Amtliches Kreisblatt #e Säamtn deuuer uben und auder Feiertags, Bezugsprete##. Ahrüch, dei dei Post w: Behekgen 62 Pl. mehr. Wöchentl. Graktsbeilage:„Jkustriertee Famillensreund“ u. tägl. Unterbaltungsbialt. Anzeigenpreis: Die Bedengespaltene Petitzetle oder beren Raum 10 Pig., Anzeigen würts 15 Pig., Rehlamezeile 40 Pho. Jede Rabalt gilt als Kassaraboll u. erllicht dei wisen, Iwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Jetrehendens. Seituststene Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung für den Kreis börde Schwerder Uoltablas Holzwickeder Zeitung Hplerbecker Zeitung Schwerter Oolkszeitung Verbunden mit: Schwerker Cageblatt O Schwerker Anzeiger Grstes und älfelles Cagesorgan des Krelles a General-Anzeiger für den Kreis börde m Haupt-Hononcenblas K un. Arte, und iehalgeligelichen Drr. gungen für den Areis Hörde erlengen grmeß Betoantmachung dei Aöniglichen Regierung durch Verösseatlichung io de:„Schwerter Zeitung" rechtverdindliche Aroft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewöhrt idren Abonnen. 1 inn für jeden mit Tod endenden Unsoß ge300 Mk. Unfall. Druchu Verlage Cor Brous Schgonn= Nups Fernsp. 62. Telegr.=Adr. Braus Schwerte= Rude“ Nr. 129. Samstag, den 5. Juni 1915. 47. Jahrgang. *„„ Die Sprache des schlechten Gewissens. Die Rede des Ministerpräsidenten Salandra auf dem Kapitol in der Sitzung des römischen Ausschusses für bürgerliche Kriegsvorbereitung war ein lauter Wortschwall voll unbeschreiblicher Selbstüberhebung und einer Verdrehungsbunst, die ihres gleichen sucht. Nahezu alle Behauptungen, die Salandra zur Rechtfertigung seines Vorgehens ausstellte, waren Unwahrheiten. Und wenn er zum Schluß seiner Darlegungen prophetisch ausrief: Italien wird in diesem größten aller Kriege siegen, weil König und Volk einig sind, so lautet das Echo der Wahrheit darauf: König und Volk sind uneinig, Italien wird unterliegen. Nichtswürdige Verleumdungen scheute der Ministerpräsi' dent gleichfalls nicht. So, wenn er behauptete, der deutsche Kanzler habe im Reichstage erklärt, das italienische Kabinett sei durch ausländisches Geld Schwere Kämpfe in Flandern. : J e n i 1 9 1 5 S c h r u n d e n, 6 0— 7 0 K l m. ö s t l i c h v o n wib. Großes Hauptquartier, 2. Juni 1915. bestochen worden, während der Kanzler bekanntlich gesagt hatte, die Straße sei vom Gelde des Dreiverbandes bearbeitet worden; so ferner, wenn er Oesterreich unterstellte, dieses habe während der libyschen Unternehmung, des libyschen Naubzuges hätte es richtiger geheißen, immer auf einen Krieg mit Italien gehofft. Das Gegenteil ist die Wahrheit, ohne Rückendeckung durch Deutschland und Oesterreich=Ungarn hätte Italien den libyschen Feldzug nie durchführen können, und man wird abwarten dürfen, ob Italien den libyschen Raub nach dem jetzigen Kriege behalten wird. An Selbstüberhebung leistete sich Salandra Uebermenschliches, wenn er behauptete, er komme sich vornehmer vor, als der Kaiser Franz Joseph und als der dautsche Reichskanzler, wenn er erklärte, die Zornrede des Herrn v. Bethmann Hollweg könne von Italienern nicht verstanden werden, die politisch und kulturell, zwanzig Jahrhunderte weiter seien, als die Deutschen. Advokatenkniffe schlimmster Art wendete der Ministerpräsident an, um Italiens Schmach auf Deutschland und Oesterreich Ungarn abzuwälzen und diese beiden für die Auflösung des Dreibundes verantwortlich zu machen. Am 27. und 28. Juli habe Italien in klaren Noten an die Berliner und Wiener Regierung die Frage der Abtretung der italienischen Provinzen Oesterreichs cuifgeworfen und erklärt, wenn es nicht entsprechende Entschädigungen erhalte, werde der Dreibund unheilbar zerbrochen werden; aber Oesterreich habe allerlei Ausflüchte gebraucht.„Am 30. Juli sagte der österreichische Gesandte in Rom zum italienischen Minister des Aeußeren Giul'ano, Oesterreich könne in dieser Hinsicht keine bindenden Erklärungen abgeben, da man nicht voraussehen könne, ob es nicht im Laufe des Krieges gezwungen sein würde, gegen seinen Willen serbische Gebietsteile für sich zu behalten. Mündliche und schriftliche Versicherungen des Königs Viktor Emanuel späteren Datums behaupten das Gegenteil dessen, was Salandra sagte. Im übrigen schloß sich der Minister zum Beweise seiner Lügen eng an das gewugsam bekannte * Grünbuch an, das zu einem Vade mecum für alle italienischen Politiker geworden ist und für sie alle den unentbehrlichen Wegweiser bildet, ohne den sich keiner aus dem Labyrinth der italienischen Lügen herauszufinden vermag. Am Ende sprach doch auch die Angst vor Deutschland aus den Schaumschlägereien des italienischen Ministerpräsidenten. Salandra meinte, er wolle keine Schutzherrschaft Deutschlands, noch ein Vasallenverhältnis zum Deutschen Reiche, dessen gewaltige Ueberlegenheit er damit anerkannte. Im Vierverband übt Italien die Rolle eines gut bezahlten Stiefelputzers aus. Macht die Firma pleste, was gar nicht all lange dauern wird, dann wird auch über Italien das Strafgericht hereinbrechen. Westlicher Kriegsschauplatz. Schloß und Ott Hooge(östlich von Ppern) ist bis auf wenige Häuser am Westrand von uns gestürmt. Englische Gegenangriffe wurden blutig abgewiesen. Oestlich von Givenchy gelang es gestern abend englischen Truppen in unsere Stellung einzudringen. Ein Gegenangriff warf den Feind unter schwersten Verlusten wieder hinaus. Drei englische Maschinen=Gewehre blieben in unserer Hand. Die Stellung ist lückenlos in unserem Besitz. Die Zuckersabrik von Souchez ist nach hinund herwogendem Kampse von uns besetzt. An der Bahn westlich Souchez ist der Kampf noch im Gange. Ein starker feindlicher Angiiff auf unsere Gräben bei und rördlich Neuville brach im Artilleriefeuer zusammen. Südlich von Neuville sind seit heute nacht Nahkämpfe im Garge. Im Priesterwalde ist der Kampf abgeschlossen. Es ist uns gelungen, den größten Teil der verlorenen Gräben wiederzugewinnen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Russische Abteilungen wurden durch unsere Kavallerie aus den Ortschaften Lenen und Schrunden, 60—70 Klm. östlich von Libau, vertrieben. In der Gegend von Rawdsiany, westlich von Kurschany, und bei Sawdyniki an der Dubissa scheiterten russische Angriffe. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen haben nach Kampf die Orte östlich von Przemysl und nach Nordosten anschließend die Linie Bolestraszyce=TorkiPodziace=Starzawa erreicht. Die Beute aus dem Fall von Przemysl ist noch nicht festgestellt. Es ergibt sich aus Aussagen von Gefangenen verschiedener Truppenteile, daß die Rufsen für die Nacht vom 2. zum 3. Juni, in der Przemysl gestürmt wurde, auf der ganzen Froat der Armee des Generalobersten v. Mackensen einen allgemeinen Angriff eingeleitet hatten. Diese Offensive ist schon in ihren Anfängen vollkommen gescheitert. 22 Kilometer östlich von Przemysl stürmten deutsche Truppen unter General von der Marwiß die Höhen beiderseits Myalatycza. Die Armee des Generals v. Linsingen ist im Begriffe, den Unterlauf des Stryj nordöstlich des Ortes gleichen Namens zu überschreiten. Oberste Heeresleitung. Der Vormarsch auf Lemberg ! wtb Wien, 5. Juni.(Nichtamtlich.) Amtlich wirh verlautbart vom 4. Juni mittags: Russischer Kriegsschauplatz. Im Laufe des Tage, wurde Przemysl vom Feinde gesäubert, der in östlicher Richtung zurückging und auf den Höhen südwestlich Medyka durch Nachhuten Widerstand zu leisten versuchte. Dort greifen jetzt die verbündeten Truppen an. Unter diesen ist es der Armee Böhm=Ermolli gelungen, von Süden her die russische Verteidigungsstellung zu durchbrechen und in der Richtung auf Mosciska vorzustoßen, von welchem Orte unsere Truppen nunmehr einige Kilometer entfernt stehen. Bei diesen Kämpfen sielen zahlreiche Gefangene in die Hände der Sieger. Auch der Angriff der Armee von Linsingen hatte neue Erfolge. Die Russen sind seit heute früh vor dieser Armee in vollem Rückzuge. An der Pruthlinie hat sich in Rückwirkung der Ereignisse am San und oberen Dujester ein neuer Kampf entwickelt. Wo der Gegner Angrisfe versuchte, wurde er unter starken Verlusten abgewiesen. 900 Mann wurden zu Gefangenen gemacht. Die sonstige Lage am unteren San und in Polen ist unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Tiroler Grenzraum sind keine wesentlichen Ereignisse zu verzeichnen. Oestlich des Kreuzberg= sattels nahmen unsere Truppen zwei Gipfel, welche die Italiener vorübergehend stark besetzt hatten. An der kärntnerischen Grenze hält der Geschützkampf stellenweise an. Im Küstenlande wird im Raume von Karfreit gekämpft. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, Feldmarschall=Leutnant. Große Beute in Przemysl! A fe. Der Fall Przemysl's! Als Przemysl, die starke Festung am Sanfluß, den Russen, vom Hunger, nicht durch das bezwungen, übergeben werden mußte, ging ein schweres Seufzen durch die deutschen Lande und ein Jauchzen erscholl in Petersburg und London, in Paris und Belgrad und nicht zuletzt in Rom. Der Fall Przemysl's gab den Italienern sogar den Mut, den feigen Verrat allmählich auch den früheren Freunden zu enthüllen. Wie mag dem Verräter und seinen neuen Genossen zu sein, da jetzt die Nachricht durch die Welt fliegt: Przemysl ist zurückerobert!“ Jetzt steigt der Jubel hoch in Berlin und Wien, in Konstantinopel, aber in Petersburg herrscht der schlimmste Katzenjammer verfrühten Jubels und in Rom würde man wohl gerne eine Revision des Verrates vornehmen, wenn nicht das„zu spät“, das Salandra=Sonnino der entgegengestreckten Friedenshand entgegenschrien, donnernd in ihre Ohren zurückschallte. Einmal durfte Rußland die Wonnen des Sieges kosten, der Zar durfte sich huldigen lassen in den okkupierten Gebieten, jetzt ist dichter Schatten wieder gefallen über die verfrühte Freude, so dicht, daß die Russen so bald nicht wieder den Weg zur Sonne zurückfinden werden. General Dimitriew hatte recht, als er den Ausgang der Karpathenschlacht als den Anfang vom Ende bezeichnete. Oesterreichs Fahnen flattern wieder über Przemysl! Unsere Truppen, vor allen die Bayern, haben glorreich mitgestritten. Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt, von der Weichsel zum Isonzo, von der Moldau bis zur Sawe ein Jubelruf:„Przemysl ist wieder unser!“ Und bald wird wieder ganz Galizien in unseren Händen sein und damit kein Russe mehr auf fremdem Boden stehen! Die russische Dampfwalze hat hundertmal mehr ihrer Landsleute unter sich zermalmt als Deutsche und Oesterreicher. Wieder werden 100000 Russen in Gefangenschaft ziehen. Bald wird auch das schier unerschöpfliche russische Reservoir erschöpft sein und damit die Hoffnung der Ententemächte auf Entlastung durch die Russen. Wir dürfen wahrhaft etwas vom Anfang des Endes in dem Fall Przemysl's sehen! Um Przemysl, dessen große Bedeutung für den Ausgang des Krieges von allen klar erkannt wurde, da es auf beiden Ufern des Sauflusses gelegen, den besten Stützpunkt für die Offensive gewährt und einer zurückgehenden Armee Schutz und Aufnahme, ist von beiden Kriegführenden heftig gesochten worden Mitte September v. Is. wurde die Festung von dem früheren bulgarischen Heerführer und Erstürmer von Adrianopel, Radto Dimitriew, eingeschlossen. Aber Przemysl hielt sich, am 10. Oktober wurde der russische Ring gesprengt. 70000 Russen hatten ihr Grab vor den Festungswällen gefunden. Am 9. November begann die zweite Belagerung, am 22. März mußte die Festung dem Hunger kapitulieren. Der strenge Nachwinter hatte es den Verbündeten unmöglich gemacht, rechizeitig Ersatz zu bringen Jetzt ist die Festung wieder den Russen entrissen! Eine Folge der siegreichen Karpathenschlachten und des Durchbruchs der russischen Front in Westgalizien. Und niemand wird sie uns wieder entreißen! Soviel neue Feinde sich auch noch auf die Seite der Gegner stellen mögen. wib Wien, 5. Juni.(Nichtamtlich.) Die Truppen drangen rasch nach einander von allen Seiten in Przemyol ein. Mit den Reitern trafen sich die Reiter der Kavalleriedivision Berndt auf dem Marktplatze. Darauf langten auch die Fußtruppen des 19. Korps an. Unendlicher Jubel herrschte überall. Alle Straßen waren voll von Menschen, die Blumensträuße und Fahnen schwenkten und solche an den Häusern besestigten. Die Stadt hat nicht gelitten. Große Vorräte sind in den Magazinen zurückgeblieben. Auch sonstiges der Kriegsmaterial befindet sich noch viel in Festung. Die Truppen konnten sich aber in der Stadt nicht aushalten, da sie sofort dem abziehenden Gegner nachdrängten, der zum Schutze seiner Abmarsche, aus den Höhen östlich der Stadt Nachhutstellungen bezogen hatte und diese ziemlich hartnäckig verteidigte. Langsam drängten unsere Truppen den Feind von Stellung zu Stellung aus dem Festungsrayon. Die Zahl der Gesangenen ist noch nicht ermittelt. Zum Lobe der Helden. Berlin, 4. Juni. Die„Nordd. Allgem. Ztg.“ schreibt: Die frohe Kunde von der Wiedereroberung von Przemysl wird in ganz Doutschland mit Jubel begrüßt. Der bewundernswerten Tapferkeit der verbündeten Truppen unter hervorragender Führung ist es gelungen, die Feste in raschen, wuchtigen Schlägen zu bezwingen. Als kriegerische Ruhmestat ersten Ranges wird die Einnahme von Przemysl in der Geschichte fortleben. Hier haben in Wahrheit hohe Führergaben und Schneidigkeit der Truppen zusammengewirkt, um eine solche Leistung zu vollbringen. Die Waffen waren es, die den Sieg errungen haben, nicht der Hunger, dem die drave österreichisch=ungarische Besatzung erlegen ist, nachdem sie dem Feinde in äußerster Wer„K“ Brot ißl, erweist dem Vaterlande einen Dienst. Hingebung getretzt hatte. Damals wurde in den gegnerischen Ländern viel Lärm um die„Eroberung“ der Festung gefeiert. Das freigewordene Belagerungsheer sollte— so wurde verkündet— die Karpathenlinie durchbrechen und den russischen Heereshausen den Weg nach Ofenpest, Berlin und Wien freimachen. Und nun? Der größte Teil jener russischen Truppen ist am Karpathenwall hingeopfert worden. Ungarn ist gänzlich, Galizien in weiter Ausdehnung vom Feinde gesäubert, und schon befindet sich der Hauptstützpunkt der Russen in den Händen der Verbündeten. Abermals hat das einträchtige Zusammenwirken der deutschen mit den österreichischen und ungarischen Truppen die ernste Probe glänzend bestanden und der Bundestreue der beiden Kaisermächte ein herrliches Denkmal gesetzt. Der Krieg gegen Ilalien. Wo werden die Italiener auf Granit beißen! bb Haag, 4. Juni. Im Anschluß an einen Bericht über die bisherigen Kriegshandlungen der Italiener gegen Oesterreich meldet„Reuter" ferner: Die schwierige Aufgabe wird an die Italiener erst herantreten, wenn sie Novereto angreifen. Diese Stadt ist durch mehrere Befestigungslinien stark verschanzt. Sie beginnen bei Mori auf beiden Seiten des Adigeflusses und den Bergketten, die sich stellenweise bis zu 2100 Meter Höhe erheben. Auf der einen Seite ist Novereto wie ein Amphitheater gebaut. Schwere österreichische Batterien sind auf den Höhen aufgestellt, die den Renofluß beherrschen, der durch die Stadt fließt. Die Verschanzungen sind teilweise in Felsen eingehauen. Wenn die Italiener beabsichtigen, Novoreto von Schio her anzugreisen, so finden sie auf dem Wege das Fort Fugazzisonie und die Befestigungen Pozzachio und Maltasone, die alle mit schweren Batterien bestückt sind. Wenn sie über Arsa angreifen, geraten sie ebenfalls in ein unend liches Netz von Befestigungen, Verschanzungen, Laufgräben, Stacheldrahtversperrungen usw. Ein Teil der Stadt Rovereto, namentlich in der Nähe des Bahnhofes, ist durch Dynamit niedergelegt, worden, um den Geschützen der Forts freies Schußfeld zu bieten. Auch alle Brücken wurden gesprengt. Schon bekommt Italien den Schnupfen. Lugano, 4. Juni. Aus Mailand eintreffende italienische Reisende berichten, daß dort auf dem Hauptbahnhof ganze Züge mit Verwundeten eintreffen, während die Bevölkerung in den amtlichen Berichten vergeblich nach den Kämpfen sucht, die zu einer großen Anzahl von Verwundeten geführt haben könnten. Daher auch die unausgesetzte Verschärfung der Zenfur. Jetzt ist es auch verboten, italienische Zeitungen nach dem Auslande zu senden. Nur der Zeitzungsverleger darf die von ihm herausgegebenen Zeitungen und Blätter verschicken. Da die Zensurhauptstelle in Bologna unglaublich langsam arbeitet, stockt der ganze Postverkehr. Briefe kommen nach acht bis zehn Tagen an. Zeitungen meist überhaupt nicht. Die Abgeordneten widersprachen bereits im Namen der Handelskreise nachdrücklich. Der Minister ver sprach, für Bessenung bemüht sein zu wollen, ohne jedoch bei der Allmacht der Militärzensur allzu viele Hoffnung machen zu können. Keine regelmäßigen italienischen Kriegsberichte. wtb Zürich, 5. Juni. Wie die„Züricher Ztg.“ aus Rom meldet, hat sich der italienische Große Generalstab entschlossen, amtliche Kriegsberichte nur nach fertigen Operationen zu veröffentlichen, so daß sie nicht regelmäßig erscheinen. Man könne deshalb nicht täglich einen Bericht erwarten. Amtliche Berichte über die Operationen der M rine sollen in noch größeren Zwischenräumen erfolgen. Keine italienischen Verlustlisten. bb Genf, 5. Juni. Wie das„Journal“ aus Chiasso meldet, hat die italienische Regierung bekannt gegeben, daß für die italienische Armee und Flotte während der Dauer des Krieges keine Verlustlisten herausgegeben werden. Räumung Venedigs. bb Wien, 5. Juni. Das„Achtuhrabendblatt" meldet zensiert: Die Bukarester Zeitung„Dimineatza“, die ententefreundlich ist, verbreitet durch Extrablatt die Nachricht, daß die Italiener Venedig räumen. Gegen die Fahnenflucht in Italien. wtb Lugano, 5. Juni. In Italien ist eine Pollizeiverfügung erlassen worden, die vor der in großem Umfange wahrgenommenen Propaganda zur Förderung der Fahnenflucht vom Heeresdienst warnt. Italien und die Türkei. in Genf. 4. Juni. Die Anzeichen einer italienischen Aktion gegen die Türkei beginnen sich bemerkbar zu machen. Die italienische Regierung hat durch den türkischen Botschafter in Rom, NabiBei, eine Beschwerde an die Pforte gerichtet, in der sie über die Umtriebe türkischer Emissäre in Tripolis und in der Cyrenaika Klage führt und auf die sortdauernden Beziehungen zwischen Enver=Pascha und dem Groß=Scheit der Senusst hinweist. Die Pforte hatte in ihrer Antwortnote leb“ hafte Verwahrung gegen den Verdacht eines illoyalen Verhaltens erhoben und Beziehungen des türkischen Kriegsministers zu dem Haupt der Semissi entschieden in Abrede gestellt. In russischen diplomatischen Kreisen erblickt man hierin den ersten Schritt eines Vorgehens der italienischen Regierung gegen die Türkei. Bulgarisches Urteil über Italien. bb Sosia, 4. Juni. Die unabhängigen und besonders die nationalistischen Bätter kritisieren in äußerst scharfen Ausdrücken Italiens Treubruch. Italien wird eine„internationale politische Prostituierte“ genonnt. Der bekannte Militärschriftsteller Wassil Angelow vergleicht in der„Kambona“ Italien mit einem Freuenzimmer, das nach langjähriger Ehe lasterhaft geworden ist und nun gemeinsam mit ihren Liebhabern ihren betrogenen Gatten beraubt. Italliens Perfidie beweise deutlich den Niedergang, die Entartung und das niedrige moralische Niveau der lateinischen Rasse. Für einen in der Weltgeschichte so beispiellosen: Verrat müsse Italien grausam bestraft werden. Die nationalistischen und Offizierskreise in Sofig zeigen vielfach den hiesigen Italienern ihre Verachtung für die italienische Treulosigkeit. Wie nunmehr bekannt wird, soll sich der italienische Gesandte hierüber, sowie über die Angriffe der bulgarischen Regierungsblätter beschwert haben. Der zerschlagene Balkanbund. Dem Bukarester Vertreter der Pariser Nachrichtenagentur„Information“, gegenüber gab der rumänische Minister des Aeußeren, Borumbaro, die Erklärung ab, daß Rumänien die Möglichkeit ins Auge gefaßt hätte, eine Konferenz der neutralen Staaten einzuberufen, Italien und die Balkanstaaten einbegriffen. Auf derselben sollte die im Laufe der gegenwärtigen Ereignisse gemeinsam zu beobachtende Haltung geprüft werden. Die Idee schiene der Verwirklichung nahe, als Italien den Vertrag mit dem Dreiverband schloß. Dieser strikte Eingriff gestatte Rumänien nicht mehr, die gemeinsamen Erörterungen fortzusetzen, so daß es fortan auf isoliertes Handeln angewiesen ist. Danach trägt der Verrat Italiens die Schuld an dem Scheitern des neuen Balkanbundes unter der Führung Rumäniens. —— Der Krieg gegen Frankreich. Französischer Fliegerangriff auf das Hauptquartier des deutschen Kronprinzen. wtb Paris, 5. Juni.(Amtlicher Bericht.) Außer neuen Fortschritten im Labyrinth südlich von Neuville=St. Vaast nichts zu melden. 29 französische Flugzeuge belegten morgens zwischen 4 und 5 Uhr das Hauptquartier des deutschen Kronprinzen mit 178 Geschossen, von denen viele ihr Ziel erreichten, sowie mit mehreren tausend Fliegerpfeilen. Die Flugzeuge wurden heftig beschossen, kehrten aber unversehrt zurück.(Anmerkung der Schriftleitung: Wie wir an zuständiger Stelle festgestellt haben, sind durch die Bombenwürfe mehrere Mannschaften getötet worden. Weitere Erfolge hat der Fliegerangriff nicht gehabt.) Frankreichs Zwangsrskrutierungen. Rotterdam, 4. Juni. Wie aus Paris gemeldet wird, wurde an alle Deputierten der Bericht des Berichterstatters Henri Pate über die Vorschläge des Deputierten Dalbiez verteilt. Dieser Vorschlag verlangte die Einstellung aller diensttauglichen Staatsbeamten in die Front und eine neue Ausmusterung unter den Auxiliär=Mannschaften für den Dienst mit der Waffe.(Die sogenannten AuxA.iärsoldaten setzen sich in Frankreich aus solchen Leuten zusammen, die, für den Waffendienst unta#lglich, hinter der Front zumeist als Krankenträger oder Lazarettgehilfen verwendet werden.) Aus dem Bericht des Pate ist ersichtlich, daß infolge der verschiedenen ministeriellen Rundschreiben durch neue Ausmusterungen aus den Dienstuntauglichen 241 585 Mann für den Frontdienst ausgehoben wurden. Aus den auxiliären Mannschaften musterte man 282 710 Mann für den Waffendienst aus. Zudem erwischte man unter den Drückebergern 40000 Mann, die nach der Front geschickt wurden, und endlich teilte man aus der Beamtenschaft 12823 Mann dem technischen Militärdienst und 75 517 Mann den verschiedenen Regimentern zu. Das heuch tische Frankreich. Es gab keine geringe Ueberraschung, als plötzlich bekannt wurde, daß unsere Gegner ihre Granaten mit betäubenden Gasen gefüllt hatten, mit denen der Kampf gegen das deutsche Vordringen aufgenommen wurde. Die deutsche Heeresleitung ergriff sogleich Gegenmaßregeln, nur mit dem Unterschied, daß wir, wie überall, auch hierbei gründlicher zu Werke gingen. Die Wirkung der deutscherseits angewandten Gase übertraf die gegnerischen bei weitem. Die Franzosen, die jetzt einsehen, daß sie auch diesen Kampf wieder verloren haben, wenden sich nun entrüstet an die neutralen Mächte, um deren Verdammungsurteil gegen die deutsche Kampfweise zu erreichen. Eine Note der französischen Regierung teilt mit, daß sie„Gegenmaßregeln gegen das verwerfliche Verfahren der Deutschen" ergreifen werde. Da aber die Anwendung derselben giftigen Gase auf französischer Seite von den Franzosen nicht gut geleugnet werden kann, suchen sie sich dahin auszureden, daß sie„unter dem Zwange der militärischen Notwendigkeit" zur Vergeltung greisen müssen! Heuchler! Der Krieg gegen Rubland. Der Siegeslauf der verbündeten Heere. Die bedeutendste Folge unseres Durchbruchs zwischen Gorlice und Tarnow, die vor fünf Wochen die russische westgalizische Front unrettbar erschütterte, so sagt der militärische Mitarbeiter des„V. T.“, kommt uns nicht unerwartet. Und doch dürfen ganz Deutschland und Oesterreich=Ungarn die Erfüllung dieses Wunsches für den glücklichen Fortgang des Angriffs bejubeln. Przemysls Fall hat für den Siegeswillen der Feinde eine niederdrückende, für das Zögern der Neutralen vielleicht eine aufklärende Kraft. Diese Tatsache der Besitzergreifung mit ihrer bedeutenden matFriellen Schädigung der russischen Kriegskräfte läßt sich weder verheimlichen noch bestreiten. Für uns werden nun die Belagerungstruppen frei, und der Weg nach Lemberg wird sie schon jetzt auf dem Wege zur weiteren Entscheidung sehen. Ein Umschwung kann aug russischer Kraft nicht mehr eintreten. Fremde Hilfe müßte aber unrettbar in den Strudel der Niederlage, Flucht und Erschöpfung mitverstrickt werden. Die letzten Tage Przemysls. Budapest, 4. Juni. Der Kriegsberichterstatter des„Pesti Hirlap“ meldet über die Vorgänge kurz vor der Uebergabe der Festung Przemysl. Die Aktion gegen Przemysl war von Norden und Süden her am intensivsten. Nördlich setzten die deutschen Truppen, füdlich unser 10. Korps mit der planmäßigen Belagerung der Forts ein. Die Kussen setzten während der zwei Monate, soweit es ihnen möglich war, die gesprengten Festungswerke instand, so daß wir nach der Dunajec=Offensive gezwungen waren, mit einer systematischen Belagerung der Festung vorzugehen. Zuerst traf das isterreichische 10. Korps vor der Festung ein, zunächst ohne schwere Artillerie. Man begnügte sich samit, sich ganz nahe an das Fort Pralkovez heranzuarbeiten, was nicht leicht war. Die Deutschen schritten mit ihren Geschützen sofort ans Werk, und obald ihre Infanterie auf Sturmhöhe herangekommen war, begann die schwere Artillerie zu funktionieren. Sonntag erreichte das deutsche Fauer seinen Höhepunkt. Es wurde ein förmlicher Feuerregen auf die Verteidigungswerke gesprüht. Sobald der deutsche Kommandant das Nachlassen des russischen Fauers wahrnahm, was am Montag früh geschah, ließ er sofort zum Sturmangriff vorgehen. Die Russen verteidigten sich bis zum letzten Augenblick und flohen erst, als die bayerische Infanterie durch die Brustwehr gestürmt war. Die Artillerie blieb bis zum letzten Schuß bei den Geschützen, so daß sie nicht erst Zeit hatte, das Artilleriematerial unbrauchbar zu machen. So gelangten zwei drehbare Panzergeschütze in unseren Besitz. Unsere Artillerie gab ihnen eine Drehung in der Richtung auf den fliehenden Feind und begann, die Russen mit ihren eigenen Geschützen zu beschießen. Wechsel in der russischen obersten Heeresleitung? Wien, 4. Juni. Die„Neue Freie Presse“ meldet: In Petersburg erhält sich hartnäckig das Gerücht, daß Eroßfürst Nikolai Nikolajewitsch einen Krankheitsurlaub antreten und vorläufig durch einen anderen Oberkommandierenden ersetzt werden wird. Im Zuisammenhang damit mißt man der Reise des aus dem Sanatorium entlassenen Generals Rußki nach Petersburg große Bedeutung bei. Panik in Warschau. Kopenhagen, 4. Juni. Zuverlässigen Privatmeldungen zufolge, ist in Warschau unter dem Einfluß der deutschen Erfolge in Galizien eine Panik ausgebrochen. Tausende verlassen fluchtartig die Stadt. Großer Kriegsrat in Petersburg. wtb Basel, 5. Juni. Wie die„Baseler Nachrichten“ melden, sind in Petersburg in den letzten Tagen zahlreiche Generale, frühere Minister und Generalgouverneure eingetroffen, die dem Zaren als Berater zu dienen pflegen. Es wird ein großer Kriegsrat erwartet. Marterung deutscher Gefangener. wtb Berlin, 5. Juni(Amtlich.) Ein in der Gegend westlich von Warschau gefangen genommener russischer Soldat sagte bei seiner Vernehmung aus, er wisse aus dem Tagesbericht seines Kompagnieführers Hauptmann Kepp vom 64. Infanterieregiment, 17. Infanteriedivision, 6. Armeekorps, daß die Kosaken deutsche Soldaten durch Verstümmelung zu Aussagen hätten zwingen wollen, aber ohne Erfolg. Auf das tapfere Verhalten jener deutschen Verwundeten seien die Truppenführer durch ihren Hauptmann hingewiesen worden. (Welche mittelalterliche Gefühlsroheit spricht aus diesem Verfahren der Kosaken, welche Schamlosigkeit aus dieser Erwähnung in dem russischen Tagesbefehl. Nun wissen wir auch endlich, wie die Russen zu ihren Lügenberichten über angebliche Mißhandlung an den russischen Gefangenen gekommen sind. Sie haben auch hier wiederum ihre eigenen Schändlichkeiten den deutschen Truppen angedichtet. Die russischen Folterknechte schließen sich würdig der Reihe der entmenschten Wilden an, die man im Namen der Kultur gegen Deutschland losgelassen hat.) Die Valkanstaaten bleiben neutral. Am Tape der Zurückeroberung von Przemysl brach die rumänische Regierung die Verhandlungen mit den Agenten der Dreiverbandsstaaten ab. Es war erwartet worden, daß die glänzende Waffentat auf die Haltung der Neutralen ihren Einfluß ausüben würde. In Athen fand am Tage von Przemysl ein großer Kronrat am Krankenlager des Königs Konstantin statt. Den Vorsitz führte Ministerpräsident Gunaris. Außer den Mitgliedern des Kabinetts wohnte neben dem Chef des Eeneralstabes Dusmanis auch der Chef der Flotte den Verhandlungen bei. Als ein bemerkenswertes Zeichen für die Haltung der Regierung gilt, daß Venizelos nicht zu den Beratungen zugezogen wurde, obwohl er sich seit einiger Zeit in Athen aufhält. Der Ausschluß des dreiverbandsreundlichen, kriegshetzerischen früheren Ministerpräsidenten Venizelos von der Kronratssitzung beweist, daß Griechenland in seiner Neutralitätspolitik verharren wird. Der Kampf um die Bardanellen. Zwei englische Kreuzer vernichtet. Deutsche U=Boote in den Dardanellen. in Frankfurt, 4. Juni. Die„Frkf Ztg.“ meldet aus Konstantinooel: Nach mehrtägiger Pause sind wieder zwei Taten deutscher Unterseeboote zu verzeichnen. Am 31. Mai versenkte ein U-Boot bei der Insel Strati einen 12000 Tonnen=Hilfskreuzer. Von der 800 Mann zählenden Besatzung wurden nur 120 Mann von einem anderen Kreuzer gerettet und nach der Bucht von Mudros gebracht. Am 2. Juni torpedierte ein U=Boot einen englischen Linienschiffskreuzer bei der Insel Tenedos. Ueber das Schicksal dieses Schiffes fehlen noch nähere Einzelheiten. Neues Kanonenfutter für die Dardanellenforts. tu Athen 4. Juni. Für die Dardanellenkämpfe treffen täglich neue Truppen aus Alexandrien und Marseille in Mudros ein. General d'Amade, der das Kommando an General Gouraud abgegeben hatte, soll verwundet nach Frankreich gereist sein. Ein aus Gallipoli angekommener Korrespondent meldet, daß die englischen Verluste 45000 Mann betragen. Die Lazarette in Aegypten sind voll von Verwundeten. Der Wachtdienst der Kriegsschiffe der Ententemächte gegen Unterseeboote vor Kreta wird fortgesetzt. Die furchtbaren Angriffe der Türken. London, 4. Juni.„Evening News“ nielden aus Athen: Die Türken haben auf Gallipoli 250 000 Mann in ausgezeichnet befestigten Stellungen stehen. Die Kämpfe bestehen aus einer Reihe von Angriffen und Gegenangriffen. Am Tage greifen die Alliierten unter dem Schutze der Kriegsschiffe an, aber nachts, wenn die Flotte nicht imstande ist, an dem Kampfe teilzunehmen weil sie die eigenen Truppen nicht treffen will, unternehmen die Türken furchtbare Gegenangriffe in geschlossenen Jormationen. —.— Deutschland und Amerika. Die Schwierigkeiten der amerikanischen Antwort an Deutschland. tu Amsterdam, 5. Juni. Reuters Spezialdienst meldet: Präsident Wilson hat fast den ganzen gestrigen Tag mit der Abfassuung der Antwortnote an Deutschland zugebracht. Der Korrespondent erfährt, in dieser Note solle darauf hingewiesen werden, daß die„Lusitania“ auf einer friedliche Reise war uind sich der Beschlagnahme nicht widersetzt hätte, da sie unbewafnet war, und alle anderen Punkte der deutschen Antwort nichts mit dem Kern der Sache zu tun hätten. Mit der neuen Note bezwecke die amerikanische Regierung, von Deutschland Sicherheit zu erhalten über die Frage, ob es fortan beim Antrefen von Schiffen irgendwelcher Nationalität, die unbewaffnet sind, zuerst die Passagiere und Mannschaften in Sicherheit bringen lassen will, ehe das Schiff, wenn sich bei der Untersuchung herausstellt, daß es Konterbande an Bord hat, der Vernichtung preisgegeben wird. bb Genf, 5 Juni. Der Pariser„New Vork Herald“ meldet aus Neuyork: Es erregt in diplomatischen Kreisen Verwundet#ung, daß auch die in englischer Sprache erscheinenste Presse der Union ihre heftigen Angriffe gegen Deutschland eingestellt hat und das deutsche Vorgehen in den englischen Gewässern nicht mehr zu tadeln scheint. Es besteht keine Hoffnung mehr, daß die Vereinigten Staaten einen Bruch mit Deutschland herbeiführen werden. Freie, Geleit für Dernburg nach Europa. tu Neuyork, 4. Juni. Die Verbündeten gaben dem ehemaligen deutschen Staatssekretär Dernburg die Zusicherung freien Geleits zur Rückreise. Er wird diese mit einem nordischen Dampfer am 12. Juni antreten. Ein Sondergesandter Bernstorffs an Kaiser Wilhelm? in London, 5. Juni. Neuter meldet aus Washington: Wie verlautet, wird gleichzeitig mit der Absendung der amerikanischen Note an Deutschland ein Vertreter des deutschen Botschafters, Cresen Bernstorff, nach Berlin reisen, um dem Kaiser den Inhalt der Konserenz mit dem Präsidenten Wilson vom lletzten Mittwoch und den Nr. 129. Beilage. Schwerter=Healaug Amtliches Kreisdlatt. Kriegsziele. Man streitet sich hin und her, ob man durch diesen Krieg zu Landerwerbungen schreiten soll oder nicht. Die einen fordern diese oder jene Gebiete, die andern betonen mit Nachdruck, daß jede Neuerwerbung von Land mit Rücksicht auf andere Völker vermieden werden müsse. Es ist erfreulich, daß man derartige unnötige Streitereien zurzeit noch untersagt; dabei kommt nichts heraus. Im Gegenteil, es kann nur Schaden angerichtet werden. Jetzt heißt es zu kämpfen und zu siegen; und erst am Ende des Kampfes kommt der anderen Kreisen unseres Volkes spricht man von einem andern Kriegsziel. Man betont mit Eifer, daß der Friede vor allem die Gleichberechtigung und Freiheit aller Staatsbürger ohne Ausnahme bringen müsse. Es ist dies zurzeit ebenfalls durchaus unnützes und unnötiges Gerede. Wir leben und lebten in einem Staat, der Luft und Licht jedem Staatsbürger gegeben und gegönnt hat und dies auch in Zukunft tun wird. Jetzt ist die Hauptsache, an Pflichten zu denken und nicht an Rechte. Wenn wir treu auf dem Posten sind und treu im Kampf durchhalten, dann wird uns schon von selbst die Sonne der Freiheit leuchten.„ M„ Das wichtigste Kriegsziel, das wir alle vor Augen haben und erstreben müssen, auch jetzt schon erstreben müssen, ist ein ganz anderes. Wir müssen die Dinge von höherem Gesichtspunkt aus beurteilen. Wir dürfen nicht bei Aeußerlichkeiten stehen bleiben. Der Krieg soll für uns ein großer Erzieher sein. Wir hatten es vor dem Kriege, äußerlich betrachtet, wirklich gut. Wir konnten alle Tage herrlich und in Freuden leben, und viele handelten auch dementsprechend. Aber das ist nicht das Höchste und Beste im Leben. Gott will, daß wir mehr innerlich werden, daß wir uns zu ihm und zu seinem Reich halten. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles zufallen. Die innere Wiedergeburt unseres Volkes, das ist das große Kriegsziel, das da bleiben soll und an dessen Verwirklichung jeder einzelne ernstlich mitwirken soll. Der große Zug der Einheitlichkeit und des Idealismus, des Opfermutes und der Frömmigkeit, wie er so stark und wunderbar im Anfang des Krieges in allen Schichten des Volkes hervortrat, der muß durch den Krieg hindurch in den Frieden mit hinübergenommen werden. Das will Hott, daß müssen auch wir wollen und dementsprechend handeln. Englands Hilferuf. Strömt herbei, Ihr Völkerscharen, Mit der Streitaxt in der Hand, Kämpft mit gegen die Barbaren, Germans sind sie auch genannt. Helft, o helft dem Volk der Briten, Schlagt die Deutschen aus dem Feld, Deutsche Treue, deutsche Sitten Passen nicht in diese Welt! Greift Ihr Völker zu den Wassen Für den wack'ren Dreiverband, Denn er kann's allein nicht schaffen, Hilfe! schreit Old Engeland. Ach, die Germans steh'n noch fester dem großen Weltenbrand, Seit sich die„latein'sche Schwester“ Den Barbaren abgewandt! Schwarze, braune, gelbe Krieger Haben wir ins Feld gehetzt, Doch die Germans blieben Sieger, Halten fremdes Land besetzt. Die Tartaren und Kosaken Gingen wild im Osten drauf, Unsere kräftigsten Attacken Hilten nicht den Vormarsch auf. Drum, Ihr Völker aller Zonen, Höret Englands Hilseschrei: Eilt zum Kampf, er wird sich lohnen Gegen deutsche Barbarei! Zulus, Kaffern, Hottentotten Meßt mit Deutschland Eure Kraft, Wahrt dem Englishman und Schotten Treue Waffenbrüderschaft! Feuerländer, wetzt das Messer, Situux nehmt das Beil zur Hand, Kommt, o kommt, Ihr Menschenfresser, Von dem fernsten Südseestrand! Kommt zur alten Welt gefahren, Weither über Land und Meer, Und vernichtet die Barbaren, Stärkt des Vierbunds würdig Heer. Seit der Briten Leuteschoner; Doch versagt die Erde jetzt, Werden noch die Marsbewohner Gegen Deutschland aufgehetzt! Selbst der Mond, der kargbewohnte, Wird von Fliegern inspiziert, Und der einz'ge„Mann im Monde“ Für Lord Kitchener rekrutiert. So spricht England! Ach auf Erden War es einst so sieggewohnt, Wollte gar zu mächtig werden, Und nun sieht es in den Mond. Und wir wollens nicht beneiden, Sind nach gutem alten Brauch Als„Barbaren“ noch bescheiden, Uns genügt der Halbmond auch! E. H. Amerika liefert vergiftete Munition. Eine Waffenfabrik in Cleveland(Ohio) empfiehlt den Engländern eine neue 13= bezw. 18pfündige hochexplosive Granate. Die Vereinigung von zwei Säuren, so sagt sie in einem von der „Köln. Ztg.“ dem„American Maschinist“ entnommenen Reklame=Artikel, ruft schreckliche Explosionen hervor. Sprengstücke, die bei der Explosion mit diesen Säuren in Berührung gekommen sind, und Wunden, welche durch sie hervorgerufen werden, bedeuten einen Tod mit schrecklichem Todeskampf „innerhalb vier Stunden“, salls nicht unmittelbar Hilfe zur Stelle ist. Nach den Erfahrungen mit den in den Schützengräben zuständigen Bedingungen ist es unmöglich, ärztliche Hilfe jemandem in dieser Zeit zuteil werden zu lassen, um den tötlichen Ausgang zu vermeiden. Es ist unerläßlich, sofort die Wunde auszubrennen, falls sie im Körper oder im Kopf sitzt, oder zur Amputation zu schreiten, wenn es sich um die Beine handelt, weil es kaum ein Gegenmittel gibt, das der Vergiftung entgegenwirkt. Diese Erklärung reiht sich würdig den längst nachgewiesenen, aber von amerikanischer Seite bestrittenen Lieferungen in Dumdum=Geschossen an. Wie mag es erst bei der Allgemeinheit aussehen, wenn angesehene Firmen des Landes mit Hilfe solch barbarischer oder scharmloser Mittel die„Neutralität“ zu einem einträglichen Geschäft unbehelligt von der Regierung auszugestalten vermögen! Ist doch die Firma, von der jene Anzeige stammt, eine der bedeutendsten Werkzaugmaschinenfabriken des Landes; kaum gibt es in Deutschland eine Maschinenfabrik, in der nicht die von ihr gefertigten automatischen Schraubendrehbänke tagtäglich Verwendung finden. Italien war nie neutral! Als der Krieg ausbrach und Italien behauptete, der Bündnisfall sei nicht gegeben, da der Krieg als ein Angriffskrieg Oesterreich=Ungarns gegen Serbien zu betrachten sei, versprach es durch den Mund seines Herrschers, daß es aber„wohlwollende Neutralität“ halten werde, wie es einem Verbündeten zukomme. Daß sich Italien an dieses Königswort nicht gehalten hat, wußten wir seit langem. Von vornherein war seine Neutralität „wohlwollend und freundschaftlich“ nur gegen Frankreich, wir Deutschen durften höchstens durch Kohlenlieferungen an das pauvere Italien die Kriegsfuror des Bundesgenossen hinhalten. Jetzt liegt aber von durchaus vertrauenswürdiger Seite der Beweis vor, daß bereits in den ersten Augusttagen die italienischen Geschütze und Munitionsvorräte aus den Befestigungen an der Westgrenze nach Osten fortgeschafft wurden. Ununterbrochene Reihen von Lastautos schafften die Kriegsvorräte aus diesen Befestigungen fort. Die Westgrenze war schon seit Mitte August nicht nur militärisch entblößt, sondern auch in zollfiskalischer Hinsicht fast unbewacht; die Ausfuhrverbote wurden an dieser Grenze nicht gehandhabt. Die Folge davon war, daß Frankreich seine Grenze gegen Italien völlig von Truppen entblößte, die es unsern Truppen, die auf dem besten Wege nach Paris waren, entgegenwerfen konnte. Italien war also von vornherein gegen uns„übelwollend“, gegen Frankreich„wohlwollend“ gesinnt. Gut, daß wir es jetzt ganz genau wissen und die Quittung mit dem blanken Schwerte ausstellen können. Aufbewahrung von Fleischdauerwäre. Die Aufbewahrung von gepökelten oder geräucherten Fleischdauerwaren für längere Zeit bietet dort, wo die geeigneten luftigen und trockenen Räume hierfür zur Verfügung stehen, keinerlei. Schwierigkeiten. Anders wenn solche Räume fehlen, oder wenn diese Fleischdauerwaren, wie im einzelnen Haushalt, in Räumen mit anderen Lebensmitteln zugleich aufbewahrt werden müssen und dadurch den verschiedensten äußeren Einflüssen ausgesetzt sind, wie dem Verstauben, der Ablagerung von Fliegeneiern, der Einwirkung von Luft und Feuchtigkeit, sowie von Keimen aus der Luft, wodurch die Waren ranzig oder weich werden oder in Fäulnis übergehen können u. s. w. Um die Fleischwaren vor diesen äußeren Einflüssen zu schützen, sind bereits verschiedene Verfahren empfohlen worden, so z. B. das Eintauchen in schmelzbare Massen, die innerhalb kurzer Zeit erstarren und die Ware von der Luft vollständig abschließen. Weniger bekannt dürften zwei einfache und billige, vom gesundheitlichen Standpunkt völlig unbedenkliche Verfahren sein, mit denen man besonders in Belgien seit Jahren gute Erfahrungen gemacht hat. Diese beiden Verfahren bestehen in dem Verpacken von Fleischdauerwaren— gepökeltem oder geräuchertem Fleisch— in ab. gelöschtem Kalk oder in Holzasche. Voraussetzung für die Haltbarkeit der so behandelten Waren ist, daß sie sich vor dem Einlegen in Kalk oder in Holzasche in einwandfreiem Zustande beSamstag, 5. Juni 1915. finden; denn wenn die Waren bereits angefangen haben zu verderben, so vermögen diese Verfahren dies nicht hintanzuhalten. Nach zuverlässigen Mitteilungen aus Belgien erfahren gut geräucherte Waren durch das Kalkverfahren keine nennenswerte Veränderung der äußeren Beschaffenheit und des Geschmacks; dagegen wird die äußere Schicht nur gepökelter Waren in geringem Maße verändert, so daß sie vor dem Genuß durch Abschneiden oder Abschaben entfernt werden muß. Beim Einlagern von nur gepökelter Ware hat man also mit einem geringen Verlust zu rechnen. Mit dem Holzascheverfahren sind in Belgien die besten Ergebnisse selbst bei sehr langer Aufbewahrung von Fleischwaren, die durch Pökeln oder durch Pökeln und Räuchern konserviert worden waren, erzielt worden. Die Einlagerung von geräucherten oder gepökelten Fleischdauerwaren, die sich in völlig trockenem Zustande befinden müssen, in Kalkpulver oder Holzasche wird zweckmäßig folgendermaßen vorgenommen: Man legt auf den Boden eines Behälters (Faß, Tonne, Kiste usw.) zunächst eine nicht zu dünne Schicht abgelöschten Kalkpulvers oder Holzasche; alsdann werden die trockenen für die Aufbewahrung bestimmten Fleischwaren einzeln so auf dem Kalk oder der Holzasche ausgebreitet, daß die einzelnen Stücke sich nicht berühren; sodann bedeckt man diese wiederum mit einer nicht zu dünnen, mindestens aber 10 Zentimeter starken Schicht der genannten Mittel und wechselt mit dem Aufschichten der Fleischwaren einerseits und des Kalkpulvers oder der Holzasche andererseits ab, bis der Behälter voll ist. Die oberste Fleischschicht wird mit einer besonders starken Kalk= oder Holzascheschicht bedeckt... 4ue Mita. Durch zeitweiliges Entnehmen eines Fleischstückes aus dem Behälter wird man sich zweckmäßig von dem Zustand der Waren überzeugen. Die so hergerichteten Behälter müssen an einem trockenen kühlen Orte ausbewahrt werden. Das Kalkpulver kann leicht von jedermann durch schwaches Anfeuchten von gebranntem Weißkalk mit Wasser hergestellt werden, wobei dieser unter Erwärmung in ein trockenes Pulver zerfällt. Büchertisch. Alle unter dieser Rubrit besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Der Bruch Italienz mit den Zentralmächten lenkt die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Grenzgebiete zwischen Oesterreich und Italien. Die neueste Nummer der„Wochenschau“ bringt eine Anzahl fesselnder Aufnahmen aus Triest und Trient, sowie prächtige Landschaftsbilder aus Südtirol. Seinen künstlerischen Schmuck erhält das Heft vor allem durch die Wiedergabe von fünf Gemälden von Arthur Kampf, die von einem Auf“ satz aus der Feder Arthur Rehbeins begleitet wird. A. Roloff steuerte eine Urzeichnung„Artillerie im Granatfeuer" bei, Berthold Clauß zeichnete als Titelblatt des Heftes ein Bildnis des Generalobersten von Mackensen. Der spannende Roman „Im blauen Grund“ von E. Krickeberg wird fortgesetzt, auch die sehr feine Skizze„Die Großmutter“ von Fritz Müller wird überall Anklang finden. Das Heft ist in allen Buchhandlungen, auf Bahnhöfen und bei allen Zeitungsverkäufern für 15 P o. erhältlich. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Krago, Druck u Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte Canonal=Reinemachen, der Hausputz, das Das UbllGrdl Fegen, Schrubben, Scheuern. Wischen. Abseisen in allen Ecken geht nun auch bei Ihnen los! — Mit Luhns. Verbürgt rein. 15 Pf. Dornige Wege. Roman von J. v. Düren. ehe edia durchgefühetwer Muter un ricder einige Freude gemitlich beildes erftischen zu lasen, Ueber dem tleinen Garten enenug„Alcs. Verbudslckeltel zu grden sich sen un den Töichiem Gelgenhzestou gben, vo zesz hes ieihe Lae öde Kakiad iächie Torortaus uusig das belig lehr eriste ihre Verzüiluise gelebt, de. Prou,Franu, Wargarete ter aber auch in iger Arkanumuisg und lsebzich, ienden Sternen; beiäiubender Dust von Jaseutit. be Maue. e e e wanmer Händedruc, ein vaar, berzich, Pünicge überlegtes Haudelu. Die Emupöxung, mit welcher ent eu. ge ud Heiterfeit alle mit sich fortriß, Freugung, al ibr Bflichtesfer schien vergebens. für den fillen Dulder woren alls, was sie als die Miuterdierestamentsbeichlise entgenennabn, Loautsize zutzie sich gestehen, daß Dottor Berg, Iüherwindliche Gewalten drängten sich ihr entTrast iu das büsteg Sschwexe zeiz, zuitzabm., die ihr das ersts und freie Verfüigungzrechzgiber Heperuwe wiz Haus kam, nur noch Augen für gegen und nahmen ihr Mut und Kraft. Lange Jind Hann kam die zgwere Zeit, die dem ersten die Zinsen des Kapitals nahmen, kanntekeine Gren= so selten er ins Haus kam, nur noch Augen für gegen und nahmen ihr Mut und großen Schmerz folgt. Das erste sich ins Leben zeu. Sie machte die Tochter für die ihr so nnerwarWagen in der tiefen Vereinsamung des großen tet gekommenen Beschlüsse verantwortlich, nannte Leides. Wie jeder Blick, jedes Wort so weh tut! sie eine Erbschleicherin und zeigte sich kleinlich und Mau fröstelt innerlich, erkältet durch die Leere und eindisch rachsüchtig. Ernestine litt unter dem häusEinsamkeit. Die wortreiche Teilnahme berührt so lichen Unfrieden, der das Andenken des Vaters us kam, nur noch Augen für gegen„und nohnen, ihr. Mut, und2, Krafz, Lange Magda hatte. Er zeigte seine Bewunderung so hatte sie hinausgeschaut in die tiefe. stille Somoffen, daß sie sich oft verletzt abwandte. Sie war mernacht, da schoß plötzlich eine Sternschnuppe zu stolz. um zu zeigen, erletzt abwandte. Sie war mernacht, da schoß plötzlich eine Sternschnuppe was in ihrer Seele vor=lautlos nieder. Glühwürmchen leuchteten auf. Es ging. Deshalb blieb sie, mit Aufgebot aller ihrer begann ein leises Rannen und Rauschen, das ZeugKraft, stets freundlich und gleichmäßig heiter. Fast nis gab von dem ewig sich regenden Lehen, von sti%e Trauer störte. Mit aller Ener= immer fand am Schluß eines Besuchs sich Gele= dem Nieaufhören und dem ständigen SichaneinSsvegt, ge heitzu aberauch genheit zu einem tieferen, eingehenden Gespräch, anderreihen, vom Werden, Vergehen und Wiederster erit se dort und for Gatchischungen. Deidas von Kontsrichter nur zu gern autzgegrisge ausegatz uschzesie Jede iutchr unts keit Sie Zebzeiten ihres Vaters bebandelt. Die Mutter den Stimmungen des Freundes. 1. da= B.2s. 148 Schlas verbei. 2. Kapitel. wenig, und langsam verhallen auch schließlich die äußeren Zeichen. Jeder geht zur Tagesordnung über. Man hat schließlich genug mit sich selbst zu tnn. Auf Ernestinens Schultern lastete eine doppelte Bürde. Zum zweiten Male verwaist, durchlebte sie jetzt mit vollem Bewußtsein alle Bitteruis alle Gual, die die Veräuderung der Verhält= Anzahl, besonders arme Leute, die sie auch schon flassen konnte. Diesen, Fortwpährend gu. Pechlel. in nisse mit sich brachten. zu Lepzeiten ihres Vaters behandelt. Wie Ballttet geut Summungeg des hreicug zu der Arr seines Frau Margaretens Schmerz um den verlore= verlangte energisch die Auflösung des Haushaltes, Zzuehznens gmpfand Ernestine bitter. Dizg gi/6.] Am nächsten Sonntag, als Hohenfels seinen edd eut und auterlch, Die balloseldenbertaut hes Fazes, eiuenüngg indeGroh= aur gzaut sich un wuisie fgost guish uiz, Mando, Freiuns keluchtezfihtesiedasgeneinsanegzespiäh en Seueuun n e gze chegen gadt. Giergauue Ve anein bas richigessen zer veren Geschutrichen sie for guzacgt, und dersau die Geseuschat, in der Berg lode: zund 2u Butg gegen soben vemüusigen Zubeuch, Doveside Tsasten udessesz boltengesehenweden P, hersch.2 tgase daut erbot, sezu mistzzäiezgetuige Beluchenahzen gkis 38 sorate sie gewisenhat, daß zumn cmuptgugzgerend,[Töchter otten iu ve ven, gute orisent machden umterichten H Veveveise Leziue auf zu sin= Kanuz.Lich woixrich nicht vor al meinen Bekaunten losen Kondolenzbesuche alles vorbereitet sei, und und sovald wie möglich, guite Parizgg, machen, geztegigten, da börte auch Erneftiue auf, ig zlig veriengnen. Es wäre ta auch geradezueine Sünde. bassen Krautz und die suigste Belelbslarte ge Gz fsas hase ezg, Ralberesien und Unftieden uach den Aberdrot in diesile Staodterstube bei, Bosen uasere, Vertkelset Kreietade in des lieh lsich rösten und zugleich bewudern. Ernestine, Brüicken hier abzubechen und dem Wiusche der Die schohiszgeggzesguscht,hzgetesischite Bichz; schast zusehen Dichz iun ihrer 965lg orduete uit Hille des Kutsrichters den Nachlaß Muter Boige gu es, Zgrt goche= iunere= Stiuumne hugz zur geben, Sie schweisten in die Vergangen=„Du magst wobl recht haben,; meinte Hobendes Verstorhenen. Die Arbeit wihlte immer, von zwang sie, das leste 2Por noch nicht zu serechen, Vv. zu Zie Gegenwart, in die Zukuft zund mache fels.„Indes wirst Du begreifen, daß mir die Einneuen den Schmerz un den Verlorenen auf. Jede Wornm so schnel den Kampf aufoeben Se Bieb tezit zeruchelos. Hastig stand site auf, löschte das samkeitvorläufig noch das Willkommensteist. Ich bdeadugu nz, Wielisbeznusthagersährsedesd u o Zihen waren Bigdolene Sicht und lehue sich veit aus dentlenen Feuter, liunge auch uiche weszeugz.die Weisen. 5e einzelne seiner Kinder gesorgt. Leider konnten seine und Maria herangewachsen. Iun Herbst wolte die um sich von den kühlenden Hauch des Nachtwin= ist zuviek, wasnoch Kch 21 General-Repräsentan für Rheinland u. Westlalen Otto Steingass. Cöln-Ehrenfeld. 2674 Die deutsche Tuchindustrie bietet vollwertigen Ersarz bei bedeutend billigeren Preisen und machen wir unsere geschätzten Leser auf die heutige Beilage des weltbekannten Tuchversandhauses von Lehmann& Assmy] in Spremberg i. L. besonders aulmerksam 2677 IKALZT „Reichskrone. Programm für den 5. und 6. Juni. * Der Reichskanzler und Otto von Bismarck bei der#### # Bismarckfeier; als Vertreter des Kaisers der kleine Prinz Wilhelm. Straßen=Demonstrationen in Athen. Bay= # rische Schneeschuhtruppen auf dem Vormarsch. Ueber-* schreiten eines Gebirgsdaches. Bergung von Verwun## deten. Deutsche Artillerie besetzt eine franz Stadt. Offiziere wählen die Stellungen aus. Alarm und Auf= 5 fahrt der Vatterien. Infanterie geht zum Gefecht vor usw. P Aübeis, ran an die Gion eshactes Gutiotelt in 2 Acien. Zwei arme Reiche □ Spannendes Lebensbild in 1 Vorspiel und 2 Ahlen. 6 Heim und Glück * Ergreifende Geschichte in 2 Akten. 2681 Die Dielenuhr.— Riggerfreuden.# # Die junge Witlwe.— Wie sich das Kinorächt. Kummee Druckarbeiten für Industrie, Handel, Gewerbe und Private als: Adress-Karten, Etlketten, Prospekte Reiseavise, Zirkulare Kuverts, Mittellungen. Rechnungen. Briefbogen, Preislisten, Wein- u. SpeiseKarten, EinladungsKarten, Familien-Anzeigen, Trauerbriefe usw. liefert in jeder Ausführung in kurzer Zeit Carl Braus Buchdruckerei Schwerte(Ruhr) Grosse Marktstr. 3—5. tötet Motten ereun ciermmmmermmmmmmmmmmrch ARegelebe Die Mitglieder des Vaterländischen Frauenveceins und des Frauenverbandes werden freundlichst gebeten, sich wieder an jedem Montag, nachmittags 4 Uhr, regelmäßig und recht zahlreich zum Nähen für den (Kriegsliebesdienst in der Aula der höheren Töchterschule einzufinden. Der Vorstand. Ergebnis der Bullenkörung im Jahre 19/5 In dem Kreise Hörde am 3. und 4. Mai 1915 abgehaltenen Termine wurden folgende Bullen angekört. Lid. Nr. Besitzer des Stieres Name Wohnort Prima gesunden Mats empflehlt 2691### SommerHemden Hosen 2540 jacken in besten Qualitäten, allen Grössen und Preisen. Kaufhaus Otto Mark, Schwerte, Ostenstr. 20. Meiallbeiten Katalogfrei Holzrahmenmatr, Kinderdetten Eisenmäbelfabrik. Subl i Th Das anerkannt Beste Das anerkannt Dauerhafteste Das anerkannt Praktischste sind Bleyle's Fabrikate Bley’les Knaben-Anzuge, Bleyle’s Joppen u. Geschäfts- Röcke, Turn- und Reform-Hosen für Damen, Kinder und Herren 5913 Alleinverkauf Ernst Müller, Schwerte, Ostenstr. 18 Reparaturen erbitte zu Ende der Woche. Kockskämper, Heinrich Schwake, Eduard Seune, Theodor Eblenkamp, Gerhard Hülsmann, Wilhelm Schwake, Eduard König, Wwe. Rüping, Heinrich Rüping, Karl Schmidt, Louis Koring, Karl Des Stieres Farde, Abzeichen Abstammung Bemerkungen Ohrmarke Hengsen Aplerbeck A nen Wandhofen Aplerbeck * Hengsen Wellinghosen * Wichlinghofen Groß= Holthausen schwarzbunt schwarz mit Stern schwarzbunt schwarzbunk mit Stern desgl. desgl. Ostriese Ostsr. Nachzucht Ostfriese Ostfr. Nachzucht 70 71 72 Verzeichnis dir z. Zt. im Rindviehzucht= und Kontroll=Verein Hörde vorhandenen sprungberechtigten Bullen. No. Name des Besitzers Wohnort Name des Bullen EichenBohnenstangen u. Brennbolz hat abzugeben W. Halstenberg, 2689 Bürenbruch. Galtnikelentacher und mehrere tüchtige Nietenpresser für Friktionspressen zum sofortigen Eintritt gegen Lohn für dauernde Beschäftigung gesucht. A. Sternberg, Soest. Verdand Wesisalischer Albenmachweise. Die Arbeits=Nachweisstelle Schwerte Lielhstraße 4 Fernspr. Nr. 213 vermittelt Arbeitskräfte aller Art 411 vollständig kostenfrei. Hohenschweit Kockelke Wrede Externbrink Scämann Gockel Dieckerhoff Wwe. Eckey Sänger Plässer Blaß Dieckmann Brembt Heyng Büddemann Hohenschwert Brein Möller Richwin Eiene Büddemann Eckey Holzen Garenfeld Opherdicke Geisecke Lichtendorf Schwerterheide Holzen Kückshausen Wittbräucke Spbung Holzen Holzwichede Lichtendorf Holzen Ostberge Hengsen Holzwichede Schwerterheide Blücher Barbarossa Bülow Benno Bruno Baron Bernhard Berthold Antonius Julius Brutus Bello Alexander Balihasar Barabas Allarich Bummel Bengel Bachus Alfred Apollo Alex Gerhard Alwin Aron Alberkus Abraham Aburgritter Amandus Junge Leute erhalten schnelle und gründ: liche Vorbereitung für die GTA- 5 Buch-Woche. Mein grosses Lager in guten Unlerhaltungsschritten für unsere Krieger in allen Preislagen, von 10 Pfg. beginnend, halte bestens empfohlen. Buchhandlung CARL BRAUS Schwerte(Ruhr), Grosse Marktstrasse 3—5. Bekanntmachung. Die Stelle der Schulwärterin der alten Marktschule ist vom 1. Juli 1915 ab neu zu besetzen. Bewerbungen sind umgehend an uns einzureichen. Schwerte, den 1. Juni 1915. 2667 Die Stadt=Schuldepukation: Rohrmann. Aus dem vorhandenen städt. Bestande sollen im Monat Juni ds. Is. bis zu 20 Ballen Neis abgegeben werden. Die jenigen Kolonialwarenhändler des hiesigen Stadt2665 bezirks, welche Reis aus diesem Bestande ankausen wollen, werden ersucht, etwaige Anträge im Büro des Stadtsekretärs(Zimmer 19 neues Rathaus) zu stellen. Dortselbst wird auch Auskunft über Preis und Verkaufsbedingungen erteilt. Schweite, den 3. Juni 1915. Der Magistrak. Rohrmann. 2659 Ausführungsbestimmungen zur Bundesratsverordnung vom 20. Mai 1915 über das Versüttern von grünem Roggen und Weizen(Reichsgesetzbl. S. 287). Die Befugnis, das Abmähen oder Verfüttern von grünem Noggen und Weizen zu verbieten, wird den Landräten(Oberamtmännern) in den Stadlkreisen den Polizeiverwaltungen übertragen Für die Bewinigung von Ausnahmen sind die Ortspolizeibehörden zuständig. Beilin, den 23 Mai 1915. Der Minister für Landwirtschaft. Domänen und Forsten. I. V.: gez. Küster. Der Minister des Innern. I. V: gez. Drews. 2688 Bekanntmachung. Auf Grund des§ 21 der Jagdordnung vom 15. Juli 1907(G.=S. S. 207) wiro hiermit bekannt gemacht, daß eine öffentlich meistbielende Verpachtung der in dem Jagdbezirke der aus der Steuer=Gemeinde Benninghosen bestehenden Jagdgenossenschaft beabsichtigt wird. Die in Aussicht genommenen Pachtbedingungen liegen zwei Wochen lang und zwar vom 8. Juni 1915 bis einschl. 21. Juni 1915 in dem Dienstzimmer des unterzeichneten Jagdvorstehers össentlich aus. gen die G., Lar Mharnaatn. Jeder Jagdgenasse kann gegen die ult der Verpachtung und gegen die Pachtbedingungen während der Auslegungsfrist Nr. des Bullen Bekanntmachung. Das aufgestellte Verzeichnis des am 1 d. Mis. vorhandenen Rindvieh= uno Pferdebestandes behufs Erhedung der Abgabe zur Bestreilung der Entschädigung für das auf polizeisiche Anordnung an einer Seuche gefallene, Bieb liegt vom 10. d Mis. und gegen die Pachtbedingungen währe. d.r ab 14 Tage lang zur Einsicht der Beteiligten bei den Herren Einspauch bei dem Kreis=Ausschuß in Hort Ahrden Gemeinde=Vorstehern meines Bezirkes offen...„ Ort und Zeit der Verpachtung werven mindestens zwei ig2 Ewaige Anltäge auf Verichtigung können nur wuoreno Wochen vorher bekannt gemacht. Prüfung. Volke schulbildung der vorbezeichneten Frist schriftlich oder zu Protokoll bei den Pracherhof, den 3. Juni 1915. genügt. Bisher alle be deir. Heren Gemeinde=Vorstehern angebracht werden.„6 Der Jagdvorsseber standen. Anfragen unter! Westhofen, den 3 Juni 1915. 20861„ Der Gagosbenriser E. 2491 an die Gesch. d. Zt.] Der Amtmann: I. V. Gue, Beigeordneter. 2687 Gehres, Gemeindevorsteher. S 88—" . 1e H. C0 322 G#.—. S S 89s ... 2 8 S 00 • 9:S S’ *— 0 g• S#gs S 2—"* S S- S 98 S S S 88 SE— n 4 9 * 4 S 8 5 Jo#s * O S 0 S 8 8 5 einem groben Halter steckt.„Ich bin die Feder der Herrschaftsköchin und bekomme täglich in Arbeit. Gestern gab es Rehrücken mit Trüffeln.“ Efui, du riechst nach Petersilie!“ ruft die Kanzleirat'eder entrüstet.„Warum bist du nicht in der Küche geblieben? Auf einen Salon=Schreibtisch gehörst du sagt die derbe Küchenfeder beleidigt. deute, es ist das Recht der Feder, zu schreiben, und folglich auch, sich auf einem Shreihtisch guszuhalten. mich zuerst eine Köchin in die Hand genommen und für sich bestimmt hat, anstatt eine Prinzessit Nun entsteht ein kleiner Krieg unter den Federn, Eine wird immer spitzer als die andere. Jede sebdt bod(Forisetzung folgt.) Humor Sehr möglich! Richter:„Sie erkennen also dies Taschentuch als das Ihnen gestohlene?“ Kläger:„Jawohl, Herr Richter!“ Richter:„Das ist aber eine ziemlich kühne Behauptung. Seiche Taschentücher gibt's doch unzählige. Sehen Sie, ich habe zum Beispiel ein ganz ebensolches in der Tasche.“ Kläger:„Sehr möglich, Herr Richler, es sind mir auch zwei gestohlen worden." 1 K* **** S 9 E ## Schach. * ** E 2 . 8** * p 8 Bearbeiter von E. Schallopp. Aufgabe Nr. 409. Von P. A. Orlimont in Saarbrücken. („Deutsches Wochenschach“ 1914.) Schnanz 7 Steine. 33 * 1585 We h a de d„ f g Weiß: 7 Steine. Weiß zieht an und setzt mit dem 3. Zuge matt. 424—800l S ·71 2%XcIL 7 70—90 Fixd's- I s9X7/G ·3 ZXtS„ 4.0—S T 30X7II, 7 70X69 7—9L 7 Partie Nr. 412. Turnierpartie, gespielt zu Mannheim am 31. Juni 1914. Mittelgambit gegen Königsgambit(Gambit Falkbeer). die(nicht eingeklammerten) Anmerkungen sind nach dem „Fränkischen Kurier". Weiß: R. Spielmann, München. Schwarz: Weiß: 62—64 l. 12—4 . e4X 5 F I. Mar Schwarz: 67—95 47—15 65—04 S 8—16 S.6Xe4 1.08——4 Versuch der 1.18—05 5. 43Xe4 6. Sgl—13 Ein neuer sich nicht bewährt. mußte geschehen. 7. LfI—43 f7—15 8. Dal—e2 Hierauf hat Schwarz schon keine befriedigende setzung mehr. 8. Dd8Xd5 9. Sb1—c3 1.f8—b4 10. Lcl—42 Lb4Xc3 11. L. 2Xc3 Sb8—c6 Rochieren darf Schwarz nicht, da er durch 12. I.03 —04 die Dame verlieren würde. So geht die Qualität verloren. 12. Lcöxg! 0—0—0 Auf 1•18—68 folgt natürlich 13. L 3—c4.(Falls 12.. Ke8—18, so vielleicht am einfachsten 13. 1.03 Xe4; denn auf 15Xe4 kann 14. Tal—01 e4Xf3 15. Tal X 15(3Xe2 16. T45—418auf 13..... De5X-4 dagegen 14. De2Xet 15X## hall, Neuyork. 15. S13—g5 Lg4—f5 16. 0—0—0 Sb8—c6 17. Tal —05 Sc6—e7 18. T45— oder noch stärker 18. 1.c3— b4 mit Vorteil für Weiß die Folge sein.) 13. La7X8 T48Xh8 14. De2— e3 Beide Rochaden waren im Augenblich für Weiß ungünstig. 14. L.g4X/3 15. De3X13 Sc6—44 16. D13—83 Dd5—c5 17. Kel—fI Die Dame war durch Sd4 Xc2+ bedroht. 17..... De5—b4 Auf l'k8—48hatte Schwarz bei 18. c2—c3 844—b3 19. De3X 5 Sb3Xc5 20. l.03X e4 SchXe4 nebst T08—42 gute Remischancen.(Aber Weiß konnte 18. L43Xc4 nebst 19. DesXet ziehen.) 18. Tal—di Tn8-.8 19. c2—c3 1b4—14 20. h2—53 SeIXc3 21. D. 3X04 Sofort entscheidend! Auf DaiX4 gewinnt Weiß die Dame mit 22. L43X15wieder zurück. 21.... Da4—a5 22. 53—54 Ausgegeben. Kunst und Woissen Die Krankheit der Gießer. Seit langem beschäftigt sich die Heilwissenschaft mit einer eigenartigen Erkrankung, von der unter Fiebererscheinungen die in Messinggießereien tätigen Arbeiter ergrissen werden. Man führte diese Fieberanfälle auf die Einatmung der beim Gießprozeise auftauchenden Kupferdämpfe zurück, aber diese Hypothese wurde durch die Beobachtung widerlegt, daß in manchen Betrieben diese Kupferdampfvergiftungen nicht eintraten. Ein bekannter Forscher hat nun nach langen Untersuchungen und E.périmenten die Ursache dieser Krankheit der Gießer aufgeklärt: nicht die Kupferdämpfe sind als die Krankheitserreger anzusehen, sondern die Zinkdämpfe. Um die Krankheitsgefahr zu beseitigen, genügt es nach den Ausführungen des Forschers, wenn für eine zwangsweise Ableitung der von den Schmelzösen ausgehenden Zinkdämpfe gesorgt wird. Bereits eine einfache Verbesserung der Ventilationsbedingungen in den Arbeitsräumen soll genügen, um diese Krankheit, die als eine vorübergehende Vergiftung des Organismus anzusehen ist, auszuschließen. ue ue. * 8 G 6 „ S 22 GO S"" 85 Fie Amtliches Kreisblatt er Resh 7 für den Kreis börde 42. Jahrgang O Grlles und ällestes Cagesorgan des Kreiles. O haupt-Gunoncenblan Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 129. Samstag 5. Juni 19 1 Ainer, dir Kriegsorrichterstaltrr. Reiseer 25 .—. 1. Kapitel. Eine Bekanntschaft. s war an einem jener heißen Junitage, an denen einem die Sonne zur Last, das Leben zu langweilig und der Durst zu groß wird, als ich in einer kleinen Weinkneipe am Kai von Malaga Einkehr hielt, um mich von den Strapazen des Tages zu erholen nud einen kühlen Trunk zu mir zu nehmen. Wenn u., Her Ecktischchen in der Nähe der Tür nieder, wo wenigstens ab und zu mal eine kleine frische Brise vom Meer herüberwehte. Ein rotbewesteter Jüngling hrachte, mir eine Eislimonade und den„Figaro". Ich mich in die Lektüre, mich besonders für die geistreichen Artel imtereperzepste, de Ziäzsich wurde ich liebes Deutschland„verzapfte. Plo##a, wurde ich sehr unsan t aus meinen Gedanten gerissen. Zur Tur herein stürmte eine lange Gestalt, bewaffnet mit einem Handkosser, Hutschachtel, glas und Gewehr. Handloß#er und Hutschachtel flogen mr in den Schoß, der Plaidriemen stieß meine herrsiche Eislimonade um, und der Gewehrlauf machte Bentschaft mit einer Spiegelscheib, die vor Schre## geich in Scherben ging. Der Besitzer all dieser verschiedensten industriellen Erzeugnisse warf sich in einen der Koro#essel und schrie wie besessen:„Wasser, Luft, erstere konnte ihm ja eventuell besorgt werden, obgleich der Weinstubenbesitzer jedenfalls von einen solchen Geschäft nicht erbaut gewesen wäre: die letztere mußte er sich schon zelbst mitbringen. Ich rückte meinen Se zel etwas herum, um mir diese merkwürdige näher zu betrachten. Hätte er nicht schon vorher auf englisch nach Wasser und Luft gebrüllt, so würde ich doch sofort den Engländer in ihm erkannt haben. Dieser Gentleman war unendlich lang und hager, bartlos, blond, hatte eine kleine, winzigeau, nase und einen fürchterlich großen Mu#d. Wen.. diesen aufklappte, sah man zwei neihen prachtvoller, gelber Zähne und einen schauerlich tie en Abgrund. Bekleidet war dieses Unikum mit einer grauen Hose, grauen Jacke, grauen Weste, einem grauen Sporthem mit knallroter Krawatte, und sein Haupt krönte eine graue Sportmütze. Der bedienende Jungling trat jetzt btugs un Oite Aite. gagung uaung In Seiten um, spucte kräfig aus und reigztgart, zum Süngling uchelzuge gprache, daß er die Spiegelweiland selige Nusknacker, steckte die Za ßesen zeine bosentecschen, bewinperten Augen auf meine bescheidene Persönlichleit, und er wandte sich agf,englisch, „Kerl ist wohl verrückt?!“ 5 „Durchaus nicht," erwiderte ich,„Ihr habt 1 Scheibe zerschlagen!“ „Ich?“ „Ihr irrt, Master, das war mein Gewehr!" Ich mußte ihn ob dieser Erklärung wohl ein wenig „Ihe seht nicht sehr schlau aus, Master, aber es ist „Aber Sir, Ihr könnt doch Euer Schießeisen, das Ihr auf dem Rücken tragt, nicht für Eure vu„Wirkich nihzt z“ fragte er ungläubig. „Nein, wir lich nicht.“ „Was kostet Scheibe?“ „Dreißig Wiedel Is bos Bolar Er blickte einen Augenblick gor sich hin, dann entfloh dem Gehege seiner Juhne on dumpfe Frage: „Soll ich bezahlen?“ „Es ist das beste.“ Dann könnt Ihr eventuell mit den Gerichten in o Das wickte sofort, denn er griff in die Tasche und „Aüright, ich zahle, mit Gerichten will ich nichts „So habt Ihr trübe Ersahrungen danit gemacht? Der Kellner hatte uns inzwischen wieder frische Limonade gebracht, und so stärkte sich der Sohn Albions S "5 8 5 e 58• ## Sm. S 5 S S 5. uS B5SZE ***** Z* a„* ". S O 9 0 E EG•* S „*** — GPESRS S 9 0 2 5 2.. — ** *#e#SEEs R•S * 2 50 3S 8.• 9. S S•orSETE ### SES 8 5 8 6 9 S—S .# S LJgg * Ba #* 5 S E. So5gB Ftg GUHGSBRETES SUES 6 SSU 1—* 9 F 5 E S 5•8E * E•8SR ** S# 5 05 durch einen kräftigen Zug. Diese Type interessierte mich außerordentlich, und deshalb beschloß ich, mich etwas ihr anzubiedern. „Ihr gestattet, Sir, daß ich mich zu Euch herübersetze?“ „Bitte," erwiderte er und schob mir einen Sessel zurecht. Ich sing das Gespräch von vorhin wieder auf und bat ihn, mir von der Gerichtssache zu erzählen. „Des, Master, das ist eine vertrackte Geschichte. Bin ich vorgestern in St. Bougel in der Nähe von Cordoba. Wie ich durch die Straße gehe, Ihr müßt wissen, das Dorf hat nur eine Straße, da kommt ein solch ruppiger Straßenköter angerannt und beißt mich in die Stiefel. Na, ich nehme mein Gewehr und schieße die Bestie über den Hausen. Da stürzen aus allen Häusern und Hütten fragwürdige Gestalten beiderlei Geschlechts, umdrängten mich und streckten mir die Hände entgegen. Verdammt höfliches Volk, denke ich, und schüttele ihnen die schmutzigen Pfoten kräftig. Statt nun zufrieden zu sein, umzingeln sie mich immer wieder von neuem und schreien mir fortwährend „chamalla“ in die Ohren. Ich ziehe also mein Wörterlexikon und sehe nach, was„chamalla“ heißt. Ich denke schon, es heißt soviel wie guten Tag oder Willkommen, aber wißt Ihr, Sir, was„chamalla“ heißt?“ „O ja, Sir!“ „Nun, was heißt es?“ „Zahlen, aber bezahlen,“ lachte ich. „Des, Sir, Ihr habt recht. Da wollte also diese Räuberbande den Köter ersetzt haben. Was sagt Ihr dazu? Nicht etwa ein einzelner, nein, das ganze Dorf. Die von mir erschossene Kreatur schien also sozusagen tommunales Eigentum zu sein. Als ich also wußte, was„chamalla“ heißt, bohrte ich dem Hauptkrakeeler eins auf die Nase, und ich hatte den Richtigen getroffen, es war nämlich der Dorfrichter!" „O weh!" „Des. Sir, Ihr lacht,“ suhr der Engländer fort, „aber mir war gar nicht danach zumute. Die Horde packte mich und schleppte mich ins Gefängnis. Dann kam ich vor das Gericht, und der Kerl, dem ich die Nase entzweigebohrt hatte, verurteilte mich zu zehn Dollar nach amerikanischem Gelde für sein schäbiges Riechorgan und zu zwanzig Dollar für das Promenadengemisch, das sie Hund nannten.“ „Das ist allerdings viel Geld!“ „Des, Sir, und nun begreift Ihr, warum ich nichts mit dem Gericht zu tun haben will.“ Der Gentleman lehnte sich in den Sessel zurück und stopfte eine kleine Pfeife, die er aus der Hosentasche nebst allen möglichen und unmöglichen anderen Dingen hervorgezogen hatte. Er tat ein paar kräftige Züge und wandte sich mir dann wieder zu. „Nun, Sir, habe ich Euch meine Leidensgeschichte erzählt. Ihr seid zwar noch sehr jung, aber werdet sie zu würdigen wissen." Ich verbeugte mich lächelnd und versicherte ihm, daß mich noch nie ein Menschenschicksal so tief ergriffen habe wie das seine. „Nun sagt mir mal, Master,“ fuhr er fort,„was macht Ihr denn hier in dem vermaledeiten Lande? Ihr seid kein Spanier?" „Nein, Sir, ich bin Deutscher!" „Hm, Kaufmann?" „Nein,— Journalist!“ Das Wort schien Wunder zu wirken. Der Graue fuhr wie von einer Tarantel gestochen in die Höhe, sperrte den riesengroßen Mund so weit auf, daß man unwillkürlich an das geöffnete Tor einer Luftschiffhalle denken mußte, und starrte mich möglichst geistlos an. „Alle Wetter,“ lachte ich,„Ihr scheint ja höllisch erschrocken zu sein.“ Jetzt löste sich der Bann, der ihn gefangenhielt. Die Tore klappten zu, und die Aeuglein lachten mich vergnügt an. „Erschrocken?“ schrie er,„erschrocken? Im Gegenteil, Master, wahnsinnig erfreut bin ich. Bitte hier!“ Mit komischer Grandezza überreichte er mir seine Visitenkarte, die er ebenfalls aus der Hosentasche hervorgezaubert hatte, und erstaunt las ich: „Mr. Joseph Biller Kriegsberichterstatter des„New York Herald“ New York.“ Ich reichte ihm lebhaft erfreut die Hände, die er kräftig schüttelte. „Das ist ja wundervoll, Master,“ rief er,„daß wir uns hier treffen, und wie darf ich Euch nennen?“ Ich nannte ihm meinen Namen, den er aber später ins Französische übersetzte mit der Begründung, er könne ihn so besser aussprechen.— Nun ging's ans Erzählen. Auf seine Fragen erklärte ich ihm Zweck und Ziel meiner Reise, und von ihm erfuhr ich, daß er nach Marokko runter wolle, um sein Blatt mit Berichten über die Unruhen dort zu versehen. Wir kamen bald überein, uns nicht so schnell voneinander zu trennen und bis Algier— meinem vorläufigen Reiseziel— zusammenzubleiben, von dort aus wollte er nach der spanisch=marokkanischen Küstenstadt Melilla weiterreisen. Es war bereits dunkel geworden, als wir aufbrachen, um unsere Wohnung aufzusuchen. Mit„unserer Wohnung“ meine ich die französische Pension, in die ich mich einquartiert und bezüglich der ich meinen neuen Reisegefährten und Kollegen gebeten hatte, ebenfalls dort Wohnung zu nehmen. Daheim angekommen, reinigte sich Biller zunächst mal vom Reisestaub, und nach dem gemeinschaftlichen Abendessen machten wir einen kleinen Bummel durch die Stadt. Wir schlugen die südliche Richtung ein, um nach dem Vergnügungsviertel zu gelangen, wo wir eines der zahlreichen kleinen Varietes besuchen wollten. Unser Gespräch über das amerikanische Zeitungswesen wurde plötzlich durch schrille Hilferufe einer weiblichen Stimme unterbrochen, die aus einer dunllen Nebenstraße drangen. Ohne ein Wort zu sagen, stürmte ich mit Biller vorwärts. Das Geschrei kam näher, und plötzlich sahen wir ein junges Mädchen vor uns, unter dessen notdürftiger Kleidung die Brust vom wilden Laufen stürmisch wogte. Als sie uns erblickte, stürzte sie auf mich zu, umklammerte meinen Arm und flüsterte mir keuchend ein paar Worte in französischer Sprache zu, die genügten, um sofort Auftlärung zu geben. Joseph Biller wollte mich schon fragen, um was es sich hier handle, als ein Mann im schnellen Lauf die Straße herunterkam und dicht vor uns stehenblieb. Der Mensch machte einen unheimlichen Eindruck. Von mittlerer, gedrungener Gestalt, war sein Gesicht geradezu abschreckend häßlich zu nennen, zumal das rechte Auge fehlte und statt dessen nur eine schwarze Höhle sichtbar war. Er pflanzte sich breitspurig vor uns auf und schrie:„Wo habt Ihr das Mädchen?“ „Das seht Ihr ja, hier steht sie doch,“ antwortete trocken. „Gebt sie heraus, sie gehört mir!“ „Ist sie Eure Tochter?“ „ein!“ „Euer Weib?“ „Das geht Euch nichts an, verstanden?" brüllte er und machte Miene, das Mädchen, das mich noch immer, an allen Gliedern zitternd, umklammert hielt, zu ergreifen. (Fortsetzung folgt.) 85 ich „ Denkspruch. Wenn doch der Mensch lich nicht vermellen wollte, irgend etwas für die Zukunst zu versprechen! Das Geringsie vermag er nicht zu halten, geschweige w.nn sein Vorsatz von Bedeutung ist. Joh. Wolkg. von Goethe. Das Recht der Feder. Ein lustiges Märlein für große Leute von E. Bauck. (Nachdruck verboten.) Umzugstag! Das ist ja immer etwas Schreckliches; ach, und für die armen Federlein, da ist es nun gar extra schrecklich! Von hastigen Händen werden sie gepackt und achtlos mit Haltern und Schachteln umhergeworfen, bald hierhin, bald dorthin. Dabei geraten sie durcheinander, tun sich weh, denn spitz sind sie doch einmal— und kommen nicht zu ihrem Recht— denn schreiben, das ist doch einmal das Recht der Feder! Nun endlich sind sie wieder an Ort und Stelle, wo sie hingehören, nämlich auf einem Schreibtisch! Freilich, wie sie da liegen! In welcher Rangordnung! Rangordnung? Ich sehe den Leser lächeln. O, die Federn haben auch Standesbewußtsein! Neben dem Tintenfaß bemerken die neuangekommenen Federn einen Gänsekiel, verstaubt und ehrwürdig, der Jubelgreis einer vergangenen Zeitperiode. Natürlich erregt dieser sofort die Kampflust der modernen Federn. Spöttisch kratzen sie auf dem Papier, das in großen Bogen unter ihnen geschichtet liegt. „Was tust du denn hier, du altmodisches Ding?“ fragten sie mit ihren dünnen Wisperstimmchen.„Was willst du noch auf einem modernen Schreibtisch?“ „Es ist das Recht der Feder, ihrer Zeit zu dienen!" antwortet der Gänsetiel ruhig.„Freilich, ich habe die meinige überlebt, denn mein Herr ist längst tot, der einst seine Werte mit mir schrieb.“ „Seine Werle?“ erkundigt sich eine der Modernen' wißbegierig.„War es denn ein Poet, für den du gearbeitet hast?“ „Ja, ein großer Dichter! Seine Werke leben noch und sind nicht verstaubt und vergessen wie ich!“ Der Gänsctiel gleitet ächzend über das Papier. Das klingt sast wie ein menschlicher Seufzer.— „Kich, Kich,“ lacht die Moderne.„Das soll mir nicht passieren. Lieber breche ich absichtlich entzwei. Das gibt dann einen sogenannten interessanten Fall. Selbstmord unter Federn! Mein Herr lebt eigentlich nur von meiner Gnade. Ach, wenn ich nicht so flott und geschmeidig wäre! Wir schreiben Berichte für Zeitungen, und ganz mit Unrecht sagt man uns nach, daß wir uns noch mit der phantasievollen Herstellung von„Enten“ b fassen.“ „Ach, du bist eine Reporterfeder,“ sagt der Gänsekiel ein wenig hochmütig.„O, so stehst du tief unter mir, denn wisse, die Poeten sollen mit dem König gehen.“ Aber die Reporterfeder hat eine scharfe Spitze. Solchem altmodischen Gänseliel weiß sie noch zuzusetzen! „Zu welcher Zeit war das, als dein Dichter mit einem König ging?“ fragte sie scheinbar harmlos.„Man könnte vielleicht in den Blättern ein wenig erinnern — einen spannenden Artikel bringen.“ Der Gänsekiel seufzt. „Leider hat mein armer Herr niemals einen so hohen Gönner gefunden; aber es hätte doch sein können, er trug die Werte in seiner Brust.“ „Das alte Lied!“ höhnt die Reporterfeder.„So geht es allen Poeten!“ „Weil sie nicht rechnen, diese Träumer,“ mischt sich eine dritte Feder in das Gespräch. Sie ist glatt und glänzend und nicht so verbraucht wie die Reporterfeder.„Ich gehöre zur Börse. Da lernt man kennen, was Geschäft ist. Ich rechne den ganzen Tag Kredit— Debet— aber dabei fühle ich mich wohl. Das sauge ich förmlich schon mit der Tinte auf! Praktisch! Immer praktisch!— Verdienen und genießen, das ist die Devise für unsereinen!" „Wie gewöhnlich!“ ruft eine vierte Feder empört. „Man tut doch nicht alles für Geld! Man hat doch seine Prinzipien. Mein Herr ist Kanzleirat. Er arbeitet im Ministerium für das Wohl eines geordneten Staates.“ „Aber doch auch für Geld,“ entgegnete die Börsenfeder hartnäckig,„Soll und Haben“ regiert die ganze Welt!“ „Nein, die Liebe!“ wispert ein anderes Federlein. Sie ist weit feiner als ihre Genossen, hat eine Goldspitze und einen Schein von blauer Tinte darüber. Man merkt ihr an, daß sie nicht gewöhnt ist, so unbeachtet auf der Tischplatte zu liegen. Sicher hatte sie bis dahin immer einen Tintenwischer als Ruheplatz, den sie nun durch den Umzug plötzlich einbüßen mußte. „Pah!“ sagt die Börsenfeder. kalt,„die Liebe ernährt niemand!“ „Aber sie wärmt,“ wispert das Goldspitzchen weiter. „Meine Herrin ist ein liebes, junges Mädchen. Wenn sie mich in die Hand nimmt, wird mir jedesmal ganz anders zumute. Ich kenne alle ihre Geheimnisse, denn ohne mich kämen sie ja nie in das Tagebuch, welches sie stets sorgfältig verschließt.“ Nun gibt es einen kleinen Aufstand unter den Federn. Sie sind neugierig geworden. „Erzähle doch. Goldspitzchen, was hast du für sie in das Tagebuch geschrieben?“ klingt es bittend durcheinander. „Ich weiß nicht, ob ich euch das verraten darf!“ meint das feine Federlein bedenklich.„In Herzensangelegenheiten muß man verschwiegen sein.“ „Aber es bleibt ja unter uns,“ versichern die andern. „Nun,“ wispert das Goldspitzchen verschämt,„ich habe von„ihm“ geschrieben und an„ihn“! Kleine, liebe, heimliche Briefchen! Und dann die Leiden und die Angst vor der Entdeckung durch die Tanten. Das gab allemal einen langen, langen Bericht in das Tagebuch.“ „Wenn nun aber das Buch spricht?“ fragt die Börsenfeder.„Geschäftsbücher pflegen jedem Auskunft zu geben, der sie aufschlägt.“ „Die Liebe ist doch eben kein Geschäft,“ grollt das Goldspitzchen.„Sie ist etwas Heiliges und habenes, das man gut behüten muß. Darum hat das Tagebuch meiner jungen Herrin auch ein festes Schloß aus Silber, welches nur sie allein, nicht einmal„er“ öffnen kann.“ „Und wie ist es denn geworden?“ erkundigt sich die Reporterfeder im Bewußtsein ihrer Berufspflichten. „Wird es einen tragischen Abschluß geben? Springen sie vielleicht nächstens ins Wasser aus unglücklicher Liebe?“ „Warum sollten sie das tun?" verwundert sich das Goldspitzchen.„Ich denke, es gibt nächstens eine Hochzeit.„Er“ wird„sie“ heiraten.“ „Wie alltäglich,“ sagt die Reporterfeder gelangweilt.„Eine solche Enttäuschung hatte ich nicht erwartet. Gibt es denn gar nichts Neues mehr in der Welt?“ „Die Hauptsache ist gute Kost,“ läßt sich da eine andere Stimme vernehmen, deren Besitzerin, etwas rostig und nicht nach der besten Tinte duftend, in wahren Stand der amerikanischen öffentlichen Meinung über den deutschen Unterseebootskrieg darzulegen. Präsident Wilson hat auf Ersuchen des Grafen Bernstorff dem Abgesandten freies Geleit vermittelt. England der Feind Spaniens Gens, 4. Juni. Im Madrider Theater Zarzuela hielt der Abgeordnete Basquez Melle, der Führer der deutschfreundlichen Anhänger von Jaime, einen Vortrag über die historischen Beziehungen Spanien, zu England. Der Abgeordnete gelangte dabei zu der Schlußfolgerung, ein Bündnis Spaniens mit Frankreich wohl möglich sei, aber mit England nimmermehr. Nach dem Vortrag kam es auf der Straße zu lärmenden Kundgebungen. —— Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 5. Juni, *:(Astronomisches vom Juni.) Der Juni hat 30 Tage; am 22 nachm. 1 Uhr tritt die Sonne in das Zeichen des Krebses, kommt um Mittag dem Scheitelpunkt am nächsten und bringt die längste Dauer des Tages hervor, d. h. es beginnt der Sommer. Der längste Tag währt 16 Stunden 39 Minuten. Am 27. morgens 5 Uhr ist Vollmond. Der Merkur ist im ersten Drittel d. M. noch sichtbar, dann wird er unsichtbar. Die Venus leuchtet weiter ½ Stunde als Morgenstern. Der Mars wird von der Mitte d. M. an auf kurze Zeit früh im Osten sichtbar. Der Jupiter nimmt an Sichtbarkeitsdauer bis auf 2½ Stunden zu. Der Saturn wird in den ersten Tagen d. M. unsichtbar und kommt am 28. in Konjunktion der Sonne. **(Eine ernstliche Bitte an alle Eltern!) Nötiger noch als in anderen Jahren ist in diesem Jahre der Schutz der Ernte. Schon in früheren Jahren haben wir gesehen und darüber klagen hören, daß Schulkinder die Felder verwüsten. Wir haben beobachtet, daß Kinder durch die hohen Roggenfelder Wege bahnten, unbekümmert darum, ob da jungezählte Halme geknickt wurden. Dem „Bauer" etwas Uebles anzutun, schien ihnen eine Freude und Vergnügen zu machen. Auch in sem Jahre haben wir dieselbe Bemerkung gemacht. Jungens, Schulknaben, wälzen sich im hohen Korne, es war im westlichen Teil der Gemarkung Holzen. Und wenn einer den ungezogenen Bengeln ein Wort sagt, dann wurde er von ihnen noch beschimpft dazu. Wir bitten die Eltern, doch ein Augenmerk auf die Kinder zu richten. Die Polizeiverwaltungen warnen in den Zeitungen vor dem Zerstören der Ernte, die Not des Vaterlandes sollte jeden Knaben selbst schon soviel gelehrt haben. Wenn das Elternhaus jetzt versagt, wo soll das hinaus mit der Jugend? **(Besörderung.) Der seit Kriegsbeginn auf dem wistlichen Kriegsschauplatz kämpfende Leutnant Wilhelm Schröder zu Arnsberg, ein Sohn unserer Stadt, wurde zum Oberleutnant und Kompagnieführer befördert. **(Erneute Bitte um Musikinstrumente für unsere Soldaten.) Immer wieder kehren die Gesiche um Ueberlassung von Musikinstrumenten für unsere Braven an der Front. Jetzt liegen wieder solche vor um Mundharmonikas, Querflöten, Trompeten, flache Mandolinen, Zieharmonikas, Gitarren, Okarinas. Sie sollen dazu beitragen, die Einsamkeit der Erdhöhlen, Unterstände uund Schützengräben einigermaßen erträglich zu machen. Wer hilft da? Instrumente erwähnter Art bitten wir an die nächstgelegenen Sammelstellen vom Roten Kreuz abzuliefern. **(Gegen das Unisormtragen der Jugend.) Das sächsische Kultusministerium hat eine Verordmung erlassen, in der es heißt: Wie zur Kenntnis des Ministeriums gekommen ist, sind Klagen darüber laut geworden, daß Knaben vollständig militärische Uniformen mit militärischen Gradabzeichen und nachgeahmten Orden tragen. Dadurch wird vielfach Anstoß erregt. Derartige Mißbräuche entsprechen nicht dem Ernst der Zeit und der Achtung, die wir unserem in schweren Kämpfen gegen eine Welt von Feinden stehenden Heer schuldig sind. Das Ministerium hält es daher für angezeigt, daß die Knaben in den Schulen hierüber aufzuklären sind und daß ihnen nahegelegt werde, sich von dieser Nachahmung fern zu halten. **(Preußische Lotterie.) In der gestrigen Nachmittagsziehung der Preußisch=Süddautschen Klassenlotterie fiel die Prämie von 300 000 Mk. zusammen mit einem Hauptgewinn von 3000 Mk. auf Nr. ::(Evangelisches Volksbüre.) Am kommenden Mittwoch, den 9. Juni, findet morgens von 11—1 Uhr im Müllerschen Lokale am allten Rathause hierselbst wieder eine öffentliche Sprechstunde des evangelischen Volksbüros statt, in der bekanntlich an jedermann Nat und Auskunft in allen Rechtsfragen, Steuerangelegenheiten usw. erteilt wird. Schriftsätze werden gegen geringe Schreibgebühr angefertigt. **(Bierpreise.) Der Rheinisch=westfälische Wirteverband hatte, wie schon berichtet, an das Ceneralkommando in Münster die Bitte gerichtet, dem Preisaufschlag der Brauereien durch Festsetzung von Höchstpreisen zu begegnen. Das Kommando hat die Handelskammer Dortmund befragt, und diese hat sich gegen die Eingabe des Wirteverbandes unter Hinweis auf die gewaltig gestiegenen Malzpreise und die allgemein verteuerten Produktionsbedingungen ausgesprochen. Das Kommando hat nunmehr die Eingabe abschlägig beschieden. **(Neue Eisenbahnwaggons 3. Klasse) wurden in letzter Zeit in größerer Zahl auf den verkehrsstrecken im Westen eingelegt. Die Waggons weisen mehrere Neuerungen auf. Sie sind inwendig hell angestrichen, und die Sitzbänke sind hell poliert. Die Türen haben automatische Klinken, die sich beim Schließen von selbst bis zur Aufschrift„Zu" bewegen. Auch die Fenster schieben sich beim Schieben zurück und brauchen nicht erst zurückgestellt zu werden. Da die Türen mit einem dicken Lederstreifen umgeben sind, wird die Jugluft zurückgehalten und der Schall beim Zuschlagen gedämpft. — ** Hennen, 4. Juni.(Mit dem Eisernen Kreuz) ausgezeichnet wurde auf dem westlichen Kriegsschauplatze der Obermaat H. Klockenhoff II, Sohn des Schreinermeisters H. Kl. hierselbst. Weiter erhielt das Eiserne Kreuz der Gutspächter Th. Droste zu Rheinen, der als Meldereiter den Feldzug im Osten mitmacht. ** Lücklemberg, 4. Juni.(Ein sehr reichhalltiges Strafregister) hat der am 3. Mai 1883 hier geborene Bergmann Fritz Kaltweier aufzuweisen. 14 mal ist er wegen Diebstahls, Unterschlagung usw. und auch bereits dreimal wegen gefährlicher Körperverletzung schon ganz empfindlich vorbestraft. Er scheint die goldene Freiheit trotztem nicht zu lieben, denn gestern hatte er sich abermals wegen gefähvlicher Körperverletzung vor der Dortmunder Strafkammer zu verantworten. Lus der Untersuchungshaft wurde er rorgeführt mit dem am 23. März 1897 zu Frohlinde geborenen und auch schon dreimal vorbestraften Bergmann Otto Novitzki, der sich wegen Hausfriedensbruchs, Beamtenbeleidigung und Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu verantworten hatte. Mit Rücksicht auf die vielen Vorstrafen des Angeklagten Kaltweier erkannte die Stra kammer gegen ihn auf zwei Jahre Gefängnis. Novitzki wurde zu 8 Monaten Gefängnis verartent. Gottesdienste. Evang. ref. Gemeinde. Sonntag 9½ Uhr: Pastor Terberger. Versammlung der Konfirmierten. Evang. luth. Gemeinde. Sonntag 8 Uhr: Pastor Wischnath. 9½ Uhr: Pastor Ohlig. 11 Uhr: Kindergottesdienst. Gemeinde Westhofen. Sonntag 9½ Uhr: Pastor Klinker. 10¾ Uhr: Kindergottesdienst. Kath. Pfarrkirche Schwerte. Sonntag 6¼ Uhr: Stille hl. Messe, Kaplan Röseler. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. Gem. hl. Monats=Kommunion der Männer. 8¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt, Pfr. Schnurbus. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt und Segen. 2½ Uhr: Sakramentsondacht— Wetterbericht der deutschen Seewarte. 6: Juni: Wolkig mit Sonnenschein, warm, Gewitter. 7—Mäßig warm, windig, meist trocken. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in SchwertMES ESSTE L h Serishe ugene. g... 1e und wander Bekleigung„ Jugendwehr Anzüge aus feldgrauen sandfarbigem und grünlich, Schilfleinen und Drellstoffen Spiegel, Achselstücken und Militärknöpfen. 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