" It Simn Seiur aben und andnr Feierags. Bezuoprro G.„ Doimnt Jadrlch, dei der Post für Bestelgeld 42 Plo. medr. Wöchenu. Grallsdelage:„Ikusktrierm Samillenfreund“ u. 1agl. Unierbaltungsbiart. Anzeigenpreis: Die bedengespaltene Pettzoll= oder derrn Raum 10 Plg., Anzeigen oon gars 13 Pla, Retlamezell 40 Pfg. Jedn Radau gill als Kasarnban u. erlischl den Nonzorsen, Zwangssergleichen, gerichtl. Klagen u. (scheuchund erent. Sestusseturs! Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung 1• 7* für dete nieis wer Schwerter Volksblan Verbunden mit: Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Dolkszeitung Schwerker Cageblatt O Schwerter Anzeiger Grstes und älteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeiger für den Kreis börde o Haupt-Hononcenblan alus hrie, end ioheigelzelichen Derra. gungen so; den Aets Hörte erlangen gunes Betanntnochung der Aöalglichen Regleguug durch Verossenlichung ie der„Schwerter Jeitung“ rechtzverdindliche Kroft.— Die „Schwerter Zeilung“ gewöhrt idren Adonnenun für seden ai Tod indsodmn Ualsel gr. zngungen: 300 Mk. Unfall. Druch u. Verlage. Cor Braus. Schwers. RudFernsp 62. Telegr. Adr. Braus Schwerte. Rude“ Nr. 127. Donnerstag, den 3. Juni 1915. 47. Jahrgang. Acktbeute in ufrn! Ueber 300000 Gefangene, 250 Geschütze, 576 Maschinengewehre! ∆ W por dor Cooghor.ngstoßen sei. Des Amerikoners Wohlspruch lau Die Wahrheit marschiert! Als der Krieg ausbrach, hatte Dautschland nicht nur eine Welt in eherne Wa fen gegen sich, nicht minder gefährliche papierne Waffen wurden gegen den„Friedensstörer“ ausgestreckt. Hat je ein Volk „eine schlechte Presse“ gehabt, so war es das deutsche. Im Blätterwalde der Neutralen hörte man giftige Winde rauschen gegen den Militarismus, gegen die Barbares der Deutschen. Alles Unrecht war auf ihrer Seite, alles Recht auf Seite der Gegner. Und diesem Papierfeldzug stand Deutschland nicht so gerüstet gegenüber, wie dem Kampfe mit der blanken Waffe. Es war nicht darauf vorbereitet, daß die„neutrale Presse“ gewisser Länder mit solch gewaltigen Unratkübeln ausgerüstet war, die es wohlgefüllt in der Hand hielt, um sie über deutsche Kultur, dauutsche Treue und Friedensliebe auszugießen, mit der Absicht, deutscher Tugend das durch vor dem Auslande ein Aussehen zu geben, das der Wahrheit direkt entgegengesetzt war. Deutschland wehrte sich zuerst mit Worten gegen die Schmutzanwürfe! Nicht immer glücklich! Es war auf die Kriegsart nicht recht eingestimmt. Das deutsche Schwert, deutscher Kampfesmut cuf den Schlachtfeldern und deutsche Arbeit daheim hat auch den papiernen Gegnern die beste Antwort geben müssen. Deutschland setzte gegen die Schmähworte die Tat und siegte auch da. Unzweifelhaft haben wir in den 10 Monaten des Krieges eine bessere Presse bekommen, wenn sie auch noch alles andere eher ist, als gut. Wir verlangen ja auch nichts weiter, als daß sie gerecht ist. Und derartige gerechte Stimmen mehren sich immerhin, selbst in den Zeitungen, die wirklich nicht als deutschfreundlich bezeichnet werden können. So schrieb im„Outlook“, ein„Vollblutamerikaner“, über das„Recht und Unrecht dieses Krieges“ und hält dabei seinen Landsleuten den Spiegel der Wahrheit vor ihre englandfreundlichen Gesichter. „Wer den Krieg angefangen hat“, schreibt er, „ist eine Frage, über die ich mir gar nicht den Kopf zerbreche. Ich bin fest überzeugt, daß Rußland den Krieg begonnen hat, und zwar mit Einverständnis Englands und Frankreichs. Ich warte immer noch auf eine plausible Erklärung, warum Frankreich Milliarden an Rußland geliehen hat Kapitalien, bei denen Frankreich jährlich über 40 Millionen Dollar an Zinsen einbüßt, wenn man bedenkt, was eine bessere Kapitalsanlage eingebracht hätte. Das Geld diente selbstverständlich zur möglichst roschen Bewaffnung und Reorganisation der russischen Armee. 1916 und 1917 wären die russischen Horden in Bereitschaft gewesen, und Frankreich, Rußland und England wären über Deutschland hergefallen. Und nun zu Belgien. Belgien konnte sich von den Schrecken des Krieges freigehalten haben, aber es fürchtete den Zorn Frankreichs und Englands, wenn es den Deutschen freien Durchzug gewährte; denn Belgien dachte, wie fast die ganze übrige Welt, daß die Verbündeten kurzen Prozeß mit Deutschland machen würden. Belgien setzte eben alles auf eine Karte, die falsche, und verlor... So liegt nun Belgien als einer der vielen von England Gefoppten. Und England, um seine Doppelzüngigkeit u. Ohnmacht zu verbergen, läßt seine Heere winselnder, flennender Harichler gegen die Welt los.“ Mit bitterem Hohne behandelt der Vollblut1:: amerikaner dann die amerikanischen Beteuerungen der Friedensliebe und des Abscheus vor dem Kriege. Er erinnert an den spanisch=amerikanischen Krieg und an die Kriege, die England wohl ein Dutzend mal mit schwachen Staaten und wilden Stämmen geführt hat. Jetzt erst jammere Amerika Przellihst dor der WierereireerIs Haupiouarier 9 Juni 1915,1 zwischen Ugiang und Eiragola. Bei wib. Großes Haupiquartier, 2. Juni 1915. Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Bixschote, nordöstlich von Steenstraate schossen wir ein englisches Flugzeug herunter. Die Insassen, ein englischer und ein belgischer Offizier, wurden gesangen genommen. Die Zuckerfabrik westlich von Souchez, in die imlaufe des gestrigen Nachmittages die Franzosen eingedrungen waren, ist von uns wieder genommen. Ein französischer in den Abendstunden auf unsere Stellungen bei und südlich von Neuville unternommener Angriff wurde abgeschlagen. Nur ein kleines über die Straße NeuvilleEcurte vorspringendes Grabenstück ist vom Feinde besetzt. Im Priesterwalde dauert der Nahkampf um einzelne Grabenstücke noch an. Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei Neuhausen, 50 km nordöstlich, und bei Hidike, 60 km südöstlich von Libau, fanden erfolgreiche Gefechte gegen kleinere russische Abteilungen statt. Ebenso weiter südlich bei Szawle und an der Dubisso, südöstlich von Kielmy, sowie zwischen Ugiany und Eiragvia. Bei Szawle wurden 500 Gefangene gemacht. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Zwei weitere bei Dunkowiezki gelegene Werke der Festung Przemysl wurden gestern Nhrnt."„ Tt. Panan B. Nach dem Siege bei Stryj drangen die verbündeten Truppen gestern in der Richtung Medenice vor. Im Laufe des Monats Mai sind auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz 863 Offiziere und 268899 Mann gefangen, 250 Geschütze 576 Maschinengewehre erbeutet. Hiervon entfallen auf die dem General=Obersten von Mackensen unterstellten verbündeten Truppen 400 Offiziere, darunter 2 Generale, und 152254 Mann als Gefangene, 160 Geschütze, darunter 28 schwere, und 403 Maschinengewehre. Einschließlich der auf dem östlichen Kriegsschauplatz gemachten und gestern veröffentlichten Gefangenenzahl beträgt demnach die Samme der im Mai in die Hände der verbündeten Truppen gefallenen Russen etwa 1000 Offiziere und über 300000 Mann. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Bericht. atlich.) 9—4|4 Snfanterievatronen, 32000 russise und England, da es auf einen stärkeren Gegner gestoßen sei. Des Amerikaners Wahlspruch lautete: „Ich bin für Abrüstung, aber wenn ich meine Fabriken beschäftigt halte, die Waffen für die kriegführenden Nationen liefern, kannst du mich doch nicht tadeln, nicht wahr? Geschäft ist Geschäft. Wenn der Krieg zu Ende ist und ich keinen Absatz mehr für meine Kriegslieferungen habe, so werde ich der Frage der Abrüstung wieder nähertreten. Denn ich bin sehr edelmütig. Sieh meinen Heiligenschein, meine Flügel! Ich betrachte es als meine Pflicht, der Welt ein edles Beispiel zu geben.“ Mit Worten edelster Begeisterung bekennt sich der Vollblutamerikaner dann zu den Deutschen, denen er den Sieg wünscht, denn„wenn Deutschland gewinnt, so wird das ein Triumph der Tüchtigkeit und Voraussicht über die Wühler und Unfähigen sein. Es wird ein Triumph eines Landes der Häuslichkeit über ein Land des Rassenselbstmordes und der Eifersucht sein, und, bildlich gesprochen, ein Sieg Spartas über das verfallene Rom. Die Welt braucht Deutschland, das noch an Männlichkeit glaubt, um der Verweichlichung, dem Sichgehenlassen, der Waschläppigkeit und Unterwür igkeit entgegenzuarbeiten, die zu Entartung und Zersetzung führen.“ Die Wahrheit marschiert! Wir Deutschen brauchen aber nichts als die Wahrheit, um die Reinheit unseres Schildes zu erweisen. Unsere Gegner brauchen die Lüge, um die Flecken der Schande von ihren Schilden wegzutäuschen. Es wird ihnen auf die Dauer nicht gelingen. Im Kampf der Wahrheit mit der Lüge ist die Lüge am Ende noch immer unterlegen. wtb Wien, 3. Juni.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 2. Juni mittags: Russischer Kriegsschauplatz. Auf dem russischen Kriegsschauplatze wiederholte der Feind seine starken Angriffe auf die östlich des San stehenden verbündeten Truppen. Unter neuen schweren Verlusten wurden die Angriffe des Gegners durchweg abgewiesen. An der Nordfront der Festung Przemysl wurden zwei weitere Werke erstürmt und das zuvor gewonnene Terrain behauptet. Südlich des Dujestr schreitet unser Angriff erfolgreich fort. Die feindlichen Stellungen zwischen Stryj und Holodcyz wurden gestern erstürmt. Starke russische Kavallerie, die im Südosten in der Gegend von Solotwina zum Angriff auf unsere dortigen Stellungen vorging, erlitt große Verluste und zog sich stellenweise fluchtartig zurück. In den Schlachten des Mai wurden von den unter österreichisch= ungarischem Oberkommando kämpfenden verbündeten Truppen an Gefangenen und Beute eingebracht: 853 Offiziere, 268 869 Mann, 250 leichte und schwere Geschütze, 576 Maschinengewehre und 189 Munitionswagen. Hierzu kommt zahlreiches sonstiges Kriegsmaterial, das z. B. bei einer der Karpathenarmeen allein an 85 000 Stück Artilleriemunition, 5½ Millionen Infanteriepatronen, 32 000 russische Repetiergewehre und 21000 russische blanke Wassen beträgt. Italienischer Kriegsschauplatz. Auf dem italienischen Kriegsschauplatz blieben alle bisherigen Unternehmungen des Feindes ohne Erfolg. Die mit großem Aufwand an schwerer Geschützmunition verbundene Beschießung des Plateaus von Lavarone=Folgaria und einzelner Kärntner Sperren vermochte unseren Werken keinen nennenswerten Schaden zuzufügen. Ansonsten fanden weder an der Tiroler noch an der Kärntner Grenze große Kämpfe statt. Im Küstenlande wurde ein Angriff des Feindes auf den Kru=Rücken unter schweren Verlusten für die Italiener abgewiesen. Das durch ein Kommunique des italienischen Marinestabes veröffentlichte Resultat des Bombardement, von Pola durch ein italienisches Luftschiff trifft nicht zu. Vier Vomben explodierten allerdings, doch ist der angerichtete Materialschaden minimal. Ein Brand ist nirgends ausgebrochen. Die bei der Beschießung von Monfalcone verursachten Beschädigungen reduzieren sich auf die leichte Verletzung einer Zivilperson durch Steinsplitter. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, Feldmarschall=Leutnant. 000 Stück Artilleriemunition, 5½ Millionen! von Höfer, Fe Eine neue Warnung au die amerikanische Schiffahtl. i— Waufin sandte] Botschafter Gerard fügt hinzu, daß das deutsch Der amerikanische Botschafter in Berlin sandte auf Ersuchen der deutschen Regierung eine neue dringende Warnung an die amerikanische Schiffahrt vor unvorsichtigem Befahren der als Kriegs'. zone erklärten Gewässer. Vor allem wird darauf aufmerksam gemacht, daß alle Abzeichen, die ein Schiff als ein neutrales kennzeichnen, deutlich zur Schau getragen werden müssen. Der amerikanische Botschafter Gerard fügt hinzu, daß das deutsche Auswärtige Amt die neue Warnung angesichts der Tatsache erläßt, daß während der letzten Wochen wiederholt neutrale Schiffe in der Kriegszone von deutschen Unterseebooten versenkt wurden, weil in der Dunkelheit die schlechte Beleuchtung neutraler Kennzeichen nicht erkannt und die betreffenden Fahrzeuge für englische gehalten wurden. Der eiblindende Grey. Der englische Staatssekretär Grey, der eigentliche Urheber dieses Weltkrieges, hat mitten im Verlauf dieses Krieges einen längeren Urleub zur Heilung eines Augenleidens genommen. Die neuen Min'ster Lord Crewe und der Minister ohne Portefeuille Lansdowne vertreten den Beurlaubten. Ob es wirklich nur ein Augenleiden ist, das den Minister, der von den leitenden Staatsmännern aller Zeiten und Länder die schwerste Verantwortung trägt, zur einstweiligen Niederlegung der Geschäfte veranlaßte, oder ob Grey den unerwarteten Folgen seiner verbrecherischen Taten erliegt, und sich dauernd vom Amte zurückziehen wird, bleibt noch abzuwarten. Jedenfalls ist dieser Stoatsmann, der in wenigen Jahren zur höchsten Macht und Popularität oufgestiegen war, schon heute als eine gefallene Größe anzusehen. In England mehrt sich die Zahl der Stimmen, die in der von Grey bewirkten Entfesselung eines Weltkrieges für England nur schweres Unglück erblicken. In der Geschichte aber wird Grey einmal der Ruhm eines Herostratos zugesprochen. Um den deutschen Nebenbuhler zu vernichten, stürzte der blinde Staatsmann Europa in einen Krieg, aeis dem Englands bisher für unbezwingbar gehaltene Seemacht gebrochen hervorgehen wird. Gegen die amerikanische Wassenausfuhl an England und Frankreich werden in mehr als 200 großen Zeitungen der Vereinigten Staaten scharfe Protestkundgebungen Neutraler veröffentlicht. Die Artikel, die in eindringlicher und würdiger Form abgefaßt sind, tragen die Namensunterschriften von Verlegern und Schriftleitern — von 431 in##isländischer Sprache in den Vereinig“ ten Staaten erscheinenden Zeitungen. Unter den Unterzeichnern befindet sich eine ganze Anzahl, die den mit Deutschland im Kriege stehenden Völkern entstammen. So finden wir unter ihnen 6 Franzosen, 3 Serben, 2 Flamen, 1 Japaner, 7 Russen, 11 Tinnen und 1 Letten; außerdem mag noch an geführt sein, daß 105 Italiener, 44 Polen, 48 Juden, 30 Schweden, 25 Ungarn, 11 Norweger und je 10 Spanier und Holländer das Schriftstück unter zeichnet haben. Jedenfalls ist dies niue Mittel den englandfreundlichen Zeitungen sehr ungelegen gekommen, und sie beeiferten sich um die Wette, zu erklären, daß diese ganze neue Propaganda, wenn sich auch unter den Unterzeichnern der Anzeige kein einziger Dautscher befinde, doch nur deutsche Mache und von deutschem Gelde bezahlt sei. Herr Louis Hammerling, der Vorsitzende des amerikanischen Vereins von Zeitungen in auswärtiger Sprache, hat sich öffentlich als der eigent liche Leiter und Macher der neuen Propaganda bekannt, für die er aus seinem Privatvermögen über 400 000 Dollar als Bürgschaft zur Verfüguung gestellt hat. Der Krieg gegen Aublacr. zur Verteidigung ihrer Bukowina=Stellungen. Die frischen Truppen wurden sofort an den meistbedrohten Flügel gebracht, welcher einen vehementen Druck gegen die Verbündeten unternahm, um den Uebergang über den San zu erzwingen, aber eine große Niederlage erlitt. Abgesehen von den zahlreichen Toten und Verwundeten wurden 1000 russische Gesangene gemacht. Es war eine der blutig sten Schlachten überhaupt. Die Neutralität Numäniens. Wien, 2. Juni. Das„Neue Wiener Tagebl.“ läßt sich indirekt aus London berichten:„Central Newe“ melden zensiert, daß Rußland die von Rumänien verlangte Kompensationen abgelehnt habe und daß kein Heraustreten Rumäniens aus der Neutralität mehr zu erwarten sei. Der Riieg degen England. Der Eroberung von Stryj gingen zahlreiche heftige Gefechte voraus. Zu den erbittertsten Kämpfen gehört das Ringen um Sisowice. In dreifacher Hinderniszone hatten sich die Russen dort verschanzt. Ein mit Stacheldraht um' zäunter starker Graben, dann der befestigte Bahndamm und endlich das Dorf selbst mußten gestürmt werden. Die Russen setzten das Dorf, nachdem sich die Sturmtruppen an den Ortsrand vorgearbeitet hatten, in Brand; die Schlacht ging aber weiter. Am die brennenden Häuser entspann sich ein wütender nächtlicher Nahkampf mit Bajonett und Kolben. Der Ort wurde genommen und die Russen zogen sich in die Wälder von Stryj zu rück. Vor der Stadt, wo schon anfangs November das Korps Hoffmann stärksten Widerstand gefunden hatte, leisteten die Russen auch diesmal erbitterte Gegenwehr. Immer neue Kräfte traten in Tätigkeit. Gegenangriff folgte auf Gegenangriff, doch die Armee Linsingen, vor allem das unmittelbar gegen die Stadt operierende Korps Bothmer, das seinerzeit auch den Zwinin bezwungen hatte, arbeitete sich kräftig vorwärts. Schon am Sonntag gewannen sie beträchtlichen Raum. Ein allgemeiner Sturmangriff brachte dann den Besitz der Stadt. Sofort gingen die Truppen über den Fluß. Augenblicklich stehen sie schon etwa in der Mitte zwischen Stryj und Dujestr. Die Räumung Radoms. Petersburger, Blätter melden, daß vor dem Andrängen der deutsch=österreichischen Streitkräfte ges gen die Pilica Radom, das nur noch 45 Kilometer südwestlich von dem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt an der Weichsel, der Festung Iwangorod, entfernt liegt, von den russischen Truppen geräumt wurde. Die Russen bekommen danach gründlich Angst vor einem konzentrischen Sturm auf die große Weichselfestung Warschau, mit der die russische Widerstandskraft steht und fällt. Auch auf dem Nordflügel befürchtet Rußland unliebsame Ueberraschungen. Die 70 Kilometer östlich von dem äußersten Ostzipfel der Provinz Ostpreußen am Memel gelegene Festung Kowno erscheint ihnen ernstlich bedroht. Nur so erklärt sich, Petersburger Blättern zufolge, die soeben erfolgte Ausweisung von 20000 Juden aus dem Festungsgebiet. Auch cus Kurland wurden neuerdings viele Tausende von Juden ausgewiesen und in das Innere Rußlands verschickt Wir hören also bald Erfreuliches von unserem Vormarsch gegen Mitau. Vor einer Räumung Lembergs? Aus Wien wird berichtet: Nach Meldungen aus Lemberg sind jetzt dort die an der Peripherie der Stadt in Angriff genommenen Erdarbeiten, die strategischen Zwecken dienen, plötzlich eingestellt worden. Die Bureaus der Filiale der Russisch= Asiatischen Bank, die erst vor einiger Zeit ihre Tätigkeit in Lemberg eröffnete, sind seit dem 12. Mai geschlossen. Ein Teil der Behörden des Generalgouvernements für Galizien wurde von Lemberg nach Zloszow verlegt. Die Verhaftung von Polen, Akrainern und Juden dauert ohne Unterbrechung fort. Drohobycz befreit. Englische Arbeiter=Propaganda für den Frieden. Kopenhagen, 2. Juni. Aus London wird gemeldet:„Labour Leader“ fordert die Arbeiterpartei in einem Artikel„Stop the War“ auf, Propaganda für Kriegsschluß zu machen. Eine große Bewegung wird organisiert, um den europäischen Konflikt friedlich zu lösen. Der Sicherheitsvorhang. Berlin, 3. Juni„Daily News and Leader“ vom 28. Mai enthält folgende Ankündigung: Ein neuer Werbeaufruf erscheint jetzt auf den Sicherheitsvor. hängen der Londoner Theater mit folgenden: Wortlaut:„Das ist der Sicherheitsvorhang dieses Theaters. Die Männer Englands sind der Sicherheitsvorhang, der unser Land vor dem Untergang rettet und unsere Frcuen und Kinder vor Tod und noch Schlimmerem bewahrt. Seid ihr Teile dieses Khaki=Sicherheitsvorhanges? Wenn nicht, warum nicht? Gedenket der„Lusitania“! Rächt die Unschuldigen! Helft denen, die für euch kämpfen! Zu den Waffen! Für König und Vaterland! Gott erhalte den König!“ dem Hause flüchten und wurden mit Todesdrohungen verfolgt. Die Plünderung dauerte 3 Stunden. Die Gendarmerie war unsichtbar. tu Zürich, 2 Juni. Dem Mailänder„Avanti“ zufolge hat der neue Quästor von Mailand, Ferrari, festgestellt, daß bei den Pöbelunruhen 980 Wohnungen vollständig geplündert, 672 Geschäftsräume zerstört und eine große Anzahl Wertgegenstände aus den Häusern von Italienern verschumnden sind. Der italienische Pöbel stürmt Grabstätten. Berlin, 2. Juni. Aus Lugano wird dem„B.T.“ gemeldet: Die Villa der Bourbonen in Viareggio, in der sich das Erbbegräbnig der Herzöge von Parma befindet, ist vom Volke gestürmt worden. Auf der Villa wurde die italienische Fahne gehißt. Daß der Salandra=Pöbel selbst vor einer Grabstätte nicht halt macht, dürfte auf die Tatsache zurückzuführen sein, daß die Gemahlin des österreichischen Thronfolgers, die Prinzessin Zita von Parma, eine Bourbonin ist. Salandras Antwort an Bethmann Hollweg. bb Lugano, 3. Juni. Nach dem„Giornale d Italia“ wird Salandra heute in der Sitzung des römischen Komitees für Mobilisation der Zivilbevölkerung auf dem Kapitol eine Ansprache halten, in der er die Rede des deutschen Neichs kanzlers beantworten wird. Der U=Boot=Krieg. Als der große 15000 Tonnen fassende Dampfer „Megantic“ auf seiner Reise von Liverpool nach Kanada mit einer großen Anzahl Passagiere sich in der Nähe von Queenstown befand, sahen die Mannschaften plötzlich ein deutsches U=Boot auf sich zukommen. An Bord entstand unter den Passagieren eine furchtbare Aufregung, hunderte von Menschen drängten sich auf dem Vorderteil des Dampfers zusammen. Vom Schiff wurden sofort an die englischen Behörden drahtlose Hilferufe ausgeschickt und der Dampfer suchte sich einstweilen in wildem Zickzackkurs dem Verfolger zu entziehen, was ihm auch infolge seiner größeren Schnelligkeit gelang. Auch ein nussisches Schiff, der Segler„Mars", der an der Nordostküste von Schottland fuhr, sichtete plötzlich ein deutsches Tauchboot. Bevor er entkommen konnte, hatte ihn das U.=Boot erreicht, befahl der Mannschaft, das Schiff zu verlassen und setzte dann das Schiff mit Petroleum in Brand. Drei Granaten aus großkalibrigen Kanonen des U=Bootes beschleunigten den Untergang. Ein französischer Truppendampfer gescheitert. Haag, 2. Juni. Der Dampfer„Champagne“, der auf der Höhe von St. Lazaire gescheitert ist, ist nach einer Meldung des„Matin“ zwischen beiden Schornsteinen auseinandergefallen. Der Dampfer hatte außer der Bemannung 900 Niggersoldaten an Bord. Davon wurden bisher über 300 gerettet. Das Schicksal der übrigen ist unbekannt. Der unieg gegen Finnen! tu Berlin, 3. Juni. Der Berichterstatter der „Berliner Morgenpost“. Lennhoff, meldet aus dem k. k. Kriegspressequartier unterm 2. Juni: Drohobycz ist befreit. Jubelnd kamen den heranmarschierenden Abteilungen Deputationen der jüdischen und polnischen Bevölkerung entgegen. Wiederum Vormarsch. Hinter den Sümpfen der Stadt hatte sich der Feind gesammelt. Verstärkungen waren eingetroffen, Befestigungen angelegt worden; starke Kräfte harrten in ihnen des Ansturmes. Unverzüglich wurde der Sturm von Feldmarscholl=Leutnant Szurmay befohlen. Harte Kämpfe begannen. Im Sumpf mußten sich die Leute vorarbeiten. Sie erzwangen sich den Durchlaß und wärfen den Gegner in seine tückwärtigen Positionen zurück. Wieder erhielten die Russen Reserven, wieder begann eine neue Schlacht. Sie dauert zur Stunde noch an. Die letzten russischen Verstärkungen. tu Bukarest, 3. Juni. Aus Burdujeni wird gemeldet: Die russische Heereskektung hat größere Streitkräfte aus West= und Ostgalizien abgezogen Der Judaslohn für Italien. Wien, 2. Juni. Nach einer Berner Meldung der„Reichspost“ hat der Dreiverband rund 70 Millionen Frank für die Bestechung der Presse aufgewandt. d'Annunzio habe mehrere große Summen im Gesamtbetrage von mehr als einer Million erhalten. Nach einer Haager Meldung der„Neuen Freien Presse“ aus besonderer diplomatischer Quelle enthält der am 24. April in Paris abgeschlossene Vertrag zwischen dem Dreiverband und Italien folgende Hauptpunkte: Erstens Italien erhält eine Anleihe von 5 Milliarden Lire, zweitens England übernimmt die Garantie für einen Italien in Amerika zwecks Munitionsbeschaffung einzuräumenden Kredit von 500 Millionen, drittens einen weiteren Kredit von 300 Millionen zur Versorgung mit amerikanischen Lebensmitteln, viertens Frankreich liefert Italien eine Anzahl schwerer Creusotgeschütze, fünftens der Dreiverband garantiert Italien den bekannten Landerwerb, darunter die ganze östliche Adriaküste außer Antivari und einem von Serbien zu wählenden Hafen, sechstens Italien stellt den neuen Verbündeten 1 500 000 Mann(soll wohl heißen 150 000) zur Verfügung. Die Deutschenhetze in Italien. tu Lugano, 2. Juni. An versteckter Stelle, so daß diese Nachricht der Zensur entging, meldet der „Avanti“, daß das Oel= und Fettlager des Deutschen-Wardtembach in Castelletto(Piemont) vom nationalistischen Mob nachts überfallen und in Brand gesteckt wurde. Der Besitzer und dessen schwerkranker Bruder, ein Krüppel, mußten aus Drunter und drüber in Italien. Chiasso, 2. Juni. Die Gasthöse am Comer=, Garda= und am Langasee sind mit Verwundeten gefüllt, die aus guten Gründen von der Militärbehörde nicht in die großen Städte gebracht werden, um die Bevölkerung nicht wegen der ungewöhnlich hohen Zahl von Verletzten zu erschrecken. Schon heute aber zeigt sich, daß Italien in sanitäret Hinsicht auch nicht die elementarsten Vorbereitungen für den Krieg getroffen hat. Es fehlt in den Gasthöfen an Aerzten, Pflegepersonal und vor allem auch an Geldmitteln. Die kümmerliche Organisation versagt vollkommen gegenüber der Massenzufuhr von Schwerverletzten, die oft Stunden lang, auch Nächte hindurch in ungedeckten Räumen und auf bloßer Erde liegen bleiben müssen, bis sich ihrer die einheimische Bevölterung erbarmt. Blutige Scherereien wegen der Unterbringung der Invaliden zwischen Gasthofbesitzern und Bürgermeistern sind an der Tagesordnung. Die Bevölkerung heult, veranstaltet Bittgottesdienste und verflucht den Krieg, ist aber nur in den seltensten Fällen zur werktätigen Mitarbeit bei der Unterbringung der Kranken zu bewegen. Der Irredentismus hat hier vollkommen ausgespielt. Reisende aus Mailand versichern allen Ernstes, daß in Como Rufe: Eviva la Germania neben kräftigen Abasso la guerra!(Nieder mit dem Krieg) ausgestoßen worden sind. Am schlimmsten steht es augenblicklich mit der Post. Sie war ja nie gut gewesen in Italien. Jetzt aber versagt sie so vollkommen, daß Handel und Wandel gelähmt werden. In Mailand hat die Mehrzahl der italienischen Geschäfte schließen müssen, da infolge der Untätigkeit der Post und der Mobilisierung der Eisenbahn nirgends eine Bestellung angenommen und befördert werden kann. Man schätzt schon haute die Zahl der Beschäftigungslosen in Mailand auf über die Hälfte der gesamten Bewohnerschaft. Meist halten nur die Läden mit Nahrungsmitteln offen. Unbekannte italienische Verluste beim Seegefecht von Lissa. bb Notterdam, 2. Juni. Nach einer Meldung des„Temps“ scheinen die Italiener bei dem Seegefecht mit den Oesterreichern, das ihnen nach amtlichen Meldungen den Zerstörer„Turbine“ kostete, noch schwerere Verluste erlitten zu haben. Wie der Kapitän und die Fahrgäste des griechischen Dampfers„Adriatic“, der von Triest nach dem Piräus ging, berichten, konnten sie die Entwickelung des ganzen Gefechtes, das in der Nähe von Lissa stattfand, aus einer Entfernung von ungefähr 8 Meilen verfolgen. Der Kampf dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Von der„Adriatic“ aus sah man mehrere österreichisch=ungarische Torpedojäger, die drei italienische Kreuzer aus einer Entfernung von 4 bis 5 Meilen beschossen. Die Italiener ließen das Feuer unerwidert und versuchten nur, an die Oesterreicher heranzukommen Plötzlich blieb aber ein italienischer Kreuzer zurück, und man sah, daß ihn eine dichte Rauchwolke bedeckte; wahrscheinlich hatte er einen Volltreffer erhalten. Hierauf nahmen die Oesterreicher unter Volldompf die Richtung nach Pola. Zwei italienische Kreuzer folgten ihnen. Aber nicht lange, denn einer kehrte um, offenbar zu dem Zwecke, dem dritten Kreuzer, der ganz in Flammen gehüllt war, Hilfe zu bringen. und führten zu den bekannten Ausschreitungen gegen die Deutschen. Ernüchterung in Italien. tu Rom, 3. Juni. Die Meldungen der Blätter lauten nicht mehr so siegesgewiß wie in den ersten Tagen. Ihre Betrachtungen sind etwag pessimistischer gehalten, und vor allem ist es bezeichnend, daß schon jetzt ein Tropsen Wermtt in die Siegesbeute geträufelt wird, in dem schon heute, um vorzubauen, darauf hingewiesen wird, daß der Krieg voraussichtlich von langer Dauer sein wird. Die Blätter melden übereinstimmend, daß die italienische Offensive durch das schlechte Wetter noch immer sehr erschwert werde. Man müsse sich dar cuf gefaßt machen, daß aller Voraussicht nach die Operationen sehr in die Länge gezogen werden würden. Deutschland als Vorbild. wtb Mailand, 2. Juni. Der sozialistische„Avanti“ hat durch Vermittelung des Mailänder sozialistischen Bürgermeisters Caldaro und der Abgeordneten Treves iund Beltrami Beschwerde bei Sa landra erhoben wegen der fortgesetzten Anterdrückung seiner mit der Eisenbahn versandten Zeitungspakete und anderer willkürlicher Störungen seines Absatzes. Der„Avanti“ erneuert sein Gesuch an die Regierung, doch nicht alle bedenklichen Kriegsbegebenheiten zu verschweigen. Die Zahl der Opfer bei der Beschießung von Ankona und die Ergebnisse der Beschiefung von Rimini und Venedig würden nicht öffentlich bekannt. Der „Avanti“ weist auf das Vorbild hin, das Deutschland mit der Veröffentlichung der Verlustlisten gibt. Italien Englands Landsknecht. London, 2. Juni. In einem Aufsatz über die Bestrebungen zur Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in England schreibt der„Economist", daß es nach der nun erfolgten Teilnahme Italiens am Kriege nicht mehr so sehr darauf ankomme, zahlreiche Männer ins Feld zu stellen.— Ein offeneres Bekenntnis, weshalb der Dreiverband Italien in den Krieg gegen seine früheren Bundesgenossen drängte, ist wohl kaum denkbar. Nun es für die römischen Vertreter kein Zurück mehr gibt, hält man es in London sowie in Paris nicht mehr für nötig, mühsam zu heucheln— das geschieht nur noch in verlogenen Kundgebungen für die naiven Volksmassen, die überall in den Vierverbands' staaten gewissenlos dem Ehrgeiz und der Gewinnsucht einzelner geopfert werden. Aus Stadt und Umgebung. Preuß Soldaten aufruhr in Mailand. wtb Basel, 3. Juni.(Nichtamtlich.) Eine Meldung des„Baseler Anzeigers“ aus Chiasso bestätigt die Gerüchte über einen Aufruhr der Soldaten in Mailand. In der Meldung heißt es: Als am Pfingstmontag die Truppen verladen werden sollten, weigerte sich ein Infanterieregiment, in die Wagen zu steigen. Die Soldaten widersetzten sich dem Besehl der Offiziere unter dem Ruse„Nieder mit dem Krieg! Es lebe die Republik!“ Die anwesenden Zivilisten, hauptsächlich Arbeiter, stimmten in diesen Ruf ein. Schließlich kam es zu einer blutigen Schlägerei, da sich die Soldaten unter Gebrauch ihrer Waffen mit Gewalt der Verladung widersetzten. Den Offizieren gelang es, das Militär zu beruhigen. Die Kundgebungen dauerten fort ** Schwerte, 3. Juni. **(Zum Aufruf des Landsturms.) Zu der im Reichsnesetzblatt am 30. Mai veröffentlichten Bekanntmachung betr. Aufruf des Landsturms, die vielfach nicht richtig verstanden zu sein scheint, ist folgendes zu bemerken: In den meisten Armeekorpsbezirken war schon bisher der gesamte Landsturm, der die Wehrpflichtigen vom vollendeten 17. bis zum vollendeten 45. Lebensjahre umfaßt, ausgerufen. Nur in den Bezirken des 3., 4., 7. und 11. Armeekorps, sowie in den Bezirken der Königreiche Sachsen und Württemberg waren die Landsturmpflichtigen des 1. Aufgebots vom vollendeten 17. bis zum militärpflichtigen Alter noch nicht aufgerufen. Dies ist nunmehr durch den jetzt ergangenen Aufruf vom 28. Mai 1915 gesechehen.— gangenen Aufruf vom 28. Mai 1915 geschehen. tragung. **(Die Ausgabe der Stücke der zweiten Kriegsanleihe) beginnt ansangs Juni und zwar werden zunächst 10 bis 15 v. H. der 5prozentigen Reichsonleihe und etwa 30 v. H. der Reichsschatzanweisungen ausgegeben. Weitere Beträge werden in Zwischenräumen von je vier bis sechs Wochen nach Maßgabe der eingehenden Lieferungen verteilt werden; die Schlußlieferung wird nicht vor dem Spätherbst erfolgen können. Eine raschere Lieserung ist wegen der gewaltigen Masse des her' zustellenden Materials leider nicht möglich, und es ergeht daher an die Zeichner die dringende Bitte, sich bei Abforderung der ihnen zugeteilten Stücke vorerst auf das unbedingt erforderliche Maß zu beschränken. **(Kriegsliebesdienst.) Wie unsere wackeren Krieger draußen im Felde keine Müdigkeit kennen, wenn es gilt, für das bedrohte Vaterland zu kämpfen, so dürfen auch wir hinter der Front in der Liebestätigkeit, in der Fürsorge für unsere braven Feldgremen nicht nachlassen. Auch die Damen vom Vaterländischen Frauenverein und vom Frauenverband wollen am kommenden Montag ihre nur kurze Zeit unterbrochene Tätigkeit in dieser Hinsicht wieder aufnehmen und in der Aula der höheren Mädchenschule zusammenkommen, um für unsere Soldaten zu nähen und zu stricken und allerhand nützliche und praktische Sachen anzufertigen, die ein Soldatenherz erfraten können. Der Vorstand hofft bestimmt auf rege Beteiligung. **(Sinken der Kartoffelpreise.) Wie aus Halle (Saale) berichtet wird, erfuhren die Preise für die Kartoffeln in dieser Woche in der Provinz Sachsen und in Anhalt infolge des starken Angebots der überreichen von den Landwirten eingelagerten Bestände einen Preissturz von einer Mark und darüber für den Zentner. Die Landwirte bieten strichweise brauchbare Ware mit 3 Mark an. VerDie Verhan das Abgeordnete beabsichtigt, gesch selber wünscht, den Anfang der 2¾ Uhr mit der 2. Beratun begann. Abg. v. Tr das Gesetz noch zurückzuverweise mit auch die Po Abg. v. Pa gegen diesen An Abgg. Pors v. Zedlitz(freik. worten. Darauf wir Beratung des erziehl Das Gesetz einigen Abände wird in dieser Schmedding(C Die Vereinfa Die Verork des Enteignung von Arbeitsgele von Kriegsgefa Budgetkommissi Der Antrag des Knappschaft delskommission Die Anträc und Arendt Kriegsgewinne überwiesen. Damit ist d Präsident erhäl punkt der näch darf diese n Woche stattfind ordnung wird Schluß 3¼ D8 Gebartähte E Ergelle ner begeht am tag. Sein GSchlesien, P# Staatsminister Naumburg, brück und M. Ritter des Sch deshauptmann er am 12. A. Reichsschatzam nahm er das das er nahez 24. Juni 190 verdienstvolle sozialpolitisch schriftstellerise Scztaldene: :: Die so preußischen A wie der„Vor einzubringen, wird, noch in Landtage ei tragung de Preußen zu Parteien sol schen Fraktie vergessen? also heraut ja nicht.“ „Nein, ben: Fräu Herrn Phr wegen die die Roseh Kräuterka näulich da meinte „Nun mehr behfertig wer rück, ging Studierzi Schreibti schaften, warf sie den alten und verse Tages ste tag hatte zugebrad um sie be bedenklic Gegen A Besserun sie etwal ihr die n Freude, jetzt wiel Frau.vo mächtig wurde. Mut Nr. 127. Schwetter=Hei...... Preußischer Landtag. — Berlin, 2. Juni. Die Verhandlungen über die Frage, ol das Abgeordnetenhaus, wie es die Regierung beabsichtigt, geschlossen oder, wie es das Haus selber wünscht, nur vertagt wird, verzögerten den Anfang der heutigen Sitzung, die erst um 2¾ Uhr mit der 2. Beratung des Wohnungsgesetzes besens. Abg. v. Trampczynsn(Pole) beantragt, das Gesetz noch einmal an die Kommission zurückzuverweisen und diese zu verstärken, damit auch die Polen in ihr einen Sitz erhalten. Abg. v. Pappenheim(kons.) erklärt sich gegen diesen Antrag, während ihn die Abgg. Porsch(Ctr.), Pachnicke(Vp.), v. Zedlitz(freik.) und Schroeder(natl.) befürworten. Darauf wird der Antrag angenommen. Beratung des Gesetzes über die Fürsorgeerziehung Minderjähriger. Das Gesetz ist aus dem Herrenhause mit einigen Abänderungen zurückgekommen. Es wird in dieser Form auf Antrag des Abg. Schmedding(Ctr.) angenommen. Die Vereinfachung des Enteignungsverfahrens. Die Verordnung über die Vereinfachung des Enteignungsverfahrens zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit und zur Beschäftigung von Kriegsgefangenen wird an die verstärkte Budgetkommission verwiesen. Der Antrag Brust(Ctr.) auf Ergänzung. des Knappschaftskriegsgesetzes wird der Handelskommission überwiesen. Die Anträge von Strombeck(Ctr.) und Arendt(freik.) auf Besteuerung der Kriegsgewinne werden der Budgetkommission überwiesen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Der Präsident erhält die Ermächtigung, den Zeitpunkt der nächsten Sitzung festzusetzen. Doch darf diese nicht vor Donnerstag nächster Woche stattfinden. Auf der nächsten Tagesordnung wird das Fischereigesetz stehen. Schluß 3¼ Uhr. #9. Geburtstag des Grasen v. „ Wehner. I3:: Exzellenz Graf v. Posadowsky=Wehner begeht am 3. Juni seinen 70. Geburtstag. Sein Geburtsort ist Groß=Glogau in Schlesien, Posadowsky ist Königl. Preuß. Staatsminister, Dechant des Hochstiftes Naumburg, M. d. R. für Bielefeld=Wiedenbrück und M. d. Preuß. Herrenhauses und Ritter des Schwarzen Adlerordens. Als Landeshauptmann der Provinz Posen wurde er am 12. August 1893 Staatssekretär des Reichsschatzamtes; am 1. Juli 1897 übernahm er das Staatssekretariat des Innern, das er nahezu 10 Jahre inne hatte. Am 24. Juni 1907 trat er zurück. Neben seinen verdienstvollen Staatsarbeiten namentlich sozialpolitischer Natur war Posadowsky auch schriftstellerisch tätig. Sozialdemokratischer Wahlrechtsantrag. :: Die sozialdemokratische Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses beabsichtigt, wie der„Vorwärts“ mitteilt, einen Antrag einzubringen, wonach die Regierung ersucht wird, noch in diesem Tagungsabschnitt dem Landtage eine Vorlage betreffend Uebertragung des Reichstagswahlrechtes auf Preußen zu unterbreiten. Die bürgerlichen Parteien sollen, da es der sozialdemokratischen Fraktion nicht möglich ist, bei ihrer geringen Mitgliederzahl die erforderlichen Unterschriften aufzubringen, ersucht werden, den Antrag zu unterschreiben, damit seine Verhandlung ermöglicht werden kann. — Unseres Erachtens dürften die bürgerlichen Parteien dazu gerade in der jetzigen Zeit nicht geneigt sein. Zu erregten Wahlrechtsdebatten, wie sie bei der Zusammensetzung des preußischen Abgeordnetenhauses unvermeidlich sind, ist nach Friedensschluß beste Zeit und belegenheit. lamen#arisches. konvent de? Abgeordnetenhauses trat Mittwoch nachmittags zusammen, nachdem Besprechungen der Parteiführer mit dem Vieepräsidenten des Staatsministeriums D.. Delbrück stattgesunden hatten. Man verständigte sich dahin, daß zunächst die verstärkte Budgetkommission das ihr durch den Antrag Brütt überwiesene Arbeitsprogramm erledigen soll. Nach Abschluß der Beratungen der Budgetkommission wird das Plenum an einem von dem Präsidenten noch zu bestimmenden Tage, voraussichtlich Ende nächster Woche, zusammentreten. Die Dispositionen über das Fischereigesetz hängen davon ab, wie sich das Staatsministerium zu der Frage der Vertagung oder Schließung stellt; können über die anderen Vorlagen, über die eine Verständigung möglich wäre, Entschließungen erst dann gesaßt werden, wenn durch die Staatsregierung Klarheit über die parlamentarische Situation geschaffen ist. Das Staatsministerium hat sich für die Schließung der Session entschieden, es ist aber noch fraglich, ob nicht auf Grund der ihm gemachten Vorstellungen noch eine Aenderung eintritt. Die Getreideversorgung im nächsten Ernteseh88 a :: Eine Anzahl von Herren sausmitgliedern, darunter namentlich die Oberbürgermeister der Großstädte, hat sich entschlossen, die nachfolgende Interpellation über die Gebis zum siegreichen Ende durchzuführen.— Einmütig wurde der Forderung Ausdruck jegeben, daß die gewaltigen Erfoige uneres unvergleichlichen Heeres und anserer odesmutigen Flotte auch politisch rentausgenutzt werden müssen. Insbesondere sei im Westen das zur Sicherung und Verstärkung unserer Machtstellung zu Wasser und zu Lande nötige Gebiet politisch, militärisch und wirtschaftlich an das Deutsche—.#c anzugliedern. Im Osten müßten nicht nur strategisch bessere Landesgrenzen, sondern such neues Siedelungsland erworben weren. Unser überseeischer Besitz endlich sei n Umsang und Gestaltung unseren Interessen als Welthandelsvhiegeriges epl# auszubauen, wobei unser bisherigts Kolnialreich, das in diesem Kriege so treu für das Vaterland gestritten hat, erhalten bleiDiese offizielle nationalliberale Kundgebung, die übrigens nur das wiederholt, vas der Abg. Schiffer im Reichstage gesagt hat, setzt sich über den Wunsch des Reichsanzlers, das Kriegsziel vorläufig nicht zu erörtern, hinweg. Warum? Gegenwärtig., doch von Friedensverhandlungen noch keine Rede. Unseres Erachtens wäre daher diese kundgebung besser zu einem späteren Zeitjunkte ersolgt. treideversorgung im nächsten Erntejahr im Herrenhause einzubringen:... Welche Stellung nimmt die Konigliche Staatsregierung ein gegenüber den latr gen des Teutschen Landwirtschaftsrates, die dahin zielen, für das kommende GetreideErntejahr. 1. im Interesse ver verkaufenden Landwirtschaft die Ueberschuß=Kommunalverbände derart gegen den Käufer abzuschließen, daß dem Käufer der Zutritt zu den Ueberschußverbänden nicht mehr gestattet wird, vielmehr diese selbst nach ihrem Ermessen den Ueberschuß für die Bedarfskommunalverbände aussondern; 2. an Stelle des die Interessen der Käuser vertretenden Organs— der Kriegsgetreidegesellschaft— eine durchaus unter landwirtschaftlichem Einfluß stehende Zentralausgleichsstelle zu setzen, so daß die Ankäufe zwar im Namen und für Rechnung der Verbraucher, insbesondere der Städte, geschehen, tatsächlich aber ebenfalls von landwirtschaftlicher Seite geleitet werden? Nationalliberale Kriegsforderungen. :: Der Geschäftsführende Ausschuß der Nationalliberalen Partei und die Vorsitzenden der Landes= und Provinzialverbände sind zur Beratung der gegenwärtigen politischen Lage in Berlin zusammengekommen. Die Verhandlungen waren von der einmütigen Ueberzeugung getragen, daß das deutsche Volk, möge die politische Lage sich gestalten, wie sie wolle, entschlossen sei, mit seinen tapieren Verbündeten den Krieg 90 Brandbomben auf das Stadtgebiet. F: Ueber das Bombardement deutscher Luftschiffe auf die Werften und Docks von London, wovon unsere Oberste Heeresleitung in ihrem Bericht vom Dienstag Mitteilung machte, hüllen sich die Londoner Blätter auf Befehl von oben in tiefes Schweigen. Das englische Pressebüro gab an die Zeitungen nur die kurze Mitteilung aus, daß Meldung gemacht worden sei über Auftreten von Zeppelinen in der Nähe von Ramsgate, Brentwood und gewissen am äußersten Rande Londons gelegenen Distrikten. Weiter enthielt die Nachricht folgende Warnnug: Die Presse wird besonders aufmerksam gemacht, daß keine Angaben irgendwelcher Art über die Plätze in der Nachbarschaft Londons veröffentlicht werden dürfen, die von Luftfahrzeugen erreicht wurden, oder über den Weg, den die Luftschiffe genommen haben. Auch dürfen keine Angaben oder. Zeichnungen veröffentlicht werden, die das: Gebiet oder die Route kennzeichnen, die von Luftschiffen befahren wurden. Ein Communique der Admiralität gibt all die Nachrichten bekannt, die zur Veröffentlichung geeignet erscheinen. Diese Instruktionen erfolgen, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Die Benachrichtigung des Pressebüros darf veröffentlicht werden, um dem Publikum das Fehlen weiterer Einzelheiten zu erklären. 2 Die englische Admiralität teilte später mit: Die Zeppeline warfen 90 Bomben auf den Stadtbezirk, von denen der größere Teil Brandbomben waren. Eine Anzahl Brände brach aus, aber nur an 3 Stellen war das Eingreifen der Brandwehr notwendig, die das Feuer schnell löschte. Kein öffentliches Gebäude wurde beschädigt. Ein Kind, ein Knabe, ein Mann und eine Frau vurden getstet, eine andere Frau schmer, sovis einige Personen leicht verletzt. Der Krieg zur See" Vom U=Boot versenkt. :: Die„Agence Havas“ meldet: Der Kapitän des portugiesischen Dampfers „Cnsne“ hat erklärt, er sei auf der Fahrt nach Nienvort, 65 Meileu von Cungun. b## Donnerstag, 3. Juni 1915. deutschen Unterseeboot angehalten worden, Ein Osfizier des Unterseebootes sei an Bor! der„Cysne“ gekommen, habe Lebensmitte und einige Maschinenteile beschlagnahmen lassen, fünf Minuten Zeit gegeben, um die Rettungsboote auszusetzen und an dem Dampfer eine Dynamitpatrone befestigt. Kapitän und Matrosen hätten die„Cysne" und zwei englische Dampfer versinken sehen; die Besatzung des einen sei in Brest gelandet worden, das Schicksal der anderen Mannschaft sei ihm unbekannt. Einsichtige Amerikaner. :: Die„New York Preß" und andere amerikanische Zeitungen von Bedeutung bemerken zu der„Lusitania"=Note des Präsidenten Wilson: Die Befolgung der Note würde Deutschland des Hauptwertes seiner gegenwärtigen Flottenmacht berauben.„Die deutsche Flotte ist eingeschlossen und nutzlos. Die Angriffe mit Unterseebooten ist die einzige Form, mit der die deutsche Marine Erfolge erzielt hat. Der Anspruch Amerikas, daß die Unterseeboote aufhören sollten, für die Art des Dienstes gebraucht zu werden, den sie allein ausführen können, beraubt Deutschland, wenn es solche Bedingungen annehmen sollte, der letzten Spur von Macht und Anseben auf See. Er bedeutet das Ansinnen an Deutschland, den Seekrieg überhaupt einzustellen. Deshalb wird Deutschland niemals unseren Wünschen in der Unterseebootfrage entgegenkommen, noch würden wir in gleicher Lage einem solchen Ansinnen entsprechen. „Die Munitionsladung der„Lusitania“. dem„Düsseldorfer Generalinzeiger“ gemeldet wird, gab der Vorsteher der Passagierabteilung der Cunard=Linie in Newyork Hermann Winter zu, daß 4209 Kisten Patronen für Handfeuerwassen ich an Bord der„Lusitania“ befanden, ebenso 1250 leere Schrapnellhülsen, deren Füllung in England vorgenommen werden ollte. Ferner berichtet ein Chemiker aus Pittsburg, Dr. Braun, daß mit der„Lusiania“ 250000 Pfund eines Chlorzräparates verschifft wurden, das in Frankreich zur Verfertigung von Gasbomben dienen sollte. Aus diesem Grunde erklärten ich auch die Klagen vieler Passagiere, die über erstickenden Rauch berichteten, der bisher der Explosion des abgeschossenen Torpedos zugeschrieben wurde. Ein U=Boot mit Segeln. * Nach einer Rotterdamer Meldung sol! sich das deutsche Unterseeboot, welches die „Dixiana" torpedierte, dem Dampfer genähert haben, indem es Segel gesetzt hatte. Ladurch schöpfte die Dixianabesatzung keinen Argwohn, bevor es schon zu spät war. Wilsons bevorstehende Entscheidung. :: R e u t e r m e l d e t a u s W a s h i n g t o n, d a ß Präsident Wilson der Meinung sei, daß die amerikanische Regierung in der internationalen Krise derartig verfahren müsse, daß kein Zweifel darüber bestehen bleibt, daß die Vereinigten Staaten sich nicht nur auf Worte beschränken, sondern im Interesse der Menschlichkeit gegebenenfalls auch zu handdeln wissen würden. Er sei fest überzeugt, daß Deutschlands Antwort, welche den Fragen der Menschlichkeit ausweiche, indem sie technische Fragen in den Vordergrund bringe, mit einer Note beantwortet werden müsse, worin auf die friedliche Ausrüstung der„Lusitania“ hingewiesen und die ernste Absicht der Regierung betont wird, Deutschland für die Verletzung der amerikanischen Rechte aus offener See verantwortlich zu machen. Die kurze Antwortnote an Tornige Aige. Roman von J. v. Diiren. 5 Nun, Mine, haben Sie wieder eine Bestellung vergessen? Der Fehler läßt sich noch gutmachen; also heraus mit der Sprache. Den Kopf kostet es Rein, die Bestellungen sind richtig aufgeschrieben: Fräulein findet alles mit den Zeitungen auf Herrn Physikus Schreibtisch. Aber nämlich, es ist wegen die Müllern und deren Tochter, die ja wohl die Rose hat, und die sich lieber von der alten Kräuterkatrin besprechen lassen will, weil sie eben näutlich— so mehr von der alten Mode is. Und da meinte sie—“ Nun gut, ich verstehe, ich soll die Tochter nicht mehr behandeln. Schön. Mögen sie mit sich allein fertig werden.“ Ernestine warf den Kopf stolz zuick, ging an dem Mädchen vorüber und schloß ihr Studierzimmer auf. Sie setzte das Licht auf den Schreibtisch und sah rasch die eingelaufenen Briefschaften, Zeitungen und Prospekte durch, dann warf sie sich sichtlich ermüdet und abgespannt in den alten Lebusiup;, Ziunen. Die Erlebnisse des und versank in tieses Snmm Die Enntiinners Tages standen vor ihrer Seele. Vor- und Nachmittag hatte sie am Krankenbett der jungen Müller zugebracht, die in Fieberdelierien raste, hatte sich um sie bemühr und mit urendlicher Sorgfalk ihren bedenklichen Zustand etwas zu mildern gesucht. Gegen Abend schien ihr, als wäre eine geringe Besserung bemerkhar, und voller Befriedigung war sie etwas später als sonst heimgekehrt. Wie hatte ihr die widerwärtige häusliche Szeue die geringe Freude, die ihr ihre Kunst gewährt, verbittert: und jetzt wies sie die Beschränktheit einer ungebildeten Frau.von dem, Krankenlager; uund sie mußte ohnmächtig zusehen, wie ein junges Leben geopfert Mutlos seufzte sie auf. Hatten ihr die letzten zwei Jahre nicht immer neue Enttäuschungen, neue Opfer gebracht? Wenn ihr Vater geahnt hätte, welchem Schicksal er sie entgegengeführt, er hätte doch nicht im Angesicht des Todes ihr das Versprechen abgenommen, sich hier einen Wirkungskreis zu schaffen. Er gehörte zu jenen Menschen, die im festen Glauben an sich und ihr Können gewohnt waren, zu siegen; und er traute daher auch ihr die Kraft zu, sich durchzusetzen!„. Sie war ihm ähnlich. Er fühlte eine Wesenseinheit mit ihr. War sie doch sein Geschöpf, von ihm geleitet, von ihm erzogen, seine verkörperte Jugend, gleich mit ihm in ihren Hoffnungen, Wünschen und Bestrebungen. Die ersten Kinderjahre war sie vollends von ihm erzogen worden. Ihre Mutter starb, als sie kaum das erste Lebensjahr überschritten. Der Tod der über alles geliebten Frau hatte dem Vater aufangs allen Lebensmut, alle Kraft geraubt. Lange überließ er sich seiner Verzweiflung, seinem Kummer, bis dann die Zeit und seine innere Kraft langsam ihn der Außenwelt und seinen Pflichten zurückführte. Er hütete sein Kind wie seinen Augapfel. Er wartete sie in der Nacht, und selbst am Tage ließ er sie kaum stundenlang allein. Die Entfaltung der jungen Menschenblüte machte ihm Freude und war ihm Trost in seiner Einsamkeit. Er war nie eine gesellige Natur gewesen; seine junge Gattin hatte ihm alles ersetzt. Sie war die Ergänzung seines Ichs. Ihr wunderbares musikalisches Können, die sanfte Lieblichkeit ihres Wesens, die zarte Anmut ihrer Erscheinung wirkten auf ihn, wenn er ermitdet und abgespannt von seiner schweren Berufsarbeit heimkehrte, belebend und erqnickend. Sein Haus erschien ihm wie eine Stätte des Friedens, der Glückseligkeit. Und diese Harmonie, die ihn nach außen wie nach junen hin umgab, gab ihm jene Ruhe, jene sanfte Heiterkeit, die den Kranken wohltat und sie mit Vertrauen zu ihm erfüllte. Er war in kurzer Zeit der beliebteste Arzt in der Stadt, ja im ganzen Kreise geworden. Man kam von weit her, um sich seinen Rat zu holen.— Jene Ruhe, die der erste gewaltige Schmerz gebannt, jene Heiterkeit, die er getötet, lebten erst ganz allmählich im Anblick seines erblühenden Kindes auf. Er war ihr Lehrer, ihr Spielgefährte. Er nannte sie immer seinen kleinen Freund, seinen„Ernst". Erst nach zehn Jahren entschloß sich der Doktor, eine neue Ehe einzugehen. Aeußere Gründe mochten wohl viel dazu beigetragen haben; vielleicht glaubte er es seinem einsamen Kinde schuldig zu sein. Die liebende Hand einer Mutter sollte über dem Kinde mit wachen. Seine Verhältnisse waren günstig. Das alte Doktorhaus mit dem schattigen, großen Garten gehörte ihm, und seine Tätigkeit dehnte sich mit jedem Jahre weiter aus. Seine zweite Frau hatte er am Krankenbett einer alten Frau kennen gelernt. Bei deren Ableben bot er der Vereinsamten, von der er wußte, daß sie keine Eltern besaß, und ihr Leben als Gesellschafterin fristete, seine Hand. Frau Margarete war aus adligem Hause, verfügte über eine gute Bildung und schien von großer Geduld und Hingebung. Wenngleich sie der Lebenshöhe zuschritt, so war sie immer eine schöne und vornehme Erscheinung, die Interesse erwecken mußte. c0 Der Doktor warb lange um sie, und iyr scheinbarer Widerstand erweckte eine Leidenschaft in ihm, von der er glaubte, längst geheilt zu sein. Seinem kleinen Ernst erzählte er eines Tages, daß eroein großes Geschenk für ihn bereit halte; und als das Kind ihn drängte, es ihm zu zeigen, da gab er ihr das Bild Margaretens mit den. Worten:„Das ist Deine zweite Mutter, die Dein Leben durch ihre Liebe reicher und wärmer gestalten wird.“ Ernestine war beim Aublick dieses Bildes, das sie lange und ernst angeschaut, blaß geworden. Wie ein Frösteln ging es durch ihre Glieder. Ihr Köpfchen senkte sich, und lautlos rollten große Tränen über ihre Wangen. Der Vater begriff diesen stummen Schmerzensausbruch nicht. Er redete ihr liebevoll zu, aber seit jener Stunde richtete sich langsam eine unsichtbare Schranke zwischen beiden auf. Das Kind verlor seine Frische und Offenheit. Sie wich dem Vater aus; und der Doktor, der nebst all seinen großen Pflichten noch den aufmerksamen Brüiutigam zu spielen hatte, kümmerte sich weniger um seine kleine, stille Tochter und merkte nicht, wie sie sich nach ihm sehnte, wie sie ihn entbehrte. 225,16 Als er nach einer kurzen Hochzeitsreise heimkam, begegnete ihm Ernestine mit stiller Freundlichkeit; aber sie blieb zurückhaltend und schen. Frau Margarete nahm nun die Zügel der Herrschaft euergisch in die Hände. Das ganze Haus erlitt eine Umwälzung. Wochenlang waren Handwerker beschäftigt, um es neu auszugestalten. Jeder kleine Gegenstand, der an die einstige Gegenwart, an das kurze Schalten der ersten Frau mahnte, wurde erbarmungslos fortgeschafft. Sie tat alles in so bestimmter, fester Art, daß niemand wagte, Einspruch zu erheben, der Gatte am allerwenigsten. Er blieb ihr gegenüber stets der Werbende, sie die gnädig Gewährende. Im Hause wurde geräuschvolle Geselligkeit gepflegt. Alles war entzückt von der Frau Physikus, Gutsbesitzer mit ihren Gattinnen und Töchtern, der Landrat des Kreises, kurz, die ganze bessere Gesellschaft fand im Doktorhause stets gastliche Aufnahme. Frau Physikus war gesellschaftlich sehr in Anspruch genommen und hatte naturgemäß wenig Zeit, für ihre kleine Stieftochter zu sorgen. Ernestine, die von Kindheit an gewohnt war, viel allein zu sein, schien nichts zu entbehren. Nur manchmal schlich sie sich zum Vater ins Studierzimmer, kroch mit ihrer schmalen, knochigen Kinderhand in die breite rechte des Doktors, schmiegte sich wie in früheren Jahren so fest an ihn, daß er, überrascht von der Leidenschaftlichkeit des Kindes, jäh aufschaute und sie zu sich heranzog, um mit ihe wis einst zu plandern. Aber nur zu oft wurden die kurzen Momente des sich Wiederfindens der Beiden unterbrochen. Frau Margarete machte große Ansprüche an die Person ihres Gatten, und er fügte sich ihr. Nach und nach vergrößerte sich der Haushalt. Tentschkand wird Donner##tag abgesandt werden. Wie verlautet, soll der deutschen Regierung mitgeteilt werden, daß eine von der amerikanischen Regierung eingelei#e#le Untersuchung ergeben habe, daß das Schiff keine Kanonen führte, weder montiert noch demontiert, und daß es als eine Verletzung der amerikanischen Gesetze nicht zu betrachten sei, wenn Passagierschiffe geringe Menvon Wassen und Munition befördern; und man vermute, Wilson werde verlangen, daß Deutschland erkläre, es habe mit der Vernichtung der„Lusitania“ ein Unrecht begangen, und daß Deutschland weiter Garantien dafür gibt, daß der Unterseebootskrieg sortan in menschlicher: Weise geführt werde. — Dies alles meldet wohlgemerkt Reuter. Die Londoner„Times“ meldet aus Washington: Die öffentliche Meinung gibt wenige Anzeichen, daß die Entrüstung den Sieg über die Klugheit gewinnen wird. betont, daß die Ehre eine unnachgie Haltung erheische, halten es einige für rätlich, Deutschlands Eirlidung anzunehmen und die strittigen Punkte zu debattieren. Der Krieg mit Italien. Eine neue Kriegserklärung an Teutschland. :: Wie die„Ordina“ berichtet, gedenkt die Republik Sau Marino den Aufforderungen Salandras und Sonninos zu folgen und Deutschland und Oesterreich=Ungarn den Krieg zu erklären. Die Republek San Marino ist nach Meyers Konversationslexiton eine Republik in Mittelitalien, 61 Geviertkilometer groß und mit einer Bevölkerung von 11002 Seelen. Ihre Armee besteht aus nenn Kompagnien mit zusammen 38 Offizieren und 950 Mann. Ob diese bssonders gefährlich sind, geht aus der Lexikonnotiz nicht hervor. Die Liste der seindlichen Mächte wird nunmehr folgende Staaten enthalten: England, Frankreich, Rußland, Belgien, Serbien, Montenegro, Monaco, Japan, Italien und San Marino. Das wären also im ganzen zehn. Oesterreichische Flieger über Italien. :: D i e„ A g e n z i a S t e f a n i“ b e e i c h t e t: Amtlich wird mitgeteilt, daß am Dienstag morgen ein feindliches Flugzeug über Bari und ein anderes über Brindisi erschienen, und beide Städte mit Bomben belegten. In Bari platzte eine Bombe auf dem Dache eines Privathauses. Ein Dachziegel fiel herab und verwundete ein 15 jähriges Kind schwer. Es starb bald darauf. In Brindisi wurden zwei Bürger leicht verletzt und zwei Häuser unbedeutend beschädigt.— Eine weitere amtliche römische Meldung besagt: Das österreichisch=ungarische Flugzeug, das Bomben auf Bari schleuderte, wandte sich alsdann gegen Malfetta, wo es einige Bomben abwarf, die eine Anzahl Arbeiter töteten. Was Generalstabschef Cadorna berichtet. :: Im italienischen Generalstabsbericht vom 1. d. Mts. wird von kleineren Kämpfen an der Karnischen Grenze und vom unangenehmen, schlechten Wetter berichtet.— Ferner wird eine Mitteilung der Eisenbahndirektion Ancona wiedergegeben, daß die am 24. Mai an der Eisenbahnbrücke über die Marecchia bei Rimini angerichteten Schäden nicht von feindlichen Schiffen, sondern von einem österreichisch=ungarischen Lenkluftschiff verursacht wurden, das sehr sichtbar den Namen„Stadt Ferrara" und die italienische Flagge trug. Die Kämpfe in Ost und Der Sturm der Bayern auf Przemysl. :: Berlin, 2. Juni. Der Kriegsberichterstatter E. Lennhoff meldet der„B. Z. a. Mittag“ über die Erstürmung der ersten drei Forts von Przemysl aus dem k. und k. Kriegspressequugter; Die Tat der Bayern, die vie orei Nordforts von Przemysl erstürmten, ist um so höher einzuschätzen, als die von den Russen geschaffenen neuen Befestigungen sehr starke Bollwerke gegen eine rasche Einnahme bildeten. Die Maßnahmen zur Verteidigung von Przemysl waren von den Russen gleich nach der Aufräumung der Trümmer der gesprengten Forts begonnen worden. Aus russischen Festungen wurden Panzerkuppelr und Festungsgeschütze herbeigebracht. Wager auf Wagen führten Zement zum Fortsgürtel hinaus, um Betonpanzerungen zu schaffen. Die Intervallbefestigungen, die nicht ganz zerstört worden waren, wurden ausgebaut, die Drahthindernisse verstärkt. Die Zeit war allerdings zu kurz, um wirkliche Festungswerke zu schaffen, die einer langen Belagerung hätten trotzen können. Nachdem schon seit Tagen die Artillerie der Infanterie vorgearbeitet hatte begann am 1. Juni der allgemeine Angriff, der zuerst auf der Nordseite Früchte zeitigte. In fabelhaftem Ansturm liefen die bayerischen Truppen an, drangen in den Sektor ein, nahmen stürmender Hand drei Gürtelwerke und drängten die Rossen auf Noyau zurück. Die eroberten Panzerturmgeschütze wurden sofort umgedreht und leisten nun bei der Beschießung des Kerns wertvolle Dienste. Oesterreichische Flieger über Montenegro. :: C h i a s s o, 2. J u n i. U e b e r S k u t a r i in Albanien sind heute früh um 8 Uhr zwei österreichische Fiugzeuge erschienen und gegen Podgoritza zu wieder verschwunden. Ihr Erscheinen hat nach der Mailänder„La Sera“ große Erregung unter den italienfeindlichen Albaniern verursacht, unter denen Gerüchte von bedeutenden Niederlagen der Italiener umlaufen. Nach römischen Nachrichten sind heute früh drei Flugzeuge von Cattaro aufgestiegen, von denen zwei Bomben auf Antivari, Plasnitza, Virbazar, Podgoritza, die montenegrinische Eisenbahn und Schiffe auf dem Skutarisee, ohne bedeutenden Schaden anzurichten, geworfen haben. Kaiserlicher Glückwunsch an die Bayern. :: Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Der deutsche Kaiser und der König von Sachsen haben dem König von Bayern zu den Erfolgen der bayerischen Truppen in Galizien ihre herzlichsten Glückwünsche telegraphisch zum Ausdruck gebracht. Unterseeboote gegen den Suezkanal. ::„Giornale d'Italia“ meldet aus Kairo: Dem britischen Kommando ist die Anwesenheit von zwei feindlichen Unterseebooten im östlichen Mittelmeer gemeldet worden. General Maxwell hat sofort Maßregeln zur Verteidigung des Suezkanals getroffen. Es werden Vatterien am östlichen Strande von PortSaid errichtet, und vor der Kanaleinfahrt werden Netze gespannt, um nächtlichen Ueberpaschungen vorzubeugen. Erdbeben in Süddeutschand, * In der Nacht zum Mittwoch ist Süddeutschland von einem heftigen Erdbeben heimgesucht worden. Aus den verschiedensten Städten Bayerns, Württembergs und Badens liegen darüber Meldungen vor. In München wurde das Erdbeben Mittwoch um 3 Uhr 35 Min. früh wahrgenommen. Die Erschütterung war so stark, daß an dem Registrierapparat der Münchener Erdbebenwarte die Maznetnadel herausgeschlagen und der Apparat zerstört wurde. In den Häusern klirrten die Fensterscheiben heftig; die Betten und Möbel gerieten in eine schwankende Bewegung, so daß die Bewohner aus dem Schlaf geschreckt wurden. Mehrere Personen wurden aus den Betten geschleudert, Fensterscheiben, Gläser und Blumenvasen zertrümmert. Auch aus anderen Gegenden Bayerns wird gemeldet, daß auch dort das Beben verspürt wurde, so aus Tegernsee und Schliersee. Auch aus dem Allgäu und dem bayerischen Walde kommt die Nachricht von verschiedenen starken Erdstößen. In Augsburg und Nürnberg wurde die Erschütterung ebenfalts wahrgenommen. In viegen im vayerischen Walde zersprangen in verschiedenen Wohnungen die Mauerwände. In einem Gasthause siel die Decke herab. In Bergau in Schwaben zeigt das Schulhaus Sprünge; in Neuburg an der Donau war das Erdbeben von starkem unterirdischem Tonner begleitet. Zahlreiche Bewohner wurden aus dem Schlafe geweckt. Nähere Nachrichten über etwaige Schäden sind nicht bekannt, insbesondere keine Verletzungen von Personen. Die genaue Dauer des Bebens konnte nicht amtlich festgestellt werden, da die Apparate zerstört find. In Stuttgart wurden zwischen 1 und 3¾ Uhr mehrere starke Erdstöße verspürt. Von denselben war der letzte der heftigste. Im Schwarzwald wurde das Beben sehr stark verspürt, ebenso auch in Konstanz am Bodensee. 13. Mai. Starke englische Angriffe gegen unsere vor Ypern neu gewonnene Front scheitern unter schweren Verlusten für den Feind.— Die Spitzen der Armee Mackensen erreichen Przemyfl.— Die Russen ziehen sich von der Linie von Kielce bis zur Pilica bei Inowlodz, wo sie ihre Stellungen nicht mehr zu halten vermögen, schleunigst zurück. — Das englische Panzerschiff„Goliath“ wird von den Türken zum Sinken gebracht. — Das italienische Kabinett Salandra demissioniert. Kriegschronik. 11. Mai. In London, Liverpool und anderen englischen Städten finden wüste Ausschreitungen gegen Deutsche, Plünderungen ihter Läden und Wohnungen statt.— Dünkirchen wird weiter von unserer Artillerie beschossen. — Französische Durchbruchsversuche nördlich von Arras scheitern unter schwersten Verlusten für den Feind.— Die Verfolgung der geschlagenen Russen zwischen Karpathen und Weichsel wird weiter erfolgreich hortgesetzt. Der San wird zwischen Kanok und Dynow überschritten. Die russische Front am Uesoker Paß beginnt zu wanken. 12. Mai. Oestlich Ypern nehmen unsere Trupsen einen weiteren feindlichen Stützpunkt. Gegen unsere Front Ablain=Neuville gerichtete starke französische Angriffe werden abgewiesen, das Dorf Carency muß indessen geräumt werden.— Ein französischer Angriff zwischen Maas und Mosel wird nach anfänglichem feindlichen Erfolge zurückgeschlagen. Nördlich der Weichsel dringen die Truppen des Generalobersten von Woyrsch bis Kielce vor.— In den Karpathen erkämpften österreichisch= ungarische und deutsche Truppen unter General von Linsingen die Höhen östlich des oberen Stryj; sie nehmen dabei 3650 Mann gefangen und erbeuten 6 Maschinengewehre.— Der Sieg von Tarnow und Gorlice hat nicht nur Westgalizien vom Feinde befreit, sondern auch die ganze russische Nidasront und Karpathenfront zum Weichen gebracht. In Ausnutzung des ersten Erfolges haben die siegreichen Truppen in zehntägigen Kämpfen die russische dritte und achte Armee bis zur Vernichtung geschlagen, den Raum von Dunajec und den Beskiden bis an den San durcheilt, dadurch 130 Kilometer galizischen Bodens erkämpft. Vom 2. bis zum 12. Mai nachmittags beträgt die Gesamtsumme der von allen Armeen eingebrachten Gefangenen 143 500 Mann, ferner an Beute etwa 100 Geschütze und 350 Maschinengewehre. Aus Welt und = Eine wohlgelungene Augenoperation schildert ein Viersener Schipper: Eine starke Erkältung suchte sich unter starker Entzündung auf meinem linken(blinden) Auge einen Ausweg. Bekam dann vorerst(12. April) vom Stabsarzt Schonung im Revier verschrieben. Als dann keine Besserung eingetreten war, wurde ich am 15. April zur Krankensammelstelle in Plozk befördert. Hier angekommen, wurde ich von zwei Augenärzten und einem Unterarzt untersucht und bekam einen Schein, auf dem unter dem Vermerk mehrerer Augenkrankheiten geschrieben stand:„Ist feld= und garnisondienstunfähig. Dann verblieb ich in der Krankensammelstelle drei Tage und wurde noch einmal von fünf verschiedenen Aerzten untersucht. Nach achttägiger Behandlung frug mich der Arzt, ob ich mir das Auge nicht operieren und gerade setzen lassen wolle(meine Freunde und Bekannte in Viersen werden wissen, daß es immer schief gestanden). Ich antwortete mit„Jawohl“. Am 15. Mai wurde ich operiert. Erst wurde der Augapfel ganz aus seiner Stellung herausgenommen, dann in der Augenhöhle solange mit scharfen Instrumenten gearbeitet, bis der Bewegungsmuskel freigelegt war. An diesen wurde dann das Auge wieder angenäht und das Ange in seiner Rundung wieder in die Augenhöhle eingenäht. Die ganze Operation dauerte anderthalb Stunden und wurde ohne Narkose, also bei vollem Bewußtsein, ausgeführt. Der Schluß war, daß ich mit beiden Augen verbunden 5 Tage und 5 Nächte liegen mußte und dann kaum noch auf meinen Beinen zu gehen vermochte. Wenn ich nun von dem Erfolg sprechen soll, so kann ich nur sagen, daß an dem Auge ein Meisterwerk vollbracht worden ist. Das früher blutrote, schiefstehende und bewegungsunfähige Auge steht ecstens schön gerade und dann kann ich es jetzt nach allen Seiten bewegen. Habe jetzt bis zur völligen Heilung und Abtreibung der Röte noch ca. 4—6 Wochen hier zu verweilen und verde dann wohl als geheilt zum Truppenteil chieben und mit den anderen Kameraden „Schüpp, Schüpp. Hurra“ feiern. Aber ein Gutes hat dann der Krieg für mich gehabt: Werde, so Gott will, eine Kriegs=Erinnerungsmedaille mit in die Heimat bringen, die mir mein Lebtag nicht in einer Aufbewahrungsschatulle verwittern wird. Nächst Gott sei es dem Vaterlande gedankt. Mancher kann aus dieser Begebenheit seine Konsequenzen ziehen. Ich möchte stark bezweifeln, daß die feindlichen Staaten soviel Besorgnis ihren Mannschaften uwenden. Wetterbericht der deutschen Seewarte. 4.—Sonnenschein, warm, windig, Gewitter. 5.—Wolkig, strichweise Regen, Gewitter. Verantwortlich für die Redaktion Friedr, Kraas Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. 1 gesucht. 2649 Gas- und Wasserwerk. Schwerte. Vigmnal Volbeaux Rolwein Bezug in Original=Oxhoff=Fässern. Eigene Abfüllung, daher billigste Preisberechnung, per Flasche 1.10, 1.30, 1.50 und 2.00 Mk. inkl. Flasche Carl Raffin, Gasthof„Jur Helle“ Telephon 251. Tapeten! Naturell-Tapeten von 10 Pf. an Gold-Tapeten von 20 Pf. an in den schönsten u. neuesten Mustern. Man verlange kostenfrei Musterbuch Nr. 276. Gebrüder Ziegler, Lüneburg. Mädden 14 bis 16 Jahre, für Nachmittags gesucht. 2645 hagenerstr. 73. Wer unterrichtet 2 junge Mädchen in der Offerten unter E. 2551 an die Geschäftsst. d. Ztg. Gründlicher Unterricht im Welgnahen wird erteilt 2619 Teichstr. Nr. 3, II. Et. Druckarbeiten für Industrie, Handel, Gewerbe und Private als: Adress-Karten, Etlketten. Prospekte Reiseavise, Zirkulare Kuverts, Mittellungen, Rechnungen. Briefbogen, Preististen, Wein- u. SpeiseKarten, EinladungsKarten, Familien-Anzeigen, Trauerbriefe usw. l’efert in jeder Ausführung in kurzer Zeit Carl Braus Buchdruckerei Schwerte(Ruhr) Grosse Marktstr. 3—5. auts Speischartonem per 100 Fid. Mk. 5.30 empfiehlt 2652 L. Weinberg. Säderiand Siegerland, Waldeck, Niederhessen, Bergisches Land, Ruhrgebiet und Industriebezirk. Anhang: Die Hauptwanderstrecken des S. G. V. Preis Mk. 2.— Vorrätig in der Buchhandlung Carl Braus Schwerte(Ruhr). Große Marktstr. 3—5. Rattnretenlkacher und mehrere tüchtige Kterenpresser für Friktionspressen zum sofortigen Eintritt gegen hohen Lohn für dauernde Beschäftigung nach auswärts gesucht. Angebote unter F. 2648 an die Exped. d. Bl. uhog u z. ona 00 5 Kinderlaabe redigiert von Lotte Senntag. Mein Kätzchen. Mein Kätzchen war ganz furchtbar krank, Jetzt geht's ihm besser, Gott sei Tank, Der Doktor gab ihm Pillen ein Und sagt', es würd' bald besser sein, Ich müßt's nur in sein Bettchen legen Und Tag und Nacht getreulich pflegen. Das hab' ich denn auch gern getan, Und nun seht euch mein Kätzchen an, Es hat sich wieder herausgemacht, Und morgen geht's auf die Mäusejagd. Das Pferd. Das Pferd ist unter unseren Haustieren das edelste und schönste. In freiem Zustande lebt es auf Steppen und Prärien, läßt sich aber mit Sorgfalt ziemlich leicht zähmen und zum Gebrauch des Menschen heranziehen. Es ist ein sehr gelehriges Tier und kann daher nicht nur zum Reiten und Fahren abgerichtet werden, sondern man kann ihm auch mancherlei Kunststücke beibringen, wie ihr es wohl alle schon im Zirkus gesehen haben werdet. Das Pferd gehört zu den Einhufern, das männliche heißt Hengst, das weibliche Stute. Junge Pferde nennt man Fohlen. Das Pferd wird etwa 2 Meter hoch und ist von kräftigem Körperbau. Der Kopf mit den spitzen Ohren sitzt an einem langen, gebogenen Hals, der mit einer Mähne versehen ist. Es hat hohe, schlanke und doch kräftige Beine und einen langen Schweif, der ihm zum Schutz gegen Fliegen und Mücken gegeben ist. Der Farbe nach unterscheidet man weiße Pferde oder Schimmel, schwarze oder Rappen, braune, rotbraune oder Füchse, gelbliche oder Falben und noch mancherlei Zwischenstufen. Es gibt verschiedene Rassen, von denen sich manche mehr zu Arbeitspferden, andere zu Renn=, Reit= und Kutschpferden eignen. Zu den edelsten Pferden gehört das englische Vollblut und der Araber, von denen einzelne Exemplare oft mit vielen tausend Mark bezahlt werden. Manche Pferde sind sehr scheu und wollen sich nicht anfassen lassen, es gehört sehr viel Geduld und Ausdauer dazu, sie zuzureiten oder einzufahren. Aber es gibt auch sehr fügsame Tiere, die ihrem Herrn folgen und sich gern von ihm liebkosen lassen. Um das Pferd gut lenken zu können, legt man ihm ins Maul, wo es das feinste Gefühl hat, ein Kählernes Gebiß; an den Füßen trägt es Huseisen, damit es sich die Hufe nicht abläuft. Das Pserd schläft im Stehen, nur sehr selten legt es sich hin. Es ist ein sehr reinliches Tier und sollte daher auch immer sehr sorgfältige, körperliche Pflege erhalten. Das Pferd ist dem Menschen sehr nützlich, es zieht den Wagen und den Pflug, schafft Lasten fort und dient zum Reiten. In früheren Zeiten wurde es auch zum Treiben von Göpelwerken benutzt, doch wird dies heute meist von Maschinen besorgt. Auch für den Militärdienst eignet sich das Pferd sehr gut und zeigt im Krieg ganz besonderen Mut. In manchen Ländern wird die Milch der Stuten getrunken, in Gestalt von Kefyr auch bei uns. Auch nutzen die Pferde dem Menschen duich ihr Fell, ihre Schwanzund Mähnenhaare, ihre Hufe, und vielfach wird auch ihr Fleisch gegessen. Stört ihn„1. ihn nicht. Als der General Zieten schon etwa achtzig Jahre alt war, war er einmal mit anderen Gästen bei Friedrich dem Großen zur Tafel befohlen. Da manches Wichtige zu besprechen war, saßen die Herren ziemlich lange bei Tisch, und so kam es, daß der betagte General ein bißchen einnickte. Als die anderen Tischgäste das bemerkten, begannen sie einander Zeichen zu machen und zu lächeln. Kaum gewahrte dies der König, da wandte er sich an die Herren und sprach sehr ernst:„Spottet nicht über meinen alten Zieten; er hat sich das Recht verdient, jetzt zu schlafen; denn er hat gar manches Mal für uns gewacht. Also sprecht leise und stört ihn nicht!“ Diamanträtsel. S—— A#A NININR 8 8 — S. 8 S STTT g W WIW — Die obigen Buchstaben sollen so geordnet werden, daß die senkrechte und die wagerechte Dittellinie einen berühmten Feldheirn ergeben. Die übrigen wagerechten Reihen bedeuten: 1. Konsonant 7. Lokal 2. Leuchtstoff 8. Nordisches Säugetier 3. Gebirge 9. Weibl. Vorname 4. Böse Eigenschaft 10 Natmiprodukt 5. Flugwild 11. Konsonant (Die Rullölungen der Rättel um. erlolgen in der nächnten „Kinderlaube“. D. Red.) Austösungen der Rätsel aus der vorigen„Kinderlaube“: Rätsel. Vater, Kater, Pate(r). * Insammensetzrätsel. Fundament(Fund, Amen). 1 S B 8 BSMER Se TRRE: a“GE 2 8 5 0. 5 S. S-SE Sug : 5. O. pFKEs Fe 2.9. Se.* g— S 5588 # 5 S 3 5— S#nges . 2.—GUTTN S 2 S. # c S 9. □ 0*— *—•.* * □—*% S 29 *" J 12 ∆* S— □ * 8 # 2. — * 2 S 2 9 5 2 SSgE er TE G2 5 =B 0 26 ** R 8 — *% * O 8% 9. S Sas S S 2 9..— ½ 8 8 8835 *9oEn S S S9E S S 3. S Pac2n NyTE 8 25. S S S S BSSS 89•• 925 S GSES22 85 525 S 8 2 S— 75—•— 02 25 S 5 # S 8 S.80 15.5 * S.. 2**— T B 2. □ 2 2 2 S 2 3 85 a 5“ * S SSpgg Sanon —* S 12011 GzEng = PEn 9# S ERmDA, T S 2 47. Jahrgang O Grlles und älleltes Cagesorgan des Krelles. O Haupf-Annoacenblaß Interhaltungs=Beilage zu Nr. 127. Donnerstag. 3 Juni 1915. Are tast Re 131 von Art. ch gebe eich Roman von b. bill. (. Fortsetzung.) dir mein Wort darauf, Kind," * erwiderte der alte Mann, seine Rüher niederzwingend, und mit ruch zu scherzen, fügte er „Du wirn doch hofsentlich wissen, wus es bedeutet, wenn ein amerikanischer Senator etwas mit seinem Wort bekräftigt.“ e erwiderte de rung tap.. einem Ver. Hinze::.. C0 5„Du wirst voch mas es bede „Aber wie— wie kam er in jenes schreckliche Haus? Und was ist ihm dort geschehen?" „Das alles wirst du morgen erfahren, wenn du dich hinlänglich erholt hast, und wenn wir selber genauer darüber unterrichtet sein werden als in diesem Augenblick. Das eine nur kann ich dir sagen, daß ihr eure Rettung wohl einzig dem Aufschrei zu danken habt, den die Feuerwehrleute vernahmen, als sie die Tür des brennenden Hauses einschlugen. Wer weiß, ob sie sonst auf den Gedanken gekommen wären, im Keller nach gefährdeten Menschen zu suchen.“ Ein Lächeln des Glückes huschte über Ediths bleiches Gesicht. Dann aber schien sich eine um so dunklere Wolte über ihre Züge zu breiten. „Und der— der andere?“ fragte sie leise,„har man auch ihn gesunden?" Der Senator nickte mit tiefernster. Miene. „Ja.— lind ich glaube, er hat seine Schuld bezahlt. Doch nun darfst du nichts weiter frasen, mein Liebling!— Morgen, wenn du wieder bei Kräften sein wirst, werden wir über alle diese Dinge sprechen.“ Und Edith schien in der Tat zu müde, um noch weilere Fragen zu stellen. Sie drehte das Köpschen zur Seite, und schon eine Minute später hatte ihr ein sanfter, fester Schlummer die Augen geschlossen. 35. Kapitel. Es war vierzehn Tage später, als die Komtesse Edith Donnersberg auf einer Bank im Rosengarten des Schloßparks saß, um einen heißersehnten Besucher zu erwart.n. Jetzt wußte sie alles; denn die Tätigkeit der Behörden und die Geständnisse der Mitschu digen hatten auch die letzten Schleier gelüftet, die die Vorgänge auf Schloß Donnersberg so lange zu einem scheinbar undurchdringlichen Geheimnis gemacht hatten. Und es gab keine Geheimnisse mehr, über deren Lösung sich der Freiherr von Reckenburg, der jetzige Majoratsherr auf Schloß Donnersberg, hätte den Kopf zerbrechen Weigelt und die Johannsen waren in demselben Augenblick verhaftet worden, als sie sich auf einem nach Australien bestimmten Dampfer hatten einschissen wollen, (Nachdruck verboten.) und der P'eudo=Kammerdiener hatte nicht gezögert, die ganze Wahr eit zu offenbaren, sobald er eingesehen hat.e, daß es für ihn nur noch eine einzige Hoffnung gab, die Hofnung nämlich, sich durch ein## und rückhaltloses Bekenntnis der Milde seiner Richter zu empfehlen. Seine Aussagen lieserten den Beweis, daß sich der Graf ven Anang an mit der Absicht getragen hatte, seinen Vater zu ermorden, weil er nicht an diese Vaterschaft glaubte, und weil er fürchtete, daß der rermeintliche Betrug eines Tages aufgedeckt werden würde. Er hatte seinen schreclichen Plan von langer Hand vorbere tet und hatte ursprünglich beabsichtigt, sofort die Flucht zu ergreifen, nachdem es ihm gelungen ein würde, sich in den Besitz einer großgringen, Ere aus der ihm zugefallenen Erbschaft zu bringen. Eist die wachsende Leidenschaft für die Komtesse hatte ihn bestimmt, seine Dispositionen zu ändern. Vielleicht war er wirklich tollkühn und verblendet genug gewesen, auf das unermeßliche Vermögen des Senators zu spekulieren, das ihm, wie er hoffte, als dem Gatten seiner Enkelin zufallen würde. Und er hatte sich eingeredet, daß die Familie auch nach der Entdeckung der verübten Verbrechen alles ausbieten werde, um zur Verhütung eines öffentlichen Skandals die Sache niederzuschlagen. Weigelt beteuerte, daß er niemals die Absicht gehegt habe, der Komtesse ein Leid anzutun, daß er im Gegenteil fest entschlossen gewesen sei, sie gegen jede persönliche Gefahr zu schützen, und er versuchte sich darauf hinauszureden, daß der von ihm an dem Grafen verübte Totschlag die Folge eines Streites gewesen sei, der sich gerade über diesen Gegenstand zwischen ihnen entsponnen habe. Er schwor hoch und teuer, von der Brandstiftung nichts zu wissen, und wälzte alle Verantwortung für dies Verbrechen, das sich ja nach Lage der Dinge als Mordversuch charakterisierte, seiner Mitschuldigen zu. Diese aber hatte sich schon am dritten Tage ihrer Untersuchungshaft dem irdischen Richter dadurch entzogen, daß sie sich in ihrer Zelle das Leben nahm, und so war es nach Lage der Dinge in der Tat sehr wahrscheinlich, daß Weigelt bei der Hauptverhandlung nicht als Mörder zum Tode verurteilt werden, sondern mit einer langjährigen Freiheitsstrafe wegen Totschlags und Diebstahls davonkommen würde. Die Verletzung des Doktor Odemar hatte sich als verhältnismäßig leicht erwiesen, und nur an den Folgen der durch den Schlag herbeigeführten Gehirnerschütterung hatte er eine Woche lang empfindlich zu leiden gehabt. Aber seine kraftvolle Natur hatte diese Folgen überwunden, ohne daß irgendeine üble Nachwirkung * 5 E—* 2 S% 6 S# F%8 S 585S S SEEE S 8 SokSSEE E SSERSG * S = Bonn 5SS # 5 5g #ES *.—* E * 8 5 e 8 5 E• #nIs EPSSEE S Sui SESEEE S#- G S o E S 5 3 zurückgeblieben wäre, und er hatte auf die herzliche Einladung des Freiherrn von Reckenburg brieflich erwidert, daß er ganz wiederhergestellt sei und heute auf Schloß Donnersberg erscheinen werde. Eine innere Stimme hatte der Komtesse zugeflüstert, daß er sicherlich seinen Weg durch den Rosengarten nehmen werde, um zuerst das Erdenfleckchen zu grüßen, auf dem sie mehr als einmal in verschwiegenem Stelldichein glücklich gewesen waren. Und Liebende pflegen durch derartige Ahnungen selten getäuscht zu werden. Sie saß kaum eine Viertelstunde auf ihrer Bank, als sie die hohe Gestalt des geliebten Mannes zwischen den Büschen auftauchen sah. Und durch nichts in der Welt hätte sie sich zurückhalten lassen, ihm entgegenzueilen und sich mit einem jubelnden Freudenschrei an seine Brust zu werfen. Ein paar Minuten lang vergaßen die Liebenden in ihrer Seligkeit alles, was außer ihnen und ihrem jungen Glück noch in der Welt sein mochte. Plötzlich aber machte sich Doktor Odemar sanft aus Ediths Armen los, und indem er einen Schritt zurücktrat, sagte er: „Vergib mir! Ich habe vielleicht einen schnöden Raub begangen, als ich deine Küsse hinnahm und erwiderte. Denn ich habe dir ein Bekenntnis abzulegen, nach dessen Empfang du dich möglicherweise von mir abwenden wirst als von einem Manne, der seiner Herkunft nach der Verbindung mit einer Gräfin Donnersberg unwürdig ist. Alles, was ich zu meiner Rechtfertigung anführen kann, ist, daß ich selber es erst seit dem heutigen Morgen weiß, und daß es mir noch immer mehr wie ein böser Traum erscheinen will. Wenn ich auch den Namen, unter dem du mich kennen gelernt hast, mit voller Berechtigung führe, weil ich von den Leuten, die ich bisher für meine Eltern hielt, in aller Form adoptiert worden war, so ist es doch nicht der Name, unter dem ich auf die Welt gekommen bin. Und du darfst nicht erschrecken, wenn ich dir diesen Namen nenne. Er lautet—.— Brandenfels." „Das heißt, du bist der Sohn——“ „Der Sohn des Majors Brandenfels— ja. Es ist für dich eine furchtbare Enthüllung— nicht wahr?“ Ueber das schöne Gesicht des jungen Mädchens glitt ein reizendes Lächeln, und zärtlich legte sie ihm ihre beiden Hände auf die Schultern. „Es ist überhaupt keine Enthüllung für mich, du törichter Mann. Denn ich weiß es bereits aus dem Munde meines Vetters Kurt, der mir mitteilte, daß ihm schon vor der letzten Katastrophe derartige Vermutungen gekommen seien. Denn nur auf diese Art habe sich das widerspruchsvolle und teilweise ganz rätselhafte Verhalten des Majors erklären lassen. Ganz klar ist es mir allerdings bis jetzt noch nicht geworden, weshalb dein Vater dich anderen überließ, während er diesen Sohn seiner Schwester wie sein eigenes Kind auszog.“ „Er glaubte damit zu meinem Besten zu handeln, weil er mich nicht an seinem Abenteurerleben teilnehmen lassen wollte. Ich sollte in einer reineren Atmösphäre aufwachsen, als es die war, die ihn umgab. Dem Sohne seiner Schwester gegenüber aber war er offenbar weniger rücksichtsvoll und gewissenhaft.“ (Schluß folgt.) Woher stammen die Zigeuner? Der Name„Zigenner“ wird zuerst von deutschen Schriftstellern und Chronikenschreibern aus dem Ansange des 15. Jahrhunderts erwähnt; da diese indessen häusig lateinisch schrieben, so findet man den Namen auch oft ins Lateinische übersetzt als Cingareni, Attingam, Zigari usw. Bisweilen hießen sie Sarazeni, und man wollte daraus auf eine Abstammung von den Sarazenen schließen, eine Ideenverbindung, die natürlich völlig grundlos ist. Die Zeit des ersten Auftretens der Zigeuner ist etwa auf die Jahre 1414 bis 1418 festzusetzen. Es zeigten sich zu der angegebenen Zeit Scharen von Leuten mit dunkel verbrannten Gesichtern, mit schönen, schlanken Körpern, in Lumpen gehüllt. Sie alle hatten schwarze Haare, glänzende Augen und blendend weiße Zähne, die Vornehmeren zeigten viel Putz und Glanz. Sie gaben vor Christen zu sein und aus Aegypten zu stammen. Nach ihrer Aussage mußten sie durch Verbannung aus dem Vaterlande und siebenjähriges Herumziehen in der Fremde die Schuld ihrer Väter büßen, welche der Jungfrau Maria nebst ihrem Jesus=Kinde Obdach und Herberge verweigert hätten. Es ist leicht erklärlich, daß sie durch derlei Vorspiegelungen die Herzen für sich zu gewinnen wußten, so daß man sie als büßende Pilger gern und mitleidig aufnahm. Ueber die Frage der Herkunft der Zigeuner ist vielsach gestritten, und sind die wunderlichsten Hypothesen aufgestellt worden. Endlich, Ende des 18. Jahrhunderts, gelang es dem Sprachsorscher Büttner, den richtigen Weg zu finden, indem er sich eifrig mit der Zigeunersprache beschäftigte. Er fand, als er die Zigennersprache mit anderen Sprachen verglich, eine seltsame Uebereinstimmung mit dem Hindostanischen. Um eine ungefähre Vorstellung davon zu geben, mögen hier die hindostanischen und die Zahlwörter der Zigeunersprache nach Bischoffs Zigennerlexikon zusammengestellt folgen, wobei das Hindostanische eingeklammert ist: Eins Jel(Ei), Zwei Duj(Du), Drei Trin(Tin), Vier Schtar(Tschar), Fünf Pantsch(Pantsch), Sechs Tschow (Tscho), Sieben Efta(Hefta) usw. Eine ebenso große Uebereinstimmung sand man zwischen den Grammatiten der beiden Sprachen, und es läßt sich jetzt gar nicht mehr daran zweifeln, daß die Sprache der Zigenner wirklich ihre Wurzeln im Hindostanischen habe. Wenn man ferner die Körperbildung und die Sitten der Zigenner mit denen der Hindus vergleicht, so findet man ebenfalls eine merkwürdige Uebereinstimmung. Besonders auffallend soll auch die Aehnlichkeit zwischen den Tänzen der Valaderen und denen der Zigennerinnen sein. Wahrsagerei, Traumdeuterei, Chiromantie, die Kunst, aus der Hand wahrzusagen, nennt Johannes von Müller morgenländische Künste, und besonders ist Ostindien als Heimat der Chiromantie zu betrachten; wir wissen aber, daß gleich bei ihrem ersten Auftreten die braunen Zigennerinnen diese Kunst fleißig übten, die noch heute einer ihrer Haupterwerbszweige ist. Endlich sand man auch am Ausflusse des Sind ein ostindisches Volk, das sich Tschinganen oder Zinganen nennt, deren Sitten und Gebräuche mit denen der Zigenner die größte Aehnlichkeit haben. Ueber die Art des Auszugs der Zigenner, und wie sie nach Europa und speziell nach Deutschland gekommen sind, ist jetzt folgende Hypothese die verbreitetste und auch wohl die richtigste: Die große Erschütterung Asiens durch den Mongolen Timur gab namentlich im Süden bei den Hindus zu groben Bedrückungen Veranlassung, welche sich die mongolischen Statthalter in unmenschlicher Härte erlaubeen. Es blieb vielen nichts weiter übrig als ausemietzen. und sie wandten sich nach Westen. Im Land: der Tschilzanen hausten sie einige Zeit, bis eine neu# Angst vor den anrückenden Mongolen sie abermals vertrieb. Nun zogen sie unter dem Namen Tschinganen abermals aus, vielleicht zogen auch viele Tschinganen mit, und so ist dann das Volk auch nach Europa gekommen. Ueber den Weg, den sie genommen, wissen wir nichts Genaueres, vermutlich haben sie sich aber einige Zeit in Aegypten aufgehalten und sind dann durch Kleinasien und die Türter nach Europa und durch Ungarn nach Deutschland hineingedrungen. N. P. Humor. Auch ein Grund.„Da lese ich eben von einem Eisenbahnunglück,“ sagte der alte Engels zu seiner Frau. „Und sind viele verletzt?“ fragte sie. „Ja, merkwürdigerweise alle im Rauchcoupé zweiter Klasse. Die übrigen sind ohne Schaden davongekommen!“ „Siehst du, Tobias,“ rief Frau Engels ganz aufgeregt, „das ist also wieder ein Grund, warum du das Rauchen aufgeben solltest.“ 8 Ein unheimliches Haus. Erzählung von Hanns Simon=Hagen. (Nachdruck verboten.) Am Stammtisch im„Burgkeller“ brach ein furchtbares Gelächter los. Der Kaufmann Fritz Löbelt hatte nämlich soeben wieder eine seiner norwegischen Spukgeschichten mit der ernstesten Miene aufgetischt und sah jetzt mit dem Ausdruck der Verwunderung und des Staunens in die Gesichter seiner immer noch lachenden Stammtischgenossen. „Nun, meine Herren, Sie können so viel lachen als Sie wollen, aber eins steht fest: Man kann sich, wenn man solche Geschichten liest oder erzählen hört, eines gewissen unheimlichen Gefühls nicht erwehren!" Der Kanzlist Kramer erholte sich zuerst von seinem Lachkrampf.„Ganz recht, lieber Löbelt, aber das ist vollständig überflüssig; denn geht man diesen Geschichten auf den Grund, so findet man immer, daß dieselben nichts anderes, als die Folgen ganz natürlicher Vorgänge sind!“ „Der Ansicht bin ich auch,“ meinte der Kaufmann Nordheim.„Ich selbst habe einmal ein Erlebnis gehabt, das das Spukhafte streift, und wenn es Ihnen recht ist, meine Herren, gestatte ich mir, Sie eine Stunde mit der Erzählung desselben zu unterhalten.“ „Aber, bitte, bitte, natürlich, spannen Sie uns nicht länger auf die Folter,“ erscholl es rings im Kreise, und die gespannten Gesichter verrieten, daß man mit lebhaftem Interesse der Erzählung Nordheims entgegensah. Nordheim brannte eine neue Zigarre an, tat einen tiefen Zug aus seinem Glase und begann dann. „Voraussenden will ich, daß die Geschichte vollständig wahr ist. Die zwanzig Jahre, die seitdem verflossen, haben es nicht vermocht, die Eindrücke jener Zeit in meinem Gedächtnis zu verwischen. Damals stand ich in meinem zwanzigsten Lebensjahre und war Kommis bei einer größeren Magdeburgischen Schiffahrtsgesellschaft. Das Haus, in dem ich wohnte, lag in einer dunklen Nebenstraße. Die Gegend war sehr ruhig, und das Zimmer übertra, meine kühnsten Illusionen in Punkto Behaglichkeit. Obwohl meine Wirtsleute ein paar absonderlich mürrische Leute waren, genierte mich dies sehr wenig, da ich sie nur sehr selten zu sehen bekam. Ich wohnte schon eine ganze Weile da und hatte noch niemals Grund gehabt, ob der Wahl meiner Wohnung mit mir unzufrieden zu sein. Eines Nachts aber, ich hatte mich an diesem Abend schon früh zu Bett gelegt, wurde ich durch ein dumpfes, taltmäßiges Pochen aus dem Schlase geweckt. Da das Geräusch nach längeren und kürzeren Zwischenräumen immer wieder einsetzte, wurde ich allmählich munter und gab mir die erdentlichste Mühe, zu ergründen, aus welchem Winkel des Hauses dieses mysteriöse Pochen käme. Einmal klang's, als käme es aus dem Keller, dann wieder, als habe es auf dem Boden des Hauses seinen Ursprung. Kurz, so sehr ich mich auch anstrengte, es war mir nicht möglich, des Rätsels Lösung zu finden. Das Zwecklose meiner Bemühungen bald einsehend, schlief ich alsbald wieder ein. Selbstverständlich war dies einmalige Vorkommnis kein Grund, mich beschwerdeführend an den Wirt zu wenden, zumal ich doch nicht einmal bestimmt sagen konnte, ob das Klopfen überhaupt in unserem Hause seinen Ursprung gehabt hatte. Ich schwieg also und erfreute mich weiterhin meiner gemütlichen, ungenierten Wohnung.“. Nordheim machte eine kleine Pause, trank sein Glas aus und setzte seine entschlafene Zigarre wieder in Brand. Dann fuhr er fort.„Wie gesagt, meine Herren, ich sagte nichts und hatte auch die Geschichte schon halb vergessen, als ich eines Nachts wieder durch dieses monotone Geräusch in meiner Nachtruhe gestört wurde. Diesmal war ich fast augenblicklich munter. Unmut, vermischt mit dem unheimlichen Gefühl, dessen man sich nicht erwehren kann, hört man in tiefer Nacht mysteriöse Geräusche, beschlich mich. Allerhand tolle Gedanken bestürmten mein Hirn. Man neigt in solchen Situationen leicht zu dem Gefühl, das man wohl schlechthin mit Angst bezeichnet, das aber oft seiner Begründung durchaus nicht entbehrt. Still, mit weitgeöffneten Augen lag ich da und versuchte vergeblich, das Dunkel des Zimmers zu durchdringen. Mit klopfendem Herzen lauschte ich auf das monoton sich wiederholende Geräusch, und bei jedem dumpfen Schlage fiel mir schwer die Frage auf die Seele:„Woher dies Klopsen?“ In unserem Hause war es, darüber war ich im klaren. Lange hatte ich so dagelegen, als die nahe Domuhr mit dumpfen Schlägen die vierte Morgenstunde ankündigte. Ich hatte die Beobachtung gemacht, daß seit einer halben Stunde das Geräusch nicht mehr zu mir gedrungen war, und eben verfiel ich in einen leichten Schlummer, als ich hörte, wie unten vorsichtig die Haustür geöffnet wurde. Mit einem Satz war ich aus dem Bett und am Fenster. Mit gewohnter Handbewegung wollte ich es schon öffnen, als eine instinktive Eingebung mich davon Abstand nehmen ließ. Hart drückte ich meinen Kopf an die Scheiben und gewahrte nun zu meinem Erstaunen eine Gestalt aus der Tür treten, der ich im Hause noch nie begegnet war. Behutsam sah sich der Mann um, dann schlich er, leise und vorsichtig an den Häuserreihen entlang seinen Weg nehmend, die Straße hinab der Stadt zu. An der Ecke blieb er noch einmal stehen. Der Mond war hinter den Wolten vorgetreten, und nun sah ich, wie der Mensch ein schweres Bündel unter seinem Mantel barg und dann um die Ecke verschwand. Dieses Mal war ich fest entschlossen, mich ob der nächtlichen Ruhestörung beim Wirt zu beschweren. Ich fand ihn, entgegen seiner sonstigen Gewohnheit schon beim Morgenkaffee in der Küche sitzend, vor. Es fiel mir besonders sein übernächtigtes Gesicht und verschlafenes Wesen auf. Mit meiner Beschwerde hielt ich nicht lange hinterm Berge. Kurz und bündig trug ich sie vor mit dem Schlusse, daß ich meine Wohnung kündigen würde, falls er keine Abhilfe schaffe. Daß er diese Frage nicht erwartet, und daß sie ihm sehr unbequem war, zeichnete sich deutlich auf seinem Gesicht. Doch zwang er sich zu einem Lächeln, und mit verblüfsender Geschwindigkeit wußte er den Ursprung des mysteriösen Klopfens auf Reparaturarbeiten an einem plötzlich in der Nachbarschaft geplatzten Wasserrohr zurückzuführen: Meine ersten Beobachtungen versuchte er als Täuschungen oder unruhige Träume hinzüstellen.— Ich konnte mich eines unheimlichen Gefühls gegenüber diesem Kerl nicht erwehren. (Schluß fölgt.) hat das schiedene Stadtverwaltungen in Thüringen gingen angesichts dieser Entwickelung mit ihren Kartoffelpreisen unter die Selbstbosten herunter. **(„Vermißt!") Im Publikum besteht der berechtigte Wunsch, über das Schicksal der zahlreichen Vermißten unseres Heeres, soweit irgend möglich, Aufklärung zu erhalten. Diesen Verhältnissen Rechnung tragend, ist von dem Nachweisebüro des Kriegsministeriums in Verbindung mit dem Zentralkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz eine umfassende Einrichtung zur Ermittelung unserer Vermißten geplant. **(Der Rheinisch=Westfälische Wirteverband) aus dem Verbandsvermögen 20000 Mk. für Rote Kreuz gestiftet, 13000 Mk. für die rheinischen und 7000 Mark für die westfälischen Zweigvereine. **(Bei der Post= und Telegraphenverwaltung) sollen jetzt auch weibliche Kräfte im Unterbeamtendienst eingestellt werden. **(Vaterländische Gedenktage.) Mitten in die große Kriegszeit fällt eine Reihe von Gedenktagen, die für die vaterländische Geschichte Bedeutung besitzen. Der Schöpfer der praußischen Heeresmacht und Staatsverwaltung, der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., starb vor 175 Jahren— am 31. Mai 1740— in Potsdam. Er hinterließ seinem Erben und Nachfolger Friedrich dem Großen ein festgesügtes Staatswesen, das der dritte Hohenzollernlönig siegreich gegen die europäischen Feinde langen Kämpfen verteidigte und behauptete. des großen Königs Thronbesteigung sind gerade 175 Jahre vergangen. Zur Feier hundertjährigen Thronbesteigung dieses Fürsten hatte Friedrich Wilhelm III. die Gnundsteinlegung für das von Rauch geschaffene Reiterdenkmal Unter den Linden angeordnet. Wenige Tage nach der Gruntsteinlegung, am 7. Juni 1840— also gleichfalls vor 75 Johren— entschlief Friedrich helm III., und Friedrich Wilhelm IV. bestieg den preußischen Thron. Am 11. Juni wurde der verstorbene Monarch im Mausoleum zu burg an der Seite der Königin Luise zur ewigen Ruhe gebettet. 100 Jahre sind am 8. Juni verflossen, als Major Prinz Wilhelm, der nachmalige Kaiser Wilhelm der Große, in Gegenwart des ganzen Hofes in der Charlottenburger Hofkapelle vom Hosprediger Ehrenberg konfirmiert nurde, und die Schlacht bei Belle Alliance Die Ziehung der 5.(Haupt=) Klasse der 5.(231.) Klassenlotterie dauert bis 3 Juni. an sie schließt sich der Beginn der 6.(232.) Lotterie, deren Loseverkauf am 4. Juni einsetzt. Spielplan zur neuen Lotterie hat die Lo terie=Verwaltung ihren Einnehmern bereits zugestellt, jeder Spieler kann ihn sich daher alsbald von seinem Einnehmer abfordern. Sämtliche Klassen der 6.(262.) Lotterie werden im zweiten Halbjahr 1915 planmäßig abgespielt werden. Die Ziehungen der vier ersten Klassen finden statt: am 9. und 10. Juli, am 13. und 14. August, am 10. tund 11. September und am 8. und 9. Oktober. Die Ziehung der fünften Klasse erstreckt sich über die Zeit vom 6. November bis zum 2. Dezember. in Seit jetzt der das Geschick Nalichen ** Sommerberg, 1. Juni.(Der Obst= und Gartenbauverein) hielt am Sonntag seine Monatsversammlung in der Wirtschaft Eisenberg Der im August 1913 gegründete Verein hat sich gut entwickelt, die Mitgliederzahl beträgt über 130. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gestellt, seinen Mitgliedern in allen Fragen des Obst= und Gartenbaues ein Berater zu sein. So war auch zur letzten Versammlung ein tüchtiger Redner für das Thema„Obst= und Gemüseverwertung" gewonnen. Leider traf im letzten Augenblick die tele' graphische Nachricht ein, daß der Redner erkrankt sei. Die recht zahlreich mit ihren Damen erschienenen Mitglieder wurden jedoch insofern schadlos gehalten, als Frau Hauptlehrer Steltmann einen Vortrag über Zweck und Anwendung der Kochkiste hielt. Für den überaus lehrreichen Vortrag dankte der Vorsitzende der Rednerin im Namen der Versammlung. Hierauf folgte eine Beratung über die Verteilung der vom Verein an die benachbarten Krankenhäuser kostenlos zu liefernden Frühgemüse. Zur Erleichterung dieser Aufgabe wurden Sammelstellen eingerichtet und zwar für Sommerberg beim Wirt Eisenberg, für Holzen bei Herrn Schulte=Drüfel, für Höchsten, Berghofermark u. Stuchtey bei Herrn Steltmann. Weiterhin wurde die Abhaltung eines Obstverwertungskursus beschlossen. Hennen, 2. Juni.(Wegen Betruges) hatte sich der Fuhrmann Gerhard Sch. gestern vor dem Iserlohner Schöffengericht zu verantworten. Am 3. April wurde er von seinem Dienstherrn in Leckingsen beauftragt, eine Fuhre Stroh nach einem Kettenschmied in Papenholz zu fahren. Er führte den Auftrag auch aus und ließ sich ohne Ermächtigung von dem Empfänger für 13 Zentner 29,90 Mark seinhändigen, obwohl ihm gesagt worden war, daß insgesamt 9 Zentner geliefert worden seien. Mit dem Erlös ist der 20 Jahre alte Bursche dann verschwunden und hat das Geld nach seiner eigenen Angabe„durchgebracht". Er hat zwar versprochen, das Geld zu ersetzen, doch wird es damit wohl noch lange Zeit haben. Da er noch nicht vorbestraft ist, erkannte das Gericht auf eine Geldstrafe von 15 Mark. Wir haben es nicht gewollt Bei Gott, wir haben es nicht gewollt; Wir saßen friedlich so gut! Doch die Feinde kamen— der Würfel rollt Und nun schlägt zum Himmel die Glut. Nun brennt in den Adern der deutsche Mut— Helden die Jungen wie Alten. Und das deutsche Feuer erstickt kein Blut, Das kann vorm Sieg nicht erkalten. Wir schaffen's zu Land, in Wasser und Luft, Wider Lüge, Mord und Brand. Und birgt erst britischen Dünkel die Gruft, Dann haben wir Frieden im Land. Dann kehren die Sieger aus Donner u. Dampf, Die Helme voll Eichenreiser——— Segen auf unsern Heldenkampf, Und ein donnerndes Hoch dem Kaiser!... Brieskasten. Nach Berchum. Wie oft sollen wir eigentlich sagen, daß wir Zuschriften ohne Namensnennung unter keinen Umständen berücksichtigen? Mehrere Leser. Sie wünschen, daß wir Ihnen Mottenmittel nennen, das die Motten nicht verscheucht, sondern tatsächlich tötet? Diesen Anfordeningen entspricht„Globol“, das ideale Mottenmittel.„Clobol“ 1ötet Motten und MottenVerantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraay Druck u. Verlas von Carl Braus, beide in Schwerte ein nur Ein gutes Hausmittel bei Hautausschlägen, Flechten, Hautjucken, äußerlichen Entzündungen, Pickeln, Mitessern u. dergl. ist die bekannte Huckers Patent= Medizinal=Seife, die für wenige Groschen in jeder Apotheke, Drogerie und Parfümerie zu haben ist und deren hervorragende Eigenschaften in dem unserer hautigen Stadt=Auflage beiliegenden Prospekt von sachkundiger Feder gewürdigt werden. Man trägt den weichen Schaum genau nach Vorschrift mehrere Tage hintereinander auf die betreffenden Hautpartien auf und läßt ihn über Nacht eintrocknen. Morgens wäscht man den Schaum leicht ab und nimmt etwas Luckooh=Creme, die durch ihre Milde und Reinheit für die menschliche Haut ganz besonders zuträglich ist. In den meisten Fällen wird man in kurzer Zeit die Freude erleben, daß sich das Uebel bald bessert und die Haut zur Gesundung schreitet. Bei Genesenden nach langen Krankheiten oder schweren Verwundungen ist es eine wichtige Aufgabe der ärztlichen Behandlung, für möglichst schnelle Kräftigung durch geeignete Kost zu sorgen. In den Speisen läßt sich leicht für genügende Abwechslung sorgen, viel schwieriger ist es hinsichtlich der Getränke. Alkoholhaltige werden nach Möglichkeit vermieden, coffeinhaltige(Tee, Kasfee) greifen die Nerven zu stark an, beeinflussen auch Stoffwechsel und Verdemung ungünstig und die ewigen Limonaden werden den Patienten bald zuwider. In Lazaretten wird deshalb mit besonderer Vorliebe den Schwerverwundeten der coffeinfreie Kaffe Hag verabreicht, weil er weder die Nerven und damit den Schlaf, noch die Verdauung irgendwie schädlich beeinflußt. Nad, Sionten mit bundertlausend Deutschen 4 Monate russische Kriegsgefangenschaft von Kurt Kram Deutsche, die in# ßland friedlich ihrem Beruf als Vorarbeiter, Techniker, Ingenieure, Kaufleute und Industrielle nachgingen, über hunderttausend Deutsche im Alter von 17 bis 50 Jahren hat die russische Regierung seit Beginn des Weltkrieges wie Verdrecher behandelt und in die schneeige Wüstenei Sibiriens verschickt. Ueber hunderttausend Deutsche sind schutzlos der russischen Willkür preisgegeben.— Auch Kurt Aram. der bekannte Romanschriftsteller. war 4 Monate unter diesen Verbrechern und hat ihr Schicksal geteilt. In Tiflis, der Stadt Mirza Schaffps. ist er vom Krieg überrascht und nach dem Ural verbannt worden. Unter abenteuerlichen Drangsalen hat er den siumpfen, rohen Haß der Russen gegen alles Deutsche an sich erfahren, zugleich jedoch die selbst im Kriege fortdauernde Verwahrlosung der russischen Behörden kennen gelernt Dann ist es ihm gelungen, mit einem Auslandpaß über Petersburg und Finnland in die deutsche Heimat zurückzukehren. Sein Buch ist die erste und bis jetzt einzige Stimme. die aus dem furchtbenar Winter des Ostens zu uns dringt. die uns erzählt,'welche Leiden unsere deutschen Volksgenossen im tiefsten Innern des Zarenreiches hinter dr Front bestanden, während in Polen die großen Schlachten geschlagen werden 1 Mark. vorrätig in der Bucbbandlung Carl Braus Schwerte(Ruhr). Gr. Markistr. 3.— Pülz Haus beim jetigen s4uSpeh. Emit Luhns. HelasseFutterzucker a mit Haferhülsen Zuckerschnitzel empflehlt billigst L. Weinberg. Zur Erfrischungs = in der warmen Jahreszeit= empfehle 2 a Harzer SauerS brunnen Grauhot * mit und ohne Zitrone. Fachinger ferner gar. reinen Himbeersaft S Zitronensaft = Zitronen-Most S 2646 Drogerie * Man Telefon 195. auf sofort ganz oder geteill zu vermieten. 2550 Kötterbachstr. 4. Metallbeiten Dol der zur Annahme von Verzeichnis Praktikanten ermächtigten Krankenhäuser und medizinischwissenschaftlichen Institute. Ort Name der Anstalt an Private Katalog fra frahmenmatr., Kinderdetten Eisenmodellgorih, Subl i. Th. Aplerbeck Ambrock Beringhausen Bochum Caltron Dortmund Eickelborn Gelsenkirchen Fächer-Banknotentast. = in Preis und Ausführung unübertrotten:= für Herren Mk. 2.50 per Stck., Ferner empfehle: von Hindenburg-Vexiergeldtaschen„Wir halten durch“ pro Stück 30 Pfg. Letztere auch mit Reklamewrägung, bei 100 Stück 20 Plg. Paul Knäbel, Papiert Dresden-Blasewitz. Regierungsbezirk Arnsberg Gagen Hamm Haspe Hellersen Herne Kürde Langendreer Lüdenscheid Niedermarsberg Siegen Warstein Witten Provinzial=Heilanstalt Märkische Volksheilstätte Augusta Viktoria=Knappschafts=Heilstätte Augusta=Krankenanstalt Elisabeth=Hospital Bergmannsheil in Wiemelhausen St. Josefs=Hospital Provinzial=Hebammenlehranstalt Kath. St. Rochus=Hospital a) Luisen=Hospital— Städtisches Krankenhaus b) Pathhologisch=anatomische Abteilung dieses Hospitals Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Johannis=Hospital Städtisches Wöchnerinnenheim Dudenstiftz Provinzial=Heil= und Pflegeanstalt Katholisches Krankenhaus„Marienhospital“ Eoangelisches Krankenhaus Knappschafts=Krankenhaus I Institut für Hygiene und Bakteriologie Städtisches Krankenhaus St. Josephs-Hospital St. Marien=Hospital Städtisches Krankenhaus Katholisches Krankenhaus zum heiligen Geist..... Volksheilstätte Hellersen bei Lüdenscheid...... St. Marien=Hospital Coangelisches Krankenhaus Coangelisches Krankenhaus Bethanien St. Josephs=Hospital Gemeindekrankenhaus Städtisches Krankenhaus Provinzial=Heilanstalt Städtisches Krankenhaus Provinzial=Heilanstalt Eoangeltsches Diakonissenhaus der Grasschaft Marn.. Martenhospital der Bestimmungen für die Aufnahme. Verpflegung und Behandlung von Augenkranken in der Provinzial=Augenheil1. März 1900 anstalt in Münster vom Jahl der an= I. Der Provinzialausschuß hat in der Sitzung vom 8. d. zunehmenden mts. folgende abänderte Bestimmungen bezüglich der in 3. Klasse Praktikanten verpflegten Augenkranken besalossen: 1. Selbstzahlende Augenkranke in 3. Klasse haben für volle Verpflegung, Iimmer, Bett und Bettwäsche täglich 1.50 Mk. zu zahlen. Die Kosten der Behandlung unterliegen der freien Vereinbarung zwischen dem Kranken und dem dirigierenden Arzte, 2. Augenkranke, welche von Krankenkassen und Unfallberuisgenossen schaften der Prooinzial=Augenheilanstalt überwiesen werden, erhalten Verpflegung in 3 Klasse und außerdem Behandlung. Arznei und Bäder für den Tagessatz von 2 Mark. Kleine Operationen werden nicht berechnet, größere nach der Mindeltaxe..„..... Lanieniaem Granben“ Die gleiche Vergunstigung wiro benjenigen Krannen zuteil, welche sich durch amtliches Jeugnis als gering bemittelt ausweisen. 3. Die der Anstalt von dem westsälischen Landarmenverbande überwiesenen, sowie diejenigen hilfesuchenden Augenkranken der Provinz. welche von ihren Gemeindevorständen als in dem Maße bedürftig amtlich bezeichnet werden, daß sie nicht im Stande sind, die für ärztliche Behandlung und Verpflegung in der Anstalt bestehenden tarifmäßigen Kosten aus eigenen Mitteln zu bestreiten, werden ärztlich und operativ unentgeltlich behandelt und finden auch auf Verlangen in der Anstalt Unterkommen und Verpflegung während der Dauer der ärztlichen Behandlung gegen Zahlung eines täglichen Pflegegeldsatzes von 1,25 Mark. Im übrigen bleiben die Bestimmuugen unter I. vom 1. März 1900 maßgebend. 4. Provinzialbeamte, welche sich in die Pflege der 3. Klasse begeben, sowie augenkranke Arbeiter, die vom Provinzialverbande beschäftigt und auf Grund der Unfall= und Krankenversicherungs=Gesetzgebung von dem Unterzeichneten der Anstalt überwiesen werden, erhalten die Vergünstigungen unter 3 vorII. Vorstehende Besimmungen treien mit dem 1. Juni Is. in Kraft. Münster, den 2. Mai 1915. Der Landeshauptmann der Provinz Westfalen. 2626 gez. Dr. Hammerschmidt. 1 1 1 3 3 4 2 1 1 7 1 4 9 1 1 3 2 3 2 2 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 2 1 I. 13. J.=Nr. 427. 2627 Arnsberg, den 7. Mai 1915. Der Regierungspräsident. Im Auftrage: Schneider. für Eier, Wurst, Schokolade und Zigarren geeignet Preis □ Pfg. und teuerer Buchhandlung Carl Braus Grosse Marktstrasse 3—5. Vieb=Versicherungs „„„ General= Versammlung am Sonntag, den 6. d. Mis., vormitlags 11 Uhr im Lokale des Herrn E Wiakelmann. Tagesordnung: Jahlung der Beiträge. Jahlreiches Erscheinen erwartet 2647 Der Vorstand. Bekanntmachung. 1## Der Verkauf der stadtseitig beschafften Zartoffelen wird fortgesetzt. Die Kartoffeln werden von jetzt ab zum Preise von 6,50 Mk. für den Zentner vom Lager des Kartoffelhändlers Haus Müller, Bahnhofstraße 27, gegeben. Schwerte, den 3. Juni 1915. Der Magistrat. Rohrmann. ab9458 Fern von der lieben Heimat Mußtest du dein Leben lassen, Im Kampf mit fremden Horden Für's Vaterland erblassen Doch bist du nun auch tot Und schloß dein Auge sich, Im Herzen deiner Eltern und Geschwister Lebst du ewiglich! Du, Gott, gabst uns ein Kind als teures Pland, Wir legen es zurück in deine Vaterhand. Den Heldentod für das Vaterland starb unser einziger, innigstgeliebter Sohn, unser guter Brude“, Schwager, Onkel und Neffe, der Musketier Hermann Kohring Im Intanterie-Regiment 171, 10. Kompagnie im Alter von 26 Jahren. In tiefer Trauer Familie Kohring und Geschwister Wanne bei Hohensyburg, Warmen und Ergste, den 2. Juni 1915. 2682 Schon wieder hat der Krieg ein Opfer von uns gefordert. Es starb den Heldentod für das Vaterland unser lieber Turngenosse Otto Franz Unteroffizler im Inf. Reg. 41, 4. Komp. Froh und frei zog der Verstorbene bei Ausbruch des Krieges hinaus, um sein Leben für sein Vaterland in die Schanze zu schlagen. Nach langen und vielen harten Kämpfen traf ihn die feindliche Kugel. Wir werden auch ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 2639 Westhofen i. W., den 8. Juni 1915. Turnverein„Teutonia e. V. TOtenzettel mit Darstellung eines sterbenden Soldaten und ein zum Himmel zeigender Engel ist eine dauernde Erinnerung an die gefallenen Krieger Buchdruckerei Carl Braus Schwerte Ruhr, Gr. Marktstr. 3—5. Suchschtleisen (Kraftfleisch) per Pfd. 1.15 L. Weinberg. In Silber und Gold ersteigert auf den Plandverkäufen werden zu den billigsten Preisen 4907 verkauft. DORTMUND Nicolalstr. 5 Balkenstr. 38 beim Bezirks- Kommando Pfandleih-Anstalt K. Lien& Comp. Makulaturpapier engfiehll bülen Carl Braus, Schwerte(Nuhr) Heute morgen entschlief nach langem, schwerem Leiden meine liebe Tochter, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Einis Kottloltsuseh im vollendeten 39. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte(Ruhr), den 2. Juni 1915. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 5 Juni, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Markt 9, aus statt. Von Beileidsbesuchen bittet man, Abstand nehmen zu wollen. 2644 Heute nachmittag gegen 2½ Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau. unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Prau eetthonnkotellg geb. Wolff im 55. Lebensjahre. Namens der Hinterbliebenen: Wilhelm Neveling. Schwerte, Soest und Königsberg, den 2. Juni 1915. Von Beileidsbesuchen bittet man höflichst, Abstand zu nehmen. Die Beerdigung flodet Sonntag, den 6. Juni, 4½ Uhr nachm. vom Trauerhause, Hagenerstr. 36, aus statt. Hausandacht ½ Stunde früher 2654 Beranntmachung. Die Ausgabe der Stücke der zweiten Kriegsanleihe beginnt anfangs Juni, und zwar werden zunächst 10—13% der 5% Reichsanleihe und etwa 30% der Reichsschatzanweisungen ausgegeben. Weitere Beträge werden in Iwischenräumen von je 4 bis 6 Wochen nach Maß gabe der eingehenden Lieferungen verteilt werden; die Schlußlieferung wird nicht vor dem Spälherbst erfolgen können. Eine raschere Lieferung ist wegen der gewaltigen Masse des herzustellenden und zu bearbeitenden Materials leider nicht möglich, und es ergeht daher an die Jeichner die dringende Bitle, sich bei Abforderung der ihnen zugekeilten Stücke vorerst auf das unbedingt erforderliche Maß zu beschränken. 2635 Berlin, Ende Mai 1915. Reichsbank=Direktorium. Havenstein v. Grimm Viehsenchen. Festgestellt: Maul= und Klauenseuche unter dem Rindviehbestande— Weidevieh— des Metzgers Leopold Seippel zu Schwerte. Sperrgebiet sind sämtliche Weiden zwischen der Straße Schwerte Villigst bis Wasserwerk in der Gemeinde Hengsen. Aus dem Sperigevi t darf Klauenvieh nicht abgetrieben werden; das Betreten der Weiden ist nur den nit der Wartung des Viehes betrauten Personen gestattet. 2641 Schwerte, den 1. Juni 1915. Die Polizei=Verwaltung: Rohrmann. X Bekanntmachung. Das Uellvertrelende Ceneralkommando des 8. Armeekorps in Koblenz hat Anw.isung erhalten, den weiteren Bedarf an Pferden von jetzt ab in seinem ihm zug wiesenen Bereich, wozu auch der Landkreis Hölde gehört, durch freibändigen Ankauf oder durch Aushebung zu decken. Es beabsichtigt, so lange als möglich, von Aushebungen abzusehen und die erferderlichen Pferde unmittelbar bei den Besitzern anzukaufen. Gegenüber der gesetzlichen Auhebung ist der Pferdeverkauf unmittelbar an die Ankau smission vorteilhafter. Gleichseitig wird vor Pferdeverschleppungen in andere Kreise gewarnt und ausgiediger Ersatz der Pferde durch Ochsen hlen. Hörde, den 29. Mai 1915. 2625 Der Landrak. I. V. Burchard. Favorit Modenaldum 60 J, Favorn Jugencaldum 60 S, Favorit Handarbtsald. 60. 1! Favorit Sch ittmuster!! 4 Alleinverhouf für Schwerte Kaufbaus Otte Marz 9ßenürebe 20. 103 in ganz vorzügl. Qualitäten in grosser Auswa'! Suberst billig! Kaufhaus OttoMarx 20 Ostsnstr. 20 Gerstenfuttermehl Mais Maismehl Weizen für Hohner empfichlt H. Weißenberg Rettelmühle. 2634 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, Dienstag morgen 4 Uhr unser innnisstgeliebtes Töchterchen und Schwesterchen Gertrud nach kurzem Leiden im Alter von 1 Jahr zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. 26339 Schwert-, 2. Juni 1915. Famiie Wilb. Cremme. Die Beerdigung findet Freitag nachm. 4 Uhr vom Sterbehause, Teichstraße 5, aus statt. Sabebn Neue Besatz- und Jakettknöpfe NNeue geblümte u. . karierte Be1957 satzseide Neue aparte Blusenkragen 8 empfiehlt in grosser Auswahl und jeder Preislage# Kaufhaus Otto Marx Schverte, Ostenstr. 80. Trauer-Briele liefert schnell und sauber Buchdruckerei C. Braus Mals-Sackhionl vorzüglicher Ersatz für Roggen- u. Weizenmehl, ohne Brotmarken zu haben bei 2651 L. Weinberg. Buch-Woche. Mein grosses Lager in guten Unierhaltungsschritten für unsere Krleger in allen Preislagen, von 10 Pfg. beginnend, halte bestens empfohlen. Buchhandlung CARL BRAUS Schwerte(Ruhr), Grosse Marktstrasse 3—5. KXRRRRRRNIKNRRNRR K se Die gesteigerten Ansprüche an die "" Reinigung der Bettfüllungen haben mich veranlasst 5659 & Bettfedern und * Daunen se nach einem neuen vollkommeneren Verfahren reinigen zu lassen. Alle Qualitäten, auch die billigsten s sind jetzt ohne jeden Geruch und durchweg staubfrei. Ich empfehle: Bettfedern zu 1,25, 1,75,12,25 b. 3,00 Mk. Habdaunen zu 3,00 bis 4.50 Mk. Daunen zu 4,00 bis 6,50 Mk. Schwerte Ostenstrasse 20. OTTO MARX RN S O Kriegslebesdienei. Die Mitglieder des Vaterländischen Frauenvereins und des Frauenverbandes werden freundlichst gebeten, sich wieder an jedem Montag, nachmittags 4 Uhr, regelmäßig und recht zahlreich zum Nähen für den Kriegsliebes dienst in der Aula der höheren Töchterschule einzufinden. 2643 Der Vorstand. im Rampt gegen aie Nassen. Bilder aus Ostpreussens Leidenszeit. Selbsterlebtes, bearbeitet und zusammengestellt von Major Viktor von Strantz. 176 Seiten, reich illustriert. Preis 90 Pfg. Vorrätig in der Buchhandlung CARL BRAUS Schwerte(Ruhr), Grosse Marktstrasse 3—5.