Zeichnet die Kriegsanleihe Hasallkttenleruch der franhosesch J.ss“ Die Kriegsanleihe und die Spartasen. Der Minister des Innern hat an die Sparkassen folgenden Erlaß gerichtet: Zum zweiten Male im Laufe des gewaltigen Krieges, den Deutschland gegen eine Welt von Feinden zu führen gezwungen ist, ist in diesen Tagen das Reichsbankdirektorium mit Begebung einer Kriegsanleihe hervorgetreten. Die zweite Kriegsanleihe dient, wie die erste, ausschließlich unserer wirtschaftlichen Kriegsausrüstung. Es gilt die Mittel bereit zu stellen, um unser tapferes Heer, das soeben auch den letzten Fußbreit deutscher Ostmark in glänzendem Siege vom Feinde gesäubert hat, durch den schweren Winterfeldzug hindurchzuführen und seine Schlagfertigkeit für den kommenden Sommer zu sichern. Die Kriegsanleihe bietet bei 5prozentiger Verzinsung und der Ausgabe zum Kurse von 98,50 Mk. eine vorzügliche, mündelsichere Vermögensanlage für Jedermann, und ist, da sie in Stücken von 100 Mt. aufwärts erworben werden kann, zur Anlage auch der kleinsten Ersparnisse geeignet. Niemand, der sich seiner vaterländischen Pflichten bewußt ist und auch nur über geringe Mittel verfügt, wird deshalb den Erwerb eines entsprechenden Betrages an Kriegsanleihe unterlassen wollen! Welche wichtige Aufgabe hierbei den Sparkassen zujällt, hat die Begebung der ersten Kriegsanleihe bewiesen, an deren Zeichnung die dautschen Sparkassen mit nicht weniger als 884 Millionen Mark— die preußischen Sparkassen allein mit 768 Millionen Mark— beteiligt gewesen sind. Von dieser Summe entfällt bei den preußischen Sparkassen der erhebliche Betrag von 321 Millionen auf die für eigene Rechnung der Sparkassen gezeichnete Kriegsanleihe, während 447 Millionen Mark Kriegsanleihe von den Sparern selbst gezeichnet und aus ihren Sparguthaben von den Sparkassen für sie beschafft sind. Haben die Sparkassen durch ihre eigenen Zeichmungen den Bestand ihrer flüssigen und hochverzinslichen Vermögensanlagen erheblich verbessert, so haben sie andererseits noch weit mehr durch anziehung ihrer Sparer zur Zeichnung sich um das günstige Ergebnis der ersten Anleihe verdient gemacht. Es hat das nur geschehen können, indem die Sparkassen entsprechend der einmütigen Anregung des deutschen Sparkassenverbandes die Einlagen ohne Rücksicht auf die satzungsmäßigen Kündigungsfristen und ohne Beschränkung auf einen Höchstbetrag den Sparern zur Zeichnung von Kriegsanleihe zur Verfügung stellten, und dies angesichts des großen Zweckes meist auch dann taten, wenn aus besonderen Gründen die Zeichnung der Kriegsanleihe nicht bei der Sparkasse selbst erfolgte, sondern das Sparguthaben einer anderen Zeichnungsstelle überwiesen werden sollte. Nur durch dies großzügige, über kleinen Bedenken das große Ziel nicht aus dem Auge lassende Entgegenkommen ist das glänzende Ergebnis erreicht worden. Das Ziel ist heute kein geringeres wie im vergangenen Herbste. Die praktische Durchfühnung ist durch Bemessung der Zeichnungsfrist auf 3 Wochen und durch die auf fast 5 Monate ausgedehnte Einzahlungsfrist wesentlich erleichtert. Das Sinken des Zinssußes von 6 auf 5¼ Prozent für die bei den staatlichen Darlehnskassen aufzunehmenden Lombardkredite schließt Verluste der Sparkassen angesichts der fünfprozentigen Verzinsung der Kriegsanleihe nahezu aus oder vermindert sie doch erheblich bei den von den Sparern gezeichneten Beträgen. Unter voller Würdigung des großen vaterländischen Zweckes hat auch diesmal der Deutsche Ieflige Rampfe in Westen und Ostell. Großes Haupiquartier, 10. März 1915. Westlicher Kriegsschauplatz. Die Gefechtstätigkeit war durch Schnee und Frost eingeschränkt, in den Vogesen sogar ganz behindert. In der Champagne wurde weiter gekämpft. Bei Souain blieben bayrische Truppen nach lang anhaltendem Handgemege siegreich. Nordöstlich von Le Mesnil drang der Feind an einzelnen Stellen vorübergehend in unsere Linien ein. In erbitterten Nahkämpfen, bei denen zur Unterstützung herbeieilende französische Reserven durch unsern Gegenstoß am Eingreifen verhindert wurden, warfen wir den endgiltig aus unserer Stellung. Oestlicher Kriegsschauplatz. Ein erneuter Versuch der Russen, bei Augostow durchzustoßen, mißlang. Der Kampf nordwestlich von Ostrolenka dauert noch an. Die Gefechte nordwestlich und westlich Pracsnicz nehmen weiter für uns einen günstigen Verlauf. Ein Angriff von uns nordwestlich von NoweMiasio macht Fortschritte. Oberste Heeresleitung. Die Winterschlacht in der Champagne * Das Hauptquartier teilt mit: Mit den heute und in den letzten Tagen geschilderten Kämpfen ist die Winterschlacht in der Champagne soweit zum Abschluß gebracht, daß kein Wiederaufflackern mehr an dem Endergebnis etwas zu ändern vermag. Die Schlacht entstand, wie hier schon am 17. Februar mitgeteilt wurde, aus der Absicht der französischen Heeresleitung, den in Masuren hart bedrängten Russen in einem ohne jede Rücksicht auf Opfer angesetzten Durchbruchsversuch, als dessen nächstes Ziel die Stadt Vouziers bezeichnet war, Entlastung zu bringen. Der bekannte Ausgang der Masurenschlacht zeigt, daß die Absicht in keiner Weise erreicht worden ist. Aber der Durchbruchsversuch selbst darf heute als völlig und kläglich mißlungen bezeichnet werden. Entgegen allen Angaben in den offiziellen französischen Veröffentlichungen ist es dem Feinde an keiner Stelle gelungen, auch nur geringe, nennenswerte Vorteile zu gewinnen. Wir verdanken dieg der heldenhaften Haltung unserer dortigen Truppen, der Umsicht und Beharrlichkeit ihrer Führer, in erster Linie dem Generalobersten von Einem und den Kommandierenden Generälen Niemann und Fleck. Tag und Nacht, ununterbrochen haben die Gegner seit dem 16. Februar nacheinander mehr als sechs voll aufgefüllte Armeekorps und ungeheure Massen schwerer Artilleriemunition eigener und amerikanischer Fertigung, oft mehr als 100 000 Schuß in 24 Stunden, gegen die von zwei schwachen rheinischen Divisionen verteidigte Front von 8 Kilometer Breite geworfen. Unerschütterlich haben die Rheinländer und die zu ihrer Unterstützung herangezogenen Bataillone Garde und anderer Verbände dem Ansturm einer sechsfachen Ueberlegenheit nicht nur stand gehalten, sondern sind ihnen oft genug mit kräftigem Gegenstoß zuvorgekommen. So erklärt es sich, daß, trotzdem es sich hier um reine Verteidigungskämpfe handelte, noch mehr als 2450 unverwundete Gefangene, darunter 35 Offiziere, in unserer Hand blieben. Freilich sind unsere Verluste diesem tapferen Gegner gegenüber schwer, aber sie sind nicht umsonst gebracht. Die Einbuße des Feindes ist auf mindestens das Dreifache der unserigen, d. h. auf mehr als 45000 Mann zu schätzen. Unsere Front in der Champagne ist fester als je; die französischen Anstrengungen haben keinerlei Einfluß auf den Verlauf der Dinge im Osten auszuüben vermocht. Ein neues Ruhmesblatt hat die Tapferkeit und die Zähigkeit erworben, das sich demjenigen, das fast zur selben Zeit in Masuren erkämpft wurde, gleichwertig anreiht. Die Lage auf dem Balkan. tu Budapest, 10. März. In Kreisen hiesiger deutschfreundlicher Diplomaten betrachtet man die Lage auf dem Balkan durchaus optimistisch. Zunächst glaubt man nicht, daß es den Engländern gelingen wird, nennenswerte Ergebnisse bei ihrem Dardanellenangriff zu erzielen. Ein Mißerfolg der verbündeten Flotte wird eher im Verein mit der bewundernswürdigen Besonnenheit des Königs Konstantin die Interventionsgelüste verschiedener griechischer Politiker beträchtlich herabdämpfen. Sollte jedoch wider Erwarten die Kriegspartei in Athen die Oberhand behalten, so wird der griechische Ehrgeiz im Zusammengehen Bulgariens und Rumäniens ein unübersteigbares Hindernis findenGewisse noch in letzter Zeit getroffene Vereinbarungen zwischen Bukarest, Sosia und Konstantinopel beweisen hinlänglich, daß sich diese drei Regierungen der Gemeinschaftlichkeit ihrer Interessen wohl bewußt sind. Eine plötzliche Richtungsänderung der bisher von Rumänien befolgten Neutralitätspolitik hält man ebenfalls für ausgeschlossen. Die Sympathien gewisser Gesellschaftsschichten für Frankreich sind zwar sehr groß, doch werden sie ntemals die kommerziellen Interessen zurückdrängen können, durch die Rumänien mit den Zentralmächten verknüpft ist. Fast 80 Prozent des gesamten rumänischen Handels liegen in deutschen Händen, die hervorragendsten Stellen des Beamtenkörpers sind mit Deutschen besetzt. Kriegerische Verwickelungen mit den Zentralmächten würden also eine finanzielle Katastrophe und den Ruin des gesamten rumänischen Handels nach sich ziehen. Sparkassenverband allen Sparkassen die nachdrücklichste Förderung der Kriegsanleihe nicht nur durch eigene Zeichnungen, sondern auch durch tunlichst unbeschränkte Annahme der Zeichnungen ihrer Sparer unter Verzicht auf die satzungsmäßigen Kündigungsfristen anempfohlen. Ich zweifle nicht, daß alle Sparkassen der Monarchie diesem Rufe folgen und eingedenk der großen Sache, für die einzutreten sie berufen sind, die Zeichnung der Kriegsanleihe auch diesmal mit gleichem Nachdruck und gleichem Entgegenkommen fördern und unterstützen werden, wie im vergangenen Herbste. Deutscher Im deutschen Reichstage, dessen dritter Kriegssitzung am Mittwoch sämtliche Staatssekretäre und in der Hofloge der amerikanische Botschafter Gerard beiwohnten, hielt Präsident Kämpf eine mit stürmischen Beifall aufgenommene Begrüßungsansprache, in der er die siegreichen Fortschritte unserer verbündeten Heere hervorhob und die Rechnung des Feindes, uns auszuhungern, als trügerisch bezeichnete. Wie der Sieg bisher an unsere Fahnen geknüpft blieb, so würden wir den endgültigen Sieg erringen, aus dem ein dauernder Friede zu neuer Blüte und Macht des deutschen Vaterlandes erwachsen würde. In einer großzügig angelegten und vom Hause mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Rede, mit der er sich den deutschen Volksvertretern vorstellte, brachte darauf der neue Schatzsekretär Helfferich den Etat ein. Er betonte, daß künftige Meinungsverschiedenheiten von dem Geiste erfüllt sein würden, der in diesem großen Kriege durch alle deutschen Lande wehe. Dann ging der Schatzsekretär auf die Finanzlage ein. Der vorliegende Kriegsetat schlösse mit dreizehn Milliarden ab, also viermal so groß, als je der größte. Für die Kolonien sei eine Art Notgesetz gegeben. Noch dem Friedensschluß werde ein Nachtragsetat kommen müssen. Für den durch den Krieg entstandenen Schaden werden die Feinde aufkommen müssen. Es sind weitere 10 Milliarden Kriegskredite nötig. Abg. Haase(Soz.) vertrat in maßvoller Form den Standpunkt seiner Fraktion. Abg. Spahn(IZtr.) äußerte sich namens aller bürgerlichen Parteien im Sinne des Schatzsekretärs. Darauf ging der Etat an die Budgetkommission. Nächste Sitzung 18. März. 2— Italien und Griechenland. Die Hoffnung auf Griechenlands Hilfe haben Franzosen und Engländer, wie aus den Stimmen ihrer Blätter hervorgeht, bereits aufgegeben, obwohl Alexander Zaimis, der mit dem König die Neutralität Griechenlands für geboten hält, den Auftrag der Neubildung des Kabinetts nicht auszuführen vermochte. Die Erklärung des früheren Ministerpräsidenten Venizelos, er würde die Neutralitätspolitik Zaimis' in der Kammer bekämpfen, bestimmte den Vertrauensmann des Monarchen, zurückzutreten. Gunaris, der darauf mit der Kabinettsbildung betraut murde und den Könige bereits eine Liste der neuen Regierungsmitglieder vorlegte, bietet gleichfalls volle Bürgschaft für die Aufrechterhaltung der Neutralität Griechenlands. Gunaris ist noch ein jüngerer Mann, aber einer der befähigsten Abgeordneten des Landes und besonders eine Autorität in Finanzfragen. Da infolge seiner Berufung die Ruhe nirgends gestört wurde, so dorf man voraussetzen, daß alle Verlockungen der Dreiverbandsmächte gescheitert sind und Griechenland in dem festen Gleise der ihm allein heilsamen Neutralitätspolitik beharren wird. Nr. 59. Donnerstag, den 1. März 1915. 47. Jahrgang. als bris, and Scholpelizgelichen Derrn. 1 gungen sür den Aunz Hörde erangen grmes Bedanntmochung der Königliches Regierung durch Verösenlichung ie der„Schorten Jeitung“ rrchtsoerdindliche Ruest.— Die „Schwerter Zeiung“ gewöhr idren Adonnen. ten für jeden miu Tod endenden Uasol ge: 300 Mk. Unfall. Drau Verlags, Con Trov, Schorrte=Ruz Fernsp. 62. Telegr. Adr. Braus Schwerte=Ruhog Amtliches Kreisblatt (De Shmmen Zeiuer aiben dane) ander Feiertags. Bezugspris M. 1.80 oieret. sährlich, bei der Post sor Bestellgeid 42 Pla. mehr. Wöchen. Grastsbeilage:„Ihustrierten Familenfreund“ u. tägl. Unierbaltungsdlatt. Anzeigenpris: Die slebengespaltene Peltzeuoder deren Raum 10 Pig., Anzeigen von auwäris 15 Pig;, Reklomezelle 40 Plg. Jeder Radak glt als Kasambal a. ertsch dei Konkursen, Zwangsoergleichen, gerichtl. Klagen a. Miasbrachugd genagt. Jehzungspedagug. für den kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Perzunden mit: Schwerter Volksblau Schwerter Tageblatt,O Schwerter Anzeiger Grites und älteltes Cagesorgan des Krelles c General-Anzeiger für den Kreis Börde a Haupt-Annoncenblan Das Volt für den König. Es unterliegt nach den Athener Meldungen keinem Zweifel, daß die Entscheidung des Königs Konstantin und des Generalstabschefs zugunsten des Friedens vom größten Teil der Athener Bevölkerung dankbar und freudig begrüßt nurde. Selbst die früher der Regierung nahestehenden Zeitungen, die den Krieg als unvermeidlich ansahen und ihn wünschten, behandeln die durch den Rücktritt von Venezelos neugeschaffene Lage nüchtern und objektiv. In einem Teile der Presse herrscht die Meinung vor, daß die Regierung nicht genügend positive Garantien besaß, um das Land in einen zweifelhaften Krieg zu stürzen. Die Stimmung in Athen ist vollständig ruhig, auch in der gesamten Provinz ist die Entscheidung des Königs und des Generalstabes mit Genugtuung vom größten Teile der Bevölkenung entgegen genommen worden. Die schwerste Aufgabe, die der neuen Regierung bevorsteht, ist, Ordnung in die finanziellen Verhältnisse zu bringen, die beim Rücktritt Venigelos nicht geregelt waren. Die Nachricht von einem geplanten mazedonischen Anschlag auf den König wird entschieden bestritten. Italiens Neutralität wird gleichfalls als gesichert bezeichnet. Eine Verständigung zwischen Oesterreich=Ungarn und Italien erscheint auf Grund bestimmter Vorschläge näher gerückt. Es war selbstverständlich, daß Oesterreich=Ungarn, falls es von Serbien Besitz ergreift, dem am Balkan stark interessierten Bundesgenossen eine Entschädigung bieten würde. Die „Voss. Ztg.“ kann auf Grund zuverlässiger Mitteilungen bestätigen, daß die Verständigung im besten Gange ist. Auch die Sprache der italienischen Blätter beweist, daß die Krise überstanden ist, daß die Versprechungen und Drohungen der Dreiverbandsmächte verpufft sind. Diese Wendung zeigt, daß man in Italien durch die Tatsachen zu der Ueberzeugung gelangt ist, daß Deutschland, Oesterreich=Ungarn und die Türkei aus dem Kriege als Sieger hervorgehen werden. —— Der Kumpf um dir Bardanenen. Ernste Beschädigungen der verbündeten Flotte. bb Haag, 11. März. Einer Londoner Meldung des Vas Diaz=Bureaus zufolge sind verschiedene englische Schiffe ernst beschädigt und zwei von ihnen vorläufig außer Gefecht gestellt. Das französische Schlachtschiff„Bouvet", das durch ein 30Zentimetergeschoß getroffen wurde, soll ernste Beschädigungen erlitten haben, die voraussichtlich seine Rückfahrt und Eindockung nach Toulon erforderlich machen. Aussichtslosigkeit der englischen Durchbruchsversuche. tu Konstantinopel, 11. März. Die Beschießung der Dardanellenforts wird täglich fortgesetzt, jedoch mit stetig nachlassender Kraft. Alle aus den Dardanellen zurückkehrenden Offiziere halten die englischen Durchbruchsversuche für völlig aussichtslos. Das ist auch die Ansicht verschiedener fremder Militärattachees, denen Gelegenheit gegeben wurde, den Kämpfen beizuwohnen. Die wirkliche Lage bei den Dardauellen. Die Meldungen der englischen Admiralität, die von bedeutenden Erfolgen der Verbündeten bei den Angriffen auf die Dardanellen zu berichten wissen, sind augenscheinlich nur darauf berechnet, einen moralischen Eindruck auf die Balkanstaaten ausmüben und bei den Neutralen Stimmung zu Die Aktion der Engländer und Franzosen im Agäischen Meere. S CHWARZES gel Mastanli Derbez Cömüldzing LüleBurge RSMTTE S Aurgae Rodas Kons! 9205 Isprid Ad3- 2 Brussa Snartäg) Spod 8575 Hürk Rgac Föhreane Iugus Uschatt 035 Drngrne 9 Ischivril Geicher ∆ Sdemisch Kälggen Andros Müus e. Gegislu Hal Kon Phurni Seigs N 3 40466 Eisenb. im detr -24 41. 450 machen. Tatsächlich hat aber noch kein Fahrzeug der Verbündeten bisher das Minenfeld erreicht, keine einzige Mine ist weggeräumt. Die Landungsversuche am 5. d. M. bei Kum Kale und Seddil Bahr sind völlig gescheitert. An beiden Stellen wurden die Angreifer unter großen Verlusten durch Bajonettangriffe türkischer Truppen zurückgeworfen und ins Meer getrieben. Die inneren Dardanellenforts haben noch gar nicht in den Kampf eingegriffen. Die Stimmung in Konstantinopel ist ruhig und zuversichtlich. Das politische und wirtschaftliche Leben geht seinen gewohnten Gang. Sechs Schisse vor den Dardanellen kampfunfähig. Mailand, 10. März.„Corriere della Sera“ meldet aus Athen: Die Verluste der Flotte der Verbündeten bei der Aktion an den Dardanellen sind erheblich. Bisher sind sechs Schiffe als kampfunfähig aus der Angriffsflotte ausgeschieden. Rußlands Ansprüche auf die Dardanellen. wtb Petersburg, 10. März. Der„Rjetsch“ vom 3. März polemisiert gegen die Aeußerungen französischer Bätter, die zwar den Besitz Konstantinopels Rußland einräumen, den Bosporus und die Dardanellen aber nautralisieren wollen. Der Besitz Konstantinopels sei für Rußland nur von Wert, falls auch die Meerengen russischer Besitz würden. Konstantinopel sei in der Tat nur die natürliche Zugabe zum Besitz der Meerengen. Die freie Durchfahrt für die Neutralen und die Balkanstaaten sei natürlich wichtig, die Entscheiduung über die Durchfahrt könne aber ebensogut in Petersburg ohne Mitwirkung der Alliierten wie in Paris oder London getroffen werden. Die Trennung der Herrschaft in der Frage der Meerenge von der Frage des Besitzes Konstantinopels beweise nur, daß die alliierte Presse das Lebensinteresse Rußland nicht verstehe. Wünschenswert sei, daß die alliierte Presse sich diese zweisellose Wahrheit fest einprägen solle. Im„Rietsch“ vom 4. März wird auch gegen die griechische Presse polemisiert, welche die Einnahme Konstantinopels durch die griechische Armee wünscht. Es sei notwendig, gegen diese griechischen Wünsche zu protestieren, da deren Erfüllung viel weiter liegt, als die in der russischen Duma geäußerten Wünsche. Wichtig sei unter diesen Umständen die Erwägung der Frage, ob griechische Truppen überhaupt zur Eroberung Konstantinopells hinzugezogen werden dürften. Der Blockade=Krieg gegen England „U 20“ versenkt. wtb Berlin, 11. März.(Amtlich.) Einer Bekanntmachung der britischen Admiralität zufolge ist das deutsche Unterseeboot„U 20“ durch den englischen Zerstörer„Ariel“ heute gerammt und zum Sinken gebracht worden; die Besatzung ist gerettet. Der stellvertretende Chef des Admiralstabes: gez. v. Behncke. Vier neue Opfer! London, 19. März. Die Admiralität teilt unter dem 9. März mit: Am Dienstag wurde der britische Dampfer„Tawginstan“ vor Scarborough torpediert. Von der 38 Köpfe zählenden Bemannung wurde einer gerettet. Der Dampfer„Blakwood“ wurde bei Hastings torpediert. Die 17 Mann zählende Besatzung wurde gerettet, desgleichen die 34 Köpfe zählende Bemannung des Dampfers „Princeß Viktoria“, der bei Liverpool torpediert worden ist. Rotterdam, 10. März.(Wolfs=Meldung.) Bei Dover ist am 7. März der im Auftrage der englischen Admiralität mit Kohlen von Newcastle nach Gibraltar bestimmte Dampfer„Bethoven“ auf eine Mine gelausen oder torpediert worden. Der Unterseeboots=Krieg. tu Amsterdam, 11. März. In einem amtlichen Neuterbericht über den Schiffsverkehr Englands in der Zeit vom 25. Februar bis 5. März wird gemeldet, daß am 5. März der Passagier= dampfer„Lydia“, von Jersey nach Southampton mit 50 Passagieren unterwegs, von einem Unterseeboot beschossen und torpediert, aber nicht getrofsen wurde. Am 22. Februar sei ein Torpedo auf den Dampfer„Viktoria“ der Southaestern Railway Compagnie abgeschossen worden. Der Dampfer, der 92 Passagiere an Bord hatte, darunter viele Neutrale, sei aber nicht getroffen worden. Der norwegische Dampfer„Nadso“, der in Swansea angekommen ist, meldet, auf der Fahrt längs der Küste ein deutsches Unterseeboot gesehen zu haben. Dar Boot ist plötzlich aufgetaucht. Da es aber zu dicht daran war, um den Torpedo abzuschießen, verschwand es ebenso plötzlich, als es ein britisches Torpedoboot ankommen sah. Wie„Nieuwes van den Dag“ aus Hoek van Hollanz meldet, berichtet der dort eingetroffene Dampfer„Colchester“ der Harwich=Linie, in der Nordsee ein Unterseeboot bemerkt zu haben, ohne aber angerufen worden zu Ein untergegangenes englisches Kriegsschiff. wtb Haag, 11. März. Der„Nieuwe Courant“ meldet aus Hoek van Holland: Bei Blugtenburg ist ein blaues Rettungsboot ohne Schiffsnamen angetrieben worden. Vermutlich rührt es von einem Kriegsschiff her. Wie englische„Hilfskreuzer“ handeln. wtb Berlin, 10. März.(Amtlich.) Die Nachricht, daß ein deutsches Unterseebcot am 1. Februar im Georgskanal durch eine englische Dampferjacht mit Geschützen angegriffen wurde, wird englischerseits damit beantwortet, daß das schießende Schiff im Frieden eine Vergnügungsjacht, im Kriege aber ein Hilfskreuzer sei. Die englische Marine hat das Recht, andere Fahrzeuge für den Krieg auszurüsten, es ist aber ihre Pflicht, derartige Fahrzauge durch Kriegsflagge und Wimpel spätestens in dem Augenblick als Kriegsfahrzeug kenntlich zu machen, wo es eine kriegerische Handlung vornehmen will. Es bleibt also bestehen, daß ein englisches Schiff ohne Flagge, das nach seinem Aeußeren nicht für ein Kriegsschiff gehalten werden konnte, ein deutsches U.=Boot mit Geschützen angegriffen hat. — Das abgelehnte Friedensangebot. Kopenhagen, 10. März. Der Londoner Telegraph meldet zu dem aus Neuyork verbreiteten Gerüchte über eine neue Friedensvermittetung Wilsons, daß die britische Regierung auf eine Anfrage des amerikanischen Botschafters erklärt habe, sie halte den Augenblick für Friedensbemühungen noch nicht für gekommen. König Albert ruft sämtliche unverheirateten Belgier auf. bb Berlin, 10. März. Der„L.=A.“ berichtet aus Rotterdam: Das Blatt„Echo Belge“ meldet aus Havre, daß König Albert einen Beschluß unterzeichnete, wodurch sämtliche unverheirateten Belgier und diejenigen, die nach dem 15. November heirateten, im Alter von 18 bis 25 Jahren, einberufen werden.(Viel Erfolg dürste der Aufruf des Königs nicht haben, da die belgische Regierung, abgesehen von dem kleinen Zipfel an der Küste, kein Gebiet mehr beherrscht.) und Liebe. Roman von Käthe Lubowski. 38 dem Hinterstübchen des Inspektorhäusheus liegt Nora auf den Knien. In haltlosem Jammer strömt ihre reine Seele die widerfahrene Schmach vor dem Einzigen aus, den sie Vater nennen darf. Warum hat er das getan? Warum? Beleidigt und entehrt ist sie durch seine Küsse— aber zu hassen vermag sie ihn trotzdem nicht. Es ist etwas Gewaltiges— Wundersames in ihrem Innern aufgewacht. Niemand darf davon wissen — auch Hans Weddo nicht. Sie würde bei der Enthüllung vor Scham sterben, und dennoch werden die vergangenen Augenblicke mit ihr gehen, als das Beste, das ihr das Leben bis jetzt bot. Was ist das für ein seltsamer Widerspruch? er Vielleicht wird sie es dem Bruder einst schreiben können, wenn sie ruhiger geworden ist und Jahre darüber vergangen sind. Ange in Auge ihm davon zu sprechen, das geht über ihre Kraft. Nur in einem Falle könnte sie's, wenn ihr die Gewißheit würde, daß er das Recht, sie an sein Herz zu nehmen, sich später vor Gott und Menschen erwerben wollte. Aber dieser Glaube war nicht in ihr. Ein vaterloses Kind und ein Offizier. Das war ein Ding der Unmöglichkeit. Wenn sie doch beten könnte. Um das stille Vergessen, in dessen Tiefen der heutige Tag versänke. Aber sie kann nicht beten. Freilich, wenn das unbewußte, wortlose Ringen nach dem Besten ein Gebet zu nennen ist, dann kann sie es doch. Und dieses Ringen lehrt sie auch jetzt die Hände falten und unter heißen Tränen flehen:„Gib, daß ich ihm niemals wieder im Leben begegue, Herr mein Gott, von dem sie sagen, daß Waisen an sein Vaterherz nehmen will.“ 10. Kapitel. Im Kasino war es heute höchst gemütlich. Die beiden Inseparables, wie sie Wachenhusen und Tarenberg heimlich nannten, glänzten durch Abwesenheit. Sie waren ja beide gute Kameraden und hochauständige Kerls, aber in ihrer Gegenwart gedieh nun einmal das lustige Kräutchen„Tollheit", das auf dem Boden des Leichtsinns wurzelt, nicht ordentlich.. g0 Lansers. Der eine, der Wachengusen, hätte wohl, ganz gern mitgehalten, wenn er nicht vor seinem Alten so mächtigen Dampf gehabt hätte. Und eben die Unerbittlichkeit dieses„Alten“ bewog sie auch, vor dem Jungen auf der Geige der Solidität zu fiedeln. Es konnte ihnen doch mal eklig in die Bude regnen, wenn der Filius in einer Anwandlung von Reue in einer Zeit, zu welcher er gerade auf dem Trockenen saß, beichtele. Und der andere, der Tarenberg, na— den liebten sie eben nicht sonderlich. Warum? Ja, so was läßt sich schlecht in Worte einkleiden. Man sagt leicht etwas ganz anderes damit, wie man eigentlich ausdrücken will. Er war ihnen zu korrekt, zu sehr Pflichtenkrämer, als daß er ihnen menschlich nahe stehen konnte. Sie fanden keine Achillesferse heraus. Es gab nichts in seinem Leben, was nicht offen vor ihnen und der Welt gelegen hätte, keine Schulden und keine heimlichen Liaisons. So wenigstens glaubte man bis gestern. Heute freilich war diese Meinungarg ins Wanken geraten. Merlitt, der Held des Abends, hatte dies durch die Wiedergabe der samosen Neuigkeit, die ihm Tettau auf dem Kasernenhof zuflüsterte, bewirkt. Darnach stand fest, daß Leutuant von Tareuberg ein weibliches Wesen im Inspektorhaus eingemietet und abendlich, wenn er vorgab, für die Kriegsakademie zu arbeiten, besuchte. Er war dabei von durchaus glaubwürdigen Leuten, die die zur gleichen Zeit zusällig den nämlichen Weg geLgangen waren, gesehen. Es galt nur noch festzustellen, ob die Betreffende alt oder jung, schön oder häßlich sei. g gi gen Lentnant Merlitt halle das brennend gerne schon jetzt gewußt. Er würde Nächte hindurch wachen können, um den ekelhaften Streber, den Tarenberg, der ihm wegen seiner Rekruten ernsthafte, freundschaftlich gefärbte Vorstellungen gemacht hatte, zu ducken. Wenn die Geschichte erst totsicher war und sie würde dann so ganz unter der Hand von Tettau oder einem der anderen Günstlinge dem Alten zwischen Kaviar und Forellen, gleichsam als pikantes Mittelgericht serviert, dann würde es wohl mit seiner strahlenden Herrlichkeit in Trautenbergvorbei sein. Der Oberst verstand in diesem Punkt keinen Spaß. Seine geradezu verblüffende Moral hatte schon mehr als einmal unbarmherzig gerichtet. Merlitt konnte seinen Uebermut nicht mehr bäudigen. Er bestellte Sekt und sie tranken alle, bis der junge Morgen durch die Scheiben graute und vom Kasernenhof her das Schmettern der Reveille herüber klang. Leutnant von Wachenhusen zeigte plötzlich eine seltsame Marotte. Er gibt vor, Namen zu sammeln, zwecks Feststellung von Kuriositäten auf diesem Gebiet. Er bittet die Kameraden, ihm dabei behilflich zu sein, er fragt die Leute auf den Wachstuben aus, beauftragt Sergeanten und Wachtmeister, Listen für ihn aufzustellen. So bald ihm ein neues Gesicht auffällt, ist er mit der üblichen Frage bei der Hand. Kurzum— er entwickelt den Eifer eines Quartauers, der sich seit dem Ersten des Monats eine Sammlung seltener Marken anPeseg vo:.. Vogel, der in seinem Privat Ein lustiger Voger, elt in sememn Arwatver= hältnis Schreiber in dem Bureau eines Rechtsanwalts ist und der daher unter den Kameraden eine Sonderstellung einnimmt, hat sogar ein bezügliches Gedicht verbrochen: Wilhelm, August, Otto, Max, Seist Du Preuße oder Sachs, Heißt Du Jule oder Tschin, In die Liste mußt Du rin. Die Kameraden lachen über den Sammelwütigen und necken ihn auch zuweilen gehörig. Nur Tarenberg schüttelt den Kopf. Der Freund mach ihm Sorge. Er ist so anders wie sonst. Seine Lustigkeit ist unnatürlich und sein Lachen forciert. Es muß irgend etwas in ihm toben, das er um jeden Preis geheim halten will. Auch vor ihm. Auf das Richtige kommt er trotz allen Nachdenkens nicht. Wie sollte er auch? Es weiß ja niemand darum. Und wenn selbst, ohne daß er es ahnte, dunkle Gerüchte entstanden sein sollten, so hätte das feste Bewußtsein ihrer unerschütterlichen Freundschaft sofort eine Aussprache von Wachenhusens Seite herbeigeführt. Darin kennt er seinen Jürgen doch. Nicht fünf Minuten bringt er es fertig, etwas, das sie beide angeht, auf dem Herzen zu behalten. Es muß also ihn und seine Familie ganz allein betreffen, sehr tief sitzen und sehr weh tun. Und dennoch hofft er, daß er zu ihm kommen wird. Er wartet von Stunde zu Stunde mit stetig zunehmender Ungeduld darauf. Aber er wartet umsonst. Wenn er wüßte, was dem anderen noch Schweigen auferlegt. Seine Liebe und das Vertrauen, durch Jahre hindurch gefestigt und gewachsen, sucht nach immer neuen Entschuldigungen, die das Ganze als eine Kette tragischer Zufälligkeiten aufdecken können. Und wenn es nun so wärt und er schleuderte ihm die furchtbare Anschuldigung trotzdem— sich und seine Leidenschaft nicht bezähmend— in das Gesicht— was dann? Glück seiner Schwester müßte zerbrechen und ihre Freundschaft in Stücke gehen. Vielleicht würde er ihn aber dennoch fragen, wenn das andere nicht gewesen wäre, das die Liebe, die nicht wieder ver löschen will, in seinem Herzen entzündete. 220,14 lss=Meldung.) Auftrage der on Newcastle bethoven“ auf vorden. rieg. i einem amtsverkehr Engbis 5. März der Passagier= Southampton einem Unterr nicht getrof1 Torpedo auf estern Railway Der Dampfer, sarunter viele worden. Der 1 Swansea anlängs der Küste u haben. Das s aber zu dicht uschießen, vers ein britisches „Nieuwes van neldet, berichtet „Colchester“ der Interseeboot befen worden zu nglisches ieuwe Courant“ Blugtenburg ist iffsnamen angees von einem handeln. ich.) Die Nacht am 1. 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Offiziell wird mitgeteilt, daß Deutschland ein Ausfuhrverbot für. Kohlen, Koks und Briketts erlassen werde. Gleichzeitig wurden dem Bundesrat beruhigende Versicherungen bezügl. der Versorgung der Schweiz mit Kohlen gegeben. Der Klieg gegen Rußlans. Wie es in Rußland aussieht. tu Stockholm, 10. März. Eine Person, die lange in Petersburg gewohnt hatte und eben nach Stockholm gekommen ist, erzählt ausführlich über die dortige Lage. Die Offiziersverluste der Garderegimenter betragen durchschnittlich 60 Prozent. Es gibt auch Regimenter, in denen von 75 Offizieren nur ein Dutzend übrig sind, ja bei einem Kavallerieregiment sogar nur vier. Ueberall herrscht nur der eine Wunsch: möge dieser vernichtende Krieg je eher desto lieber enden. Jedoch hört man diesen Wunsch nur in vertraulichen Kreisen. Auf die Presse sind eiserne Daumenschrauben gesetzt, weshalb das Publikum es nicht für der Mühe wert hält, Zeitungen zu lesen. Während des Krieges sind keine inneren Unruhen zu befürchten, aber nach dessen Beendigung sind sie wahrscheinlich, und, wenn der Krieg für Rußland unglücklich enden sollte, sogax sicher. Die meisten Fabriken arbeiten für die Regierung und deren Arbziter sind solange von der Wehrpflicht befreit, als sie im Dienst der Foöriken sind. Jeder Versuch, 11 streiken, wird nit Erschießen binnen 24 Stun en bestraft, wie ein in der Fabriken angeschlagene Plakat verk indet. Die Cholera wütet surchtbar unter den russischen Truppen in Polen und Oesterrich, trotz eines Manifestes des Großfürsten Niko ai Nikolajewitsch, daß keine Cholera in der russischi Armee existiere. Der Gewährsmann erzählt alich, von Uebungen der Truppen. Schlapp und is#te#esselos sehen die Soldaten aus und ihre Führer stien unfähig. Mit solchen Soldaten gewinnt man in unseren Tagen keine Siege, meint der Gewährsmann. Der Brennpunkt der galizischen Schlacht. Aus dem Kriegspressequartier wird zu den Kämpsen in Westgalizien geschrieben: Die Kämpfe auf dem russischen Kriegsschauplatz sind in ein neues Stadium eingetreten. Man kann wieder von einer einzigen großen Schlacht sprechen, die auf der ganzen viesigen Front entbrannt ist. Die Pilica, die Nida und Dunajec sind von neuem der Mittelpunkt heftiger Kämpfe. Nachdem schon vor einigen Tagen die Operationen bei Zaklicyn am Mittellauf des Dunajec und östlich Gybow im Brennpunkt der gesamten Frontlinie ein Aufflammen der Kämpfe feststellen ließen, sind jetzt in diesem Raume Tiroler Truppen erneut vorgestoßen. Sie erstürmten einen stark verteidigten Ort. Im Raum von Tarnow halten die Russen angesichts der heftigen Beschießung ihrer Magazine nur noch Vorposten. In den Karpathen gelten die Anstrengungen der Russen immer noch den Straßen, die in der Mitte der Linie Mzok=Lupkow über das Gebirge führen. Das Ringen in den Karpathen. tu Berlin, 10. März. Der Kriegsberichterstatter des„Berl. Lokalanzeigers“ Kirchlehner, meldet aus dem k. k. Kriegspressequartier: Bei großer Kälte, die nachts die Quecksilbersäule auf mehr als 15 Grad unter Null sinken läßt, tobt der Kampf in den Karpathen weiter. In wütenden Gegenangriffen erschöpsen sich die Russen Tag und Nacht, um die ihnen im Zentuum der Karpathenfront entrissenen Stellungen wieder zu erobern. Die großen Opfer an Menschen wurden vergeblich gebracht. Unsere Truppen überbieten sich an Wachsamkeit, Ausdauer und kaltblütiger Tapferkeit. Die Russen werden schließlich die von uns erzielte Stellungsverschiebung ebenso hinnehmen müssen, wie am linken Flügel, westlich des Lupkower Passes, in der Duklagegend, wo das Gleichgewicht der beider seitigen guten Positionen seit einer Reihe von Tagen nicht mehr durch fruchtlose Gegenstöße gestört wird. Der in Russisch=Polen vorgestern eingetretene Zustand lebhafter Kämpfe hält auch weiter an; erfolglos bemühen sich die Russen, die von den Verbündeten errungenen Vorteile wettzumachen. Die Belagerung von Przemysl. Die lange Belagerungsdauer von Przemysl wirkt nach dem militärischen Mitarbeiter der Londoner„Morning=Post“ überraschend in Anbetracht der schnellen Uebergabe belgischer und französischer Festungen, welche die schweren deutschen Geschütze bewirkten. Vor Przemysl sind mindestens 2 Armeekorps, mehrere Kavallerie=Divisionen, sowie ein Teil schwerer Artillerje festgelegt. Das Be lagerungsende ist noch nicht abzusehen, da genü gend Vorräte für weitere drei Monate vorhanden sind und die Garnison guten Mutes ist. Von Ausfällen wurde nur deshalb letzthin abgesehen, da sie zu kostspielig erscheinen. Fast täglich bringen Flugzeuge 400 Pfund Lebensmittel in die Festung Furchtbare Verluste der Russen. Budapest, 10. März. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: In den Karpathen hat sich das Wetter etwas gebessert. Die Kämpfe dauern Tag und Nacht an. Die Verluste der Russen, die den Angriff forcieren, sind überall sehr bedeutend. Glaubwürdigen Berichten zufolge haben die Russen bei Limanowa und Lodz an Toten, Verwundeten und Gefangenen über eine halbe Million verloren. Sie füllen die entstandenen Lücken durch Rekruten aus, die eine kaum 14tägige Ausbildung erhalten haben— Die Kämpfe in Südpolen, die wochenlang nur ein Artillerieduell waren, sind neuerdings in ein anderes Stadium getreten. Die Russen greifen heftig unsere Stellungen an der Pilica und an der Nida an, sie wurden aber überall unter schweren Verlusten zurückgeworsen. Sofort eingeleitete Gegenangriffe hatten das Ergebnis, daß wir die feindlichen Vorstellungen erstürmten und trotz jetzt wieder einsetzender feindlicher Gegenangrisse behaupten. Rußlands Geldklemme. Die im Finanzprojekt des französischen Finanzministers Ribot vorgesehenen Vorschüsse an Rußland werden damit begründet, daß der russische Export gegenwärtig schwer leide uund das Land in Schwierigkeiten sei, die in Frankreich gemachten Bestellungen zu bezahlen, sowie die Zinszahlungen seiner Anleihe weiter zu sichern. Der Vorschuß an Rußland soll unter Abzug der Beträge für die von England und Frankreich gemachten und noch zu machenden Getreide= und Lebensmittelankäufe geschehen. Freund und Feind im Kampfe mit Wölfen. Eine ergreifende Geschichte hat sich in den Wäldern Polens zugetragen. Ein russischer Soldat, der von seinem Regiment abgekommen war, begegnet einem ebenfalls versprengten Deutschen. Beide haben ihren Patronenvorrat verschossen, beide sind verirrt und müde, warum sollten sie sich hier in dem einsamen Walde ermorden? Sie setzen gemeinsam die Suche nach dem richtigen Wege fort, allein die Dunkelheit bricht herein, einer muß wachen, während der andere schläft. Dem Russen fällt die erste Wache zu. Aber er hat kaum seinen chlafenden Kameraden eine halbe Stunde bewacht, da sieht er in Dunkelheit merkwürdige Lichter schimmern. Ringsherum glaubt der Russe kleine Funken zu sehen. Er weiß, was es ist: die Wölfe kommen! Er weckt den schlafenden Deutschen. Beide haben zwar keine Patronen, wohl aber Bajonett und Säbel, und so stellen sie sich Rücken an Rücken, um den gemeinsamen Feind zu bekämpfen. Eins der Raubtiere springt vor, sofort sitzt ihm das Bajonett in der Brust, aufheulend taumelt es zurück, und sofort bemächtigen sich die anderen Wölfe der willkommenen Beute. Die beiden Soldaten setzen sich mit der blanken Waffe zur Wehr, einer wird am Arm verwundet, der andere legt ihm einen Notverband an. Als der Morgen graut, sind die Wölfe zurückgetrieben. Mit neuem Mut uchen sie weiter nach dem Weg, bis sie ihn gefunden haben. Dann sehen sie sich noch einmal in die Augen, denn jetzt sind sie wieder Feinde, Russe und Deutscher. Sie reichen einander die Hand, der eine geht links, der andere rechts, jeder seinem Schützengraben zu... Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 11. März. **(Mündelgelder und Kriegsanleihe.) Am 27. Februar ist vom Reiche die zweite Kriegsanleihe zur Zeichnung öffentlich aufgelegt. Diese Anleihe ist wie alle verbrieften Forderungen„gegen das Reich mündelsicher und bietet zugleich bei ihrer hohen Verzinsung(5 Prozent) eine besonders günstige Kapitalanlage. Es wird daher vielfach im Interesse der Mündel liegen, verfügbare Gelder zum Erwerb von Anteilen der Kriegsanleihe zu verwenden. Die Zeichnung kann bei der betreffenden Sparkasse erfolgen. Vormünder, Pfleger und alle, welche Mündelgelder in Verwahrung haben, werden hierauf hingewiesen, es wird ihnen empfohlen, verfügbare Mündelgelder durch Zeichnung auf die Kriegsanleihe dem Dienste des Vaterlandes nutzbar zu machen. **(Verfütterung von Brotgetreide.) Die Verfügungen des Regienungspräsidenten vom 14. bezw. 24. Dezember 1914 beir. das Verbot des Verfüt terns von Brotgetreide, Mehl und Brot vom 5. Januar 1915 sind durch die inzwischen erlassenen Bekanntmachungen„über das Verfüttern von Roggen, Weizen, Haser, Mehl und Brot“ vom 21. Jan. 1915(Reichsgesetzblatt S. 27) und„über die Rege bung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl vom 25. Januar 1915(Reichsgesetzblatt S. 35), sowie durch die auf Sicherstellung des Heeresbedarfs an Hafer gerichteten Maßnahmen überholt worden. **(Die Ernährung im Kriege.) Ueber dieses hochwichtige Thema wird Frl. Tütel morgen (Freitag) nachmittag 5 Uhr in der Aula der höhe ren Mädchenschule einen Vortrag halten. Ins besondere sind die Kriegerfrauen zu diesem Vortrag eingeladen. Da verschiedene Kochrezepte angegeben werden sollen, werden die Teilnehmer gebeten, Papier und Bleistift mitzubringen. **(Die Sonnenblume.) Zur Ausnutzung der brachliegenden Landflächen Deutschlands wird jetzt viel getan. Da sei auch an eine unserer ertragreichsten und vielseitigsten Pflanzen gedacht; an die bisher nur in Gärten als Zierstück gepflanzte Sonnenblume alias Sonnenrose. Sie wächst reichlich und ohne größeren Arbeitscufwand in jedem Boden, am schönsten aber in Sumpf= und feuchter Lehmerde. In Rumänien und Südrußland findet sie als Viehsutter und zur Gewinnung von Speiseöl Verwendung. Die Sonnenrose reinigt die Sumpfluft, die großen fetten Blätter liefern ein gutes Schweinefutter, die kornreichen mächtigen Kronen in der Blüte den Bienen gesunden Honig, in der Reife dem Federvieh mit Begierde gesuchte Nahrung und in den Mühlen ein wohlschmeckendes Speiseöl, während die Stengel Fasern und reichlich Soda gewinnen lassen. Wie viele Millionen Mark könnten jährlich aus den brachliegenden Landflächen Deutschlands insbesondere aus den zahllosen ausgedehnten Sümpfen und Heiden erzielt werden, wenn man diesem Universalgenie ein bißchen mehr Heimatrecht gewähren wollte. **(Philologen im Felde.) Nach den letzten Nachrichten standen etwa 4000 Direktoren, Professoren u. Oberlehrer(von 11 000) und ein Drittel der 4300 in Vorbereitung befindlichen Kandidaten im Felde. Den Heldentod für das Vaterland starben 833, das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielten 1597, das Eiserne Kreuz 1. Klasse 11 Angehörige des höheren Lehrerstandes, 20000 Primaner und Obersekundaner sind als Kriegsfreiwillige eingetreten, davon haben 14000 die Notprüfung abgelegt. **(Der Verlust an ärztlichem Personal) beträgt bisher nahezu 500 Mann. Auf dem Felde der Ehre geblieben sind 119, verwundet 235 Aerzte; in Gefangenschaft befinden sich 42, als vermißt gemeldet 95. Die„Berl. Aerztekorr.“ bemerkt zu diesem Ergebnis, daß die Aerzteverluste in diesem Kriege die von 1870/81 um ein Vielfaches übersteigen: „Wenn auch nicht übersehen werden darf, daß die jetzige Truppenzahl und damit auch die Zahl der Aerzte viel größer als in dem siebziger Kriege ist, so stehen doch die bisher gemeldeten Abgänge an ärztlichem Personal in keinem Verhältnis zu dem Plus an Kriegern und Aerzten. Schon heute muß man als feststehende Tatsache hinnehmen, daß die Aerzte in ihrer Tätigkeit viel gefährdeter sind, als es früher in einem Kriege je der Fall war.“ **(Sendet keine feuergefährlichen Gegenstände ins Feld!) Von amtlicher Seite ist mit Rücksicht auf die wiederholt vorgekommenen Selbstentzündungen von Postsendungen sund die dadurch hervorgerufenen umfangreichen Brände vor der Versendung feuergefährlicher Gegenstände durch die Post ins Feld dringend gewarnt worden. Zu den feuer gefährlichen Gegenständen gehören auch Reib= oder Streichzünder und Züdhölzchen jeder Art einschließlich der im Geschäftsverkehr als„Wachskerzchen“ bezeichneten Wachsstreichzünder; sie dürfen unter keinen Umständen mit der Post versandt werden. Durch Zuwiderhandlung gegen dieses Verbot werden in erster Linie unsere im Felde stehenden Truppen geschädigt, weil Sendungen mit leicht entzündlichen Gegenständen eine ständige Gefahr für die übrigen sehnsüchtig erwarteten Feldpostsendungen bilden. Außerdem hat jeder, der dem Verbot zuwiderhandelt— vorbehaltlich der Bestrasung nach den Gesetzen— für den entstandenen Schaden zu haften. 1914 getätigten Gemeinderatswahlen war Einspruch nicht erhoben; die Wahlen wurden für gültig erklärt. Es erfolgte darauf die Einführung des neugewählten Mitgliedes Fabrikanten Adolf Ebeling und des wiedergewählten Mitgliedes Gutsbesitzers Heinrich Braß. Aldann gelangte der Haushalts=Anschlag der Gemeinde für das Jahr 1915 zur Beratung; derselbe wurde in Einnahme und Ausgabe auf 73.685 Mk. festgesetzt. Zur Deckung des Kommunalsehübetrages sollen 250% Zuschläge zu sämtlichen Steuern erhoben werden, ausschließlich der Betriebssteuer, welche mit 100 belastet wird. Die Sparkassen=Zinsüberschüsse aus dem Jahre 1913 sollen zur Verzinsung und Tilgung der Wegebauschulden Verwendung finden. Ferner wurde beschlossen, zur Deckung der durch den Krieg entstandenen Mehrausgaben, wie Mietsbeihülfen, Kosten der Versicherung der Kriegsteilnehmer usw., eine Anleihe von 6000 Mk. bei der Sparkasse Schwerte aufzunehmen und dieselbe bis spätestens 1. April 1920 zurückzuzahlen. Zu den Einquartierungsgeldern für die hiesigen Wachtmannschaften wurde ein Zuschuß bewilligt und zwar vom 1. März ab 25 Pfg. und vom 1. April ab 30 Pfg. pro Mann und Tag. * Westhofen, 10. März.(Volksversammlung.) Englands seige Waffe hebt sich gegen Deutschlands Frauen und Kinder. Durch Hunger will man unser Volk bezwingen, da man es auf blutiger Wahlstatt nicht hat bezwingen es auf bräliger„„„„„„„„ können. Soll, wird England dieses Ziel erreichen? Mit dieser Frage wird sich eine auf Sonntag, den 14. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, einberufene Versammlung im Fritzenkötter'schen Saale beschäftigen. Alle Glieder unserer Stadt, Männer und Frauen, sind zu dieser Volksversammlung freundlichst eingeladen. ** Garenfeld, 10. März.(Blutvergiftung.) Durch Nichtbeachtung einer kleinen Wunde zog sich die 24jährige Hermine Hölken eine Blutvergiftung am Daumen der linken Hand zu, welche zur Folge hatte, daß dem Mädchen der Daumen fast vollständig amputiert werden mußte. Es gehl — dnen zu langsam. ** Westhosen, 10. März.(Stadtvertretung.) In der vorgestrigen Sitzung der hiesigen Stadtvertretung wurde u. a. folgendes verhandelt und beschlossen: Gegen die im November Am Stammtisch im Gasthaus„Zum goldenen Stern“. Versammeln sich abends behäbige Herrn. Sie reden vom Krieg, von der Not der Zeit— Und trinken ihr Bier, es ist recht süffig heut.— Auch von dem Schützengrabendreck, Und daß man gar nicht kommt vom Fleck; Sie schütteln das Haupt,„da ist etwas faul, sonst ginge das besser!“— Jawohl mit dem Meuel! Die Tür geht auf, es nahet Herr Schmidt, Der bringet stets das Neueste mit. „Wie steht's Herr Schmidt, in Ost und West?“ „O schweigt mir, in ein Wespennest Hab'n wir getreten, es stehet schlecht; Ich sagte es längst schon und mit Recht; Auf Rast im Schützengraben liegen, Das führt nicht zur Ehr und Siegen. Ein wenig Schneid mehr möcht ich schauen, Bei unsern Mannen, den Feldgrauen!“ So sagt Herr Schmidt und mischt die Karten; „Zu dumm, auf Siegesnachrichten warten!“ An einem Tische in der Ecke, Erhebt sich ein junger Recke; Das Kreuz ziert sein Waffenrock, Humpelt heran, ihn stützt sein Stock. „Herr!“ ruft er donnernd,„welch Erfrechen, Von unsern Kriegern so zu sprechen! Die stündlich, sonder Furcht und Grauen, Schmerzlichem Tod ins Antlitz schauen; Die wochenlang in Sturm und Graus Im Schützengraben halten aus; Was wissen Sie von ihrem Ringen, Nur einen Fuß breit vormdringen; Von heißen Kämpfen, Höllenplagen, Den grimmen Gegner zu verjagen? An einem unserer Helden liegt Mehr, als Ihr ganzer Stammtisch wiegt; Und dessen Blut soll zwecklos fließen, Damit sie ungetrübt genießen Hier Speis' und Trank bei Siegesfreuden! Was kümmern Sie der andern Leiden? Pui Teufel! solch Philistertum Begeifert unsern Waffenruhm!“ Die Stimm' versagt, die Brust nach Atem ringt:— Kein Sterbenswörtlein von dem Stammtisch dringt, Der Held tät sich den Schnurrbart streichen, Die andern kill von dannen schleichen. Verantwortlich für die Redaktion Friedr, Kraue, Druck u. Verlas von Carl Braus. beide in Schwerte. OriginalVorbeaur kondem Bezug in Original=Oxhoff=Fässern. Eigene Abfüllung, daher billigste Preisberechnung. per Flasche 1.10, 1.30, 1.50 und 2.00 Mk. inkl. Flasche. Carl Raffin, Gasthof„Jur Telephon 251. — cheinaches— Technikum Bingen Maschinenbau, Elektrotechnik.#7 Automobilbau, Brückenbau Direktion: Prof. Hoapke UOR T E Bekanntmachung für den Lanoweorbezick n Dorimund. Junge Leute. welche das 16. Lebensjahr vollendet haben, aber noch nicht 17 Jahre alt und bereit sind, in eine Militärvorbereitungsanstalt einzutreten, können sich beim unterzeichneten Bezirkskommando, Zimmer 49, in Begleitung ihres gesetzlichen Vertreters(Valer 2c.) melden. Die Bewerder müssen vollständig gesund sein. Folg nde Papiere sind mitzubringen: 1. ein Geburtszeugnis, 2. der Konfirmationsschein oder ein Ausweis über den Empfang der ersten Kommunion, 3. ein Führungszeugnis von der Polizeibehörde, 4. etwa vorhandene Schulzeugnisse, 5. eine amtliche Bescheinigung über die bisherige Beschästigungsweise. Dorfmund, den 9. 3. 1915. Bezirkskommando 1I. Beranntmachung Diejenigen Eingesessenen, die nach der auf diesseitige Aufforderung Bewachungsdienste(Brücken, Tunnel, Eisenbahnanlagen. Wasser= und Elektrizitätswerke) geleistet baden und hierfür Vergütung beanspruchen, wollen sich unter Angabe ihrer Forderung im Militärbüro, neues Rathaus. Zimmer Nr. 2, melden.= Schwerte, den 6. März 1915. Der Bürgermeister: Rohrmann. Bekanntmachung. Wir machen noch besonders darauf aufmerksam, daß die unausgebildeten Landsturmpflichtigen, soweit sie nicht ausgehoben sind, beim Verziehen in einen anderen Bezirk zur Anund Abmeldung bei den Ortsbehörden verpflichtet sind. Die ausgehobenen unausgebildeten Landsturmpflichtigen unserliegen gemäß§ 104, 1 W. O. der Kontrolle durch die Bezirkskommandos. Schwerte, den 6. März 1915. 1218 Der Magistrat: Statt Karten. Rechisanwalt Dr. Jur. Hans Strathmann Leutnant und Ordonnanzoffizier der 93 Reserve-Inf.-Brigade und Marparete Strathmann geb. Backhausen zeigen ihre heutevollzogene Kriegstrauungan. Schwerte, den 11. März 1915. 1295 HrRIeier S Vermögensaufttellung am 31. Dezember 1914 8 Haben BORTMUND! Den Einkauf in Herren- und Knaben-Kleidung für unsere Verkaufsgeschäfte in Dortmund I. für Mältlenstrasse 30 u. 80 beim Bezirkskommando II. für unser Spezialhaus in und empfiehlt 1209 Ein= u. Verkaufs=Genossenschaft, 6. m. b. Schwerie. nebst Wagen und Geschirr zu verkaufen. Karl Steinweg, 1177 Lichtendorf. Kassenbestand Guthaben bei der Reichsbank Werlpapiere(5 000 Mk. 4% ige Dortmunder Stadtanleide, 1 000 Mk. 4%ige Reichsschatzanweisung) Wechselbestand Guthaben bei der Westfälischen Genossenschaftsbank: a) auf Anteil=Konto b) auf laufender Rechnung Forderungen in lausender Rechnung Geschäftseinrichtungs=Konto C Geschäftsanteil-Konlo Rücklagen: a) gesetzliche„ Mk. 4288,41 b) außerordentliche„ 7 304.61 Spareinlagen: a) tägliche Kündigung Mk. 11 628,65 b) monatliche Kündigung Mk. 21 241,71 c) 3.monatliche Kündigung Mk. 56 105.97 d) 6.monatliche Kündigung Mk. 24643.67 Schulden in lausender Rechnung Scheck=Konto Vorauserhobene Wechselzinsen Reingewinn 9 113 620 78 928 72 037 864 8 170 321 487 93 Sotomheir!. Le (gegenüber J. Fischer) haben wir recht frühzeitig, daher noch zu sehr billigen Preisen getätigt. Wir haben sehr grosses Lager und eine sehr grosse Auswahl in KOYTEE Unsere Preise sind die billigsten! 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Schearze Hnzüge, Smoking- u. Frack-Anzüge in jeder Preislage. suchen Stellen im Haushalt. Näheres Hagenerstr. 33 I. Berkreter für einen konkurrenzlosen sehr leicht verkäuflichen Artikel an Landwirte bei hoher Provision gesucht. Näheres unter C. 1287 an d. Gesch. d. Itg. Im Jahre 1914 ausgeschieden durch Aufkündigung 3, Tod 1, Ausschließung 1= 0„„ 0„ Ende 1914 verbleiben 149„„ 173„ Während des Geschäftsjahres vermehrten sich die Geschäftsguthaben um Mk. 5 508,93 wohrend des Ge permehrle sich die Hasfumme. Mk. 540.— Haftsumme, für die am 31. Dezember 1914 alle Mitglieder zusammen aufzukommen hatten, betrug Mk. 51 900.— us6 Gewerbebank e. G. m. b. H., Schwerte. e in großer Auswahl neu eingetroffen. Bachhanblung Eart Braus; Schwerir(Raht) Große Marktstraße 3—5. Brat=Schellfisch Pund 24 und 28 pfg. Kabliau Pfund 30 und 35 pfg. Sprotten sist 46 p. Bratheringe, Rollmops, Hering in Gelee empfiehlt Kaufhaus fm LevenAnner Brückstraße 1126 Neueste Musier Bekanntmachung. Die Abfuhr der Slüchgüler, der Wege= und Hochbaumalerialien, das Zusommenfahren des Kehrrichts u. s. w. soll für das Rechnungsjahr 1915 vergeben werden. Angebotsformulare und Bedingungen liegen im Stadtbauamte im neuen Rathause, Zimmer Nr. 24, zur Einsicht offen und können zum Preise von 0.50 cst beiogen werden Angebote sind bis Freitag, den 19. uarz d. J, vormittags 11 Uhr, ebendaselbst einzureichen. Schweite, den 8. März 1915 1238 Der Magistrat: Rohrmann. Empfehle mich für die Frühlings- Saison zur Anfertigung moderner DamenGarderobe prompt und billig. Frau Marie Henke Hüsingstr. 2 I. Etg. Eine Wohnung von 5 Zimmern, eotl. mit 1 Bodenzimmer, zum 1. Juli an ruhige Familie zu vermieten. Näheres Carl Kohlmann, Bismarchstraße 11. 1239 In Silber und Gold ersteigert auf den Pfandverkäufen werden zu den billigsten Preisen 4907 verkauft. DORTMUND Pfandleih-Anstalt Nicolalstr. 5 Balkenstr. 38 beim Bezirks- Kommando R. Licn& Comp. Bekanntmachung. Billgste Preise. E womberg. Metallbeiten Natalogfrei Eisenmödelfabrik. Gudl i. Th. Die Volksernährung im Kriege. In rächster Zeit werden hierselbst Vorträge über Kriegskost gehalten. Am Freitag, den 12. d. Mis., nachmittags 5 Uhr, findet in der höheren Mädchenschule (Ostenstraß=) hiersilbst der erste Vortrag statt.(Schulvorsteherin Fräulein Tütel) An den Vortrag schließen sich praktische Vorführungen av.—6666.. Frauen und Jungfrauen, msbesondere auch die Frauen der Kriegsteilnehmer werden freundlichst einge laden. 1179 Schwerte, den 6. März 1915. Der Bürgermeister: Kohrmann, von 8, 4, 5 u. 6 Zimmern zu vermieten. 287 Wilhelm Luck, Baugeschäft, Königstraße S und 4 Zimmermit elektr. Licht und Gas zu vermieten.., 875 Die Zinsscheine Reihe VIl Nr. 1— 20 zu den Schuldverschreibungen der 3½= vormals 4 9igen deutschen Reichsanleihe von 1879 über die Zinsen für die 10 Jahre vom 1. April 1915 bis 31. März 1925 nebst den Erneuerungsscheinen für die folgende Reihe werden vom 1. März dieses Jahres ab aus. durch die Aöniglich Preußische Kontrolle der Staalspapiere in Berlin SW 68, Oranienstraße 92/94. durch die Königliche Seehandlung(Preußische Staatsbank) in Berln W 56, Markgrafenstraße 38. durch die Preußische Central=Genossenschafts=Kasse in Berlin durch die Reichsbankhaupt= und Reichsbankstellen und die mit Kasseneinrichtung versehenen Reichsbanknebenstellen, durch die Preußischen Regierungshauptkassen. Kreiskassen, Oderzollkassen, Lollkassen und hauptamtlich verwalteten außerdem bei beslimmten außerpreußischen Kassen. Formulare zu den Verzeichnissen, mit welchen die zur Abhebung der neuen Zinsscheinreihe berechtigenden Erneuerungsscheine einzuliefern sind, werden von den vorbezeichneten Ausreichungsstellen unentgeltlich abgegeben Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Erneuerungsscheine abhanden gekommen sind. Berlin, den 11. Fedruar 1915. Reichsschuldenverwaltung: v. Bischolfshaufen. Für Kinder! =Anga Wem= s 61. 60 u. 10 Plo. s Mar Mehlbose Teleson 195.(958) S S Dr. Ad. Meier's Sanatorium Bremen, Rotenburgerstr. 1 Spezialbehandlung von Hautkrankheiten. 6446 Lupus auss. Krebs Fressflechte, Hauttuberkulose, Fisteln. Hautgeschwülsten, ohne Operation, ohne Bestrahlg. nach eigen. langjähr. erprobt Methode. Ausführliches Prospekt frei. „Seit Jahren war ich müde und matt, hatte häufig wahnsinnige Kopfschmerzen u. jede Lust zum Arbeiten und zum Leben verloren. Der Arzt sagte, es sei ein veraltetes[3997 Nierenu. Blasenleiden, daneben Darmträgheit infolge sitzender Lebensweise. Auf ärztl. Rat trank ich Albuchhorster Marksprude Starkque e(Jod= Eisen= Mangan=Kochsalzquelle). Schon nach einigen Flaschen fühlte ich mich als ganz anderer Mensch. Die Urinabsonderung wurde lebhaft und schmerzlos und blieb es seitdem. Ich trinke den Marksprudel jetzt läglich, habe mich nie so wohl und gesund gefühlt wie heute. H. B.“ Aerztl warm empf. Flasche 65 Pfg. bei Max Meh hose. 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Hans Hiller sandte seinem lieben Herzensschatz die Botschaft:„— daß er gleich zu ihrem Vater kommen werde— und daß der Fürst Blücher da sei und mitkomme—,“ damit sich seine Eva nicht erschrecken solle, sondern vorbereiten könne. Wie es der„Marschall Vorwärts“ fertig gebracht hat, den widerspenstigen Lebrecht Traugott zur Raison zu bringen— das ist sein und Hans Hillers Geheimnis geblieben. Aber auch hier siegte er, wie auf allen Linien. Der Feind mußte sich ergeben. Sicher ist nur, daß das endlich glückliche Brautpaar sein Verlobungsjest drüben, bei der Frau Pastor, und in Anwesenheit von Fürst Blücher und seiner Gemahlin verlebte, die die junge Braut liebgewann. „Und wo, Mann Gottes, ist denn der Scheck auf Hamburg geblieben, den ich Ihnen beim Abschied gewen häw?“ fragte Blücher endlich den überseligen Bräutigam. „Sei hebben dat Geld doch nich etwan schon——?“ Hans Hiller schlug sich vor den Kopf. „Der Scheck—! Herrje! Wo habe ich den? ! In der Feldmütze!" rief er und eilte davon, Es war eine Schenkung von tausend Talern. „Na— da sieht man all wedder den verliebten sagte Fürst Blücher, hellauflachend.— „Vergißt mich dat Geld un dei Welt! Hm! Mutting! — Wir häbben dat ook nich viel besser macht, als wir noch so verliebte Katzen wesen sind!“ 82 Was wird aus den studierenden Frauen? Mit Stolz weisen die von den Frauenorganisationen zusammengestellten Statistiken auf die stetig wachsende Anzahl von Frauen hin, die im Gegensatz zu früheren Zeiten Gymnasialbildung und akademische Bildung erobern und später in den verschiedenartigsten Berufen verantwortungsreiche Stellungen mit Erfolg ausfüllen. Aber hinter der Frage nach dem erhöhten Bildungsniveau und der beruflichen Versorgung der neuen Frauengeneration erhebt sich eine andere noch tiefer greifende Frage, die bisher noch nicht beantwortet werden konnte: Wie gestaltet sich im Durchschnitt das Schicksal der Frauen mit Gymnasial= und Universitätsbildung? Der Verwaltung einer der bekanntesten und ältesten amerikanischen höheren Frauenbildungsanstalten, des im Universitätsrang stehenden Monnt=Holyoke College, ist es vorbehalten geblieben, zum erstenmal dieser Seite der Angelegenheit nachzugehen. Dr. Bertillon, der sich mit den Ergebnissen dieser in sorgsamer Arbeit zusammengebrachten Aufschlüsse beschäftigt, berichtet interessante Einzelheiten über die Art, wie das Mount=Holyoke College das außerordentlich interessante Material sammelte, das jetzt der Oeffentlichkeit übergeben wird. Die Anstaltsverwaltung ging dem Lebensschicksal aller ihrer ehemaligen Zöglinge, die seit dem Jahre 1842 bestandenem Examen in das Leben hinaustraten, nach. In 2827 Fällen(von insgesamt gegen 5000 entlassenen ehemaligen Zöglingen) konnten die wesentlichen Einzelheiten des späteren Lebensschicksals aufgeklärt werden. Das gesammelte Material erbrachte ein recht ungünstiges Bild. Ein sehr hoher Prozentsatz der„studierten Frauen" blieb unverehelicht: das bedenklichste daran aber ist die Tatsache, daß der Prozentsatz der unverehelicht Gebliebenen in den letzten Jahrzehnten ganz enorm gewachsen ist, während man eher auf das Gegenteil gerechnet hätte. Die Statistik zeigt, daß nicht weniger als zwei Drittel der Frauen, die in den letzten Jahrzehnten ihre akademischen Prüfungen bestanden, ehelos bleiben. Auf 100 graduierte Frauen entfielen im Durchschnitt während der Jahre 1842—49 15, die unverheiratet blieben, und 85, die heirateten. In den folgenden Jahrzehnten verschiebt sich das Verhältnis wie folgt: bis 1859 25 Ehelose, 75 Verheiratete; 1860—69 39 und 61; 1870—79 41 und 59; 1880—89 42 und 58. Vom Jahre 1890 an überwiegen bereits die Ehelosen: von 1890—99 zählte man auf 100 ehemalige Schülerinnen 42 verheiratete Frauen und 58, die unverheiratet durchs Leben gehen mußten; 1900—09 aber erreicht die Zahl der Verheirateten nur noch 24 von 100, während 76 ehelos bleiben. Es kann also kein Zweifel sein, daß die empfangene höhere Bildung die Neigung oder die Möglichkeit der Frau zur Begründung einer Familie außerordentlich verringert, wobei man noch besonders berücksichtigen muß, daß in den Vereinigten Staaten die materielle Schwierigkeit einer Eheschließung für die Frauen geringer ist, da die Frage einer Mitgift der Braut im Gegensatz zu Europa eine ganz untergeordnete Rolle spielt. Wie verhält es sich nun mit der Fruchtbarkeit jener studierten Frauen, die in die Ehe eintraten? Die Statistik ergab, daß von 100 Ehen dieser„studierten Frauen“ nicht weniger als 39 kinderlos blieben, während die allgemeine Durchschnittszahl der unfruchtbaren Frauen für die ganze Bevölkerung nur 10 bis 12 Prozent beträgt. Wieviel Kinder zählten jene Frauen, die Mütter wurden? 1890—99 entfielen 2,4 Kinder auf jeden Haushalt, 1900—09 nur noch 1,5. Das Gesamtergebnis ist: von 10 akademisch gebildeten Frauen empfängt das Land nur 6 Kinder, während es nahezu 40 erhalten würde, wenn die studierten Frauen den anderen glichen.„Wie lange würde die Nation fortbestehen, wenn alle Frauen die höhere Gymnasial= und Universitätsbildung erhielten?“ C. K. 2 Ee#Ratschläg—.s MT # fürs haus,#4# von Lana Uincent. Blind gewordene Messing=Gardinen= ringe kann man leicht blank bekommen, wenn man zwei Tassen Wasser, eine Tasse Essig und einen Eßlöffel Salz zusammenkocht, die Ringe dann in diese Mischung legt und etwa zwei Stunden darin läßt. Dann nimmt man sie heraus, trocknet sie sorgfältig ab, poliert mit einem weichen Lappen nach, und die Ringe sehen wieder aus wie neu: * Petroleum ist ein sehr gutes Mittel, um Linoleum in gutem Zustande zu erhalten. Man fegt erst allen Staub gut ab, dann feuchtet man einen weichen Lappen mit Petroleum an und reibt das Linoleum gleichmäßig ab. Dieses sieht nach der Behandlung nicht nur sehr gut aus, sondern es hält auch länger. * „ S B 8 55 S• S 5 0 e 8 60 Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 59. Donnerstag, 11. März 1915. Im Creitenerantel. Original-Kriegsreman aus ernster Zeit von Rudolf Zollinger. (36. Fortsetzung.)(Nachdruck verboten. Alle Rechte vorbehalten.) Schützengräben rande nahmen, uch die Feinde ihrerseits blieben keineswegs untätig. Das bewiesen den Fliegern die tief unter ihnen plötzlich entstehenden und wieder vergehenden weißen Rauchbällchen, deren jedes ein platzendes Schrapnell bedeutete. Von den Granaten, die über die hinweg ihren Weg nach dem Waldum das Feuer der Batterien zum Schweigen zu bringen, sahen sie nichts, und vor diesen schweren Geschossen waren die Wackeren in den Gräben auch vorläufig noch sicher. Die Schrapnelle aber mußten aus einer Batterie kommen, die mit unheimlicher Sicherheit zielte. Denn sie verstreuten ihren Eisenhagel ersichtlich stets unmittelbar über den Gräben oder doch in ihrer nächsten Nähe.. Jer Der Pilot stellte das Hohensteuer ein, und der Apparat, der jedem Hebeldruck gehorchte, wie ein gut zugerittenes Pferd den von seinem Reiter gegebenen Hilfen, stieg um ein beträchtliches höher. Der beobachtende Offizier, vor sich die Karte und den Bleistift in der Hand, wußte wohl, was dies Manöver bedeute. Man war im Begriff, aus dem Bereich der deutschen Stellung in das von den feindlichen Truppen beherrschte Luftgebiet einzudringen, und da durfte man denen dort drunten den mit Bestimmtheit zu erwartenden Angriff wenigstens nicht gleich von vornherein allzu leicht machen. War doch die dem beobachtenden Offizier gest llte Aufgabe heute eine besonders schwierige. Man wußte, daß der in den Gesechten der letzten Tage trotz tapfersten Widerstandes Schritt für Schritt zurückgedrangte Feind bedeutende Verstärkungen aus seinen Reserden zu erwarten und es war von größter Wichtigkeit, Genaueres über die Zahl dieser Verstarkungen und über die Richtung ihres Anmarsches zu erfahren. Wenn diese Erkundung eine erfolgreiche sein sollte, mußte sich die Taube sehr weit in das feindliche Gebiet vorwagen, und für den Piloten ergab sich daraus die Pflicht, mit aller durch den Zweck des Fluges noch gestatteten Vorsicht zu vandorieten.,.. Schüpengraben war hald Der erste franzosische Schugengraren wur batd erreicht. Er war offenbar in größter Eile ausgehoben worden; denn man hatte sich nicht Zeit gelassen, die ausgeworfene und als Schutzwehr ausgehäufte Erde mit Rasenstücken oder Zweigen zu bedecken. Scharf hob sie sich aus dem grünen Wiesengelände ab, ein leicht zu erkennendes Ziel für das Feuer des deutschen Gegners. Selbstverständlich hatten die Rothosen den feindlichen Flieger längst bemer.t, und es war als gewiß anzunehmen, daß er von ihnen eisrig beschossen wurde. Aber bei der Höhe, in der er dahinsegelte, bedeuteten die Gewehrkugeln für ihn kaum eine ernsthafte Gefahr. Ruhig und unbeirrt setzte er seinen Weg fort, begünstigt durch den leichten Wind, den er hier in der jetzt gewonnenen Luftregion im Rücken Nun war die Aufstellung der französischen Artillerie erreicht, und jetzt wurde es freilich ernster.„Kaum fünizig Meter zu seiner Linken sah Hugo von Racen, der als simpler Hugo Raff in Unteroffiziersuniform am Steuer der Taube saß, das erste der von jedem Piloten gefürchteten weißen Wölkchen, dem bald ein zweites und drittes in noch größerer Nähe folgten. „Sie zielen nicht schlecht," dachte er, ohne daß ooch die Farbe aus seinen Wangen gewichen wäre und ein Zug in seinem Gesicht sich verändert hätte.„Aber ich darf nicht höher steigen, wenn nicht die Sicherheit der Erkundung beeinträchtigt werden soll.“ Ein rascher Blick auf den hinier ihm sitzenden Beobachter, dessen Besehlen er unterstellt war, überzeugte ihn, daß der Oberleutnant offenbar derselben Ansicht war; denn er machte mit unbewegter Miene seine Beobachtungen und Auszeichnungen, ohne dem Piloten eines der verabredeten Zeichen zu geben. Die jetzt in immer größerer Zahl zur Rechten wie zur Linken platzenden Schrapnelle irritierten ihn offenbar nicht im geringsten. Daß das Geräusch ihrer Explosionen von dem Lärm des jetzt mit voller Tourenzahl arbeitenden Motors übertönt wurde, mochte allerdings den Nerven der beiden Flieger wesentlich zustatten kommen. In der Tat waren das gelegentliche Aufzucken einer rötlichen Stichslamme und die unmittelbar darauf folgende Bildung des bekannten weißen Wolkenbällchens alles, was sie von den feindlichen Geschossen wahrnahmen. Wenn der Apparat etwa schon von einem oder von einigen der verstreuten Sprengstücke getroffen worden war, so bewiesen das gleichmäßige Weiterarbeiten der Maschine und die unverminderte Manövrierfähigkeit doch jedenfalls, daß er in keinem seiner wichtigeren Konstruktionsteile eine Beschädigung erlitten haben konnte. An einer Verbesserung ihrer Schußwirkung aber wußte Raven die unsichtbaren Feinde da drunten durch den Zickzackflug zu hindern, den er seit dem Beginn der Beschießung seine willige Taube machen ließ. Es machte sich jetzt, wo es bei jedem seiner Flüge um das Leben ging, vortrefflich belohnt, daß er sich während der letzten Monate vor dem Kriege unablässig in allerlei tollkühnen Akro= S 559 S0 S B8S5SSSE Sn 8 O* S# 2 S 2e 15 S 55 5 „:#• 8S ** 5S S Ex u. 2 SSEES S SSE 5 2 S 3" S#E· 2 2** S— 8 3 * 9 S SSaSRSR batenkünsten geübt hatte. Er konnte, wenn es galt, sich dem Wirkungsbereich feindlicher Geschosse zu entziehen, Dinge wagen, die ein anderer Flieger nicht ungestraft hätte versuchen dürfen. Und noch nicht ein einziges Mal war es ihm geschehen, daß er dabei auch nur für die Dauer einer Sekunde die Herrschaft über seine Maschine verloren hätte. Auch jetzt gelang es ihm, die gefährliche Zone unversehrt zu passieren. Die Schrapnelle, die bisher zu beiden Seiten des Apparates oder vor ihm explodiert waren, krepierten jezt schon zumeist hinter ihm, und nun schienen die Artilleristen drunten das Feuern als aussichtslos ganz aufgegeben zu haben. Aber es zeigte sich plötzlich eine andere Gefahr in Gestalt eines Fliegers, der ihnen gerade entgegenkam. Es war ein großer Blériot=Doppeldecker, der ohne Zweifel die Absicht verfolgte, den Kampf mit der deutschen Taube aufzunehmen. Er hatte sich zu ansehnlicher Höhe emporgeschraubt, und es war anzunehmen, daß er um jeden Preis über dem deutschen Apparat bleiben wolle, was ihm von vornherein einen wesentlichen Vorteil sichern mußte. Noch wäre es Zeit gewesen, ihm durch die Flucht zu entrinnen, und abermals wandte sich Raven nach seinem Vorgesetzten zurück, um seinen Besehl einzuholen. Es bedurfte keiner langen Auseinandersetzungen, denn auch Graf Helmholt— der Beobachter— hatte die Situation bereits erfaßt. Und er war unverkennbar entschlossen, seinen Auftrag jeder Gefahr zum Trotz zur Durchführung zu bringen. Innerhalb einer Sekunde war die Verständigung mit dem Piloten erfolgt, und die Taube setzie ihren Kurs fort. Der Oberleutnant aber hielt den Browning in der Hand, der für den bevorstehenden Zweikampf in den Lüften ja die einzige brauchbare Wafse bildete. Den naheliegenden Versuch, ebenfalls höher zu steigen, um den Doppeldecker möglicherweise überfliegen zu können, hatte Raven nicht erst unternommen, weil er sicher war, daß er bei der Kürze der sich rasch verringernden Distanz doch nicht mehr gelingen würde. Alles hing jetzt davon ab, auf welcher der beiden Maschinen sich der bessere oder der mehr vom Kriegsglück begünstigte Schütze befand. Ruhe und Kaltblütigkeit auch im Augenblick der höchsten Spannung aber waren die erste und unerläßliche Voraussetzung für ein Bestehen des gefährlichen Abenteuers. Und an diesen Eigenschaften gebrach es zum Glück keinem der beiden Insassen des deutschen Flugzeuges. Die Blicke unverwandt auf den heranbrausenden Gegner gerichtet, warteten sie des entscheidenden Augenblicks, von bessen geistesgegenwärtiger Ausnutzung ihr Leben abhing. Sache des Piloten mußte es sein, den Apparat in der richtigen Lage zu erhalten und dem Oberleutnant im rechten Moment durch ein Erheben der Hand das Zeichen zum Schießen zu geben. Er wartete damit viel länger als der begleitende Offizier auf dem Blériot, der schon aus beträchtlicher Ent; fernung zu seuern begann, ohne daß eine seiner Revolverkugeln irgendwelchen Schaden angerichtet hätte. Nun aber konnte es beinahe den Anschein gewinnen, als ob der Franzose, der ohne Zweifel ein ebenso gewandter als unerschrockener Flieger war, einen Zusammenstoß beabsichtige, dessen Anprall den kleineren Apparat in die Tiefe schleudern sollte, freilich auch ihm selber leicht genug verhängnisvoll werden konnte. Denn wie ein Raubvogel, der auf seine Beute stößt, schoß die riesige Maschine plötzlich mit weiterarbeitendem Motor in steiler Neigung herab. Damit aber boten sowohl der Pilot wie der Begleiter, von denen bisher nur eben die Köpfe sichtbar gewesen waren, ein ungleich besseres Ziel, und jetzt erhob denn auch Raven die Hand. Fünfmal in rascher Folge blitzte es aus der Selbstladepistole des Oberleutnants auf, und Raven sah, wie der Pilot des Zweideckers plötzlich beide Arme in die Luft warf. „Getroffen!" jubelte er in das Geratter seines Motors hinein, denn er wußte ja, was jetzt mit tödlicher Sicherheit folgen mußte. Und die Katastrophe fpielte sich denn auch mit erschütternder Schnelligkeit ab. Der Blériot, der mitten im gewagtesten Abwärtsfluge der Führung beraubt worden war, neigte sich vollends nach vorn, um sich im nächsten Augenblick buchstäblich zu überschlagen. Schwer wie ein Stein sauste er an der geretteten Taube vorbei in die grausige Tiefe, und ein wüster, unkenntlicher Trümmerhaufen inmitten eines noch ungemähten Getreidefeldes bezeichnete eine halbe Minute später die Stelle, wo er den Boden erreicht hatte. Das Triumphgefühl, das für eine kurze Zeitspanne jede andere Empfindung in Hugo von Ravens Seele zurückgedrängt hatte, machte jäh einer Regung tiefen Mitleids Platz. Er erinnerte sich eines Tages aus den Anfängen seiner Fliegerlaufbahn, eines Tages, der sich unverwischbar in sein Gedächtnis eingegraben batte. Auf einem französischen Flugplatz war es gewesen. Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Piloten hatte ihm seinen neu konstruierten Apparat zu einem Probeflug zur Verfügung gestellt. Und er war entzückt gewesen von der Leichtigkeit und Sicherheit, mit der die geistreich ersonnene Maschine seinem Willen gehorchte. Nach einigen Runden war er niedergegangen und hatte dem Sportgenossen aus aufrichtigem Herzen seine Glückwünsche ausgesprochen. Da war die junge Frau des Franzosen mit ihrem zweijährigen Kindchen auf dem Flugplatz erschienen. Sie hatte ihren Mann noch nicht in dem neuen Apparat fliegen sehen, und er bestand darauf, daß es jetzt geschehen solle. Aber mit einer Aengstlichkeit, die ihre Ursache nur in einer beklemmenden Vorahnung haben konnte, beschwor sie ihn, für diesmal davon abzustehen und es auf den kommenden Tag zu verschieben. Vielleicht hätte der verliebte Gatte ihrem Drängen nachgegeben, wenn nicht Raven, der ja eben erst die Vertrauenswürdigkeit der Maschine aus eigener Erfahrung kennen gelernt, die Bedenklichkeiten der jungen Mutter lachend zu beschwichtigen versucht hätte. Da hatte sie sich wohl geschämt, weiteren Einspruch zu erheben, und mit strahlender Miene hatte der Flieger seine Maschine bestiegen.—— Drei Minuten später hatte er als eine blutige, zuckende Masse unter dem Motor des jäh abgestürzten Flugzeuges gelegen, und Raven war zum Zeugen einer Verzweiflungsszene geworden, deren Erinnerung ihn wochenlang um den Schlaf seiner Nächte gebracht hatte. Der Augenblick, da er den toten Piloten vor sich auf dem Rasen liegen sah, war der erste und einzige in seiner Fliegerlaufbahn gewesen, wo ihm Angst und Entsetzen das Herz zusammengeschnürt hatten. Und wenn man ihm innerhalb der nächsten drei Tage eine Million für einen Aufstieg geboten hätte, er würde sie unbedenklich zurückgewiesen haben. Als er sich dann endlich wieder zu einem ersten Fluge entschlossen hatte, war er in dem Moment, wo sein Apparat den festen Boden verließ, nahe daran gewesen, einer Anwandlung von Schwäche zu unterliegen. Aber er hatte die Zähne zusammengebissen und war glücklich Herr geworden über seine revoltierenden Nerven. Jetzt bei dem Absturz des Feindes, den mit allen Mitteln zu bekämpfen, seine heilige Pflicht gewesen war, hatte ihn eine ähnliche Empfindung anwandeln wollen. Und er fühlte an dem Schwanken seiner Maschine, daß ihn für eine Sekunde die gewohnte, beinahe mechanische Sicherheit in der Beherrschung des Flugzeuges verlassen hatte. Aber gerade diese Wahrnehmung gab ihm seine Kaltblütigkeit und Ruhe zurück. (Fortsetzung folgt.) — Aeg rr ne erser r Res ce ".5+ S S5#g 5 □ S 58 uHERS.*: TaWon PDOSEE"SS. B E G-Tg EBEEASSSERONENMAE SSES S.S Denkspruch. Waget Männer zu lein, freie und ehrenwerte Männer; waget euten Uätein zu gleichen; waget eme Feinde zu übertreiten; waget zu siegen oder zu steiben— und die Geschichte wird wieder von den deuttchen Ehren klingen. Kundt. Blüchers Schützling. Erzählung von M. v. Markovics. (Schluß.)(Nachdr. verboten.) Hart und fest gefrorener, glitzernder Schnee bedeckte die Straßen. Den Menschen und Tieren reifte der warme Atem sogleich am Munde, und jegliche menschliche Nase sing alsogleich„Rotkehlchen". Das richtige Winterwetter, wie es sein soll. Im großen Wohnzimmer der nun ein wenig ergrauten Pastorswitwe Helene Hiller brannte ein lustiges Feuer im breiten Kachelofen. Aber auch auf dem großen, offenen Küchenherde prasselte es. Tine Trillerheim, die uralte Magd, hantierte eifrig mit Schrubber und Besen— auf einer Bank lagen ein paar fette Gänse und Hühner, während es von der Speiselammer her nach frischem Napfund Blechkuchen dustete. Die Frau Pastor tauchte einen Schwamm in laus warmes Wasser und wusch behutsam die breiten Blätter ihrer Blattpflanzen vom Staube rein. Dabei meinte sie: „Ich kann's noch immer nicht glauben, mein Hans, daß das zur Wahrheit wird, was ich nun wohl schon zehnmal hier gelesen habe! Wie ist denn das nur möglich? Und in unsere so bescheidene kleine Wohnung — nein— wie sollen wir nur——“ Hans Hiller, den Arm noch in der Binde und noch ein wenig blaß vom überstandenen Krankenbett, lächelte recht seelenvergnügt. „Wir haben zusammen einst unter einem umgestülpten Heuwagen genächtigt. Unsere Betten sind wärmer und weicher, mein Mütterchen! Sorge dich nicht— alles wir) gut gehen— und der liebe Gott gebe uns seinen Segen!“ Ein halb Stündchen später schleppten Fritz und Peterle, des Schulmeisters Aeltesten, einen großen Korb mit Tannenreisig herbei und holten eilig aus dem Keller einen Eimer schneeweißen Sand herauf. Und während Tine das bereits gerupfte und vorbereitete Federvieh in den gut geheizten Backofen zum Braten beförderte, erschienen noch ein halb Dutzend der„Schulmeisterschen“, die sich slink„zum Helsen“ eingefunden hatten. Flugs wurden Stuben und Diele mit dem feinen Sand bestreut und ringsum an den Leisten der Wände Tannenzweige gelegt— bald erfüllte der Duft alle Räume; man hätte sich in den grünen Wald versetzt glauben können. Frau Helene Hiller, die ihr Bestes, das taubengraue, seidene„Kirchenkleid“, angezogen hatte, strich eifrig das noch volle Haar unter das weiße, kleidsame Blondenhäubchen. Dabei murmelte sie, immer noch ungläubig, vor sich hin: „Ich kann es nicht fassen! Hier bei uns— es ist undenkbar!“ Nebenan, bei Gärtner Lebrecht Traugott, war ein recht unfriedsames, freudloses Leben. Der Hausherr lief in allen Räumen umher, wie ein knurrender Eisbär, dem man die Beute abgejagt hat. Eva saß matt und schwach in der seligen Großmutter riesigem Polstersessel im Schlafzimmer und träumte vor sich hin. Die fürchterlichen Aufregungen hatten ihr ein Nervensieber zugezogen. Nun war sie in der Genesung begriffen. beur der direkte Hinweis des alten Medizinalrats Puls:„Sie töten Ihr Kind unfehlbar, wenn Sie Eva nur die geringsten Vorwürfe machen!“ hielt den jähzornigen und hartherzigen Traugott ab, auf sie loszufahren. Ingrimmig trabte er in den verschneiten Wegen der Baumschule hinter den Treibhäusern umher und schalt auf die Gehilsen, die ihm nichts recht machen konnten. Wut und salsches Schamgefühl tobten in seiner Brust. Er konnte sich nirgends mehr sehen lassen— gleich fragte ein jeder nach seiner Eva. Und alle redeten ihm zu: seinen Widerstand gegen die Verbindung zwischen Pastors Hans— der doch nun ein tüchtiger Militärarzt geworden sei— und seiner Einzigen endlich aufzugeben. Aber sie sollten ihn kennen lernen! Nein— nun erst recht nicht! Dem studierten Junker da drüben, dem Habenichts, der das Gras wachsen hörte, gab er sie nicht!— Hatte die Eva ihm die Schande angetan, vor dem Altare„Nein!" zu sagen— nun mochte sie als alte Jungfer sitzen bleiben! Den Hiller kriegte sie nicht! Am schlimmsten war Frau Babette, Lebrecht Traugotts Frau, daran. Sie liebte ihr Kind auf das zärtlichste und konnte ihren Gatten nicht dazu bewegen, der einzigen Tochter zu verzeihen. Wie sollte das nur enden? Wenn der Himmelsvater da nicht ein Wunder tat— was dann? Aber siehe da— das Wunder geschah! Gegen fünf Uhr abends fuhr ein bequemer Reisewagen bei dem Hause der Pastorswitwe Hiller vor, und Hans, der seine Uniform angelegt hatte, schälte einen alten Herrn und eine viel jüngere, braunlockige [Dame aus den Schals und Pelzen und beugte sich immer und immer wieder, fast ausjubelnd, über die Hände der Angekommenen, um sie stürmisch zu küssen. Die Frau Pastor erschien auf der Schwelle, mit vor Freudentränen verdunkelten Augen, zitternd und aufgeregt— aber sprechen konnte sie kein Wort. Dafür machte Tine Trillerheim unzählige Knickse und komplimentierte, mit Pelzen und Decken beladen, die vornehmen Gäste ins Haus. Natürlich gab's gleich wieder ein Dutzend Gaffer, die alles sehen und hiren wollten. Diese sertigten Tine und Jochen, der Knecht, mit geheimnisvollen Mienen ab: „Was?— Wer angekommen ist? Je— der Weihnachtsmann!“ Sie waren tüchtig durchgefroren, besonders dem alten Herrn waren die Beine ganz steif; aber drinnen, im Wohnzimmer, bei gutem Kaffee und süßem Kuchen, da tauten sie auf, die Reisenden. Es waren Fürst Blücher und seine warmherzige, hübsche, einunddreißig Jahre jüngere Frau, Amalie, die sich nach Stolp in Pommern begeben wollten. Der alte„Marschall Vorwärts“ hatte„seinen Doktor“ nicht vergessen, sondern ihn benachrichtigt:„daß er ihn und Mutter auf drei Tage besuchen werde!“ „Na— un wie is dat, Hiller, mit dem gescheiten Mädel, wo„Nein!“ seggt hatt"?“ fragte Blücher, halb hoch=, halb plattdeutsch, was er immer sprach, wenn er recht vergnügt war. „Sie ist daheim— von schwerer Krankheit genesen.“ Da war der wehe Punkt wieder in Hillers Dasein. „Un hebben Sei um ihr anhalden beim Badder?“ „Nein“— sagte Hans Hiller verwirrt und traurig. „Der Vater meiner Eva würde mich ja doch nur abweisen.“ Diese Antwort nahm Blücher gewaltig krumm. „Wie dat? Einen Doktor von meine Schwadrinen!? Den Kirl schall dat Unglück sofortstens kriegen!— Un Sei, Hiller—'mal fixing rin, in dei Paradeuniform S