sich das zweite Geschütz eingenistet hat, kam alle Tage her, um sich von ihrer einstigen Behausung zu überzeugen, deren Inneneinrichtung so nach und nach durch ein Klavier, großen.# und besonders durch peinlichste Sauberle##t an Behaglichkeit sehr gewonnen hatte. Der wahre Grund ihrer zahlreichen Besuche wurde uns aber erst bekannt, als wir ansingen, dicht hinter dem Haus her einen bombensicheren Unterstand zu bauen, und den Garten umgruben. Zuerst stand die Großmutter, wie wir sie alle nennen, sprachlos da, doch schließlich fing sie an, in ihrem belgischen Kauderwelsch lange Reden zu halten, und man verstand nur immer von „Geld sauken“ und„es nich veel in" usw. Zu allerletzt kam sie dann mit der Sprache heraus, daß sie gerade an dieser Stelle ihre Reichtümer in einem irdenen Topf vergraben hätte und nun in Angst schwebe, die deutschen Soldaten, die doch sonst„brave Jungen“ wären, würden ihr ihre Spargroschen nehmen. Ein paar Spatenstiche noch, und der Geldtopf war da, den sie nun freudestrahlend ungeöffnet in Empfang nahm und mit dem sie dann sicher mit leichtem Herzen abzog. Seit dieser Zeit sind die Besuche der Großmutter seltener geworden, denn sie kann den Namen„olle Geldmutter", wie sie nunmehr heißt, durchaus nicht vertragen. Samstag, 12. Juni 1915. sein Vater im Kriege sei.„von, non, nir Krieg,“ sagte er.„Nein, nein, aber fünf Brüder von mir sind auf dem Schlachtfeld.“ Ich fragte weiter, ob alle fünf noch am Leben seien.a.Da ließ er sein Köpflein hängen und sagte traurig:„Nous n’avons pas: nix Post.“(Wir haben keine Post.)3 Er wußte nichts von seinen Brüdern, weil über die Front keine Post kommt. Meine Kameraden, die von der ganzen Geschichte nichts verstanden, waren mutwillig, hielten dem Kleinen scharfe Patronen hin und sagten:„Heh, was ist das?“„Des Cigarettes vour les Anglais.“ (Zigaretten für die Engländer!) war die klassische Antwort des kleinen Franzosen. Das war nicht seine Weisheit, offenbar hatte er es daheim gehört. Vielleicht bringt dies stets steigende Spannung zwischen England und Frankreich noch eine Lösung Weltkonfliktes. 64 Vereinsachung des Gesellschaftslebens. :: Doch die Lieben in der Heimat brauchen auch nicht zu denken, daß ihre Männer und Söhne, die wochen= und monatelaug vorn in den Schützengräben leben, auf Bequemlichkeit verzichten müssen und zewissermaßen in den Urzustand der Ne turvölker zurückkehren. Natürlich sehlt vieles. Aber manches, was man daheim für eine Lebensnotwendigkeit gehalten hat, lernt man als überflüssigen Luxus erkennen und entbehren. Im Schützengraben ist mai jedenfalls nicht in der Gefahr, über seine Verhältnisse zu leben, was in der Heimat so vielfach geschehen ist und wodziech um manche Familie in Friedenszeiten um das häusliche Glück betrogen hat. auch das gesellschaftliche Leben ist hier viel weniger kostspielig. Man kommt, wie man ist, und ißt, was man bekommt. Das Essen ist übrigens durchaus nicht schlecht, sondern meistens sehr gut und deutsche Staat sorgt schon dafür, daß seine Krieger nicht darben. Und die Freunde in der Heimat schicken manch angenehme kost. Dann und wann wird von einem glücklichen Schützen ein Wildschwein, das in den Wäldern von Verdun häufig vorkommt, oder ein Rehbock, ein Hase oder sonst ein schmackhaftes Wild erlegt. Da kann an besonderen FesttagenEmit einer herrlichen Speisenfolge aufgewartet werden, die natürlich auf einer Speisenkarte den erwartungsvollen Tischgästen angekündigt wird, Zigäretten für die Engländer.— —•::„Ich habe schon öster aus der französischen Zivilbevölkerung herauszubringen gesucht, wie sie über den Krieg und unsere, sowie die englischen Soldaten denken. Eine Frau in P. meinte neulich:„Wir haben den Krieg nicht gewollt; die Engländer haben den Krieg gewollt und herbeigeführt. Wie sehr sich diese Ueberzeugung Bahn gebrochen hat und wie schlecht die Franzosen auf dier Engländer zu sprechen sind, geht auch aus der Unterhaltung hervor, die ich kürzlich in G. mit einem kleinen Französlein hatte. Kam da in unser Quartier ein Büblein und bat um Tabak für den Papa und um Butter für die Mama. Ich fragte ihn zuerst um den Namen.„Fernand P....“ war, die Antwort.„Und wie alt bist du? ins.“(7 Jahre.) Dann gaben wir ihm Tajak und Butter. Dann fragte ich ihn, ob Scheinwerfer. Die Marconi=Phantasict. mit denen dieser neuerdings sehr geitemen tüchtige Erfinder der drahtlosen Telrzi# phie vor kurzem bei seiner Rückkehr von Amerika nach Italien entpuppen sich mehr und mehr als Luftgebilde. Er selbst sagt es, die die man ihm zuschreibe, beruhe nicht auf einer neuen physikalischen Entdeckung, sondern auf den bekannten Eigenschaften ultra, violetter Strahlen. Mit ihrer Hilfe sei e ihm tatsächlich gelungen, Gegenstände durch eine 60 Zentimeter dicke Mauer zu sehen Vorläufig sei diese Erfindung aber oraktisch noch nicht verwertbar.— Die armen ultravioletten Strahlen sind seit Röntgenglorreicher Entdeckung zu allem moglichen mißbraucht worden, ohne daß irgendetwas geglückt wäre. Es wird also auch ven schlauen Marconi wohl nicht gelingen, durch die Wände unserer Unterseieboote zu sehen Und das war doch der Zweck seiner Er findung. Jornige Wigl. Roman von J. v. Düren. 14 Ihre Gestalt schien gebeugt. Ihre Stimme hatte einen harten, spröden Klang. Es war, als quälte sie sich, um nie Worte auszusprechen. Und sie glaubte ebenfalls in ihm kaum den früheren, ruhig heiteren Freund zu erkennen. Seine glanzlosen Augen gaben Zeugnis von durchwachten Nächten. In seine Züge hatten sich Leidenschaft und Bitterkeit eingegraben. Seine Wangen waren hohl und seine frischen Farben verweht. Sie vermißte an ihm die gerade, aufrechte Haltung, das Elastische, das Zeugnis gab von einer sorgfältigen körperlichen Pflege. Sie begriff Magdalene nicht und verstand die Handlungsweise ihrer Mutter ebensowenig; aber der Mann vor ihr tat ihr leid, und sie fühlte sich am wenigsten berechtigt, ihn zu beunruhigen. Deshalb vertrat sie vom ärztlichen Standpunkt aus die Ansicht ihrer Mutter; und Leo ergab sich und schrieb an Magdalene, daß er um ihretwillen in eine weitere Treunung einwillige. Die Vorbereitungen zum Weihnachtsfeste wurden natürlich recht beschränkt. Maria und Edith machten sich in der Häuslichkeit zu schaffen, backten verschiedene Weihnachtskuchen, die oft mißlangen, kosteten und probierten eifrig und vertrieben sich die Zeit mit allerlei nutzlosem Zeug und erwarteten natürlich mit Ungeduld die schönen Sachen, die Mama und Schwester aus Berlin schicken würden. Ernestine war von morgens bis abends rastlos tätig. Ihre verschiedenen Krankenbesuche brachten sie jetzt den Einwohnern des Städtchens, die ihr aufangs so mißtrauisch gegenüberstanden, näher. Die Artihres Benehmens exinnerte viel an ihren verstorbenen Vater und beflegte langsam die Vorurteile. Man kam ihr, wohl noch scheu, aber doch mit einem beginnenden Vertrauen entgegen. Wie glücklich und zufrieden fühlte sie sich, wenn sie solche Wahrnehdann ihr Inneres. Sie arbeitete mit Aufgebot aller Kraft und hatte oft die Freude zu helfen. Besonders waren es die Kinder, die ihre sanfte Art zu gewinnen wußten. Sie verstand so liebevoll mit ihnen zu reden; ihre weiche, kühle Hand legte sich sanft auf die heißen Stirnen der Fieberkranken, und manchmal traf sie ein warmer dankbarer Blick aus den glänzenden Kinderaugen. Ihre Seele atmete befreit. Sie empfand so heißes Mitleid mit dem Weh der Menschen, daß das eigene schwieg. Wenige Tage vor Weihnachten war sie noch am Spätnachmittag nach Klein=Buchenau gerufen worden. Das jüngste Kind des Inspektors war unter den bekannten Anzeichen erkrankt, und sie beeilte sich, den langen Weg über die vom Regen und Sturm aufgeweichte Chaussee zu Fuß zu gehen, da jede Fahrgelegenheit fehlte. Sie trug Mine auf. ihr den Wagen, der repariert werden mußte, sobald als möglich nachzuschicken, und kämpfte sich mutig durch Sturm und Regen. Die Frau des Inspektors hatte schon lange nach ihr ausgeschaut. Sie empfing sie in großer Erregung mit einer Flut von Fragen. Ernestine legte die nassen Oberkleider ab und setzte sich an das Bett des kranken Kindes. Ihre geübten Augen merkten, daß sich hier die Krankheit mit aller Schwere schnell entwickelte. Sie wußte nicht, wie die Zeit dahingeflogen; und als sie endlich ihre Arbeit beendet und sich zum Gehen anschickte, bemerkte sie, daß kein Wagen ihr entgegengekommen war. Der Abend war finster und sternenlos, der Sturm peitschte ihr die kalten Tropfen ins Gesicht, sie kämpfte sich mutig vorwärts. Als sie kaum eine Viertelstunde gegangen, hörte sie rasche Schritte hinter sich und sich umschauend, bemerkte sie Hohenfels, der hastig auf sie zuschritt.“ „Mein gnädiges Fräulein,“ vief erihr zu.„Woher des Wegs in diesem surchtbaren Wetter? Wer konnte Sie allein über die freien Felder gehen lassen Feuer durchflutete½ Er bot ihr den Arm. Sie gingen xasch vorwärts und redeten nicht viel zusammen; der Wind schloß ihnen die Lippen. Zu Hause angekommen, sah Ernestine zu den dunklen Fenstern empor. Alles schien zur Ruhe gegangen zu sein. Während Hohenfels sich bemühte, die Tür zu öffneu, sagte sie:„Sie sind durchnäßt. Mein Kachelofen ist warm; trocknen Sie wenigstens eine kurze Zeit ihren Mantel und trinken Sie ein Glas Tee bei mir. Ich habe hier unten mein Reich jetzt ganz für mich. Hohenfels zögerte aufangs. Aber die ruhige, sichere Art Ernestines nahm ihm jedes Bedenken. Mit freundlichem Dank trat er in ihr Zimmer. Da war es wirklich behaglich. Die Lampe umstrahlte mit ihrem Licht den einfachen Hausrat, der grüne Kachelofen tat reichlich seine Pflicht und schien einladend zu winken, so daß sich Hoheufels auf die daueben stehende Holztruhe setzte und die starren Hände an die warmen Kacheln legte. Ernestine erschien im warmen Hauskleid und zündete die Spirituslampe unter dem Teekessel an. Er folgte mit Interesse ihren schnellen, gewandten Bewegungen. Das helle Licht wob einen warmen Schein um ihr blasses Gesicht, das jetzt ein freundliches Lächeln verklärte. Der schrille Ton der Hausglocke machte der lebhaften Unterhaltung, in die beide geraten waren, ein Ende. Ernestine öffnete das Feuster. Ein Bote vom Fabrikbesitzer Lorentz bat um den Besuch der Aerztin. Nach wenigen Minuten trat Ernestine gefolgt von Hohenfels, aus der Tür. Der Diener musterte mit erstanntem Gesicht die hohe Gestalt des jungen Mannes und wollte ehen eine wortlaute Frage tun, als Hohenfels, der den Burschen beobachtete, sich an Ernestine wandte und ihr den Arm bietend, sagte: Ich begleite Sie noch ein Stück, da Sie wohl bei Inspektors nicht mehr nötig sein werden. Ich werde Ihre Anordnungen der Frau noch heute mitteilen.“ Ernestine verstand ihn nicht. Wozu diese Ausreden. Unbefangen nahm sie seinen Arm, und beide folgten dem voranschreisenden Boten... Auf der Treppe empfing sie bereits Frau Lorentz. Sie war heute gegen ihre Gewohnheit etwas nachlässig gekleidet, aber die unvermeidliche Lorgnette hing an einer langen goldenen Kette über die schief zugehakte Matinee. „Endlich, endlich, Doktorchen! Wir sind in Todesangst. Schwester Beate hat auf Ihr Kommen gedrungen; aber wie ich sehe, sind Sie nicht allein.“ Sie spähte durch die geöffnete Tür des Portals nach dem sich verabschiedenden Hohenfels. Ernestine beantwortete ihre Frage nicht. Sie war ihr schon vorangeeilt. An der Schwelle des Krankenzimmers empfing sie die barmherzige Schwester und sprach erregt auf sie ein. Der Zustand des jüngeren Knaben hattesich bedenklich verschlimmert, die Erstickungsaufälle waren wiedergekehrt. Nach einer Stunde ernster Arbeit verließ Ernestine bis zu Tode erschöpft das Haus. Mitternacht war längst vorüber. Auf dem weglosen Pfad herrschte tiefste Finsternis. In der Aufregung hatte man vergessen, ihr jemand zur Begleitung mitzugeben, und sie selbst hatte kaum daran gedacht. Die nächsten Tage hatten den Vorfall längst durch andere Ereignisse verdrängt. Ernestine war zu sehr mit ihren Patienten beschäftigt, als daß sie hätte wahrnehmen können, wie ungemein kühl man ihr begegnete. Selbst im Inspektorhause bewahrte die redselige, überängstliche Mutter Zurückhaltung und eisiges Schweigen. Die Bestellungen liefen spärlicher ein, als sie es sonst gewohnt war. An einem Morgen erschien als einziger Leo Berg in der Sprechstunde. Verwundert einpfing ihn Ernestine. Ehe sie noch nach der Ursache seines Besuches fragen konnte, sagte er etwas hastig, indem er versuchte, sich ihren aufmerksomen Blicken zu entziehen:„Ich komme in einer unangenehmen Angelegenheit. Die Fama berichtet über Ihren Verkehr mit Hohenfels so Sonderbares, daß ich gezwungen bin, aus Ihrem Munde die Wahrheit über das Verhältnis zwischen Ihnen zu erfahren 225.10 * R e p a r a t u r e n .„* an Regenschirmen in eigener Werkstatt such an solchen, welche nicht bei mir gekauft sind prompt und billig. Auf jede Reparatur karn gewertet werden. Bernhard Feit Hüsingstrasse 23. 545 Fernrut 212 IO eitugh Wtr KN Gras=Verräuf. Dienstag, den 15. Juni d. Is., nachmittags 5 Uhr soll das Gras in den Flößwiesen des Gutes Ruhr nummerweise meistbielend verkauf! werden. Zusammenkunft an Ort und Stelle an der Rettelmühle bei Schwerte. 2696 Haus Ruhr bei Schwerle, 7. Juni 1915. 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Marktstraße 3—5, betr. =„Der Völkerkrieg".— beigelegt, den wir einer geneigten Beachtung empfehlen. Die Geschäftsstelle. von Obermeyer's Herba=Seise nassen Flechten rolen Flecken im Gesicht. Dies bezeugt Herr P. Lachmann in Kobolin, indem er schreib!:„ 2759 „Weil ihre Herba=Seise meiner Tochter die nassen Flechten dinnen 14 Tagen gebeilt und jetzt eine ganz klare Haut vorhanden ist, sage ich sowie meine Frau den bessen Dank. Meiner Schwester, welche im Gesicht rote Flecken halle, auch auf der Nase sind die Flecken vergangen.“ Obermeyer's Herda=Seife à Stck. 50 Pfg., mit ca. 30% der wirksamen Slosse verstärkt Mark 1.—. 8. b. i d. Apoth. u. i. d Drog. v. Max Mehlhose u. C. Trog, in Westhosen: Drog. Engels. Das Husten alter Leute. Alte Leute, weiche fortwährend husten und wegen Brustbeklemmungen nachts nicht schlafen können, sollten nicht länger leiden; der n ihre Krankheit ist zu lindern.- Deshalb sollten sie Eichen=Schälhölzer kauft jedes Quantum. Gefl. Angebote unter P. 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Duchkühdlung Cart Braus, Conwerts-(Ham! Grosse Marktstrasse 8 bis 5. verzehrte mein Abendbrot mit gutem Appetit. Den Oberkellner bat ich, als ich die Zeche beglich, mir den Direktor Strauß heranholen zu lassen. Mit zynischem Lächeln erklärte er mir, das sei unmöglich, denn der Herr Direktor habe sich bereits gestern seinen Verbindlichkeiten durch die Flucht entzogen. Im Nebenzimmer seien noch mehr Herrschaften, die zum Theater gehörten, und wenn ich den Kreis der Leidtragenden vermehren wolle, so brauche ich nur dort hinein zu gehen, um meine Schicksalsgenossen kennen zu lernen. Obwohl ich früher immer ein ungläubiges Lächeln gehabt hatte, wenn man mir von Ohnmachten sprach, in diesem Augenblick wurde es mir zur Gewißheit, es gibt solche Schwächezustände. Mir wurde schwarz vor den Augen, mein Kopf schwirrte, und mein Gehirn konnte keinen Gedanken mehr fassen. Wie lange ich so dageseffen haben mag, weiß ich nicht. Endlich raffte ich mich wieder auf und dachte:„Hinein zu deinen Kollegen, geteiltes Leid ist halbes Leid!" Der Oberkellner war inzwischen verschwunden. Taumelnd stand ich auf und begab mich in das Nebenzimmer. An einer langen Tafel saßen 16 bis 18 Personen beiderlei Geschlechts, die bei meinem Eintreten ganz ruhig sitzen blieben. Nur ihre Blicke hingen an mir mit der stillen Frage:„Auch du, mein Sohn Brutus?“ Ich stellte mich vor, und nun begann ein Fragen, ein Erzählen und ein Geschimpfe auf den Lumpen und Betrüger, und aus dem Chaos erwuchs mir nur die eine positive Gewißheit, daß ich mich jetzt in fremdem Land besand mit einem Franken sechzig Centime Vermögen, daß meine Garderobe versetzt war und ich nicht in der Lage, sie einzulösen. Aber merkwürdig, wie eine solche Lage die Charattereigenschaften eines Menschen verändert! Mich durch uhr der Gedanke:„Bist du nicht der Sohn wohlhabender Eltern? Ihr einziger Sohn? Und ist es nicht Plicht der Eltern, ihrem Kinde zu helfen?" Der Gedanke, den ich vor einigen Tagen von mir wies, meines Vaters Hilfe in Anspruch zu nehmen, erschien mir gar nicht mehr so arg, und ich beschloß, morgen mit dem frühesten nach Hause zu telegraphieren. Mein Vorhaben teilte ich auch meinen neuen Kollegen mit, die mir recht gaben, und einige ältere unter ihnen meinten seufzend:„Wohl dem, der noch Eltern hat!“ (Schluß folgt.) Die Größe der modernen Irrenanstalt. Die Krankenfürsorge in Anstalten ist immer mehr zu einem wichtigen und vieldiskutierten Kapitel der sozialen Hygiene geworden, da die Zahl der Pflegebedürftigen ständig im Wachsen begriffen ist. Diese Steigerung stellt natürlich die größten Ansprüche an das Budget der Provinzial= und Kommunalverwaltungen, ein Grund mehr für diese, da an eine Rentabilität solcher Institute kaum zu denken ist, sich einer ökonomischen Organisation zu befleißigen. Die Moderne bevorzugt im allgemeinen den Großbetrieb. Das Warenhaus verdrängt den Einzelkaufmann, weil seine Ausgaben geringer sind als die, welche eine Reihe von Einzelgeschäften insgesamt beanspruchen. Dieser Tendenz folgend, sind im Laufe der Jahre immer größere Krankenhäuser erbaut worden, die, wie z. B. das Berliner Virchow=Krankenhaus, das Areal und die Einwohnerschaft einer kleinen Stadt umfassen. Aber allerhand administrative Unzuträglichkeiten, die in diesem als Musterbetriebe gedachten Krankenhause sich abspielten, haben den warnenden Stimmen recht gegeben, die behauptet hatten, daß der Größe eine Grenze gesetzt sei. Besonders wichtig ist die Entscheidung dieser Frage bezüglich der Heil= und Pflegeanstalten für Geisteskranke. Eine solche Anstalt, die früher allerdings nichts anderes war als ein Anhängsel des Krankenhauses, ist allmählich zu einem selbständigen Organismus geworden, der eigenen Regeln gehorcht. Die Heilanstalt ist ein einheitlicheres Gefüge als das Krankenhaus. Die Kranken, die in jene kommen, bleiben für längere Zeit, oft das ganze Leben hindurch, in ihr. Ein Stamm von geschultem Wartepersonal ist um sie herum angesiedelt. Wirtschaftliche Betriebe, die zum Teil von den Kranken selbst besorgt werden, wie Landwirtschaft und Fabrikation, verlangen eine einheitliche Leitung und Regelung, welche die einzige Gewähr für die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens bieten. Auch die Größe der Irrenanstalten ist im Laufe der Jahre gestiegen. Besonders die großen Städte haben es sich im letzten Jahrzehnt angelegen sein lassen, an ihrer Peripherie wahre Mammutanstalten zu errichten. So hatte die 1880 eröffnete Irrenanstalt zu Dalldorf bei Berlin 1000 Betten, die zweite bei Herzberge ebensoviel, die dritte bei Buch aber schon 1555 Betten. Die Londoner Anstalten bei Clayburg und Horton sind noch größer; den Vogel aber schießt die vor einigen Jahren eröffnete Wiener Irrenanstalt Am Steinhof mit 3500 Kranken ab. In den Kreisen der Anstaltspsychiater wird nun eine Bewegung immer stärker, die darauf abzielt, derartige Mammutbauten in Zukunft nicht mehr aufzuführen. Um eine Klärung der strittigen Fragen herbeizuführen, hat kürzlich der Deutsche Verein für Pychiatrie den Direktor der niederösterreichischen Irren= und Pflegeanstalt Mauer=Oehling zu einem Gutachten veranlaßt. Wie in der„Psychiatrisch=neurologischen Wochenschrift“ ausführlich erörtert wird, wendet sich auch dieser anerkannte Sachkundige gegen den Bau von großen Anstalten. Ueber 1000 Betten hinauszugehen, erscheint ihm aus vielerlei Gründen unzweckmäßig. Darüber wird eine einheitliche Leitung von seiten des Direktors unmöglich. Auch die administrativen Geschäfte leiden bei einem vielköpfigen Personal. Aufsichtsbeamte werden nötig, allerhand Subalternangestellte werden angeworben, während in den kleinen Anstalten vieles nebenbei besorgt werden kann und der Direktor alles selbst übersieht. Dadurch vergrößern sich natürlich die Betriebskosten. Auch die anderen Posten der Betriebskosten in den großen Anstalten sind höher als die in kleineren. Vieles kommt dort unausgenützt um, was hier bei der schärferen Kontrolle noch verwendet werden könnte. Jedenfalls sind, wie statistische Nachweise zeigen, Anstalten bis zu 1000 Kranken, was die Ausgaben pro Kopf und Bett betrifft, wesentlich ökonomischer. Das gleiche gilt, obgleich früher immer das Gegenteil behauptet wurde, für die Baukosten. Diese wechseln innerhalb beträchtlicher Grenzen, je nach den äußeren Bedingungen wie Bodenpreis, Löhne, Material, zwischen 4000 und 12000 Mark, welche bei der schon genannten Mammutanstalt aufgewandt werden mußten. Denn letzten Endes hängen die Kosten gar nicht von der Bettenzahl, sondern von der Anlage und Ausführung der Pavillons und Zentraleinrichtungen, wie Gutshof, Zentralküche, Zentralheizung und dergleichen, ab. C. K. Dinnor. Der Prophet.„Jawohl,“ ruft der Redner prophetisch,„die Zeit wird kommen, da alle Frauen Männerlohn einstecken werden!"„Ja,“ tönt eine traurige Stimme aus dem Saale,„nächsten Sonnabend.. g : Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 135. Samstag, 12. Juni 1915. Reiseerzählung von Otto Ritter. (6. Fortsetzung.) veranstalteten einen „Tiger“ um aus dem Bereich Hauses zu kommen. des unJoseph wandte sich jetzt an den kleinen Schreiber, der vor Entsetzen auf eine Bank gesunken war.„Soll ich diese Wanze auch hinausschmeißen, Kollega?“ fragte mich der Amerikaner.—„Nein, Joseph, jetzt noch nicht, wartet erst ab!“—„Ich tu's gern.“—„Glaub's schon,“ entgegnete ich lachend,„wir müssen aber erst er,ahren, was der Kerl von uns will.“—„Well, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, sagt mir Bescheid.“ Damit setzte er sich wieder zu Rahda an den Tisch, und ich hatte nun Zeit, mir den kleinen Schreiber vorzunehmen.„Hast du gesehen,“ fragte ich ihn,„wie mein Freund mit deinen beiden Beschützern umgegangen ist?“—„O Allah il Allah,“ rang es sich stöhnend von seinen Lippen,„Ihr seid ja viel gefährlicher, als der Emir mir berichtet hat!"—„Welcher Emir?“ fragte ich erstaunt.—„Nun, derselbe, der gestern bei mir war und——“„Nun, und?" „Nichts!“— Er wandte sich plötzlich schroff ab, und dieser Umstand ließ die Vermutung in mir aufsteigen, daß hier etwas nicht in Ordnung war. Ich trat deshalb dicht an ihn heran und hielt ihm wieder die Reitpeitsche unter die Nase.„Wenn du nicht augenblicklich redest, dann schmeckst du meine Peitsche!"— „Das wirst du nicht tun!"—„Ich tue es bestimmt.“— „Der Zorn des Croßherrn wird dich treffen.“—„Der Großherr wird mir dankbar sein, daß ich solch einen ungehorsamen Schuft durchgeprügelt habe.“—„Kennst du ihn, dem Allah tausend Jahre geben möge, denn?" fragte er ängstlich.„Schau' her,“ sagte ich und zeigte ihm meinen Reis paß mit dem großherrlichen Siegel, „kennst du seine Unterschrift?" Angesichts die es Do uments knickte er ganz zusammen und drückte das Papier voll Ehrfurcht an Stirn und Mund.„O Allah,“ jammerte er,„verzeihe, Emir, deinem untertänigsten Diener, daß eer so mit Blindheit geschlagen war und deine Herrlichkeit nicht gleich erkannt hat!" Die Araber haben einen Heidenrespekt vor dem großherrlichen Siegel und halten jeden Inhaber eines solchen für ein u hohen Beamten des Padischahs, obgleich sie meist nicht imstande sind, die Siegel voneinander zu unterscheiden. Joseph Biller machte sich einmal den Witz und hielt einem Dorfrichter ein Briefkuvert mit einer englischen Zehn=Pence=Marke unter die Nase. Angesichts dieses harmlosen Poststempels (Nachdruck verboten.) warf sich der Kerl mit dem Bauch auf den Boden und schwor bei allen Seligkeiten, mein guter Joseph sei der Padischah selbst. Daher auch die plötzliche Unterwürfigkeit des kleinen Schreibers. „Du siehst also“ fuhr ich fort,„oaß jetzt das Recht an mir ist, dir die Bastonade geben zu lassen, und ich verurteile dich hiermit zu fünfzig Stockschlagen auf die Fußsohlen.“— Der arme Kerl erhov jetzt ein furchtbares Lamento und beschwor mich, es bei zehn Hieben bewenden zu lassen, er wolle mir dann auch alles sagen, was er wisse.—..., Menn 94. „Gut,“ entgegnete ich,„es sei! Wenn ou mir die volle Wahrheit sagst, dann schenke ich dir auch die zehn Hiebe, und du sollst frei ausgehen, außerdem schenke ich dir dann noch fünf Piaster. Belügst du mich aber, dann wird die Strafe unverzüglich an dir vollzogen.“ „O Effendi,“ rief er ersreut,„deine Güte ist groß und deine Hand mildtätig; frage mich!"—„Wer war der fremde Emir, der dir gesagt hat, wir seien böse Menschen?"—„Wer er war, Effendi, weiß ich nicht, denn seinen Namen hat er mir nicht genannt.“— „Wann war er hier?"—„Gestern vor Untergang der Sonne kam er hier an und suchte mich auf.“—„Wie sah er aus?“—„O Effendi, frage mich nicht, es war der Scheitan(Teufel) selber, er hatte einen bösen Blick!“ — Ich stutzte. Einen bösen Blick? Damit konnte nur jemand gemeint sein, der schielt. Ich fragte deshalb: „Der Mann, den du sahst, hatte ein lebhaftes und ein totes Auge?“—„Es ist so, Effendi,“ entgegnete der Schreiber,„vielleicht noch schlimmer, denn das eine Auge fehlte ganz.“— Alle Teufel, das konnte nur Gomez sein. Ich fühlte plötzlich eine Hand auf meiner Schulter, Rahda stand hinter mir. Sie hatte alles gehort und wandte sich jetzt an den Schreiber:„Welche Sprache redete der Mann mit dir?"—„Die unsrige, die Sprache der Mauri.“—„Er spricht sie aber sehr schlecht:“—„Ja, er spricht immer andere Sprachen dazwischen.“—„Er ist es, Effendi,“ sagte Rahda jetzt zu mir.„wir müssen auf unserer Hut sein.“—„War er allein?“ fragte ich.—„Ja, er hatte es sehr eilig und sagte mir, ich solle mich vor euch in acht nehmen. Ihr wäret Mädchenräuber und der Blutrache ver allen; auch sollte ich euch nicht sagen, daß er hiei gewesen ist.“—„Wann ritt er weiter?"—„Nach Untergang der Sonne.“—„Was für ein Tier ritt er?“—„Einen Berverlengst.“—„Welche Richtung schlug er ein?"— „Er nahm den Weg nach Süden, ritt jedoch später auf die Ussarra zu..„ 66 u. 8. „Es ist gut, ich danke vir. hier hast du die ver sprochenen fünf Piaster und sei in Zukunft etwas höflicher gegen Fremde, die dir nichts getan haben; Allah sei mit dir!“ Unter tausend Dankesbezeigungen verschwand der kleine Schreiber. Das, was ich gehört hatte, schien mir von äußerster Wichtigkeit. Was wollte Gomez in dieser Gegend? Etwas Gutes führte er auf keinen Fall im Schilde. Daß wir diesen Weg nehmen würden, war für ihn nicht allzu schwer zu erraten, konnte er sich doch denken, daß wir die von ihm entführte Rahda wieder ihrem Stamme zuführen würden. „Nun, Kollega,“ meldete sich Joseph,„warum durfte ich den Kerl nicht rausschmeißen?"— „Weil es nicht nötig war.“ entgegnete ich,„er hat uns sehr Wichtiges mitgeteilt.“—„Was denn?"— „Ratet einmal, wer in dieser Gegend sich befindet.“— „Woher soll ich das wissen? Bin doch noch nie hier gewesen.“—„Ein Bekannter!“— Joseph sann hin und her, stellte die verrücktesten Vermutungen auf, bis ich ihm auf die Spur half.„Nun, lieber Joseph, wem möchtet Ihr ein paar blaue Bohnen in die Gebeine schießen?" Der gute Joseph sprang wie elektrisiert in die Höhe.„Alle Teufel,“ schrie er,„Ihr meint doch nicht den einäugigen Schuft?"—„Ganz recht, den meine ich.“— Der Amerikaner war ganz aufgeregt, und ich mußte ihm mehreremal den Hergang der Dinge erzählen. Er wollte sofort ausbrechen und die Verfolgung des Verbrechers aufnehmen. Nur mit großer Mühe konnte ich ihn von diesem Vorhaben abbringen. Da Gomez einen Vorsprung von gut 24 Stunden hatte und ohne Zweifel gut beritten war, hätten wir ihn kaum einholen können; außerdem war es ja noch sraglich, ob er gegen uns etwas im Schilde führte. Es war allmählich Spätabend geworden, und da der anstrengende Ritt uns sehr ermüdet hatte, begaben wir uns zur Ruhe. Rahda und Biller erhielten je ein„Zimmer“ angewiesen, das mit geradezu spartanischer Einfachheit ausgestattet war. Ich zog es vor, bei den Perden zu schlafen, denn man konnte nie wissen, ob sich unter den Dorfbewohnern Liebhaber für unsere Rosinanten finden würden. Mit dem Aufgang der Sonne stiegen wir wieder in den Sattel, und nachdem wir dem dicken Wirt, der sich in respektvoller Entsernung hielt, einige Piaster zugeworfen hatten, ging's im scharfen Trabe zum Dorje hinaus, neuen Abenteuern entgegen. 5. Kapitel. Das Ende. Glühend heiß brannte die Sonne auf uns hernieder und wirkte lähmend auf Menschen und Tiere. Rahdas munteres Geplauder war längst verstummt, unentwegt blickte sie hinaus in die unendlich weite, gelbe Fläche. Die Zunge klebte uns am Gaumen, die Augen schmerzten, die Pulse hatten eine fieberhafte Temperatur erreicht. Während man Rahda wenig oder gar nichts anmerkte, mußten Joseph und ich wohl einen recht erbarmungswürdigen Eindruck machen, denn ihre Augen schweiften mehr als einmal besorgt von einem zum andern.—„Noch zweimal eine Stunde, Effendi.“ sagte sie,„dann erreichen wir die Oase Nijessi, und die Qualen des Durstes haben ein Ende. Das klang wie Musik in unseren Ohren und gab uns neuen Mut. Endlich, die zwei Stunden dünkten uns eine Ewigkeit, erreichten wir Nijesst. Unsere Pferde hatten das Wasser schon eine halbe Stunde vorher gewittert, und im Galopp trugen sie uns der erfrischenden Quelle zu. Nachdem wir uns erfrischt, unsere Tiere versorgt und die Schläuche mit Wasser gefüllt hatten, brachen wir wieder auf. Die Nacht war sternenklar und kühl, so daß der Ritt jetzt eine wahre Wohltat war. Plötzlich stutzte Rahda, sprang vom Pferde und untersuchte den Boden. Nach geraumer Zeit meinte sie:„Effendi, hier sind Spuren eines Reiters, wer könnte das sein?“ — Ich sprang ebenfalls aus dem Sattel und betrachtete die Husspuren etwas genauer.—„Es ist ein Pferd wie das unsrige,“ wandte ich mich an Rahda; „denn es trägt Hufeisen, während die Pferde der Araber nur flache Metallplatten tragen. Folglich ist der Reiter auch kein Sohn der Wüste.“—„Weißt du, wer es ist, Effendi?“—„Ich vermute es.“—„Gomez?“ —„Ja.“—„Wollen wir der Spur nachreiten?“— „Auf jeden Fall, wir müssen sehen, was der Halunke im Schilde führt.“— Wenige Augenblicke später saßen wir schon wieder im Sattel und nahmen die Spur auf, die der Verbrecher hinterlassen. Sie führte zunächst nach Süden und bog dann plötzlich westlich ab gerade auf die Ussarra, das Felsengebirge, zu. Nach fünfstündigem Ritt hatten wir die ersten Engpässe erreicht und mußten absteigen, da es hier sehr dunkel war und unsere Pferde leicht hätten stürzen können. In einer Talmulde machten wir halt, koppelten die Pferde an, wickelten uns in unsere Decken und legten uns zur Ruhe. Joseph hatte die erste Nachtwache, ich die zweite. Es mochte gegen drei Uhr morgens sein, als ich mich auf meinen Posten begab. Wer schon einmal solche Nachtwachen durchgemacht hat, der weiß, wie entsetzlich öde das ist, und wie träge die Stunden hinschleichen. Wohl eine Stunde war verflossen, als ich plötzlich durch das Schnauben eines Pferdes aus meinen Gedanken aufgescheucht wurde. Der Laut kam aus dem unter mir liegenden Engpasse; unsere Pferde lagen in der Talmulde, also konnte es sich hier nur um fremde Tiere handeln. Blitzschnell kroch ich an den Rand des Felsens, auf dem ich lag, und horchte gespannt in die Tie,e. Nach zehn Minuten langem Warten hörte ich plötzlich Hufschläge, und nicht lange dauerte es, da kam ein Reiter, der sein Tier am Halster führte, in den Felsgang. Wer es war, konnte ich nicht erkennen, doch schloß ich aus dem weißen Mantel, der durch die Finsternis schimmerte, daß ich es her mit einem Araber zu tun hatte. er koppelte jegt sein Pferd an und ging bis zum Ausgang der Schlucht. Als er sah, daß alles sicher war, stieß er den heiseren Ruf eines Schaials aus, und nicht lange dauerte es, da war die ganze Schlucht mit Arabern angesüllt. Um was für einen Stamm handelte es sich nun? Waren es die räuberischen Beduinen vom Stamme der Beni Ullags oder maurische Hadamars(Zeltbewohner)? Auf jeden Fall mußte ich mir Gewißheit verschaffen und beschloß, mich so nahe wie möglich an die Araber, die sich inzwischen gelagert hatten, heranzupirschen. Auf Händen und Füßen kriechend, erreichte ich den Felsabhang und ließ mich vorsichtig herunter. Unten angelangt, schlich ich mich um den Felsen herum und suchte den Ausgang des Engpasses zur Taimulde zu erreichen, um im Falle des Entdecktwerdens sofort meine Freunde wecken zu können. Ich mochte mich ungefähr um fün zig Meter dem Engpasse genähert haben, als ich Stimmen hörte und nicht weit vor mir ein kleines Lagerfeuer sah, an dem vier Personen saßen. Mit äußerster Vorsicht, jedes noch so geringe Geräusch vermeidend, kroch ich vorwärts und war der Gruppe nach einer halben Stunde so nahe gekommen, daß ich jedes Wort, das zwischen ihnen gesprochen wurde, verstehen konnte. Ich lag jetzt hinter einem Diftelstrauch und bog, um die vor mir Lagernden etwas besser sehen zu können, die Zweige einige Zentimeter zurück. Beinahe wäre mir ein Ausruf des Erstaunens entschlüpft, denn um das Feuer lagerten drei Araber und— Sennor Gomez, der einäugige Halunke. (Fortsetzung folgt.) * 2 SOSSSSSS E EU 8 5 Denkspruch. Mut, Freucigkeit und Hofinung lei das Dreigestirn, das man nicht aus den Rugen lalse! Feuchtersieden. Rettung in der Not. Aus dem Tagebuch eines Schauspielers, nacherzählt von L. Vincent. (Nachdruck verboten.) Palmsonntag bedeutet für die meisten Menschen Frühlingshoffnung, Osterfreude, neues Leben. Nur für das leichtlebige Völkchen der Schauspieler, die sich nicht in festen Stellungen befinden, naht eine sorgenvolle Zeit heran, denn mit dem Sonntag vor Ostern ist das Winterengagement zu Ende. Wohl dem, dem es glückte, ein gutes Unterkommen für den Sommer zu erlangen, die meisten aber sehen sich gezwungen, an kleinen, manchmal sogar an sehr kleinen Sommerbühnen einen Unterschlupf zu suchen, wenn sie die schöne Jahreszeit nicht ganz untätig verbringen wollen. So erging es mir vor einigen Jahren; den Winter hatte ich am Stadttheater zu Colmar i. E. verbracht, wo ich als jugendlicher Liebhaber engagiert war. Meine Gage war gar nicht so unbedeutend, aber da meine Ausgaben mit meinen Einnahmen ziemlich gleichen Schritt hielten, so nahte der gefürchtete Palmsonntag heran, ohne daß ich Ersparnisse gemacht hätte. Ein Engagement hatte ich auch noch nicht, und so sah ich dem Schluß der Saison mit zagendem Herzen entgegen. Nach allen Windrichtungen hatte ich meine Offerte an Agenten und an Direktoren in die Welt hinaus gesandt und harrte jeden Tag mit Spannung auf den Briefträger, der mir endlich einen günstigen Bescheid bringen sollte. Umsonst! Wenn schon der Erwartete etwas brachte, so waren es entweder Rechnungen meiner Lieferanten, die sich beeilten, mich an ihre Existenz erinnern, damit ich sie vor meiner Abreise nicht vergäße, oder Ansichtskarten meiner Verehrerinnen, die ich Ungeheuer mit derselben Wut in den Papierkorb versenkte wie die Rechnungen. Allmählich gewöhnte ich mich an den Gedanken, mein elterliches Haus, welches ich nur als gefeierter Künstler wieder betreten wollte, schon jetzt wieder aufzusuchen und den gerechten Spott meines Vaters einzuheimsen, der mir vor Jahren, als ich ihm meinen Entschluß erklärt hatte, zur Bühne zu gehen, die Prophezeiung mit auf den Weg gab, daß er mich noch einmal bettelnd vor seiner Tür stehen sehen werde. Traurigen Gedanten nachhängend, lag ich eines Morgens noch im Bett, als der Briefträger die Treppe heraufpolterte, nach kurzem Klopfen hereintrat und mir einen Brief überreichte. Ich drehte ihn mechanisch in der Hand; das war keine Rechnung und auch kein Liebesbrief, ich wußte bestimmt, es war die Erfüllung meines sehnlichsten Wunsches, es war ein Engagement, und sogar— welche Seligkeit!— nach dem Lande meiner Sehnsucht, nach der Schweiz. Der Direktor des Saisontheaters in La=Chaux=de=Fonds bot mir ein Sommerengagement mit sage und schreibe 225 Franken, Beginn der Saison: Ostersonntag. Sofortiger Anschluß, und dazu eine so schöne Gage, was wollte ich noch mehr? Und eilig kleidete ich mich an, um meinen Freund Wollner aufzusuchen und ihm mein Glück zu verkünden. Mit diesem Wollner verband mich eine ganz eigentümliche Freundschaft. Er ein Mann Mitte der Sechzig, ich ein junger Dachs von 23 Jahren. Wollner, ein geborener Münchener von riesiger Gestalt, empfand für mich eine Art mitleidiger Freundschaft. Seine Körperkonstitution erlaubte ihm, täglich 30 bis 40 Glas Bier zu vertilgen, und mir wurde schon beim vierten Glas nicht ganz wohl. Dennoch nahm er mich auf allen seinen Bierreisen mit und versuchte, seiner Meinung nach, einen brauchbaren Menschen aus mir zu machen. Ich hing an ihm mit der Treue eines begeisterten Kunstjüngers, denn Wollner war ein vorzüglicher, feiner und gebildeter Darsteller. Als ich sein Zimmer betrat, lag mein verehrter Kollege noch im tiefen Schlaf, dickbäuchige Fäßlein Münchner Bieres mußten ihn im Traum umgankeln, denn das mir nur zu gut bekannte Lächeln, das nach jedem herzhaften Schluck seine Züge verklärte, umspielte auch jetzt seine Lippen. In meiner freudigen Erregung hatte ich keinen Sinn für seinen süßen Schlummer, und mit schonungsloser Hand führte ich ihn aus Gambrinus' Traumgefilden in das Tal des Lebens zurück. Grunzend und pfauchend dehnte sich der Koloß, die Augen starrten mich wütend an, und erst nach und nach kam ihm zum Bewußtsein, wer vor ihm stand. Ich fand keine anderen Worte, sondern stammelte nur immer wieder:„Ich habe Engagement! Ich habe Engagement!" Dabei hielt ich ihm den inhaltschweren Brief vor die Augen. Er nahm ihn und las ihn mit großer Sorgfalt, für meine Ungeduld viel zu lange. Dann sah er mich an und sagte ganz bedächtig: „Habt Ihr Reisevorschuß verlangt?“ Im Engagement selbst war mir das Wort„Vorschuß“ nicht mehr fremd, aber„Reisevorschuß" stand noch nicht in meinem Lexiton. Ich schüttelte verneinend den Kopf, er aber meinte, man dürfe keinem fremden Direktor trauen, und das, was man in der Tasche habe, sei sicherer als das, was man zu bekommen habe usw. Zum Schluß erklärte er, ich sollte sofort Herrn Direttor Strauß, so hieß mein zukünftiger Chef, schreiben, ich benötige zur Reise 50 Franken. Dies leuchtete mir auch ein, und ich befolgte sofort seinen Rat und sandte ein Schreiben in seinem Sinne an den Direktor. Vier qualvolle Tage vergingen; ich hatte Bedenken, ob mein Verlangen mir nicht etwa das ganze Engagement vereitelt hätte. Aber nein, es traf eine sehr liebenswürdige Antwort ein, er schicke ins Ausland prinzipiell kein Geld, ich solle mir auf meine Garderobe einen Bahnvorschuß von 50 Franken geben lassen, er löse beim Eintreffen die Fracht ein, der Brief gelte als Vertrag. Wollner erklärte auf mein Befragen, dies sei unbedenklich und der Vertrag gültig. Nun kamen Tage der reinsten Freude, sorgenlos lebte ich dahin, und der Rest meiner Gage zerfloß wie Butter an der Sonne. Der Spediteur weigerte sich anfangs, mir auf meine Garderobe den Betrag vorzustrecken, aber als ich noch meine Brieftasche, in der sich mein Patengeschenk, ein Los, und auch noch meine goldene Uhr mit Kette vor seinen Augen in den Korb legte, ließ er sich bewegen, und ich empfing 50 Franken. Lustig verbrachten wir den letzten Tag, und Wollner begleitete mich zur Bahn. Ein Glas und immer wieder eines wurde auf ein fröhliches Wiedersehen geleert, bis die Stunde des Abschieds schlug. Eine letzte Umarmung, ein letztes Lüften des Hutes, und Wollner entschwand meinen Blicken. Aufatmend setzte ich mich in meine Ecke, und eine Inventuraufnahme meiner Börse erfolgte. Sie erwies sich als sehr traurig, etwa fünf Franken, das war meine ganze Barschaft. Aber, was macht das der Jugend? Winkte mir doch die Hoffnung, dort gibt es wieder Geld! Beruhigt lehnte ich mich zurück, schlief ein und fuhr meiner neuen Zukunft entgegen.... La=Chaux=de Fonds! Eiligst raffte ich meine Reiseutensilien zusammen und stieg aus. Es war Abend, als ich ankam, und müde von der Reise bestieg ich den Omnibus des Hotels, das mir im Briefe als Stätte meines künftigen Wirkens angegeben war, Dort angekommen, ließ ich mir erst mein Zimmer anweisen, dann begab ich mich in den Speifesaal und die Für Knaben Waschblusen aus blauweissgestreiften Waschstoffen mit Knoten 35, 50, 70, 90Pf. 120 l.75 5i4.Waschschlupfblusen aus hell und dunkel gestreiftem Satin und Drellstoffen, mit hübschen Matrosenabzeichen Mk. 1.10 1.30 1.60 2. 2.255i58.Waschanzüge in Blusenform, nur neue beste Waschstoffe Mk. 1.10 1.60 2.- 2.30 bis6.Waschschlupfblusen- Anzüge in neuer Ausführung, aus gestreiftem Satin, Drell und modernen Leinenstoffen Mk. 1.70 2.25 2.75 3. bis 12.Wasch-Jacken-Anzüge aus waschechten Satin-, Drell- und neuen Leinenstoffen NE. 2.50 3.50 4. 25 5.- 5.75 B. 50 bis 15.Waschspiel-Anzüge „ in hübscher Ausstattung 95Pr. 1.10 I. 30 bis 6.Leibchen-Waschhosen aus blauen und gestreiften Satinund Drellstoffen 85 Pr. 1.10 1.20 1. 50 bis 4.Bestenl Für Knaben u. 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Juli findet im Lokal des Wirtes Wilhelm Stamm, schulstraße Nr. 2 hierselbst, die Nacheichung der Wagen, Gesichte, Maße und Maßwerkzeuge für diejenigen Besitzer statt, selche in der Stadt Schwerte, der Gemeinde Villigst und Wandofen wohnen. Im Interesse der ordnungsmäßigen Erledigung des Eicheschäftes wird bestimmt, daß die vorbezeichneten Gegenstände ur Nacheichung in folgender Reihe angeliefert werden: m 30. Juni: Bahnhofstr., Beckestr., Beckenkamp. " 1. Juli: Bismarckstr., Mollkestr, Sedanstr., Teichstr., Westwall und Wilhelmstr. Mährstr., Liethstr, Dammstr, Rosenweg, Kreuzstraße. Schulstr. und Hagenerstr. Markt, Westenstr., Westenort, Mühlenstr., Ruhrstraße, Kirchhof, Iserlohnerstr., Hellpothstr. Brückst., Kl. Marktstr. Ostenstr. und Messingwerk. Schützenstr., Hermannstr., Jägerstr., Kampstr., Dortmunderweg, Hüsingheide, Kirschbaumsweg, Kleppingstr., Haselackstr., Königsplatz. Hüsingstr., Friedrichstr. Holzenerweg, Klusenweg, Westenbeide, Firma Mehknecht. Hörderstr. Senningsweg. Ostbergerstr, Ostenheide, Firma Möhling. Gemeinden Wandhofen und Villigst. Eisen-Industrie. Vereinigte Deutsche Nichelwerke. Zur Einlieferung der nachzueichenden Gegenstände an den Nacheichlagen vormittags von 8—10 Uhr sind verpflichtet: Die Bewerbetreibenden, die Landwirte, die Konsumvereine, auch venn sie nur an ihre Mitglieder Waren absetzen, die Großsandlungen und Fabrikbetriebe, wenn Maß= und Wiegegeräte intweder zur Preis= oder Arbeitslohnberechnung Verwendung inden. Es wird den Gewerbetreibenden 2c des Eichbezirks in hrem eigenen Interesse empfohlen, von den obenbezeichneten Nacheichtagen Gebrauch zu machen, weil die im Jayre 1913 nachgeeichten Gegenstände in diesem Jahre nachgeeicht werden nüssen. Wer die Nacheichtage versäumt, muß mit seinen Eichgegenständen das Kgt. Eichamk in Dortmund aufsuchen. Die Benutzung nicht vorschriftsmäßig geeichter Maße usw. wird nach§ 22 der neuen Maß= und Gewichtsordnung vom 30. Mat 1908 mit Geldstrafe bis 150 Mk. oder mit entsprecender Hast bestras.. M4iabet Die Gebühren für die rracheichung ino sofort im Eichloaul an den anwesenden Kassenbeamten zu entrichten. Schwerte, den 8 Juni 1913,.... 2747 Die Polizei=Verwaltung. Royrmann. PAAROD und PLUGEL, in altbewährter Güte. IBACH-PIANOLAPIANOS d. h. 1BACH Pianos mit eingebautem Klavierspielapparat, Pianolas sowie Harmoniums empfichlt in reicher Auswahl zu bequemen Bedingungen Tortmelasse Fullerzucker mit Haferhülsen Lückerscinnzen Hleehäcksel empfiehlt billigst Rud IBACHISchn 1Gt. Wombergg Barmen Neuerweg 40 Bei Kauf, Miete, Umtausch Reparatur oder Stimmung wende man sich an die mehr als hundertjährige Erfahrung des durch vier Generationen bestehenden Rauses IIenener Einj., Fähnr. Prim.„Abitur t Original= Bordeaux= Notwein garantiert rein. pro Flasche aus d. Haus 1.10 Mk., im Ausschank per Glas 20 Pfg. 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Durch die in den höheren und mittleren Schulen geplante Kriegsbuchwoche soll der deutschen Jugend jeden Alters erneut Gelegenheit gegeben werden, nach Maßgabe der ihr zu Gebote stehenden Mittel mitzuhelfen an dem großen Kampfe, der seit Monaten um des Reiches Bestand, Ehre und Zukunst auf feindlichem Boden ausgefochten wird Das soll durch die freiwillige Stiftung eines oder mehrerer Bücher für die Krieger im Jelde und in Lazaretten geschehen. Jedes dieser Bücher kommt in viele Hände, und viele deutsche Krieger werden in Stunden einer Kampfpause, des Ansruhe#s, der Ablösung oder im oft wochenlangen Stilliegen bei der Bewachung eroberten Gebietes sich Ableikung und Auffrischung der seelischen und geistigen Kläfte daraus holen können. Mit den Mitteln geistiger Anegung soll der einzelne Krieger frisch gemacht und erhalten werden für die großen und schweren Aufgaben, zu denen er um des Vaterlandes Wohl und um Eurer Zukunft willen verpflichtet und berufen ist. Denkt dar an, wie schwer es Euch ankommen würde, in arbeitefreien Stunden und Ferienwochen anregenden L sestoff gänzlich entbehren zu müssen; Ihr werdet dann mit Freuden versuchen, unter Beachtung der Euch bekanntgegebenen Richtlinien aus den Beständen der häuslichen Bücherei ein Buch— am besten im gebundenen Zustande, groß oder klein,— auszuwählen, das Ihr mit dankbarem Herzen und im Bewußtsein, mitzuhelfen an Dingen, die die Gesamtheit unseres Volkes angehen, zu dem genannten Zwecke hergebt. Wer in häuslichen Bücherbeständen nichts Geeignetes zu finden meint, kann für weniges Geld nach Maßgabe der Richtlinien sicherlich ein geeignetes Bücklein kaufen. Was, wie und wann Ihr schenken sollt, werdet Ihr durch den Leiter und die Lehrer und Lehrerinnen Eurer Schule erfahren. Halte keiner sich oder seine Gabe für zu gut oder zu gering dazu! Jedes Buch ist ein Gruß Jungdeutschlands an die tapferen Männer, ist ein Teil jenes ungeheuren Wechselstromes, der in Gedanken und Taten unaufhörlich zwischen der Heimat und den Kriegsschauplätzen hin= und herflutet. Das deutsche Vaterland erwartet, daß auch hierin seine Ingend ihre Schuldigkeit tut! Statt jeder besondern Anzeige. Gestern abend wurde uns durch Telegramm des Feldflugchefs die erschütternde Nachricht, dass unser einziger, so inniggeliebter, hoffnungsvoller Bruder und Schwager, der Oberleutnant im Luftschifferbatl. Ritter des Eisernen Kreuzes Ihs vun der Hadgen in seinem Berufe im Alter von 28 Jahren den Heldentod gefunden hat. Er ruht in Gent, in Feindes Erde, die seines Vaters Heimatboden war. In tiefer Trauer: Cornelie van der Haegen, Foche bei Solingen Paula Irle geb. van der Haegen, Lohe bei Dahlbruch Adele Thiele geb van der Haegen, Eppendorf bei Bochum Emma Schneider geb. van der Haegen, Ferndorf bei Kreuztal Clara Fitting geb. van der Haegen, Rheinhausen-Friemersheim Johanna van der Haegen, Freisenbruch bei Steele Wilhelm irle, Fabrikant Fritz Thiele, Lt. im Landw.-Ers.-Regt 1 im Felde Herm. Fitting. Hauptm u. Batterieführer im 2. Bayr. Landw.-Fuss-Art-Batl. im Felde. Lohe bei Dahlbruch i. W., 8 Juni 1915. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. 2793 Schgeder Sonunn Schwerte. Sonntag, 13. d. Mts., 4¾ Uhr: GeneralVersammlung im Gasthof Ostermann. Die Mitglieder werden gebeten, pünktlich zu erscheinen. Ein Herr der Handwerkskammer ist anwesend. 2795 Der Vorstand. Im Hause Schillerstraße 16 ist sofort oder zum 1. Oktober die I. Etage bestehend aus 5 Zimmern mit Jubehör, Bad, Balkon, Erker, 2 Kellern. 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Itg.„ 2803 Selt Jahren war ich müde und matt, hatte häufig wahnsianige Kopfschmerzen u. jede Lust zum Arbeiten und zum Leben verloren. Der Arzl sagte, es sei ein veraltetes(3997 Nierenu. Blasenleiden, daneben Darmträgheit infolge sitzender Lebensweise. Auf ärztl. Rat trank ich Altbuchhorster Marksprude Starkquelle(Jod= Eisen=Mangan=Kochsalzquelle). Schon nach einigen Flaschen fühlte ich mich als ganz anderer Mensch. Die Urinabsonderung wurde lebhaft und schmerzlos und dlieb es seitdem. Ich trinke den Marksprudel jetzt täglich, habe mich nie so wohl und gesund gefühlt wie heute. H. B.“ Aerzil warm empf. Flasche 65 Pfg. bei Max Meh hose. Orogerie. In den Gärten hinter dem ev. Krankenhaus wird Gift gelegt. Wir ersuchen daher jeden, seine Hühner fernzuhalten. 2813 Mebrere Anpächler. Tapeten! Naturell-Tapeten von 10.PI. an Gold-Tapeten Tvon 20 Pl. an inden echbosten u. vonesten Mustern. Man verlange kostenfrei Musterbuch Nr. 276. Gebrüder Ziegler, LAgaburs. 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