e 400 Amtliches Kreisbict X für den kreis börde De Shurtn Zeihur uichem ueld außer Fetertags. Bezugsprets M. 1.80 oiertelfährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pig. mehr. Wöchentl. Gratisbeilage:„Ikustrierter Familienfreund“ u. tägl. Unterdaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die siedengespaltene Petttzeile l oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pig., Reklamezeile 40 Pfo. Jeder Radatt gili als Kassarabatt u. erlischt bei Konkursen. Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Robechund srnaht.-Sehtneteltene Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Schwerter Volksblatt Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Holkzzeitung Verbunden mit: Schwerker Tageblatt S Schwerter Anzeiger Grites und älteltes Tagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Börde o Haupt-Hononcenblan Blg drter und ichsenbgrüichm Durd nungen für den Arets Hörde erlengen gomöb Betanntmachung dei Aöniglecden Regierung durch Berössontlichung in bei„Gcwerter Zettung" rochtsoerdindtiche Araft.— Die „Schwerter Jeilung“ gewöhrt ihren Abennen. ien für jeden mit Ted endeuden Unfol gebiagungen: 300 Mk. Unfall: Druck u. Verlag v. Corl Braus. Schwerte=Rude Pprd t.-Seim eite Gansiuuce Nr. 71. Donnerstag, den 25. März 1915. 47. Jahrgang. „ Vergebliche feindliche Hoffnungen. Von der österreichischuungarischen Heeresleitung ist der durch Hunger herbeigeführte Fall der seit Monaten von den Russen eingeschlossenen Festung Przemrsl sofort gemeldet worden; es ist also auch als eine tatsächliche Wahrheit zu betrachten, daß der Verlust dieser Stadt heute keinen Einfluß auf die gesamte Kriegslage hat, da die Armeeführer der verbündeten Kaisermächte sich mit diesem Ereignis bereits vertr##t gemacht hatten. Da die Festungswerke von den Verteldigern zerstört worden sind, bietet die Stadt für die Russen in künftigen Operationen keinen bedeutungsvollen Stützpunkt mehr, und nachdem der Frühling die Hemmnisse einer starken österreichisch=ungarischen und deutschen Ossensive, Schnee und Eis, beseitigt haben wird, kann man mit Litrauen darauf rechnen, daß das habsburgische Banner bald wieder über der Stadt stattern wird. Daß die Feinde heute jubilieren, ist erklärlich, sie haben ja schon Siege gefeiert, die direkte Niederlagen waren. Daß die Engländer eine reine freudige Empfindung haben, ist freilich nicht anzunehmen, denn die russische Kostenrechnung, die Forderung von neuen finanziellen Hilfsmitteln, ist inzwischen sicher schon an der Themse eingelaufen. Die feindlichen Generale, die schon so bittere Erfahrungen während des Feldzuges gesammelt haben, werden sich vor der Ueberschätzung der infolge von Mangel an Lebensmitteln erfolgten Uebergabe von Przemysl hüten. Dieser sogenannten„Wendung“ kann ganz schnell eine andere folgen, wie es die Russen ja auch in Memel und Ostpreußen erfahren haben, aus dem sie, eben hineingelangt, im Nu wieder hinausgeworfen waren. Aber die gegnerische Diplomatie macht sich, wie die Zeitungen in Paris, London und Petersburg renommieren, große Hoffnungen, daß sich die Neutralen veranlaßt sehen könnten, ihre bisherige Haltung zu ändern. Diese Erwartungen werden sich als vergebliche erweisen, denn es ist von keinem nautralen Staat anzunehmen, daß er sein Verhalten ändern wird, weil der Hunger den Russen eine österreichische Festung verschafft hat, die indessen heute nicht mehr ihren früheren Wert besitzt. Deutschland und Oesterreich=Ungarn haben so viele Erfolge in den bald acht Kriegsmonaten davongetragen, daß sie diesem Ereignis ruhig gegenüberstehen. Den neutralen Staaten aber ist zum Kriegsbeginn und noch manchen Monat später so viel von dautschen Niederlagen und österreichischen Katastrophen vorgelogen worden, daß sie ihre Neutralität hätten aufgeben können, wenn ihnen im Lichte der feindlichen Meldungen unsere Lage aussichtslos erschienen wäre. Das ist damals nicht geschehen, und wird auch jetzt ausbleiben. Jede Neutralitätsaufgabe bedautet keinen Gewinn für den betreffenden Staat, sondern ein Abmühen für Rußland. Die bekannten Erklärungen der Regierung des Zaren in der Duma zu Petersburg haben volles Licht über die russischen Pläne verbreitet, die darauf hinausgehen, den ganzen Orient dem Moskowitertum zu unterwerfen. Falle eines feindlichen Sieges würde das Zarenreich sogar mit seinen eigenen Verbündeten zusammenstoßen, um wie viel mehr nicht mit den Neutralen? Es sind schon vor dem Fall von Przemysl allerlei Gerüchte über Italien verbreitet worden, die aber völlig unzutreffend waren. Was einzelne radikale Zeitungen in Rom und Mailand geschrieben haben und noch schreiben, kommt für die Entschließungen der italienischen Regierung und für die Weltlage nicht in Betracht. Es ist eine Tatsache, daß die Verhandlungen zwischen den Kabinetten von Wien und Rom einen durchaus befriedigenden Verlauf genommen haben, so daß sie durch die letzten Vorgänge nicht mehr beeinflußt werden Wieder 3000 Kussen gefangen! Großes Hauptquartier, 24. März 1915. Westlicher Kriegsschauplatz. In der Champagne fanden nur Artilleriekämpfe statt. Im Priesterwald, nordwestlich von Pont à Mousson, wurde der Feind, der uns einen Geländegewinn streitig zu machen versuchte, zurückgeworfen. Erneute seindliche Angr ffe norwestlich von Badonviller und am Reichsackerkopf brachen in unserem Feuer zusammen. Am Hartmannsweilerkopf wird zurzeit wieder gekämpft. Oestlicher Kriegsschauplatz. Unsere nördlich von Memel verfolgenden Truppen machten bei Polangen 500 Russen zu Gefangenen, erbeuteten 3 Geschütze, 3 Maschinengewehre und jagten dem Feinde viel geraubtes Vieh und sonstiges Gut ab. Bei Laugzargen, südwestlich von Tauroggen, und nördlich Mariampol wurden russische Angriffe unter schweren Verlusten für den Feind abgeschlagen. Nordwestlich von Ostrolenka scheiterten mehrere russische Angriffe. Hier nahmen wir dem Feind 20 Offiziere, über 2500 Mann und 5 Maschinengewehre ab. Nordöstlich von Plock mißlangen mehrere feindliche Vorstöße. Das deutsche Heer zollt herzlichen Dank der tapferen Besatzung von Przemysl, die nach vier opfervollen Monaten der Verteidigung nur der Hunger niederzwingen konnte. Oberste Heeresleitung. Die Mitwirkung der Seestreitkräfte. wtb Berlin, 24. März.(Amtlich.) Bei den Kämpfen nördlich Memel haben unsere Seestreitkräfte die Operationen von See aus nterstützt. Dabei wurden am 23. März vormittags Dorf und Schloß Polangen beschossen und im Laufe des Tages die Straße Polangen—Libau unter Feuer gehalten. Der Stellvertreter des Chefs des Admiralstabes: Behncke. können. Man kann annehmen, daß im Prinzip eine Einigung erzielt worden ist. An der Stellungnahme der drei Balkanstaaten Rumänien, Bulgarien und Griechenland ist nicht zu rütteln, sie würden, wenn sie Rußland zu einer vorherrschenden Stellung verhelfen wollten, am schnellsten in die panslawistische Beute mit hineingezogen werden. Eine Wertschätzung der Freiheit und eigenen Meinung der Balkanvölker hat die Moskowiterei nie ausgeübt, ja nicht einmal kennen zu lernen sich bemüht. Unter dem Schwenken der Knute hieß es stets:„Pariert!" Die Schicksale der Staaten entscheiden sich nicht nach augenblicklichen Stimmungen und Strömungen, sondern auf Grund der natürlichen Entwickelung. Die Schlacht am Azsonerpaß. wtb Wien, 25. März. Amtlich wird verlautbart vom 24. März, mittags: Im westlichen Karpathenabschnitt entwickelte sich in der Front bis zum Uzsokerpaß eine Schlacht, die mit großer Heftigkeit andauert. Starke russische Kräfte gingen zum Angriff über. Um eine Höhenstellung wird erbittert gekämpft. Zwischen Pruth und Dujester kam es im nördlichen Teil der Bukowina zu mehreren Gefechten, in denen der Feind aus einigen Orten vertrieben wurde und gegen die Grenze zurückweichen mußte. Die nördlich Czernowitz, jenseits des Pruths liegenden Ortschaften, die dem Feind als Basis für seine Unternehmungen gegen die Stadt dienten, wurden vom Gegner gesäubert. In Polen und Westgalizien keine Veränderung. Eine bei Otfinow am unteren Dunajez eingebaute Kriegsbrücke der Russen wurde gestern durch unsere Artillerie zerstört. Der Stellvertreter des Chefs des Admiralstabes: von Höfer, Feldmarschall=Leutnant. Zapan und Chrnat tu London, 24. März. Nach Meldungen des „Daily Chronicle“ und der„Morningpost“ aus Peking nehmen die Verhandlungen zwischen den japanischen und chinesischen Bevollmächtigten, die durch einen Unfall des japanischen Botschafters Baron Hili kurze Zeit unterbrochen waren, ihren Fortgang. Nach den Erklärungen informierter Kreise entwickeln sich die Verhandlungen durchaus normal und befinden sich sogar auf nicht ungünstigem Wege. Allerdings erscheint es ausgeschlossen, daß die Diskussion dieser schwierigen Probleme bereits am 25. März beendet sein soll, wie die bekannte japanische Note es vorschreibt. Unterdessen, unbeachtet der beinahe programmmäßigen Besprechungen, fahren die Japaner in ihren Truppentransporten nach der chinesischen Küste fort, eine Tatsache, die in allen Schichten der chinesischen Bevölkerung die größte Erregung hervorruft. Eine abermalige, in dringendsten Ausdrücken gehaltene Beschwerde der chinesischen Regienung über diese nicht wegzuleugnenden kriegerischen Maßnahmen sei durch das japanische Kabinett in Tokio wiederum ausweichend mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit von Truppenablösungen in der Mandschurei beantwortet worden. Die Ausführungen der chinesischen Blätter spiegeln die berechtigte Besorgnis der Bevölkerung deutlich wieder. Die Presse zweifelt an der Aufrichtigkeit Japans bei den Verhandlungen und ist der Ansicht, daß das Kabinett in Tokio unter allen Umständen den Krieg herbeiführen will. Dieser Entschluß der japanischen Regierung könne nach Ansicht der chinesischen Presse durch den Ausfall der Verhandlungen selbst bei der größten Bereitwilligkeit und demütigstem Entgegenkommen Chinas nicht mehr geändert werden. Japanische Truppentransporte nach wtb. Amsterdam, 25. März. Der„Notterdamsche Courant“ meldet aus London: In Peking wurden, dem„Daily Telegraph“ zufolge, am Krankenbett Hikis in der japanischen Gesandtschaft die Verhandlungen fortgesetzt. China hat bereits 10 von den gesorderten freien Handelsplätzen gestrichen, da diese in der Mongolei liegen und China sich weigert, über die Mongolei zu verhandeln. Ferner strich China 13 Bergwerksgebiete, davon 4 in der Mongolei, die Japan verlangte. Inzwischen beginnen die Landungen japanischer Truppen an mehreren Punkten. Die Garnison von Tsinansu wurde auf 1900 Mann verstärkt. Auch Mukden erhielt 3000 Mann Verstärkung, während drei Transportschiffe mit 3000 Japanern vor der Takubank liegen sollen. Transportschifse liegen vor Bangtse und vermutlich auch vor Hangtschau. Ale Vorsichtsmaßregeln wurden 73 000 Mann chinesischer Truppen mit 189 Geschützen um die Hauptstadt zusammengezogen. Asquith und Grey über den künftigen Frieden. Asquith und Grey haben in den Wandelgängen von Westminister Parlamentsmitgliedern gegenüber wiederholt Aeußerungen getan, die darauf schließen lassen, daß man in den leitenden Kreisen Londons kein übertriebenes Zutrauen zur Festigkeit der bekannten Septemberkonvention hat, die den Verbündeten jeden Sonderfrieden mit den Jentralmächten untersagt. Man fühlt, daß die Zeit herannaht, wo die Kräfte Frankreichs und Rußlands eher erschöpft sein werden, als diejenigen Englands und daß Sonderfriedensverhandlungen dann nicht zu verhindern sein werden. In diesem Falle, so haben Asquith und Grey den Volksvertretern versichert, wird England jedenfalls so lange den Krieg fortsetzen, bis Nordfrankreich und Bekgien von den Deutschen gesäubert sind, sollte es dabei auch allein bleiben. Weiter erklärten die beiden Staatsmänner, daß England im Interesse der Aufrechterhaltung des europäischen Gleichgewichts keine wesentliche Schwächung der Donaumonarchie, noch weniger aber eine Aufteilung in dem künftigen Friedensschluß zulassen könnten. An eine Aufteilung Dautschlands, die man schon so schön nach der Karte vorgenommen hatte und wonach wir Westfalen Engländer werden sollten,(sehr unangenehm) scheint man also nicht mehr zu denken.(Man wird bescheidener.) Zum Fall der Festung Przemysl. Geopfert um höherer Ziele willen. Die„Reichspost, meldet aus dem Kriegspressequartier: Man sollte in diesen Tagen die moralische Kraft unserer Führung nicht verkennen. Eine Schwäche an maßgebender Stelle hätte genügt, um die Befreiung Przemysl's an erste Stelle unserer Pläne jüngerer Zeit zu setzen und zwar um so mehr, als der politische Himmel voll entscheidender Entwidehungsmöglichkeiten hängt. Eine ihrer Sache weniger sichere Leitung hätte versucht, Przemysl freizumachen, um unliebsame Eindrücke im Inlande und Auslande zu vermeiden, und dies hätte zu Katastrophen führen können oder Erfolgsmöglichkeiten aus der Hand gegeben. So hat man Przemysl geopfert im Bewußtsein, daß höhere Ziele Opfer fordern, bevor sich der Wille zum Siege Bahn bricht. Die Hungersnot in Przemyol. Das Petersburger Telegraphenbureau meldet aus Lemberg: Die Galizier, die in Przemysl gefangen wurden, erzählten, daß sich die Hungersnot, die wegen Brotmangels seit längerem in der belagerten Stadt herrschte, in der letzten Zeit arg verschlimmerte, weil auch das Fleisch zu Ende ging Mit Ausnahme der Offizierspferde habe man in den letzten Tagen kein einziges Tier auf den Straßen von Przemyol gesehen, da alle geschlachtet 1 worden waren. Außer der Hungersnot hatten die Belagerten unter Typhus und anderen Krankheiten zu leinen. Den heldenhaften Verteidigern von Przemysl widmet die„Nordd. Allgem. Ztg.“ folgende Worte: Die tapfere Gegenwehr, die die Verteidiger von Przemysl während langer Monate einem zahlen. mäßig weit überlegenen Feinde gegenüber geleistet haben, sichert ihnen in der Geschichte dieses Weltkrieges ein ehrendes Gedenken. Was menschliche Kräfte unter den obwaltenden Umständen zu vollbringen vermochten, ist hier in reichem Maße geschehen. Mit mustergültiger Ausdauer und nie versagender mutiger Hingebung hat die Besatzung in der Abwehr feindlicher Angriffe und in surchtlosen Ausfällen allen Anforderungen entsprochen, die an sie gestellt werden konnten. Der Bewährung solch hoher soldatischer Tugenden waren allerdings zeitliche Schranken gezogen, die durch die Dauer der Verpflegungsmöglichkeiten bestimmt wurden. Bis zuletzt erfüllten die in der Festung eingeschlossenen Truppen ihre schwere Pflicht bis zur Vernichtung der noch vorhandenen Kriegsmittel durch eigene Hand. So ist in der Tat die mit großer Aufopferung verteidigte Festung in vollen Ehren gefallen. nochmaligen Beratung zusammengePrzemysl ist eine am rechten Ufer des San gelegene galizische Stadt und Festung, die modern ausgebaut ist und aus Stadtumwallung und einem Gürtel vorgeschobener starker Forts und Zwischenwerke besteht. Die Stadt mag heute zirka 50 000 Einwohner zählen, einschließlich einer Garnison in Friedenszeiten von 8600 Mann. Die Einwohner sind meistens Polen und Ruthenen. Die Stadt ist Sitz eines römisch=katholischen und eines griechischkatholischen Bischofs, eines Armeekorps=Komman' danten und zahlreicher anderer militärischer Behörden. Sie zählt an höheren Lehranstalten je eine theologische Diözesanlehcanstalt beider Riten und bischöfliche Seminare, ein polnisches und ein ruthenisches Obergymnasium, eine polnische Lehrerinnenbildungsanstalt. Die Industrie ist durch Maschinenfabriken, Eisenbahnwerkstätten, Mühlen und Naphtha=Raffinerien vertreten. Die Bedeutung Przemysl's als Festung lag in ihrer Bestimmung als vorgeschobener Posten zur Verteidigung Mittelgaliziens, dem die Aufgabe zufiel, russische Armeen aufzuhalten. Sie hat ihr Aufgabe glänzend erfüllt. Dem tapferen Ausharren der heldenmütigen Besatzung unter ihrem hervorragend tüchtigen Kommandanten Kusmanek ist es gelungen, die Russen wiederum Monate hindurch aufzuhalten uund starke russische Kräfte zu fesseln, deren Eingreifen zu früherer Zeit die ganze Lage in den Karpathen vielleicht zu Ungunsten unserer Verbündeten hätte beeinträchtigen können. Diese Gefahr ist jetzt wohl beseitigt, nachdem die Karpathenkämpfe die Kraft der russischen Offensive gebrochen und die Feinde in die Defensive gedrängt haben. Die Russen finden einen Trümmerhaufen vor, dessen Wiederinstandsetzung und Ausbau zu einer starken Festung ihnen in kurzer Zeit nicht gelingen dürfte, so daß er als russischer Stützpunkt kaum noch in Frage kommen wird. Der mies hegen Flamnreich. 50 Zeppelinbomben in und bei Paris aufgefunden. bb Genf, 25. März. Eine Gruppe französischer Deputierter beabsichtigt, bei dem Ministerpräsi denten eine Audienz nachzusuchen, um die Regierung über die Bedingungen anzufragen, unter denen der Zeppelinflug nach Paris habe bewerkstelligt werden können. Die Deputierten sind heute deshalb zur treten. Bis jetzt wurden in Paris und Umgebung 50 Zeppelinbomben gesunden. Frankreichs Desorganisation. th London, 24. März. Eine in England ansässige französische Dame, die vor kurzem ihr Vaterland besuchte, gibt in der„Times“ eine Beschreibung des Kriegszustandes in Frankreich. Nach einer Schilderung der verwüsteten Gegenden meint sie, sie habe zwar in Frankreich nie den Ausdruck vernommen:„Was hätte Engkand ohne Frankreich angefangen?“ man sei sich aber doch bewußt, daß den Engländern das große Kriegselend, das die Franzosen jetzt bis zur Neige durchkosten müssen, bis jetzt erspart geblieben sei. Belgien sei miniert, und in Frankreich breite sich die Verwüstung in den nördlichen Departements aus. Davon kenne England nichts, ja, noch mehr: es kämpft seinen Streit gegen Deutschland auf französischem Boden aus. Es heiße zwar, daß in Frankreich alles in chönster Ordnung sei, in Wirklichkeit könne man sich aber im Auslande gar nicht vorstellen, wie groß in Frankreich die Desorganisation schon sei. Die Fabriken seien geschlossen, Handel und Verkehr ruhten vollkommen. England sei mit Frankreichs Hilfe ein Einfall erspart geblieben. Würde Engand einmal einsehen, welche große Schuld es an Frankreich abzutragen habe? Die Auflösung der Garibaldi=Legion, die in dem Papstpalast zu Avignon ihr Quartier ufgeschlagen hatte und mit ihrer Feindseligkeit gegen die katholische Kirche prahlte, hat die Nach kommen des alten italienischen Freiheitskämpfers auss tie ste erbittert. Einer von ihnen klagte: Nach all den Opfern, die wir gebracht haben, nach all den Kämpfen, bei welchen mehr als die Hälfte der Anfrigen das Leben lassen mußten, befördert uns Frankreich an die Grenze und verbietet uns ausdrücklich, im Lande zu bleiben, wo doch so viele andere Italiener, die nicht einen Tropsen Blut ür die Nepublik vergossen haben, sich aufhalten dürfen. Niemand von uns hätte eine solche Undankbarkeit erwartet. Die Marokkaner, die Senegalneger, die Indier wurden weit besser behandelt als wir. Wenn es ein Regiment gab, dem nie ein Stündchen Ruhe gegönnt wurde, so war es da unsere. Wochenlang blieben wir, ohne abgelöst zu werden, in der ersten Schützengrabenlinie. Und es fehlte uns nicht bloß Erholung, auch Lebensmittel bekamen wir nicht. Besonders entrüstet sind die Garibaldiner über das Anerbieten, daß sie in der Fremdenlegion Frankreichs dienen könnten. Die Auflösung der Legion als eines selbständigen Truppenkörpers erfolgte auf Wunsch der französischen Regierung wegen der antipäpstlichen Demonstration, die sich die Garibaldiner in Avignon zuschulden kommen ließen. hindern, daß das Schiff in feindliche Hände fiel, wurden Vorbereitungen zum Versenken getrofsen und gleichzeitig ein Unterhändler auf„Glasgow“ entsandt, der darauf hinwies, daß man sich in neu tralen Gewässern befände. Da„Glasgow“ trotz dieses Hinweises den Angriff fortsetzen wollte, wurde S. M. S.„Dresden“ gesprengt und versank um 11 Uhr 15 Min. mit wehender Flagge, während die Besatzung drei Hurras auf Seine Majestät den Kaiser ausbrachte.“ zierdurch ist die von englischer Seite gebrachte arstellung, daß S. M. S.„Dresden“ unter Hissen der weißen Flagge kapituliert habe, nicht zutreffend. er stellvertretende Chef des Admiralstabes: gez. Behncke. den. Die„Unione“ erfährt, daß crich Italien gegen die versuchte Beschränkung seines Seeverkehrs nach Oesterreich scharfen Einspruch erheben wird. — Der diien gegen Seit fünf Jahren vorbereitet. Wie man der„Frankf. Ztg.“ auf indirektem Wege über London mitteilt, hat Conau Doyle am Sonnabend einen Vortrag über den Krieg gehalten, in dem er ein neues Buch über den Krieg ankündigte. Er teilte in seinem Vortrage mit, daß Sir John French bereits seit fünf Jahren ein genaues Studium über das Terrain gemacht habe, auf dem jetzt das englische Expeditionsheer den Krieg führt.(Aus dieser Mitteilung Conau Doyles geht also wieder hervor, daß die Engländer schon vor fünf Jahren mit der Tatsache rechneten, daß sie in Belgien und Frankreich Krieg führen würden.) Der Krieg gegen Englatt Zum Untergang der„Dresden“. wtb Berlin, 25. März.(Amtlich.) Der Kommandant S. M. S.„Dresden“, der mit der Besatzung des Schiffes an Bord eines chilenischen Kreuzers in Valparaiso eingetroffen ist, berichtet dienstlich folgendes: „Am 14. März vormittags tag S. M. S.„Dresden“ zu Anker in der Cumberlandbucht der Insel Jeian Fernandez. Hier wurde das Schiff von den englischen Kreuzern„Kent" und„Glasgow“ und von dem Hilfskreuzer„Orama“ angegriffen. Der Angriff erfolgte aus einer Richtung, in der S. M. S.„Dresden“ nur ihre Heckgeschütze verwenden konnte.„Dresden“ erwiderte das Feuer, bis alle verwendbaren Geschütze und drei Munitionskammern ninbrauchbar geworden waren. Um zu verEnglands Zufuhr abgeschnitten. Haag, 25. März. Durch das Anhalten der holländischen mit Lebensmittel nach England bestimmten Dampfer ist, wie nahezu die sämtlichen Blätter mitteilen, der Handelsverkehr Hollands mit England nahezu völlig zum Stillstand gekommen. Eier, Käse und Fleischexporteure haben ihre Lieferungen nach England einstellen müssen, andererseits nehmen die holländischen Schiffahrtsgesellschaften vorläufig keine Lebensmittel für England an. Mehrere deutsch=feindliche Blätter fordern die Regierung zu möglichst starkem Proteste gegen die Aufbringung der Dampfer auf, doch scheint das bisherige Ergebnis der eingeleiteten Untersuchungen über den Grund der Dampser anhaltungen(worüber bereits Einzelheiten mitgeteilt sind), der Regienung noch keine Möglichkeit gegeben, eine Protestnote zu überreichen. Englands Antwort an Amerika. tu London, 24. März. Die Blätter beschäftigen sich mit der amerikanischen Protestnote gegen die englisch=französische Blockierung. Nach der ganzen Tonart zu urteilen, wird die diplomatische Aktion r Washingtoner Regierung nichts an der bestehenden Sachlage ändern. England wird mit Ausdrücken herzlichen Bedauerns über die Not der Vereinigten Staaten hinweggehen. In de Blättern werden auch die Ansichten hervorragender Juristen zu der Frage wiedergegeben. Die meisten vertreten den Standpunkt, daß allerdings ein effektive Blockierung Deutschlands, die den Bestimmungen der Pariser Deklaration entspricht, kaum vorliege. Deutschland habe aber durch die Art und Weise seines Tauchbootkrieges zuerst sich von der genannten Deklaration entfernt. Niemand könne daher von England verlangen, sich seiner seits daran zu halten. Amerikas und Italiens Einspruch. bb Mailand, 25. März.„Corriere della Sera“ meldet aus Neuyork: Der amerikanische Protest gegen die englischen Maßnahmen wider den Seehandel Deutschlands wird in letzter Stunde auf die angekündigten englisch=französischen Maßnahmen wider Oesterreich=Ungarn ausgedehnt wer„Der Feind ist Rußland“. wb Beuthen(O.=Schl.), 24. März. Der im Katholikenverlag erscheinende„Kuryer Slaski“ veröffentlicht an der Spitze seiner heutigen Nummer nachstehendes: Angesichts der Befürchtungen, die polnischen Kreisen über die Ankündigung entstanden, für die neuen russischen Greuel in Memel Vergeltung an den Dörfern und Gütern in dem von Deutschland oklupierten Gebiete zu nehmen, haben wir uns an das Große Hauptquartier mit der Anfrage gewandt und folgende Antwort erhalten: Der Feind ist Rußland; folglich kommt für die Repressalien nicht polnischer, littauischer oder jü discher Besitz in Betracht, sondern nur russischer. —— Kampf um die Dardanellen. Die schweren Schiffsverluste der Verbündeten vor den Dardanellen. tu Turin, 25. März. Das Panzerschiff„Ozean“, das auf eine schwimmende Mine gestoßen ist, wurde von seinem Kapitän ebenfalls an der asiatischen Küste zum Auflaufen gebracht, um seinen Untergang zu verhindern. Auch die Kriegsschiffe uffren", Albion" und„Infexible“, haben außerordentlich schwere Beschädigungen erlitten. Der„Infexible“, der gestrandet ist, konnte bis jetzt noch nicht wieder flott gemacht werden. Der von unzähligen Geschossen getroffene, schwer beschädigte Gaulois“ konnte noch mit eigener Kraft bis zur Insel Mavria gelangen und geriet dort auf eine Sandbank, wo man ihn unter großen Anstrengungen erst gestern wieder flott machen konnte. Italiens Haltung Die Vertagung der italienischen Deputiertenkammer bis jum 12. Mai bietet eine Gewähr dafür, daß bis zu diesem Termin Italien aus seiner Haltung der wachsamen Neutraliät nicht heraustreten wird. Nach wie vor genießt das Kabinett das volle Vertrauen der Abgeordneten aller Parteien und fand auch mit seiner Erklärung zum Schluß des jetzigen Sessionsabschnittes allseitige Zustimmung, daß es die Vertagung beantragt habe, um seine Aufmerkamkeit ungeteilt der internationalen Lage widmen zu können. Ministerpräsident Salandra dankte der Kammer für die der Regienung gewährte Akionsfreiheit und betonte, daß die beiden Faktoren über die Wahrung der legitimen Interessen und der gerechtfertigten Ansprüche Italiens eines Sinnes seien.— Der Umstand, daß die italienische Regierung einige englische Dampfer charterte, um den Kohlenbedarf des Landes zu decken, sagt nichts gegen den entschlossenen Willen der maßgebenden Instanzen, die bisherige Neutralitätspolitik unverändert fortzusetzen. — Dr. Liebknecht einberufen. bb Berlin, 25. März. Der Reichstagsabgeordnete Dr. Karl Liebknecht, der bei den Pionieren seiner Militärpflicht genügt hat, ist nach der Vertagung des Reichstages als Landsturmmann zu den Waffen einberufen worden und gestern nach Lothringen abgereist, um sich dort bei der Armierungstmppe zu stellen. Ehre und Liebe. Roman von Käthe Lubowski. 49 Nein, Fräulein von Wachenhusen, auch dann nicht. Was ich Ihnen zu sagen habe, wird — jetzt— in dieser Minute.“ Entfernen Sie sich, oder ich rufe die Diener= schaft herbei!“ Das werden Sie nicht tun, bevor Sie mich gehört haben. Es ist wahr— ich liebe Haus Weddo — ich zittere für sein Leben— ich—“ „ Sie— Elende!“ wes Sie haben ganz recht, ich vin sehr eleno, weil ich heimatlos bin, nicht weil ich tum stahl. Davon nahm ich nichts. Ich liebe ihn, wie man seinen Wohltäter, den Menschen, der das Menschliche in uns aus dem Staube emporzieht, liebt. Der Hund leckt die Hand, die ihm ein Stück Brot darreicht, der Arme betet für den, der ihm wohltut, der Heimatlose küßt die Schwelle, die ihm endlich ein Zuhause gibt, solch Gefühl habe ich für Hans Weddo. Nennen Sie den Namen nicht noch einmal vor mir!" keucht Adda in zitternder Erregung.„Bin ich Ihnen denn immer noch nicht arm genug? Verlangen Sie noch mehr von mir? Ich habe Ihnen nichts mehr zu geben. Höchstens die Reinheit. Und nach der tragen Sie kein Verlangen mehr. „Warum nicht, Fräulein von Wachenhusen?“ „Weil Sie im Schmutz leben.“ „Das werden Sie zurücknehmen. Im Gegenteil, ich werde es wiederholen, damit Sie die Wahrheit ertragen lernen.“ Wissen Sie denn, ob Sie nach diesem die Wahrheit, ohne zu erröten, ertragen können? Bei dem Gott, dessen Kind ich so gut bin, wie Sie es sind, schwöre ich, daß ich Ihnen nichts Vielleicht ist meine Reinheit sogar noch kostbarer, wild denn ich besaß niemand, der sie behütete. Ich will sagen, was ich ihm bin. Ich respektiere das Ehrenwort nicht mehr, das meiner Zunge Schweigen auferlegen sollte, bis sie nicht mehr lallen kann. ist mir in diesem Augenblick lächerlich, verächtlich, ein Firlefanz, ebenso das von Haus Weddo seiner toten Mutter gegebene—“ In Adda von Wachenhusen regt sich das Blut des Soldatenkindes. Der scharfe Begriff von der Ehre, in dem sie erzogen worden ist, sieht das. was jene wie ein Nichts beiseite wirft, als das Heiligste an. Ihr Inneres bäumt sich dagegen auf. „Um diesen Preis will ich es nicht wissen. Wer bürgt mir überhaupt dafür, daß Sie nicht lügen? schreit sie ihr entgegen.„ g6re, Geef Nora hört nicht auf sie. Jore, Ee##e beugt sich der Macht, mit welcher sie der Verzweifelten das Glück zurückgeben kann. Es muß heraus. Sonst erstickt sie daran. Adda kann sich nicht länger beherrschen. Sie darf kein Wort weiter hören. Mit sicherer Hand führt sie den Todesstreich gegen die vermeintliche „Ich will Ihnen sagen, was Sie sind. Eine Dirne!"„„„„ Nun ist es gesagt. Nora fahrt mit der Hano nach dem Herzen, als ob ihr ein Messer hineingestoßen wäre. Sie will reden, aber ihrer Stimme fehlt der Laut. Sie will die andere töten, aber ihre Hände sind matt und kraftlos.„ Dann will sie fortgehen, weit fort, wo sie dus schreckliche Wort nicht kennen, aber sie bricht zusammen. Haltlos, geknickt, wie eine Blüte, die der Sturm fort geworfen hat. Sie kann sich aus eigener Kraft nicht wieder emporheben. Da neigt sich Adda mit kalten, harten Zügen zu ihr Sie will ihr aushelfen— trotzdem. Sie ist ja auch ein Mensch und von Gott geschaffen. Aber Nora stößt ihre Hand zurück und schreit „Nicht anrühren!" wimmert sie. Dann gelingt es ihr noch, sich empor zu ringen. Sie taumelt vorwärts. Ein paar Mal stößt sie gegen zierliche Tischchen und leichte Ständer. Eine Marmorsäule fällt herab und zerspringt. Adda sammelt ganz mechanisch die Trümmer zusammen. Auf dem Bruchstück in ihrer Hand steht der goldene Spruch:„So Du eine müde Menschenseele weißt, bette sie an Dein Herz. Endlich hatte Nora die Tür gefunden. Sie legt die Hand auf die Klinke und richtet sich mühsam an ihr in die Höhe.„ 8741 Dann stürzt sie hinans. un der Bialpstanzengruppe vorüber, über die gut gepflegten Kieswege zum Gartentor hinaus, die Straße herunter, weiter, immer weiter. Ein paar Jungen lachen hinter ihr her. Ein besonders kecker, kleiner Lümmel ruft aus vollem Halse:„Lop do ne so dull Du, Juch Mudoer hat dat Middag noch lang ne taurecht. Sie hört es nicht. Ihr liegt nur das eine, schreckliche Wort im Ohr— Dirne. Wie eine Peitsche saust es auf ihre Glieder herab und hetzt sie wie ein Wild. Es muß doch einen Ort geben, an dem sie den Klang nicht hört. Zehn Minuten mag ste so gelaufen sein. Da ranscht es neben ihr. Die Gertraude ist's, die im Frühlingsfieber rast. Im Sommer kriecht sie ganz zahm und flach dahin, so daß man die Steine auf ihrem Grunde sieht. Jetzt überstürzt sie sich in tollen Sprüngen. Nora hebt den Kopf ein wenig. Was wollen die Schaumkronen von ihr? Winken sie nicht:„Komm! Komm!" Da schreit jemand wieder das häßliche Wort. Sie hört es genau. Sie will in die Flut hinein, um sich von ihm zu retten. Es geht nicht. Eine Faust reißt sie zurück. Sie weiß nicht, daß es der Sturm ist, der an ihren Kleidern zerrt. Einen Augenblick steht sie still und legt die Hände an die Schläfe. Da gellt die Stimme schon wieder. Um Gottes willen, sie kann sie nicht noch einmal hören. Ein Sprung, ein klatschendes Zusammenschlagen. Die Schaumkronen flogen erschreckt auseinander. Ein dunkler Punkt hat sich in ihre Mitte geschoben. Sie springen neugierig vor, sie hasten zurück, dann schieben sie sich spielend ganz nahe heran und einen sich zu dem alten, lockenden Tanz. Das Frühlingsfieber rast weiter, sehnsuchtsvoll und wild. Aber sie hat doch noch nicht sterben sollen. Die göttliche Vorsehung hält die Hand über ihrem Haupte und die himmlische Majestät vergibt dem geängstigten Kinde. Kaum eine Minute, nachdem die stolzen Schaumkronen der Gertraude mit dem schlanken Mädchenkörper Fangball spielten, kommt Leutnant von Wachenhusen eiligen Schrittes von der Reitbahn her über die Brücke gegangen. Am Ufer stehen ein paar Frauen und ringen die Hände. Die Kinder drängen sich furchtsam hinter die mütterlichen Schürzen und der kleine Flachskopf, der vorher die kecke Rede führte, verzieht das Gesicht zum Weinen. An die Rettung der Unglücklichen denkt keiner, außer Wachenhusen. Im Augenblick hat er die Sachlage überschaut. Das Bett der Gertraude ist trotz der Wildheit in der Strömung schmal. Deshalb wird er es in den langen, schweren Stiefeln schaffen. Mantel, Säbel und Mütze wirft er ab. Dann stürzt er in die kalte, rebellische Flut hinein. Eine Greisin ist unter den Frauen am Ufer. Sie murmelt mit zitternden Lippen ein Gebet. Es ist ein altes Osterlied, in dem die Wonne über die Auferstehung nach dunkler Schreckensnacht jauchzt. Sie hat es in ihrer Jugendzeit mit den anderen in der Spinnstube gesungen und es ist als einziges in ihrem immer schwächer werdenden Gedächtnis haften geblieben. Die anderen halten den Atem an. Neue Zuschauer strömen herzu. Es gibt ohnehin in dem kleinen Städtchen wenig genug Abwechslung, da müssen sie das hier gründlich ausnutzen. 220,16 crich Italien gegen s Seeverkehrs nach heben wird. bland“. März. Der im Kuryer Slaski“ verheutigen Nummer en, die polnischen entstanden, für die mel Vergeltung an em von Deutschland , h a b e n w i r u n s a n t der Anfrage gerhalten: glich kommt für die littauischer oder jürn nur russischer. ell sfsverluste leten nellen. Panzerschiff„Ozean“, ie gestoßen ist, wurde s an der asiatischen t, um seinen Unterh die Kriegsschiffe „Infexible“, haben hädigungen erlitten. st ist, konnte bis jetzt st werden. Der von ne, schwer beschädigte igener Kraft bis zur geriet dort auf eine großen Anstrengungen en konnte. altung sischen DeputiertenGewähr dafür, daß n aus seiner Haltung cht heraustreten wird. zbinett das volle Verer Parteien und fand im Schluß des jetzigen Zustimmung, daß es be, um seine Aufmerknationalen Lage widident Salandra dankte egienung gewährte Akiß die beiden Faktoren itimen Interessen und e Italiens eines Sindaß die italienische Dampfer charterte, um is zu decken, sagt nichts illen der maßgebenden Neutralitätspolitik uneinberufen. Der Reichstagsabgeordder bei den Pionieren hat, ist nach der VerLandsturmmann zu den n und gestern nach sich dort bei der Ardes Zusammenschlan erschreckt auseinit sich in ihre Mitte erig vor, sie hasten spielend ganz nahe lten, lockenden Tanz. eiter, sehnsuchtsvoll ht sterben sollen. Die e Hand über ihrem Najestät vergibt dem ne Minute, nachdem r Gertrande mit dem igball spielten, kommt eiligen Schrittes von rücke gegangen. Am und ringen die Hände. htsam hinter die mütkleine Flachskopf, der verzieht das Gesicht ig der Unglücklichen usen. Im Augenblick it. Das Bett der Gerit in der Strömung in den langen, schweI, Säbel und n die kalte, rebellische u Frauen am Ufer. Sie pen ein Gebet. Es ist die Wonne über die Schreckensnacht jauchzt. seit mit den anderen und es ist als einzier werdenden Gedächtderen halten den Atem herzu. Es gibt ohneen wenig genug Abas hier gründlich aus22010 Schweden und Persien. Der Weltkrieg 1915 stellt wirklich die ganze Welt auf den Kopf! In Schweden hat sich Persiens wegen eine Verbitterung gegen die Entent:nächte gebildet, die, da es sich hier zum erstenmal in diesem Weltenbrand um schwedische Landesunder handelt, die sonst so ruhigen Nordländer aus ihrer Beherrschung reißt. Die schwedische öifentliche Meinung und die Tagespresse zeigt eine steigende Erbitterung über die schweren Verleumdungen, denen die in Persien als GendarmerieInstrukteure tätigen schwedischen Offiziere in russischen und merdings auch in englischen Zeitungen ausgesetzt sind. So beschuldigten Londoner Blätter die schwedischen Offiziere, sie hätten einem aufrührerischen Häuptling eine deutsche Waffensendung durch offenen Schmuggel in die Hände gespielt. Ein eben aus Persien heimgekehrter Offizier gibt gegenüber dieser englischen Lüge folgende Darstellung des Sachverhalts: Die persische Gendarmerie ist mit deutschen Mausergewehren älteren Modells bewaffnet, von denen jüngst ein verspätete Sendung eintraf und von uns pflichtgemäß auf die Depots im Lande verteilt wurde. Selbst den englandfreundlichen schwedischen Blättern läuft bei den neuesten englischen Schimpfereien die Galle über sund sie sinden zum ersten Mal den richtigen Ton gegen die Lügenmächte. Man sieht daraus, wie manche„Neutrale“ denken würden, wenn es sich um ihre eigene Haut handeln würde. Aus Stadt und Umgebung** Schwerte, 25. März. **(Erweiterung der Familienunterstützungen.) In Uebereinstimmung mit den Wünschen des Reichstages wird die Reichsregierung demnächst eine Abänderung der in dem Gesetz über die Familienunterstützungen vom 4. August 1914 festgesetzten Unterstützungen vornehmen. Nach§ 1 Abschnitt 4 sollen die Unterstützungen mindestens betragen für die Ehefrau in den Monaten Mai bis einschließlich Oktober monatlich 9 Mk., in den übrigen Monaten 12 Mk. Danach müßte vom 1. Mai ab die bisher in den Wintermonaten gezahlten Unterstützungen um 3 Mk. monatlich herabgesetzt werden. Diese Herabsetzung soll mit Rücksicht auf die durch den Krieg gesteigerten Kosten der Lebenshaltung nicht eintreten. Den Gemeinden wird daher durch die Bundesregierungen die Anweisung zugehen, den höheren Unterstützungssatz für die Wintermonate auch in den Sommermonaten weiterzuzahlen. **(Kriegstagung westsälischer Landwirte.) In Münster fand unter dem Vorsitze des Frhrn. von Twickel die Generalversammlung des Westsälischen Bauernvereins statt. Es wohnten ihr bei der Oberpräsident, der kommandierende General, der Landeshauptmann, mehrere Regienungspräsidenten, eine große Zohl Mitglieder des westfälischen Adels. Die Rede hielt Reichstags= und Landtagsabgeordneter Professor Dr. Fasbender aus Berlin über das Thema:„Die Aufgaben der Landwirtschaft im Kriege". Diese Kriegstagung des Bauernvereins war eine machtvolle vaterländische Kundgebung, in der der starke Wille der westfälischen Landwirte zum Ausdruick kam, zu ihrem Teil alles daran zu setzen, daß Deutschland in den ihm aufgezwungenen Kampfe, besonders auch durch Sicherung der Volksernährung siegreich bestehen wird. (Eine Nachmusterung der Militäruntaug= lichen) ist von mehreren Bezirkskommandes innerhalb des 7. Armeekorps jetzt angeordnet worden. Es handelt sich dabei um solche gediente und nichtgebiente Personen zwischen 20 und 45 Jahren, die seinerzeit auf Grund körperlicher Fehler als Lauernd für den Dienst in Heer und Marine oder bei gedienten Personen als dauernd feld= und garnisondienstunfähig oder nur garnisondienstfähig bezeichnet sind. Die ärztliche Untersuchung erfolgt durch eine höhere militärische Kommission, welche auch gleichzeitig eine Nachprüfung der Rentenansprüche auf Ewind erlittener Dienstbeschädigung vornimmt. Die Musterung für die jüngsten Jahrgänge hat bereits heute begonnen; dieselbe findet in Dortmund statt. **(Gesellenprüfung.) Vor dem Prüfungs=Ausschuß der Klempner=Zwangs=Innung in Hörde bestand u. a. der Klempnerlehrling Otto Steinschulte von hier seine Gesellenprüsung mit bestem Erfolge. Wir gratulieren. **(Die deutsche Volksernährung.) Im Kordeckschen Saale tagte gestern abend unter dem Vorsitz des Herrn Kaplan Röseler eine vom Volksverein für das kath. Deutschland einberufene öffentliche Versammlung, in welcher Frl. Rektor Heinen aus Barmen eine längeren Vortrag über das zeitgemäße Thema:„Englands Aushungerungs= plan und die deutsche Volksernährung“ hielt. Die interessanten Ausführungen der Rednerin, welche viel des Neuen und Belehrenden boten, wurden mit großem Beifall ausgenommen. Nach einem Dankeswort des Vorsitzenden und einem jubelnd aufgenommenen Hoch auf den Kaiser wurde die Versammlung gegen 10 Uhr geschlossen. (Auszeichnung.) Dem Vizefeldwebel Ising, Sohn des Kaufmanns J. aus der Beckestraße, der bereits früher durch Verleihung des Eisernen Kresizes ausgezeichnet war, ist jetzt auch die österreichische Tapferkeits=Medaille verliehen worden. Der tapfere Krieger, der im Osten gekämpft hatte, befindet sich zurzeit als Verwundeter in Lehrte bei Hannover. Branntweingenusses ein Todesfall zu beklagen gewesen. Es muß daher nicht bloß an die Verkäufer von Trinkbranntwein, sondern auch an die Angehörigen der Kriegsteilnehmer die ernste Mahnung gerichtet werden, von dieser Vergünstigung im eigenen Interesse der Empfänger einen vernünftigen Gebrauch zu machen. Ein fortgesetzter Mißbrauch würde das Generalkommando veranlassen, diese Vergünstigung noch weiter einzuschränken oder ganz aufzuheben. **(Ein Familienstreit) in einem Hause an der Hellpothstraße versetzte gestern nachmittag die Nachbarn in nicht geringe Aufregung. Die Mitglieder einer dort wohnenden Familie St. waren recht triegerisch gesinnt und verprügelten sich gegenseitig nach allen Negeln der Kunst, sodaß das Blut floß. Erst die auf dem Kampfplatz erscheinende Polizei konnte den Frieden wieder herstellen. Das dicke Ende in Gestalt eines„Mandätchens“ dürfte nicht ausbleiben. (Ernste Mahnung.) Von seiten des stellvertretenden Generalkommandos des 7. Armeekorps geht uns folgendes zu: In der Bekanntmachung vom 9. Februar d. J. ist der Verkauf von Trinkbranntwein zum Versande an Kriegsteilnehmer zugelassen, wenn der Verkäufer den Branntwein in Feldpostsendungen verpackt und zur Beförderung mit der Feldpost aufgibt, ohne ihn zuvor dem Käufer auszuhändigen. Es ist dabei vorausgesetzt, daß sich der Verkeuf in angemessenen Grenzen halten würde. Nun sind aber gerade von Befehlshabern aus dem 7. Armeekorps rekrutierter Tmppenteile Klagen eingegangen, daß solche Sendungen im Uebermaß an die Front gelangt sind. Es sind schwere Ausschreitungen vorgekommen, die für die Betreffenden ernste Folgen gehabt haben; es ist sogar infolge des übermäßigen ** Ergste, 24. März.(Die Allgemeine Ortskrankenkasse) für den Amtsbezirk Ergste hatte im Jahre 1914 eine Einnahme von 26 878,84 Mk. und eine Ausgabe von 25 778,96 Mk., mithin einen Ueberschuß von 1099,88 Mk. zu verzeichnen. Der Neservefonds der Kasse beträgt 1441,21 Mark, sodaß am Schluß des Jahres das Gesamtvermögen 2544,09 Mk. betrug. Die Zeitungen im Heute darf wohl als bekannt vorausgesetzt werden, weil statistisch und wissenschaftlich nachgewiesen, daß selbst in Friedenszeiten bei den meisten deutschen Zeitungen die Bezugspreise nur die Kosten für Druck, Papier und vielleicht noch die Versendung decken. Bei vielen Zeitungen muß der Verleger selbst bei diesen Kosten noch zulegen. Für die anderen Bedürfnisse zur Herstellung einer guten Zeitung— hauptsächlich für die Kosten des Nachrichtendienstes durch Telegramme und Fernsprecher, sowie auf brieflichem Wege, für Honorare der Redakteure, Mitarbeiter und Telegraphenbüros, sowie für die vielfachen sonstigen Nebenausgaben— müssen die anderen Einnahmen in großem Umfang herangezogen werden. Nun hat wohl jeder Zeitungsleser beobachtet, daß der Anzeigenteil der weitaus meisten Zeitungen seit Ausbruch des Krieges sehr stark zusammengeschrumpft ist, vielfach auf einen Bruchteil des früher üblichen Umfanges. Im selben Verhältnis verminderten sich natürlich die Einnahmen des Verlegers aus demselben, während seit Beginn des Feldzuges die Herstellungskosten der Zeitungen auf allen Gebieten eine ganz außergewöhnliche Steigerung erfahren haben und noch ständig erfahren: Jeder Leser hat das natürliche Bedürfnis, von den großen Ereignissen, die die Zukunft des Vaterlandes und eines jeden einzelnen voraussichtlich für Jahrzehnte entscheiden, möglichst schnelle und zuverlässige Nachrichten zu erhalten. Da mußte neben einem verlängerten Tagesdienst auch Nachtdienst eingeführt werden, um die abends spät, in der Nacht und morgens früh eintreffenden wichtigen Nachrichten den Lesern ohne Verzug vermitteln zu können. Also: auf der einen Seite ein gewaltiges Jurückgehen der Hempteinnahmequelle, des Anzeigenteiles, auf der anderen Seite ganz unvorhergesehenes Anschwellen der Ausgaben. Daß dadurch ein starkes Mißverhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben der Zeitungsverleger wurde, ist einleuchtend. Lange Monate hat die deutsche Zeittingswelt unter diesem Mißverhältnis gelitten. Auf weitere Dauer ist dies unmöglich, um so mehr, als auch wichtige Rohmaterialien für die technische Herstellung der Zeitungen infolge des Krieges eine ganz außerordentliche Steigerung erfahren haben. Beispielsweise ist das Faß Druckerschwärze von 35 auf 70 und sogar 75 Mk. im Preise gestiegen; dus Setzmaschinenmetall hat im Preise sehr stark angezogen; die Kosten des Papiers steigen usw. usw. Wenn sich dies nun ausdrückt in einer Erhöhung der Bezugspreise um ein Weniges, um 10 Pfg. im Monat, so darf wohl die Hoffnung ausgesprochen werden, daß diese kaum merkliche Belastung vom einzelnen Bezieher übernommen wird, ohne daß er seiner Zeitung untreu wird. Diese hat ihm bisher die Tagesnachrichten prompt vermittelt, unter haltenden Lesestoff berichtenden und erhebenden Inhalts geboten, überhaupt sich alls einen guten und beratenden Freund ihrer Leser bewiesen. Sie darf somit erwarten, daß ihr in schwieriger Zeit die Hülse nicht versagt wird. Treue um Treue! Verantwortlich für die Nedaktion Friedr. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Bekanntmachung. Nach§ 8 der Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichskanzlers vom 9. März 1915 ist jeder Eigentümer, der mehr als 10 Doppelzentner Gerste oder mehr als einen Doppelzentner Mengkorn aus Gerste und Hafer mit dem Beginne des 12. März 1915 in Gewahrsam hat, verpflichtet, die Vorräte und ihre Eigentümer der zuständigen Behörde anzuzeigen, in deren Bezirke die Vorräte lagern. Die Anzeige über Vorräte, die sich zu dieser Zeit auf dem Transporte befinden, ist unverzüglich nach dem Empfang von dem Empfänger z1 erstatten. Vorräte, die zum Füttern, als Saatgut oder Saatgerste oder zur Verarbeitung beansprucht werden, sind je besonders anzugeben. Die Anzeigen sind der unterzeichneten Behörde bis zum 25. März 1915 zu erstatten. Es wird ausdrücklich darcuf aufmerksam gemacht, daß die Mengen in Zentnern(keiner anderen Gewichtseinheit) anzugeben sind und daß ferner die Angaben sämtliche Vorräte, einschließlich der zu gewerblichen Zwecken, zur tierischen Ernährung, zur Aussaat usw. bestimmten Mengen enthalten müssen. Wer die Anzeigen nicht in der gesetzten Frist erstattet oder wer wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft. Schwerte, den 23. März 1915. Der Bürgermeister: Nohrmann. Schweine Pokeirfeisen Rippen, Nacken u. S. w. empfichlt St Totsicher! wirkt Dr. Bufleb’s extra starkes##r Mottenpulver Angenehm im Geruch! Unübertroffene Wirkung! Grosses Paket 20 Pfennig. Nur bei: Max Mchlhose, Medizinal Drogerie, Ost- strasse. Kuhr und Ainder werden angenommen bei Weidenau seher Wolff, 796 Geiseche. 8 Hilniet abgeschl. mit Balkon zum 1. April oder später zu vermieten. 1472 Moltkestraße 19. 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Nachdem nach amtstierärztlicher Feststellung die Acaut= und Klauenseuche unter dem Rind ziehbestande des Landwirts Flunkert zu Hengsen abgeheilt und eine Neuerkrankung nicht vorgekommen, die Desinfektion vorschriftsmäßig ausgeführt und duch den Arei=Gegzgt gi5gegsggen ist, gilt die Geuge auf bne ene un nenen Dihendenpelgge u. epöeien Se e 21. Ottober 19 4 und 10. Februar(Pto ungesteiren. Shuß, maßregeln hebe ich daher hiermit auf. Hörde, den 20. März 1915. Der Landrat. Auf Grund der Bundesratsbekanntgachgne, sber Pgrotz, süir den 27. Mörz 19i5 eie Vorralserhebung ubez. Dl, Voräle on Maiz und Molkeimen von mehr als einem Dopoe zentner zu ermitteln siind, wobei jedoch die Vorräte an Malz und Malzkeimen getrennt angegeben werden müssen. Diejenigen Eingesessenen hies Stadtbezirks, welche derartige Vorräte mit dem 27. März 1915 in Besitz oder Gewahrsam haben, haben die Anzeigen hierüber bis zum 28. März 1915 der umerzeichneten Behörde zu erstatten. 6.5 Vorräte, die sich am Stichtag auf dem Transporr oesinden, sind unverzüglich nach dem Empfang von dem Empfänger ces. 3. B Burchard, Regierungsassessor. Bekanntmachung. Bokenntmachung des Rundoe=„g uh= nachmittags 5 Uhr sollen in Schwerle, den 23. März 1915. Der Bürgermeister: Rohrmann. pe Heute eingetrossen 20(Ciez hreus Grüne Heringe 5#p#fd. 70 Pfg. 8 In Ausführung des§ 2 der Bekannimachung des Bundesrats über die Sicherstellung von Fleischoorräten vom 25. Januar 1915 ist für die Kreise Dortmund Stadt und Land. Hörde Stadt und Land ein Schiedsgerichtsbezirk gebildet worden. Kreistterat st Veierinärat Eichenbusch in Dorinund als Vorsitzender, Veterinärrat Klausnitzer in Dortmund als stello. Vorsitzender. Obermeister Feuerbaum Dortmund und Gutsbesitzer Thieheuer=Barop als Beisitzer. Hörde, 19. März 1915. 149 Der Landrak. I. V. Burchard. am 10. April v. J., Nachmalagr 8 ühr, fdurn im Holel Wittekind zu Westhofen die beiden zum Rittergute Husen gehörenden Eigenjagden in der Größe von zirka 880 und 360 Morgen auf 5 Jahre, beginnen) mit dem 1. August 1915, verpachtet werden. 1492 Haus Husen bei Westhofen i. W., im März 1915. Kabliau Bückinge Kieler Sprotten Kiste nur 45 Pfg. emfiehlt Raufhaus für Levenzmmter Brückstraße 23. für leichtere Arbeit abzugeben. Zu erfr. in der Gesch. d Itg. 1496 K Sren seit Jahren nlänzend bewähr! K HE W W Verre Max Fichlhose Schönen, abge'agerten, schnittigen in Broten von ca 9 Psd. veisendet das Pfd für 50 Pfg. franko gegen Nachnahme. Dampf=Molkerei Veterster ga, Hehug, Bekanntmachung. Empfehle von heute ab wieder Reineckes echtes Salzkottener i Brot. Heiarich Schoppol, Kl. Marktstraße 5. Nach der Regierungs=Polizei=Verordnung vom 26. Juli 18° (Anisolatt Seite 457, sind die Eigentümer.„Nutznießer oder Pächter von Wiesen und Weidegrundstücken, Odländereien und Wegedöschungen, sowie die Anlieger von Flußläufen verpflichtet, beide Artea des Huslattigs, Tussilago petasitis und Tussilago farfara auf vorbezeichneten Grundstücken bis zu einem von dem Landrate zu bestimmenden Zeispunkte mit den Blütenitenge vor der Samenreife abzuschneiden und durch Verbrennen zi Für den hiesigen Kreis setze ich den Zeitpunkt hiersütr in besem Jahre au den 1 Mai sest. 1495 Hörde, den 9. Februar 1913. Der Lar drak. Staut. Reuipregsnindslam zu Schwerte. Das neue Schuljahr beginnt Freitag, den 16. April. Die Aufnahmeprüfung findet am Dienstag. den 30. März, morgens 9 Uhr statt. Anmeldungen, bei denen Schulzeugnisse vorzulegen sind, werden Samstag, den 27. März, von 3—5 Uhr, im Schulgebäude entgegengenommen. Auch schon vorher ist zur Auskunft bereit der 1331 zu verkaufen 1485 Graf Adolfstraße 16. I. V. Dr. Burchard Zwei gut erhaltene 2“, 4 tädige Direktor: Dr. Renz. Sasbssonetnssonganne Eine hochtragende Kuh zu verkaufen: 1467 G. zu verkaufen. Schwerte, Sennings weg 80. Linweis. Der heutigen Gesamtau lage liegt ein Reklameblatt der Firma Laclowerk, Gedr. Schredelseker 1480 Horchheim bei Worms betr.„Lacio Ei Pulvek“ bei, das besonders für Mehlspeisen, Klößen Suppen uso. van Stelle von Ei genommen wird Rezepte sind den Kolonialwarengeschästen zu GIGse. 6 gESTSR L. S%S Se U11* * S:n g. 8N••B3 8 8.. S 99 „Suss „S Sag F ESSSSE ESS e e.. Ss* ∆ □ Sarse„— * 9 S85ge. S 9= O SEASS- 829 0 SS □ * o SS„ 8—„ „„. B A E.— 0 SA„—„ □N ö TTgu □ U• GGSSS— □ Ganaannnnann . S S S 2 G.# S S 5 S S 8 lungen Corrado Ricci eine Prüfung der statischen Verhältnisse vorgenommen. Das einstimmig angenommene Gutachten schlägt vor, der Gefahr dadurch vorzubeugen, daß man das Ausgrabungsbecken teilweise erhöht, um das an der Basis des Turmes austretende Wasser unschädlich zu machen. Im Anschluß an diese Erhöhung des Ausgrabungs= beckens sollen dann die Fundamente des Turmes durch Anstückungen verstärkt, und nötigenfalls muß eine Verbindung zwischen dem Niveau des Domplatzes und dem erhöhten Beckengrund hergestellt werden. Außerdem wird untersucht werden, ob es für die Stabilität des Turmes von Vorteil ist, wenn der innere Hohlraum in voller Höhe des Fundaments ausgefüllt wird. Aus der deutschen Studierstube. „Hierher sollte man junge Leute führen, damit sie den Eindruck eines soliden, redlich verwendeten Taseins gewinnen. Hier sollte man sie drei Gelübde ablegen lassen, das des Fleißes, der Wahrhaftigkeit, der Konsequenz.“ Dies Wort Immermanns, das er von Goethes Arbeitszimmer gesagt, spiegelt die tiefe und erhebende Stimmung, die jeder Empfängliche von der Stätte erhält, da ein großer Geist geschaffen. Es sind durchaus nicht nur äußerliche, sondern echt innerliche Offenbarungen, die aus der Betrachtung der Studierstube eines berühmten Mannes hervorleuchten, und so führt uns denn Prof. K. Bader, der in einem inhaltsreichen Aussatz der bei Trugulin erscheinenden„Zeitschrift für Bücherfreunde“ vom deutschen Gelehrtenzimmer erzählt, in das Wesen unserer Meister tief ein. Türer hat in seinem Gemälde„Der hl. Hieronymus im Gehäus“ die Perle eines deutschen Gelehrteninterieurs der Renaissancezeit geschaffen. Neben die stille Einsamkeit des freundlichen Mönchsgemachs tritt dann später immer stärker die heitere Lebendigkeit eines reichen Familienlebens. Da sehen wir Melauchthon lesend, mit der einen Hand das Buch haltend, mit der andern ein Kind schaukelnd, und„dem Hochgelahrten Doktor Martin Luther hat sein Söhnlein in alle vier Ecken seines Studierzimmers mehr denn ein Bächlein rinnen lassen". Selbst im Zimmer des alten Goethe hat sich sein Enkel Wölschen breitmachen dürfen. Aber auch die Hagestolze klagten in der immer geräuschvoller werdenden modernen Zeit über mancherlei Lärm; Kant hat so dringliche Beschwerde geführt über die große Unruhe, die die Schiffer verursachten, und über den eintönigen Gesang der Sträflinge aus dem nahen Gefänguis. Mit der ganzen Wucht seiner Persönlichkeit hat Goethe den Kampf gegen die Kegelbahn in der ihm benachbarten Wirtschaft von Hauff geführt, und Wieland jammert immer wieder in seinen Briefen über den unentrinnbaren Mistgeruch und die rohen Stallknechtsflüche, die aus den angrenzenden Gasthöfen„Zum Erbprinzen" und„Elefanten“ in sein Tuskulum drangen. Die Beleuchtungsfrage ist wohl der dunkelste Punkt in der Geschichte des deutschen Gelehrtenzimmers. Kienspan, Unschlittlicht, Wachskerze und Oellampe heißen die Etappen, die uns oft erschütternde Bilder der Armut und des unendlichen Fleißes enthüllen. Wohl selten wird, wenn wir durch die Arbeitsräume unserer großen Geister wandern, jener ergreifende Kontrast ausbleiben zwischen der äußeren Dürftigkeit und dem inneren Reichtum, die hier so harmonisch beieinander hausten. Wie schmucklos ist Goethes Arbeitszimmer! Es berührt uns seltsam, daß gerade in diesem Raum ein eigentlicher Schreibtisch fehlt; kein bequemer Stuhl, keine Gardine, schlichter Hausrat und einfach gebundene Bücher.„Alle Arten von Bequemlichkeit sind eigentlich ganz gegen meine Natur,“ äußert er einmal selbst.„Sie sehen in meinem Zimmer kein Sofa. Eine Umgebung von bequemen, geschmackvollen Möbeln hebt mein Denken auf und versetzt mich in einen behaglichen, passiven Zustand. Geringe Wohnung dagegen, wie dieses schlechte Zimmer, worin wir sind, ein wenig unordentlich, ein wenig zigeunerhaft, ist für mich das Rechte und läßt meiner Natur volle Freiheit, tätig zu sein.“ Noch viel ärmlicher ist Schillers Arbeits= und Sterbezimmer: mehrfach übereinandergeklebte, recht geschmacklose Tapeten; am einfach behangenen Fenster des Dichters Schreibtisch. Und mit diesem Tisch, den er sich für zwei linen machen ließ, hat er sich einen sehnlichen Wunsch erfüllt. „Dies ist,“ schreibt er an Körner,„wonach ich längst getrachtet habe, weil ein solcher doch mein wichtigstes Möbel ist und ich mich immer habe damit behelfen müssen.“ Und das Bett!„Wenn ich in dem Bett hätte schlafen müssen, wäre ich auch gestorben,“ hat einmal ein Besucher gesagt. Herder nahmen die hohen Kirchenmauern das Köstlichste, das Licht, in seinem Arbeitszimmer; er wählte daher als Anstrichsfarbe für den großen Raum Hellblau oder Schwefelgelb; an einem„Tischchen“ schrieb er. Wielands Musentempel lag im zweiten Geschoß seines Hauses. Sehr ordentlich war es weder hier noch in der Bibliothek nebenan. Im Schlafrock und mit einem um den Kopf geschlungenen Tuch, das er, je schlechter gelaunt er war, desto tiefer in die Stirn drückte, saß der Dichter des„Oberon" bei der Arbeit. Kupfer und Landschaften hingen umher, über dem Schreibtisch das Bildnis seiner Gönnerin, der Herzogin Amalie. Zu solch gemütlicher Nachlässigkeit stand Lessings Studierstube im strengsten Gegensatz; der Wolfenbütteler Bibliothekar hielt auf peinliche Ordnung und Sauberkeit, und nur ein Kätzchen, das in dem Raum, dem Sterbezimmer seiner Gattin, der einzige Gefährte seiner letzten Jahre war, durfte ihm sogar das Nathan=Manuskript beschmutzen. Wenn er des Morgens im Schlafrock hereinkam, gab er zunächst dem Tierchen zu trinken. Einen vierfüßigen Arbeitsgenossen hatte sich auch Jean Paul erwählt, den weißhaarigen Pudel, mit dessen Haaren sich so manche nach den Locken des Poeten begierige Verehrerin begnügen mußte. Jean Paul hauste„ziemlich elegant“ in gemütlicher Stube mit genügender Helle und schönem Ausblick. Ebenfalls ein Hund linderte Schopenhauers Einsamkeit. Auf einem Bärenfell lag neben seinem Sekretär der Pudel„Atma“. Das Zimmer zeigte pulitanische Einsachheit: geschmacklose Möbel, auf dem Schreibtisch eine Büste Kants, über dem Sofa Goethes Oelporträt, in der Ofenecke eine Wieland=Büste. Wie anspruchslos sind zumeist die Schreibtische gewesen, an denen die Meisterwerke unserer Dichtung entstanden! Mörike schrieb an einem kleinen, mit grünem Tuch bezogenen Tisch; an einem unscheinbaren nußbraunen Schreibtisch sind Hebbels große Dramen der letzten Periode geschaffen worden. Justinus Kerner hatte sich seinen Schreibtisch aus Tannenholz selbst gezimmert, und häusig mußte er mit Tinte und Papier fortrücken, damit die„kleinen Kernerchens“ darauf gewickelt werden konnten. Uhlands winziger unansehnlicher Arbeitstisch war ein Andenken an seine„liebe Madel“, eine Dienerin des Großvaters. Ein kleines Sofa bot jedoch etwas Komfort, und zu solch einem Möbel hat sich auch Wilhelm Busch erst spät entschlossen, während ihm lange der vierbeinige Tisch, ein einfacher Stuhl und der Lehnstuhl vor dem eisernen Ofen genügten.—55— .0 #552 00 ** Amtliebes Kreisblaft 46. Jabrgung O Grltes und Eleßes Cagrsorgm des Sreiten. 0 "*" 4 K Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 71. Donnerstag, 25. März 1913. S585583 derer meiner engeren Landsleute ihn zwischen die Finger bekäme—. 7. Die verdächtige Röte war schon wieder in seinem Gesicht, und mit beschwichtigendem Druck legte Hertha die Hand auf seinen Arm. Der Russe aber sagte: „Der Name, den Sie da nennen, ist mir zufällig nicht unbekannt. Den Grafen Wolkonski kannte man auch in Petersburg als einen sehr geschickten politischen Agenten. Aber er wird Ihnen nicht mehr schädlich werden. Die Dienste, die er seinem Vaterlande geleistet hat, sind ihm sehr schlecht belohnt worden.“ Der Rittmeister blieb stehen. Seine Augen blitzten, und seine buschigen weißen Brauen schienen sich zu „Was sagen Sie da?“ stieß er hervor.„Es würde mich interessieren, eine nähere Erklärung zu erhalten. Was ist mit diesem Wolkonski geschehen?" „Er ist wenige Tage nach dem Ausbruch dieses Krieges in Petersburg einem Attentat zum Opfer gefallen. Einem Attentat, das allerdings nicht ihm, sondern einer höher gestellten Persönlichkeit gelten sollte. „Ah— ist das gewiß?" „Ich sehe keinen Grund, weshalv ich nicht davon sprechen sollte. Wolkonski war gleichzeitig mit einem Großfürsten, dessen Namen ich nicht nennen will, aus Paris in Petersburg angekommen, und beide Herren verließen gleichzeitig das Bahnhofsgebäude. Trotz der strengen Absperrungsmaßregeln und der sonstigen Vorkehrungen der Polizei war es einem elenden Terroristen gelungen, sich bis in die unmittelbare Nähe des Großfürsten, der der revolutionären Partei besonders verhaßt ist, zu drängen. Und ehe man ihn überwältigen konnte, hatte er zwei Revolverschüsse abgefeuert, die indessen glücklicherweise nicht den hohen Herrn trafen, für den sie bestimmt waren, sondern den unmittelbar hinter ihm schreitenden Grafen Wolkonski. Der Arme lebte nur noch ein paar Minuten. Der Attentäter aber wußte sich seiner Verhaftung zu entziehen, indem er ein Gift nahm, das ihn auf der Stelle tötete.“ Schwer ging der Atem des Rittmeisters. Aber er brachte kein Wort über die Lippen. Diesem Feinde seines Vaterlandes konnte er ja nicht sagen, daß der Mann, von dessen Schicksal er da erfahren, das Verhängnis seines Lebens, der Zerstörer seines Glückes und der Fluch seiner Familie gewesen war. Vielleicht war es im ersten Moment eine Art von schmerzlicher Enttäuschung, was er fühlte; vielleicht hatte es in einem Winkel seines Herzens noch immer eine unbestimmte Hoffnung gegeben, daß es ihm selber vergönnt sein werde, eines Tages das Strafgericht an dem Elenden zu vollziehen, und die Sühne, die statt seiner ein anderer, Unbekannter, geübt hatte, konnte ihn nicht ganz befriedigen. Nach einer geraumen Weile erst hatte er sich wieder so weit in der Gewalt, daß er fragen konnte: „Und der Attentäter? Kennen Sie vielleicht auch seinen Namen, Herr Major?“ „Ja— er ist mir zufällig im Gedächtnis geblieben. Es ist ein gewisser Wladimir Petrowitsch Makarow ein Student oder ein Maler.“ Er hielt überrascht inne; denn von den Lippen der jungen Dame, die bisher so beharrlich geschwiegen hatte, war es wie ein leiser Aufschrei gekommen, und er sah, daß sich ihr Gesicht mit tiefer Blässe überzogen hatte. „Mein gnädiges Fräulein— was ist Ihnen?“ fragte er.„Sie fühlen sich nicht wohl?“ „O doch,“ erwiderte sie.„Aber ich glaube, Papa, daß wir jetzt in das Haus zurückkehren müssen. Du hattest doch den Inspektor zu einer Besprechung bestelt.“„ higen 6. „Ja, so— Sie werden mich entschuldigen, Herr Major! Für die Mitteilung, die Sie mir soeben gemacht haben, bin ich in Ihrer Schuld.“.„„ Er grüßte mit gemessener Höflichkeit und stapfte, von seiner Tochter gestützt, langsam dem Hause zu, während der Russe den beiden kopsschüttelnd nachblickte.„„.„i. 1. fAeint hahe „Wunderlich: murmelte er.„Wie es scheint, habe ich da ahnungslos an etwas Persönliches gerührt. Der alte Starrkopf schien ja mit einem Male ebenso fassungslos wie sein hübsches Töchterchen.“ Er hatte keine Gelegenheit mehr, sich weiter den Kopf darüber zu zerbrechen, denn er sah einen seiner Offiziere in Begleitung einer staubbedeckten Ordonnanz auf sich zutommen.„Herstin meshst. der Saldat „Befehl vom Herrn Voerst: meldete der Sotbat in strammer dienstlicher Haltung, indem er dem Major ein Papier überreichte. Sobald der Russe einen Blick darauf geworfen hatte, zuckte es ganz eigen über sein Gescht bin...„. min i, manhte 8. Sch. 8. „Kommen Sie, Rasumin: wanote er sich an den Offizier.„Das Bataillon wird sofort alarmiert! Wir marschieren in einer halben Stunde!“ Zwei Tage später schlug der Generaloberst von Benekendorf und Hindenburg die ewig denkwürdige Schlacht bei Tannenberg, durch die die Erste russische Armee des Generals Rennenkampf buchstäblich vernichtet wurde. In wilder kopfloser Flucht hatten die feindlichen Truppen die Provinz räumen müssen, auf der ihre Anwesenheit so schwer und verhängnisvoll gelastet; und wie ein einziger Jubelruf ging es durch die vom Feinde befreiten Städte und Dörfer, deren manche allerdings mehr als zur Hälfte in Schutt und Trümmern lagen. Mallente und seine nähere Umgebung waren von den eigentlichen Schrecken des Kampfes zwar verschont geblieben; aber man hatte im Herrenhause den Donner der Kanonen zeitweilig deutlich hören können, und es war begreiflich, daß seine Bewohner sich in der höchsten Spannung und Aufregung befunden hatten, bis die Siegeskunde auch zu ihnen gedrungen war. Noch einmal hatten sie dann einige kleine Teile des russischen Heeres zu Gesicht bekommen, versprengte, in voller Auflösung befindliche Trupps, die in verzweifelter Hast der Grenze zustrebten und auf dem Wege alles zurückließen, was ihrem raschen Vorwärtskommen hinderlich sein konnte. Sie hatten guten Grund, ihr Marschtempo zu beschleunigen; denn es zeigte sich bald, daß die Preußen ihnen unmittelbar auf den Fersen waren, mit dem festen Entschluß, sie nicht zu Atem kommen zu lassen. Ein paar Kilometer hinter dem Dorfe kam es zu einem kurzen Gefecht mit der russischen Nachhut, die sich in ihrer Todesnot noch einmal zur Wehr zu setzen versucht hatte. Und dabei hatte es auch auf deutscher Seite einige Tote und Verwundete gegeben. Um die Abendzeit fuhren einige strohbelegte Leiterwagen mit Verletzten, denen man auf einem improvisierten Verbandplatz die erste Hilfe hatte angedeihen lassen, in das Dorf ein und wurden von da auf den ausdrücklichen, dringenden Wunsch des Rittmeisters nach dem Gutshause dirigiert. Hatte sich das Schloß auch nicht im Handumdrehen zu einem regelrechten, mit allem Erforderlichen ausgerüsteten Lazarett umwandeln lassen, so waren doch mit bewunderungswürdiger Umsicht und Aufopferung alle nur immer möglichen Vorkehrungen für die Aufnahme der wackeren deutschen Krieger getroffen worden, und die weiblichen Bewohner des Hauses walteten ihres Samariterdienstes so eifrig und geschickt, wie wenn sie jahrelang für diese Tätigkeit geschult worden wären. (Fortsetzung folgt.) e ce rccre 8 42 uchn Denkspruch. Gelehrsamkeit ist ein großer Schlüsselbuns, der aber noch lange nicht alle Schlöller aufschließt. Nur das Genie ist der D.etisch, der für alle paßt. 80 w. Menzel. Vergebliches Liebesopfer. Erzählung von Otto Landsmann. (Schluß.)(Nachdr. verboten.) Die Dänen besetzten eine Anhöhe, welche zur Linken durch einen Fluß, zur Rechten durch einen Fichtenwald geschützt war. Zwei Stunden vor Beginn des Gefechtes hatte sich die sächsische Kavallerie mit ihnen vereinigt. Die Schweden warsen sich mit ihrem Feldgeschrei „Med Gud Hielp“(Mit Gottes Hilfe) in den Kampf. Bald war alles in eine dichte Rauchwolke gehüllt. Das Musketenfeuer knatterte, und der Donner der Kanonen rollte, und darein mengte sich das Wirbeln der Trommeln, das Stöhnen der Verwundeten und das Seufzen der Sterbenden. Die Schlacht, welche bis fünf Uhr dauerte, war eine hartnäckige und blutige. Man machte keine Gefangenen, es war für die Offiziere wie für die Soldaten ein Kampf auf Leben und Tod. Zweimal versuchten die Schweden den Hügel zu erstürmen, aber sie wurden jedesmal zurückgeschlagen. Das drittemal endlich gewannen sie an Terrain, die Dänen wichen zurück, die sächsische Kavallerie stob auseinander, und General Steenbock, durch diese Erfolge angefeuert, trieb seine Truppen mit noch mehr Ungestüm vorwärts. Plötzlich wirft sich eine Eskadron DranII goner auf sie, welche ein Mann von hoher Gestalt IVI befehligt. Die wackere kleine Schar will die Schweden [II von der Position vertreiben, welche sie erobert haben, III1 sie sammelt durch ihren Mut eine größere Zahl von mit diesen unter lautem Schlachtruse gegen die Saber und Musketen, der Verheerung, die diese anrichten, nicht achtend. Ihr Kommandant ist voran in diesem blutigen Gemenge. Er kennt keine Furcht, nichts schreckt ihn zurück. Mit wahrer Todesverachtung stürmt er mit seinen Getreuen vorwärts, die Feinde immer mehr zurückdrängend. Es war ein grauenhaftes Hauen, Stoßen, Stechen und Schießen. Von seinem Standorte aus bewundert der König diesen beispiellosen Heldenmut, und der Name Daa fliegt von Mund zu Mund. Ja, er ist's, der Schloßherr von Hald, welcher so den Todesmut der Dänen beweist und trotz der verzweifelten Gegenwehr der Schweden diese zum Rückzug zwingt. Aber nachdem er so viele um sich her fallen gesehen, wird endlich auch er tödlich getroffen. Er sinkt auf seinem Pserde in sich zusammen. Dragoner fangen ihn auf und tragen ihn vom Kampsplatz weg nach dem Dorse, in dasselbe Bauernhaus, in dieselbe Stube, wo er tags zuvor eine so schwere Kränkung erfahren hatte. 1 Der König tritt ein, nähert sich dem Lager des ruymgekrönten Helden, und seine Hand erfassend, sagte er: „Herr General, ich bin aufs tiefste erschüttert, Sie in einem solchen Zustande zu sehen. Aber ich I habe nach meinem Wundarzt geschickt und es ihm gelingen wird, ein für das Vaterland so schätzbares Leben zu retten.“ „Die Kunst des Arztes wird bei mir nichts mehr I vermögen. Mein Geschick hat sich erfüllt. Wäre ich gestern dem König ebenbürtig gewesen, würde ich Gees!. den er meiner Soldatenehre angetan hat, indem er mir Feigheit vorwarf. Da ich diese Genugtuung nicht erlangen konnte, blieb mir nichts anderes übrig, als im Schlachtgewühl meinen Mut zu beweisen und mich zu opfern. Mein Wunsch ist erfüllt, die Kugel steckt in meiner Brust.“ Aufs höchste bestürzt, drückte Friedrich bewegt und ergreifenden Tones seine Bewunderung für den heldenhaften Soldaten aus, der sich wegen eines unüberlegten Wortes auf solche Weise rächte. Dann wandte sich der General gegen Kruse, der zu Häupten seines Bettes kniete, und reichte ihm mit sanstem Lächeln die Hand. „Sie sehen,“ sagte er mit schwacher Stimme,„daß meine Ahnung mich nicht getäuscht hat. Jetzt wird sie glücklich sein, und Sie werden es auch sein. Weihet in eurem Glücke dem alten Soldaten, der nicht wußte, daß er eurer Glückseligkeit ein Hindernis war und von hinnen ging, als er dies erfuhr, dann und wann einen freundlichen Gedanken. Gott befohlen, junger Freund! Seien Sie gütig gegen die, die wir lieben!" Nach diesen Worten hauchte Daa einen tiefen Seufzer aus, faltete die Hände, schloß die Augen und verschied, das Bewußtsein verlierend, nach wenigen Ninuten.„...„egaund tich Gakhanna mit. Einen Monat später besand sich Joyanna mit dem Hauptmann Kruse in dem Salon des Schlosses Hald. Er hatte den Leichnam des Generals aus Holstein nach Wiburg überführen und in der Familiengruft dortselbst beisetzen lassen. Johanna hatte soeben den vom General am Vorabend der Schlacht an sie geschriebenen Brief gelesen, und Kruse erzählte ihr nun Wort für Wort alles, was ihr Gatte mit ihm gesprochen hatte. Während ihm Johanna zuhörte, weinte sie bitter, und als er geendigt hatte, reichte sie ihm die Hand und sagte: „Bitte, verlasse mich jetzt, ich wünsche allein zu Der ernste und entschiedene Ton, in welchem sie diese Worte sprach, ängstigten den Hauptmann. „Wann darf ich wieder kommen?" flüsterte er, „Niemals, niemals wieder!" versetzte Johanna. „Wie,“ rief Kruse verzweiflungsvoll,„hast du unsere Gelübde, unsere gegenseitigen Versprechen vergessen? Hast du mir nicht gesagt, daß, wenn du nicht ihm angehörtest, keine lebende Kreatur dich von mir zu trennen vermüchte?“ „Ich habe nichts vergessen, jetzt aber gehöre ich ihm mehr denn jemals an. Zieh dich zurück, ich bitte dich! Es ist nicht mehr der verkannte Lebende, es ist der edle Tote, der uns trennt.“ Johanna hüllte sich in der Tat ihr Leben lang in die Trauerkleider der Witwe. Kruse kehrte nach Holstein zurück und fand bei der Belagerung von Tönning den Heldentod. Die jüngsten Untersuchungen des schiefen Turmes von Pisa haben die Gefahr eines baldigen Einsturzes dieses einzigartigen Wunderbaues bestätigt, die nach der immer mehr zunehmenden Neigung in den letzten Jahren vielfach befürchtet wurde. Wie in der„Kunstchronik“ mitgeteilt wird, hat eine von der Regierung ernannte Kommission im Beisein des Generaldirektors der italienischen Kunstsamm