Amtliches Kreisbicl für den kreis börde W Da Scmmm Zeiuer ucen dend außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 oiertelAAdrlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Plo. mehr. Wöchentl. Grakisbeilage:„Ikustrierter Famillenfreund" u. tägl. Unterdaltungsblett. Anzeigenpreis: Die siedengespaltene Pekitzetle oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pig., Reklamezeile 40 Pfo. Jeon Radat gil als Kassarabatt u. erlisch bei Korkorsen, Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Riebrachund senaht.- Settusetelssnne Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung Verbunden mit: Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszeitung Schwerter Volksblau Schwerter Tageblatt. O Schwerter Anzeiger Grites und älteltes Cagesorgan des Kreiles o General-Anzeiger für den Kreis Hörde o Haupt-Annoncenblatt aue brng und lohelgelizelichen Derorn. nungen für den Kreis Hörde erlangen gemät Bekaantmochung der Königlichen Regierung durch Verössentlichung io dei„Schwerien Zeitung", rechtsverdindliche Kroft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewöhrt idren Adonnenten für jeden mit Tod endenden Unsall gediagungen: 300 Mk. Unfall. Druchk u. Verlag o. Car Brauz. Schwerte=Rud: Honto t.- Simn-il-Rassteutich Nr. 55. Samstag, den 6. März 1915. 47. Jahrgang. Btür, Nerer„“" Des An die„Jammerlappen“ weiblichen[Heftige Kämpfe im Westen und Osten und männlichen Geschlechis. In der„Köln. Volksztg.“ veröffentlicht der Feld=Divisionspfarrer Dr. Metzger eine„Feldpredigt für die Deutschen zu Hause“, die eine in Form und Art geradezu vorbildliche Mahnung an die Kleinmütigen daheim richtet. Die„Feldpredigt“, die sicherlich die weiteste Verbreitung verdient, lautet: In einer Nummer des Pariser„Matin“ von Anfang Januar fand ich unter der Ueberschrift „Ganz Deutschland ist niedergeschlagen“ ein paar Briefe aus Dautschland abgedruckt, offenbar von wehleidigen hysterischen Frauen an ihre kriegsgefangenen Männer geschrieben. Mit vergnüglichem Behagen veröffentlichte sie der„Matin", um seinen offenbar sehr leichtgläubigen Lesern zu beweisen, wie schlimm es in Deutschland aussehe und wie die Niederlage Deutschlands nicht lange mehr auf sich warten lassen könne. Da ich die Briefe las, überkam mich ein rechter Zorn über diese, um mit Alban Stolz zu reden, „einfältigen Weibsbilder“, die durch ihre Klagen mithelfen, dem Feind Mut zu machen. Nun haben wir monatelang Krieg mit der halben Welt, überfallen von Zivilisierten, Halb= und Ganzwilden in großer zahlenmäßiger Uebermacht. Und trotzdem haben wir unser heimisches Land fast ganz vom Feinde freihalten können, ja wir stehen mitten drin im Feindesland mit einer gewaltigen eisernen Mauer. Und zu Hause leben wir im tiefsten Frieden, haben, was wir brauchen, vieles fast im Ueberfluß. Das ganze wirtschaftliche Leben geht mehr oder minder ruhig weiter; die Lebensmittel sind verhältnismäßig wenig im Preise gestiegen. Und da kommen nun diese weiblichen Jammerlappen und heulen ihren Männern von dem „Elend“ zu Hause, daß das Petroleum rar ist und daß sie sonst noch ein paar kleine Unannehmlichkeiten zu tragen haben. Ist das nicht wirklich eine Schande? Dieses Jammerlappentum ist leider keine ganz vereinzelte Erscheinung. Das kann nicht genug zetern, wenn es einmal eine Leckerei nicht mehr so leicht bekommen kann wie im Frieden, oder wenn es gar die Frühstücksbrötchen nicht wie bisher erhält. Schämt Ihr Euch nicht, weinerlich zu klagen, Beil Euch nicht alle Bequemlichkeiten wie draußen im Frieden zu Gebote stehen, zu klagen, indes Eure Stammesbrüder draußen im Feld oft alles vermissen, was das Leben angenehm macht, und im fürchterlichsten Wetter, in Regen und Sturm im Freien stehen müssen, der Lebensgefahr ständig ausgesetzt? Schämt Ihr Erich nicht, daß Ihr gar keinen Opfersinn habt und alle Not des Vaterlandes allein die Krieger draußen tragen lassen wollt? Nein, solches Gebahren ist unwürdig und entehrend. Es gibt, Gott Dank, auch viele, sehr viele starke, tapfere, heldenmütige Frauen— Ihr Schwachen, nehmt Euch an Beispiel an ihnen, und könnt Ihr es nicht ganz, so laßt Euch wenigstens nicht gehen in gedankenlosen Klagen. Jammerlappen! Das sind weiter manche, leider gewöhnlich wiederum weibliche Angehörige der Krieger im Felde, die Tag und Nacht in Sorgen sind und klagen um ihre Männer und Söhne, die draußen stehen. Gewiß, es wäre unmenschlich, wenn man verlangen wollte, die zu Hause sollten ganz ohne Sorgen sein um ihre Lieben im Felde. Aber jammern und klagen ist undeutsch und unchristlich. Undeutsch: die Liebe zum Vaterlande verlangt die Bereitschaft zu jedem Opfer. Sind die Männer bereit, ihr eigenes Leben dem Vaterlande zu opfern, so müssen auch die Frauen bereit sein, das Leben ihrer Angehörigen, wenn es sein muß, der großen Sache zu opfern. Sonst sind sie ihrer Männer und Söhne, ihres großen Vaterlandes Großes Hauplquartier, 5. März 1915. Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich von Bpern fügten wir den Engländern durch unser Feuer erhebliche Verluste Auf der den Franzosen entrissenen Stellung auf der Loretto=Höhe wurde ein feindlicher Gegenangriff gestern nachmittag abgeschlagen. In der Champagne setzten die Franzosen gestern und heute nacht ihre Angriffe nördlich von Le Mesnil fort. Sämtliche Angriffe wurden zurückgeschlagen und unsere Stellungen gehalten. Angriffe auf unsere Stellungen bei Valquois östlich der Argonnen und im Walde von Consenvoye östlich der Maas scheiterten. Sämtliche Versuche, uns das in den letzten Tagen in der Gegend von Badonviller eroberte Gelände streitig zu machen, mißlangen. Ein gestern abend noch mit erheblichen Kräften in tiefer Staffelung unt raommener Ansturm auf die Höhen nordöstlich von Celles brach unter großen Verlusten für die Franzosen zusammen. Auch mehrere Nachtangriffe waren erfolglos. Ueber 1000 kote Franzosen liegen vor unseren Hindernissen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage um Grodno ist unverändert. Russische Angriffe wurden blutig abgewiesen. Die russischen Angriffe nordöstlichhund nördlich von Lomza scheiterten unter schweren Verlusten für den Feind. Viele Gefangene der 1. und 2. russischen Garde=Division blieben in unseren Händen. Weiter westlich bis zur Weichsel hat sich die Lage nicht geändert. Einige Vorstöße der Russen östlich von Plock waren erfolglos. Oestlich Skierniwiece mißlang ein starker feindlicher Nachtangriff gänzlich. Oberste Heeresleitung. Die Karpathenschracht. tu Budapest, 6. März.„Magyar Orszag“ meldet aus Eperjes: Zwischen Veloveo und dem rechten Ufer der Makowica finden heftige Kämpfe statt. Wir gewannen Raum. Die Kämpfe sind auf beiden Seiten sehr hartnäckig. Dazu meldet der„Esti Ujsag“: Ein großes Aufgebot neuer Streitkräfte, die der Feind in Südgalizien zusammenzieht, hemmen die Entscheidung. Die Kämpfe bei Wyszkow dauern ununterbrochen fort. Unsere Positionen an der ganzen Karpathenfront wurden von uns gestern behauptet. Auch am Duklapaß wird ohne Unterbrechung gekämpft. Eine wesentliche Aenderung der größtenteils auf galizischem Boden sich vollziehenden Kämpfe ist bisher nicht wtb Konstantinopel, 6. März. Donnerstag abend zu später Stunde versuchte die feindliche Flotte unter verstärktem Feuer an einzelnen Teilen der Küste außerhalb des Feuers unserer Artillerie bei Sedil=Bahr und Kum Kale in Schaluppen Soldaten zu landen. Anfangs ließen wir den Feind gewähren, aber dann erwiderten wir das Feuer. 160 feindliche Soldaten, die bei SedilBahr sich ausgeschifft hatten, flüchteten nun wieder in ihre Schaluppen und zogen sich unter Zurücklassung von 20 Toten und Verwundeten zurück. 400 feindliche Soldaten, die bei Kum Kale eingetreten.— Der Kriegsberichterstatter des„Az Est“ meldet: Die heftigsten Kämpfe auf der ganzen Linie der Karpathenfront werden ohne Rast fortgesetzt: Am heftigsten tobt die Schlacht im südwestlichen Galizien. Es ist festgestellt worden, daß die Russen zur Sicherung ihres gefährdeten äußeren Flügels schon erhebliche Reserven in die Feuerlinie brachten. Unsere Lage ist allgemein günstig und, obwohl wir einer doppelten Uebermacht gegenüberstanden, konnte der Feind an keinem einzigen Punkte einen territorialen oder taktischen Vorteil erzielen. Die Angriffe und Gegenangriffe sind ebenso erbittert wie verlustreich. nicht wert. Unchristlich ist klagen uund jammern. Denn die Religion fordert Starkmut und Geduld, Gottvertrauen und Gottergebenheit. Das Schicksal unserer Lieben im Felde ist in Gottes Hand. Das muß uns genügen. Jammerlappen! Das Wort gilt auch Euch unmännlichen Männern, die Ihr kein Vertrauen und keine Zuversicht habt und darum in weibischer Zaghaftigkeit ängstigt. Euch Schwarzsehern, die Ihr den Untergang Deutschlands kommen seht und im voraus Euch als Klageweiber einübt.„Es geht Baronnenteneinglnng. an Land gesetzt worden waren, wurden vertrieben, wobei sie etwa 80 Tote verloren. Wir hatten 6 Tote und 25 Verwundete in diesen beiden Gefechten. Nach dem gestrigen Mißerfolge teilte sich die feindliche Flotte in mehrere Teile und bombardierte die offenen und unverteidigten Häfen Dikili, Samsak und Aivalik am Aegäischen Meer. Zwei Flieger, die den Golf von Saros überflogen, stürzten ins Meer; der Apparat fiel ebenfalls ins Wasser und verschwand. Von den übrigen Kriegsschauplätzen ist nichts wesentliches zu melden. aber doch auch gar nicht mehr voran.“ Das ist der Kehrreim bei den täglichen Klageliedern am Biertisch. Es geht nicht mehr im Sturmschritt voran, das ist gewiß. Aber als eine unüberwindliche Mauer trotzt unser Heer in Feindesland jedem Angriff. Ist das nicht vorläufig genug? Laßt doch ruhig die Franzosen unsere starken Stellungen angreifen und sich daran die Köpfe blutig rennen! Sie verbluten sich noch daran. Wir können es ja ganz ruhig abwarten; die Franzosen müssen angreifen, weil sie uns doch nicht im eigenen Lande stehen lassen können. Und nach einem wahren Wort Napoleons gibt es keine schlimmere Lage für ein Heer, als die: angreifen müssen. Warum also klagen und jammern? Nein, wir haben wirklich keinen Grund zum Jammern. Unsere militärische Lage ist gut, das wirtschaftliche Leben ist weit besser, als man es überhaupt hoffen konnte. Opfer im Verhältnis zu der Größe des Ringens hat uns der Krieg noch gar nicht gekostet. Neun Zehntel des Volkes haben vom Krieg und seinen Schrecken noch nichts spüren müssen. Und da wollen wir klagen? Und hätten wir Grund zum jammern, wir dürften es nicht. Das deutsche Volk hat den Fehdehandschuh, den die halbe Welt ihm vor die Füße warf, aufgenommen mit heiliger Entschlossenheit und dem felsenfesten Vertrauen auf den Schirmherrn der Gerechtigkeit im Himmel. Das schloß den Willen in sich, alle Opfer auf sich zu nehmen, die der furchtbare Weltkrieg von einzelnen wie der Gesamtheit fordert, um das teure Vaterland zu erhalten, dessen Ehre, dessen Dasein bedroht war und ist. Ein Schauspiel für die ganze Welt war dieser einmütige kraftvolle Wille, den das deutsche Volk in jenen großen Augusttagen des ewig denkwürdigen Jahres 1914 bekundete. Entehrende Würdelosigkeit wäre es, wenn dieser Geist uns jetzt schon verloren ginge! Das soll und darf nicht sein. Klagen und Jammern ist die Rattenfalle des Willens. Darf es aufkommen, ja sich nun öffentlich hören zu lassen, so ist's bald um unsere Kraft geschehen. Und wir brauchen noch unsere Kraft! Die Opfer, die bisher gebracht werden mußten, hat die Allgemeinheit noch kaum gespürt — man schaue nur einmal in eine unserer Großstädte und ihre Vergnügungslokale. Wir wissen aber nicht, ob es nicht noch große Opfer zu tragen gibt, den der Krieg ist noch nicht zu Ende. Das deutsche Volk muß seine Kraft erhalten, entschlossen sein, bis zum äußersten durchzuhalten, so entschlossen, wie in den Augusttagen. Dann ist in der Tat Deutschland nicht zu überwinden. Der Kaiser hat vor einigen Jahren einmal gesagt:„Der nächste Krieg wird durch die Nerven entschieden.“ Ganz gewiß, bei diesem Weltkrieg wird es auf die Nerven vor allem ankommen, auf die Kraft des Willens, durchzuhalten trotz aller Opfer. Ein Nervengift, ein Willensgift wäre für unser Volk auch das Jammerlappentum, wenn wir es auskommen ließen. Darum muß es heißen: Deritsches Volk werde hart, felsenhart in Deinem Willen, dann bist Du unbesieglich! Oesterreich und Italien Köln, 6. März. Der römische Korrespondent der „Köln. Itg.“ gibt Ausführungen der Turiner „Stampa“ wieder über die jetzt im Vordergrund stehende Frage der Verhandlungen mit Oesterreich über die von den Italienern erwartete Grenzregulierung. Die„Köln. Ztg.“ meint: Der Auftakt verdiente Beachtung, da hinter der„Stampa“ mächtige parlamentarische Einflüsse zu stehen pflegen. Vielleicht sei auch eine Mahnung Giolittis an die Regierung darin zu erblicken, die nationalen Hoffnungen auf diplomatischem Wege zu erfüllen. Die„Stampa“ erklärt, augenscheinlich habe bisher keinerlei Verhandlung über diesen Gegenstand stattgefunden, woraus nicht zu folgern sei, daß die beiden Kaisermächte sich unbedingt ablehnend gegen die Erörterung über ein derartiges Abkommen verhalten. Die völlig passive Haltung der beiden Staaten erkläre sich dadurch, daß Italien seinerzeit die Zusicherung wohlwollender Neutralität gegeben. Solange diese andauert, liege kein Grund vor, irgend einen weiteren Schritt zu unternehmen. Es sei einfältig, von Oesterreich den ersten Schritt zu erwarten. Eo könnte sein, daß Oesterreich kein Anerbieten gemacht, weil wir ichts gefordert, daß es bereit, etwas zu bieten, penn man nur eine Forderung stellt, da zwischen keinen und unseren Interessen ein für beide Teile tützlicher Vergleich möglich wäre. Ein diplomati ahrs Vorgeher Ialiens tönne volkonmen logsch. a. und ehrenvoll sein, weil es weiteres nichts unstrebe, als seine geographische, historische und ilitärische Grenze und die Vervollständigung sei Die Stimmung in Italien. Köln, 6. März. Ein italienischer Journalist, er gute Beziehungen unterhält, telegraphiert dem Büricher Korrespondenten der„Köln. Ztg.“, der Krieg sei in allernächster Zeit wohl kaum zu versneiden. In den letzten Tagen sei ein außerordentich starkes Anwachsen der Kriegsstimmung festzustellen. Die Mailänder„Perseveranza“, die viei Verständnis und Sympathie für Deutschland besitzt und bisher eifrig die Beibehaltung einer kor####ekten Nautralität verfocht, schreibt heute: Die Jegenwärtige Lage müsse wirklich als außerordentich gefährlich betrachtet werden. Heute trete die Entscheidung über Krieg oder Frieden an alle Neutralen heran. Sowohl für die Balkanmächte ie für Italien sei die Lage sehr peinlich, alle „ es ie ange nicht nche ertagen verden konne. Es sei heute ein sowohl von unseren Lundesgenossen wie dem Dreiverband anerkanntes politisches Dogma, daß Italien aus dem großen zeuropäisch=asiatischen Kriege nicht ohne Veränderung seiner politischen Geographie, ohne Erweitenung seiner Machtstellung, ohne genügende Garantien für seine Mittelmeerinteressen hervorgehen könne. Diesen Zweck zu erreichen, sei Sache der italienischen Staatslenker. Unbedingte Neutralität Italiens. bb Rom, 5. März. Die sozialdemokratische Parteileitung beschloß heute einstimmig, die Propagganda für die unbedingte Aufrechterhaltung der Neutralität fortzusetzen. —— Dei Klieg geden Frannreich. Die Vserfront. Der Artilleriekampf an der Yserfront ist, wie der„Nieuwe van den Dag“ aus Dünkirchen meldet, in den letzten Tagen erheblich stärker geworden. Die vorteilhaftesten Stellen schienen für die Verbündeten bei Dixmuiden, die ungünstigsten bei Nieuport zu liegen. Trotz aller Anstrengungen der Verbündeten in den letzten Wochen sei es aber nicht gelungen, den südlichen Teil der Front zwischen Dixmuiden und Ypern vorwärts zu brin gen. Die südliche Frontlinie gehe gegenwärtig von Ypern über Bixschote—Merhem, längs des Kanals bei Dixmuiden, habe dort eine keilförmige Ein buchtung mit östlich gerichteter Spitze bis Zarren, worauf die Front von Essen über Vladsloo, Beert, Leke, St. Pierre, Nieuport nach Westende verläuft. Die Stellungen auf beiden Seiten dieser Linie haben durch häufig dreifache Schützengräben und Stacheldrahtverhaue einen derart festungsmäßigen Charakter angenommen, daß eine Veränderung der Lage wohl nur durch irgend welche Vorgänge an anderen Teilen der Westfront möglich sein dürfte. Die Kämpfe in der Champagne. Die Durchbruchsversuche der Franzosen, die schon seit 14 Tagen ständig unternommen werden, sind, nach der Meldung unseres Generalstabes in jüngster Zeit mit zwei Armeekorps, also mit sehr starken Kräften unternommen worden, aber trotzdem kläglich gescheitert. Es gelang den Franzosen nicht, unsere Führung im Westen zu überraschen. Wir sehen hier wieder, wie im Dezember, den gleichen Kriegsplan im Westen und Osten, da von beiden Seiten heftige Offensivversuche gemacht wwerden, um einen Durchbruch zu ermöglichen. Die französischen Angriffe sind mittelbar gegen die deutschen Maßnahmen im Osten gerichtet, wenn sie auch naturgemäß als Selbstzweck aufzufassen sind, das Frankreich wohl in der Champagne eine schwache deutsche Stellung vermutet. 1 Die Tatsache, daß zwei Armeekorps auf einem kleinen Raum zum Durchstoß vereinigt worden find, bezeugt, daß die Franzosen tatsächlich die Absicht hatten, hier die starke dautsche Mauer zu durchbrechen. Sie sind durch die Erfahrungen, die sie Ende Dezember und Anfang Januar mit ähnlichen Versuchen gemacht haben, nicht belehrt wor“ den, trotzdem sie damals 150000 Mann verloren. Wie wenig unsere eiserne Mauer im Westen durch derartige Versuche erschüttert werden kann, geht aus den Erfolgen hervor, die wir in den letzten Wochen und sogar noch in den letzten Tagen gerade im Westen errungen haben. Unser Vormarsch bei Luneville auf einer Front von 20 Kilometern und in einer Tiefe von 6 Kilometern erfolgte zur selben Zeit, in der die Kämpfe in der Champagne tobten. Wir haben also im Westen nicht nur die Möglichkeit, dem ungewöhnlich verstärkten Ansturm Joffres die Spitze zu bieten, sondern wir sind auch in der Lage ehr kräftige Erfolge zu erzielen, trotzdem die Franzosen annehmen, daß wir alle verfügbaren Truppen nach dem Osten geworfen hätten. Der Durchbruchsversuch in der Champagne war aber eben so sehr darauf angelegt, die Bedrohung der eigenen Front zu mildern, wie der russischen Offen sve beizustehen. Es war nicht nur der Plan, spleichzeitig mit dem russischen Vorgehen selbst einen Ansturm zu unternehmen, sondern der Sturm in der Champagne wurde auch darum unternommen, um die starke Bedrohung von Verdun zu entlasten. Die französischen Zeitungen haben schon seit mehreren Tagen gemekbet, daß Verdun immer schärfer eingekreist werde. Die Offensive in der Champagne kann man als einen Versuch auffassen, die deutschen Truppen in möglichst großem Umfange von Verdun weiter nach Westen abzuziehen, um das Knie der gesamten Schlachtfront, dessen beide Schenkel sich eng um Verdun legen, außer Druck zu setzen. Wie wenig ihnen das bisher gelungen ist, das zeigen unsere jüngsten Erfolge nördlich von Verdun und Luneville. Feindliche Flieger über Nottweil. wlb Stuttgart, 6. März. Eine Bekanntmachung des stellvertretenden Generalkommandos besagt: Ein seindlicher Flieger erschien gestern über Rottweiler und warf 3 Bomben auf die Pulversabrik. Der dadurch entstandene Schaden ist gering und sterte den Betrieb der Fabrik in keiner Weise. Meitere Angriffe des Fliegers wurden durch das Schutzkommando verhindert. Immer noch Rufe nach Japan. Mailand, 5. März. Die Turiner Stampa erfährt aus Lyon, daß die von Frankreich an Japan gemachten großen Zugeständnisse in Indochina mit neeten Anträgen Frankreichs bei Japan auf Hilfeleistung im europäischen Kriege in Zusammenhang stehen. Die Verhandlungen über die Entsendung eines japanischen Hilfskorps nach Europa, sollen, dem Blatte zufolge, wieder ausgenommen worden sein. Der Biomade=Krirg begen ungland Us gesunken. otb Berlin, 6. März.(Amtlich.) Nach amtlicher Bekanntmachung der britischen Admiralität ist das deutsche Unterseeboot„U8“ gestern abend in der Nähe von Dover durch ein englisches Torpedoboot zum Sinken gebracht worden. Die Besatzung wurde gerettet. Der stellvertretende Chef des Admiralstabes: gez. Behncke. Wer andern eine Grube gräbt... Die Lage spitzt sich zu. Die amerikanischen Geschäftsleute, die aus den Kriegs=Lieferungen für England so lange Profit geschlagen haben, werden fluchen. Die Konjunktur scheint sich nämlich zu ändern. Die in den amerikanischen Eroßbetrieben hergestellten Ausfuhrartikel für die Verbündeten werden nun vielleicht nie mehr aus einem amerikanischen Hafen herauskommen. Und daran ist nur Englands Dummheit schuld, wettern die geschäftstichtigen Bankees. Die englandfreundliche Meinung Amerikas steht auf dem Aussterbeetat. Das unverschämte Bestehen auf die Erweiterung der englisch=französischen Blockade hat den Engländern in Amerika den letzten Stoß gegeben. Auch in Dänemark. Und in Schweden und Norwegen dito. Und Holland räuspert sich ebenfalls. Alle Welt kennt jetzt den gemeinsamen Feind! Amerika, das eine Zeit lang die Richtung verloren hatte und hin und her pendelte, hat sich gemausert und ist—neutral geworden. Die höchste Zeit war es. Jetzt steht Onkel Sam mit unwirschem Gesicht an der Freiheitsstatue des Neuyorker Hafens und schaut gespannt nach den Kriegsgewässern hinüber. Englands Beharren auf die „verschärfte Kontrolle des neutralen Handels“ war ein Faustschlag auf die wohlgemeinten Vermittelungsvorschläge Amerikas. Und die amerikanischen Blätter lassen keinen Zweifel darüber, daß Amerika auf das allerentschiedenste protestieren wird, falls England die erweiterte Blockadeandrohung wahr werden läßt. Amerika erwacht! Haag, 6. März. Die deutsch=amerikanischen und irischen Abgeordneten im amerikanischen Repräsentantenhause beabsichtigen, einer„Times"=Meldung aus Washington zufolge, im Namen zahlreicher Exportfirmen der Vereinigten Staaten der Regierung folgenden Vorschlag zu unterbreiten: sofern England die Ausfuhr amerikanischer Güter nach Deutschland nicht mehr zulassen will, soll von Amerika als Vergeltungsmaßregeln ein Warenund Kriegsmaterial=Ausfuhrverbot nach England und Frankreich erlassen werden. Für 80 Millionen Mark Schiffsladungen durch deutsche U=Boote versenkt. Genf, 5. März. Nach einer Aeußerung des Präsidenten Bruce Ismay einer großen englischen Versicherungsgesellschaft beläuft sich der verloren gegangene Wert der Ladungen der durch deutsche Unterseeboote zerstörten erglischen Schiffe bisher auf mehr als 4 Millionen Pfund Sterling. Ein englisches Linierschif; schwer beschädigt. tu Hamburg, 6. März. Nach Privatmeldungen aus England ist, wie das„Hamburger Fremdenblatt“ aus Rotterdam meldet, das Linienschiff „Exmouth“ in beschädigtem Zustande in Folkestone eingeschleppt worden.„Exmouth“ ist ein älteres Linienschiff, das im Jahre 1901 vom Stapel lief. Es mißt 14 220 To. und hat als stärkste Bestückung vier 30,5 Zentimeter=Geschütze. Deutsche U=Voote im Golf von Biscaya. bb Haag, 6. März. Zwischen der englischen und französischen Marineverwaltung finden, wie die „Daily Mail“ mitteilt, zurzeit Verhandlungen über die Einrichtung eines ständigen Torpedobootwachdienstes im Golf von Biscaya statt, da die Anwesenheit deutscher Unterseeboote in diesen Gewässern unzweifelhaft festgestellt ist, ja daß selbst auf der Neede von San Sebastian doutsche U=Boote beobachtet worden sind. Der Krieg gegen Rußland. Die Bedrohung Warschaus. tu Wien, 5. März. Die Korrespondenz „Rundschau“ meldet: Russische Kriegsberichterstatter teilen mit, daß im Norden von Warschau eine Gegenossensive der Russen in der Entwickelung sei und daß sich an der Linie Plock—Nacionsh starke seindliche Truppenkonzentrationen vollzögen, die offenbar darauf berechnet seien, die russischen Angriffspläne zu vereiteln und die Gefährdung Warschaus von mehreren Seiten aus anzubahnen. Amtlich wird in Petersburg gemeldet, daß entlang der gesamten Front vom Orte Jedwanno bis Bozdanow an der Weichsel eine heftige deutsche Offensive erfolge. Ein Berichterstatter betont, die Kriegslage in Polen sei schwankend. Die einzelnen Ortschaften wechselten fortwährend die Besitzer. Sie seien heute in deutschen und morgen in russischen Händen und umgekehrt. Die Kriegsberichterstatter, die von großen österreichisch=ungarischen Truppenkonzentrationen in der Bukowina erzählen, bezeichnen die Kämpfe in den Karpathen gegenwärtig als im Vergleich zu den Ereignissen in Polen von sekundärer Bedeutung, obwohl man mit äußerster Erbitterung und unter den schwersten Verlusten operiere. Russischer Soldatenmangel. wtb Petersburg, 5. März. Alle Russen im Auslande, die sich wegen weiter Entfernung ihres Wohnsitzes von Rußland bisher nicht zum Kriegsdienst haben stellen brauchen, haben jetzt dem „Njetsch“ zufolge Befehl erhalten, sich bis zum 14. März bei den russischen Konsulaten zu melden. Innere Schwierigkeiten Rußzlands. Die russische Zeitschrift„Wirtschaftsökonomie“ schreibt in Heft 5 in dem Artikel„Das Jahr in wirtschaftlicher Beziehung": Krieg und Mißernte lasten schwer auf dem landwirtschaftlichen Leben. ! W a s g e d e n k t m a n z u t u n, u m v o n d e r V o l k s w i r t schaft Rußlands das drohende Unheil abzuwenden? Ein düsteres Bild! 15 bis 20 Prozent an Arbeitern fehlen für die Feldbestellung, ebensoviel auch an Arbeitsvieh. Im Süden, Nordkaukasten und Sibirien ist bereits eine verkürzte Feldbestellung in den Wintersaaten eingetreten. Im Gouvernement Ssamara blieb(nach Daten der Semstwoverwaltung) in vier Kreisen bei 402000 Desjatinen Saatfläche 97000 Desjatinen unbestellt. Im Couvernement Tobolsk ist unbestellt eine Saat. fläche von 30 bis 50 Prozent. Insgesamt hat sich die Wintersaatbestellung in 34 Gouvernements verringert, in 38 Gouvernements dagegen vergrößert. In Nordrußland ist kein Sommersaatgetreide, in Südnußland keine Arbeiter. Die Frühjahrsarbeiten, die Maximalleistungen sein müßten, werden mit einem Minimum an Kräften und Geldmitteln ausgeführt. Die Folgen liegen auf der Hand. Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 6. März. **(Die zweite Kriegsanleihe und die Sparer.) In einem Erlaß an die öffentlichen Sparkassen Preußens hebt der Minister des Innern die Vorteile der zweiten Kriegsanleihe zu Anlagezwecken für das sparende Publikum hervor und würdigt die Teilnahme der Sparkassen bei der Begebung der ersten Kriegsanleihe und fordert schließlich zur nachdrücklichen Förderung der zweiten Kriegsanleihe durch eigene Zeichnungen der Sparer unter Verzicht auf die satzungsmäßigen Kündigungs. fristen auf. **(Die Brotbücher), ohne die es auch im Landkreise Hörde jetzt kein Brot und Mehl mehr in den Läden zu kaufen gibt, sind nunmehr den Familien und Einzelpersonen zugestellt. In handlicher, mit dem Namen des Buchinhabers versehener Scheide, befinden sich die Bücher, für jede Person, auch für Kinder. Die abtrennbaren Coupons gelten als Ausweis beim Einkauf von Brot und Mehl, für Erwachsene täglich 250 Gramm Brot oder 200 Mehl, für Kinder die Hälfte. Heftchen sind wochenweise eingeteilt, jede Woche hat eine andere Farbe. Die sieben Coupons der Woche tragen das gleiche Datum, zum Beispiel 7.—13. März. Die Bücher reichen bis zum 1. Mai dieses Jahres. Jedes Heft trägt die Aufschrift: Hütet die Hefte vor Verlust. Nichtübertragbar, worauf besonders zu achten ist. Wer seine Brotbücher noch nicht erhalten hat, tut gut, das sofort bei seiner Behörde zu melden.— Auf die Bekannt' machung betr. Brotkarten in heutiger Nummer sei alich an dieser Stelle noch besonders aufmerksam gemacht. **(Die Aufnahme der Kartoffelvorräte.) Mit Wirkung vom 4. März hat der Bundesrat angeordnet: Wer Vorräte von Kartoffeln mit Beginn des 15. März 1915 in Gewahrsam hat, ist der pflichtet, bis zum 17. März 1915 die vorhandenen Vorräte der zuständigen Behörde anzuzeigen, in deren Bezirk die Vorräte lagern. Die Anzeige über Vorräte, die sich an den Erhebungstagen auf dem Transport definden, ist unverzüglich nach dem Empjange von dem Empfänger zu erstatten. Vorräte unter 50 Kg. unterliegen der Anzeigepflicht nicht, insofern nicht die Landeszentralbehörde anordnet, daß die Anzeige sich auf solche Vorräte mit erstrecken soll. Der Reichskanzler wird ermächtigt, eine zweite Erhedung der Kartoffelvoträte im April oder Mai 1915 bei Anwendung der gleichen Bestimmungen anzuordnen. *(Deutschlands Versorgung mit Heringen.) Die Heringsausfuhr aus Nord Jütland nach Deutschland nimmt täglich einen größeren Umfang an. Trotz der Größe des Hilfspersonals ist es schwer, so gewaltige Heringsmengen zu befördern. Etwa 40 Wagenladungen gehen täglich ab. **(Unsere Eisenbahner im Kriege.) In der verstärkten Budgetkommission des Abgeordnetenhauses wurde sowohl von dem Vorsitzenden, wie von den Mitgliedern der Verwaltung hohe Anerkennung gezollt, für die großen Leistungen, durch welche die Eisenbahnverwaltung den an sie infolge des Krieges herantretenden Anforderungen im vollsten Maße entsprochen hat. Der Minister hob hervor, daß seit dem 2. November 70% aller vor dem Kriege in Betrieb gewesenen Zugverbindungen wieder zu benutzen seien. Der Personen= und Cüterverkehr hätte sich fortlaufend bis zum Januar 1915 gesteigert, erster auf 80 Prozent, der Güterverkehr auf über 90 Prozent des normalen Verkehrs. Auf die Ausnahmetarife sei überall, wo cs die Lage erfordert, Bedacht genommen. **(Im Kriege invalide gewordene Unteroffiziere), die imstande sind, an den Eingängen der Kriegsgesangenenlager die Stelle eines Pförtners wahrgunehmen, werden aufgefordert, sich bei der Inspektion der Gefangenenlager Münster, zurzeit Heerdestraße 1, persönlich oder schriftlich unter Beifügung der Militärpapiere zu melden. Stellvertretendes Generalkommando des 7. Armeekorps. **(Unfall.) Von einem bösen Unfall wurde gestern der Arbeiter Hellmann betroffen. Derselbe stürzte bei seiner Arbeit so unglücklich von einer Leiter ab, daß er außer inneren Verletzungen einen Bruch des linken Armes erlitt. Der Verunglückte wurde ins Krankenhaus gebracht. **(Staats=Eisenbahnverein.) Heute(Samstag) abend 8 Uhr wird Herr Oberbahnhofsvorsteher Ansorge=Geisecke im Hotel Quadbeck einen Vortrag halten über das zeitgemäße Thems:„Der Krieg, und die Volksernährung im gegenwärtigen Kriege.“ r.(Gefängnis für einen Taubenliebhaber.) Eine besondere Vorliebe für Brieftauben besitzt der 17= jährige Arbeiter Johann R. von hier und da seine Cltern diese nicht teilten und keine Tauben in ihrer Wohnung tulden wollten, stibitzte er sie aus fremden Taubenschlägen. So hat er über ein Dutzend Tauben zusammengestohlen. Die Hagener Strafkammer verurteilte den Burschen, der wegen Sittlichkeitsverbrechens in Untersucktungshaft sitzt, wegen schweren und einfachen Diebstahls in 5 Fällen u 6 Wochen Gefängnis. Kaufmannsschule der Handelskammer zu Hagen (Wests.) Wir machen auuch an dieser Stelle auf die Anzeige in dieser Nummer der Zeitung aufmerksam und fügen hinzu, daß die Kaufmannsschule den vollen Unterrichtsbetrieb in allen Abteilungen am 16. April d. J. aufnehmen wird. In ihren verschiedenen Abteilungen bietet sie jedem, der sich dem kaufmännischen Berufe widmen will, eine gründliche Ausbildung. Mündliche Anmeldungen werden an Wochentagen jederzeit, Sonntags von 11—12 Uhr im Schulgebäude, Hochstr. 80, entgegengenommen. Schriftliche Auskünfte werden bereitwilligst erteilt. Städtisches Schauspielhaus, Hagen. Es sei nochmals auf das am Sonntag, dem 7. März stattfindende Gesamt=Gastspiel des Berliner Theaters mit Arthur Schnitzlers„Liebelei“ hingewiesen. Schnitzler gehört seit Jahren zu den am meisten aufgeführten deutschen und österreichischen Dichtern. Die neue Dekoration des ersten Aufzuges stammt aus der eigenen Werkstätte des Städt. Schauspielhauses. Wegen der starken Nachfrage wolle man sich rechtzeitig mit Karten versehen.— Die Vorstellung beginnt mit Rücksicht auf die auswärtigen Theaterbesucher um 7½ Uhr und endigt um 9¾ Uhr. Stadttheater Dortmund. Sonntag, 7. März, nachmittags 3½—6½ Uhr:„Die Grocftadtluft“, Schwank in 4 Aufzügen von Osk. Blumenthal und Gustav Kadelburg.— Abends: Uhr:„Mignon“, Oper in 3 Akten von Ambroise Thomas. Gottesdienste am Sonntag. Evang. ref. Gemeinde. 9½ Uhr: Pastor Terberger. Versammlung der Konfirmierten. Svang. luth. Gemeinde. 9½ Uhr: Pastor Wischnath. 11 Uhr: Kindergottesdienst. 2 Uhr: Pastor Nell. Konsirmation. Gemeinde Westhofen. 10 Uhr: Pastor Klinker. 11¼ Uhr: Kindergottesdienst. Kath. Pfarrkirche Schwerte. 6¼ Uhr: Stille hl. Messe, Pfarrer Schnurbus. 7½ Uhr: Frühmesse mit Predigt. Gemeinschaftl. hl. Monats=Kommunion der Männer. 8¾ Uhr: Schulmesse mit Predigt, Kapl. Röseler. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2½ Uhr: Andacht. Wetterbericht der deutschon Seewarte. 7. März: Wolkig mit Sonnenschein, milder. 8.—Reist bedeckt, Regen, milde. Verantwortlich für die Redaktion Friedr. Kraao. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte. Gee-Per - u Nr. 55. Beilage Amtliches Kreisbiatt. — zu bringe Sparsamheit mit dem Brole ist eine pattioische Pflicht. Jeder gebe ein gutes Beispiel. seinem F Die Zeichnungen für die zweite Kriegsanleihe schreiten tüchtig vorwärts. Neben großen Körperschaften, die Summen bis 100 Millionen zeichnen, sind auch die weniger bemittelten Kreise nicht müßig, Anteile von 100 Mark und mehr zu erwerben. Einen beachtenswerten Vorschlag veröffentlichte dieser Tage die„Koblenzer Zeitung". Sie schrieb: Tausende und Abertausende von Kindern haben kleine Sparschätze aus Tauf=, Paten=, Weihnachts=, Geburtstagsgeschenken, oder auch aus Taschengeldern herstammend. Wie wäre es, wenn man das junge und jüngste Deutschland für den Erwerb eines„Titels" erwärmen könnte? Unsere Jugend hat sich so verdient um die Vermehrung des Goldbestandes der Reichsbank gemacht, sie wird sicher mit demselben Feuereifer für die Kriegsanleihe wirken und dazu zeichnen, was im= dürfen überzeugt in ihren Krästen steht. Wo die Spargroschen mehr lange lästi nicht reichen, um einen Anteil von 100 Mark zu erwerben, werden sich die Geschwister zusammentun oder Väter, Mütter und Tanten werden so lange bestürmt, bis die fehlende Summe zugefügt ist. Sicher gibt es aber in wohlhabenden Familien genug Kinder, die noch mehr als 100 Mark aufbringen können. Ein so erworbener Kriegsanleihetitel wird unserer Jugend bis tief in die Friedensjahre hin ein stolzer Titel sein. Als Nebenfolge wäre übrigens der erzieherische Wert einer solchen praktischen Einführung ins moderne GeldKreditwesen nicht gering einzuschätzen. #rtgen. Erst nach kurzem Besinnen kam die „Ja, ich bin hier seit einiger Zeit zu Seholung.“ Ich tat so, als wenn ich von seinem Fall nichts wüßte, und stellte eine allgemein gehaltene Frage über den Krieg und die russischen Operationen in Ostpreußen.„Die Eroberung von Ostpretußen", antwortete Rennenkampf,„die im Anfang des Krieges erfolgreich vorwärts ging, stieß plötzlich auf ernste Schwierigkeiten. Wir sahen uns durch überlegene deutsche Kräfte(Schwindel! D. Red.) aufgehalten und mußten uns angesichts der Uebermacht über die Erenze zurückziehen. Die sorgsame dautsche Vorbereitung, das dichte Eisenbahnnetz, das eine blitzschnelle Verschiebung gewaltiger Truppenmassen von einem Punkte der Front zum anderen gestattete, sodaß wir uns auch dort, wo wir zunächst in der Ueberzahl waren, unversehens starken Kräften gegenübersahen, machten eine Verwirklichung unserer ursprünglichen Pläne unmöglich.“ Und mit schlecht verhehltem Zorn fügt der General hinzu: „Man muß die Deutschen zerschmettern. Wir werden sie zerschmettern und werden siegen!(Wie die Winterschlacht in Masuren beweist! Red.) Sie t s e i n d a ß H i n d e n b u r g u n s n i c h t „ tangt fallen wird.“„Die Dautschen", Nikolai Nikolajewitsch versammelte Generalstab prüfte die von den Unterführern aufgestellte Behauptung von Rennenkampfs Unfähigkeit und kam zu einer Verurteilung: Nennenkampf verlor das Kommando und wurde von der Armee entfernt.“ Marzsturme. Der März zog in die Lande ein, Bald kommen Frühlingsboten, Bald lacht sein goldner Sonnenschein Der Welt, der brandumlohten. Und ob auch heiß im Kampfe liegt Volk wider Volk auf Erden, Der holde Lenzesglaube siegt: Es muß doch Frühling werden! Der Märzsturm hat sich aufgemacht An Tür und Tor zu pochen, Jetzt wird, und ob es braust und kracht, Des Winters Macht gebrochen. Der Frühling steigt von Berg und Tal, Der Winter muß ihm weichen, Des Lenzes flammend Siegsfanal Sei uns ein herrlich Zeichen. und —— Rennenkampfs Glück und Ende. (Eine Unterredung mit dem geschlagenen Heerführer.) Ein Mitarbeiter des„Secolo“ hat Gelegenheit gehabt, in Petersburg den General Rennenkampf, der in Ungnade gefallen und, wie einige wissen wollen, sogar in eine kriegsgerichtliche Untersuchung verwickelt ist, bei einer russischen Familie zu treffen und sich mit ihm zu unterhalten. Zufall hat es gefügt“, schreibt der italienische Journalist,„daß ich während eines meiner jüngsten Besuche in Petersburg General Rennenkampf in einer Gesellschaft traf. Ich wurde ihm vorgestellt. Er trug Generalsuniform. Eine vierschrötige, gedrungene Gestalt mit einem enorm rotbraunen, buschigen Schnurbart, in einem Gesicht, in dem sich die brutale Kraft des Kriegsmannes scharf ausprägt. Sein Fall schien ihm nicht sonderlich nahe zu gehen; wenigstens tat er mir gegenüber alles, um mich glauben zu lassen, daß er seines Kommandos sei. Seine Stimme klingt hart und plump wie seine Rede. Er spricht französisch, aber nicht sonderlich geläufig. Seine ganze Haltung ließ es mir angezeigt erscheinen, sein Unglück mit Stillschweigen zu übergehen; denn ich hatte das bestimmte Gefühl, daß er mir auf eine derartige Anfrage die Antwort schuldig bleiben würde. So begann ich die Unterhaltung mit der unverbindlichen Frage:„Sie sind schon lange in Petersburg?" Aber auch diese harmlosen Worte schienen ihn wie alle Anwesenden in Verr#####heit so schloß Rennenkampf seine Verteidigungsrede, „warfen von ihrem Kriegsschauplatz im Westen die besten Truppen, über die sie verfügten, gegen uns.. Aber das wird ihnen alles nichts helfen; sie werden geschlagen werden. Die begeisterte Kampfesfreude unserer Truppen ist über jedes Lob erhaben.(Wie die letzten 100000 Gefangenen beweisen!) Die Deutschen haben bei ihren Massenangriffen enorme Verluste erlitten. Sie sind niedergemäht worden, wie Korn von der Sense.“ „Zur Erklärung für meine Leser“, fügt der italienische Journalist hinzu,„will ich über die Gründe der Absetzung von Rennenkampf noch das folgende sagen: Die kaiserliche Garde hatte entsetzliche Verluste erlitten. In den aristokratischen Kreisen Moskaus und Petersburgs kam deshalb eine Rennenkampf feindliche Strömung in Fluß, dem man vorwarf, daß er, der ohnehin auf das Leben seiner Soldaten keine Rücksicht nehme, insbesondere die kaiserliche Garde direkt dem Opfertode ausgesetzt habe. Diese Anklagen fanden bald das Ohr des Zaren, und den Protesten gesellte sich die Bitte zu, Rennenkampf von seinem Kommando zu entheben. So konnte es denn nicht fehlen, daß der Schrei:„Die Deutschen haben uns verraten!", der seit der Schlacht von Narwa in Rußland ja stets erschallt, wenn man in Verlegenheit ist, für eine Schlappe eine stichhaltige Erklärung zu finden, immer lauter wurde. Und die Anklage war ja in diesem Falle auch nur zu begründet, war denn Rennenkampf nicht etwa ein Deutscher? Kurz, man hatte endlich den Sündenbock gefunden, und selbst die Bemühungen des Großfürsten Nikolaus Nikolajewitsch, den Ränken der Hofkreise zum Trotz Rennenkampf zu halten, konnten den Verurteilten nicht retten. Das durch Hindenburgs geniale Führung vereitelte russische Umgehungsmanöver gab ihm dann vollends den Gnadenstoß, da man seinem verspäteten Eingreifen die Schuld an der Niederlage zuschrieb. Jetzt war es für jeden sonnenklar, daß Rennenkampf, auf dessen strategische Ueberlegenheit man eben noch so viel Hoffnung gesetzt hatte, nur ein mitte mäßiger Durchschnitts=General war. Die anschuldigungen gegen ihn verdoppelten sich immer mehr; schließlich gingen seine Gegner über und brachten den Verhaßten auch glücklich zur Strecke. Der unter dem Vorsitz des Generalissimus und rlegenheit Bittcr. Der unter Ich sehe nänlichtäglich den Aritheraussak Der Märzsturm braust mit Siegsgewalt Und säubert uns're Grenzen, Er pfeist auch im Argonnerwald Den Takt zu blut'gen Tänzen. Vom Weichsel= und Dniepr=Strand Braust es hinauf zum Meere, Wie Märzsturm dringt in Feindesland Die Wucht der deutschen Heere! Und sturmbewegt zum Schwerte greift Die Wehr, die wir geschaffen, Der Landsturmmann, zur Tat gereift, Uebt den Gebrauch der Waffen. Es braust des Krieges Sturmgesang: „Flieg', deutscher Adler, fliege"; Und wer nicht alt ist oder krank, Der zieh' hinaus und siege. Der Märzsturm braust wohl übers Meer, Und macht dem Volk der Briten Den Kopf so heiß, das Herz so schwer, Falsch Spiel wird nicht gelitten! Und wie der Lenz die starre Macht Des Winters wird bezwingen, So wird Alldeutschlands treue Wacht Den Gegner niederringen. Wir lassen uns die Zuversicht Durch keinen Gegner rauben, Wir halten fest an Recht und Pflicht, Und unsern Frühlingsglauben. Zu jedem Opfer gern bereit, Woll'n wir das Höchste wagen, Es muß nach dieser schweren Zeit, Ein neuer Frühling tagen! — Samstag, 6 März 1915 (Arabien) an. Dort versahen wir uns mit Wasser und Munition. In Djeddah begegneten wir der herzlichen Teilnahme der osmanischen Behörden und der Bevölkerung. Dann setzten wir unsere Floßfahrt fort. Nach sechs Tagen trafen wir im Hafen von Akudja ein. Dort lauerte uns ein englisches Kriegsschiff auf; wir entwischten ihm aber dank der englischen Dummheit. Kaum hatte nämlich das englische Schiff uns bemerkt, so steuerte es mit ganzer Kraft auf uns los. Es fand aber das Floß leer vor; wir hatten uns alle vorher ins Meer gestürzt und schwammen glücklich an Land. In Aludja stellte uns die Bevölkerung Kamele zur Verfügung, die uns bis El Ala brachten. Von dort aus konnten die mutigen Deutschen später auf der Hedjasbahn Damaskus erreichen. Sie nahmen mit großer Tapferkeit an den Aufklärungsgefechten am Suezkanal teil. Jetzt sind sie nach Konstantinopel unterwegs, um sich hier den deutschen Behörden zur Verfügung zu stellen. Alle 15 sind Reservisten der deutschen Kriegsmarine. Büchertisch Alle unter dieser Rubrie besprochenen Bücher sind in der Carl Braus'schen Buchhandlung zu haben. Einen Ziergarten wünscht wohl jeder Gartenbesitzer nach seinen eigenen Plänen und Gedanken anzulegen. Ein vorzügliches Handbuch und ein zuverlässiger Ratgeber für alle Gartenfreunde ist das soeben erschienene Werk„Ziergärten". Praktisches Handbuch zur Anlage, Bepflanzung und Pflege von Haus= und Ziergärten von Karl Erwig(Verlag von W. Vobach u. Co., Leipzig.) Die leicht verständliche, zweckentsprchend knapp und übersichtlich gefaßte Darstellung wird durch etwa 200 Original=Abbildungen und 6 Pläne vorzüglich veranschaulicht. Das Buch kostet geheftet 2,40 Mk., gebunden 3 Mi. Verantwortlich Druck u. 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Wenn sie sich hier, Absicht, einen Trunk zu erlangenz, äx h e rf. gergde, die den Eimer hielt, beschäftigte, würde sie ge##dewegs in die Küche und die Zimmer sehen können, die früher dem Steueraufseher Satt und dessen Familie als Schlafräume gedient hatten. Sietriumphierte. Vorgesent. gut Hemt Gepziele nicht in nützliche Bahnen gelen..—, Egalag“e der Aufspürungen bereits die schonsten Erf#####e z verzeichnen hatte, behielt auch diesmal recht. In der Küchentür stand, in der schlichten Tracht der Diakonissinnen, eine Schwester und gourschir: gend etwas, Frau Hirse ging, ohne die Verlegenheit zu zeigen, auf sie zu und bat ut ein „Mir ist plötzlich unwohl geworden, und ich bite wegen der Belästigung v Henun sie wußte, was digung, setzte sie noch hinzu, dem### as e gv, sagte die funge Schwester kurzund beeilte sich, ihr das Gewünschte zu holen, dabei sorgfältig die Türe hinter sich zuschlagend. Frau Hirse spielte, als sie zurückkehrte, die Wehmütige. Ach, Schwester, ich kenne das. Wenn man einen Kranken zu pflegen hat, wünscht man alle anderen ins Pfefferland, stimmt das nicht? Ja,“ sagte Schwester Ulrike noch kürzer und nahm das Glas zurüick, Frou FSanstausehenden über das taktlose Venehmen berz, meitegr empört, aber äußerlich lächelte sie Ich fehr namttich ungrich den ergeherii, sren und nehme deshalb Anteil an seinem Ergehen. „Ja,“ sagte Schwester Ulrike wieder, aber diesmal eiskalt und bitterbose. Sie durchschaute jetzt den Zweck dieses„Unwohlfühlens“ vollkommen. Dann hob sie ihre Wäsche aus dem Eimer heraus und schwenkte sie so heftig hin und her, daß sich ein feiner Sprühregen auf Frau Hirsens neuen SumDiemerkte abernicht das Geringste davon. Ihre Augen hingen wie gebannt an den zierlichen Strümpfen, die Schwester Ulrikes Hände, in heller Empörung über die Aufdringlichkeit der Fremden, immer heftiger bearbeiteten. Die Entdeckung war un„Danenstrimse— Keiuste RumnugrinSstenz 1— extra fein— Ladenpreis mindestens drei Mark und fünfzig Pfennig," stellte sie fest. Der Schwester konnten sie nicht gehören, dazu waren zu fein und zu klein, die taxierte sie, nach den breiten Lederschuhen, in denen ihre Füße steckten, mindestens auf Männergröße. Also— die Geschichte war interessant und des näheren Eingehens Adien, Schwester, sagte sie plötzlich sehr eilig, und recht gute Besserung Ihrer Patientin!“ Sie legte auf das letzte Wort einen ganz besonderen „ Danke,“ hat Schwester Ulrike aber nicht geeinen Damenkaffee, der eigentlich erst im Märzfäl: —. in. Verwpaltungsalstent lia war Sie kamen aber trotzdem Provinzialbaukassen=Verwallngsassistent— die Frau Regierungssupernumerar—Frau Regiments: schreiber und die kleinen, schüchternen Seigeunen= frauen, die auf Gartenstühlen sitzen mußten, wei die guten, bequemen schon sämtlich ihre Bestimmung hatten. Sie drückten sie zwar schrecklich, aber es war doch wieder sehr, sehr interessant bei Frau besondere wegen der Patientin im Inspektorhaus mit der kleinen Strumpfnummer und dem geheimnisvollen Zauber, den die Gastgeberin aus gewissen Gründen noch nicht gänzlich enthüllen durfte. So viel wußten sie heute schon. Ganz richtig war die Sache nicht. Irgend etwas und irgend jemand lag dahinter verborgen. Aber sie verließen sich ganz auf die Hirsen. Die dunkle Geschichte war jetzt wirklich in den allerbesten Händen. Das meinten auch die Männer, als sie abends davon hörten. 9. Kapitel. Drei Wochen später ist es. Tarenberg kommt soeben aus dem Dienst nach Hause, legt den Mantel ab und will es sich bequem machen. Er ist hundemüde und hungrig dazu. Aber er soll sich der ersehnten Ruhe nicht lange freuen. Kaum hat er dem Lehnstuhl Platz genommen, da naht, in der Gestalt seines Freundes, die Störung. Blaß und überwacht sieht sein munteres Gesicht aus. Er stöhnt „Hans Weddo, mir ist sammervoll zu Mut,“ sagt er zerknirscht und hält sich mit beiden Häuden den Kopf.„Darum bin ich direkt vom zu Dir heraufgesprungen. Hast Du nicht irgend ein Mittelchen, damit der niederträchtige Kater endlich sein Miauen läßt?“ Tarenberg lacht und drückt Jürgen von Wachenhusen in denselben Lehnstuhl, auf den er an jenem Schreckensabend vor elf Wochen Nora getragen Nein, Jürgen, höchstens eiskaltes Wasser.“ Der macht eine Bewegung entsetzter Abwehr. Brr— um Gottes Willen. Bloß jetzt nichts mehr in den übervollen Magen hineinpumpen!“ „Wer spricht denn von innerlicher Anwendung, mein Lieber? Den Kopf sollst Du reinstecken, und dann sülle ich Dir mit der Kanne immer so ganz allmählich über den Brummschädel weg, nach, bis Jürgen stöhnt verzweifelter. „Was habe ich da gesagt— nichts mehr trinken? Das bezog sich natürlich nur auf des Wasser. Hast Du vielleicht zur inneren Erwärmung einen guten, alten Kognak zu Haus? Tarenberg wird ernstlich böse. „Wenn Du noch einmal diese Frage an mich stellst, lege ich Dich beim nächsten Skat rein, daß Dir Hören und Sehen vergeht.“ „Oder hast Du ein Pulver? Irgend was. Migränin, Antipyrin oder meinetwegen Chinin—. halte das Rumoren nämlich länger nicht mehr aus. „Nichts— gar nichts kann ich Dir geben, nur den guten Rat: Versuche zu schlafen. Es ist jetzt zwölf Uhr. Zwei volle Stunden gebe ich Dir Frist. Ich schicke Stümecke zu Deinem alten Herrn mit der gehorsamen Meldung, daß sein Einziger gestern wieder einmal, mit Verlaub zu sagen, aber Stränge geschlagen wäre und sich ihm daher seinem jetzigen, jämmerlichen Zustande nicht unter die Augen traute. Ich habe zu arbeiten und Dein Schlaf stört mich absolut nicht dabei. Wachenhusen liegt tief in dem weichen ster. Etwas wie Wohlbehagen überkommt ihn. „Wenn Du mich behalten willst und Deinen Stümecke schickst, natürlich mit verändertem Wortlaut in der Meldung, nur damit sie nicht etwa mit dem Mittag auf mich warten, so wäre ich Dir furchtbar dankbar." 220,16 Als Tarenberg nach zehn Minuten von der Instruktion des Burschen wieder hineinkommt, schläft Jürgen ganz fest. Er breitet sorglich die Decke über ihn und zieht den linken Feustervorhang zusammen. Dann steht er ein Weilchen nachdenklich still und betrachtet das Gesicht des Freundes mit dem lieben, übermütigen Ausdruck, den sogar das Elend des Jammers nicht vollständig verwischen kann. Es war kein Zug darin, der ihm freid gewesen wäre. Wie ein offenes Buch lag 9 der Büri Krie seit sich telle Per #ekte bege Neu vie ühl den Bun poli seurt ung ein für e scher 1 Par gan Ner. der det, den Ver Nie Ver nich zwi gen Dpe bei buch w Lek Die ben Ste Che La and Einigste-Preiss. Pwom und FLUGEL in altbewährter Güte, IBACH-PIANOLAPIANOS d. h. 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Gott erhalte unsern Kaiser! 1148 * delen in Galizien, nahe bei Lemberg, im September 1914, die durch die Hilfe der Deutschen mit dem Sieg auf der ganzen Linie endeten. 3 Akte. =„Traum in der Christnacht".— Ergreifende Geschichte aus dem Leben eines Unteroffiziers, der für seine Tapferkeit das Eiserne Kreuz erhält und Weihnacht 1914 bei seinen Lieben feiern darf. — 2 Akte.— „Edelmann und Bauer“ Feines Lustspiel in 2 Akten. Ihre Wahl. Die satale Verwechselung. Kitlys Hochzeil. Die Erbkante. eherne Der große Film vom Weltkrieg in 5 Abteilungen(Vorführungsdauer ca. 2 Stunden) Der Riesenfilm, der einzig in seiner Art, wird erleutert durch den Reise=Schriftsteller Dr. med. Schmidt Spozialar zr für Cmren“, Nasen- u. Halsleide Hagen i. W. Nordstr. 19, nahe Bahnhof Sprechzeit 10—12, 3—5 Uhr. Behandlung nach dem Stande der Universitäts-Klinik zu Göttingen. 1149 Teil 2. Teil 3. Tell W. Kunde, Düsseldorf. Vor dem Sturm. 3 Zimmer in der I. Etage meines Hauses, Sedanstr. 26, zum 1. 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Die Heimat— das rosenumsponnene Häuschen — der Mutter liebes Antlitz— und dicht daneben ein süßes, frisches Gesichtchen mit prächtigen Augen, eingerahmt von unvergleichlichem Blondhaar— ein Gesichtchen, immer bereit zum Lachen aus vollem. purpurnem Munde. Und zu diesem Blondkopfe gehörte eine schlanke, kräftige Gestalt. Zierlich wußte sie sich zu bewegen— kur; sie war ein wahres Juwel an Schönheit und Grazie. Er und sie waren Nachbarskinder. Die damals noch kleine Gartenstadt Erfurt in Thüringen war ihre gemeinsame Heimat. Sie— Eva Traugott, des reichbegüterten Gärtners Lebrecht Traugott Einzige— er — des Pastors Hinz Hiller siebentes Kind. Zusammen ausgewachsen waren sie, die blondlockige Eva und Pastors Hans, mitsamt seinen älteren Geschwistern, die wie die Orgelpfeisen nach oben gingen. Die g ringen Mittel des Pastors Hiller gestatteten den sieben Kindern durchaus keine Verwöhnung. Schmalhans war stets bei„Pastors“ Küchenmeister. Wenn aber der Magen auch nicht immer zu seinem Rechte kam— das Herz, ja, das versorgte der Vater bei den Seinen aufs allerbeste! Auf strengste Gewöhnung an Ehrenhaftigkeit und Gehersam hielt der Pastor Hiller in allem und jedem, und in Gemeinschaft mit seiner frommen Gattin flößte er seinen Keinen jene Liebe zu Gottes Wort ein, die auch das Her; des Greises noch in Nöten und Gefahren des Lebens er,rischt und auch stärkt. (Fortsetzung folgt.) **" 2 . 2 2 88 8 8.9 Schach. S 8 8 2 * G G 2 a 51 Bearbeitet von E. Schallonp. Aufgabe Nr. 406. Endspielstudic von J. Dusold in Grasenau. („Akademisches Monatsheft für Schach“, München.) Silwarz: 5 Steine. PM 311h Aälh 575 57 4% Rd. S füh.— Nuuch. 574 Wläch.— Gälih 4 R a d e d„* g h Weiß: 5 Steine. Weiß zieht an und erzwingt das Remis. e Set ug gun 8—99•1*(+99—90°(110—70 1200 M(Am OpTG io—Sppl) 8-M 9•X8D NXe Partie Nr. 409. Turnierpartie, gespielt zu Mannheim am 28. Juli 1914. Sizilianische Partie. Weiß: W. John, Breslau. Schwarz: Weiß: 1. e2—64 2. S21—13 3. 42—d4 4. S13X04 5. Sbl—03 D. Janowski, Paris. Schwarz: 77—05 Sb8—c6 c5X/14 S.8—16 Tas-b8 stärker war 9— Dies ist nicht gut, da der St6 in der Folge gänzlich zurückgedrängt wird. Empfehlenswerterist 47—46. „Field“ wird auch e7—e6 mit folgender Fortsetzung ausgeführt: 6 SdIX-6 b7 Xct 7. e4—e5 S16—d5 8. Sc3—e4 D.18—67 9. 12—f4 17-f5 10. e5X16 S45X16 11. Se4Xfö-g7X16 12 Dal —55- Ke8—08 usw. 6. Stl4Xc6 b7Xc6 Ob nicht jetzt doch d'Xc6 den Vorzug verdiente? 7. e4—05 S.6—68 8. Lfl—04 47—05 9. e5X.16 e7X6 10. Dal—13 46—05 11. Sc3X05 Dieses Opfer ist bei der offenen Stellung von Schwarz sehr vielversprechend. 11. c6X05 12. LcIXd5 D18-e7+ 13. Lcl—e3 14. 0—0 Entschieden die lange Rochade. 14.. L18—47 15. Le3—14 Auch dies ist nicht gut, da der Turm 1 un eine starke Verteidigungsstellung auf b6 bekommt. Weit stärker war 15. Le3—c5. 15.. 758—b6 16. Ld5—c6+ Th6Xc6 Weshalb Schwarz die Qualität aufgibt, ist nicht recht ersichtlich. Es sollte einfach Lc8—47 geschehen; 17. I#I—el wäre dann wegen der Entgegnung L#7 Xc6 vielleicht geradezu fehlerhaft. Nach dem Textzug ist Schwarz nun wirklich verloren. 17. D/3Xc6+ De7—47 18. TfI-e1+ S8—67 19. T.IXe7+1 KedXe 7 20. T. 1—e1+ Ke7—18 21. I./4—06+ K1s—28 22. Tel-8+ Lg7—18 23. T.8Xf5- K38—27 24. D.6—c3+ Aufgegeben. enkspruch. Es dark uns nicht niede#schlagen, wenn lib uns die Bemeikung ausdringt. das Grobe lei verg nlich; vielmehr, wenn wir sinden, das Vergangene sei groß gewesen, nuß es uns aulmuntern, seibst etwas von Bed uiung zu l.isen. Goeihe. 73 Dumer Logisch. Zwei Feldarbeiter unterhielten sich über die Klugheit der gegenwärtigen Generation.„Nir sind klüger, als unsre Väter waren,“ meinte der erste,„und die waren klüger als ihre Väter.“ Der andere dachte eine Weile nach, dann suh er seinen Gefährten an und erklärte:„Donnerwetter, Hannes, was für ein Dummkopf muß dein Großvater gewesen sein!“ Der beste Beweis. Polizeikommissar:„Sie scheinen ganz überzeugt zu sein, daß der Mann durch einen Zufall ins Wasser fiel. Wie können Sie wissen, daß kein Selbstmord vorliegt?“ Zeuge:„Das ist ganz unmöglich. Er hatte nämlich eine Flasche Schnaps in der Tasche, die noch ganz voll war. Nicht ein einziger Tropfen fehlte daraus.“ 2 6 SE S 5— *2 g F S E S R: #a 23 9 — * Sonser! Amtliches Kreisblatt Rafig für den kreis börde K 46. Jabrgang O Griles und äktelles Cagesorgen des Krelles O haupt-Annoncenblat Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 55. Samstag, 6. März 1915. Imeleitenerand. — Original-Kriegsroman aus ernster T it von Rudolf Hollinger. (32. Forzsetzung.)(Nachdruck verboten. Alle Rechte vorbehalten.) ie Leichtverwundeten, die noch fähig geweten waren, in den Sattel zu stei en. waren offenbar von den ftiehenden Kosaken mit enommen worden. Sieden Tote aber halten sie auf dem Kampfplatz zwrückgelassen. Auch ihnen “ erwies man einen Liebesdienst insofern, daß man sie nebeneinander längs der Friedhofsmauer niederlegte und ihre Gesichter mit Tüchern bedeckte. Die Bestattung freilich mußte bis zur Ankunft des Bataillens verschoben werden. Hertha hatte ihren Vater daran erinnert, in welcher Angst sich Helga wegen ihres Schicksals besnden müsse, und daraushin hatte Herr von Raven mit seinen glücklich geretteten Pferden und Wagen die Rückfahrt nach dem Herrenhause angetreten. Aber er hatte das Dorf nicht verlassen, ohne Erich Leuthold die zuversichtliche Hoffnung auf ein Wiedersehen an diesem oder am folgenden Tage auszudrücken. „Auch ich rechne bestimmt darauf,“ hatte Hertha hinzugefügt, und dabei hatte sie dem Leutnant einen Blick zugeworsen, der ihm unzweideutig sagte, daß ihre Worte aufrichtig gemeint waren. Die Gegenwart ihres Vaters machte natürlich jede Art von Aussprache unmöglich, ganz abgesehen davon, daß die Situation ja auch laum zu einer solchen angetan war. Ader Erich Leuthold konnte unmöglich die Empfindung haben, daß irgend etwas von der Beklommenheit des Schuldbewußtseins in ihrem Benehmen gewesen war. Sie war ihm gegenübergetreten, als wäre zwischen ihnen nichts vorgefallen, das ihm ein Recht gab, ihr zu zürnen. Und ein einziger Blick in ihre Augen hatte all den Groll, mit dem er während dieser letzten Wochen sein schwerverwundetes Herz zu wappnen gesucht, in nichts zerstäuben lassen. Nur mit halbem Ohr noch hatte er die Versicherung des Rittmeisters vernommen, daß es ihm eine Ehre und eine Freude sein würd, den Offizieren und Mannschaften des Bataillons seine Besitzung mit allem, was sie zu bieten vermöge, zur Verjügung stellen zu dürfen. Dann hatte er den Davonfahrenden noch ein paar Sekunden lang nachgeschaut, bis die Erinnerung an die große Aufgabe, in deren Tinste er jetzt mit Leiv und Leven stand, ihm zu einem raschen Sieg über die rebellischen Regungen seines Herzens verhalf. Das Geräusch der sich entsernenden Fahrzeuge war noch nicht verklungen, als er sich schon wieder zu seiner soldatischen Pflicht zurückgesunden hatte. Ruhig traf er seine durch die Lage gebotenen Anordnungen und gab den waceren Landwehrmännern dasselbe Beispiel umsichtiger Tücktigkeit, als das er ihnen vom ersten Tage an hatte erscheinen müssen. Eine halbe Stunde später rückte, nachdem das Bataillon auf verschiedene Punite verteilt worden war, eine Kompagnie in gechlossener Marschkolonne in das von den Kosaien gesäuberte Dorf ein, von seinen Bewohnern mit heiler Begeisterung empfangen. Der Hauptmann hatte Befehl, hier für die Nacht in Quartier zu gehen, und da die wenigen Häuser auch under Ausnutzung aller verfügbaren Räumlichteiten für die Mann= schaften nicht ausgereicht hätten, war iym die Aus.icht, einen Teil der Leute in dem natzegelegenen Herrenhause und seinen Nebengebäuden unterbringen zu können, natür ich sehr angenehm. Mit Leuthold freilich hatte er nach Empfang der ausfahrlichen Meldung von der Vertreibung der Kosaken eine kleine Auseinanderzetzung unter vier Augen, die in ihrem ersten Teil wie eine scharfe Zurechtweisung und an ihrem Ende wie ein aus vollem Herzen gespendetes Loo aussah. „Hätten Sie sich im Manöver einer solchen Eigenmächtigkeit schuldig gemacht, so wäre für Sie nichts anderes dabei herausgesprungen als eine ellen ange Nase,“ meinte er zum Schluß.„Im Kriege aber kommt. es zu Ihrem Glück hauptsächlich auf den Erfolg an. Na, und der scheint ja wirklich derart gewesen zu sein, daß man Ihnen gratulieren darf. Wenn ich lün tig gefragt werden sollte, welchen von den Herren meiner Kompagnie ich am liebsten auf einen besonders schwierigen Posten stellen oder mit einem ausgesucht brenzlichen Au trage betrauen mürde, so wird es wohl bis auf weiteres Ihr Name sein, der mir zuerst einföllt.“ „Heßen Dank, Herr Hauptmann!“ quittierte Leuthold mit strahlender Miene.„Aber wenn es mir gestattet ist, etwas zu bemerken, möchte ich ausdrücklich heroorheben, daß meine Leute sich ausnahmslos glänzend verhalten haben. Ich glaube, sie würden am liebsten gleich mit dem Bajonett gegen die Kosaken vorgegangen sein.“ „Kann ich mir wohl denken, mein lieber Leuthold,"“ lächette der Hauptmann, dem es sichtlich eine Erleichterung war, nunmehr die dienstlich ernste Miene ablegen zu dürfen.„Preußische Landwehr zu führen, istielen von jeher ein ganz besonderes Vergnügen gewesen. Die Leute wissen, für was sie kämpfen, und man braucht sie nur anzusehen, um gewiß zu sein, daß man mit ihnen einfach alles rislieren darf.“ 1 20 S• 8 G** S S-V-GPISSSZSE S•, *= DagEG S S.8 PEDSIESSD„E EGSHHES GEHEEESGE SOu S 480L * 9 S S EBE : 2 3 S• 30 533 53 Da der Kompagnie auf die von den Radfahrern erstattete Meldung hin ein Arzt und das benötigte Sanitätspersonal mitgegeben worden war, konnte man auch den verwundeten Russen sogleich die erste Fürsorge angedeihen lassen. Mit dem schwerverletzten Kosaken=Rittmeister sreilich sah es schlimm aus. Und er tobte in seinen Schmerzen wie ein Besessener. Man konnte nicht viel mehr für ihn tun, als ihm durch eine wohltätige Morphium=Injektion wenigstens vorübergehend Ruhe und Vergessen zu verschaften. Nach der Meinung des Arztes würde er den neuen Tag kaum noch anbrechen sehen. Ehe er in Bewußtlosigkeit fiel, war Leuthold an sein Lager getreten, um ihn zu fragen, ob er irgendeinen Wunsch habe, dessen Erfüllung nach Lage der Dinge möglich sei; aber der Verwundete, der nur mit Anstrengung verständliche Laute hervorbringen konnte, hatte keine andere Erwiderung gehabt als eine wilde Verwünschung. Es übte auch offenbar nicht die geringste Wirkung auf sein Gemüt, daß die Leute, in deren einzigem Stübchen man ihn gebettet hatte, mit der größten Freundlichkeit um ihn bemüht waren, obwohl der Mann sich unter denen befunden hatte, die er hatte erschießen lassen wollen, und obwohl die Frau fast an allen Teilen ihres Leibes die Spuren der von den Kosaken erhaltenen Peitschenhiebe trug. Mit dem Quartiermacher, den man nach dem Herrenhaus von Mallente abgeschickt hatte, kehrte der Rittmeister selbst zurück, um den Kompagniechef zu begrüßen und ihn nebst den Herren, die nicht aus Sicherheitsgründen im Dorfe zurückbleiben mußten, noch einmal ausdrücklich zu sich zu Gaste zu bitten. Leuthold hatte im Grunde seines Herzens gehofft, daß er davon ausgenommen bleiben möge. Denn wenn es auch trotz allem Voraufgegangenen ein heißes Glücksgefühl gewesen war, das ihn vorhin in Herthas Nähe durchströmt hatte, so fürchtete er sich doch davor, ihr noch einmal zu begegnen. Denn jene wenigen Augenblicke waren hinreichend gewesen, ihn zu vergewissern, daß sich in seinen Gesühlen für Hertha nichts geändert hatte, ja, daß seine Liebe zu ihr mitten in den gewaltigen Aufregungen dieser ereignisschweren Tage nur tiefere und festere Wurzeln in seiner Seele geschlagen haben mußte. Und die Umstände, unter denen das allmächtige Schicksal sie wieder auf seinen Lebensweg geführt hatte, umwoben zudem ihre holde Gestalt mit einem ganz eigenen romantischen Schimmer, der sie noch tausendmal begehrenswerter machte. Aber er konnte doch über alledem nicht vergessen, was sie ihm geschrieben, und er konnte nicht vergessen, auf welche Art sie sich ihm entzogen hatte. Hier war eine Schranke aufgerichtet, die sie für immer von ihm trennte, und jedes erneute Zusammensein konnte nur alte Wunden aufreißen und neue Wunden schlagen, für die es kein Heilmittel gab. Doch seine Hoffnung erwies sich als eitel. Als die Leute untergebracht, die Wachen ausgestellt und der Dienst für die Nacht geregelt war, schritt er mit einigen bevorzugten Kameraden dem Herrenhause von Mallente zu, und dann saß er in dem einfach behaglichen, traulich erhellten Speisezimmer am gastlich bereiteten Tische dem geliebten Mädchen gegenüber, wie wenn sie einander in Wahrheit nie etwas anderes gewesen wären als gute Bekannte und Kameraden. Es war ihm wie ein Traum. Noch vor wenigen Stunden würde er die Vorstellung einer solchen Möglichkeit als die tollste Phantasie belächelt haben. Und trotz seiner wachen Sinne fiel es ihm mitunter schwer, dies alles für volle Wirklichkeit zu nehmen. Im innersten Herzen war er erstaunt über die Unbefangenheit, die Hertha ihm gegenüber zu bewahren vermochte. Wenn sie auch meist durch die Unterhaltung mit dem Hauptmann, ihrem galanten Tischnachbar, in Anspruch genommen war, so fand sie doch oft genug Gelegenheit, sich auch an ihn zu wenden, und dann war niemals etwas von Verlegenheit in ihrer Stimme oder in ihren Worten zu spüren. Sie plauderte von ihren gemeinsamen Münchener Erinnerungen, und sie brachte es sogar fertig, jenes letzten Ausfluges an den oberbayerischen See Erwähnung zu tun, der durch die Schreckenskunde aus Serajewo einen so betrüblichen Abschluß gefunden hatte. Der Rittmeister hörte offenbar seine Tochter nicht allzu gerne von ihrem Münchener Aufenthalt sprechen, und wenn sie sich nach seiner Meinung zu sehr in diese Reminiszenzen zu vertiefen begann, kam er regelmäßig mit einer Bemerkung dazwischen, die dem Gespräch eine andere Wendung geben sollte. Aber es hätte dessen meist kaum bedurft. Denn Erich Leuthold fand trotz aller Bemühungen den rechten Ton nicht, um auf Herthas Absichten einzugehen. Für ihn bedeuteten die Münchener Erlebnisse denn doch zuviel, und er litt zu sehr unter dem Anblick des herrlichen Mädchens, das ihm auf immer verloren war, als daß er das alles jetzt wie etwas nie Geschehenes hätte behandeln können. Seine Antworten waren kurz und gequält, und gegen seinen Willen mochte wohl hier und da sogar etwas wie Bitterkeit aus ihnen klingen. Die in lebhafter Unterhaltung begriffenen Tischgenossen bemerkten das wohl nicht— mit einer einzigen Ausnahme vielleicht. Und wenn ihm der Sinn danach gestanden hätte, sich um Helga von Raven zu kümmern, so würde Leuthold möglicherweise bemerkt haben, daß er für sie seit dem Augenblick, wo sie von seiner alten Bekanntschaft mit ihrer Schwester gehört hatte, ein Gegenstand ganz besonderen Interesses geworden war. Sie, die vielleicht die Stillste und Schweigsamste an der kleinen Tafel war, ließ ihre Blicke merkwürdig oft zwischen ihm und Hertha hin und her gehen, und namentlich dann, wenn er gezwungen war, auf irgendeine an ihn gerichtete Bemerkung Herthas zu antworten, hingen ihre Augen unverwandt an seinen Zügen. Doch er nahm es nicht wahr. All sein Denken gipfelte in dem sehnlichen Wunsche, daß dies Martyrium erst sein Ende erreicht haben möchte, und ein tiefer Atemzug der Erleichterung hob seine Brust, als endlich das Zeichen zur Aushebung der Tafel erfolgte. Die Herren leisteten der Aufforderung des Hausherrn, im anstoßenden Zimmer noch eine Zigarre zu rauchen, Folge, während die jungen Damen sich zurückzogen. Der Hauptmann, der erst hier erfahren hatte, wie bedenklich die durch Leutholds Eingreifen gerettete Situation gewesen war, hatte jetzt noch wärmere Worte der Anerkennung für den jungen Offizier als vorhin, und er gab ihm zu verstehen, daß er nicht unterlassen werde, an einer höheren Stelle sein mannhaftes Verhalten in das rechte Licht zu setzen. Aber Leuthold hatte keine rechte Freude mehr an diesem Lob, zumal er zu bemerken glaubte, daß Herr von Raven ihn jetzt mit mehr Zurückhaltung und Förmlichkeit behandelte als im Anfang. Dem alten Herrn schien die Freundschaft zwischen dem Maler und seiner Tochter gar nicht recht zu sein, und Leuthold, in dem sich wieder der alte Hanseatenstolz regte, blieb darum in dem Rauchzimmer nicht länger, als die Pflichten der Höflichkeit es unbedingt geboten. Dann beurlaubte er sich unter dem Vorwande großer Ermüdung und ließ sich das für ihn bereitgestellte Zimmer zeigen. Da aber dachte er noch nicht daran, sich zur Rube niederzulegen, denn in Wahrheit fühlte er trotz der Anstrengungen und Aufregungen des Tages nicht die geringste Ermüdung und wußte, daß es ihm vorläufig nicht gelingen würde, Schlummer zu finden. In voller Uniform an dem offenen Fenster des unbeleuchteten Zimmers stehend, blickte er in die wunderschöne Sommernacht hinaus. (Fortsetzung folgt.) Eine kleine Aenderung. Ein Kaufmann, dessen Geschäft in der letzten Zeit nicht besonders gut gegangen war, ließ sich ein schönes Plakat anfertigen, auf dem zu lesen stand: Wer hier einmal kauft, Kommt sicher wieder Er bemerkte auch, daß viele Leute stehen blieben, um das Plakat zu lesen, und er freute sich darüber, nur wunderte er sich, daß die meisten lachend weitergingen. Endlich ging er selbst hinaus, um zu sehen, was eigentlich die Lachlust der Leute reizte. Und siehe da, irgend jemand, vielleicht ein Konkurrent, hatte dem Spruch noch eine Zeile zugefügt, so daß er jetzt lautete: Wer hier einmal kauft, Kommt sicher wieder Und bringt das Gekauste zurück! Blüchers Schützling. Erzählung von M. v. Markovics. (Nachdruck verboten.) Wiederum schüttelte den Marschall der Frost, daß ihm die Zähne hörbar auseinander klapperten. Der junge Arzt deckte ihn warm zu. „Mohrenelement! Hiller, ich kann zwar die verdammte Quacksalberei nicht ausstehen, aber geben Sie mir ein ordentliches Pulver und machen Sie mir dazu einen recht steifen Grog! Ich kann eines nur mit dem anderen herunterspülen!“ Hans Hiller tat, wie ihm geheißen. Bald war der Grog gebraut, und Blücher ruhte nicht eher, als bis sein Feldscher gleichfalls einen Becher davon genommen. Der heiße Labetrunk tat seine Schuldigkeit— der Patient wurde ruhiger und endlich schläfrig. Willenlos ließ sich dann der greise Marschall auf seinem harten Lager in wollene Pferdedecken hüllen; das war die ganze Beqnemlichteit, die der junge Feldscher seinem verehrten„Marschall Vorwärts" bieten konnte. Nachdem Hans Hiller dem Festschlafenden nochmals die warmen Umschläge erneuert, hüllte er sich ebensalls in den Fetzen einer alten Decke und verließ leise das Zimmer. Der Mond hatte sich ganz verkrochen. Es konnte gegen Mitternacht sein, und der Wind hatte sich gedreht; er blies jetzt aus Südwest, und die Temperatur war milder geworden. Kaum war der junge Feldscher vor die Baracke getreten, als die Hufschläge eines Pferdes durch die Stille der Nacht erschallten. Wenige Minuten später hielt der Reiter auf schaumbedecktem Schimmel vor dem Hause. Es war Nostiz, der Adjutant Blüchers. „Ich muß den Marschall sogleich sprechen— die Uebergabe von Paris ist unterzeichnet— und morgen früh nenn Uhr ziehen wir als Sieger in das schöne Paris ein.“ „Gott sei gelobt!“ flüsterte Hans Hiller und bedeutete dem anderen damit, gleichfalls leise zu sprechen. „Endlich ein freundliches Walten des Geschickes! Doch den Marschall jetzt zu stören ist unmöglich— er schläft — seit achtundvierzig Stunden das erste Mal! Es hat mich unendliche Mühe gekostet, ihn nur zur Ruhe zu bewegen— sein Zustand——“ „Aber er muß von der Urkunde Kenntnis nehmen," beharrte der Adjutant und machte Miene, ins Haus zu treten. „Ich stehe für nichts, wenn wir jetzt den Marschall aus dem wohltätigen Schlummer reißen! Es ist eine schwere Krankheit im Anzuge— er ist völlig unfähig zum Dienste!“ „Sie glauben doch nicht—?“ flüsterte nun auch Nostiz und blickte ängstlich nach dem Fenster, welches durch das kleine Oellämpchen erleuchtet wurde. Auch er war dem Marschall herzlich ergeben. Der Feldscher beruhigte den erschreckten Adjutanten:„Ich hoffe zu Gott, daß es vorübergehen werde, indes, wir müssen mit des Marschalls Jahren rechnen und mit den ungeheuren Strapazen, die er in seinem reichbewegten Leben hinter sich hat!— Ist Ihnen bekannt, daß mein Vorgesetzter, Stabsarzt Korff, heute schwer verletzt wurde? Ich habe mir die Vergünstigung erbeten, den Marschall p,legen zu dürfen, obwohl die Verantwortung schwer für mich ist.“ Der Adjutant klopfte seinem unruhigen Schimmel beruhigend und lieblosend den Hals.„Sie haben recht, der Marschall mag kein leicht zu behandelnder Kranter sein. Den ganzen Tag sah ich heut seine blutunterlausenen Augen vor mir. Wie soll das werden, wenn er sich nicht schont!“ Hans Hiller erwiderte energisch:„Der Marschall kann unmöglich morgen beim Einzuge dabei sein! Er verliert das Augenlicht, wenn es dazu kommt!! Und „So schlimm steht es mit seiner Gesundheit?“ Die tiefste Besorgnis sprach aus Nostiz' Frage. „Nur die äußerste Schonung und Pflege kann das heranziehende Unglück abwenden. Sie werden sich überzeugen, daß meine Wahrnehmungen von den Aerzten morgen bestätigt werden. Ich selbst werde den Marschall nicht einen Augenblick verlassen— aber an der Spitze seiner„Grasteu el“ wird Blücher morgen nicht in Paris einziehen!“ „Das wird ein härterer Schlag für ihn sein, als wenn er ein Gefecht verloren hätte,“ sagte seufzend der Adjutant. „Nun denn— gute Nacht! Auch ich will ein wenig zu schlasen versuchen nach den Anstrengungen, die uns der heutige Tag so überreich gebracht. Aber, nicht wahr— sollte die geringste Wendung zum Schlimmen eintreten, so lassen Sie mich sofort wecken, lieber Hiller?" Er reichte dem Feldscher die Hand und ritt langsam hinüber über den Damm, wo einige zehn Baracken weiter, neben Schafställen gelegen, sich sein Nachtquartier befand. Nachdem Hans Hiller sich nochmals versichert hatte, daß sein b.rihmter Patient in liesem Schlummer lag, wenn auch das grrötete Antlitz und der hohe Puls von starkem Fiever zeugten, setzte er sich vor dem Türchen, das seitwärts bei der Baracke in den Garten führte, auf die hölzernen Stufen der Treppe. Der heiße Grog hatte ihn warm gemacht— somit spürte er die kühle Nachtluft gar nicht; zudem war er jung und warmblütig. Wie friedlich die Natur im Schlummer lag! Aber allerhand besondere Geräusche verrieten, daß in der ganzen Gegend etwas Außergewöhnliches vorgegangen. Nicht wie sonst schlug da und dort ein Hund an, auch die Hähne begrüßten nicht den nahenden Morgen, kein friedlicher Landmann zog langsam mit seinen landwirtschaftlichen Erzeugnissen nach der Seinestadt, um den großen Bauch von Paris füllen zu helfen. Nein— in der Luft lag noch der Pulverdampf— da und dort auf den Höhen des Montmartre flammten Wacht euer auf— Pferde stampften, und der Schritt der Posten, die wie eine Kette sich durch die Lager der Verbündeten zogen, gab ein fortwährendes Geräusch, wie von kommenden und weitereilenden Menschen — ein seltsames Geräusch. Anordnung ber die Abgabe und Entnahme von Brot u. Mehl. Auf Grund der§§ 34 und 36 der Bekanntadung des Stellvertreters des Reichskanzlers vom januar 1915(Reichgesetzblatt Seite 35) wird # den Landkreis Hörde folgendes angeordnet: § 1. die Abgabe und die Entnahme von Brot und hehl darf nur auf Grund von Ausweisen(Brot keinen) erfolgen, die vom Kreisausschuß des Landeises Hörde ausgegeben sind. prot im Sinne dieser Bestimmung ist jede utkware: Kriegsbrot(Roggenbrot mit Kartoffeler Weizenmehlzusatz), Vollkornbrot(Schwarz= ##ot. Schrotbrot), Weißbrot(Brötchen), insbeson##re auch Zwieback. Nicht als Brot rechnet reine Konditerware. Unter solcher ist Backware zu verbeben, zu deren Bereitung höchstens 10 Gewichtsile unter 100 der Gesamtmasse von Roggen= oder keizenmehl verwandt werden. Nehl im Sinne dieser Bestimmung ist Weizen=, beegen=, Hafer= und Gerstenmehl. den vom Kreiscusschuß des Landkreises Hörde bsgegebenen Brotscheinen stehen die in den StadtLandkreisen des Regierungsbezirkes Arnsberg # in den Kreisen Recklinghausen=Stadt, Reck###chausen=Land und Buer ausgestellten Broteine gleich. S 2. Jeder Brotschein gilt nur für die durch den #udruck bezeichnete Kalenderwoche; jedoch darf e Abgabe schon am Sonnabend der vorhergehenund noch am Sonntag und Montag der foleiden Woche geschehen. Die Verwendung der ##otscheine außerhalb dieser Geltungszeit ist unter# S 3. Jeder Brotschein für einen Erwachsenen berechgt zur Entnahme von 250 Gramm Brot oder 200 Framm Mehl, für ein Kind unter 5 Jahren zur Entnahme von 125 Gramm Brot oder 100 Gramm Kehl. Je 7 Brotscheine sind zu einem Brotbogen ir eine Kalenderwoche vereinigt. Für jede Perin werden Brotbogen für mehrere Wochen zusamengeheftet ausgegeben. Jeder Haushaltungsbrstand erhält soviel Brothefte, wie die Hausaltung vollbeköstigte Mitglieder hat. Die Brotheste für eine Haushaltung werden in einer Mappe, die mit einer Ordnungsnummer und dem Namen des Haushaltungsvorstandes(Bezugsberechtigten) versehen ist, verausgabt. Im Haushalte nicht oder nicht vollbeköstigte Personen erhalten ein besonderes Brotbuch. S 4. Zum Bezuge der Brotscheine ist nur berechtigt, wer in einer der Gemeinden des Landkreises Hörde polizeilich angemeldet ist. § 5. Das Brotbuch und die einzelnen Scheine sind nicht übertragbar. § 6. Bei der Entnahme von Brot und Mehl hat der Inhaber das Brotluch vorzulegen. Der Veräußerer hat die Scheine, die der veräußerten Gewichtsmenge entsprechen, sorgfältig abzutrennen und an sich zu nehmen. Für die Befolgung dieser Vorschriften haften neben dem Veräußerer Angestellte und sonstige Personen, deren er sich zur Veräußerung bedient. S 7. Der Veräußerer hat die abgetrennten Brotscheine zu sammeln und seinem Mehl= oder Brotlieferanten zu je 100 Stück gleicher Größe abgezählt und gebündelt oder in Bücher mit gummierten Blättern eingeklebt zwecks Beschaffung weiterer entsprechender Gewichtsmengen von Mehl und Brot auszuhändigen. Letzterer hat die Scheine in größeren, je nach der Menge zu wählenden Einheiten, ebenfalls abgezählt und gebündelt oder in Büchern mit gummierten Blättern eingeklebt an das zuständige Amt bezw. die Bürgermeisterei der Stadt Schwerte weiterzugeben. Von diesen Stellen wird das Mehl entsprechend auf die Lieferanten(Händler, Mühlenbesitzer, Innungen) verteilt. Die Ablieferung der Scheine hat seitens der Veräußerer spätestens am Dienstag, seitens der Lieseranten spätestens am Donnerstag der auf die Woche folgt, für die die Scheine Gültigkeit hatten, zu erfolgen. Die aus auswärtigen Stadt= und Landkreisen stammenden Brotscheine sind gesondert von den übrigen Scheinen zu sammeln, abzuzählen und entDie jetzt ausgehändigten Brotscheine gelten, vorbehaltlich früherer Einziehung, bis zum 3. Mai 1915. Nach Ablauf dieser Frist werden nette Scheine ausgestellt. Die Ausgabe erfolgt auf den Aemtern bezw. dem Rathause der Stadt Schwerte oder an den von den Ortsbehörden besonders bekannt gemachten Ausgabestellen. Bei der Ausgabe neuer Brotscheine sollen die nicht verwendeten Brotscheine der ab gelaufenen Wochen von den Ausgabestellen abgetrennt und zurückbehalten werden. § 9. Bei den Ausgabestellen sind alle vorkommenden Veränderungen in der Zusammensetzung des Haushaltes zu melden. Der Umschlag ist dabei zur Berichtigung der Zahl mit vorzulegen. Zur Erlangung eines Brotheftes für ein neugeborenes Kind ist die Geburtsbescheinigung des Standeamtes, zur Erlangung von Brotheften für zugezogene, auch ftur vorübergehend anwesende Personen, wie z. B. Hausbesuch, ist die Anmeldebescheinigung des Meldeamtes bei der Ausgabestelle vorzulegen. Bei Abzug ist bei der polizeilichen vorgeschriebenen Abmeldung im Meldeamte eine Bescheinigung der Bisgabestelle über die erfolgte Abgabe des Brotbuches vorzulegen. S 10. Krankenhäuser, Waisenhäuser und ähnliche öffentliche und private Anstalten erhalten eine der jeweiligen Zahl der Insassen entsprechende Anzahl von Brotscheinen. Besondere Regelung der Aushändigung der Brotscheine bleibt gemäß§ 13 vorbehalten. § 11. Castwirtschaften(Hotels) erhalten eine dem durchschnittlichen Uebernachtungsverkehr der jeweilig letzten beiden Wochen entsprechende Anzahl von Brotscheinen. Für Schank= und Speisewirtschaften finden keine Ausnahmen statt. Auch hier erfolgt die Ausgabe von Brot nur bei Behändigung eines Brotscheins. Besondere Regelung der Aushändigung der Brotscheine bleibt gemäß§ 13 vorbehalten. S 12. Diejenigen Haushaltungen, in denen sich noch Mehlvorräte über 15 Pfund hinaus befinden, sind Montag, den 8. März. sprechend zu bezeichnen. unserer berühmten 95 Pfg-Tage. Die gewaltigen Waren-Quantitäten, welche zum Haupt-Tag unserer 95 Pfg.-Tage ausliegen, werden durch ihre Preiswürdigkeit wiederum das grösste Aufsehen erregen. Ein Besuch unseres Kaufhauses ist daher unbedingt zu empfehlen. Auch während der 95 Pfg.-Tage bekannte Fahrtvergütung bei Einkäufen von 20 Mk. an. gehalten, dieselben dem zuständigen Amte(der Bürgermeisterei der Stadt Schwert) anzuzeigen und dem Kreiskommuralverband zu übereignen, widrigenfalls ihnen die Aushändigung eines Brotliiches solange verweigert werden kann, bis sie die in ihrem Besitze be'indlichen Mehlmengen voraussichtlich verbraucht haben. Es gilt die Vermutung, daß die bei der Zählung anfangs Februar angegebenen Vorräte unter einem Doppelzentner hinaus noch vorhanden sind. Diese Bestimmung bezieht sich nicht auf die Selbstversorger in den landwirtschaftlichen Betrieben.(§ 4 Abs. 4a der Bekannimachuung vom 25. Januar d. I.) Die Unternehmer der genannten Betriebe werden jedoch verpflichtet, allmonatlich am 1. jeden Monats der zuständigen Ortsbehörde anzuzeigen, laß der ihnen und den Angehörigen ihrer Wirtschaft vorbehaltene Mundvorrat sich nur um die auf den Kopf und für den Monat freigegebene Menge von 9 Kg. Brotgetreide(800 Gr. Mehl) rermindert hat unter Angabe des danach ihnen bis zur nächsten Ernte(etwr 15. August) noch verbleibenden Bestandes. S 13. Der Vorsitzende des Kreisausschusses trifft die zur Ausführung dieser Anordnung erforderlichen Bestimmungen. Er behält sich vor, mit Behörden, Anstalten, wohltätigen Einrichtungen und dergleichen oder im Einzelfalle besondere abweichende Vereinbarungen über die Gebrauchsregelung zu treffen oder Ausnahmen zuzulassen. § 14. Zwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden gemäß§ 44 der eingangs erwähnten Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichskanzlers mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bis zu 1590 Mark bestrait. Auch kann gemäß§ 52 derselben Bekanntmachung die Schließung der Geschäfte angeordnet werden. S 15. Die Anordnung tritt sofort in Kraft. Hörde, den 5. März 1915. Der Kreisausschuß des Landkreises Hörde. Namens desselben der Vorsitzende. I. V.: Dr. Burchard. Iserlohn. 1164 Soeben erschienen: Zuustrierter Jeulscher Ger.. 1910 (Kriegsausgave). Elegant gebunden 1 Mk. Aus dem reichhaltigen fertlichen Inhalie sei besonders hervorgehoben: Was mit Csingtau verloren ging. Hochinteressanter, lehrreicher Artikel von Geh. Reg=Rat Paasche, Bize Präsident beza; 6 Fliegerkampf zur See. Skizze aus dem Seekrieg 1911/19 von Kapitän Artikel von General Die Seeschlacht, interessante Schilderung von Kapitän zur See Halbstock, tiefergreifende Erzählung aus dem Leben der Marine von Ida Der Heldenkampf E. M. S.„Magdeburg“ 1914. Originalaufzeichnungen Klar zum Gefecht. Erzähl vom Bord des kleinen Kreuzers„Nürnberg“ aus Minennacht auf der Chemse(„Freiwillige vor!“— Das Los entscheidet— Eine schwere Aufgabe— Englands auste in Sicht— Zwei Helden), Der letzte Rampf der„Emden“. Ergreifende Schilderungen eines Augeneines Hilfskreuzers. Fesselnde Schilderung aus dem Der Untergang der„Ariadne". Geschildert von einem der Ueberlebenden Wie die Gneisenau im Hafen von Anlwerpen von den Engländern versenkt wurde. Von einem Augenzeugen geschildert, mit Abbildung. Verzeichnis der deutschen Krieg,g mit Angabe der Größe, Wasserverdrängung, Pferdehäfte, Anzahl der Schrauben, Armierung, Besatzungsstätt, Muschinenreisestrecke, des Aies uv. Vorätg in der Buchhandlung Carl Braus, Schwerke=Ruhr, Gr. Marktstraße 3—5. Am 17. Februar dieses jahres fiel in den Kämpfen in RussischPolen unser Platzmeister Gtto Wier Wir verlieren in demselben einen treuen Mitarbeiter, dessen Andenken wir in Ehren halten werden. 1159 Eisenlndustrie zu Menden u. Schwerte. A. G. 17 Ein älteres in allen Hausarbeiten erfahrenes Madchen gesucht. 1162 Frau Karl Middendorf Hagen i. W., Eckeseperstr. 44. Hände erzeugt das herrlich duftende „Sametin“. Bel aufgesprungener, roter rissiger Haut und bei Frostbeulen dürfte es nie fehlen, à Flasche 60 Pf. 3671 Nur bei: Max Mehlhose, Medizinal-Drogerie, Oste nstr Totsicher! wirkt Dr. Bufleb’s extra starkes mur Mottenpulver Angenehm im Geruch! Unübertroffene Wirkung! Grosses Paket 20 Pfennig. 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Februar in Russland, nachdem er von Anfang des Krieges an gekämpft hatte, mein innigstgeliebter, unvergesslicher Mann, der treusorgende Vater meiner beiden Kinder, mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter, der Landwehrmann Otts vollt Füselier Im Gren.-Reg. 5, 9. Komp. in Ilühenden Alter von 31 Jahren. Nur wer ihn kannte, kennt unsern Schmerz. In tiefster Trauer: Frau Otto Witt nebst Kindern Martha geb. Grube 1152 und Angehörige. Schwerte, Unser-Fritz, Stolzhagen, Hörde. Gelsenkirchen u Frankreich, 6 März 1915. 13 Die glückliche Geburt eines prächtigen JUNGEN zeigen hocherfreut an 1161 Max Niederstadt und Frau z. Zt. im Folde Paula geb. SchulteGerlingsen. Schwerte, den 5. März 1915. Rinj., Fähnr Prim., Abitur. Imenan 1 Thär. Prosp. frei. Die Beerdigung findet Sonntag morgen 11½. Uhr vom Sterbehause, Nordstr. 3, aus statt. Meiallbetten Ackalog frei Holzrahmenmatz., Kinderdetten Eisenmödelfabrin. Sudl i. Th. Verband Westsälischer Arbeilsnachweise. 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