4: achnr Paunto, Lauopms A. Peemt. Jährlich, dei der Post iü: Bestellgeld 42“ mehr. Wöchentl. Gratisbeilage:„Jkustrierter Familienfreund“ u. tägl. Unlerbaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die stedengespaltene sden deren Ram 10 Plg., Anzeigns unn auwärts I5 Pig., Rehlamezells 40 Pig. Jeder Raban gill els Kassarnban u. erlischt bei Rorkursen, Zwangsoergleichen, gerichtl. Klagen u. Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerger Uolicblas 4e Verbunden mit: für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerker Cageblatt O Schwerter Anzeiger Grltes und älteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeiger für den Kreis börde# uch duter und inhetenhtgüichen Durnd nungen für den Arets Hörde erlangen gomen Bedanntmochung dei Röaigliches Regierung durch Verössentlichung in de:„Schwerien Zeitung" rechtsoerdindliche Aroft.— „Sdmrcur Zeiung genühri dhen Bbonunn. von für jeden mit Tod endenden Unloß ge300 Mk. Unsall. Druch u. Verlage. Cor Brovs. Schoern=Rut= aeriat.-Seimn Ait dassimne dch) Nr. 128. Freitag, den 4. Juni 1915. 47. Jahrgang. „„„ ** G6 un Sshariez ur an. König Viktor Emanuel und der Krieg. Von unterrichteter Seite wird der„Neuen politischen Korrespondenz“ geschrieben: Vielfach ist die Meinung verbreitet, König Viktor Emanuel von Italien sei gegen seinen Willen von Salandra=Sonnino in den Krieg hineingezogen worden. Nach unserer zuverlässigen Kenntnis der Sachlage entspricht diese Annahme nicht den tatsächlichen Verhältnissen. König Viktor Emanuel hat einen erheblichen Anteil an den Dingen, die Italien zum Kriege geführt haben, und er trägt deshalb auch die volle Verantwortung für den Konflikt. König Viktor Emanuel ist seit langer Zeit einer der heftigsten Gegner Oesterreich=Ungarns, und alle Pläne, die auf einen Angriff gegen Oesterreich=Ungarn abzielten, fanden bei ihm williges Gehör, wenn er es auch vermied, sich nach außen hin in dieser Richtung bemerkbar zu machen. Das Kabinett Salandra hätte niemals so handeln können, wie es gehandelt hat, wenn es nicht in allen Dingen die volle Zustimmung des Königs besessen hätte. Bei Ausbruch des europäischen Krieges sollen besonders di Eiuliano, Giolitti und Bollati, der bisherige italienische Botschafter in Berlin, auf den König im Sinne von Zurückhaltung und Vorsicht erfolgreich eingewirkt haben. Als das Kabinett SalandraSonnino ans Ruder kam, war die Haltung Italiens und des Königs für den Krieg so gut wie entschieden. Der französische Botschafter Barrère betrieb auf offener Straße die Agitation für den Krieg und führte die Regie der ganzen„Volksbewegung". Die Verhandlungen mit Oesterreich= Ungarn hatten nur die Bedeutung eines Feigenblattes und eines Zeitgewinng für Italiens Vorbereitungen. Fürst Bülow hat dem König und dem Kabinett durch seine Umsicht und Geschicklichkeit und durch die Wucht seiner vornehmen Persönlichkeit die Entschließung erheblich erschwert, so daß man schließlich die Entscheidung des Parlaments als Declung benützte. Als die letzte französische Offensive an der Westfront zusammenbrach, hat ein französischer Diplomat erregt ausgerufen: „Das ist Bülows Sieg, denn ohne ihn kämpften längst 200 000 Italiener gegen die Deutschen". Die Kriegshetzer in Italien. Wien, 3. Juni. Die„Reichspost“ erhält von einem Oesterreicher, der bis zum Kriegsausbnuch in Italien lebte, aufsehenerregende Mitteilungen über den Einfluß der französischen Freimaurer= logen auf die italienische Politik. Der Einfluß der Logen sei seit König Humberts Tod ins Unermeßliche gestiegen, und vom savoyischen Hose tatkräftigst vinterstützt worden. Der jetzige König habe schon als Kronprinz gegen Crispi und König Humbert Stellung genommen und sich an irredentistischen Vereinen, deren Lenker Freimaurer waren, beteiligt, auch San Giuliano habe Verpflichtungen gegenüber der Loge gehabt; nach einer Aeußerug Luzzattis seien zwar die Irredentisten eigentlich Republikaner, wenn nichts Aergeres, und auch der jetzige König habe dies eine Zeitlang geahnt; aber die Loge war stärker. Zwischen den französischen„Großorient"= und den italienischen Logen fanden geheime Zusammenkünfte statt. Die darauf bezüglichen Dokumente sind in Händen eines deutschen Hofes; man kenne die Summen Geldes, womit die Politiker, die Presse, die Straße gekauft wurden. Als im liskrieg Italien Geld brauchte und keine Anleihe aufnehmen wollte, hat die Regierung die Gelder der italienischen Postsparkassen angetastet. Diese Gelder wurden auf Betreiben der Freimaurer in der zweiten Hälfte 1914 von Frankreich zurückerstattet. Damit verkaufte Italien sich. Damals Der altliche beulische Bericht. 9 S 1015" liche Gefechte entstanden heute Nacht wtb. Großes Hauplquartier, 3. Juni 1915. Westlicher Kriegsschauplatz. Um den von den Engländern besetzten statk ausgebauten Ort Hooge, 3 km östlich von Bpern, entwickelt sich ein heftiger Kampf, der einen günstigen Verlauf für uns nimmt. Wir sahen uns gezwungen, den Turm der Markinskirche in Vpern, auf dem eine feindliche Artillerie=Beobachtungsstelle erkannt worden war, gestern zu beseitigen. In der Gegend nördlich von Arras war die Kampftätigkeit auf der Front Neuville und südlich wieder sehr lebhaft. Die Franzosen setzten dort gestern nachmittag und in der Nacht mehrfach zu größeren Angriffen ein, die an einzelnen Stellen zu erbitterten Nahkämpfen führten. Ueberall erlitten die Franzosen schwere Verluste, ohne irgend welche Vorteile zu erringen. Um den Besitz der Zuckerfabrik von Souchez wird noch dauernd gekämpft. Das Feuer der französischen Arriuerie auf die hinter unseren Stellungen liegenden Ortschaften forderte unter den französischen Einwohnern gestern sehr zahlreiche Opfer, so beispielsweise in Angre, wo 5 Mann, 15 Frcuen und 10 Kinder getötet oder verletzt wurden. Im Priesterwalde sind die Kämpfe noch nicht abgeschlossen. In den Vogesen bewarfen unsere Flieger den Etappen= und Balnknotenpunkt Nemiremont und feindliche Truppenlager bei Hohnek mit Bomben. Kleinere örlliche Gefechle entstanden heute Nacht in der Gegend des Fecht=Tals bei Metzeral. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Festung Przemysl ist heute nachdem die sich noch haltenden Werke der Nordfront gestürmt waren, von uns genommen. Die Beute ist noch nicht zu übersehen. Gegenangriffe der Russen gegen die Angriffskolonnen und unsere Stellungen östlich von Jaroslau scheiterten vollständig Die Armee des Generals von Linsingen dringt in Richtung auf Zydaczow nordöstlich von Stiyj vor und kämpft um den Dujestr= Abschnitt östlich Mikolajow. Die Beute der Schlacht bei Stryj ist auf 60 Offiziere, 12175 Mann Gefangene, 14 Geschütz: und 35 Maschinengewehre gestiegen. Oberste Heeresleitung. tu München, 3. Juni. Die offiziöse„Korrespondenz Hoffmann= bringt folgende Meldung: Nach einem Telegramm des Generalobersten von Mackensen an Seine Majestät den König von Bayern, ist Przemysl unter der hervorragenden Beteiligung bayrischer Truppen von den Terbündeten genommen worden. Bombei Der österreichische Bericht. (Richtamtlich. Amtlich 1 60 Offiziere, 12 175 Mann Gesange wtb Wien, 4. Juni.(Richramttich., Amtlich wirz gemeldet vom 3. Juni mittags: Russischer Kriegsschauplatz. Deutsche Truppen erstürmten nachts die letzten russischen Stellungen im Norden von Przemysl und drangen heute um 3,30 Uhr vormittags von Norden her in die Stadt ein. Von Westen und Süden her ist unser 10. Korpg in die Stadt eingedrungen. Seine ersten Abteilungen erreichten bald nach 6 Uhr vormittags den Hauptplatz der Stadt. Die Tragweite dieses Erfolges läßt sich noch nicht überblicken. Der Angriff der verbündeten Truppen im Raume nördlich von Stryj schreitet erfolgreich fort. Bisheriges Ergebnis der Schlacht bei Stryj: 60 Offiziere, 12 175 Mann Gésangene, 14 Geschütze, 35 Maschinengewehre erbeutet. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Italiener setzten die erfolglose Beschießung unserer Befestigungen an mehreren Punkten der Tiroler und Kärntner Grenze fort. Wo feindliche Abteilungen ins Feuer kamen, flüchteten sie, so ein italienisches Insanterie=Regiment auf dem Plateau von Folgaria, mehrere Kompagnien bei Misurina und die von einer Offizierspatrouille von uns in Gradiska überfallene Kavallerie und Versaglieri. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, Feldmarschall=Leutnant. Ein verlorener Feldzug. Die Wiener„Reichspost“ berichtet folgendes: Eine polnische Gräfin, bei der der General Dimitriew gewohnt hat, erzählte, daß die Nachricht von dem Ausgange der Schlacht Gorlice=Tarnow auf den General Dimitriew eine so niederschmetternde Wirkung ausgeübt habe, daß sich der sonst so ruhige und kampfeomutige Heerführer nicht beherrschen konnte. Er war wie gelähmt. Die Gräsin hörte, wie er zu Offizieren seiner Umgebung im Tone höchster Verzweislung sagte:„Dieser Feldzug ist für ung verloren!“ Dimitriew war außer sich vor Wut und konnte wiedergeminnen. stundenlang seine Fassung nicht Rußland vor dem Kriegsende. tu Wien, 3. Juni. Dem„Rjetsch“ zufolge reist der Dumaabgeordnete Markow durch das Innere Rußlands, um dort über das Thema„Rußland vor dem Kriegsende“ Vorträge zu halten. Die radikale Presse erhebt gegen den Abgeordneten Vorwürfe, daß er in Rußland eine Friedensstimmung hervorzurusen bestrebt sei. schrieb ein Historiker, der ein guter Freund d'Annunzios ist:„Italien hat die schmachvollste Seite der Universalgeschichte geschrieben". Durch Drohung mit der Revolution wirkte man auf den König ein. Die Großloge in Nom aber erließ gleichzeitig den Befehl an die anderen italienischen Logen, daß die Propaganda für Italiens Kampf gegen die Zentralmächte mit allen Mitteln zu treiben sei; doch nie dürfe vergessen werden, daß der Krieg nur Mittel sei, die staatlichen Institutionen und gesellschaftlichen Einrichtungen umzustürzen, namentlich, was die Monarchie betreffe. —— Sprecht deutsch! Das stellvertretende Generalkommando des 11. Armeekorps in Cassel erläßt folgende Bekanntmachung: Während unsere Krieger mit Leib und Leben das Vaterland freihalten von unseren zahlreichen Feinden, ist es in der Heimat jedermanns Pflicht, dafür zu sorgen, daß auch deutsche Sitte, deutsche Bildung, deutsche Sprache befreit werden von fremdländischen Eindringlingen. In diesem Sinne ist in einzelnen Bezirken unseres Vaterlandes bereits verboten worden, in Aufschriften an Häusern und Kaufläden, sowie in öffentlichen Ankündigungen andere Worte und Bezeichnungen anzuwenden als deutsche. Von einem solchen Verbot sieht das stellvertretende Generalkommando vorläufig ab; es vertraut der Bevölkerung, deren gesundes und vaterländisches Empfinden sich schon so oft bewährt hat, daß sie aus freien Stücken selbst dafür sorgen wird, unsere Muttersprache von der Schmach der Ausländerei zu befreien. Maßregeln von Behörden können allein wenig helfen; das deutsche Volk selbst muß eines seiner edelsten und höchsten Güter, seine Sprache, in ihrer Würde und Hoheit zu erhalten verstehen. Mit dem Aufschwung des gesamten deutschen Wesens muß eine Wiederbelebung des Gefühls für den Adel und die Reinheit der Sprache einhergehen. Eine Zeit, die unser Volk um sein Dasein in dem gewaltigsten Kampf, der je gewesen ist, siegreich ringen sieht, muß auch im Stande sein, einer alten, schon frühzeitig beklagten und bekämpften Schwäche unseres Volkstums, der Fremdländerei, den Garaus zu machen. Es gilt einerseits, entbehrliche Fremdwörter durch längst vorhandenes, nur durch die nachäfferische Vornehmtuerei verdrängtes Sprachgut zu ersetzen, andererseits die gerade durch den gedankenlosen oder gezierten Gebrauch von Fremdwörtern schon arg geminderte Triebfähigkeit unserer Sprache wieder zu erwecken. Eine Sprache, die so reich, so biegsam und so bildsam ist, daß wir Dautsche die besten Uebersetzer der Welt sind, eine solche Sprache ist auch imstande, fremdes Gut durch Neubildungen ohne Schwierigkeit zu ersetzen. Das uns so vertraute Wort„Jahrhundert“ ist erst im 18. Jahrhundert für das vorher übliche„saeculum" gebildet worden, wie später„Jahrzehnte“ für„De“ zenium". Der„Brieswechsel“ hat die„Korrespondenz“ zurückgedrängt, der„Fehlbetrag" das„Defizit“, die„Tatkraft“ die„Energie"; und in neuerer Zeit wurde das ursprüngliche„Veloziped“ durch das„Fahrrad“ beseitigt, das„Aitomobil“ weicht vor dem„Kraftwagen". Mit neuem Gut also wie mit altem kann Ersatz für die Fremdwörter geschaffen werden. Gerade das Gebiet, auf dem sich öffentliche Ankündigungen vornehmlich bewegen, das Gebiet der äußeren Lebenshaltung, der Bekleidung, der Genuß= und Nahrungsmittel usw., ist von Fremd wörtern besonders durchseucht, erklärlich durch die einst von Frankreich ausgehende Verseinerung des Lebens, deren Uebertragung uns dann cuch die sremden Bezeichnungen brachte. Aber gerade wegen der Aeußerlichkeit dieser Dinge ist der Ersatz durch deutsche Bezeichnungen weder einschneidend noch empfindlich, vielmehr ohne weitere geboten. Eine Ankündigung„Robes et manteaux" wirkt heute bereits lächerlich, und jeder wird„Kleider und Mäntel“ lieber lesen. Für„Tricotagen“ „Strickwaren“ zu setzen, tut niemandem wehe. Auch für gänzlich eingebürgerte Fremdwörter deutsche Worte zu finden, ist bei gutem Willen nicht schwer. Eine„Gardine“ ist nicht besser als der deutsche„Vorhang". Weshalb sollte„Friseur“ nicht durch„Haarpfleger“ oder„Haarkünstler“ er setzt werden können? Für„Restaurant" oder das häusliche Wort„Restauration", das nicht einmal der Franzose kennt oder wenigstens in einem ganz anderen Sinne anwendet, kann ohne weiteres „Wirtshaus",„Gastwirtschaft",„Speisewirtschaft", „Bierstuben",„Weinstuben“ und dergl. gesagt werden. In Deutschland sollte man in ein„Kaffee. haus“ und nicht in ein„Casé“ gehen. Das Wort „Hotel“ hat sich so allgemein eingebürgert, übrigens erst seit Ende des 18. Jahrhunderts, daß es fast scheinen will, als ob man sich nicht davon trennen könnte. Aber sehr mit Unrecht! Wem„Gasthof“ oder„Gasthaus“ nicht„fein“ genug dünkt, kann unschwer eine andere deutsche Benennung wählen Klingt nicht„Haus Schirmer“ stolzer, als„Hotel Schirmer?“ Wie echt deutsch und dabei wohlklingend sind Benennungen wie„Dautsches Haus“, „Fürstenhof",„Zur Rautenkrone“! Weiter muz unbedingt verlangt werden, daß in Wirts= und Gasthäusern nicht an der„table d’hoté“, sondern am „Mittagstisch“ oder an der„Gasttafel", nicht „Diners“, sondern„Mittagessen", und nicht nach „menus“ oder„à la carte“ sondern nach„Speisenfolge“, dem„Speisezettel“ oder der„Speisekarte“ „aufgetragen“ und nicht„serviert" werden. Gerichte mit fremdländischen Namen oder Speisen „à la“ möge man einfach zurückweisen! Wem es schwer fällt, gute Verdeutschungen alt eingewurzelter Fremdwörter zu finden, wird beim „Allgemeinen" deutschen Sprachverein“(Berlin W. 30, Nollendorferstraße 13/14), der Zweigvereine und Mitglieder in allen größeren Orten be sitzt, stets Rat erhalten. Dem stellvertretenden Generalkommando kann entgegengehalten werden, daß gerade unsere Heeres= und Kriegssprache von Fremwörtern wimmele. Die Erscheinung erklärt sich bei uns wie bei anderen Völkern geschichtlich aus dem französischen Uebergewicht im 17. und 18. Jahrhundert. Aber es besteht die berechtigte Hoffnung, daß, wie es mit vielen Ausdrücken schon früher, insbesondere in der Felddienstordnung, geschehen ist, die fremden Bezeichnungen auch auf diesem Gebiet verschwinden werden. Freilich nach dem Kriege. Jetzt sind für das Heer schwerere Aufgaben zu lösen. Das stellvertretende Generalkommando wendet sich hiermit an das gesunde deutsche Empfinden der Hessen, Thüringer und Sachsen! Sorge ein jeder dafür, daß dem Unwesen der Fremdwörterei und Ausländerei ein für allemal ein Ende gemacht und das Gold unserer Sprache von welschen Schlacken befreit werde! Mögen unsere braven Tnuppen, wenn der ehrenvolle dauernde Friede durch ihr Blut und ihren Opfermut errungen sein wird, bei ihrer Rückkehr in die Heimat erfahren, daß auch hier deutsche Art und deutsche Sitte gegen fremde Eindringlinge gekämpft und gesiegt haben! Stunden. Ernestine begeisterte sich für ihren Beruf. Ihre natürliche Begabung machte ihr das Studium leicht, und ihre Gesundheit ließ sie alle Schwierigkeiten, auch die Anstrengung geistiger Arbeit mühelos überwinden. Der Physikus war stolz auf seinen„Erust“, wie er die Tochter stets zärtlich nannte. Das Schicksal hatte es ihm versagt, einen Sohn zu erziehen. In der strebenden Tochter fand er einen Ersatz. Dieses Kind der ersten, so geliebten Frau war ganz sein Ebenbild in geistiger Beziehung und trug die unvergeßlichen Zuge derjenigen, die seine erste Liebe, eigentlich seine wirkliche Neigung besessen. Jedesmal kehrte die Tochter nach den Ferien glücklicher in die Fremde zurück; jedesmal blieb der Vater mit größerer Sehnsucht und Bangigkeit daheim. Der briefliche Verkehr war eine stete Anregung für beide und führte sie immer inniger zu einander. Mit Ernestine1 pruch der Physikus alles. Er blieb ihr Lehrer und ihr Freund, sie wurde seine Vertraute, Frau Margarete führte ihr Leben nach außen hin in glänzender Weise fort; die Gattin hielt nur ein äußeres Band zusammen. Dem ersten leidenschaftlichen Rausch war nicht die innere Seelenharmonie gefolgt, die einem solchen Verhältnis erst die Weihe und Heiligung im späteren Leben gibt. Sie lebten friedlich nebeneinander, und des Doktors stete Nachgiebigkeit, sein gleichmäßig freundliches Wesen mäßigte das heftige Temperament der nervösen Frau.— Ernestine hatte ihr Doktorexamen gläuzend bestanden und die Stelle eines Assistenzarztes in einer Klinik übernommen. Der Vater hatte den Wunsch, daß das Mädchen sich erst unter Leitung tüchtiger Männer weiter ausbildete. Auch sollte ste ins Ausland gehen, um das Leben nach allen Richtungen hin kennen zu lernen und nicht so früh selbständig ihre Praxis ausüben. Er fühlte, daß eine Summe von Erfahrungen nötig war, ein festes, zielbewußtes Auftreten. eine gediegene Kenntnis der Welt und der Menschen, um sich einen geachteten Platz in dem Berufsleben zu erwerben. Seine Verhältnisse gestatteten ihm auch, der Tochter noch einige Jahre hilfreich zur Seite zu stehen; und sie ging auf seine Anregungen ein, fühlte sie doch in allem seine verstehende Liebe, der kein Opfer zu groß war, um ihr den ernsten Lebensweg zu erhellen. Das Leben in der Hauptstadt gestaltete sich für Ernestine abwechslungsreich und in jeder Art nutzbringend. Sie war mit Leib und Seele ihrem Beruf ergeben, doch verschloß sie sich nicht all den anderen Auregungen, die ihr die Großstadt bot. Vor allem war es die Musik, die sie mit Begeisterung pflegte. Sie besuchte oft Konzert, verkehrte gern mit ernststrebenden Künstlern und pflegte ihre schöne Altstimme. Das Musizieren war für sie ein Genuß, eine Erholung nach den Anstreugungen des Tages; es gab ihrem ganzen Wesen etwas Ausgeglichenes, etwas vollkommen Ausgefülltes. Sie fand bald Eingang in verschiedene anregende gesellige Kreise und lebte ganz ihren Neigungen und ihrer Veranlagung. Sie war zufrieden mit ihrem Los, ihre Briefe klangen heiter, fast übermütig. Der Vater ergnickte sich daran. Er trank aus ihnen die süße Erinnerung au seine eigene Jugend, in welcher er mit voller Kraft, im Bewußstein seines Sieges, ins Leben hineingestürmt. Da traf Ernestine ganz plötzlich und unerwartet die Nachricht von der schweren Erkrankung des Vaters. Frau Margarete schrieb in ganz wirren, unzusammenhängenden Zeilen, daß der Gatte vom Pferde gestürzt und sich innere Verletzungen zugezogen hätte. Ernestine reiste sofort nach Hause. Ein halbes Jahr mühte sie sich mit der ihr zu Gebote stehenden Kraft um den geliebten Vater, der trotz aller angewandten Kunst langsam dahinsiechte und von seinem Schmerzenslager nicht wieder aufstand. Der Doktor wußte, wie es um ihn stand. Er suchte seine verzagte, haltlose Frau zu trösten und ihr immer noch Mut und Hoffnungen einzuflößen. Aber mit seiner Tochter sprach er von seinem nahen Ende. setzte seinen leuten Willen auf und bat sie, seine Stelle hier zu vertreten; denn er kannte die Unselbständigkeit seiner Frau, ihren Leichtsinn in Geldangelegenheiten und ihr Unvermögen, sich einzuschränken, sich Wünsche zu versagen. Er klagte sich selbst an, ihr gegenüber zu nachsichtig gewesen zu sein, sie nicht erzogen zu haben; und er legte jetzt, wohl schweren Herzens, die Last der Verantwortlichkeit auf die jungen Schultern seines Kindes. Sie versprach ihm, der Mutter eine Stütze zu sein, die heranwachsenden Schwestern zu hüten und in der kleinen Stadt ihren Beruf auszuüben. Sieversprach es ihm um so leichter, weil sie eine süße, geheime Hoffnung in ihrem Herzen hegte, die sie jede Pflicht gern übernehmen ließ, die ihr jede Arbeit leicht machte. In den stillen Tagen und Monaten der Krankheit, in welchen der Vater klaglos gelitten, war ihre einzige Zerstreiung abends die Musik gewesen. Zweimal in der Woche hatte sich gewöhnlich Amtsrichter Berg zum Begleiter eingefunden. Wenn es der Zustand des Kranken gestattete, wurde er auf die Chaiselongue gebettet und hörte den beiden mit Wohlgefallen zu. Oft aber nahmen die Schmerzen so überhand, daß die Tochter nur allein sich eine kurze Stunde gemeinsamen Genusses hingab. Beide verkehrten zusammen wie gute Kameraden, begeisterten sich für die Kunst, pflegten lebhafte Gespräche und schwiegen auch, wenn sie keine Neigung zum Austausch der Gedanken hegten. Ernestine sang sich in solchen Stunden die Seele frei und drückte das in Tönen aus, was ihr Herz und Seele fühlte. Die Tagesnot, die lastenden Sorgen fluteten fort in der befreienden Weise des Gesanges. Oft auch lauschte sie den Phantasien Bergs. Es schien ihr, als gäbe er mit seiner Geige Antwort auf ihre Fragen. Die schwindenden Kräfte des Vaters, das Herannahen der letzten, schwersten Stunde legte auf den Verkehr tiefe Schatten und unterbrach ihn endlich galtz 225.16 Auch innerhalb des 7. Armeekorpsbereichs kann ich diesen Erlaß zur Nachahmung nur dringend empfehlen. Der kommandierende General: gez. Frhr. v. Gayl. —— Der Klieg begen Nuhnus. Wie Przemysl siel. tu Berlin, 4. Juni. Der Kriegsberichterstatter des„Berl. Lokalanzeigers", Kirchlehner, meldet aus dem k. k. Kriegspressequartier: Ueber die Wiedereinnahme Przemysls wird mitgeteilt: Nach dem Verlust der Nordfront und angesichts des stürmischen Eindringeng der siegreichen Bayern von Norden, sowie durch die Bedrohung durch unsere Truppen vom Westen und Süden sahen sich die Russen im Laufe der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag gezwungen, die Festungswerke der West= und Südfront, sowie die Stadt selber zu räumen. Gestern um ½4 Uhr früh griffen die Bayern vom Norden an und drangen in die Stadt Przemysl ein. Zugleich griffen unsere Truppen vom Süden und Westen an; sie fanden die Gürtellinie vom Feinde geräumt. Festung und Stadt Przemysl waren damit mit Ausnahme der Ostund Südostfront, der Werke gegen Medyka und der Siedliska=Gruppe wieder in unseren Händen. Die Festung befand sich 73 Tage in der Gewalt der Russen, vom 22. März bis 2. Juni. Der Feind zog ab, nachdem er 8 Tage— vom 26. Mai bis 2. Juni — mit schwerer Artillerie beschossen worden war und mindestens 5 Werke an die tapferen Bayern verloren hatte. Der Siegesjubel in Wien. tu Wien, 4. Juni. Die Nachricht vom Falle von Przemysl hat hier ungeheure Begeisterung hervorgerufen. Tausende und Abertausende zogen unter Absingung von patriotischen Liedern durch die Straßen der Stadt. Es war auch geplant, einen Massenzug nach Schönbrunn zu unternehmen, um dem Kaiser zu huldigen. Dieser hatte sich aber bereits um 8 Uhr in seine Gemächer zurückgezogen. Die Aufnahme der Siegesbotschaft in Ungarn. tu Budapest, 4. Juni. Die Blätter feiern in begeisterten Leitartikeln die Wiedereroberung der Festung Przemysl. Der„Pester Lloyd“ schreibt: Przemysl ist wieder unser! Einen Lorbeer all' den glorreichen Soldaten, die in der gestrigen Juninacht ihr Bestes an wundervoller Tapferkeit leisteten. Rußland ist niedergeworfen und wird sich nicht wieder erheben. Das Schicksal, das der Zar unserer Monarchie frevelntlich zugesagt hat, kehrt sich wider ihn. Der Frevel hat seinen Rächer und Richter gefunden. Der Dank König Ludwigs an seine Bayern. wtb München, 4. Juni. Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Der König von Bayern hat an den kommandierenden General Grafen v. Bothmer folgendes Telegramm gerichtet: Schloß Leutstetten. Die Erstürmung von Stryj durch Ihr Armeekorps hat mich aufrichtig erfreut. Ich gratuliere Ihnen herzlichst zu diesem zweiten großen Erfolge, den Ihre tapfere Armee ernungen hat und spreche Ihnen und Ihrem Generalkommandanten und Ihren tapferen Truppen meine wärmste Anerkennung aus. Die Russen werden auf die Wahrheit vorbereitet. tu Wien, 4. Juni. Durch einen dringlichen Hinweis auf strategische Neuerfordernisse und namentlich auf eine, infolge des Eingreisens Italiens notwendig gewordene Neuverteilung der Kräfte des Dreiverbandes, sowie verschiedene nur angedeutete großartige Pläne bereitet man in Rußlanz in erheuchelt siegesfreudigem Tone auf den Rückzug aus Ostgalizien vor. Die Petersburger Berichte betonen, daß sich das numerische Uebergewicht der Verbündeten stets stärker fühlbar mache, weshalb die russische Armee, die aus Südostgalizien und der Bukowina Verstärkungen heranziehk, erst bei Grodek(25 Kilometer westsüdwestlich Lembergs) eine ernstere Schlacht annehmen werde. Iswolski gibt die russischen Niederlagen zu. tu Genf, 3. Juni. Der bestürzte Botschafter Iswolski konnte auf die Fragen der Pariser Journalisten die russischen Niederlagen bei Stryj und Przemysl nicht glattweg in Abrede stellen. Er verwies aber auf die jüngsten Petersburger Depeschen, wonach die Heeresleitung auch jetzt noch auf eine Aktion jenseits des Dujestr volles Vertrauen setzt. Die Militärpresse zeigt sich befremdet über die schlechte Verteidigung der Nordseite Przemysls und über die unzureichende Entsendung von Streitkräften aus dem Raume Lemberg. Deutliche Anzeichen der völligen Räumung Galiziens. Kopenhagen, 3. Juni. Die russische Staats. bank in Petersburg und die Russisch=Asiatische Bank lehnen die Annahme von Bankbeträgen für den besetzten Teil von Galizien(die, soweit behördlich konzessionierte Betriebe in Betracht kommen, seit Monatsfrist zugelassen worden waren) seit Montag ohne nähere Begründung ab. Dem Petersburger„Kurier" zufolge hat der Zar die angetretene zweite Reise an die galizische Front unterbrochen und ist nach Peterhof zurückgekehrt. Weiter vorwärts in Westgalizien! tu Budapest, 3. Juni.„Az Est“ meldet aus Munkacz: Die Truppen des General Bothmer, die vorgestern Stryj eroberten, drangen gestern weiter vor und besetzten einen beträchtlichen Teil galizischen Bodens. Der geschlagene Feind zieht sich fluchtartig zurück und ist gezwungen, gut befestigte Stellungen ohne Kampf aufzugeben. Die Verbündeten besetzten am 1. Juni die Ortschaften Bilce, Josephsberg, Slonskal, Letnia und Dolhe. Die Zahl der Gefangenen beträgt über 10000, die der erbeuteten Maschinengewehre 18. Ein Aufstand der Perser zu erwarten. wtb Petersburg, 4. Juni.„Rietsch“ meldet aus Teheran: Die Erhebung der Perser gegen die Russen nimmt täglich zu, so daß jeden Augenblick ein Aufstand der Perser gegen Rußland erwartet werden kann.— Nach Ispahan wird von den Aufständischen keine Post und keine Karawane durchgelassen. In Teheran entfernte die persische Regierung den Silberschatz, so daß die englische Bank keine Noten mehr einwechseln kann. Abbruch der Verhandlungen der Entente mit Numänien? tu Wien, 4. Juni. Nach zuverlässigen Mitteilungen aus Bukarest sollen die Verhandlungen zwischen Rumänien und den Ententemächten endgültig abgebrochen sein, eine Tatsache, die man hier für nicht minder wichtig hält, als den Fall von Przemysl. Kein Attentat auf König Konstantin. Wien, 4. Juni. Die hiesige griechische Gesandtschaft teilt mit: Die im Auslande verbreitete Nachricht über ein Attentat auf König Konstantin ist erfunden. Der Krieg gegen Ilalien. „Wir schämen uns Italiens“. Haag, 3. Juni. Bei einem Besuche an der belgischen Front fragte der militärische Korrespondent des„Nieuwen Rotterdamschen Courant“ einen belgischen Generalstabsoffizier, wie er über Italien denke. Der Offizier erwiderte:„Italiens Entschluß wird vielleicht für uns einen materiellen Vorteil bringen, moralisch sind wir dadurch jedoch nicht verstärkt worden. Wir schämen uns tatsächlich mehr oder weniger der Haltung Italiens. Wenn Italien uns eine halbe Million Mann zur Westfront schicken könnte, so daß wir dadurch in Flandern 250000 Mann französisch= englische Verstärkungen erhielten, wenn Italien außerdem Geschütze und 5= bis 600 Maschinengewehre herüberschickte, so wäre es wohl möglich, in einem Monat Flandern bis Gent von den Deutschen zu befreien, namentlich wenn die Aktion gegen die Dardanellen eingestellt würde. Im allgemeinen ist unsere Lage auch ohne diese Unterstützung nicht zum Verzweifeln. Besonders durch die besseren Geschütze, die wir erhalten haben, ist es uns möglich, den Deutschen besseren Widerstand als wie bisher entgegensetzen zu können. Schwere Verluste der Italiener in Südtirol. bb Graz, 4. Juni. Wie der militärische Mitarbeiter der„Grazer Tagespost“ mitteilt, kam es gestern in Tirol zu heftigen Zusammenstößen. Das Plateau von Logaria=Lavarone ist seit Beginn des Krieges das Ziel mehrerer eingebrochener Kolonnen. Seit einigen Tagen beschießen die Feinde mit schweren Geschützen unsere dortigen permanenten Werke. Vorgestern setzte nun ein feindlicher Infanterieangriff ein, und zwar zuerst nur gegen einen Abschnitt unserer Aufstellung. Der Angriff der Elitetmppe des italienischen Heeres, eines Regiments Alpini, versagte vollkommen, die Alpini mußten in ihre Ausgangsstellung zurück. Beim Plateau von Lavarone, östlich des Gardasees, gerieten italienische Truppen auf unsere Minenfelder und erlitten schwere Verluste. Personen aus Oberitalien erzählen, daß die ersten Verwundetentransporte die Stimmung recht beträchtlich abgekühlt haben. Größere Kämpfe im Görzer Gebiet. tu Wien, 4. Juni. Im Görzer Gebiet haben sich größere Kämpfe entwickelt. Der Feind griff unsere Infanteriefront an. Seit vorgestern wirkt zu seinem Mißvergnügen auch schwere Artillerie 2mit. Dornige Roman von J. v. Düren. 6 Drei Töchter wurden geboren, zuletzt ein Sohn, der dem, Doktor nach wenigen Monaten wieder genommen wurde. Ernestines Plätzchen im Hause wurde immer enger, immer kleiner. Die etwas nervös gewordene Mutter tadelte und mißbilligte die ganze Art und Weise ihres Benehmens, ihres Lebens Der Doktor ließ manche Ungerechtigkeit, die dem Mädchen widerfuhr, ungerügt, um die leidende, etwas exaltierte Frau nicht noch mehr aufzuregen. Im stillen sorgte er sich um die Zukunft seines ältesten Kindes, das sich immer fremder im Eliernhause zu fühlen begann. Er versuchte Ernestine deshalb in anderer Art zu entschädigen und kümmerte sich eifrig um ihre sorgfältige Ausbildung, nahm sie auf seinen Fahrten über Land mit, ließ sie in der Sprechstunde oft kleine Hilfeleistungen tun und hatte bald die Freude, sein Kind heiterer und zufriedener zu sehen. Als ihm Ernestine den Plan unterbreitete, Aerztin zu werden, ging er mit Freuden darauf ein und ließ sich durch den Widerspruch seiner Gattin nicht irreleiten. Ein Jahr lang unterrichtete er sie selbst mit Hilfe eines befreundeten Philologen, dann schickte er Ernestine in ein Pensionat. Sie bereitete sich auf ihre Priifung vor und bezog im zwanzigsten Lebensjahre die Universität. Kam sie in den Ferien auf kurze Zeit Hause, dann behandelte sie Frau Margarete als Gast. Zwischen beiden herrschte äußerlich ein höflicher Ton. Innerlich traten sie sich auch jetzt nicht nahe, und keine von beiden suchte das Verhältnis inniger zu gestalten. Ernestine liebte ihre kleinen Geschwister. Sie freute sich an deu jungen, schönen, fröhlichen Geschöpsen, aber sie verstand sie nicht: und die Kleinen hatten etwas Scheu vor der großen, ernsten Schwester, die sie so selten sahen. Vater und Tochter verlebten dagegen immer herrliche Zu den Gewalttaten in Mailand. Lugano, 3. Juni. Die Wiederherstellung der Ordnung in Mailand macht Fortschritte. Der neue Kommandant Sappelli erklärt in einer Kundgebung, daß die Truppen Befehl zum Scharfschießen bei jedem Widerstande haben. Die Zeitung„Popolo d'Italia“, die die Plünderungen mit anregte und vorbereiten half, beginnt die Folgen der Untersuchung zu fürchten, und versucht daher in einem Aufsatz unter Anführung vaterländischer Beweggründe die Berechtigung dafür abzuleiten, daß von der Menge Gewalttaten begangen wurden, daß Deutschland Italiener gefangen gesetzt habe und in Stuttgart von Italienern bewohnte Häuser eingeäschert worden seien. Wenn die Italiener übrigens gerechte Vergeltung üben wollten, müßten sie Berlin dem Erdboden gleich machen. Das Blatt enthält auch das wertvolle Eingeständnis, daß das Volk und die Regierung von einer Minderheit in den Krieg getrieben worden seien. Italienisch=schweizerische Unstimmigkeiten. Das Verhältnis der Schweiz zu dem Grenznach bar Italien hat sich, seitdem Italien auch in die Reihe der Kriegführenden getreten ist, sehr un günstig gestaltet: die Mailänder Ausschreitungen gegen schweizerische Staatsangehörige sollen bereits ernste diplomatische Nachspiele im Gefolge gehabt haben. Ungeachtet dessen wird der Ton der italienischen Regierung gegenüber dem kor' rekten Verhalten der Schweiz von Tag zu Tag härter. So verlangt Italien von der Schweiz Garantien, daß Waren, die aus Italien nach der Schweiz eingeführt worden, nicht nach Deutschlan oder Oesterreich wieder ausgeführt werden. Diesem Eingreifen in innerschweizerische Angelegenheiten fügen römische Blätter die Drohung hinzu. Uebrigens wird es der italienischen Regierung an Mitteln nicht fehlen, auch auf die deutsch=schweizerische und österreichisch=schweizerische Grenze ein Auge zu werfen, um dortigen Schmuggel zu über wachen! Also eine organisierte Handelsüberwachung soll den neutralen Schweizern bevorstehen. Diese Anmaßung hat in der Schweiz gewaltige Verstimmung hervorgerufen. Der Krieg gegen Flauatein. Echo der Kanzlerrede in Frankreich. Aus Genf wird berichtet: Die meisten französischen Blätter vermeiden eine sachliche Beurteilung der Rede des deutschen Reichskanzlers und ergehen sich um so ausführlicher in maßlose Schmährungen gegen die Person Bethmann Hollwegs und seine Ausführungen im Reichstage. Der„Temps“ erblickt in der Rede Bethmann Hollwegs eine neue Bestätigung der Einigkeit des deutschen Volkes, das zwar mit weniger Schwung, aber immer noch mit genügender Hartnäckigkeit zur Fortsetzung des Kampfes entschlossen sei. Im„Figaro" bezeichnet Hannotaux den Satz in der Rede, daß die Sicherheit dafür zu erstreben sei, daß kein Feind in Zukunft Deutschland anzugreifen wage, als eine Drohung; denn das beweise von neuem, daß Deutschland eine vollständige Herrschaft über die ganze Menschheit erstrebe.„Humanitee“ schreibt, wenn Italien sich mit dem Dreiverbande zusammenscharte, so geschehe das nur, um an dem Sieg der friedliebenden Mächte gegen Raub von nigshäusern teilzunehmen. Der Kampf um Ppern. Nach einer Meldung der„Deutschen Tagesztg.“ schreibt der„Lyon Rerubliceine", die hätten ausgesprochen, daß sie die Stadt Opern bis zum letzten Soldaten verteidigen würden. Falls sie trotzdem verlieren würden, so sei der Munitionsmangel daran schuld. Die Umklammerung seitens der Deutschen werde immer enger. Die Geschichte werde später anerkennen, daß Flandern bisher unerhörte Wunder der Tapferkeit und der Todesverachtung auf beiden Seiten gesehen habe. Französisch=englische Schlappe in Kamernn. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Madrid: Die Fahrgäste des in Cadiz aus Fernando Po angekommenen,„spanischen Dampfers„Catetung, zählen, daß in Jaunde, im Innern Kamerun=, 2### Deutsche mit 2000 Negern eine verschanzte Stellung behaupteten, aus der sie alle Angriffe der Verbündeten abgeschlagen hätten. Die zösischen Truppen hätten darauf verzichten müssen, die deutschen Stellungen mit Gewalt zu nehmen. Sie beschränken sich jetzt auf die Belagerung durch Abschneiden der Zufuhren. Man glaubt aber, daß die Deutschen lange widerstehen können, da ausgedehnte Pflanzungen und zahlreiches Vieh besäßen. Der Krieg gegen England. Die engl. Gesamtverluste im letzten Vierteljahr. Haag, 3. Juni. Die gesamten englischen Verluste vom 1. bis 13. Mai betragen 3600 Offiziere und 26346 Mannschaften. Im März waren es 1081 Offiziere und 18794 Mannschaften, im April 639 Offiziere und 19169 Mannschaften. Hierzu kommen noch die Flottenverluste mit 234 Offizieren und 3260 Mannschaften, so daß sich die gesonten englischen Verluste in den letzten naten auf 5354 Offiziere und 67.568 Mannsihuften beziffern. Die wachsende Teuerung in England. Aus London wird unterm 1. Juni gemeldet: Die Erhöhung der Preise für Mehl und Brot hat hier bereits böses Blut verursacht. Hierzu tritt auch noch der Mangel an Fleisch. Verschiedene Vorschläge gehen dahin, daß, um die Fleischnot einzuschränken, während eine Tages der Woche sämtliche Fleischerläden geschlossen werden. Gegen die Erhöhung der Mehlpreise richtete sich die öffentliche Meinung besonders scharf, da man diese gewissenlosen englischen und amerikanischen Spekulanten zuschreibt. Der organisierte Londoner Mob. tu Genf, 3. Juni. Die Verheerungswut der Londoner Rotten richtete sich auch gegen gute englische Firmen, die früher mit deutschen Häusern geschäftlich verkehrten und deutsche Angestellte hatten. Die Führer der über 1000 Rowdies umfassenden Bewegung wissen in den kaufmännischen intimen Dingen vollkommen Bescheid. Die City ist außerordentlich verstimmt, weil jene kaum wenige Wochen bestehende Organisation sich haute schon als Macht fühlt und sich bei dem nächsten Anlaß von neuem in London oder anderwärts betätigen wird. Englische Erfolglosigkeiten und Uebergrisfe an den Dardauellen. Athen, 3. Juni. Der Athener Zeitung„Embros“ zufolge haben die Kommandanten der vor den Dardanellen operierenden englisch=französischen Flotte aulf sämtlichen vier besetzten griechischen Inseln die griechischen Behörden aufgehoben. Die Amtshandlungen erfolgen ausschließlich durch die Besatzungstruppen. „Embros“ erfährt, daß die Landungsarmee auf der asiatischen Seite vollständig zurückgenommen worren ist, und daß sich alle Operationen auf Gallipoli beschränken, wo die Landungsarmee in den fast acht Wochen langen Kämpfen über Seddul Bahr noch nicht hinausgekommen ist. Die Senussi auf dem Marsche gegen Aegypten. tu Athen, 4. Juni. Die Senussi sind nach Nachrichten aus Kairo an einigen Stellen der ägyptisch=libyschen Grenze zum Kampfe gegen die schwarzen Grenztruppen übergkgangen. Verschiedene Grenzposten, die zumeist au, indischen Hilfstruppen bestanden, wurden von ihren Vortruppen überfallen und aufgehoben. Die Hauptmacht, bei der sich der Großscheich selbst befindet, soll sich auf dem Marsch gegen Aegypten befinden. führte, und die Warnung ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Sie hatte auch die Wirkung, daß alle Fahrgäste, von den Gefahren der bevorstehenden Reise beunruhigt, beschlossen, wieder an Land zu gehen, um mit einem anderen Dampfer zu fahren. Als dies den Beamten des Dampfers mitgeteilt wurde, ließ der Kapitän bekannt machen, daß er die Preise für die Ueberfahrt um 10 Dollars herabsetze, und diesem lockenden Angebot folgten alle, außer 12 Personen, die sich entschlossen hatten, an ihrer Ansicht festzuhalten, und an Land gingen. Graf v. Posadowsky=Wehner, der am 3. Juni seinen 70. Geburtstag feierte. Deutschland und Amerika. tu Amsterdam, 4. Juni.„Telegraaf“ meldet aus Washington: Nach zweistündiger Beratung zwischen dem Präsidenten Wilson und dem Kabinett wurde bekanntgemacht, daß eine zweite Note an Deutschland abgesandt werden soll. Man nimmt an, daß Wilson durch die einmütige Auffassung der amerikanischen Presse, die Deutschlands Antwort voller Ausflüchte findet, stark beeinflußt ist. Man glaubt daher, daß die zweite amerikanische Note kurz und bündig ausfallen und die höfliche, aber bestimmte Anfrage enthalten wird, ob Dautschlands letzte Note den Sinn habe, daß es die Grundregeln des internationalen Rechts zu mißbrauchen beabsichtige. Unter den Mitgliedern des Kabinetts herrscht die Meinung vor, daß Deutschland sich durch sein Vorgehen über die Gren' zen des internationalen Rechts und der Menschlichkeit hinweggesetzt habe und daß die Vereinigten Staaten wahrscheinlich die diplomatischen Beziehungen zu Datschland abbrechen werden. Wie die Fahrgäste der„Lusitania“ verlockt wurden. Köln, 3. Juni. Die„K. 3.“ meldet aus Stockholm: Eine Enthüllung im Zusammenhang mit der„Lusitania"=Katastrophe ist von einem aus Amerika kommenden Schweden gemacht worden. Dieser Schwede wollte von Amerika direkt nach Norwegen reisen. Er teilte„Swenska Dagbladet“ solgendes mit: Der Dampfer, mit dem er reisen wollte, ging drei Stunden später als die„Lusitania“ ab, bei deren Abfahrt er zugegen war. Sämtliche Fahrgäste der„Lusitania“ wurden noch rechtzeitig benachrichtigt, daß der Dampfer nicht nur Munition, sondern auch Kriegsvolk mit sich Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, 4. Juni. **(Siegesjubel) herrschte gestern nachmittag auch in unserer Stadt und nach Bekanntwerven der herrlichen Nachricht von der glücklichen Wievereroberung Przemysls prangten bald alle Straßen im reichsten Flaggenschmuck. Und dann begannen die Glocken auf den Türmen zu läuten und ihr vielstimmiger Ton lag gewaltig und erschütternd über der gangen Stadt, drang hinaus ins Weite, suchte und fand Widerhall vom kleinsten und fernsten Dorfkirchlein herab. Nach dem Fall von Przemysl, nach der Einnahme des wichtigen Stützpunk' tes Stryj fühlen wir es alle: Rußlands Macht ist dahin. Nach den früheren starken Verlusten sind durch diese neuesten Verluste die Grundfesten des russischen Reiches erschüttert und die Offensivkraft dahin. Deutschland Kraft hebt sich reckenhaft hervor. Ueberall steigt mächtig die Zuversicht auch dort, wo jüngst ganz ohne Grund Kleinmut herrschte. Laßt uns herzlich freuen des gestrigen Sieges, der einer der herrlichsten im bisherigen Verlaufe des Weltkrieges ist. Der Herr hat wieder Großes an uns getan!—— Verschiedentlich mußte man beim gestrigen Beflaggen die Beobachtung machen, daß vielfach die Fahnen folsch angebracht werden; unsere Nationalfarben sind schwarz=weiß=rot, nicht rot=weiß=schwarz. (Ein Gang durch unsere Felder.) Der herr liche Stand der Saaten erregt in diesem Jahre nicht nur die Bewunderung der Naturfreunde, auch der Volkswirtschaftler ebringt ihm mehr als sonst Interesse entgegen; hängt doch der glückliche Ausgang des Krieges nicht zum kleinen Teil von einer guten Ernte ab. Die Körnerfrucht steht sehr gut; der Roggen erreicht an einzelnen Stellen eine Höhe von 2 Metern und steht teilweise schon in voller Blüte, Halm und Aehren versprechen das Beste. Die wogenden Weizenfelder gewähren jetzt einen allerliebsten Anblick, auch hier ist Aussicht auf eine reiche Ernte vorhanden. Der Hafer ist stellenweise noch etwas zurück, denn der spät einsetzende Frühling war seiner Entwickelung nicht besonders günstig, doch er hat noch Zeit zum Wachsen und kann noch alle Hoffnungen erfüllen. Der Futterbau steht überall ausgezeichnet, besonders die Kleefelder, durchschnittlich bringen sie das doppelte Erträgnis der Vorfahre. Von den anderen Früchten des Feldes ist noch nicht viel zu sagen, doch sind auch hier alle Vorbedingungen für eine gute Ernte gegeben. Was jetzt nur fehlt, ist Regen und wieder Regen, Feld und Flur lechzt schon wochenlang danach. **(Der Planet Merkur) ist außerordentlich selten mit dem bloßen Auge sichtbar, kann aber gerade jetzt unter besonders günstigen Verhältnissen beobachtet werden. Merlur steht in der ersten Monatshälfte bald nach Sonnenuntergang in der ersten Dämmerung als leuchtender Abendstern und kann ziemlich leicht aufgesunden werden, was sich alle Freunde des gestirnten Himmels zunutze machen sollten, die, wie sogar ein Kopernikus, die sen flüchtigen Planeten noch niemals gesehen haben. **(Beförderung.) Der auf dem östlichen Kriegsschauplatz kämpfende Vize=Feldwebel Wilh. Flüshöh von hier ist zum Offizier=Stellvertreter befördert worden; gleichzeitig wurde dem tapferen Krieger das Eiserne Kreuz verliehen. Wir gratulieren! **(Sendungen an Kriegsgesangene in England.) Dem Brief eines in englischer Gefangenschaft befindlichen Deutschen entnehmen wir eine Verordnung des Kommandanten des Gesangenenlagers, die bestimmt, daß jeder Kriegsgefangene im Monat nur einmal ein Paket empfangen darf. Die anderen Pakete werden konfisziert und mittellosen Kriegsgefangenen zugeteilt Dagegen werden Geldsendungen jederzeit ausgehändigt.— Es darf hier vieeicht der Wunsch ausgesprochen werden, neben den regelmäßigen Geldsendungen doch häufiger Pakete zu schicken, damit die mittellosen Kriegsgefangenen auch hier und da etwas erhalten. **(Im Silberkranz.) Am hautigen Tage können die Eheleute Bäckermeister Wilh. Kothe und Frau, geb. Ulmke, das schöne Fest der silbernen Hochzeit feiern. Wir sprechen dem Jubelpaar unser besten Glückwunsch aus; möge sich das heutige Silber dereinst in Gold verwandeln. **(Kriegsgesangene in der Landwirtschaft.) Die„Neue politische Korrespondenz“ schreibt: In einzelnen Provinzen haben Inspektionen der Kriegsgefangenenlager, um die Verwendung von Kriegsgefangenen in der Landwirtschaft zu serleichtern, zugesagt, bei kleinen Trupps die Bestimmungen für Unterbringuung und Bewachung milde zu handhaben. Es wird dabei, und das ist charakteristisch für uns„Barbaren", verlangt, daß die Kost schmackhaft und reichlich sein muß. Es steht aber nichts entgegen, die Gefangenen im allgemeinen in ähnlicher Weise wie die freien ausländischen Arbeiter zu beköstigen und nur, wenn möglich, unter Eingehen auf ihre heimischen Gewohnheiten. Im übrigen sind die in einer Reihe von Kreisen gemachten Erfahrungen mit Kriegsgefangenen auch gerade bei kleineren landwirtschaftlichen Besitzungen in jeder Richtung gute. Das ist doch ein Beweis, wie gut es den Kriegsgefangenen in Deutschland geht. *: Westhofen, 3. Juni.(Gründung= eines Jungfrauenvereins.) Im Anschluß an Die Ritter des Eisemen Kreuzen ersterKlasse. eine Vorversammlung fand die Gründung eines evangelischen Jungfrauenvereins für Westhofen und Garenfeld statt. Zum Vorsitzenden wurde Pestor Klinker, zur Schriftführerin Fräulein Davidis, nir Kassiererin Fräulein Weiberg gewählt. Außer einer wöchentlichen Gesangstunde findet an jedem zweiten Sonntag eine Versammlung statt. Dem jungen Verein, welcher auch dem Kriegsliebesdienst seine Kräfte widmen wird, traten sofort 63 Mitglieder bei. ** Sölde, 3. Juni.(Einen bestiglischen Akt) vollführten rohe Burschen hierselbst. Dem Landwirt Emil Middendorf von hier wurde in kurzer Entfernung von seinem Hause ein Pferd in geradezu abscheulicher Weise gemartert. Dem Tiere nirde der Leib aufgeschlitzt, so daß die Eingeweide hervortraten. Da keine Hoffnung war, das Tier zu retten, wurde ihm von einem mitleidigen Nachbar der Gnadenstoß gegeben. Eine unangenehme Begleiterscheinung des gegenwärtigen Weltkrieges ist die Verteuerung fast aller im Haushalt zur Verwendung gelangenden. Artikel. Da wird es unsere Leserinnen interessieren, zu erfahren, daß das bereits in Millionen von Familien im ausschließlichen Gebrauch befindliche selbsttätige S#uerstoff=Waschmittel„Persil“ nicht nur nicht teurer, sondern in der gleichen Güte und zum vollen Gewicht wie früher verkouft wird. Wenn man bedenkt, daß„Persil“ alle anderen Waschmittel überflüssig macht, daß es ausschließlich und allein zur Anwendung gelangt, springt der Vorteil für die Hausfrau noch mehr in die Augen. Die mit„Persil“ behandelte Wäsche zeich net sich bekanntlich durch einen angenehmen Geruch aus; sie ist blütenweiß und ersetzt die Rasenbleiche vollkommen, dabei ist„Persil“ durchaus unschädlich und greist die Gewebe in keiner Weise an. Erhältlich ist Persil in allen einschlägigen Geschäften zzu 65 Pfg. das Pfund=Paket bezw. 35 Pfg. das 1# Pfund=Paket netto Gewicht. Jerantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Drus u Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. mit Rotdand, wohl ein Beweis, daß er überall deim Hausputz unentdehrlich geworden ist. 15 Df. Far ansere Verchtichen Leser! Wir waren bemühl, unter den vielen bereits erschienenen Werken über den jetzigen Weltenbrand Umschau zu halten. um das Beste und Interessanteste auszuwählen und empfehlen daher als ein solches Werk. das in jedes deutsche Haus, in jede deutsche Familie gehört, Das volkstümlichste nationale Werk Illustrierte Kriegs=Geschichle. Nach amtlichen Berichten und Quellen mit Beiträgen hervortagender Mitarbeiter und Mitkämpfer bearbettet und herausgegeben von Albrecht Armin Mit zahlreichen Illustrationen, Karlen, Skizzen usw. Lex=Format 480 S. Preis nur 3 Mark, elegant geheftet, in siülgerechtem Ganzleinenband 4 Mark Mit ungeheurer Spannung verfolgt die Welt das blutige Schauspiel eines furchterlichen Krieges, wie ihn die Geschichte der Menschheit noch nicht gekannt hat. Wir sind nun zwar die Miterlebenden dieser welthistorischen Kämpfe, aber bei der unendlichen Fülle der auf uns einstürmenden Ereignisse geht selbst dem erfahrenen Kenner die Uebersicht über den wahren Gang der Begebenheiten oft genug verloren Erst durch eine zusammenhängende, auf authentisoen Grundlagen aufgebaute Schilderung können wir die Bedeutung dieses mörderischsten aller Kriege in seiner ganzen schrecklichen Größe richtig verstehen lernen. Unsere Kriegs=Chronik bringt eine übersichtlich geschlossene. gemeingerständlich gehaltene Darstellung des gegenwärtigen Weltkrieges Episoden aus den Kämpfen und dem Kriegsleben der beteiligten Völker, DIEWELT FIAMMENIN Letess Chrör.## NERAUSGESEBEN UEN MLBRECHT ARNIN „Tarete Grosse Auswahl schöner Muster zu äusserst billigen Preisen empfiehlt 2669 E. Wennterg! 1 Schlachtenberichte von Mitkämpfern und Augenzeugen usw. bringen eine abwechslungsreiche Ergänzung in die einzelnen, packend geschriebenen Kapitel, die in ihrer Gesamtheit ein wertoolles, lebendiges Dokument über die Geschehnisse unserer schweren Tage bilden. Eine große Auswahl von trefflichen Illustrationen. Porträts, Karten, Plänen usw erhöht den Reiz des Werkes noch ganz bedeutend. Dasselde gehört in den Besitz eines jeden Deutschen, den Lebenden und Mitkämpfern zur Freude und Erinnerung, den nachkommend n Geschlechtern, besonders auch der Jugend, zur Erhebung. Der Preis ist im Verhältnis zu dem enormen Umsang, reichhaltigen Inhalt und der eleganten Ausstattung ein außerordentlich billiger. Das Werk kann in unserer Expedition eingesehen und in Empfang genommen werden.— Versand nach außerhalb zuzüglich Porto für erste Jone 25 Pf. sonst 50 Pfg., gegen Vorauszahlung oder, wo zulässig, gegen Postnachnahme. Bachhandlung autt Braur, Schwerie(Ruhr), Große Marktstr. 3—5. Hras Verhauf. In den zum Rittergut Husen gehörigen Wiesen soll am Samstag, den 12. Juni nachmitlags 4 Uhr der 1. Schnitt meistbietend verkauft werden. Haus Husen b. Westhofen i. W., im Juni 1915. 2656 PriechenSpurg per Pfd. 45 2666 empfiehlt Kaufhaus für hebensmittel Bückstraße 23. Kneebusch. Sadenland Siegerland, Waldeck, Niederhessen, Bergisches Land, Ruhrgebiet und Industriebezirk. Anhang: Die Hauptwanderstrecken des S. G. Preis Mk. 2.— Vorrätig in der Buchhandlung Carl Braus Schwerke(Ruhr). Große Marktstr. 3—5. für Industrie, Handel, Gewerbe und Private als: Adress-Karten, Etiketten, Prospekte, Reiseavise, Zirkulare Kuverts, Mittellungen, Rechnungen, Briefbogen, Preislisten, Wein- u. SpeiseKarten, EinladungsKarten, Famllien-Anzeigen, Trauerbriefe usw. liefert in jeder Ausführung in kurzer Zeit Carl Braus Buchdruckerei Schwerte(Ruhr) Grosse Marktstr. 3—5. Hampfgenossen=Verein Schwerte. Sonntag, den 6. ds. Mis, nachm. 5 Uhr im Vereinsloka Generalversammlung Tagesordnung: 1. Jahlung der Beiträge. 2. Verschiedenes. 2657 Um recht pünktliches und zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Krieger=Verein Schwerie a. d. Ruhr. Generalversammlung am Sonnlag, den 6. Juni 1915. vormittags 11 Uhr im Vereinslokal„im Reiche des Wassers" (Jockenhöfer). Tagesordnung: 1. Zahlung der Beiträge. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Rechenschaftsbericht. 4. Weitere Austeilung der bestellten Kriegsallanten. 5. Be schiedenes. Die Kameraden werden ersucht. pünktlich und zahlreich zu erscheinen. 618 Der Vorstand. Canz=Unterricht Donnerslag. den 3. d. Mis., abends 8½ Uhr, beginnt im „Reiche des Wassers“ ein neuer Tanz= Kursus Anmeldungen berden daselbst Donnerstag bend u. Sonntag nachmittag von 4 Uhr ab entgegen genommen. 628 Joh. Barisch Original= griechische für Kranke und Rekonvaleszenten empfiehlt billigst E. Tichfin Gasthof zur Helle — Telefon 251.— Metallbeiten Natalogse Holzrahmenmatr, Kinderdetten Eiseumödelfabrik, Suhl l. Th Warthaden 2670 Rollmöpse 10 mit Gurkeneinlage, 8 Stck. 40 S) Bratheringe 3stück. 40 S Sardinen 4 Pfd.-Dose 115 Salzgurken 4 Stck. 20 3 C Statt besonderer Anzeige! Die glückliche Geburt eines ungen zeigen an Pastor Klinker und Frau. Westhofen, den 3. Juni 1915. 2661 Volapsstsondentetn für Eier, Wurst, Schokolade und Zigarren geeignet Preis S Pfg. und teuerer Buchhändlung Carl Braus Grosse Marktstrasse 3—5. Bekanntmachung Auf Grund des§ 10 des Gesetzes vom 15. November 1811 und des§ 7 des Gesetzes vom 28. Februar 1843 wird hierdurch die Räumung der Bäche und Abzugsgräben, insbesondere des alten Ruhrgrabens im Amtsbezirk Westhofen angeordnet. Die Räumungsarbeiten müssen bis zum 25. Juni ds. Is. beendet sein. Nach Ablauf dieser Frist wird eine Besichtigung stattfinden und bei unterlassener oder nicht ordnungsmäßig ausgeführter Räumung diese von Polizeiwegen aus Kosten der Verpflichteten ausgeführt werden. Westhofen, den 31. Mai 1913. Die Polizei=Verwallung. I. V.: Gue, Beigeordneter. 2663 Bekanntmachung. Die Stelle der Schulwärterin der alten Marktschule ist vom 1. Juli 1915 ab neu zu besetzen. Bewerbungen sind umgehend an uns einzureichen. Schwerte, den 1. Juni 1915. 2667 Die Stadt=Schuldepukation: Rohrmann. Bekanntmachung. Aus dem vorhandenen städt. Bestande sollen im Monat Juni ds. Is. bis zu 20 Ballen Reis abgegeben werden. Die jenigen Kolonialwarenhändler des hiesigen Stadtbezirks, welche Reis aus diesem Bestande ankaufen wollen, werden ersucht, etwaige Anträge im Büro des Stadtsekretärs(Zimmer 19 neues Rathaus) zu stellen. Dortselbst wird auch Auskunft über Preis und Verkaufsbedingungen erteilt. Schwerte, den 3. Juni 1915 Der Magistrak. Rohrmann. 2659 Verandimachung. Der Verkauf der stadtseitig beschafften Kartoffeln# wird fortgesetzt. Die Kartoffeln werden von jetzt ab zum Preise von 6,50 Mk. für den Zentner vom Lager des Kartoffelhändlers Hans Müller, Bahnhofstraße 27, abgegeben. 2658 Schwerle, den 3. Juni 1915. Der Magistrat. Rohrmann. Beranntmachung. Das Verzeichnis der bisher seitens der Gemeinde Westhofen versicherten Kriegsteilnehmer liegt auf dem hiesigen Amtsbüro, Zimmer Nr. 1, zur Einsicht der Beteiligten offen. Damit kein Kriegsteilnehmer übersehen wird, werden die Beteiligten im eigenen Interesse hierdurch aufgefordert, sich von der Richtigkeit der Versicherung zu überzeugen. Auch können weitere Anträge auf Nachversicherung hierselbst gestellt werden. 2662 Westhofen, den 2. Juni 1915. Der Amtmann: I. V. Gue, Beigeordneter. Bekanntmachung Auf Grund des§ 21 der Jagdordnung vom 15. Juli 1937(G.=S. S. 207) wiro hiermit bekannt gemacht, daß eine öffentlich meistdielende Verpachtung der Jagdnutzung in dem Jagddezirke der aus der Gemeinde Wichlinghosen bestehenden Jagdgenossenschaft beabsichtigt wird. Die in Aussicht genommenen Pachtbedingungen liegen zwei Wochen lang und zwar vom 7. Juni 1915 bis einschl. 21. Juni 1913 in dem Dienstzimmer des unterzeichneten Jagdvorstehers öffentlich aus. Jeder Jagdgenosse kann gegen die Art der Verpachtun und gegen die Pachtbedingungen während der Auslegungssri Einspruch bei dem Kreis=Ausschuß in Hörde erheden Ort und Zeit der Verpachtung werden mindestens zwei Wochen vorher bekannt gemacht. Wichlinghofen, den 3. Juni 1915. Der Jagdvorsteher. 2664. Geweindevorsleher Verste. Kovori Handarbisalb 80 Favorit Jugendaldum 60 J Favorit Schnittmuster 1! elcheschuf inr Storh Kaufbaus Otte Marn D#ensreße 80 2.. 8 8 —2 S 8S S S * gS U5g. 8 3 " n 8* G W * S 83 KE 3. S7 S3.nn 2 85 S 8 2. *** . # T 7S A daher für die Biondine wesentlich, ihrer Hautfarbe einen kräftigeren Ton auf künstlichem Wege zu verschaffen, und da Schönheitsmittel, als da sind Puder und Schminke, selbstverständlich nicht in Frage kommen, so muß es eben durch die Wahl der Stoffarben geschehen. Es empfiehlt sich für die Blondine ein mittelkräftiges Grün, das einen rosigen Hauch auf die zarte, weiße Hautfarbe ergießt. Auf dem Hut dari das Grün nicht zu stark betont werden, sondern es bedarf einer Milderung durch weiße oder orangegelbe Zutaten. Die größtenteils wegen ihrer guten Gesundheit beneldenswerte dunkle Blondine mag auch die Farben ihrer hellen Schwester tragen, aber etwas dunkler und reicher. Also dunkles Grün. Die Regel ist hier: je rosiger die Haut, desto dunkler das Grün, und vereint damit schweres Lrange, vielleicht auch Scharlach oder Schokoladenbraun. Die blasse Brünette, bekanntlich ein sehr seltener Typ, braucht weiß, schwarz, grau, am besten überhaupt nur dunkle Farben. Die blühende Brünette, angeblich der Inbegriff aller weiblichen Schönheit, kann fast alles tragen, Farbenzusammenstellung jeder Art, ebenso Material, das durch seine Kostbarkeit leicht extravagant wirken könnte. Diese Ausführungen verraten immerhin ein eingehendes Studium. Das letzte Wort muß aber stets die Frau selbst sprechen, um so mehr, da gerade derartige Fragen unbedingt indivlduell behandelt werden müssen. Gschsh 8.— □ Oelt und Zeit. 9 Eiconore Prochaska und ihre Genossinnen. Bei den Jubelfeiern zur Verherrlichung der Befreiungskriege ist auch der braven Eleonore Prochaska gedacht worden, die in Männerkleidung sich freiwillig meldete, auch angenommen wurde und in einem Gesecht am 16. September 1813 den Heldentod fand. Sie hatte übrigens auch im Heer eine Kameradin,„den“ Unteroffizier August Kunze, dem Friedrich Withelm IV. auf dem Friedhof zu Templin in der lckermark ein Denkmal setzte. Der Fall nun, daß Frauen Männerkleider tragen, ist gar nicht selten, um so mehr, da die Geschichte zahlreiche Personen nennt, die entweder selbst über ihr Geschlecht im Zweisel waren oder wenigstens ihre Umgebung darüber im Zweisel ließen. Verschiedene berühmte Frauen haben mit Vorliebe männliche Kleider getragen. Solche Frauen waren beispielsweise Georges Sand und die Malerin Rosa Bonheur. Wiederholt ist es auch geschehen, daß Frauen, um ihrem Gatten oder Geliebten nahe bleiben zu können, sich als Mann verkleideten und mit ihm in den Krieg oder in die Verbannung zogen. Das berühmte Beispiel einer solchen vollendeten Täuschung war aber der berühmte Ritter d’Eau de Beaumont. Bis auf den heutigen Tag hat man sich darüber herumgestritten, ob dieser Ritter, der 1728 geboren wurde und 1810 in London starb, ein Mann oder Weib gewesen ist. Ganz Europa erörterte einst die Frage, und Engländer gingen deshalb hohe Wetten ein. Ritter de Beaumont hätte riesige Schätze sammeln können, wenn er sich dazu verstanden hätte, die Wetten austragen zu helfen, indem er den entsprechenden Beweis lieferte. Aber das lehnte er aus Ehrgefühl stets ab. In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, also bald nach dem Tode dieser merkwürdigen Persönlichkeit, nahm man an, daß es ein Weib gewesen ist. Neuere Forschungen behaupten dagegen, es habe sich um einen Mann gehandelt, und die Sektion habe darüber keine Zweifel gelassen. Geschichtlich steht fest, daß der Ritter männlich erzogen worden war, die Rechte studiert und dann als Kapitän bei den Dragonern gedient hatte. Auf dem Schlachtfelde hatte er durch Tapferkeit das Ludwigskrenz erworben. Später ging dieser Ritter in weiblicher Kleidung im Auftrage der französischen Regierung als Gesandter an den Petersburger Hof. Von Peiersburg wurde der Ritter nach Lonoon gesandt, wo er wieder in männlicher Kleidung auftrat. Die Revolution setzte der diplomat schen Tätigkeit dieses Doppelwesens ein Ende. Nach längeren Verhandlungen wurde ein Vertrag mit ihm abgeschlessen, durch den er sich verpflichtete, alle Papiere auszuhändigen und weibliche Kleidung anzulegen. Dafür sicherte ihm der Staat ein beträchtliches Ruhegehalt zu. N Englischer Kindermund. Dick erzählt seinem Freunde Tommy— diese Geschichte und so manche andere gibt I. C. Wright in einer Plauderei über Kinderhumor im„Strand Magazine“ wieder—, daß seine Mutter einen neuen handgemalten Fächer bekommen habe.„Pah!“ meint Tommy darauf verächtlich.„Das ist gar nichts, das ist unser ganzer Zaun auch.—„Mama,“ sagt ein kleiner Junge, der vom Spaziergang nach Hause kommt,„jetzt habe ich den Mann gesehen, der die Pferde macht.“ „Wirklich?“ fragt die Mutter.—„Aber gewiß,“ entgegnet er eifrig.„Er hatte gerade eins fertig, als ich ihn sah; er nagelte ihm nur noch die Hinterfüße an.“— Ein Lehrer, der eifrig bestrebt ist, in seinen Jungen den Patriotismus zu erwecken, fragt einen Schüler:„Was denkst du wohl, wenn du den Union Jack stolz über ein Schlachtfeld wehen siehst?“„Ich denke, daß es windig ist,“ erwidert der Junge. — Bobby sagt sein Abendgrbet sehr leise.„Ich kann dich ja nicht hören, mein Liebling,“ meint die Mutter.„Ich sprech' ja auch nicht zu dir,“ entgegnet Bobby prompt.— „Ter Himmel eures Zimmers ist schmutzig,“ meint ein kleines Mädchen und blickt zur Tecke, als die Lampe geblakt hat. Auflösung des Diamanträtsels aus der letzten„Kinderlaube“: W GAS ATLAS ARGLIST W'LDENTEN WALLENSTEIN WEINSTUBE RENTIER IRENE EIS B AETES“ ## e: 100 F. O y gT rr gen“ — 8 8 Amtliches Kreisblatt 27. Jahrgang O Grites und äleltes Cagesergan des Kreiles. O haupf-Gunonceubian Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 128. Freitag, 4 Juni 1915. Art läßt nicht von Hrt. Roman von H. Hill. (Schluß) ber wenn dies sein Beweggrund war, so schuldig haben wir ja die tristigste Ursache, ihm von Herzen dankbar zu sein,“ rief Edith. „Wer weiß, ob ich jemals das Glück gehabt hätte, dich als den berühmten Dichter kennen und lieben zu lernen, wenn er weniger zartfühlend gewesen vüre: 0 Tief ergriffen, aber noch immer ein wenig zweifelne, blickte ihr Odemar in die leuchtenden Augen. „Kann dies denn aber wirklich dein Ernst sein, Liebste? Kann ich es denn noch wagen, meine Augen zu dir zu erheben— als der Sohn eines Mannes, der——“ „Der durch unglückselige Verhältnisse gezwungen worden ist, mancherlei Unrechtes zu tun? Das war es doch wohl, was du sagen wolltest? Aber du mußt sehr klein von mir gedacht haben, wenn du im Ernst derartige Befürchtungen gehegt hast. Denn erstens liebe ich doch nicht deinen Vater, sondern dich, und zweitens habe ich nicht die mindeste Veranlassung, auf irgend jemanden von oben herabzusehen, nur weil es einen dunklen Fleck in seiner Familiengeschichte gibt. Ich brauche dir das doch wohl nicht erst noch weiter auseinanderzusetzen.“.. Hoch beglückt schloß Odemar die Geliebte aufs neue in seine Arme. Sie aber suchte mit fragendem Blick seine Augen, und nachdem sie eine kleine Weile mit sich selber gekämpft hatte, sagte sie: „Mit dieser Ueberraschung war es also nichts. Eine andere Aufklärung aber bist du mir allerdings noch schuldig, und du darfst mir nicht zürnen, wenn ich sie jetzt von dir erbitte, damit nichts Geheimnisvolles und Unausgesprochenes mehr zwischen uns sei.“ „Frage mich, was du willst. Ich verspreche im voraus, daß ich dir keine Antwort verweigern werde.“ „Weshalb bist du bei Nacht und Nebel von Donnersberg abgereist und hast mir damit so unendlich viel Sorge und Kummer bereitet?“ „Ich war darauf gefaßt, daß du darüber Rechenschalt von mir fordern würdest. Aber ich mußte diese Forderung abwarten, weil ich nicht aus freien Stücken an die traurigen Dinge rühren durfte, deren Erinnerung ich so gern aus deinem Gedächtnis getilgt sähe. Ich versuchte zu entfliehen, weil ich mich überwacht wußte, und weil ich weiteren Vernehmungen und Verhören ausweichen wollte. Nicht daß ich dabei für mich selbst etwas zu fürchten gehabt hätte. Du weißt ja jetzt, daß das nicht der Fall war. Aber wenn ich auch nicht (Nachdruck verboten.) war, so kannte ich doch den Mörder deines unglücklichen Vaters. Nachdem mir am Nachmittag des Festes dein Stiefbruder in brüsker Form die Aufforderung übermittelt hatte, das Gebiet des Schlosses zu verlassen und jeden Verkehr mit seinen Bewohnern abzubrechen, fühlte ich natürlich ein Verlangen, von dem Grafen selbst die Aufklärung über die Grane# zu erhalten, die ich begreiflicherweise von seinem Sohne nicht erbitten mochte. Ich suchte deinen Vater längere Zeit vergebens unter seinen Gästen, und als ich endlich erfuhr, daß er in seinem Arbeitszimmer sei, nahm ich mir die Freiheit, ihn dort aufzusuchen. Als ich den Gang betrat, an dessen Ende das Arbeitszimmer liegt, sah ich deinen Stiefbruder aus der Tür desselben treten. Er schien furchtbar aufgeregt und verstört, und weil ich eine Wiederholung der peinlichen Szenen vermeiden wollte, die sich zwischen ihm und mir bereits abgespielt, verbarg ich mich in einer Türnische, so daß er dicht an mir vorüberging, ohne mich zu bemerken. Ich aber konnte ihn bei der Gelegenheit aus unmittelbarer Nähe beobachten, und ich hatte bei seinem Anblick sogleich die Empfindung, daß dieser Mensch irgendeine schwere Schuld auf dem Gewissen haben müsse. Scheu wie ein Verfolgter blickte er um sich; auf den Fußspitzen und dicht an die Wand gedrückt, schlich er sich, offenbar, um von niemandem gehört zu werden, in das obere Stockwerk hinauf. Als mir das Zufallen einer Tür anzeigte, daß er in eines der oberen Zimmer getreten war, setzte ich meinen Weg fort und öffnete, als ich auf mein Klopfen keine Antwort erhielt, unter dem Druck einer bösen Ahnung die Tür des Arbeitszimmers. Da sah ich zu meinem namenlosen Entsetzen deinen Vater leblos am Boden liegen, und ich würde selbstverständlich sofort Lärm geschlagen haben, wenn ich nicht am Ende des Ganges Schritte vernommen hätte. Ich sprang abermals beiseite, und der Major Brandenfels, der jetzt auf die Stätte des Verbrechens zuschritt, bemerkte mich ebensowenig, wie mich vorher der Mörder bemerkt hatte. Nun, da ich sicher war, daß alles geschehen würde, was die Umstände erheischten, machte ich mir kein Gewissen mehr daraus, mich rasch zu entfernen. Denn ich wollte nicht in der Nähe des Tatortes gesehen werden, um nicht gezwungen zu sein, Zeugnis abzulegen über das, was ich wahrgenommen. Wahrlich nicht aus schonender Rücksichtnahme auf den fluchwürdigen Täter. Aber dieser Täter war dein Halbbruder, Edith! Und wenn ich ihn beschuldigte, so brachte ich damit zu dem unabänderlichen Unglück, das bereits geschehen war, noch mehr Jammer und Leid er-erS# # 5 8 ∆ S 85 95 322 5 S 9 8 B 0••2 2„— * 8 ** S#e über dich und deine unglücklichen Angehörigen. War dies Leid auch vielleicht nicht zu vermeiden, so wollte doch nicht ich es sein, der es heraufbeschwor. Daraus allein erklärt sich mein beharrliches Schweigen auf alle an mich gerichteten Fragen, und daraus allein erklärt sich auch meine Flucht, die mir sicherlich von dir ebenso wie von deinem trefflichen Vetter als eine Handlung schimpflicher Feigheit ausgelegt worden ist.“ „Nein, Liebster!“, rief sie in einem Ton, der ihn wahrlich nicht an der Aufrichtigkeit der Versicherung zweifeln lassen konnte.„Niemals habe ich dich für einen Feigling gehalten. Nicht für die Dauer einer einzigen Minute bin ich irre geworden an deinem Mut, deiner Treue und deiner Ritterlichkeit. Ich gebe zu, daß ich deine Handlungsweise nicht verstand, und daß sie mir viele bittere und sorgenvolle Stunden bereitet hat. Aber ich blieb darum doch immer überzeugt, daß du triftige Gründe gehabt hattest, und daß ich keinen Grund hatte, mich meines Geliebten zu schämen.“ „Mein süßes Mädchen!“ rief er, und mit heißen Küssen bedeckte er das erglühende Gesicht, das sich an seine Schulter geschmiegt hatte. Da plötzlich fuhren sie erschrocken auseinander, denn sie hatten in ihrer Weltvergessenheit den Klang eines näherkommenden Schrittes erst gehört, als der Ankömmling schon dicht bei ihnen stand. Der aber sah nicht aus, als ob er gesonnen sei, störend in ihr junges Liebesglück einzugreifen. Mit einem Lächeln, das seinem feinen, klugen Gesicht jeden Anschein von Blasiertheit nahm, klopfte der Freiherr von Reckenburg dem jungen Schriftsteller auf die Schulter und sagte: „Lassen Sie sich durch mich nicht stören, lieber Freund! Da ich jetzt wohl so etwas wie das Haupt der Familie bin, nehme ich mir die Freiheit, unaufgefordert meine Zustimmung zu Ihrer Verlobung mit meiner Cousine zu geben. Ich möchte nämlich, daß sie nach allem Schweren, was sie durchlebt hat, recht bald auf andere, fröhlichere Gedanken gebracht werde. Und mir scheint, daß niemand besser geeignet ist, diese Aufgabe zu erfüllen, als Sie.“ In überströmender Herzensfreude ergriff Odemar die dargebotene Freundeshand. Und Edith eilte auf ihren Vetter zu, um einen herzhaften Kuß auf seine Lippen zu drücken. Der Freiherr aber wehrte lachend ab. „Um des Himmels willen— da hinten kommt Miß Trimmer. Und ich möchte ihr nicht gleich in der ersten Stunde Anlaß zur Eifersucht geben. Ich habe mich nämlich soeben mit ihr verlobt.“ Ende. Die Kunst des Diamantschleifens. Der Diamant verdankt feinen lebhaften Glanz der Stärke, mit der die durch ihn hindurchgehenden Lichtstrahlen gebrochen werden. Auch die außerordentliche Härte, die ihm eine sehr hohe Politur anzunehmen gestattet, hat teil daran. In hohem Maße gefördert wird sein Feuer und das Farbenspiel des gebrochenen Lichtes durch den Brillantschnitt. Merkwürdig ist dabei, daß nicht die Theorie, sondern die Praxis diese der Entfaltung aller charakteristischen Eigenschaften des Steins so günstige Form entdeckt hat. Der Brillant besteht aus einem oberen Teil, der Krone, die eine ziemlich breite Würfelfläche trägt, und einem unteren, der Kalotte, die beide eine pyramidale Gestalt haben und zueinander und in ihrer Höhe und Breite in bestimmtem Verhältnis stehen; ebenso haben die Jacetten eine bestimmte Anordnung und Neigung zueinander. Zuerst angewendet wurde dieser Schnitt auf einer Reihe von Krondiamanten, die im Auftrage des Kardinals Mazarin neu geschliffen wurden. Die zweite gebräuchliche Art des Diamantschliffes, die Rosettenform, war schon früher, im Jahre 1520, erfunden worden. Die Kunst des Diamantschleifens überhaupt ist keine so alte, wie man anzunehmen geneigt ist. Sie rührt von Louis von Berquem aus Brügge her, der sie durch Zufall entdeckt haben soll, und der später auch den unter dem Namen Sancy bekannten Diamanten Karls des Kühnen geschliffen hat. Vor dieser Zeit mußte man sich damit begnügen, die Diamanten durch gegenseitiges Reiben gegeneinander zu polieren. Die Steine, mit denen die Agraffe Karls des Kühnen besetzt ist, sind auf diese sehr rohe, unzureichende Art bearbeitet. Bei der Bearbeitung der Diamanten kommt es zunächst darauf an, die fehlenhaften Stellen zu entfernen. Dabei darf das Gewicht nicht allzusehr vermindert werden. Welche Verantwortung bei der Kostbarkeit des zu behandelnden Materials auf dem Arbeiter lastet, ist erklärlich. Der durch Uebung geschärfte Blick weiß indessen in jedem einzelnen Falle sogleich das Richtige zu finden und namentlich aus den Strukturverhältnissen des Steins Nutzen zu ziehen. Der Diamant ist nämlich leicht spaltbar parallel den Flächen des Oktaeders, der seine Kristallform bildet. Um dem Stein auf diese Weise beizukommen, muß er zunächst an der Oberfläche geritzt werden, eine Arbeit, die zeitraubend ist und außerordentliche Vorkehrungen erfordert. Im wesentlichen wird durch anhaltendes Reiben des zu spaltenden Diamanten mit einem scharfkantigen Spaltungsstück eines schwarzen Diamanten der Riß herbeigeführt. Ein Messer, das in die Kerbe eingesetzt und auf das mit einem Eisenstabe Schläge geführt werden, spaltet ein Stück der Fläche entlang ab. Sind so die schadhaften Stellen ausgemerzt, so erhält der Stein die Hauptfläche derjenigen Form, die er später besitzen soll. Dies geschieht in ähnlicher Weise wie das Spalten. Es handelt sich hierbei ncht nur darum, den Spaltungsflächen nachzugehen, sondern den Flächen vor allem diejenige günstige Lage zu geben, die das Farbenspiel gehörig hervortreten lästt und der totalen Reflektion Vorschub leistet. Dies ist der schwierigste Teil der Arbeit. Das Polieren, die letzte Operation, wird allein durch eine Maschine, eine gußeiserne Scheibe, die in der Sekunde an hundert Umdrehungen macht, besorgt. Als Poliermittel kann nur das eigene Pulver, der Diamantbort, verwendet werden. Der durch das Schleifen herbeigeführte Verlust ist natürlich je nach der Reinheit und sonstigen Beschaffenheit des Steins sehr verschieden, beträgt aber jelten weniger als die Hälfte seines Gewichts. Der Kohinor zum Beispiel wog in dem schlecht bearbeiteten Zustande, wie er der Königin Vittoria von der ostindischen Handelskompagnie zum Geschent gemacht worden war, 186 1/16 Karat, während sein Gewicht jetzt, nachdem er in Amsterdam neu geschlif'en worden war, 102 13/16 Karat beträgt... Aehnlich verhält es sich mit dem„Südstern“, der ursprünglich 254¼ Karat schwer war und nach dem Schliff auf ein Gewicht von 125 Karat sank. Die Menageriebesitzer klagen über die Zunahme der Kinematographentheater, die ihnen das Geschäft verderben. Früher seien sie mit ihren Tieren in den Dörfern mit Freuden empfangen worden, und ihre Vorführungen seien zahlreich besucht gewesen. Seit aber in jedem Dorf ein Lichtspieltheater sei, haben nur noch die wenigsten Interesse für lebende Tiere, da die Leute für wenige Pfennige die prächtigsten Tiere in allen erdenklichen Situationen im Film sehen könnten. ∆ Ein unheimliches Haus. Erzählung von Hanns Simon=Hagen. (Sachdruc verbcte. Es war mir zu nahe, mich mit dem Nimbus der Aengstlichkeit zu umgeben und ebenso unbequem, meine sonst brillante Wohnung zu wechseln. Aus diesen und anderen Gründen blieb ich wieder, ohne zu ahnen, was mir in diesem unheimlichen Hause noch bevorstand. Es war an einem eisig kalten Dezemberabend, ich vergesse es in meinem Leben nicht, als ich nachts in ziemlich später Stunde, in fidelster Stimmung, meiner Wohnung zusteuerte. Die Straßen waren menschenleer, und nur ein einsamer Passant ging in nicht allzu großer Entsernung vor mir her. Der Mann war in einen langen Mantel gehüllt und erregte wegen seines lautlosen Ganges meine merksamkeit. Einige raschere Schritte, und ich vermochte ihn ziemlich deutlich zu erkennen. Für einen Augenblick stockte mir der Atem. Das war ja derselbe Kerl, der neulich nachts unser Haus verließ. Instinktiv sprang ich in die nächste Haustür, drückte mich in eine Ecke und lugte vorsichtig hervor. Was ich mir gedacht, geschah. Der Kerl verschwand in unserem Hause. Was er nur dort wollte. Die Eindrücke der letzten mysteriösen Nacht waren noch frisch in meinem Gedächtnis. Meine Kombination ging dahin, daß dieser Mensch mit den geheimnisvollen Vorgängen in unserem Hause in Verbindung stehen müsse. Ich ahnte ja nicht, daß ich nur zu bald am eigenen Leibe erfahren müsse, wie richtig meine Vermutung sei. Keinen Augenblick zögernd, folgte ich ihm fast auf dem Fuße, fand zu meinem Erstaunen die Tür offen, und sah noch soeben, wie der Mensch, eine Blendlaterne tragend, in der Kellertür verschwand. Einen Augenblick überlegte ich, was zu tun sei. Unter allen Umständen wollte ich den Schleier des Geheimnisses lüften, und doch hielt mich eine ungewisse Furcht vorerst davon ab. Im Hause war alles totenstill, und so kehrte auch in meinem Innern die natürliche Ruhe zurück. Einige leise Schritte durch den Hausflur brachten mich in den Rahmen der Kellertür, und über meine Kühnheit selbst staunend, befand ich mich alsbald auf der zweiten Stufe der Treppe. Weiter wagte ich mich nicht, da ich im Keller durchaus nicht orientiert war. Durch eine rechts liegende Tür fiel ein schmaler Lichtstreifen, und ein intensiver Geruch, ich weiß nicht wonach, benahm mir den Atem. Mit klopfendem Herzen und verhaltenem Atem lauschte ich. Deutlich hörte ich ein gedämpftes Stimmengemurmel, aus welchem ich mit unfehlbarer Sicherheit die Stimme meines Wirtes und seiner Frau heraushörte. Meine innere Erregung stieg in ein solches Stadium, daß ich fürchtete, mich durch den lauten Schlag meines Herzens allein zu verraten. Plötzlich hörte ich ein leises Geräusch hinter mir. Mich umwendend, wurden meine Augen durch das Licht einer Laterne geblendet, und ich erhielt im nächsten Moment einen solch furchtbaren Schlag auf den Kopf, daß mir fast die Sinne schwanden. Kopfüber stürzte ich die Treppe hinunter, unten mit einem dumpf schmerzenden Gefühle liegen bleibend. Die Tür wurde aufgerissen. Drei, vier Kerle stürzten heraus, die, die Situation sofort erfassend, ohne Gnade über mich herfielen und mich mit Stockschlägen und Fußtritten derart bearbeiteten, daß ich mein letztes Stündlein schon jetzt für gekommen hielt. Der Schmerz überwältigte mich, ich schloß die Augen und lag lautlos, da ich zu schwach zum Schreien war, da. Die Bande hielt mich für ohnmächtig oder gar tot, denn man ließ jetzt ab von mir. Nachdem der Neuangekommene die Situation, in der er mich betroffen, erzählt hatte, entspann sich unter den Kerlen eine lebhafte Debatte über das nun Vorzunehmende. Mit einem unterdrückten Fluch stürzte mein Wirt davon, um alsbald, mit einem schweren Gegenstand bewaffnet, auf mich einzudringen. Schon holte er aus zum furchtbaren Schlage, als plötzlich ein lauter Knall erscholl. Die Benzinlampe, die er im Vorbeigehen umgerissen, war explodiert. Schreiend und heulend stürzte meine Wirtin, gleich einer Feuersäule, aus dem anstoßenden Raum. In dem nun entstehenden, allgemeinen Tumult dachte man am wenigsten an mich, da man Mühe hatte, die lodernden Flammen zu ersticken. Da wurde oben die Tür aufgerissen. Zwei Schutzleute, wahrscheinlich durch den Knall und das Geschrei aufmerksam geworden, erschienen im Rahmen derselben. Ohnehin schon kopflos, bemächtigte sich der Bande beim Anblick der beiden Gestalten lähmendes Entsetzen, und, ehe jemand an Gegenwehr nur dachte, hatten diese die Situation erfaßt. Während einer die Bande mit seinem Revolver in Schach hielt, stürzte der zweite davon. Noch keine junf minuten waren verstrichen, als er in Begleitung eines Polizeioffiziers, sowie eines starken Schutzmannsaufgebots zurückkehrte. Einsehend, daß jeder Widerstand hier doch vergeblich, ließen sich die Mitglieder der Bande ohne Widerstand, festnehmen. Ich hatte alsbald das Vergnügen, mittels Krankenwagens zum Spital gebracht zu werden. Das nun folgende ist schnell erzählt. Am anderen Morgen bei meiner Vernehmung erfuhr ich zu meinem Erstaunen, daß es der Polizei gelungen war, eine Falschmünzerbande schlimmster Sorte festzunehmen, deren Haupt mein Wirt gewesen. „Sehen Sie, meine Herren,“ schloß Nordheim seine Erzählung,„das ist meine Geschichte. Nur dem glücklichen Zufall der Explosion verdanke ich meine Rettung.“ Ein erleichtertes Aufatmen ging durch die Gesellschaft. Stumm drückten die zunächst sitzenden Freunde Nordheim die Hand, auf dessen Wohl sofort ein Glas geleert wurde. * Für unsere Frauen. Die Frau und die Farben. Die Frage, welche Stofffarben am besten zu den Haut= und Haarfarben unserer Frauen passen, ist schon immer der Gegenstand lebhafter Erörterung gewesen und eigentlich noch nie zu allseitiger Zufriedenheit beantwortet worden. Ein bekannter englischer Schriftsteller weiß in einem kürzlich erschienenen Buche allerhand Amüsantes und Interessantes über diese Frage zu sagen. Er teilt zunächst einmal alle Frauen in vier Klassen ein und gibt nun jeder dieser Klassen besondere Anweisung für die Wahl der ihr besonders vorteilhaften Farben. Die vier Klassen sind folgende: die helle Blondine, zweitens die dunkle Blondine, drittens die blasse Brünette, und vierteus die blühende Brünette. In die Klasse der hellen Blondinen weist er alle die Gesichter, die sich durch zarte weiße Haut, helles Haar in den verschiedensten Farbenabstufungen(vom goldigen und rötlichen Schein zum flachshaarigen heraufund wieder zum orangebraunen herabtönend) und durch graue oder blaue Augen auszeichnen. Die helle Blondine hat in den meisten Fällen eine zarte, farblos weiße Hautfarbe, die unter Umständen, wenn das blonde Haar einen rötlichen Schein aufweist, zu lebloser Blässe wird. Es ist