Ankthleiser-Rreisblalt Langscheder Zeitung Pertzunden mit: Schwerter Volksblau Schwerter Tageblatt S Schwerter Anzeiger Grites und älteltes Cagesorgan des Krelles o General-Anzeiger für den Kreis Börd# Mittwoch, den 24. Februar 1915. Ichatent grüichmn Durd. Richcm danch Da Scutm Zeiug außer Feiertags. Bezugspreis M. 1.80 oiertelfährlich, bei der Post für Bestellgeld 42 Pig. mehr. Wöchentl. Grakisbeilage:„Ikustrierter Familienfreund" u. tägl. Unterhaltungsblatt. I. Anzeigenpreis: Die siedengespaltene Petltzeile oder deren Raum 10 Pfg.. Anzeigen von auswärts 15 Pig., Reklamezeile 40 Pfg. Jeder Rabatt gilt als Kassarabalt u. erlischt bei Konkursen. Zwangsvergleichen, gerichtl. Klagen u. Nebschtucd eenaht.-Sehlinssteltene 47. Jahrgang. Der japanisch=chinesische Konflikt spitzt sich zu. ke Kopenhagen, 23. Fedr. Wie die„Twpez.6. Petersburg bei dem Pekinger ihre Bereitwilligteit lungen über zi treten. Die ja auf in einer An nen Forderung, der Begründung, nur handeln zu können, nicht berührten und Verträgen, die China mit Die Stimmung in Amerika. japanischen Gesandten gegenüber keit ausgesprochen, in Verhandzwölf japanische Forderungen einzupanische Regierung verlangte daritwort die Erörterung jeder einzelwas aber Juanschikai ablehnte mit über solche Forderungen verdie die Souveränität Chinas und in Uebereinstimmung mit den anderen Mächten abgeschlossen habe, zu bringen seien. Meldungen aus anderen Quellen schildern di Lage im Osten als sehr ernst. Darnach begännen die Japaner, ohne Erlaubnis oder Konzession den Bau einer zweiten nauen Eisenbahn auf der Schantunghalbinsel. Die wehrfähigen Japaner verließen in großen Scharen Peking. Das japanische Kuckucksei im Nest der Verbündeten. „Rietsch“ schreibt über den chinesisch=japanischen Konflikt: Das, was man für eine Zeitungsente hätte halten können, hat sich als Tatsache herausgestellt. Die Tokioer Regierung hat Forderungen an China gestellt, deren Verwirklichung in vollem Umfange für Chinz offenbar undenkbar ist. Das weite Programm, das in der Erklärung der Regierung in Tokio enthalten ist, richtet eine Vormundschaft für alle Zweige des staatlichen Lebens der Republik der Mitte ein und verwandelt die politische Unabhängigkeit Chinas in Fiktion. Seine Verwirklichung würde ein entscheidender Schritt zur Verschlingung der von natürlichen Reichtümern strotzenden Millionenrepublik durch das Inselreich sein. Wichtiger ist, daß die Vereinigten Staaten dazu nicht gleichgültig bleiben und kaum einen Machtzuwachs Japans in China zulassen können, noch viel weniger aber die Monopolisierung des ganzen chinesischen Marktes. Für ihre sich entwickelnde Industrie ist der chinesische Markt ebenso wichtig, wie für die Industrie Japans. Wenn die jepanische Regierung trotzdem fest entschlossen ist, die Verwirklichung ihrer Forderungen durchzusetzen, so ist sie offenbar bereit, es auf einen Konflikt mit den Vereinigten Staaten ankommen zu lassen, der in beträchtlichem Grade die Weltkatastrophe kompliziert. Wenn man Vorstehendes liest, sollte man annehmen, daß Rußland nicht das mindeste Interesse an den Vorgängen hat, die sich anscheinend in China vorbereiten, und daß dasjenige, was die „Rietsch“ von den Vereinigten Staaten ausführt, lediglich von einer platonischen politischen Auf9 I fassung aus geschrieben sei. Es scheint der„Rjetsch“, n! da sie von England völlig schweigt, offenbar eben) falls, daß England gleich Rußland die Sache Oestlicher Kriegsschauplatz. Ein von den Russen mit schnell zusammengefaßten neu gebildeten Kräften von Grodno in nordwestlicher Richtung versuchter Vorstoß scheiterte unter vernichtenden Verlusten. Die Zahl der Beutegeschütze bei der Verfolgung nach der Winterschlacht in Masuren hat sich auf über 300, darunter 18 schwere, erhöht. Nordwestlich Ossowice, nördlich Lomza und bei Prasniz dauern die Kämpfe noch an. An der Weichsel östlich Plock drangen wir weiter in der Richtung auf Wyszogrod vor. In Polen südlich der Weichsel wurde der Vorstoß einer russischen Div sion gegen unsere Stellung an der Rawka abgewiesen. Oberste Heeresleitung. Nach den ersten Auslassungen der englischen Presse über die Forderungen Japans an China konnte man noch zweifelhaft sein, ob die sanften Bedenken gegen das Vorgehen des ostasiatischen Bundesgenossen mur dazu dienen sollten, das Gesicht zu wahren, oder ob sie wirklich eine Verurteilung bedeuteten. Jetzt scheint es nun aber doch, als ob man in London ernstlich böse darüber ist, daß Japan die Pekinger Regierung mit Forderungen bedrängt, die auf eine exklusive Stellung in der Südmanschurei und der Ostmongolei und außerdem noch auf große Vorrechte in Fukien und im Yangtsetale hincmslaufen. Die Japaner sind gerissene Meister der Nachahmung, die besten Vor' bilder haben sie in diesem Falle in der französischen „friedlichen Durchdringung“ Marokkos und in der Anglisierung Aegyptens, und sie werden auch dieselben Ausreden wie Frankreich und England machen, daß ja die Unabhängigkeit Chinas bestehen bleibe, wenigstens auf dem Papier. Da alle auropäischen Mächte genug mit dem Kriege zu tun haben, wären die Vereinigten Die Kämpfe südlich des Dujestr dauern an. Im Schlachtfelde gelang es den bewährten troatischen Truppen im erfolgreichen Angriff, die Nussen aus mehreren Ortschaften zu wersen, vom Feinde stark besetzte Höhenstellungen zu nehmen und Raum nach vorwärtg zu gewinnen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, Feldmarschall=Leutnant. wtb Wien, 24. Febr. Amtlich wird verlautbart vom 23. Februar, mittags: In Russisch=Polen hat sich nichts wesentliches ersonet.. 4. I. M. g-.. Unsichtiges Wetter verhinoerte in Westgalizien die Artillerie= und sonstige Gefechtstätigkeit. An der Karpathenfront zerschellten russische Angriffe in der gewohnten Weise unter bedeutenden Verlusten des Gegners. 7 Offiziere und 550 Mann bleiben wird, ist nicht sicher. Der er britischen Admiralität, daß engchiffe sich gegen die von dautschen drohenden Gefahren durch Setzen igen schützen sollen, hat doch in sehr schlechten Eindruck gemacht. Es sen Spottbilder, die den britischen 9000 feiernde Matrosen in London. bb Rotterdam, 24. Febr.„Courant“ meldet aus London: In London feiern 9000 Matrosen, die sich weigern, aus Anlaß der Unterseebootsgefahr England auf Schiffen zu verlassen. Die Wirkung der deutschen Blockade. wtb Amsterdam, 24. Febr.(Nichtamtlich.) Das „Handelsbladet“ berichtet: Am Sonnabend weigerten sich etwa 10 Matrosen und Heizer des Dampfers „Amastelstrom", der nach Leith fahren sollte, an Bord des Schiffes zu gehen, wenn sie nicht angesichts der von Minen und Unterseebooten drohenden Gefahren doppelte Löhnung erhielten. Die holländische Dampsschiffahrtsgesellschaft, der das Schiff gehört, erklärte sich bereit, die Minenprämien auf 5 Gulden wöchentlich zu erhöhen und gewisse andere Fordenungen zu erfüllen, lehnte es aber ab, eine doppelte Löh einigen anderen Dampfern Das preußische Abgeordnetenhaus, das vorher, von einigen sozialdemokratischen Sonderwünschen und Ausstellungen abgesehen, sich einmütig mit den von der Staatsregierung getroffenen Anordnungen zur Volksernähning und Kriegsfürsorge einverstanden erklärt hatte, bekundete die gleiche Einmütigkeit auch am Dienstag bei fortgesetzter zweiter Etatslesung gegenüber den Fragen des Belagerungszustandes, der Pressezenfur und der öffentlichen Erörterung der Friedensbedingungen. Die Darlegungen des Mintsters des Innern von Loebell über die Regierungsmaßnahmen zum Wiederaufbau Ostpreußens fanden gleichfalls die stimmung des ganzen Hauses, namentlich wurde dem Kaiser Dank für die warme Fürsorge ausgesprochen. Zum Wiederaufbau der Provinz wurden besonders umfangreiche staatliche Geldmittel, Der chinesisch=japanische Konslikt. lute Konterbande zu erklären. Chinas Scheitt bei Amerika. bb Gens, 23. Febr. Der„New Vork Herald“ meldet: Präsident Wilson empfing den chinesischen Botschafter, der ihm die Bitte seiner Regierung um fraindschaftliche Vermittelung im Konflikt mit Japan unterbreitete. Die Entschließung des Staatsdepartements soll erst in der kommenden Woche fallen, nachdem Präsident Wilson auch den japanischen Botschafter empfangen hat. Die Stimmung in Amerika. bb Amsterdam, 23. Febr. Die„Times“ melden gleichen Forderungen gestellt. Die wurden A AA innere Kolonisation und Austeilung von Domänen empfohlen. Beim Etat des Auswärtigen besprach Abg. Pachnicke die schlechte Behandlung der gesangenen deutschen Militär= und Zivilpersonen im feindlichen Ausland. Mittwoch Weiterberatung. — Die zweite Kriegsanleihe die in nächster Zeit dem deutschen Volke angebeten werden und in ihrem Erfolge hinter der ersten nicht zurückstehen wird, weist in der Zeichnerschar vielleicht eine etwas andere Schattierung auf als die erste; es kann zu mehr als großen Zeichnungen kommen. Die Hunderttausende der ganz kleinen guten Patrioten, die damals sich cutsgaben, werden, wie die„Frankf. Ztg.“ meint, nicht samt und sonders zu neuen bereiten Kapitalien gekommen sein. Der gute Mittelstand aber, vielleicht auch der viel Geld verdienende Arbeiter, werden noch immer stark vertreten sein. Erheblich gesteigerten Zuspruch hat man vor allem vom platten Lande zu gewärtigen. Die Bauernschaft und der Großgrundbesitz sind des verkäuflichen Teils ihrer Feldertrages zu glänzenden Preisen ledig geworden und werden zweifellos geschlossen antreten. In diesen Erwartungen wird man bestärkt, wenn man hört, daß bei den Genossenschaften die Geldeingänge flott sind, und ferner, daß die Sparkassen in diesem Januar einen ganz außergewöhnlichen Zustrom von Einlagen verzeichneten. Der Krieg gegen * Der Blockade=Krieg gegen England Italien und der deutsche Unterseeboot=Krieg. Die Zwangslage, in welche der englische Aushungerungsplan Deutschland gebracht hat, wird in Italien durch weitestes Entgegenkommen der deutschen Maßnahmen gewürdigt. Der italienische Marineminister besahl den italienischen Handelsschiffen, welche die von Deutschland als Kriegsgebiet erklärten englischen Gewässer befahren wollen, die Flagge stets gehißt zu halten und außerdem auf beiden Seiten in großen Ausmessungen die Nationalfarben zu tragen. Ferner soll der Name des Schiffes und sein Heimatshafen in weithin sichtbaren Buchstaben angebracht werden. Nachts sind die Erkennungszeichen zu beleuchten. Die Kapitäne werden aufgefordert, sobald sie ein Unterseeboot sehen, die Maschinen anzuhalten und womöglich eine Mannschaft mit den Schiffspapieren zu dem Unterseeboot zu entsenden, um die Feststellung der Nationalität ihres Schiffes zu erleichtern. Kein Protest der Neutralen. Berlin, 24. Febr. Wie wir zuverlässig erfahren, wird weder von den skandinavischen Regierungen, noch von Holland u. den übrigen am Seehandel mit England interessierten nautralen Staaten ein Protest gegen die deutschen Sperrmaßnahmen gegen England bei der deutschen Regierung erhoben. Amerikanische Vorschläge an Deutschland. wtb Berlin, 24. Febr. Wie wir hören, hat die amerikanische Regierung auf die bekannte deutsche Note heute mit verschiedenen Vorschlägen geant“ wortet, die noch der Prüfung der zuständigen Behörde unterliegen. Die Deutschen werden nie hungern, schreibt laut Telegramm verschiedener Berliner Morgenblätter die„Times“ und sagt: Ihr unglaubliches Organisationetalent wird ihnen über alle Schwierigkeiten hinweghelfen, und wenn England im geringsten mit einem Rückgang der moralischen Eigenschaften bei den deutschen Truppen infolge Nahrungsmangels rechnet, so lasse man sich täuschen. Ein Jeppelin=Angriff auf Calais. Amsterdam, 23. Febr. Nach hierher gelangten Meldungen bombardierte gestern morgen 4½ Uhr ein Zeppelin=Kreuzer Calais. Eine Reihe Häuser wurden zertrümmert, durch die platzenden Bomben wurden sünf Personen getötet. Hier rief das Erscheinen des Luftschiffes ungeheure Panik hervor, alles flüchtete in die Keller, als das Warnungszeichen, eine blaue und eine weiße Flagge auf den Türmen hervorgesteckt wurde und die Glocken Sturm läuteten. bb Berlin, 24. Febr. Das„Tageblatt“ meldet aus Amsterdam: Zum Bombardement der Festung Calais durch ein deutsches Luftschiff schreibt„Daily Chronicle": Das Lustschiff erschien am Montag um 4 Uhr früh über der Stadt. Das Bombardement dauerte ungefähr 6 Minuten. Im ganzen wurden 12 Bomben abgeworfen, durch die u. a. auch drei Häuser in der Rue Dognies zerstört wurden. 5 Personen wurden getötet. Ueber militärische Verluste weiß„Daily Chronicle“ nichts zu melden. Ein deutscher Erfolg bei Lens. tu Amsterdam, 23. Februar.„Tijd“ meldet aus Dünkirchen, daß infolge der schweren deutschen Angrifse während der letzten Tage die verbündeten Truppen Bully=en=Gohelle, westlich Lens, räumen mußten. Hartnäckige Kämpfe finden an der Yser und Lys, namentlich gegen Warneton, statt. Die Kämpfe in Flandern. tu Amsterdam, 23. Febr. Aus Dünkirchen wird der„Nicuws van den Dag“ berichtet: Die heftigen deutschen Angriffe haben sich seit einigen Tagen nicht wiederholt. Hartnäckige Kämpfe fanden mit Zwischenpausen an den Ufern der Lys statt, besonders bei Warneton, wo die Deutschen einige Brücken über den Kanal nach Lille geschlagen haben. Der Eisenbahnverkehr ist seit 2 Wochen vollständig für Truppentransporte reserviert. Erfolgreiche Beschießung Pont=a=Moussons. tu Genf, 24. Febr. Das Bombardement von Pont=a=Mousson durch die Deutschen am Sonnabend verursachte die Explosion eines Munitionsmagazins und beschädigte einige andere militärische Gebäude schwer. Eine Friedenspartei in Frankreich. Madrid, 23. Febr. Der„Köln. Ztg.“ wird von hier aus gedrahtet: Schon am 28. Jaruar habe ich darauf bestanden, daß meine Mitteilung, Frankreich habe Anfang September durch den Diplomaten einer neutralen Macht Friedensvorschläge machen wollen, die durch die Drohung Lord Kitcheners vereitelt worden seien, in keiner Weise einer Berichtigung bedürfe. Inzwischen ist mir die Nummer des„Temps“ vom 24. Januar zu Gesicht gekommen, worin meine Darstellung als fanatische Geschichte bezeichnet wird, und die Wut und der Aerger des französischen amtlichen Blattes über die Enthüllung sich recht ungeschickt hinter groben Scheltreden zu verbergen suchen. Seitdem hat die „Epoca“, das halbamtliche Blatt der spanischen Regierung, das dem„Temps“ wohl schwerlich verdächtig sein dürfte, unterm 26. Februar folgendes gebracht: Die brasilianische Presse veröffentlicht einige Erklärungen eines früheren französischen Ministers. Dieser hat ausgeführt, daß bei dem Rückzug der Franzosen vor der Schlacht an der Marne eine Partei entstand, die bereit war, in die Aufgabe eines Teiles von Frankreich, Madagaskar, Marokko und anderen Kolonien einzuwilligen. Dem widersetzte sich aber Poincare, gestützt auf die Mehrheit der Minister und den Generalstab.— Die„Köln. Ztg.“ bemerkt hierzu: Also Anjang September gab es in Frankreich eine Partei, die bereit war, französisches Gebiet abzutreten und Frieden zu schließen. Vereinzelte Anhänger dieser Partei saßen jedenfalls im Ministerrat, denn es heißt ja, die Mehrheit sei dagegen gewesen. Von dem Vorhandensein einer solchen Partei bis zur Ausfühnung ihrer Absichten ist aber nur ein Schritt. Nach meiner Darstellung war mit diesem Schritt als Mittelsmann ein Diplomat einer neutralen Macht betraut, was doch wohl der natürlichste Weg war. Daß der Diplomat ausplauschte und dadurch Lord Kitchener mit seinen Drohungen einer Beschiefung der französischen Küste in die Erscheinung trat, kann ich natürlich nur vorläufig aufs bestimmeteste versichern. Jedenfalls hat ein französischer Staatsmann den Kern meiner Darstellung bestätigt und wir wissen jetzt noch etwas mehr, nämlich, was uns eine Partei französischer Politiker als Entschädigung abtreten wollte. — Der Krieg gegen England. Die englischen Verluste. tu Rotterdam, 23. Febr. Die gestern erschienene englische Verlustliste zählt 14 Offiziere und 764 Mann, darunter 116 Vermißte vom Royal=Irish= Regiment vom 20. Dezember. Unterstaatssekretär Tennant erklärte, bis zum 24. Januar seien im englischen Heere 9175 Fälle von erfrorenen Gliedmaßen vorgekommen. Wie England die Neutralen belügt. Von der holländischen Grenze meldet die„Köln. Ztg.“: Die britische Gesandtschaft im Haag teilt mit: Wie es scheint, ist in Berlin eine amtliche Bekanntmachung ergangen und an die Vereinigten Staaten übermittelt worden, wonach die englischen Tauchboote Befehl erhalten haben, das erste amerikanische Schiff, das sie antreffen, zu versenken und alsdann die Schuld auf die deutschen Unterseeboote zu lenken. Die englische Gesandtschaft ist zu der Erklärung ermächtigt, daß die vorerwähnte Bekanntmachung eine bösartige Lüge ist. Hierzu bemerkt die„Köln. Ztg.“: Die bösartige Lüge is natürlich auf Seiten der britischen Gesandtschaft; denn keinerlei amtliche Bekanntmachung dieser oder ähnlicher Art ist in Berlin erfolgt. Wohl aber gehen Gerüchte um, daß England ein derartiges Manöver plane und die von uns aus Holland wiedergegebene Erzählung eines Kapitäns aus Rotterdam beweist, daß man auch in neutralen Ländern England dies zutraut. Nette Bundesgenossen. Ueber die„angenehmen“ Erfahrungen, welche die Engländer mit ihren schwärzen Bundesgenossen machen, liest man in englischen Zeitungen einen bemerkenswerten Vorfall. Eine vornehme Dame hatte sich bereit erklärt, 16 Verwundete in ihr Haus aufzunehmen, ihre erwachsene Tochter sollte als Oberschwester tätig sein. Sie bekam aber einen großen Schreck, als unter den ersten Verwundeten auch ein Menschenfresser vom belgischen Kongo eingeliefert wurde. Er war, so schildert die entsetzte Dame das Erlebnis, über 6 Fuß hoch und schwarz wie Ebenholz, gab die allerwildesten Töne von sich und verschaffte seinen Bemerkungen Nachdruck, indem er sich mit der Hand über die Gurgel strich. Mit sich trug er einen Speer, der noch größer war, als er selber, und ein mörderisch aussehendes Messer, und er bestand darauf, das letztere mit sich ins Bett zu nehmen. Als die Tochter der Dame ins Zimmer trat, setzte er sich auf und stieß die surchtbarsten Laute aus, so daß einem die kalten Schauer herunterrieselten. Es mußte schließlich nach einigen Schutzleuten geschickt werden, die ihn zusammen mit zwei Soldaten nach London zurückbrachten. Unglaubliche englische Roheiten. Die Nachricht, daß auf die Auslieferung oder Ermordung unserer deutschen Landsleute in Afrika Kopfpreise ausgesetzt seien, wird jetzt von Missionaren und Kaufleuten, die in Afrika leben, bestätigt. Es steht fest, daß die englischen Truppen am Sanaga die Eingeborenen jener Gegend aufgefordert haben, Deutsche, die im Dienste der deutschen Verwaltung am untern Sanaga als Postenführer standen, einzuliefern oder unschädlich zu machen, und hierfür eine Belohnung bis 50 Schilling für jeden Deutschen ausgesetzt haben. Die Schwarzen haben sich diese Aufforderung zum Mord nicht zweimal sagen lassen und die deutschen Postenführer Obermatrose Nickstadt und Quartiermeister Schlichting, beide von dem im Dualahafen liegenden Dampfer„Kamerun“, überfallen und ermordet. Nickstadt wurde ertränkt und Schlichting mit Buschmessern zerhackt. Ein weiterer Zeuge und Leidensgefährte dieser unerhörten Vorgänge befindet sich im Gefangenenlager in Duala Es ist der von der Schutztruppe bei Kriegsausbruch eingestellte Kaufmann Erich Student, der mit seinem schwarzen Begleiter von zirka 50 Eingeborenen überfallen, bis auf die Hosen entkleidet und furchtbar geschlagen wurde. sie Schwarzen legten den aus zahllosen Wunden blutenden Deutschen dann in ein bis zur Hälfte mit Wasser gefülltes Boot, in dem er sechzehn Stunden lang liegen mußte, bis er endlich an Bord eines englischen Dampfers gebracht wurde. In dem Besitz der Eingeborenen wurden Scheine gefunden, nach welchem 50 Schilling von den Engländern auf den Kopf je eines Deutschen gesetzt waren. Schreckensfahrt deutscher Beamtenfamilien aus Tsingtau. tu Berlin, 23. Febr. Gestern abend kam in Neapel der Dampfer„Europe“ mit einer Anzahl deutscher Beamtensamilien aus Tsingtau an. Die armen Frauen und Kinder wurden nach der Besetzung Kiautschous mit einem Transportdampfer nach Kalifornien gebracht, aber unweit San Franzisko scheiterte der Dampfer. Die Insassen konnten mit knapper Not von einem amerikanischen Kriegsschiff gerettet werden. Die Reise der Bedauernswerten nahm drei Monate in Anspruch. — Der Krieg gegen Die Russen über ihre Niederlage. wtb Petersburg, 23. Febr. Der Große General= stab veröffentlicht folgenden Bericht: Als die Deutschen nach einer Reihe außergewöhnlich heftiger hartnäckiger Angriffe, die unzählige Opfer kosteten, die Unmöglichkeit erkannten, unsere Stellungen auf dem linken Weichselufer einzudrücken, schritten sie anfangs Januar dazu, einen neuen Plan ins Werk zu setzen. Nachdem sie im Innern des Landes die Formationen mehrerer neuer Armeekorps beendet und sich dazu entschlossen hatten, weitere Truppen von ihrer Westfront abzutransportieren, um sie gegen uns operieren zu lassen, warfen sie unter Benutzung ihres außergewöhnlich guten Eisenbahnnetzes bedautende Streitkräfte nach Ostpreußen, versuchten unsere zehnte Armee, die stark befestigte Stellungen längs der Angerapp und der masurischen Seen besetzt hatte, zu schlagen. Um den Erfolg dieses Planes sicherzustellen, transportierten die Deutschen auch einen Teil ihrer Kontingente von Bsura und Nawka auf das rechte Weichselufer. Die Ansammlung der deutschen Kräfte in Ostpreußen wurde bereits am 4. Februar entdeckt, aber der Umfang dieser Ansammlungen konnte mit Sicherheit erst einige Tage später festgestellt werden. Unsere Oberbefehlshaber entschlossen sich, da sie keine Eisenbahnen hatten, um Ehre und Liebe. Roman von Käthe Lubowski. 27 „Ihab' net gespielt. I hab’ gezwungen von der Heiligkeit des Todes, net anders können. Jetzt hab' i Angst vor dem langen, leeren Leben ohne Lieb’ und Vertrauen, vor der Lüg', die, ohne unsere Schuld, zwischen uns getreten ist.“ „Ihab' net gelogen, Emmi. So wahr an Gott über uns wohnt, i hätt' auch ohne meine Mutter gesprochen, vielleicht an weniges später, aber gesprochen hätt' i.“ „Das denken's jetzt, Herr Hüssinger, weil i Ihnen leid tu', weil Ihr gutes Herz mit Ihnen durchrennt und weil's meinen, Sie müßten dem Waisenkind, das Ihr Muttel gepflegt hat, etwas arg Liebes antun.“ Er packt sie hart am Arm. „Na, Emmi, dem ist nicht so. Das tu' i, weil Dich lieb hab’, so lieb, daßi Frohsinn und Lebenslust verlieren müßt', wenn Du mich fortschickst. Damals hab i auch so was ähnliches gesagt, meinst Du. An kleiner Unterschied ist doch dabei. Damals ging's an mein' Eitelkeit und meinen Jungenstolz, heute geht's an mein Herz und an mein Mannesglück. Aber— wenn Du mich net magst— dann — will i— trotzdem gehen.“ Starr und trotzig steht sie vor ihm, weiß bis in die Lippen, ein echtes Münchener Kindl', das sich nicht ergeben kann, weil ihr Stolz dagegen schreit. Otto Hüssinger hat bereits den blanken Messingdrücker in der Hand. Da löst sich das Starre, Trotzige in ihr. Sie stürzt auf ihn zu und umklammert ihn mit beiden Armen. „Net gehen!“ schreit sie heraus.„I hab' Dich ja auch lieb, viel länger als Du mich, schon damals— ach Du lieber Gott!“ Und er küßt sie, wieder und immer wieder. Und die lustige, tapfere Emmi Brandhuber, die alle Schicksalspuffe hingenommen hat, ohne zu mucken, weint wie ein Kind an seinem Herzen. Als Emmi Brandhuber am Abend desselben Tages spät von einer ihrer Damen heimgeht, fliegt auf dem Bürgersteig in der Nähe des Bahnhofs, eine schlanke Gestalt an ihr vorbei. Sie hat ein dunkles Tuch um die Taille geschlungen und trägt keinen Hut. Der Schein der Gaslaterne fällt auf ihr Gesicht. Er zeigt ein verzweifeltes Mädchenantlitz, blaß und schmal und gleichsam erstarrt vor Entsetzen. Emmi Brandhuber stößt einen Schrei aus. Mein Gott, die Nora Fiedler. Wo will die denn um diese Stunde hin. „Fräulein Fiedler, warten's doch auf mich, i, die Emmi Brandhuber, bin's ja. Was habeil's denn? I bring Ihnen sicher heim,“ schreit sie hinter ihr her. Aber jene hört nicht. Sie stürzt weiter, immer weiter, in die dunkle Nacht hinaus. Emmi Brandhuber hat sie trotz ihres Sturmlaufes nicht einholen können und ist schließlich seufzend und kopfschüttelnd nach Hause gegangen. 7. Kapitel. Leutnant von Tarenberg stand auf der Freitreppe seines Schlosses in Hohen=Litzen und sah nach dem rauchenden Trümmerhaufen hinüber, der dicke, rußige Wolken zum Himmel schickte. Gestern hatten an dieser Stelle noch die vier Lehmkaten, die den sechs Tagelöhnerfamilien des Hauptgutes Wohnung gaben, gestanden. In der letzen Nacht war das Feuer zum Ausbruch gekommen. Ueber den Ursprung wußte niemand etwas. Der Kleinste aus dem Dreivierteldutzend Kindern des Vorarbeiters Ziemer merkte zuerst, daß etwas nicht in Ordnung sei. Er war aus süßem Schlummer emvorgeschreckt und hatte mit den derben Fäustchen geschwisterlicher Pausbacken, denn in den Ziemerschen Kinderbetten lagen sie zu dritt bei einander. „Du, Voter, rock ne so schlimm,“ hatte er schlaftrunken gelallt. Er hielt die dicken Rauchwolken, die in dem engen Stübchen umherschwebten, nämlich für Erzeugnisse aus seines Vaters Pfeife. Aber es waren die ersten Dünste von den flammenden Zungen gewesen, die draußen an dem mit Stroh und Wacholder gepolsterten Außenkleid der Lehmwände voller Gier emporleckten. Als die anderen ebenfalls über dem Kratzen im Hals und der immer stärker werdenden Atemnot aufwachten und ein jämmerliches Geschrei erhoben, lohten bereits die Gluten über dem Kamin, gerade wo der Topf mit den Buttermilchklieben für den nächsten Morgen stand. Der Wilhelm, der Aelteste, nahm den dreijährigen Bruder auf den Arm und stürzte in die klare Novembernacht hinaus, deren heller Sterneuschein vor dem Meer des Lichts, das zu einem immer mächtigeren anwuchs, verblich. Die völlig kopflose, verzweifelte Mutter der neun Ziemerkinder saß eine Stunde später am Dorfbrunnen und hatte ihre Kinderschar um sich versammelt Das Unglück hatte ihr alle Willenskraft und ruhige Ueberlegung geraubt. Soust hätte sie nicht absolut untätig, die Hände im Schoß gefaltet, dasitzen können. Sie hätte sonst wenigstens den Versuich gemacht, etwas von dem, was jetzt in hellen Strahlenbündeln gen Himmel schoß, zuretten. Da war vor allem die alte, wurmstichige Truhe vom Großvater her. Die barg das, was sie mit Hunger und rastloser Arbeit in 15 Jahren zusammengerafft hatte, den haarfein gesponnenen Flachs, die vielen Ellen buntkarriertes Bettzüchenzeng, ihr altes Trankleid, das der Reihe nach ihre drei Mädelchen schmücken sollte, und das Gesangbuch mit den beiden Hundertmarkscheinen, die von dem vielen zärtlichen Streicheln schon ganz farblos gewevorgeschreckt und hatte mit den derhen Fäustchen sen waren. Das war der Brautschatz der Töchter. wild um sich geschlagen. Dabei traf er ein paar Nun war das alles hin, aufgezehrt von dem gierigen Mund. Wieviel mal hätten die Kinder sich von dem Erlös satt essen können. Aber das Schwein und die Kuh waren wenigstens gerettet und vor allem die Kinder. Sie begann die Flachsköpfe zu zählen. Ganz mechanisch, wie sie früher in guten Tagen die Kartoffelsäcke, in ihrem kleinen Gärtchen auf den Knien kauernd, dabei voller Behagen das Stück trockene Schwarzbrot verzehrend, gezählt hatte. Es war eigentümlich— sie kam immer bloß bis sechs und es mußten doch neun sein. Das machte, die Augen wollten in der zuckenden Beleuchtung nicht recht ihre Dienste tun. Es blendete zu sehr. Sie fing von neuem an. Diesmal nannte sie die Namen. Die Jungen meldeten sich sämtlich. Aber als sie„Miene, Anna, Guste“ rief, blieb alles still. Da sprang sie wie eine Furie vom Boden au und stürzte zu dem brennenden Katen hin. Sie wollte sich in das Sprühen und Knattern werfen, aber man riß sie zurück. „Min Kinner, min Mäkes," wimmerte sie leise, „sei sün inbläve.“ Da nahm sie einer an die Hand und führte sie weg, wieder an den Brunnen zurück, aber er legte, bevor er wieder ging, den Holzdeckel über die Oeffnung und das Schloß zur Sicherheit vor, denn Wasser hatten sie jetzt vom Schloß übergenug. Die anderen, die bei dem Feuer zurückgebliebeu waren, fuhren sich mit dem Handrücken über die Augen und lüfteten die blauen, eigen gewebten Jacken vom Halse, es würgte und preizte sie dort etwas mit starker Faust. Prasselnd schoß einen Augenblick später das Holzwerk der Ziemerschen Kate in sich zusammen. Die kleinen drei Mädchen hatten nun keinen Brautschatz und kein Trankleid mehr nötig. Sie waren bei dem, der sie hinfort keinen Mangel mehr leiden lassen würde. 220,16 zi der nötigen Schnelligkeit an der Front in Ost geußen ihre Kräfte zu vereinigen, was unerläßich war, um dem Vorstoß des Feindes standzuhlten, die oben erwähnte Armee aus Ostpreußen ugen die Grenze und noch weiter bis zum Niemen ad Bohr zurückzuführen. Bei dieser Bewegung rechten Flügels wurde die zehnte Armee zu sehr bedeutenden feindlichen Kräften behängt und mit einer Amgehung des rechten Flüals bedroht. Sie war also zu einer schleunigen zontverändenung(aha!) in der Richtung Kowno zwungen. Diese schleunige Bewegung entblößte jie Flanke des nachfolgenden Korps, das sich inzgedessen in äußerst bedrängter Lage befand. Nur mzelne Abteilungen konnten entrinnen, die andem Korps der zehnten Armee, die den Feind unnterbrochen mit Heftigkeit bekämpften, wurden ungsam in die ihnen befohlenen Richtungen zusuckgenommen. Dabei ergriffen sie selbst die Offenwe, drängten den Feind zurück und brachten ihm surchtbare Verluste bei, wobei sie die unglaublichien Schwierigkeiten überwanden, die durch den gesen, alles einhüllenden Schnee entstanden waren. die Straßen waren nicht gangbar. Die Autouobile konnten nicht vorwärts kommen, die Trains utten Verspätungen und konnten ihre Bestimgungsorte oft nicht erreichen. Schritt für Schritt, lungsam zurückweichend, hielten diejenigen unserer sorps, die den linken Flügel der zehnten Armee sildeten, den Feind neun Tage auf einer Strecke nrück, die gewöhnlich in vier Tagen durchmessen perden kann. Diese Korps wurden am 19. Februar ider Augustow zurückgenommen, aus der Kampfinie gebracht und sie bezogen die ihnen anbefohlezen Plätze. Gegenwärtig entwickeln sich die Aktioien an der deutschen Front in der Gegend von Lsowice, auf der Straße von Lomscha nach Ednabo, nördlich von Kadzidlo, auf dem halben Wege von Plozk nach Glomask. Stellenweise sind die kämpfe äußerst hartnäckig. Rechts von der Weichei, auf der Straße von Plozk, wurden österreichische Abteilungen zwischen den deutschen Truppen entdeckt. In den letzten zwei Tagen machten wir ungesähr 1000 Deutsche zu Gefangenen. In Galizien ging der Feind am 19. und 20. Februar nach einem vorbereitenden Artilleriefauer, das äußerst heftig war, im Norden von Zaklyzin zur Offensive über, er wurde aber nach einem dreimaligen Angriffe zurückgeschlagen. Die Kämpfe zwischen Mezöllaborcz und am unteren San dauern unter fortwährendem Wechsel von Angriff und Abvehr sort. Naue Angriffe der Deutschen gegen die höhen von Koziowka und in der Gegend von Neurozanka wurden alle zurückgewiesen. Unsere Truppen bemächtigten sich nach erbitterten Kämpfen der Höhen südöstlich von Dukla, nordwestlich von Leneczow. In Südgalizien besetzte der Feind Stanislau. Ungeheure Verluste der Russen in den Karpathenkämpfen. tu Wien, 24. Febr. Die Verluste der Russen in den seit Ende Januar sich abspielenden Kämpfen in den Karpathen betragen nach sicherer Schätzung 100000 Mann an Toten und Gefangenen. Der Kampf bei Stanislau ist in günstiger Entwickelung, trotz des Einsetzens immer neuer Verstärkungen seitens der Russen. Diese kämpfen auch verzweifelt bei Przemysl, doch sind auch dort alle ihre Angriffe von der Besatzung erfolgreich abgeschlagen worden. in den drei genannten Balkanstaaten herangereist und nicht länger in den Banden der Neutralität zu halten wäre. Die drei Balkanstaaten geben sich auch darüber keiner Täuschung hin, daß sie zu voll ständiger Machtlosigkeit verurteilt wären, wenn der Dreiverband siegte und Rußland seine Balkanpläne verwirklichen könnte. Bulgarien, das die Scharte des Bukarester Friedens auswetzen möchte, schlüge lieber heute als morgen im Bunde mit der Türkei gegen Rußland los. Weniger sicher ist das schon in Bezug auf Griechenland, das augenblicklich gesättigt ist und höchstens noch auf einen Teil Südalbaniens Appetit verspürt. Sehr fraglich ist. es, ob Rumänien seine Neutralität aufgeben wird, dank deren es die Rolle des Züngleins an der Wage auf dem Balkan zu spielen vermag. Soviel ist jedoch gewiß: Rußland gewinnt auf der Balkaninsel keinen neuen Bundesgenossen; das serbische Volk der Königsmörder bleibt sein einziger Freund. Italienische Kundgebungen für und wider den Krieg. tu Mailand, 23. Febr. In Mailand ist der gestrige Tag ohne ernste Ruhestörungen verlaufen. Etwa 5= bis 6000 Personen beteiligten sich an der Volksversammlung im Volkshause, wo als erster Redner zugunsten der absoluten Neutralität Itatiens der sozialistische Bürgermeister von Mailand, Advokat Caldara, eintrat. Eine Anzahl störender Interventionisten wurde gewaltsam aus dem Saale entfernt. Die Stadt ist sehr belebt. Die Galerie wurde militärisch abgesperrt; die gesamte Garnison wurde in den Kasernen konsigniert. Eine Gruppe Interventionisten demonstrierte vor dem Rathause gegen den sozialistischen Bürgermeister; mehrere von ihnen wurden verhaftet. Abends herrschte vollständige Ruhe. Die Militärkordons in der Galerie Vittorio Emanuele wurden zurückgezogen. In Turin und Venedig fanden ebenfalls sehr stark besuchte Volksversammlungen zugunsten der Neutralität Italiens statt, wobei es zu Zusammenstößen mit störenden Interventionisten kam, die gewaltsam entfernt wurden. tu Nom, 23. Febr. Gestern fanden hier verschiedene Volksversammlungen der Neutralisten und Interventionisten statt, in denen es zu heftigen Streitigkeiten kam. In Nom waren die Interventionisten in beiden Versammlungen in der Mehrheit und verhinderten die offizielle Sozialdemokratie, die gegen den Krieg ist, gewaltsam und nach hartnäckigem Faustkampf, ihre Versammlung zu Ende zu führen. In der Versammlung der Nationalisten konnte Enrico Corradini eine kriegsbegeisterte Rede halten. Auf der Straße fand dann noch ein Zusammenstoß mit Truppen statt, die mit aufgepflanztem Bajonett die Ruhestörer zerstreuten. Feind liegt etwa 400 Meter vor uns. Diese unsere Stellung hatte er in der Zeit vom 20. bis zum 25. Dezember heitig angegriffen, und zwar mit einer ganzen Division, der zwei deutsche Bataillone gegenüberstanden. Trotz heftiger ArtillerieVorbereitungen mißlang der Angriff vollkommen. Unter=ungeheuren Verlusten zog sich der Feind zurück und hat jetzt Respekt. Unsere Zuversicht ist die allerbeste. Kommen auich noch so viele, schießen sie auch noch so toll— sie kommen und kommen nicht durch, niemals! Das ist die festeste Ueberzeugung auch des allerletzten Mannes. Wenn ich jetzt noch an die versl...... Miesmacher und Schwätzer und an gewisse Stammtische denke, wird mir schlecht. Sie sollten mal herkommen und diese freudige Stimmung sehen, den glänzenden Zustand unserer Leute, wie schön, wie harmonisch, geradezu freundschaftlich hier alle Deutschen zusammenstehen, ich glaube, sie würden sich schämen bis auf die Knochen. Nein, glauben Sie's und sagen Sie es allen, die es hören wollen:„Es steht so gut um unsere Sache hier, an einem der schwierigsten und gefährlichsten Punkte unserer ganzen Weststellung, wie nie zuvor.“ Und die Franzmänner! Sie schießen und schießen, uund soviel wir sehen, sind sie faul und lassen ihre Gräben verfallen. Die Zeit wird kommen, und wir sausen über sie hin, wie der Frühlingswind ins dürre Gezweig und schmeißen sie heraus.“ (Aus der belagerten Festung Przemysl) ist uns eine Karte der dortigen Fliegerpost aus den Redaktionstisch geflattert. Der Schreiber, ein früher in den Rosen wohnender Arbeiter, teilt darin mit, daß es ihm und auch den übrigen Kriegsteilnehmern in der Festung noch recht gut geht. Hoffentlich wird auch diesmal der Ansturm der Russen auf die Feste vergeblich sein. (Gewerbebank.) Die Mitglieder der Gewerbebank seien auch an dieser Stelle auf die morgen(Donnerstag) abend 8½ Uhr im Hotel Jungesblut stattfindende Generalversammlung aufmerksam gemacht. **(Für Wirte.) Die Bekanntmachung vom 9. Febmar betr. Ausschank von Trinkbranntwein wird von den Wirten häufig dadurch umgangen, daß sie die für den Verkauf gegebene Begriffsbestimmung von Trinkbranntwein, welche Likör, Rum, Arrac, Cognac usw. mit einschließt, auf den Ausschank nicht mit beziehen. Das ist eine durch nichts gerechtfertigte Auslegung des Verbots. Es ist völlig selbstverständlich, daß, wenn an einer Stelle der Bekanntmachung der Begriff„Trinkbranntwein“ umgrenzt wird, dies für den ganzen Inhalt der No. Gültigkeit hat. Die Wirte machen sich also einer Uebertretung des Verbots schuldig und setzen sich einer schweren Strafe aus, wenn sie weiter die genannte Bestimmung umgehen. Der heilige Krieg. Die Türken am Suezkanal. tu Konstantinopel, 23. Febr. Dem„Berl. Tageblatt“ wird von hier gemeldet: Die türkischen Truppen, die den Suezkanal erreicht haben, halten nach einer Meldung des Kriegsberichterstatters der „Agenc Milli“ ständig die Fühlung mit dem Feinde aufrecht. Um ihre Truppen gegen Ueberfälle wach zu halten, lassen die Engländer nachts in ihren Lagern die Militärkapellen spielen. Die Musik klingt durch die nächtliche Stille bis zu den Stellungen der Türken über den Kanal herüber. Ein neuer Balkanblock? Die Petersburger Meldungen von der bevor stehenden Bildung eines nauen rumänisch=bulgarisch=griechischen Balkanblocks gegen Rußland und Serbien können das Produkt der an der Newa herrschenden Sorge vor einer derartigen Vereinisung sein, können sehr wohl aber auch auf realerer Grundlage ruhen. Zum Frühjahr reifen am Balkan die Entschließuungen, die Jahr für Jahr zu den bekannten Unruhen führen. Es ließe sich wohl enten, daß mit dem jungen Lenz der Tatendrang Aus Stadt und Umgebung. * Schwerte, 24. Februar, *(Mahnung des Kaisers zur Sparsamkeit.) Der Kaiser erklärte während seiner Anwesenheit in Lyck dem Kommandanten der Feste Boyen gegenüber im Tone ernster Mahnung, er erwarte von jedem Dautschen, daß er in dieser Zeit mit Nahr ungsmitteln sparsam haushält, namentlich mit Kartoffeln. Letztere dürfen keinesfalls als Viehfutter dienen. **(Mit dem Eisernen Kreuz) ausgezeichnet wurde der Unterofsizier d. R. Heinrich Dickmann vom Rosenweg. Gleichzeitig erfolgte die Beförderung des tapferen Kriegers, der im Osten kämpft, zum Vize=Feldwebel. Wir gratulieren bestens! **(Liebesgaben für deutsche Kriegsgefangene.) Alle englischen und schottischen Eisenbahngesell. schaften haben die Frachtfreiheit für die als Liebesgaben und Beihilfen für Kriegsgefangene bestimmten Gegenstände zugesichert. Die Sendungen an deutsche Kriegsgefangene in England müssen über Vlissingen—Folkestone abgefertigt werden, die deutlich sichtbare Aufschrift„Prisoner of War“ die Adresse des Gefangenen mit dem Namen des Internierungslagers und den Vermerk„C./O. Scuth Eastern and Chatham Railway Company's Agent, Folkestoge Harbour“ erhalten. Die Eisenbahnen in Irland haben keine Frachtvergünstigungen zugestanden. **(An der Miesmacher!) Dem Briefe eines Hauptmanns, den der Empfänger uns zur Verfügung gestellt hat, entnehmen wir folgendes:„Der ** Holzen,“ 23. Februar.(Der Holzener Frauenverein) überwies dem Roten Krauz in Hörde zur Verteilung an unsere Truppen im Felde folgende Liebesgaben: 72 Paar Strümpfe, 4 Paar Kniewärmer, 4 Paar Pulswärmer, 6 Kopfhauben, 24 Hemden, 2 Unterhosen, 7 Kissen und einen Posten gezupfter Leinwand.— Die Annahmestelle freiwilliger Gaben für das 7. Armeekorps in Münster bestätigte dem Verein mit herzlichem Dank den Empfang der angefertigten Decken und Kleidungsstücke aus der Reichswollwoche. Der Verkauf der Wollabfälle brachte dem Verein die Summe von 87 Mk. ein. * Köln, 24. Febr.(Zehn Jahre Zuchthaus für einen Diebstahl von Liebesgaben.) In der Nacht vom 15. auf den 16. Januar wurde in der Liebesgaben=Sammelstelle des Kölner Frauen=Vereins eingebrochen. Zwei der Diebe, der Obsthändler Peter Baumer und der Schlosser Peter Josef Ernst wurden gefaßt, als sie sich mit Wollsachen im Werte von 800 Mk. entfernen wollten. Sie wurden heute von der Kölner Strafkammer zu je 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Staatsanwalt hatte 2 Jahre Zuchthaus beantragt. 3. für Eltern lediger Versicherter, welche den Unterhalt ihrer Eltern ganz oder überwiegend aus ihrem Arbeitsverdienste bestritten haben, 30,00 Mk. II. Der Verstorbene muß vor seinem Eintritt in das Heer oder in einen zu Kriegszwecken gebildeten Verband Versicherter der Landesversicherungsanstalt Westfalen gewesen sein und zuletzt westfälische Marken geklebt haben. III. Der Verstorbene muß die Wartezeit für die Invalidenrente erfüllt, d. h. es müssen mindestens 200 Beiträge geleistet sein, und die Anwartschaft aufrecht erhalten haben. In besonderen Fällen kann die Spende aus Billigkeitsrücksichten auch schon bewilligt werden, wenn für den Versicherten regelmäßig Beiträge verwendet und wenigstens 100 Marken geklebt sind. IV. Wird von einer anderen Versicherungsanstalt eine Kriegsspende gewährt, so können die Berechtigten von der Landesversicherungsanstalt Westfalen die Spende nur soweit erhalten, als sie die der fremden Landesversicherungsanstalt V Anträge können nur bis längstens 3 Monate nach Friedensschluß gestellt werden. Die Bewilligung der Kriegsspende erfolgt unabhängig von der gesetzlichen Hinterbliebenenfürsorge. Diese Ansprüche können neben der Kriegsspende geltend gemacht werden. VI. Die Kriegsspenden der Landesversicherungsanstalt sollen nicht zur Verminderung der Leistungen vom Reich, Staat und Gemeinde dienen; sie werden deshalb nicht gezahlt, wenn eine Anrechnung auf die staatlichen oder gemeindlichen Unterstützungen erfolgt: VII. Anträge sind bei der Ortsbehörde auf dem von der Landesversicherungsanstalt gelieferten Vordruck zu stellen. Jedem Antrage sind, wenn sich die Unterlagen nicht schon bei dem Antrage auf Hinterbliebenenfürsorge befinden, beizufügen: a) Zum Nachweise des Todes des Versicherten die standesamtliche Sterbeurkunde oder, wenn der Tod noch nicht standesamtlich beurkundet ist, die amtliche Benachrichtigung der Angehörigen durch den Truppenteil über den Tod des Versicherten (möglichst auch Angabe der Nummer der amtlichen Verlustliste, in welcher der Verstorbene aufgeführt ist,;...... M.xrstarhenen b) die Quittungstarle des Verstordenen, die Aufrechnungsbescheinigungen und sonstige auf die Invalidenversicherung bezüglichen Schriftstücke. Ist die Quittungskarte nicht aufzufinden, so sind Geburtstag, Geburtsort, letzte Arbeitsstätte und Ende der letzten Beschäftigung des Verstorbenen c) diestandesamtliche Heiratsurkunde der Witwe und die Geburtsscheine ihrer Kinder unter 15 Jahren; da der Höchstbetrag der Spende bei 3 Kindern erreicht wird, genügt die Beibringung eines Geburtsscheines über drei Kinder; d) beim Antrage der Eltern eines ledigen Verstorbenen(anstatt c) Bescheinigung der Ortsbehörde über die Höhe des Einkommens der Eltern und den Zuschuß des verstorbenen Sohnes dazu. VllI. Da ein gesetzlicher Anspruch auf Zahlung der Kriegsspende nicht besteht, so sind die Bescheide der Landesversicherungsanstalt endgültig. Die Landesversicherungsanstalt Wesisaten gewährt den Hinterbliebenen der bei ihr Versicherten, welche im Kriege gefallen oder an den im Kriege erhaltenen Wunden, Krankheiten oder Unfällen gestorben sind, zur Linderung der ersten Not eine Kriegsspende. I. Die Spende beträgt: 1. für die Witwe des Verstorbenen 50,00 Mk., 2. für ein Kind desselben unter 15 Jahren 30,00 Mk., für zwei Kinder 50,00 Mk., für drei und mehr Kinder 70,00 Mk., Büchertisch. Baut Gemüse an! Seit Kriegsbeginn ist von Behörden und Volkswirten immer wieder auf die Notwendigkeit eines fachgemäßen Gemüsebaues hingewiesen worden. Der gewiß überall vorhandene gute Wille genügt aber nicht, wir müssen anch mit Verständnis vorgehen. Belehrung lut also dringend not. Diese bietet ein gerade zur rechten Zeit erschinenes Schriftchen: Gemüsebau während des Krieges. Eine Anleitung zur Erzielung höchster Gemüseerträge im Haus= und Kleingarten und ein Mahnwort an jeden Deutschen. Verlag von Paul Parey, Berlin SW. 11, Hedemannstraße. Preis 60 Pfg. Verfasser ist Max Hesdörffer, der bekannte Fachmann, dessen Schriften bereits eine ganz ungewöhnlich große Verbreitung gefunden haben. Wochenmarkt. Der heutige Wochenmarkt war gut beschickt. Es wurden bezahlt für: Aepfel Pfd. 20—35 Pfg., Apfelsinen Stück 3—10 Pfg., Zitronen Stück 6 Pfg., Spinat Pfd. 20 Pfg., Blumenkohl 30—35 Pfg., Rotkohl 30—45 Pfg., Weißkohl 20—40 Pfg., Rosenkohl Pfd. 25 Pfg., Feldsalat Pfd. 20 Pfg., Grünkohl 5 Stück 20 Pfg., Wurzeln 3 Pfd. 25 Pfg., Steckrüben Stück 10 Pfg., Zwiebeln 2 Pfd. 35 Pfg., Eier 8 und 9 Stück 1,— Mk., Butter Pfd. 1,60 M., Schweinefleisch 1,10—1,20 Mk., Rindsleisch Pfd. 90 Pfg., Schellfisch, kleiner, Pfd. 25 Pfg., Grüne Heringe 5 Bd. 70 Pig. Verantwortlich für die Redaktion Friedr, Kraae. Druck u. Verlag von Carl Braus, beide in Schwerte, Khofr8 Cuppen. Spargel, Wiener, Reis. Hindeneurg Kartoffel, Erbs, Weibertreu, Königin, Geflügel, Pilz empflehlt Carl Trog. Cognde Rum— Arrac— Likör als Feldpostbrief empfiehlt brogere Max Mehlhose Schwerte, Ostenstrasse 3. Re wird gebeten, die genaue Adresse beim „ Kauf anzugeben, da die Briefe laut Verfügung * d e s G e n e r a l k o m m a n d o s v o n m i r z u r P o s t gegeben werden. Schreibgelegenheit ist vorhanden. 987 des evangl. Frauenvereins, Schwerte zum Besten der Hausarmen sind zu haben in der Buchhandlung CARL BRAUS SCHWERTE(Ruhr), Gr. Marktstr. 3—5 Fürs Feld RadikalLäusetod vernichtet Ungeziefer und= schützt vor Ansteckung Flasche 50 Pfg. — zu haben nur bei 9472 Mar Medibose =—— Telefon 195.—= 2„„„„ 950 empfiehlt L. Weinberg. Meiallbeiten Nakalog seit Holzrahmenmatr., Kinderdetten Essennöbellabei. Sphl 1.8) 1 Gestern abend 9 Uhr verschied plötzlich und unerwartet infolge Herzschlag mein innigstgeliebter, unvergesslicher Mann, Vater. Schwiegervater, Grossvater, Urgrossvater, Schwager und Onkel, der Veteran von 1864, 66, 70 u. 71 Jari- Schafts im Alter von beinahe 73 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernde Wilius nebst Kindern. Ersste, Grürmannsheide. Oestrich. Letmathe, Schelk, Rheydt, Frankreich, den 23. Februar 1915. Die Beerdigung flndet Freitag, den 26. Februar, nachmittags ½4 Uhr vom Sterbehause aus statt. Sollte jemand aus Versehen keine Nachricht erhalten haben, so diene diese als solche. 953 Verannimaldung. Die Stadt Schwerke beabsichtigt, Aute Opersenarik ssen Grüne Heringe 5 Psd. 65 Pfg. 10 Psd. 120 Pfg. Bückinge, Sprotten, Stockfisch gewalzt und ungewalzt empfiehlt Kaufhaus für Levenzmtter Brücktaße 23. 952 De Benitsung evangelischen Frauenvereins findet Donnerstag, den 25. Februar, nachmittags von 2 Uhr ab, im Saale des evangel. Vereinshauses stalt. Geschenke werden morgens von 10 Uhr 9:7 gern und dankbar entgegengenommen. Dienstmädchen Aufgebot. Die Lebensversicherungspollce Nr. 65118, d'e wir am 1. Juli 1877 für Herrn Johann Anton Kißler. Biemser in Warburg, zuletzt Biemser a. D. in Schwerte. verstorben am 8. November 1914 daselbst. ausgesertigt haben, soll abhanden gekommen sein Wir fordern den elwaigen Inhaber auf, sich unter Vorlegung der Police hinnen 2 Monaten von heute a) bei uns zu melden. Meldet sitz niemand, so werden wir die Police für krastlos erklären. 949 Leipzig; den 23. Februar 1915. Teuionia Versicherungsaktiengesellschaf in Leipzig vorm. Allg. Renten=, Capital= u. Lebensversicherungsbank Teutonia. Dr. Bischoff. i. V. Schömer. Bekanntmachung. Den hiesigen Familien, welchen städtische Grundstücke zur Nutzung während des Krieges überlassen sind und auch sonftigen Garten= und Grundstücksbesitzern hierselbst, welche nicht in der Lage sind, Dünger für die Grundstücke zu beschaffen, wird auf Antrag zur Herstellung von Dünger Laub und Streu aus dem hiesigen Stadtwalde für dieses Jahr verabfolgt. Gesuche sind im neuen Ruthause, Zimmer Nr. 18, zu stellen. Schwerte, den 18. Februar 1915. Der Magistrat: Rohrmann. 930 Gegen rauhe Haut nur Aufruf! Kombella Die nichtfettende Hautcreme. Das Beste gegen rote aufgesprungene Hände! Gegen Mitesser, Blüten, Flecken! Weltberühmt für die Schönheit des Gesichtes und die Jartheit der Hände. 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Erhalte einen Wagen gebraucht. 1 Piano zu Mk. 200 1 Piano zu Mk. 310 abzugeben H. van Bremen, Pianos Dortmund, Heiligerweg 15 Das Zentralkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz hat, um für die überaus großen Anforderungen, die überall an die Organisationen des Roten Kreuzes gestellt werden, neue Einnahmen zu erschließen, eine„Kreuz=Pfennig"=Sammlung angeordnet und zu diesen Zwecke geschmackoolle„KreuzPsennig“=Marken zu 10, 5 und 2 Psennigen ausgegeben, die ähnlich wie Freimarken auf die portofreien Feldpostsendungen wie auf alle anderen portoflichtigen Postsendungen jeder Art, auf Briese, Karten, Pakete u. s. w, aufgeklebt oder auch als gesucht nach auswärts. Verschlußmarken verwendet werden können Ihr Erlös ist zur Schriftliche Angebole unter Hälfte für die allen Landesleilen zu gute kommenden Zwecke B. 906 an die Exp. d. Bl. des Zentral=Kommitees, zur Hälfte für die in den einzelnen ∆ k ldigen Einfritt für Kreisen bestehenden Zweigvereine vom Roten Kreuz bestimmt. röß. Geschästshaushalt wird! An alle Deutsche ergeht die Bitte, im Hinblick auf den gugrob, Leichutspouzz; sen Zweck der Sammlung solche Maiken zu kaufen und auf ein durchaus zuverlastges ge, allen Postsendungen zu verwenden. Für den Landkreis Hörde sundes, evang, alteres hat die Kasse des Zweigvereins vom Rolen Kreuz für den Land10 10 Ckreis Hörde im Kreishause hierselbst den Verkauf übernommen, Wochen(außerdem sind die Marken bei dem Herrn Bürgermeister in Schwerte. soder Witwe) gesucht, wbelches den Herren Amlmännern des Kreises und in vielen kochen kann u sich vor keiner die durch ein entsprechendes Plakat kenntlich sind, käuflich zu Arbeit scheut. Guter Lohn, gute haben. Behandlung. Es mögen sich Hörde, den 15. Februar 1915. den, die aute junzeigejäg,3 zgs Der Vorsitzende des Zweigvereins vom Roten Kreuz mit einem Zwelmädchen den! des Landkreises Hörde. Haushalt u. Garten zu besorgen. J. B. gez. Burchard, Regierungs=Asessor. 932 Zu erfahren in der Geschäftsstelle der„Schwerter Zeitung.“ Ein gebrauchter, fast neuer leichter umständehaloer verkaufen. spottbillig zu Zu erfragen in der Geschäftsstelle dieser Jeitung. 926 Mein in Westhofen liegender Steinbruch soll sofort umständehalber verpachtel werden. Erstkl. Material. Näheres bei Ww. August Braß Westhosen, Hochstr. 1. L. Weinberg. RRRRNM RSURNE N 84 Verband Wesisälischer Arbeisnachweise. 4 Ailtachburg Virkr Bilder vom Haiser und Kronprinzen'ap Neueste Feldaufnahmen. Grösse 31X25 cm. in künstlerischer Ausführung. Preis 30 Pfg. vorrätig in der Buchhandlung CARL BRAUS/g Schwerte(Ruhr.) Gr. Marktstrasse 3—5. Die gesteigerten Ansprüche an die Reinigung der Bettfüllungen haben mich veranlasst 5659 Bettfedern und Daunen nach einem neuen vollkommeneren Verfahren reinigen zu lassen. Alle Qualitäten, auch die billigsten sind jetzt ohne jeden Geruch und durchweg staubfrei. Ich empfehle: Bettfedern zu 1,25, 1,75,12,25 b. 3,00 Mk. 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Esrc Die Seeschlacht, interessante Schilderung von Kapitan zur See Turck, Halbstock, tiefergreifende Erzählung aus dem Leben der Marine von Ida Boy=Ed, Der Heldenkampf S. M. S.„Magdeburg“ 1914. Originalaufzeichnungen aus Blättern der Augenzeugen, Alar zum Gefecht. Erzählt vom Bord des kleinen Kreuzers„Nürnberg“, aus den Kriegstagen 1914....„ por 1.— Das Gos entscheibet Minennacht auf der Themse(„Freiwiuige vor!“— Das Lor entschelett Eine schwere Aufgabe— Englanos Küste in Sicht— Zwei Heiden), Der letzte Rampf der„Emden“. Ergreisende Schilderungen eines AugenHeldenfahrten eines Hilfskreuzers. Fesselnde Schilderung aus dem gedigen Seekrleg Der Untergang der„Ariadne". Geschildert von einem der Ueberlebenden, Wie die Gneisenau im Hafen von Antwerpen von den Engländern versenkt wurde. Von einem Augenzeugen geschildert, mit Abbildung. Verzeichnis der deutschen Kriegsschifte — m i t A n g a b e d e r G r ö ß e, W a s s e r v e r d r ä n g u n g, P f e r d e k r ä f t e, G e s c h w i n d i g k e i t, Anzahl der Schrauben, Armierung, Besatzungsstärke, Maschinenreisestrege, oes Alteas vswv. Ganm. u Vorrang in der Bis zum 1. April d. Ss. werden noch Tpouon Onjofa liefert schnell und sauber kostenfreie Hausanschlüsse für i aumt-ur Tote Buchdruckerei E. Braus elektr. Beleuchtung Buchhandlung Carl Braus, Schwerke=Ruhr, Gr. Marktstraße 3—5. hergestellt. Man sordere Antragsformulare beim Komm. Elcktrizitätswerk Mark, A.=G., Hagen:. W. 785 S 8 un. S 00 53 3 a.S WNE NEASS9 STUSRn S# S Ta.* 2 g 5.# 0 7• 2 6 □ — 60 9ss 9 SR: 8 TRG Z.#S SL1 G.. G0— 9* 1 O der Schmach und Schande!— Dürfen diese Sie hat die furchtbare Vergeltung des Schicksals— den Uebergang über die Beresing— die großen Völkerschlachten— den Sturz Napoleons und seinen einsamen Tod erlebt.. 16 68 Groß und mächtig ist das kleine Preußen, is# vas Deutsche Reich geworden,— und wie vor Jahren, 187 und 1871, der Erbfeind, Frankreich, geschlagen wurde und der Sieg sich an unsere Fahnen heftete, so wird den„Halunken von Parlezvous“,— wie die Urgroßmutter sie nannte— durch unsere tapferen Heere auch jetzt wieder heimgezahlt und heimgeleuchtet werden. Und auch die Russen und Engländer werden ihr vollgerüttelt Maß deutscher Schläge abbekommen. Denkspruch. Aut was Gutes warte gein. Ist dein guter Lag auch kern: Ein zu schnell gekon menes Glück Fü. bi olt schneller noch zurück. Fr. v. Logau. Ein neues Corpus juris auf einem Papyrus. Die Papyrussammlung der Berliner Museen ist vor kurzem in den Besitz von acht griechischen, in Aegypten gefundenen Papyrusrollen gelangt, die so umfangreiche und wichtige Urkunden enthalten, wie sie seit langem nicht entdeckt wurden. Als der Wüstensand die Reste des einst blühenden Dorses Theadelphia in der mittelägyptischen Landschaft Fajum ganz verschüttete, muß über dem Archiv des Dorfvorstehers ein glücklicher Zufall gewaltet haben, der die umfangreichen Akten trotz des zarten Materials gegen 2000 Jahre lang fast unversehrt erhielt. Die neuen Rollen, von denen die größte 30 Zentimeter hoch und mehr als 6 Meter lang ist, kann man noch genau so handhaben, wie es der antike Leser nach der Angabe Lulians tat:„Er hielt in den Händen das Buch, das zwiefach zusammengerollt war; er wollte nämlich den einen Teil noch lesen, während er den anderen schon gelesen hatte.“ Die hohe wissenschaftliche Bedeutung dieser Neuerwerbungen erörtert der bekannte Papyrusforscher Prof. W. Schubart in den Amtlichen Berichten aus den königlichen Kunstsammlungen. Die Mehrzahl der der Mitte des zweiten Jahrhunderts n. Chr. angehörenden Rollen beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen Verhältnissen des Dorfes Theadelphia, dessen Einwohnerschaft vollständig aufgezählt und nach ihren Steuerverhältnissen gekennzeichnet ist. So wichtig diese Dokumente auch für die Wirtschaftsgeschichte des zur römischen Provinz gewordenen Aegyptens sind, so muß ihr Wert doch zurückstehen gegen eine Rolle, die sich mit ganz anderen Dingen beschäftigt und als ein „neues Corpus juris“ bezeichnet werden könnte, da sie z. T. bisher unbekannte Rechtsbestimmungen enthält und eine wichtige Etappe in dem weltgeschichtlichen Vorgang der Festlegung des römischen Rechtes darstellt. Was im 6. Jahrhundert unter Kaiser Justinian in der Gestalt des Corpus juris vollendet wurde und als das dauerhafteste und samste Erbe der römischen Kaiserzeit aus die Nachwelt kam, ist hervorgegangen aus einer langen, an praktischer Erfahrung und gelehrter Juristenarbeit reichen Entwicklung, über die wir noch wenig wissen. Die neue, 400 Jahre vor dem Corpus zuris geschriebene Papyrusrolle gehört nun zu den wichtigsten Zeugen für die Geschichte des römischen Rechtes und erhält ihre besondere Bedeutung dadurch, daß nicht nur, wie sonst bei den Papyrusfunden, irgendein einzelner Rechtsfall behandelt ist und man den zugrundeliegenden Rechtsgedanken nur aus diesem speziellen Vorgang vermuten kann, sondern daß eine ganze Folge von Bestimmungen in mehr als 100 wohlerhaltenen Paragraphen ausgezeichnet ist. Diese Sammlung von Gesetzen, bei denen man vielfach durch die griechische Sprache das lateinische Original erkennen kann, bildete eine Art von Instruktion für einen der höchsten römischen Beamten der Provinz Aegypten, den Idiologos. Alle die Rechtsordnungen gehen, wie ein vorausgeschicktes Einführungsschreiben sagt, auf eine grundlegende Verordnung des Kaisers Augustus zurück, zu der dann später Verfügungen der folgenden Kaiser, Beschlüsse des nats, Anordnungen der Statthalter und Idiologen gekommen seien.... Acim 6. Der erhaltene Text beschaftigt sich mit Gevieten, die uns bisher gerade am wenigsten bekannt waren, hauptsächlich mit dem Erbrecht und dem rechtlichen Verhältnis der Nationalitäten zueinander. Mit eiserner Konsequenz betont der Staat in einer langen Reihe von Fällen sein Erbrecht sogleich in einem der ersten Sätze:„Das Vermögen derer, die ohne Testament sterben oder sonst keinen gesetzlichen Erben haben, wird dem Fiskus zugesprochen.“ Vermögen reicher Junggesellen und alter Jungfern wirk zum großen Teil vom Staate eingezogen. In der in Aegypten recht komplizierten Nationalitäten= frage trennt das römisché Recht auf das schroffste den Römer als den Herrn von der Gesamtheit der Unterworfenen. Selbst der Grieche, der„Stadtbürger" und Alexandriner ist von dem römischen Bürger durch eine weite Kluft geschieden, so hoch er sich auch über den Sohn des Landes, den Aegypter, erhebt. Nicht einmal die Freigelassenen der Alexandriner dürfen ägyptische Mädchen heiraten; sollte sich aber ein Aegypter erfrechen, seinen verstorbenen Vater alRömer zu bezeichnen, so verfällt er schwerer Konsiskationsstrafe. Jeder muß seinen Stand und seine Nationalität richtig angeben:„Wer sich nicht entsprechend bezeichnet, wird mit Konfiskation eines Viertels bestraft.“ Eine geschlossene Gruppe von Paragraphen beschaftige sich sodann mit der Aufsicht der römischen Regierung über die Priester und Tempel Aegyptens, wobei sich ebenfalls eine Fülle von neuen Erkenntnissen darbietet. Jedenfalls gibt es nach dem Urteil Schubarts unter den Tausenden von ägyptischen Papyri nur ganz wenige, die sich dieser neuen Rolle an Bedeutung des Inhaltes an die Seite stellen können, und jedensalts keine einzige, die für die schichte des römischen Rechtes auch nur im entferntesten einen ähnlichen Wert hätte C. K. Bumur. Wo ist die Katze? Eine Köchin hatte das Unglück gehabt, einen Kalbsbraten von vier Pfund so verbrennen zu lassen, daß der Rest nicht mehr zu gebrauchen war. Da warf sie das Fleisch fort und erzählte der gnädigen Frau, die Katze habe es gefressen. Die Dame setzte darauf die Katze auf die Wiegeschale und fand, daß sie genau vier Pfund wog. „Merkwürdig, Hulda,“ sagte sie,„die vier Pfund Fleisch sind da, aber wo ist die Katze?“ puc mnug *INRG: * 818 805 S Bn** S S a B SSSTTASE 3—2 Fas S STOESSSRSSS a Se gg B 8 P SSTS ∆ Boniserte Amtliches Kreisblatt für den Kreis börde 46. Jabrgang O Grites und äklelles Cagesorgen des Krelles. 0 Mittwoch, 24. Februar 1915. In. Clertenerang. Orig'nal-Kriegeroman aus ernster Zeit von Rudolf Hollinger. (23. Fortsetzung.)(Nachdruck verboten. Alle Rechte vorbehalten.) ertha hatte die Schwester wieder freigegeben; aber ihr Blick ruhte noch immer ernst und forschend auf deren „Nun, um so besser, wenn ich mich getäuscht habe! Aber du darfst dich nicht wundern, wenn ich mir nach deinen lieben, lustigen Briefen eine etwas andere Vorstellung von der Stimmung gemacht hatte, in der ich dich finden würde!— Was übrigens die gleichgültigen Gesichter betrifft, so wirst du das Eberhards doch hoffentlich ausnehmen! Ich habe mich so gefreut, aus seinen allerdings recht spärlichen Episteln zu entnehmen, daß ihr sehr gute Freunde geworden seid!“ Eine ganz unmotivierte kleine Falte erschien zwischen Helgas Brauen. „Es mag ein netter Unsinn gewesen sein, den er dir geschrieben hat! Natürlich habe ich mich ganz gut mit ihm vertragen! Das war ich ihm als einem Verwandten und als dem Gast unseres Hauses doch wohl schuldig! Aber es war wohl kaum eine Veranlassung vorhanden, das in seinen Briefen an dich noch besonders hervorzuheben!“ Ihre Worte hatten einen geradezu gereizten Klang gehabt, der nur danach angetan sein konnte, Herthas Verwunderung über ihr sonderbares Benehmen zu vermehren. „Wenn er es getan hat, so war es jedenfalls gutgemeint,“ sagte sie,„und du hast wohl keinen Grund, dich darüber zu entrüsten! Mir war der Gedanke, daß er sich nach Kräften bemühte, dich zu zerstreuen, immer ein gewisser Trost. Denn ich weiß wohl, daß an sonstigen Vergnügungen, die einer Achtzehnjährigen Freude machen können, hier auf Mallente nicht gerade Uebersluß ist.“.. gue 4 geh. 16 6. Ja, so gut wie du in Munchen habe ich es hier wohl nicht gehabt! Es soll ja schrecklich lustig zugehen unter den dortigen Künstlern! Und ich habe mich nur immer gewundert, daß Eberhard dich so ganz allein dorthin gehen liez!“...—Mäinamner a.. „Vielleicht machst du dir von der Munchener Eustigkeit etwas übertriebene Vorstellungen, Kleinchen! Man kann da auch sehr ernst sein, und man arbeitet bek. „So? Da bist du wohl eine recht große Kunstierin geworden?“,„m Mink „O nein: Das beste, was ih meinem Munchener Aufenthalt zu verdanken habe, ist vielleicht gerade die Erkenntnis, daß ich doch wohl mehr das Zeug zu einer Offiziers= oder Gutsbesitzersfrau habe als zu einer Künstlerin. „Dann hattest du freuich gar nicht erst hinzugehen brauchen. Ich dachte, du müßtest einen ganz gewaltigen Drang zur Künstlerin in dir verspürt haben, weil du dich entschließen konntest, von deinem Verlobten fortzugehen. Unsereins kann sich so was eben gar nicht vortelen..... 44, warstellen Hel.8 a4h „Was kannst du dir nicht vorsieuen, Feiga: Ich verstehe dich nicht recht!"„ „Daß man eines bloßen Zeitvertreivs wegen jemanden verläßt, den man lieb hat! Ich in meiner Dummheit finde das einfach unnatürlich!" „Ei, ei, das klingt ja beinahe, als sprächest du aus eigener Herzenserfahrung, als wüßtest du bereits jemanden, den du unter keinen Umständen verlassen möchtest...,... gannen9 rat vsmarden Weil sie funtte, daß sie brennens ror geworden war, drehte sich Helga kurz um und lief zur Tür. „Ach, Unsinn! Ich weiß gar nicht, was du immer von mir willst!“ sagte sie schmollend.„Es ist ja, als ob ich ein kleines Kind wäre, das man ausfragt, um hinter seine Sünden zu kommen!" Sie war schon draußen, ehe Hertha ihr hatte antworten können. Und die Heimgekehrte rief sie nicht zurück. Sie trat an das Fenster, das nach der Parkseite des Hauses hinaus ging, und blickte gedankenverloren in die sommerlich prangende grüne Herrlichkeit hinaus. „Sie findet es unnaturlich, daß man jemanden verläßt, den man lieb hat,“ sprach sie in ihres Herzens Stille zu sich selber.„Ach ja, heute weiß auch ich, wie unnatürlich es ist!. Am nächsten Tage kam Eberhard. Zu dem prächtigen Blumenarrangement, das Hertha schon bei ihrer Heimkehr als seinen Willkommgruß vorgefunden hatte, brachte er ihr heute noch persönlich einen großen Strauß der prachtvollsten Rosen. Und er war von jener liebenswürdigen Herzlichkeit, die sie von jeher an ihm gekannt und geschätzt hatte. Sie begrüßten sich nicht stürmisch, und sie überhäuften sich nicht mit Zärtlichkeiten, weder im Beisein der anderen, noch als man sie dann allein miteinander gelassen. Aber die eigentümliche Befangenheit, die während der ersten Minuten zwischen ihnen gewesen war, blieb doch nicht lange bestehen. Rasch hatten sie den alten kameradschaftlichen Ton wiedergefunden, der ihrem Verkehr von jeher sein Gepräge gegeben hatte, und wenn sie nicht von sich selbst und SöSSSS 8 L5ASSEESA VS#SSEnS0 # S„SPPASEG S SS 85 2 8 Sazusus * 2 1 5 2 S S SSE KSE S SSS gus B E. 999 265 Sg 5 von ihrer Liebe sprachen, so sprachen sie doch von Dingen, die jedem von ihnen gleichermaßen am Herzen „Das Aussehen des Vaters gefällt mir nicht,“ sagte Hertha.„Er ist in der kurzen Zeit meines Fernseins sehr gealtert, und ich habe den Eindruck, als fühle er sich von etwas bedrückt. Hast du eine Ahnung, Eberhard, was es sein kann? Denn du weißt ja, daß man ihn nicht danach fragen darf!" „Rein, ich weiß es nicht,“ versicherte er aufrichtig. „Aber gar so unerklärlich wäre es wohl nicht, wenn er gerade jetzt mit einiger Sorge in die Zukunft blickte! Nach einem Wink, den unser Kommandeur von Berlin her erhalten hat, scheint es ja nun wirklich Ernst zu werden mit Rußland. Und der Onkel, der in politischen Kreisen vielleicht noch bessere Beziehungen hat als unser Oberst, ist sogar fest überzeugt, daß der fluchwürdige Mord von Serajewo der Funke gewesen ist, an dem sich der Weltenbrand entzünden müsse. Da gibt es für ihn wohl Grund genug, sich wegen des Schicksals von Mallente zu beunruhigen!" „Du bist also der Meinung, daß wir im Fall eines Krieges die Russen hereinbekommen würden?" Der Oberleutnant schien seine vorige Aeußerung zu bedauern und bemühte sich, sie abzuschwächen, aber Hertha schürtelte mit ruhiger Miene den Kopf. „Ich würde es bedauern, wenn du mir nicht deine aufrichtige Meinung sagtest, Eberhard! Ich bin doch kein Kind, das man zu beruhigen sucht, indem man ihm die Größe der Gefahr verheimlicht! Und mein Vater hat oft genug ausgesprochen, daß in dem nächsten Kriege die Kosaken über unsere Felder reiten würden. Es hätte also wirklich keinen Sinn, mich zu belügen!“ „Nun denn, liebste Hertha, ich bin kein Stratege, und die Herren vom Großen Generalstab in Berlin haben mich nicht in ihren Kriegsplan eingeweiht! Aber soweit mein bescheidener Soldatenverstand reicht, bin ich allerdings der Meinung, daß wir die Herrschaften wohl zunächst nach Ostpreußen werden hereinlassen müssen! Das Terrain da drüben, jenseits der Grenze, ist für eine erste Entscheidungsschlacht doch gar zu ungünstig! Gelingt es uns aber, eine größere Armee in unsere Provinz hereinzulocken, so ist es auch bombensicher, daß wir sie zerreiben.“ „Eine schreckliche Aussicht für unsere arme Heimat, Eberhard! Wir wissen doch alle, wessen wir uns von die en Ruffenhorden zu versehen haben!" „Ja, schlimm genug werden sie freilich hausen, solange sie eine Möglichkeit dazu haben! Und wenn es auf mich ankäme und auf meine Kameraden von den Regimentern des Grenzschutzes, so würden sie nicht hereinkommen, ehe nicht jeder von uns seinen letzten Blutstropfen verspritzt hat. Aber eine Armee von etlichen hunderttausend Mann könnten wir freilich auch mit der Darangabe un eres Lebens nicht aufhalten. Und sie werden uns mit der Mobilmachung wohl um einige Nasenlängen zuvorkommen, sintemalen sie ja schon jetzt soundso viele Armeekerps in unmittelbarer Nähe der offenen Grenze versammelt haben. Aber gar so schlimm, wie die Phantasie es sich ausmalt, wird es doch wohl nicht werden! Wenigstens nicht, insofern es sich um die Gefahr für Leib und Leben handelt! Man wird den Bewohnern der zunächst bedrohten Ortschaften eine Möglichkeit gewähren, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Und die größeren Städte haben unter dem Schutz der völkerrechtlichen Bestimmungen wohl ohnedies nicht allzuviel zu befürchten!" „Aber die Leute in den Dörfern und die Gutsbesitzer? Glaubst du, daß das vertierte Gesindel sich auch ihnen gegenüber an die Bestimmungen des Völkerrechts halten würde?“ Der Oberleutnant blickte ernst vor sich nieder. „Es wird Opfer kosten, das verhehle ich mir nicht. Gegen die Einfälle einzelner Kavallerieregimenter oder selbst Divisionen sind wir wohl Schutz genug. Aber wenn das Gros anrückt, erhalten wir sicher die Order zu vorläufigem Rückzuge! Alles, was sich tun läßt, ist wohl, die Frauen und die Kinder zu guter Zeit aus dem Bereich der Gefahr zu entfernen. Auch ihr müßt selbstverständlich fort, wenn es Ernst wird. In Königsberg schon würdet ihr nach meiner Ueberzeugung ganz sicher sein. Aber vielleicht ersinnen wir irgendeine List, um den Onkel zu bewegen, daß er mit euch nach Berlin geht!" Hertha lächelte.... 46. nicht Eharbard „Daran glaubst du doch selbsr nicht, Eberhard! Soll ich dir sagen, was ich mir denke? Ich glaube, was meinem Vater jetzt am Herzen frißt, ist das Bewußtsein, im Fall eines Krieges nicht mehr als Mitkämpfer in die Reihen treten zu können. Für einen alten Soldaten wie ihn ist das untätige Zuschauen wohl das allerschwerste. Aber daß er obendrein die Flucht ergreifen, daß er die Scholle seiner Väter im Augenblick der Gefahr verlassen und seine Leute im Stich lassen sollte, nein, Liebster, das wird ihm niemand zumuten dürfen! Und ich möchte jedenfalls die letzte sein, die den Versuch wagt, ihn dazu zu bewegen.„Aian gen der Berachtigung ih Der Oberieutnant schien von der Berechtigung ihrer Worte denn auch seinerseits vollkommen überzeugt zu sein, da er keinen Widerspruch erhob, sondern nur entgeonete:..4„ Ttrtzahen hastimmt marh „Wenn er nicht zum Follgehen besuimmt werden könnte, du und Helga— ihr dürftet jedenfalls unter keinen Umständen hierbleiben! Es wäre ja Höllenqual für mich, an alle die Möglichkeiten zu denken, denen ihr bei einem Einfall der Russen ausgesetzt sein könntet!“ „Ein Soldat muß unter Umständen auch stark genug sein, Höllenqualen zu ertragen, Eberhard! Ich kann für Helga natürlich nicht einstehen; ich aber werde jedenfalls da bleiben, wo der Vater bleibt!— Aber noch ist es ja zu früh, irgendwelche Entschlüsse zu fassen! Denn noch sind wir nicht im Kriege, und Oesterreich hat schon so viele Proben weiser Mäßigung gegeben, daß es vielleicht auch diese Tat eines verblendeten Fanatikers nicht zum Anlaß eines Weltkrieges werden lassen wird! Weshalb also sollen wir uns vorher das Herz schwer machen? Die arme kleine Helga läßt ja ohnehin ihr Köpichen in einer Weise hängen, die mich mit der größten Betrübnis erfüllt! Ich begreife gar nicht, was für eine Bewandtnis es mit ihr hat! Hattest du mir nicht geschrieben, sie sei der verkörperte Frohsinn und lachende Uebermut? Ich habe in den vierundzwanzig Stunden meines Hierseins davon wahrhaftig noch nichts bemerken können!“„.„ 97821 Nun ging es doch wieder wie ein Ausoruck der Verlegenheit über Eberhards Gesicht. „Was ich dir über sie geschrieben habe, war selbstverständlich die reine Wahrheit! Aber am Ende ist es doch nicht so sehr zu verwundern, wenn sie unter der augenblicklichen Spannung leidet! Sie ist ja noch so jung, fast ein Kind, und nach allem, was in den letzten Jahren über die Schrecknisse eines zu erwartenden Weltkrieges gesagt und geschrieben worden Aber Hertha schien von seinem Erklärungsversuch nicht überzeugt. „Es ist nicht das allein, Eberhard, es kann nicht das allein sein! Dazu ist Helga eine viel zu mutige Natur! Sie würde sich schlimmstenfalls auch vor den Kosaken nicht fürchten, namentlich, solange sie den Vater an ihrer Seite weiß! Es muß noch irgend etwas anderes dahinterstecken, etwas, das sie nicht zugestehen will, und das mir ebendeshalb aufrichtige Sorge bereitet!“ (Fortsetzung folgt.) S 5E S 8 55 2 8 S 9EESN,E S 9-SEEAS E „HTEGOEE SGSHgn. # S 00 *** JnE % gexös* S 2 * 9 5 S S.5 9 55 5E S S 2 SS S—c: SSwSSISE 8 * 9 C K k. B.- ENOT- B S S%E„Ho#0g"•E 2 SSTrsg. 855838 BSSSS5 SESLEEES ceec. Set 0 Der größte Bienenstock der Welt befindet sich in einem Bienenfelsen Kaliforniens. Dieser Bienenfelsen erhebt sich in einer Höhe von 40 Meter aus dem Delta eines kleinen Flüßchens der Alcade. Es ist eine Granitmasse, die rückwärts mit dem Uferfelsen in Verbindung steht. Zahlreiche Spalten und Klüfte hat der Felsen, und diese sind von ungezählten Bienenvölkern bewohnt und auch mit Honig angefüllt. Eine Abschätzung des Honigvorrates, der in den Klüften und Spalten vorhanden ist, ist ganz unmöglich. Die Honigsammler können nur den vorderen Teilen dieser unerschöpflichen Kammern ihre Tätigkeit widmen, und trotz alledem beläuft sich die jährliche Ausbeute auf Hunderte von Kilogramm. 82 Eine resolute Frau. Erzählung aus den Kriegsjahren 1806—1813 von M. von Lettkow. (Schluß.)(Nachdr. verboten.) „Herr Bürgermeister," sagte ich—„ich habe mit meinen Kindern selbst nicht das geringste zum Leben! — mein Mann ist im Felde!— woher soll ich für zehn Mann Nahrung schaffen?“ Nun wurde gleich Rat. In meine große Schürze schütteten sie mir fünf Pfund Reis, auch Salz erhielt ich; dem Drechsler Anselm Klüter wurde eine Kuh genommen und von einem der Russen gleich auf dem Marktplatz geschlachtet,— eine Viertelstunde später brachten sie mir das warme, zuckende Fleisch, das ich ihnen im Waschkessel kochte. Es war noch nicht einmal gar,— da kamen verhungerte Preußen und baten auch um Nahrung; aber die„guten Freunde“, die Russen, wollten nicht einen Bissen abgeben,— da schalt ich sie aus, nahm eine große Schüssel und schöpfte aus dem Kessel für unsere Soldaten. Ich wußte es— ich riskierte mein Leben—, aber sie gaben sich knurrend darein. Lieber Herrgott, der Krieg ist schrecklich!“ Die Kriegskunst Napoleons und sein Glücksstern führten ihn von Sieg zu Sieg,— nur Graudenz, vom tapseren Courbière befehligt, und Kolberg, von Gneisenau und Nettelbeck gehalten, kapitulierten nicht. Der König mußte mit seiner Familie Berlin verlassen und ging nach Memel. Mit blutendem Herzen unterzeichnete er einen Frieden bei Tilsit. Man nahm ihm die Hälfte seines Reiches, und unerhört hohe Kriegskosten sangten das Land aus. Doch das nicht allein. In dem verarmten, morschen, zerfallenen Preußen hatte Napoleon 180000 Franzosen zurückgelassen. Die Anführer dieser Horden trieben das Volk zur Verzweiflung, indem sie voll Uebermut und Rachsucht Forderungen stellten, die ihnen in ihrem eigenen Vaterlande die neuerliche Revolution an den Hals gejagt und einen Sturm der Empörung eingetragen hatten. Auch das Städtchen J..... wimmelte von Rothosen. Oberamtmann Schindlers hatten acht Mann Einquartierung, darunter das feine Söhnchen eines großen Weinhauses zu Bordeaux. Es war im Jahre 1807. Nach dem Tilsiter Frieden hatte der Landmann die zerstampfte und zerwühlte Erde möglichst wieder urbar gemacht. So gab es wenigstens Brot für die Hungrigen. Dies kernige, gesunde Hausbrot aber wollten die Franzosen nicht essen. Sie verlangten Kuchen und Milchbrot, Näschereien und eingemachte Früchte, obgleich alle Obstbäume fast demoliert waren oder durch die Geschosse unglaublich gelitten hatten. Mit welchem Uebermute, mit welcher Brutalität diese„Sieger" vorgingen, davon spricht deutlich ein Blatt Cordula Schindlers: „Einer großen Gefahr bin ich heute entronnen! Noch beben mir alle Glieder!— Ah, dieser elende Schlingel!— Das frische Brot, das die Hilde(die Magd) heute nacht gebacken, schickte ich samt der Butter den„Parlezvous“(so nannte man in Preußen die Franzosen) in die große Stube, die ich ihnen auch noch auf Befehl des Marschalls einräumen mußte. Ich hatte die Hilde, die ein hübsches und sittsames Mädchen ist, angelernt, höflich mit den rohen Feinden sein— des Friedens wegen." Als aber die junge Magd die Stube betrat, warf der Monsieur Dodo(der Weinhändlersohn) das gute frische Brot ihr vor die Füße und rief ihr überdies zu:„Voilz — je me’n fiche!“, was soviel heißen soll als:„Da hast du— darauf pfeif' ich!“ An allen Gliedern bebend, kam die Magd zurück. Leopold ist über Land, um für die Pferde Heu zu kaufen. Was sollte ich tun?— Frau Pfarrer Lindenheim half uns aus der Not,— ich schickte also das feine weiße Weizenbrot zu den Unholden hinein. Nach zehn Minuten höre ich Lachen und Fluchen auf dem Hausflur. Ich eile aus dem Keller herauf— und was sehe ich——? Dieser infame Dodo hatte das lange, duftende, frische Weizenbrot— es waren zwei Wecken— zum Teil aufgeschnitten, die Krume herausgeholt— und aus der Rinde sich Pantoffeln gemacht, in welchen er zum Jubel seiner frechen Kameraden über die Steinfliesen schlürfte. Da riß mir die Geduld— heiß wallte es in mir auf über solche Verschwendung und Vergendung der köstlichen Gottesgabe, die wir so lange entbehrt hatten. Nach Hilden rief ich und zeigte auf den Halunken, der uns das Brot stahl und uns noch obendrein verspottete und quälte. Der Franzose mochte aber meine Scheltworte verstanden haben,— denn plötzlich riß er einem anderen, der daran herumputzte, seine Flinte aus der Hand, schlug nach mir mit dem Kolben und schrie: „Ah, dieser Kanaille! Du wollen mir streiten,— ah— dieser elende Prüssienne— ich slachten dir —— morbleu—!“ Damit stürzte er auf den Hof hinaus und hätte mir, wäre ich nur um eine Sekunde später zur Seite gesprungen, um ein Haar den Schädel zerschmettert. Aber ich faßte mich sogleich.. Blutroter Nebel stieg mir zu Kopfe,— ich erfaßte eine große Heugabel, die am Gartenzaun angelehnt stand,— und drang auf den Filou ein, der leichenblaß wurde. Und nun geschah etwas sehr Lächerliches—— der Bramabasseur gab Fersengeld— er retirierte durch das Fenster, das ich mit der Heugabel einschlug,— da schlug er von innen die Laden zu und verschloß und verbarrikadierte die Stubentür und kam mehrere Stunden nicht mehr zum Vorschein. Während die anderen Franzosen lachten und in den„Krug zur silbernen Ente“ trotteten, stand ich im Hofe an der Kellertür und konnte das ungestüme Schlagen meines Herzens kaum ertragen.—— Sobald Leopold heimkommt, muß er vom Kommandierenden einen Wechsel der Mannschaften erbitten—— ich habe zuviel des Elends diese Jahre durchgemacht und ertrage solche Aufregungen nicht mehr! — ce