* (Ho Sdumm Zetuur richen baleh auber Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 oiertekjährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Plo. medr. Wöchenkl. Gratisbeilage:„Ikustrierten Familienfreund“ u. tägl. Unterhaltungsblatt. Anzeigenpreis: Die siedengespaltene Petikzeile oder deren Raum 10 Pfg., Anzeigen von auswärts 15 Pig., Reklamezeile 40 Pfg. Jeder Nabatt gilt als Kassarabatt u. erlischt bei Konkursen. Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Sotsochtund ernaht.-Setltongepoltgnn. Amtliches Kreisblatt Westhofener Zeitung Langscheder Zeitung 1 99 Schwerter Uelksblau Verbunden mit: für den Kreis börde Holzwickeder Zeitung Aplerbecker Zeitung Schwerter Volkszellung Schwerker Tageblatt, O Schwerter Anzeiger Grltes und älteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeiger für den Kreis börde o Haupt-Annoncenblatt Ale bris, und icholpolzgelichen Derrna. gungen für den Kreis Hörde erlangen gemaß Bekanntmachung der Königlichen Regierung durch Verösseutlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbindliche Kroft.— Die „Schwerter Zeitung“ gewährt idren Adonnenteo für jeden aul! Tod endenden Unsall gediagungen: 300 Mk. Unfall. Druck u. Verlag o. Carl Braus. Schweris=Rudi Fernsp. 62. Telegr.=Adr. Braus Schwerie=Rut## Nr. 48. Freitag, den 26. Februar 1915. 47. Jahrgang. Zzeichtler die HWeils Filiegran“, 9e 0 Schühe zuhgg Arboitsos=leit ist zurücgegangen. Die Stunde ist gekommen, da von neuem an das gesamte deutsche Volk der Ruf ergehen muß: Schafft die Mittel herbei, deren das Vaterland zur Kriegsführung notwendig bedarf! Von der ersten deutschen Kriegsanleihe hat man gesagt, sie bedeute eine gewonnene Schlacht. Wohlan denn, sorget dafür, daß das Ergebnis der jetzt zur Zeichnung ausgelegten zweiten Kriegsanleihe sich zu einem noch größeren Siege gestalte. Das ist möglich, weil Deutschlands finanzielle Kraft ungebrochen, ja unerschöpflich ist. Das ist nötig, denn Deutschland muß gegen eine Welt von Feinden sein Dasein verteidigen und alles einsetzen, wo alles auf dem Spiele steht. Und schließlich: Es ist nicht nur Pflicht, sondern Ehrensache eines jeden Einzelnen, dem Vaterlande in dieser großen, über die Zukunft des deutschen Volkes entscheidenden Zeit mit allen Kräften zu dienen und zu helfen. Unsere Brüder und Söhne draußen im Felde sind täglich und stündlich bereit, ihr Leben für uns alle hinzugeben. Von den Daheimgebliebenen wird kleineres, aber nicht unwichtigeres verlangt: ein jeder von ihnen trage nach seinem besten Können und Vermögen zur Beschaffung der Mittel bei, die unsere Helden draußen mit den zum Leben und Kämpfen notwendigen Dingen ausstatten sollen. Darum zeichnet auf die Kriegsanleihe! Helfet die Lauen aufrütteln. Und wenn es einen Deutschen geben sollte, der aus Furcht vor finanzieller Einbuße zögert, dem Rufe des Vaterlandes zu folgen, so belehret ihn, daß er seine eigenen Interessen wahrt, wenn er ein so günstiges Anlagepapier, wie es die Kriegsanleihe ist, erwirbt. Jeder muß zum Gelingen des großen Werkes beitragen! Preußischer Landtag. Der Gesetzentwurf über die Erweiterung der Stadtkreise Essen und Oberhausen wird in dritter Lesung debattelos verabschiedet. Die Etatsberatung wird bei den Etats der Handels= und Gewerbeverwaltung und der Berg=, Hütten= und Salinenverwaltung fortgesetzt. Abg. Oeser(Vp.): Die durch den Krieg nach verschiedenen Fronten unserem Wirtschaftsleben auferlegte Prüfung ist glänzend bestanden worden, weil unser Wirtschaftskörper lückenlos aufgebaut ist. Reichsbank und Staatsbahnverwaltung haben Vorzügliches geleistet. Die Tätigkeit der Gewerkschaften bei der Arbeitsvermittelung war eine anerkennenswerte. Abg. v. Hassell(kons.): Unsere Industrie hat sich in bewunderswerter Weise in die veränderten Verhältnisse gefunden. Das Handwerk lernt durch den Krieg, daß nur durch Zusammenschluß etwas erreicht werden kann. Die Fäden, die es mit der Militärverwaltung anspann, müssen nach dem Krieg weiter dauern. Abg. Giesberts(Ztr.): Arbeitgeber, Angestellte und Arbeiter haben in gleicher Weise ein ausgezeichnetes Anpassungsvermögen bewiesen. Ohne ihre Organisation hätten sich die Handwerker an den Armeelieferungen nicht erfolgreich beteiliden können. M4i4h-ken Abg. Rosenow(Vp.): Der Reichsbank gebührt Dank für die Mustergültigkeit unserer finanziellen Bereitschaft. Der Reichsbankpräsident von Havenstein hat sich das Eiserne Kreuz wohl verdient. Handelsminister Sydow: Handel und Gewerbe Preußens haben sich bewundernswürdig den veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen angepaßt. Bei der Bekämpfung der Arbeitolosigkeit haben die Gewerkschaften hervorragend mitgewirkt. Abg. Hue(Soz.): Unser Wirtschaftsleben befindet sich in verhältnismäßig günstiger Lage. Die Großes Hauplquartier, 25. Februar 1915. Westlicher Kriegsschauplatz. In der Champagne setzte der Gegner gestern seine verzweifelten Angriffe fort. Sie blieben wie die vorhergehenden, trotz der eingesetzten starken Kräfte, ohne den geringsten Ersolg. Sonst nichts wesentliches. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Gefechte am Niemen, Bober und Narew dauern an. Die festungsartig ausgebaute Stadt Prasz= nysz wurde gestern von ostpreußischen Reservetruppen nach hartnäckigem Kampfe im Sturm genommen. Ueber 10000 Gefangene und 20 Geschütze, ein großes Lager von Maschinengewehren und viel Gerät fielen in In anderen Gefechten nördlich der Weichsel sind in den letzten Tagen 5000 Gefangene gemacht worden. In Polen südlich der Weichsel besetzten die Russen nach einem mit 5facher Ueberlegenheit ausgeführten Angriff das Vorwerk Mogily, südlich Bolimow. Sonst nichts wesentliches. Bemerkenswert ist, daß der bei Augustow gefangen genommene Kommandtur der 57. russischen Reserve=Div sion deutsche Offiziere fragte, eb es wahr sei, daß das von den Deutschen belagerte Antwerpen bald fallen würde. Als ihm darauf die Lage im Westen erklärt wurde, wollte er nicht daran glauben, daß das deutsche Westheer auf französischem Boden stehe. d Oberste Heeresleitung. unsere Hände. Die siegreichen Oesterreicher. 3900 Russen gefangen. Arbeitslosigleit ist zurückgegangen. Bedauerlich ist die Preistreiberei bei den Lebensmitteln. Beim Bergetat teilt Handelsminister Sydow mit, daß sich die Förderung auf über 60 Prozent der Friedenszeit gesteigert hat. Arbeitslosigkeit gibt es nicht. Kriegsgefangene werden im Vergbau mur beschäftigt, wenn sie selbst Bergleute sind und sich freiwillig melden. über eine Nach einer Zusammenstellung der„Frankf. Ztg." beläuft sich die Zahl der Kriegsgefangenen in Deutschland und Oesterreich=Ungarn nach der siegreichen Schlacht in Masuren auf über eine Million. Die Zahl der kriegsgefangenen Russen in Deutschland beträgt danach ungefähr 462000 Mann, Oesterreich=Ungarn dürfte mindestens 230 000 Russen gefangen halten, sodaß die Russen allein an Gefangenen eine Einbuße von 692000 Mann erlitten haben. Die Franzosen verloren an Gefangenen 237 600, die Belgier 37.000, die Engländer 19000 und die Serben 50 000 Mann. Diese Zahlen sind eher zu niedrig als zu hoch gegriffen. Sie ergeben, daß ein Heer von 1043000 Mann den Verbündeteten als Kriegsgefangene abgenommen ist, wovon drei Viertel auf Deutschland, ein Viertel auf Oesterreich=Ungarn fallen. wtb Wien, 26. Febr. Amtlich wird verlautbart vom 25. Februar, mittags: In Russisch=Polen keine Veränderung. An der westgalizischen Front brachte ein Vorstoß einer Gesechtsgruppe, die den Russen östlich Grybow mehrere Stützpunkte entriß, 560 Gesangene und 6 Maschinengewehre ein. In den Karpathen trat wieder starker Schneefall ein, der die Kampffähigkeit beeinflußt. Die allgemeine Situation änderte sich nicht. Der Angriff unserer Truppen in den Gefechten südlich des Dujestr schreitet mit Erfolg vorwärts. In den Kämpfen am 21. und 22. Februar wurden 10 Offiziere und 3338 Mann gefangen. In der Bukowina herrscht Ruhe. Der Stellvertreter des Chefg des Generalstabes: von Höfer, Feldmarschall=Leutnant. Der Seekrieg gegen England. Wieder ein englischer Truppentransport=Dampfer gesunken? #ehr Corriere delle Sera“s gingen, betnug der Schaden im Januar 1674 500 Meiland, A. Fehr.„Coriere bele Sauter meldet aus London: Nach einem Telegramm aus Eastbourne am Lloyd(am Kanal) ist am 24. Februar, nachmittags 4 Uhr, einige Seemeilen vom Damm von Eastbourne, ein Dampfer mit 1800 Mann untergegangen. Drei weitere englische Dampfer gesunken. wtb London, 26. Febr. Reuter meldet aus Scarborough: Der Dampfer„Deptford“ ist in der Nordsee auf der Höhe von Scarborough am 24. Februar gesunken Die Mannschaft glaubt, infolge eines Torpedoschusses. Die Besatzung ist bis auf einen Mann durch einen Passagierdampfer gerettet worden. wtb London, 26. Februar.(Neuter.) Der Dampfer„Rio Parana“, der nach Portoserrairo unterwegs war, und der Dampfer„Harpalion“, der nach Newportnews fuhr, wurden auf der Höhe von Beachy=Head torpediert und versenkt. Die Bemannungen sind gerettet mit Ausnahme von drei Chinesen, die durch die Explosion umkamen. Die englischen Schiffsverluste. bb Amsterdam, 26. Febr. Aus dem Bericht der Vereinigung der Versicherungsagenten in Livervool ergibt sich, daß im Januar 41 englische Schiffe verloren gegangen sind, gegen 23 im Januar 1914. Für die hauptsächlichsten Dampfer, die verloren gingen, betnug der Schaden im Januar 1674 500 Pfund, wovon 297500 Pfund dem Kriege zugeschrieben werden. Der Verlust an Segelschiffen betrug 106 100 Pfund, wovon 30000 aus Rechnung des Krieges kommen. Schwieriger Postverkehr durch die Nordsee. bb Stockholm, 26. Febr. Auf Grund der jetzt herrschenden Verhältnisse in der Nordsee hat sich der Postverkehr mit England in bedeutendem Grade schwierig gestaltet. Der große Thuledampfer, mit dem die Postbehörde das Abkommen getroffen hat, die Post von und nach England zu befördern, konnte in den letzten Tagen von Göteborg nicht abgehen. Infolgedessen haben sich bereits große Mengen von Postsachen angesammelt. Die Postbehörde sah sich genötigt, andere Dampfer zu nehmen, die trotz des Risikos abgehen. Schiffstrümmer eines Truppendampfers. tu Rotterdam, 25. Februar. Der norwegische Dampfer„Orla“ meldet, daß er im englischen Kanal Wrackstücke und Uniformmützen treiben gesehen hat, die wahrscheinlich von einem versenkten englischen Truppentransportdampfer stammen. Auch der von Hull hier eingetroffene englische Dampfer „Jervaux Abbey“ hat beim Nordhinder=Fouerschiff zahlreiche Wrackstücke und militärische Kleidungsstücke, sowie viele Minen gesehen. Nach Angaben der Besatzung herrschte unter der Bevölkerung von Hull große Erregung. England— Japans Schuhputzer. Ein Freund der„Frankfurter Zeitung“ in Ostasien teilt folgendes nette Geschichtchen über die erste Zusammenkunft mit, die der Gouverneur Meyer=Waldeck bei den Uebergabeverhandlungen von Tsingtau mit dem japanischen General Kamio hatte. Kamio sprach die Hoffnung aus, daß Deutschland und Japan nie wieder in Waffen gegeneinander stehen werden usw. Während der Zusammenkunft wurde der anwesende englische General vollständig als Luft behandelt. Als Kamio dann bemerkte:„Meine Herren, durch die Gnade meines Herrschers, wird Ihnen auch in Japan das Tragen des Degens gestattet“, sagte plötzlich der Engländer:„Auch ich habe ihnen mitzuteilen, daß durch die Gnade meines Souveräns... „Können Sie mir das schriftlich zeigen?" fragte der japanische General, und fügte, als er eine verneinende Antwort erhielt, hineet:„Ich gebe Ihnen 24 Stunden Zeit, nach London zu telegraphieren, sonst können Sie nicht Ihren Namen unter dieses Protokoll setzen.“ Die japanischen Forderungen Das Reutersche Bureau gibt eine Meldung der „Associated Preß“ aus Peking vom 19. Februar wieder, in der es heißt: Wenn die Mitteilungen vermutlich gut unterrichteter chinesischer und ausländischer Quellen sich bestätigen, so verschwieg Japan in seiner Denkschrift an die ihm befreundeten Mächte einige seiner an China gerichteten Forderungen. Es verlangte u. a., daß bei etwaiger Ernennung von Ausländern zu Beratern der Polizei=, Militär= und Finanzverwaltung Japaner bevorzugt würden, und daß von Chinas künftigem Bedürfnis an Waffen und Munition die Hälfte in Japan beschafft oder aber ein Arsenal mit japanischem Betriebsmaterial unter japanischer Leitung errichtet werde. Ferner verlangt Japan von China dieselben Vorrechte wie andere Nationen zur Einrichtung von Missionen und Bau von Schulen, sowie Kultusstätten zur Förderung des Buddhismus. Weiter verlangt Japan, daß Konzessionen für Eisenbahnen, Bergbau uund Errichtung von Docks 00 Sparsamheit mit dem Brose ist eine palriolische Pflicht. Jeder gebe ein guses Beispiel. künftig nur noch an Japaner, an andere Ausländer nur mit Japans ausdrücklicher Genehmigung verliehen werden. Wie verlautet, machte China drei Gegenvorschläge hinsichtlich Konzessionen in der Mandschurei, Mongolei und in Schantung, erklärte sich auch zu einer öffentlichen Erklärung bereit, niemals einen Hasen oder eine Insel an eine andere Macht abtreten zu wollen, weigerte sich jedoch, der japanischen Regierung Bürgschaft dafür zu geben. — Ktieg gegen England. Was erwarten wir vom U=Boot=Krieg? Welche unbezahlbaren Vorteile aus dem glücklich durchgeführten Tauchbootverfahren gegen England winken, geht aus den Ausführungen des um unseren Kolonialbesitz verdienten Afrikaforschers Dr. Karl Peters hervor, der feststellt, daß die Abschneidung der Zufuhren für die britischen Inseln eins der Mittel ist, durch welches wir hossen können, den Krieg in absehbarer Zeit zu beenden. Gelingt es Deutschland, die Zufuhren nach Großbritannien auch nur sechs Wochen abzuschneiden, so läge das britische Reich vor uns auf der Erde und müßte um Frieden nachsuchen. Denn nur für diese Periode sei es verproviantiert. Die Erwartung der Welt auf den Erfolg unserer Maßnahmen ist also sehr zu begreifen. Das Recht des freien Meeres hat Norwegen mehrfach betont und tatsächlich ist auch der jetzige Seekrieg bei der langgestrekten Grenze Norwegens nach der Seeseite hin für dieses Land von ungeheurer Bedeutung. Der norwegische Minister des Aeußeren, dessen Bemühungen um unbedingte Aufrechterhaltung der Neutralität von allen Kreisen Norwegens anerkannt werden, antwortete auf eine Anfrage im Abgeordnetenhause wegen der von der Regierung betriebenen Neutralitätspolitik, daß in London, als England die Nordsee als Kriegsgebiet erklärte, von den drei nordischen Ländern eine gleichlautende Protestnote übergeben wurde, in der die Aufrechterhaltung des Völkerrechts gefordert, auf die Gefahren der Minen hingewiesen, das Recht des freien Meeres betont und die erforderlichen Vorstellungen erhoben wurden. Die Lage sei jedoch sehr ernst und niemand weiß, was noch geschehen kann. Weitere fünf englische Dampferlinien eingestellt. Berlin, 25. Febr. Der„Rotterdamsche Courant“ meldet aus London, daß weitere fünf englische Dampferlinien gestern wegen deutscher Unterseebootsgefahr die Ausfahrt einstellten. (Wie wir vor kurzem mitteilten, entschlossen sich 17 Dampferlinien zur Einstellung ihrer Fahrten. Es sind also jetzt schon insgesamt 22. Schriftl.) England bleibt bei dem Mißbrauch der neutralen Flaggen. bb Gens, 26. Febr. Wie der Mailänder „Corriere della Sera“ meldet, hat die englische Regierung am 22. d. M. sämtliche Proteste der neutralen Staaten gegen den Mißbrauch ihrer Flaggen durch die englischen Handelsschiffe ablehnend beantwortet. Die feindlichen Schiffsverluste. bb Berlin, 26. Febr. Das„Berl. Tagebl.“ meldet aus Amsterdam: Nach der Zeitung„Tijd“ umfaßt die Liste der nach dem 18. Februar auf MiMser nen gelaufenen oder torpedierten seindlichen Dampfer jetzt 20 Namen. Von erfolgreichen Gegenangriffen der Verbündeten hat man bisher nichts gehört. Englischer Hilfskreuzer verloren! tu Stockholm, 26. Febr. Zu der Meldung, der britischen Admiralität, daß der englische Hilfskreuzer„Clan Mac Naughter“ seit dem 3. Februar vermißt wird und daß man befürchtet, er sei gesunken, meldet jetzt das Neutersche Bureau: Auf dem Hilfskreuzer„Clan Mac Naughter“, der wahrscheinlich gesunken ist, befanden sich 20 Offiziere und 260 Mann, die vermutlich alle umgekommen sind. Abermals ein deutsches Luftschiff über Calais. wib Kopenhagen, 26. Febr.„Berlingske Tidende meldet aus Paris: Calais ist von einem deutschen Luftschiff erneut angegriffen worden. Die Bomben verwundeten einige Personen, doch richteten sie Materialschaden gleich Null an. Die bei dem ersten Luftangriff zerstörte Eisenbahnlinie wurde wieder hergestellt. Der Bahnverkehr vollzieht sich wieder ungestört. Der Krieg gegen Frankreich. Einberufung 16= bis 18jähriger Franzosen. französischen Konsulate in der Schweiz Die fordern die männlichen französischen Staatsangehörigen von 16 bis 18 Jahren auf, sich umgehend in den Konsulaten zu melden. Nach der„Neuen Züricher Zeitung“ erfolgt auf Veranlassung der Militärkommission der Kammer in ganz Frankreich eine Generalrevision in den staatlichen und privaten Fabriken, die französische Militärlieferungen in Arbeit haben. Die für den Frontdienst geeigneten, aber für untauglich erklärten Leute sollen an die Front geschickt werden, damit aus der Linie geeignete Arbeitskräfte für die Militärlieferungen herangezogen werden können. Austausch deutscher und französischer Schwerverwundeter. wtb Bern, 25. Febr. Die deutsche wie die französische Regierung haben dem Bundesrat mitgeteilt, daß eine Einigung über den Austausch der Schwerverwundeten erzielt worden ist. Der Truppentransport erfolgt von Konstanz nach Lyon und umgekehrt in schweizerischen Sanitätszügen unter Leitung des schweizerischen Roten Kreuzes. Voraussichtlich wird Ende dieser Woche der Transport beginnen. Ein französischer Minensucher gesunken. wtb Paris, 25. Febr. Der„Temps“ meldet: Der Minensucher„Marte“ stieß am Sonnabend im Osthafen von Dünkirchen auf eine treibende Mine und versank sofort. Vier Mann der Besatzung sind ertrunken, mehrere Mann, darunter der Kapitän, schwer verletzt. Da es sich um eine treibende Mine handelt, ist der Minensucher auf eine französische oder eine englische Mine gestoßen. und brei Regimenter, zusammengesetzt aus Reserven und aktiven Truppen. Da der Jusammenhang zwischen diesem Korps und dem 10. Korps am 13. Februar durchbrochen wurde, sah es sich in der Gegend zwischen Goldap und Suwalki umzingelt durch eine dautsche Armee, deren Stärke fortwährend zunahm. Bis zum 22. Februar kämpfte dieses Armeekorps heldenhaft gegen eine feindliche Heeresmacht, die es mehrfach an Kopfzahl übertraf. Es legte in diesen Tagen, immer kämpfend, über 50 Werst zurück und bahnte sich einen Weg nach dem südöstlichen Teile der Wälder von Augustow. Nach dem Zeugnis von Kriegsgefangenen verursachte das Armeekorps den Dautschen, die trachteten, ihm den Rückweg abzuschneiden, schwere Verluste, namentlich auf dem Wege durch die Moräste und Wälder bei Chita. Abgesprengte Mannschaften dieses Korps, denen es glückte, durch den Ring der Feinde durchzukommen, teilen mit, daß das Korps bis zur letzten Patrone und vollständigen Erschöpfung weiterkämpfte und mutig den Schlägen Widerstand leistete, die ihm an allen vier Seiten zugefügt wurden. Geht die gesamte russische Streit macht noch weiter zurück? Berlin, 25. Febr. Die„Nationalztg.“ meldet von der russischen Grenze: Die Militärkrititer der russischen Blätter machen große Anstrengungen, um ihre Leser auf einen weiteren Rückzug der gesamten russischen Streitmacht vorzubereiten. Es sei zu erwarten, daß die Deutschen ihr Ziel, die Umfassung des russischen rechten Flügels, nicht durchsetzen werden. Die letzten Ergebnisse des Ringens an der ostpreußischen Grenze haben eine vollkommene Umgruppierung der russischen Streitkräfte mit sich gebracht und zur Absetzung einiger nicht geeigneter Generale geführt. Das Schwergewicht der ganzen Kämpfe ruhe unzweiselhaft in Galizien. Sollten die Verbündeten auch da die numerische Ueberlegenheit gewinnen, so bleibe nichts weiter übrig, als sich auf starke ausgebaute Stellungen im Innern Rußlands zurückzuziehen und hier eine gründliche Neuformation des Heeres vorzunehmen. Der deutsche Stoß auf Warschau. bb Zürich, 26. Februar. Der„Tagesanzeiger“ schreibt über die heutige Kriegslage: Der deutsche Vormarsch an der unteren Weichsel ist bereits an den Flußlauf der Wrka gekommen, wo er kaum noch einen Tagesmarsch von der äußeren Befestigungslinie, von Nowo Georgiewsk, entfernt ist. Im Westen ist das wichtigste Ereignis der Armeebefehl des Generalissimus Joffre, der eine neue Ossensivbewegung ankündigt. Rußland ruft die letzten Mannschaften auf. bb Genf, 26. Febr. Die russische Gesandtschaft in Paris gibt bekannt, daß alle Aufenthaltsbewilligungen für die im Auslande weilenden Russen jetzt aufgehoben sind. Es werden alle waffenfähigen Mannschaften der Reserve und der Territorialarmee, besonders Offiziere, Aerzte und VerVersuche, um die bulgarischen Minister zum Anschluß an den Dreiverband zu überreden. Der englische Ersandte soll sich hierbei ganz verzweiselt gebärdet haben. Von russischer Seite soll man es mit Drohungen versucht haben. Wenn Bulgarien sich nicht gutwillig anschlösse, würden die russischen Armeen in Bulgarien einbrechen. Alle diese Versuche und Drohungen machen hier wenig Eindruck. Die Regierung ist fest entschlossen, ihre neutrale Haltung fortzusetzen und sich in keine Abenteuer hineinziehen zu lassen. Türkische Fortschritte am Kankasus. wtb Konstantinopel, 26. Febr.(Nichtamtlich.) Die„Agence Milli“ erhielt von ihrem aus dem Kriegsschauplatz am Schwarzen Meer eingetrossenen Berichterstatter folgendes Telegramm: Die Kämpfe, die in der Amgebung von Bortschoho nördlich Artwin seit einigen Tagen ausgesochten endigten mit einem vollen Erfolg der türkischen Truppen. Diese besetzten nach einem von Tschetekeprue aus unternommenen Angriff wichtige Punkte. Die Russen erlitten schwere Verluste nd ergriffen die Flucht. Die russischen Offiziere mußten zur Anwendung von Gewalt schreiten jum die Flüchtigen zurückzuhalten, was beweist, wie tief die Moral der russischen Truppen gesunken ist. Allgemeine persische Mobilisierung? Mailand, 25. Febr.„Unione“ meldet über Konstantinopel aus Teheran, daß die allgemeine Mobilisierung des persischen Heeres begonnen habe. sowohl der russische wie der englische Gesandte bereiteten sich auf ihre Abreise vor. (Schon kürzlich wurde die bevorstehende Abberusung der Gesandten mitgeteilt. Es geschah aber unter der Begründung, daß sie nicht miteinander arbeiten könnten. Schriftl.) Der Krieg gegen Ruhland. Wie Hindenburg die Russen meisterte. tu Amsterdam, 25. Febr. Aus Petersburg wird gemeldet: Wie der Große Generalstab meldet, bezog sich die Meldung von der äußerst schwierigen Lage eines Teiles unserer Armeekorps während des Rückzuges aus Ostpreußen auch auf Teile des 20. Armeekorps, unter dem Befehl des Generalleutnants Bulgakew, gebildet durch die 29. Division iltungsbeamte bis zum Alter von 55 Jahren, waltungsbeamte bis z1 falls sie nicht im verbündeten Heere dienen, aufgefordert, sich sofort nach Rußland zu den Fahnen zu begeben. Rußlands polnische Sorgen. wtb Moskau, 26. Febr. Der„Bircheyja Wjedomosti“ zufolge fand in Moskau eine Versammlung von Führern der gemäßigten rechten Parteien statt, in der namentlich über die polnische Frage beraten wurde. Das Ergebnis war, daß man es für möglich hielt, eine örtliche Selbstverwaltung in Polen einzuführen, daß man sich aber energisch gegen eine Autonomie Polens aussprach. Russische Drohung gegen Bulgarien. bb Sofia, 25. Febr. Die hiesigen Gesandten des Dreiverbandeg machen wieder verzweifelte Se Ehre und Liebe. Roman von Käthe Lubowski. 28 Ein Greis nahm mit schwerfälligen Fingern die Mütze vom Haupt, um ein Vaterunser für ihre Seelen zu beten. Als er aber an die Stelle kam, „Dein Wille geschehe," konnte er nicht weiter. Das demütige, ergebungsvolle Wort wollte noch nicht über seine zitternden Lippen.. Be 1 Er war der Großvater der drei Ziemermaochen. Mit Milch und Schwarzbrot, kalter Hafergrütze und Kartoffelbrei hatte er sie aufgepäppelt, während die junge Schwiegertochter Herrendienst tat. Das Feuer raste weiter. Die Spritzen konnten wenig ausrichten, denn das Holzwerk war trocken und kienig und die gegen die zu erwartende Kälte angebrachten Schutzwände standen beim ersten Funkenregen in hellen Flammen. Dazu war die Windrichtung die denkbar günstigste. Als die Roaschener Spritze angerasselt kam, fand sie nichts mehr zu tun. Die Katen waren hinüber. Aber Menschenleben waren keine weiteren zu beklagen. Sobald das erste Morgengrauen heraufdämmerte, hatte man Tarenberg telegraphisch nach Hohen=Litzen gerufen. Der bejahrte Verwalter mochte nicht allein die Verantwortung für die nächsten notwendigen Anordnungen übernehmen. Tarenberg war sofort gekommen. Es gab viel zu tun. Zuerst galt es, den Leuten eine Unterkunft zu verschaffen. Die Frauen wurden bei den Kätnern des Litzener Vorwerks untergebracht. Die Männer mußten sich mit einem vorläufigen Quartier in den Ställen und auf den Schennenfluren begnügen. Die Kinder, siebzehn an der Zahl, nahm er mit zwei ihnen zur Pflege und Obhnt bestellten Frauen in dem linken, bisher unbewohnten Flügel des Schlosses auf. In wenigen Monaten, vorausgesetzt, daß es einen gelinden Winter geben würde, konnten die neuen Katen fertiggestellt sein. Bis dahin mußten sie sich eben mit dem vorhandenen Raum begnügen. Der entstandene Schaden würde durch die Versicherung gedeckt sein. So lag also für Tarenberg kein Grund zum Beklagen eines pekuniären Verlustes vor. Nur die kleinen, unschuldigen Kinder, die einfach in dem ersten Schreck und Entsetzen vergessen waren, kamen ihm nicht aus dem Sinn. Und die leeren Augen ihrer Mutter, die oben in einem Freindenstübchen saß und stumm und starr in ihren Schoß hernieder sah. Wenn sie doch erst Tränen und Worte finden möchte! Worte hat sie später gefunden. Aber es waren wilde, unverständliche Laute, vor denen die Menschen flohen. Der alte Großvater ist immer bei ihr gewesen, hat sie gewartet und getröstet, obgleich sie gar keinen Trost verlangte. Ihre Seele war bei den toten Kindern und ihr Geist in der hellen Novembernacht, die so viel Jammer und Dunkel für sie brachte, für alle Zeit eingeschlafen. Sie hat niemand ein Leid zugesügt, nur das Licht konnte sie nicht vertragen. Wenn die Sonne oder der Mond, eine Lampe oder Laterne zu ihr herein schien, wurde sie wie ein wildes Tier. So ließ man sie also im Schatten und gönnte ihr das Oberstübchen im Schloß, aus dem sie, sieben Monate nach dem Brande, der Mund des himmlischen Vaters zu sich und ihren Kindern rief.——— Drei arbeitsreiche Tage und Nächte hat Tarenberg auf seinem Besitz zugebracht. Es ist trotz aller Mühen und der großen Verantwortung, für deren sachgemäße Erledigung er sich naturgemäß das richtige Verständnis erst mühsam erweitern mußte, ein wunderbar erhebendes Gefühl dabei in ihm erwacht. Etwas, das bisher in dem frischen Soldatenleben keine Zeit zum Sprechen fand, die Liebe zu seiner Scholle. Diese stolze Liebe, die nur der recht versteht, der ein Stück von den Vätern ererbKssee teten Felder schickte, wenn er sah, wie der Pflug die Stoppeln herumriß, wie er grub und schaffte und wie der leichte, warme Duft aus der Erde emporstieg, dann wuchs und erstarkte es in ihm. Es erfüllte ihn mit Schaffensfreudigkeit und dem Verlangen, die junge, gesunde Kraft auf seinem Grund und Boden zu erproben. Das alte Tarenbergsche Blut, dessen Quelle im Grundbesitz entsprang, regte sich in ihm. Er fühlte es, er hätte ein tüchtiger Landwirt sein können, wenn er nicht ein leidenschaftlicher Soldat gewesen wäre. So ließ sich darüber überhaupt nicht streiten. Seine Vergangenheit war hier, in dem, was Fleiß und Tüchtigkeit seiner Vorfahren erworben und gehoben hatten, festgelegt. Seine Hoffnung, sein Strebeit und seine Zukunft wurzelten in der Liebe zum deutschen Heere, in jener reinen Begeisterung die meint daß Aus Stadt und Umgebung. ** Schwerte, 26. Februar. **(Wo sind die letzten Goldstücke?) Die Reichsbank plant, alle eingezogenen Goldstücke umzuprägen und mit einem Lorbeerkranz zu versehen, um sie als„Mitkämpfer am Krieg“ kenntlich zu machen. Alle nach dem Kriege zum Vorschein kommenden Goldstücke, die diesen Lorbeerkranz nicht aufweisen, sollen von öffentlichen Kassen nur mit erheblichem Kursverlust angenommen werden. **(Kriegssammlung der Eisenbahn.) Ein sehr erfreuliches Ergebnis zeigt die Kriegssammlung der preuß.=hessischen Staatseisenbahnen und der Reichseisenbahnen in Elsaß=Lothringen: Bis zum 10. Februar d. J. waren bar eingezahlt 892 559,14 Mark, angemeldet 44 637,99 Mk., was die hübsche Summe von 937.197,13 Mk. ergibt. **(Vorräte aller Art), Fleischdauerwaren, Mehl, Kertoffeln usw. werden jetzt in weit größerem Umsange als in Friedenszeiten auch von Privaten angekauft und in Verwahr genommen. Die Herstellung und Aufbewahrung von Fleischdauerwaren durch Städte ist ja auch durch höhere Anordnung zur Pflicht gemacht worden. So werden weit größere Vorräte in den Lägern und Häusern vorhanden sein, als in sonstigen Jahren. Nicht mit Unrecht wird von verschiedenen Seiten darauf hingewiesen, daß es nicht darauf ankommt, derartige Vorräte zu beschaffen, sondern daß die Hauptsache ist, für ihre gute Erhaltung Sorge zu tragen. Das ist viel wichtiger und schwerer, als manche Hausfrau denkt, zumal häufig die Aufbewahrungsräume in größeren wie in kleineren Haushaltungen unvollkommen sind. Alle Hausfrauen, die nicht genügende Erfahrungen haben, wie man derartige Sachen, namentlich auch Fleischdauerwaren und uisanr besitzen, nicht stärker als die Beherrschungskraft sein sollte. Und nun war es doch so. Als er in seiner Trautenberger Wohnung ankam und die Post durchsah, die auf seinen Befehl nicht nach Hohen=Litzen nachgesandt war, weil er bei der Meldung des Unglücks voraussah, daß seine Anwesenheit nur wenige Tage notwendig sein würde, fiel ihm zuerst ein Brief mit des Sanitätsrates Dunker markauter Handschrift in die Augen. Der alte Herr war keiner jener Gesprächigen, deren Zungen und Federn gleichschnell zu arbeiten pflegen. Tarenberg hatte erst eine kurze Nachricht während der Zeit ihrer Bekanntschaft von ihm erhalten. Es galt damals den Kaufabschluß des kleinen Hauses, das jetzt Frau Pastor Hedding und Eegegterung, die mentt, duß Nora bewohnten, herbeizuführen. er auf seinem Platze unentbehrlich sei. Er betrachtete sich als ein Glied jener endlosen Kette, deren Aufgabe es sein muß, allmählich alle Schwächen, die zur Zeit noch hindernd und hemmend auf der gesunden Entwickelung der militärischen Ausbildung liegen, zu überwinden. Und weil er sich bei dieser opferwilligen Arbeit für durchaus notwendig hielt, weil er mit Leib und Seele seinem König diente, würde er sich damit begnügen, alljährlich ein paar Wochen auf Hohen=Litzen zu verleben. Zuerst— allein. Später aber, wenn die junge Tannen= schonung am Litzener See, den der Mund der Leute das„Modderauge“ nannte, um einige Schuß in die Höhe gewachsen war, mit seiner Adda, mit seinem heißgeliebten, jungen Weibe. Er arbeitete angestrengter denn je dem gesteckEs würde also wohl etwas Wichtiges sein, das er ihm zu sagen hatte. Das Datum auf dem Poststempel, den Tarenberg in seiner ruhigen Art zuerst prüfte, war das des Tages vor seiner Abreise nach Hohen=Litzen. Der Brief mußte also sofort, nachdem er gefahren war, angekommen sein. Er schnitt denUmschlag auf und begann zu lesen:„Sehr geehrter Herr von Tarenberg! Ich erfülle hiermit die traurige Pflicht, Sie von dem Tode meiner Schwester, der Frau Pastor Hedding, in Kenntnis zu setzen. Sie erkrankte an einer schweren Lungenentzündung, deren Verlauf innerhalb zweier Tage den uben erwähnten, traurigen Ausgang nahm. Fräulein Fiedler war somit ohne Ratgeberin und mütterliche Aufsicht. Ich habe sofort die nötigen Schritte getan, um Ersatz zu beschaffen, und bereits Dame engaoiert, die gute Zeugnisse tes Eigentum in seinem Besitz hat. Wenn er das Auge über die weiten, abgeeriie ten Ziele entgegen. Seine Sprachkenntnisse ver- eine Dame entzüglert, die gilte Helgnisse aufzutieften sich und sein militärisches Wissen wurde weisen hatte. Ob sie sich in Wahrheit auch für die fester und klarer. Manchmal ertappte er sich auf Pflege von Fräulein Fiedlers inneren dem brennenden Wunsche, die paar Jahre, die noch Eem=jage willen bis g. seiner Heirat um seiner Grundsätze willen bis zu seiner He ins Land gehen mußten, einfach verschlafen zu dürfen. Er hatte es nicht glauben wollen, daß die Gewißheit, die Geliebte in absehbarer Zeit ganz zu hatte. Ob sie sich in Wahrl Pflege von Frantein Fieviers innerein Menschen eignet, konnte ich nicht mehr feststellen. Meine schon vielfach hinausgeschobene Erholungsreise, die wiederum durch die Krankheit und den Tod meiner Schwester eine Verzögerung erleiden mußte, nimmt morgen ihren Anfang.“ 220,16 Mehl aufbewahrt, sollten nicht unterlassen, sich varnach zu erkundigen und guten Rat darüber einzuholen. In keinem Fall sollten sie es verabsäumen, immer wieder von neuem ihre Vorräte darauf anzusehen, ob sie dem Verderben und Verschimmeln cusgesetzt sind. Sollte sich hierbei herausstellen, daß es der Fall ist, so ist es immer besser, die Vorräte an Bekannte zu veräußern oder zu verschenken, als sie verderben zu lassen. **(Brotkarten.) Von Ansang März werden in den sämtlichen Gemeinden des Landkreises Hörde (also auch in der Stadt Schwerte) sogen. Brotkarten eingeführt, welche zur Entnahme von Brot und Nehl berechtigen. Ohne Brotkarte wird demnächst kein Brot mehr verabfolgt werden. **(Warnung vor Quecksilbersalben!) Es wird tarauf hingewiesen, daß die Verwendung von Quecksilbersalben(graue Salbe, Schassalbe) zur Vertreibung oder Fernhaltung von Ungeziefer bei ungeeignetem Gebrauch sehr leicht üble Nachwirkungen zur Folge haben kann; vor der— mehrsach vorgekommenen— Aebersendung solcher queckslberhaltigen Salben an die Angehörigen des feldheeres wird deshalb nachdrücklichtt gewarnt. **(Gewerbebank.) Gestern abend fand die ordentliche Hauptversammlung der Gewerbebank im Easthof Jungesblut statt. Aus dem Bericht des Vorstandes entnehmen wir folgendes: Das Ergebnis des verflossenen Geschäftsjahres kann trotz der Einwirkung des Krieges als günstig bezeichnet verden. Der Wechselzinsfuß der Reichsbank, am 5. Januar von 4½% auf 4% ermäßigt, ermöglichte bis Juli umfangreiche, Geldgebern und Geldnehmern Gewinn bringende Geschäfte, und der Jahresumsatz in den ersten sieben Monaten betrug rund 700000 Mk. mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Der Ausbruch des Krieges wirkte alsdann zunächst ungünstig auf alle Kontenarten ein. So betrug der Ueberschuß der Abhebungen über die Einzahlungen in der Zeit vom 25. Juli bis 31 August cuf Scheckkonto 53000,— Mk., auf Sparkonto 28000 Mk. Dann trat, da sich die Kriegsaussichten von vornherein günstig gestaltet hatten, die Bank sich auch gegen alle Ansprüche gerüstet zeigte,(so sind z. B. alle abgeforderten Spareinlagen ohne Kündigungsfrist ausgezahlt worden), sehr bald eine Beruhigung ein. Die Gelder flossen wieder reichlich zurück, sodaß die in den Händen der Mitglieder befindliche Uebersicht bereits zu Ende d. J. bei Scheckeinlagen mit 72 000,— Mk. den höchsten Bestand seit Bestehen der Bank überhaupt, bei Spareinlagen gegen den überhaupt höchsten Stand ein Weniger von nur 9000.— Mk. aufweist. Auch dieses Weniger wäre nicht zu verzeichnen gewesen, wenn nicht eine Anzahl Sparer, ebenso wie Scheckkonteninhaber, größere Abhebungen für die Anschaffung von Kriegsanleihescheinen bewirkt hätten. Der Reingewinn weist trotz der fünf Kriegsmonate die höchste Ziffer seit Bestehen der Bank auf. Dieser gute Erfolg ist zum Teil unseren tapferen Truppen zu verdanken, die uns den Feind aus dem Lande gehalten und so zur Sicherung von Handek und Wandel beigetragen haben. Aufsichtsrat und Vorstand waren sich daher einig in dem Cedanken, der Versammlung vorzuschlagen, dem roten Kreuz 500.— Mk. zu überweisen, um den Dank der Bank denen gegenüber, die ihr Blut fürs Vaterland hingaben, zum Ausdruck zu bringen. Ueber die Aussichten des neuen Geschäftsjahres läßt sich in Anbetracht der politischen Lage nichts sagen. Wie wir aber bisher durch die Kriegslage nicht genötigt waren, unseren Mitgliedern den ihnen gewährten Kredit zu entziehen, so hoffen wir bestimmt, daß dies auch in Zukunft nicht der Fall sein wird. Größere Neukredite zu gewähren, werden wir uns freilich vor der Hand versagen müssen. Zu Besorgnissen ist für die Zukunft, schon mit Rücksicht auf die durch den jetzigen Jahresabschluß weiter verstärkten Rücklagen, keinerlei Anlaß. Dem Vorschlage vom Aufsichtsrat und Vorstand wegen der Ueberweisung an das rote Kreuz wurde stattgegeben. **(Kein Mangel an Salz.) Falsche Gerüchte über eine Salzknappheit hört man nauerdings häufig in den Kreisen der Hausfrauen. Unwissende glauben, wie auch bei anderen Produkten, sich angesichts der Gefahr einer Salzuot große Bestände im Haushalte auf Vorrat legen zu müssen. Die Mitteilungen über Salzknappheit sind aber enbegründet und uunsinnig. Denn da wir in Deutschland Salz in Hülle und Fülle besitzen# sind wir auf eine Cinfuhr keineswegs angewiesen. Infolgedessen ist auch jede Preiserhöhung für Salz unwahrscheinlich. Die gesamte Salzprodiktion in Deutschland steht unter staatlicher Kontrolle. Der Salzpreis wird bestimmt durch die dem Staate zu zahlende Salzabgabe. Es ist nicht daran zu denken, daß diese Steuer in diesen Kriegszeiten erhöht wird. r.(Die Mobilmachung) brachte den bisher noch unbestraften Schneidermeister W. N. von hier auf die Anklagebank vor der Hagener Strafkammer. Der Mann konnte infolge der im Augeist plötzlich ersolgten Mobilmachung keine Arbeit mehr bekommen und daher auch nicht die für seine zwei Gehilfen fällige Versicherung für die Ortskrankenkasse entrichten. Wenigstens vorläufig nicht, späterhin hat er bezahlt. Mit Rücksicht auf die letzte Tatsache ließ das Gericht Milde walten und erkannte nur cuf eine Geldstrafe von 5 Mk. * Dortmund, 25. Fer.(Schweres Straßenbahnunglück.) Auf der Märkischen Straße wurden haute nachmittag zwei sechsjährige Knaben von einem Straßenbahnwagen ersaßt und überfahren. Der eine war sofort tot, der andere wurde lebensgefährlich verletzt und wird wohl laum mit dem Leben davon kommen. * Beckum, 25. Febr.(Kind verbrannt.) In der Bauerschaft Unterberg entstand in der Scheune des Landwirts Pollklesener ein Schadenfeuer; Scheune und ein Schuppen wurden vollständig eingeäschert. Der nachher vermißte achtjährige Sohn des Landwirts wurde später verbrannt aufgesunden. Durch das Eingreifen einer Nachbarfeuerwehr ist das Wohnhaus gerettet worden. Das Vieh konnte ebenfalls rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Stadttheater Dortmund. Sonnabend, 27. Februar, nachmittags 3½ 50 Uhr: „Jopf und Schwert", Lustspiel in 5 Aufzügen von Karl Gutzkow. Die Karten des 1., 2. und Ranges sind vom Theaterverein für die Volksschüler in Anspnuch genommen. Abends 7½2—10 Uhr:„Martha“ oder„Der Markt zu Richmond“, romantisch=komische Oper in 4 Auszügen von Fr. vn Rloten. Verantwortlich für die Redaktion Friede. Kraas, Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Salem Aleikum für unsere Krieger durch die Feldpost Preis N2 N 4 S6810. 8¾ 4 56610 Pfg d otck 20 Stck Salem Zigaretten Portofrei! 50 Stck Salem Zigartten 10Pf.Porto! Knoft8 Tappel. Spargel, Wiener, Reis. Hindenburg Kartoffel, Erbs, Weibertreu, Königin, Geflügel, Pilz empfiehlt Carl Trog. Aindensurg Sttat! Bilder vom Kalser und hrehbrinzen Neueste Feldaufnahmen. Grösse 31X25 cm. in künstlerischer Ausführung. Preis 30 Pfg. vorrätig in der Buchhandlung CARL BRAUS Schwerte(Ruhr.) Gr. Marktstrasse 3—5. Einladung. Die Mitglieder des Roten Kreuzes(einschließlich Familienausschuß) werden hiermit zu einer Sitzung auf Dienstag, d. 2. März 1915, nachm. 5 in den Stadtverordneten=Sitzungssaal hierselbst eingeladen. Ich bitte um vollzähliges und pünktliches Erscheinen. Schwerte, den 24. Februar 1915. 993 Der Bürgermeisser: Rohrmann. SDTET heute frisch eintreffend. Grosse Kiste 130 Pfg. ausgewogen Pfd. 80 Pig. ZUrre fertigt schnell und billig von ausgekämmtem Haar Strach Herren-Friseur Hüsingstr. 16. 564 Samstag, den 27. d. Mis., vormittags 9 Uhr, wird auf der Freivank Rindfleisch verkauft. 986 Die Schlachthosverwaitung. Pferd und Wagen zu verkaufen. 985 Theodor Wachholz Geisecke. A # S 4 Karren zu kaufen gesucht. Angebote mit Preisangabe unter B 970 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. 994 L. Weinberg. 66s KOT Gut Haus Nuhr. Näheres: Rentel in Schwerte, Schützenstrasse 6. 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Die Jeichnungen können aber auch der Eöniglichen Seehandlung(Preußischen Staaisbank) und der Preußischen Central=Genossenschaftskasse in Berlin, der Königlichen Hauptbank in Rürnberg und ihrer Zweiganstalten, sowie sämtlicher deutschen Banken, Bankiers und ihrer Filialen, sämtlicher deutschen öffentlichen Sparkassen und ihrer Verbände, jeder deutschen Lebensversicherungsgesellschaft und Jeichnungen auf Reichsanleihe nimmt auch die Post an alen Orten, wo sich keine ösenliche Sparktasse defndet, 2 Die Schoporsgach, Bog, Lo0 und 10 Mork mit Ziuscheien Jahibor am 2 Jonlar und 1. Jul sedies Jahtez. Dei 1920 stalt; Die Rückzahlung ge cieht an dem auf die Auslosung folgenden 2. Kaxrg, bezig. 1. Juli. 3. Die Reichsasleihe ist in Stücken zu 20000, 10000. 510ö, 2000. 1000, 300, 200 und 100 Mark ausgeserligt und mit dem 4. Der Zeichnungspreis beirägt für die Reichsanleihe, soweit Stlüche verlangt werden. und für die die Reichsanleihe. soweit Eintragung in das Reichsschuldbuch mit Sperre bis 15. April 1916 beantragt wird, 98.30 Mark Auf die vor dem 30. Juni 1915 gezahllen Beträge werden 5%, Stückzinsen vom Zahlungstage bis zum 30. Juni an den Jeichner vergütet, auf Jahlungen nach dem 30. Juni hat der Zeichner 5% Stückzinsen vom 30. Juni bis zum Ablauf dieser Frist— zurücknehmen. Die von dem Kontor für Wertpapiere ausgeferliglen Depotscheine werden vo 7. Die Zuteilung findel kunlichst bald rach der Zeichnung stalt. Ueber die Höhe der Zuteilung entscheidet das Ermessen der Ainmeldungen auf bestimmte Stücke und Serien können nur insoweit derücksichtigt werden, als dies mit den 8. Die Zeichner können die ihnen zugeteilen Beträge vom 31. März d. Js. an jederzeit voll bezahlen. Dse ing epusg 3.,, des zugeleilen Belrages spätestens am 14. Apil d. 33. 200"„„„„ 20. Mai d. Is. 20%„„ 22. Juni d Ss. 5„.„„„ 20. Juli d. 3= Jaoo Mharh etnschlehich find bige zulisis= Jedoch nur in kunden, durch 100 belbaren Berägen. Vetüäge 515 9 Joschenscheine ind nicht vorgeseden. Dve, Aägigen 60600 30g Marh 49, Deusche Reichschohanweisungen von 1911, Gerie 1 werden bei der Begleichung zugeleiler Kriegsanleihen zum Nennwert in Jahlung genommen. Berlin, im Februar 1915. Reichsbank=Direktorium. v. Grimm. 978 Meiallbeiten Kalalog srei Essarmschestabesn inderbeiten Suhl i. Th. Trauer-Briele Achornsere liefert schnell und sauber“ Herzogl. Braunschw. Baugewerkschule Holzminden. gOsang' m Agosio P#richtei." Perpflegungs= Pigfhaut Direktor Hochbau hasinn“ die, bau. Pr. haarmem Lommerunterricht 2. Aprll. Reifeprüfung. Minterunterricht 13. Oktober. — Gleichberechtigt mit den Königl. Preuh. Bauermerhschulen.— und FLUOEL in altbewährter Otte, IBACH-PIANOLAPIANOS d. h. 1BACH Pianos mit eingebautem Klavierspielapparat, Pianolas sowie Harmoniums empfichlt in reicher Auswahl zu bequemen Bedingungen Rud. 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Am Kailsbad 16, anzuzeigen, welche Vortäte an Melasse, Zuchernachproduhlen, Melassefuttermitleln, Zuckerfuttermitteln, getrockneten Schnitzeln, Melassetrochenschnitzeln. getrochneten Zuckerschnitzeln, sie besitzen oder in Gewahrsam haben und zwar von je 10 dz an. Wer dieser Auffordernng nicht nachkommt, wird gemäß § 9 Ziffer 2 der erwähnten Veroronung mit Gefängnis dis zu 6 Monaten oder mit Geldstrase bis zu 15000 Mark bestraft. Anzeigeformulare sind durch die Handelskammer in Dortmund unentgeltlich zu beziehen. 980 Hörde, den 22. Februar 1915. Der Landrat: I. V Burchard. Schönes, sonniges möbl. Giekker mit elektr Licht, an der Hörderstraße, zu vermieten. Zu erfr. in d. Geschäfts stelle d. Ztg. 984 Zwangsverkauf. Am Samstag. 27. Febr. cr., vormittags 10 Uhr, weide ich im Pfandlokale, Wittschaft Müller hierselbst 1 Sopha und 1 Tisch gegen bar versteigern. Morgenroih 992 Gerichtsvollzieher Würmol! vielgeforderte Wurmmittel chmeckt fein! 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Die Mitbürger, welche sich in den Dienst der guten Sache stellen wollen, werden gebeten, sich baldigst zum Emtritt in die Wehr beim Unterzeichneten schriftich oder mündlich zu melden. Schwerte, den 24. Februar 1915. 988 Der Bürgermeister: Rohrmann. Zur Konfirmation und Kommunion empfehle ich in grosser Auswahl Schwurze u.wenlsmeidersiele in modernen Geweben hervorragend preiswert Meter 0.95 1.25 1.50 1.95 2.25 2.75 3.50 Kaufhaus Otto Marx. Schwerte Ostenstrasse 20. 839 Makulaturpapier empfiehlt billigs Carl Braus, Schwerte(Nuhr) Anordnung für den Landkreis Iserlohn erlassen: S 1. Brot, Zwieback und Mehl dürsen nur gegen Brot=(Mehl=) Zettel verkauft werden, die nach ihrem Aufdrucke für den Verkaufstag giltig sind. Die Zettel sollen aber auch am Tage vor und am Tage nach der, aus dem Ausdrucke ersichtlichen Woche giltig sein. S 2. Die Bäcker und Mehlkleinhändler haben die Zettel(§ 1) auf Sammelbogen zu kleben, die bei der Gemeindebehörde zu haben sind. Für jeden Stadt- und Landkreis sind besondere Bogen anzulegen. Ganze und halbe Zettel sind nicht zusammen auf denselben Bogen zu kleben. Die beklebten Bogen sind bei der Gemeindebehörde abzugeben. Nach dem so nachgewiesenen Mehlverbrauche wird den Bäckern und Mehlkleinhändlern neues Mehl überwiesen werden. S 3. Wer dieser Anordnung zuwiderhandelt, wird nach§ 44 der eingangs erwähnten Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichskanzlers mit Gesängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 M. bestraft. Iserlohn, den 23. Februar 1915. 959 Der Kreisausschuß: Nauck. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 1 der Verordnung des Bundesrates vom 19. Dezember 1914 über das Vermischen von Kleie mit anderen Gegenständen(Reichsgesetzbl. S. 584) bestimmen wir. daß Roggen oder Weizenkleie, die mit Gerstenkleie vermischt ist, in den Verkehr gebracht werden darf. 981 Berlin, den 10. Februar 1915. Der Minister für Der Minister für Landwirk= Handel und Gewerbe schaft. Domänen u. Forsten gez. Sydow gez. v. Schorlemer Der Minister des Innern gez. v. Loebell. Lieder für den Kindergottesdienst * Preis 5 Pfg. sind vorrätig in der Buchhandlung Carl Braus Schwerte(Ruhr), Gr. Marktstrasse 3—5. Favorit Modenalbum 601. Favorit Handarbtsalb. 60. Alleinverkauf für Schwerte Pavorit Jugendalbum 60 L Favorit Schnittmuster!# Kaufbaus Otte Mark O#mnstraße 20, 1906 g'nna g'sagt. Und sonst verkaafft'n a jedes, wem daß 9 es gibft.„ It Genchend T. Der Atem des Bauern gehrteuchend. Seine Hande sind zu Fäusten geballt, und es ist, als müßten die Adern an seinen Schläfen zerspringen. Durch das Fenster starrt er hinaus; und da sieht er es ja selbst,— hat es lange gesehen,— wie alles zerfällt, wie es schlimmer wird von Tag zu Tag. Und der Hof— das Haus, in dem er groß geworden ist, sein Vater, sein Großvater groß geworden sind,— die Felder, die er nun seit vierzig Jahren bestellt,— irgendein Fremder soll sie haben! Der Haß gegen das Schicksal ist ja doch mächtiger als er— was tut er mit seinem ohnmächtigen Zorn! Der Güterschlächter redet weiter. Er nennt ihm eine Summe,— eine lächerlich geringe Summe, die den Bauern auffahren läßt. Aber er beherrscht sich. Er hört den andern schweigend an, und der glaubt das Spiel gewonnen zu haben. „A Zimmer im Haus b’hältst— dos is gwiß. hast dei Geld und kannst machen, was d’ willst. Laß endli amal an andern schaff'n.“ Der Buchbauer steht auf. Noch einmal richtet sich seine Gestalt zu ihrer ganzen Höhe auf. „Recht hast— jatzt muß amal a anderer schaff'n — aner, der Kraft g'nua hat!— I dank dir für dein' Besuch, Neureither.“ „Wie is nacha?— Woll'n mer's schriftli mach'n, daß d’ mir verlaafst?— I zahl dir nacha glei ewas.“ Da hebt der Bauer die Stimme, wie er sagt: „Aaff mein' Hof kommt koa Fremdes net— jatzt net— und nia net!— Zum Herrn Pfarrer geh i. Und wannst morgen kummst, na kannst meinem Tochtermann hier„Grüaß Gott!“ sagen.“ 2 Denkspruch. Es ble bi ewig wahr: sich zu beschlänken, einen Geg nitand, wenige Gegenstände, recht bedüffen, sie auch recht lieben, an ihnen hängen. sie auf alle S ilen wenden, mit ihnen vereinigt werden, das macht den Dichter— aen Kün#s#ler— den Menschen. Goethe(an Charl. v. Stein). 3 Neues über die Hohlmaße der Bibel. Die Ausgrabungen, die von den Mönchen des Klosters der Himmelfahrt Mariä in Jerusalem auf dem Berge Zion unternommen worden sind, haben als eins ihrer wichtigsten Resultate die Möglichkeit geboten, die im Alten Testament so oft erwähnten Hohlmaße ihrem wirklichen Gehalt nach festzustellen. Ein Rätsel, das die Bibelforscher seit langem beschäftigt hat, ist damit gelöst; denn die Fragen über die althebräischen Maße und Gewichte hatten bisher zu keiner befriedigenden Antwort geführt. Wenn z. B. in der Bibel von einem Tribut von 100 Goldtalenten oder von 1000 Silbertalenten gesprochen wied, so war es bisher ganz unmöglich, über die diesen Angaben entsprechenden modernen Summen sich klar zu werden, da die Hebräer, entweder zu gleicher Zeit oder nacheinander, verschiedene Gewichts= und Maßsysteme verwendeten. Wahrscheinlich übernahmen sie bei ihrer Rückkehr aus der großen babylonischen Gefangenschaft im Jahre 606 v. Chr. ein ganz neues System. Lange Zeit besaß man keine andere genauere Angabe als die berühmte Stelle beim Propheten Hesekiel, in der die Hohlmaße für Flüssigkeiten mit folgenden Worten aufgezählt werden:„Epha und Bath sollen gleich sein, daß ein Bath den zehnten Teil vom Homer habe und das Epha auch den zehnten Teil vom Homer; denn nach dem Homer soll man sie beide messen.“ Man wußte andererseits, daß das Volumen eines Epha oder Bath gleich dem Wasservolumen eines Talentes in jenem neuen System ist, das die Juden nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft annahmen und das genau die Hälfte des zu Salomons Zeiten verwendeten Talentes wog. Durch die neuen Ausgrabungen ist nun, wie V. Forbin ausführt, ein Normaltalent ans Licht gekommen, wie es die Hebräer im Tempel bewahrten, und dieses Maß, das sich jetzt in der Sammlung der St=Anna=Kirche in Jerusalem befindet, bietet das Mittel, um manche Stellen der Heiligen Schrift zu erklären. So sagt die Bibel z. B., daß Ezechias, König von Juda, dem Sennaherib, König von Assyrien, 300 Silbertalente Tribut zahlte. Eine Keilschriftstelle im Britischen Museum dagegen gibt diesen Tribut mit 800 Talenten an. Die Uebereinstimmung beider Mitteilungen wird dadurch erwiesen, daß das sogenannte„Talent des Heiligtums“ der Juden zu dem Talent der Assyrier wirklich in dem Verhältnis von 3:8 steht. Bei den Ausgrabungen auf Zion wurden nun zahlreiche kleine Erzgefäße entdeckt, in denen man allmählich Hohlmaße erkannte. Man ordnete diese Gefäße nach der Größe und stellte fest, daß, wenn man das größte als Maßeinheit annahm, das folgende drei Viertel seines Volumens, das dritte die Hälfte, das vierte ein Viertel enthielt. Daraus ergibt sich, daß die alten Juden ein dem unsrigen ziemlich ähnliches Maßsystem hatten; denn der Gehalt dieser vier Maße entspricht bei uns 20, 15, 10 und 5 Litern. Wahrscheinlich sind diese Maße hervorgegangen aus der Zahlung des Zehnten, der heiligen Steuer. In der Nähe des Ortes, wo die Maßgefäße gefunden wurden, grub man eine Tür aus, über der das Wort „Corban“ zu lesen war, woraus hervorgeht, daß diese Tür zu einem Gebäude führte, das als Aufbewahrungsort der durch das Gesetz bestimmten Spenden diente. Man legte auch zwei aus dem Fels gehauene Kammern frei, von denen die eine zwei Mühlsteine aus Basalt enthielt, während sich in der andern 14 Hohlmaße befanden. Die Maße dieses Getreidespeichers lassen sich alle auf eine Einheit, den„Gomor", zurückführen, der bei uns 3,5 Liter entspricht. —h Die Rivalen. Vor einigen Jahren erschienen in einer Stadt zwei Skandalblätter unter den Namen„Das Rasiermesser" und „Der Skorpion“, die sich gegenseitig immer aufs bissigste bekämpften. Tausende von Leuten kauften das„Rasiermesser", um zu lesen, wie es seinem Gegner Schnitte beibrachte, und Tausende erstanden den„Skorpion", um zu erjahren, wie er nach dem„Rasiermesser" stach. Einen gewissen menschenfreundlichen Herrn aber schmerzte es, immer wieder solche Feindseligkeiten zu lesen, und er beschloß, die beiden Redakteure einmal zusammen zum Cssen einzuladen. Bei guter Kost und einem guten Trunk würden sie vielleicht freundlich gestimmt sein, und es würde ihm gelingen, sie zu versöhnen. Zur festgesetzten Stunde erschien ein hagerer, melancholisch aussehender Mann. Als eine Viertelstunde vergangen und noch kein w.iterer Gast erschienen war, fragte der Menschenfreund:„Darf ich mir die Frage erlauben, sind Sie der Redakteur des„Rasiermessers" oder des „Skorpions"?“ „Beider,“ versetzte der Herr mit den traurigen Augen. Unterhaltungs=Beilage zu Nr. 48. Freitag, 26. Februar 1915. Im Cleitenerand. Orig'nal-Kriegeroman aus ernster Zeit von Rudolf Zollinger. (25. Fortsetzung.)(Nachdruck verboten. Alle Rechte vorbehalten.) ko kam der 31. Juli und mit ihm die Entscheidung. Auf seinem schweißbedeckten Fuchs sprengte der Oberleutnant von Ragolla vor das Herrenhaus von Mallente, überließ dem herbeigeeilten Diener das Pferd und eilte in das Haus, wo ihm auf der weißgetünchten, nur mit Jagdtrophäen geschmückten Diele der Rittmeister schon entgegenkam. „Junge, ich lese dir's vom Gesicht: der Sturm bricht los?“ „Ja, Onkel! Komme auf besonderen Befehl meines Kommandeurs, um dir mitzuteilen, daß soeben der Kriegszustand erklärt worden ist, dem morgen die Mobilisation folgen wird, wenn Rußland nicht innerhalb zwölf Stunden befriedigende Antwort auf ein deutsches Ultimatum gegeben hat.“ Der Rittmeister faltete die Hände, und zwei dicke Tränen rollten über seine Wangen. Aber seine Worte bewiesen, daß es nicht Furcht oder Trauer war, was ihm diese Träne erpreßt hatte. „Gott segne Deutschlands Waffen!“ sagte er in tiefer Bewegung.„Unserm geliebten Kaiserlichen Herrn aber aus tiefster Seele ein freudiges Hurra! Komm herein, mein Sohn! Wohl mir, daß ich diese Stunde noch habe sehen dürfen!" „Es reicht nur eben zum Abschiednehmen, Onkel!“ erklärte der junge Offizier, indem er der Einladung Folge leistete.„An Urlaub ist selbstverständlich nicht mehr zu denken! Denn wir können gleichzeitig mit der Mobilmachung auch schon eine Marschorder erwarten. Daß ich heute noch mal nach Mallente herüber durkte, ist eine ganz besondere Liebenswürdigkeit vom Kommandeur." Auch Hertha mußte von der Ankunft ihres Verlobten Kenntnis erhalten haben, denn sie kam raschen Schrittes aus dem oberen Stockwerk herunter, und sie empfing blassen, aber ruhigen Antlitzes die große Neuigkeit, die nach den Meldungen der letzten Tage ja schon nichts Ueberraschendes mehr für sie haben konnte. Herzlich streckte sie Eberhard ihre Hand entgegen. „Wir haben es erwartet, und wir müssen es tragen,“ sagte sie.„Der Himmel führe alles zu einem guten Ende!" „Das wird er!“ rief der Rittmeister voll heiligex Zuversicht.„Darauf dürfen wir getrost vertrauen, auch wenn wir vielleicht nicht alle dies glückliche Ende mehr mit eigenen Augen sehen!“ Er rief nach dem Diener und befahl ihm, eine Flasche Steinberger Kabinett aus dem Keller zu holen, — einen Wein, von dem er nur einen sehr geringen Vorrat besaß, und von dem schon seit Jahren tein Tropfen mehr auf seinen Tisch gekommen war. Als die bestaubte Flasche und die Gläser gebracht wurden, fragte er: „Aber wo ist denn Helga? Das Mädel hat neuerdings die sonderbare Gewohnheit angenommen, sich zu verkriechen. Aber sie wird unserm Vaterlandskämpfer doch wohl die Hand drücken wollen!" Hertha ging, um die Schwester zu holen. Sie fand sie in Tränen ausgelöst in ihrem Zimmer und fragte sie bestürzt nach der Ursache ihres Kummers. „Ach, laß mich!“ bat Helga.„Und verlangt nicht, daß ich mich jetzt vor Eberhard sehen lasse. Ich kann nicht, es ist unmöglich!“ „Du weißt also schon, daß er da ist? Und du weißt auch, was er gebracht hat?“ „Ich sah ihn kommen. Und schon sein wildes Reiten sagte mir alles! Es ist Krieg— nicht wahr?" „Noch nicht! Aber wir werden aller menschlichen Voraussicht nach morgen den Krieg haben „Und das sagst du so ruhig— so gelassen, als ob es gar nichts weiter zu bedeuten hätte?“ „Soll ich weinen und klagen? Ich denke, das würde einem deutschen Mädchen in diesem Augenblick doch wohl recht schlecht anstehen!“ „Ach, was frage ich danach, ob es mir gut oder schlecht ansteht! Es ist doch zum Verzweifeln! Und ich verfluche die, die an diesem schrecklichen Kriege schuld sind!“ „So fürchtest du dich, Helga?" Die Schwester sah sie mit weitgeöffneten, in Tränen schwimmenden Augen an. „Fürchten? Für meine Person? Wovor? Vielleicht vor den Kosaken? Hältst du mich für ein Kind oder für einen Hasensuß?“ „Dann kann ich deine Aufregung und Verzweiflung nicht verstehen!" erklärte Hertha sehr ernst.„Und wenn du dem Papa nicht einen großen Kummer bereiten willst, so bitte ich dich herzlich, ihm nichts davon zu zeigen. Es würde ihm die weihevolle Stimmung dieses für ihn sehr großen Augenblicks schmerzlich stören. Und wir wollen Eberhard nun nicht länger warten lassen— nicht wahr? Seine Zeit ist sehr turz bemessen!" „Aber ich sagte dir doch daß ich ihn jetzt nicht sehen kann! Du mußt mich bei ihm entschuldigen—, mußt dir irgendeine Notlüge für mich ausdenken, weshalb ich jetzt nicht herunterkommen kann!" „Nein, das werde ich nicht tun; denn es wäre schlimmer als eine Ungezogenheit, wenn du im Ernst auf deinem Vorhaben beharren wolltest! Ich sagte dir doch, daß die Herren dich erwarten. Und wer weiß, ob Eberhard nicht schon an einem der nächsten Tage ins Gefecht kommt! Hier an der Grenze werden die Feindseligkeiten sicherlich sehr bald beginnen.“ Rach einem letzten kurzen Kampf war Helga aufgestanden und an den Waschtisch getreten, um mit kaltem Wasser die Tränenspuren von ihrem Gesicht zu tilgen. Sie schluckte ein paarmal, als ob ihr ein fremder Gegenstand in der Kehle säße, ehe sie endlich mit Anstrengung herausbrachte: „Das heißt: es könnte leicht das letztemal im Leben sein, daß wir ihn sehen?" „Das verhüte Gott! Nein, mit einer so traurigen Möglichkeit rechne ich nicht! Aber wir wissen nicht, wohin sein Regiment beordert wird, und wann sich somit Gelegenheit bieten wird, ihn wieder zu begrüßen.“ Helga sagte nichts mehr, und sie blieb auch leidlich gefaßt, als sie das Eßzimmer betrat, wo die beiden Herren vor ihren Weingläsern saßen. „Guten Tag, Eberhard!“ sagte sie leise, indem sie ihre kleine eiskalte Hand in seine dargebotene Rechte legte. Und dann setzte sie sich still auf einen Stuhl, mit niedergeschlagenen Augen und stürmisch atmender Brust. Der Rittmeister beachtete ihre Schweigsamkeit nicht; denn er war ganz Feuer und Flamme. Jetzt erst zeigte sich's, daß er schon längst ganz auf seine eigene Hand einen regelrechten Kriegsplan entworfen hatte, den er dem jungen Offizier jetzt mit großer Lebhaftigkeit entwickelte. Es war erstaunlich, wie genau er mit allen in Betracht kommenden Oertlichkeiten Bescheid wußte, und mit welcher Sicherheit er Divisionen und Armeekorps aufmarschieren ließ! Wenn man ihm zuhörte, konnte man gar nicht im Zweifel darüber sein, daß es für die deutsche Heeresleitung ein Kinderspiel sein müsse, die Russen in eine Falle zu locken und dann so gründlich abzutun, daß sie sich von dem vernichtenden Schlage nie wieder erholen könnten. „Bis nach Insterburg hinauf würde ich sie kommen lassen, wenn es nach mir ginge,“ rief er,„oder meinetwegen seibst bis unter die Wälle von Königsberg! Da drüben in ihren verdammten Sümpfen ist ihnen ja viel schwerer beizukommen! Aber wenn wir sie von hier aus in wilder Flucht in diese Sümpfe zurückwersen, dann müssen sie zu Tausenden elendiglich darin umkommen!" Eberhard widersprach ihm nicht, obwohl er über den Kriegsplan des alten Herrn möglicherweise doch etwas steptische Gedanken hegte... Er saß ersichtlich wie auf Kohlen, und als der Rittmeister zum zweitenmal den Blick auffing, den der junge Offizier unruhig zur Wanduhr hinüberschweifen ließ, besann er sich endlich darauf, daß Eberhard bei diesem letzten Besuche auf Mallente doch wohl auf anderes gerechnet hatte als auf strategische Belehrungen. „Nun noch ein Glas, mein Junge,“ sagte er, den Rest der Flasche einschenkend,„dann magst du dich in Gottes Namen noch mal unter vier Augen mit deiner Verlobten aussprechen! Auf den glorreichen Sieg der deutschen Waffen haben wir getrunken. Nun auf ein fröhliches Wiedersehen nach dem Kampf!" Die beiden Herren waren aufgestanden, um sich Bescheid zu tun; aber die Erregung mochte die Hand des Rittmeisters unsicher gemacht haben, und er ließ sein Glas so ungestüm gegen das seines künftigen Schwiegersohnes klingen, daß der kristallene Römer mit einem häßlichen Klirren zersprang. Es war ein Laut, der wohl ihnen allen in die Seele schnitt. Selbst über das wetterharte Gesicht des alten Herrn, dem sonst gewiß niemand nachsagen konnte, daß er abergläubisch sei, ging ein eigentümliches Zucken. Eberhard aber wußte mit der Geistesgegenwart eines rechten Reiter: manns die Situation zu retten. Nachdem er sein Glas schnell bis auf den letzten Tropfen geleert hatte, warf er es hinter sich gegen das Eichengetäfel der Wand, daß es in hundert Scherben zerspitterte. „Recht so, Onkel! Nach einem solchen Trinkspruch soll keiner mehr aus diesen Gläsern trinken! Und die nächste Flasche von deinem köstlichen Steinberger leeren wir beim Siegesmahl! Das ist ausgemacht— nicht wahr?“ Der Rittmeister schüttelte ihm wortlos die Hand. Dann sah er sich nach Helga um, weil er ihr einen Wink geben wollte, mit ihm das Zimmer zu verlassen, damit die Verlobten bei ihrem Abschied allein seien. Aber der Wink war nicht mehr nötig. Sie mußte unmittelbar nach dem Zerspringen des Glases aus dem Zimmer geeilt sein, ohne daß die anderen etwas davon bemerkt hatten. „Wunderliches Mädel!“ brummte der Rittmeister. „Aus dem Weibervolk kann doch unsereins niemals klug werden!“ Dann stampfte er hinaus, und die jungen Liebesleute waren allein. Sie flogen sich nicht voll leidenschaftlichen Ungestüms in die Arme, sondern Hertha trat ruhig auf Eberhard zu und legte ihre beiden Hände auf seine Schultern. „Meine Gedanken und meine heißesten Wünsche sollen immer bei dir sein, Liebster! Und eine innere Gewißheit sagt mir, daß sie dich schützen werden!“ Nun legte er doch seinen Arm um ihre Gestalt und zog sie voll Zärtlichkeit an sich. „Einen solchen Kugelsegen laß ich mir gefallen!“ erwiderte er mit einem Versuch, seine Bewegung hinter einem scherzenden Ton zu verbergen.„Aber wie ist es denn nun? Geht ihr fort? Der Onkel sagte mir vorhin, als du gegangen warst, um Helga zu holen, daß er dich und sie nach Königsberg zu schicken beabsichtige. Und ich möchte dich doch herzlichst bitten, ihm darin zu Willen zu sein!“ Aber sie hatte auch heute nur die nämliche Antwort, die sie ihm schon einmal gegeben: „Wo mein Vater bleibt, Eberhard, da bleibe auch ich! Ich würde fern von ihm keine ruhige Stunde haben. Und die Kriegsnöte, denen wir hier vielleicht ausgesetzt sind, könnten auf keinen Fall so schlimm werden wie die Vorstellungen, die ich mir in Königsberg oder an irgendeinem anderen sicheren Orte von ihnen machen würde!“ Er mußte sich wohl damit zufriedengeben, obwohl es ihm anzusehen war, daß er froh gewesen wäre, eine andere Antwort zu erhalten. „Na, der Onkel wird sich ja auch bei einer etwaigen vorübergehenden russischen Einquartierung schon den nötigen Respekt zu verschaffen wissen!“ meinte er mit etwas gezwungenem Humor. Und dann, nach einem kleinen Zögern, wie wenn es ihm schwer fiele, die rechten Worte zu finden für das, was er sagen müsse, sprach er weiter: „Ich habe mit heißer Sehnsucht auf diesen Moment des Alleinseins gewartet, mein Liebling! Denn ich habe dir eine Frage vorzulegen— einen Vorschlag— eine Bitte, wie du es nun nennen magst, über die ich zunächst unter vier Augen mit dir reden mußte.— Als mich der Kommandeur heute zu sich befahl, sagte er nach Erledigung des Dienstlichen:„Ich weiß, daß Sie verlobt sind, mein lieber Ragolla! Und ich denke, daß es Ihre Absicht gewesen ist, in nicht zu serner Zeit Hochzeit zu machen. Wie ich die Lage der Dinge beurteile, wird nun wohl eine lange Reihe von Monaten ins Land gehen, während deren für einen deutschen Offizier von so erfreulichen Dingen kaum die Rede sein kann.“ (Fortsetzung folgt.) * n* 5 SEEE S 00 S5ES KERERHo Sgsaun#ss 880.-. gg e 25 krt Bumur. Zu teuer.„Ich begreife nicht, Herr Kraft,“ sagte der Arzt,„warum Sie zu mir kommen. Ihre Frau ist doch Aerztin, warum lassen Sie sich nicht von ihr beraten?“ „Das ist mir zu teuer, Herr Doktor,“ meinte der Patient.„Voriges Jahr hat sie mir sechs Wochen Karlsbad unter ihrer persönlichen Ueberwachung verordnet.“ Um sicher zu gehen.„Ida, warum haben Sie mir denn zwei Wärmflaschen ins Bett gelegt?“ „Ach, gnä' Frau, die eine läuft aus, und da hab' ich, um sicher zu gehen, gleich beide hineingelegt.“ Die Scholle. Skizze von Helmut ten Mor. (Nachdruck verboten.) Vor der niederen Tür des Bauernhauses, das inmitten weit ausgedehnter, erntereifer Kornfelder liegt, bleibt der Ortsgeistliche zögernd stehen. Von dem Hause, dessen weiß verputzte Wände so manche schadhafte Stelle aufweisen, läßt er den Blick umherschweifen; und er schüttelt den weißhaarigen Kopf. „Früher— da hat's anders ausgesehen“, denkt er. Allzuviel Untraut ist emporgeschossen zwischen den Aehren, und augenfällig ist der Verfall an den Wirtschaftsgebäuden. Der Pfarrer greift in die Brusttasche seines Rockes. Und wie er das Papier da drinnen fühlt, strafft sich seine Gestalt, und entschlossen tritt er über die Schwelle. Dicht am Fenster in der Sonne sitzt der Buchbauer. Seine hagere Gestalt ist gekrümmt; die Hände mit den langen, knotigen Fingern halten eine Decke um den Leib zusammen, als friere es den Alten trotz der Hitze des Hochsommers. Kaum merklich hebt er den Kopf mit den harten, scharf geschnittenen Zügen, und ein unmutiger, mißtrauischer Blick fliegt zu dem Besucher hinüber. „S' Gott!“ erwidert er mürrisch den gebotenen Gruß.„Hätt' den weiten Weg da heraus no’ net braucht, Hochwürden. No’ geht's net auf die Letzt mit mir.“ „Den Weg werdet Ihr mich wohl auch noch lang net machen lassen, Buchbauer", entgegnet der Geistliche freundlich.„Euer Vater hat neunzig gehabt, als unser Herrgott ihn gerufen hat. Und ich denk', so hoch „Hochwürden—i bitt“ schön— aber i moan, sell bringt Ihr's no’ alleweil.“ der Bauer nickte ein wenig. Mit der Rechten deutet er auf einen Stuhl; und in der gleichen mürrischen Weise sagt er: „Solang wia i no’ schaff’n kann, denk' i net ans Sterb'n. Und i moan, daß i no’ schaff'n kann, wia a Junger— eh?“ Wieder jener unruhig mißtrauische Blick. Der Geistliche streicht über den Hut, den er auf den Knien hält. „Freilich— freilich“, erwiderte er nach einer Pause. „Solltet Euch aber nun doch Ruhe gönnen, Buchbauer. In Eurem Alter— da ist keiner im Dorf, der nicht schon lang auf dem Altenteil säße. Habt doch genug geschafft im Leben.“ Die hagere Gestalt scheint sich noch mehr zusammenzuziehen. Und die knochigen Finger verkrampfen sich in die Decke. „Na müßt do' wer Junges da sein, daß i a Ruah hab'n könnt“!“ sagt er in seltsam verbissener Art. Der Pfarrer neigt sich vor. Und eindringlich erwidert er: „Habt Ihr denn nicht Kinder, Buchbauer?— Euer Tochtermann ist doch auch wie Euer Sohn. Und 44— ich mein', daß Ihr Euch jetzt endlich—“ hab'n wir g'nna dischkutiert. Mei Tochter hat g’heirat't, wia sie wollt; na tua i aa, wia i will. Der Mo, der Hungerleider, aaf mein' Hof— na!— Nia net!“ „Buchbauer!— Ist das christlich?— Wie könnt Ihr Euer leibliches Kind im Elend lassen?— Ja, im Elend! Heut erst habe ich wieder einen Brief von ihr. Vier Kinder— und kein Stück Brot im Haus, obwohl der Mann sich schier zu Tode arbeit't. An Euch wagt sie ja nicht mehr zu schreiben; aber mir schüttet sie ihr Herz aus.“ „Weil's woaß, daß Hochwürden ihr alleweil's Wort red't. Na, i mog net. Hätt net hungern brauch'n, bal's g’hört hätt.“ „Soll ich ihr das schreiben?— Wollt Ihr, daß Euer Kind im Zorn an Euch denkt, wenn es mit Euch zu Ende geht?“ Der Bauer zuckt nur schweigend die Achseln. Und der Geistliche weiß, daß es verlorene Mühe ist, weiter in ihn zu dringen. Hundertmal hat er es ja versucht im Lause der zwanzig Jahre, seitdem die Tochter das Elternhaus verlassen hat,— ist nicht müde geworden, den harten Sinn des Bauern zu erweichen. Es ist ihm sast zu einer Lebensaufgabe geworden; es dauert ihn so sehr, das arnke Weib, das nichts vom Leben hat als Not und Elend. Wohl hat er ihr oft geholsen; aber wie weit reichen die Kräfte eines armen Dorfgeistlichen! Er hat ja selbst mit der Not zu kämpfen. Gewiß,— er soll nicht richten. Aber in seinem Herzen fühlt er, daß er dem alten Manne dort am Fenster ein strenger Richter sein würde. Und die ausgemergelte Gestalt des Bauern krümmt sich noch mehr unter dem Blick, mit dem der Pfarrer seinen Abschiedsgruß sagt. „Einen schönen guten Abend wünsch' ich!“ Der Buchbauer, dem der Gruß gegolten, verzieht das Gesicht wie nach einem bitteren Trunk. Etwas Unverständliches nur brummt er als Gegengruß; aber es verdrießt den Besucher offenbar nicht. Unaufgefordert zieht sich der kleine, untersetzte Mann mit dem aufgedunsenen roten Gesicht einen Stuhl heran und setzt sich neben den Alten. „Wollt halt amal a bissel nachschau'n, was d' machst, Na— a paar Jahrl'n treibst d’ es no— gelt?“ „I moan scho.“ „Viel schaff'n derfst freili nimmer.„Wannst dei Ruah hätt'st, na ging's no#— hat d’r Bader g'sagt. Sunst—“ „Sunst?— Was is denn?“ „Ja— mehra hat er net g'sagt, aber i moan, dös war g'nua. Und was brauchst denn no’ z' schaffa!— Siehgst— wannst dein' Hof verkaafen taist—“ „I? Verkaaffen?— Daß i net lach!“ Batthasar Neureither, der berüchtigte Güterhändler der Gegend, rückt noch näher heran und legt dem Bauern vertraulich die fleischige Rechte auf das Knie. „Siehgst, Buchbauer—'s geht halt do’ net länger mit'm Schassen. Bist do' zu alt dazu. D' Leut folg'n nimmer recht— a jeder tuat, wie's ihm paßt— dös sieght ma ja, bal ma aaf'n Hof kimmt. D' Felder schlecht b'stellt— bei dem schönen Wetter d’ Ernt' no net einbracht—'s Haus verfallt mei sach „Dös lügst!— Net wahr is!— I halt in Ordnung—“ „I lüg net, Buchbauer! Amal mußt do verkaafen. Und i bin eigentli dumm, daß i iatzt kimm. Bal i no' a paar Jahrln wart, na is d'r Hof no’ mehra herunt, und i kriag'n no’ billiger.“ „Schaug, was d' kriagst!— Mein Hof— verkaafsen!— Nia net!“ „Nia net?— Und wannst stirbst? Lang dauert's. do' nimmer. Und nacha kriag i do alles. Was willst denn mach'n?— Dei Tochter enterbst— dös hast oft