oe Siumn ebhn Fertese Baussurt. B. e jährltch, dei der Post für Bestellgeld 42 Pie. mehr. Wöchentl. Grakisdeilage:„Jkustrierter Hamillenfreund“ v. tgl. Unterballungsblatt. Anzeigenpreis: Die siedengespaltene Petitzetle oder deren Roum 10 Pig., Anzeigen wörts 15 Pig., Reklamezeile 40 Pig. Jeder Radatt gill eis Kassarnball u. erllicht bei Ronboisen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klogen Aichtbeachbugh genatt. Sghlungebebingung. Amtiches Rresslalt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwates Uoltahlaß 1444 Verbunden mit: für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Holkszellung Schwerker Tageblatt O Schwerter Anzeiger Erites und älteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeiger für den Kreis börde o Haupt-Hononeenblan S uue dete, und ubelmnhtgrüichn Derrn nungen für den Areis Hörde erlangen gemeb Bedanntmochung der Aöniglichen Regierung durch Verössentlichung io dei„Schwerter Zeitung“ gochesoerdiadliche Aeaft.— „Schwerter Zeitung“ gewährt idren Adoanen. ten für jeden mit Tod endenden Unsoll geGagungen: 300 Mk. Unfall. Druch u. Verlag o. Corl Brovs. Schweris=Rude Porig L. Sciont-Abe Bron Shmna=ser; Nr. 118. Samstag, den 22. Mai 1915. 47. Jahrgang. Kriegs=Pfingsten. Es ist ein kleines Häuflein, das beim ersten Pfingsten in Jerusalem versammelt war. Ringsum war die große, weite Welt, die nur Haß und Verfolgung für sie übrig hatte. Aber die Angst und Sorge packt sie nicht, überwindet sie nicht. Der Geist kam aus der Höhe mit Sturmeswehen und Feuerflammen. Und die Schlummernden und Träumenden werden aufgeweckt, die Wankenden und Schwankenden werden aufgerichtet. Neue Lebensglut zieht in ihr Herz ein, neue Beredtsamkeit kommt auf ihre Lippen, neue Tatkraft in ihr Leben. Die Bangigkeit ist verschwunden. Sie werden vorwärts getrieben zu mutigem Tun. Nun haben sie trotz aller Schwierigkeiten und Hemmnisse vollen Erfolg. Ist doch ihr Herz voll brennendem Eifer, voll heißer Liebe, voll überwindender Opferkraft für den Herrn und sein Reich. wissen: Wer mit dem Herrn ist, ist doch die Majorität, mag er noch so schwach uund klein sein. So sind sie unverdrossen bei all ihrem Kampf, und der Sieg heftet sich an ihre Fahnen. Hinausgeworfen in die Welt, wo Haß und Feindschaft sie umgibt, schreiten sie vorwärts. Nicht die Arena der wilden Tiere, nicht das Schwert der Gladiatoren hält sie zurück. Wohl fällt einer nach dem andern, aber sie sterben nicht als die Besiegten. Die Hoffnung leuchtet aus den Augen der Sterbenden, daß das Blit der Märtyrer der Same der Kirche ist. Ihre Sache dringt immer weiter vor, die Tatzen der wilden Tiere, die Flammen des Feuers, der Erimm der Menschen hält sie nicht zurück. Ihr Glaube bleibt der Sieg, der die Welt überwindet. Nun läuten wieder die Pfingstglocken durch die Lande und erzählen weit hin über Berg und Tal von den großen Siegen der ersten Christenmenschen, und sie übertönen Schwerterklingen und Kanonendonner. Sie erzählen uns und unserem Volke, was uns not tut in dieser ernsten und schweren Kriegszeit. Uns umgibt auch der Haß und die Feindschaft der Welt; not tut uns der starbe Geist aus der Höhe, der uns niemals verzagen läßt, der uuns immer wieder aufrichtet, auch wenn wir schlummern und straucheln möchten. Uns tut not der Geist aus der Höhe, der Geist des Trostes in all unserer Betrübnis, der Geist der Kraft in all unserer Schwachheit, der Geist der Seligkeit mitten in unserm Elend. Möge dieser Pfingstgeist niemals uns und unser Volk verlassen. Und wo noch Mutlosigkeeit, Verzagtheit und Ohnmacht wohnt, da mag der Tag der Pfingsten kommen. Wir müssen durch, wir müssen siegen trotz aller Schwierigkeiten und Hemmnisse. In den Kirchen singt man: veni kreator spiritus(„Komm heiliger Geist, du schaffender!") Ja, laßt uns beten und bitten: Komm' heiliger Geist, du schaffender, Und suche alle Herzen heim! In diesem Sinne allen unseren Lesern und Freunden ein recht gesegnetes Pfingstfest! 194000 Gefangene in Westgalizien. wtb Wien, 22. Mai. Amtlich wird verlautbart: Die Kämpfe auf der Front in Mittelgalizien dauern fort. Die in der Sanstrecke, abwärt, Sieniawa, noch am westlichen Flußufer haltenden russischen Abteilungen wurden über den Fluß zurückgeworfen. Oestlich Jaroslau wiesen die verbünde. ten Truppen vereinzelte Vorstöße starker seindlicher Kräfte blutig ab. Die Gefangenenzahl nimmt weiter zu. In heftigen Nahkämpfen erstürmten unsere Truppen östlich Drohobycz eine russische Stellung und eroberten den Ort Neudorf. Hierbei wurden 1890 Gefangene gemacht. Seit dem 18. Mai ist die Gesamtsumme der Gesangenen um weitere 20 000 Mann gestiegen; si“ beträgt seit dem 2. Mai 194 000 Mann. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höle:, Feldmarschall=Leutnagt. Geist des Glaubens, Geist der Stärke, Des Gehorsams und der Zucht, Schöpfer aller Gotteswerke, Träger aller Himmelsfrucht! Geist, der einst der heil'gen Männer, Kön'ge und Prophetenschar, Der Apostel und Bekenner Trieb und Kraft und Zeugnis war! Rüste du mit deinen Gaben Auch jetzt deutsche Krieger aus, Kraft und Glaubensmut zu haben, Eifer für das deutsche Haus, Eine Welt mit ihren Schätzen, Menschengunst und gute Zeit, Leib und Leben dran zu sehen In dem großen, heil'gen Streit. Italien ein neuer Gegner! An Eschennensen ausgerafiele kafsische Truppen! ich ren Milos=nide und 2 Großes Hauptquartier, 21. Mai.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich Ppern griffen die Franzosen nachts unsere Stellung östlich des Kanals an. Der Kampf ist noch im Gange. Am späten Abend beginnender Angriff der Engländer bei Neuve=Chapelle in der Gegend La=Quynque=Rue brach in unserem Feuer zusammen. Nordöstlich schossen wir bei Fresnoy ein feindliches Flugzeug herunter. Ein weiterer von den Franzosen gestern nachmittag im Walde von Ailly eingesetzter Angriff scheiterte unter erheblichen Verlusten für den Feind, der einige Gefangene in unserer Hand ließ. Oestlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend von Szawle sanden nur kleinere Gefechte statt. An der Dubissa gelangte unser Angriff östlich Podubis bi, Betgyla. Er brachte uns weitere 1500 Gefangene ein. Auch östlich von Wrloszasve und Zemigola wurden die Russen über den Fluß zurückgeworfen. Weiter südlich steht der Kampf. Die Reste der südlich des Njemen geschlagenen russischen Kräfte setzten ihre Flucht in der Gegend von Kowno fort. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage bei den deutschen Truppen ist unverändert. Oestlich Jaroslau wurden gestern Gefangene gemacht, die nicht mit Gewehren, sondern mit Eichenkeulen ausgerüstet waren. Von der Armee de Generalobersten von Mackensen und den übrigen im Verbande des österreichisch=ungarischen Heeres kämpfenden deutschen Truppen wurden seit dem 1. Mai 104 000 Gefangene gemacht, 72 Geschütze und 253 Maschinen= gewehre erbeutet. Die Zahlen sind in den bereits veröffentlichten Gesamtzahlen enthalten. Oberste Heeresleitung. 1385000 Gefangene! b5 Franksurt a. M., 22. Mai. Nach einer Zusammenstellung der„Franks. Ztg." beläuft sich die Zahl der in Deutschland und Oesterreich bisher gefangen gehaltenen Russen auf 1017 000 Mann. Die Zahl der in den Gesangenenlagern untergebrachten Franzosen auf etwa 254 000, Engländer 24 000, Belgier 40 000, Serben 50 000, so daß die Gesamtzahl der Kriegsgefangenen im zehnten Kriegsmonat schon auf 1 385 000 Mann gestiegen ist. Deutsche Treue— welsche Tücke! Das Wort geht in dieser Stunde wie ein Lauffeuer durch das deutsche Volk. Seit Jahrhunderten hat die deutsche Treue in der Welt guten Klang. Schon römische Schriftsteller haben sie verherrlicht, als sie von den Riesensöhnen aus teutonischem Geschlecht erzählten, die das Leben der Cäsaren bewachten. Welsch ist für uns gleichbedeutend mit falsch. So mancher treue deutsche Mann ist das Opfer solcher Falschheit geworden, die sich mit Heimtücke und grinsender Bosheit paarte. Aber jetzt hat diese welsche Tücke, vernucht und verflucht durch Jahrhunderte, sich selbst übertroffen. Dem gutgläubigen, vertrauensvollen Freunde, dem Bundesgenossen, dem es Treue geschworen, dem es sich kurch heiligste Eide verpflichtet hat, will Italien wie ein heimlich lauernder Bandit an die Kehle springen. Dasselbe Italien, das seine Großmachtstellung deutscher Freundschaft und Stärke verdankt, dessen Denkmäler und Kunststätten, dessen Seen und Küsten seit Goethe der immer wieder begehrte Gegenstand unserer Sehnsucht, junserer Bewunderung, unserer Liebe gewesen sind. Das ist die welsche Tücke auf dem Gipfel teuflischer Bosheit und verbrecherischer Brutalität! Wir Deutsche fürchten aber nicht nur Gott, wir vertrauen auch auf den höchsten Gott, vor dem Ehre besteht, Unehre vergeht. Es soll uns doch gelingen! Denn wir treten, wenn es sein muß, in den neuen Kampf ein mit dem vollen Bewußtsein der Reinheit und Gerechtigkeit unserer Sache, mit dem unerschütterlichen Glauben an das Wort: Das Leben ist der Güter höchstes nicht, der Uebel größtes aber ist die Schuld! Die Abstimmung im Senat. wtb Rom, 22. Mai. Der Senat hat das Kriegsgesetz einstimmig angenommen. Im Senat hat ein einziges Mitglied, der Schwager des Fürsten Bülow, Fürst Camporeale, gegen die Regierung gestimmt. Der reformsozialistische Abgeordnete Tasca di Cuto überhäufte dabei den Fürsten Camporeale mit Schmähungen. Auch im Senat, auf den Friedenssteunde so große Hoffnungen gesetzt hatten, kam es zu einer stürmischen Kundgebung. Somit hatten in beiden Häusern die angeblichen Fraunde des alten Dreibundes völlig versagt. Verhaftung der Turiner Arbeiterführer. Zürich, 21. Mai. Aus Turin wird gemeldet: Die Vorstände der Arbeiterorganisationen in Turin wurden auf Befehl der Militärbehörde verhaftet. In Nom werden heimlich gedruckte Manifeste gegen den Krieg verteilt, in denen es heißt: Salandra wolle das Volk ins Verderben stürzen, das Volk möge sich dagegen auflehnen. Der„Avanti“ veröffentlicht einen Artikel, in dem er sagt, so lange er noch nicht geknebelt sei, werde er nicht aufhören, den Krieg zu verfluchen. Die letzten Besprechungen. tu Chiasso, 22. Mai. Gestern früh 11 Uhr 10. Min. vormittags erschien der Sekretär der österreichischen Botschaft auf der Konsulta. Eine halbe Stunde später hatte Sonnino eine Konferenz mit dem Kriegsminister Zupelli. Die bevorstehende Kriegserklärung. tu Chiasso, 22. Mai. Der„Messagero“ meldet unterm 21. Mai: Nach der heutigen Senatssitzung findet ein Ministerrat statt, der voraussichtlich die Formel aufsetzt, mit der Italien an Oesterreich den Krieg erklärt. Salandras salsche Behauptung. du Wien, 22. Mai. Das Auswärtige Amt erklürt die Behauptung Salandras, daß dag serbische Ultimatum Italien nicht mitgeteilt worden sei, für falsch. Das Ultimatum sei notifiziert worden, allerdings erst dann, als Italien nicht mehe * AA Einwendungen bekannter Art erheben konnte. Die Gesandten beim Vatikau werden abberusen, jedoch die Wiener Nuntiatur noch nicht. Die außerordentlichen Befugnisse der italienischen Regierung. tu Chiasso, 22. Mai. Das angenommene Gesetz hat folgenden Wortlaut: Die Regierung des Königs hat das Recht, im Kriegsfalle und während der Dauer des Krieges Verfügungen mit gesetzlicher Kraft zu treffen, soweit es für die Verteidigung des Staates, des Schutzes der öffentlichen Ordnung und für dringende und außerordentliche Bedürfnisse der nationalen Wirtschaft erforderlich ist. Der König ist berechtigt, die notwendigen Ausgaben anzuordnen uund außerordentliche Anordnungen für die Bedürfnisse des Schatzes zu treffen. Die Regierung des Königs ist ermächtigt, provisorisch bis zum 31. Dezember 1917 die Bilanzen des Finanzjahres 1915/16, das Staatsbudget nach den Voranschlägen für Einahmen und Ausgaben, sowie die außerordentlichen Mittel zu beschaffen für die etwaigen durch Erhöhung der Ausgaben und Verminderung der Einnahmen entstandenen Ausfälle. Das Gesetz tritt am Tage seiner Veröffentlichung in Kraft. Italiens Beweggrund. wtb Rom, 22. Mai.(Nichtamtlich.) In seinem gestrigen Leitartikel schreibt der„Popolo Romano": Sicher ist der letzte Beweggrund, der stärler als der Wunsch nach territorialen Eroberungen ist, auch für uns heute jenes Endziel aller großen und kleinen Staaten, die zur Expansion gezwungen sind, nämlich die große italienische Familie zu ergänzen. Aber wäre es nicht möglich gewesen, dieses Endziel zu erreichen, ohne die schweren Gefahren, denen alle diese großen oder kleine Nationen gegen ihren Willen entgegengehen? Uns scheint dieser Krieg gegen zwei Nationen, mit denen wir fast sieben Jahrfünfte in Eintracht gelebt haben, noch wie ein Traum, wie ein böser Traum. Gott schütze Italien! Dreibundfreunde werden verhaftet. bh Chiasso, 22. Mai. Gestern verhaftete die römische Polizei den verantwortlichen Redakteur der deutschsreundlichen„Concordia“, Marucci, und führte ihn in das Gefängnis. Die Verhaftung erfolgte wegen angeblicher Verletzung des Verbots von Verbreitung militärischer Nachrichten. Die „Concordia“, soll angeblich Nachrichten über die Mobilisierung veröffentlicht haben. Eine bezeichnende Ablehnung Sonninos. wtb Berlin, 22. Mai. Die bis jetzt vorliegenden Angaben über den Inhalt des italienischen Grünbuches lassen nicht erkennen, ob darin eine Tatsache erwähnt ist, die den ernsten Willen der österreichisch=ungarischen Regierung beweist, zu einer Verständigung mit der italienischen Regierung zu kommen. Es ist die von dem Wiener Kabinett angebotene, aber von Sonnino abgelehnte Entsendung des Grafen Goluchowski mit weitgehenden Vollmachten zur Führung der Verhandlungen. Am 2. Mai erklärte der italienische Minister des Aeußeren auf eine wiederholte Anfrage des Wiener Kabinetts, ob die Entsendung des Grafen Goluchowski genehm sei, Jaß er sie nicht für oportun halte, weil sie zu großes Aufsehen erregen würde. Am 4. Mai erfolgte die Kündigung des Dreibundvertrages in Wien. Hiernach ist es nicht auf Mangel an Entgegenkommen auf seiten der österr.=ungarischen Regierung zurückzuführen, daß die Lage damals eine weitere Verschärfung erfuhr. Zurückziehungen der österreichischen Grenzzollwächter. tu Lugano, 22. Mai. Die„Stampa“ meldet: Die österreichischen Grenzzollwächter wurden von der Gebirgsgrenze des Caffaro zurückgezogen und haben sich gestern früh nach den Forts Storo und Condino begeben. Ebenso taten dies die beim Monte Caffaro und Ledrone postierten Wachkorps, nachdem sie vorher die Telephon= und Telegraphenlleitungen, sowie die elektrischen Lichtleitungen zerstört hatten. Die Wachkorps rieten der Bevölkerung an, gleichfalls zu flüchten. Ehe die österreichischen Zollwächter ihre Posten verließen, verabschiedeten sie sich höflich von den italienischen Zollwächtern. Unruhen in Mailand. Lugano, 22. Mai. Nach Meldungen aus Mailand dauern die Unruhen dort an. Wegen der unzuverlässigen Haltung der Mailänder Garnison sind Truppen aus Sizilien nach Mailand geschafft worden, Menterei italienischer Reservisten. Gens, 22. Mai. Schweizerische Blätter melden aus Chiasso: In Verona, Bergamo und Monza ist es zu schweren Ausschreitungen der eingerückten Reservisten gekommen. In Monza schlossen sich die Reservisten dem Arbeiterumzug an und durchzogen mit Schmähungen gegen die Regierung das Bahnhofsviertel. In Bergamo kam es zu einer Meuterei von über 600 Reservisten, die gegen den Krieg demonstrierten und sich weigerten, in die Kaserne einzurücken. Die Ruhe war bei Abgang, des Berichtes noch nicht wieder hergestellt. Der Kriegswahnsinn in Italien. wtb Rom, 21. Mai. d'Annunzio ist gestern vom König in Audienz empfangen worden, nachdem er hier Tag für Tag aufreizende Reden gehalten hat. — Der bekannte Historiker Gugliegmo Ferrere, der vor dem Kriege in Deutschland trotz seiner Hinneigung zu Frankreich viel zu sehr gefeiert wurde, richtet in dem radikalen Mailänder„Secolo“ heftige Angriffe gegen den Fürsten Bülow, der selbst vmrrnuw pass NLICZ PasS Duns nass##### Luvichw pan aosrom dane Gzson ranm. vuehwtre Aasd— Bremgr ferssuo pass VvSZROW EASS amnns leanger Prstgr. # ∆ che UNGUAR * r Satoreise * Uhely) esser Die wieder gewonnenen Karpathenausgänge. vor Mitteln nicht zurückschrecke, mit denen die Diplomatie alter Zeiten in Byzanz gearbeitet habe.—„Idea Nazionale“ veröffentlicht eine aufreizende Karikatur, in der die abgeschnittenen Köpfe Giolittis und Bülows nebeneinander auf einer Stange aufgespießt sind. Andererseits warnen selbst deutschfeindliche Blätter davor, den Fürsten Bülow wegen seiner Haltung anzugreifen. Er habe als Deutscher nur seine Pflicht getan, wenn er für die Interessen seines Landes energisch eingetreten sei. Der Abgeordnete de Felice, ein bekannter Führer der irredentistisch und kriegerisch gesinnten Sozialisten, ist als Freiwilliger für das 4. Infanterie=Regiment eingetreten. Alle römischen Zeitungen drucken die Reden des deutschen Reichskanzlers und des Grafen Tisza, der„Popolo Romano“ mit Zustimmung, die übrigen Blätter zunächst ohne Kommentar ab. Vorbereitungen deg Vatikans. Die italienischen Blätter wissen sehr ausführlich von den Vorbereitungen des Vatikans für den Ernstfall zu berichten. Es macht sich sehr eigenartig, daß der„Corriere" das Dementi des vatikanischen„Osservatore Romano“, wonach die römische Kurie keineswegs den Geistlichen Italiens bestimmte Weisungen für den Kriegsfall gegeben habe, seinen Lesern in dem denkbar unauffälligsten Druck vorsetzt, weil diese bisher immer nur zu hören bekamen, daß der Papst seinem Klerus ein wohlwollendes Verhalten gegenüber den Herren Interventionisten empfohlen hätte. Es ist den Organen der Kriegstreiber sehr peinlich, jetzt feststellen zu müssen, daß der Vatikan dem Schutze der staatlichen Behörden und den Soldaten des Königs gar nicht traut, sondern fürchtet, daß die Interventionisten das Spiel an die Revolutionären abgeben müssen, vor deren Anschlägen sich der Vatikan beizeiten sichern will. Weiter ist es diesen Herrschaften überaus peinlich, daß die Umgebung des Papstes deutsche Prälaten, wie den Benediktiner Pater Stolzinger, angesichts des Krieges nicht aus Rom abziehen lasse, sondern in den Räumen des Vatikans unterbringe. Der„Corriere" stellt mit Betrübnis fest, daß die Regierung zu diesem Verfahren gute Miene machen müsse, „um keine unliebsamen Zwischenfälle gerade jetzt hervorzurufen“. Eine englische Niederträchtigkeit. bb Berlin, 21. Mai. Der„Vossischen Zeitung“ wird aus Zürich gemeldet: Von einer Seite, die als sicher unterrichtet werden kann, erfahren wir, daß die englische Negierung dem Papste den Antrag gemacht hat, für die Dauer des Krieges nach England überzusiedeln, wo die Regierung einige Millionen Lires zur Bestreitung der Kosten seines Aufenthaltes zur Verfüguung stellen würde. Es versteht sich von selbst, daß der Papst dieses Anerbieten abgelehnt hat. Verstärkte Mobilmachung in der Schweiz. tu Zürich, 21. Mai. Eine Verstärkung der Mobilmachung des s„Jcizerischen Heeres hat begonnen. Man glaubt, zaß das Milizheer fast auf die volle Stärke gebracht werden soll. Zahlreiche Militärzüge sind nach der italienischen Grenze unterwegs. Der Krleg gegen F Große Niedergeschlagenheit in Fran kreich. Die Stimmungsberichte, die der Schweizer Presse gegenwärtig aus Paris zugehen, lassen erkennen, daß sich des französischen Publikums trotz der Siegesberichte, mit denen das Kriegsministerium die Presse überschwemmt, eine starke Niedergeschlagenheit bemächtigt hat. Die franzosenfreundliche„Tribune de Genéve“ brachte gestern, wie die„Franks. Ztg.“ meldet, eine Korrespondenz aus Paris, in der ofsen zugkgeben wird, daß besonders die Ersolglosigkeit der Dardanellen=Expedition, die so schwere Verluste gebracht habe, die Unzufriedenheit des Publikums gesteigert habe. Die neue„Züricher Ztg.“ bringt eine Schilderung der Gemütsrerfassung des Heeres in Frankreich und schreibt, daß die Soldaten, die im Felde stehen, immermehr die Vorherrschaft über alles öffentliche Leben an sich ziehen und die übrige Bevölkerung deshalb nicht ohne Sorge der Zukunft entgegensieht. Von Rußland erwartet man nichts mehr. Von den Engländern hört man sagen, daß sie nicht alles tun, was sie sollten. Mehr als einmal haben wir dieser Tage die Aeußerung vernommen: Es wird uns Mühe sosten, uns von diesem Kriege zu erholen! Deutsche Befestigungskunst. tu Kopenhagen, 22. Mai. Nach Blättermeldungen aus Dünkirchen nahm die deutsche Infanterie in dem Sumpfgelände von Soucchez starke Stellungen ein. Hinter der deutschen Front sind außerordentlich starke Besestigungen angelegt. Die Deutschen sind eifrig damit beschäftigt, neue Verschanzungen herzustellen. Hinter den Höhen von Lens liegen bereits riesige Befestigungen. Die Schützengräben sind von unabsehbarer Länge. Es muß daher mit Sicherheit erwartet werden, daß das geplante Vorrücken hier zum Stehen gebracht wird, da es vollkommen unmöglich sei, die deutsche Front zu durchbrechen. Vom Hartmannsweilerkopf. bb Basel, 22. Mai. Der Kriegsberichterstatter des„Berner Bund“ und der„Nauen Züricher Ztg.“ schildert einen Besuch des Hartmannsweilerkopses. Er bestätigt erneut, daß die Deutschen entgegen den falschen französischen Behauptungen den Gipfelpunkt besetzt halten. Er erzählt, die Franzosen seien bei dem deutschen Sturm vom 25. April, der zu vollem Erfolg führte, infolge des furchtbaren Artillerie= und Minenfeuers moralisch gebrochen und beinahe besinnungslos geworden. Ueber die deutschen Soldaten schreibt er wörtlich: Aus den Augen der Schützen spricht Angriffslust, Kampfesfreude, ruhige Zuversicht und Entschlossenheit über die Erfolge der letzten Zeit. Die Hoffnung, daß es auch in den Vogesen einmal aus den Gräben heraus und zum frischen, fröhlichen Bewegungskrieg vorwärtsgehen werde, belebt den letzten Mann. So festgewurzelt ist das Selbstvertrauen der Leute und ihr Vertrauen in die Führung, daß Zweifel an einem endgültigen Erfolg gar nicht aufkommen. Joder hält den Kopf hoch. Es herrscht ein lebensfroher Geist in diesen Truppen, deren Haltung von einer Kriegsmoral zeugt, wie sie tiefer und fester kaum denkbar sein kann. Ermattung der englisch=französischen Offensive. Auf dem westlichen Kriegsschauplatz wird es erfreulicherweise mit jedem Tage deutlicher, daß auch die vierte große und mit lauten Worten angekündigte Mai=Offensive der Verbündeten, die stärker als alle voraufgegangenen sein und Engländern wie Franzosen bestimmt entscheidende Siege bringen sollte, in Erschöpfung und Zusammenbruch begriffen ist. An weißen und farbigen Landsleuten hatte England aufgeboten, was es nur irgend bekommen konnte; wie die gewaltigen Verluste an Offizieren beweisen, haben die weißen und die farbigen Briten bei Ypern und bei Lille, wo es sich für sie um die Verteidigung der Küste und Englands selbst handelte, tapfer gekämpft. Auch die Franzosen haben alles in ihren Kräften stehende getan, und doch Mißersolg und Zusammenbruch auf der ganzen Linie geerntet. Auf der viel umstrittenen Lorettohöhe unweit Arras machten unsere Truppen weitere Fortschritte. Bei Ablain, das noch nordwestlich von Carency gelegen ist, wiirde ein nächtlicher Angriff der Franzosen unter schweren Verlusten des Feindes zurückgewiesen und zwar nach erbittertem Ringen im Nahkampf. Wie hier, so erweisen sich auch zwischen Maas und Mosel unsere Feldgrauen als die Stärkeren. Ein mit besonderer Heftigkeit in breiter Front bei Ailly unternommener französischer Angriff wurde gleichfalls nach erbittertem Handgemenge verlustreich für den Feind zurückgewiesen. begen Rußland. Ein russischer Panzerkreuzer vernichtet. 1400 Menschen umgekommen. tu. Bukarest, 21. Mai. Wie das„Bukarester Tageblatt“ meldet, ist der russische zer„Panteleimon“ mit 1400 Mann im Schwarzen Meere untergegangen. Er soll das Opfer eines Torpedoangriffes geworden sein. Angeblich ist niemand gerettet worden. Der„Panteleimon“, der einen Truppentransport an Bord hatte, verdrängte 12 800 Tonnen und war mit vier 30,5 Itm.=Geschützen und 16 15 Z'm.=Geschützen armiert. Die unaushaltsame Flucht der Russen erfordert auch eine nimmerrastende Verfolgung. Auf allen Landstraßen quer über Land marschieren in Eilmärschen tausende von Kolonnen, Oesterreicher, Ungarn und Deutsche in bunter Reihe, jedoch alle in musterhafter Ordnung. Es ist unmöglich, hier noch die verschiedenen Heere herauszufinden. Deutsche Offiziere sind bei österreichischen Truppenabteilungen zu finden und umgekehrt. Die vierte Armee des Erzherzogs Joseph Ferdinand und die Armeegruppe Mackensen sind jetzt bunt durcheinander gewürfelt. Die Truppen vollbringen unter fortgesetzten Nahkämpfen uund gelegentlichen blutigen Stürmen wahre Wunderleistungen, andauernde Tagesmärsche von 40—50 Kilometer sind gewohnte Erscheinungen. Von den Russen sieht man nur außer kleinen Nachhuten kilometerlange Gefangenentransporte, die aus allen Richtungen zu den Sammelstellen gebracht werden. Meist sind es Trupps von 1—2000 Mann. Einen schweren Stand haben die Pioniertruppen und Sappeure, die der eiligen Offensive kaum gerecht werden können. Ueberall findet man sie bei zerstörten Brücken und gesprengten Eisenbahnlinien mit der Wiederherstellung beschäftigt. Ueber den Dunajec, die Bialla, Wisloca, und Wislok haben sie mit einer fabelhaften Geschwindigkeit Notbrücken geschlagen, die haltbarer gebaut sind, als die ursprünglichen Brücken der Russen. Alle Bahnstrecken setzen sie wieder in Betrieb, neue werden erbaut, mit Knüppeldämmen werden die vielfach zerschossenen Straßen in Stand gesetzt. Nur so ist das schnelle Fortschreiten der Offensive möglich geworden. Türkische Waffenbrüderschaft. Konstantinopel, 21. Mai.„Tasvir=i=Efkiar" hebt in einem Leitartikel aus den Ausführungen der im ungar. Abgeordnetenhause abgegebenen Er“ klärungen die Worte des Grafen Andrassy hervor, daß das Abgeordnetenhaus und die ganze Nation einig seien in ihrem Entschluß, wenn der Konflikt unvermeidlich werden sollte. Das Blatt schreibt: Diese Worte führen uns nochmals in ihrer ganzen Größe unsere Pflicht gegen das Vaterland vor Augen.„Tasvir“ faßt noch einmal die Gründe zusammen, welche die Türkei bestimmt haben, in den bisher für die Verbündeten siegreich verlaufenen Weltkrieg einzutreten, und schließt: Auch wir, die türkisch=muselmanische Nation werden bis zum letzten Mann um unserer Existenz und unseres Heiles willen die Pflicht erfüllen und jedes Opfer bringen, die uns auferlegt werden, von welcher Seite auch immer die Schwierigkeiten kommen. Wie groß diese auch sein mögen, wir werden sie in jedem Fall überwinden. Es lebe das Vaterland! Die Türkei und Vulgarien. Kopenhagen. 21. Mai. Der bulg. Abgeordnete Gheuediev, ein Bruder des bulgarischen Ministers des Aeußeren, wurde laut„Nowoje Wremja“ in Konstantinopel vom Großwesir in geheimer Mission empfengen,„ E A Nr. 118. Beilage. geilal. Kreisdlatt. 1915. O du Geist der ew'gen Liebe, Eeist der Gottesritterschaft, Vellest pfingstlich uns durchglühen Mit den Strömen deiner Kraft. Daß die deutschen Waffen strahlen, Sieggesegnet, heil'ger Geist, Und du dann dem Friedensvolke Seiner Seele Sonne seist! : R e i n h o l d B r a u n. In dem Pfingstfest feiert die christliche Religion das Fest des Heiligen Geistes, wie er die Jünger des Herrn erfüllte. Zu Pfingsten trat das Christentum zum erstenmale in die Welt. Mutig und beseelt von ihrer hohen Sendung begannen die Jünger das Wort des Herrn zu verkünden. Während bis dahin der Grundsatz gegolten hatte: Auge um Auge, Zahn um Zahn, predigten sie, wie ihr Meister es schon vorher getan, nun aller Welt die Religion der Liebe, die Lehre, daß die Menschen dazu berufen sind, in Frieden miteinander zu leben und gemeinsam den hohen Zielen zuzustreben, die der Menschheit gesteckt sind. Von der Erreichung dieses christlichen Ideals sind wir heute leider mehr denn je entfernt. Haß und Habgier, Neid und Mißgunst haben heute einen Krieg entsacht, wie ihn die Welt seit dem Beginn der Zeiten noch nicht gesehen hat. Und unser Vaterland ist es, das sich im schweren Kampfe der neidischen Feinde erwehren muß. Denn wir haben den Krieg nicht gewollt. Von deutscher Seite ist nichts unterlassen, wodurch der Frieden mit unseren Nachbarn erhalten bleiben konnte. Aber alle deutschen Bemühungen scheiterten an dem Willen unserer Feinde, die das durch rastloses Schaffen, durch emsige Arbeit des Geistes unde Anspannung aller wirtschaftlichen Kräfte hochgekommene deutsche Volk von seiner Höhe herabstürzen wollen. Aus verabscheuungswürdigen Motiven ist so Deutschland ein Krieg aufgedrängt worden, den es im treuen Bündnis mit Oesterreich=Ungarn und der Türkei führt, durchdrungen von der unerschütterlichen Zuversicht, daß seiner gerechten Sache der Schlachtenlenker dort oben den Sieg verleihen wird. Ueber neun Monate hallt nun schon der Schlachtendonner der Geschütze und der Heerruf der Völker nicht nur über Europa, sondern auch über Afrika und Asien und das Weltmeer. Und noch ist kein Ende des furchtbaren Streites zu ersehen. Tausende deutscher Männer, die in den heiligen Kampf hinausgezogen sind, deckt nun schon der grüne Rasen. Ein schlichtes, von Kameradenhand gezimmertes Kreuz zeigt mancherorts fern der Heimat an, wo ein deutscher Held den ewigen Schlaf schläft. Auch rollt das Weltmeer seine Wogen über gar manchen, tapfer kämpfend in den Tod gegangenen deutschen Matrosen. Ueber zahlreiche Häuser unserer Dörfer und Stadte hat der Krieg seine schwarzen Schleier gebreitet. Und gerade an den Pfingsttagen wird der Schmerz um die toten Helden von neuem seine Wunden brennen. Der Gedanke an frühere frohe Maienfesttage läßt das Leid mächtiger als sonst wieder unser Herz erfüllen. Schwer ist es, da Worte des Trostes zu sprechen. Und doch werden sich die Trauernden fassen mussen. Es war Gottes Wille, der ihnen ihren ins Feld hinausgezogenen Gatten, ihren Vater, Sohn oder Bruder nahm. Und ist es nicht ein hehres Gefühl, zu wissen, daß sie alle, die da auf Belgiens, Frankreichs, Rußlands, Ostpreußens oder Galiziens blutdurchtränkten Feldern den Heldentod gestorben sind, oder die geschart um die Flagge Schwarz=Weiß=Rot in den Wellen des Ozeans in deutscher Treue ein kühles Seemannsgrab gefunden haben, oder die im schwarzen Erdteil bei der zähen Verteidigung deutschen Kolonialbesitzes das feindliche Blei zu Boden gestreckt hat, daß sie alle in edelster Begeisterung und völliger Hingabe für das große Ziel unseres schweren Kampfes ihr Herzblut vergossen haben? Daß ihr Tod nicht umsonst war, sondern auch sie dazu beigetragen haben, daß heute, abgesehen vom oberelsässischen Grenzgebiet, kein Feind mehr auf deutschem Boden steht, daß bei uns fast wie im Frieden das Leben seinen Gang ge5t? Muß die Daheimgebliebenen nicht der Opfertöd ihrer Angehörigen zu gleicher Opferfreudigkeit, gleichem Opfermute und gleicher Entsagung anregen? Und schließlich denken wir auch an das eine: ein stilles Gebet nützt mehr als alles Klagen und Trauern! And wir wollen die Pfingsttage nicht vorübergehen lassen, ohne uns Gott demütig und andächtig andächtig nicht nur mit unserer Sorgen und Nöten zu nahen, sondern ihm auch herzinnig zu dankei für den bisherigen guten Verlauf des Krieg.3. In unserem Vertrauen zu dem guten Ausgang der Kämpfe in Ost und West, in Nord und Süd wird uns die Wahrheit stärken, daß Gott einem Volke, das beten kann und betet, seinen Segen nicht vorenthält. Nur durch weitere siegreiche Kämpfe können wir zum Frieden kommen Alle Vorbedingungen aber sind dafür vorhanden, daß wir auch weiter siegen werden, und wenn uns noch so viele Feinde neu erstehen würden. Dafür bürgen nicht nur unser und unserer Verbündeen Heer und Flotte, dafür bürgt auch deutsche Kraft, deutsche Sittlichkeit und deutsche Gotessurcht. Schauen wir daher den kommenden Tagen mit froher Zuversicht entgegen! Verschließen wir uns dem Psingstsegen nicht, sondern öffnen wir unsere Herzen weit! Freuen wir uns auch der Maiensonne, des Lenzes und der Lerchenlieder! Es wird sicher dann auch den Betrühtesten unter uns leichter ums Herz. M.= — Dem freien Land steht eben alleg frei, Was and re tun, ist aber Barbarei, Dem, der sich wehrte, wenn Gefahr ihm drohte, Schickt Uncle Sam entrüstet eine Note. Feinde ringsum! Die Welt von Brand und Blut, Statt Frühlingslust ein wildes Kampfgetümmel, Schon spiegelt sich des Feuers rote Glut, Erschreckend an Italiens blauem Himmel. Und Pfingsten naht, als Fest der Waffentat, Und übt der Bundesbruder auch Verrat, Fest steh'n und treu Deutschlands und Oesterreichs Streiter Der Welt zum Trotz und uns zum Trutz! Ernst Heiter. Feinde ringsum! Im Maienschimmer prangt die Erdenwelt, Es singt und klingt aus grünem Baumgeäste, Doch Sturmeswolken zieh'n am Himmelszelt, Und trüben uns das lieblichste der Feste! Fern an den Grenzen herrschen Kampf und Graus, Feldgrau zieh'n täglich neue Scharen aus, Die Uebermacht der Feinde zu verjagen Und sich mit deutschem Heldenmut zu schlagen. Der große Krieg bringt unermeßlich Leid, Die ganze Welt erfüllen schrille Klänge, Und schnell entflieht des Jahres schönste Zeit, Statt Frühlingslieder brausen Schlachtgesänge. Feinde ringsum! Die Woge stürmt heran, Sie prallt zurück, es stehen Mann für Mann! Deutschland und Oesterreich treu und fest verbunden, Bis sie den letzten Gegner überwunden! Das ist ein Krieg, wie nie die Welt ihn sah, Man haßt uns, die wir immer friedlich waren. Feinde ringsum! Und selbst Amerika Zeigt uns ein recht gehässiges Gebahren. Es liefert gegen gute Provision An England Waffen und auch Munition, Doch wenn die Deutschen ihre Rechte wahren, Sind diese Deutschen schreckliche Barbaren! Moral und Recht sind auf den Kopf gestellt, Ein freies Land darf alles sich erlauben, Das ist das Völkerrecht der neuen Welt, Erst das Geschäft— und nachher Treu und Glauben. Zur inneren Lage in Italien wird aus Konstanz geschrieben: Für das sofortige Dreinschlagen sehen wir die tollhäuslerische Jugend und Leute mit einem weiten Gewissen sich begeistern, für ein weiteres Zuwarten aber treten bedachtsame und sich ihrer hohen Verantwortlichkeit bemußte Männer ein. Wenn Herr Salandra die unmittelbare Intervention beschließt, so hat er hinter sich nur die schwache Minderheit des Volkes, der die überwiegende Mehrheit der den Krieg verabscheuenden Bewohnerschaft zunächst noch einen passiven Widerstand entgegensetzt. Herrn Salandras Aktion würde den Sieg der Unvernunft, des baren Unsinns, die Herrschaft der Straße bedeuten. Von der Befriedigung der Gelüste des Pöbels bis zur Revolution ist in dem klassischen Lande dauernder Aufstände nur ein Schritt. Einen ganz anderen Gang würden die Ereignisse nehmen, wenn das Land sich der Führung des Herrn Giolitti hätte anvertrauen dürfen, würde er vor das Volk hintreten und sagen können: Seht her, unsere Verhandlungen mit Oesterreich haben nicht durch unsere Schuld zu keinem Ergebnis geführt; es bleibt uns unter diesen Umständen nichts übrig, als den Appell an die Waffen, da wir sonst unsere„nationalen Aspirationen“, für die ich ebenso leidenschaftlich eintrete, wie Herr Salandra oder Herr Sonnino, nicht durchsetzen können— dann, aber nur dann hätte er die Mehrheit des Volkes in den Krieg mit fortreißen können, wenn es sich unterdessen auch von der Vollkommenheit der militärischen Rüstung besser hätte überzeugen dürfen. Die Giolittische Politik der bedingten Neutralität hätte uns im besten Falle einen Aufschub der Auseinandersetzung mit Italien gebracht. Dieser Aufschub mag wünschenswert sein. Dafür aber hätte uns ein stärkeres und geeintes Italien gegenübergestanden, ein Italien ohne Revolutionsgespenst. Da Oesterreich und Deutschland aber hinreichend Zeit gehabt haben, ihre militärischen Vorkehrungen zu treffen, so bietet uns SalandraDraufgängerpolitik eine ganze Reihe nicht zu unterschätzender Vorteile. Unter zwei Uebeln haben wir das kleinere zu wählen. —— Einen Bund mit * Serbien und Bulgarten empfiehlt die„Magd. Ag.“ dem deutschen Reiche und Oesterreich=Ungarn Italien, das sich von seinen neuen Verbünderen, mit Einschluß Rußlands, die ganze Adriaküste sichern ließ, ist damit zum unversöhnlichen Feinde Serbiens geworden, das seiK Samstag, 22. Mai 1915. nen russischen Protektor zum drittenmal im Laufe der letzten Jahre die serbischen Interessen verraten und im Stiche lassen sieht. Die Anerbietungen Oesterreich=Ungarns an Italien haben gezeigt, daß der Kaiserstaat zu schweren Opfern entschlossen war, um den Weltkrieg auf den Kampf gegen den Dreiverband zu beschränken. Die Gewinnung zweier Militärstaaten, wie Serbien und Bulgarien, würde wahrscheinlich ungleich weniger kesten und größere Vorteile bringen. Die Abtretung der Südspitze von Bosnien und der Herzegowina, eines Küstenstriches an der Adria, mit freier Hand in Nordalbanien und Durazzo würde für Serbien die Erfüllung seines Lieb' lingstraumes bedeuten und voraussichtlich Serbien auch veranlassen, als Kompensation in die Abtretung der mazedonischen Provinzen an Bulgarien zu willigen, das als Entgelt hierfür sich zusammen mit Serbien den Zentralmächten anschließen müßte. Die ungeheuren Vorteile einer solchen Kombination, die im militärischen Sinne den Abfall Italiens vollkommen aufwiegen würde, liegen auf der Hand. Rumänien und Griechenland würden in Schach gehalten und eine ungehemmte Verbindung mit der Türkei gesichert, zur Verschiebung von Truppen usw. Für Oesterreich=Ungarn, dem bei dem unheilbaren Riß zwischen Petersburg und den Südslaven die Stellung einer Vormacht dieser Südslawen vielleicht für immer zufallen könnte, ist es immer vorzuziehen, wenn sich zwei Nebenbuhler am östlichen Ufer der Adria festsetzen, als diese Küste etwa in die Hände einer einzigen Großmacht fallen zu sehen. Wiederum ist der Mehlpreis von der Kriegsgetreide=Gesellschaft herabgesetzt worden. Während zu Mitte Februar die Roggenmehlpreise im freien Verkehr über 40 Mark für den Doppelzentner gestiegen waren, konnte die Kriegsgetreide=Gesellschaft schon bei ihren ersten Mehlverkäufen einen Preis von 39 Mark festsetzen, der dann gegen En März mit Abstufungen auf 35 Mark und ne“ dings auf 32,50 ermäßigt wurde. Viellelstignen# mancher sagen, daß nach Einführung des.ukam, systems, das jeden Einzelnen auf eine" mende Brot= oder Mehlmenge Eesßstperstand Festsetzung niedriger Preise etwo gtlichen Organiliches und der ganzen krießswiehrz gntsprechendes ation unseres Brotgetreiden“ behenken, daß gesei. Demgegenüber aber" ungewöhnlichen de diese Organisation nit ganz ungewohnliche. rave viese Bezantsaruen mit ganz Nark dingngen und zum Teil mit Tatsachen zu Vorbevingungen un“ rechnen hatte, di gegenüber dem freien Verkehr ein Verteuerung der verschiedenen Kosten eerbeiführen mußten, aus denen sich der Meßbceis zusammensetzt. Daß die Kriegsge„esellschaft dennoch in der Lage ist, dem deuschen Volke Mehl zu dauernd sinkenden Preisen liefern, ist ein Zeugnis dafür, daß die Schwierigkeiten, welche in jener gewaltigen Organisation lagen, nicht nur überwunden, sondern auch so gemeistert wurden, daß die Verteuerung, welche sich aus den anormalen Zuständen des Krieges ergibt, auf das geringste Maß beschränkt blieb. Wetterbericht der deutschen Seewarte. 23. Mai: Wolkig, teils heiter, ziemlich warm. 24.—Warm, heiter. 25.—Warm, Sonnenschein, schwül, Gewitter. 26.—Bewölkt, trübe, Regen, teils klar. 27.—Meist bedeckt, Regen, kühler. 28.—Vielfach heiter, kühler, windig. 29.—Meist heiter, schwül, Neigung zu Gewitter. Frauenliebe. Roman von Clara Aulepp=Stübs. 43 Am besten— sie sah das gar nicht, sie ging weg. Sie schützte Kopfweh vor, wechselte ein paar konventionelle Worte mit Frau von der Wenge und ging hinaus ins Freie. Als sie draußen in der frischen Luft war, da hätte sie am liebsten laut aufgeschrien vor Angst Da bog sie hastig den Kopf zur Seite, legte ihre Häude auf seine Schultegz, hielt ihn zurück unzlat) das Feuster, Pegh, da bobgtest gefgung tenitzee. ihm ernst in die Augen. Dann meinte sie rachdente immer in der Runde, drehien sie sich Leben ist doch Kampft:.de saucs beraug, uun,. uud wieder Hachte Giovanni:„Wenn sie doch K blätter auf dem Boden und wenn der Wind durch]„Aber warum, Fräulein Mertens, wir „Närrchen, wie kommst Du jetzt darauf?“ bald käme, sie hat es mir doch versprochen: Und da erzählte die Frau ihm ales....] Er Fuete die Alugen und recktesich. Sein Atem bud der Maun verstand se und dagte iun.—, stocke, Zett kam Mand Mertens! Erschaute ger vigen Grol: Wierecht sie bot, wie roch.!, eben spannt.“.“..—. denn in Rahnen derselben Da war eben ein Geheimnis— da war eorn#pannt nach der Tür, denn un Rahmen dersell und Weh, und mußte um auch noch von neuem ein Band— ein Band! Aber es sollte ihn nicht erschrecken, als Frau von der Wenge hinterähr her= fesseln— nein, nein! kam—„es ist mir für heute genug Musik, mein] Und er riß die Frau an sich und rüßte sie. Wie Kopf kann nicht viel vertragen,“ und sich bei ihr ein Fieber kam es über ihn. vertraulich einhakte. Aus dem Frühjahr war Sommer geworden und So! Also waren die beiden ja nun glucktich aus dem Sommer ein ungewöhnlich schöner, warallein! Und zwischen ihnen spann sich ein Band mer sonniger Herbst. — die Musik— und sie stand draußen— wie einst Und dennoch spürte man das große Sterben vor der schmiedeeisernen Pforte der Mertensschen in der Natur. Durch die Sonnenwärme empfand Villa, die dröhnend vor ihr ins Schloß fiel— und man das Frösteln, erst leise, dann stärker werdend ging allein ihres Weges. Aber nein, sie war entschlossen, sich nicht von Mand Mertens verdrängen zu lassen; sie ging sie doch eigentlich gar nichts an! Warum ließ sie sich nur durch sie aus ihrer Arglosigkeit und Ruhe herausreißen? — Schauer des Todes. Um das Direktorhaus an der Kieler Föhrde wehte leiser Herbstwind. Er spielte mit den Ranken des wilden Weines und trieb eine derselben neckend durch ein offenstehendes Feuster ins Zimmer hin* ein. Lose sitzende Blätter lösten sich, flackerten hierSie würde einfach jeden Verkehr mit ihr ab= hin und dorthin, und eins blieb liegen, gerade auf drechen und Gio würde es auch tun, mochte er sehen, der weißen Hand, die dort über die Tasten glitt. wer ihm eine Komposition vorspielte! Das war Das Blatt war blutigrot! Unwillig blies der Spieseine Sache. Ein gütiges Geschick würde ihr helfen ler es fort, dann lehnte er sich erschöpft zurück und und sie dann ihre Ruhe wiederfinden. schloß die Augen... g. u ge Frau von Wen=] Vom Hafen herüber drang vas Bruuen eines einfahrenden Panzers, dazwischen dünnes, kurzes ihre scherzend Vorwürfe über ihr Weglaufen. Sein Benehmen war herzlich und unbefangen, ein Ton echter, innerer Zärtlichkeit klang wie eine Liebkosung durch, Er küßte sie leidenschaftlich. Winkeln des großen Zimmers hockte geheinmisvolle Dämmerung, doch in der Mitte auf dem glängenden Parkett war es licht. Da lagen die Weinerschien nach leisem Klopfen eine dunkel gekleibete, schlaute Gestalt., Mtt4aen und grätte. Er stand auf, ging ior enigegen und grüßte: „Sie kommen sehr spät!“ „Ja, ich konnte leider nicht eher! Ihre Stimme klang gedämpft, fast leise, si schaute sich um.„Ist Lotti nicht hier?" „Nein! Meine Frau ist noch nicht von einem Besuche bei meinem Vater zurück. Ich begreife nicht, wo sie bleibt.“ Er trat ans Feuster, bog den dunkellockigen Kopf in den Dämmer des Herbstabends hinaus und spähte aufmerksam über das Wasser, dessen kleine Wellenkämme von der scheidenden Sonne ein goldenes Gewand zum Abschiedstanz „Das Boot kommt noch nicht!“ Er schloß das Fenster und trat zurück.. 1119 Im Zimmer war es schon fast ganz onntel geworden; kaum konnte man noch die kleineren Gegenstände unterscheiden.„ 81 272 Giovanni ging nach der Tur, um vorr die elertrische Leitung aufzudreben.. Maud Merteng Auf halbem Wege trat ihm Mand Mertens entgegen. Ihr weißes Gesicht traf das scheidende Tageslicht. Es lag ein wildes Weh über den bleichen Zügen, aber zugleich ein Zug fester EntschlossenV Sie berührte leichr sernenerd tagterubig. doch mit einem merkbaren Beben in der Stimme: „Herr Arnheim, bitte, warten Sie noch einen Augenblick!:— doch spielen, und dazu brauchen wir Lie schoß ihm auf einmal die Frage durch den Kopf „Was wollte Mand Mertens denn?" So im Dunkeln— seine Frau nicht zu — nette Situation! Er sah sie forschend an. Da senkte sie das Haupt, und schwerginend antwortete sie:„Ehe wir spielen, möchte i0. Jollen gern noch etwas sagen— mich einmal ginz aussprechen. Darf ich das?“ Sie blieb dicht neben ihm stehen und wartete. Er war unschlüssig, erstannt, und plötzlich kam ein inbehagliches Gefühl über ihn, eine richtige Angst vor dem Mädchen, dessen Augen ihn so seltsam zwingend ansahen. Aber er deutete doch schließlich mit einer wortlosen Handbewegung auf einen am Fenster stehenden Sessel. Er setzte sich an das andere Ende ihr gegerüber. Sie hatte sich zurückgelehnt und starrte nach dem hellen Fensterfleck, von dem sich das Holz des Kreuzes scharf abhob. Und nun begann sie, erst noch schwer atmend, stockend, dann ruhiger werdend: „Ich muß Ihnen einmal sagen, wie es kam, daß ich mich damals im Borkenhäuschen zu einer Handlung hinreißen ließ, die nicht mädchenhaft war. Ich bin doch in Zucht und Sitte als Dame erzogen mit den strengsten Grundsätzen. Doch ich war damals ein grenzenlos verwöhntes Kind. Und ein ungeheurer Durst war in mir, eine Sehnsucht nach Genießen, nach Leben, nach Verstehen, denn meine Umgebung verstand mich nicht. Wie sollten sie auch? Mama wollte nichts hören, was nicht mein äußeres Wohlbefinden, meine Toiletten oder die esolligkeit anbetraf Mein Innenleben wor ihr Geselligten undeltaf. Mein Innemeven wur 9e gleichgültig, das sah kein Mensch. Schön und vornehm sein und klug, das war die Hauptsache! Und lorir ich dns war, hatte mich Mama lieb und war stolz auf mich."„ 219,10 Sie brach plötzlich an vor innerer Exxegung.4 Jur 100 jährigen Erinnerung an die Deutschen Befreiungskriege 1813=15. Aus grepel Zen Berichte über den Kriegsverlauf, die Schlahlen und alle wichtigen Ereignisse. Episoden. Briefe, Aufzeichnuggen und Erlebnisse berühmter Mitkämpfer, Augenzeugen u. Zeitgenossen. Zusammengestellt und herausgegeben von Richard Zoozmann. Mit zahlreichen Textillustrationen, Vollbildern und Karten nach Werken von E. Meissonier. Paul Delaroche, Adolf v. Menzel, Georg Bleibtreu, Richard Knötel, Jos. Weiser. Wilhelm Camphausen, Feodor Dietz. E. Hünsen, Woldemar Friedrich, G. Richter u. a. m Ganzleinen=Prachtband, Lexikonformat, 635 Seiten Text. Preis nur 9 Mark. Wenn je ein Stück Ge — schichte fordern darf, um seiner selbst willen im Bilde aufgerollt und dem deutschen Boke na.eebracht zu werden, so int es die große Jet von 1812 bis 815, die kurze aber ruhmesreiche Epoche vor hundert Jahren, die durch ihren Namen schon eine höhere Weihe empfangen hat! Jedem das Seine! Eine bessere Richtschnur gib! es nicht für einen Verfasser der Befreiungskriege Weshalb nicht Aceee seden, den Feinde wie dem Freunde, unparteiisch die Ehre geben, die ihm gebührt? In diesem Geiste, in dieser Gesinnung ist das vorliegende Buch geschrieben worden, und der beliebte und gern gelesene Verfasser nimmt daher mit vollem Recht auch die Vorspiele der Revolution und des Zäsarentums in seine Darstellung auf, in dem er an die Züge des ruhmsüchtigen Korsen anknüpft und ihn ohne Uebertreibung und ohne Verleugnung des deutschen Heldengeistes für die Hauptperson des großen weltgeschichtlichen Dramas erklärt. Zudem ist es weniger ein Buch über jene Zeit, als vielmehr aus ihr heraus. indem es zum größten Teil aus gleichzeitigen Schriften aus Erinnerungen und Briefen von Augenzeugen zusammengestellt ist und so ein lebendiges Zeugnis, keine trockene Geschichtsschreibung, ans der großen Zeit bildet. Einen besonderen Schmuck erhält das Werk. das im Prachtbande erscheint, durch eine Fülle von Porträts. schlachtenbildern, Plänen, Faksimiles, Spottbildern u. a. sodaß ##es Werk gerade für die heutige Jeit das würdigste Geschenk eie dürste. Preis nur 3 Mark. anß. 3.60 ginkl. Verpackung erste Jone Mk. 3.35, sonst äglichst sof Vorauszahlung. Bestellungen wolle man mogtichn fesdll insenden oder das Werk bei uns in Empfang nehmen. Es ist dies ke. Preis im Verhältnis zu dem enormen Umsang, reichhaltigen Inhalt und der eleganten Ausstattung dieses hervorragenden Smmelwerkes. Wir können dasselbe lange lefern, als die Vorräle.sh, 3)0 9=preise auch nur so Bucbhändlung Karl Braus, Schwerte(Ruhr), Gr. Narhtstr 3—5. Impfplan für die im Jahre 1915 im Amte Westhosen auszuführende Impfung. Garenfeld, Schule Mittwoch, 26. Mai, 3 Uhr nachm. Impfung der Erstimpflinge 26." 3½„„„„„ Wiederimpflinge Mittwoch, 2. Juni 3 Uhr nachm Nachschau der Erstimpflinge 2.„ 3½„„„„ Wiederimpflinge Syburg, Schule Millwoch, 26. Mai 5 Uhr nachm. Impfung der Erstimpflinge 25" 5½„„„„ Wiederimpflinge Mittwoch, 2. Juni 5 Uhr nachm. Nachschau der Erstimpflinge 2.„ 5½„„„„ Wiederimpflinge Westhofen, neue Schule Sonnabend, 29. Mai 3 Uhr nachm. Impfung der Erstimpflinge 29." 8½.„„„ Wiederimpflinge Sonnabend, 5. Juni, 3 Uhr nachm. Nachschau der Erstimpflinge 5. 91„„ Wiederimpflinge Sce OriginalBordeaux= Notwein garantiert rein. pro Flasche aus d. Haus 1.10 Mk., im Ausschank per Glas 20 Pfg. Prima Cognac, Reines Weindestilat, pro Fl. 10.— und 8 Mk. empfiehlt Cart Ralne, Gasthof zur Helle, Telefon 251. 0•/9 a„„„ Holzen, alle Schule Mittwoch, 9. Juni, 3 Uhr nachm.: Impfung der Erstimpflinge 9.„ 3½„„„„ Wiederimpflinge Mittwoch, 16. Juni, 3 Uhr nachm, Nachschau der Erstimpflinge 16.„ 3½„„„„ Wiederimpflinge Wandhofen, Schule Miltwoch, 9. Juni, 5 Uhr nachm., Impfung der Erstimpflinge 9.„ 5¼„„„„„ Wiederimpflinge Mittwoch, 16. Juni, 5 Uhr nachm., Nachschau der Erstimpflinge 16.„ 5¼„„„„ Wiederimpflinge Villigst, Brückenwirkschaft Mittwoch, 9. Juni. 6 Uhr nachm., Impfung der Erstimpflinge 9.„ 6¼„„„„ Wiederimoflinge Mittwoch, 16. Juni. 6 Uhr nachm., Nachschau der Erstimpflinge 16.„ 6 ¼„„„„ Wiederimpflinge Geisecke, Schule Sonnabend, 12. Juni, 2 Uhr nachm., Impfung der Erstimpflinge „ 12.„ 2¼„„„„ Wiederimpflinge Sonnabend, 19. Juni, 2 Uhr nachm., Nachschau der Erstimpflinge 19.„ 2¼„„„„ Wiederimpflinge Lichtendorf, Schule, Eichholz Sonnabend, 12. Juni, 4 Uhr nachm, Impfung der Erstimpflinge 12.„ 4½„„„„„ Wiederimpslinge Sonnabend, 19. Juni. 4 Uhr nachm., Nachschau der Erstimpflinge 19.„ 4½„„„ Wiederimpflinge Ellern, Vormünder und Pflegeeltern werden hierdurch aufgefordert, ihre Kinder und Pflegebefohlenen zu dem oben angesetzten Impftermitte zu dringen oder den Nachweis zu führen. daß die Impfung erfolgt ist oder aus gesetzlichen Gründen vorläufig oder gänzlich unterbleiben darf. Nichterscheinen an den Terminen wird, wenn gesetzliche Gründe hierzu nicht vorgelegen haben, mit einer Geldstrafe bis zu 20.— Mk. bestraft. Außerdem wird die Nachholung der versäumten Impfung durch Zwangsmaßregeln herbeigeführt. Westhofen, den 11. Mai 1915. Der Amtmann. v. 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Feiertag morgens von 11— 1 Uhr Frühkonzert. Eintritt frei! Eintritt frei! Es ladet freundlichst ein C. Jungesblut. Frauenliebe. Roman von Clara Aulepp=Stübs. 44 Da fragte er leise:„Aber Ihr Herr Vater?“ „Papa? O— Papa hätte mich vielleicht verfanden— aber erhatte keine Zeit. Der arme Papa! Erhat sich zu Tode gehetzt! Was weiß ich?— Mai durfte ja nie fragen. Mama wünschte es nicht und übrigens sah ich ihn auch sehr oft mehrere Tagenicht. Er reiste viel.“ Es klang jetzt wie ein unterdrücktes Schluchzen durch die Stimme:„So war ich denn ganz einsam, ganz auf mich selbst gestellt mit dieser ungeheuren, großen Sehnsucht. Da kanen Sie!— Sie waren nicht wie die anderen, weiigstens nicht mir gegenüber. Ich las in Ihren Augen oft Spott, zuweilen auch Zorn. Das ärgerte mich, das reizte mich; ich war außer mir. Da floh ich vor Ihnen. Sie kamen mir nach in den Park, Sie suchten mich— mich, mich! Ein Jubel ohne Grenzen erfüllte mein Herz! Sie riefen meinen Namen, und da, da——“ Sie vermochte nicht weiter zu sprechen, verbarg das Gesicht in den Händen. „Aber, Fräulein Mertens, das war doch nichts Schlimmes,“ versuchte er sie zu beruhigen. Da hob sie den Kopf, legte die Handflächen aneinander. „Oh“— klang es dann bitter, doch sehr leise zurück,„wenn Liebe zurückgewiesen wird?— Keine Worte vermögen das Leid zu schildern! Wie vom Blitz getroffen war mein ganzes inneres Sein. Die Schmach— ich konnte sie nicht vergessen. Wilder Zorn packte mich. Heischend, fordernd, anklagend stellte ich mich dem Schicksal gegenüber!“ Und da sie schwieg, sagte Giovanni bittend: „Nun lassen Sie es geuug sein, Fräulein Mertens; quälen Sie sich nicht so unnützer Weise— das ist doch längst vorüber, die Wunde am Vernarben—“ „Halten Sie ein, Herr Arnheim! Glauben Sidenn wirklich auch an dos Märchen von dem B — ure narben?— Ich nicht! Nein, nein, nein! Für die Dauer eines ganzen Lebens behalten wir solche Wunden; sie schmerzen bei der geringsten Berührührung— ach, wie sehr, sehr!“ „Eben deshalb dürfen Sie sie nicht berühren! Ich bitte Sie, lassen Sie uns abbrechen! Ich mache Licht!" Sie protestierte, doch er stand schon an der Tür; die mit erbsengelber Seide verhangene Ständerlampe flammte auf. „So, nun beruhigen Sie sich erst und dann spielen Sie mir meine Sinfonie vor; wollen Sie?“ Er sprach zu ihr wie zu einem kranken Kinde, das man beruhigen möchte. Doch sie schüttelte den Kopf.„Ich kann nicht — heute nicht. Ich wollte Ihnen auch noch sagen — daß ich bald fortgehe; ich mag nicht bei den Verwandten hier bleiben!“ „O— da habe ich niemand mehr, mit dem ich musizieren kann,“ sagte er bestürzt,„meine Frau ist stets so beschäftigt!“ „Nun, eine Weile bleibe ich schon noch, muß ich ja bleiben,“ erwiderte sie, erhob sich, und mit einem eigentümlich seltsamen Blick ihm in das entsetzlich abgezehrte Gesicht schauend, rannte sie mit klangloser Stimme ihm zu:„Es gibt zuweilen auch Zeichen und Stimmen aus dunklen Tiefen, die uns halten. Die täuschen uns nicht so leicht, deswegen bleibe ich noch eine Weile. Und abermals schaute sie ihn seltsam an, und ninn auch er sie. Und er verstand und neigte das Haupt, und um die Lippen zuckte ein Weh, so bitter, so schmerzvoll! Und auf den Wangen glühten Purpurrosen. „Ich gehe jetzt! Morgen komme ich wieder!“ „Ja, morgen!" Er lauschte und nickte mit dem Kopf.„Fräulein Mertens, ich höre meine Frau. Bitte, wollen Sie nicht warten?“ „Nein!“ sagte sie von gehe! nleute ihr die schlanke Hand hin; sie legte die ihre hinein. Zwei heiße, zuckende Hände ruhten inemander. Wie sie vibrierten, fieberten bis in die feinsten Nervenfasern der Fingerspitzen hinein! Und wie sie sich dann langsam, zögernd lösten! „Auf morgen denn,“ sagte er und sie nickte. „Ja, auf morgen!"—Einige Minuten später betrat Lotti das Zimmer. Giovanni saß am Flügel. „Mand wollte durchaus nicht zum Teebleiben; was ist? Was hat sie denn? Sie kam mir so merkwürdig vor!“ „Ich weiß nicht!“ sagte er leise und beugte sich tief über die Noten. In seinen Angen flackerte es. Es war das Geheimnis, es war das Band.— Er war wohl hundertmal im Begriff gewesen, seiner Frau die Geschichte zu erzählen, es war doch nichts Schlimmes, aber er wußte, wie grausam Mand leiden würde, wenn sie Lottis Mitwisserschaft auch nur ahnte— und so schwieg er. Lotti trat hinter ihn und drückte sacht seinen Kopf an ihre Brust.„Komm, Liebster, Du siehst heute wieder so elend aus! Laß uns essen und bald wieder zur Ruhe gehen!" „Ja, können wir machen! Und— morgen wird dann meine Oper fertig!" „Was? Morgen wird sie fertig?— O, wiegnt! Dann mußt Du Dich aber einmal gründlich ausruhen!“ „Zum Ausruhen habe ich keine Zeit. Eile tut not, sagte er mit einem eigenen Lächeln,„denn Von des Lebens Gütern allen Ist der Ruhm das höchste doch, Wenn der Leib zu Staub zerfallen, Lebt der große Name noch!“ „Ach wo! Gio, was sind das für Sachen, die Du redest? Soll ich ernstlich schelten mit Dir?“ 159 löst so#elend dabei. Und Angst hatte sie, Angst vor etwas, was kommen wurde, und was sie erwartete in Freude und Schmerz, aber der Schmerz überwog—.—„ Arme Lotti! Gio röchelte so sonderbar im Schlaf und stöhnte. Sie vermochte es vor Unruhe nicht im Bett auszuhalten und stand wieder auf. Sie wollte tapfer sein, aber nun wuchs das Leid, der tiefe Gram um die Mutter kam hinzu und mehr noch als das— die furchtbare Gewißheit, daß ihr Kind bald vaterlos sein würde. Sie hüllte sich in einen warmen, weichen Morgenrock und schlug die Portiere zurück und ging sacht ins Nebenzimmer. Es war das ihre. Sie ließ sich mit zitternden Knien aufs Sofa gleiten, verbarg das Gesicht in den Händen und weinte bitterlich. Wohin sie sah, blutendes Leid, ihre drohende, verzweiflungsvolle Einsamkeit! Sie ließ die Hände in den Schoß sinken und krampfte die Finger ineinander. Mit festem Willen wollte sie ihre Gedanken zwingen, wollte das nagende Weh bekämpfen, das ihren Körper immer aufs neue durchzitzterte. 4 Dazwischen horchte sie angstvoll auf das unheimliche Röcheln Giovannis.„Was das uurist? Er hat doch heute nicht mehr gehustet als sonst?“ dachte sie, erhob sich und ging hinüber. Beim Schein der mattbrenenden Ampel sach sie eine dunkle Feuchtigkeit über Giovannis Bruft sickern und bei jedem rasselnden Atemzug guon solche über die farblosen Lippen. „Blut!“ Die Glieder wollten ihr den Dienst versagen. die Sinne ihr vergehen, doch sie raffte sich aufMit seltener Umsicht und Tapferkeit tat sie bis zur 9,se des Argtes aues, was sie vermochte. Doch Giovannis Kraft war erschöpft. Als der Morgen dämmerte, kämpfte ein junges Leben mit dem Tode. Und er war qualvoll, dieser Kampf, denn Giovanni rang fürchterlich; er wollte sich dem Würger nicht preisgeben. Er klammerte sich an das Le4 219.1 g P 8 535R * GaS ESßagg e Spg*. „ S#SrE EEgEs er g.-F u S 85 5 ich der Frau geantwortet, weiß ich nicht mehr, Angenehmes wird es wohl nicht gewesen sein. Ich warf mich auf das Sofa und überlegte, ob es für mich nicht besser sein würde, dieser Stadt mit ihren, wie ich vor mich hin räsonnierte, bornierten Bewohnern, die das neu aufgegangene medizinische Licht nicht sehen wollten, den Rücken zu wenden, den Wanderstab weiterzusetzen und an einem anderen Ort Hütten zu bauen, als abermals und nicht in sanftester Weise die Glocke schrillte. (Schluß folgt.) Reseriie e inwerler.## 2 elt und Zeit. MO Wie der Alte Fritz Gesuche beantwortete. Aehnlich wie sein Vater Friedrich Wilhelm I., liebte es bekanntlich auch Friedrich der Große, kurze Antworten auf eingegangene Gesuche zu erteilen. Wir lassen einige folgen, wie er sie dem vortragenden Kabinettsrat gab. Die Stadt Frankfurt beklagt sich über die schwere Einquartierung. „Kann ich denn das ganze Regiment in die Rocktasche stecken?" Der Kammerherr von Held zeigt an, daß er vom Prinzen von Dänemark für seine Schrift über Genealogie einen Brillantring erhalten hat.„Ich gratuliere, daß die Bettelei so gut reussiert.“ Der Meistergeselle Eichel bittet um das Meisterrecht in Berlin.„Sind nicht Meister genug da, kann man ihn nehmen, wenn er nicht so faul ist, wie die Berliner.“ Der Landrat von Wobesse zu Landsberg bittet um Vergütung der beim Bombardement von Küstrin eingebüßten Habseligkeiten.„Am Jüngsten Tage erhält jeder wieder, was er in diesem Leben verloren hat.“ Der Weinhändler V. in Berlin bittet um Schadenersatz wegen der bei der Okkupation der Russen ihm genommenen 82 Fässer Wein.„Warum nicht auch wegen des Schadens, den er bei Noahs Zeiten erlitten, wo seine Weinkeller unter Wasser standen?" Der Landwirt Flegel aus Grätz bittet um die Erlaubnis, in Preußen ein Gut ankaufen zu dürfen.„Flegel haben wir genug im Lande.“ Der„Kleptograph". Der Photographenapparat spielt bekanntlich schon seit langem eine große Rolle in der praktischen Kriminalistik. Neuerdings scheint aber auch sein jüngerer Bruder, der Kinematograph, berufen zu sein, ihm den Vorrang streitig zu machen. Ein italienischer Bankdirektor namens Camusso, der in Piemont lebt, und der sich schon durch mehrere andere Erfindungen einen Namen gemacht hat, hat soeben einen sensationellen elektrischen sparat konstruiert, durch den den Einbrechern und verwandten Berufsständen endgültig das Handwerk gelegt werden soll. Dieser Apparat wird mit allen Objekten, auf die die Habgier der Diebe gerichtet sein könnte, durch ein kompliziertes Kontaktsystem in Verbindung gebracht. Berührt nun ein Einbrecher einen der Gegenstände, so stellt sich die Kamera selbständig ein und macht von dem Einbrecher und seinen Gefährten eine Art kinematographischer Aufnahme. Am nächsten Tage wird dann der Film entwickelt, und man kann mit Leichtigkeit die„handelnden Personen“, wie den ganzen Vorgang, der sich während der Nacht abgespielt hat, aufs genaueste erkennen. Der polizeiliche Erkennungsdienst erhält auf diese Weise eine ausgezeichnete Unterstützung; an der Hand des Verbrecheralbums wird es ihm sodann ein Leichtes sein, den Verbrechern auf die Spur zu kommen. Ob durch diese geniale. Idee Einbrüche in Zukunft unmöglich gemacht werden, muß allerdings füglich bezweifelt werden; denn bis jetzt haben die Verbrecher sich noch immer die Wissenschaft zunutze zu machen verstanden, um sich gegen die Fortschritte der Technik wirksam zu schützen. Vielleicht werden sie sich mit Radium ausstrahlenden oder anderen Mitteln umgeben, die geeignet sind, die photographischen Platten zu verwischen. Rebus. 4 # 4-8 21 4•1 e BOP Sp S D 1 ∆ AH T½ * (Graudenz. 14 W 8 Rach (Auflösung folgt in nächster Nummer.) Humor. Jägerlatein.„Mein Waldo", erzählte der alte Förster,„ist der beste Vorstehhund, den ich je gesehen habe. Nehme ich ihn da eines Tages mit auf die Hühnerjagd, und plötzlich habe ich ihn aus den Augen verloren. Ich suche und suche und kann ihn nicht finden. Endlich komme ich an eine Mauer und klettere hinüber. Im selben Augenblick wird ein Volk Hühner hoch, und dicht dabei liegt mein Waldo auf dem Buckel und streckt alle Viere in die Höhe. Wieso? Das ist doch sehr klar. Der Hund war über die Mauer geklettert, dabei auf den Rücken gefallen, und da er zur selben Zeit Witterung von den Hühnern bekam, lag er fest, bis ich kam. Kolossal kluger Hund, mein Waldo!“ S C □ Amtliches Kreisblatt ∆ 05 2* für den Kreis börde Unterhaltungs=Beilage zu Samstag, 22 Mai 1915. Hrt läßt nicht von Art. 2 Roman von H. Hill. 8 H : 5 ber die Frage nach dem Mörder des Grafen Donnersberg war im gegenwärtigen Moment wirtlich nicht die wichtigere. Die Sorge um Edith stand G4 ½ im Vordergrunde, und der RegierungsX assessor war wieder mit all seinen V Gedanken bei ihrem Schicksal, als die Autodroschke, seinem Befehl gemäß, vor dem hielt, in dem sich die Kanzlei des Justizrats H besand. Es war sechs Uhr geworden, und sie konnten kaum erwarten, den Bureau zu finden. Aber (Nachdruck verboten.) „Sagte er das? Und wissen Sie vielleicht zufällig Er fagte, daß er im Legriff sei, eine amerikanische Milloneneroin zu heiraten, und doß gerommen sei, einiges bieten müsse, bis der Zeitpunkt ger sei, wo sie alles zehnsach aus ihrer eigenen Aohrgfziher, würde. Er sagte es auf eine noch etwas ger gre Art. Sie wigen ja, Herr Baron, daß der Heir Graf eine etwas sreie Ausdrucksweise hat Vergleich zu derjenigen, an die wir sonst bei den AngeJustizrat noch seltist in seinem hörizen Ihzeggggater zi hgeeigon er viellicht war doch noch einer Von uu.. die ihm weitre Auschlüsse kaum von dem Kanzleipersonal anwesend, wie von Reckenburg meinte. Und in der Tat hatte seine Hoffnung ihn nicht getäuscht. Sie wurden von dem alten Bureauvorsteher empfangen, den der Freiherr schon seit vielen Jahren kannte, und während Doktor Odemar sich im Hintergrund hielt, erkundigte sich von Reckenburg mit gut gespielter Unbefangenheit, ob sein Vetter, der Graf Donnersberg, vielleicht im Laufe des Nachmittags hier Die Antwort lautete besahend. Der Graf war wirklich dagewesen, hatte längere Zeit mit dem Justizrat konferiert und sich erst vor ungejähr einer halben Stunde enternt.,..6 44. f.5t stommen „Ah, wie unangeneym, daß ich zu spal getommen, meinte der Freiherr.„Ihnen, alter Freund, kann ich ja auch ganz offen sagen, weshalb ich es bedauere, meinen Vetter versehlt zu haben. Er ist ein junger Mann und ein bißchen leicht ertig. Aus Familien= rücksichten habe ich mir die moralische Verpflichtung auferlegt, ihn ein bißchen zu beaufsichtigen. Und gerade heute, wo er, wie ich vermute, eine große.... Geldes bei sich hat. Ich weiß ja, daß er beabsichngte, einen großen Teil seiner Erbschaft flüssig zu machen. Ich weiß es von ihm selbst, und der Juzlizrat hat er Der alte Bureauvorsteher schien es nicht als eine Indiskretion anzusehen, wenn er vor diesem Verwandten des Grafen, der noch dazu einer seiner ältesten Bekannten war, kein Blatt vor den Mund nahm. „Ja,“ nickte er.„Als er forlging, nahm er ungefähr zwei Millionen mit sich hinweg, teils in barem Gelde, teils in Wertpapieren und in Form eines Schecks. Ich hörte, wie der Justizrat, als er ihn hinausbegleitete, ihn ermahnte, besonders vorsichtig zu sein. Aber der Herr Graf lachte ihn aus und meinte, er würde von diesem Gelde seinen ganz besonderen kleinen Spaß haben.“ haltung fortzusetzen, die m Ummte— schlüsse kaum „Das waren verzweigt. IKlächte=„Renuis seieher sagte er, als er mit dem Dottor die Trept###er hinabstieg.„Daß er diese Riesensumme flussig gemacht hat, bedeutet nicht mehr und nicht weniger,ung### er seine Schiffe hinter sich verbrennen wollte, und duß er nicht gesonnen ist, die vermeintliche Rolle des falschen ogeu weister werden wir nun beginnen 2„Ich beavsichtige, geradeswegs zu dem Polizeirat Fabrizius zu fahren und die weitere Verfolgung der Angelegenheit in seine Hände zu legen. Denn ich bin am Ende meines Witzes angelangt, und ihm, stehen andere Mittel zur Verfügung als mir. Eaun#i, eine Stunde vergangen, seitdem„ann die NachKanzlei des Juztizrats verließ. Wenn.. forschungen sofort ausgenommen werden, soule es cch nicht unmöglich sein, seine Spur aufzufinden und vamit auch den Aufenthalt meiner Cousine zu ermitteln.“ „Und ich?— Wünschen Sie, daß ich Sie zu dem Polizeirat begleite?“ Der Freiherr schüttelte den Kopf. „Nein, es wird besser sein, wenn Sie mich draußen erwarten. Ich möchte die beiden Affären nicht gern miteinander vermengt sehen, und ich weiß nicht, ob er sich nicht veranlaßt finden würde, Sie in Haft zu nehmen, wenn er Sie so bequem zur Hand PStge1 läufig aber wün'che ich, daß Sie auf freiem Fuße vle####a, weil Sie mir da doch wohl mehr nützen können, als im vut,„xUnd Sie glauben, daß Sie den Polizeirat um diese Zeit noch in seinem Bureau antreffen werden? „Ich zweifle nicht daran. Der Mann lebt nur für seinen Beruf, und ich habe mich manchmal im stillen gewundert, woher er die Zeit nehmen mag, um zu essen und zu schlafen.“ 6435. G SaE SSS.• 83 3T LonsSas AE #S SS#pSS S a S5FSE5 SSS E#SgES5 P Stsxs SaggSMESS SSETSVIESN SaS 8 S S A5 8 0 Der Wagen hielt bereits vor dem Gebäude des Polizeipräsidiums, und Doktor Odemar blieb, dem Wunsche des Freiherrn entsprechend, darin sitzen, während von Reckenburg sich in das Innere des Hauses begab. Wie er es mit voller Sicherheit vorausgesetzt hatte, traf er den Polizeirat noch in seinem Amtszimmer, wo er eben mit zwei höheren Kriminalbeamten konferierte. Er mußte wohl annehmen, daß der Anlaß, der den Freiherrn hierher führte, wichtiger sei als die Angelegenheit, die ihn gerade beschäftigte; denn er machte den beiden Beamten ein Zeichen, sich zurückzuziehen, und wandte sich dann erwartungsvoll an seinen Besucher, um sich über die Ursache seines Erscheinens unterrichten zu lassen. Von Reckenburg hielt sich nicht lange mit Vorreden und Umschweifen auf, sondern setzte ihm mit wenigen klaren und erschöpfenden Worten die augenblickliche Sachlage auseinander. Er hatte noch gar nicht zu Ende gesprochen, als der Polizeirat bereits nach dem Tischtelephon griff und seine Befehle erteilte. Als er den Apparat auf das Gestell zurückgelegt hatte, sagte er: „In wenigen Minuten wird jedes Polizeiamt mit der Angelegenheit befaßt sein. Und ich werde meine besten Leute auf die Fährte dieser beiden Ehrenmänner setzen, von denen der eine ohne allen Zweisel der Mörder Ihres unglücklichen Oheims ist.“ „Das ist eine Ueberzeugung, die auch ich teile. Und wenn nicht diese Trunkenheit wäre, die eine eigentliche Täterschaft des Grafen ausschließt, würde ich mich auch über die Person des Mörders nicht im Ungewissen befinden. Aber in Anbetracht dieses unbestreitbaren Faktums muß man wohl annehmen, daß er sich seines Dieners als Werkzeug für die Ausführung des Verbrechens bedient hat.“ Der Polizeirat schüttelte den Kopf. „Dieser Diener ist für mich von allem Anbeginn nicht unverdächtig gewesen, und es ist fast bis auf die Minute festgestellt worden, was er an dem fraglichen Nachmittag und Abend getrieben hat.— Uebrigens— befindet Herr Doktor Odemar sich noch immer in Ihrer Wohnung?“ Der Freiherr mochte seine guten Gründe haben, diese Frage, der Wahrheit entgegen, zu bejahen, oder sie doch wenigstens in einer Form zu beantworten, die der andere nur für eine Bejahung nehmen konnte. „Er steht noch immer unter meinem Schutz,“ sagte er, und der Polizeirat nickte befriedigt: „Ich werde mich genötigt sehen, von dem Vorbehalt Gebrauch zu machen, unter dem ich Ihnen versprach, vorläufig nichts gegen den Mann zu unternehmen. Morgen in der Frühe werde ich ihn unter dem Verdacht der Mitwisserschaft verhaften lassen. Denn es ist sicher, daß dieser Mann den Schlüssel zu dem Geheimnis in seinen Händen hält. Wir müssen jetzt unter allen Umständen versuchen, ihn zum Reden zu zwingen.— Und nun, mein lieber Herr Baron— wenn ich Ihnen in dieser Sache nutzen soll, gibt es sehr viel für mich zu tun, so daß sie wohl entschuldigen müssen, daß ich mich Ihnen nicht länger zur Verfügung stellen kann. Verlassen Sie sich darauf, daß ich alles aufbieten werde, was in meinen Kräften steht. Denn diese Sache ist auch für uns von außergewöhnlicher Wichtigkeit.“ Die beiden Männer schüttelten sich die Hände, und der Freiherr entfernte sich, sehr zufrieden damit, daß er nichts von Doktor Odemars Anwesenheit draußen vor dem Gebäude verraten hatte. Diesmal machte sein sonst so empfindliches Gewissen ihm nicht den leisesten Vorwurf. Dem Polizisten mochte ja die Mordsache die wichtigere sein, für ihn aber handelte sich's jetzt ausschließlich um die gefährdete Person seiner Cousine. Wenn sie befreit war, und wenn der Herr Graf hinter Schloß und Riegel saß, mochte man in Gottes Namen auch auf diesen so hartnäckig verschwiegenen Schriftsteller einen gelinden Druck ausüben; jetzt aber war es jedenfalls, besser, wenn er als ein entschlossener Helfer zur Verfügung blieb. Während er durch die hallenden Korridore schritt und die Steintreppen des Gebäudes hinabstieg, besann sich der Freiherr erst darauf, daß er seit einem sehr einfachen Frühstück während des ganzen Tages noch nichts zu sich genommen hatte, und daß der Senator Vanderzee sich vermutlich in derselben Lage befand. Es war also jedenfalls an der Zeit, ihn von seinem Wächterposten abzulösen, und er beschloß darum, sich zunächst mit dem Doktor in seine Wohnung zurückzubegeben und den Senator abzuholen. Wie man mit dem Major verfahren würde, mußte in erster Linie von dem Zustand abhängen, in dem er sich befand. Er trat auf die Straße hinaus und begab sich zu der Stelle, wo die Autodroschke und ihr Insasse ihn erwarten sollten. Aber er wußte nicht, ob er seinen Augen trauen solle, als er das Gefährt nicht mehr an seinem Platze fand und es trotz alles Suchens auch weder in der näheren noch in der weiteren Umgebung ausfindig machen konnte. Kein Zweifel, es war verschwunden—, und er hatte nicht den geringsten Anhalt dafür, in welcher Himmelsgegend er weiter nach ihm suchen sollte. 28. Kapitel. Nachdem sie ihre erste Bestürzung über die Absperrung der Haustür und das Fehlen des Schlüssels überwunden hatte, kehrten Ediths Gedanken wieder zu dem verunglückten Kinde zurück, dem sie hatte beistehen wollen. Und in ihrer Erregung wußte sie sich nicht anders zu raten als damit, daß sie laut um Hilfe rief. Sie brauchte nicht lange auf Antwort zu warten, denn noch vor Ablauf einer Minute stand die Hausdame vor ihr, mit finster zusammengezogenen Brauen und mit einem Ausdruck harter Entschlossenheit auf dem Gesicht. „Was soll dieser Lärm?“ fragte sie so kurz und scharf, daß die Komtesse davon aufs neue erschreckt worden wäre, wenn sie nicht in diesem Augenblick sich und ihr Schicksal vollständig vergessen hätte. „Oeffnen Sie die Haustür,“ erwiderte sie.„Draußen auf der Straße ist ein Kind zu Schaden gekommen. Ich habe es vom Fenster aus beobachtet. Es muß sofort hereingeholt werden, damit ihm die erste Hilfe zuteil werde.“ Sie hatte es dringend genug gesprochen, aber die Angeredete rührte sich nicht von der Stelle. „Es tut mir leid,“ sagte sie,„aber dies ist kein öffentliches Krankenhaus, und wir befassen uns nicht mit Fällen von dieser Art.“ Etwas in dem Blick, mit dem die Komtesse sie ansah, mußte sie wohl zu der Erkenntnis bringen, daß diese in brüskem Ton gegebene Antwort nicht die rechte war; denn, plötzlich ihr Benehmen ändernd, eilte sie in das Wartezimmer, dessen Tür Edith hinter sich offen gelassen hatte und trat an das Fenster. „Da, überzeugen Sie sich, bitte, selbst, daß Sie sich ganz unnötig aufgeregt haben, und daß es hier gar keiner arztlichen Hilfe bedarf. Das Kind, wegen dessen Sie das ganze Haus alarmieren, ist schon wieder wohlauf.“ Die Komtesse hatte sich an ihre Seite gestellt, und sie sah, daß die Worte der Person den Tatsachen entsprachen. Das ältere der beiden Kinder hatte das aus dem Wagen gefallene Baby schon wieder aufgelesen, und das herzhafte Gebrüll des letzteren konnte wohl als Beweis dafür gelten, daß es durch den Fall mehr erschreckt, als ernstlich verletzt worden war. Von den Vorübergehenden nahm überhaupt niemand Notiz von der kleinen Szene. Das primitive Gefährt setzte sich wieder in Bewegung und war schon eine Minute später um die nächste Straßenecke verschwunden. (Fortsetzung folgt.) e ae 3 duncu“. 2 unng G S 5 5 8 5 # 5 S S 8 3 1 2 1 * See S 50n F e 6 # S# 3 S 5. % S N 52 E— * SE S ** *- K 5 En S 2 S 9 SE * SSuS# OBESIEOER 5 SE ES ## C„ S S 519. Die kleinen Obliegenheiten der Lugend sind schwerer zu ertüllen als die großen, denn ihnen fehlt der Ruhm. R. Gennevray. Mein erster Patient. !“ Humoreske von Marie Scheller. (Nachdruck verboten.) Es war erreicht! In den zwei Tagesblättern, die in der Stadt S. im Truck erschienen, war groß und breit zu lesen: „Doktor Walter Scholl, früher Assistenzarzt des Professor... an der königlichen Klinik zu Dresden, empfiehlt sich als praktischer Arzt und Chirurg. Sprechstunden vormittags von 8 bis 10 Uhr, Marktstr. 35, parterre.“ Es hatte mir viele Mühe gekostet, bis ich einen Ort gefunden, der mir, dem verwöhnten Großstädter, wenigstens annähernd das gewährte, was ich aufgegeben, und der, was ja die Hauptsache war, einem jungen strebsamen Arzt die Gelegenheit bot, seine Kenntnisse zu verwerten und eine einträgliche Praxis zu finden, die es ermöglichte, eine junge Frau heimzuführen und einen eigenen Hausstand zu gründen. Wer mir das noch vor einem Jahre gesagt hätte, daß ich meine interessante Stellung und mein herrliches freies Junggesellenleben aufgeben würde um ein Paar herziger, brauner Mädchenaugen willen, den würde ich schön ausgelacht haben. Aber es war so, mein Herz— als Arzt mußte ich das doch wissen— sonst kerngesund, litt an schwerer Entzündung und Erweiterung, seitdem mir auf einer Tour in der sächsischen Schweiz, droben auf der herrlichen Bastei, das blonde Gretchen begegnet war. Wie deren goethische Namensschwester sang auch ich seitdem in allen Tonarten:„Meine Ruhe ist hin, mein Herz ist schwer, und ach, ich finde sie nimmermehr, bis daß ich in der Lage bin, sie heimzuführen als Doktorin.“ Ja, aber das war nicht so leicht, denn der braunäugige Herzensdieb, die Tochter einer verwitweten Professorin, hatte außer ihren Geistes= und Herzensschätzen keinen anderen Mammon aufzuweisen, ebenso wie ich, bei dem das kleine väterliche Erbe in den lustigen Studienjahren in alle vier Winde zerstoben war.— Wenn ich nun nicht erleben wollte, daß ein besser Situierter als ich mir schließlich meine Angebetete vor der Nase wegholen würde, so blieb mir nichts anderes übrig, als auf die ehrenvolle Laufbahn eines Universitätsprofessors zu verzichten und mich irgendwo seßhaft zu machen. Das war denn nun geschehen, und bei der Wahl des Ortes hatte die Kenntnis mitgeholfen, daß dem holden Gretelein eine Tante hier in der Nähe blühte, die sie möglicherweise einmal besuchen würde. Das war dann doch eine Gelegenheit zum Sehen, vielleicht auch zum Sprechen, denn bislang hatten die Augen nur ausgeplaudert, was die Lippen noch verschweigen mußten. Das Herz voll froher Hoffnungen und Erwartungen begrüßte ich also den Morgen, der meine Niederlassung als Arzt den Bewohnern von S. und Umgegend anzeigte, war ich doch ein Sonntagskind, und einem solchen, dies hatte meine selige Großmutter gesagt, war das Glück hold. Nun, es mußte sich ja bald zeigen, was an dieser Prophezeiung Wahres war.— Vorerst inspizierte ich, ehe die Patienten kamen, nochmals meine Wohnung, die ich in bester Stadtlage gewählt hatte. Der Salon war mittels eines verstellbaren Sofas und ebenfolcher Waschkommode zugleich die Stätte, wo ich dem Schlummergott meine nächtlichen Schnarchopfer brachte, doch niemand hätte bei der hier herrschenden Eleganz geglaubt, daß der feine Doktor Scholl nicht über ein wirkliches Schlafzimmer verfügte. Nebenan das Sprech= und Studierzimmer mit seinen bis an die Stuckdecke reichenden Bücherregalen, dem eichenen Schreibbureau am Fenster, dem Operationstisch mit den blitzenden Instrumenten mußte jedem Eintretenden einen gewissen Respekt vor dem Bewohner dieses Raumes beibringen, so daß er voll Vertrauen sein körperliches Wohl dessen Händen anvertraute. Das sonnige, große Wartezimmer dagegen mit dem Plüschdivan in der Ecke, dem davorstehenden Tisch, bedeckt mit großen Bilderalbums, Büchern und Schriften aller Art, dem Blumentisch am Fenster und dem darüber im blanken Messingbauer munter zwitschernden Häufling war ganz dazu angetan, auch in dem Verzagtesten eine frohe Hoffnung zu erwecken. Ich sah alles das mit prüfendem Blick nochmals an, und siehe da, es war alles gut, bis auf den eben nicht mehr schulpflichtigen Sohn meiner Wartefrau, der, in einer Jacke mit blanken Knöpfen steckend, einer Art Livree, die Stelle eines Portiers bis auf weiteres bei mir versah. Ich schärfte dem Jungen nochmals ein, erst beim zweiten Ton der Klingel zu öffnen, gar zu eilig durfte man als angehender berühmter Doktor sich doch nicht zeigen — gab nochmals genaue Verhaltungsmaßregeln und zog mich in meinen Salon zurück, denn es mochte gleich 8 Uhr sein, um in olympischer Ruhe der Schar der Mühseligen und Beladenen zu warten.— Merkwürdig, daß es noch immer draußen nicht klingelte! Ich zog die Uhr, die zeigte die neunte Stunde, die halbe Wartezeit war also schon erfolglos verstrichen. Nun, das konnte sich ja jeden Augenblick ändern, nur Geduld. Die Lust an der Zeitungslektüre hatte ich verloren, ich trat an das Fenster und schaute auf die Straße; ein reges Leben herrschte darauf. Die Menschen kamen und gingen, aber keiner schien das blankpolierte Messingschild des Doktor Scholl zu bemerken. Die Uhr im Wartezimmer verkündete die zehnte Stunde. Niemand hatte meine ärztliche Hilfe begehrt. Ich ging hinaus, den schon halb eingeschlafenen Jungen seines Postens zu entheben. Morgen würde es besser werden, tröstete ich mich, es war ja auch ein Unsinn von mir, zu verlangen, daß der erste Tag schon Patienten bringen sollte; die meisten Leute hatten die Zeitungen wohl noch gar nicht gelesen und hatten keine blasse Ahnung von dem neuaufgetauchten Doktor. Der zweite Tag fand mich noch hoffnungsvoll, aber auch er verstrich, ohne daß eine Hand den Knopf der elektrischen Klingel berührt hätte. Die nächsten Tage dasselbe Bild der absolutesten Ruhe in meinen Räumen, aber nicht in meinem Innern, denn da begann es schon bedenklich zu gären, und ich war nahe daran, eine Epidemie auf die Bewohner der Stadt vom Himmel herab zu erflehen. Da— es war am Ende der Woche, mein kleiner Portier war eben zu mir herübergekommen und hatte im echten Thüringer Dialekt gefragt:„Herr Doktor, 's hat zehne geschlagen,'s werd' heite wieder nischt wäre, soll ich än de Affenjacke auszieh?“ da, ich traute meinen Ohren nicht, ertönte die Türglocke. Der lang ersehnte Laut hatte zur Folge, daß nicht nur der kleine Portier mit Windeseile sich zur Tür verfügte, sondern auch ich meine Würde ganz vergaß und in höchsteigener Person dieselbe zu öffnen ging. Der Kopf einer Landfrau steckte sich zu derselben herein und in die erwartungsvolle Stille klang wie die Posaune des jüngsten Gerichtes der mir ewig unvergeßliche Ruf: „Kasen Se än Quatschen?“ Beinahe wäre es mir wie des seligen Lots Eheweib ergangen, und ich über diesen Ruf zur Salzsäule erstarrt, hätte mich das laute Gelächter meines kleinen Taugenichtses nicht zum Leben wieder erweckt. Was " Das bulgarische Heer ist kriegobereit. Berlin, 21. Mai. Die„Deutsche Tagesztg.“ berichtet aus Budapest: Der Sonderberichterstatter des„Pesti Herlap“ in Sofia hatte eine Unterredung mit dem bulgarischen Kriegsminister Fitschew, der sagte:„Für die Oeffentlichkeit habe ich bloß einen Satz: Die Armee ist vollständig gerüstet und wartet fiar auf den Befehl. Wir haben alle Vorbereitungen getrofsen. Dos übrige ist Sache der Politiker.“ — Der Krieg gegen England. Sperrung der Häsen an der britischen Westküste. Genf, 21. Mai. Nach einer„Journal“=Meldung cus London wurden infolge Auftauchens deutscher Unterseeboote auch die Häfen der britischen Westküste für den freien Handelsverkehr ab 18. Mai gesperrt. Der neutralen Schiffahrt wurden besondere Einfahrts=Routen vorgeschrieben. Eine amerikanische Protestnote an England. wtb London, 21. Mai. Die„Times“ melden aus Washington vom 18. Mai: Die Regierung erwägt, der„Neuyork Eveningpost“ zufolge, eine neue Protestnote an England über die Behandlung des amerikanischen Handels. Die Note soll ebenso nachdrücklich sein, wie die Konterbandenote vom Dezember. In amtlichen Kreisen wachse die Erregung, da England trotz aller Versicherungen seine alte Politik der Verschleppung sortsetze, so daß 40 amerikanische Schiffe, darunter etwa 28 mit Baumwolle beladene, in den enttischen Häfen festgehalten worden seien. Baumwolle im Werte von 2500000 Pfund Sterling lagere in den englischen Häfen. Bewafnete Einmischung Spaniens in Portugal? bb Genf, 21. Mai. Der„Lyoner Progres“. meldet aus Madrid, daß dort der Gedanke einer bewaffneten Einmischung Spaniens in Portugal unter dem Vorwande, die kurch die jetzige Zeit der Zuchtlosigkeit zerstörte Ordnung wieder herzustellen, immer mehr Anhänger finde. Die Partei Maura betreibe eifrigst die Vereinigung oder Einverleibung der portugiesischen Republik. Die „Tribuna de Madrida“ veröffentlicht eine Artikelreihe, die keinen Zweisel über diesen ehrgeizigen Plan bietet. Aus Stadt und Umgebung. Deutsche Pfingsten 1915. Ein Brausen geht jetzt durch die Weltenweiten Wie einstmals, da der Pfingsttag war erfüllt, Als jene Offenbarung hoher Zeiten Von gottergeb’nen Jüngern ward enthüllt. Begeistert sprachen sie mit Flammenzungen, Und kündeten des Meisters Lehre laut, Und was sie predigten, ist nicht verklungen, Noch heute hören wir es tieferbaut. Es mahnt an Hoffnung, an Geduld und Treue, An Pflicht, bis in den Tod zu halten stand; Wie Baum u. Strauch in Blüten prangt aufs neue, So blüht alsdann auch unser Vaterland. Aus Blüten werden Früchte; hoff und charre, O Seele, daß nach all der Kämpfersaat, Wieviel man auch in dieser Zeit verscharre, Dereinst ein ew'ger deutscher Pfingsttag naht! Dann, als die von dem heil'gen Geist Erneuten, Lobsingen wir dem Herrn, der für uns focht: Ob auch wie Sand am Meer die Feinde dräuten, Sie haben dennoch nicht uns übermocht. **(Der Monat Mai) hat bisher vollauf seine Schuldigkeit getan. Einen so schönen Maimonat, wie den heurigen, hatten wir seit vielen Jahren nicht mehr. Der Roggen steht meist in den Aehren, Weizen, Hafer, kurzum alle Früchte zeigen eine feltene Ueppigkeit. Wenn nicht Rückschläge durch uunangenehme Gewitter eintreten, wird es auch Obst in Hülle und Fülle geben. Wir dürfen also mit Vertrauen der Zukunft entgegensehen und auf ein gesegnetes Erntejahr rechnen, immer vorausgesetzt, daß nicht noch unliebsame Rückschläge kommen. **(Pfingstfahrten und Pferdeschutz.) Der Leipziger Tierschutz=Verein schreibt uns:„Wir möchten Tue E-3 in diesem Jahre allen Pfingstreisenden, die ihre Ausflüge zu Wagen unternehmen, die Schonung der Pferde ganz besonders ans Herz legen. Wenn dies schon in normalen Zeiten gerechtfertigt ist, so dürste es bei den jetzigen Verhältnissen umso notwendiger sein. Die besten Pferde sind für den Kriegsdienst ausgemustert worden. Die zurückgebliebenen sind alte, minderwertige Tiere, deren an sich schon mangelhafte Leistungsfähigkeit durch den Hafermangel noch mehr herabgesetzt worden ist. Die Fahrgäste werden deshalb gebeten, den verminderten Kräften der Zngtiere Rechnung zu tragen und bei steilen oder schlechten Wegen auszusteigen. Auf solchen Wegen bedeutet jede Person weniger im Wagen eine Erleichterung für die Pferde. Die Fahrgäste wollen auch darauf achten, daß den Tieren unterwegs Rihe gezönnt wird, daß sie richtig gesüttert und vor allem auch oft und reichlich getränkt werden.“ **(Pfingstgrüße aus dem Felde.) Für die pünktliche Zustellung der„Schwerter Zeitung“ besten Dank. Man freut sich im Feindesland immer, wenn man von der Heimat etwas Neues hört. W. Stricker, Jos. Stübbgen, Pionier v. d. Heydt. **(Das gute Geschäft.) Der in Steinach erscheinende„Thüringer Waldbote“ hatte Veranlassung, den Steinachern einmal vorzurechnenwelche Kosten ihm die Kriegsnachrichten verursachen. Das Blatt schreibt:„Unsere Abgabe an Wolffs Telegr.-Bureau für Telephon= und Vermittelungsgebühren belief sich für die drei ersten Monate(Januar, Februar, März) dieses Jahres auf 200,98 Mk., während wir in derselben Zeit aus dem Verkauf der Extrablätter genau 107,40 Mark lösten, macht also eine Mehrausgabe von 93,58 Mk. Rechnen wir die Kosten für Papier, Arbeitslohn usw. gering mit 56 Mk., so kommt rund die hübsche Summe von 150 Mk. heraus, die wir im ersten Vierteljahr d. J. auf dem Altar der Nächstenliebe opferten!“ Trotzdem gibt es„Kluge", die die Ausgabe von Sonderblättern ein„gutes Geschäft“ für die Zeitungen nennen. **(Die Gestellung der offenen Eisenbahn= wagen) vollzieht sich bereits seit längerer Zeit so regelmäzig, daß Ausfälle nur noch in sehr geringem Umfange und unter besonderen Umständen eintreten. Neuerdings hat sich die Gestellung der bedeckten Wagen gebessert, nachdem der Frühjahrsdüngemittelversand im wesentlichen beendet ist. Es empfiehlt sich daher für die Verkehrtreibenden, die jetzige ruhigere Verkehrszeit zur Regelung ihrer Bezüge uund zur Ergänzung und Ansammlung von Vorräten nach Möglichkeit auszunutzen. Hierdurch wird die voraussichtlich im Spätsommer wieder einsetzende Zeit des stäteren Verkehrs entlastet. Auch können durch das Anhäufen ausreichender Vorräte Verlegenheiten bei plötzlichen Verkehrsbehindenungen, mit deren Eintreten selbstverständlich nach wie vor gerechnet werden muß, sicher vermieden werden. **(Im Silberkranz.) Am 2. Pfingsttage können die Eheleute Wilhelm Humpert und Frau, Sofie geb. Holtmann, aus der Sedanstraße, das schöne Fest der silbernen Hochzeit feiern. Wir gratulieren bestens! **(Zur Warnung.) Von seiten des stellvertretenden Generalkommandos des 7. Armeekorps geht uns folgendes zu: Es sind verurteilt worden: Wegen Beraubung von Feldpostsendungen der Postaushelfer Franz Stadtfeld aus Dortmund vom Landgericht Dortmund am 12. 4. zu 5 Monaten Gefängnis, wegen Unterschlagung von Feldpostraketchen der Postaushelfer Josef Löffler aus Hamborn vom Landgericht Duisburg am 17. 4. zu einem Jahr und der Postaushelfer Georg Vieth aus Duisburg am 24. 4. zu vier Monaten Gefängnis. Ferner sind bestraft worden: Die Schneiderin Anna Hennemann und die gewerblose Maria Hennemann, beide in Münster, Hansaring 16, und die Schneiderin Josefine Alsmann in Münster, Lothringerstraße 9, vom Landgericht daselhst am 7. 4. und der Hilfsarbeiter Karl Tewes in Bochum vom Landgericht daselbst am 12. 4. mit je einem Tage Gefängnis, weil sie Kriegsgefangenen Genußmittel zugesteckt haben. r.(Bestrafte Diebin.) Die Hagener Strafkammer verurteilte die Ehefrau Sch. von hier zu drei Wochen Gefängnis, weil sie im Juni v. J. einer Mitbewohnerin Kleidungsstücke und ein Paar Schuhe entwendet hat. Wagen wurden aus dem Geleise gehoben und vollständig zertrümmert. Durch die umherliegenden Güter, wie Eisenblöcke, Fässer usw. waren mehrere Geleise gesperrt. Personen wurden nicht verletzt. letzt. Mai 1915. Im Blütenschmuck liegt die Nattur, Und Maienglanz auf allen Wegen, Es grünt und blüht die fernste Flur, Und alles atmet Gottes Segen. Wie bist Du schön, mein Vaterland! Und Dich will man verderben? Niemals! Wir schwören's, Hand in Hand, Eh' geht die Welt in Scherben. Wenn Bundestreue cuch zerschelt, Und wenn auch alles sich erhebt, Wir kämpfen gegen eine Welt, Daß sie vor unserm Zorn erbebt. O, haltet aus, Ihr wack'ren Scharen! Schon winket Euch der Siegerkranz, Drum trotzet mutig den Gefahren, Verrichtet Eure Arbeit ganz! M. L. der Front, die wir mit dem Erfolge, den Staatssekretär Dr. Delbrück verkündet hat, die deutsche Landwirtschaft leisten sehen, ebenso wie unsere militärische, unsere industrielle und finanzielle Stärke die Gewähr unseres vollen Sieges in sich trägt. ** Hengstei, 21. Mai.(Eisenbahn=Unfall.) Gestern abend gegen 7,30 Uhr entgleiste in der Einfahrt zum Bahnhof Hengstei infolge eines Acsenbruches der Güterzug 68468. Mehrere Nationale Einheit und Stärke. Neue Bürgschaften unserer nationalen Einheit und Stärke hat uns die Kriegstagung des Deutschen Landwirtschaftsrats mit ihrem kraftbewuzten Rückblick auf das in der Vergangenheit Geleistete und ihrem selbstsicheren Zukunftsprogramm gebracht, das unseren Feinden, die uns durch wirtschaftliche und physische Aushungerung niederzuzwingen gedachten, auch diese letzte Kriegshöffnung nehmen muß. Konnte sich doch der Vorsitzende des Deutschen Landwirtschaftsrats Exzellenz Graf v. Schwerin=Löwitz dafür verbürgen, daß wir imstande bleiben werden, uns von dem, was wir im Lande haben und erzeugen, zu ernähren, mag der Krieg dauern, solange er will. Gilt diese Gewißheit von der diesjährigen und, wenn nötig, auch von der nächstjährigen Ernte, für den der Landwirtschaftsrat in einem bis ins Einzelne ausgearbeiteten Kriegswirtschaftsplan Vorsorge zu treffen beabsichtigt, so hat die vor dem Haushaltsausschuß des Reichstages abgegebene Erklärung des Staatssekretärs des Innern Dr. Delbrück, daß unsere Nahrungsmittelversorgung, insbesondere angesichts der Bestände an Brotgetreide, Kartoffeln und Fleisch, bis zur neuen Ernte und darüber hinaus unter allen Umständen in ausreichender Menge sichergestellt ist, jeden Zweifel in dieser Hinsicht beseitigt, alle Besorgnisse zerstreut. Auch das ist eine hocherfreuliche Botschaft und zugleich eine Bürgschaft dafür, daß die gesamte Nation mit derselben Festigkeit und Unbeugsamkeit des Entschlus' ses, die Graf v. Schwerin in seiner Eröffnungsansprache im Deutschen Landwirtschaftsrat bezeugte, bis zu einem vollen Siege durchhalten wird. Dazu hilft uns auch das erhebende Bewußtsein, daß wir seit dem Kriege enger aneinander gerückt sind, daß gegenseitiges Vertrauen und Verständnis wiedergekehrt sind und den Platz einnehmen, den sie in einer nationalen Gemeinschaft einnehmen sollen. Die vordem vielfach verkannte und verlästerte deutsche Landwirtschaft hat jetzt bewiesen, was sie im politischen und wirtschaftlichen Haushalt der Nation bedeutet. Es ist gut und nützlich und für die Zukunft verheißend, daß diese Erkenntnis in einer Sprache, der niemand widerstehen kann, seit Kriegsbeginn tagtäglich gepredigt worden ist. Aber unsere landwirtschaftliche Bevölkerung weiß auch, daß sie ihre gewaltig gesteigerte Leistungsfähigkeit nächst der eigenen Kraft, Arbeitsamkeit und Sparsamkeit dem Schutz und Fürsorgewerk zu verdanken hat, das die Wirtschaftspolitik des Fürsten Bismarck mit ihrem gleichmäßigen Schutz aller Zweige der nationalen Arbeit aufgerichtet hat, und an dem in der Folge alle Erwerbs= und Benufsstände mitgearbeitet und mitgetragen haben. Ebenso wie jetzt alle Glieder und Gruppen unserer nationalen Gesamtheit an der Sicherung des Vaterlandes mithelsen und an diesen Lasten mittragen. Solche gemeinsamen Erfahrungen, die die Stunde der Not gebiert, kann nicht wieder ausgelöscht werden, sie müssen und werden der Inkunft ihren Stempel aufdrücken, und das ist es, was uns zu sagen berechtigt, daß die Kriegsarbeit hinter Eingesandt. Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung. Pfingsten, das liebliche Fest der Maien, steht vor der Tür. Feld und Wald schmückt sich mit herrlicher Blütenpracht, sodaß sich das Auge nicht satt sehen kann an all' den Schönheiten, die die Natur in verschwenderischer Fülle über die Erde ausbreitet. Auch die Einwohner unseres idyllisch gelegenen Ortchens Westhofen sind eifrig bemüht, ihren Wohnstätten innen und außen das Feiertagsgewand anzulegen. Die Straßen werden sorgfältig gefegt und auf Anordnung der Obrigkeit muß sogar ein jedes Grashälmchen, das sich unbefugter Weise zwischen den Steinen unserer verkehrsarmen Straßen sehen läßt, von den Bürgern entfernt werden. Und doch gibt es in Westhofen einen Stadtteil, der anscheinend das Stiefkind des Ortes ist und gänzlich vernachlässigt wird; das ist unser Marktplatz. Ein Drittel desselben ist fast seit einem Jahr mit wild durcheinander liegenden Steinen bedeckt, die von der lieben Jugend über den ganzen Platz zerstreut werden. Mit Recht kann man sagen: „Viel Steine gibts uund wenig Brot!“ Möchten doch diese Zeilen dazu beitragen, daß sich unsere Behörde, Polizei und Stadtverwaltung, auch dieses Stiefkindes annehmen und Sorge trägt, daß dieser öffentliche Platz regelmäßig gesegt und nicht als Aufbewahrungsort für alte Pflastersteine berutzt wird. Gottesdienste. Evang. ref. Gemeinde. 1. Pfingsttag. Sonntag 9 Uhr: Vorbereitung. 9½ Uhr: Pastor Terberger, hl. Abendmahl. 2. Pfingsttag. Montag 9½ Uhr: Pastor Klinker. Evang. luth. Gemeinde. 1. Pfingsttag. Sonntag 8 Uhr: Pastor Wischnath. 9½ Uhr: Pastor Ohlig. 2. Pfingsttag. Montag 8 Uhr: Pastor Nell. 9½ Uhr: Pastor Wischnath. 11 Uhr: Kindergottesdienst. Gemeinde Westhofen. 1. Pfingsttag. Sonntag 9 Uhr: Vorbereitung. 9½ Uhr: Gottesdienst und Abendmahl, Pastor Klinker. 2. Pfingsttag. Montag 9½ Uhr: Gottesdienst, Pastor Terberger, Schwerte. Kath. Pfarrkirche Schwerte. 1. Pfingsttag. Sonntag: Stundengebet. 6 Uhr: Aussetzung des Allerheiligsten. 6¼ Uhr: Stille hl. Messe (Kaplan Röseler). 7½ Uhr: Frühmesse. Gemeinschaftliche hl. Kommunion der schulpflichtigen Kommunikanten(Mädchen). 8¾ Uhr: Schulmesse (Pfarrer Schnurbus). 10 Uhr: Hochrmt. 11 Uhr: Armenseelenstunde. 12—1 Uhr: Betstunde für den 3. Orden. Nachmittags 2½ Uhr: Vesper. 3 Uhr: Betstunde für die Frauen=Vereine. 4 Uhr: Betspinde für die Erstkommunikanten. 5 Uhr: Stille Anbetung. 6 Uhr: Betstunde für die Männervereine.(Maiandacht). 2. Pfingsttag. Montag: Die Gottesdienstordnung ist dieselbe wie am ersten Pfingittage. Am 2. Pfingsttage ist gemeinschaftl. hl. Kommunion der Jungfrauen=Kongregation. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Zuailiun 3 Luhns Wasch=Ertat or Z.W.emsund und Luhns Salm.= Terp=Kernseife sollte in keinem Hause fehlen. Er leistet die besten Dienste beim Hausputz und bei der Großwäsche. 2444 G 2441 Bisweilen bestehl immer noch das Vorurleil, daß Kaffee Hag, der coffeinfreie Bohnenkaffee, weniger ausgiebig als anderer Kaffee sei. Die regelmäßigen Verbraucher indessen wissen schon lange, daß Kassee Hag an seiner Ausgiebigkeit nicht das geringste eingebüßt hat. Im übrigen ist diese Talsache auch schon durch die Bestimmungen des Kaiserlichen Gesundheitsamtes verbürgt. Es wäre nicht angängig, coffeinfreien Kaffee Hag mit seiner Bezeichnung in den Verkehr zu bringen, wenn er auch nur in einem geringen Maße der Bestandteile verkustig gegangen wäre; die Geschmack und Aroma und damit seine Ausgiebigkeit bedingen. Kaffee Hag ist bei jedem Kaufmann erhältlich. Heute morgen 8 Uhr verschied rankt nach kur2 m, schwerem Leiden unser lieber Sohn, Bruder, Enkel und Vetter Wilhelm Toennies gt. Fischer In Alter von 10 Monaten. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Familie Wilhelm Fischer, Garenfeld, den 21. Mai 1915. Zu früh bist du von uns genommen, Mein ganzes Herz sehnt sich nach dir. Nicht einmal hat mein Ohr vernommen Dein letztes Wort: Ach komm zu mir. Wie sehr im letzten Augenblick Dacht's du an uns daheim zurück. Es ist bestimmt in Gottes Rat, Dass man vom Liebsten, was man hat, muß scheiden. Du warst so gut, du starost so früh. Wer dich gekannt, vergißt dich nie. Den Heldentod für's Vaterland starb mein lieber Sohn, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Kriegsfreiwillige Kollmopse 40 mit Gurkeneinlage, 3 Stck. Bratheringe 3 stück. 40 L Sardinen 4 Pid-Dose 115 3 Salzgurken 4 Stck. 20 S L. Weinberg. Die Beerdigung flndet Montag, nachm. 2¾ Uhr vom Sterbehause aus statt. Programm für den 22. u. 23. Mai. Infanterist FFRZ CaSper! Asthmatiker, Brustleidende! im blühenden Alter von 25 jahren. In tiefer Trauer: Kriegsbericht aus dem Osten: Bürenbruch, Villigst, Schwerte, den 22. Mai 1915. Russische Gefangene in Soldau. Einwaggonieren der Artillerie und Kavallerie in Lodz. Transport an die Feuerlinie. Straße von Suwalki—Augustowo. Kriegsbericht aus dem Westen: Er war ein pflichttreuer Soldat, dessen Andenken fortleben wird in den Herzen aller, die ihn gekannt haben 2450 Strenge Kontrolle in Feindesland. Eine Sanitätskompagnie. Leben und Treiben beim Kirchgang. Kapitänleutnant Weddigen fährt mit seinem U-Boot neuen Taten aus. Seine brave Mannschaft. Weddigen gibt die letzten Befehle. Ausfahrt. Das herrliche patriotische Drama: zu 9 8 Statt besonderer Anzeige. Ueber alles die Pflicbt! * Eine Episode aus dem Wellkriege, die uns auf den ## heißumstrittenen Kampfplatz bei Soissons führt, wo unter den Augen des Kaisers der glänzende Sieg er 2 sochten wurde. 3 Akte. Heute morgen 6½ Uhr verschied plötzlich und unerwartet unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwägerin und Tante Klein Elschens Kriegstraum. Ein zeitgemäßer Kindertraum. Die Schlacht der Rothäute. Ueberaus spannendes Indianerdrama. 2 Akle. „Das Modell. Spannendes Drama. „Die Tochter des Spielers. Ergreifende Geschichte. Das kommt davon. Trau-heirions-Schafte-zonningnaus Ein Serum gegen ! Schüchlernheit. Bilder für den 2. Feierlag: 2 Sturmangriff der deutschen Hochseeflotte: Deutsche Wacht— Schrecken der Engländer— Klar zum Tauchen— Fliegertruppe— Das Boot kommt# aus der Unterwelt— Die heldenmütige Mannschaft in Tätigkeit. [Der Todesselsen. Vornehmes, sensationelles Natur=Drama, gespiell von geb. Schmiemann im Alter von 61 Jahren. Die trauernden Angehörigen Toni Grabemann, geb. Schulte-Lenninghaus, Marta Wulff, geb. Schulte Lenninghaus, Adolf Wultt und 3 Enkelkinder. Westhofen, den 21. Mai 1915. Die Beerdigung fludet Montag, den 24. Mai,(2. Pflngsttag) um 5 Uhr vom Trauerhause aus statt.— Trauerfeier ½ Stunde vorher.(Es wird höflichst gebeten, von Beileidsbesuchen absehen zu wollen). 2447 ersten dänischen Künstlern. 3 Akte. „Im Sande der Arena.“ * Ueberaus spannendes Drama aus dem Leben eines Stierkämpfers. 2 Akte. Der Reiter seiner Mutter. Aus dem Leben eines Seemannes. Der verliebte Farmer. Komödie „ H e i n z e l m ä n n c h e n C i n e s i n o. Vom kleinsten Künstler der Welt. Der Ausschneider. Lustige Geschichte. Der Rhein von Oberwesel bis Köln. Interessante Naturaufnahme. Gemahlenen Muschelkalk 98 Prozent lösliche Dungstoffe enthaltend, liefert den Ztr. zu M. 1.— ausschl Säcke ab Lager 2338 E. Homel. 2446 Ikvaltur . D. Kneebusch. Sadehand Siegerland, Waldeck, Niederhessen, Bergisches Land, Ruhrgebiet und Industriebezirk. Anhang: Die Hauptwanderstrecken des S. G. V. Preis Mk. 2.— Vorrätig in der Buchhandlung Carl Braus Schwerke(Ruhr). Große Marktstr. 3—5. sucht Beschäftigung. Zu erfr. i. d. Geschäftsstelle d. Ztg. Tüchtige Grobzieher gesuchl. 9448 Leonhard Strack Unna i W., Massenerstr. 50. SterSnen Haute und sauft und gerbt, auch kauft geschälte Lohe Ferd. Deimann 2080 Gerberei, Sümmern grosse saftige Früchte Dtz. 63 PI. 2453 E. Wenlberg. 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