oe Stumem Zeimer uben dand außer Feiertags. Bezugsprets M. D oiertelJährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Plo. medr. Wöchentl. Gratisbeilage:„IAustrierter Familiensreund" u. tägl. Unterdaltungsdiakt. Anzeigenpreis: Die siebengespaltene oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pig., Reklamezelle 40 Pfo. Jeder Radatt gilt als Kassaradatt u. erlischt dei Ronkursen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen a. (ebsatbundk ssnaht.-Setinectelsune Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Verbunden mit: für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Dolkszeitung Schwerter Volksblat„„ 4„ ∆ Lmarter Ungoi# Schwerker Cageblall G Schwerter Anzeiger Grstes und älteltes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis börde o Haupt-Knnoncenblan Alg duter und ichelenterüichen Nurrd nungen für den Kreis Hörde erlaggen gemöß Behanntmachung der Königlichen Regierung durch Verössentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverdindliche Kroft.— Die Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Adonnenten für jeden mit Tod endenden Unsall ge300 Mk. UnfallDruch u. Verlage, Car Braus. Schwerse. Rude Sersd u.-Stimt-ite-ansshene cch) Nr. 90. Montag, den 19. April 1915. 47. Jahrgang. Ractztg der küssescht Rückwärts richt Euch! bb Magdeburg, 19. April. Nach einem Kopenhagener Telegramm der„Magdeburgischen Itg.“ meldet die Petersburger Telegraphenagentur offiziell die Rückkonzentrierung der russischen Karpathen= armee. Als Grund wird der plötzlich eingetretene Wittenungswechsel in den Karpathen bezeichnet. K Die Entscheidung am Suez=Kanal. „Die Armee, die unter meinem Befehl steht, bereitet sich jetzt zu einer Entscheidungsschlacht vor; alles wird mit stäristem Nachdruck betrieben und unter den Truppen herrscht die lebhafteste Aktivität“,— so heißt es in der Proklamation des Oberbefehlshabers der gegen Aegypten bestimmten, kaiserlich ottomanischen Tmuppen. Dieser hochbedeutsame Armeebefehl Djemal Paschas, des türkischen Generalissimus, ist an die Bevölkerung Syriens gerichtet. Seine Echtheit wird bezeugt durch die türkisch=offiziöse„Nachr'chtenstelle für den ihn den Berliner Blättern zu dop' Die altiichen beatschen Berichte. Auch die Engländer benutzen Gasbomben!— Iwischen Maas und Mosel! Orient“, welche peltem Zwecke übergeben hat: Zur Aufklärung über den gegenwärtigen Stand der türkischen Kriegshanllungen gegen„das Herz des englischen Weltreiches", wie nich zur Beruhigung der ungebuldig gewordenen Türkenfreunde in den beiden verbündeten Zentralmächten. Die Ankündigung Djemal Paschas gibt nunmehr, im Verein mit anderweiten Nachrichten, ein völlig klares Bild der türkisch=ägyptischen Kriegslage. Den voreiligen Zivilstrategen, welche den Suezkanal bereits nach den mehrsachen Scharund Erkundigungsgefechten im östlichen Kanalgebiet(Anfang Februar und in der zweiten Märzhälfte) in türkischer Gewalt vermuteten und sich nun nicht genug wundern konnten, warum die türkischen Truppen nicht über den Kanal gingen, in Aegypten einmarschierten und sich vor allem Kairos bemächtigten,— ist wiederholt entgegengetreten worden. Trotzdem sind die Schwierig“ keiten des türk. Aufmarsches, der erst vollendet sein mußte, bevor der Vormarsch über die Sinaihalbinsel mit Aussicht auf sicheren Erfolg begonnen werden konnte, auch von den Kennern der türkischen Verhältnisse unterschätzt worden. Die Hindernisse, die dem Feldzug im Wege standen, waren nicht nur militärischer, sondern auch politischer Natur. Das wird durch die Proklamation des Oberbesehlshabers außer Zweifel gestellt, nachdem es in Europa vielfach übersohen worden ist. Der türkische Aufmarsch mußte und konnte sich nur im südlichen Syrien und Palästina vollziehen; etwa mit Damaskus, als Hauptpunkt der Operationsbasis. Zumeist wird nicht berücksichtigt, daß die Grenze nicht am Suezkanal läuft oder unmittelbar östlich von ihm, sondern östlich der Sinaihalbinsel, die somit noch vollständig im britisch' ägyptischen Besitz liegt. Daß die türkische Regierung auch hier durch englischen Völkerrechtsbruch benachteiligt wurde, würde uns jetzt zu weit führen. Tatsächlich läuft die Grenzlinie von Rasa am mittelländischen Meer scharf südöstlich bis Kalaat el Akaba am gleichnamigen Meerbusen des Roten Meeres. Also kam die eigentliche Sianihalbinsel als Aufmarschgelände nicht in Betracht. Die Versammlung der ottomanischen Streitkräfte mußte östlich und nordöstlich von ihr stattfinden; d. h. mehr als ca. 300 Kilometer vom Kanal, dem eigentlichen Operationsgebiet entfernt. Und zwar mußte, wenn zur Armee Diemal Paschas auch das 5. und 6. Korps aus Aleppo und Damaskus gehörte, doch außer einigen anatolischen Kerntruppen Sroßes Hauptquartier, 17. April. Westlicher Kriegsschauplatz. Gestern brachten auch die Engländer östlich Ypern Granaten und Bomben mit erstickend wirkender Gasentwickelung zur Anwendung. Am Südhang der Loretto=Höhe, nordwestlich von Arras, ging uns ein kleiner Stützpunkt von 69 Meter Breite und 50 Meter Tiefe verloren. In der Champagne, nordwestl. von Perthes, wurde nach umfangreicher Sprengung eine französische Befestigungsgruppe im Sturm genommen. Ein heute früh angesetzter seindlicher Gegenangriff mißglückte. Zwischen Maas und Mosel sanden heftige Artilleriekämpfe statt. Bei Flirey griffen die Franzosen mehrfach an; mit schweren Verlusten wurden sie in ihre Stellungen zurückgeworfen. Bei einem Erkundigungsvorstoß nahmen unsere Truppen die feindliche Stellung nordwestlich von Urbeis(Vogesen), die für uns ungünstig gelegen und die unter Mitnahme einer Anzahl geangener Alpenjäger morgens wieder geräumt wurde. mit Bomben belegt hat, bewarf gestern Greenwich bei London. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage im Osten blieb auch gestern unverändert. Ein französisches Luftschiff erschien heute nacht über Straßburg und warf mehrere Bomben ab. Der Sachschaden, der hauptsächlich Fensterscheiben betrifft, ist unbedeutend; einige Zivilpersonen sind leider verletzt. Einer unserer Flieger, der vorgestern Calais Großes Haupfquartier, 18. April. Westlicher Kriegsschauplatz. Nach Vornahme von Sprengungen drargen die Engländer gestern abend südöstlich von Vpern in unsere Höhenstellungen am Kanal ein, wurden aber im Gegenangriff sofrt wieder zurückgeworfen. Nur um drei, von den Engländern besetzte Sprengtrichter wid noch gekämpft. In der Chamgagne sprengten die Franzosen neben dec vorgestern von uns(roberten Stellung einen Graben, ohne Vorteile zu erringen. Zw schen Maas und Mosel sanden nur Art=leriekämpfe statt. Ja den Vogesen bemächtigten wir uns südw stlich von Stoßweiler am Sattel einer vorg schobenen flanzösischen Stellung. Südwestlich von Metzeral wurden unsere Vorposten vor dem überlegenen Feind zurückgenommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Im Osten ist die Lage umerändert. Oberste Heeresleitung. Weiiere Ersbige der Vsierreicher in den Rurpachen. wtb Wien, 18. April.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 17. April mittags: In Russisch=Polen und Westgalizien ereignete sich nichts. An der Karpathenfront ist die Situation unverändert. Im Waldgebirge, wo die Russen stellenweise ihre heftigen Angrisse wiederholten, wurden 1290 Mann gefangen. Bei diesen Angriffen und bei mehreren während der Nacht unternommenen Vorstößen erlitt der Feind wieder schwere Verluste. In Südostgalizien und in der Bukowina nur Geschützkampf. wtb Wien, 19. April.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 18. April mittags: Die allgemeine Lage ist unverändert. In den Waldkarpathen wurden bei Nagypolany, Cellö und Telepocz russische Angriffe blutig abgewiesen, 7 Offiziere und 1425 Mann gefangen. An allen übrigen Fronten nur Geschützkampf. Am südlichen Kriegsschauplatz keine Ereignisse. Serbisches Artilleriefeuer in der Gegend von Belgrad wurde, wie schon öfter, erfolgreich erwidert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, Feldmarschall=Leutnant. Schwere Verluste der Engländer in Deutschostastika. wtb Berlin, 18. April.(Nichtamtlich.) Aus Deutschostafrika ist die nachfolgende amtliche Meldung eingetroffen: In zweitägigem Gesecht wurde der starke Gegner am 18. und 19. Januar bei Jassini geschlagen. Er verlor 200 Gefallene, vier Kompagnien sind gefangen. Der Gesamtverlust des Gegners betrug etwa 700 Mann. 350 Gewehre, ein Maschinengewehr, zwei Reittiere und 60 000 Patronen wurden erbeutet. Auf deutscher Seite sielen ein Major, ein Hauptmann, zwei Oberleutnants, zwei Leutnants, ein Sergeant, ein Wachtmeister, zwei Feldwebel, ein Unteroffizier, ein Freiwilliger. Schwer verwundet wurden zwei Hauptleute, zwei Stabsärzte, sechs Unteroffiziere, ein Feldwebel, vier Gefreite, vier Jäger. Leichtverwundet wurden ein Oberstleutnant, ein Oberleutnant, zwei Leutnants, ein Sanitätsfeldwebel, ein Bizefeldwebel, ein Vizewachtmeister, zwei Gefreite, ein Jäger und ein Schütze. Zwei Mann werden vermißt. das gesamte Kriegsmaterial aus Konstantinopel beschafft werden. Und man weiß, was eine moderne Armee von 300000 Mann an Material gebraucht. Von der türkischen Hauptstadt aber führt nach Syrien nur der eine Schienenweg der anatolischen und Bagdadbahn, der noch dazu bei Kriegsausbruch an zwei Stellen, dem Taurus= und dem Amanusgebirge, unvollendet war, und zur zweimaligen Unterbrechung, Aus= und Umladung der gewaltigen Materialtransporte zwang. Gleichzeitig mit diesen außerordentlichen technischen Schwierigkeiten waren die politischen Hindernisse zu überwinden, auf die Djemal Paschas Proklamation nunmehr offen hinweist. Von jeher ist bekannt, daß der Libanon von der türkischen Zentr.lregierung fast losgelöst war und sich nahezu uneingeschränkter Selbstverwaltung, Abgabenfreiheit usw. erfreute. Es versteht sich, mit welchem Nachdruck die england= und franzosenfreundlichen Elemente diesen Umstand ausnutzten. In Syrien ist außerdem seit einem Jahrhundert besonders der französische Einsluß lebendig. Kurz, eine im südlichen Syrien sich versammelnde, ottomanische Streitmacht mußte von den englischen und französischen Wühlereien leicht eine Gefährdung ihrer rückwärtigen Verbindungen gewärtigen, zumal die seindliche Propaganda wie allerwärts, so auch hier, die leicht beeinflußte Bevölkerung über die Erfolge der einleitenden Operationen gegen die Sinaihalbinsel im Dunkeln hielt und irreführte. Diemal Pascha spricht direkt von dem englischen Vertuschungesystem und bedroht die Verbreiter falscher Nachrichten in der syrischen Bevölkerung mit den schwersten Strafen. So ergibt sich ein weit klareres Bild von den Hindernissen des türkischen Vorstoßes gegen das Nilland. Da der gesamte Kriegszug über die wegund wasserlose Sinaihalbinsel unter deutscher Beeatung durchgeführt worden ist, so erkennt man auch die Sorgfalt, mit der verfahren sein mag, Heute sind die hunderte Kilometer langen Steppenstraßen durch die Halbinsel fertiggestellt und auf deutsche Art gesichert. Die gewaltsamen Erkundungen gegen das östliche Kanalgebiet haben Stärke und Stellungen der Briten ermittelt; die Entscheidungsschlacht steht bevor. Und„die Gebete, die jetzt an der Westseite des Nils zum Himmel steigen und bald auch in Kairo gesprochen werden“, finden bei den Verbündeten des Sultang lebhafteren Widerhall. —— Die verlorene Parlie des Oreiverbandes. Täuschen nicht alle Zeichen, schreiben die„Neuen Züricher Nachrichten“, so hat trotz gegenteiligen Versicherungen die Kriegslage ihre Höhe bereits überschritten. Der Dreiverband steht vor einer verlorenen Partie. Drei Dinge kennzeichnen die Lage: das völlige Versagen der neuen französischen Offensive zwischen Maas und Mosel, der Zusammenbruch der verzweifelten russischen KarpathenOffensive und die vorläufige Einstellung der Versuche, die Dardanellen zu forcieren. Wohin man auf der Seite des Dreiverbandes blicken mag, gibt es keine Aussichten, die militärischen Mängel auszugleichen. Der eine hofft auf den anderen, dieser andere ist außerstande, die Hoffnungen zu erfüllen. Die maritime Lage ist für England kein Haar günstiger, als seit Monaten. Wirtschaftlich sind die Zentralmächte ein nicht zu erschütternder„rocher de bronce“, während vom Dreiverband nur England noch wirtschaftlich kraftvoll dasteht. Die moralischen Kräfte Deutschlands und Oesterreichs haben eine Steigerung erfahren, Frankreich und land zeigen Symptome des Zerfalls. Von einem Sieg des Dreiverbandes ist im Ernst nicht mehr zu reden. Es handelt sich nur noch um die Schwere der schließlichen Riederlage.4 Eine Protestversammlung gegen Wison. wtb London, 19. April.(Nichtamtlich.) Die „Morningpost“ meldet aus Washington: Auf Veranlassung der 300 Mitglieder zählenden Zentrale der Gewerkschaften hat gestern in Neuyork eine von 3000 Männern und Frauen besuchte Versammlung stattgesunden, in welcher die Angestellten der Fabriken für Kriegsbedarf zur Arbeitseinstellung aufgefordert wurden, um die Lieferung von Waffen und Munition an die Kriegführenden zu verhindern. Präsident Wilson wurde heftig angegriffen, weil er keinen Kongreß der neutralen Staaten einberufen hätte, um die Lieferung von Waffen, Munition und Lebensmitteln an die Kriegführenden zu verhindern. —.— Der Krieg gegen Frankreich. Deutsche Fliegertaten in Frankreich. Paris, 19. April. Nach Meldungen aus Chalons sur Marne ist nauerdings eine deutsche Taube über Saint Menehould erschienen und hat auf die Stadt und ihre Umgebung Bomben geschleudert. Der deutsche Flieger wurde beschossen und von französischen Fliegern verfolgt. Es gelang ihm jedoch, ohne Schaden zu enkommen. Nach Blättermeldungen aus der Front sind von neuem deutsche Flieger über Nancy, Pont=a=Mousson und Luneville erschienen. Ueberall wurden Bomben geschleudert, die teils schwere Verluste an Menschenleben, sowie beträchtlichen Material= schaden venursachten. Auch Calais, sowie die englischen Stellungen hinter Neuve Chapelle wurden abermals von deutschen Fliegern ausgiebig mit Bomben belegt. tu Paris, 19. April. Der„Petit Parisien“ meldet, daß zwei deutsche Flugzeuge über dem Fort Commercy kreuzten. Sie warfen zehn Bomben ab. Erfolge deutscher Flieger im Wasgenwald. tu Kopenhagen, 19. April. Zwei deutsche Flieger belegten am Sonnabend mehrere französische Ortschaften im Wasgenwald mit Bomben und richteten bedeutenden Sachschaden an. Die Franzosen eröffneten ein heftiges Geschützfauer gegen die Flieger, die indessen die deutschen Linien unverletzt wieder erreichten. Der Krieg gegen Schließung weiterer englischer Häfen. tu London, 18. April. Die offizielle„London Gazette“ bringt die Mitteilung, daß binnen kurzem weitere 21 englische Häfen und Anlegeplätze vollständig für den Schifsahrtsverkehr gesperrt sein werden. Hierunter befindet sich Barrow, Belfast, Dover, Falmouth, Newhaon, Plymouth, Portland, Portsmouth, Queenstown, Hartlepool, Harwich, Jersey und andere. Außerdem die Flußzmündungen des Humber, Mersey, Tay, Tees, Themse und Tyne und schließlich noch die Häfen Gibraltar und Malta. Ferner werden verschiedene Häfen in Kanada, im indischen Ozean, in China, Afrika, Australien, Tasmanien, Neuseeland und Westindien geschlossen werden. Die Munitionssorgen der Engländer. Den„Times“ zufolge nahm der mit den weitest“ gehenden Vollmachten ausgestattete Ausschuß für Munitionswesen am Donnerstag seine Tätigkeit auf. Vorsitzender ist bekanntlich Lloyd George; das Schatzamt, die Admiralität, das Kriegsministerium und das Handelsamt sind in dem Ausschuß vertreten. Wie die„Times“ mitteilen, halten die Leiter der Munitionsfabriken zu Sheffield vorläusig mit ihrem Urteil über den möglichen Nutzen der Anordirungen des Ausschusses zurück. Vielfach betont man, daß eine Steigerung der englischen Munitionsherstellung kaum möglich erscheint, da Tag und Nacht gearbeitet wird und die Mehrzahl der Arbeiter siebzig Stunden und mehr in der Woche tätig waren:„Daily News“ zufolge verlautet gerüchtweise in englischen Regienungskreisen, daß der neue Ausschuß beabsichtige, aus dem englischen Heer alle früheren Arbeiter in Munitionsabriken, Metalldreher usw. zu beurlauben und erneut beim Heimatsdienst in den Geschützfabriken anzustellen. Die Zahl der betreffenden Arbeiter chätze man auf 6000 bis 8000. Der allgemeine Geschäftsverband des Bezirks Leeds beschloß, der Regierung 500 geübte Metallarbeiter zur Verfügung zu stellen. Bewaffnung der Handelsschiffe. Die Bewaffnung englischer Handelsdampfer wird, wie der Marineberichterstatter der„Morningpost“ schreibt, immer wieder von vielen Seiten angeregt. Ein Artillerieoffizier meint, man solle die ausrangierten 12= und 13=pfündigen Feldgeschütze, welche zu vielen Hunderten in den Arsenalen herumlägen, verwenden, wodurch eine Verzögerung in der Beschaffung neuer Geschütze vermieden würde. Ein intelligenter Schiffsoffizier könne die Handhabung in ein paar Tagen erlernen und dann eine Geschützbedienungsmannschaft ausbilden. Es muß aber noch ein anderer Punkt erwogen werden. Wenn ein deutsches U=Boot weiß, daß das anzugreifende Handelsschiff unbewaffnet ist, kommt es manchmal an die Oberfläche und gibt der Mannschaft Gelegenheit zur Rettung. Wenn aber die meisten Handelsschiffe bewaffnet sind, würde der Feind es sich zur Regel machen, im untergetauchten Lustande anzugreifen, und ein Geschütz ist einem unsichtbaren Feinde gegenüber machtlos. Die Wahl sollte dem Kapitän des Handels chiffes überlassen sein. Wenn Geschütze verfügbar sind, sollte man sie ihm auf Wunsch überlassen. Es ist bemerkenswert, daß alle Seeleute, einschließlich der Admirale, welche ihre Ansichten über die Frage veröffentlicht haben, die Bewaffnung der Handelsschiffe befürworten. Zu dem Zeppelinangriff auf England. tu Haag, 19. April. Nach den„Times“ wurden die Zeppeline zuerst kurz nach Mitternacht in Southwold(südlich Lowestoft) an der Nordsee gesehen. Das erste Luftschiff machte eine Rundfahrt und warf 23 Brandgeschosse und zwei Sprengkörper ab. Das Ziel war offenbar Henhamhall, ein Landgut, einige Meilen von Southwold entfernt, wo eine Anzahl in dieser Woche in England eingetroffener verbündeter Soldaten gepflegt werden. Der größte Teil der Geschosse fiel aber in einer Entfernung von 100 bis 200 Metern davon nieder. Es wurde kein Schaden angerichtet. In Lowestoft war der Angriff erfolgreicher. Es wurden die hinteren Giebel zahlreicher Häuser in Denmarkroad zerstört. Der einzige Verlust an Lebewesen bestand jedoch in drei Pferden, zwei Hühnern und einem Sperling(!) Ein Mann, dessen Haus beschädigt wurde, erklärte mit verstörter Miene: „Ich habe seit 19 Jahren in diesem Hause gelebt, aber bisher hat keiner mir einen derartigen Schabernack gespielt". Man glaubt, daß der Angriff auf Henhamhall auf einen Irrtum zurückzuführen war und die Luftschiffer den Ort für Lowestoft ansahen. In Halden traf ein Geschoß die Wohrung des Postdirektors. Ein Teil des Gebäudes wurde zerstört. Die Bewohner schliefen und wurden nicht verletzt. Hier wurde, einem Polizeibericht zufolge, eine alte Henne getötet. Entder Ansicht des größten Teiles der englischen Presse meint die„Times“, daß den jüngsten deutschen Lustschiffangriffen gegen England eine gewisse militärische Bedeutung beizumessen ist.„U. a. lieferten sie den Beweis dafür, daß Dautschland von jetzt an auf dem westlichen Kriegsschauplatz mit einer größeren Aktivität auftreten wolle, als bisher. Die„Times“ erkennt auch die Möglichkeit an, daß die deutschen Zeppeline bei günstiger Witterung England in größerer Anzahl erreichen können. Verhaftung der Deutschen in Tsingtau. Die letzten in Europa eingetroffenen Nummern des Ostasiatischen Lloyd melden, daß in Tsingtau von den Japanern zahlreiche Verhaftungen von Deutschen vorgenommen worden sind, wovon zum Teil auch die zurückgebliebenen deutschen Beamten betroffen wurden. Die dem Landsturm angehörigen Männer der Stadt sind ohne Ausnahme gefangen gesetzt worden. Die Verhaftung erfolgte unmittelbar nach der Rückkehr des japanischen Generals Kamio aus Tokio, so daß die Vermutung vorliegt, daß der Befehl von der japanischen Regierung ausgegangen ist. Insgesamt wurden 170 Deutsche gefangen genommen und in Wellblechbaracken unter militärischer Bewachung untergebracht. Der Krieg gegen Rubland. Die Erfolge der Karpathenschlacht. Der Kriegsberichterstatter der„B. Z.“ sbizziert das Ergebnis, daß die Karpathenschlacht für die beiden Gegner hatte, wie folgt: Im Duklagebiet und bei Cisma hat sich die Front der Russen um weniges vorgeschoben. Sonst hat sich unsere Linie überall behauptet, östlich des Uzsoker Passes sogar wesentlich nach vorn bewegt. Das ist das Ergebnis des Generalangrifses, für den so ungeheure Kräfte eingesetzt wurden. Nicht um einen Schritt hat sich die russische Heeresleitung ihrem Ziele genähert, für das sie alles in die Wagschale warf. Aber ihre stolze Karpathenarmee ist gebrochen. Unübersehbar, ungehauer sind ihre Verluste. Zuverlässige Nachrichten besagen, daß in den russischen Militärkreisen tiefste Bestürzung und Niedergeschlagenheit über die ihnen bekannt gewordenen Verluste herrscht. Berge von Leichen türmen sich vor den Stellungen, und entsetzlich ist der Leichengeruch, der nicht weichen will. Man greift nicht zu hoch, wenn man die ungeheure Einbuße der Russen an Toten, Verwundeten, Kranken und Gefangenen aus der Karpathenschlacht auf mindestens eine halbe Million beziffert. Aber nicht nur die Verluste fallen ins Gewicht, wenn man das Ergebnis des bisherigen Ausganges der Karpathen= kämpfe fixieren will. Auch eine große Erschöpfung ist auf russischer Seite eingetreten, die sich erst in den kommenden Kämpfen in ihren Konsequenzen erweisen wird. Man braucht kein Optimist zu sein, um aus Grund dieser Tatsachen die Karpathenschlacht ähnlich wie die Winterschlacht in der Champagne für die deutsche Armee als einen großen Erfolg unserer Waffen zu bezeichnen. Unter den ungünstigsten Verhältnissen haben die Truppen der Monarchie im Verein mit ihren Verbündeten einem wie eine Sturzwelle hereinbrechenden Ansturm standgehalten, wie ihn die Kriegsgeschichte wohl selten sah. Sie haben gewaltigen Massen im schwierigsten Terrain erfolgreich Halt geboten und sie in einer Weise dezimiert und geschwächt, die bedeutende Folgen nach sich ziehen kann. Die Ausgabe, die dieser Krieg dem österreichisch=ungarischen Heere gestellt hat, hat es vielfach in die Defensive verwiesen. Nicht immer trat bei dieser Art des Kampfes äußerlich klar genug hervor, wie tüchtig und heldenhaft und mit welch moralischer Kraft sich diese schönen Truppen schlagen. Wo die brutale Macht der Zahl und die Ungunst der Verhältnisse manchmal ein Zurückgehen nötig machten, sahen Pessimisten bedeutende Mißerfolge. Auch der in den Karpathenkämpfen aufgegebene schmale Streifen mag mancherorts Anlaß zu falscher Beurteilung der Sachlage gegeben haben, aber die Entscheidung einer Schlacht wie der Karpathenschlacht hängt von tieser wurzelnden Faktoren, als solch winzigen Geländeverlusten ab und deshalb darf man ruhig sagen: Der Erfolg des zu Ende gegangenen gewaltigen Abschnittes des Karpathenkrieges gehört der österreschischtungarischen Armee. Züchtigung des russischen Militärattachees in Athen. bb Wien, 19. April.„Az Est“ meldet aus Bukarest: Nach Athener Meldungen äußerte sich gestern der russische Militärattachee Lubanow vor einem großen Publikum und in Anwesenheit zahlreicher Offiziere in beleidigendem Tone gegen König Konstantin, dem es die Krone kosten werde, daß er Venizelos entlassen habe.“ Ein durch den Vorfall empörter griechischer Offizier schritt auf Lubanow zu und ohrfeigte ihn. Da auch das Publikum eine drohende Haltung einnahm, flüchtete der Militärattachee. Der Hampf um die Dardanellen. Auch Mytilene Operationsbasis der Verbündeten. bb Wien, 19. April. Nach der„Politischen Korrespondenz" berichten aus Mytilene in Saloniki eingetroffene Reisende, daß die Engländer Anstalten treffen, um auch die Insel Mytilene als Operationsbasis gegen die Dardanellen zu besetzen. Die englische Militärbehörde hat sich der dortigen Telegraphenämter bemächtigt und übt strengste Zensur aus. 35000 europäische Truppen auf Lemnos gelandet. bb Rom, 19. April. Die„Tribuna“ erfährt, daß in Lemnos 35000 europäische Truppen gelandet sind, die zur Operation gegen die Dardauellen bestimmt sind. Englische Verluste vor den Dardanellen. wtb Konstantinopel, 18. April. Das Hauptquartier teilt mit: Gestern nachmittag wurde ein seindliches Wasserflugzeug über dem Golf von Saros von unserem Feuer beschädigt. Es fiel von Sazli Liman ins Meer. Ein zweites Wasserflugzeug, das sich aufs Meer niederließ, um das erste zu bergen, wurde durch unser Feuer zum Sinken gebracht. Das englische Panzerschiff„Lord Nelson“ und ein Wasserflugzeug=Mutterschiff, die sich näherten, wurden von Granaten getroffen. Die „Nelson“ zog sich zurück. Das Wasserflugzeug=Mutterschiff, das das beschädigte Wasserflugzeug schleppte, zog sich ebenfalls zurück. Das englische Unterseeboot„E 15“ wurde in der Meerenge der Dardanellen, östlich von Karanlik Liman, zum Sinlen gebracht. Von der aus 31 Mann bestehenden Besatzung wurden 3 Offiziere und 21 Soldaten gerettet und gefangen genommen. Darunter befindet sich der frühere englische Vizekonsul in den Dardanellen. Von den übrigen Kriegsschauplätzen ist nichts zu melden. Die bisherigen Verluste der Verbündeten vor den Dardanellen sind allerdings tatsächlich sehr trauriger Natur. Es konnten bisher folgende Verluste unter Namensfestgestellt werden: Englische nennung zweiselsfrei Krauenliede. Roman von Clara Aulepp=Stübs. 8 „Sie träumten wohl, ja?“ Es sollte schelmisch klingen, aber es lag wohl mehr im Tou, denn Giovanni schüttelte den Kopf, sagte etwas unverbindlich:„Lassen Sie das lieber! Tränme sind Schäume.“ „Ach, was Sie davon verstehen,“ gab sie mit reizendem Schmollmänichen zurück. blitzten die schwarzen Augen sie an.„Fürwahr, ich bin ein Mann der Tat, gebe mich nicht mit bloßen Träumen ab!“ Giovanni amüsierte sich kostbar über das empörte Gesichtchen dieser allerliebsten kleinen Ria. Er konnte es nun einmal nicht lassen, ein wenig den Schwerenöter des Salons zu spielen; in aller Harmlosigkeit, gewiß, ja, nur um dann und wann einmal ein solch erschrockenes Gesichtchen zu sehen. Er wußte nur zu gut, diese jungen Damen, die nie die rauhen Wirklichkeiten des Lebens kennen gelernt, die alles nur hören und sehen durften, was Eltern und Erzieher für gut befanden, in deren Gesichtskreis nie ein Mann trat, der nicht auch gesellschaftlich und als Partie passend gefunden wäre, die träumten nur von einem Verlobungskuß unter Familienaussicht. Sie hegten von ihrem eigenen Wert die unglaublichsten Vorstellungen, doch er hatte keine Lust, dieselben anzuerkennen, oder vielleicht gar kniefällig um ihre Gunst zu bitten. Er wußte ganz genau, warum Mand so zornig war, ab— er war ihrem Vater vielleicht ein recht willkommener Schwiegersohn. Man erzählte sich da so allerhand von Geschäftskrisen der Merteusschen Werke. Die zahlreichen Streiks— man kannte das ja— Verluste überall! Das Spiel war zu Ende. Der Diener sammelte die Bälle ein und nahm die Schläger in Empfang. Die Gesellschaft wandte sich langsam dem Hause zu. Wo Mand nur bleibt? Käthe von der Wenge ließ ihren Blick suchend zwischen den Bäumen hindurchschweifen. „Keine Angst, gnädiges Fräulein, werde einmal nachsehen. Deu runden Strohhut schwenkend, eilte Giovanni von dannen. Der Marmorkies knirschte nur menig unter den Gummisohlen seinerTennisschuhe; fast lautlos schritt er dahin. Von der Schönheit der weitläufigen Gartenanlage überrascht, blieb er zuweilen einen Augenblick vor einer besonders schönen Palmengruppe oder einem kunstvollen Teppichbeet stehen, schaute sich dann aber wieder eifrig nach Mand um. Ersah sie nirgends, entdeckte aber das Borkenhäuschen und ging nun auch direkt auf dasselbe zu in dem instinktiven Gefühl: dort wird sie sein. Endlich stand er auf der Anhöhe am Borkenhäuschen. Und ganz mechanisch hielt Giovanni den roten Vorhang fest, schob ihn zurück und sah nnn dahinter ein junges Mädchen mit schmerzvoller Sehnsucht im Blick im Sessel lehnen. „Mand!“ Hatte er den Namen gerufen, er wutzte es nicht; er sah jetzt nur in der roten flimmernden Beleuchtung eine helle Gestalt auf sich zufliegen, fühlte zwei weiche Armeum seinen Nacken sich schlingen, zwei brennende Lippen auf den seinen glühen. Es warnur ein Moment; da bog er auch schon den Kopf zurück, löste sauft die Arme von seinem Hals und sprach erschrocken auf sie eine„Fräulein Mertens fassen Sie sich! Was haben Sie, was ist?“ Da fuhr sie jäh auf, taumelte zurück griff tastend, einen Halt suchend, um sich und klammerte sich mit beiden Händen am Pfosteu des Eingangsfest. Fassungslos, wie irre an sich selbst, stammelte sie: „Du. o Du—!“ Mit weit geöffneten, hilflosen Augen starrte sie ihn an. Ihr Autlitz sah geisterhaft bleich aus. Er wollte auf sie zutreten, sie beruhigen; da ließ sie den Pfosten los und floh mit einem erschütternden Aufweinen wie gehetzt in den Dämmerschein des Gartens hinein. Der rote Vorhang flatterte auf; das Abendrot wurde blasser, farblose, dumile Wolken zogen darüber hin. Liebe ist Leid! 4. Kapitel. Vier Wochen waren seit jenem Hochsommerabend vergangen; Lotti dünkten es fast ebenso viele Monate. Auf der Vorderfront des Geschäftshauses brütete täglich stundenlang die heiße, erbarmungslose Augustsonne. Kein Baum, kein Blättergewirr fing ihre Strahlen auf, dämpfte und milderte die blendende Helle. Die gelben Vorhänge konnten den ganzen Tag nicht zurückgezogen werden; man arbeitete hinter deuselben im rastlosen Frondienst, hastenden Erwerbsdurst, drohender Konkurrenzgefahr unentwegt weiter. Wie still es in den Kontorräumen war! Hin und wieder ein leises Rauschen beim Umwenden der Blätter, ein paar Worte, mit gedämpfter Stimme gesprochen, ein Knirschen der Federn, auch zuweilen ein unterdrückter Seufzer der jüngeren Herren, welche die drückende Hitze fast noch mehr zu empfinden schienen als die alteren, die im eintönigen Gang des Alltagslebens sich eine gewisse Gelassenheit angewöhnt hatten und die Dinge nahmen, wie sie kamen, sich ohne viele Seufzer und Klagen hineinschickten. Ob draußen Regen oder Sonnenschein, was kümmerte das siek In diesen Räumen war der Kurszettel das Barometer, zeigte er das Wetter an, das für das Wohl und Wehe maßgebend war. Die Verbindungstür zwischen dem Hauptkontor und dem kleineren, in dem Lotti arbeitete, war weit geöffnet. Der Bureanvorsteher hatte es der Kontrolle wegen so angeordnet. Lotti war dies gar nicht recht, denn sie bemerkte sehr gut, wie gern die jüngeren Herren hinüberschauten. Das störte sie, besonders als die Zeiger der Uhr immer weiter vorrückten und Giovanni Arnheims Platz wieder leer blieb. Sie meinte zu bemerken, wie man sich drüben gegenseitig darauf aufmerksam machte, mit vielsagendem Achselzucken und hochgezogenen Augenbrauen bedenklich den Kopf schüttelte. O, wie unerträglich das war. Lotti empfand es immer wie eine körperliche Pein. Dazu gesellte sich die Angst. Seit Wochen hatte Giovanni sein unstetes Leben wieder ausgenommen, sich in einen Wirbel von Zerstreuungen gestürzt, die als Reizmittel dienen und ihm die Widerwärtigkeiten und Qualen des aufgezwungenen Berufes vergessen machen sollten. Er war zwar sonst noch regelmäßig an seinem Platz im Kontor erschienen, aber jetzt, seit zwei Tagen, ließ er sich nicht blicken. Der Bankier und seine Gemahlin kehrten erst des Abends von ihrer Badereise zurück, einen Dienstboten wollte Lotti nicht nach dem jungen Herrn fragen, Herrn Koch, den Bureauvorsteher, aber erst recht nicht, und so stand sie denn mit ihrer Herzensangst allein, machtlos dem vielleicht sehr traurigen Verhäugnis gegenüber, das über des jungen Mannes Haupt schwebte und seine dunklen Fittiche tiefer und tiefer senkte. „Es liegt ein Gewitter in der Luft,“ hörte sie von drüben einen der Herren sagen, der ein Feuster geöffnet hatte und prüfend den Oberkörper hinausbeugte. „Es scheint so, aber vor Abends geht es schwerlich los,“ erwiderte ein anderer. Lottis Atem ging schwer. Trotz der Hitze lief ein leichtes Frösteln ihr den Rücken hinunter. Mit unruhigem Schlag, bald rasend schnell, bald wieder aussetzend, in bangem Horchen auf Giovannis Schritt, klopfte ihr das Herz. 219,16 Schifse: 2 Kreuzer gesunken, 11 schwer beschädigt; Französische Schiffe: 1 Kreuzer, 1 Torpedojäger, 2 Wasserflugzeuge gesunken, Nationalität noch nicht festgestellt: 1 Torpedoboot, 3 Minensucher, 1 Transportschiff. Im ganzen sind demnach bis jetzt 25 feindliche Kriegsschiffe vor den Dardanellen außer Gesecht gesetzt worden, nund schon wieder kommen neue Verluste zum Vorschein. Beim letzten Angriff auf die Dardamellen, der nach langer Pause wieder ausgenommen worden ist, verursachten die Treffer der türkischen Batterien an Bord eines englischen Panzerschiffes der„Triumph“=Klasse eine schwere Explosion, die zur Folge hatte, daß das Schiff sich mit Hilse zahlreicher kleiner Schiffe nach Tenedos zurückziehen mußte. Zur Triuumph= Klasse gehört außer dem Linienschiff„Triumph“, das bereits bei einem früheren Angriffe auf die Dardanellen beschädigt wurde, das Linienschiff „Swiftfure“, so daß es sich wahrscheinlich um dieses handeln wird. Der heinge Die Senussi auf dem Marsche gegen Aegypten. tu Rom, 18. April. Die Senussi haben den Kampf gegen England ausgenommen. Der Großscheich des Ordens hat unter die arabischen Stämme Oberägyptens und der Zyrenaika Aufruse verbreiten lassen, die den Beginn des offenen Krieges gegen die englische Herrschaft in Aegypten und dem Sudan ankündigen. Es heißt darin u. a.: Unsere Brüder in Marokko bereiten sich vor, gegen die Franzosen einen furchtbaren Schlag zu führen. Gleichzeitig mit den Marokkanern werden wir gegen die Engländer zur Befreiung Aegyptens zu Felde ziehen. Wir müssen die Engländer aus Aegypten und dem Sudan verjagen. Zugleich wird den Stämmen der Zyrenaika zur Pflicht gemacht, die Feindseligkeiten gegen Italien einzustellen. Casablanca erobert. tu Nürnberg, 18. April. Der„Nürnberger Zeitung“ wird aus Genf gedrahtet: Nach einer Meldung des„Journal“ aus Rabat ist die Stadt Casablanca am 6. April von Marokkanern nach kurzem Kampfe erobert worden. Wachsende Gärung in Indien. Wien, 19. April. Das„Deutsche Volksblatt“ meldet aus Konstantinopel: Ueber Persien eingetroffene Meldungen besagen, daß die revolutionäre Bewegung in Indien zunimmt und die Regierung zu besonderen Maßregeln zwingt. Viele Hunderte von Personen, danunter die Mehrzahl aus der Intelligenz, wurden in den letzten Wochen wegen hochverräterischer Umtriebe verhaftet, in Lahore allein über 200. Die strengste Ueberwachung aller Privatkorrespondenz verhindere Mitteilungen über die tatsächlichen Vorgänge, die einer Krise zutreiben. Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 19. April. **(Unsere Kafseeversorgung.) Obwohl uns England mit dem 11. d. M. auch die Zufuhr von Koffee abgeschnitten hat, so liegt doch kein Grund zu irgendwelcher Beunruhigung vor. Unser gesamter Heeresbedarf an Kaffee ist kurch die behördliche Beschlagnahme der großen in Antwerpen aufgefundenen Vorräte auf länger als ein Jahr gedeckt. Der private Verbrauch wird mit den Vorräten, die der Handel noch beziehen kann, und zuzüglich der noch in Hamburg lagernden Reste des zurückgehalten gewesenen brasilianischen Kaffees drei bis vier Monate mindestens reichen können. Preissteigerungen im Kleinhandel werden allerdings bis dahin, da der Großhandel schon seit längerer Zeit mit erhöhten Preisen zu rechnen hat, nicht zu vermeiden sein. Kaffee ist jedoch kein Nahrungsmittel, schlimmstenfalls kann auf ihn verzichtet, auch kann er durch andere Genußmittel ersetzt werden. Wenn Tee auch an sich teurer ist, als Kaffee, so gleicht er doch durch größere Ausgiebigkeit den Preisunterschied sast aus. Bezüglich der Teeversorgung sind aber laut„Voss. Ztg.“ nach dem jetzigen Stande der Dinge die Aussichten weit besser, als beim Kaffee. **(Ausnahmetarif für Saatgut.) Mit sofortiger Cültigkeit wird auf den Strecken fast aller norddeutschen Staats= und Privatbahnen u. a. ein Ausnahmetarif eingeführt, durch den Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Spelz und Hülsenfrüchte als Saatgut bei Aufgabe als Frachtgut zu den Sätzen des Spezialtarifs für bestimmte Stückgüter für das halbe wirkliche Gewicht, ebenso Gemüsesamen, Kleesamen und Grassamen für das volle Gewicht eilgutmäßig— mit Personen= und Güterzügen befördert werden.— Der Ausnahmetarif gilt nur bis zum 30. April d. J. **(Der Westfälische Kriegerverband) läßt seinen diesjährigen, nach Wattenscheid einberufenen Abgeordnetentag aussallen. **(Arbeitsnachweise.) Den unausgesetzten Bemühungen des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise ist es nunmehr gelungen, das ganze dautsche Reich mit einem Netze von Arbeitsnachweisverbänden zu umziehen, welche die Grundlage für den Ausbau der öffentlichen Arbeitsnachweise bilden. In den letzten Monaten sind die Arbeitsnachweisverbände für Westpreußen, die beiden Mecklenburg und die Hansastädte begründet worden. In den Arbeitsnachweisverbänden sind alle beteiligten Behörden und Körperschaften vertreten. Von besonderer Bedeutung wird die Organisation für die großen Aufgaben sein, die an die Arbeitsvermittelung nach Friedensschluß herantreten. Am 24. April findet in Berlin eine Versammlung aller deutschen Arbeitsnachweisverbände statt, in der eine Reorganisation des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise auf Grund nauer Statuten beschlossen werden soll. **(Zur Warnung.) Wegen unbefugten Schnapsverkaufs wurden von der Dortmunder Straskammer ein Wirt aus Holzwickede und ein Wirt aus Hörde zu je 1 Woche Gefängnis verurteilt. **(Die Jugendwehren) des Kreises Hörde, darunter auch diejenige von Schwerte, unternahmen am gestrigen Sonntag unter sehr reger Beteiligung eine Uebungsfahrt nach Wesel und zur Besichtigung des Gefangenenlagers in Friedrichsfeld. Die Fahrt hat den jungen Leuten viele neue und schöne Eindrücke vermittelt. Gegen 10 Uhr traf die hiesige Kompagnie auf dem Bahnhof wieder ein und rückte mit klingendem Spiel in die Stadt zurück. **(Kranzniederlegung für Weddigen.) Am hiesigen Kriegerdenkmal wurde Samstag nachmittag von einer Klasse der höheren Mädchenschule, welche wiederholt Liebesgaben an den Helden Weddigen und seine tapfere Schar sandte und u. a. seinerzeit ein eigenhändiges Dankschreiben erhielt, ein hübscher selbstgewundener Kranz mit Schleife, die Widmung und Daten aus seinem Leben bezw. seiner Kriegstätigkeit enthält, niedergelegt und dadurch diesem Liebling des deutschen Volkes eine sinnige Ehrung bereitet. (Grüße aus dem Felde.) Geehrte Redaktion! Für die regelmäßige Zusendung Ihrer geschätzten Zeitung unsern besten Dank. Uns Schwerter Jungens geht es hier im Schützengraben vor der Festung L. im nördlichen Polen noch gut. Wir hoffen bald wieder dort zu sein. Jäger W. SchuulteTillmann, Jäger W. Künkler, Jäger Jos. Kathol, Fritz Wedekind. **(Evangelischer Arbeiter= und Bürgerverein.) In der gestrigen Monatsversammlung des evangelischen Arbeiter= und Bürgervereins hielt nach erfolgter Beitragszahlung Herr Lehrer Otten einen Vortrag über Sven Heddin und seine Reise zum westlichen Kriegsschauplatz unter Verlesung von Bruchstücken aus Sven Heddins Buch„Ein Volk in Waffen“, ein Buch, welches in jede deutsche Familie gehört und jeder Deutsche gelesen haben muß, da dieser schwedische Gelehrte auf Grund eigener Anschauung das deutsche Heer schildert, wie es in Wirklichkeit ist und damit dem feindlichen Ausland die Maske der Verleumdung vom Gesicht reißt. Auf Wunsch der Versammlung soll in der nächsten Versammlung am 16. Mai der Vortrag noch eine Fortsetzung erfahren. **(Wohltätigkeits= Konzert.) Am Sonntag, den 2. Mai, gibt der Ruhrtaler Sängerverein unter Mitwirkung der Konzertsängerin Frau Hinnenberg aus Köln ein Wohltätigkeits=Konzert am Freischütz. Der Ueberschuß der Veranstaltung soll den beiden hiesigen Krankenhäusern zufließen. ** Geisecke, 17. April.(Ungetreuer Arbeitskollege.) Der Maurer Franz Stich entwendete seinem Arbeitskollegen Karl Sendig aus seiner Wohnung Kleidungsstücke und Werkzeuge und verschwand damit. Der Polizei gelang es noch nicht, den flüchtigen Dieb zu fassen. ** Garenfeld, 17. April.(Sachbeschädlgung.) Gestern abend haben junge Burschen dem Landwirt Heinrich Vogt dadurch einen beträchtlichen Schaden zugefügt, daß sie an einer großen Weide desselben die Umzännung vollständig demolierten, abbrachen und fortschleppten. Das Tor der Umzäumung ist ebenfalls beschädigt und teilweise gestohlen. Die Polizei ist den Tätern auf der Spur. ** Sarenseld, 17. April.(Körpesverletzung.) Zu einer Schlägerei kam es gestern mittag in der Wirtschaft G. Der dort weilende Vater des Wirtes geriet mit seinem Sohne in einen Wertwechsel, in dessem Verlaufe der Vater den Sohn angriff und diesem 6—8 beträchtliche Kopfrunden beibrachte. Der Täter mußte gewaltsam entfernt werden, da er drohte, seinen Sohn und dessen Frau zu erschießen. ** Langschede, 17. April.(Das Eiserne Kreuz) war dem Musketier Fritz Höing zu Altendorf verliehen worden. Da der tapfere Krieger nun im Lazarett einer am 10. März erhaltenen Verwundung erlegen ist, hat die Kompagnie jetzt den Eltern des Dekorierten die Auszeichnung zugesandt. Niemand wird ohne ernste Sorge an der Tatsache vorübergehen können, daß unser Volk in der Frage seiner Ernährung eine schwere Prüfung durchzumachen hat. Es ist ein Trost, daß durch die staatliche und kommunale Verbrauchsregelung wenigstens die Sorge, bis zur nächsten Ernte nicht durchhalten zu können, von uns genommen ist. Aber eine Rüstung oder ein strategischer Plan, der geeignet ist, zum Ziele zu führen, enthebt noch nicht der Entbehrungen sund wie jene Entbehrungen getragen werden, das wieder kann den Erfolg der Strategie wesentlich mitbestimmen. Darum heißt es jetzt für alle: Nehmt die Entbehrung auf Euch, so gut Ihr könnt. Kriegszeiten sind Ausnahmezeiten. Und man bedenke: welche Entbehrungen diejenigen auf sich nehmen müssen, die in Schützengräben liegen, in tiefem Schnee oder Morast meilenweit ohne Unterbrechung marschieren müssen, in Unterseebooten oft mit schmalen Vorräten vorlieb zu nehmen haben und wie auch im Felde Angleichheiten nicht zu vermeiden sind, wie einzelne auf schwierigen, vorgeschobenen Posten ausharren und darben müssen, während es andere auf Etappen usw. besser haben. Soll man später nicht sagen dürfen: Wir haben das Wenige gern getragen! Wenn so die Brotenbehrung als das einzige bleibt, was, außer persönlichen Verlusten, den unbemittelten Klassen die sozialen Nöte des großen Weltkrieges in Erinnerung erhalten wird, gilt es dann nicht umsomehr dieses Opfer jetzt mit Stolz und Entsagung auf sich zu nehmen, koste es was es wolle? Verantwortlich für die Redaktion Friede. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Große Versteigerung. von herrschaftt. Mobilar, Gemälden. Kunstgegenständen, Antiquitäten elc zu Düsseldorf, Kaiserstraße 52, am Hofgarten. Donnersiog, 22. April,vorm. punki 10 Uhr beginnend werde ich in obigem Hause wegen Einberufung die nachbenannten fast neuen Gegenstände als: 1 hochelegante eich. Speisezimmer=Einrichtung, 1 hochelegante eich. Herrenzimmer=Einrichlung, 1 kompl. reich geschnißzte Saal=Einrichtung, 1 reich eingesegte SalonEinrichtung. kompl. Schlafzimmer=Einrichtung mit 3 für. Spiegelschrank, große Anzahl Schränke, Truhen, Truhenbänke und Standuhren in Barock, Renaissance. Empire und Nokoko, 1 prachlv. ausgestopfter Hirschkopf mit Geweih, Geweih und Wassensammlung, echte Perser Teppiche. Dekorationen, Kronleuchler,„Kamine, anlike Zinn=, Messing=, Kupfer= und Porzellansachen, Figuren, Broncen, Broncegruppen, Bronce= u Aarmorschreibzeuge, große Sammlung Oelgemälde u. a. Professor Hu o Mühlig, H Hermanns, Hartung, H. Böhmer, Nikulowski, Prosessor Volkers, Jacobsen. Kröner, Dirks. C. F. Deiher, Jul. Scheuerer, u. v. a. 1 kadelloses 12/26 P. S. AutoWbeeten Aogr gle r... 9 meistbietend gegen var verneigern. Die Sachen sind georaucht, aber alle gut erhalten. Besichtigung vor dem Termin. Der Verkauf findet bestimmt statt. Transport vermittelt auf Wunsch der Unterzeichnete unter Garantie. Gostfried Bollig, Auktionator, Düsseldorf. 1919 Heresbachstr. 10.— Telefon 1736. wird für sofort gesucht. Ernst Müller 1909 Ostenstr. 18. Zur Bedienung der Trinkhallen geeignele Krsrner. gesucht. 1920 9. Hesse, Hagenerstr. 13. Tung ainn! vorrälig. 1924 E. Homel. Schwerte Ein Gartenstuck an der Hohenzollernstraße zu verpachten. C. Schuhmacher Hörderstr Und soll ich einst beim Sieges-Einzug fehlen, so beneidet mir mein Los. Den Heldentod für das Vaterland starb unser guter Turnfreund, der Musketier Momrton-Sothont Im Inf.-Regt. Nr. 116, 6. Comp. Der Gefallene war lange Jahre ein eifriges Mitglied unseres Vereins. Durch seinen Fleiss und Opfersinn im Interesse der guten Sache, hat er sich die Freundschaft seiner Turnfreunde im hohen Masse erworben. Er wird als Held und Freund immerdar bei uns in Ehren bleiben. Bürenbruch, den 19. April 1915. Turnverein„Grune Eiche 1921 Bürenbruch. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen, sprechen wir unsern herzlichen Dank aus. 1911 Familie Klug. Westhofen i. W., 19. April 1915. Wegen Notschlachtung verkaufe von Dienstag morgen 8 Uhr an das Fleisch einer Kuß Pfund 69 Pig. Wwe. Schulie=Göppe 1916 Geisecke. Spiegelglasschelben-Verein Schwerte tNuhr) eingetr. Genossensch. mit-beschr. Haftpflicht. 1922 54. Dienstag, d. 20. d. Mis. findet wieder die in der Aula der Töchterschule stalt. Die Mitglieder werden gebeten, recht zahlreich zu erstatben. 3 bis 4 Zimmer(mit elektr. Licht) sofort zu vermieten. Karl Kuchheuser Ostbergersir 13 d. Progymnas. Metallbeiten Kalalogsrei Holzrohmenmatr., Kinderbetten Eilenmöbelfobrik. Sudl 1. Th, „„ empfiehlt 1924 E Techäus. Warmzuempfehlen istzuckers Patent- Medizinal- Seite gegen unreine Haut, Mitesser, Ponel Knötchen, Pusteln usw. SpazialArzt Dr. W.“ in drei Stärken à 60 Pfg., 1 00 Mk. u. 1.50 Mk. Dazu Zuckooh-Creme(à 30 und 75 Pfg. 2c. Bei C. Trog, Max Mehlhose, Drogerien. L Soll Gewinn- und Verlust-Conto. Haben Verlust-Vortrag Unkosten- Conto Schaden-Conto Die Mitgliederzahl betrug am 1. Januar 1914 Durch Aufkündigung resp. Tod schieden aus 61 8 55 Eine schöne (4 Zimmer, Keller) sofort oder später zu vermieten. 1910 Färber sen. von 8, 4, 5 u. 6 Zimmern zu vermieten 287 Baugeschäft, Königstraße. Neu aufgenommen wurde 1 Mithin Mitgliederbestand am 81. Dezember 1914.. 59 Diese haben 59 Anteile übernommen und beträgt daher die Haftsumme Mk. 1475.00. Das Geschäftguthaben der Mitglieder betrug am 31. Dez. 1914 Mk. 1475.00. Spiegelglasschelben-Verein Schwerte(Ruhr) eingetr. Genossensch. mit beschr. Haftpflicht. 1908 Friedr. Kayser. Eug. Lippmann. Frühe Juni Frühe Blaue Erstling (Blaue Rosen) Frühe Odenwälder Blaue(gelbfl., Ersatz für Blauaugen) Perle von Erfurt Paulsens Juli Kaiserkrone Rote Resen Frühe Königin offeriere in gesunder Ware billigst. Ebenso sind alle späteren Sorten Plianz-Kartolleln am Lager and verkaufe billigst. 1847 H. Müller, Bahnhofstr. 27. Tel. 190. trader Oriele Rähnr. rim., Abitur. Prosp. frei. Beizie Reuriehenl ArBemelt Kohfennen ### kauften wir in den letzten Tagen persönlich in Berlin besonders billig ein. Konfektion im großen Geschäft zu kaufen, ist für die erfahrenen Damen, welche Wert auf gute Figur, Schnitt und Sitz legen, immer ein erstes Prinzip. Die nach neuesten Modellen angefertigte Konfektion zu billigen Preisen ist eine Spezialität unseres Hauses. Das Welemel Neue Bluseh Besonders reiche Auswahl in weißen, farbigen und schwarzen Blusen Weiße Japon-Blusen 425 760 1275 bis 2230 Farbige seidene Blusen 878 1278 1578 bis 2930 Kariert seidene Blusen 878 975 1178 bis 2350 Crèpe de Chine-Blusen 2230 2530 2950 bis 3930 Elegante Voile-Blusen 3380 3980 4250 bis 5500 beherrscht die Frühjahrs- und Sommer-Mode! * n Von der Mode bevorzugt werden Blusen-Kosfüme mit modernen Sattel- und Glocken-Röcken Die beliebtesten Stoffarten und Farben Gind einfarbig Kammgarn, Cotelé, sowie Cover-coat u. schwarz-weiß karlert 2950 3350 3650 3950 4250 4450 4650 5500 Schneider-Jackenkleider Su Neue KSstulriScke Besonders reiche Auswahl in allen Preislagen und Größen, auch für stärkere Damen. Sattel-Röcke.... 5% 975 1480 bis 3950 Glocken-Röcke... 1078 1750 2230 bis 3680 Plissée-Röcke 1978 2550 3680 bis 4630 Frauen-Röcke 1278 1675 2580 bis 3380 Backfisch-Röcke 395 675 978 bis 1780 „aus Kssumgarn, Cotelé, Gabardine, Cover-coat-Stoffen, sowie schwarz-weiß karlert mit neuestem Rockschnitt 2550 2950 5950 4850 5500 5900 6500 7500 Elegante Schneider-Jackenkleider als vollständiger Ersatz für Maß-Anfertigung. Die Kleider eind besonders gut ausgearbeitet. Für tadellosen Sitz und Schnitt übernehmen wir bei Ablieferung jede Oarantie. Abtellung bletet auch große Auswahl in Extra-Weiten für stärkere Damen. 5500 6500 6850 7500 8.500 9500 10800 12500 1 "„ stcht hoch in der Gunst der Mode! [UTamtol Seiden-, Eolienne-, Moirée-, Mohair-Jacken und-Mäntel Et 1 IC1H1C1 676--F Ogh 565h.425 5500 v. 12500 Darkiehl-Fiale worin wir In Bezug auf Geschmack, Güte des Materials und Preiswürdigkeit ganz besonders Vortellhaftes zusammengestellt haben 675 950 1275 1550 1875 2150 e 2500 COVereoul 2 PalelOlS die große Mode. Halblange Formen in modefarbigen und grünlichenBekannte Fahrtvergütung bei Einkäufen von 20 Mark an. Beachten Sie bitte unsere Schaufenster! Iserlohn. Bekanntmachung. Das Prooiantamt Münster i. W. setzt den Ankauf von futterkrättigem Heu und gesundem Maschinenglattstroh zu den besseren Tagespreisen bis auf Weiteres fort. Kleeheu wird ebenfalls angenommen und entsprechend bewertei...... Juei Maaazin Ppünler und biDer Ankauf erfolgt siets frei uragazin Münster und die Zuführung des Naturals auf Gefahr des Verkäufers. Das auf der Wage des Proviantamtes Münster in Jeugengegenwart ermittelte Gewicht wird bezahlt. Bei Bahnsendungen vermittelt das genannte Amt die Abfuhr und bringt dem Verkäufer 2.20 Mh für die Tonne in Anrechnung. Zu jeder weiteren schriftlichen und mündlichen Auskunft ist das Proviantamt gern bereit. Sörde, den 16. April 1915. Der Königliche Landrat: 1918 F. B. ges Or Burchard, Rogserungs=Asellor. für Wurst, Schokolade und Zigarren geeignet sind vorrätigkin der Buchhandlung CARL BRAUS SCHWERTE(RUHR), Gr. Marktstrasse 3—5 Goldwaren und Schmucksachen Moderne Colllers, Medalllons, Anhänger in jeder Art, Damenringe und Herrenringe in den modernsten Formen. Broschen und Ohrgehänge, Armbänder, Kreuze, Vorstecknadeln, Damen- und Herren- Uhrketten in 10 verschiedenen Qualitäten, Brillant-Ringe,„Briliant-Bro: schen, Brillant-Ohrgehänge etc. Sehr grosse Auswahl! Billigste Preise A. Eick& Comp. Balkenstrasse 36—88 DORTMUND Balkenstrasse 86—88 beim Bezirks-Kommando. 4992 Unter Beziehung auf meine Bekanntmachung vom 6. Mär d. Is. fordere ich die Pferdehalter, die die zur Ernährung ihrer Pferde gesetzlich freigegebene Menge Haser weder in ihrem Besitze haben noch gehabt haben, sowie die Landwirke. die die zur Ackerbestellung erforderliche Menge Saathafer nicht besitze oder besessen haben, nochmals auf, ihren Bedarf bis spätestens zum 28 d. M. hier anzumelden..„, 94c Nach diesem Termine kann unter keinen Umständen noch Hafer verabfolgt werden. Zu anderen Zwecken. insbesondere in kleinen Mengen zum Besäen von Garlenland, um Grünsutter zu erhalten, kann Hafer nicht freigegeben werden. Ich mache darauf aufmerksam, daß die Anträge im ein zelnen geprüft werden, und daß im Falle der Beschaffanggg Haser auf Grund unrichtiger Angaben gemäß§ 7 der ratsbekanntmachung vom 13. Februar 1915 eine Bestrafung Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis### 10000 Mk. eintitt. 1917 Iserlohn, den 16. April 1915.. Der Vorsitzende des Kreisausschusses des Landhreises Iserlohn. Nauck, Geheimer Regierungs= und Landrat. 890 Landwirte düngt eure Kartoffeln nur mit Eihenderk's Veru-auane grunhernmarhe Es ist eine Tatsache, dass bei Anwendung von„Füllhornmarke“ sich die Knollen gleichmässiger ausbilden. sie vor Krankheit mehr geschützt bleiben, auch wohlschmeckender und mehlreicher werden, als bei Anwendung aller anderen Düngemittel. Lieder für den Kindergottesdienst * Preis 5 Pig. sind vorrätig in der Buchhandlung Carl Braus Schwerte(Ruhr), Gr. Marktstrasse 3—5 * K 99 * 8 5 5 2SSSGSSS S 85a BOCDBSSS TOos#gSS SSages SGo.EE S••995 * 10 Sran S S SaSagg ag ande 9 S 5 # S•g SSySs BPges Sgass. S S. 2 S SDaS IS 18 18 spielerin so an diesem Kostüm des Orients?„Ich die persische Kleidung so ideal," erklärte sie,„weil sie ganz einfach ist, weil sie dem Körper seine natürlichen Linien läßt und den Gliedern ihre Freiheit. gestattet.“ Was an diesen Ausführungen der Pariser Modedamen interessant ist, das ist die immer stärker hervortretende Tendenz zur Einfachheit, zur weiten, fließenden Form des Gewandes, in dem die Frau nicht ein Kunstwerk von Gnaden ihrer Schneiderin ist, sondern sie selbst durch den Rhythmus ihres Wesens Gestalt und Form verleiht. Mehr und mehr strebt man heraus aus dem engen Panzer der Konvention, in den die Mode die Frau immer wieder einschließt. Man sehnt sich nach der leichten frühlingshaften Grazie, in die die Antike die Schönen hüllte. Wenn freilich mit den Wünschen dieser Damen Ernst gemacht würde, wenn ihre Sehnsucht nach der Vergangenheit durch irgendein Zauberwort sich erfüllte, dann würde es ihnen vielleicht gehen wie dem Helden des Andersenschen Märchens von den Galoschen des Glücks, den das erlebte Ideal der Vergangenheit mit Schaudern und Entsetzen erfüllte... Aus unserm Von Laura Uincent. Allerlei süße Speisen. Schokoladenflammeri. In 3/4 Liter Milch kocht man ¼ Pfund Schokolade, 60 Gramm Kakao, 200 Gramm Zucker und eine Handvoll geriebene Mandeln und fügt dann 90 Gramm in ¼ Liter Milch verrührte Maizena hinzu, die noch einmal mit aufkochen muß. Nach einigem Abkühlen zieht man den Schnee der Eier unter die Masse, füllt diese in eine mit kaltem Wasser ausgespülte Form, stellt sie kalt und stürzt sie später. Zwiebackspeise. Für 20 Pfennig Zwieback wird in kleine Stückchen gebrochen und in eine gebutterte Form geschichtet. Dann verquirlt man ½ Liter Milch mit 3 Eiern, 90 Gramm Zucker, ½ Teelöffel Zimt, etwas abgeriebene Zitronenschale und gießt dies über den Zwieback. Dann bäckt man die Speise ¾ Stunden. Kalte Reisspeise mit Makronen. In 1 Liter Milch kocht man 135 Gramm Reis ziemlich weich. Nach dem Erkalten gibt man ein Weinglas voll Arrak dazu, löst 40 Gramm Gelatine in warmem Wasser auf und gießt sie erkaltet dazu, zuletzt mischt man ½ Liter Schlagsahne und 1 Lössel Zucker darunter. Nun füllt man die Masse in eine Form, drückt 375 Gramm in Stücke gebrochene Makronen hinein und stellt die Speise auf Eis oder an einen sehr kühlen Ort. Nach völligem Steifwerden wird die Speise gestürzt und mit Vanillesauce serviert. Käsepudding. 50 Gramm Butter werden schaumig gerührt, 250 Gramm Quark, 4 Eigelb, 50 Gramm Zucker, ½ Tasse süße Sahne, ½ Teelöffel Zimt, eine Prise Salz werden gut daruntergemischt, dann werden 60 Gramm geriebenes Brot, der Schnee der Eier und 2 Teelöffel Backpulver dazugegeben. Die Masse wird in die butterbestrichene Form gefüllt und im Wasserbad ¾ Stunden gekocht. Sechstassenpudding. 1 Tasse geriebenes Brot, 1 Tasse Mehl, 1 Tasse Milch, 1 Tasse Zucker, 1 Tasse Butter, 1 Tasse Eier(4), 1 Teelöffel Salz, etwas abgeriebene Zitronenschale, 1 Handvoll feingewiegte Mandeln, 2 Teelösfel Backpulver. Dies alles wird gut untereinandergemischt, in die gebutterte Form gefüllt und im Wasserbad 1½ Stunden gekocht. Man serviert ihn mit einer Fruchtsauce. Zitrenenpudding. 120 Gramm Butter, 150 Gramm Mehl, ¾/4 Liter Milch werden mit einer Prise Salz auf dem Feuer zu einem Kloß gerührt, der dann abkühlen muß. Inzwischen wird der Saft von 2 Zitronen mit der abgeriebenen Schale einer halben Zitrone, 5 Eigelb und 150 Gramm Zucker ½ Stunde gerührt und dann mit dem Kloß innig vermischt. Schließlich kommt der feste Schnee der Eier und 2 Teelöffel Backpulver unter die Masse, und der Pudding wird ¼ Stunden im Wasserbad gekocht. Orangenpudding. Dieser wird bereitet wie der obige, nur nimmt man anstatt 2 Zitronen 2 Orangen; die übrigen Zutaten sind dieselben. 9 Merkwürdige Theaterzettel des Wiener Burgtheaters. In diesen Tagen erschien ein interessanter Rückblick auf die Geschichte des Wiener Burgtheaters; und in einem Kapitel dieses interessanten Buches berichtet Hugo Thimig über merkwürdige Theaterzettel, die sich in den Archiven des Hoftheaters vorfanden. Von diesen Theaterzetteln, die ein originelles Bild der Zeit und ihrer Sitten und Gebräuche geben, seien einige der interessantesten hier wiedergegeben. Im Jahre 1776 wurde zum Beispiel dem Publikum auf dem Theaterzettel eines neuen Lustspiels mitgeteilt, daß eine Dame„in tiefer Trauer“ und ein Herr„in Pleureusen“ erscheinen würden. Ein Zettel aus dem Jahre 1806 macht darauf ausmerksam, daß Madame Rosse „Johannes Abschied von der Heimat aus des Herrn von Schiller Jungfrau von Orleans mit Begleitung der Harmonika detlamieren werde“. So etwas nannte man zu damaliger Zeit ein Ausstattungsstück. Damals war es auch noch üblich, daß Verluste, die das Publitum im Theater hatte, auf den Zeiteln der nächsten Tage zur Anzeige gebracht wurde. So findet man in jenen Zeiten ausführliche Beschreibungen rottarierter Parapluies, auf deren Wiedererlangen der Besitzer großen Wert legen würde. Ein anderer Zettel erfählt von einer„dreygehäusigen silbernen Uhr mit einer tompalenen Kette mit der Aufschrift„Brünn“. Ein Erlaß der Theater=Direttion legt den Besuchern nahe, das Mitbringen von Hunden und das„Kneipen“ der Damen zu unterlassen. Von den freudigen oder traurigen Ereignissen im Kaiserhause nehmen die Thealerzettel stels eingehend Notiz, so heißt es zum Beispiel in einem Zettel aus dem Jahre 1781„Angesetzt wegen höchst erfreulicher Nachricht über die glückliche Entbindung Ihrer Majestät der Königin von Frankreich mit einem Dauphin„Frey-Theater". Merkwurdig b.rühren auch die Zettel, auf denen das Auftreten von Seilschwingern und Luftspringern oder Eiertänzern angetündigt wird, während anderseits die Zettel wehmatige Erinnerungen wecken, auf denen zur Feier irgendeines DichterJubiläums die Koryphäen des Burgtheaters als Darsteller genannt werden. # Bumor. Der ungerechte Lehrer.„Warum kommst du denn heute so spät nach Hause?“ fragte die Mutter. „Ich mußte nachsitzen, weil ich Moskau nicht auf der Karte von Europa finden konnte," erwiderte Emil. „Nein, aber so etwas!“ empörte sich die Mutter.„Wie konntest du denn Moskau auf der Karte finden, wo doch jedermann weiß, daß es schon im Jahre 1812 abgebrannt ist! Es ist unerhört, daß ein Lehrer ein armes Kind so ungerecht behandeln darf!“ — Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 90. Montag, 19. April 1915. Art läßt nicht von Hrt. Roman von H. Hill. (16. Fortsetzung) er Freiherr nimmt sich nach meinem Geschmack viel zu viel heraus," fuhr der junge Graf zornig fort.„Spielt er sich nicht auf, als wäre es einzig und allein seine Sache, die Ermordung meines Vaters aufzuklären und zur Sühne zu bringen? Der Herr Senator aber steckt mit ihm unter einer Decke, und ich habe den Eindruck, daß einer den anderen gegen mich aufhetzt.“ „Ich bin überzeugt, daß der Herr Baron nicht daran denkt, sich in Ihre Angelegenheiten einzumischen — jetzt, nachdem Sie wieder imstande sind, sich ihrer selbst anzunehmen.“ „Er täte allerdings sehr wohl daran, es zu unterlassen. Und nun, Herr Justizrat, damit wir endlich zu einem greifbaren Ergebnis kommen: Sie werden dafür sorgen, daß das Testament sobald als möglich eröffnet wird, damit ich mein kleines Erbteil in die Hand bekomme. Da Sie das Vermögen bis jetzt verwaltet haben, werden Sie mir ja schon vorher eine genaue Aufstellung aller vorhandenen Werte machen können. Ich werde dadurch in die Lage versetzt werden, die nötigen Realisierungen in demselben Augenblick vorzunehmen, wo ich die formelle Berechtigung dazu erhalte.“ „Das heißt, Sie wünschen diese Realisierungen durch mich zu bewirken— nicht wahr? Ich habe einige sehr tüchtige, zuverlässige Börsenmakler an der Hand, und Ihr Herr Vater pflegte mir diese Geschäfte stets zu überlassen.“ „Was mein Vater getan hat, geht mich nichts an,“ erwiderte der Graf brüsk, um dann doch, als er die Wirkung seiner Worte sah, einlenkend hinzuzufügen. „Das soll selbstverständ ich kein Ausdruck des Mitztrauens gegen Sie sein; aber ich habe mir nun einmal vorgesetzt, meine Angelegenheiten selost zu bearbeiten und mein eigener Sachwalter und Bankier zu sein. Nehmen Sie an, daß es mir Spaß macht, und daß ich mich mit diesen Dingen befassen will, weil ich nichts Besseres zu tun habe.“ Der Justizrat hatte in seinem Beruf gelernt, die schwere Kunst der Selbstoeherrschung auch in kritischen Augenblicken zu üben, und so blieb seine Haltung vollkommen korrelt, obwohl es in seinem Innern durchaus nicht so ruhig aussehen mochte, wie auf seinem unbewegten Gesicht. „Ich verstehe vollkommen, Herr Graf— und ich werde nicht ermangeln, nach Ihren Wünschen zu verfahren. Die gewünschte Aufstellung soll in meiner (Nachdruck verboten.) Kanzlei sofort in Angriff genommen werden, und sie soll Ihnen sofort nach iyrer Fertigstellung zugehen.“ „Sehr wohl— ich rechne darauf, daß Sie sich beeilen werden. Dafür, daß Ihre Mühewaltung entsprechend honoriert wird, werden Sie schon selbst zu sorgen wissen. Und nun, da das Geschäftliche glücklich erledigt ist, darf ich Sie wohl einladen, eine Flasche Wein mit mir zu trinken. Ich spüre nach dem vielen Reden eine verdammte Trockenheit im Halse.“ So weit aber ging die Selbstüberwindung des alten Herrn doch nicht, daß er es über sich gewonnen hätte, eine solche Einladung anzunehmen. Er antwortete mit einer ebenso höflichen als bestimmten Ablehnung und bat um die Erlaubnis, sich zu verabschieden, da er den Wunsch habe, der Frau Gräfin seine Dienste zur Verfügung zu stellen, sofern sie geneigt sei, ihn zu empGungen..,..H4 Matagen einzumenhen Der Graf hatte nichts bagegen einzuwenven, aber mit einer ge vissen Hast setzte er hinzu: „Selbstverständlich werden Sie keinem Menschen ein Wort über das mitteilen, was hier zwischen uns verhandelt worden ist— der Gröfin ebensowenig wie meinem Onkel, dem Major Brandenfels. Es braucht niemand etwas davon zu wissen, daß ich den Wunsch habe, das Barvermögen so bald und so vollständig als möglich in die Hand zu bekommen. Es hat doch auch wohl niemand ein Recht, sich darum zu kümmern, wenn ich etwa die Absicht hätte, mir einen Rennstall einzurichten oder in Monte Carlo die Bank zu sprengen.“ Der Justizrat versicherte, daß Unterredungen, die er mit einem Klienten führe, stets vollster Verschwiegenheit gewiß sein dürften, und zog sich nunmehr rasch zurück, als fürchte er, daß das Benehmen dieses Erben ihn schließlich doch noch um seine Haltung bringen sonnte. Als er draußen aus dem Korrivor war, sprach er bei sich selbst:„ „Ich werde den Polizeirat oarauf aufmerksam machen, ob der Mörder des alten Grafen nicht vielleicht da drinnen zu suchen sei. Diesen brutalen Gesellen halte ich sehr wohl für fähig, seinen eigenen Vater umgebracht zu haben, nur um sich in den Besitz seines Vermögens zu bringen. Nie habe ich so viel Nichtswürdigkeit und Verworfenheit auf einem menschlichen Gesicht gelesen wie auf dem seinigen.“ Aber als er zwei Stunden später diesen Vorsatz wirklich ausführte und dem Polizeirat in dem Eisenbahnabteil erster Klasse, in dem sie gemeinschaftlich * die Rückfahrt nach der Hauptstadt machten, seine Eindrücke mitteilte, schüttelte der erfahrene Kriminalist den Kopf. „Ein fauler Bursche, das gebe ich Ihnen ohne weiteres zu; aber die Anzeichen weisen nach einer anderen Richtung hin. Er war, wie ich zweifelsfrei feststellen konnte, gestern so schwer betrunken, daß er die Tat nicht hätte ausführen können, selbst wenn er den besten Willen dazu gehabt hätte. Ich sprach mit dem Arzt, der ihn behandelt hat, und dessen Gutachten wohl keinen Zweifel zuläßt. Auch hatte ich eine längere Unterredung mit dem Freiherrn von Reckenburg, dessen Urteil für mich ebensoviel wiegt wie das meiner tüchtigsten Beamten. Auch er war anfänglich sehr geneigt gewesen, den jungen Grafen zu verdächtigen, aber er ist davon bald abgekommen zugunsten einer anderen Annahme, die nach meinem Dafürhalten manches für sich hat. Er wird die gefundene Spur gemeinsam mit den örtlichen Polizeiorganen weiter verfolgen, und ich habe Grund zu glauben, daß er zu einem Ziele gelangen wird. Es trifft sich sehr gut, daß von Reckenburg gerade jetzt im Schlosse war.“ „Ich fürchte aber, daß seines Bleibens dort nicht mehr lange sein wird,“ warf der Justizrat ingrimmig ein.„Die Außerungen des Herrn Grafen ließen keinen Zweifel darüber, daß er diesen unbequemen Vetter sobald als möglich loszuwerden wünscht.“ „Sagte er das?“ fragte der Polizeirat nachdenklich. „Nun, wir werden ja sehen, wie die Dinge laufen. Daran, daß der Freiherr ganz und gar das Feld räumen wird, ist wohl nicht zu denken. Und wenn er sich entschließt, statt im Schlosse im Dorfgasthof Wohnung zu nehmen, so wird damit den Zwecken der Untersuchung vielleicht sogar noch besser gedient sein.“ 12. Kapitel. Es ließ sich nicht leugnen, daß Mademoiselle Luise Leblanche ein recht reizvolles, weibliches Wesen war. Die gütige Natur hatte sie mit einer schlanken Taille, einem üppigen Wuchs, brennend roten Lippen, dunklen, glänzenden Augen und einem sehr pikanten bräunlichen Teint ausgestattet— also mit einer Fülle von Vorzügen, deren Hälfte bereits hingereicht haben würde, um ein normales Männerherz in Flammen zu setzen. Sie war denn auch daran gewöhnt, einen Gegenstand männlicher Bewunderung zu bilden und sie glaubte, ein unbedingtes Recht darauf zu haben, während sie ihrerseits ihr Herz wohl in acht nahm und in ihren Zugeständnissen kaum jemals über die Grenzen einer bei aller Deutlichkeit im Grunde doch ziemlich harmlosen Koketterie hinausging. In der ersten Zeit nach ihrer Ankunft auf Schloß Donnersberg war der Gendarmeriewachtmeister Roth ohne allen Zweifel der am meisten bevorzugte ihrer Verehrer gewesen; aber die Sachlage hatte sich merklich geändert, seitdem zugleich mit seinem jungen Herrn auch der Kammerdiener Weigelt auf der Bildfläche erschienen war. Er konnte zwar in seiner äußeren Erscheinung kaum einen Vergleich mit dem hübschen, frischen und stattlichen Wachtmeister aushalten, denn er war von ziemlich dürftiger Gestalt und hatte ein recht verlebtes Aussehen; aber auf das Schmeicheln und Scharwenzeln verstand er sich ungleich besser als der ehemalige Kavallerist, dessen Galanterien immer einen kleinen Anflug urwüchsiger Aufrichtigkeit hatten, und Mademoiselle Leblanche war eben eine echte und rechte Evastochter, der nichts lieblicher einging, als eine faustdicke Schmeichelei. Am Morgen nach der grandiosen Beisetzungsfeier, die neben den Gutsnachbarn und den vornehmen Trauergästen aus der Hauptstadt viele Hunderte von einfachen Leuten aus der näheren und weiteren Umgebung nach Donnersberg geführt hatte, trat Mademoiselle Leblanche aus dem Torweg des Dorfgasthofes und lief— bildlich gesprochen— bei dieser Gelegenheit dem Wachtmeister geradeswegs in die Arme. „Oh, oh, mein Herr,“ rief sie fröhlich.„Wenn ich nicht die Augen offen gehalten hätte, würden Sie mich sicher im nächsten Augenblick mit Ihren Riesenfüßen zertrampelt haben. Was haben Sie denn so früh am Tage hier beim Wirtshause zu tun, wenn man fragen darf? Fangen sie schon so zeitig an, Ihren germanischen Durst zu stillen?" Der Wachtmeister war gewiß ausnehmend tüchtig in seinem Beruf und durchaus nicht dumm; einem hübschen, weiblichen Wesen gegenüber aber ließen ihn seine geistigen Gaben leicht genug im Stich, und er kam da über eine gewisse unbeholfene Befangenheit nur schwer hinweg. So geschah es, daß er die harmlosen kleinen Neckereien und Bosheiten des französischen Kammerkätzchens meist viel ernsthafter nahm, als sie gemeint waren, und daß er es auch in diesem Fall für nötig hielt, sich in allem Ernst zu verteidigen, weil er sich durch die boshafte Vermutung des Mädchens gekränkt fühlte. Ueberdies schien er sowieso nicht in der besten Laune, und es klang nach alledem ziemlich unwirsch, da er erwiderte: „Ich bin zu keiner Tageszeit ein Trinker, Fräulein Leblanche, und solange ich im Dienst bin, kommt nie ein Tropfen über meine Lippen. Mit viel größerem Recht könnte ich wohl fragen, was Sie, mein Fräulein zu dieser Stunde hier zu suchen haben.“ „Oh, fragen können Sie meinetwegen, bis Sie schwarz werden," lautete die schnippische Entgegnung. „Es kommt nur darauf an, ob ich Lust haben werde, Ihnen Rede zu stehen. Geschieht es etwa auch aus dienstlichen Gründen, daß Sie über meine Handlungen Rechenschaft zu erhalten wünschen. Sie großer Herr von der hochwohlloblichen Polizei?“ „Dem Käsegesicht Wigelt würden Sie wahrscheinlich etwas weniger unreundlich geantwortet haben,“ sagte der Wachtmeister, der sich von Anfang an nur schlecht darauf verstanden hatte, seine Eisersucht zu verheimlichen. Aber als er sah, daß sich Mademoiselle Leblanches hübscher Mund noch unmutiger verzog, machte er einen Versuch, wieder einzulenken, denn er hatte durchaus nicht den Wunsch, es ganz und gar mit ihr zu verderben. „Selbstverständlich sollten meine Worte nur ein Scherz sein, denn ich weiß wohl, daß Sie nichts tun, um das die Polizei sich zu kümmern hätte. Daß Sie hierher kamen, hatte ohne Zweifel eine sehr harmlose Ursache.“ Aber es war nicht so leicht, den einmal gereizten Zorn der temperamentvollen Französin zu beschwichtigen, und sie reagierte nur auf die ersten, beleidigenden Worte ihres Verehrers, nicht auf den versöhnlichen Nachsatz. „O ja, wenn mich Herr Weigelt danach gefragt hätte, würde ich ihm ohne weiteres erzihlt haben, was ich hier zu tun hatte. Denn er hat eine andere Art zu sragen und wei, nie man sich einer jungen Dame gegenüber zu be ehmen hat, renn man nicht für einen ungehobelten und britalen Menschen gelten will. Ich habe die Ehre, Ihnen guten Morgen zu wünschen, Herr Wachtmeister, und ich empfehle Ihnen, einen Kursus der guten Lebensart durchzumachen, ehe Sie wieder eine Unterhaltung mit mir anknüpfen.“ Sie war auf und davon, noch ehe sich der bedauernswerte Wachtmeister zu einer Erwiderung hatte aufrafsen können, und der Zufall fügte es, daß die erste Persönlichkeit, der sie bei ihrer Rückkehr in das Schloß begegnete, der Kammerdiener des jungen Grafen sein mußte. (Fortsetzung folgt.) — S S HEHEESES #—S 22 S a—USE nAE“SS 8 5 B5SS: S En E 9• B SpaSS. 99 S 55- 8 S 8 5 HZOESSBES S# SSS 5S6uE B FSESES S Sghr5„ S 6 * ** T#ree SS SESSSSS daitft. Wende die Zeit an nichts, wozu du nicht Gottes Legen erbitten Lavater. Kuriose Briefmarken. (Nachdruck verboten.) Schon mancher Erbe hat sich ein kleines Vermögen erworben, nachdem er die vielleicht achtlos auf dem Boden stehenden Kästen mit den alten Briefen des Großvaters öffnete und die längst aus dem Gebrauch entschwundenen altertümlichen Briefmarken einem Philatelisten zur Beurteilung vorlegte. Aber auch hier macht der Zufall seine Macht geltend, alte Marken an sich bedeuten kaum einen goldenen Wert, es kommt immer darauf an, ob vielleicht nicht in der alten Briefkiste das Exemplar einer besonders gesuchten Marke vorhanden ist. Es gibt eine ganze Reihe solcher Marken, die einen hohen Kuriositätswert haben und von Sammlern mit Gold tausendfach aufgewogen werden, weil bei der Entstehung der Ausgabe dieser Marke vielleicht besondere Umstände obwalteten und eine größere Zirkulation verhinderten. Ein gutes Beispiel für diesen Typus von„Seltenheiten“ sind etwa die berühmten„Totenkopf“=Marken, die in Serbien bei der Krönung König Peters ausgegeben wurden. Das scharfe Auge sieht im Mittelseld dieser Marke noch heute zwei Köpfe. Mit dem Profil nach rechts gewendet, taucht der Kopf König Peters auf, darunter aber erkennt man bei genauerer Betrachtung den ebenfalls auf die Marke eingedruckten Kopf des ursprünglichen Begründers des Hauses Karageorgewitsch. Man sieht also den ganzen Kopf König Peters und dahinter noch das Profil des anderen Karageorgewitsch. Nun will aber ein düsterer Zufall, daß man bei einer Umdrehung der Marke wiederum deutlich einen Menschenkopf sieht, der eine unverkennliche Aehnlichkeit mit dem Antlitz des ermordeten Königs Alexander trägt. Als die Tatsache bekannt wurde, wurden die Marken selbstverständlich unauffällig aus dem Verkehr gezogen und sind infolgedessen für den Sammler eine Kostbarkeit. Ein eigenartiges Zusammentreffen wollte es auch, daß eine neue englische Siebenpennymarke an dem Tage ausgegeben werden sollte, an dem dann das Schicksal König Eduard aus dem Reiche der Lebenden abrief. Die malvenfarbene Marke wurde natürlich nicht ausgegeben, aber einige besonders findige Sammler haben sich doch auf Umwegen Exemplare zu verschaffen gewußt. In den meisten Ländern betrachtet man die Post als eine sehr nützliche Einrichtung, aber das Volk von Korea dachte im Jahre 1885, als das erste koreanische Postamt eröffnet wurde, offenbar anders. Im blinden Haß gegen alle Neuerungen stürmte eine wütende Volksmenge das Postamt, zertrümmerte die Einrichtung und brannte das Haus nieder. Die Folge war, daß diese erste Ausgabe toreanischer Briefmarken eine große Seltenheit wurde, und nur wenige Sammler tönnen sich rühmen, ein Exemplar von der kleinen Anzahl von Marken zu besitzen, die bis zum Tage der Zerstörung des Postamts in Umlauf gesetzt worden waren. Eine besondere Kuriosität auf dem Gebiete der Briefmarkenkunde ist eine braune Fünscentmarke von Neu=Braunschweig, die im Jahre 1861 ausgegeben wurde und den Kennern als die„Connell=Marke" bekannt ist. Sie verdankt ihre Entstehung der Eitelkeit des Postmeisters Charles Connell, der eines schönen Tages die Marke herausgeben ließ, nachdem er sie mit seinem eigenen Porträt hatte schmücken lassen. Connell erlangte damit auch eine unwillkommene Berühmtheit, denn die Behörden waren natürlich mit dieser selbstherrlichen Popularität des Postmeisters nicht einverstanden, und Connell mußte bald darauf seinen Abschied einreichen. Die Marke wurde zwar prompt eingezogen, aber einige Exemplare kamen doch in den Verkehr und bilden noch heute die Sehnsucht manches Sammlers. Durch zahllose Neudrucke entwertet ist die ursprünglich kostbare erste Briefmarkenserie von Neu=Kaledonien. Ihr Schöpfer und Urheber war der französische Sergeant Triquéra, der sich im Jahre 1860 in seinen Mußestunden das Vergnügen machte, die Druckplatten für neutaledonische Briefmarken durch Nadelätzung herzustellen. Die Marken wurden auch in Bogen zu se 50 Exemplaren gedruckt, und da Triquéra in Ermangelung aller technischen Hilfsmittel jede Marke auf der Platte mit der Hand herstellte, weist jedes Exemplar kleine Verschiedenheiten auf. Als diese Schöpfung des Sergeanten der französischen Postbehörde übermittelt wurde, verfügte man in Paris die sofortige Einziehung, und echte Originalmarken sind infolgedessen heute noch sehr gesucht. Die Platten jener ersten Ausgabe wurden dann der Familie des unternehmenden Sergeanten überwiesen, die schleunigst auf eigene Faust Neudrucke machen ließ und durch den Eifer der Briefmarkenfreude dabei ein glänzendes Geschäft machte. K, In welcher Zeit möchten Sie als schöne Frau gelebt haben? Diese Frage, über die schon so manche Dame nachgedacht hat, macht die französische Zeitschrift„La vie heureuse“ zum Gegenstand einer Umfrage, die sie einigen der bedeutendsten und elegantesten Schauspielerinnen Frankreichs vorgelegt hat. Das Resultat war überraschend: fast alle diese Frauen, die durch ihren Beruf gewöhnt sind, in die Stimmungen und Gewänder so vieler Zeitalter zu schlüpfen, entschieden sich für die Antike. Da nun einmal für die Frau eine geschichtliche Epoche mit der Mode, die in ihr getragen wurden, zusammenfällt, so gaben sie dem griechischen Kostüm den Vorrang. Die berühmte Tragödin der Comédie Francaise Mlle. Sorel, die die majestätischen Röcke im Stil Ludwigs XIV. in den Dramen Corneilles und Racines so trefflich zu tragen weiß, fühlt sich doch nicht wohl in diesen pompösen Roben.„Griechenland allein“, so antwortete sie,„hat den wahren Kult der Schönheit gehabt. Dort betete man jene göttliche Harmonie des Körpers an, die unsere Toiletten vernichten. Hüllen wir uns also in die langen grazkösen Draperien mit ihrem weichen und zarten Faltenwurf, deren Einfachheit die Anmut der Frau verklärt.“ Aehnlich äußerten sich Mile. Provost, Mlle. Monna Delza und andere bekannte Sterne der Pariser Bühnen. Ihr Traum und ihre Sehnsucht liegen im alten Hellas; dort allein finden sie die Moden wieder, die Harmonie der Linien, einfache Anmut und Freiheit der Bewegungen gewährt. Eine Schauspielerin, Mlle. Madeleine Carlier, ging mit ihren Wünschen nicht bis ins Altertum zurück, sondern erklärte für ihre Lieblingsepoche die Zeit des Directoire. Aber es ist bezeichnend, daß sie damit einen Kostüm die Palme verlieh, das eine Nachahmung des antiten Kleides darstellt. Phantastischere Märchenflüge schlägt nur eine einzige der antwortenden Damen ein; Mlle. Ronouardt sehnt sich zurück nach der Welt der Scheherezade, nach den Wundern von Tausendundeiner Nacht. Sie möchte eine Perserin sein unter Harun al Raschid und persische Kleidung tragen. Aber was entzückt die Schaue cen S