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Ootssachund eenaht.- Sechinsetdleune Antrisches Kreisbialt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung ** Schwerter Volksblau tar den Kleis wörcie Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Verbunden mit: Schwerter Tageblatt S Schwerter Anzeiger Grites und älteltes Cagesorgan des Kreiles o General-Rnzeiger für den Kreis Börde o Haupt-Annoncenblan aus bris, und ichalpolizgrlchen Derurd. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemaß Betanntmachung dei Aöniglichen Regierung durch Verössentlichung io der„Schwerter Zettung" rechtsverdindliche Kraft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt ihren Adognen= ten für jeden mit Tod endenden Unsall ge300 Mk. Druck u. Verlago. Cor Braus. Schwerte. Fernsp. 62. Telegr.= Adr. Braus SchwerteNr. 76. Mittwoch, den 31. März 1915. 47. Jahrgang. S 8.— SaSs S S: 5 S S S 2 S 8 9 S— SS5BR S 21. SoSgge K 6g #SEE .# 9 2.0— 50 507782. E S SSs S S p.. B 25550 * S 75 S 5 85 9258 REST F. SAE S 5 8 5 d * 9r e S 5g S. 485S * Bage T 20 Eints-Tel Ein politischer Gedenktag. Vor einem Jahrzehnt, am 31. März 1905, trug #ch ein hochwichtiges Ereignis zu, auf das einen it zurückzuwerfen, die jetzige Zeit besonders anSelan ist: wir meinen den Besuch Kaiser Wilhelms Tanger. England und Frankreich hatten wieer einmal ein Stück Welt untereinander geteilt, und in Paris gab man sich bei dem Vorgehen in Marokko den Anschein, als habe man ein eetrohäisches Mandat in Händen. Nachdem daraufhin deutsch=offiziöser Seite hervorgehoben worden ##ar, daß an der Selbständigkeit Marokkos durch #n englisch=französischen Vertrag nichts geändert ###orden sei, da dieser nur einseitige Abmachungen ####thielt, die auf die Verhältnisse des Sultanats zu ##deren Mächten keine Einwirkung haben könnten, ##and diese Anschauung durch den Besuch Kaiser ##ilhelms in der marokkanischen Hafenstadt Tan#er auf seiner Mittelmeerfahrt im Frühling 1905 ine kraftvolle Bestätigung, die in London und Pa##is verblüffend wirkte. Erst die Ankündigung dieses Besuches schien die tanzösischen Machthaber daran erinnert zu haben, ##aß Deutschland mit seinen wohlerworbenen Ansprüchen auf den marokkanischen Markt vor fran###sischer Anmaßung nicht Kehrt machen werde. #edenfalls machte der Einnig des Kaisers in Tanger einen gewaltigen Eindruck, der noch erhöht purde durch die dort gehaltenen Ansprachen, deren Redewendungen von dem„freien Marokko", von der friedlichen Konkurrenz„aller Nationen ohne Monopole und Ausschließung“ den Staatsmännern an der Seine keine angenehme Musik waren. Die marokkanische Frage schien in eine neue Phase getreten zu sein, aber es ist alles anders gekommen, als unsere leitenden Kreise damals sechten. Schon auf der Algeciras=Konferenz sanden wir viel Widerstand, und nur einer unserer Verbündeten, Oesterreich=Ungarn, erwies sich als brillanter Sekundant". Noch einmal griff Deutschsand aktiv in das Marokko=Problem ein, nämlich im Sommer 1911 durch die Entsendung des Kasonenbootes„Panther", das später durch den kleinen Kreuzer„Berlin“ abgelöst wurde, nach Agadir. Daran schlossen sich dann die langwierigen Anterhandlungen mit Frankreich, die schon manche Enthüllung bezüglich der Absichten Englands brachten. Deutschland, das in Bezug auf Marokko seinen Standpunkt geändert hatte, gab bei diesen Verpandlungen lebhafte Beweise seiner Friedensliebe. Seine Haltung ist damals verschieden beurteilt worden, man glaubte sie nicht in Einklang bringen zu können mit der kraftvollen Sprache Kaiser Wilhelms am 31. März 1905 in Tanger. Aber es ist pier nicht der Raum, darüber Erörterungen anzugelen, vielmehr geben wir nur der Ueberzeugung Ausdruck, daß auch die Marolkofrage durch den ##tigen Weltkrieg ihre Lösung finden wird. Gesundheilszusland unserer Tcuppen. Aus dem Großen Hauptquartier geht uns folWbende Mitteilung zu: Ausländische Blätter brach#en in der letzten Zeit häufig ungünstige Nachrichaten über den Gesundheitszustand unseres Heeres. Wieser ist durchaus zufriedenstellend. Unsere Sol##aten haben die Anstrengungen des Winterfelduges vortrefflich überstanden. Eigentlich hatten wie nur in den Karpathen unter der Witterung zu sleiden. Epidemische Krankheiten außer ganz verkeinzelten Fällen von Flecktyphus und Cholera im Osten sind nicht mehr zu verzeichnen. Zu diesem kunstigen Ergebnis trugen in erster Linie rechtFeitig ergriffene Maßnahmen bei, so Schutzimpfun#sen gegen Pocken, Typhus und Cholera, die Verlwendung fahrbarer Trinkwasserbereiter, die Anlage von Wannen= und Brausebädern Hinter der Der Vstpreußische Landsturm! Große Hauptquartier, 30. März. Westlicher Kriegsschauplatz. Es fanden nur Artillerie= und Sappenkämpfe statt. Destlicher Kriegsschauplatz. Bei den Kämpfen um Tauroggen, die zur Besitznahme des Ortes führten, hat sich nach einer Meldung des dort anwesenden Prinzen Joachim von Preußen der ostpreußische Landsturm glänzend geschlagen und 1000 Gefangene gemacht. Bei Krasnopol erlitten die Russen schwere 4600 Russen gefangen! Verluste, etwa 2000 Tote. Unsere Beute aus den dortigen Kämpfen belief sich bis gestern abend auf 3000 Gefangene, 7 Maschinengewehre, 1 Geschütz und mehrere Munitionswagen. An der Sikwa bei Klimki wurden bei einem mißglückten russischen Angriff zwei russische Offiziere und 600 Mann gefangen genommen. In der Gegenz von Olszyny(linkes Omulew=Ufer) wurden zwei Nachtangriffe abgeschlagen. Uebergangsversuche der Russen über die untere Bzura wurden abgewiesen. Oberste Heeresleitung. Die Kämpfe in den Karpathen. wtb Wien, 31. März.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart vom 30. März mittags: An der Karpathenfront entwickelten sich gestern im Raum südlich und östlich von Lupkow wieder heftigere Kämpfe. Starke russische Kräfte gingen erneut zum Angriff vor. Bis in die Nachtstunden dauerte der Kampf an. Der Feinz erlitt große Verluste und wurde überall zurückgeschlagen. Zwischen dem Lupkowersattel und dem Uszokerpaß wurde ebenfalls hartnäckig gekämpft. Von den vor Przemysl zuletzt gestandenen russischen Kräften wurden bei den Angriffen südlich Dwernik Truppen einer Division konstatiert. In Südostgalizien, am Dunajec und Russisch=Polen ist die Situation unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höser, Feldmarschall=Leutnant. Japan und Thila! Am Vorabend des chinesisch=japanischen Krieges? „Daily Chroniele" berichtet aus Hongkong: ganzen Süden Chinas ist ein Anwachsen der Gärung gegen die Japaner bemerkbar, deren Waren nun boykottiert und deren Dampfer in chinesischen Häfen nicht gelöscht werden können. Gleichzeitig ist auch eine feindselige Haltung der Bevölkerung gegen die Engländer bemerkbar, weil man der Ansicht ist, daß England die japanischen Forderungen unterstützt oder wenigstens gutheißt. Ein Geschwader von vier englischen Kreuzern kam in Hongkong an, um nach den mittelchinesischen Gewässern Auch französische Kriegsschiffe Der Wegzug der Japaner aus in See zu gehen. werden erwartet. China dauert an. 250000 Japaner zur Einschiffung nach China bereit. bb Kopenhagen, 31. März. Nach einer Meldung des Petersburger„Rjetsch“ aus Tokio erklärte der japanische Kriegsminister dem Berichterstatter des Blattes, daß insgesamt 250000 japanische Truppen nach China und der Mandschurei zur Einschiffung bereit stehen. im Anterserbodis unieg! Hamburg, 31. März. Der„Köln. Ztg.“ zufolge melden die„Hamburger Nachrichten“: Die englischen Blätter stimmen selhst darin überein, daß seit Ende der vorigen Woche eine Wendung im Unterseebootskrieg eingetreten ist. Es müßten größere, schnellere und besser ausgerüstete Tauchboote in Dienst gestellt sein. Die„Morning Post“ schreibt: Gleichzeitig mit dem Bemerkbarwerden einer lebhafteren Tätigkeit der deutschen Unterseeboote sind die Aktionsmittel erheblich größer geworden. Das geht daraus hervor, daß bei der Vernichtung der Dampfer„Vosges“ und„Falaba“ Schrapnellgeschütze in Tätigkeit getreten sind. Für die englische Schiffahrt bedeutet das eine erhebliche Verstärkung ihrer Gefährdung. Anscheinend beträgt die Schnelligkeit der neuen deutschen Tauchboote über dem Wasserspiegel 20 Knoten und damit können sie selbst mit den größten Ueberseedampfern den Kampf aufnehmen. Wir sehen wenig Verteidigungsmöglichkeiten. Das einzige Mittel ist eine möglichste Verstärkung des Erkundigungsdienstes durch die englischen Torpedoboote. Poltagal Vor eilter Aevolution! Front, auf den Bahnhöfen und in Bäderzügen die Herrichtung von Desinfektionsanstalten und Maßnahmen für Kleiderreinigung und Auslausung. —— Die Kriegsleistungen der Reichsbank. Der Jahresbericht der Reichsbank hebt einleitend hervor, daß das große Finanzinstitut des Reiches sich in dem Berichtsjahre zum ersten Male den schwierigen Aufgaben eines Krieges gegenübergestellt sah. Die Bank hatte dem Reiche die Kriegsmittel, insbesondere die für die Mobilmachung erforderlichen Gelder zur Verfügung gestellt, andererseits hatte sie dem außerordentlich gesteigerten Bedarf des Privatverkehrs an Zahlungsmitteln und Kredit zu entsprechen. Es gelang ihr, das in der ersten Erregung gestörte Vertrauen schnell wiederherzustellen. Zahlungsmittelnot und Kreditangst waren bald geschwunden und in erstaunlicher Organisationsfähigkeit begann die Wirtschaftsarbeit Deutschlands sich mit Erfolg für die neuen durch den Krieg geschaffenen Aufgaben und Verhältnisse umzubilden, wobei sich die Lage des Geldmarktes außerordentlich günstig entwickelte. Die Umsätze der Reichsbank stiegen in dem Kriegsjahr um 99,4 Milliarden auf 571,7 Milliarden Mark. Der Metallbestand betrug als höchste Summe 2,1 Milliarden, als niedrigste 1,7 Milliarde Mark. Der Gesamtgewinn der Reichsbank beträgt 133,2 gegen 83,4 Millionen Mark. —— Die bulgarische Neutraliäl. wtb Sofia, 30. März. Die Session der Sobranje wurde heute geschlossen. Vor der Verlesung der Schlieftungsverordnung erklärte der Ministerpräsident Radislawow, er lege Wert darauf, seine frühere Erklärung zu erneuern und gleichzeitig zu unterstreichen, daß die Regierung bisher die strenzste Neutralität beobachtet habe und weiter beobachten werde. Sie werde keiner Pression nachgeben und sich durch keine heiklen Versprechungen fortreißen lassen, weil sie der Ansicht sei, daß die wirklichen Interessen Bulgariens allen Erwägungen sentimentaler Art vorgehen müßten. Das bulgarische Volk könne Vertrauen zu seiner Regierung haben, deren Politik dem Lande nur nützlich sein werde. Bulgarien habe niemand gegenüber Verpflichtungen. Es könnte sich nicht voreilig binden, denn es sei sicher, in diesem Falle zu verlieren. Die builgarische Regierung müsse sich vor jeder Verlockung hüten. Sobald die Interessen Bulgariens verletzt werden sollten, werde die Regierung mit dem gesamten Volk die notwendigen Entschlüsse fassen müssen. Die sozialistische These von einer Balkanföderation zurückweisend, sagte der Ministerpräsident: Diese Förderation ist unmöglich, weil es schwer ist, die Interessen der Balkanvölker zu versöhnen, die Bulgarien auflauern, um ihm den letzten Bissen zu entreißen. Der Ministerpräsident schloß mit folgenden Worten: Sie kennen das letzte Wort der Regierung, die Bulgarien Frieden durch Neutralität geben will. Wenn es andere gibt, die mutiger und kühner sind und Krieg führen wollen, dann mögen sie kommen, um unseren Platz einzunehmen.(Beifall.) bb Lyon, 31. März.„Republicaine“ meldet aus Madrid:„Aus Portugal hier eingetroffene Nachrichten schildern die dortige Lage als sehr ernst. Gegen den Präsidenten der Republik ist wegen seines Eingreisens in die Rechte des Parlaments ein Verfahren eingeleitet worden. Die monarchistische Presse versichert, daß zahlreiche Geheimgesellschaften eine Verschwörung gegen die Regierung angezettelt haben. Die Presse spricht offen von einer Nevolution, die zum Ausbruch kommen wird, wenn man es am wenigsten erwartet. In Lissabon und Porto sollen Zusammenkünfte von Carbonnaris stattgefunden haben, denen zahlreiche Unteroffiziere beiwohnten. Die Erregung und die Unzufriedenheit infolge des Mangels an Nahrungsmitteln nimmt zu. In einigen Ortschaften herrscht Mangel an Mehl. Die Bauern lassen lieber das Land unbebaut, als daß sie dem Staat die hohen Steuern bezahlen. Das schwächliche Amerika. Sowohl Japan wie der englisch=französischen Willkürherrschaft zur See gegenüber nimmt die Unionsregierung eine Haltung ein, die das Bild der Schwäche ist. Obwohl man sich in Washington keiner Tänischung darüber hingibt, daß Japan entschlossen ist, die Herrschaft über China nötigenfalls mit Waffengewalt an sich zu reißen, beschränkt man sich dort lediglich auf Worte der Abwehr, niemand wagt einen resoluten Schritt zu tun oder auch nue 9•7 — Iassseum. A 4 N ENE S IN 150 chree anzuraten. Man bemüht sich im Gegenteil, durch künstliche Verdrehung der Tatsachen es so darzustellen, als sei Amerikas wirtschaftliches Interesse an Japan weit größer als an China. Amerika wird auch dann keinen Finger rühren, sondern mit verschränkten Armen den Ereignissen zuschauen, wenn es zum Ausbruch eines chinesisch=japanischen Krieges kommen sollte. Von gleicher Schwächlichkeit ist die Haltung Amerikas gegenüber England und Frankreich. Die Unionsregierung bezeichnet die gegen Deutschland gerichtete Blockade=Erklärung der beiden Verbündeten als ungerechtfertigt, geht aber über diesen platonischen Protest nicht hinaus, sondern behält sich einen Schadenersatz durch England und Frankreich nach dem Friedensschlusse vor, obwohl es dem Blinden klar sein muß, daß Ersatzansprüche dieser Art dann keinen Zweck mehr haben. K 4918 AE M raeh Torzedojägern, die die Küste der Scilly-Inseln abpatrouillierten, war die Anwesenheit eines deutschen Unterseebcotes in der Nähe von St. Mary gemeldet worden. Sie fuhren mit Volldampf dorthin und eröffneten sofort das Feuer, ohne jedoch zu treffen. Das Unterseeboot tauchte und schon glaubten die Engländer, es vertrieben zu haben, als es zwei Seemeilen weiter östlich austauchte, ein Torpedo zwischen den beiden englischen Schiffen hindurchlanzierte und einen Dreimaster zum Sinken brachte. Während der eine der englischen Jäger sich um die Rettung der Mannschaften bemühte, nahm der andere die Jagd auf das Unterseeboot auf, mußte sie jedoch nach kurzer Zeit als aussichtslos wieder einstellen. „Prinz Eitel Friedrich“. bb Paris, 31. März. Der„Matin“ meldet aus Neuyork: Der Hilfskreuzer„Prinz Eitel Friedrich“ wurde davon benachrichtigt, daß er den Hafen von Krieg gegen Frankreich. 5½ Millionen Streiter im Westen? tu Haag, 30. März. Der Kriegsberichterstatter des„Nieuwe Courant“ bei der englisch=französischen Front teilt mit, das französische Hauptquartier habe ihm Angaben gemacht, wonach die Deutschen augenblialich ungejähr 2300000 Mann an der Westfront hätten, zu denen noch eine halbe Million Mann hinter der Front träten. Die Verbündeten hätten mit Reserven 2700000 Mann. Danach betrüge die Gesamtmenge der Streiter an der Westfront etwa 5½ Millionen. Wieder ein französisches Justizverbrechen. Der„Frankf. Ztg.“ wird aus Paris gemeldet: Das Kriegsgericht in Orleans hat den als Verwundeten in französische Gefangenschaft geratenen deutschen Reserve=Unteroffizier Busse aus Berlin zu vier Jahren Gefängnis und 200 Franken Geldstrafe verurteilt, weil man angeblich bei ihm gestohlene Schmucksachen gefunden haben will. Für Italiens Neutralität. Zürich, 31. März. Der Mailänder„Avanti“ wendet sich, nach einer Meldung der„Köln. Ztg.“ von hier, scharf gegen das Verbot der Veröffentlichung militärischer Nachrichten. Damit höre die Preßfreiheit auf. Das Blatt veröffentlicht angebliche Soldatenbriefe, in denen sich die Briefschreiber gegen den Krieg aussprechen und die Revolution im Falle eines italienischen Eingreifens voraussagen. Nächstens soll trotz des behördlichen Verbots eine größere Neutralitätskundgebung in Mailand stattfinden. Unbegründete Gerüchte. bb Basel, 31. März. Wie die Blätter aus Mailand erfahren, entbehren die Gerüchte von einer unmittelbar bevorstehenden Mobilisienung jeder Begründung. Newport=News spätestens am 1. April 7 Uhr abends verlassen müsse. Die„Times“ über die schlechten Werbeergebnisse. Rotterdam, 31. März. Die„Times“ führt aus, daß es mit der Werbung für die Armee nicht mehr gute gehe. Es sei eine weit größere Anzahl Männer nötig, um die Deutschen aus Frankreich und Belgien zu vertreiben. Die Regierung solle offen sagen, wie es mit der Angelegenheit stehe. Sie solle Tatsachen veröffentlichen und sich nicht au einen unbestimmten und erniedrigenden Aufruf beschränken, der bei Nachbarn, Neutralen und Feinden bespottet werde. Es würden allerhand anrüchige Methoden versucht, die Werbung zu beleben, sogar verkappter Zwang. So habe man eine Anzahl Eisenbahnbeamter vor die Wahl gestellt, entweder Dienst oder die Entlassung zu nehmen. Ander ererseits blieben viele junge Männer Der Kampf um die Dardanellen. Die Aussichtslosigkeit der Flottenaktion vor den Dardanellen. tu London, 31. März. Die Fachkritiker beschäftigen sich lebhaft mit der Fortsetzung der Operationen gegen die Dardanellen. Fast alle stimmen darin überein, daß ein erneuter, ausschließlich von Kriegsschifsen geführter Angriff sein Ziel kaum erreichen würde: Es stellen sich, so äußert der „Daily Chronile“, dem Angriff große, um nicht zu sagen unüberwindliche Schwierigkeiten entgegen. Diese bestehen nicht, wie man annehmen könnte, aus den Forts und Minensperrketten. Hindernisse solcher Art sind von einer aus schwimmenden Festungen bestehenden Flotte sehr wohl zu überwinden. Die schlimmsten Hindernisse sind die von der Strömung getriebenen Streuminen und vor allem die Einführung der ausgezeichneten fahrbaren Küstenbatterien, deren Beweglichkeit sie für Schiffsgeschütze fast unmöglich macht. Das Blatt kommt zu dem Schluß, das weitere Operationen von der Landseite aus eingeleitet werden müßten. Auch andere Blätter, wie die„Times“ und die „Morningpost“, kommen in ihren Erörterungen über die gleiche Frage zu ähnlichen Resultaten. Man darf also annehmen, daß binnen kurzem die Ausführung des geheimnisvoll angekündigten neuen Planes der Verbündeten beginnen wird, nämlich der Versuch eines Landangriffes durch ein Sxpeditionskorps. Feindliche Truppenlandung in Smyrna? tu Nom, 31. März.„Giornale d'Italia“ meldet cus Kairo, daß dort ein Gerücht umgehe, daß die in Alexandria zusammengezogenen 60000 Mann zur Landung in Smyrna und nicht bei den Dardanellen bestimmt seien. Der Krieg gegen Der deutsche U.= Krieg. Die englischen Schiffsverluste. tu London, 30. März. Die britische Admiralität hat sich veranlaßt gesehen, eine Liste der seit dem 1. Januar bis zum 17. Februar von deutschen Unterseebooten versenkten englischen Handelsdampfer herauszugeben. Die Liste umfaßt jedoch nur Schisse von einer Wasserverdrängung über 3000 Tonnen, auch sind solche Fahrzeuge, deren Untergang nicht unzweifelhaft durch einen deutschen Torpedo hervorgerufen wurde, nicht mit aufgezählt worden. Aus dieser Liste geht hervor, daß die deutschen Unterseeboote vom 1. Januar bis 17. Februar 8 große englische Handelsdampfer versenkten. In der am 18. Februar, bekanntlich dem Tage der deutschen Blockadererklärung folgenden Woche wurden allein 7 Handelsdampfer versenkt. In der Woche vom 4. bis 10. März 4, in der Woche vom 11. bis 17. März 11. Seit der Blockadeerklärung hat England mithin 22 große Handelsdampfer ausschließlich durch deutsche Unterseeboote verloren. Ein Kampf zwischen U=Boot und Torpedojäger. tu London, 30. März. Nach hier vorliegenden Blättermeldungen hat bei den Scilly=Inseln, ungefähr in der Höhe von St. Mary, eine Art Gefecht zwischen zwei englischen Torpedobooten und einem deutschen Unterseeboot stattgefunden. Den unter allerlei Vorwänden zuhause. Englische Niederlagen in Kamerun. wtb London, 30. März. Die„African World“ veröffentlicht den Brief eines Leutnants in einem Nigerischen Regiment aus Momfe vom 7. Februar über eine Expedition nach Kamerun. Der Leut nant schreibt darin, daß die Engländer im Oktober und November ernstliche Niederlagen bei Yola und Nsanakang erlitten hätten. Bei diesem Ort verloren sie alle Ofiziere und etwa 100 Mann. Hierauf wurden in Lagos Freiwillige aufgerufen. Ale die Vorhut einzog, wurde auf sie von einem gegenüberliegenden Hügel mit einem Maschinengewehr das Feuer eröffnet, wodurch 5 Eingeborene getötet wurden. Die Briten erwiderten das Feuer und vertrieben den Feind. Hierauf wurde nach dem 40 Meilen entfernten Tinto marschiert, welches nach drei Tagen ohne Zwischenfall erreicht wurde. Zwei Tage später erfuhren die Briten, daß die Deutschen, 500 Mann stark, auf Momfe anrückten und mußten infolgedessen eiligst den Rückzug antreten. Sie erwarten den Feind in Momfe, in dessen Umgebung bereits mehrere Patrouillengefechte stattgefunden haben. Der Ofsizier bemerkt in seinem Briefe noch, daß die Kämpfe in Belgien gegen die schwierigen Kämpfe in Kamerun Kinderspiele sein müßten. Er wisse nicht, wie lange der Kleinkrieg noch dauern werde. Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 31. März. **(Bismarck=Gedenken in den evangelischen Kirchen.) Zur Jahrhundertfeier von Bismarcks Geburtstag hat der evangelische Oberkirchenrat einen Erlaß herausgegeben, in dem es heißt, daß in dieser gewaltigen und ernsten Zeit, in welcher das dautsche Volk mit heißem Danke des Segens und des Kraftzuwachses gedenkt, die ihm durch die Begründung des Deutschen Reiches und die feste Vereinigung seiner Stämme zu einem unerschütterlich starken und ausstrebendem Volksstamm zuteil geworden seien, sich auch in den Kreisen unserer Geistlichkeit der Wunsch geltend macht, des mit der Gründung des Reiches unlöslich verbundenen großen ersten Kanzlers in den Gottesdiensten unjerer Landeskirche zu gedenken. Eine kirchliche Feier vertrage sich nicht mit dem Charakter der stillen Woche. Es bleibe den Geistlichen überlassen, über die Ausführungen des Gedenkens uund über die Wahl des Tages nach ihrem Ermessen und nach dem Wunsche ihrer Gemeinden zu befinden. **(Auszeichnungen.) Dem auf dem westlichen Kriegsschauplatz kämpfenden Unteroffizier Wilh: Kost von hier, der sich bereits in den Augustkämpfen das Eiserne Kreuz 2. Klasse verdient hatte, ist jetzt wegen hervorragender Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen worden. Ferner wurde mit dem Eisernen Kreuz der Reservist Franzesko Halfmann aus der Beckestraße, ein gebürtiger Spanier, ausgezeichnet. H. kämpft gleichfalls auf dem westlichen Kriegschauplatz.— Zum Leutnant d. R. befördert wurde der Postassistent Otto Sado aus der Bismarcktraße, der als Vizefeldwebel im Westen kämpfte. Allen wackeren Kriegern unsern besten Glückmunsch! (Feldpostbriefe für das Ostheer.) Durch das aufgehoben werden. Die Mitteilung des Zeitpunktes, zu dem die Annahme von Paketen usw. crich für die Truppen in den Karpathen und Galizien zulässig ist, erfolgt später. Pakete, die schon jetzt zur Aufnahme dorthir gelangen, müssen in Ermangelung einer Beförderungsmöglichkeit den Absendern zurückgesandt werden. Zur Vermeidung unnötiger Kosten wird dringend empfohlen, etwaige Zweifel hinsichtlich der Paket= usw. Sendungen an Heeresangehröige auf den Militärpaketdepots zur Sprache zu bringen. Die für solche Anfragen vorrätigen grünen Karten werden kostenlos besörher,.. g ur u. 6. Eintelie **(Der Nationalstiftung sue die Hinteronebenen der im Felde Gefallenen) hat die Reichspost in dankenswerter Weise seit Monaten ihre Mitwirkung dadurch geliehen, daß alle Postanstalten des ReichsPostgebiets Spenden für die Stiftung kostenfrei annehmen. Auch den Landbewohnern ist, was vielleicht nicht allgemein bekannt sein dürfte, bequeme Gelegenheit geboten, sich an der Stiftung zu beteiligen, da nicht allein die Postagenturen und Posthilfsstellen, sondern auch die Landbriefträger auf ihren Bestellgängen Beiträge entgegennehmen. Selbst die kleinste Gabe ist willkommen! Bisher konnten die Postanstalten rund 1 037000 Mark an den Schatzmeister der Stiftung abführen. Weitere Spenden sind dringend erbeten. **(Sängerbund=Konzert.) Wie schon kurz mitgeteilt, gibt der M.=G.=V.„Sängerbund“ unter Mitwirkung des Betzel'schen Solisten=Orchesters am 2. Ostertage zum Besten des Kriegsliebesdienstes ein Konzert am„Freischütz". Das vom Musikdirektor Haselhoff(dem Leiter des Sängerbundes) mit seinem Geschmack zusammengestellte Programm bringt im ersten Teil einen prächtigen Chor von Schwander„Mein Bergisch Land“, Zieglers„Abend im Walde“, Schauß'„Reiterlieb“ und einen größeren Chor mit Orchesterbegleitung„Soldatenlied“ von Kremser. Den zweiten Teil eröffnet Gelbkes immer gern gehörter Chor„Heimkehr“, es folgt dann„Rheinisches Mädchen“ von von Kraemer und„Ritters Abschied“ von Kinkel, während ein Kriegslied mit Orchesterbegleitung von Haselhoff die Reihe der Vorträge nach der vokalen Seite hin schließen wird. Von den Instmmental=Vorträgen dürfte ein GeigenSolo von Betzel„Elegie“(Traum eines sterbenden Kriegers) besonderes Interesse beanspruchen; ferner wird die her so selten gespielte„Egmont“= Ouverture von Beethoven zum Vortrag gelangen, desgleichen eine Fantasie aus Verdis„Aida“, Der Krieg gegen Rußland. Die Memeler Greuel. Berlin, 30. März. Ueber die russischen Greuel in Memel drahtet(der„Vossischen Zeitung zufolge) Sven Hedin aus Königsberg dem„Aftonbladet": „Ich kam in Memel an am Tage nach dem Rückzug der Russen. Die Leichen friedlicher Bürger lagen b aus der Steye, po schwergerwundeter Wolfsche Telegraphenbureau wird antlich folgenSsoisten etgerchen Arter Aeten beoand is u, Leiastgalst uad Fracheuntgetiche uch nite den gegen die Gehirndecke erhalten hatte, ferner der m Osten befindlichen Bürgermeister mit zahlreichen Bajonettstichen. Der Vater eines bis zum Tode vergewaltigten jungen Mädchens sprach zu mir von den Leiden, die seine Tochter auszustehen hatte. Die Mutter beging Selbstmord. Ein 82jähriger Lehrer wurde von einem Russen ohne jede Veranlassung erschossen. Wir Schweden kennen allzugut die russischen Gewalttätigkeiten gegen Finnland, aber diese brutale Art der Kriegsführung bleibt allen zivilisierten Europäern unfaßlich". in Galizien und in den Karpathen verwendeten) nach Maßgabe der seit dem 22. Februar gültigen Vorschriften zugelassen. Hierbei ist die Voraussetzung, daß wegen der schwierigen Beförderungsverhältnisse auf den in Frage kommenden Eisenbahnen nur unbedingt notwendige Gegenstände zur Versendung gelangen und jedes Uebermaß vermieden wird. Andernfalls müßte diese Vergünstigung zur Verhütung von Stockungen, wie beim Weihnachtsverkehr lebhaft beklagt wurde, wieder Ichlit seit s Jahren an geld lichem Ausschlag mit furchtbarem Durch ein halbes Stück Zuckers Patent- Medlzinal- Seife habe ich das Uebel völlig beseitigt. H. S. Poliz.=Serg“. In drei Stärken à 50 Pfg, 1.00 Mk. und 1.50 Mk. Dazu ZuckoohCreme(à 50 und 75 Pf. 2c., bei C. Trog. Max Mehlhose, Drogerten Zut dnge hat zu rerkafen 1629 Die glückliche Geburt eines gesunden Kriegsmädels Danksagung. zeigen an Hermann Jackenkroll(z. Zt. Sibirien) und Frau Amanda geb. Krückeberg. Dortmund, den 30. März 1915 (z. Zt. Bisperode). 1632 Für die vielen Bew-ise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Sohnes, Bruders und Schwagers Buuchteile aus dem Haselhoff'schen Tonwerk„Das Erntefest“, ein Kriegs=Potpourri von Thiele, einen neuen Militärmarsch von Betzel usw., sodaß jedem Geschmack Rechnung getragen ist. Hofsentlich wird dem Verein ein recht volles Haus beschieden sein. (Schundliteratur.) Die Kgl. Regierung in Arnsberg weist in einem nauerlichen Erlaß darauf hin, daß die Beobachtung gemacht worden ist, daß die Schundliteratur des Krieges einen weiteren Umfang angenommen hat. Insbesondere will man festgestellt haben, daß sensationelle Kriegsgeschichten in bedeutender Zahl auf den Markt geworfen und auch von den Schulkindern gekauft und gelesen werden. Hier müssen Schule und Elternhaus mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln eingreifen, um die drohende Gefahr rechtzeitig abzuwenden. Insbesondere machen wir darauf aufmerksam, daß es kein besseres Mittel gibt, den Verbreitern von Schundliteratur das Handwerk zu legen, als daß man sie sofort zur Anzeige bringt, sobald man Beweise für ihr unsauberes Handwerk Wochenmarkt. Der heutige Wochenmarkt war gut beschickt. Es wurden bezahlt für: Aepfel Psd. 20—35 Pfg., Apfelsinen Stück 3—10 Pfg., Zitronen Stück 5 Pfg., Spinat Pfd. 30 Pfg., Feldsalat Pfd. 30 Pfg., Sprossenkohl Pfd. 15 Pfg., Blumenkohl Stück 20 bis 35 Pfg., Rotkohl 30—50 Pfg., Weißkohl 25—40 Pfg., Wirsing 30—45 Pfg., Wurzeln Pfd. 10 Pfg., Steckrüben Pfd. 10 Pfg., Zwiebeln Pfd. 20 Pfg., Eier 7 und 8 Stück 1,— Mk, Butter 1,60 Mk., Schweinefleisch 1,10—1,20, Mk., Rindfleisch 90 Pfg., Schellsisch(kleiner) Pfd. 30 Pfg., Schellfisch(großer) 55—60 Pfg., Kabliau Pfd. 40 Pfg., Schollen Psd. 60 Pfg., Grüne Heringe 4 Pfd. 60 Pfg. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraas Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte K Pieuricn Bieder Nordwall 14. für den Kindergottesdienst P-eis 5 Pfg. sind vorrätig in der sagen wir allen Freunden, Verwandten und Bekannten, dem so zahlreich vertretenen Bahnpersonal, dem Theater- und Humoristen-Verein„Fröhligkeit“, Holzen, sowie dem Herro Pastor Terberger für seine trostreichen Worte unsern innigsten Dank. Familie Wilhelm Hellmann. Schwerte, den 30. März 1915. 16 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, Monlag abend 7 Uhr, unsern lieben Vater, Schwiegervater# und Grossvater, den Veteran Daniel Hornick im beinahe vollendeten 70. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit abzurufen Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinlerbliebenen. Westhofen, Mülhelm Spelldorf und Höchsten, den 29. März 1915. an Private D Beerdiguns findet Carfreitas 4½ Uhr vom 1621 insttud Boltz Erk. Göfrr. Buchhandlung Carl Braus Schwerte(Ruhr), Gr. Marktstrasse 3—5 eilung des Zeitvon Paketen usw. erpathen und GaPakete, die schon angen, müssen in gsmöglichkeit den Zur Vermeidung d empfohlen, etPaket= usw. Senden MilitärpaketDie für solche Ann werden kostenlos die Hinterbliebeit die Reichspost in zn ihre Mitwirkung nstalten des ReichsStiftung kostenfrei mnern ist, was vielein dürfte, bequeme er Stiftung zu bePostagenturen und die Landbriefträger ge entgegennehmen. illkommen! Bisher 1 037000 Mark an abführen. Weitere Wie schon kurz mitSängerbund" unter Solisten=Orchesters des Kriegsliebesischütz". Das vom em Leiter des Sänack zusammengestellte keil einen prächtigen zergisch Land“, Zieguß'„Reiterlieb“ und esterbegleitung„Solin zweiten Teil erehörter Chor„Heimisches Mädchen“ von ers Abschied“ von slied mit OrchesterReihe der Vorträge chließen wird. Von dürfte ein GeigenTraum eines sterbennteresse beanspruchen; gespielte„Egmont“= im Vortrag gelangen, aus Verdis„Aida“, f'schen Tonwerk„Das rri von Thiele, einen tzel usw., sodaß jedem ist. Hofsentlich wird Haus beschieden sein. die Kgl. Regierung in terlichen Erlaß darauf macht worden ist, daß eges einen weiteren Insbesondere will man tionelle Kriegsgeschichf den Markt geworfen ern gekauft und gelesen e und Elternhaus mit ehenden Mitteln einbefahr rechtzeitig abzuchen wir darauf aufres Mittel gibt, den atur das Handwerk zu irt zur Anzeige bringt, r unsauberes Handwerk zar gut beschickt. Es Pid. 20—35 Pfg., tronen Stück 5 Pfg., alat Pfd. 30 Pfg., Zlumenkohl Stück 20 fg., Weißkohl 25—40 urzeln Pfd. 10 Pfg., iebeln Pfd. 20 Pfg., Butter 1,60 Mk., Rindfleisch 90 Pfg., „ Schellfisch(großer) d. 40 Pfg., Schollen Pfd. 60 Pfg. tion Friedr. Kraas is, beide in Schwerte tes gefallen, Monlag ater, Schwiegervater ornick bensjahre zu sich in Mdorf und Höchsten, 1# 29 Nirs 1915. Ffreitag 4½ Uhr vom 1621 Nr. 76. Beilage. Amtsiches Kreisblatt. An unsere Teser! Die letzten Stunden von Prze Die Zeitungsverleger von Rheinland=Westfalen sind in der letzten Zeit wiederholt in Düsseldorf und Essen zusammengetreten, um ihre durch den Krieg geschaffene wirtschaftliche Lage zu beraten. Schon am 6. März d. J. wurde in Düsseldorf in einer großen Versammlung westdeutscher Zeitungsverleger einstimmig ein Beschluß gefaßt, welcher der Ueberzougung Ausdruck gab,„daß ohne eine Erhöhung der Bezugspreise für die Zeitungen die Erhaltung einer leistungsfähigen, unabhängigen Presse in Deutschland auf die Dauer nicht möglich sei in Anbetracht der durch den Krieg bedingten Steigerung der Betriebs= und Versendungskosten, sowie der Schwierigkeiten in der Erhaltung und Beschaffung geeigneter Arbeitskräfte". Die Versammlung empfahl den Zeitungsverlegern dringend, in den einzelnen Bezirken gemeinschaftlich eine Erhöhung der Bezugspreise ihrer Zeitungen ins Auge zu fassen und bald durchuführen. Wicher 8. Die unterzeichneten Verlage westfältscher Zeitungen erklären mit Bezug auf diesen Beschluß, der bereits von einigen Blättern veröffentlicht wurde, daß sie vom 1. April d. J. an eine mäßige Erhöhung der bisherigen Abonnementspreise durchzuführen gezwungen sind. Aus allen deutschen Landesteilen liegen gleiche Beschlüsse vor. Wie in der oben erwähnten Beschlußfassung schon angedeutet ist, sind die Nohprodukte wesentlich verteuert und steigen noch fortgesetzt, der Inseratenteil dagegen ist erheblich zurückgegangen, der Mangel an geeigneten Arbeitskräften wird immer empfindlicher. Die Abonnenten ersetzen unter den gegenwärtigen Verhältnissen den Verlegern nicht einmal die Papierkosten, beziehen also die Zeitung gewissermaßen weit unter dem Herstellungspreis. Dabei wachsen fortgesetzt die Unkosten für den Nachrichtendienst und für die fortschreitende technische Ausgestaltung der Zeitungen. Wir sind daher, wie fast alle anderen Gewerbe, gezwungen, Leistung und Gegenleistung endlich nach Möglichkeit in Einklang zu bringen. Der Mehrbetrag, den wir fordern, fällt für den einzelnen Abonnenten wenig ins Gewicht, für die Zeitungen selbst aber ist er eine Lebensfrage. Verlag des„Dortmunder Generalanzeigers". Verlag der„Tremonia“ in Dortmund. Verlag der „Dortmunder Zeitung". Verlag der„Schwerter Zeitung". Verlag des„Hörder Volksblattes“. Verlag des„Hörder Volksfreund". Verlag der „Wittener Volkszeitung". Verlag der„Westder schen Volkszeitung“ in Hagen. Verlag des Volksblattes“ in Iserlohn. Verlag des„Dattelner Anzeigers“. Verlag des„Westfälischen. Anzeigers“ in Hamm i. W. Verlag des„Westfälischen Volksfreund“ in Hamm i. W. Verlag der„Ahlener Volkszeitung“. Verlag des„Patriot“ in Lippstadt. dem„Berl. Tegeblatt“ wird über den Flug des Rittmeisters G. Lehmann vom 4. Alanenregiment, der mit Leutnant Stanger als letzter Flieger Przemysl verlassen konnte, aus dem Kriegspressequartier berichtet: „Rittmeister Lehmann machte die zweite lagerung mit und lag Meter über Przemysl, als es am 22. März fiel. Er und Stanger sind die einzigen, die jetzt über die letzte qualvolle Stunde erzählen können. Alle Flieger, die an diesem Morgen von der Festung aufgeflogen sind, auch das Fliegerpaar Meltsch und Junker, mußten eine Notlandung bei dem Feinde machen und sind vermutlich kriegsgefangen. Der Rittmeister erzählte unter anderem folgendes: Als die Forts in Nauchwolken aufgingen, schwebte ich über der Festung. Um ½6 Uhr brach die Sonne durch, und unter mir flog alles in die Luft, was Przemysl an Wehr und Waffen hatte. Zuerst wurde das Fort 2a gesprengt. Als der Feind um 5 Uhr morgens die Sprengwolke sah, stellte er das Artilleriefeuer in dieser Richtung ein und versuchte mit seiner schweren Artillerie, Forts an der Südwestfront zu Fall zu bringen. Auch ein Infanterieangriff wurde hier eingeleitet. Noch ein paar Minuten und dann ging auch dieses Werk in Rauch und Trümmern auf. Alles dies konnte von dem Flugzeug beobachtet werden. Nach den Sprengungen im Gürtel wurden die in der Stadt befindlichen 30,5 Mörser, die man, um Unglück zu vermeiden, in Gruben gebracht hatte, dann zur Explosion gebracht. Die Mündungen waren mit Sand verstopft. Dahinter kam eine Ekrasitladung und eine Pulverladung in den Läufen. Beim AbHats mutz nicht nur dos Moyr, geviegi. Zipulge, Lafette in Stücke zerflogen gein. Die Zivilbevölkerung wurde noch nachts von den Sprengungen verstäntigt und aus den gefährdeten Gebägden nuch dem Talaren=Hügel gebracht, dem. hochsten front kämpften Tiroler und Ungarn, im Norden und Osten Ruthenen und Polen, im Osten auch Niederösterreicher. Der Fliegeroffizier hat persönlich dem Kaiser Franz Josef Bericht erstattet.“ Verlag der „Glocke“ in Oelde. Verlag der „Becuumer Volkszeitung". Verlag der„Wiedenbrücker Zeitung". Verlag des„Wefälischen Volksblattes“, in Paderborn. Verlag der hausener Zeitung". Verlag der„Bottr. Volksztg.“ In Verfolg obiger Ankündigung wird die „Schwerter Zeitung“ vom 1. April an ihren Bezugspreis monatlich um 10. Pfg. erhöhen. Wir werden selbstredend bestrebt sein, gemäß dieser Erhöhung des Abonnements den Inhalt unseres Blattes noch zu erweitern und zu verVesigg der Schmerter Zettuugk. nach dem Tataren=Hügel gebracht Punkte der unmittelbaren Umgebung, von wo aus sie die Hölle ringsumher schauten. Bis 500 Meter stiegen Feuersäulen hoch und in die Detonationen der Sprengungen mischten sich die russischen Kanonen und das Maschinengewehrfeuer. Bulo war jedes Werk ein Trümmerhaufen. General Kusmanek hatte befohlen, daß überall ein Ofizier mit der weißen Fahne den heranrückenden Feind verständige, daß der Kommandant wegen Nahrungsmangel die Stadt nicht mehr läinger giter,(Heue und das Schicksal der Besatzung der Riz. des Gegners überlasse. Im Augenblick der Ue gabe standen russische Gefangene, etwa 2000 Mann, aufgerichtet um den Schloßberg. Unter ihnen war 1 Regimentsarzt und 5 Offiziere, von den zweien wegen besonderer Tapferkeit gestattet die Säbel zu behalten. Während die Besatzung in den letzten Stunden die Forts mit allen Geschützen vom Typ 1868 verteidigte, weil alle anderen zur Vernichtung in die Stadt transportiert worden waren, schossen die Russen die zwei letzten Tage mit modernsten Haubitzen aller Kaliber 18 cm. Die Granaten fielen zen aller Kaliber bis. 1. inmitten der Zivilbevölkerung auf den Straßen nieder, so daß die Sanitätsmannschaften fortwährend Arbeit hatten. Als sie 346 Uhr von der sterbenden Festung Abschied um 246 uhr von ver sterbenden Festu. nahmen, ertönten die Detonarionen der letzten Sprengungen. Przemysl, das noch vor einer eine mnbezwingbare Festung gewesen, übergab seine Trümmer dem von allen Seiten anrückenden Feinde. Bis zum letzten Ende hatte es die Ehre der Monarchie verteidigt. An der Süd= und West— Auf einer Zeppelinfahrl gegen den Feind Der Berichterstatter der„Dagens Nyheder" berichtet seinem Blatte von seiner Unterredung mit einem deutschen Luftschiffer, worin dieser ihm eine Jahrt über das Meer schilderte. Der Haupteindruck, den man von einer Zeppelinfahrt während des Krieges gewinnt, ist zunächst der einer fürchterlichen Kälte. Es kann sich überhaupt niemand vorstellen, was es bedeutet, in dem eiskalten Luftmeer über der Nordsee zu kreuzen. Wir dürfen kein Licht anstecken, wir können nicht einmal eine Zigarre rauchen, um die Stunden der unheimlichen Nacht zu verkürzen, denn der Luftkreuzer darf seine Anwesenheit im Dunkeln zwischen den treibenden Wolken nicht durch irgendeinen Lichtschein verraten. Es ist gleichsam, als wen die Kälte ein intensives und eigentümliches Gefühl auslöst, das man in früheren Zeiten überhaupt nicht gekannt kat. Wenn wir in der Gondel stehen und das eintönige Rauschen des Meeres tief unter uns hören, und wenn wir nach dem sternenbedeckten Himmel schauen, so ist es uns im, als wären wir ein Teil des Luftkreises selbst. Man hat das Gefühl, als wäre der Ballon eine Sternschmuppe, die in der Kälte des Weltenraumes herumsaust. Wir sprechen nicht zusammen, wir stieren nur immer durch das Dunkel und hören doch nichts anderes als die Sturmwogen, die sich mit einem kaum beschreiblichen Lärm am Vorderteil des Lustkreuzers brechen, dann wie kaltes Wasser längs dessen Flanke dahineilen und die Gondeln mit ihren heulenden und drohenden Stimmen umwirbeln. Dieses uns entgegenströmende Luftmeer durchdringt unsere Kleider und umschließt unsern Körper mit einem Harnisch, in dem wir des Wettersfeuchtes und flüchtenden Geist vernehmen. Nein, nichts ist so merkwürdig und so tragisch spannend, als mitten in der Atmosphäre zu schweben und den Steven immer nach den Sternenbildern des Himmels gerichtet zu halten. Derjenige, der dies einmal durchgemacht hat, wird es niemals vergessen. Wenn er dazu verdammt würde, auf der Erde zu leben, würde er ein einsamer und grübelnder Mensch werden. Und wenn nun, während wir im Zeppelin dahinfliegen, unter uns in tiefschwarzer Nacht die schwachen Lichtstrahlen einer Stadt oder eines Dorfes auftauchen, so haben wir dasselbe Gefühl wie ein Jagdvogel, wenn er seine Beute erspäht. Während der Luftkrauzer durch die Wolken eilt, scheint uns die Stadt mit ihren vielen Lichtern entgegenzueilen wie eine große Flotte, die ein schicksalsschwerer Wind über das Meer treibt, während niemand an Bord der Schiffe die Nähe des Todes ahnt. Dann lassen wir unsere Bomben fallen, wir sehen eine ungeheure, weißglühende Flamme in der dunklen Tiefe und hören gedämpft die Explosion klingen, wie die Stimme eines ungehauren, unheimlichen Wesens. Dann treibt der Luftdruck den Steven des Zeppelins in die Höhe, ähnlich wie ein Seeschiff von einer großen Woge emporgehoben wird, aber es ist doch eine freiere, weichere Bewegung, und es ist gleichsam, als wenn der Riesenvogel atmet. Dann sinkt der Steven langsam wieder, während uns die eisige Kälte der Luft und der Sturm wieder umfliegt. Mittwoch, 31. März 1915. Mannhafles Wort eines Ensländers London, 30. März. Die von den Blättern veröffentlichte Rede des Direktors vom Eton College, Lyttelton, erregt Aufsehen. Lyttelton führte darin aus: Nichts von dem, was wir tun können, um den Frieden in Europa aufzurichten, würde den geringsten Wert haben, wenn wir nicht bewiesen, daß wir bereit sind, gleich den Grundsätzen zu hanVein, de sobe Bodiun der Zeit entgegensetzen sol. in der es ihr erlaubt sein wird, sich nach ihrer Weise zu entwickeln. Wenn England nicht vortritt und sich erbötig macht, aus demselben Grunde, den es anderen aufzwingen will, seinerseits Konzessionen zu machen, so würde man es mit Recht für einen Heuchler erklären. Bedeutende Männer waren dafür, daß England, wenn die Internationalisierung des Kieler Kanals verlangt werde, damit das Versprechen geben solle, auch Gibraltar zu internationalisieren. Andere einflußreiche Männer, denen er diesen Plan vorgetragen habe, meinten, England könne nichts tun, wodurch die Stärke des Reich es beeinträchtigt würde. Wenn England an allem festhält, was es sich in der angeeignet hat, darunter an Besitzungen, die durch sehr fragliche Mittel erworben worden sind, und erklärt, daß es keinen Zoll des Bodens und kein einziges Vorrecht aufgeben will, so sagt es Grundsatz des Christentums los und verläßt sich auf den Grundsatz des Wettbewerbs. England ist verpflichtet, keinen Zweifel darüber zu lassen, daß, wenn die Gelegenheit kommt, es willens ist, die Rolle der verläßlichen Nation zu spielen, die zu opfern bereit ist. Wetterbericht der deutschen Seewarte. 1. April: Veränderlich, kühl, Niederschläge. 2.—Abwechselnd, wärmer, strichweise Gewitter. 3.—Veränderlich, Niederschläge, wärmer, feucht. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. ar . F größte Ire Freu machen Sie anseren tapferen Feldgrauen mit einerechten 2 N2 Preis 3½ 4 sette! 9 10 6 10 Pfg d. Stck. Orient Tabak-u Cigarettenfabr Venidze, Dresden Inh. Hugo Zictz. Hoflieferanf SM.d.Hönigsts Er zog ihn sein Haus. Erließ ihu füihlen, daß erseine Fäund Tiel Roman von Käthe Lu P/ Pr vopp hluf, fr A en Schlungesein 29 Lubowski. endlose Seil gerau, in vegeig Schlingeseint Wille erstickte. Sie ging mit ihm zu Tisch und zu Er wurde sie nicht wieder los. Und doch wußte er nichts Positives. Eine Aehnlichkeit, ein bißchen ld. Das war alles. Aber die Stimme, die nicht Ruhe gab, fügte in unermüdlicher Arbeitsfreudigkeit die einzelnen Momente zusammen und schuf eine Geschichte daraus. Warum ging die Freifrau von Tarenberg damals nach jener Stunde, in der er sich hatte, auf Reisen, sich von ihrem während der Sonntage um sich sah, trennend? Just elf Monate war sie fern gewesen. An jedem Morgen stand die Hoffnung von neuem mit ihm auf: „Heute ruft sie Dich— es kann ja nach diesem garnicht anders sein. Aber sein Ey ghelsehigen erfüllt. Die Briefe, die er an sie nac)#### sandte, kamen als unbestellbar zurück,. wa hatte es nicht länger ertragen können. Er war Tag und Nacht gefahren, um in Hohen=Litzen„er, ihre Anusenthalt Erkundigungen einzuziehen. Wenn niemand Genaueres über ihn wußte, so hofft doch, von der alten Dorette Fiedler, die ihn, als das letzte Mal von ihrer Herrin ging, mil bitterein Vorwurf angesehen hatte, über alles Auskur zu erhalten. Aber er traf sie nicht an. Sie war m der Freifrau auf Reisen gegangen. Da mußte er endlich glauben, daß er sie für alle Zeiten verloren hatte. Zuerst konnte er nicht darüber fort komist sein Mannesstolz erwache und 54 seint Lind anvertrant. Als das häßliche Gersche ein zu ihm kam, hatte er sich seiner menschlichen Aufwallung geschämt. Aber nur, so lange er nicht in Hans Weddos Augen gesehen hatte. Es waren ihre Augen. Die konnten nicht lügen. Er war nur um des harten Wie er das Mädchen vor 9) lob, aßegr sich ver: Heid der vermeintlich uusanberen G Kss sen. Die Jugend ist ja so leidenschaftlich. Das war nur das Natürtliche..., gle aun#en#. Wie aber stand er dabeiz uls einer, den die Kinder verlachen, weil sie inne wurden, daß seine Lebensprinzipien durch die Angst vor dem Schandfleck seiner Vergangenheit aufgebaut sind. Was konnte er noch dem Korps sein, wenn die alte Geschichte bekannt wurde. Ja, wenn sich die Sache hätte einfach totschweigen lassen. Aber das war undenkbar. Wie stand er selbst im Fall der den Offizieren seines Regibeschehenen den eanlie se de. gen der Grausamkeit seiner Tochter nicht völlig zum Ansdruck gebracht wurde, gab seinem Ahnen das Wissen. Er bewunderte Tarenberg. Es gehörte ein selten starker Charakter dazu, heimnis, dessen Offenbarung ihn glänzend rehades Vaters nicht kannte, lag auf der Hand. Zu solcher Vorstellung vor ihm wäre seine gerade Natur nicht fähig gewesen. Zudem hätte diese Enthüllung auch der Freifrau zu unähnlich gesehen. Und als ihm das alles zur Klarheit geworden war, wollte er zu seinem Sohn und zu seiner Tochter gehen und ihnen sagen:„Ich bin der Schuldige. Ich ganz allein. Was ich von der untadligen Ehrenhaftigkeit, die keine Schwäche und keinen Flecken hat, vorlebte, war eine Lüge; denn ren hatte. Zuerst konnte er vicht ermacht und hat ich habe die Verzweiflung und Hil men. Dann ist 1en. Aigzizzele eroazht une schwachen Frau ausgenutzt, wie es nur ein die brennende gcham getötet. Er hat die Erinze= Iofer zut!“ rung an die heibgeliebte Frau aus seinem Herzen) ga, Mäxen Zia Koulseqnenzen hiervon gegerisen und sich, gegez, alles, vgrchärtet, bis, ihr gerissen und sich gegen, alles verhärtetz, Hi Sohn wieder in sein Leven trat. Da erhob die Vergangenheit noch einmal ihre Stimme. An ihrem Kinde, dem der Vater fehlte, wollte Kt. Was aber wären bieskonsehnenzen hielvon gepee... Firgen seine Verzeihung erster zuführen. Vaterpflichten an ihr erfüllen und ihr Kindesrechte einräumen? Dazu würde ihn Tarenberg zwingen. Wie er auch ganz gewiß nach dem angetanen Schimpf eine öffentliche Aufklärung des wahren Sachverhaltes verlangen würde und verlangen könnte. In jedem Falle war sein Schicksal das gleiche. Er machte sich unglücklich, um anderen das Glück zu geben. Er würde gehen müssen, die Leitung seines Regiments einem anderen überlassen— einem Würdigeren. Und gehen konnte er nicht. Er vermochte die Frucht, die er durch harte Selbstzucht großgezogen hatte, nicht im Stich zu lassen. Denn die Zeit der Reife stand vor der Tür. Deshalb schwieg er und ließ die Jagd auf Menschenleben in der Buchener Heide zu. Sie würde ja nicht das schlimmste Ergebnis haben. Und schließlich— wer sagte ihm denn, ob nicht trotzdem alles eine große Einbildung sei? Seine Nerven verloren eben die Spannkraft. Das war nach dem, was er ihnen zumutete, nicht zu verwunven verloren eben die Spannkraft. Das war no vem, wund er teuet. Buniten, uicht du verionn, I., zließ, Freundschaft, Liebe, Karrin= weien: Adda hüte sch ben, Oesghrzsterng ge aber wenn se ihun mun Heute den Sohn tot aus er an sen Zutzuer. zelt, ftithie er. . 4— A d d a— e r m u ß t e 1 0 z u l h r. In der Ferne hob sich eine Staubwolke emvor, Sie hatte einen rötlichen Schimmer, als mischten sich Blutstropfen hinein. [ Es war aber nur der Staub von den zerfahrenen Ziegelsteinen, welche die Löcher des Wiesenweges ausfüllten. Allmählich wurde ein Wagen sichtbar, in schlankem Trab von dem Schimmelgespann bewegt. Da wußte der Oberst, daß sein Sohn unverletzt geblieben war, denn mit einem Toten oder Verunglückten fährt man nicht so schnell. Er ging in das Haus hinein und nahm vor post gelegt hatte. Zuerst fiel ihnr ein Prief, wit Tar reubergs großen, eckigen Buchstaven in die Augen. Sein Abschiedsgesuch. Er konnte seine Blicke nicht wieder davon losreißen. Er hielt den Brief immer noch in der Rechten, als sein Sohn zu ihm kam. Da legte er ihn endlich fort. Er nahm Jürgens Hand in die seine. Einen Augenblick hatte es den Anschein, als flutete ein starkes Vatergefühl in ihm. Aber er zwang es nieder. Nur nicht weich werden und nicht kinist es für Tarenberg abgelaufen?“ fragt er. Seine Stimme klang seltsam heiser. „Schlecht, Vater. Ich traf ihn beim ersten Gang. Aber er wird mit dem Leben davonkommen.“ „Das freut mich für ihn. Und wenn er selbst einen kleinen Knacks behalten sollte— es käme bei der Ausübung seines zukünftigen Berufes nicht so sehr darauf an.“ „Wie meinst Du das, Vater?" „Er bittet um seinen Abschied.“ Als Fürgen das Gesuch gelesen hatte, taumelte er zur Tür hinaus. Seine Kraft war zu Ende. Alles zerbrochen, alles vernichtet durch die Wildheit, die sich nicht zähmen nep. Freundschaft, Liebe, Karriere. vlIs er au sein Zimmer kam. stutzte er. 220.10 Viebseuchenpolizeiliche Anordnung. Zum Schutze gegen die Maul= und Klauenseuche wird auf Grund der§ 18 ff. des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909(Reichsgesetzblatt Seite 519) mit der Ermächtigung des Herrn RegierungsPräsidenten folgendes bestimmt: Die Maul= und Klauenseuche herrscht zurzeit unter dem Rindviehbestande, des Landwirts Barenbreucker gen. Bürger zu Holzwickede. 1. Sperrbezirk Dorf Holzwickede. Für diesen Sperrbezirk gelten folgende Bestimmungen: S 1. 1. An den Haupteingängen des Sperrbezirks sind Taseln mit der deutlichen und haltbaren Aufschrift„Maul= und Klauenseuche=Sperrbezirk“. Einfuhr und Durchtreiben von Klauenvieh, sowie Durchfahren mit Wiederkäuergespann verboten“ leicht sichtbar anzubringen. S 2. 1. Die verseuchten Gehöfte sind gegen den Verkehr mit Tieren und mit solchen Gegenständen, die Träger des Ansteckungsstoffes sein können, in folgender Weise abzusperren: a) Ueber die Ställe oder sonstigen Standorte, wo Klauenvieh steht, ist die Sperre zu verhängen (§ 22 Abs. 1, 4 des Gesetzes). Befindet sich das Vieh auf der Weide, so ist die Aufstallung vorzunehmen. In besonderen Ausnahmefällen kann beim Vorliegen eines zwingenden wirtschaftlichen Bedürfnisses die Entfernung der abgesperrten Tiere aus dem Stalle(Standort) zum Zwecke der sofortigen Schlachtung gestattet werden. Ueber die Erteilung der Genehmigung entscheidet, wenn die Schlachtung im Seuchenort erfolgen soll, der Landrat. Im übrigen finden auf die Schlachtung die Vorschriften des§ 160 V. A. V. G.“) Anwendung. Jedoch kann von der amtstierärztlichen Leitung der Schlachtung(§ 160, Abs. 1) Abstand genommen werden. Die Bestimmungen des§ 160, Abs. 3 bis 5, sind auch dann zu beachten, wenn von dem Besitzer Vieh im Stalle (Standorte) geschlachtet worden ist(Notschlachtung). b) Die Verwendung der auf dem Gehöfte befindlichen Perde und sonstigen Einhufer außerhalb des gesperrten Gehöftes ist gestattet, jedoch insoweit diese Tiere in gesperrten Ställen untergebracht sind, nur unter der Bedingung, daß ihre Hufe vor dem Verlassen des Gehöftes desinfiziert werden. c) Geflügel ist so zu verwahren, daß es das Gehöft nicht verlassen kann. Für Tauben gilt dies insoweit, als die örtlichen Verhältnisse die Verwahrung ermöglichen. d) Fremdes Klauenvieh ist von dem Gehöfte fernzuhalten. e) Das Weggeben von Milch aus dem Gehöft ist verboten Die Abgabe ist zulässig, wenn eine vorherige Abkochung oder eine andere ausreichende Erhitzung(§ 28, Abs. 3, V. A. V. G.) stattgefunden hat. Für die Abgabe von Milch an Sammelmolkereien, in denen eine wirksame orhitzung der gesamten Milch gewährleistet ist, können von dem Regierungs=Präsidenten Ausnahmen zugelassen werden. f) Die Entfernung des Düngers aus den verseuchten Ställen und die Abfuhr von Dünger und Jauche von Klauenvieh aus dem verseuchten Gehöfte dürfen nur nach den Vorschriften des§ 19, Abs. 3, 4, Anlage A zu V. A. V. G. für das Desinfektionsverfahren erfolgen. g) Futter= und Streuvorräte dürfen für die Dauer der Seuche nur mit Erlaubnis des Landrats, und nur insoweit aus dem Gehöft ausgeführt werden, als sie nachweislich nach dem Orte ihrer Lagerung und der Art des Transportes Träger des Ansteckungsstoffes nicht sein können. h) Gerätschaften, Fahrzeuge, Behältnisse und sonstige Gegenstände müssen, soweit sie mit kranken oder verdächtigen Tieren oder deren Abgängen in Berührung gekommen sind, desinfiziert werden, bevor sie aus dem Gehöfte herausgebracht werden. Milchtransportgefäße sind nach ihrer Entleerung zu desinfizieren (§ 154, Abs. 1 c,§ 168, Abs. 1 e V. A. V. G.) *) V. A. V. G.= Viehseuchenpolizeiliche Anordnung des Ministers für Landwirtschaft, zugleich Ausführungsanweisung zum Viehseuchengesetze. 1) Wolle darf nur in festen Säcken vorpackt aus dem Gehöft ausgeführt werden. *) Von gefallenen seuchenkranken oder der Seuche verdächtigen Tieren sind die veränderten Teile einschließlich der Unterfüße samt Haut bis zum Fesselgelenke, des Schlundes, Magens und Darmkanals samt Inhalt, sowie des Kopfes und der Zunge unschädlich zu beseitigen. Häute und Hörner sind nach§ 160 Abs. 4 V. A. V. G. zu behandeln. Erleichterungen von diesen Vorschriften sind nur aus zwingenden wirtschaftlichen Gründen und nur mit Genehmigung des Ministers zulässig. 2. Die Stallgänge der verseuchten Ställe des Gehöftes, die Plätze vor den Türen dieser Ställe und vor den Eingängen des Gehöftes, die Wege an den Ställen und in den zugehörigen Hofräumen sowie die etwaigen Abläufe aus der Dungstätte oder dem Jauchebehälter sind täglich mindestens einmal mit dünner Kalkmilch zu übergießen. Bei Frostwetter kann an Stelle des Uebergießens mit Kalkmilch Bestreuung mit gepulvertem frisch gelöschtem Kalk erfolgen. 3. Die gesperrten Ställe(Standorte) dürfen, abgesehen von Notfällen, ohne ortspolizeiliche Genehmigung nur von den im§ 154, Abs. 1a V. A. V. G. bezeichneten Personen betreten werden. Personen, die in abgesperrten Ställen verkehrt haben, dürsen erst nach vorschriftsmäßiger Desinfektion das Seuchengehöft verlassen. 4. Zur Wartung des Klauenviehs in dem Gehöfte dürfen Personen nicht verwendet werden, die mit fremdem Klauenvieh in Berührung kommen. 5. Das Abhalten von Veranstaltungen in dem Seuchengehöfte, die eine Ansammlung einer größeren Zahl von Personen im Gefolge haben, ist vor erfolgter Schlußdesinfektion(§ 175 V. A. V. G.) verboten. 6. Auf den an dem Seuchengehöfte vorbeiführenden Straßen kann der Landrat Beschränkungen des Transports und der Benutzung von Tieren jeder Art anordnen. § 3. 1. Sämtliches Klauenvieh nicht verseuchter Gehöfte des Sperrbezirks unterliegt der Absonderung im Stalle(§ 19 Abs. 1, 4 des Gesetzes). Jedoch darf das abgesonderte Klauenvieh zur sofortigen Schlachtung entfernt werden, sofern unmittelbar vor der Ausführung der Tiere zur Schlachtstätte durch amtstierärztliche Untersuchtung festgestellt wird, daß der gesamte Klauenviehbestand des Gehöftes noch seuchenfrei ist. Ueber die Erteilung der Genehmigung entscheidet, wenn die Schlachtung im Seuchenort erfolgen soll, der Landrat, andernfalls ist die Entscheidung des Regierungs=Präsidenten einniholen. Auf die Schlachtung finden die Vorschriften des§ 160 V. A. V. G. mit der Maßgabe Anwendung, daß von der amtstierärztlichen Leitung und von den im§ 160 Abs. 4, 5 V. A. V. G. vorgesehenen Desinfektionsmaßnahmen abgesehen werden darf. Sollen die Tiere mit der Eisenbahn befördert merden, so ist von der Erteilung der Ausfuhrgenehmigung die Eisenbahnstation, auf der die Verladung erfolgen soll, unverzüglich in Kenntnis zu setzen. Die für die Beförderung benutzten Eisenhahnwagen sind durch gelbe Zettel mit der Aufschri't„Sverrvieh“ zu kennzeichnen. Ein gleicher Vermerk ist auf den für die Versendung benutzten Frechtbriefen anmbringen. Dem Frachtbrief ist ferner die Erlaubnis des Regierungs=Präsidenten beizuheften. Klauenvieh, das in den so gekennzeichneten Eisenbahnwagen befördert wird, darf nur nach der auf dem Frachtbrief angegebenen Eisenbahnstation verbracht werden. Ein Entladen oder Umladen ist unterwegs nur insoweit zulässig, als es zur Erreichung des auf dem Frachtbrief bezeichneten Bestimmungsorts notwendig ist. Die Ortspolizeibehörde des Schlachtorts ist von dem bevorstehenden Eintreffen der Tiere rechtzeitig telegraphisch oder telephonisch zu benachrichtigen. Sie hat auf das Eintreffen zu achten und gegebenenfalls über den Verbleib weitere Ermittelungen anzustellen. 2. Sofern dringende wirtschaftliche Gründe die Aufstallung oder die uneingeschränkte Durchführung der Absonderung des Klauenviehs der nicht verseuchten Gehöfte untunlich erscheinen lassen, können mit Genehmigung des Ministers Erleichterungen zugelassen werden. 3. In diesem Falle dürfen, um die Verwendung der Tiere zur Feldarbeit oder ihren Auftrieb auf die Weide zu ermöglichen oder zu erleichtern, von den Tieren zu benutzende öffentliche Wege vorüber gehend gegen den Verkehr auch von Personen gesperrt werden. 4. Die Absonderung der Tiere ist so lange aufrecht zu erhalten, bis aus allen Seuchengehöften sämtliches Klauenvieh beseitigt worden oder die Seuche abgeheilt und in allen Fällen die vorschriftsmäßige Desinfektion(§ 175 V. A. V. G.) bewirkt ist. Ausnahmen sind mit Genehmigung des Ministers zulässig. § 4. Für den ganzen Bereich des Sperrbezirks gelten folgende Beschränkungen: a) Sämtliche Hunde sind festzulegen. Der Festlegung ist das Führen an der Leine und bei Ziehhunden die feste Anschirrung gleich zu erachten. Die Verwendung von Hirtenhunden zur Begleitung von Herden und von Jagdhunden bei der Jagd ohne Leine wird jedoch gestattet. b) Schlächtern, Viehkastrierern, sowie Händlern und anderen Personen, die gewerbsmäßig in Ställen verkehren, ferner Personen, die ein Gewerbe im Umherziehen ausüben, ist das Betreten aller Ställe und sonstiger Standorte von Klauenvieh im Sperrbezirke, desgleichen der Eintritt in die Scuchengehöfte verboten. In besonders dringlichen Fällen kann die Ortspolizeibehörde Ausnahmen zulassen c) Dünger und Jauche von Klauenvieh, ferner Gerätschaften und Gegenstände aller Art, die mit solchem Vieh in Berührung gekommen sind, dürfen aus dem Sperrbezirk nur mit ortspolizeilicher Erlaubnis unter den polizeilich anzuordnenden Vorsichtsmaßregeln ausgeführt werden. d) Die Einfuhr von Klauenvieh in den Sperrbezirk, sowie das Durchtreiben von solchem Vieh durch den Bezirk ist verboten. Dem Durchtreiben von Klauenvieh ist das Durchfahren mit Wiederkäuergespannen gleichzustellen. Die Einfuhr von Klauenvieh zur sofortigen Schlachtung kann von dem Landrat unter der Bedingung gestattet werden, daß die Einfuhr zu Wagen erfolgt. Die Einfuhr von Klauenvieh zu Nutzoder Zuchtzwecken ist nur im Falle eines besonders dringenden wirtschaftlichen Bedürfnisses mit Genehmigung des Regierungs=Präsidenten zulässig. Im Seuchengehöfte darf die Einfuhr von Klauenvieh auch ausnahmsweise nicht statt. finden. e) Die Ver= und Entladung von Klauenvieh auf den Eisenbahn= und Schiffsstationen im Sperrbezirk ist verboten. Ausnahmen hiervon können von dem Regierungspräsidenten zugelassen werden. Die Vorstände der vom Verbote betroffenen Stationen sind von den Ortspolizeibehörden zu benachrichtigen. 2. Beobachtungsgebiet. Ein Beobachtungsgebiet wird nicht gebildet. 3. Allgemeines. § 5. 1. Im Amte Aplerbeck wird verboten: a) Die Abhaltung von Klauenviehmärkten, mit Ausnahme der Schlachtviehmärkte in Schlachtviehhöfen, sowie der Auftrieb von Klauenvieh auf Jahr= und Wochenmärkten. Dieses Verbot hat sich auch auf marktähnliche Veranstaltungen zu erstrecken. b) Der Handel mit Klauenvieh, erforderlichenfalls auch derjenige mit Geflügel, der ohne vorgängige Bestellung entweder außerhalb des Gemeindebezirkes der gewerblichen Niederlassung des Händlers oder ohne Begründung einer solchen stattfindet. Als Handel im Sinne dieser Vorschrift gilt auch das Aussuchen von Bestellungen durch Händler ohne Mitführen von Tieren und das Aufkaufen von Tieren durch Händler. c) Die Veranstaltung von Versteigerungen von Klauenvieh. Das Verbot findet keine Anwendung auf Viehversteigerungen auf dem eigenen nicht gesperrten Gehöfte des Besitzers. wenn nur Tiere zum Verkaufe kommen, die sich mindestens 3 Monate im Besitze des Versteigerers befinden. d) Die Abhaltung von öffentlichen Tierschauen mit Klauenvieh. e) Das Weggeben von nicht ausreichend erhitzter Milch(§ 28 Abs. 3. V. A. V. G.) aus Sammelmolkereien an landwirtschaftliche Betriebe, in denen Klauenvieh gehalten wird, sowie die Verwertung solcher Milch in den eigenen Viehbeständen der Molkerei, ferner die Entfernung der zur Anlieferung der Milch und zur Ablieferung der Milchrückstände benutzten Gefäße aus der Molkerei, bevor sie desinfiziert sind. (Vergl.§ 11 Abs. 1 Nr. 9, 10 der Anweisung für das Desinfektionsverfahren, Anlage A zu V. A. V. G.) 2. Ausnahmen von den Verboten des Absatzes 1 können in besonderen dringenden Fällen zugelassen werden. Etwaige Anträge sind durch den Landrat an den Regierungs=Präsidenten zu richten. 4. Desinfektion. § 6. 1. Die Ställe oder sonstigen Standorte der kranken oder verdächtigen Tiere sind zu desinfizieren, die Ausrüstungs=, Gebrauchs=, sowie sonstigen Gegenstände, von denen anzunehmen ist, daß sie den Ansteckungsstoff enthalten(§ 19 Absatz 4 bis 6 der Anweisung für das Desinfektionsverfahren) sind zu desinfizieren oder unschädlich zu beseitigen. Ferner ist eine Desinfektion der durchgeseuchten und sonstigen Tiere, die im Seuchenstall untergebracht waren, vorzunehmen. Der beamtete Tierarzt hat die Desinfektion abzunehmen. 2. Auch die Personen, die mit den kranken oder verdächtigen Tieren in Berührung gekommen sind, haben sich zu desinfizieren. 3. Von der Desinfektion kann abgesehen werden: a) wenn es sich nur um der Ansteckung verdächtiges Klauenvieh in seuchenfreien Gehöften handelt; b) für Ställe in Seuchengehöften, in denen nur der Ansteckung verdächtiges Klauenvieh gestanden hat, sofern dieses nach Ablauf der in§ 176 unter b) V. A. V. G. angegebenen Frist seuchenfrei befunden worden ist. 5. Aufhebung der Schutzmaßregeln. § 7. Die Seuche gilt als erloschen, und die angeordneten Schutzmaßregeln sind aufzuheben, wenn: a) sämtliches Klauenvieh des Seuchengehöftes gefallen, getötet oder entfernt worden, ist, oder b) binnen 3 Wochen nach Beseitigung der kranken oder scuchenverdächtigen Tiere oder nach amtstierärztlicher Feststellung der Abheilung der Krankheit eine Neuerkrankung nicht vorgekommen, und c) in beiden Fällen die Desinfektion vorschriftsmäßig ausgeführt und durch den beamteten Tierarzt abgenommen ist. 2. Das Erlöschen der Seuche ist in gleicher Weise wie der Ausbruich öffentlich bekannt zu machen. 6. Schlußbestimmung. § 8. Diese Verordnung tritt sofort mit ihrer Veröffentlichung in Kraft. 7. Strafbestimmungen. S 9. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestimmungen werden gemäß§§ 74 bis 77 einschl. des Reichsviehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909(R. G. Bl. S. 519 ff.) bestraft. Hörde, den 25. März 1915. Der Landrat. gez.: Dr. Burchard. Bekanntmachung. Das Zentral=Komitee der Deutschen Vereine vom Roten Krauz hat, um für die überaus großen Anforderungen, die überall an die Organisationen des Roten Kreuzes gestellt werden, neue Einnahmen zu erschließen, eine„Kreuz=Pfennig=Sammlung“ angeordnet und zu diesem Zwecke geschmackvolle Kreuz=Pfennig=Marken zu 10, 5 und 2 Pfennigen ausgegeben, die ähnlich wie Freimarken auf die porto reien Feldpostsendungen wie auf alle anderen portopflichtigen Postsendungen jeder Art, auf Briefe, Karten, Pakete usw., aufgeklebt oder auch als Verschlußmarken verwendet werden können. Ihr Erlös ist zur Hälfte für die allen Landesteilen zugute kommenden Zwecke des Zentral=Komitees, zur Hälfte für die in den einzelnen Kreisen der Provinz bestehenden Orts= und Zweigvereine vom Roten Kreuz bestimmt. An die Bürgerschaft ergeht daher die Bitte, im Hinblick auf den guten Zweck der Sammlung solche Marken zu kaufen und auf allen Postsendungen zu verwenden. Für die Stadt Schwerte hat der Herr Sparkassenrendant Nehring, Sparkasse, Kampstr. Nr. 18, den Verkauf übernommen. Schwerte, den 26. März 1915. Der Bürgermeister: Nohrmann. W„ Original Eckendorfer und nachgebauten, samtliche Rlee= und Grassamereien 1620. empfiehlt Ein= und VerkaufsGenossenschaft Schwerte. Bekanntmachung. Nach der zweiten Ausführungs=Anweisung zur BundesratsVerordnung über die Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl vom 17. März 1915 hat der Besitzer von Vorräten an Weizen, Roggen und Hafer, die nach dem 1. Februar d J. ausgedroschen sind, das Ergebnis des Erdrusches bis zum 31. März d. I. bei dem Gemeindevorstande anzuzeigen. Wir machen auf diese Bestimmung ausdrücklich zur genauen Beachtung hierdurch aufmerksam. Wer die Anzeigen nicht in der gesetzlichen Frist erstattet, oder wer wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben machl, wird mit Gefängnis dis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe dis 1500 Mark bestraft. Schwerte, den 30. März 1915. 1626 Der Magistrat: Rohrmann. btichsame insentenhicen Haasenstein 4 Wbdirg## Apppere dentech. basenlen Dertmund, Markt 2. Phanz- und Opeiet empfiehlt C. Lethaus. 1618 Matulaturpapier ennfiehlt bülgst Carl Braus, Schwerte(Ruhr) * 8— 9 8 K 9 95 S L. E 6 S S# s 5 O ## 2 S•Sc * S 2* 85 8 1 c * S S 9. S S Lg e. 865 S S 2 5E 1 1911 jühren. Sie haben die Fähigkeit, sich bestimmten Kieselsteinen völlig anzugleichen und liegen dann ruhig und still, mit dem Stein völlig in eins verwachsen, um sich plötzlich auf ein ahnungsloses Tier niederfallen zu lassen, das ihre Beute wird. 70 Denkspruch. man soll von keinem Menschen die Hof nung aufgeben, daß er sich nicht ändern kann, aber der Mangel an Kraft wird am allerschweisten gebellent. Gultav Freylag. Woher hatte Schiller den Stoff zum„Taucher"? Wenig bekannt dürfte sein, daß es eine geschichtliche Begebenheit war, die den Anlaß zu Schillers Ballade„Der Taucher“ gab. Zur Zeit des Königs Friedrich von Sizilien lebte ein gewisser Nikolo, der wegen seiner Heldentaten im Wasser den Beinamen Pesce(Fisch) erhielt. Von Kindheit an mit dem Meere vertraut, fristete er in späteren Jahren sein Dasein durch den Verkauf von Austern und Korallen, die er mittels Untertauchens gewann. Die lange Vertrautheit mit den Meereswogen gewöhnte ihn endlich so sehr daran, daß das nasse Element ihm zur zweiten Natur wurde. Tagelang brachte er oft in den Wellen zu, ohne eine andere Nahrung als Fische zu sich zu nehmen, die er fing und roh verspeiste. Am häusigsten schwamm er von Sizilien nach Kalabrien hinüber, wohin er amtliche Schriftstücke beförderte. Selbst in den gefährlichen Gewässern innerhalb der Liparischen Inseln war er gewohnt, umherzuschwimmen. Dieser sonderbare Mensch schien von der Natur dazu bestimmt gewesen zu sein, den Gefahren des Ozeans Trotz zu bieten; denn seine Finger und Fußzehen, so wird behauptet, sollen gleich den Füßen eines Wasserhuhns beschaffen gewesen sein, und seine Brust eine solche Wölbung gehabt haben, daß er auf längere Zeit Luft einzuatmen vermochte. Der König, dessen Neugierde durch die seltsamen Erzählungen über den Abgrund der Charybdis erregt worden war, hegte den Wunsch, genauere Kunde darüber zu erlangen. Er befahl daher Nikolo, den Strudel zu untersuchen, und ließ, um ihn anzufeuern, einen goldenen Becher in die Tiefe werfen. Nikolo verhehlte sich nicht die Gefahren, die mit dem Wagnis verknüpft waren; allein der Wunsch, dem Könige zu gefallen, die Ehre und die Hoffnung auf eine fürstliche Belohnung gewannen bei ihm die Oberhand, und er sprang„in der Charybde Geheul". Lange Zeit “ warteten der König und sein Gefolge am Ufer auf den Ausgang des Unternehmens; endlich tauchte Nikolo empor, in der einen Hand triumphierend den wecher hairend, mit der anderen die Wogen durchschneidend. Dann erschien er vor dem König, um ihm die Wunder, die er gesehen, zu erzählen. Es seien, so verkündete er, hauptsächlich vier Dinge, die den Strudel für Menschen und Fische gleich gefährlich machen: erstens die Gewalt des vom Grunde nach oben sich auftürmenden Wassers, dem man kaum widerstehen könne; dann die auf beiden Seiten vorspringenden, gefahrdrohenden Felsenmassen; drittens, die ungeheuere Kraft des gegen die Felsen anprallenden Strudels, und viertens die Zahl und Größe der Polypen, die überall an den Felsen hingen und ihre gewaltigen Arme ausbreiteten, um alles an sich zu ziehen, was in ihr Bereich käme. Auf die Frage, wie er denn den Becher so schnell habe finden können, entgegnete Pesce, daß dieser zufällig durch die Wellen in die Höhlung eines Felsens geworsen worden wäre, gegen die er selbst beim Untertauchen angetrieben sei. Der König, begierig, über den Grund des Strudels mehr zu erfahren, forderte Nikolo auf, das Unternehmen noch einmal zu wagen. Nikolo zögerte; als aber der Fürst in ihn drang und einen größeren Becher nebst einer Börse Gold verhieß, sprang er in einem unglücklichen Augenblick in den Abgrund, um nie wieder zu erscheinen. 2 Rebus. 0 33 Gasfäs Bumur. Mutters Krankheit.„Warum hast du denn gestern gefehlt, Hänschen?“ fragte die Lehrerin. „Mutter ist krank, Fräulein.“ „Ach, das tut mir aber leid. Und was sagt denn der Doktor?“ „Der Doktor hat zu Papa gesagt, es sei ein kleines Mädchen.“ * Der einzige Punkt. A.:„Ich höre, Sie sind Ihrer Frau übereingekommen, sich scheiden zu lassen!“ „Ja, und das ist der einzige Punkt, in dem wir je einig gewesen sind.“ 46. Jabrgung O Grlles und isehes Cagesorgmn des Kreilen. O buugi-Onnoncrabhn I. Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 76. Mittwoch, 31. März 1915. Art läßt nicht von Art. — e 72 Roman von H. Hill. (2. Fortietzung) 1 ( ½ rli: B zen uns damals“, so fuhr Graf dow fort,„in London trauen, und wenn unsere Ehe auch geheimgehalten wurde, so war sie doch unter Beoba tung aller gesetzlichen Vorschriften geschlossen worden und darum ganz unanfechtbar. Die Umstinde zwangen mich leider, meine junge Frau bald nuch der Geburt unseres Kindes zu verlassen, und als ich später nach ihr suchte, war sie verschwunden. Es ist für die Beurteilung der gegenwärtigen Situation gleichgültig, durch welche Gründe sie bestimmt wurde, sich vor mir vervorgen zu halten. Tatsache ist jedenfalls, da; ich erst mehrere Jahre später in Erfahrung brachte, sie sei in einem Londoner Logierhause gestorden und liege auf dem Nunhead=Friedhose begraben. Das Kind aber sollte von einem ihrer Verwandten, der zur Beerdigung nach London gekommen war, mitgenommen worden sein. Und es ist mir trotz aller im geheimen betriebenen Nachforschungen bis auf den heutigen Tag nicht gelungen, den Namen dieses Verwandten und den Aufenthalt meines Sohnes zu erfahren. Die unzwelfelhaften Beweise vom Tode meiner ersten Frau aber setzten mich in den Stand, eine zweite Ehe zu schließen. Damit habe ich alles gesagt, was Ihnen vorerst zu wissen nottut.“ Rolf Brandenfels dachte nach. „Aber es ist doch recht merkwürdig,“ meinte er, „daß der Verwandte Ihrer ersten Gemaylin das Kind so angstlich vor Ihnen versteckte, obwohl ihm ein so reicher und hochgestellter Vater für dasseibe nur erwünscht sein konnte.“ „Das mag sich einfach genug erklären. Ich führte zur Zeit meiner ersten Eheschließung einen anderen Namen als den gegenwärt gen, den ich mit allerhöch ter Genehmigung erst annahm, als mir das seit Jahrhunderten in der Familie Bredow=Donnersberg vererbie Ma orat zusiel. Der Famitienname, der so lange Zeit mit der Standesherrschaft verbundin gewesen war, sollte hatte Verschwinden hette mich der Moglichkeit beraubt, sie danon zu unterrichten.“ „Ich weiß nicht, Herr Graf, was ich zu alledem sagen soll. Für mich sind es ja böhmische Dörfer. Und ich kann darum auch nicht beurteilen, ob das, was Sie mir erzühlen, in irgendwelcher Beziehung steht zu meiner Person. Mein Vater— der Major Brandenfels, meine ich— müßte doch wohl aber nicht aussterben. Von dieter Veränderung aber Vera wohl keine Kenntnis mehr erlangt, und ihr (Nachdruck verboten.) Und wenn Ihnen an der werden Sie mir also genatten eressanten alltteilungen zu wiedererwas davon wissen. stellung gelegen ist, missen, ihm Ihre interessanten alltteilungen zu holen.“ Bredow=Donnersberg nickte. wiinsche dringend, daß Sie es tun, und daß Heern veranlassen, sich sobald als irgend mit mir in perjönliche Verbindung zu setzen. brauche ich Ihnen wohl kaum zu sagen, ( Graf „Ich Sie den möglich Augerdem n auf das kein nun, von diesen Ihrem darf. Uebtigens— sind Sie mit der den Gerihten bereits in Konflikt germen?“ „Nicht nennenswerl," erilärte Rolf der Welt etwas von diesem— nächtlichen Ausfluge erfahren Polizei und mit en?“ Brandenfels ruhig.„Dazu bin ich denn Von größeren Unternehmung erst mein zweiter Versuch.“ In dem Gesicht des Grafen zuckte aber er wußte sich zu beherrschen. er.„Dann werde zu vergessen, unter doch etwas zu schlau. in war die heutige auch es schmerzlich, Krä „Gut!“ sagte sten bemühen, ständen ich Sie zuerst wiedergesehen habe. ich mich nach welchen Umhabe. Es wrd sich leicht eine Geschichte erfinden lassen, die der Welt erklärt, auf welche Weise ich Sie gefunden habe. Diese Sachen da—“ und er wies mit einer Gebärde des Ekels auf die noch am Boden liegenden Einvrecherwerkzeuge—„diese Sachen da aber sollten Sie nunmehr einpacken, damit ich sie nicht länger zu sehen brauche.“ Holf beeilte sich zu gehorchen, und während er die Instrumente in sein Köfferchen zurücklegte, bemerkte er mit einem Anflug von Zweifel und Bedauern: „Aber wenn es auch sonst niemand weiß— die junge Dame wird es doch wissen. Ich beklage tief, daß ich gezwungen war, etwas unsant mit ihr zu verfahren, und ich fürchte sehr, sie wird mir das nicht so leicht vergessen.“ „Meine Tochter hat Ihr Gesicht nicht gesehen, da Sie ja maskiert waren, und sie wird Sie darum auch nicht wiedererkennen, wenn sie Ihnen am hellen Tage als ihrem Stielbruder begeguet. Außerdem wede ich ihr über die Ereignisse dieser Nacht Stillschweigen auferlegen. Ich welde ihr sagen, daß ich Sie hätte tauen lassen, weil mich die Unterhaltung mit Ihnen amüsiert hätte. Das wird ihr als Erklärung vollkommen genügen.“ „Und werden Sie nicht gezwungen sein, wegen des Einbruchs Anzeige bei der Polizei zu erstatten? Die Spuren lassen sich leider nicht mehr verwischen und müssen von Ihrer Dienerschaft notwendig sofort bemerkt werden. Ich habe den Fensterriegel, der mir den Einlaß verwehrte, glatt herausgeschnitten, und dies angesangene Bohrloch in der Füllung Ihres Geldschrankes muß am Ende auch dem Kurzsichtigsten auffallen.“ „Machen Sie sich darum gefälligst keine Sorge. Es genügt, wenn Sie beim Fortgehen genau so vorsichtig verfahren, wie Sie es getan hätten, wenn Sie nicht durch mich gestört worden wären. Alles übrige können Sie getrost mir überlassen. Ich werde die Anzeige bei der Polizei, wenn sie wirklich unvermeidlich sein sollte, keinesfalls überstürzen. Und man wird bei der Verfolgung der Angelegenheit vermutlich nicht eiftiger sein, als ich es wünsche. Jetzt aber will ich Sie nicht länger hier zurückhalten. Ich muß Sie schon ersuchen, sich auf demselben Wege zu entfernen, auf dem Sie gekommen sind. Denn beim Passieren der Eingangshalle würden Sie möglicherweise nicht unbelästigt bleiben.“ Rolf Vrandenfels ließ sich das nicht zweimal sagen. Wie vollständig auch immer die Situation sich scheinbar zu seinen Gunsten geändert haben mochte, eines gewissen Unbehagens hatte er trotzdem nicht ledig werden können, solange er die durchdringenden, grauen Augen des Grasen auf sich gerichtet wußte, und er hatte jedenfalls für den Augenblick keinen dringenderen Wunsch als den, unangefochten aus dem Bereich des Schlosses zu gelangen. Als er schon in dem offenen Fenster stand und im Begriff war, seinen Fuß auf die Terrasse zu setzen, hielt ihn der Graf noch einmal an, um sich die Adresse des Majors Brandenfels wiederholen zu lassen und um an den jungen Mann die Frage zu richten, ob er bei diesem seinem vermeintlichen Vater wohne. Erst als er eine bejahende Antwort erhalten hatte, verabschiedete er den nächtlichen Besucher mit stummem Gruß und zog sich bekümmerten Antlitzes in die Bibliothek zurück. Für den Rest dieser Nacht hegte er offenbar kein Bedürfnis mehr, sich schlafen zu legen. 3. Kapitel. Major Brandenfels gehörte nicht zu den Frühaufstehern. Aber in seinem Aeußern und in seinem Wesen war nichts von jener Trägheit und Nachlässigkeit, die den Langschläfern eigen zu sein pflegt. Als er nach neun Uhr morgens das Wohnzimmer seiner ziemlich bescheidenen Behausung betrat und sich am gedeckten Frühstückstisch niederließ, war er bereits in tadellosem Straßenanzuge, und er sah nicht nur sehr elegant und wohlgepflegt, sondern auch so frisch, rosig und liebenswürdig aus, daß man an dem ältlichen Herrn wohl seine Freude haben konnte. Er mochte zwischen fünfzig und sechzig Jahre alt sein. Sein glattes Gesicht und seine beinahe kindlich blickenden, blanken, blauen Augen gaben Zeugnis für eine ausgezeichnete Gesundheit, und niemand würde bei seinem Anblick den geringsten Zweifel gehegt haben, daß eine große Herzensgüte der hervorstechendste Zug seines Wesens sei. Wo er gedient und zu welcher Zeit er seine militärische Laufbahn beendet hatte, wußte eigentlich niemand aus seinem großen Bekanntenkreise mit Bestimmtheit zu sagen. Aber man hielt es auch nicht für nötig, danach zu fragen. Es genügte, daß der Major ein Mann von vortrefflichen Manieren und angenehmsten Umgangsformen war, daß er sich gern jedermann gefällig zeigte, und daß keine Menschenseele ihm etwas Uebles nachzusagen wußte. Daß er in Wahrheit ein Glücksritter im verwegensten Sinne des Wortes war, hatte sich bisher selbst denen nicht ofsenbart, die beständig auf das intimste mit ihm verkehrten. Diese seine näheren Bekannten durften allerdings zumeist wenig Anspruch darauf erheben, für erfahrene Menschenkenner zu gelten. Denn es waren in der Mehrzahl blutjunge Bürschchen aus der hauptstädtischen jeunesse dorée, die eben ihre ersten Schritte auf der schlüpfrigen Bahn des üppigen Lebensgenusses machten. Diesen jugendlichen Freunden wußte sich der liebenswürdige Major auf tausendfältige Art unentbehrlich zu machen. Sie hätten sich wahrhaftig keinen angenehmeren Lehrmeister und Mentor wünschen können als ihn. Er, der das Leben bis in seine geheimsten Tiefen kannte, war wie dazu geschaffen, Unkundige in dessen Geheimnisse einzuweihen. Wozu die wißbegierigen jungen Herren sonst wahrscheinlich Jahre gebraucht hätten, das lernten sie unter seiner Führung in ebensoviel Wochen, und es war nur natürlich, wenn sie ihm seine Aufopferung durch ein schrankenloses Vertrauen vergalten, und wenn sie ihn zum Mitwisser von Dingen machten, die sie schwerlich einem anderen offenbart haben würden. Das allein aber war es, worauf es dem guten Major ankam, denn es bildete seine einzige Einnahmequelle. Er trieb den etwas anrüchigen Beruf eines Erpressers, aber er trieb ihn mit solcher Meisterschaft und mit so sänftlichen Manieren, daß selbst die Erpreßten meist gar nichts davon bemerkten. Nicht mit Drohungen, sondern als freundlicher Warner trat er ihnen im gegebenen Augenblick gegenüber. Es war immer irgendein großer Unbekannter da, von dem ihnen Gefahr drohte und dessen Stillschweigen sie durch die uneigennützige Vermittlung des Majors zu erkaufen hatten. So lange wußte der wackere, alte Herr sie dann in immer gesteigerter Angst und Unruhe zu erhalten, bis sie ihm schließlich noch von ganzem Herzen dankbar waren, wenn er ihnen mitteilen konnte, daß er den gefährlichen Unbekannten zum Schweigen gebracht habe. Und da der Herr Major nicht unersättlich war, sondern sich mit dem begnügte, dessen er zur Bestreitung seiner allerdings nicht gerade kümmerlichen Lebensführung bedurfte, so kam er auch nicht in die Gefahr, sich verdächtig zu machen, indem er das Spiel in allzu kurzen Zwischenräumen wiederholte. Auf dem Frühstückslisch lag noch ein zweites Gedeck, aber der Major war schon beinahe fertig, als Rolf eintrat und sich ihm gegenüber niederließ. Vorwurfsvoll ruhten die Blicke des alten Herrn auf seinem blassen, verlebten Gesicht. „Du bist heute wieder die ganze Nacht fortgewesen,“ sagte er.„Ich fürchte, daß ich niemals etwas aus dir mache, wenn du dich nicht entschließen kannst, deine Lebensweise von Grund aus zu ändern. Ausschweifungen machen sich nicht bezahlt, mein lieber Sohn. Und zu einem Beruf gleich dem unsrigen muß man vor allen Dingen eine gute Gesundheit und ein repräsentables Aussehen haben.“ Während er diese kleine Standrede über sich ergehen ließ, hatte Rolf seinen Teller gefüllt und mit großer Hast zu essen begonnen. Nun sah er mit einem verschmitzten Lächeln zu seinem besorgten Lehrmeister auf. „Sieht ein solcher Arnet't nach Ausschweifungen aus?“ fragte er.„Nein, leu##ister Vater, ich habe diese Nacht nicht in leichtfertiger Gesellschaft vergeudet, sondern ich habe sie einer ehr ernsten und anstreugenden Arbeit gewidmet. Leider nicht ganz mit dem gehofften Erfolg. Denn ich bin mit leeren Händen aus dem Schlosse Donnersberg zurückgekehrt, trotz der ausgezeichneten Vorbereitungen, die ich für meinen nächtlichen Besuch getroffen hatte, und trotz der Umsicht, mit der ich dabei zu Werke ging.“ g gren geschab— Zum ersten Male seit Jahren geschay es dem Major, daß er für einen Moment völlig aus der Fassung geriet. (Fortsetzung folgt.) —.— c 4! Re cec 3cheer 5 Kurze Titulaturen. Schon seit längerer Zeit macht sich in Deutschland eine Bewegung geltend, die die Abschaffung des überflüssigen Formelkrams bezweckt. Man spottet ja auch nicht mit Unrecht über die in vielen deutschen Gegenden noch immer üblichen Titulaturen: Wohllöblich, hochlöblich, hochpreislich usw. Was will das aber sagen gegen den Titelzopf, der im vorigen Jahrhundert üblich war und von dem man Behörden gegenüber bei Strafe auch nicht das geringste weglassen durfte. Noch im Jahre 1805 wurde dem märkischen Baron v. Beeren auf Groß=Beeren von der Behörde eine Eingabe als„zur Berücksichtigung nicht geeignet“ zurückgegeben, weil bei derselben der sogenannte Devotionsstrich fehle, der zwischen den Worten„ganz gehorsamst“ und dem Namen des Schreibenden anzubringen war. Bekannt ist, daß der Baron der Behörde einen großen Leiterwagen von eisernen Haken„zur gefälligen Benutzung“ zur Antwort schickte. Als Beispiel, wie sehr die Titulatursucht unseren Großvätern in Fleisch und Blut übergegangen war, möge hier eine aus der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts stammende Adresse an das Reichskammergericht in Wetzlar folgen:„Denen Hoch= und Wohlgebornen, Edlen, Vest= und Hochgelahrten, dann Wohl= und Hochedelgebohrenen Gelahrten, resp. Ihrer Römisch=Kaiserlichen und Königlichen Katholischen Majestät Hochverordneten Wirklichen GeheimenRäthen und verordneten Räthen, des Hochlöblichen Kaiserlichen und Reichskammergerichtes zu Wetzlar Kammerrichter, Präsidenten und Beisitzern, Ehrenvesten und Wohlweisen, Unseren besonders lieben Herren und lieben Besonderen, dann Hochgeehrten auch resp. freundlich vielgeliebten Herren Vettern, dann Hoch= und Vielgeehrten, wie auch weiteres resp. Hochgeneigtesten und Wohlgeneigten Herren.... zu Wetzlar.“ Unmöglich! Ein bekannter Staatsmann pflegte einen Anzug, der ihm liebgeworden, Tag für Tag zu tragen, bis er ganz abgenutzt und schäbig war. Einmal hatte er auch einen solchen, den er so gern trug, daß er sich gar nicht davon trennen machte. Er si ickte ihn daher zu seinem Schneider, um ihn ausLessern und reinigen zu lassen. Aber der Kleiderkünstler schrieb ihm zurück:„Den Anzug, den Sie so freundlich waren, uns zu schicken, können wir unmöglich noch ausbessern, das einzige, was wir tun können, ist, Ihnen einen neuen Anzug, zu den Knöpfen passend, zu machen.“ Insekten als Schauspieler. (Nachdruck verboten.) Viel ist über Mimikry geschrieben worden, jene merkwürdige Fähigkeit der Tiere, besonders der Insekten, ihre Aehnlichkeit mit einer anderen Tierart oder dem Milieu, in dem sie sich befinden, dazu auszunutzen, um einem Feinde zu entgehen oder eine Beute zu erhaschen. Ist das Wort Mimikry, das eine possenhafte Nachahmung besonders durch Gebärden bedeutet, schon mit dem Wesen des Schauspielers verwandt, so kann man einen solchen Vergleich noch weiter ausdehnen und eine Reihe von Insekten wirklich als geschickte Komödianten betrachten, die vor und mit den anderen Tieren ein bald grausiges, bald lustiges Schauspiel aufsehren. Wachebe Diese Kunst der Versteitung und der Nachahmung, die konsequente Durchführung einer bestimmten Rolle wird besonders von manchen Schmetterlingen und Käsern ausgezeichnet durchgeführt, wie G. Roux in der „Revue“ auf Grund neuer Forschungen erläutert. Die ihnen von der Natur gespendete Gabe der Schutzfärbung nutzen manche Schmetterlinge so raffiniert aus, daß sie auch das schärfste Auge täuschen. Da ist der Schönspinner, ein Schmetterling, der Indien und die tropischen Gegenden der Alten Welt bewohnt. Er ist eins der schönsten, aber auch der geschicktesten Luftwesen, die man kennt. Seine Flügel sind mit leuchtenden Flecken geschmückt, die sich von einem lebhaften Grund abheben. Er weiß wohl, daß Vogelschnäbel und Menschenhände ihn wegen dieses Schmuckes leicht fassen können. Deshalb wendet er einen Trick an, sobald er irgendwelche Gefahr fürchtet; er setzt sich auf ein trockenes Blatt und schließt die Flügel fest, so daß ihre leuchtenden Spuren nicht sichtbar sind und er vollständig mit der Vegetation zu einem verschmilzt. So bleibt er stundenlang ohne die geringste Bewegung, ohne daß auch nur ein Zittern seines Rüssels oder seiner kleinen Fühlhörner ihn verrät. Er hört das geringste Geräusch in seiner Umgebung und stellt sich tot, da er sich dann sicher weiß. Ist die Gefahr vorüber, dann wagt er es, einen anderen Schutzort zu suchen, aber auch dabei ist er höchst vorsichtig. Er läßt sich zunächst wie ein trockenes Blatt zur Erde fallen und bleibt so einige Minuten unbeweglich oder überläßt sich dem Wind, der ihn einige Schritt weit fortträgt. Er führt seine Rolle so glänzend durch, daß es äußerst schwer ist, ihn zu fangen. Die„Gottesaubeterin“, die man für ein harmloses Geschöpf halten möchte, wenn man ihre fromme Geste sieht, der sie auch ihren Namen verdankt, ist ebenfalls höchst geschickt, sich im Laub zu verbergen, wo sie auf unkluge Mücken lauert. Wenn sie sich auf einer grünen oder gelblichen Pflanze niederläßt, deren Farbe mit der ihren ganz genau übereinstimmt, dann sucht sie sich extra eine recht sonnige Stelle aus, weil das helle Licht die Illusion nur noch verstärkt. Sie fühlt sich vollkommen sicher, daß sie nicht bemerkt wird, und führt ihren Part so vortrefflich durch, daß sie ohne die geringste Bewegung ihre Beute zu packen und dann in Ruhe zu verzehren weiß. K Unter den Insekten, die man als„Kopisten“ bezeichnet, weil sie ein anderes Tier trefflich nachzuahmen verstehen, befinden sich Meister der Verstellung. Da ist ein Schmetterling, der Atlasspinner, der sich damit zerstreut, die Naja zu kopieren, jene giftige Schlange, deren Biß den Tod unabwendbar nach sich zieht. Insekt hat gar keine Aehnlichkeit mit dem Reptil, aber als trefflicher Komödiant weiß es den Eindruck der Schlange, der bei den anderen Tieren so furchtbares Entsetzen erregt, vorzüglich zu treffen. In einem Laubbusch versteckt, läßt es die Spitzen seiner Flügel hervorragen, die künstlich so gestellt sind, daß man den Kopf einer Klapperschlange zu sehen glaubt. Die Feinde des Schmetterlings wagen dann nicht, seine Ruhe zu stören, denn sie glauben wirklich den Kopf des giftigen Reptils zu sehen. Ein Schmetterling Brasiuiens weiß dadurch Furchr hervorzurufen, daß er die Gestalt eines Schleiereulenkopfes annimmt. Den Vögeln und Reptilien, die ihm nachjagen, scheint dann plötzlich aus dem Laub der Kopf des Nachtvogels entgegenzudrohen. Diese Wirkung bringt das Tier ebenfalls durch eine geschickte Stellung seiner Flügel zu dem Laub hervor. Schmetterlinge aber sind nicht die einzigen, die solche Komödiantentricks anwenden. Es gibt mehrere Käferarten Brasiliens und Perus, die ähnliche Kunststücke ausRb eee ce Tapeten! Naturell-Tapeten von 10 Pf. an Geld-Tapsten von 20 Pf. an in den schönsten u. neuesten Mustern. Man verlange kostenfrei Musterbuch Nr. 246. Gebrüder Ziegler, Lüneburg. Verband Westsälischer Arbeilsnachweise. Arbeils=Nachweisstelle, Schwerke Lielhstraße 4 Fernspr. Nr. 213 vermittelt Arbeitskräfte aller Ark 411 vollständig kostenfrei. E Putriolisens Osierkarten empfichlt die Buchhandlung Carl Braus Schwerte(Ruhr) Gr. Marktstr. 3—5. WIE Es wird gebelen, nleinere Anzeigen möglichst bei Aufgabe zu bezählen. 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Zum Schutze gegen die Maul= und Klauenseuche wird auf Grund des§ 18 ff. des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 Reichsgesetz=Blatt Seite 519 mit Ermächtigung des Herrn Regierungs=Präsidenten folgendes bestimmt: Die Maul= und Klauenseuche herrscht z. It. unler dem Rindviehbestande des Landwirts Mellinghaus zu KleinHolthausen. Als Sperrb zich wird bestimmt: Ortschalt Klein=Holthausen. Auf diesen Bezirk finden die Bestimmungen unter I meiner viehseuchenpolizeilichen Anordnung vom 25. März d. Is. Anwendugg.###(#.. Liht Schilhet Ein Beobactungsgebiet wird nicht gebilbel. Die Abschnitte 1II—VII einschließlich der genannten Anordnung bleiben mit der Maßgabe bestehen, daß der erste Saßz des§ 5 Jiffer 1 wie folgt geändert wird: Im Amte Kirchhörde wird verboten. Hörde, den 27. März 1915. Der Landrak. 1635 J. B. Or Burchard, Regierungs=Assessor. 24 Herzogl. Braunschw. Baugewerkschule Holzminden. %Hochbau Vegaggue Tiefbaus. Lommerunterricht 2. Nprll. Reifeprüfung. Winterunterricht 15. Oktober. — Gleichberechtigt mit den Königl. Preuß. Bauerwerkschulen.— Viehseuchenpolizeiliche Anordnung. Zum Schutze gegen die Maul= und Klauenseuche wird auf Grund der§§ 18 ff. des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 (R.=G.=Bl. S 509) folgendes vorläufig bestimmt: Das Wegbringen von Klauenvieh aus dem Bezirke der Gemeinde Lücklemberg und das Durchlreiben von solchem Vieh. sowle das Fahren mit angespannten fremden Wiederkäuern ist Diese vorläusige Anordnung tritt sofort außer Wirksamkeit, wenn der deamtete Tierarzt feststellt, daß Maul= und Klauenseuche nicht vorliegt und daß auch der Verdacht dieser Seuche nicht begründet ist.. 1634 Wellinghofen, den 30 zucarz 1915. Die Polizeiverwaltung: Hartung. Amtmann. Vorteilhafte Oster-Angebote in Oos 1 · Kie Kittel-Anzüge reizende Macharten für das Alter ##" von 2—4 Jahren Nk. 4.-6.-8.-10.-12.15.- 18.- 20.- 24.Schlupfblusen. 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