ttscher 1910 rvorgehoben: lehrreicher Artikel seichstages, 14/15 von(Kapitän Irtikel von General See Türch, se von Ida Boy-Ed, riginalaufzeichnungen ers„Nürnberg“ aus as Los entscheidet— st— Zwei Helden), rungen eines Augenhilderung aus; dem n der Ueberlebenden n Engländern verst, mit Abbildung. iegsschiffe ifte, Geschwindigkeit, schinenreisestrecke, des Fraus, en. auenseuche unter dem 1 Kohrirg zu Lück1723 Apiil 1915. lizei Verwaltung. verden gebeten, sich ialigen Besprechung e, einzufinden.(1725 1 achen, wie nzüge, Ueberzieher, oppen, Hlosen, Röcke ken, Taillen, Mäntel etc. etc. u. Unterbetten— fühle, Kissen Juhren, RegulateurI, Freischwinger maschinen Hogr. Apparate, sonst. Bücher eic. Geschäftsräumen gekauft werden. braucht, teils neu. Anstalt Somp. und Mikoleistr. 5, ommando. 1219 K. 1602 und Wasseltberns tte. Do ecum Zetug abnr Tiertogs Baussprne Bl. edcheret. jährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pig. mehr. Wöchentl. Gratisbeiloge:„Ikustrierter Familiensreund" u. tägl. Unterdaltungsdiatt. Anzeigenpreis: Die siedengespaltene Petitzeile U oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pig., Reklamezeile 40 Pfo. Jeder Rabatt gilt als Kassarabalt u. erlisch dei Konkursen, Zwangsbergleichen, gerichtl. Klagen u. Robschund ssncht.-Setltenestelbanne Amtliches Kreisbichlt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblau Verbunden mit: tardeit kleis werene Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerker Tageblatt S Schwerter Anzeiger Grites und älteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeiger für den Kreis börde om Haupt-Apnoncenblan aue ürig snb iohstgalglichen Dernrd. nungen für den Arets Hörde erlangen gomöb Betanntmachung dei Abalglichen Regierung durch Verössentlichung in der„Schwertes Zeitung" rechtsverdindliche Araft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewöhrt idren Abonnen= ten für jeden mi! Tod endenden Untall gedagungen:: 300 Mk. Unsall. Druck u. Verlag v. Corl Braus. Schwerte=RubFernip. 62. Telegr.=Adr. Braus Schwerte=Ruh### Nr. 81. Donnerstag, den 8. April 1915. 47. Jahrgang. Aruus Die finanzielle Erschöpfung unserer Feinde. England war bisher die Werkstatt, aus der Geld und Waffen an unsere Feinde gelangen, in der aber auch die vergistenden und verdrehenden Lügen geschmiedet werden. Obwohl es auch heute noch das Feuer des Hasses gegen Deutschland schürt, leidet es empfindlich unter den finanziellen Opfern, die auch ihm, und ihm besonders, der Krieg auferlegt. Trotz seiner lügenhaften Erfindungen und Ausstreuungen über den angeblichen wirtschaftlichen Zusammenbruch Deutschlands und trotz der künstlichen Verschleierung seiner eigenen Lage, kann es die Mißlichkeit seiner eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse doch nicht mehr verbergen. Unsere Unterseeboote, gegen die seine mächtige Flotte nichts auszurichten vermag, schädigen den Handel Englands in empfindlichster Weise. Die Lebensmittel haben ungeheure Preissteigerungen erfahren, die Ausstandsgelüste der Arbeiter verschlimmern die Lage. In Indien und Aegypten sieht es bös aus. Japan wurde abtrünnig, das alles wirkte zusammen, um den Finanzmarkt Englands, der für unverwüstlich galt, schwer zu erschüttern. Der Sterlingskurs, der als ein durch nichts zu erschütternder Fels galt, ist ins Wanken geraten und steht nur zwei Prozent unter Pari. Englands Zahlungsbilanz ist trotz aller Uebergriffe gegen das feindliche Kapital aus dem Gleichgewicht gekommen. Es muß beständig Gold aus seinen Beständen abgeben und zwar nicht nur aus den überseeischen, sondern auch aus London selbst. Während der Goldbestand der Bank von England im November noch 1440 Millionen Mark betrug, ist er auf 1078 Millionen zurückgegangen. Die Gelddeckung der Noten usw. sank in der gleichen Zeit von 34,3 auf 22,6 Prozent, während sie bei der deutschen Reichsbank 24,2 Prozent beträgt. Englands Finanzleute sehen sich gezwungen, amerikanische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie befinden sich also in derselben Lage, wie Rußland, das soeben gegen 7 Prozent Zinsen 200 Millionen Mark bei dem Milliardär Morgan aufnahm. Trotzdem reichen die Gelder, die Rußland mit Mühe im Ausland aufzunehmen vermochte, nicht einmal zur Deckung der Zinsen für seine alten Anleihen. Allein die Notenpresse erhält den Staat zahlungsfähig. Vor dem Kriege waren nur 1,6, jetzt sind schon 4 Milliarden Rubel im Umlauf. Die ersten Finanzautoritäten erklären, daß Rußland auf lange Zeit wieder der Wirtschaft das nicht in Gold umzuwechselnden Papiergeldes anheimgefallen sei. Frankreich kann seinem russischen Freunde nicht mehr beispringen. Es ist selbst in arger Not. Seine Kriegsausgaben betragen täglich fast 40 Millionen, das macht 1100 Millionen im Jahr. Während sonst das Nationaleinkommen Frankreichs 2500 Millionen monatlich betrug, beträgt es jetzt wenig mehr als die Hälfte, 56 Prozent, darcuus ergibt sich eine Erschöpfung des flüssigen Kapitals und die Notwendigkeit zu immer teurer werdenden Zinsen Anleihen auszunehmen. Während die Staatsbank Frankreichs mit beinahe fünf Milliarden Francs Staatsverpflichtungen belastet ist, kann die deutsche Finanzverwaltung die neun Milliarden Anleihezeichnungen einkassieren. Das ist ein Unterschied! Engländer und Franzosen— die ungleichen Verbündeten. bespricht ein Pariser Eigenbericht des„Svenska Dagbladet“ vom 29. März. Der englische Soldat in Frankreich ist Teekind bei den französischen Frauen. Die schlanken, rüstigen, jungen Männer haben mehr„Stil“ als die Franzosen und hundertmal mehr Löhnung. Großes Hauptquartier, 7. April 1915. Westlicher Kriegsschauplatz. von uns vorgestern besetzten Gehöfte von Drie Grachten, die der Feind mit schwerstem Artillerie= und Minenwurffeuer zusammenschoß. wurden deshalb gestern Abend aufgegeben. In den Argonnen brach ein Angriff im Feuer unserer Jäger zusammen. Nordöstlich von Verdun gelangte ein französischer Vorstoß nur bis in unsere Vorstellungen. Oestlich und südöstlich von Verdun scheiterten eine Reihe von Angriffen unter außerordentlich schweren Verlusten. An der Combres=Höhe wurden zwei französische Bataillone durch unser Feuer aufgerieben. Bei Ailly gingen unsere Truppen zum Gegenangriff vor und warfen den Feind in seine alten Stellungen zurück. Auch bei Apremont hatte der Feind keinen Erfolg. Ebenso sind andere französische Angriffe bei Flirey völlig gescheitert. Zahlreiche Tote bedecken das Gelände vor unserer Front, deren Zahl sich noch dadurch vermehrt, daß die Franzosen die in ihren eigenen Schützengräben Gefallenen vor die Front ihrer Stellungen werfen. Am Westrande des Priesterwaldes schlug eines unserer Bataillone den Bajonettkampf starker Kräfte des 13. französischen Regiments zurück Am Hartmannsweilerkopf wird seit gestern nachmittag trotz starken Schneesturmes gekämpft. Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei einem Vorstoß auf russischem Gebiet bei Andrzejewo, 30 km südlich von Memel, vernichtete unsere Kavallerie 1 russisches Bataillon, von welchem der Kommandeur, 5 Offiziere und 360 Mann gefangen genommen, 120 getötet und 150 schwer verwundet wurden. Ein anderes russisches Bataillon, das zu Hilfe eilte, wurde zurückgeschlagen. Wir verloren 6 Tote. Russische Angriffe östlich und südlich von Kalwarja, sowie gegen andere Stellungen östlich von Augustowo wurden abgewiesen. Sonst ereignete sich auf der Ostfront nichts besonderes. Oberste Heeresleitung. Die vfierreich wtb Wien, 8. April.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 7. April, mittags: An der Front der Karpathen dauern die Kämpfe fort. Die Zahl der auf den Höhen östlich des Laborczatales gemachten Gefangenen hat sich um weitere 930 Mann erhöht. In den Kämpfen wurden auch 2 Geschütze und 7 Maschinengewehre erobert, sowie zahlreiches Kriegsmaterial erbeutet, darunter an 5000 Gewehre. In Südostgalizien stellenweise nur Geschützkampf. In Westgalizien und Russisch=Polen keine Veränderung. Auf dem südlichen Kriegsschauplatz wurde die am 6. April erfolgte neuerliche Beschießung der offenen Stadt Orsova durch ein kurzes Bombardement Belgrads beantwortet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoeser, Feldmarschall=Leutnant. wtb London, 7. April. Der Flottenkorrespondent der„Morningpost“ schreibt: Die Verheerungen der deutschen Unterseeboote dauern mit einer aufreizenden Einförmigkeit von der Nordsee bis zum Kap Finisterre fort. Es ist eine seltsame Lage. Einerseits sagt man uns, daß Englands Flotte die vollständige Seeherrschaft ausübe, andererseits lesen wir täglich von dem Verlust eines oder mehrerer Schiffe in den heimatlichen Gewässern. Unsere große Flotte befindet sich irgendwo, und die Tatsache, daß sie sich irgendwo befindet, nötigt Deutschland zu der Seeräuberei unter See. Das Blatt fährt fort: Was nützt es, ein Schiff zu bauen, das 2 Millionen Pfund kostet, wenn es nicht in tu Budapest, 8. April. Der Berichterstatter des „Az Est“ meldet vom nördlichen Kriegsschauplatz: Der große Kampf, der bald nach dem Fall von Przemysl einsetzte, ist in sein Hauptstadium getreten und wird westlich und östlich des Duklapasses, im Ondova=Tal, sowie beiderseits des Laborczaflusses und auf den umliegenden Höhen voller Erbittenung geführt. Es hat den Anschein, als ob die Russen nach den schlechten Erfahrungen an allen anderen Punkten sich nunmehr mit allen Mitteln auf unseren linken Flügel werfen wollten. Westlich der Duklasenke überschritten sie vorgestern die ungarische Grenze und besetzten einige kleinere Ortschaften, die wir ihnen überließen. Unsere Truppen zogen sich auf die dahinter liegenden Berghöhen zurück, die eine günstige Verteidigung ermöglichen. Unser Angriff gegen die befestigten russischen Stellungen bei Zaleszczyki nahm seinen Fortgang.— Aus Czernowitz wird gemeldet: Die russischen Befestigungen südlich des Dujestr wurden durch unsere Artillerie zusammengeschossen. Unsere Truppen vertrieben den Feind und besetzten diese Positionen. See gehen kann außer in großer Entfernung von der Basis der Tauchboote. Wenn der Feind so entgegenkommend(!) wäre, uns zu einer Schlacht in der Mitte des Stillen Ozeans einzuladen, so wäre alles schön. Unterseeboote und Minen haben tatsächlich jetzt die Flotte zwischen Wind und Wasser gesaßt, und es hat keinen Zweck anzunehmen, daß dieses neue Element etwas Vorübergehendes oder Unbedeutendes wäre. Die Lösung des Problems mag durch das Wasserflugzeug möglich sein, das liegt mehr in der Zukunft als in der Gegenwart und läßt uns alle von Herzen hoffen, daß die Lösung kommen wird. Der englische Einfluß ist überall in Nordfrankreich sehr stark: Städte wie Dieppe, Calais oder Boulogne sind ganz und gar englisch geworden. Englische Theatertruppen spielen dort, außerdem trägt die Polizei englische Uniformen. Die englischen Offiziere haben Hunde und Hasen zu Jagden mitgebracht, Pianos kommen lassen, kurz, sich für einen sehr langen Aufenthalt eingerichtet. Die Bevölkerung verwöhnt die englischen Gäste unglaublich; dafür zeugen viele Geschichten. Zwischen den älteren französischen und englischen Offizieren ist das Verhältnis herzlich. Jüngere französische Ofsiziere sind gedrückt, wenn man von den Engländern spricht. Man glaubt, es sei die Konkurrenz bei den Damen— der wahre Grund dürfte tiefer, in einem Charaktergegensatz liegen. Die englische Kaltblütigkeit versteht der Franzose nicht. Er sieht in ihrem Phlegma hölzerne Gleichgültigkeit.„Mit solchen Eigenschaften avanciert man nicht", sagt der französische Krieger, für den der Krieg im Avancieren besteht. Er ist nicht weit davon, die englische Kaltblütigkeit unverantwortliche Sorglosigkeit und Leichtsinn zu nennen. Außerdem ist der Engländer anspruchsvoll.„Für 300000 Mann in der Linie brauchen sie 200000 Köche hinter ihr“, meinte ein Kommandant, als ihm gesagt wurde, daß die englische Armee auf ½ Million gebracht würde. Man spottet darüber, daß der englische Soldat sich zwischen 4 und 6 Uhr nachmittags nicht schlagen will, weil er Tee trinken muß. Zwischen den ungleichen Bundesbrüdern gibt es jedoch ein Band: der gemeinsame Feind. Aber man glaube nicht, daß der Krieg die natürlichen Gegensätze cusgeglichen hat. Eher hat er sie verschärft. englisch! wb Berlin, 7. April. Der„Daily Telegraph“ bringt in seiner Nummer vom 20. März unter der Ueberschrift„Komfort an der Front“ folgende Mitteilung: „Der König besichtigte gestern eine Einrichtung, die von der englischen Heilsarmee zur Verabreichung warmer Getränke an die Truppen an der Front erfunden worden ist, und sprach seine volle Befriedigung über das Gesehene aus. Es handelt sich um fahrbare Motor=Feldküchen, die sobald wie möglich zum französischen Kriegsschauplatz abgesandt werden sollen. Die Wagen nuhen auf einem starken Unterbau und haben das Aussehen von Motor=Ambulanzen, da sie bestimmt sind, in Verbindung mit dem Roten Kreuze zu arbeiten. Aus diesem Grunde tragen sie auch das Zeichen des Roten Kreuzes. Es besteht die Absicht, sie so nahe als möglich an die Linie der Schützengräben vorzubringen, um den Soldaten, die von der Feuerlinie kommen, bezw. dort vorgehen, heißen Tee, Kaffee, Kakao und Fleischbrühe verabreichen zu können. Auf jedem Wagen befindet sich als ständige Besatzung ein Prediger der Heilsarmee und ein Chauffeur. Zur Innenausstattung gehört ferner ein Behälter, in dem sich alle für die Kommunion erforderlichen Gegenstände befinden: ein tragbarer Altar, ein Kelch, ein Chorhemd und anderes.“ Wir stellen fost, daß die Engländer das Zeichen des Roten Kreuzes zum Schutze ihrer militärischen Einrichtungen mißbrauchen. Es erübrigt sich, darauf hinzuweisen, daß die Verbindung der Feldküchen mit Einrichtungen zur Erteilung der Kommunion nicht über die abermals von englischer Seite begangene Verletzung des Völkerrechts hinwegzutäuschen vermag. Diese Einrichtung als „Komfort an der Front“ zu bezeichnen, ist echt englisch. Echt englisch ist vor allen Dingen aber auch die Verlogenheit, mit der Albion hier einmal wieder eine Völkerrechtswidrigkeit durch die heuchlerische Verknüpfung mit heiligen Dingen zu rechtfertigen versucht. Eine Kronprinzentochter. wtb Berlin, 7. April.(Amtlich.) Ihre Kaiserlich und Königliche Hoheit die Frau Kronprinzessin ist heute nachmittag 4 Uhr von einer gesunden Prinzessin glücklich entbunden worden. Ihre Kaiserliche Hoheit und die Prinzessin befinden sich wohl. Das freudige Ereignis beim Kronprinzenpaar. wtb Berlin, 7. April.(Nichtamtlich.) Laut Mitteilung des kronprinzlichen Hofmarschallamts läßt der Kronprinz wegen der überaus großen Belastung der Feldpost und des Telegraphen bitten, etwa beabsichtigte Glückwünsche an seine Person unterlassen zu wollen. Glückwunsch der Stadt Berlin. wtd Berlin, 7. April. Aus Anlaß der Geburt der Prinzessin ist der Kronprinzessin von der Stadt Berlin folgender Glückwunsch übermittelt worden: Eurer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit und Ihrem erlauchten Gemahl bringt die Reichshauptstadt freudigen Glückwunnsch dar. Innigst beglückwünschen wir die Tochter unseres kronprinzlichen Paares als holdes Zeichen eines neuen Frühlings für Kaiserhaus und Vaterland. Auch dem Kaiser brachte die Reichshauptstadt ihre Glückwünsche dar. Der Krieg gegen Frankreich. Französische Fliegerbomben auf französische Gefangene. Der„Neuen Züricher Zeitung“ wird aus Basel geschrieben:„Erst nachträglich wird bekannt, daß die französischen Flieger bei ihrem Besuch in Straßburg auch das provisorische Gefangenenlager mit Bomben bewarfen, in dem sich etwa fünfhundert französische Alpenjäger befanden, die nach einem Gefangenenlager im Innern von Deutschland gebracht werden sollten. Durch die Bombenwürfe wurden fünf von ihnen so schwer verletzt, daß sie ins Lazarett gebracht werden mußten. Bei drei anderen der Gefangenen besteht ernstliche Lefensgefahr.“ Die Erschöpfung unserer Feinde wird durch nichts greller beleuchtet, als durch die Tatsache, daß das menschenreiche Rußland soeben die Aushebung des Jahrganges 1916 anordnete, wodurch die Armee des Zaren um 585000 Mann vermehrt wird. Daraus geht klar und deutlich hervor, daß die russische Heeresleitung alle verfügbaren Reserven bereits eingestellt hatte. Daß der französische Senat dem Beschluß beitrat, den Jahrgang 1917, also die Sechzehnjährigen, zu den Fahnen einzuberufen, kann bei dem notorischen Menschenmangel Frankreichs weniger wundernehmen, verdient jedoch gleichfalls als charakteristisches Merkmal gebucht zu werden. Die Mission des Generals Pau ist völlig gescheitert. Von dem russischen Oberbefehlshaber, Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch wurde der französische General, der sich als militärischer Berater anbot, kurzer Hand an die Luft gesetzt. Aber auch auf dem Balkan, wo er die neutral gebliebenen Staaten für den Dreiverband gewinnen sollte, hat Pau kein Glück gehabt, sondern nur riesengroße Körbe auf seine Werbungen erhalten. Ein dänischer Arzt über die deutschen Feldlazarette. Kopenhagen, 8. April. Der dänische Arzt Louis Fränkel, der von seiner Studienreise an die deutsche Westfront zurückkehrte, hielt in Kopenhagen einen Vortrag, in welchem er die Verpflegung, die Krankenbehandlung, die Ordnung und Organisation der deutschen Feldlazarette begeistert schilderte. Französische Truppensendungen nach Aegypten. Athen, 7. April. Nach hier vorliegenden Nachrichten werden neue französische Truppen in Stärke einer Division von Marseille und Algier nach Alexandrien besördert. Eine weitere neue Division unter dem Kommando des Generals Bailloux besteht aus Reservemannschaften, die noch in den französischen Mobilisierungszentren verfügbar stnd, und aus algerischen Elitetruppen. Mit dieser Division wird eine selbständige Division englischer Truppen vereinigt werden, die aus Australiern und Neuseeländern besteht.— Die in Lemnos zurückgebliebenen Truppen stehen unter dem Kommando des Generals Baumand. 1A 5o Verwien! W. T. B. Berlin, S. M. Unterseeboot 7. April. U 29 ist (Amtlich.) von seiner seiner ganzen Mannschaft den Tod gefunden. Der 32jährige Fabrikantensohn aus Herford in Westfalen, der mit 19 Jahren in die Marine eingetreten und seit einigen Jahren dauernd in der Unterseebootsflottille tätig war, hat sein Heldentum noch voll auskosten können; zu der schlichten Rettungsmedaille am Bande, die er seit Jahren auf der Brust trug, konnte er das Eiserne Kreuz zweiter und erster Klasse heften, bald darauf den Pour le Merite und zahlreiche sächsische, bayerische und österreichische Auszeichnungen. Ganz Deutschland jubelte ihm zu. Bald nach seinen ersten Erfolgen, am 16. August des vorigen Jahres verheiratete er sich in Wilhelmshaven und seitdem zog er, ein leuchtender Meteor, unentwegt am deutschen Heldenhimmel seine Kreise. Weddingen ist tot? Nein doch— er lebt und wird ewig weiter leben Der Krieg gegen England. Ein verständiger Engländer. Eine Verurteilung Greys von seinen eigenen Landsleuten. Der englische Staatsminister der auswärtigen Politik, Grey, hatte sich nicht entblödet, die Strafnover und eines selbständigen Westfalen begrüßen. Die Verbündeten wollen dem dautschen Volke nicht die Freiheit und Selbständigkeit rauben, aber diese Volksfreiheit ist undenkbar unter Preußens Hegemonie, aber nicht unter dem Habsburger Regime. Rußland kann keinen Frieden eingehen, der ihm nicht Konstantinopel mit dem Marmarameer und den Dardanellen gibt. Fürs erste muß Rußland einen freien Hafen erhalten, sodann muß der Weg Deutschlands nach Asien über den Balkan durch Konstantinopel abgeschnitten werden. Ueber diese Punkte waren die Verbündeten seit dem Beginn des Krieges einig. Nach einer von der brittschen Admiralität ausgehenden Nachricht soll das Boot mit der ganzen Besatzung untergegangen sein. Es muß demnach als verloren betrachtet werden. Der stellvertretende Chef des Admiralstabes: gez: von Behnke. nicht zurüchgelehrt.— behandung der deutschen Untersebotnannschaften ledten Unernehnung bieher nitgz, gutuug... in einem öffentlichen Erlaß mit den zunischten Redensarten zu rechtfertigen zu versuchen. Auf die Ankündigung, daß alle deutschen Seeleute, die an der Blockade gegen England mitgewirkt hätten, bis zum endgültigen Aufhängen am Galgen als Verbrecher behandelt werden sollen, hat der englische Bischof von Birmingham in scharfen Worten Protest erhoben, indem er England auffordert, sich ritterlich zu benehmen, auch gegen Personen, die es vielleicht nicht verdienten. Er wisse, daß die Angehörigen des Heeres und der Flotte diese billige Art, Rache u. Vergeltung zu üben, verächtlich von der Hand weisen würden. „Prinz Eitel Friedrich“. th Rotterdam, 8. April. Die„Morningpost“ erfährt aus Washington, daß England dagegen protestiert hat, daß der„Prinz Eitel Friedrich“ in den Vereinigten Staaten seine Reparaturen ausführen durfte. Als der Dampfer von Newport News ankam, war das Schiff seetüchtig und imstande, den nächsten deutschen Hafen zu erreichen. Die amerikanische Regierung hat dem Hilfskreuzer erlaubt, seinen Schiffsboden im Dock zu reinigen und neue Kesselbüchsen einzusetzen, wodurch die Schnelligkeit um zwei bis drei Knoten erhöht wurde. Englands Protest richtet sich auch gegen die Zeit, die dem Dampfer für diese Arbeiten gegeben wurde, weil englische Kreuzer dadurch vor dem Hafen festgehalten wurden. Der Krieg gegen Rußland. Rußlands Kriegsziel. Ein Telegramm der„Politiken" aus Petersburg gibt einen Leitartikel des„Rjetsch" wieder, überschrieben:„Das Ziel des Krieges". Darin heißt es u. a.: In erster Reihe muß der große Krieg mit einem großen Frieden schließen, der es für immer ausschließt, daß internationale Streitigkeiten durch Waffen entschieden werden. Zuerst muß die Hegemonie Preußens in Deutschland gebrochen werden; besonders Rußland muß es als Pflicht ansehen, seine alten Sünden gegen Europa und Deutschland wieder gut zu machen, da es Hilfe dabei geleistet hat, ein großes Königreich Preußen zu errichten. Rußland gab und muß nun wieder nehmen. England und Rußland werden mit Freuden die Wiedererrichtung des Königreichs HanKapikänleutnant Otto Weddigen. Wir erleben den Krieg seit Monaten mit jeder Faser unseres Herzens. Wir sehen täglich den ungeheuren Beutezug des Todes, der mit gellem Kichern seine furchtbare Ernte hält. Und wir wurden stumpf und hart dabei und bissen die Zähne zusammen, wenn wieder einer in der Reihe fehlte, und schickten unser Gebet zum Himmel: Fluch denen, die dieses Völkerringen heraufbeschworen! Dann und wann kam eine Nachricht, die uns wieder aufschnellen ließ aus unserer grimmigen Verteidigung, der Name eines Helden, als all die anderen Großen. Jetzt aber gähnt eine Lücke, die breiter klafft, als alle anderen. Weddingen ist nicht mehr! Der Held von „U 9“, der am 22. September 1914 die britischen Panzerkreuzer„Aboukir",„Houge“ und„Cressy“, am 13. Oktober den britischen Kreuzer„Hawke“ vernichtete, der nach Uebernahme des Kommandos von„U 29“ am 14. März 1915 die„Headland“, „Andlausian",„Indian City“ und„Ademun“ auf den Meeresboden schickte, der unaufhörlich Erfolg auf Erfolg an sein junges Leben kettete, hat mit Japanisch=chinesische Verständigung in Sicht? Nachdem bereits der Abbruch der Pekinger Verhandlungen über die japanischen Forderungen an China und der Beginn des japanisch=chinesischen Krieges gemeldet worden waren, heißt es jetzt in Londoner Drahtungen, daß eine merkliche Entspannung in den Verhandlungen eingetreten sei, und daß Japan im Grunde nichts anderes wolle, als was die Pekinger Regierung seinerzeit Deutschland zugestanden hat. Die Forderungen Japans beziehen sich auch keineswegs auf ganz China, sondern nur auf das Gebiet von Schantung. Londoner Blätter melden, daß diese Wendung auf Vorstellungen der englischen Regierung erfolgt seiDa wir ausschließlich auf englische Meldungen über die Verhältnisse im fernen Osten bis auf weiteres angewiesen sind, so läßt sich schwer beurteilen, wie die Dinge in Wirklichkeit liegen. Der Kampf um die Dardanellen. Die Dardanellen nicht zu nehmen! wtb Budapest, 7. April. Generalfeldmarschall von der Goltz=Pascha besuchte heute auf der Durchreise nach Konstantinopel den Ministerpräsidenten Grafen Tisza und den Landesverteidigungsminister Baron Hazi. Einem Mitarbeiter des„Az Est“ erklärte der Generalfeldmarschall über die Dardanellen, er halte die Dardanellenforts für uneinnehmbar. Man mag schreiben, was man will, sagte er, wir haben keine Angst. Es ist unbegreiflich, wieso Europa wegen der Dardanellen beunruhigt sein konnte. Die Türken verfügen über eine viel mächtigere Armee, als man glaubt. Die allgemeine Kriegslage sei günstig und gut. Er sagte: Wir sind zufrieden. Auch in den Karpathen ist alles in Ordnung. Wir dürfen mit voller Zuversicht den Dingen entgegensehen. Die Verluste der Feinde. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der französischen Grenze: Der Berichterstatter des„Journal of Tenedos“ nennt als Verluste, die der Angriff vom 18. März auf die Dardanellen der englischen und französischen Flotte kostete, in einem vom 24. März datierten Bericht: drei Panzerkreuzer und zwei Torpedoboote, die untergingen, und vier mehr oder weniger schwer beschädigte Panzer. Die amtlichen Berichte haben weder den Verlust der beiden Torpedoboote eingestanden, noch zugegeben, daß vier Panzerkreuzer mehr oder weniger beschädigt sind. Seitdem ist gemeldet worden, daß der„Gaulois" nach vergeblichen Bemühungen, ihn über Wasser zu halten, ebenfalls gesunken sei und daß auch den englischen Dreadnought„Nelson“ das gleiche Schicksal ereilt habe. Pau über das Mißlingen der Dardanellenaktion. tu Rom, 8. April. Ein Athener Korrespondent veröffentlicht eine Unterredung mit General Pau, der erklärte, er gedenke einige Zeit in Italien zuzubringen, aber nur zur Erholung. Mit dem Erfolg seiner letzten Nundreise ist der General angeblich sehr zufrieden. Er gab aber schließlich den und Tiebe. Roman von Käthe Lubowski. 60 Aber erkennt die Macht nicht, die Jürgens Herz in dieser Stunde lenkt, die niedergehalten wurde mit starker Faust, ohne zu sterben, und die in diesem Augenblick zum bewußten Wollen emporgewachsen ist. Eine wilde Freude pocht in Jürgen, daß er sich jetzt von der Macht dieses Vaters lösen „Ich muß Dir ein Geständnis machen,“ sagt er nach langem Schweigen.„Soust verstehen wir uns nicht. Wenn ich dem Mann, treuester, liebster Freund gewesen, auch nach Deinem Willen tun könnte, dem Mädchen gegenüber darf ich es nicht. Sie hat an meinem Herzeg, geruht, ich habe ihre Lippen gesucht und ich Abe sie. Ich weiß nicht, ob Du das Gefühl kerzgh. Ein Schrei gellt aus des Obersten uno. Fürgen, um Gottes willen, was sprichst Du? „Nur die Wahrheit. Ich liebe sie mehr wie alles. Eisersucht, glühende, erstickende Eisersucht den vermeintlich Glücklichen, der sie besitzen durfte, war das Hauptmotiv von allen meinen gen. Sonst hätte ich ja auch nicht soblind sein können. Noch einmal fährt wie ein heller Blitz die Hoffnung in die Seele des Obersten. „Sie tst ja thren eigenen Worten nach eine Sterbahr trgen: Das glaube ich nicht. weeine riebe wird sie zum Leben zwingen, sie wird mein Weib, so wuhe ich hier vor Dir stehe!“ Dein Weib— und Dein Beruf?“ Im Hirn des geängstigten Mannes brennt ein uch so, der stauch noch im Wege. Aberer stärt mich nicht. Ich liebe sie kausendmal mehr wie ihn. Kann es nicht mit dem bunten Rock sein, so geht e# auch ohne ihr, und gloßt Du uns nicht Segen, so begnügen wir uns mit Deinem Fluch. Aber bevor ich den entscheidenden Schritt tue, der in mir feststeht, will ich noch Deine Ansicht wissen. Die letzte Enthüllung ändert sie vielleicht.“ Der Oberst zwingt seine zusammengesunkene Gestalt in die Höhe. Sein Gesicht erscheint wie eine eherne „Geh jetzt,“ sagt er mühsam,„meine Antwort sollst Du morgen im Laufe des Nachmittags haben. Ich muß noch arbeiten!“— Der Oberst ist allein. Das Komödienspiel ist aus. Die Kritiker nahen. Sie werden scharf sein, wie er sie es gelehrt hat. Wie kann er ihrem Urteil entgehen? Durch welche Mittel ihre Kritik vereiteln? Wenn er morgen zu seinem Sohn geht und ihm sagt,„jenes Mädchen kann nicht Dein Weib werden, weil sie Deine Schwester ist," was dann? Dann verliert er, der Lebende, seine Kinder und die unbegrenzte Ho##sachlung, die er im Regiment genossen hat. Man wird ihm mit vollem Recht zum Vorwurfmachen, daß er nicht forschte, feststellte und vermied, so bald ihm der erste Verdacht kam. Geht er aber aus der Welt, natürlich, ohne daß die Menge die Absicht ahnt— nachdem er seinen eln blebei, Hand Gboedhtrgige eicher e scgr Es wäre alles anders gekommen, wenn Jürgen sie nicht zu seinem Weibe machen wollte. Dann hätte er bleiben können, weiterkämpfen und das Das war eben die Nemesis. Wie geht er nun darf seine Stimme erheben. Die Komödie kann Aiuer daß er steselbse in dieser Nacht zu Tragödie umschigk, sollie die Welt nicht wisseg, VnStaffel der mühsam genug errungenen neuen Würde gen liegt die Verzweiflung. Er fleht ihn um hinuntergeschleudert in das bodenlose Nichts. Dal um Barmherzigkeit an. umsonst: Der Oberst von Staffel der mühsam genug errungenen hinnlergeschleibert m dur Voremöse Richls. Da kann auch dem Sensationslüsternsten kein Gedanken an die Todesabsicht kommen. Er sucht in seinem Schreibtisch herum, schichtet Papiere und Briefe in große Pakete zusammen und stößt endlich ein Schubfach auf, das sich nur widerwillig öffnen läßt. Es ist lange her, daß sein Blick auf diesen Sachen geruht hat. Da drinnen ist seine Jugend. All das, was weich, sehnsüchtig und gut in ihm war. Er hat sich von diesen Zeichen der Vergangenheit nicht zu trenneu vermocht. Er hat die Frau, die sich ihm einst im Knospenalter in scheuer Zärtlichkeit hingab, zu lieb gehabt. Jetzt muß das alles vernichtet werden, weil er sterben muß. Er schichtet die Briefe und vertrockneten Blumen im Kamin auf und hält ein brennendes Zündholz darunter. Die Flamme leckt gierig an dem dürren Material hoch. Ein Häufchen Asche, seine Jugend, sein Glück. Nur ein Zettelchen hat sich dem sengenden Odem zu entziehen verstanden. Verse! Zitternden tränenvollen Inhalts, von ihrer kleinen, seinen Hand geschrieben: Wenn wir jetzt auch beide Stumm auseinander gehn, Uus blüht auf dem Wege die Freude, Daß wir uns wiedersehn. Die kann uns niemand rauben, Drum wird nicht schwer das Leid, Wir halten mit diesem Glauben Das Glück der Ewigkeit. Ein Strom weißlichen Lichtes fließt von draußen her in den roten Schein der verlöschenden Lampe. Der Morgen naht. Der fahle Schein des jungen Tages verdichtet sich, ein lachendes, übermütiges Jungengesicht taucht jetzt plötzlich hervor. Klans Wiedental. Aber es bleibt nicht so strahlend. Graue SchatAm Barnherzigteil un. Amsonst! Der Volks. von. Wachenhusen löst keinen von den Schatten, die auf seinem Namen liegen. Er zerrt an das Licht, er hält ein unerbittlich scharfes Gericht. Er spricht dem einzigen Sohne die Ehre ab, er nimmt der Mutter den Trost ihres Alters. g „Jetzt tne an Dir desgleichen. michte Dich, der Du allein der Schuldige bist, mit der gleichen Strenge, wie Du mich, den Unschuldigen, gerichtet hast,“ sagt das verzweifelte, haßerfüllte Gesicht an seiner Seite. Er stöhnt auf. Es hilft nichts. Ermuß gehen. Aber das kann sie doch nicht vorausgeahnt oder gar gewollt haben, was zum Schluß sich herausgebildet hat. Nicht dieses gewaltsame Wiedersehen. Sie war ja so sauft und demütig. Er sitzt und sinnt. Die Zeit verstreicht. Die Zeigerder Uhr rücken langsam vor. Gibt es denn wirklich keinen anderen Ausweg für ihn? 220,16 Er setzt sich zum Schreiben nieder. Die Feder schleicht über das Papier. Jedes Wort ein Kampf. Es gilt die Enthüllung für seine Kinder:„Ich kann es Dir Auge in Auge nicht sagen, Jürgen, was doch gesagt werden muß. Deshalb wähle ich diesen Weg. Das Mädchen, welches Du zu Deinem Weibe machen willst, ist meine Tochter. Ich habe die Freifrau von Tarenberg sehr lieb gehabt und trotzdem konnte sie nicht mein Weib werden. In der Jugend nicht, weil wir zu arm waren, im reifen Alter nicht, weil die Hand eines Toten uns auseinander riß. Da habe ich mir in einer schwachen Stunde mein Recht genommen. Vergebt mir. Ich habe deswegen genug gelitten. Mir braucht niemand ein Urteil zu sprechen. Weder die Welt, noch Ihr. Wenn Dich, meine Adda, das Schicksal mit Tarenberg wieder vereinen sollte, so sage ihm, daß ich größeres Leid ertragen, als er. Ihr, die auch mein Kind ist, sagt meine Abschiedsgrüße. Ichhätte sie an mein Herz genommen und ihr ein Zuhanse gegeben, wenn ich kein starrer Mensch gewesen wäre.“ Westfalen begrüßen. dautschen Volke nicht it rauben, aber diese iter Preußens HegeHabsburger Regime. eingehen, der ihm Marmarameer und erste muß Rußland odann muß der Weg r den Balkan durch werden. Ueber diese en seit dem Beginn ndigung in Sicht? uch der Pekinger Verinischen Forderungen Is japanisch=chinesischen rren, heißt es jetzt in eine merkliche Entngen eingetreten sei, nichts anderes wolle, ung seinerzeit DeutschForderungen Japans auf ganz China, sonvon Schantung. Londiese Wendung auf Regierung erfolgt seienglische Meldungen fernen Osten bis auf so läßt sich schwer beWirklichkeit liegen. Ee Dardanellen. icht zu nehmen! il. Generalfeldmarschall e heute auf der Durchden Ministerpräsidenten desverteidigungsminister beiter des„Az Est“ erhall über die Dardatellenfortg für uneineeiben, was man will, lngst. Es ist unbegreifder Dardanellen beunirken verfügen über eine man glaubt. Die allstig und gut. Er sagte: h in den Karpathen ist ürsen mit voller Zuverhen. der Feinde. et von der französischen r des„Journal of Tenesie der Angriff vom 18. nellen der englischen kostete, in einem Bericht: drei Panzerboote, die untergingen, iger schwer beschädigte erichte haben weder den oboote eingestanden, noch inzerkreuzer mehr oder Seitdem ist gemeldet “ nach vergeblichen Beser zu halten, ebenfalls den englischen Dreadhe Schicksal ereilt habe. der Dardanellenaktion. n Athener Korrespondent edung mit General Pau, inige Zeit in Italien zuErholung. Mit dem Ereise ist der General anr gab aber schließlich den K? Er fleht ihn um Hilfe, oust! Der Oberst von den Schatten, die auf rtan das Licht, erhält cht. Erspricht dem einnimmt der Mutter den ichen. Richte Dich, der dist, mit der gleichen Unschuldigen, gerichtet haßerfüllte Gesicht an Eshilft nichts. Ermuß licht vorausgeahnt oder im Schluß sich herauswaltsame Wiedersehen, mütig. zeit verstreicht. Die Zeidr. Gibtes denn wirklich rihn?. 220,16 ben nieder. Die Feder Jedes Wort ein Kampf. seine Kinder:„Ichkann t sagen, Jürgen, was Deshalb wähle ich diewelches Du zu Deinem neine Tochter. Ich habe g sehr lieb gehabt und nein Weib werden. In r zu arm waren, im reiind eines Toten uns aush m i r i n e i n e r s c h w a c h e n umen. Vergebt mir. Ich itten. Mir braucht nieen. Weder die Welt, noch Adda, das Schicksal mit u sollte, so sage ihm, daß 1, als er. Ihr, die auch Abschiedsgrüße. Ichhätte ien und ihr ein Zuhanse rer Mensch gewesen wäre.“ Mißerfolg der Dardanellenaktion zu, die ohne Zuziehung großer Truppenmassen unmöglich sei. Der Untergang des Kreuzers„Medschidize". wtb Konstantinopel, 8. April. Ein Offizier des untergegangenen Kreuzers„Medschidije“ hebt in einer Erzählung über den Untergang des Kreuzers mit Bewunderung die Tapferkeit und Kaltblütigkeit des Kommandanten, der Offiziere und der Mannschaften hervor, die nach Explosion der Mine, auf die das Schiff geraten war, alle auf ihrem Posten blieben, um die an Bord befindlichen Gegenstände in Sicherheit zu bringen und die übrigen zu zerstören. Die Boote wurden nicht früher bestiegen und die Rettungsgürtel nicht früher umgeschnallt, als bis der Kommandant die Unmöglichkeit einsah, länger an Bord zu verweilen und den Befehl hierzu gegeben hatte. Die Offiziere und Mannschaften wurden von osmanischen Torpedobootszerstörern gerettet. Einem von ihnen erteilte der Kommandant des„Medschidije" den Befehl, ein Torpedo gegen den Krauzer abzuschießen, dessen Hinterteil noch aus dem Wasser hervorragte, da das Schiff in einer Untiese gesunken war. Die Türken verbitten sich jede Einmischung. Von dem Kampfesmut und der Siegeszuversicht der Türken legt die herzerfrischende Abwehr Zeugnis ab, die sie den geplanten amerikanischen Friedensvermittelungen zuteil werden lassen. Tatsächlich müssen die Versuche, die nach dieser Richtung angeblich in Berlin, Paris und London gemacht werden, noch dazu von seiten der Amerikaner, als versehlt bezeichnet werden. Gerade die amerikanischen Friedenstauben werden gegenwärtig in der Welt mit Mißtrauen angesehen, denn wenn es den Geldmachern jenseits des großen Leiches wirklich ernst mit ihren Absichten wäre, dann hätten sie ein viel einfacheres Mittel, das Ende des Blutvergießens herbeizuführen,— sie brauchten nur ihre gewissenlose Liefenung der Mordinstrumente einzustellen. Bei diesem Punkt versagt eben die friedensfreundliche Absicht der Amerikaner. Sie werden gewiß nicht das Verderben, das über die Genossen der Königsmörder von Serajewo hereinbrechen wird, dadurch aufhalten können, aber sich selbst und ihrer Moral haben sie in der Weltgeschichte damit das Todesurteil gesprochen. — Konflikt erhalten. Der Gesandte glaubt, daß es unangebracht wäre, vor dem Eintreffen weiterer amtlicher Nachrichten aus Bulgarien sich eine Meinung zu bilden. Alle Gerüchte, wonach der Besuch des Feldmarschalls von der Goltz in Sosia mit diesem Zwischenfall im Zusammenhang stehe, entbehren jeder Begründung. tu Genf, 7. April. Der angebliche Einfall bulgarischer Komitadschis in Serbien wird von der französischen Presse lebhaft erörtert, die sich fragt, ob und inwieweit Bulgarien dafür verantwortlich gemacht werden kann. Der„Temps“ schreibt: Der Angriff auf Valondrovo entspräche sicher nicht den Zielen der bulgarischen Politik. Das Geheimnis, das die Haltung Bulgariens umgibt, mache jede Baurteilung unmöglich. Es sei aber sicher, daß Zwischenfälle dieser Art keinen entschiedenden Ein' fluß auf die Ereignisse ausüben werden, welches auch die Absicht Bulgariens sei.„Figaro“ fragt, ob die Tat der Komitadschis verurteilt wird, oder ob es der mazedonischen Partei in Sosia noch einmal gelingen wird, das Land an den Rand des Abgrundes zu bringen.„Journal“ sieht in dem Zwischenfall einen neuen Beweis dafür, daß die Hoffnung auf eine Verständigung zwischen Bulgarien und Serbien illusorisch ist und daß die widersprechenden Interessen der Balkanstaaten die Gründung eines neuen Balkanbundes unmöglich machen. Die bulgarisch=serbischen Kämpfe. tu Paris, 7. April. Nach Meldungen aus Nisch via Malta ist der serbisch=bulgarische Grenzzwischenfall sehr ernster Natur. Der Angriff der Bulgaren erfolgte, wenigstens nach serbischer Darstellung, in der Nacht vom 2. zum 3. April gegen 2 Uhr morgens. Nachdem die Buulgaren das Blockhaus bei Walandew und alle umliegenden Höhen erobert hatten, wurden sie am Abend des 3. April von serbischen Verstärkungen wieder verdrängt. Sie erhielten jedoch ihrerseits Verstärkungen von Komitadschis, so daß sie den Kampf von neuem aufnahmen. Es entwickelte sich dann am 4. und 5. April eine förmliche Schlacht, deren Ausgang noch nicht feststeht. Die Bulgaren haben fast alle Eisenbahnlinien besetzt. 5 Bahnhöfe sind während des Kampfes bereits in Flammen aufgegangen. Die serbischen Blätter melden, daß über 20000 Komitadschis bereit stehen, um auf ein gegebenes Zeichen hin die Grenze zu überschreiten. Der seib tu London, 7. April. Die„Agence Havas“, meldet: Die bulgarische Gesandtschaft hat bisher eine Mitteilung von einem serbischbulgarischen Friedensgebete. Köln, 8. April. Einem Telegramm der„Köln. Volksztg.“ zufolge, ordnete der Papst an, daß Friedensgebete in allen Kirchen des kath. Erdkreises während des Monats Mai gebetet werden. Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 8. April. **(Von den Kartoffeln.) Deutsche Hausfrau! Wenn Du noch für 4 Monate haltbare Kartoffeln hast und sie in der Schale kochst(etwa abgepellt in heißem Salzwasser nachkochst), so kommst Du 20 Tage länger damit aus und brauchst keine teuren Frühkartoffeln zu kaufen.— Ferner sei auf folgendes aufmerksam gemacht: In den Keimen, welche die Kartoffeln im Frühjahr im Keller treiben, ist ein scharfes Gift, das Solanin, enthalten: deshalb dürfen diese Keime nicht in den FutterEimer geworfen werden, sondern müssen dem MüllEimer übergeben werden. **(Der Krieg und die Holzpreise.) Wie der Krieg auf die Holzpreise einwirkt, das bekundeten, die in den letzten Tagen abgehaltenen Holzversteigerungen. Am teuersten wurden die Hölzer bezahlt, die im Kriege Verwendung finden, nämlich Eschen und Hainbuchen, von denen Gewehrschafte, Spatenstiele, Wagendeichseln u. dergl. angefertigt werden. Eschen am Stamm, wofür früher 40 Mk. pro Festmeter bezahlt wurden, stiegen auf 120 Mk., Hainbuche von 18 auf 30, Eschenrollen von 4—6 auf 12—18 Mk. Auch die Preise für andere Nutzhölzer zeigen Steigerungen an. **(Preuß. Klassen=Lotterie.) Die Erneuerung der Lose zur 4. Klasse 231. Lotterie muß gegen Vorlegung der Vorklassenlose bei Verlust des Gewinnanspruchs bis spätestens Freitag, den 9. April d. J., abends 6 Uhr, geschehen. **(Elektrische Zimmerheizung.) Die Elektrizität ist für den Haushalt nicht allein auf die Beluchtung beschränkt, worin sie das Petroleumlicht bereits um das Dreifache an Billigkeit übertrifft; auch auf dem Gebiete der Zimmerheizung in der sog. Uebergangszeit zeigt sich der elektrische Strom überaus nützlich. In den Monaten April und ist meistens eine dauernde Heizung aller Räume nicht mehr erforderlich. Die Heizungen, besonders Zentralheigungen, werden vielfach um diese Zeit endgültig eingestellt. Die üblichen Kälterückschläge bringen dann aber Tage, an denen man fröstelnd in den Stuben sitzt, da es sich meistens nicht lohnt, wegen einer voraussichtlichen kurzen Zeit die Zentralheizung in Betrieb zu setzen. In diesen Fällen bewährt sich ein elektrischer Heizofen, der in jedem Hause mit elektrischen Leitungen ohne die geringsten Amstände mittels Stecker an einen Wandanschluß angeschlossen werden kann und sofort eine angenehme Wärme ausstrahlt. Diese Oefen können ebenso leicht wie elektrische Stehlampen von einem Platz zum anderen gebracht werden, sind vollkommen gefahrlos und hygienisch unübertroffen. Da ein solcher Apparat, wie es in der Natur der Sache liegt, im Jahre nur an wenigen Tagen in Gebrauch ist, stellen sich die Stromkosten so gering, daß man ihn ohne weiteres an die Lichtleitung anschließen kann. **(Auszeichnung.) Der Kaiser und König hat dem Stationsschaffner Friedr. Elsenplässer das Allgemeine Ehrenzeichen in Silber verliehen. **(Schulpersonalie.) Der frühere Kreisschulinspektor Rensing von hier(jetzt Stadt=Schulinspektor in Essen), ist zum Königl. Schulrat ernannt worden. **(Krankheits=Statistik.) In der Woche vom 14. bis 20. März sind in dem Kreise Hörde(Stadt und Land) folgende Fälle von übertragbaren Krankheiten amtlich gemeldet worden: Erkrankungen an Diphtherie 17(6 Hörde, 4 Berghofen, 2 Hengsen, je 1 Hombruch, Holzwickede, Annen, Schwerte, Holzen), Scharlach 4(1 Todesfall), davon 3 in Hörde, 1 in Westhofen, Unterleibstyphus 1(Annen); Todesfälle an Genickstarre 1(Hombruch), Kindbettfieber 1(Holzen), Lungen= und Kehlkopftuberkulose 1(Hörde). Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. E S ∆ 5 Sn Fe? bei unseren! wenn die Feldpost echte Salem Aleskumoder bringt, PreisNf9 8 5 4 56 S 10. 4 55 5 UDGgd.Stk. 20 Stckz feldpostmässigverpachkt gortoffri! 50 Stck feldpostmassigverpeckt 10P Rorto! Se Prisce Pecie seeretant Sibe- Kpchr Jachen Inh. 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Deine Liebe und dein Blaube an mich hat mich zurückgeführtzg ließen mich nicht untergehen, das weiß und fuhre ich stark und tief in dieser schweren Stunde.“ Rückhaltlos brach sich die Beichte seiner verlorenen Jahre, seiner nutzlos vergeudeten Kraft aus :„Aber ich habe den Willen, gutzumachen.“ Gläubig sah er zu ihr auf. Ihre Augen senkten sich tief in die seinen. Ernst und feierlich klang ihre Stimme:„Ja, ein neues Leben, geläutert im Bewußtsein überwundener Schwäche. Auch ich habe gefehlt an dir, das wollen wir gegenseitig nie vergessen und daran erstarken für eine glückliche und froße Zukunst“.. Still küßte sie ihn auf die Stirn, und segnend ruhten ihre Hände auf seinem Haupte. Wie leiser Flügelschlag wehte es über sie hin. Lichtumflossen schwebte die Hoffnung durch den geheiligten Raum. 9 6 X* E Ratschläge fürs Haus □ 5 von Laura Uincent. Schnittblumen erhält man länger frisch, wenn man dem Wasser in der Vase ein kleines Stückchen Stärke zusetzt. Transpirieren an Händen und Füßen bereitet vielen Leuten große Unannehmlichkeit und ruiniert auch seine Handschuhe und Schuhe. Ein gutes Mittel gegen diese unangenehme Eigenschaft ist das folgende: Man mische 30 Gramm Borsäure mit ebensoviel feinem Stärkepuder und fülle dies in einen kleinen Beutel aus grobem Mull. Ehe man Strümpse anzieht, streue man durch den Mull von diesem Puder in die Strümpse und in die Handschuhe. Beim Geschirrabwaschen ist es besser, dem Wasser etwas Borax oder Seifenpulver zuzusetzen als Soda. Beim Abwaschen von Kristall und Glas empfiehlt sich ein kleiner Zusatz von Salmiakgeist, es wird dadurch sehr hell und klar und läßt sich leichter polieren. Das Ticken einer Uhr im Krankenzimmer macht den Kranken oft sehr nervös, und doch möchte er seine Taschenuhr nicht entbehren. Hier läßt sich sehr leicht Abhilfe schaffen. Man lege die Uhr so, daß der Patient sie sehen kann, und stülpe ein Glas darüber. Das Ticken wird nicht mehr zu hören sein. er viel in der Küche zu tun hat, empfindet oft das Bedürfnis, sich die Hände abzuwischen, aber es ist unbequem, jedesmal nach dem Handtuchriegel zu laufen, auch zieht die Hausfrau es vielleicht vor, ein Handtuch zu ihrer eigenen Benutzung zu haben. Man nehme zu diesem Zweck quadratische Wischtücher, nähe an einer Ecke einen Aufhänger an und streife diesen so über den Bund der Küchenschürze, so daß das Tuch vorn rechts oder links herunterhängt. Man hat es so stets zur Hand und benutzt es allein. Zum Cremefärben und Stärken von Spitzen eignet sich sehr gut ein Ei, das tüchtig zerquirlt und mit der nötigen Menge Wasser vermischt wird. dieser Flüssigkeit werden die Spitzen nicht nur gecremt, sondern auch zu gleicher Zeit leicht appretiert. Ein einfaches Mittel gegen Ameisen, Schwaben und andere Insekten, die unsere Speisekammern heimsuchen, sind grüne Walnüsse. Man lege sie dahin, wo die Tiere sich zeigen und wird bald finden, daß diese verschwinden. Das Mittel ist reinlich und erfolgreich. Beim Backen von Eierkuchen gebe man Wasser statt Milch an den Teig, die Kuchen werden dann viel knuspriger. Aus vergangenen Tagen. Der Ahnherr der Seeschlange. In der ersten Nummer der„Vossischen Zeitung“, die überhaupt erschien, im Jahre 1727, wurde folgende Meldung aus Belgrad unter dem 2. November veröffentlicht:„Laut den Nachrichten aus Lindos, in Griechenland, hat man den 3. September 1726 allda einen erschrecklichen Meerfisch gesangen, so in der Größe wie ein Camelthier war, an welchem folgende seltsame Zeichen mit jedermanns Erstaunen gesehen wurden: Dessen Kopff war über die maßen groß, aufhabend eine Fontange, an statt der zwey Ohren zwey Gesichter, bey dem rechten Auge ein geharnischtes Angesicht, auf dem Gehirn ein bloßes Schwert und Todten=Kopff, beim linken Auge ein sehr mager oder dürres=Weibsgesicht. Jedes hatte auf der Stirne einen Buchstaben, der geharnischte Mann hatte ein V, das ThierGesicht ein H, am Todten=Kopff ein P, alle Buchstaben waren roth. Der Rachen obigen Fisches stunde weit offen, seine Zähne waren wie bey einem großen Wild=Schwein, die Zunge mit drei Spitzen, die Schuppen sehr grausam, der Schlund blau, und große rothe Augen, auf der linken Seiten eine Todten=Bahr und an der rechten etliche rothe Creutzlein, auf der rechten Seite am Bauch siehet man eine natürliche menschliche Hand und Fuß, am Schweiff eine Standarte, Fahne nebst anderm mehr. Das Volck ist häuffig hiezu gelauffen, dieses ungeheure Meerwunder zu betrachten, welches man aber den zehenden Tag, weilen es grausam anfangen zu stinnken, zu Aschen verbrandt hat. Ob dieses eine Bedeutung haben mag, stehet zu erwarten.“ Humor. Die Spinne. Als Mark Twain in jungen Jahren Redakteur einer kleinen Zeitung in Missouri war und unter anderem auch den Briefkasten redigierte, schrieb ihm einst ein abergläubischer Abonnent, er habe eine Spinne in der Zeitung gefunden und wolle gern wissen, ob das Glück oder Unglück bedeute. Der Humorist schrieb folgende Antwort, die am folgenden Tage im Blatte erschien:„Daß Sie eine Spinne in unserer Zeitung gefunden haben, bedeutet für Sie weder Glück noch Unglück. Die Spinne hat einfach in dem Blatte nachgesehen, welcher hiesige Kaufmann nicht annonciert, so daß sie vor dessen Tür ihr Netz ausspannen und künftighin in Ruhe und Frieden leben kann!“ 8 9 8 85 52 ## S S. 8 S: c g *** Geniverte Amtücbes Kreisblatt für den Kreis börde 46. Jabrgung O Gües unf Uehrs Cagesorgm des bein. 0 Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 81. Donnerstag. 8. April 1915. Et 5„ 3“ G E OESS S= a 6 N □ nach dem Ausdruck seines Gesichts zu urteilen, nur Pläne von übelster Art sein. Als er sich erhob, war der Anbruch des jungen Tages nicht mehr allzu fern, und nie hatte sich die Brutalität und Verworfenheit seines Charakters deutlicher in seinen Zügen gespiegelt als jetzt, wo ein fester und unwiderruflicher Entschluß seine Seele ganz zu erfüllen schien. Schon auf der Schwelle des Gemaches stehend, musterte er es noch einmal mit scharsem Blick bis in den letzten Winkel, wie wenn er sich alle Besonderheiten der Oertlichkeit unverwischbar einprägen wollte. Besonders lange ruhten seine Augen auf der Riesenfigur des ausgestopften Bären, und ehe er ging, nickte er der toten Bestie zu wie einem lebendigen Wesen, mit dem er sich in geheimem Einverständnis wußte. 6. Kapitel. Das große Gartenfest des Grafen Bredow=Donnersberg war vom herrlichsten Sommerwetter begünstigt und nahm in allen Teilen den glänzenden Verlauf, den man ihm bei der bekannten fürstlichen Gastsreundschaft des Schloßheren von vornherein hätte weissagen können. Der größere Teil der Geladenen, deren Kreis man diesmal viel weiter gezogen hatte, als es sonst bei den gräflichen Festlichkeiten Brauch war, hatte sich nur im Park bewegt, wo für allerlei Zerstreuungen und Erfrischungen bestens Sorge getragen war, während die Verrasse und die Gemächer des Schlosses 1 selbst für die intimeren Bekannten der Familie und für die Angehörigen der höchsten Gesellschaftskreise reserviert worden waren. Hier aber hatte es leider gegen Abend einen peinlich empfundenen Mißton gegeben, durch den einige Herrschaften sogar zu vorzeitigem Aufbruch noch vor Beginn des Feuerwerks veranlaßt worden waren, das den Höhepunkt und zugleich den Abschluß der festlichen Veranstaltung bilden sollte. Im Flüsterton war nämlich von einem zum anderen I die unerhörte Tatsache weiter berichtet worden, daß sich der heute in die Gesellschaft eingeführte Sohn und Erbe des Grafen in seine Gemächer habe zurückziehen müssen, weil seine schwere Betrunkenheit angefangen habe, Anstoß zu erregen, und weil sich schließlich alle Anzeichen eines bis zur Sinnlosigkeit gesteigerten Rausches gezeigt hätten. Eines solchen Vorkommnisses wußte sich in diesen Kreisen kaum irgend jemand zu erinnern, und es war kein Wunder, wenn es in einer die Familie des Gastgebers nicht eben schmeichelhaften Weise besprochen wurde. Zwar hieß es, der bedauernswerte junge Mann sei an einer Art von Sonnenstich erkrankt; aber es fand sich niemand, der dieser wohlwollenden Auslegung Glauben geschenkt hätte, da schon allzu viele Zeugen seines wüsten Benehmens gewesen waren, ehe man ihn hatte bewegen können, sich in sein Schlafzimmer bringen zu lassen. Die Lage der Familienangehörigen, die über die Natur des allgemeinen Geflüsters selbstverständlich nicht im ungewissen sein konnten, war unter solchen Umständen alles andere eher als beneidenswert; aber sie wußten sich mit Tapferkeit und Selbstbeherrschung in das Unabänderliche zu finden. Die Gräfin, eine noch immer sehr schöne, blonde Frau von ungefähr vierzig Jahren, die ihren Gatten anbetete, benahm sich geradezu musterhaft, obwohl vielleicht gerade sie am meisten unter dem unverantwortlichen Verhalten dieses Stiefsohnes litt, der ihr von Anfang an keine andere Empfindung als die des tiefsten Widerwillens hatte einflößen können. Der Freiherr von Reckenburg, der durch das plötzliche Auftauchen dieses Sohnes so unerwartet um seine Aussichten auf das Majorat gebracht worden war, hatte aus Familienrücksichten die Selbstverleugnung sogar so weit getrieben, den Berauschten selbst aus der Gesellschaft zu entfernen und ihn mit Hilfe eines Dieners zu Bett zu bringen. Und der Major wurde nicht müde, jedem, der es hören oder nicht hören wollte, immer wieder zu erzählen, daß sein Neffe von einem schweren Sonnenstich, den er in früher Kindheit erlitten, leider eine sehr große Empfindlichkeit zurückbehalten habe, die manchmal ganz unerwartet zu neuen Krankheitsanfällen führe. Am wenigsten bemüht im Sinne einer Bemäntelung des Geschehenen waren der Vater und die Tochter der Gräfin, obwohl selbstverständlich auch sie durch kein Wort und durch keine Miene zu erkennen gaben, wie sie darüber dachten. Zwischen Großvater und Enkelin herrschte, wie in allem anderen, so auch in bezug auf diesen vom Himmel gefallenen oder aus der Hölle gekommenen Erben das vollkommenste Einverständnis.: Der Senator Sherman G. Vanderzee von Neuyork war selber in seiner amerikanischen Heimat eine viel zu bedeutende und hochangesehene Persönlichkeit, als daß er der verwandtschaftlichen Verbindung mit einem Aristokraten aus ältestem Geschlecht übergroße Bedeutung beigemessen hätte. Es war eine reine Liebesheirat gewesen, der er zwar seine Zustimmung nicht versagt hatte, in der er aber durchaus keine Standeserhöhung seiner Tochter erblicken konnte. Sein Verhältnis zu dem Schwiegersohn war denn auch immer ein etwas steifes geblieben. Es gab zu viele Dinge, in denen der deutsche Standesherr und der amerikanische Multimillionär sich nur schlecht verstehen konnten, und wenn auch die Formen ihres Verkehrs durchaus der Hochachtung entsprachen, die sie füreinander hegten, entschloß sich der Senator anläßlich seiner häufig wiederholten Europareisen doch nur schwer, länger als wenige Tage oder höchstens Wochen auf Schloß Donnersberg zu verweilen. Das Verhältnis, in dem er zu seiner schönen, jungen Enkelin stand, war freilich das denkbar beste und herzlichste. Edith hatte in der Tat sowohl in der äußeren Erscheinung wie in Charakter und Wesen viel mehr von dem amerikanischen Großvater als von ihrem Vater, und das Bewußtsein dieser Seelenverwandtschaft mochte es in erster Linie sein, was die beiden so stark zueinander zog. Geheimnisse hatte die Komtesse vor dem Senator, dessen Erschelnen sie jedesmal mit der größten Freude begrüßte, bisher nie gehabt, und so hatte er auch diesmal, als er vor zwei Tagen auf dem Schlosse eingetroffen war, sehr bald von ihr erfahren, wie stark ausgeprägt ihre Antipathien gegen den neugewonnenen Stiefbruder seien. Freilich würde er auch ohne das sehr bald dahin gekommen sein, diese Antipathien zu teilen. Denn der junge Mensch hatte sich nicht im mindesten bemüht, artig und zuvorkommend gegen die amerikanische Verwandtschaft seines Vaters zu sein. Er spielte vielmehr dem Senator gegenüber den Hochmütigen und Herablassenden, und dergleichen konnte begreiflicherweise nirgend schlechter angebracht sein, als einem Manne gegenüber, der sich in seiner Heimat durch hervorragende staatsmännische Leistungen den Ruf eines bedeutenden Politikers erworben hatte, und der mit Fug und Recht noch auf ganz andere Dinge stolz sein konnte als auf seinen großen Reichtum. Sämtliche Räume im Erdgeschoß des Schlosses waren an diesem Tage dem Schwarm der Gäste geöffnet gewesen, mit einziger A snahme des gräflichen Arbeitszimmers, in das der Herr von jeher nur denen, die ihm am nächsten standen, den Eintritt gestattet hatte. Dem Drängen seiner Frau nachgebend, hatte Graf Rüdiger sich gegen Abend für eine Weile hierhin zurückgezogen, weil er sich durch die Anstrengungen des Tages und vielleicht noch mehr durch die Last seiner Sorgen stark ermüdet fühlte. Er wollte ein Stündchen ruhen, um für den letzten Teil des Festes und für die Verabschiedung der Gäste wieder frisch zu sein, und niemand würde es gewagt haben, ihn zu stören. (Fortsetzung folgt.) # 82 Denkspruch. Es ist dem Menschen natürlich, geringschätzig zu behande'n, was ihm verloren gegangen, und es ist ihm ebenso leicht, die Rugen des Geiltes zu schließen als die des Körpers. Döllinger. Erkenntnis. Slizze von Martha Henzler. (Schluß.) (Nachbruck verbeten. Ein herrlicher Sommertag ging zur Neige. In einem Glutmeer versank die Sonne am Horizont. Die ersten Schatten der Dämmerung legten sich über den kleinen Raum, umwoben Mutter und Tochter mit stiller Sehnsucht. Bange Müdigkeit lähmte ihre Glieder. Ihre schlugen im Gleichtakt der Sorge und Ungewißheit. Wehes Ahnen durchzog ihre Sinne. So saßen sie sich gegenüber, bis es Zeit war, Licht zu machen. Milde und warm bestrahlte sie die Lampe. Doch keine vermochte der anderen frei ins Antlitz zu sehen, keine die Lippen zu einer Frage zu öffnen. Angstvoll horchten sie auf jedes Geräusch von außen. Stunde um Stunde verrann in bleierner Schwere. Schon war jede Hoffnung in ihnen erstorben. Zaghaft sprach Elsbeth in die Stille hinein:„Nun kommt er heute nicht mehr, Mutter.“ „Ich warte doch,“ erwiderte Frau Weber in starrer Entschlossenheit. Da— mit tastenden, unsicheren Schritten polterte jemand die Treppe herauf. Ein erlösender Aufschrei wie aus einem Munde: „Das ist Hans!“ Schon war die Mutter an der Tür und riß sie auf, trat jedoch in jähem Schreck zurück:„War denn dieser Mensch, mit dem aufgedunsenen Gesicht, dem stieren Blick, dem verlotterten Anzug, ihr Sohn?!“ Fast tonlos löste sich's von ihren Lippen:„Hans, bist du es wirklich?“ In aufwallendem Erbarmen griff sie nach seinen Händen und zog ihn ins Zimmer. Elsbeth stand wie versteinert und sah voll Entsetzen auf den Bruder. Hans lachte kurz und heiser auf:„Na, kennt ihr mich denn nicht?— Ich— ich— bin doch— der Hans im— Glück— haha.— Oder hab' ich mich am Ende verlaufen?“ Mit blöden Augen schaute er um sich.— „Nein“, nein—, ich bin schon richtig hier! Aber verdammt l#er ist's in eurer Bude. Na, wenigstens habt ihr noch die alte Pritsche.“ Er wankte zum Sofa und warf sich hart und wuchtig darauf hin,— setzte sich wieder in die Höhe, sah herausfordernd auf Mutter und Schwester und sprach mit schwerer Zunge:„Na, habt ihr kein herzliches Wort für mich? Ihr denkt wohl, ich sei betrunken?—— Macht doch keine so jammervollen Gesichter, sonst lauf' ich wieder weg.— Kommt, setzt euch lieber zu mir,— ich— ich—. Er sank zurück und war in der nächsten Sekunde eingeschlafen. Lautlos huschten die beiden Frauen aus dem Zimmer. Sie schienen wie versteinert im Schmerz. Elsbeth fand sich zuerst zurecht. Ihren eigenen Jammer gewaltsam niederkämpfend, sprach sie tröstend auf die Mutter ein:„Wir wollen den Morgen abwarten. Am lichten Tag verliert manches seinen Schrecken. Wer weiß, wie er dazu gekommen ist. Es war ja heute so heiß draußen. Vielleicht ist er weit gewandert und hat nachher zu schnell getrunken. Stumm und tränenlos hörte die Mutter ihr zu. Ihr Glaube war dahin. Alles brach in ihr zusammen. Und doch siegte die Mutterliebe über all diese Qual. Weder Schlaf noch Ruhe kam über sie. Ihre Seele hielt Wache bei dem heimgekehrten Sohne. Sie rang mit ihm, zog ihn aus der Tiefe zu sich empor. Es war ihr, als ob er jetzt erst eins mit ihr geworden. — Neu geschenkt zu neuem Leben, zu neuen Pflichten. Ein heißes Dankgefühl löste Wunderkräfte in ihr aus. „Noch ist es nicht zu spät, sonst wäre er nicht zu mir gekommen,“ flüsterte sie wie im Traume. *** Hans lag wie ein Toter. nendendes Sonnenlicht fiel durch die hlanken Scheiben ihm direkt ins Gesicht. Es zwang ihn, die Augen zu öffnen. Mürrisch drehte er sich auf die andere Seite und versuchte weiterzuschlafen. Aber die Glieder waren ihm steif geworden und schmerzten. Ein dumpfes, unbehagliches Gefühl stieg in ihm auf. Er drehte sich wieder der Helle zu. sicher irrten seine Augen durch die Stube. Langsam kam ihm die Erinnerung zurück. Er war ja zu Hause,— bei Muttern. Unwillkürlich entschlüpfte ihm dieses traute Wort. Er erschrak darüber. Bange Mutlosigkeit beschlich ihn. Seine gestrige Heimkehr trat ihm beschämend vor die Seele. Um sich seine Beichte zu erleichtern, hatte er sich erst Stimmung angetrunken.— Nun wurde sie ihm doppelt schwer. Die Dürftigkeit des Zimmers,— so freundlich und sauber es auch aussah,— redete eine ganz eigene Sprache,— lenkte seine Gedanken zu Selbstvorwürfen, denen er bisher keinen Raum gelassen, weil sie ihm unbequem und lächerlich erschienen,— und auch jetzt noch stritten Trotz und Auflehnung gegen seine bessere Erkenntnis. War's nicht sein gutes Recht gewesen, wenn er sein Leben genossen, wie's seine Natur ihm vorgeschrieben? War's nicht über ihn gekommen wie ein Sturm, der alle ungeahnten Triebe in ihm hochgepeitscht?— War er nicht hinter Mauern aufgewachsen— die die Brandung des Lebens von ihm ferngehalten? — Hatte man ihn nicht wie eine Treibhausblume behütet und gepflegt, und mußte da nicht dieses Ende für ihn kommen?—— „Nein, du hast Mutter und Schwester um Geld und Zukunft betrogen, hast dein Manneswort gebrochen und nicht ein einziges Mal mit ehrlichem Willen gegen deine zweite Natur gekämpft,“— sprach eine andere Stimme laut und ungestüm in ihm.— Sie wurde stärker und stärker. Suchend tastete sein Geist nach den Zügen von Mutter und Schwester. Bleich,— verhärmt, in stummer Anklage tauchten sie vor ihm auf. Aufstöhnend schlug er die Hände vors Gesicht. Sie die all die Jahre auf ihn warteten, von ihm Erlösung erhofften, mußten nun ihr trübes Dasein weiterschleppen und ihm, dem Landstreicher und Bettler, eine Zuflucht schenken, und er, der in voller Manneskraft zum Greis geworden, mußte froh sein, wenn ihn einer noch eines Grußes oder Handschlages würdigte. Ein rauhes, hartes Schluchzen rang sich aus seiner Brust. Leise wurde die Tür geöffnet. Elsbeth schob sich vorsichtig herein, stand erschüttert, als sie ihn weinen hörte. Hinter ihr erschien die Mutter,— winkte Elsbeth:„Laß uns allein.“ Wie ein Schatten huschte sie wieder hinaus. Frau Weber stand mit gefalteten Händen und wartete, bis er ihre Nähe fühlte. Mit unsichtbaren Fäden spann sich die Sehnsucht von Mutter und Kind, hinüber und herüber.—